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Mittwoch, 06 September 2017 11:05

Belgien: Streit um SNCB-Privatisierung führt zum Streik am 10. Oktober

Nachdem der belgische Vize-Premier und Innenminister Jan Jambon (Neu-Flämische Allianz, N-VA) am 03.09.17 in der Zeitung Dernière Heure (DH) noch einmal darauf hingewiesen hat, dass "die Privatisierung der SNCB kein Tabu" sei, entgegnete der Bundesminister für Mobilität und Verkehr, François Bellot (Reformbewegung MR), in einem Interview mit der Zeitung La Libre Belgique, die Privatisierung sei "keine Option". Er hält eine Privatisierung im Falle der belgischen Eisenbahnen sogar für "unausführbar" und "undenkbar".

"Der Klarheit halber ein für allemal: Die Privatisierung der SNCB ist nicht im Regierungsvertrag enthalten. Es geht nur darum, die Zahl der Tochtergesellschaften zu reduzieren", betont der Minister. "Mein Verständnis vom Eisenbahnverkehr sagt, dass es einfach unmöglich ist, ein Eisenbahnunternehmen zu privatisieren. Das ist undenkbar, unausführbar. Ich wüsste gern, welchen Mehrwert eine solche Operation für den Reisenden hätte. Keine!"

Der Minister fuhr fort: "Und dann sagen Sie mir vor allem, welcher Private wird in ein Unternehmen investieren, das unter ständiger finanzieller Kontrolle steht? Im Gegensatz zu dem, was man denkt, werden es die Flamen sein und nicht die Wallonen, die von einer Privatisierung am meisten benachteiligt werden."

Die Gewerkschaft CGSP Cheminots rief unterdessen in der vergangenen Woche alle Mitgliedsorganisationen zu einem Tag der Mobilisierung und Streik bei der SNCB auf, der am Montag, den 9. Oktober um 22.00 Uhr beginnen und am nächsten Tag zur gleichen Zeit enden soll. Der Streik dient dazu, gegen die Politik der rechten Regierung zu protestieren, die "sich auf den Abbau der öffentlichen Dienste konzentriert".

WKZ, Quelle DH, La Libre, Le Soir

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Letzte Änderung am Mittwoch, 06 September 2017 12:11