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Mittwoch, 19 Juli 2017 19:07

Dänemark: Einsatz für mehr Züge über die deutsch-dänische Grenze

Tondern Bahnhof
Nur zwischen April und Oktober fahren auch später abends Züge über die deutsch-dänische Grenze bei Tondern. Foto Volker Heesch.

In Schleswig-Holstein und in Dänemark werden in den kommenden Monaten die Weichen gestellt, in welchem Umfang künftig Züge über die deutsch-dänische Grenze auf der Westküstenbahn Esbjerg-Tondern-Niebüll rollen. Der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH), der im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein den regionalen Schienenverkehr plant und bestellt, ist bereit, das Angebot zwischen Niebüll und Tondern auszubauen. Dazu müssten weitere, bisher in Tondern aus Esbjerg ankommende Züge bis Niebüll rollen. Dänemark müsste bei Einführung eines Stundentakts und Einsatz von weiteren Zügen am Abend nur die Kosten für den vier Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Tonderner Bahnhof und der Grenze tragen.

Die grenzüberschreitende Bahnverbindung, auf der seit der Wiederinbetriebnahme im Jahre 2000 die Passagierzahlen stetig steigen, könnte attraktiver werden, wenn die Fahrzeiten durch Anhebung des Tempos der Züge verkürzt werden.

"Planungen für eine Geschwindigkeitserhöhung auf der grenzüberschreitenden Strecke laufen", berichtet Diplomingenieur Ingo Dewald, Geschäftsführer der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft Niebüll (NEG), die im Besitz der Strecke zwischen der Grenze und Niebüll ist. Auf dänischer Seite soll das Tempo auf der Bahn ebenfalls angehoben werden, wenn Pläne im Rahmen des per Zugfonds finanzierten Bahnausbauprogramms realisiert werden. Für den Abschnitt Niebüll-Tondern-Grenze laufen bereits technische Vorbereitungen für Tempo 120 statt 80 km/h.

Beim Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein sieht man auch die Möglichkeit, die mit Dieseltriebwagen des Fabrikats Lint bediente Strecke Esbjerg-Niebüll bis Flensburg zu verlängern, wenn die im Programm der neuen schleswig-holsteinischen Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP erwähnte Reaktivierung der Ost-West-Strecke zwischen Lindholm und Flensburg-Weiche realisiert werden sollte.
In einer kürzlich veröffentlichten Analyse des gesamten dänischen Bahnverkehrs durch die privaten Beratungsunternehmen McKinsey & Co. und Struensee & Co. im Auftrag des dänischen Transportministeriums war auch für die grenzüberschreitende Strecke Flensburg-Tingleff eine gemeinsame deutsch-dänische Ausschreibung des Eisenbahnverkehrs vorgeschlagen worden. Dort könnten auf der elektrifizierten Strecke, auf der im Bahnhof Pattburg das deutsche und dänische Bahnstromsystem aufeinanderstoßen, künftig Zweisystemzüge – u. a. bis Fredericia – eingesetzt werden.
Die grenzüberschreitenden Bahnverbindungen könnten bei der nächsten Sitzung der deutsch-dänischen Verkehrskommission zur Sprache kommen, die neben dem Bau der festen Verbindung über den Fehmarnbelt stets auch den Verkehr zwischen Schleswig-Holstein und Jütland auf der Tagesordnung hat.

Volker Heesch, mit freundlicher Genehmigung des Nordschleswigers

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Letzte Änderung am Donnerstag, 20 Juli 2017 08:10

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