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Montag, 25 September 2017 15:41

Rheinland-Pfalz: Bahnsteighöhenkonzept des Bundes bedeutet Rückschritt für die Barrierefreiheit

Im Rahmen der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd wurde erneut deutliche Kritik an den Überlegungen aus dem Bundesverkehrsministerium geübt, bei der Sanierung und der Modernisierung von Bahnsteigen nur noch Höhen von 76 cm zuzulassen. Nach Auffassung von Verbandsdirektor Michael Heilmann würde die Umsetzung dieses Konzeptes ein "massiver Rückschritt für die Barrierefreiheit im Schienenverkehr" bedeuten. Er führte aus, dass der ZSPNV Süd das bisherige Konzept des Bundes aus dem Jahr 2011 mit einer Bahnsteighöhe von 55 cm auf Regionalverkehrsstrecken und 76 cm Höhe bei S-Bahnen und bei Strecken mit Fernverkehr konsequent umgesetzt habe und darauf auch die gesamte Flotte der Regionalbahnen und Regionalexpresszüge ausgerichtet ist.

Am Beispiel des Verknüpfungsbahnhofes Bad Münster zeigte er auf, dass die geplanten Vorgaben des Bundes das bisherige Engagement der Kommunen und des Landes konterkarieren. Alle Linien auf der Alsenz- und Nahebahn werden mit Fahrzeugen befahren, die einen auf 55 cm ausgelegten Einstieg aufweisen. Die Verträge laufen zum Teil noch rund 20 Jahre. Alle Stationsumbauten zwischen Gau-Algesheim und Saarbrücken sowie zwischen Bingen und Kaiserslautern wurden entsprechend realisiert. Würde Bad Münster auf eine Höhe von 76 cm umgebaut, wäre auf Jahre bei keinem Zug ein barrierefreier Ein- und Ausstieg möglich, wodurch auch das Umsteigen der Kunden erschwert würde:

"Der Sinneswandel beim Bund kommt plötzlich und viel zu spät. Kurz vor der Zielgeraden sollen wir ein wesentliches Element bei den Stationsmodernisierungen über Bord werfen und neue Hürden beim Zugang zur Schiene schaffen. Die Aufgabenträger werden sich bundesweit dagegen wehren. Die neue Bundesregierung ist aufgefordert, diesen Unfug zu stoppen", erklärt Michael Heilmann.

Pressemeldung Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd

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