english

Donnerstag, 07 September 2017 19:14

Dänemark: Alternative Mehrheit will dänische Regierung zur Durchführung eines milliardenschweren Bahnausbaus zwingen

Während die liberal-konservative dänische Regierung über niedrigere Zulassungssteuern für Pkw verhandelt, hat eine alternative Mehrheit im dänischen Parlament Folketing die Signale auf grün für ein milliardenschweres Bahn-Ausbauprogramm gestellt. Die Absprache wurde am Donnerstagmittag in Kopenhagen präsentiert.

Seit der Regierungsübernahme durch die liberal Partei Venstre und anschließend durch die Dreierkoalition aus Venstre, Liberaler Allianz und Konservativen, bemüht sich die Regierung darum, den noch zu Zeiten der sozialdemokratischen Regierung unter Leitung Helle Thorning-Schmidts vereinbarten Ausbau des dänischen Eisenbahnnetzes durch ein Milliardenprogramm rückgängig zu machen.

Donnerstag hat die Unterstützerpartei der bürgerlichen Regierung, die dänische Volkspartei, mit Sozialdemokraten, Einheitsliste, SF und Radikalen vereinbart, dass das Bahnausbauprogramm von 2012 realisiert wird. Damit können die Ausbaumaßnahmen wie der Bau einer neuen Schnellstrecke auf der Insel Fünen und die Bahnelektrifizierung samt Streckenbegradigungen zwischen Fredericia und Aalborg verwirklicht werden. Auch wird die Elektrifizierung zwischen Roskilde und Kalundborg auf der Insel Seeland gesichert.

Die Parteien sind sich einig, dass zusätzlich zwei Milliarden Kronen für den Bahnausbau zur Verfügung gestellt werden. Für die erste Etappe des Konzepts, das Fahrzeitreduzierungen auf jeweils eine Stunde zwischen den größten Städten vorsieht, stehen jetzt 15 Milliarden Kronen bereit. Der zweite Teil des Zugfondskonzeptes wird auf 14 Milliarden Kronen aufgestockt. Bis 2028 soll das Programm realisiert werden.

„Während die Regierung nun an Steuererleichterungen für teure Autos arbeitet, gibt es glücklicherweise einige Parteien im Folketing, die vernünftige Absprachen vereinbaren können – die in die Zukunft der Eisenbahn investieren“, sagt der sozialliberale Transportsprecher Andreas Steenberg, der Partei Radikale Venstre.

Die dänische Regierung möchte gleichzeitig in ihrem Haushaltsentwurf für 2018 einen Betrag von 208 Millionen Kronen für die staatliche Bahngesellschaft DSB kürzen. Damit gehen sie andere Wege als ihre „Unterstützerpartei“, die Dänischen Volkspartei. „Die neue Absprache ändert nichts daran, dass wir gegen eine Milliardeninvestition sind, die lediglich wenige Minuten Fahrzeit im Bahnbetrieb spart“, erklärte der dänische Finanzminister Kristian Jensen (Venstre) verärgert gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, mit freundlicher Genehmigung des Nordschleswigers

Zurück

Nachrichten-Filter