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Donnerstag, 07 September 2017 15:53

Frankreich: Dossier zur Hochgeschwindigkeitsstrecke Bordeaux - Toulouse ist noch nicht geschlossen

Am Dienstag, den 5. September, traf sich Verkehrsministerin Elisabeth Borne mit den Bürgermeistern und Regionalräten der betroffenen Städte und Regionen zu einem Gespräch über die Weiterführung der Pläne zum Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecken Bordeaux - Toulouse und Bordeaux - Dax (GPSO). Diese Sitzung folgte auf die Ankündigung des Präsidenten der Republik Frankreich am 1. Juli, dass große Infrastrukturprojekte zugunsten des "täglichen Verkehrs" nicht mehr priorisiert werden sollten.

Die örtlichen Abgeordneten stellten neue Finanzierungsvorschläge vor, die das Modell des Großraums Paris als Vergleich heranziehen und die Finanzschwierigkeiten des Staates überbrücken sollen. Diese sehen unter anderem eine Niederlassungssteuer und eine Verbrauchssteuer auf Energieprodukte (TICPE) für die Finanzierung der LGV vor.

Der Bürgermeister von Toulouse, Jean-Luc Moudenc, glaubt, dass so 77 % der Finanzierung von 7 Mrd. Euro gesichert werden könnten, den Rest müssten der Staat und die Regionen übernehmen.

Er wies auch auf die Situation von Toulouse hin, einem Ballungsraum, der die meisten Arbeitsplätze in Frankreich schaffe, das größte demografische Wachstum aufweise, aber der einzige sei, der weit ab vom Hochgeschwindigkeitsnetz liegt und damit nicht innerhalb von drei Stunden von Paris aus erreichbar ist. Wenn man 25 Mrd. Euro für 10 Mio. Einwohner im Großraum Paris ausgibt, sei es "kein Skandal", 10 Mrd. für 12 Mio. Einwohner im Süden Frankreichs zu investieren, betonte der Bürgermeister.

Elisabeth Borne hat demgegenüber die Prioritäten der Regierung für den täglichen Verkehr dargelegt und betont, wie wichtig es für sie sei, das Projekt die Kapazität und Zuverlässigkeit des Eisenbahnverkehrs in den Metropolen Bordeaux und Toulouse so schnell wie möglich zu verbessern und damit zur Verringerung des Transitverkehrs auf der Straße beizutragen.

Nachdem auch Umweltminister Nicolas Hulot in einem Interview betont hatte, für die Strecke sei kein Geld da, steht als Alternative die Modernisierung der bestehenden Strecke mit Anschluss an die Hochgescheindigkeitsstrecke von Paris nach Bordeaux im Raum.

Im Anschluss an die Sitzung beschlossen die Teilnehmer, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen, die technischen Optimierungen zu erörtern und sich auf die Phasen- und Finanzierungsschritte eines gemeinsamen Projekts zu einigen. Das Dossier LGV Bordeaux - Toulouse sei noch nicht geschlossen, heisst es.

WKZ, Quelle Regierung, L'Antenne, Sudouest

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