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Donnerstag, 12 Oktober 2017 07:00

Frankreich: Klare Strategie für SNCF Réseau

Die Leiter von SNCF Mobilités und SNCF Réseau, Guillaume Pepy und Patrick Jeantet, erläuterten am 3. Oktober 2017 vor der Presse ihr "Gruppenprojekt" bezüglich des am 25. und 26.09.17 in Rotterdam (Niederlande) 600 Managern der SNCF vorgestellten Strategieplans 2025. Während die Vorstellungen von SNCF Mobilités noch sehr vage und nicht endgültig durchformuliert schienen, war die kommerzielle Strategie der SNCF Réseau klar: Erhöhung des Zugverkehrs auf den Hauptstrecken, um die Mauteinnahmen zu erhöhen.

Die von Patrick Jeantet entwickelte Strategie ist laut dem Fachblatt Mobilicités durch den 10-Jahres-Vertrag zwischen dem französischen Staat und den französischen Staatsbahnen gekennzeichnet. Es geht laut Jeantet darum, "unsere neue Identität zu definieren und zu bestätigen." Seine Politik besteht darin, den Verkehr von Zügen auf Hauptstrecken zu erhöhen, um die Mauteinnahmen für den Infrastrukturbetreiber zu erhöhen, der sich auf die Öffnung für den Wettbewerb vorbereitet.

Während das französische Schienennetz im Durchschnitt mit weniger als 50 Fahrten/Gleis/Stunde betrieben werden kann, sind in Deutschland 70 Fahrten/Gleis/Stunde möglich, betonte Patrick Jeantet. Ziel ist es, die Investitionen in die Instandhaltung und Erneuerung der Hauptverkehrsstrecken durch die "Maximierung" der Nutzung der Infrastruktur rentabel zu machen. Das bedeutet aber auch, dass die sekundären Strecken, deren Finanzierung der Instandhaltung nicht von den Regionen übernommen wird, aufgegeben werden sollen.

Zur Erhöhung der Streckenkapazitäten sollen drei Hebel bedient werden:

1) ERTMS Level 2, Nexteo oder automatische Züge zur Erhöhung des Durchsatzes bestimmter Achsen oder Knoten mit hohem Verkehrspotenzial;

2) Tarifpolitik mit attraktiveren Mautgebühren und einer Geschäftspolitik, die ihren Namen verdient;

3) Senkung der Produktionskosten durch eine straffere, verantwortungsvollere und übergreifende Organisation sowie den Einsatz neuer Technologien und Informationssysteme. SNCF Réseau wird Bauleitung und Bauherrenschaft vereinheitlichen, um die Effizienz der Projekte zu steigern.

In der Frage der Maut divigieren allerdings die Interessen von SNCF Réseau und SNCF Mobilités, deren beider Bedürfnisse über das führende EPIC SNCF und über die Regierung durch die DGITM (Direction générale des infrastructures, des transports et de la mer) diskutiert werden müssen.

Zur Durchführung der strategischen Projektplanung wurde der ehemalige Regionaldirektor Auvergne-Rhône-Alpes, Gilles Cheval am 11.10.17 zum Direktor des Projekts Organisation von SNCF Réseau ernannt.

WKZ, Franz A. Roski, Quelle Mobilicités, SNCF Réseau

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Letzte Änderung am Donnerstag, 12 Oktober 2017 06:48