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Donnerstag, 05 Oktober 2017 10:35

EBA: Sicherheitsbericht 2016 veröffentlicht - Auffälligkeiten in Bezug auf die Handlungssicherheit des Personals von Infrastrukturbetreibern

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat als Sicherheitsbehörde für Eisenbahnen in Deutschland den Sicherheitsbericht für das Berichtsjahr 2016 veröffentlicht. Ein solcher Sicherheitsbericht ist gemäß Artikel 18 der Richtlinie über Eisenbahnsicherheit in der Gemeinschaft („Sicherheitsrichtlinie“ RL 2004/49/EG) jährlich von allen Europäischen Eisenbahnsicherheitsbehörden zu erstellen und zu veröffentlichen.

Das Dokument enthält Angaben über die Entwicklung der Eisenbahnsicherheit inklusive der gemeinsamen Sicherheitsindikatoren (CSI) sowie über die Entwicklung des rechtlichen Rahmens im Bereich der Eisenbahnsicherheit. Es geht ferner auf den Umsetzungsstand bei der Erteilung von Sicherheitsbescheinigungen und -genehmigungen ein und informiert über Erkenntnisse aus der Aufsicht über die Eisenbahnunternehmen hin.

Im Jahr 2016 war der schwere Eisenbahnunfall von Bad Aibling zu verzeichnen, bei dem zwei Personenzüge kollidierten. Aufgrund der Umstände ist dieser Unfall als Ausnahmeereignis zu werten. Dennoch steht der Unfall im Zusammenhang mit weiteren Ereignissen, die Auffälligkeiten in Bezug auf die Handlungssicherheit des Personals von Infrastrukturbetreibern zeigen.

Daher hat das Eisenbahn-Bundesamt ein umfangreiches Maßnahmenprogramm mit der DB Netz AG als größtem Infrastrukturbetreiber vereinbart. Wesentliche Elemente betreffen das Verfahren zur Zulassung einer Fahrt ohne Hauptsignal, die Überwachung der Dienstausübung der Stellwerkspersonale sowie deren risiko- und einsatzorientiertes Training. Die Verwirklichung dieser Maßnahmen soll in den Folgejahren abgeschlossen werden.

Aufgrund der bereits im letzten Berichtsjahr beobachteten Zunahme von überfahrenen Haltesignalen hat das Eisenbahn-Bundesamt in einem Sonderaudit das Herangehen und die Einflussmöglichkeiten des größten Eisenbahninfrastrukturunternehmens nachvollzogen und dessen fachliche Einschätzung zu den Ereignishäufungen abgefragt. Hierbei zeigte sich, dass sich kaum Einflüsse aus der Infrastruktur als Ursache ergeben.

Gleichzeitig geht der Infrastrukturbetreiber sehr intensiv den Ereignissen nach, soweit der eigene Wirkbereich betroffen sein könnte. Das EisenbahnBundesamt hat daher 2016 beschlossen, im Folgejahr verstärkt präventiv zu überwachen, wie Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) Vorbeifahrten an Haltsignalen bearbeiten und welche Maßnahmen das Management der Unternehmen ergreift. Damit soll für die Folgejahre eine Umkehr des Trends bei den Fallzahlen erreicht werden. Dies gilt es zu beobachten und das Programm entsprechend weiter auszurichten.

Pressemeldung EBA

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Letzte Änderung am Donnerstag, 05 Oktober 2017 10:41