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Donnerstag, 20 Juli 2017 17:26

Großbritannien: Neue Bimode-Züge sollen Elektrifizierung vermeiden

Die britische Regierung hat am 20.07.17 Pläne für neue Züge auf der Midland Main Line, der Great Western Main Line und im Lake District bekannt gegeben. Neue Bi-Mode-Intercity-Züge sollen einen nahtlosen Übergang von Dieselkraft auf elektrische Züge erlauben und Elektrifizierungsprojekte vermeiden. Gearbeitet wird auch an der Entwicklung von Zügen mit alternativen Antrieben wie Batterie und Wasserstoff. 

Die bis 2023 geplante Elektrifizierung der Midland Main Line zwischen Kettering (nördlich London) und Nottingham bzw. Sheffield sowie der Strecken von Cardiff nach Swansea in Wales und von Oxenholme nach Windermere im nordenglischen Lake District sind seitens des britischen Verkehsministeriums abgesagt worden. 

Mit der Ankündigung für den Einsatz moderner Hybrid-Triebzüge (mit diesel-/elektrischem Antrieb) scheint der Hintergrund verschleiert zu werden, dass die Kosten für die Elektrifizierung inzwischen den ursprünglichen Rahmen deutlich überschreiten. Angesichts der durch den Brexit immer knapper werdenden Mittel versucht die britische Regierung hier wohl in größerem Maße, seit langem geplante Investitionskosten zu reduzieren. Für Mittelengland ist somit die bereits 2015 in Frage gestellte und anschließend wieder zugesagte Elektrifizierung der Midland Mainline nun erneut vom Tisch.

Ironie des Schicksals ist in diesem Zusammenhang auch der Verzicht auf die Anbindung der südwalisischen Stadt Swansea an das elektrische Hauptstreckennetz, obwohl dort bereits ein Depot für die zukünftigen Hochgeschwindigkeitszüge mitsamt einer neuen Fahrleitungsanlage installiert worden ist. Das Swansea Council reagierte der BBC zufolge "wütend", der Vorsteher Rob Stewart fühlt sich "verraten".

Ab Herbst 2017 sollen laut Regierung Passagiere in Wales auf der Great Western Main Line zwischen Cardiff und Swansea von neuen Intercity-Express-Zügen profitieren, die jeweils über 130 Sitze mehr zur Verfügung stellen und schnellere Fahrzeiten nach London mit 40% mehr Sitzplätzen in Spitzenzeiten erlauben werden. 

Moderne Bi-Mode-Intercity-Züge werden ab 2022 auch auf der Midland Main Line eingesetzt werden. Die Langstreckenfahrzeiten zwischen Nottingham und Sheffield auf der Midland Main Line sollen um bis zu 20 min reduziert werden, die Anzahl der Sitzplätze nach London verdoppelt werden. 

Mit dem Zugbetreiber Northern im Lake District soll ab Dezember 2019 ein mit alternativen Kraftstoffen betriebener Zug entwickelt werden, der mit vier Direktverbindungen pro Tag zwischen Manchester Airport und dem Weltkuturerbe um Windermere verkehren wird. Dank dieser neuen Technologie braucht die "störende" Elektrifizierung zwischen Windermere und Oxenholme nicht mehr benötigt zu werden. 

Die Regierung hat außerdem den Start der Öffentlichen Konsultation für das nächste East Midlands Franchise bekannt gegeben, die bessere Anschlüsse nach London erlauben soll und die größte Investition in die Streckeseit ihrer Fertigstellung im Jahr 1870 bedeutet.

RL, WKZ, Quelle DfT

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