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Wachstum der Bahnindustrie verlagert sich in Richtung Osten Der Weltmarkt für Bahntechnik mit den Teilbereichen Fahrzeuge, Infrastruktur und Systemtechnik weist derzeit ein Volumen von rund 97 Milliarden Euro auf. Dieser Wert umfasst das Neugeschäft ebenso wie das After-Sales-Geschäft in allen drei Bereichen. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie "Weltmarkt Bahntechnik 2007-2011" der Beratungsgesellschaft SCI Verkehr GmbH. Bereits im Jahre 2003 hatte SCI Verkehr die erste umfassende Studie zum Weltmarkt Bahntechnik vorgelegt. Die am 18.09.06 in Berlin anlässlich der "Internationalen Verkehrskonferenz" vorgestellte neue Analyse zeigt u.a. auf, dass die Bahntechnik weltweit kontinuierlich um zwei bis drei Prozent jährlich wächst. Zu dieser positiven Entwicklung trägt vor allem ein hohes und nachhaltiges Wachstum des asiatischen Marktes bei. "Das nach umfangreichen Investitionen temporär schwächere Wachstum des westeuropäischen Marktes wird in den kommenden Jahren zum Teil durch Marktimpulse aus anderen Regionen kompensiert", erläuterte SCI-Geschäftsführerin Maria Leenen vor Journalisten in Berlin. Sie wies darauf hin, dass der Markt für neue Schienenfahrzeuge im Zeitraum 2003-2006 deutlich von knapp 23 auf rund 29 Milliarden Euro gewachsen ist. Dies lag vor allem an einer Verdoppelung des Marktvolumens in den Segmenten Hochgeschwindigkeitszüge und Güterwagen. SCI geht in einigen Fahrzeugsegmenten von Korrekturen des Marktes in den kommenden Jahren aus. Auch der Bereich Schieneninfrastruktur wächst aufgrund umfangreicher Neubauten in Asien und dem Nahen Osten sowie dem Ausbau von Strecken in Europa, Nord- und Südamerika sowie den GUS-Staaten um durchschnittlich fünf Prozent jährlich. Mit einem Gesamtvolumen von rund 31,5 Milliarden Euro im Neugeschäft und After-Sales-Bereich ist der Markt für Schieneninfrastruktur zwar kleiner als für Schienenfahrzeuge. Aufgrund einer Vielzahl an Neu- und Ausbauprojekten sind die Wachstumsraten derzeit allerdings deutlich dynamischer. Die Systemtechnik stellt mit einem Marktvolumen von etwa 7,2 Milliarden Euro den kleinsten Bereich dar. Mit durchschnittlichen Wachstumssteigerungen von sechs bis sieben Prozent jährlich weist er für den Zeitraum 2007 bis 2011 allerdings die größte Dynamik auf. Bei der regionalen Differenzierung des Weltmarktes erfolgte in der Studie eine Einteilung nach acht Regionen. Dabei wird die Dominanz des westeuropäischen Marktes deutlich: Mit 36 Prozent des Weltmarktes stellt Westeuropa nach wie vor die bedeutendste Absatzregion vor, gefolgt von Asien und Nordamerika mit je 21 Prozent. Allerdings verlagert sich das Wachstum nach und nach auf China, Indien, Russland und mit Abstand auch Südamerika. "Für die Unternehmen, die sich auf diese rasante Entwicklung im Osten nicht rechtzeitig eingestellt haben oder einstellen, wird es künftig zunehmend schwieriger, dort Fuß zu fassen", betonte der Chairman der "Internationalen Verkehrskonferenz" und Partner des Private Equity Hauses OEP Partners, Burkhard Schuchmann. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Unternehmen der Bahnindustrie überwiegend mittelständisch geprägt sind. Vielfach seien es Familiengesellschaften, deren Managementkapazitäten und deren finanziellen Ressourcen für eine deutliche Expansion nach Osten nicht ausreichen. "Hier wird es zweifellos notwendig werden, neue Strukturen zu finden. Ich gehe fest davon aus, dass sich die großen, aber auch die kleineren international agierenden Unternehmen der Bahnindustrie künftig nicht nur im europäischen oder amerikanischen, sondern gleichermaßen im russischen, indischen oder chinesischen Eigentum befinden werden", prognostizierte Schuchmann. Dieser Schritt gelte nicht nur für die Bahnindustrie, sondern auch für die Bahnbetreiber aufgrund der fortschreitenden Liberalisierung und Privatisierung. Um sich auf dem sehr speziellen Bahnmarkt behaupten zu können, bedürfe es neben einer ausgeprägten Branchen- und Produktkompetenz immer mehr professioneller Finanzierungskonzepte. Hier werde künftig deutlich stärker als heute Private Equity eine Rolle spielen. "Was vor wenigen Jahren noch nahezu unvorstellbar war, ist heute schon selbstverständlich. Dieser Trend wird sich in der gesamten Bahnbranche sehr rasch fortsetzen", betonte der langjährige Chef des Bahntechnik-Spezialisten Vossloh. Private Equity werde nach seiner festen Überzeugung zu einer tragenden Säule im Bahnbereich werden und den notwendigen Umbruch überhaupt erst ermöglichen. |