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Donnerstag, 31 August 2017 08:29

Italien: Zugpersonal in Südtirol und Trentino streikt aufgrund vieler Angriffe auf das Personal

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In Ala wurden Lokführer und Schaffner verprügelt, Bahnpolizei in Bozen. Fotos GK.

In den letzten zwei Wochen wurden insgesamt vier Übergriffe auf das Zugpersonal verzeichnet. "Es wird immer gefährlicher auf dem Arbeitsplatz Zug, für die Schaffner sowie für den Lokführer", schreibt die Gewerkschaft FILT CGIL, Die Arbeit des Zugschaffners, aber auch die der Busfahrer werde immer gefährlicher. 

Der Schaffner habe es nicht leicht, soll er doch die Ticketkontrolle durchführen und für Ordnung in den Zügen sorgen, und dennoch werde er während seiner Arbeit von einigen Schwarzfahrern brutal angegriffen, meist verbal aber oft auch regelrecht verprügelt. "Schaffner oder Schaffnerin arbeiten meist allein, bei Tag oder Nacht, auch auf längeren Strecken, sie sind dabei wehrlos solchen Situationen ausgesetzt, die gefährlich bis tödlich werden können."

Deswegen haben die Gewerkschaften von Südtirol und dem Trentino (FILT CGIL, FIT SGBCISL, UILT UIL, UGL, ORSA Ferrovie) gemeinsam beschlossen, einen Streik auszurufen. Es wird am Donnerstag, den 7. September von 9.01 bis 17.00 Uhr gestreikt, und zwar die gesamte Belegschaft der Züge, Schaffner und Lokführer. Betroffen sind alle Züge des Regionalverkehrs der Linie vom Brenner bis Verona, von Bozen bis Meran, von Franzensfeste bis Innichen und von Trient nach Bassano. Ausgeschlossen sind die Eurocity-Züge von und nach München, die Frecciargento von und nach Rom sowie die Regionalzüge der SAD und von Trentino Trasporti.

"Es ist für uns die einzige Möglichkeit diese Verschlimmerung der Situation des Zugpersonals aufzuzeigen und somit ein Zeichen zu setzen, damit alle Institutionen und die Bahngesellschaft selbst Massnahmen einführen, die zum Schutz ihrer Arbeitnehmer sind. ... Dass kaum Fahrkartenkontrollen in den RV-Zügen (Treni Regionali Veloce; Anm.) auf der Strecke von Rovereto bis Brenner erfolgen, geht von uns Gewerkschaften aus. Die meisten RV-Züge werden als gefährlich eingestuft, da dort die meisten Übergriffe auf das Personal geschehen. Wir als Gewerkschaft haben den Schaffnern geraten, eher nicht zu kontrollieren, wenn sie von vorherein sehen, dass es zu brenzligen Situationen kommen könnte."

GK, Quelle Transportgewerkschaft FIT SGBCISL Südtirol

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Letzte Änderung am Donnerstag, 31 August 2017 08:36

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