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Freitag, 08 September 2017 08:41

Kahle Wände im Würzburger Hauptbahnhof

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Nur wenige wissen, dass die recht kahle Würzburger Bahnhofshalle einmal einen künstlerisch gestalteten Wandschmuck hatte, und dass der sogar heute noch existiert. Zur Eröffnung des 1954 wiederaufgebauten Bahnhofs wurden die Wände von dem Künstler Alois Wünsche-Mitterecker mit Kalksteinplatten gestaltet, die eine 1' E-Dampflok zeigen, umrahmt von Eisenbahnern bei der Arbeit (Bild 1). Die Darstellung der Bahnarbeiter erregte damals das Missfallen der Öffentlichkeit, weil sie die Arbeitswelt allzu schonungslos zeige. Schließlich wurde das Wandbild bereits vier Jahre nach der Eröffnung des Bahnhofs entfernt, im Bahnhof blieben bis heute nur die kahlen, weiß gestrichenen Wände (Bild 2).

 

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Das erscheint angesichts der ansonsten recht liebevollen denkmalgerechten Sanierung des Empfangsgebäudes besonders bedauerlich. Auch der Vergleich mit erhaltenen Wandbildern dieser Zeit zeigt den Verlust, etwa in Heilbronn, Ingolstadt, Landshut oder Rosenheim.

Immerhin wurde das Wandbild gesichert und weitere fünfzehn Jahre später, 1973, im zweiten Stock des Verkehrsmuseums in Nürnberg eingebaut (Bild 3). Die anstößigen Bahnarbeiter-Figuren wurden dabei allerdings steinfarben übermalt, so dass sie nur noch mit Mühe erkennbar sind (Bild 4).

Übrigens ist gleich daneben der Eingang zu der sehenswerten Sonderausstellung "Nomaden der Schiene" über Menschen, die versuchen, per Güterzug von Mexiko in die USA zu gelangen. Infos auf  www.dbmuseum.de.

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