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Donnerstag, 05 Oktober 2017 10:01

Italien: Mittel- und langfristige Szenarien für Güterverkehr und Logistik setzen auf Bahn und Häfen

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Der stellvertretende Minister für Infrastruktur und Verkehr, Riccardo Nencini, hat am 04.10.17 der Presse die Studie "Mittel- und langfristige Szenarien für Güterverkehr und Logistik" vorgestellt. Das Dokument ist Teil eines integrierten strategischen Plans, in dem die Bedeutung und Zentralität Italiens im Zusammenhang mit dem Verkehr im Mittelmeerraum untersucht wird. "Die Herausforderung, vor der wir stehen, besteht darin, eine größere Mobilität innerhalb und außerhalb unserer Grenzen zu fördern. Mehr Mobilität bedeutet auch mehr Warenverkehr."

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Zugkilometer im Güterverkehr für Trenitalia (blau) und andere Betreiber (rot).

Es gibt drei wichtige Punkte, die die Studie anspricht. Die erste, die von grundlegender Bedeutung ist, ist die Digitalisierung der Infrastruktur, in die erhebliche Investitionen getätigt werden müssen. Zweitens hat sich Italien nachdrücklich dafür eingesetzt, bis 2030 25-30 % des Güterverkehrs auf die Schiene zu verlagern, und bis 2050 sogar 50 %. Schließlich gibt es Pläne für die drei großen strategischen Infrastrukturplattformen: Zuerst den Nordosten, der den Brenner einschließt und die Verbindung mit Mitteleuropa und der Seidenstraße öffnet. Dann den Nordwesten, der nach Frankreich führt und den jahrhunderte alten Scheideweg der europäischen Entwicklung überwinden soll. Schließlich das große Thema Süditalien: Dort sind wichtige Hafeninvestitionen geplant, um die Öffnung der zweiten Mündung des Suezkanals mit den Verkehren aus dem Osten der Welt aufzufangen, die über das Meer.

2015 startete das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr auf Initiative von Minister Graziano Delrio eine ehrgeizige neue Planungsreihe für Infrastruktur und Dienstleistungen im Güterverkehr und in der Logistik, die in zahlreichen Planungs- und Leitfäden umgesetzt wurde: Nationaler Strategieplan für Häfen und Logistik (2015), Connettere l'Italia (Anlage zum Wirtschafts- und Finanzdokument 2016 und 2017), Positionspapier zur Wiederbelebung des Eisenbahngüterverkehrs (2016) und anschließende Durchführungsverordnungen (2017), Positionspapier über Luftfracht (2017), Arbeiten in integrierten Logistikbereichen (2016-2017) und überregionalen Vereinbarungen (2016-2017). Die integrierte Vision dieser Bemühungen besteht nun in der Einführung eines effizienten, belastbaren und nachhaltigen Logistiksystems im Dienste des nationalen Wirtschafts- und Produktionssystems mit den Schwerpunkten auf Eisenbahn und Wasserstraße: Förderung nützlicher, gestraffter und gemeinsam genutzter Infrastrukturen, Vereinfachung und Effizienz verbessernder Verfahren und Verwaltung, Anreize für nachhaltigere Verkehrsträger.

Die auf partnerschaftlicher Teilung der Maßnahmen beruhenden Durchführungsbemühungen wurden durch beträchtliche Mittel unterstützt, unter anderem für Investitionen im Hafensektor und für Meertransporte (128 Mio. Euro für 2017-2018), für das Programm RFI 2017-2021 (66 Mrd. Euro für bereits finanzierte Investitionen zur Anpassung des nationalen Netzes an europäische Standards und für die alpinen Basistunnel), bis hin zu Anreizen wie Ferrobonus (20 Mio. Euro/Jahr für drei Jahre), Mautermäßigung (ca. 100 Mio. Euro/Jahr für 5 Jahre), Ausbildung von Lokführern (2 Mio. Euro/Jahr für 3 Jahre) oder Umbau von Güterwagen auf Lärmschutz (20 Mio. Euro/Jahr).

Die Ergebnisse, die sich im Hinblick auf die Erholung des internationalen Verkehrs zeigen, sind offensichtlich: Der Schienengüterverkehr nahm 2015 um +4% gegenüber 2014 und 2016 um 4,6% gegenüber 2015 zu, wobei für 2017 ein ähnliches Wachstum prognostiziert wird. Auch der Hafenverkehr wuchs 2016 gegenüber 2014 tonnenweise um 5,2 %. Die Trenddaten für 2017 zeigen ein jährliches Wachstum von 5,4 % im Containerverkehr und 9,8 % im Ro-Ro-Verkehr. Das Land hat sich im Doingbusiness-Ranking der Weltbank für den Indikator Grenzenloser Handel aufgrund von Initiativen zur Rationalisierung und Optimierung des Zollwesens von Platz 38 auf Platz 1 entwickelt.

WKZ, Quelle Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti

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