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Mittwoch, 04 Oktober 2017 10:24

Österreich: Verkehrsminister besucht den Semmering-Basistunnel

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Infrastrutkurminister Jörg Leichtfried (Mitte), Vorstandsdirektor ÖBB-Infrastruktur AG Franz Bauer (3. von links), Projektleiter Gehard Gobiet (2. von rechts). Fotos ÖBB/Andreas Ebner.

Von mehreren Baustellen und Zugängen aus wird der Semmering-Basistunnel, ein Herzstück der österreichischen Südstrecke, gebaut. Bundesminister Jörg Leichtfried hat den Arbeitern gemeinsam mit ÖBB-Vorstandsdirektor Franz Bauer über die Schulter geschaut und sich vom Fortschritt des Tunnelprojektes überzeugt.

„Die Mineure hier in Gloggnitz leisten unerlässliche Arbeit unter teilweise schwierigsten Bedingungen. Dafür spreche ich Ihnen meinen Dank aus. Die Südstrecke ist die Lebensader der heimischen Wirtschaft, der Semmering-Basistunnel ihr Herzstück. Mit jedem Meter Tunnel, den die Mineure hier in Gloggnitz graben, kommen wir unserem Ziel ein Stück näher: kürzere Fahrzeit für die Fahrgäste, mehr Wertschöpfung bei den Betrieben und neue Arbeitsplätze in der Region“, so Infrastrukturminister Jörg Leichtfried beim Besuch der Mineure in Gloggnitz.

Vorstandsdirektor Franz Bauer unterstreicht die positiven Effekte für die Region: „Wir haben zu Spitzenzeiten auf allen Baustellen 1.200 Personen im Einsatz. Zählt man Planungsbüros und Lieferanten dazu, profitieren während der Bauzeit rund 4.500 Personen vom Projekt Semmering-Basistunnel. Die besten Techniker und Mineure sind bei diesem Jahrhundertprojekt, das technisch äußerst herausfordernd ist, im Einsatz.“

Es dauert zwar noch neun Jahre bis die ersten Züge durch den 27 Kilometer langen Tunnel fahren, die Arbeiten sind aber in allen Abschnitten längst voll angelaufen. Von Gloggnitz aus werden bereits die eigentlichen Tunnelröhren gebaut. Auf den anderen Baustellen, in Göstritz (Schottwien, NÖ), Fröschnitzgraben und Grautschenhof (beide Spital/Semmering, Stmk.) errichtet man Zugänge, die Menschen, Materialen und Maschinen tief ins Innere des Berges befördern. Der Großteil des Tunnels wird „in Handarbeit“ im klassischen Bagger- und Sprengvortrieb errichtet. Durch ein Drittel des Tunnels fräsen sich Tunnelbohrmaschinen, die ihre Arbeit im Frühjahr 2018 aufnehmen werden.

Semmering-Basistunnel

Der rund 27 km lange Semmering-Basistunnel bringt mehr Reisequalität für die Fahrgäste und erhöht die Leistungsfähigkeit des Schienengüterverkehrs deutlich. Ab 2026 reisen Fahrgäste umweltfreundlich und sicher mit der Bahn in weniger als zwei Stunden von Wien nach Graz. Ab diesem Zeitpunkt wird auch der Güterverkehr energieeffizient auf der neuen Strecke abgewickelt. Was bisher auf der Weststrecke mit attraktiven Fahrzeiten und dichten Zugintervallen erlebbar ist, wird bald auch auf der Südstrecke umgesetzt. Durch den Semmering-Basistunnel wird die Bahn nun auch auf der Nord-Süd-Verbindung Österreichs zum Auto und zum LKW konkurrenzfähig.

Die neue Südstrecke

An mehr als 100 großen und kleinen Projekten arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG derzeit entlang der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut. 80 km neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Mehr als 5.000 Menschen arbeiten daran. Ab Ende 2026 eilen die Züge in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten. Sie passieren, auf insgesamt 470 km, viele neue Bahnhöfe und durchqueren mit hohen Geschwindigkeiten zwei Berge – den Semmering und die Koralpe. Das Projekt Südstrecke umfasst: den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien-Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und 130 Kilometer neue Koralmbahn. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Personen- und Güterverkehr.

Pressemeldung ÖBB

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