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Donnerstag, 31 August 2017 15:31

Italien: 150-Jahre Brennerbahn

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Die traditionsreiche Dampflok Gr.685 war in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts auf der Brennerlinie unterwegs. Feierstunde mit Politikern, Bahnvertretern und 400 Gästen in der Festung Franzensfeste. Fotos LPA/Renate Mayr.

Unter dem Leitmotiv „Moderne trifft Historie“ wurde heute, 31. August, bei einer Feierstunde zu 150-Jahre Brennerbahn die Mobilität der Zukunft und insbesondere das Projekt Brennerbasistunnel genauer beleuchtet. „Der Brenner Basistunnel wird gemeinsam mit verkehrspolitischen Maßnahmen die Grundlage für eine nachhaltige Verkehrsverlagerung des Warentransportes bilden. Zugleich wird er auch das Reisen zwischen München und Verona wesentlich erleichtern und die verschiedenen Regionen und Länder zwischen Bayern und dem Veneto sowie Europa im Allgemeinen noch besser vernetzen“, unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher.

„Die Bahn ist das Mobilitätsmittel der Vergangenheit und noch viel mehr der Zukunft“, hob Kompatscher hervor. Auf lokaler Ebene habe der Zug laut Landeshauptmann Kompatscher in den vergangenen Jahren einen großen Aufschwung erlebt. Die Südtiroler Politik habe große Investitionen in das Schienennetz und in die Bahnhöfe getätigt, um die Passagierzahlen nachhaltig zu steigern und bald einen 15 Minutentakt auf allen Hauptachsen zu bieten. Zählte die Bahn in Südtirol 2013 noch 6,2 Millionen Fahrgäste, so konnte man 2016 bereits 9,8 Millionen Fahrgäste registrieren. Langfristig will man auf bis zu 15 Millionen Fahrgäste kommen.

„Entgegen aller Kritik schaffen Tirol und Südtirol mit dem Basistunnel neue Maßstäbe und fördern das Zusammenwachsen Tirols und Südtirols“, unterstrich der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter und erinnerte daran, dass es auch Zweifel beim Bau der Brennerbahnstrecke gegeben haben. „Es ist unsere Aufgabe, Mobilität zu lenken und die Rahmenbedingungen für eine bestmögliche Infrastruktur zu schaffen, nicht nur für den Personen-, sondern auch für den Güterverkehr, denn die Kapazitätsgrenze ist erreicht“, sagte Platter. Derzeit arbeite man an einer Korridormaut für die Strecke zwischen München und Verona.

Der Geschäftsführer der italienischen Schienennetzbetreibergesellschaft „Rete ferroviaria italiana RFI“ Maurizio Gentile unterstrich, dass man nun mit dem Brennerbasistunnel die Zukunft projektiere. „Italien glaubt sehr an das Projekt und investiert mit 34 Milliarden Euro alle nötigen Ressourcen; der Bau verläuft nach Plan und die Zusammenarbeit zwischen RFI und Österreichischen Bundesbahnen ÖBB ist hervorragend“, sagte Gentile. Der Brennerbasistunnel werde mit 64 Kilometern der längste Bahntunnel der Welt und verbinde Europa auf moderne Weise, so der RFI-Geschäftsführer.

„Die Brennerstrecke gibt es seit 150 Jahren sicher für weitere 150 Jahre“, unterstrich der Vorstandsdirektor der Europäischen Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE Raffaele Zurlo (Italien), der darauf verwies, dass sich die beiden Länder vor 100 Jahren noch bekämpft hätten und nun zusammenarbeiten würden. Man arbeite auf Hochtouren dran, Kosten und Zeiten einzuhalten, sagte Zurlo.

„Die Europäische Union ist tragend für dieses Projekt, und wir haben heute über zehn verschiedene Völker, die beim Bau des Brennerbasistunnels zusammenarbeiten“, betonte der Vorstandsdirektor der Europäischen Brennerbasistunnelgesellschaft BBT für Österreich SE Konrad Bergmeister. Ein Drittel des Tunnels sei bereits ausgehoben und 80 Prozent der Bauarbeiten würden in den nächsten Wochen vergeben, berichtete Bergmeister und stellte in Aussicht, dass man in zehn Jahren durch den Tunnel fahren könne.

Zur Feierstunde in der Franzensfeste waren die Politiker, die Bahnvertreter und 400 Gäste zuerst mit dem Railjet von Innsbruck nach Sterzing gefahren und von dort mit einer nostalgischen Dampflok Gr. 685 in der Festung Franzensfeste angekommen. Dort empfing Florian Mussner, der als Museenlandesrat Hausherr der Franzensfeste ist, die Gäste.

Pressemeldung Autonome Provinz Bozen-Südtirol

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