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Dienstag, 18 Juli 2017 09:19

Großbritannien: Soll HS2 Carillion retten?

Wie die britische Regierung am Montag (17.07.17) bekannt gab, ist die britische Bau-Gruppe Carillion eines von 11 Unternehmen, die über Joint-Ventures am Bau der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 Phase 1 beteiligt sind. Inzwischen werden Fragen an Transportminister Chris Grayling aufgeworfen, ob es richtig sei, ein Unternehmen zu beteiligen, dass sich derzeit im Überlebenskampf befindet und für das letzte Woche eine Gewinnwarnung ausgesprochen werden musste.

Carillion ist Teil eines Konsortiums, dass zusammen mit Großbritanniens Kier und Eiffage aus Frankreich den umweltbedingten Tunnel in den Chiltern Hills im Wert von 1,4 Mrd. GBP bauen soll. Analysten schätzen den Anteil von Carillion auf 450 Mio. GBP. Der Aktienkurs des Unternehmens fiel nach einer Gewinnwarnung und dem Rücktritt seines Firmenchefs letzte Woche um 70 % und stieg nach der Auftragsbekanntmachung am Montag wieder um 19 % an.

Chris Grayling sagte: "Ich wünsche, dass Carillion seine bestehenden Probleme löst, aber wir haben sichergestellt, dass das kein Problem für die Verträge geben wird." Das mit dem Bau beauftragte öffentliche Unternehmen HS2 Ltd sagte, dass nach der Gewinnwarnung eine zusätzliche Due-Diligence-Prüfung durchgeführt wurde und Kier and Eiffage ihre Fähigkeit zur "Bereitstellung des Vertrages" unterstrichen hätten.

Analysten sehen die Lage kritischer, da die Gelder nicht vor 2019 fließen werden. Sie befürchten, dass Carillion versuchen könnte, Druck auf die Lieferkette zu machen oder die Regierung gezwungen werden könnte, zum zweiten Mal einen HS2-Auftrag zurücknehmen zu müssen. Die Kommentatorin der der Financial Times , Kate Burgess, drückt es so aus: "Der Vertrag kann Carillion nicht vor sich selbst oder schlechtem Management schützen."

WKZ, GK, Quelle BBC, Financial Times

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Letzte Änderung am Dienstag, 18 Juli 2017 10:30

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