120 Jahre Lautertalbahn
Vor 120 Jahren wurde die Lautertalbahn Kaiserslautern - Lauterecken-Grumbach (KBS 673) eröffnet. Der Förderverein Schienenverkehr Glan- Lautertal- und Bachbahn e.V. und die Transregio Deutsche Regionalbahn GmbH wollen dieses Jubiläum gemeinsam mit der Bevölkerung feiern und laden anlässlich des 120. Geburtstags der Bahnlinie am 15. November 2003 zu kostenlosen Jubiläumsfahrten auf der Lautertalbahn in der Westpfalz ein.
Die vierteilige RS 1-Garnitur stellt Transregio dem Förderverein kostenlos zur Verfügung. Auch die DB (DB Regio Südwest) will sich an dem kleinen Fest beteiligen und hat den Einsatz eines modernen Triebwagens im Umlaufplan eines 628 zugesagt.
Die Fotos von Fritz Engbarth geben einen Eindruck vom interessanten Eisenbahngeschehen dieser Bahn im Laufe der letzten Jahre.
Der erste 628 auf der Lautertalbahn fuhr im Oktober 1988: Der frisch gegründete Förderverein Schienenverkehr charterte den Zug und fuhr von Ludwigshafen zum Herbstmarkt nach Wolfstein. Damals gab es keinen planmäßigen Sonntagsverkehr. Bis zum planmäßigen Ersatz der damals modernsten Triebwagen der DB sollte es noch fünf weitere Jahre dauern.
Im Eröffnungsjahr der Kaiserslauterer Gartenschau wurde die frühere NeiTech-Linie Karlsruhe - Kaiserslautern bis nach Otterbach verlängert, um mit einem fast durchgehenden Halbstundentakt eine verbesserte Anbindung des Geländes am Kaiserslauterer Stadtrand zu ermöglichen. Im Sommer des Jahres 2000 verlässt ein Kaiserslauterer 612 den kleinen Bahnhof im Lautertal. Nicht zum ersten Mal kommen die silberfarbenen Transregio RS 1 im Lautertal zum Einsatz: In den Sommermonaten fuhren die Triebwagen als Verstärkerzüge zur Gartenschau am Kaiserslauterer Westbahnhof auf Bestellung des Zweckverbandes SPNV Rheinland-Pfalz Süd. Aus betrieblichen Gründen fuhren die Züge aber als öffentliche Fahrt bis nach Otterbach.
Über Jahrzehnte hinweg gab es Speichertriebwagen im Lautertal - im November 1988 fuhr der letzte. An der Neumühle fährt der Wormser 515 am Einfahrsignal Olsbrücken vorbei.
Bahn und Bus im Lautertal - nicht immer eine Ergänzung. Aufnahme am Einfahrsignal von Lampertsmühle-Otterbach.
Als letztes Glantalbahnstellwerk ist das Fahrdienstleiterstellwerk im Bahnhof Lauterecken-Grumbach in Betrieb. Der Förderverein will das Stellwerk erhalten und als besondere Attraktion für die Draisinenfahrer auf der Glantalbahn als Museumsstellwerk erhalten. 1990 war von moderner Sicherungstechnik noch keine Rede, der vom Lautertal kommende Übergabezug mit der altroten 212 113 fuhr nach kurzem Aufenthalt weiter auf die Glantalbahn nach Meisenheim.
Der Förderverein Schienenverkehr Glan-Lautertal-Bachbahn veranstaltet oder initiiert seit seiner Gründung vor 15 Jahren die unterschiedlichsten Sonderfahrten. Auch die Kuckucksbähnel-Garnitur war im August 1991 zu Gast. Geschichte ist das Einfahrsignal von Kreimbach. Der Bahnhof wurde zunächst in einen Haltepunkt umgewandelt und nach einiger Zeit in die Ortsmitte verlegt. Der Standort des Fotografen war 2003 noch eine ruhige Weide - in wenigen Jahren soll dort die Bundesstraße 270 entlang führen. Was für die Olsbrücker Bürger unverzichtbar erscheint, könnte sich für den dauerhaften Bestand der Lautertalbahn zum Problem entwickeln. Die zahlreichen geplanten Ortsumgehungen.
Es muß nicht immer eine V 100 sein, sagte sich wohl der Lokleiter des Bw Kaiserslautern, als er im Sommer 1990 der Bahnmeisterei die Köf II zuteilte. Auf den letzten Kilometern ihrer Fahrt von Lauterecken nach Kaiserslautern erreicht der Zug die Barbarossastadt.
Erst drei Jahre alt und dreimal Geschichte: Der Hp Kaulbach wurde zugunsten des neuen Haltepunktes Kreimbach-Kaulbach aufgegeben, der Schrankenposten wurde durch eine zuggesteuerte Anlage ersetzt und Güterzüge gibt es auch nicht mehr. Der Bahnhof Lauterecken nahezu im Ursprungszustand. 212 113 des Bw Kaiserslautern mit einem anfahrbereiten Nahverkehrszug nach Kaiserslautern. Heute sind Bahnsteig und Umfeld ansprechend modernisiert - und auch die Fahrzeuge entsprechen eher den Kundenwünschen.
Mechanische Sicherungsanlagen prägen das Bild der Bahnhöfe der Lautertalbahn. Die Hebelbank des Bahnhofs Wolfstein wird jedoch im kommenden Herbst arbeitslos: Dann soll der gesamte Bahnbetrieb von einem ESTW ferngesteuert werden. Aufnahme )vom Oktober 1988.
Zur Wiedereinführung des Wochenendverkehrs und der Eröffnung der Draisinenstrecke im Glantal spendierte der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr am 2. April 2000 Dampfzugfahrten. Der Schrankenposten in Lauterecken soll spätestens im Herbst 2004 auf Zugsteuerung umgerüstet sein.
Viele Jahre war der Übergabezug im Lautertal eine Domäne der Kaiserslauterer V 100. Die über lange Zeit einzige altrote 212, die 212 113, lief dabei auch schon mal auf Bestellung. Mit den klassischen Containerwagen wurde gerade die Zelstofffabrik Braun bedient.
Besser als der 628 ist der Talent geeignet, die Fahrzeiten im Lautertal zu verkürzen. Derzeit fährt der sprintstarke Triebwagen nur am frühen Sonntagabend nach Lauterecken

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