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Mittwoch, 06 September 2017 22:38

Schweiz: Mit neuer Strecke Rüti–Schmerikon endlich eine Umfahrungsroute schaffen

Die Entglesung des Schotterwagens in Au-Wädenswil hat wieder einmal etwas deutlich vor Augen geführt: Das schweizerische Eisenbahnnetz ist sehr verletzlich. Bei den kleinsten Unfällen auf den Hauptachsen steht alles still. Im Fall Au-Wädenswil wäre es nützlich gewesen, wenn die Züge auf einer akzeptablen Ausweichroute von Zürich nach Chur und nach Wien hätten geführt werden können. Die einzige Ausweichroute führte über Winterthur – St. Gallen – St. Margrethen und dann über die weitgehend einspurige Linie Buchs/SG – Sargans nach Chur. Die Fahrzeitverlängerung betrug eine Stunde.

Seit 1870 – also in den Anfängen des Eisenbahnbaues in der Schweiz – besteht die Idee, von Rüti nach Schmerikon/Uznach eine ca. 5 km lange Verbindungsschlaufe zu erstellen, damit die Züge nach Chur oder eben nach Wien über die Glattallinie, d.h. über Uster geführt werden könnten.

Die Stadt Rapperswil hat in einem harten Kampf gewonnen und so endet diese Glatttallinie in Rapperswil. Jede Weiterfahrt benötigt eine umständliche Spitzkehre. Die Linien sind als ausgesprochene Nebenlinien weitgehend einspurig geblieben und sind deshalb leistungsschwach.

Alle Versuche der letzten fünfzig Jahre, die Idee dieser direkten Verbindungsschlaufe vom Zürcher Oberland in das Linthgebiet doch noch zu realisieren, scheiterten am erbitterten Widerstand von SBB und der Kantone St. Gallen (ganz genau beim dortigen Chef des Amtes für öffentlichen Verkehr!) und Zürich.

Die neue Linie würde nicht nur als Umfahrungsrote bei Unfällen dienen, sondern vor allem dem täglichen S-Bahn-Verkehr vom Toggenburg (Wattwil) und vom Linthgebiet (Uznach) ins Zürcher Oberland sowie nach Zürich. Es ist ein Fahrzeitgewinn von bis zu einer Viertelstunde möglich. Damit würde ein Umsteigeeffekt vom immer mehr überlasteten Strassennetz im Zürcher Oberland führen.

Zudem wäre die Linie geeignet, um (endlich) umsteigefreie Bahnverbindungen von (Zürich HB-) Flughafen – Effretikon – Pfäffikon/ZH – Wetzikon – Rüti – Uznach Ziegelbrücke – Sargans – Chur/Buchs schaffen zu können. Die dazu notwendigen Doppelspurausbauten auf der Kempttallinie (Effretikon – Wetzikon) und auf der Glatttallinie (Wetzikon – Bubikon) würden auch der Zürcher S-Bahn sehr viel nützen. Sinnvolle Synergien sind im nächsten Ausbauschritt der Bahn (FABI) endlich zu nutzen.

Pressemeldung Paul Stopper

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