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Donnerstag, 28 September 2017 16:41

Frankreich: Arnaud Montebourg spricht sich gegen den Verkauf von Alstom aus

Der ehemalige Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg hat heute (28.09.17) in der Zeitung Le Monde seine "Trauer" über den Verkauf der Alstom-Eisenbahn an Siemens verkündet. Er prangerte eine Entscheidung an, die zum "wirtschaftlichen Selbstmord" Frankreichs führen würde.

Einen Tag, nachdem sich Daniel Cohn-Bendit vehement für die Fusion eingesetzt hatte, warnte Montebourg vor den "katastrophalen Folgen" und forderte, Alstom zu "verstaatlichen". "Es ist nicht zu spät, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, bis wir eine fiktive Allianz von Gleichberechtigten erreicht haben, in der Art und Weise, wie Airbus vor 20 Jahren konzipiert wurde", so Montebourg weiter.

Montebourg beruft sich auf seine Zeiten als Minister, in denen er am permanenten Kampf für "Made in France" mitwirkte. "Wer garantiert, dass unsere Freunde bei Siemens die europäischen Interessen denen des Rests der Welt vorziehen? Niemand, weil die Eigentümer des Kapitals immer am Ende entscheiden", beklagte der ehemalige Minister.

Montebourg sagte, dass ein anderer Weg möglich gewesen wäre, wenn man vor drei Jahren seinem Vorschlag gefolgt wäre, an Siemens die Alstom-Energie minus der Kernenergie gegen die Eisenbahn und Signaltechnik von Siemens zu verkaufen. "In meinem Büro in Bercy unterbreitete der Chef von Siemens, Joe Kaeser, ein die Geradlinigkeit liebender Bayer, seinen Vorschlag auf einer A4-Seite, die in zwei Spalten aufgeteilt war: Sie verkaufen uns die Energie außer der Kernkraft, die Sie behalten, und ich verkaufe Ihnen im Gegenzug die Eisenbahn und die Signaltechnik. Wir bildenn zwei Airbusse der Weltklasse, einen in der französischen Bahn, den anderen in deutscher Energie."

Die Lösung wurde aber von François Hollande, Manuel Valls und Emmanuel Macron abgelehnt. "Die Entscheidung, Alstom an Siemens zu verkaufen, wird unsere industrielle Schwäche weiter verschärfen."

WKZ, Quelle Le Monde, Le Figaro

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