Diese Seite drucken
Freitag, 12 Juni 2015 21:27

Irland: Refurbishment für Front-Ends der Class 22000-Fahrzeuge

10sra1lt

62 Züge der Irischen Staatsbahn vom Typ Class 22000 werden von Voith im Bereich der Front-Ends mit einer neuen Aluminiumverkleidung ausgestattet. Dabei handelt es sich nicht um ein Facelift dieser bis zu sechsteiligen Dieseltriebwagen, sondern um eine Neukonstruktion, die im Betrieb einige Vorteile aufweist und die Fahrzeuge optisch deutlich aufwertet.

Die Hyundai Rotem-Fahrzeuge sind seit 2007 als Fernverkehrszüge auf der grünen Insel im Einsatz. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h sind die wahlweise drei-, vier-, fünf- oder sechsteiligen Fahrzeuge im Unterbau immer wieder Beschädigungen durch aufgewirbelte Flaschen, Steine oder anderweitige Fremdkörper ausgesetzt. Bislang schützte ein vom Hersteller eingesetztes Element aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) den unteren Fahrzeugbereich, wodurch eine ausreichende Robustheit und Reparaturfreundlichkeit allerdings nicht mehr gegeben war. Daher suchte die Irische Staatsbahn nach einer Optimierungsmöglichkeit.

Voith entwickelte für die Irische Staatsbahn diese reparaturfreundliche mehrteilige und robuste Verkleidung aus Aluminium. Diese 2,5 mm starke Aluminiumverkleidung wird wie ein Kotflügel für Automobile gepresst und am Fahrzeug unter Berücksichtigung der Fahrzeugtoleranzen an einem Hilfsrahmen aus Stahl angebracht. Das Design wurde unter Berücksichtigung der Gewichtsvorgaben in 3D-CAD konstruiert und nach der Finite-Elemente-Methode optimiert. Sämtliche Ergebnisse bewerteten sowohl die Irische Staatsbahn als auch ein unabhängiges irisches Institut positiv.

Reparaturfreundlich ist die Voith-Verkleidung aufgrund der mehrteiligen Ausführung und des Werkstoffes Aluminium. Leichte Schäden können künftig ausgebeult, geschweißt oder Teile der Verkleidung leicht ersetzt werden. Zusätzliche Vorteile sind eine Verschlusssicherung der Serviceklappe unter Anwendung eines Standardschlüssels und ein tauschbares Schmutzgitter für die Signalhörner.

Unterschiedliche Fahrzeugtoleranzen stellten für Voith eine besondere Herausforderung dar, die die Konstrukteure unter anderem über die Shim- und Langloch-Technik sowie Gummielemente lösten. Der Konstruktion ging deshalb auch eine detaillierte Fahrzeugvermessung voraus.

Die vom Kunden als ästhetisch bewertete Voith-Konstruktion aus Aluminium wurde in zwei Prototypversuchsreihen im Depot in Irland ausgiebig an verschiedenen Zügen getestet. Bei diesen Versuchen konnten bereits die ersten Service-Mitarbeiter der Irischen Staatsbahn geschult werden.

In diesem Jahr werden noch die ersten 70 Aluminiumverkleidungen von Voith nach Irland geliefert; die komplette Auftragsabwicklung läuft bis ins Frühjahr 2016.

Pressemeldung Voith

Zurück

Letzte Änderung am Freitag, 21 Juli 2017 06:01