english

Freitag, 22 September 2017 19:53

Alstom/Siemens: Gespräche zur Zusammenlegung bestätigt

Sowohl Alstom als auch Siemens haben am Freitag Abend (22.09.17) die von mehreren Nachrichtenmagazinen verbreiteten Informationen bestätigt, einen Zusammenschluss zu diskutieren. Das Projekt scheint sehr weit fortgeschritten zu sein. Der Zeitung "Le Monde" zufolge könnte am Dienstag, dem 26. September, der Tag, an dem der Alstom-Verwaltungsrat zusammentreten wird, eine Vereinbarung bekannt gegeben werden, möglicherweise auch gleich nach der Bundestagswahl in Deutschland am Sonntag.

Zu einer Zeit, da Präsident Macron für eine Verstärkung der deutsch-französischen Achse plädiert, wird diese Allianz vom Typ "Airbus für die Eisenbahn" von den französischen Behörden unterstützt. "Diese Operation ist eine Diskussion zwischen dem Bundeskanzleramt und dem Elysée", äußerte sich ein guter Kenner der Operation.

Die Analysten JPMorgan haben in einer Donnerstag veröffentlichten Mitteilung verlauten lassen, dass eine Fusion zwischen Siemens und Alstom aus industrieller Sicht besser geeignet wäre als eine Fusion mit Bombardier. Abhängig vom Preis der Vereinbarung sind sie der Ansicht, dass die Kostensynergien zwischen Siemens und Alstom die negativen Umsatzeffekte des Rollmaterialgeschäfts mehr als ausgleichen könnten.

Im Oktober laufen die Kaufoptionen von Bouygues, mit 28,3 % des Kapitals von Alstom größter Anteilseigner, an die französische Agentur für staatliche Beteiligungen (Agence des Participations de l' Etat) aus, 15 % bis 20 % der Anteile zurückkaufen zu können. Diese Optionen hatte Arnaud Montebourg, der damalige Minister für Produktive Erholung, ausgehandelt, um die französische Regierung die Zukunft von Alstom beeinflussen zu lassen. Bis zum Auslaufen dieses Abkommens hat der Staat zwei Vertreter im Alstom-Vorstand und 20 % der Stimmrechte.

Mit einer operativen Marge von 8,7% ist Siemens profitabler als die anderen Bahnhersteller. Dass Siemens diese Aktivitäten auch langfristig weiterführen will, ist nicht zwingend: In der Vergangenheit hat sich der Konzern regelmäßig von nichtstrategischen Geschäftsbereichen getrennt.

WKZ, Quelle Le Monde, Challenges

Zurück

Letzte Änderung am Dienstag, 26 September 2017 10:16