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Montag, 04 September 2017 11:05

Italien: Effizienterer Stadtverkehr könnte 12 Mrd. Euro Ersparnisse bringen

Mögliche Gesamteinsparungen von bis zu 12 Mrd. Euro pro Jahr, das ist fast ein Prozentpunkt des Bruttoinlandsprodukts, können durch einen effizienteren Stadtverkehr erreicht werden. Dies ist das Potenzial, dass sich aus einer optimalen Organisation der Mobilität in den 14 Metropolen des Landes im Hinblick auf Zeitersparnis, Entstauung, Umwelt und Sicherheit erreichen lässt. Diese Daten ergeben sich aus einer Studie der Beratungsgruppe The European House - Ambrosetti in Zusammenarbeit mit der Italienischen Bahn FS Italiane, die am 01.09.17 in Cernobbio vorgestellt wurde.

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Anteil der Mobilität auf festem Netz (braun, Bahn und Festinstallationen in Personen-km) und auf der Straße (orange) in großen Städten in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, EU, Spanien und Italien.

Alleine durch eine Halbierung der Reisezeit, so dass diese derjenigen der wichtigsten europäischen Länder entspricht, könnten die Italiener zwischen 5,5 und 7 Milliarden Euro pro Jahr einsparen, d. h. zwischen 0,34 und 0,44 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Wer derzeit in den 14 Metropolen des Landes öffentliche Verkehrsmittel nutzt (Bari, Bologna, Cagliari, Catania, Florenz, Florenz, Genua, Messina, Mailand, Neapel, Palermo, Reggio Calabria, Rom, Turin und Venedig), braucht im Durchschnitt doppelt so lange wie in Paris, Madrid, Berlin oder London: 61 Minuten auf nur 5,5 Kilometer.

Nach der FS Italiane-Ambrosetti-Studie besteht jedoch Verbesserungsbedarf, der zu einer Trendwende über drei bis fünf Jahre führen kann, basierend auf drei Säulen:

• Schaffung eines robusten städtischen Verkehrsnetzes mit fester Infrastruktur und einer starken modalen Integration in Verbindung mit einer wirksamen Stadtplanung.
• Entwicklung eines Modells für die Verwaltung kollektiver Dienste, das ökologisch nachhaltig und wirtschaftlich effizient ist.
• Zunahme der Investitionen in technologische Neuerungen, die das System auch durch die Entwicklung integrierter Diensteplattformen in die Lage versetzen, ein besseres Reiseerlebnis zu bieten.

Der Modal-Split in Richtung individueller Mobilität, Pkw und Motorräder ist mit 610 Autos je 1.000 Einwohner stark unausgewogen, er beträgt 48,3 Prozent in Mailand, 45 Prozent in Turin, 65,5 Prozent in Rom und 78 Prozent in Palermo gegenüber 41,1 Prozent in Madrid, 39,2 Prozent in Berlin, 33,1 Prozent in London und 16,6 Prozent in Paris. Demgegenüber steht ein Infrastrukturdefizit an Festnetzanlagen von 3,8 km U-Bahnnetz pro Million Einwohner.

Die Studie arbeitet mit dem Urban Mobility Index, der es erlaubt, die Mobilität der 14 italienischen Metropolen zu vergleichen. An der Spitze liegt hier Mailand mit einem Wert von 8,07. Es folgen Turin (7,12), Venedig (6,41), Rom (5,60) und Neapel (5,07). Am Ende der Rangliste stehen Messina (4,28), Reggio Calabria (4,26) und Palermo (3,90).

Die Zukunft der städtischen Mobilität in Italien hängt von der Fähigkeit ab, ein modales Gleichgewicht in Richtung kollektiver Verkehrslösungen zu erreichen, wobei sich die Gruppe FS Italiane als Kandidat für die Rolle eines führenden Akteurs sieht: Entwurf und Schaffung neuer Infrastrukturen, Teilnahme an Ausschreibungen für das Management von Dienstleistungen und, wo möglich, Übernahme strategischer Betreiber.

WKZ, Quelle FS Italiane

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Letzte Änderung am Montag, 04 September 2017 11:22

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