LOK Report – News von Freitag, 17.05.13
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Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie
Verkehrspolitik im Bund
BAG-SPNV: Europäische Aufgabenträger bereiten engere Kooperation vor
Auf der INTER-Regio-Rail-Konferenz am 15.05.13 haben 90 Vertreter von regionalen Aufgabenträgern des gemeinwirtschaftlichen Eisenbahnverkehrs aus zehn Mitgliedstaaten der Europäischen Union Verbesserungsmöglichkeiten des Schienenverkehrs in ihren Heimatländern diskutiert. Vertreter von vier Aufgabenträgerverbänden haben eine Absichtserklärung zu ihrer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Es gibt drei Ergebnisse der Konferenz:
• Erstens steht der gemeinwirtschaftliche Schienenpersonenverkehr in allen Ländern Europas vor großen Herausforderungen. Die Fahrpläne und die Fahrzeuge müssen fortlaufend an die sich ändernden Bedürfnisse der Bevölkerung, an die sich teilweise widersprechenden Anforderungen verschiedener Fahrgastgruppen und an den demografischen Wandel angepasst werden. In Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten werden zudem in vielen Mitgliedstaaten der EU die finanziellen Mittel zur Finanzierung der Betriebsleistungen knapp.
• Zweitens, die acht in den letzten drei Jahren umgesetzten Pilotprojekte zur Verbesserung des Eisenbahnverkehrs von INTER-Regio-Rail sind ein Erfolg und übertragbar in andere Regionen Europas. Das ist die einstimmige Meinung der Teilnehmer der Konferenz. Neue Fahrradzüge in der Regione Emilia Romagna, neue Dienstleistungen für ältere Fahrgäste in der Region Stuttgart, eine Strategie zur Moderniesierung der Infrastruktur im Bezirk Liberec, ein Stationsentwicklungsprogramm in der Region Kujawsko-Pomorskie und andere Pilotvorhaben können von den Aufgabenträgern in anderen Regionen übernommen werden, um mehr Fahrgäste zu gewinnen.
• Schließlich werden die regionalen Aufgabenträger aus Frankreich, Italien, der Tschechischen Republik und Deutschland konkrete Möglichkeiten untersuchen, in Zukunft enger zusammen zu arbeiten. Damit wollen sie ihren Austausch von Erfahrungen und Ideen vertiefen und auf die sich ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen des Europäischen Gesetzgebers reagieren.
Details sind in einem Memorandum of Understanding niedergelegt.
Alfredo Peri, Präsident von federMobilitá, Verband der italienischen Aufgabenträger für Verkehrsmanagement, Italien: "Die Europäische Kooperation ist wesentlich für unseren Erfolg. Wir müssen unsere Zusammenarbeit sowohl auf politischer Ebene als auch in der alltäglichen Arbeit verbessern, um hochwertigen Schienenpersonenverkehr im Rahmen eines kontrollierten Wettbewerbs sicherzustellen."
Roland Ries, Präsident von GART, Verband der französischen Aufgabenträger für Verkehr, Frankreich: "Die Europäischen Aufgabenträger müssen gemeinsame Positionen auf europäischer Ebene entwickeln, um in den zukünftigen politischen Debatten gehört zu werden."
Aleš Stejskal, Präsident von ČAOVD, Tschechischer Verband der Aufgabenträger für den öffentlichen Verkehr, Tschechische Republik: "Die Zusammenarbeit zwischen Aufgabenträgern für den Schienenpersonenverkehr im Rahmen von INTER-Regio-Rail zeigt, wie wichtig die europäische Ebene ist und was ihr Nutzen für uns ist."
Dr. Thomas Geyer, Präsident der BAG-SPNV, Verband der deutschen Aufgabenträger für den gemeinwirtschaftlichen Eisenbahnpersonenverkehr, Deutschland: "An dieser Stelle ist es wichtig, dass wir unsere Zusammenarbeit fortsetzen. Wir sollten weiterhin auf europäischer Ebene präsent sein."
Veraltetes Wagenmaterial, wenig kundenfreundliche Schaffner, langsame Züge, heruntergekommene Stationen und Fahrpläne, die an den vielen Ländern Europas vor 20 Jahren. In der Folge hat die Zahl der Fahrgäste abgenommen, und defizitäre Strecken sind stillgelegt worden - sogar in dicht bevölkerten Regionen. Seitdem haben 196 Aufgabenträger des gemeinwirtschaftlichen Eisenbahnverkehrs in den Ländern Europas ihre Tätigkeit aufgenommen. Einige von diesen sind auf nationaler, andere auf regionaler Ebene tätig. Ihre Aufgabe ist es, im Interesse der Allgemeinheit gemeinwirtschaftliche Eisenbahnverkehre zu organisieren und sie mit öffentlichen Mitteln in Höhe von europaweit 21 Mrd. Euro zu finanzieren.
Die meisten der Aufgabenträger reichen die Zuschüsse nicht einfach an die ehemaligen Staatsbahnen weiter, sondern stellen detaillierte Leistungsbeschreibungen auf und vergeben öffentliche Verkehrsverträge an die Verkehrsunternehmen, welche die Anforderungen auf die beste Weise erfüllen. Die Ergebnisse sind überzeugend: Eine stärkere Einbindung der regionalen Politik, mehr Züge, eine verbesserte Pünktlichkeit und bessere Dienstleistungen haben zu einem Fahrgastzuwachs in den meisten Regionen Europas geführt (Pressemeldung BAG-SPNV, 17.05.13).
Bundestag: Regierung will Schienenlärm halbieren
Die Bundesregierung will die Lärmbelastung im Schienenverkehr auf der Basis des Jahres 2008 bis zum Jahr 2020 um die Hälfte mindern. Dies geht aus ihrer Antwort (17/13360) auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion (17/12913) hervor.
Verkehrslärm an der Schiene werde derzeit maßgeblich von den vor 2005 in Betrieb gestellten Güterwagen mit Grauguss-Bremssohlen verursacht, heißt es weiter. Die Regierung geht davon aus, dass von denen in Deutschland registrierten Wagen insgesamt 135.000 Güterwagen auf leise Bremstechnik umgerüstet werden können.
Für die Umrüstung der Güterwagen habe sie Mittel in Höhe von 152 Millionen Euro bereitgestellt, heißt es weiter. Der Güterwagenbestand in Europa beträgt rund 650.000 Wagen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort. Die Gesamtzahl der im Inland verkehrenden Güterwagen wird mit rund 290.000 Wagen angegeben (Pressemeldung Bundestag, 17.05.13).
VDV: Bundestag entscheidet über Einstieg in die NE-Bahn-Finanzierung
Ab sofort sollen mindestens 25 Millionen Euro jährlich aus dem Bundeshaushalt für den Ausbau und den Erhalt der Infrastruktur Nichtbundeseigener Eisenbahn (NE-Bahnen) bereitgestellt werden. Ein entsprechender Bundestagsbeschluss dazu wird am 16.05.13 im Laufe des Abends erwartet.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßt dies ausdrücklich und sieht damit eine seiner zentralen Forderungen der letzten Jahre bestätigt. Dem Gesetzesentwurf "Bundesförderung der Investitionen in den Ersatz der Schienenwege der öffentlichen nicht bundeseigenen Eisenbahnen im Schienengüterfernverkehrsnetz" muss nach dem zu erwartenden Bundestagsbeschluss allerdings auch noch der Bundesrat zustimmen.
"Der heutige Beschluss wäre ein entscheidender Schritt und ein wichtiges Signal für die NE-Bahnen in Deutschland. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik bekennt sich die Regierung zur Mitfinanzierung nichtbundeseigene Eisenbahninfrastruktur. Damit sehen wir eine unserer zentralen Forderungen der letzten Jahre bestätigt: Ohne NE-Infrastruktur geht es nicht mehr im deutschen Eisenbahnnetz, also muss die Bundesregierung sich auch an der Finanzierung beteiligen", so Ulrich Koch, VDV-Vizepräsident und Geschäftsführer der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb).
Der VDV, in dem rund 200 NE-Bahnen organisiert sind, fordert seit Jahren eine eigene Förderrichtlinie für die Finanzierung der nichtbundeseigenen Eisenbahninfrastruktur, da diese eine zentrale Rolle bei der Funktion des gesamten deutschen Schienennetzes einnimmt. Die 25 Millionen Euro sind dabei aus Sicht des Verbandes ein guter Anfang, dürfen aber auch nicht das Ende vom Lied sein. Denn eigentlich müssten jährlich 150 Millionen Euro für NE-Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. "Das ist der objektive Bedarf, den der VDV bereits mehrfach durch Befragungen unter den NE-Bahnen ermittelt hat", so Koch. Deshalb dürfe es auch keine Zweifel an der Notwendigkeit der Mitfinanzierung durch den Bund geben: "Wir rechnen fest mit einem eindeutigen Votum des Bundestags. Und auch der Beschluss durch den Bundesrat sollte eigentlich nur Formsache sein, denn Sinn und Zweck dieser Finanzierung stehen außer Frage", so Koch abschließend (Pressemeldung VDV, 17.05.13).
Industrie
Deutsche Bahn: Osteuropageschäft von Veolia Transdev erworben
Die Deutsche Bahn hat das osteuropäische Geschäft von Veolia Transdev übernommen. Das Verfahren ist abgeschlossen, die Genehmigungen der Kartellbehörden sind erteilt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
DB Arriva, die Tochter der Deutschen Bahn für den Regionalverkehr im Ausland, übernimmt innerhalb des DB-Konzerns die nun erworbenen Aktivitäten von Veolia Transport Central Europe (VTCE). DB Arriva wird somit zum größten internationalen Betreiber von Personenverkehr in Osteuropa und baut mit der Akquisition das bestehende Geschäft in Polen, der Slowakei und Tschechien aus. Die Märkte in Kroatien, Serbien und Slowenien kommen neu hinzu. Damit steigt die Zahl der Länder, in denen Arriva europaweit aktiv ist, auf 15.
Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, sagte zur Übernahme: „Mit dem Erwerb von VTCE bauen wir unsere starke Position im europäischen Regionalverkehr weiter aus. Die Erfahrungen, die wir in den ausländischen Märkten gewinnen, helfen uns auch bei unserem Geschäft in Deutschland.“
VTCE beschäftigt mehr als 6.300 Mitarbeiter und betreibt über 3.400 Fahrzeuge an rund 60 Standorten. Der Umsatz lag im Jahr 2012 bei 253 Millionen Euro. Kerngeschäft sind innerstädtische und regionale Busverkehre. Zum erweiterten Portfolio gehören Schulbus-, Fern- und Charterverkehre.
Den größten Anteil am nun übernommenen Geschäft von VTCE haben Tschechien und Polen. In Tschechien betreiben mehr als 2.600 Mitarbeiter mit rund 1.600 Fahrzeugen Busverkehre in den Regionen um Prag (Praha), Ostrau (Ostrava) und Teplitz (Teplice). Zusätzlich werden in Nordmähren (Morava) regionale Schienenverkehre angeboten.
In Polen wird das bereits bestehende Schienenverkehrsgeschäft von DB Arriva nun um Busverkehre im Norden und Süden des Landes ergänzt (1.800 Mitarbeiter und 840 Fahrzeuge) (Pressemeldung Deutsche Bahn, 17.05.13).
Funkwerk: Restrukturierung im ersten Quartal 2013 fortgesetzt
Die Funkwerk AG setzt seit zwei Jahren ein umfassendes Restrukturierungsprogramm um, durch das der Konzern deutlich verkleinert und auf seine Kernbereiche fokussiert wurde. Im ersten Quartal 2013 standen die Verbesserung der Effizienz im operativen Bereich und die Schaffung stabiler Prozessen im Mittelpunkt. Zudem wurden die Auslandsaktivitäten im Rahmen der Neuausrichtung intensiviert, was sich positiv auf den Auftragseingang auswirkte. Dieser erhöhte sich in den ersten drei Monaten 2013 auf 33,3 (Q1 2012: 29,2) Mio. Euro und übertraf den entsprechenden Vorjahreswert damit um rund 14 %. Der Auftragsbestand belief sich Ende März 2013 auf 76,9 (31.3.2012: 87,5) Mio. Euro.
Die Quartalsdaten wurden jeweils um die 2012 abgegebenen Unternehmenseinheiten Funkwerk Dabendorf GmbH, Funkwerk Avionics GmbH, und die TCC-Produktlinie Sportanzeiger sowie die Anfang Mai 2013 veräußerte Microsyst Systemelectronic GmbH bereinigt. Auf dieser Basis blieb der Konzernumsatz der fortgeführten Geschäftsbereiche in den ersten drei Monaten 2013 vor allem aufgrund der Investitionszurückhaltung öffentlicher Auftraggeber mit 22,6 Mio. Euro erwartungsgemäß hinter dem Vorjahreswert von 28,4 Mio. Euro zurück. Das EBIT belief sich von Januar bis März 2013 auf -2,9 Mio. Euro gegenüber -2,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Hier machte sich das geringere Umsatzvolumen bemerkbar, das kostenseitig nur teilweise durch die effizienzsteigernden Maßnahmen kompensiert werden konnten. Restrukturierungs- und Wertminderungsaufwendungen fielen im Berichtszeitraum nicht an (Q1 2012: 0,2 Mio. Euro). Das Nettoergebnis je Aktie lag bei -0,41 (Q1 2012: -0,38) Euro.
Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag im ersten Quartal 2013 bei -4,3 Mio. Euro im Vergleich zu -3,8 Mio. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das Eigenkapital im Funkwerk-Konzern, der Ende März 789 Mitarbeiter beschäftigte, gab aufgrund des Fehlbetrags auf 28,9 (31.12.2012: 32,2) Mio. Euro nach. Da sich die Konzernbilanz noch stärker verkürzte, erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 28,5 % per 31. Dezember 2012 auf 29,7 % Ende März 2013.
In den nächsten Monaten rechnet Funkwerk mit einem weiter steigenden Auftragseingang in beiden Geschäftsbereichen. Vor allem der gezielte Ausbau der Marktposition in wichtigen Wachstumsmärkten und die in Teilbereichen technologisch führende Stellung dürften sich positiv auf den Geschäftsverlauf auswirken. Vor diesem Hintergrund bestätigt Funkwerk die Prognose für das Gesamtjahr, die einen gegenüber 2012 stabilen Konzernumsatz vorsieht (Umsatz 2012: 141,3 Mio. Euro). Beim Ergebnis rechnet das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr mit einer Verbesserung, da die initiierten Kosteneinsparmaßnahmen 2013 in vollem Umfang wirksam werden (EBIT 2012: -5,1 Mio. Euro) (Pressemeldung Funkwerk, 17.05.13).
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Aus den Ländern
BW: Zusammenarbeit im Dreiländereck wichtig für nachhaltige Mobilität
Die internationale Zusammenarbeit in der Verkehrspolitik im Dreiländereck Deutschland-Schweiz-Frankreich ist nach den Worten des Ministerialdirektors im baden-württembergischen Verkehrsministerium, Hartmut Bäumer, von großer Bedeutung für die grenzüberschreitende Entwicklung einer nachhaltigen Mobilität. „Unsere Bemühungen zielen darauf ab, die Wirtschafts-, Verkehrs-, Umwelt- und Raumentwicklung entlang der transeuropäischen Verkehrsachse (TEN-V) Nr. 24 von Rotterdam nach Genua zu einer integrativen Gesamtstrategie zu vereinen“, sagte Bäumer am Mittwoch, 15. Mai beim trinationalen Verkehrskongress in Basel. Der Korridor 24 umfasst mehrere europäische Regionen mit höchster Wirtschaftkraft.
Bezogen auf den Güterverkehr erklärte Bäumer, die Beschleunigung des Streckenausbaus der internationalen Verkehrsachse und die Steigerung der Transportkapazitäten auf der Schiene müssten so gestaltet werden, dass sowohl die räumliche Entwicklung gefördert wird als auch negative Umweltauswirkungen durch den Schienenverkehr reduziert werden.
Baden-Württemberg habe in seiner Anmeldung für den Bundesverkehrswegeplan 2015 neben dem Ausbau der Rheintalbahn auf vier Gleise mit einem Volumen von rund 7 Mrd. Euro auch ein Güterverkehrszentrum in Lahr vorgesehen. Falls die Rheintalbahn in diesem Abschnitt als Autobahnparallele gebaut wird, könnten hier Lkw der „Rollenden Landstraße“ von der A 5 auf den Zug umgesetzt und so durch die Schweiz gefahren werden.
Wie die Schweiz habe auch Baden-Württemberg mit beachtlichen Transitverkehren umzugehen. Die Untersuchungen für den Generalverkehrsplan 2010 rechnen mit einer Zunahme der Transit-Transportleistung auf der Schiene von 4,3 Milliarden Tonnenkilometern im Jahr 2005 auf 7,2 Milliarden im Jahr 2025. Das wäre eine Steigerung um 69 Prozent. In Baden-Württemberg würde dann der Anteil des Transits am gesamten Schienengüterverkehr von 60 auf 62 Prozent zunehmen.
Die Hauptzulaufstrecke zur Gotthard-Achse ist die Rheintalbahn. Diese ist ein Bedarfsplanprojekt der Bundesrepublik Deutschland. Der zügige Ausbau der Rheintalbahn auf durchgehend vier Gleise ist nach Bäumers Worten ein herausragendes verkehrspolitisches Anliegen der Landesregierung. Denn damit soll der Güterverkehr auf der großen europäischen Nord-Süd-Verkehrsachse auf den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene verlagert werden. Reise- und Transportzeiten verkürzen sich. Nicht nur im Güterverkehr, sondern auch im Personenfern- und im Personennahverkehr werden Kapazitätsengpässe beseitigt und es entstehen Gestaltungsspielräume für die Zukunft.
Deshalb zahle Baden-Württemberg in den kommenden Jahren in den Bereichen Markgräfler Land und Güterumfahrung Freiburg bis zu 125 Millionen Euro für zusätzlichen Lärmschutz. Der Bund übernimmt dabei Kosten in gleicher Höhe. Durch die Bereitschaft von Bund und Land, Mittel bereitzustellen für den Lärmschutz, der über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgeht, wurde am 5. März 2012 ein Durchbruch für die seit vielen Jahren heftig umstrittene Planung dieser Streckenabschnitte erzielt.
Auf dem Kongress geht es auch um trinationale Regionalprojekte wie die Regio-S-Bahn Basel. Bäumer sagte: „Nicht wenige Deutsche arbeiten im Agglomerationsraum Basel und leben weiter in Südbaden. Ähnliches gilt auch für eine zunehmende Zahl Schweizer Bürger. Für einen solchen grenzüberschreitenden Austausch braucht es einen gut funktionierenden Öffentlichen Personennahverkehr.“ Daneben arbeiten Baden-Württemberg und die Schweiz gemeinsam an weiteren Verkehrsprojekten wie die geplante Elektrifizierung der Hochrheinbahn. Hierzu hatten zuletzt die betroffenen Kantone und Baden-Württemberg in der Basler Erklärung am 18. Januar ein deutliches gemeinsames Signal gesetzt.
Beim Verkehrskongress am 15. Und 16. Mai diskutieren Experten aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich über „Stand und Entwicklung des Schienenverkehrs in der trinationalen Region Basel (Pressemeldung Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg, 17.05.13).
Bayern: Lösung für Mehrkosten bei Bahnprojekt München – Lindau steht
Der Ausbau der Schienenstrecke München-Lindau geht weiter voran. Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil begrüßt, dass die DB AG jetzt grünes Licht für die Fortsetzung der Planungen gegeben hat und mit dem sogenannten Umwelt-Screening startet.
„Die Elektrifizierung Richtung Schweiz ist für Bayern elementar. Ich habe es daher zur Chefsache gemacht. Das trägt Früchte.
Die DB setzt auf operativer Ebene das um, was ich aktuell mit dem Konzernvorstand vereinbart habe. Das Projekt bleibt im Zeitplan. Spätestens im Jahr 2020 sollen die Züge unter Draht bis Lindau fahren. Der Freistaat wird hier nicht aufhören, der Bahn solange Dampf zu machen. Bummeln können wir uns nicht leisten“, erklärt Zeil.
Voraussetzung für die Abkehr eines Planungsstopps war, dass sich das Bayerische Verkehrsministerium, das Bundesverkehrsministerium und die DB AG über eine Lösung verständigt haben, wie das Projekt München –Lindau trotz der beträchtlichen Mehrkosten, die vergangenen Herbst nach Abschluss der Vorplanungen bekannt geworden waren, finanziert werden kann.
Gegenüber den Zahlen bei Abschluss der Finanzierungsvereinbarungen in den Jahren 2008 und 2009 ist das Projekt um rund 50 Prozent teurer geworden und umfasst aktuell ein Kostenvolumen von rund 310 Millionen Euro. Diesen Betrag stemmen nunmehr der Freistaat Bayern mit einer Vorfinanzierung von 55 Millionen Euro, die Schweiz mit einer Vorfinanzierung von 50 Millionen Euro und das Bundesverkehrsministerium, das 113,5 Millionen Euro aus Bedarfsplanmitteln zusätzlich zugesagt hat. Der Rest soll aus der bayerischen Landesquote für Investitionen in die Schienennahverkehrsinfrastruktur bedient werden. Dies sind Bundesmittel, über deren Verwendung der Freistaat Bayern und die DB AG gemeinsam entscheiden.
Minister Zeil drängt mit Nachdruck auch darauf, dass nochmals seitens der DB und des Bundes intensiv geprüft werde, ob EU-Fördergelder für diese internationale Verbindung eingesetzt werden könnten, ohne dass damit der verpflichtende Ausbaustandard höher und die Strecke unterm Strich noch kostenintensiver würde.
Die Elektrifizierung und der Ausbau der Strecke München – Lindau soll unter anderem ein zeitgemäßes Fernverkehrsangebot zwischen den europäischen Metropolen München und Zürich im Herzen Europas ermöglichen und die Fahrzeit auf drei Stunden 15 Minuten reduzieren. Die über 150 Kilometer lange Ausbaustrecke mit einem kurzen Teilabschnitt auch in Baden-Württemberg wäre die erste elektrifizierte Bahnstrecke im Allgäu. Sie ist Bestandteil des aktuellen Bundesverkehrswegeplans. Der Freistaat Bayern hat die Strecke Ende März wieder für den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 beim Bund angemeldet. Sie gehört zu den zwei von 30 angemeldeten Bahnprojekten, die der Freistaat mit einer Prioritätsnote versehen hat. Der Zeitplan der Umsetzung des Projekts hatte sich in den letzten Jahren mehrmals verzögert. Die Vorfinanzierung der Schweiz ist gesetzlich an die Fertigstellung bis spätestens 2020 gebunden (Pressemeldung Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, 17.05.13).
Bayern: Elektrifizierung München-Lindau
Nachdem sich das Bundesverkehrsministerium und das Bayerische Wirtschafts- und Verkehrsministerium verständigt haben, die Finanzierungslücke bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke München Memmingen-Lindau zu schließen, kann die Bahn nun weitere Planungsaufträge vergeben und mit einer vergrößerten Projektgruppe auch die zusätzlichen Aufgaben abarbeiten.
Die Entwurfsplanung startet zunächst mit der Umweltplanung, Vermessung und vertiefender Baugrunduntersuchung. Die Vergabe der Umweltplanung wurde letzte Woche mit der Versendung der Vergabeunterlagen an den Bieterkreis in das Vergabeverfahren überführt. Der hierfür erforderliche europaweite Teilnehmerwettbewerb konnte bereits im Vorfeld durchgeführt werden. Die Durchführung der Kartierung vor Ort ist ab August geplant.
Die Baugrunduntersuchung wird im Mai an ein Tochterunternehmen der DB beauftragt und startet im Juni, ebenso wird dann die Entwurfsvermessung der Bahnhöfe, Bahnübergänge und Straßenüberführungen beginnen. Die Aufnahme eines digitalen Geländemodells wird über ein Flächenscanning aus der Luft erfolgen. Die weiteren Planungsleistungen werden dann sukzessive z.T. wieder in europaweiten Ausschreibungsverfahren vergeben.
Nach Abschluss der Genehmigungsplanung werden die Planfeststellungs-verfahren abschnittsweise nicht vor dem 1. Halbjahr 2015 eingeleitet werden.
Volker Hentschel, Leiter Produktion des Regionalbereichs Süd DB Netz Bayern: „Wir sind erleichtert, dass Bund und Freistaat einen Weg gefunden haben, die zusätzlichen Lasten zu schultern. Die gute Zusammenarbeit von allen politischen Seiten ist dabei beispielhaft.“
Die Bahn will nach einer ersten Informationstour im vergangenen Jahr die Öffentlichkeit und die Kommunen auch weiterhin kontinuierlich über den Fortgang der Planungen informieren und der Dialog mit Gemeinden und Anwohnern soll ausgebaut werden. „Dieser Dialog ist uns wichtig und hilft viele Hürden frühzeitig aus dem Weg zu räumen“, so Hentschel.
Im Herbst 2012 wurde offensichtlich, dass Verteuerungen bei Planungskosten, Signaltechnik, Oberleitungsbau und beim Lärmschutz die Kosten des Vorhabens von 210 Millionen Euro auf rund 310 Millionen Euro (real) in die Höhe treiben werden.
Die gewünschte Inbetriebnahme 2019 wurde nochmals durch eine externes Expertenteam intensiv geprüft, jedoch lässt sich der hierfür erforderliche Bauablauf nur mit sehr großen Risiken und erheblichen betrieblichen Einschränkungen darstellen. Deshalb gehen wir weiterhin von einer Inbetriebnahme im Jahr 2020 aus.
Die aktualisierte Prognose des Bundesverkehrsministeriums über künftige Güterverkehrszahlen weist aus, dass nachts abschnittsweise bis zu neun Züge auf der Strecke unterwegs sein werden. Obwohl die DB davon ausgeht, dass diese Zugzahlen nicht erreicht werden, wird der Lärmschutz derzeit mit Investitionen in Höhe von rund 30 Millionen Euro auf diese Prognose hin ausgelegt. Demnach werden nach aktuellem Stand auf einer Gesamtlänge von mehr als 17 Kilometern Schallschutzwände zu errichten sein.
Zusätzliche Planungen musste die DB außerdem in den Bereichen Oberleitung, Oberbau und Signalanlagen vornehmen. Verschärfte Vorschriften und detaillierte Gutachten hatten erkennen lassen, dass die ursprüngliche Kalkulation, die auf Angaben von 2007 beruhte, für die kommenden Jahre nicht mehr haltbar sein würde (Pressemeldung Deutsche Bahn, 17.05.13).
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Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur
Terminvorschläge zum Wochenende
Termine zu Museumsveranstaltungen an diesem Wochenende finden Sie auf unserer Terminseite (17.05.13).
Albtal-Sonderzug




Am vergangenen Sonntag fuhren die Ulmer Eisenbahnfreunde einen Sonderzug im Albtal. Bei Sonnenschein startete der Dampfzug mit der Dampflok 58 311 und der Studentenvereinigung Tulla am Karlsruher Hbf. Über Ettlingen ging´s nach Bad Herrenalb und wieder zurück. Leider folgten auf Sonnenschein dicke Wolken und dann heftiger Regen (Harald Becker, Jürgen Reichert, 17.05.13).
Bergisches Freilichtmuseum Lindlar



Im Bergischen Freilichtmuseum Lindlar des Landschaftsverbandes Rheinland wird seit Herbst 2012 eine 700 Meter lange Feldbahnstrecke gebaut. Die Bahn liegt am äußersten Rand des Geländes und soll die neue Baugruppe Oberberg erschliessen.
Obwohl die Höhenverhältnisse in dem Museum recht extrem sind, wurde die Bahntrasse fast genial flach angelegt. Zu der Strecke gehören auch ein Tunnel und eine Bachbrücke, also alles was das Herz begehrt.
Sehenswert ist ein Wellblechlokschuppen am Startbahnhof. Da die Beschaffung von Gleismaterial schwierig war, wird die Bahn mit dem relativ schwachen Schienenprofil S10 angelegt. Schwere Loks oder gar eine Dampflok werden die neue Strecke daher nie befahren können. Auch stellt das Tunnelprofil eine Einschränkung dar.
Das Gleismaterial stammt von der Firma Klasmann-Deilmann aus dem Emsland. Als Zugabe gab es von der Firma noch die Diema Lok 4470/1980. Eine weitere Diema und eine Gmeinder Lok runden den Fahrzeugpark ab.
Die neue Bahn soll nur der Demonstration des Steintransportes dienen. Personenverkehr ist nicht geplant (Text und Fotos Jörg Seidel, 17.05.13).
Eröffnung der Ausstellung „Aus Rot wird Braun. Die BVG nach 1933“
Die Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der BVG, Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, eröffnet heute die Ausstellung „Aus Rot wird Braun. Die BVG nach 1933“ im Beisein des Initiators Dr. Christian Dirks, BERGZWO communication + concepts, im Zwischengeschoss des U-Bahnhofs Alexanderplatz.
Die Berliner Verkehrs-AG (BVG) gilt Ende der 1920er Jahre als Vorzeigeprojekt sozialdemokratischer Kommunalpolitik. Bis zu 28.000 Menschen stehen hier in Lohn und Brot. Es ist der größte kommunale Betrieb Deutschlands. Nach dem politischen Machtwechsel 1933 erschüttern radikale Einschnitte das Unternehmen. Unerwünschte „Elemente“ werden zu Tausenden entlassen oder aus dem Betrieb gedrängt.
Die Geschichte dieser Entrechtung wurde bis heute nicht erzählt. Die Ausstellung berichtet anhand ausgewählter Biografien und neu entdeckter Fakten – u.a. zum Einsatz tausender Zwangsarbeiter – von der systematischen „Säuberung“ des Unternehmens, der Ausgrenzung und Ausbeutung sowie den Profiteuren dieses Unrechts.
Eine dieser Biografien gehört Georg Speyer (1902 – 1971). Als BVGer der ersten Stunde gehört Georg Speyer dem Betrieb seit 1929 an. Nach 1933 gilt er den Nazis als „Mischling 1. Grades“, da er einen jüdischen Vater hat. Deshalb wird er im Sommer 1936 entlassen. Speyer wird bei Kriegsende als Zwangsarbeiter an der Westfront eingesetzt und baut unter härtesten Bedingungen Bunker. Im Mai 1945 befreien ihn amerikanische Soldaten in Tirol. Danach ist arbeitet er wieder als Schaffner bei der BVG. 1958 geht Speyer in den Ruhestand. Speyers Großneffe, Dr. Bernhard Speyer, ist ebenfalls bei der Ausstellungseröffnung anwesend.
Dr. Sigrid Evelyn Nikutta: „Bewusst wurde für die Ausstellung dieser zentrale Ort in Berlin gewählt. Der Alexanderplatz ist Dank des geballten öffentlichen Nahverkehrs der verkehrsreichste Platz unserer Stadt. Jeden Tag steigen hier gut 200.000 Menschen aus, ein und um. Wir wünschen uns, dass viele von ihnen an dieser Ausstellung innehalten und diesem immer noch so wichtigen Thema deutscher Geschichte einige Zeit ihre Aufmerksamkeit schenken. Die Jahre 1933 bis 1945 haben mit der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus unser Land und die ganze Welt geprägt. Und nur wer sich mit seiner Geschichte auseinandersetzt, kommt nicht in Gefahr, dass sich diese wiederholt. Die Auseinandersetzung mit diesem einschneidenden Abschnitt unserer Firmengeschichte war und ist uns ein wichtiges Anliegen.“ (Pressemeldung BVG, 17.05.13).
P8 auf der Sauschwänzlebahn


Am 15.05. uhr die von der Stadt Blumberg angemietete P8 2455 Posen ihren ersten Reisezug auf der Sauschwänzlebahn von Blumberg nach Weizen und zurück. Wegen loser Radreifen musste der Beginn des Einsatzes verschoben werden. Ab Anfang April waren daher 52 7596 der EFZ und V 100 1041 der NESA als Ersatzlokomotiven eingesetzt worden. An den Wochenenden fährt 86 333 vom Verein Wutachtalbahn die planmässigen Züge. Die Aufnahmen entstanden in Fützen und beim Rangieren in Blumberg (Reinhard Reiß, www.reissweb.net, 17.05.13).
Rückschau 21. Schwarzenberger Eisenbahntage


Vom 9. bis 12. Mai öffnete der Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde e. V. (VSE) die Tore des historischen Lokschuppens anlässlich der 21. Schwarzenberger Eisenbahntage. Vorbereitung und Durchführung des Höhepunktes forderten den ganzen Einsatz der Vereinsmitglieder. So sorgten an allen Tagen ca. 30 Vereinsmitglieder und ihre Familienangehörigen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.
Viele der zahlreichen Besucher äußerten sich erneut und wiederholt durchweg positiv über das Museum im allgemeinen und die durchgeführte Veranstaltung im besonderen. Ein Eisenbahnfan aus der Schweiz nutzt seit vielen Jahren die Tage um Himmelfahrt für einen Besuch des Erzgebirges. Zum Aufenthalt gehört für ihn auch der jährliche Abstecher ins Eisenbahnmuseum. Er äußerte sich lobend über die gewohnt ausgezeichnete Organisation und Durchführung des Festes.
Neben den vereinseigenen Exponaten hatten die Vereinsfreunde auch zwei Gastlokomotiven eingeladen. Aus Gotha kam die Diesellok 107 018-4 der Firma Railsytems RP GmbH, die am Sonnabend auch spontan als Schiebelok für den Dampfsonderzug über den Markersbacher Viadukt nach Walthersdorf im Einsatz war den Sonderzug nachgeschoben hat, sowie eine Diesellok der Bauart NOHAB, die der Firma Cargo Logistik Rail Service GmbH aus Barleben gehört. Die markanten Zweitakt-Klänge der Motoren erfreuten nicht wenige Besucher.
Mit der NOHAB Diesellok My 1138 präsentierte sich erstmals eine Vertreterin dieser Baureihe im Eisenbahnmuseum Schwarzenberg. Unter der Fabriknummer 2379 wurde sie im Jahre 1958 von der Firma NOHAB-GM Nydquist & Holm AB in Trollhättan, Schweden, produziert. An die dänische Staatsbahn DSB geliefert, kam sie mit der Betriebsnummer My 1138 bis in die neunziger Jahre dort zum Einsatz. Nach ihrer Ausmusterung nach Deutschland verkauft, setzt die Firma Cargo Logistik Rail Service GmbH sie im Bauzug- und Güterzugdienst weiterhin ein. Sie trägt das ursprüngliche dänische Farbkleid.
Vereinsvorsitzender Eckehardt Schwenzer zeigte sich erfreut, wie gut die Angebote des Vereins angenommen wurden. Neben einem Bummel durch das Gelände luden Dampf- und Diesellok zu Führerstandsmitfahrten ein, das historische Stellwerk 3 stand für Besucher offen und der Schienentrabi lud zu Mitfahrten ein. Viele alte und neue Modellbahnartikel fanden beim Tauschmarkt einen neuen Eigentümer und DB Erzgebirgsbahn, Verkehrsverbund Vogtland und die Bundespolizei standen den Besuchern Rede und Antwort. Diese Auswahl steht stellvertretend für die vielen Angebote rund ums Museum, die einen nicht unbeträchtlichen Teil der Besucher den ganzen Tag im Museum sprichwörtlich fesselten.
Wer an diesem Wochenende nicht ins Museum kommen konnte, für den gilt auch weiterhin: Das Eisenbahnmuseum ist täglich geöffnet. Montag bis Freitag von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr (Pressemeldung VSE, Fotos Thomas Strömsdörfer, VSE, 17.05.13).
Von Wolsztyn nach Gubin




Am 28. April fand wieder die jährliche Sonderfahrt des polnischen Vereins Towarzystwo Przyjaciół Wolsztyńskiej Parowozowni statt. Diese Fahrt, die immer am Tag nach der Lokparade in Wolsztyn durchgeführt wird, fuhr in diesem Jahr von Wolsztyn über Zbaszynek und Czerwiensk nach Gubin an der Grenze mit Deutschland. Der Zug wurde dieses Mal von der Ty42-107 (Zakłady Metalowe H. Cegielski, Poznań Nr. 938/1946) gezogen, die drei olivgrünen "Ryflaki"-Mitteleinstiegwagen am Haken hatte. Wie üblich war die Fahrt hervorragend vorbereitet und nach einem nassen Start wurde es rechtzeitig sogar ziemlich sonnig.
Die Kriegsloks der Serie 52, die bei der PKP in Polen als Ty2 liefen, waren das Rückgrat des polnischen Transport- und Personenverkehrs. Nach Kriegsende wurden in polnischen Fabriken noch ca. 150 weitere Lokomotiven dieser Serie fertiggestellt, die in Polen als Ty42 bezeichnet wurden.
Die am 26. Juni 1870 von der Märkisch-Posener Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete Bahnstrecke Zbąszynek - Czerwiensk - Gubin stellte mit den anschließenden Strecken eine direkte Schienenverbindung von Cottbus nach Posen (Poznań) her. Der Ostabschnitt zwischen Zbąszynek und Czerwieńsk ist elektrifiziert; der nicht elektrifizierte Westabschnitt zwischen Gubin und Czerwieńsk dient nur noch dem Güterverkehr. Formsignale stehen nur noch in den Bahnhöfen von Walowice, Sulechow und Gubin (Ad van Sten, 17.05.13).
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Mit der Kamera notiert
Fideris


Die Bever- und Edelweiss-Lokomotiven der RgB waren in Fideris unterwegs (André Niederberger, 17.05.13).
Raps und Reise


Raps & Reise bei Obernjesa in Südniedersachsen (Ferdinand Jacksch, 17.05.13).
Schiffstransport


De nächsten Desiro RUS sind am 15. und 16.05.13 ab Krefeld wieder auf die Reise gegangen (Bernd Piplack, 06.05.13).
Vegetationskontrolle alias Unkrautvernichtung


Ausgehend vom deutschen und angloamerikanischen Sprachraum entstehen seit gut 20 Jahren beschönigende bis verschleiernde Euphemismen: mit "Vegetationskontrollzug" hat ein weiterer davon den Weg bis in die Eisenbahnwelt geschafft. In italienischer Sprache ist derzeit noch die "Unkrautentfernung" ein Teil der Fahrzeugbezeichnung: "Treno Diserbatore Computerizzato 500 Evolution" im Besitz des Herstellers und Dienstleisters Tecnofer AG aus Mantua (Mantova), am Wochenende während einer Ruhepause im Bhf Trento. (GK, 17.05.13).
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Europa
Frankreich: Thello plant neuen Fernverkehr nach Monaco
Das Unternehmen Thello hat der französischen Regulierungsbehörde ARAF (l’Autorité de régulation des activités ferroviaires) den Entwurf für einen internationalen Personenverkehr einschließlich innerstaatlicher Dienstleistungen entlang der Côte d’Azur, Monaco und Mailand eingereicht.
In Frankreich sollen folgende Stationen bedient werden: Marseille St-Charles, Toulon, Les Arcs, St-Raphaël, Cannes, Antibes, Nice und Menton. Die innerfranzösischen Verbindungen werden alle als Quelle-Ziel-Verkehre durch Thello zwischen diesen Stationen vermarktet werden.
Gemäß der Entscheidung Nr. 2013-004 vom 27. Februar 2013 können interessierte Eisenbahnunternehmen bis zum 14. Juni 2013 der ARAF Hinweise auf anvisierte Personenverkehrsdienstleistungen unterbreiten (WKZ, Quelle ARAF, 17.05.13).
Österreich: BMVIT startet neue Förderungen zu Mobilität
Wie wir unsere Mobilität in Zukunft gestalten werden, gehört zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Heute startet das BMVIT eine neue Ausschreibung, die Mobilitätslösungen für die Zukunft fördert. Vier Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung.
"Für das BMVIT ist es ein zentraler Schwerpunkt, Innovationen im Mobilitätsbereich zu fördern. Denn Innovation ist die Basis für das Verkehrssystem der Zukunft. Unser Ziel ist, diese Lösungen intelligent in das österreichische Verkehrssystem einzubinden und so den Verkehr der Zukunft sozialer, sicherer, umweltfreundlicher und effizienter zu gestalten", betont Verkehrs- und Innovationsministerin Doris Bures.
Im Mittelpunkt von "Mobilität der Zukunft" steht die Personenmobilität: Innovative Produkte, Dienstleistungen, Methoden oder Prozesse sollen nachhaltiges Mobilitätsverhalten fördern und so zur Umsetzung der Ziele der österreichischen Verkehrspolitik beitragen. Der Programmschwerpunkt "Personenmobilität innovativ gestalten" bietet dazu die Möglichkeit, Forschungsaktivitäten längerfristig auf die Forschungsfelder "Multimodale Lebensstile", "(Bewegungs)aktive Mobilitätsformen" und "Gleichberechtigte Mobilität" auszurichten, um neuartige Anwendungen hervorzubringen. Neben der Förderung von Forschungsprojekten werden mit der Frühjahrsausschreibung auch vier Begleitstudien zu strategischen Fragestellungen ausgeschrieben.
Für die Ausschreibung in Form eines Wettbewerbs steht ein Förderbudget von rund 4 Mio. Euro zur Verfügung. Projekteinreichungen sind bis zum 2. Oktober 2013 möglich (Pressemeldung BMVIT, 17.05.13).
Schweden: Ausbau der Inlandsbahn


So kennen wir die Inlandsbahn bisher: Ein Triebwagen fährt in den hohen Norden und ab und zu eine Rundnase mit einem Güterzug. Fotos Gunnar Möller.
Die Inlandsbahn in Schweden kennen viele nur als Touristenbahn, um im Sommer durch kleine Städtchen in den hohen Norden zu gelangen. Lange Zeit stand ihr Weiterbetrieb in Frage und nur die Übernahme in kommunale Trägerschaft konnte einen Weiterbetrieb sichern.
Inzwischen ist sich auch der schwedische Staat ihrer Wichtigkeit bewusstgeworden, und so konnte das Teilstück Arvidsjaur – Jokkmokk, bisher als Flaschenhals verschrien, im vergangenen Jahr von einer Achslast von 16 Tonnen auf 20 Tonnen ausgebaut werden. Jetzt im Mai 2013 kam es zu einer Vollsperrung der "Stambanan genom övre Norrland" zwischen Hällnäs und Boden. In drei Tagen waren umfangreiche Bauarbeiten geplant. Damit nun der gesamte schwedische Norden nicht vom mitteleuropäischen Eisenbahnnetz abgeschnitten werden musste, wurden wichtige Züge über die Inlandsbahn zwischen Storuman, Arvidsjaur und Gällivare umgeleitet.
Was einfach klingt, war eine organisatorische Meisterleistung. Bahnhöfe, die lange Zeit unbesetzt und sogar ungenutzt waren, wie z.B. Jokkmokk, wurden mit einem Fahrdienstleiter besetzt, andere, wie Arvidsjaur – heute ein Kopfbahnhof, waren Tag und Nacht besetzt und mit zusätzlichen Aufgaben betraut. Schwere Stahlzüge waren nun einige Tage auf der Inlandsbahn unterwegs (Gunnar Möller, 17.05.13).
Schweiz: Sachplan-Objektblatt für Flughafen Basel-Mulhouse
Der Flughafen Basel-Mulhouse dient primär dem Linien- und Charterverkehr für Destinationen in Europa. Er bildet zusammen mit den Flughäfen Zürich und Genf die zentrale Infrastruktur der schweizerischen Luftfahrt. Der Bund prüft, ob Basel-Mulhouse an das Eisenbahn-Fernverkehrsnetz angebunden werden kann. Weiter wird der Flughafen verpflichtet, periodisch über die Lärmbelastung zu berichten. Dies hat der Bundesrat heute bei der Verabschiedung des Objektblattes des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) für den Basler Flughafen entschieden.
Mit dem SIL-Objektblatt beschreibt der Bund einerseits die Rolle sowie den Betrieb des Flughafens und setzt die Rahmenbedingungen für dessen Entwicklung bis 2030. Andererseits legt das SIL-Objektblatt die Grenzen des zulässigen Fluglärms auf Schweizer Territorium in Form von Lärmbelastungskurven fest. Grundlagen für den Betrieb des Flughafens Basel-Mulhouse sind der Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Frankreich von 1949, die Grundsätze des Bundesrats zur Luftfahrtpolitik der Schweiz von 2004, die gesamtschweizerische Nachfrageprognose für den Luftverkehr von 2005 und die Vereinbarung zwischen den Luftfahrtbehörden von Frankreich und der Schweiz über die Benutzung des ILS auf die Piste 33 von 2006.
Obwohl der Flughafen Basel-Mulhouse auf französischem Territorium liegt, betreffen die Auswirkungen des Flugbetriebes auch Schweizer Gebiet, weshalb der Bund ein SIL-Objektblatt erstellen muss. Dieses schafft sowohl für die betroffenen Gemeinden als auch für den Flughafen langfristig Rechts- und Planungssicherheit. Die Festlegungen im Objektblatt sind für die schweizerischen Behörden verbindlich.
Am 22. Juni 2011 informierte das BAZL zusammen mit den Kantonen Baselland und Basel-Stadt die betroffenen Behörden über den SIL. Im Sommer 2012 erfolgte deren Anhörung sowie das Mitwirkungsverfahren für die Bevölkerung. Auf Grund der Stellungnahmen wurde der Entwurf für das SIL-Objektblatt angepasst.
Der Bund bekennt sich im nun verabschiedeten SIL-Objektblatt klar zum binationalen Flughafen und anerkennt dessen trinationale Bedeutung für die Regionen Nordwestschweiz, Elsass und Baden-Württemberg. Zusammen mit Zürich und Genf bildet der Flughafen Basel-Mulhouse die zentrale Infrastruktur der Schweizer Zivilluftfahrt. Er dient vor allem dem Linien- und Charter-Verkehr.
Von wirtschaftlich grosser Bedeutung sind die Frachttransporte. Das SIL-Objektblatt hält ausserdem fest, dass der Flughafen an das schweizerische Eisenbahnnetz angebunden werden soll. Langfristig ist aus der Sicht des Bundes ein direkter Anschluss an das schweizerische Fernverkehrsnetz wichtig und nicht nur der Anschluss an das Netz der S-Bahn. Damit sollen direkte Verbindungen aus den wichtigen Zentren der Schweiz an den Flughafen ermöglicht werden. Der Bahnanschluss soll zudem zur besseren Aufgabenteilung zwischen Schiene und Strasse beitragen und damit langfristig eine gute Erreichbarkeit des Flughafens sicherstellen.
Die Grundlagen für die Berechnungen der Lärmbelastungskurven entsprechen denjenigen zum französischen «Plan d'exposition au bruit (PEB)» von 2004. Der Kanton Basel-Landschaft stellt die raumplanerische Abstimmung zwischen der Entwicklung des Flugbetriebs und der Siedlung im Richtplan sicher. Für die Überwachung der Lärmentwicklung wird vom Flughafenhalter neu ein periodischer Nachweis der effektiven Lärmbelastung verlangt. (Pressemeldung BAV, 17.05.13).








