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Mittwoch, 04 Oktober 2017 10:35

Österreich: Vertragsunterzeichnung mit Gemeinde Ebreichsdorf beim zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie

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Fotos ÖBB/Christian Zenger.

Der zweigleisige Ausbau der Pottendorfer Linie in Niederösterreich stellt eine der wichtigsten Infrastruktur-Ausbaumaßnahmen an der Südstrecke dar. Die ÖBB-Infrastruktur AG ist sich ihrer Verantwortung gegenüber der vom Ausbau betroffenen Bevölkerung bewusst. Es ist daher ein besonderes Anliegen, Großprojekte im positiven Einvernehmen mit der Bevölkerung umzusetzen.

Im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses wurde der Runde Tisch 2010 ins Leben gerufen. Insgesamt 39 Arbeitssitzungen gab es seither. Die Ergebnisse daraus wurden nun in Form eines Vertrags festgehalten. Ein langer Diskussionsprozess ist damit zu einem positiven Abschluss gekommen. So einigten sich die ÖBB und die Gemeinde Ebreichsdorf auf ein höheres Ausmaß an Lärmschutzmaßnahmen als in der Umweltverträglichkeitsprüfung von der Behörde vorgeschrieben wurde. Der Vertrag regelt darüber hinaus die weitere Zusammenarbeit und die Verantwortung der Gemeinde bei der Ausstattung des neuen Bahnhofs Ebreichsdorf und der zugehörigen Park&Ride-Anlage. Die Auflassung der Bestandsstrecke durch Ebreichsdorf und die damit verbundene Auflassung von Eisenbahnkreuzungen sowie der Verlauf der Güterwege entlang der neuen Trasse sind ebenfalls Bestandteil dieser Vereinbarung.

Im Büro von Silvia Angelo, Vorstandsdirektorin der ÖBB-Infrastruktur AG, trafen einander Vertreter der ÖBB und der Gemeinde Ebreichsdorf zur Vertragsunterzeichnung. In dem gemeinsam erarbeiteten Papier verpflichten sich die Beteiligten zu jenen Maßnahmen, auf die man sich zuvor im Rahmen zahlreicher Runder Tische geeinigt hatte.

“Wir freuen uns, dass das umweltfreundliche System Schiene grundsätzlich so positiv aufgenommen wurde. Wir verstehen natürlich die Sorgen der Anrainerinnen und Anrainer und haben Ideen und Wünsche so weit wie möglich in die Planungen einfließen lassen. Ich denke wir haben gemeinsam ein für alle positives und herzeigbares Ergebnis erarbeitet“, zieht Silvia Angelo positive Bilanz der gemeinsamen Arbeit: „Als ÖBB-Infrastruktur AG haben wir eine hervorragende Partnerschaft mit der Stadtgemeinde Ebreichsdorf und Bürgermeister Wolfgang Kocevar, herzlichen Dank dafür.“

Auch Bürgermeister Wolfgang Kocevar ist stolz auf das Ergebnis: „Der zweigleisige Ausbau der Pottendorfer Linie wird unsere Stadt verändern und nachhaltig neu entwickeln. Umso mehr gehört heute der Dank auch allen, die an dieser Lösung in den vergangenen 20 Jahren mitgearbeitet haben. Lobend erwähnt sei an dieser Stelle, dass trotz der zahlreichen Verhandlungsmarathons immer ein sehr konstruktives Arbeitsklima herrschte.“

Werner Baltram, Geschäftsbereichsleiter ÖBB-Infrastruktur AG: „Eines der wichtigsten Ziele von Bund, Ländern, Gemeinden und den ÖBB ist es, die Zahl der Eisenbahnkreuzungen in Österreich Schritt für Schritt zu reduzieren. Teil der heute unterzeichneten Vereinbarung ist auch die Auflösung einer Eisenbahnkreuzung, Dank an die Stadtgemeinde. Denn die sicherste Eisenbahnkreuzung ist die, die es gar nicht gibt.“

Gemeinsame Lösungen durch Runden Tisch

Die Planung und der Bau einer neuen Eisenbahntrasse und eines neuen Bahnhofes wie in Ebreichsdorf bedürfen einer weit- und umsichtigen Planung. Ein derartiges Großprojekt ist immer ein Einschnitt in die Landschaft und damit auch in den Lebensraum der Bevölkerung. Die ÖBB-Infrastruktur AG setzt daher seit dem Beginn der Planungen für den zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie auf Transparenz und konsequenten Informationsaustausch. Für die Bevölkerung wurden Informationsveranstaltungen durchgeführt und es wurden alle Schritte kommuniziert.

Nicht immer zeigte man sich mit den Planungen der ÖBB einverstanden. Vor allem nach den ersten Präsentationen waren kritische Stimmen zu hören. Das war auch der Anlass um einen Runden Tisch in Ebreichsdorf ins Leben zu rufen. Dieser setzt sich aus den Vertretern der betroffenen Bevölkerung, der Gemeinde und dem Planungsteam der ÖBB-Infrastruktur AG, sowie externen Planern und Experten zusammen. Geleitet wurden und werden die Gespräche von einem neutralen Moderator. Intensiv diskutiert wurden die verschiedensten Themenschwerpunkte (z.B. Verkehr- und Wegekonzepte, Lärmschutz und Bahnhofsausstattung), Meinungen von Experten wurden eingeholt und schließlich erarbeitete man in vielen Stunden der Recherche und in zahlreichen Gesprächen gemeinsame Lösungen.

Klare Regeln und Transparenz führen zum Erfolg

Wichtig für das Gelingen dieses Forums waren klare Regelungen der Zusammenarbeit, professionelle Vorbereitung (Visualisierungen, Pläne, schriftliche Unterlagen, Daten und Fakten), Transparenz, das schriftliche Festhalten von getroffenen Lösungen sowie das Einarbeiten in das Planungsprojekt. Die Weiterentwicklung der Planung durch den Runden Tisch kann sich sehen lassen. Mehr als zehn Punkte konnten im Laufe der oft heftig, aber immer sachlich geführten Gesprächsrunden konkret in das Projekt eingearbeitet werden.

Damit ist die Arbeit des Runden Tisches lange nicht beendet. Er soll auch später kontrollieren, dass die Maßnahmen, wie geplant, umgesetzt werden.

Die Südstrecke

Die Südstrecke ist eines der größten und spektakulärsten Infrastrukturprojekte Österreichs, von welchem nicht zuletzt auch Niederösterreich profitiert. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 neu gebaut. Auf der neuen Strecke werden Millionen von Gütern schneller und günstiger ans Ziel kommen und wir bringen damit Österreichs Schienennetz, das auch heute noch zu mehr als 70 Prozent aus der Monarchie stammt, auf den Stand des 21. Jahrhunderts. Aber vor allem lässt man das Auto in der Garage wenn die Zugverbindung passt und so wird es ab 2026 möglich sein, in 1h 50 mit dem Zug von Wien nach Graz zu fahren. Oder von Wien nach Klagenfurt in nur mehr knapp 2h30. Also 45 Minuten schneller als heute.

Pressemeldung ÖBB

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