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Dienstag, 05 September 2017 09:19

Österreich: Digibus in Koppl getestet

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Rupert Reischl, Bürgermeister Koppl, Wilfried Haslauer, Landeshauptmann, Reich Siegfried, Salzburg Research, Karl Rehrl, Selbstfahrender Bus. Fotos Wildbild/KathiLeissing.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer überzeugte sich am Freitag, 1. September, bei einer Testfahrt in Koppl persönlich von der Forschungsarbeit um den selbstfahrenden Minibus der Salzburg Research Forschungsgesellschaft. Mit der Forschung zu autonomem Fahren gestaltet die IT-Region Salzburg ihre Möglichkeiten in den Bereichen Digitalisierung und Mobilität aktiv mit. Die ersten Testfahrten haben Chancen und heutige Grenzen dieser neuen Technologie aufgezeigt.

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"Für Salzburg als Wirtschaftsstandort haben Informations- und Kommunikationstechnologien eine große Bedeutung", sagte Landeshauptmann Haslauer. "Mit dem selbstfahrenden Digibus von Salzburg Research sind wir beim Thema 'autonomes Fahren' im internationalen Vergleich ganz vorne mit dabei. Durch das frühzeitige Testen neuer Technologien haben wir die Gestaltung der künftigen Mobilität im Bundesland Salzburg selber in der Hand."

Diese Art der Personenmobilität kann für den öffentlichen Verkehr in ländlichen Regionen Salzburgs und auch für die Wirtschaft zukünftig von großer Bedeutung sein. "Systematische Tests in realer Umgebung sind notwendig, um die Technologie neutral zu beurteilen und die Potenziale für österreichische Unternehmen im Bereich der digitalen Infrastrukturen bzw. von IT-Dienstleistungen ausreichend zu nutzen", betonte Sigfried Reich, Geschäftsführer von Salzburg Research.

Hype um autonome Fahrzeuge

Der aktuelle Hype um autonome Fahrzeuge erzeugt viele Marketingversprechen und weckt große Erwartungen. Bis diese Art der Digitalisierung jedoch tatsächlich Einzug in unseren Alltag findet, liegt noch ein langer Weg vor uns. "Die bisherigen Testfahrten haben gezeigt, dass autonomes Fahren funktioniert. Aber auch die derzeitigen Grenzen dieser Technologie wurden sehr deutlich", sagte Reich. "Die Fahrzeuge der Hersteller sind immer noch in einem Prototyp-Stadium. Bis automatisierte Minibusse völlig fahrerlos 24 Stunden und sieben Tage pro Woche im Regelbetrieb fahren können, sind noch viele Fragen zu beantworten."

Bei mittlerweile 201 Testfahrten wurden bereits 746 Personen mit dem Digibus durch die Ortschaft Koppl transportiert. Das Fahrerlebnis gefiel den meisten Mitfahrenden gut bis sehr gut – entsprechend sicher fühlte sich auch eine klare Mehrheit. Positiv fielen bislang die leisen Fahrgeräusche, die Technik selber und ein gutes Sicherheitsgefühl auf. Überrascht wurden die Testpersonen von den starken, teilweise ruckartigen Bremsungen, wenn der selbstfahrende Digibus ein Hindernis erkennt. Gerade in ländlichen Gebieten haben sich außerdem Positionierung und Umgebungserkennung als große Herausforderungen herausgestellt.

Mittelfristig steht der Digibus vor allem der angewandten Forschung zur Verfügung. Aktuell wird die Technologie im Rahmen von Testfahrten evaluiert, um sie auf Basis der Testergebnisse systematisch mit Partnern weiterzuentwickeln. Für interessierte Fahrgäste werden immer wieder Testfahrten angeboten, um Akzeptanz und persönliche Erfahrungen zu erforschen.

Besonderheiten des Digibus

Autonome Minibusse werden neben Salzburg auch in anderen Ländern getestet. Diese Rahmenbedingungen machen den selbstfahrenden Digibus in Koppl international einzigartig:

Die Fahrstrecke zählt mit jeweils rund 1,4 Kilometern (Hin- und Rückfahrt) zu den längsten Routen, die weltweit derzeit autonom auf öffentlichen Straßen im Mischverkehr getestet werden.

Mit dem Digibus wird das sogenannte "Last-Mile-Szenario" getestet, das heißt die Überbrückung der Distanz von der Haltestelle bis zum Ziel.

Die Fahrstrecke befindet sich in ländlicher Umgebung auf über 750 Metern Seehöhe.

Die Fahrstrecke weist eine Steigung von bis zu acht Prozent auf.

Der Digibus fährt auf Basis der Automatisiertes Fahren-Verordnung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie, die Rahmenbedingungen für automatisiertes Fahren in Österreich regelt.

Pressemeldung Land Salzburg

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