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Dienstag, 26 September 2017 18:02

Estland: Erster Schritt zum Wiederaufbau der Haapsalu-Bahn

In den letzten Monaten wurde in Estland der erste Schritt zum Wiederaufbau der Haapsalu-Bahn eingeläutet. Im Mai 2017 hatte die estnische Regierung beschlossen, weitere 135 Mio. EUR in Infrastrukturprojekte zu investieren, darunter 40 Mio. für die Eisenbahnen. Ziel ist es, die Geschwindigkeit auf den Strecken Tallinn - Tartu und Tallinn - Narva auf 135 km/h zu erhöhen und die erste Phase der Riisipere-Haapsalu-Rohuküla-Bahn von Riisipere bis Turba zu errichten.

Turba ist die erste Station der 1995 stillgelegten und 2004 abgebauten Fortsetzung der Strecke in Richtung Haapsalu. Am 12.9.2017 hat der Aufsichtsrat der Eesti Raudtee nun den Auftrag erteilt, für den Wiederaufbau der Strecke von Riisipere nach Turba mit den notwendigen Planungsarbeiten zu beginnen. Nach vorläufigen Schätzungen könnte der 6,3 km lange Abschnitt bis Ende 2019 fertig gestellt werden.

Da es derzeit im Staatshaushalt kein Geld gibt, um die komplette Haapsalu-Bahn auch auf dem Abschnitt Turba - Haapsalu - Rohuküla wiederaufzubauen, möglicherweise können hierfür im Jahr 2019 finanzielle Mittel abgerufen werden, hat die Regierung beschlossen, 8 Mio. EUR für den Bau des ersten Abschnitts Riisipere - Turba zuzuteilen. Die geplanten Arbeiten werden so durchgeführt, dass es später möglich ist, die Eisenbahn nach Haapsalu und weiter bis zum Hafen Rohuküla zu bauen. Die Stadt Haapsalu soll zukünftig mit elektrischen Zügen in einer Stunde erreichbar sein, Busse brauchen dagegen mit eineinhalb Stunden Fahrzeit wesentlich länger.

Von der Bahn soll gleichzeitig die rund 11.000 Einwohner zählende Insel Hiiumaa profitieren, die über den Hafen in Rohuküla an das Festland angeschlossen, aber eben wie der gesamte westliche Teil Estlands (Kreis Lääne) nicht per Bahn mit der Hauptstadt verbunden ist.

Hans-Jürgen Schulz

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