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Montag, 25 September 2017 14:58

Bombardier: Neuausrichtungsprogramm wird von zwei Seiten bedroht

Der Plan zur Neuaufstellung von Bombardier Inc. wird von zwei Seiten bedroht. Wie die Montreal Gazette schreibt, läuft der kanadische Hersteller einerseits Gefahr, von der deutschen Siemens AG bedrängt zu werden, die nach monatelangen Gesprächen mit Bombardier nun ein Abkommen mit der französischen Alstom SA prüft. Die US-Regierung wird andererseits in dieser Woche nach einer Beschwerde von Boeing Co. darüber entscheiden, ob die CSeries-Flugzeuge von Bombardier mit Strafzöllen ausgestattet werden sollen.

Ein Siemens-Deal würde Bombardiers größte Geschäftseinheit, die Bahnsparte gegenüber der chinesischen Bahnindustrie schwächen. Eine ungünstige Handelsentscheidung in den USA würde die Nachfrage nach dem hochpreisigsten Flugzeug, der CSeries, erschweren.

Das US-Handelsministerium wird am Dienstag (26.09.17) eine Vorabentscheidung darüber treffen, ob Ausgleichszölle auf die CSeries zu erheben sind, für deren Entwicklung Bombardier mindestens 6 Mrd. USD ausgegeben hat. In einer Handelsklage warf Boeing Bombardier vor, den Jetliner an Delta Air Lines zu unfairen Preisen zu verkaufen und dabei von ungerechtfertigten staatlichen Subventionen in Kanada zu profitieren. Anfang des Jahres hatte die kanadische Regierung Bombardier 372,5 Mio. USD für die Finanzierung von zwei Jet-Programmen einschließlich der CSeries zugesagt.

"Es wäre ein Verlust für Bombardier, wenn Alstom und Siemens zusammenkommen würden, weil Bombardier dadurch im Regen stehen würden", sagte Karl Moore, Professor für Managementstrategie an der McGill University in Montreal. "Gleichzeitig laufen Sie Gefahr, dass die CSeries vom US-Markt ausgeschlossen wird, bis die Zollfrage geklärt ist, was einige Monate dauern wird."

Bombardiers Aktienkurs stürzte am Freitagabend in Toronto um 6,3 Prozent, dem größten Rückgang seit mehr als drei Monaten.

WKZ, Quelle Montreal Gazette

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