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Sonntag, 24 September 2017 09:51

Sachsen: Planungen für Bahnneubaustrecke Dresden – Prag können schon bald starten

Mit den Planungen für den Bau der Neubaustrecke Dresden – Prag kann schon bald begonnen werden. Eine entsprechende Vereinbarung, mit der der Bund die Finanzierung von Planungskosten für das europäisch bedeutsame Verkehrsprojekt sicherstellt, soll noch in diesem Jahr erfolgen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt betonte in einem Schreiben an Ministerpräsident Stanislaw Tillich, damit werde ein „zügiger Fortschritt der Planung bis zur Baurechtserlangung sowie die anschließende Realisierung“ der Neubaustrecke ermöglicht.

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Grafik Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Tillich erklärte, er sei dankbar, dass der Bund nach der vor einem Monat in Karlsbad unterzeichneten deutsch-tschechischen Absichtserklärung zu dem grenzüberschreitenden Verkehrsprojekt nun mit der Umsetzung begonnen habe. „Das ist ein wichtiger Meilenstein und der Startschuss für die Realisierung.“

Weiter sagte er: „Die neue Bahntrasse ist wichtig für Europa, Deutschland und Sachsen. Profitieren werden die Menschen – durch eine deutlich kürzere Reisezeit und durch eine massive Entlastung vom Güterfernverkehr im Elbtal.“

Tillich verwies zugleich darauf, dass mit der Neubaustrecke die Wettbewerbsfähigkeit des Freistaates durch eine bessere Anbindung an die dynamisch wachsenden Märkte der Länder Süd- und Südosteuropas nachhaltig gesichert und ein Engpass zu den deutschen Seehäfen perspektivisch beseitigt wird. „So werden Wirtschaftsansiedlungen begünstigt. Und die Regionen wachsen stärker zusammen.“

Der Regierungschef hatte sich in der Vergangenheit immer wieder in Brüssel, Berlin und Prag dafür eingesetzt, dass das Projekt vorankommt und die Neubaustrecke durch das Erzgebirge Realität werden kann. Sie ist Teil der Europäischen Eisenbahnachse Athen–Sofia–Budapest–Wien–Prag–Nürnberg/Dresden.

Hintergrund:

Die Neubaustrecke ist Bestandteil des Transeuropäischen Netzkorridors (TEN 22-Achse) und stärkt damit die Bindung zwischen den Häfen Südosteuropas zu den Nord- und Ostsee-Häfen. Zum Beispiel von Rostock über Sofia nach Athen. In der Absichtserklärung, die Bundesverkehrsminister Dobrindt und sein tschechischer Amtskollege Dan Tok am 25. August unterzeichneten, heißt es unter anderem: Beide Seiten begrüßen, dass die Eisenbahnverbindung Berlin – Dresden – Prag in die Kategorie Vordringlicher Bedarf des Bedarfsplans für die Bundesschienenwege aufgenommen wird und erachten es für notwendig, dass die Kapazität der wichtigsten Eisenbahnverbindung zwischen beiden Staaten, der Strecke Dresden – Prag, erhöht sowie die Reisezeiten im Personenverkehr und Beförderungszeiten im Güterverkehr signifikant verkürzt werden.

Pressemeldung Sächsische Staatskanzlei

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