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Samstag, 30 September 2017 08:00

Italien: 50 Jahre Attentat von Trient

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Am 30. September jährt sich zum fünfzigsten Mal der Bombenanschlag auf den Alpen-Express im Bahnhof Trient. Im Bahnhof Bozen wurde die Polizei über ein verdächtiges Gepäckstück im Alpen-Express Kopenhagen - Rom informiert. Im Bahnhof Trient konnten die beiden Polizisten Filippo Foti und Edoardo Martini den verdächtigen Koffer entfernen, kamen aber bei dessen Explosion ums Leben.

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Der Koffer soll sich ab dem Bahnhof Innsbruck im Zugabteil befunden haben. Daher wird dieser Anschlag gemeinhin den Südtiroler Separatisten der 60er Jahre (BAS, Befreiungsausschuss Südtirol) zugerechnet. Das jahrzehntelange Ringen um Selbstbestimmung oder Autonomie hat viele Akteure mit Blut an ihren Händen zurückgelassen, viele davon ließen sich von Dritten für regionsfremde Interessen missbrauchen. Bis heute finden sich diametral widersprüchliche Beschreibungen der Vorgänge vor allem online.

Der an die Abtei San Lorenzo angrenzende Seitenteil des Bahnhofsvorplatzes wurde am 30. September 2013 nach den beiden getöteten Polizistenbeiden getöteten Polizisten, die durch ihren mutigen Einsatz das Leben zahlreicher anderer Menschen gerettet hatten, benannt.

Der "Alpen-Express" war jahrzehntelang der Zug mit dem längsten Laufweg in Europa, zwischen 1955 und 1980 von Kopenhagen bis Rom, davor Hamburg-Rom. Zum Zeitpunkt des Attentats trug das Zugpaar von 1967 bis 1970 die prestigeträchtigen Nummern D 1 / D 2, zuletzt in Erinnerung geblieben ist es den meisten als D 280 / D 281.

Es war nicht der erste Anschlag auf einen Reisezug und sollte nicht der letzte bleiben: am 4. August 1974 brachten rechtsextreme Terroristen ("Ordine Nuovo") eine Bombe im fünften Wagen des D 1486 "Italicus" im Bahnhof San Benedetto Val di Sambro an der Bahnstrecke Bologna - Florenz zur Explosion und töteten 12 Menschen.

Am 2. August 1980 tötete die in einem Warteraum im Bahnhof Bologna zurückgelassene Kofferbombe 85 Menschen, 200 weitere Menschen wurden teils mit schweren Dauerfolgen verletzt. Der Bahnhof war an einem Sommersamstag voller Touristen, am schwersten betroffen wurde am Gleis 1 der Schnellzug Ancona - Chiasso.

Dieser Anschlag ist in Italien als "strage di Bologna" bekannt, die Ermittlungen brachten Verbindungen zwischen Terroristen, Geheimdiensten und einer Politikergruppe "Propaganda 2" zutage, Offiziere wurden wegen Behinderung der Justiz angeklagt.

GK

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Letzte Änderung am Dienstag, 26 September 2017 19:29