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Sonntag, 01 Oktober 2017 21:09

Frankreich/Spanien: Gegner der Verbindung Oloron - Canfranc machen mobil

Nachdem sich die Regionalräte der angrenden Regionen in Spanien und Frankreich positiv zu einer Wiederherstellung der durchgehenden Bahnverbindung Oloron - Canfranc geäußert hatten, bezweifelt der Ausschuss gegen die Wiedereröffnung der Strecke (contre la réouverture d'Oloron-Canfranc, Croc) den Wahrheitsgehalt eines Dokuments über die sozioökonomische Rentabilität des Projekts, das ihm vom Regionalrat zugesandt wurde.

Nach mehr als zwei Jahren juristischer Kämpfe gegen den Regionalrat von Nouvelle-Aquitaine erhielt der Croc schließlich die sozioökonomische Rentabilitätsstudie. Im April letzten Jahres hat der Verwaltungsgerichtshof von Bordeaux die Region beauftragt, dem Croc die Machbarkeitsstudie zur Verfügung zu stellen. Die Region Nouvelle-Aquitaine hatte den Staatsrat in diesem Sommer gebeten, die Entscheidung für nichtig zu erklären. Am 12. April 2017 drängte letzterer die Region aber, dem Ausschuss die Machbarkeitsstudie im Sinner der Transparenz zur Verfügung zu stellen.

Auf über 120 Seiten versucht die Firma Rail Concept, eine frühere Studie des Netzverwalters RFF aus dem Jahr 2013 abzuschwächen, die zu dem Schluss kam, dass das Projekt zur Wiedereröffnung Pau - Canfranc aus sozioökonomischer Sicht nicht interessant sei. Rail Concept schlägt vor, mehrere Kriterien neu zu bewerten und eine Reihe von Optimierungen vorzunehmen. Eine Überarbeitung des Angebots sowie eine Änderung der Prognose für den Güterverkehr würde es ermöglichen, die Strecke mit mehrere hundert Millionen Euro gewinnbringend betreiben zu können".

Dazu gehören der Einsatz eines OFP (opérateur ferroviaire de proximité), um den Güterverkehr wettbewerbsmäßig gegenüber anderen Strecken zu stabilisieren und die Einrichtung einer internationalen Konzession von Pau nach Huesca, mit einem privaten Beitrag von 50 % und einer Miete von rund 18 Mio. Euro, davon 3 Mio. Euro vom französischen Staat und der Region Nouvelle-Aquitaine für den französischen Teil. Dieses grenzüberschreitende Projekt ist innerhalb der europäischen Verbindungsfazilität förderfähig und fällt unter die Kriterien des Juncker-Plans. "Mit dem Anstoß der Arbeiten Oloron - Bedous scheinen die Bedingungen für die Wiederherstellung dieser trans-pyrenäischen Verbindung günstig zu sein."

Das Komitee gegen die Wiedereröffnung des Oloron - Canfranc beschäftigt sich derzeit intensiv mit allen Einzelheiten dieser Analyse. Die Mitglieder zweifeln jedoch schon jetzt an der Aufrichtigkeit dieser Studie, wie ihr Präsident Georges Manaut gegenüber der Zeitung "La Republique des Pyrenees" erklärte. Aufgrund der angegebenen Daten lässt er offen, ob das Dokument nachträglich umformuliert sein könnte.

WKZ, Quelle La Republique des Pyrenees, SudOuest

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