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Donnerstag, 23 März 2017 22:22

Luxemburg: Technische und menschliche Fehler führten zur Kollision bei Bettembourg

Das Parquet de Luxembourg hat am 21.03.17 das vorläufige Gutachten eines vom Untersuchungsrichter zur Auswertung der Black Box ernannten Experten zum Zugunglück bei Bettembourg veröffentlicht, bei dem der Triebfahrzeugführer des Regionalzuges um das Leben kam.

Am 14.02.2017 hätte der Personenzug TER 88807 Luxembourg - Thionville am Hauptsignal halten müssen, um den Güterzug 49800 in den Rangierbahnhof Bettembourg einfahren zu lassen. Ein Vorsignal warnte den Lokführer des TER, dass das folgende Hauptsignal auf Halteposition stand. Der Lokführer hätte daraufhin seine Geschwindigkeit reduzieren müssen. Er passierte das Signal aber, ohne seine Geschwindigkeit reduziert zu haben. Die Gründe, weshalb der Fahrer das Signal ignorierte und nicht bremste, müssen noch untersucht werden.

Ein Gleiskontakt der Art "crocodile", eine Komponente des Signalisierungssystems "Memor II+" hätte die Position des Vorsignals an den Triebzug übermitteln sollen. Die Aufzeichnungen zeigen jedoch, dass dieser Impuls nicht empfangen wurde. Das System "Memor II+" an Bord des Triebzuges konnte daher keine Notbremsung schon am Vorsignal auslösen.

Im Moment des Passierens des Hauptsignals in der Position "Halt" (rotes Signal) kurz vor der Weiche, an der sich der Unfall ereignete, leitete der Lokführer des TER 88807 im letzten Moment eine Notbremsung ein, denn das Signal war für mehrere hundert Meter schon vorher einsehbar. Das System "MEMOR II+" hat die Durchfahrt des TER 88807 am Hauptsignal aufgezeichnet und bei einer Geschwindigkeit von 133 km eine Notbremsung eingeleitet. Trotz dieser Notbremsung war die Kollision unvermeidlich, da der Zug innerhalb dieser kurzen Zeit nicht stoppen konnte. Die letzte notierte Geschwindigkeit des Personenzugs vor der Kollision mit dem Güterzug betrug 85 km/h.

Nach dem vorläufigen Gutachten führten folgende Tatsachen zu der Kollision von 14.02.2017 bei Bettembourg:

• Der Lokführer des TER 88807 hat nicht auf das Vorsignal in der Position "Vorwarnung" reagiert, aufgrund derer er die Geschwindigkeit hätte reduzieren müssen.
• Der vom Gleiskontakt "crocodile" am Vorsignal zu sendende Impuls war nicht vom TER 88807 empfangen worden, so dass das Signalisierungssystem "Memor II+" dort keine Notbremsung auslösen konnte.
• Als der Lokführer des TER 88807 realisierte, dass das Hauptsignal "Halt" zeigte, reichte der Bremsweg nicht aus, um den Zug rechtzeitig stoppen und die frontale Kollision vermeiden zu können.

WKZ, Quelle Parquet de Luxembourg

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Letzte Änderung am Freitag, 21 Juli 2017 06:05

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