InnoTrans 2006

RechteckVDV: Massive Kürzungen gefährden positive Entwicklung der Verkehrsbranche

Fahrgastanstieg der VDV-Mitglieder.

Die massiven Kürzungen der öffentlichen Finanzmittel – vor allem durch die beschlossene Reduzierung der so genannten Regionalisierungsmittel in Milliardenhöhe – gefährden die weitere positive Entwicklung der Verkehrsbranche, erklärte Dr. Martin Henke, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), zu Beginn der internationalen Verkehrsmesse InnoTrans in Berlin.

Im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) seien die Fahrgastzahlen der rund 430 Personenverkehrsunternehmen im VDV bis 2005 kontinuierlich auf inzwischen 9,37 Milliarden gestiegen. Im ersten Halbjahr 2006 habe sich dieser Anstieg nach bisher vorliegenden Zahlen noch einmal um mehr als zwei Prozent fortgesetzt. Wenn jetzt über der Inflationsrate liegende Fahrpreiserhöhungen und gleichzeitig eine Reduzierung des Angebotes für die Fahrgäste diese Kürzungen der öffentlichen Finanzmittel ausgleichen müssten, wäre nicht nur ein deutlicher Rückgang der Fahrgastzahlen die unausweichliche Folge. Auch ein Investitionsstopp mit nachteiligen Auswirkungen auf die Qualität des Angebotes und auf Arbeitsplätze in der Bahn- und Busindustrie wäre nicht zu vermeiden. Eine Studie hätte bis 2012 einen Gesamtinvestitionsbedarf des ÖPNV von mehr als 35 Milliarden Euro festgestellt. Dabei werde vor allem der Erneuerungsbedarf in den nächsten Jahren erheblich anwachsen.

Im Eisenbahngüterverkehr sei die Verkehrsleistung der Bahnen im Zeitraum 1995 bis 2005 um 40,7 Prozent auf 95,4 Milliarden Tonnenkilometer gestiegen. Durch diese Entwicklung habe auch der Marktanteil der Schiene an den Tonnenkilometern („Modal Split“) seit 2001 von 17,7 Prozent auf 20,3 Prozent in 2005 zugenommen. Die Nichtbundeseigenen Eisenbahnen hätten mit einer Verkehrsleistung von über 13 Milliarden Tonnenkilometern mittlerweile einen Anteil von über 15 Prozent an der Schienenverkehrsleistung erreicht. Bei der weiteren Entwicklung des Schienengüterverkehrs komme der Infrastrukturpolitik eine Schlüsselrolle zu, betonte Dr. Henke. Denn die Erfolge der Güterbahnen würden noch einmal schwerer wiegen, wenn sie in Bezug gesetzt würden zur verfügbaren Kapazität. So sei die Auslastung je Kilometer öffentlicher Schienenstrecke auf rein rechnerisch etwa 2,5 Millionen Tonnen gestiegen, während sie im Straßengüterverkehr mit rund 1,3 Millionen Tonnen je Kilometer Straße lediglich bei etwa der Hälfte liege.

Die InnoTrans 2006 präsentiere das hohe Innovationspotential und die gestiegene Leistungsfähigkeit der Verkehrsbranche. Mit rund 1.600 Ausstellern aus 41 Ländern auf 120.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche sei diese Messe noch einmal deutlich gewachsen. Sie belege einmal mehr eindrucksvoll, dass es sich bei der Verkehrsbranche um einen Wachstumsmarkt handele, den es weiter nachhaltig zu fördern gelte anstatt durch Mittelkürzung die Erfolgsaussichten und den wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Verbesserung des Standortes Deutschland in Frage zu stellen.

Die Auslastung der Schiene wird stärker steigen als die der Straße, so dass weitere Investitionen dringend nötig sind.

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