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Montag, 02 Oktober 2017 19:14

Rheintalbahn: SBB Cargo fuhr ersten Zug "Rastattless"

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SBB Cargo International nun wieder «rastlos» unterwegs. Als erster Zug fuhr der NightJet 470 Zürich – Hamburg über die reparierte Strecke bei Rastatt.

Der durchgehende Bahnbetrieb auf der deutschen Rheintalstrecke Basel–Karlsruhe ist heute früh wie geplant wieder aufgenommen worden. Mit vereinten Kräften konnte unter massgeblicher Beteiligung der SBB ein Teil der Verkehre über Ausweichrouten befördert werden. Die Auswirkungen im Güter- und Personenverkehr waren während der Sperre der deutschen Rheintalstrecke dennoch massiv.

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Die Bahn rollt wieder: Erleichterung bei den Verantwortlichen der Projektleitung und der DB Netz AG vor Ort, nachdem die ersten Züge die reparierte Strecke passiert haben.

Güter mussten weiträumig umgeleitet werden, im Personenverkehr kam es zu erheblichen Einschränkungen für die Reisenden. Die logistischen Aufwendungen waren enorm. Die SBB ist erleichtert, dass die Rheintalstrecke wieder durchgehend befahren werden kann und setzt sich dafür ein, dass die internationalen Eisenbahnverkehre künftig besser koordiniert werden.

Als erster Zug fuhr der NightJet 470 Zürich–Hamburg über die reparierte Strecke. Wenig später passierte der erste Güterzug Rastatt. SBB Cargo International setzte dabei mit einer Lok in speziellem Design (siehe Bild oben) ein Zeichen: Das Wortspiel «» verweist darauf, dass SBB Cargo International nun wieder «rastlos» unterwegs ist und für die Kunden Vollgas gibt.

Am Montag, 2. Oktober 2017, müssen die Kundinnen und Kunden bedingt durch die Fahrplanumstellung noch mit Einschränkungen rechnen. Ein Umstieg in Basel SBB wird bei einzelnen Zügen noch notwendig sein. Ab dem 3. Oktober wird der Zugverkehr auf der deutschen Rheintalstrecke wieder vollumfänglich aufgenommen werden.

Grosse Auswirkungen auf Güterverkehr

Die lange Schliessung der Strecke zwischen Baden-Baden und Rastatt Süd stellte für die SBB eine schwierige Situation dar. Betroffen war der Lebensnerv auf der Nord-Süd-Achse – für den Personen-, aber insbesondere auch für den Güterverkehr. SBB Cargo ist der grösste Akteur auf der Achse und war entsprechend stark von der Sperre betroffen. Die SBB setzte alles daran, die Personen- und Güterströme über Alternativrouten abzuwickeln. SBB Cargo stand mit ihren Kunden seit Beginn der Sperre im regelmässigem Austausch und suchte die besten Transportmöglichkeiten. Die Kundeninformation stand rund um die Uhr für die Anliegen der Kunden zur Verfügung.

Auf Initiative von Andreas Meyer, CEO der SBB, haben sich die Chefs der Deutschen Bahn (DB), der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sowie der Société Nationale des Chemins de Fer (SNCF) regelmässig abgestimmt, um die Auswirkungen der Rheintalsperre auf den Schienengüterverkehr möglichst gering zu halten. Die Kapazität der Umleitungsstrecken konnte nicht voll ausgeschöpft sind. Hauptgrund war der Mangel an strecken- und fahrzeugkundigen Lokführern. Die Bahnchefs haben das vereinbarte Massnahmenpaket deshalb weiter ergänzt und konkretisiert. Anstelle der rund 200 Güterzüge via Rheintalstrecke verkehrten am Schluss täglich bis zu 84 Güterzüge über Ausweichrouten.

SBB unternahm alles, um Auswirkungen möglichst gering zu halten

Die Rheintalbahn ist eine der wichtigsten Achsen im Schienengüterverkehr. Im alpenquerenden Güterverkehr zwischen Nordeuropa und Italien via Schweiz hat der Schienengüterverkehr einen Marktanteil von 70 Prozent. Auf den Kombinierten Verkehr entfallen 50 Prozent. Ein grosser Teil der Züge konnte über Strecken durch Deutschland, Österreich und Frankreich umgeleitet werden. Entsprechende Trassenangebote haben die beteiligten Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen nach der Sperrung ausgearbeitet. Zudem wurde eine Strassenüberbrückung Mannheim/Karlsruhe – Basel und eine Schifffahrts-Überbrückung nach Basel eingerichtet. Von dort wurden die Güter dann jeweils mit der Bahn nach Italien weitergeleitet. Dank verschiedener Massnahmen konnte die Anzahl Zugfahrten kontinuierlich gesteigert werden.

SBB CEO Andreas Meyer: «Wir unternehmen alles, um die Auswirkungen der Streckensperre auf unsere Kunden im Schienengüterverkehr möglichst gering zu halten. Dazu nutzen wir die Hebel der integrierten Bahn. Die Bereiche Infrastruktur, Personen- und Güterverkehr arbeiten eng zusammen und erarbeiten übergreifende Lösungen. Gleichzeitig ist ernüchternd zu sehen, dass die europäischen Bahnen in einer solchen Situation zu unflexibel sind und dass selbstauferlegte Restriktionen im Weg stehen. Daran müssen wir arbeiten.»

So war der Güterverkehr betroffen

Der Güterverkehr war von der Streckensperrung stark betroffen. Die Bahnstrecke Offenburg–Karlsruhe konnte durch den Güterverkehr nicht befahren werden.

• Bei SBB Cargo waren rund 60 Züge/Tag bei der Übernahme in Basel betroffen.
• Bei SBB Cargo International waren an Spitzentagen zusätzlich rund 80 Züge/Tag von der Streckensperrung betroffen. (Insgesamt gegen 600 Züge/Woche).
• Das Ersatzkonzept von SBB Cargo mit der Umleitung der Verkehre via Schaffhausen–Singen–Stuttgart und zum Teil über Ulm wurde am 21. August in Betrieb genommen.
• Die Alternativroute über den Rhein wird ebenfalls vermehrt genutzt und deshalb sind die Ressourcen in den Basler Rheinhäfen aufgestockt worden.
• Der Bahnhof Schaffhausen war seit Montag, 21. August rund um die Uhr bedient, um auch in den Nachtstunden Güterzüge von und nach Deutschland verkehren zu lassen.
• Die Sperre in Rastatt hatte keine Auswirkungen auf die nationale Landesversorgung in der Schweiz. SBB Cargo stand zudem in engem Austausch mit den Gütertransportkunden in der Schweiz.
• Der Binnenverkehr konnte im gewohnten Rahmen abgewickelt werden.
• Zu den finanziellen Auswirkungen der Sperre in Rastatt können derzeit noch keine detaillierten Aussagen gemacht werden. Es sind bereits Einnahmenausfälle in Millionenhöhe entstanden. Die SBB wird zu einem späteren Zeitpunkt Auskunft geben können.

Pressemeldung SBB

 

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Letzte Änderung am Montag, 02 Oktober 2017 19:28