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Montag, 28 August 2017 18:36

Niederlande: Fährbahnhof Hoek van Holland - Auf den Spuren europäischer Fernzüge

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Der ehemalige Fährbahnhof Hoek von Holland ist in der Bahnszene Deutschlands sehr bekannt. Hoek van Holland war Teil der Verbindungen London - Moskau - Wladiwostok/Peking und London - Istanbul - Bagdad/Kairo. Die Kanalfähren wurden von den Nationalen Eisenbahnen betrieben. Diese Fernzüge hatten so klangvolle Namen wie Austria Express, Berlin-London Expreß oder Holland Skandinavien Express. 

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Nach den Erinnerungen eines niederländischen Liegewagenbetreuers diente Hoek van Holland auch als Zugbildungsbahnhof für die niederländischen Bergland und Hotelplan Express Züge, die zwar in Den Haag starteten, aber nach ihrer Überführung aus dem Betriebswagenwerk Köln-Deutzerfeld zunächst in den Fährbahnhof kamen. Auch für den Rheingoldzug war hier der Abfahrtsbahnhof. Wenn ich richtig gelesen habe, von 1928 bis 1939 und von 1951 bis 1972. 

Wo liegt Hoek van Holland in den Niederlanden eigentlich und wie sieht es dort heute aus ? Hoek van Holland ist ein Stadtteil von Rotterdam. Es liegt in Südholland an der Hauptmündungsstelle des Rheins. Dieser Stromabschnitt des Rheins heißt aus hier aber Oude Maas (Alte Maas) und wurde 1872 zum sogenannten Nieuwe Waterweg (Neuer Wasserweg) ausgebaut. Auf der anderen Flussseite liegen der Europort und Maasvlakte mit dem Endpunkt der Betuwe Linie.

Das Bahnhofsgebäude dient als Fährterminal für die Englandfähren der Stena Linie und als japanisches Restaurant. Der Zugverkehr der Nederlandse Spoorwegen wurde zum 01.04.2017 eingestellt.

Fotografieren ist nur schwer möglich, da alles verriegelt und verrammelt ist. Hinweise auf die interessante Vergangenheit des Bahnhofes findet man nicht.

Im Fährterminal gibt es dafür eine Ausstellung von Schiffsmodellen der Stena Linie. Die Gleisanlagen sind fast alle beseitigt, da ein Umbau auf den Betrieb mit U-Bahnzügen läuft. Im Februar 2018 soll die Hoekse Lijn als Teilstück der Rotterdamer U-Bahn wieder in Betrieb gehen. Internationale Eisenbahnzüge wie der Rheingoldzug werden den Bahnhof dann wohl nicht mehr ansteuern können.

Text und Fotos Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Ergänzung von Ad Vijge

 

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Letzte Änderung am Montag, 28 August 2017 21:24

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