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Donnerstag, 28 September 2017 15:15

Schleswig-Holstein: Rückschläge auf der Marschbahn sind wirklich nicht mehr auszuhalten

»Es reicht! Die ständigen Rückschläge auf der Marschbahn sind wirklich nicht mehr auszuhalten«, erklärt der nordfriesische Landrat Dieter Harrsen. »Jetzt hat die DB Regio durch Fehler im Betrieb auch noch die Räder ihrer Waggons beschädigt. Wie kann es sein, dass die Reparaturmaschine in Hamburg ausgefallen ist? Wurde da wieder an der falschen Stelle gespart?«

Harrsen bezeichnet es als einen Skandal, dass die Räder über weitere 150 Kilometer bis nach Hannover gebracht werden müssen, um dort repariert zu werden. »Auf der ohnehin extrem gebeutelten Marschbahn führt das zu weiteren Zugausfällen und Verzögerungen. Und das Land und die Verkehrsservicegesellschaft nah.sh reagieren erneut nur mit punktuellen Maßnahmen, während die Bahnpendler sehen können, wo sie bleiben. So kann es nicht weitergehen!«

Das ganze System betrachten

Dieter Harrsen fordert das Land auf, die Froschperspektive zu verlassen und stattdessen das ganze System ins Auge zu nehmen: »Der hochgelobte Wettbewerb auf der Schiene führt zu Sparmaßnahmen und Kürzungen, die die Fahrgäste ausbaden müssen. Die Infrastruktur verrottet, es fehlt an Personal, die Menschen leiden, und an den Klimaschutz denkt ohnehin niemand mehr. Wir brauchen kein Kleinklein, sondern ein echtes Investitionsprogramm in den Schienenverkehr in Schleswig-Holstein, das seinen Namen auch verdient!«

Wurde Schadenersatz gefordert?

Der Landrat erinnert daran, dass die schadhaften Waggons dem Finanzinvestor Paribus gehören. Er vermietet das rollende Material an das Land. »Hinter Paribus steht eine Investmentgesellschaft, die ihre vertraglichen Pflichten hier offensichtlich verletzt. Trotz meiner Nachfragen habe ich weder vom Land noch von nah.sh eine Auskunft darüber bekommen, ob gegenüber Paribus Schadenersatzforderungen geltend gemacht worden sind. Ich vermute, dass das Land weiterhin in jedem Jahr Millionenbeträge an das private Unternehmen überweist, ohne dessen Leistung zu hinterfragen.«

Pressemeldung Kreis Nordfriesland

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Letzte Änderung am Donnerstag, 28 September 2017 15:18