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Donnerstag, 05 Oktober 2017 08:30

Polen: Krakauer MPK will Straßenbahnnetz aus zurückgehaltenen EU-Mitteln erneuern

Die Krakauer MPK hofft, durch Verzögerungen bei Projekten mit aus EU-Mitteln geförderten Eisenbahninvestitionen einen Teil der ungenutzten EU-Mittel zu erhalten. Es ist geplant, 100 neue Straßenbahnen zu kaufen, um ihr Netz auf Niederflurfahrzeuge umstellen zu können.

Das Eisenbahninfrastrukturunternehmen PKP Polskie Linie Kolejowe SA hat nach Angaben der Tageszeitung Gazeta Wyborcza 66 Mrd. PLN für Investitionen unter Beteiligung von EU-Mitteln zur Verfügung, deren Ausgaben sich jedoch bereits verzögert haben. Obwohl Infrastrukturminister Andrzej Adamczyk versichert, dass die geplanten Projekte bis zum Jahr 2023 abgeschlossen und abgerechnet sein werden, gibt es bereits erste Anzeichen dafür, dass die Frist für die Fertigstellung einiger Projekte gefährdet ist. Im April räumte der stellvertretende Entwicklungsminister Jerzy Kwieciński ein, dass er mit dem Tempo der Eisenbahnarbeiten nur "durchschnittlich zufrieden" sei. Er schätzte, dass in diesem Jahr nur 5 Mrd. PLN ausgegeben werden und "die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass keines der Projekte rechtzeitig abgeschlossen werden kann".

Nach den Informationen der Zeitung könnten so 20 % der für die Modernisierung von Strecken vorgesehenen Mittel auf andere Investitionen, vor allem in Verkehrsinvestitionen, verlagert werden. Dies war am Ende der letzten EU-Fördermittelverteilung der Fall, als Krakau dafür 36 Straßenbahnen von Pesa kaufte. Aus diesem Grund will die Krakauer MPK 2019 das Verfahren zum Kauf von 50 neuen Straßenbahnen einleiten, die im Jahr 2022 geliefert werden könnten, ermittelte die Wyborcza. Diese Annahme wurde im Mehrjahresplan des Unternehmens getroffen, der Ende letzter Woche verabschiedet wurde. Wenn die Subvention 70 % erreichen, und das sei sehr real, will man die Kreditwürdigkeit nutzen, um nach 20 Jahren Laufzeit ab 2022 weitere 50 Straßenbahnen mit 10 Auslieferungsvolumina pro Jahr zu kaufen. Langfristig soll das gesamte Netz nur noch niederflurig fahren.

WKZ, Quelle Gazeta Wyborcza

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Letzte Änderung am Mittwoch, 04 Oktober 2017 22:01