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Montag, 28 August 2017 20:34

Moldau/Moldawien: CFM an der Schwelle des Bankrotts

Das Staatsunternehmen "Moldauische Eisenbahn" (Calea Ferata din Moldova; CFM) steht nach Angaben der in der Republik Moldau meistgelesenen rumänischsprachigen Zeitung "Timpul de dimineata" am Rande des Konkurses. Der Bereich Personenverkehr soll Schulden in Höhe von 700 Mio. MDL angesammelt haben. Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft und Infrastruktur habe sich in den letzten drei Jahren der Personenverkehr um 60 % verringert, zur gleichen Zeit wurden nur 200 Mio. MDL im Güterverkehr akkumuliert.

Die Verluste seien auf die Tatsache zurückzuführen, dass die meisten von denen, die den Schienenverkehr nutzen, Mitarbeiter des Unternehmens sind oder Personen, die freie Fahrt haben, sagt der Leiter des Eisenbahntransports Valentin Toncoglaz. Nach Albanien und dem Kosovo steht inzwischen das dritte südosteuropäische Land weitgehend ohne Eisenbahnverkehr da. Es fahren neben drei Fernverkehrszügen nach Moskau und einem in das russische Sankt Petersburg noch je einer in das rumänische Iasi und nach Bukarest sowie ein Zug in die ukrainische Hafenstadt Odessa, jedoch die meisten davon nicht täglich.

Neben etwas Güterverkehr gibt es nur noch marginalen Nahverkehr. Vor einigen Wochen erfolgte die Aussetzung des zuletzt nur noch an drei Wochentagen verkehrenden Zugpaars Chisinau - Basarabeasca. Bis auf zwei betriebliche SPNV-Inselverkehre ist damit der gesamte Süden des Landes inzwischen ohne Personenverkehr.

Möglicherweise bessert sich die Situation durch neue dreiteilige Dieseltriebzüge der Ukrainischen Eisenbahnen (Ukrzaliznycja; UZ), die nach Ankündigung des neuen UZ-Vorstandsvorsitzenden Êvgen Kravcov Ende des Jahres beschafft werden und zukünftig auch auf den Routen Odesa - Iasi oder Odesa - Galati durch Moldau nach Rumänien fahren sollen.

Hans-Jürgen Schulz

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