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LOK Report – News von Donnerstag, 01.09.16

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report
NEE und VPI: Politik arbeitet beim Güterverkehr an Bürgern vorbei
Absatzlinie
Abellio: Richtfest für neues
Bahnbetriebswerk in Duisburg

Absatzlinie
Erster Güterzug mit 2000 t ohne
Vorspann durch den Gotthard

Absatzlinie
25 Lokomotiven des Typs
Re 620 erhalten ein Refit
Absatzlinie
Halbjahresbilanzen 2016
BLS Cargo und Renfe

Willkommen beim LOK Report

Foto links: Martin Kubík



Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckBundestag: Keine Kürzung bei Gemeindefinanzierung
 Bund und Länder haben am 24. September 2015 vereinbart, die Mittel des Gemeindefinanzierungsgesetzes im Rahmen der Bund-Länder Finanzbeziehungen ungekürzt über 2019 hinaus fortzuführen. Dies schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/9433) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/9332). Innerhalb der Bundesregierung würden derzeit die weiteren Schritte abgestimmt, heißt es weiter (Pressemeldung Bundestag, 01.09.16).

RechteckBündnis 90/Die Grünen: Mehrheit der Deutschen für Stärkung der Schiene
Die Deutschen sprechen sich einmütig für eine grünere Verkehrspolitik auf Deutschlands Schienen und Autobahnen aus und lehnen den von CDU/CSU und SPD derzeit betriebenen Lkw-Lobbyismus in der deutschen Verkehrspolitik ab. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstitutes TNS/Emnid im Auftrag des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) und des Verbandes der Güterwagenhalter in Deutschland (VPI). Das Meinungsforschungsinstitut hat sehr detailliert die Meinung der Deutschen zum Güterverkehr in Deutschland abgefragt und kommt zu erstaunlich einhelligen Ergebnissen. So sehen 89 Prozent der Deutschen eine stärkere Verlagerung des Frachtverkehrs von der Straße auf die Schiene als sehr wichtiges oder wichtiges Ziel, um Anwohner und Umwelt vom Güterverkehr zu entlasten. Gleichzeitig werden Maßnahmen, die einseitig den Lkw-Verkehr stärken sollen, lediglich von einer Minderheit bis gar nicht unterstützt. Damit ist klar, dass die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt betriebene und von CDU/CSU und SPD im Bundestag unterstützte Verkehrspolitik, die im Wesentlichen auf die Effizienzsteigerung des Lkw-Verkehrs setzt, keine Unterstützung in der deutschen Bevölkerung genießt.
Als entscheidende Stellhebel für die Entlastung von Anwohnern und Umwelt sieht hingegen eine überwältigende Mehrheit von 76 Prozent der Deutschen die Halbierung der Trassenpreise auf dem deutschen Schienennetz. Damit stimmen drei Viertel der Deutschen einer Kernforderung der grünen Bahnpolitik zu. Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich sogar für restriktivere Maßnahmen zur Eindämmung des wachsenden Lkw-Verkehrs aus: So sind 67 Prozent der Deutschen für die Sperrung von Parallelverbindungen zu Autobahnen für den Lkw-Verkehr, 57 Prozent der Bevölkerung für eine Ausweitung von Fahrverboten für Lkws und ebenfalls 57 Prozent für eine Erhöhung der Lkw-Maut.
Zu den Ergebnissen der Umfrage erklärt Matthias Gastel, bahnpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion:
"Der einseitige Lkw-Lobbyismus von Verkehrsminister Dobrindt fällt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Mit seinen Ideen zur Digitalisierung des Lkw-Verkehrs fällt Dobrindt der gesellschaftlichen Mehrheit im Land in den Rücken. Damit erhält der Minister von den Deutschen eine ordentliche Abfuhr für seine Politik. Die klare Mehrheit der Deutschen will endlich eine Wachstumsstrategie für mehr Güter auf der Schiene. Nur so können die Straßen entlastet, Anwohner und Umwelt geschont werden. Das muss endlich auch bei den Verkehrspolitikern von CDU/CSU und SPD ankommen. Eine vorläufig letzte Chance hat Verkehrsminister Dobrindt mit den Ausbaugesetzen zum Bundesverkehrswegeplan noch. Bei den Ausbaugesetzen werden wir sehen, ob der Mehrheitswille der Deutschen für einen umwelt- und klimafreundlichen Verkehr bei CDU/CSU und SPD nur für Sonntagsreden taugt oder auch tatsächlich in praktische Politik umgesetzt wird." (Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen, 01.09.16).

RechteckNEE: Politik arbeitet beim Güterverkehr an den Bedürfnissen der Bürger vorbei

Der Lkw-Verkehr auf den Autobahnen wächst kontinuierlich. Für wie wichtig halten Sie die folgenden Maßnahmen, um Straßen, Anwohner und Umwelt vom LKW-Verkehr zu entlasten? Zusammenfassende Darstellung der Anteile "sehr wichtig" und "wichtig".
Neun von zehn Bürgern sehen die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene als "sehr wichtig" oder "wichtig" an, um Straßen, Anwohner und Umwelt von den Folgen des wachsenden Lkw-Verkehrs zu entlasten. Das hat eine Meinungsumfrage von TNS/Emnid im Auftrag des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) und des Verbandes der Güterwagenhalter in Deutschland (VPI) ergeben. 84 Prozent der Befragten versprechen sich davon vor allem höhere Verkehrssicherheit und mehr Klimaschutz, 82 Prozent aber auch eine Entlastung der Autobahnen und 74 Prozent weniger Lärm. Repräsentativ ausgewählte Personen waren in der zweiten Augusthälfte telefonisch zum Themenkomplex "Schiene oder Straße: was wollen die Bürger?" befragt worden.
"Maßnahmen, die den Lkw weiter stärken, finden in Deutschland keine Mehrheit", bezeichnete Ludolf Kerkeling, Vorstandsvorsitzender des NEE die glasklare Erkenntnis aus der Umfrage. Nur 23 Prozent der Befragten hielten längere Lkw auf Deutschlands Straßen für wichtig. Lediglich 36 Prozent stimmen für die Zulassung von elektronisch gesteuerten Lkw-Konvois mit 15-Meter-Abstand und nur noch einem Fahrer und gerade einmal 39 Prozent halten den Bau von Oberleitungen auf Autobahnen zum elektrischen Lkw-Betrieb für sinnvoll.
Andererseits befürworten sehr viele Bürger restriktive Maßnahmen zur Eindämmung des Lkw-Verkehrs. 67 Prozent der Befragten wollen parallel zu Autobahnen verlaufende Straßen für den Lkw komplett sperren. 57 Prozent sprechen sich für Lkw-Fahrverbote an Freitagnachmittagen und generell in der Nacht aus. Ebenfalls 57 Prozent finden eine Erhöhung der Lkw-Maut sinnvoll.
"Die Politik arbeitet am Mehrheitswillen vorbei, wenn sie noch mehr Lkw-Verkehr auf die Straße bringen will", betont Malte Lawrenz, Vorsitzender des VPI. "Deutschlands Bürgerinnen und Bürger sprechen sich klar für eine Modernisierung und Attraktivitätssteigerung der Schiene aus. Die Politik ist gefordert, dies auch umzusetzen."
Die Umfrage-Teilnehmer sehen vor allem Bundesregierung und den Bundestag in der Pflicht, die Schiene zu stärken. 40 Prozent der Befragten erwarten entsprechende Aktivitäten. "Unübersehbar wollen die Befragten, dass die Schiene attraktiver gemacht wird. Sie sprechen sich klar für eine Senkung der Trassenpreise im Schienengüterverkehr aus und unterstützen mehrheitlich eine Erhöhung der Lkw-Maut", führt Kerkeling die Befragungsergebnisse aus.
Gut vier Wochen nach dem Beschluss des straßenbauorientierten Bundesverkehrswegeplans 2030 durch das Bundeskabinett kann jetzt der Bundestag bei der Beratung der Ausbaugesetze für Fernstraßen und für Schienenwege zeigen, ob er den Ruf der Bürger nach mehr Schiene statt Straße ernst nimmt", mahnt Lawrenz. Die Regierung habe es in der Hand, mit der im Herbst zum Beschluss vorgesehenen Nachhaltigkeitsstrategie klare regierungsinterne Vorgaben für eine zukunftsfähige Güterverkehrspolitik zu machen (Pressemeldung NEE, 01.09.16).

Industrie

RechteckAbellio: Richtfest für neues Bahnbetriebswerk in Duisburg

Der Rohbau für das Bahnbetriebswerk und das Verwaltungsgebäude ist fertig. Das Haupttragwerk wurde vollständig aufgestellt. Mitarbeiter der Baufirma Heinrich Walter Bau sowie Vertreter von Abellio Rail NRW feiern Richtfest in Duisburg an der Karl-Lehr-Straße.
Der Rohbau des neuen Bahnbetriebswerks von Abellio Rail NRW in Duisburg ist fertig und so konnte am Freitag, 26. August, ein traditionelles Richtfest gefeiert werden. Das nordrhein-westfälische Eisenbahnverkehrsunternehmen baut in der Nähe des Duisburger Hauptbahn-hofs einen Betriebsstandort für die im Dezember 2016 anstehende Betriebsaufnahme des Niederrhein-Netzes.
Mitarbeiter der Baufirma sowie Projektbeteiligte von Abellio versammelten sich dort, wo vor rund 21 Wochen der feierliche Spatenstich zum Baubeginn erfolgte. Nachdem der obligatorische Richtkranz ganz oben am Gerüst der Rahmenkonstruktion aufgehängt wurde, trugen zwei Mitarbeiter der Baufirma einen Richtspruch vor - nach alter Tradition ließen sie im Anschluss ein Glas aus der Höhe zu Boden fallen. "Als wir das letzte Mal hier zum Spatenstich waren, sah man noch eine ebene Fläche. Heute stehen der Rohbau und das Haupttragwerk für die Halle deutlich sichtbar. Die Zeichen stehen gut, dass wir hier pünktlich zur Betriebsaufnahme unsere neuen Züge instand halten können", erklärt Ronald R. F. Lünser, Vorsitzender der Geschäftsführung. "Die Zusammenarbeit im Projekt, mit unserem Aufgabenträger und auch mit den beteiligten Baufirmen läuft sehr gut", lobt Lünser. Der Baufortschritt ist sichtbar: Das Haupttragwerk für die Werkstatt- und Instandhaltungshalle wurde inzwischen vollständig aufgestellt und das Fundament für das Messgleis für die Elektrotriebzüge gelegt. Die Fassaden- und Dacharbeiten sind kürzlich gestartet.
Am neuen Abellio-Standort entsteht auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern eine zweigleisige kombinierte Instandhaltungs- und Waschhalle mit einer Gesamtlänge von 105 Metern. Daneben werden ein dreigeschossiger Nebenwerkstätten-, Verwaltungs- und Sozialtrakt sowie ein Hochregallageranbau gebaut. Dort sollen die 21 neuen Elektrotriebzüge vom Typ Stadler FLIRT³ instandgehalten werden. Mit der Betriebsaufnahme der neuen Linien werden zunächst bis zu 15 neue Mitarbeiter am Standort Duisburg beschäftigt sein.
Abellio Rail NRW wird ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 zwischen Emmerich bzw. Wesel und Düsseldorf bzw. Mönchengladbach 2,4 Millionen Zugkilometer pro Jahr auf den Linien RE 19 und RB 35 erbringen und im Jahr 7 Millionen Menschen bewegen. Die geplante Verlängerung der Linie RE 19 von Emmerich über Zevenaar nach Arnhem wird nach Erhalt der erforderlichen Zulassung der Fahrzeuge für den niederländischen Bahnverkehr spätestens bis Sommer 2017 in Betrieb genommen. Zusätzlich wird die Linie RB 32 von Wesel nach Bocholt in das Netz aufgenommen, die ab Dezember 2016 dann ebenfalls von Abellio mit Fahrzeugen vom Typ Alstom Coradia LINT gefahren wird. Spätestens ab 2019 soll auch diese Strecke mit Elektrotriebzügen betrieben und in die Linie RE 19 per Flügelkonzept eingebunden werden. Insgesamt wird Abellio dann eine Leistung von 2,7 Millionen Zugkilometern pro Jahr im Niederrhein-Netz erbringen
(Pressemeldung Abellio, 01.09.16).

RechteckCaptrain: Führungswechsel bei Dortmunder Eisenbahn und DE Infrastruktur
Marcel de la Haye (36) wird mit Wirkung zum 01. Oktober 2016 Geschäftsführer der zur Captrain Deutschland-Gruppe und Dortmunder Hafen AG gehörenden Gesellschaften Dortmunder Eisenbahn GmbH (DE) und DE Infrastruktur GmbH (DE-I). Mit Eintritt in die Geschäftsführung löst Marcel de la Haye den bisherigen Geschäftsführer Götz Jesberg ab, der zum 30.09.2016 aus den Gesellschaften ausscheiden wird.
Marcel de la Haye arbeitet bereits seit 2011 im SNCF Konzern. Zunächst Direktor für strategische und internationale Studien in der Konzernstrategie in Paris, wechselte er im Oktober 2014 in die Captrain Deutschland Gruppe, wo er als Geschäftsführer die Verantwortung für die Rail4Captrain GmbH in Dortmund übernahm und in Personalunion den Bereich Internationale Projekte der CT-D Gruppe führt.
Die Geschäfte der DE und DI mit Standorten in Dortmund, Bochum und Mülheim wird Marcel de la Haye künftig gemeinsam mit Dr. Roland Kitschler (43) führen. Dr. Roland Kitschler ist bereits seit März 2016 als Geschäftsführer der DE und DE-I tätig (Pressemeldung Messe Berlin, 01.09.16).

RechteckInnoTrans: Convention und Rail Leaders' Summit
Die Fachbesucher der kommenden InnoTrans erwartet auf dem Berliner Messegelände neben einem umfassenden Ausstellungsangebot auch ein vielseitiges Rahmenprogramm – die InnoTrans Convention. In kurzen und konzentrierten Diskussionsrunden beleuchten internationale Experten vom 20. bis 23. September aktuelle Trends und innovative Tendenzen der Branche. Den Auftakt macht am Eröffnungstag der hochkarätig besetzte Rail Leaders' Summit. Hier diskutieren Verkehrsminister, Vorstandsvorsitzende von Eisenbahn- und Infrastrukturbetreibern sowie Vertreter aus Industrie und Verbänden zum Thema "Innovation im digitalen Zeitalter – Die Eisenbahn stellt sich der Zukunft!".
Die InnoTrans Convention ist für Messebesucher und Branchenexperten der internationale Treffpunkt für einen sachkundigen Austausch auf Augenhöhe. Die hier angebotenen Diskussionsformate bieten Raum für aktuelle und zukunftsrelevante Mobilitätsthemen im Spektrum Schienenverkehr, Interiors, Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Design, Tunnel und mehr.
Den thematischen Schwerpunkt bildet das Dialog Forum. Unter anderem stehen hier die "Digitalisierung im Schienenpersonen- und -güterverkehr" und "Digitale Service-Technologien – vom Ersatzteilgeschäft bis zur Wartung" im Vordergrund. Das 10. Public Transport Forum wagt zu seinem Jubiläum am Donnerstag, 22. September, einen Ausblick auf den "ÖPNV in 2030" und die dazugehörigen Herausforderungen und Handlungsoptionen.
Der Kundennutzen steht beim Public Transport & Interiors (PTI-) Forum im Mittelpunkt. Das Internationale Design Forum rückt "Innovative Konzepte und Lösungen für eine nutzerorientierte Gestaltung von Mobilität" ins Zentrum seiner Betrachtung. Zum Thema sprechen David Cleaves, Executive Director von Frog Design, Paul Priestman, Director von PriestmanGoode, und andere Experten. Die Referenten des DB Innovationsforums diskutieren am Donnerstag, 22. September, zum Titel "Open Innovation@InnoTrans – Mobilität besser und zukunftsfähig machen".
Das International Tunnel Forum setzt sich mit den Fragestellungen "BIM – Ein Mehrwert für den Tunnelbau?" sowie "Unterirdische Bahnhöfe – Ein besonderes Sicherheitsrisiko?" auseinander. Building Information Modeling (BIM) bezeichnet das vernetzte Designen, Planen und Bauen.
Verkehrsminister und Generaldirektoren internationaler Verkehrsunternehmen werden zum diesjährigen Rail Leaders' Summit am Dienstag, 20. September, erwartet. Die Veranstaltung befasst sich thematisch mit den Möglichkeiten und Herausforderungen, vor die das digitale Zeitalter die globale Bahnbranche stellt. Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, spricht zur Begrüßung. EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc wird in ihrer Keynote die europäische Perspektive beleuchten. Sie nimmt danach auch an der Podiumsdiskussion teil.
Mit auf dem Podium sitzen unter anderem Alistair Dormer, Global CEO Rail von Hitachi Rail Europe, Patrick Jeantet, Deputy Chairman von SNCF und CEO von SNCF Réseau, sowie Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG. Das deutsche Verkehrsunternehmen organisiert das Event gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und der Messe Berlin.
Der International Taiwan Business Circle bringt internationale Spitzenvertreter aus Wirtschaft, Politik und Verbänden mit führenden Repräsentanten des taiwanesischen Verkehrs- und Eisenbahnsektors ins Gespräch. Erwartet werden unter anderem Ho-Chen Tan, Minister für Transport und Kommunikation in Taiwan. Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, ist ebenfalls angefragt. Die Veranstaltung wird vom Deutschen Wirtschaftsbüro in Taipeh organisiert
(Pressemeldung Messe Berlin, 01.09.16).

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Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBerlin/Hamburg: Emissionsfreier Stadtbusverkehr

Im Busverkehr von Deutschlands beiden größten Städten stehen die Zeichen auf Nachhaltigkeit: Am heutigen Dienstag, den 30. August 2016 haben der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und sein Amtskollege Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, den Startschuss für eine gemeinsame Beschaffungsinitiative für emissionsfreie Linienbusse im ÖPNV gegeben. Auf dem Platz des 18. März unterschrieben die beiden Regierungschefs einen entsprechenden Letter of Intent. Er stellt eine gemeinsame Beschaffung von zusammen bis zu rund 200 Bussen pro Jahr durch die jeweiligen landeseigenen Verkehrsunternehmen in Aussicht. Selbstverständlich steht die Partnerschaft für weitere Verkehrsunternehmen offen. Für die Fahrzeughersteller schafft sie einen Anreiz, die Entwicklung emissionsfreier Linienbusse mit innovativen Antrieben stärker als bisher voranzutreiben.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller: "Berlin und Hamburg sind wachsende Metropolen mit großer Strahl- und Anziehungskraft. Beide Städte haben gemeinsam über 5,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger, von denen viele jeden Tag, morgens und abends den ÖPNV benutzen. Wir setzen darauf, dass der ÖPNV auch in Zukunft eine bedeutende Säule des innerstädtischen Verkehrs ist. Deshalb muss er sauber und ökologisch verträglich werden, denn nur so schaffen wir die Lebensqualität, die unsere Metropolen attraktiv macht. Es geht uns darum, Vorreiter in der Klimapolitik zu sein. Berlin etwa hat sich das Ziel, bis 2050 eine klimaneutrale Stadt zu werden, gesetzt. Dazu gehört ein modernes Verkehrskonzept in dem der öffentliche Personennahverkehr eine zentrale Rolle spielt. Wir brauchen dafür Elektromobilität und dafür setzen wir heute ein Zeichen. Wir wollen zusammen Anreize für die Industrie schaffen, hier zu investieren. Unser gemeinsames Ziel ist es, so den Bürgerinnen und Bürgern mehr Lebensqualität zu sichern."
"Berlin und Hamburg stehen als moderne Großstädte gemeinsam vor der Aufgabe, innerstädtische Mobilität für alle Bürgerinnen und Bürger und saubere Luft zusammenzubringen. Beide Städte verbindet die Überzeugung, dass wir diese Aufgabe durch technischen Fortschritt lösen wollen und können", erklärte Olaf Scholz. "Dabei hat ein klimaschonender Nahverkehr eine große Bedeutung. Deshalb fordern die beiden größten Städte Deutschlands in einer gemeinsamen Initiative die Fahrzeugbranche auf, die Entwicklung emissionsfreier Antriebe bei Bussen mit noch mehr Nachdruck voranzutreiben. Und wir geben ihnen die Gewissheit, dass sie für ihre Fahrzeuge auch einen Absatzmarkt finden. Dafür bündeln wir unsere Beschaffungsressourcen und laden weitere Städte und Kommunen in Deutschland ein, sich dem Vorhaben anzuschließen. Wir suchen den Schulterschluss mit der Industrie und vermitteln ihr die klare Botschaft: Gebt uns saubere Busse. Wir wollen sie, wir brauchen sie, wir kaufen sie", führte der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg fort.
Mit Hamburg und Berlin haben sich nicht nur die einwohnerstärksten Städte der Republik zusammengefunden. Auch das Nahverkehrsangebot an Elbe und Spree sucht deutschlandweit seinesgleichen. Allein die Busse auf den 189 Buslinien der Hamburger Verkehrsunternehmen HOCHBAHN und VHH nutzten im vergangenen Jahr über 318 Millionen Fahrgäste. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben waren es auf 151 Linien sogar über 418 Millionen Fahrten. Und natürlich geht das nur mit entsprechend großen Fuhrparks: Zusammen zählen BVG, Hochbahn und VHH rund 2.900 Busse. Damit gehören die Unternehmen zu den größten Abnehmern von Linienbussen in Europa.
"Zwei Drittel unserer Fahrgäste sind schon heute elektrisch und mit grünem Strom unterwegs, nämlich mit unseren U- und Straßenbahnen. Damit sorgen wir dafür, dass die berühmte Berliner Luft sauber bleibt", sagte Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der BVG. "Im Busbereich haben wir bereits den Wasserstoffantrieb getestet und testen derzeit auf der Innenstadtlinie 204 kabellos geladene Elektrobusse. Wir sind überzeugt: Emissionsfreien Antrieben gehört auch beim Bus die Zukunft. Doch noch ist die Technik zu teuer. Dass wir nun zusammen mit den Hamburger Partnern Druck auf die Hersteller machen können, sich noch mehr ins Zeug zu legen, freut mich wirklich sehr", so Nikutta weiter.
Der Vorstandsvorsitzende der HOCHBAHN, Henrik Falk, fügte als Vertreter der Hamburger Verkehrsunternehmen anlässlich der Unterzeichnung hinzu: "Modernste Bustechnologie mit null Emissionen wird die Innenstädte entlasten und noch lebenswerter machen. In Hamburg beweisen wir das nicht zuletzt auf der Linie 109, der Innovationslinie der Hochbahn. Hier testen wir alle zurzeit relevanten innovativen Antriebe in der alltäglichen Praxis – vom dieselelektrischen Hybridbus über den Batteriebus bis zum Brennstoffzellenbus. Gleichzeitig bauen wir in Hamburg aktuell den ersten Betriebshof für eine komplett emissionsfreie Busflotte." Weiter erklärte Falk: "Unser Ziel ist es, auch in Zukunft komfortable und zuverlässige Mobilität zu bieten und dabei noch mehr für die Umwelt zu tun. Dafür stehen wir schon heute im Erfahrungsaustausch mit den anderen Verkehrsunternehmen. Gemeinsam können wir nun noch offensiver am Markt agieren, um die politisch gesetzten Ziele zu erreichen." (Pressemeldung Freie und Hansestadt Hamburg, 01.09.16).

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Farrail Tours

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckDampf statt Diesel im Wutachtal


Eigentlich wäre am Sonntag Dieselfahrtag im Wutachtal gewesen, aber in Ermangelung einer funktionstüchtigen Diesellok gab es Dampf satt und das bei Temperaturen von über 30 Grad. Souverän meisterten die Lokpersonale mit der Tenderdampflok 262 die Fahrten auf der Sauschwänzlebahn (Harald Becker, 01.09.16).

RechteckMit dem Niedersachsenticket zum Brokser Heiratsmarkt


Die Bilder zeigen die Situation am Dienstag um 11 Uhr in Eystrup mit der Esslinger Garnitur soeie die Situation in Bruchhausen-Vilsen und Syke.
Die fünfte Jahreszeit ist für manche Fasching oder Karneval. Für den Flecken Bruchhausen-Vilsen ist es der Brokser Heiratsmarkt mit einer ganz langen Geschichte, die weit in die Zeit vor der Eisenbahn und ins Leben der ländlichen Bevölkerung reicht.
Dort wurden einst Haustiere aller Art, Gerätschaften für den Landwirt und mehr ausgestellt, und mancher Bauer hatte eins oder mehrere Töchterlein dabei, die dort auch zu haben waren, am besten angedient einem reichen bäuerlichen Schwiegersohn. Es gibt immer noch einen Bauernmarkt, und es gibt junge Damen, die "heiratswillig" sind aber nur zum Jux und für eine Papierurkunde, die nicht echt aber echt gestempelt ist.
Jeweils vom Freitag bis zum Dienstag dauert der Markt auf einem ansonnsten ruhigen Geviert mit außerhalb des Marktes für den Laien nicht zu deutenden Wegen in Form eines Vierechs mit Quer- und Diagonalstraßen, und mitten über diesen Platz führt die 41 km lange Strecke der Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya, sonst für Sonderzüge und den Kaffkieker genutzt, in den fünf Tagen aber der wichtigeste Zubringer mit täglich tausend Fahrgästen und mehr. Und weil das Gleis teilweise für diese Zeit von Jahrmarktsbuden überbaut ist, kann man nicht durchfahren, sondern von Eystrup und Syke her mit Zügen angesteuert werden. Wobei der Eystruper Strecke mehr Bedeutung zukommt als der von Syke.
Der Dienstag ist der wichtigste Tag mit Zweistundentakt auf beiden Strecken. Dabei kommen von Eystrup bis zu drei eigene Zuggarnituren der VGH/DEV in den Morgensutnden zum Einsatz, später reicht eine, in diesem Fall der Esslinger Triebwagen ex Niebüll-Dagebüll und ein dazu passender Steuerwagen mit zusammen rund 200 Sitzplätzen, aber unterwegs steigen immer noch meist jüngere und trinklustige Fahrgäste ein, die dann stehen und schon lustig sind, wenn sie auf dem Markt ankommen.
Ansonsten ist dieser Marktverkehr die einzige Möglichkeit, mit einem NS-Ticket die Strecke zu bereisen, da der Raum zum VBN-Verkehrsbund gehört, und der erkennt dieses Ticket an. In Eystrup fährt der Zug gegenüber der Staatsbahn (dort besetzte Fahrkartenagentur) ab, in Syke endet die Strecke direkt am Hausbahnsteig Richtung Bremen, so dass bequem amgestiegen werden kann.
Das Zugpersonal wird überwiegend von Freiwlligen des DEV gestellt, das sehr freundlich und größzügig über manches hinwegsieht. Und die Gemende Bruchhausen-Vilsen setzt noch einen drauf und gibt an diesem Dienstag schulfrei, sodass auch unter 18 Jahren kräftig mitgemacht werden kann. Unweit des Bahnhofs Bruchhausen-Vilsen befindet sich der Marktbahnhof für die Syker Strecke. Die Züge brauchen auf beiden Abschnitten etwa 50 Minuten. Am Rande erwähnt dass es auch zahlreiche Buslinien, zum Teil von VGH betrieben gibt, darunter eine direkt nach und von Bremen (WR, 01.09.16).

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LOK Report 08/16

LOK Report Ausgabe 9/16

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Mit der Kamera notiert

RechteckGeschwistertreffen in Garmisch


Entlang der Mittenwaldbahn begegnen sich regelmäßig die beiden Generationen der E-Talente, ÖBB 4024 und DB 2442. Im Bahnhof Garmisch Partenkirchen trägt 4024.088 die weiß/gelbe Werbebeklebung der Tiroler Raiffeisenbanken. Letzterer erhielt über seiner Werbefolie die Revisionsdaten sowie ins UIC-Raster die Länderzulassungen eingeklebt. Am 4024.085-5, der für die Energieinitiative des Landes Tirol wirbt, fehlen bei der Ankunft aus Scharnitz diese Daten seit seiner Neubeklebung 2014 (GK, 01.09.16).

RechteckGröbers

In Gröbers wurden am 25.08.16 101 038 mit IC 2447 Hannover - Leipzig Hbf und MEG 210 & 221 mit dem Pendel Buna - Profen Pendel fotografiert (Torsten Liermann, 01.09.16).

RechteckNeue Uhren zeigen den Wasserstand an?


Die Mehrheit der Uhren entscheidet, dass 13.43 h die richtige Uhrzeit sei. Die am Bahnsteig 3 brandneu montierte Anzeige vertritt eine Einzelmeinung (27.08.2016, oben links und rechts). Auch REX 5388 nach Landeck wurde nicht drei Stunden vor Abfahrtszeit am dicht belegten Bahnsteig 3 aufgestellt (Samstag 27.08.2016, 16.46 h, unten links). EuroNight 485 'Lupus' / 40485' Apus' nach Rom/Mailand war am Freitag 26. August zwar verspätet, aber nicht wie von der Bahnsteiguhr angezeigt um 50 Minuten, sondern nur um zehn Minuten (unten rechts).
Neue Besen kehren gut, neue (Bahnhofs)Uhren scheinen sich erst einlaufen zu müssen. In der letzten Augustwoche wurden am letzten Bahnsteig von Innsbruck Hbf. die Zugzielanzeiger von Flüssigkristall-Matrix auf LED-Schirme mit integrierten Zifferblättern umgestellt. Glücklicherweise wurden die älteren, noch auf Distanz zweifelsfrei ablesbaren Bahnsteiguhren noch belassen - im Interesse der besseren Erkennbarkeit hoffentlich länger als bis zur ersten Reparatur (GK, 01.09.16).

RechteckNiebüller 245


Ihre Zuverlässigkeit beweisen diesen Sommer die sieben 245. Nachdem 245 027 als letzte Ende Juni eintraf, sind Doppel-218-Einsätze vor den Syltshuttle Zügen rar geworden und kommen nur noch bei Fristarbeiten der 245 vor.
Die Aufnahmen zeigen 245 024 bei Morsum , 245 021 bei der Einfahrt Niebüll, 245 022 donnert durch den Bf Morsum auf Sylt und 245 026 in Niebüll (Martin Whmeyer, 01.09.16).

RechteckSolvay-Werke Loděnice



Am 30. August fuhr ich mit dem Prager Vorortbus 311 nach Bubovice (Natuschutzgebiet im tschechischen Karst). Von dort ging es zu Fuß zwei km zum Museum des Kalkbruchs der Solvay-Werke. Der Kalkbruch wurde am 27. Juni 1918 geöffnet. Siedlung und chemische Fabrik der werke standen in Neštěmice bei Ústí nad Labem (Nestomitz bei Aussig).
Im Kalkbruch befindet sich eine kleine Museumbahn der Spurweite 600 mm. Kalkbruch, Kleinbahn und Seilbahn zum Bhf Loděnice wurden im Jahre 1953 stillgelegt. Vom Museum bin ich zu Fuß ca 4 km zum Bhf Loděnice gelaufen.
Der Bhf Loděnice einschließlich der ganzen Strecke Beroun - Praha - Smíchov wurden im vorletzen Jahr modernisiert, alle Fahrdienstleiter sind weg. Im Bhf Loděnice wurde der mit einem Oscar ausgezeichnete Film "Ostře sledované vlaky" gedreht.
Die Fotos zeigen das Museum vom Solvay-Kalbruch, den Bhf Loděnice und das neue russische Kloster im Dorf Loděnice (Martin Kubík, 01.09.16).

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LOK Report

Reinhard Schulz, Sigurd Hilkenbach
Mit der Straßenbahn durch das Berlin der 60er Jahre

• Band 1: Die Linien 1, 11 und 2 ISBN 978-3-935909-31-0
• Band 2: Die Linien 3 und 4 ISBN 978-3-935909-32-7
• Band 3: Die Linien 6, 13 und 22 ISBN 978-3-935909-33-4
• Band 4: Die Linien 15 und 25 ISBN 978-3-935909-34-1
• Band 5: Die Linien 19, 26, 27 und 46 ISBN 978-3-935909-35-8

Jeweils 96 Seiten, Format 210 x 240 mm, zahlreiche Fotos (Duoton), gebunden, 22,80 Euro (zzgl. Versand)

Europa

RechteckSchweiz: 25 Lokomotiven des Typs Re 620 erhalten ein Refit
Die von SBB Cargo im Binnenverkehr eingesetzten Lokomotiven Re 620 haben ein Durchschnittsalter von knapp 40 Jahren erreicht. Nun werden 25 Fahrzeuge ab Herbst 2016 bis 2019 für 1.58 Millionen Franken pro Lok im Werk Bellinzona revidiert. Die robusten Loks sind von guter Substanz und stellen das Rückgrat des Schweizerischen Wagenladungsverkehrs dar.
Mit dem Refitprogramm kann die Lebensdauer der Re 620-Loks um mindestens 15 Jahre bis etwa 2035 verlängert werden. Beim Refit werden die Kabel komplett erneuert, die Dachpartie saniert sowie die Transformatoren geprüft und überholt inklusive kompletter Sanierung des Stufenschalters. Im Rahmen der Fahrwerksrevisionen werden die Drehgestelle aufgearbeitet. Die sanierten Fahrzeuge werden neu mit ETCS ausgerüstet bzw. wird die bestehende ETCS-Ausrüstung ersetzt. Pro Lok kostet die gesamte Modernisierung inkl. ETCS 1.58 Millionen Franken.
Die kompletten Arbeiten wurden bereits an einer Prototyplok ausgeführt und somit getestet. Diese Erfahrungswerte fliessen direkt in die Serie ein. Über den Refit von weiteren Loks wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Durch diese Massnahme wird die teurere und weniger zielführende dritte Revisionsstufe ersetzt.
Die robusten Loks sind das Rückgrat des Binnenverkehrs und transportieren schwere Güterzüge mit bis zu 2500 Tonnen.
Per Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 modernisiert SBB Cargo im Wagenladungsverkehr gemeinsam mit den Kunden ihr Angebots- und Produktionskonzept: Durch neu drei Verarbeitungsphasen in den Rangierbahnhöfen verteilen sich die heutigen Kapazitäten auf 24 Stunden statt auf wenige Spitzen. Ausserdem kann die Bahninfrastruktur besser genutzt werden. Gleichzeitig führt SBB Cargo per Fahrplanwechsel ein Buchungssystem für die Kunden ein, mit dem konkrete Abhol- und Zustellzeiten gebucht und verbindlich zugesagt werden können (Pressemeldung SBB, 01.09.16).

RechteckSchweiz: BLS Cargo gut unterwegs
BLS Cargo AG hat im ersten Halbjahr 2016 den Umsatz deutlich gesteigert und einen Gewinn von CHF 0,6 Millionen erzielt. Die Verkehrsmenge blieb mit knapp 9000 Zügen gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 stabil. BLS Cargo bereitet sich ab September mit Probefahrten auf die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels vor.
BLS Cargo übernahm im laufenden Jahr für neue Kunden die Verantwortung für die gesamte internationale Strecke und erhöhte dadurch den Umsatz um 14 Prozent von CHF 83,9 Millionen auf CHF 95,8 Millionen. BLS Cargo erzielte im ersten Halbjahr 2016 ein Betriebsergebnis (EBIT) in der Höhe von CHF 1,3 Millionen (Vorjahr CHF -1,3 Millionen) und schloss die Halbjahresrechnung mit einem Gewinn von CHF 0,6 Millionen ab (Vorjahr CHF-1,6 Millionen).
Das Verkehrsvolumen gemessen in Anzahl Zügen blieb mit 8967 Zügen gegenüber der Vorjahresperiode stabil (Vorjahr: 8956). Streiks in Frankreich und verschiedene Baustellen verhinderten einen Zuwachs des Verkehrsvolumens.
Im zweiten Halbjahr 2016 erwartet BLS Cargo die Auslieferung von drei weiteren Mehrsystemlokomotiven Re 475, die ab Mitte 2017 durchgehend von Holland bis Italien eingesetzt werden können. Die neuen Loks decken den Mehrbedarf für das angestrebte Wachstum auf dem Güterkorridor und ersetzen ältere Lokomotiven.
Weiter beschäftigt sich das Unternehmen intensiv mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels zum Fahrplanwechsel im Dezember. Deshalb wird BLS Cargo ab September rund einen Drittel der Züge auf der Gotthardachse im Probebetrieb durch den neuen Basistunnel fahren. Damit kann BLS Cargo direkt eigene Erfahrungen im operativen Ablauf sammeln, um für die Inbetriebnahme des Tunnels am 11. Dezember 2016 bereit zu sein. (Pressemeldung BLS Cargo, 01.09.16).

RechteckSchweiz: Erster Güterzug mit 2000 t ohne Vorspann durch den Gotthard
Am 11. Dezember geht der Gotthard-Basistunnel in den fahrplanmässigen Betrieb. Damit fällt in rund 100 Tagen der Startschuss für ein neues Eisenbahnzeitalter auf der Nord-Süd-Achse Gotthard. Die Flachbahn durch die Alpen bringt den Kunden im Güter- und Personenverkehr einen Leistungsschub mit kürzeren Fahrzeiten sowie mehr und zuverlässigeren Verbindungen. Auf der Gotthard-Panoramastrecke wird die SBB ein nachfragegerechtes, mehrstufiges und finanzierbares Angebot bieten. Noch bis Ende November verkehren die Sonderzüge "Gottardino", die SBB bietet aufgrund der grossen Beliebtheit zusätzliche Fahrten an.
Die Vorbereitungen für die fahrplanmässige Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels laufen auf Hochtouren - nicht zuletzt bei den Güterverkehrskunden, denen sich durch den Tunnel neue Möglichkeiten eröffnen. "Dank des Gotthard-Basistunnels können unserer Kieszüge mit einer optimalen Länge von 20 Wagen und mit nur einer Lok fahren", sagte Gerd Aufdenblatten, CEO Central Europe West und CEO Holcim (Schweiz) AG am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Flüelen.
Die neue Nord-Süd-Achsestehe für eine schnelle, stabile und immer verfügbare Verkehrsachse durch die Alpen. Zudem ermöglicht die erneuerte Nord-Süd-Achse Gotthard einen deutlichen Ausbau des Güterverkehrs, wie Nicolas Perrin, Leiter SBB Cargo, erklärte. "Heute verkehren 180 Güterzüge pro Tag. Mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels Ende 2020 werden es bis zu 260 Züge sein."
Mit der Flachbahn genügt künftig eine Lok, um einen 750 Meter langen Zug mit einem Gesamtgewicht von bis zu 2000 zu befördern. Ab 5. September fährt die SBB die ersten kommerziellen Güterzüge im Rahmen des Probebetriebs durch den Gotthard-Basistunnel. Bis zur Inbetriebnahme am 11. Dezember werden rund 4500 Güterzüge – davon rund 2000 SBB Cargo Züge durch den neuen Gotthardtunnel verkehren. (Pressemeldung Pro Bahn Schweiz, 01.09.16).

RechteckSchweiz: Positive und negative Meilensteine
Die SBB haben am Donnerstag den ersten offiziellen Güterzug mit 2000 Tonnen Anhängelast ohne Vorspannlokomotive durch den Gotthard Basistunnel geschickt. Damit ist ein positiver Meilenstein erreicht, die Traktion wird vereinfacht, dies gilt allerdings nur bis Bellinzona. Muss der Zug über die Ceneri-Bergstrecke braucht es wieder eine Vorspannlokomotive wegen der dortigen Steigung von 27 Promille. Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs freut sich über diesen Fortschritt, wird doch auf diese Weise eindrücklich bewiesen, dass sich der Slogan «für Güter die Bahn» einmal mehr bewahrheitet. Dass sich dabei die Reisezeiten für Kundinnen und Kunden bei Reisen ins Tessin markant verkürzen, ist ein weiterer Grund, auf die Bahn ein- oder umzusteigen. Allerdings muss dabei sichergestellt werden, dass die Verbindungen wesentlich zuverlässiger als heute funktionieren.
Hier muss nach wie vor von einem negativen Meilenstein berichtet werden. Wohl wird ein Angebot auf der Gotthard-Bergstrecke gefahren und zwar eines, dass zu einem unnötigen Umsteigen in Erstfeld zwingt, bei dem die Zugsbegleitung fehlt und erst noch eines, wo der volle Preis für ein Billett in der ersten Klasse gefordert aber ein reduzierter Vorortstriebzug-Komfort geboten wird. So ein Angebot kann nicht anders als unattraktiv und lieblos bezeichnet werden. Die Ansage, wonach einzelne Züge bis Göschenen weiterfahren oder an einzelnen Wochentagen von Zürich aus bis Bellinzona verkehren, sind nichts mehr als kleine Trostpflästerchen, die nur wenig bringen. Dass an diesem sogenannt attraktiven Angebot festgehalten und auch bei parlamentarischen Vorstössen oder Eingaben an den Bundesrat auf die unternehmerische Freiheit der SBB verwiesen, aber nichts gegen diesen Angebotsabbau unternommen wird, ist und bleibt unverständlich.
Pro Bahn Schweiz bleibt dabei: Das vorgesehene Angebot auf der Gotthard-Bergstrecke ist nicht geeignet, Kunden auf die Bahn zu locken. Einmal mehr sei den Verantwortlichen in Erinnerung gerufen, dass bei einer Autofahrt nie umgestiegen werden muss. Es ist klar, dass die Bahn das gleiche Ziel nicht erreichen kann. Mit dem System von Bahn 2000 wurde versucht, ihm auf optimale Art und Weise näher zu kommen. In Erstfeld wird es unnötigerweise verlassen. Es bleibt einfach zu hoffen, dass mit der Neuvergabe der Fernverkehrskonzession dieser Mangel wieder abgeschafft wird und der Betrieb jener Bahnverwaltung anvertraut wird, wo der Kundennutzen und nicht nur finanzielle Überlegungen im Vordergrund stehen (Pressemeldung Pro Bahn Schweiz, 01.09.16).

RechteckSpanien: Steigender AVE-Verkehr verringert Verluste der Renfe
Die spanische öffentliche Eisenbahngesellschaft Renfe steigerte im ersten Halbjahr 2016 den Umsatz auf 1,574 Mrd. Euro (+5,4%) gegenüber 1,493 Mrd. Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Trotzdem erzielte Renfe einen Nettoverlust von -2,19 Mio. Euro im ersten Halbjahr, wobei der Verlust gegenüber dem Zeitraum des letzten Jahres aber durch Eindämmung der Kosten und die gestiegenen Einnahmen aus dem AVE-Verkehr um -96,4% verringert werden konnte. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Gruppe das Jahr 2016 wieder mit Gewinn verschließen und damit das zweite Jahr in Folge "schwarze Zahlen" schreiben könnte.
Das EBITDA stieg auf 210,54 Mio. Euro (+67%). Die Kosten sanken auf 1,363 Mrd. Euro (-0,3%). Die an den Infrastrukturverwalter Adif entrichteten Trassengebühren fielen auf 304,9 Mio. Euro (-2,3%).
• Der Personenverkehr von Renfe Viajeros erreichte im ersten Halbjahr einen Gewinn von 15,1 Mio. Euro, verglichen mit einem Verlust von -29,3 Mio. Euro im Vorjahr. Erstmalig überstiegen die Einnahmen im Personenverkehr die Grenze von 1 Mrd. Euro. Mit 664,4 Mio. Euro (+4,3%) entfiel fast die Hälfte (42%) des gesamten Umsatzes der Renfe-Gruppe auf die Sparten AVE und Larga Distancia, auch wenn diese keinen öffentlichen Zuschuss erhalten. Der Nah- und mittlere Fernverkehr, als öffentliche Dienstleistung mit Subventionen versehen, erreichte einen Umsatz von 355,2 Mio. Euro, das entspricht dem gleichen Betrag wie im Jahr zuvor.
• Die Gütersparte Renfe Mercancías reduzierte ihre Einnahmen auf 111.33 Mio. Euro (-11,6%) und erwirtschaftete einen Verlust von -20,9 Mio. Euro, der gegenüber dem Vorjahr aber um -7% abnahm.
• Der Industriesektor Renfe Fabricación y Mantenimiento erreichte mit einem Umsatz von 345,5 Euro (+4,1%) in der ersten Hälfte des Jahres den "Break-even" (WKZ, Quelle Expansión, 01.09.16).

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