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Dienstag, 28 März 2017 10:06

Ungarn: Schmierglder von Alstom für Metro Budapest

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe aus Kreisen der ungarischen Justiz berichtet, saß der österreichische Lobbyist Zoltán Aczél vergangenen Oktober knapp drei Wochen lang in Budapest in Untersuchungshaft.

Die Behörden verdächtigen ihn, im Jahr 2006 mutmaßliche Schmiergelder von Alstom in der Höhe von rund sieben Millionen Euro an – bisher unbekannte – ungarische Politiker weitergeleitet zu haben. Im Gegenzug soll der französische Transportkonzern Alstom den Zuschlag für die Lieferung von U-Bahn-Zügen bekommen haben. Ungarns Ermittler haben ein Firmennetzwerk in Österreich und Dänemark im Verdacht, über das Schmiergelder geflossen sein könnten. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Aczél dementiert zunächst gegenüber "profil", dass er in U-Haft gesessen sei. In einem Telefonat spricht er von einem "bösen Gerücht". Auf nochmalige schriftliche "profil"-Anfrage ("Waren Sie in Budapest in U-Haft?") verweigert er jedoch eine klare Antwort: "Ich werde mich an politischen Spielen nicht beteiligen." Aczél betont, dass bereits in Österreich aufgrund derselben Causa gegen ihn ermittelt worden sei – doch die Ermittlungen sind 2014 eingestellt worden.

In Österreich tauchten auch 2006 Vorwürfe gegen Aczél auf. Sie bezogen sich auf die Lobbying-Agentur Eurocontact, die er gemeinsam mit dem ehemaligen Liberales-Forum-Parlamentsabgeordneten Alexander Zach betrieb. Der Baukonzern Strabag soll sich gezielt der Eurocontact bedient haben, um Kontakt zu ungarischen Parteien zu suchen. Ein Korruptionsverfahren gegen Strabag-Gründer Hans Peter Haselsteiner wurde 2013 eingestellt. Bis heute ist Aczél für die Strabag als Berater tätig, wie "profil" vorliegende Aufträge belegen.

Pressemeldung Profil Redaktion GmbH

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