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Donnerstag, 14 September 2017 17:37

Schleswig-Holstein: Im Dezember Einsatzbeginn der Twindexx-Doppelstock-Triebfahrzeuge zwischen Hamburg und Kiel/Flensburg

Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und NAH.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers haben am 13. September die Zahlen des Nahverkehrs für das Jahr 2016 vorgestellt. Die Schleswig-Holsteiner sind zufrieden mit dem Nahverkehr, das zeigen die Ergebnisse der repräsentativen Marktforschung. Für das Zugangebot im echten Norden vergaben die Befragten im Schnitt die Schulnote 2,7, für das Busangebot eine 2,9. In beiden Fällen bestätigte sich das Vorjahresergebnis.

Die regelmäßigen Nutzer sind dabei zufriedener mit dem Nahverkehr als Nicht- oder Seltennutzer: Von den Pendlern gab es für das Bahnangebot die Note 2,4 (Bus: 2,6), von Seltennutzern die Note 2,6 (Bus 2,7), von Nicht-Nutzern eine 2,9 (Bus: 3,2). Die am häufigsten angegebenen Gründe für die Nahverkehrsnutzung sind, dass kein Auto verfügbar ist, die Fahrt weniger Stress bedeutet, der ÖPNV schneller und günstiger ist. Buchholz: "Die Zahlen sind erfreulich und zeigen, dass der Nahverkehr im Land auf einem guten Weg ist. Es bleibt aber noch viel zu tun."

Insgesamt ist der Anteil des Nahverkehrs bei der Verkehrsmittelwahl (Modal Split) mit durchschnittlich 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (7,1 Prozent) deutlich gestiegen.

Die Nachfrage im Bahnverkehr stieg im Jahr 2016 um rund drei Prozent auf 1,813 Milliarden Personenkilometer an. Im Jahr 2015 lag sie bei 1,757 Milliarden Personenkilometern. Damit war der Anstieg größer als im Vorjahr (2014: 1.730 Milliarden PKM). Das Verkehrsangebot blieb mit rund 25,3 Millionen Zugkilometern im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage auf dem Abschnitt zwischen Pinneberg und Hamburg (31.380 Fahrgäste, 10 Prozent Zuwachs gegenüber dem Vorjahr, ohne S-Bahn sowie auf den Abschnitt Hamburg – Aumühle (7.540 Fahrgäste, ein Zuwachs von 11 Prozent) und Aumühle – Büchen (6.210 Fahrgäste, 10 Prozent Zuwachs).

Bahnnetz Mitte mit deutlichen Verbesserungen

Eine deutliche Steigerung der Nachfrage erwarten Land und NAH.SH, wenn ab Ende des Jahres im Bahnnetz Mitte auf den Regionalexpress-Linien Kiel – Hamburg und Flensburg – Hamburg die neuen Fahrzeuge vollständig im Einsatz sind. Der Fahrzeughersteller Bombardier sollte diese ursprünglich im Jahr 2014 an DB Regio liefern, verschob den Liefertermin dann aber auf 2017. Der vorgesehene Betrieb und damit das Flügelkonzept und kürzere Fahrzeiten lassen sich deshalb erst zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember vollständig umsetzen.

Die Fahrt zwischen Kiel und Hamburg dauert künftig nur noch rund 70 Minuten – bei zwei Verbindungen je Stunde. Zwischen Flensburg und Hamburg verkürzt sich die Fahrzeit durchgängig auf zwei Stunden. Durch den neuen Fahrplan gibt es in Kiel deutlich mehr und verlässlichere Anschlüsse in Richtung Eckernförde und neue Anschlüsse in Richtung Preetz, Felde und Kiel-Oppendorf. In Neumünster entsteht jede Stunde ein Anschluss Richtung Hohenwestedt. "Das verbesserte Angebot ist ein Riesenschritt für den Nahverkehr", sagte Buchholz.

Pünktlichkeit litt unter Infrastrukturmängeln und Bauarbeiten

Einen leichten Anstieg gab es bei der Pünktlichkeit im Bahnverkehr: Im Jahr 2016 waren im Schnitt 91,4 Prozent der Nahverkehrszüge pünktlich, im Vorjahr waren es 90,6 Prozent. Gründe für Verspätungen waren erneut vor allem Mängel an der Infrastruktur und umfangreiche Baumaßnahmen. Das Land und die NAH.SH GmbH führen regelmäßig Gespräche mit Vertretern der Eisenbahnverkehrsunternehmen und von DB Netze. Ziel sind Maßnahmen, die den Betrieb stabilisieren und die Kommunikation im Störfall verbessern.

Beeinträchtigt wurde die Qualität im Bahnverkehr insgesamt durch die Fahrzeugprobleme im Netz West. Zwischen Hamburg und Sylt gilt seit November 2016 wegen beschädigter Kupplungen ein Ersatzkonzept, erst Ende Oktober sollen alle Züge wieder im Einsatz sein.

NAH.SH-Geschäftsführer Wewers: "Das Thema Fahrgastinformation bleibt leider weiter aktuell. Hier müssen die Bahnen besser werden. Aber natürlich bin ich auch mit der Pünktlichkeit noch nicht zufrieden."

Erste Vorschläge zum Nordtarif im Herbst

Im Herbst sollen die ersten Ergebnisse einer Untersuchung zum so genannten "Nordtarif" vorliegen. Der Landtag in Schleswig-Holstein hatte im Juli 2016 einstimmig beschlossen, einen gemeinsamen Nahverkehrstarif mit Hamburg und Niedersachsen auf den Weg bringen zu wollen.

Buchholz: "Es wird Zeit, dass der Nahverkehr im Norden enger zusammenrückt. Dabei müssen Bahn und Bus auch langfristig finanzierbar bleiben. Für mich bedeutet der Nordtarif: Es wird einfacher für die Fahrgäste und transparenter in der Finanzierung. Und die Entscheidungen über Fahr-preise trifft der, der den Nahverkehr finanziert. "

Nötig seien, so Buchholz, auch technische Innovationen, zum Beispiel beim Vertrieb: "Die Digitalisierung des Nahverkehrs hat gerade erst begonnen. Hier werden wir noch eine Schippe drauflegen."

Pressemeldung land Schleswig-Holstein

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