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Mittwoch, 16 August 2017 09:39

Nostalgie in Tschechien: Teil 2 - Vorletzte Saison für das Froschmaul?

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Die Züge 451.001/451.002 und 451.079/451.080 in der Haltestelle Praha-Podbaba auf die Linie S 41 am 15. August 2017.

Die legendären elektrischen Vorstadttriebzüge BR 451 mit charakteristischem Bogendesign aus den 60er Jahren haben vielleicht ihre vorletzte Betriebssaison. Nach dem Abschied im Dezember 2016 von der Linie S 4 Praha Masarykovo nádraží – Kralupy nad Vltavou bleiben im Turnusbetrieb nur noch von Montag bis Freitag zwei Einheiten auf der 14 km langen Linie S 41 Roztoky u Prahy – Praha-Libeň im Einsatz. Die Tagesleistung dieser Triebzüge beträgt durchschnittlich ca. 300 km. Zusätzlich stehen weitere betriebsfähige BR 451 als Reserve für Störungen, Baustellen usw. zur Verfügung.

Die ČD verfügen nur noch über die letzten drei vierteiligen Züge (451.015/088, 451.025/026, 451. 095/096) und fünf dreiteilige Züge (451.001/002, 451.056/098, 451.059/060, 451.079/080, 451.091/092). Der Betrieb der BR 451 wird langsam eingestellt, sobald die Revisionsfristen aufgrund der Kilometerleistung erreicht werden. Einige Triebzüge können daher noch bis 2018 in Betrieb sein.

Ein Triebzug (451.046/047) ist als Museumzug der ČD vorgesehen. Alle andere Fahrzeuge der 51 vierteiligen Einheiten BR 451 und 11 Einheiten BR 452 wurden bereits außer Betrieb genommen und teilweise auch bereits verschrottet.

Die elektrischen Triebzüge BR 451 (früher als EM 475.1 bezeichnet) wurden in den Jahren von 1964 bis 1968 und die BR 452 (früher als EM 475.2 bezeichnet) in den Jahren 1972 und 1973 von Wagonbau Tatra in Studénka hergestellt. Alle Einheiten wurden vierteilig mit einer Länge von 95,29 Meter produziert. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h bei einer Leistung von 1320 kW. Die Achsfolge des ganzen Zuges ist Bo´Bo´+2´2´+2´2´+Bo´Bo´; Stromsystem 3 kV DC.

Interessant an die diesem Fahrzeug ist die Konstruktion als Niederflurfahrzeug bereits in der Mitte der 60er Jahre. Die BR 451/452 hat viele Spitznamen wie "Emilka" nach alter Bezeichnung EM, "Pantograf" oder "Žabotlam" – "Froschmaul" aufgrund des Frondesignes. Nach Auslieferung wurden die Triebzüge in verschiedenen Regionen der ehemaligen Tschechoslowakei betrieben, z.B. in Nordböhmen, Ostböhmen, im Gebiet rund um Ostrava oder Košice in der Ostslowakei. Ab Mitte der 70er Jahre wurden die Triebzüge schrittweise nach Prag umstationiert, wo sie als Grundstein des Intervall-Vorstadtverkehrs dienten. Dieses System wird heute als Esko oder als S-Linien bezeichnet.

Pressemeldung ČD

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