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Montag, 21 August 2017 14:33

VCD: Ausbau des Schienen-Systems, um Desaster wie bei Rastatt zu vermeiden

Schlechte Planung beim Neubau und gleichzeitige Mangelwirtschaft auf bestehenden Strecken wirft der ökologische Verkehrsclub VCD der Deutschen Bahn AG beim Tunnelbau von Rastatt vor. Eine „unverantwortliche Bewertung der Risiken“ habe zur Vollsperrung der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung im Gleisnetz Deutschlands geführt. „Die Bahn hat keine Alternativen für einen Unfall geplant, alternative Strecken sind geschlossen oder nicht nutzbar, weil es noch mehr Baustellen gab“, sagt Wasilis von Rauch, Bundesvorsitzender des VCD.

Eine alte Strecke nach Frankreich, die noch im kalten Krieg innerhalb von 24 Stunden nutzbar gemacht werden konnte, sei vor einigen Jahren stillgelegt worden. Die mangelnde Elektrifizierung von potentiellen Ausweichstrecken mache nun ein Umfahren der Baustelle unmöglich.

Massiver Beton im Tunnel soll nun das Gleisbett bei Rastatt stützen. Logische Konsequenz ist, dass weiterhin eine Tunnelröhre fehlt auf der extrem befahrenen Strecke zwischen den Häfen Rotterdam, Bremerhaven und Hamburg im Norden und Genua im Süden. Für Güter- und Personenzüge ist die Nord-Süd-Strecke durch das Rheintal eine Art Hauptschlagader des Bahnverkehrs. Der Tunnel bei Rastatt sollte laut Planfeststellung von 1996 schon im Jahr 2001 fertig sein sollen. Die Bundesregierung stellte jedoch keine finanziellen Mittel zur Verfügung. Stattdessen wurde die parallel zu den Schienen verlaufende Autobahn ausgebaut.

„Die Bundesregierung als Eignerin sollte die Bahn AG fit machen für die Verkehrswende, damit die Bahn zuverlässig Menschen und Güter transportiert kann“, sagt von Rauch.

In der Vergangenheit habe der Schienenverkehr keinen Vorrang im Bundesverkehrswegeplan gehabt. Die Rheinschiene wird nicht vor 2040 fertig – das sind 20 Jahre länger als ursprünglich geplant. Die Verzögerung durch den eingestürzten Tunnel bei Rastatt ist da noch nicht eingerechnet. Baubeginn der Strecke war 1987, eigentlich wollte die Bahn 2020 fertig sein, steht im Vertrag von Lugano zwischen Deutschland und der Schweiz. Die Schweiz hat bereits Milliarden investiert, um den Güterverkehr auf die Schiene zu bekommen. Dazu zählt der Gotthard-Tunnel, ein zweiter Basistunnel soll 2020 fertig sein. Die Schweiz muss nach dem Zusammenbruch von Rastatt nicht nur bis 2040 warten, sondern ist komplett vom Güterverkehr über die Schiene abgehängt

Pressemeldung VCD

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