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Dienstag, 19 September 2017 07:30

Frankreich: Region Nouvelle-Aquitaine benötigt einen Plan zur Rettung der TER-Linien

Der Präsident der Region Nouvelle-Aquitaine, Alain Rousset, kündigte am Montag (18.09.07) anlässig der Woche der Mobilität vom 16. bis 22.09.17 an, dass mehr als eine Milliarde Euro benötigt werden, um mehrere einstellungsgefährdete TER-Linien im Zeitraum bis 2030 regenerieren zu können. Zur Finanzierung dieses Plans erinnert die Region daran, dass sie noch immer ein Kandidat für Experimente mit einer Umweltsteuer auf schwere Nutzfahrzeuge sei.

Eine von SNCF Réseau durchgeführte Prüfung aller Linien in der Region hat die Schwäche der Infrastruktur gezeigt. Dazu gehören z.B. die Strecken zwischen Limoges und Angoulême oder zwischen Bergerac und Libourne. Vor kurzem hat die SNCF auf ein Problem auf der Strecke Poitiers - Limoges aufmerksam gemacht, auf der die Zuggeschwindigkeit reduziert und damit die Fahrzeit von 1.45 h auf mehr als zwei Stunden verlängert werden muss.

Dies wird dem Präsidenten zufolge "vielleicht dazu führen, dass ein Eisenbahnplan mit dem Staat und der SNCF erstellt werden muss, um die Prioritäten festzulegen". Dafür sind 600 Mio. Euro bis 2020 erforderlich, und "das sind keine Leistungsverbesserungen, sondern lediglich die Erhaltung des Netzes in gutem Zustand und der Ausgleich von Verzögerungen in der Wartung und Instandhaltung.

Bevor der Plan angenommen werden kann, muss eine "Bewertung der Steuereinnahmen der Region" vorgenommen werden. Deshalb sei die Region ein "ein Kandidat für ein Experiment mit einer CO2-Steuer auf Schwerlastkraftwagen auf regionaler Ebene". In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass die Region mit rund 2,5 % einen sehr niedrigen Güterverkehr per Bahn hätte, verglichen mit 20 bis 25 % zwischen Frankreich und Deutschland oder Frankreich und Italien.

Auch für den Bau der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken (LGV) zwischen Bordeaux und Toulouse einerseits und Bordeaux und Spanien andererseits werden neue Finanzierungsquellen benötigt. Das bis heute angewandte LGV-Modell sei dafür völlig unhaltbar.

 

Die Region hat ein umfangreiches Programm zur Modernisierung des regionalen Eisenbahnverkehrs eingeleitet, indem sie die Finanzierung von neuen Régiolis- und Régio2N-Zügen im Wert von 485 Mio. Euro finanziert.

 

Regiolis (37 Züge im Wert von 485 Mio. Euro)

• 22 elektrische Régiolis für den TER Aquitaine TER (145 Mio. Euro), alle geliefert;
• 10 Regiolis bimode für den TER Poitou-Charentes (70 Mio. €), alle geliefert;
• 5 Regiolis bimode für den TER Limousin TER (35 Mio. Euro), Lieferung Mitte 2018.

Die Régiolis werden derzeit auf den Routen Bordeaux - Dax - Hendaye/Pau, La Rochelle - Bordeaux, Saintes - Niort und Poitiers - La Rochelle eingesetzt. Die Züge des TER Limousin verkehren zwischen Limoges und Bordeaux.

 

Régio2N (24 Züge im Wert von 235 Mio. Euro)

Die Régio2N sind 2-stöckige Züge für den TER Aquitaine. Sie fahren derzeit auf den Linien Bordeaux - Arcachon, Bordeaux - Langon - Agen und Bordeaux - Angoulême.

 

WKZ, Quelle Region Nouvelle-Aquitaine, 20min

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