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Neue
Züge in Brüssel machen das Pendeln attraktiver
Europas "Stau-Hauptstadt" Brüssel arbeitet derzeit daran,
den städtischen Autoverkehr zu reduzieren. Ab 2011 wird die belgische
Staatsbahn 305 neue dreiteilige, elektrische Triebzüge im Regionalverkehr
der Hauptstadt Brüssel einsetzen. Hintergrund ist der Ausbau des
Regionalnetzes, um die Brüsseler S-Bahn insbesondere für Pendler
attraktiver zu machen. Für die Züge der Baureihe AM08 des Desiro
ML von Siemens Mobility liefert Voith Turbo Scharfenberg 1 220 Kurz- und
610 automatische Kupplungen. Die ersten haben bereits das Voith-Werk in
Salzgitter verlassen.
Rund
365 000 Pendler verkehren täglich in der Region Brüssel-Hauptstadt
und bilden ein großes Potenzial für den öffentlichen Nahverkehr.
Derzeit betreibt die Brüsseler Verkehrsgesellschaft STIB ein Liniennetz
von über 600 Kilometern - vergleichbar mit Lissabon (660 Kilometer)
und achtmal so lang wie das Streckennetz von Atlanta (80 Kilometer). Dennoch
weichen viele der potenziellen Bahnfahrer in der belgischen Hauptstadt
auf den Pkw aus und nehmen lange Verkehrsstaus in Kauf. Ein Grund dafür
ist die geringe Taktung des ÖPNV-Angebot mit Vorortzügen in
einem Umkreis von 30 Kilometern außerhalb des engeren Stadtrings.
305 neue Desiro-Triebzüge sollen genau diesen Vorortverkehr attraktiver
machen und zusammen mit dem Linienausbau eine höhere Taktdichte ermöglichen.
Bis zu 30 neue oder wieder eröffnete Bahnhöfe, zwei neue Strecken
und ein neuer Tunnel sind in Planung. Der Flughafenanschluss an das erweiterte
Netz ist für 2012 geplant.
Der
Desiro ML Typ AM08 läuft ab 2011 in Brüssel in einem neuen Regionalnetz:
dem Réseau Express Régional (RER). Das französische
Vorbild des RER-Netzes hat sich in Paris bereits bewährt. Nach diesem
Beispiel werden vom Brüsseler Stadtzentrum ausgehend acht S-Bahn-Linien
aufgebaut. Diese Regionalzüge halten an allen Bahnhöfen und
decken auch das Umland der Hauptstadt ab. Zur Ausstattung des von Siemens
Mobility entwickelten Fahrzeugs gehört eine Kupplung mit GF-Kopf
(Georg Fischer), wie sie vor allem in Bahnen der Schweiz und in Belgien
zum Einsatz kommt. Ihr automatischer Kupplungskopf unterscheidet sich
von der Scharfenbergkupplung durch eine einfache Verriegelung und ein
spezielles Kopfprofil. Voith Turbo Scharfenberg hat den Kupplungskopf
optimiert und weiterentwickelt. Zwar bleiben die Schnittstellen kompatibel,
die Baugruppen sind künftig aber modular ausgeführt.
Die
außerdem zu liefernden Kurzkupplungen von Voith Turbo Scharfenberg
übernehmen beim Desiro ML AM08 im Crashfall eine Sicherheitsfunktion
- eine gemeinsame Entwicklung von Voith Turbo mit Siemens Mobility. Somit
erfüllen die 305 komplett neuen Fahrzeuge auf Desiro-Plattform die
hohen Crashanforderungen (nach EN 15227) und gewährleisten die Kollisionssicherheit
von Schienenfahrzeugkästen. Damit wird ein Aufklettern von Zugteilen
verhindert (Pressemeldung
Voith-Turbo, Foto Siemens, 09.06.10).
De
Lijn bestellt weitere 13 Niederflurfahrzeuge von Siemens
De Lijn, Nahverkehrsbetrieb in Flandern (Belgien), hat bei Siemens Mobility
eine weitere Option über 13 Niederflurfahrzeuge des Typs „Hermelijn“
für Antwerpen bestellt. Der Auftragswert beläuft sich auf circa
32 Millionen Euro.
Die Auslieferung der Züge erfolgt von Oktober 2011 bis April 2012.
Siemens lieferte bereits 112 Fahrzeuge dieses Typs im Zeitraum von 1999
bis 2007.
Diese Bestellung von Niederflurfahrzeugen erhöht die Fahrgastkapazität
bei De Lijn in Antwerpen, insbesondere um die Neubaustrecken in Antwerpen
ausreichend und komfortabel zu bedienen. Außerdem können die
Fahrzeuge in den Sommermonaten an der Küstenstrecke in West-Flandern
für die Beförderung der Touristen zwischen den Küstenorten
Knokke und De Panne eingesetzt werden (Pressemeldung Siemens, 20.01.10).
Neue
Hochgeschwindigkeitsverbindung von Brüssel nach Amsterdam
 
 

Obere Zeile: Der Eröffnungs-Thalys
an der niederländisch-belgischen Grenze in der Nähe von Rosendaal. Mittlere
Zeile: Mit einem symbolischen Handschlag übergibt Luc Lallemand (CEO Infrabel,
links im Bild) die Strecke an Marc Descheemaecker (CEO der SNCB, rechts
im Bild) während einer Pressekonferenz an der niederländisch-belgischen
Grenze. Der erste Thalys auf der Neubaustrecke überquert bei der Fahrt
von den Niederlanden nach Belgien in der Nähe von Rosendaal (NL) die Grenze.
Untere Zeile: Der Eröffnungszug mit zahlreichen Vertretern aus Wirtschaft
und Politik hat den Bahnhof Brüssel erreicht. Mit einer symbolischen Weichenstellung
wurde am 8. Dezember die neue Hochgeschwindigkeits-Ära in Belgien eingeläutet.
Europa wächst weiter zusammen - zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009
nimmt die
neue Hochgeschwindigkeitsstrecke von Brüssel nach Amsterdam den Betrieb
auf. Bei Höchstgeschwindig-keiten bis zu 300 km/h verringert sich die
Fahrzeit von Brüssel nach Amsterdam um fast eine Stunde von derzeit 2
Stunden 44 Minuten auf zukünftig 1 Stunde 53 Minuten.
Am 8. Dezember 2009 wurde die neue Strecke mit einer Sonderfahrt mit zahlreichen
Vertretern aus Wirtschaft, Politik und der Presse offiziell eingeweiht.
Mit einem Festakt und einer symbolischen Weichenstellung wurde anschliessend
in Brüssel eine neue Epoche des europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs
eingeläutet (Kai Michael Neuhold,
www.kmn-network.de,
10.12.09).
SNCB
trotz mehr Reisenden mit 134 Mio. Euro Verlust
Das Ergebnis der SNCB für das erste Halbjahr dieses Jahres erreicht
-134.1 Mio. Euro. Dies sind etwa 116 Millionen weniger als in der ersten
Hälfte des Jahres 2008. Dieses negative Ergebnis beruht hauptsächlich
auf Faktoren, auf die die SNCB wenig oder keinen Einfluss hat. Die Auswirkungen
der weltweiten Krise an den Güterverkehrssparte und der starke Anstieg
der Strompreise beeinflussten das negative Ergebnis.
Die schwerwiegendsten Folgen der Krise betreffen SNCB Logistics. Ein Rückgang
um 41% der transportierten Güter auf 17,5 Millionen Tonnen und
um 80 Mio. auf 111,1 Mio. Euro im Vertrieb erfordert operative Maßnahmen
in der Güterverkehrssparte: Weitere Kostensenkungen, Optimierung
der Verwaltung, optimaler Einsatz von Betriebsmitteln, Abbau von Personal.
Das Konjunkturpaket der Regierung hat das Ergebnis der Güterverkehrssparte
der SNCB um einige Millionen Euro verbessert. Die Regierung hatte beschlossen,
eine Reihe von steuerlichen Anreizen, die bereits für den privaten
Sektor bestehen, auch den öffentlichen Betrieben zuzubilligen.
Darüber hinaus führten diese Maßnahmen zu einem stark
verbesserten Ergebniss in der zweiten Jahreshälfte gegenüber
der ersten. Dies sollte in den kommenden Monaten bestätigt werden.
Deshalb wird die ursprüngliche Schätzung eines Ergebnisses von
-188 Mio. Euro für SNCB Logistics sicherlich nicht erreicht werden.
Die Frachtbereich wird bis Ende des Jahres 2009 mit einem Verlust von
rund 130 Millionen Euro abschließen.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres befördete die SNCB den Rekord
von 108,2 Millionen Fahrgäste im innerstaatlichen Verkehr (+3,6%).
Wenn dieser Trend anhält, hat die SNCB im Jahr 2009 mehr als 216
Millionen Personen im Inlandsverkehr befördert. SNCB Mobility hat
ihren Umsatz damit um fast 20 Millionen Euro gesteigert. Dabei benutzt
der Kunde zunehmend die "Cartes Train" (ca. 62,5% vom Umsatz).
Das Bilanzierungs-Ergebnis bleibt aber in den roten Zahlen aufgrund der
steigenden Kosten für Energie und Personal sowie der erhöhten
Kosten zwischen den SNCB-Gruppen.
SNCB
Europe hat einen leichten Rückgang der Ergebnisse registriert. Mit
3% weniger Passagieren (5,3 Millionen) und einem Rückgang um 8,6%
auf 106,8 Millionen Euro Umsatz sind die Auswirkungen der Krise auch hier
erheblich. Internationale Reisende scheinen sowohl im professionellen
Bereich als auch bei Reisen zu sparen (WKZ,
Quelle Pressemeldung SNCB, 04.11.09).
Lokführergewerkschaften
legen Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof ein
Die europäische Vereinigung von 16 unabhängigen europäischen
Lokomotivführer-Gewerkschaften, ALE, hat Ende September 2009 beim
Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg
Beschwerde
gegen den belgischen Staat eingelegt.
Die ALE sind der Rechtsauffassung, dass der belgische Staat zum einen
das Recht ihrer belgischen Mitgliedsgewerkschaft Syndicat Autonome des
Conducteurs de Train (SACT) auf Vereinigungsfreiheit behindert. Zum anderen
sieht sie das Recht der SACT auf ein faires Verfahren verletzt. Vor allem
aber ist die ALE der Rechtsauffassung, dass durch den ganzen Vorgang eigene
Rechte der ALE als Dachorganisation verletzt werden.
Fast zehn Jahre prozessiert die SACT nun gegen den belgischen Staat und
seine Gerichtsbarkeit, um als handlungsfähige Gewerkschaft anerkannt
zu werden. „Diese nicht zu akzeptierende Verfahrensdauer ist eine
eindeutige Rechtsverweigerung“, erklärte der klageführende
Präsident der ALE, Manfred Schell, in Frankfurt: „Sie höhlt
das Recht der SACT auf Vereinigungsfreiheit aus, die daran gehindert wird,
ihre Mitglieder effektiv und wirksam zu vertreten.“
Nach Aufhebung aller negativen Urteile gegen die SACT am 2. Februar 2008
durch das höchste ordentliche Gericht in Belgien, dem Kassationshof,
ist die Sache aktuell zur erneuten Verhandlung an das Gericht des zweiten
Rechtszuges, dem Appellationshof in Brüssel zurückverwiesen.
Dieses Gericht verschiebt seit zwei Jahren die Entscheidungstermine, vom
17. Februar 2009 auf den 17. September 2009, zuletzt nun auf den 14. Januar
2010, und zögert den zu erwartenden Erfolg der SACT hinaus. Die Mitglieder
der SACT, aber auch potenzielle Mitglieder, bewerten diese Art der Rechtsverschleppung
als einen ungeheuerlichen Akt der belgischen Gerichtsbarkeit, sowohl nach
nationalem also auch nach internationalem Recht.
Die ALE vertritt die Rechtsauffassung, die sie dem Europäischen Gerichtshof
für Menschenrechte (EGMR) darlegt, dass die ALE durch die rechtswidrige
Behandlung ihrer Mitgliedsgewerkschaft SACT vor allem auch in eigenen
Rechten und ihrer Handlungsfähigkeit verletzt ist. Durch Verweigerung
der Anerkennung der SACT als Gewerkschaft ist die ALE unmittelbar betroffen
und eingeschränkt handlungsfähig, weil sie nicht für all
ihre Mitgliedsgewerkschaften in Europa auftreten kann (Pressemeldung GDL,
22.10.09).
Belgien:
Bilanz nach fünf Jahren SNCB/NMBS
In den vergangenen fünf Jahren war
die SNCB/NMBS von besonderer Bedeutung für die Wirtschaft und die
Mobilität in Belgien. Das Unternehmen, einer der größten
Arbeitgeber im Land, wird in Belgien auch in naher Zukunft zunehmend an
Bedeutung gewinnen.
Am 19.10.04
wurde im belgischen Amtsblatt das Königliche Dekret über die
neuen Statuten der SNCB/NMBS veröffentlicht. Mit der Veröffentlichung
des Papiers wurde das Unternehmen SNCB/NMBS geboren, eine der drei Komponenten
der neuen Konzernstruktur der belgischen Eisenbahngruppe.
In den vergangenen fünf Jahren hat die Firma nicht aufgehört,
ein Ziel zu verfolgen: ein effizienter Bahnbetreiber zu werden. Mit Hilfe
von Fakten und Zahlen kann nach fünf Jahren die Bilanz gezogen werden.
Die Zahl der Reisenden hat in diesen fünf Jahren stetig zugenommen.
Die SNCB/NMBS realisiert Wachstum weit über die Forderungen des Staates
hinaus. Um dieses Wachstum zu erreichen (ca. 5% der Reisenden pro Jahr)
hat die SNCB/NMBS seit Ende 2004 rund 600 Millionen Euro in neue, moderne
und komfortable Züge wie die Doppelstockwagen M6 oder die Triebwagen
Desiro ML investiert. Auch die Modernisierung alter Züge wie die
der Serie M5 wurde vorangetrieben (siehe Grafik oben).
Durch diese Investitionen wird sich die Kapazität der SNCB/NMBS um
über 34% auf insgesamt 375 000 Sitzplätze im Jahr 2016 erhöhen.
Die Sitzplätze der Neubauserien M6 und Desiro ML bieten über
150 000 Plätze.
Die Entscheidung für eine Standardisierung der Ausrüstung bringt
der SNCB/NMBS viele Vorteile. Die Normung erleichtert das Bestandsmanagement
und die Instandhaltung. Bedeutende Investitionen wurden dabei auch in
den Werkstätten von Lüttich, Charleroi und Gent vorgenommen,
um deren Kapazitäten zu erhöhen und die Anwendung modernster
Technologien zu ermöglichen.
Die Qualität des Schienenverkehrs und die Kundenzufriedenheit werden
vor allem durch die Pünktlichkeit bestimmt, deren Einhaltung im Mittelpunkt
der Aufmerksamkeit der SNCB/NMBS steht. Eine detaillierte Analyse zeigt,
dass weniger als die Hälfte der Verzögerungen von der SNCB/NMBS
verursacht sind.
Die meisten der Verzögerungen durch die SNCB/NMBS sind technischen
Ursprungs, aber auch äußere Faktoren wie das schlechte Wetter
zu Beginn dieses Jahres, Unfälle oder Zwischenfälle mit Dritten
spielen eine Rolle.
Eine gemeinsame Studie der SNCB/NMBS und des Infrastrukturbetreibers Infrabel
wurde vor kurzem in Auftrag gegeben. Sie soll zu einem gemeinsamen Aktionsplan
für eine bessere Zusammenarbeit führen.
Auch die Fahrgastinformation wurde verbessert. Die SNCB/NMBS informiert
Reisende in Echtzeit per SMS, über Widgets, über das Internet,
über Reisebüros oder online via Windows Live.
Das Unternehmen hat sich zunehmend als ein wichtiger Akteur in Europa
im Hochgeschwindigkeits-verkehr positioniert. Brüssel wurde zum Eisenbahn-Verbindungsknoten
nach Süd-Frankreich, in die Bundesrepublik Deutschland, die Niederlande
oder nach England. Im Jahr 2010 wird die SNCB/NMBS einen neuen Hochgeschwindigkeitszug
in die Niederlande einzuführen: den Fyra.
Ferner wird die Position der SNCB/NMBS in der neuen Eurostar-Struktur
stabilisiert werden. Die Beteiligung der SNCB/NMBS am Eurostar-Kapital
sollte einen positiven Einfluss auf die Ergebnisse des belgischen Eisenbahn-Betreibers
haben. Wurden früher nur die Ergebnisse der zwischen Brüssel
und London verkehrenden Züge berücksichtigt, erhält die
SNCB/NMBS nun auch einen Anteil am Kuchen der Erlöse für die
Verbindung Paris - London. Über die Beteiligungen an Eurostar, Thalys,
TGV und Fyra stärkt die SNCB/NMBS ihre Präsenz und Bedeutung
in der Sparte des High-Speed-Verkehrs.
Wie der internationale Reiseverkehr, kann auch die Güterverkehrssparte
nicht auf öffentliche Gelder bauen. Der Transport auf der Schiene
wird liberalisiert und die SNCB/NMBS steht vor einem Wettbewerb, der derzeit
rund 10% des Marktes beträgt. Die Zeit wird knapp unter dem Druck
aus Europa, der auf eine schnelle Entscheidung drängt. Antwerpen,
Flandern und Belgien haben das berechtigte ehrgeizige Ziel, Logistik-Plattform
für Europa zu werden.
In diesem Jahr wird die Güterverkehrssparte mit einem Verlust von
fast 190 Millionen Euro geführt. Ein großer Teil erklärt
sich über die globale Krise, aber es bleibt ein strukturelles Defizit
von rund 85 Millionen Euro. Der Business-Plan sieht vor, die Frachtdivision
bis zum Jahr 2012 aus den roten Zahlen zu führen. Dabei wird auf
die Stärkung der Güterverkehrssparte durch logistische Angebote
für bestimmte Zielgruppen gesetzt.
Die SNCB/NMBS hat ferner beschlossen, unternehmensweit ERP-SAP-Technologie
umzusetzen. Dies ermöglicht eine ordnungsgemäße Verwaltung
des Unternehmens (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCB/NMBS, 08.10.09).
SNCB-Gruppe
präsentiert Nachhaltigkeitsbericht 2008
Zum ersten Mal in ihrer Geschichte präsentiert die SNCB-Gruppe einen
Nachhaltigkeitsbericht
für das Jahr 2008. Mit diesem Bericht, der so transparent wie
möglich gefasst ist, möchte die SNCB-Gruppe ihre Bemühungen
im Hinblick auf die Bereitstellung einer nachhaltigen Emtwicklung markieren.
Ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit ergeben sich
demnach durch eine Reihe von Investitionen, Strategien, Initiativen und
Projekten, die 2008 abgeschlossen wurden oder 2008 auf den Markt kamen.
Der Bericht zeigt dabei transparent jene Punkte auf, die Anreize für
Verbesserungen schaffen, die die gesamte Gruppe motivieren, Geleistetes
zu hinterfragen und neuen Herausforderungen zu begegnen.
Die Nachfrage nach Mobilität nimmt immer stärker zu, wobei der
Schienenverkehr schneller als die Mobilität in ihrer Gesamtheit wächst.
Die CO2-Emissionen sind fünfmal niedriger als die im traditionellen
Straßenverkehr.
Als Hauptakteur auf dem belgischen Mobilitätsmarkt wird die SNCB
Gruppe weiterhin die Umwelt-belastung durch den Verkehr verringern und
den Kampf gegen die globale Erwärmung aufnehmen. So sind die spezifischen
CO2-Emissionen zwischen 1990 und 2008 um 47% für den Personenverkehr
und um 32% für den Güterverkehr zurückgegangen, da mehr
und mehr Züge von elektrischer Traktion befördert werden. Der
Anteil der Personenzüge mit elektrischer Traktion stieg zwischen
1990 und 2008 von 89 auf 92%, für Güterzüge erhöhte
er sich von 59 auf 78%.
Neben dem rollenden Material hat sich die SNCB-Gruppe in Einklang mit
der belgischen Bundesregierung verpflichtet, bis 2020 die Energiebilanzen
von Gebäuden und Werkstätten zu verbessern. Zu den konkreten
Beispielen gehören die Installation von Luftschleieranlagen in den
Werkstätten und Energieeinsparungen von 25% an Heizkosten.
Weitere Projekte sind die Lärmreduzierung von Zügen und Bahnstrecken,
ein Testprojekt für Mülltrennung an vier Bahnhöfen, die
Verringerung des Wasserverbrauchs in den Wagenwaschanlagen und das Projekt
"Train à voile" zur Verwendung von Windkraft.
Schließlich wurden in den letzten 10 Jahren rund 32 Millionen Euro
für Studien zur Bodensanierung verwendet. Für das Jahr 2008
steht ein Budget über 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Zugleich
führte die SNCF-Gruppe einen kontinuierlichen Dialog mit den Verwaltern
ausgewiesener Naturschutzgebiete (Natura 2000), die für mehr Aufmerksamkeit
im Falle von Arbeiten in oder in der Nähe dieser Gebiete sorgen sollen.
Die wirtschaftliche Nachhaltigkeit wird schließlich auch ab 2010
durch die Anwendung des Programms "ERP" (Enterprise Resource
Planning) unterstützt, um alle wichtigen Geschäftsprozesse zu
unterstützen und eine bessere finanzielle Informationen zu generieren.
Weitere Punkte betreffen die Entwicklung des RER-Projekts
in Brüssel, die Anpassung des Maschinenparks, behindertengerechte
Zugangsmöglichkeiten (Renovierung von Bahnhöfen und Park-plätzen)
sowie die Instandhaltung und Modernisierung von bestehenden Bahnanlagen
(Pressemeldung SNCB, 15.09.09).
De
Lijn (Flandern)
 
Die flandrische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn macht es seinen Fahrgästen
leicht. Für acht Euro gibt es eine Mehrfahrtkarte. Sie gilt in allen
De Lijn-Betrieben, also in ganz Flandern.
Von frühmorgens bis in die Abendstunden verkehren die Trams ständig.
Die Kustram bedient alle wichtigen Nordseebäder zwischen Knokke und
De Panne im 10-Minuten-Takt bei Fahrpreisen zwischen 0,80 € und 1,50
€.
In Gent und Antwerpen kann die wertvolle Architektur von Renaissance bis
Art Deco aus den zahlreichen Tramlinien besichtigt werden. In den Städten
kostet die Fahrt meist nur 0,80 €.
Die Preise, und die Häufigkeit der Bahnen erstaunen den Besucher
aus dem östlichen Nachbarland (Matthias
Schenkel, www.donaulaender.at,
20.08.09).
Tramverkehr
in Brüssel
 
Trotz U-Bahn und U-Strab verkehren die Brüsseler Trams auf einem
sehr dichten Netz in kurzen Abständen.
Die Linie 94 durchquert die ganze Stadt auf den Spuren von René
Magritte, der Alltag der Wochenmarktbesucher oder Architektur aus allen
Epochen begleiten den Fahrtgast.
Die Linie 81 bringt den Besucher auf beschaulicher und kurvenreicher Fahrt
tief ins Jugendstilviertel.
Fünf Triebwagentypen, von BN oder Bombardier gebaut, beherrschen
das Bild (Matthias
Schenkel, www.donaulaender.at,
20.08.09).
Neuer
Hochgeschwindigkeitszug Fyra präsentiert
 
Michel Jadot (NMBS) und Michiel van Roozendaal (NS
Hispeed)
präsentierten den "Fyra". Fotos NS Highspeed.
Die SNCB und NS Hispeed haben am 7. Juli 2009 in Amsterdam die neuen Hochgeschwindigkeitszüge
für die Strecke Brüssel - Amsterdam vorgestellt. Die von
AnsaldoBreda in Italien gefertigten Züge vom Typ V250 werden
den Namen "Fyra" tragen und ab dem Jahr 2010 mit einer Höchstgeschwindigkeit
von 250 km/h auf den Strecken Amsterdam - Schiphol - Rotterdam - Antwerpen
- Brüssel und Amsterdam - Schiphol - Rotterdam - Breda verkehren.
Die Fahrzeit zwischen den Städten Amsterdam und Brüssel wird
dann eine Stunde und fünfundvierzig Minuten, die zwischen Rotterdam
und Schiphol nur noch zwanzig Minuten betragen.
Der vorgestellte Zug ist noch ein Prototyp, der im Inneren mit Mess- und
Testeinrichtungen ausgerüstet ist. Die Prüffahrten werden in
Kürze auf der HSL-Zuid (Hochgeschwindigkeitsstrecke Süd) in
den Niederlanden und auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke L4 in Belgien
erfolgen. Die Testfahrten werden unter der Regie von AnsaldoBreda durchgeführt.
Sobald sie erfolgreich abgeschlossen sind, werden die Arbeiten am Zug
in Italien vollendet.
NMBS und NS Hispeed werden über insgesamt 19 dieser Züge verfügen
(3 bzw. 16 Stück). Nach Abschluss der TSI- und ERTMS-Zertifizierung
werden dies die ersten Züge sein, die auf dem gesamten Netz der Europäischen
Union einsatzbereit sind.
Etwa ein Jahr nach dem Start der Testfahrten sollen die Züge auf
der Strecke Amsterdam - Brüssel in den Einsatz gelangen. Bei Inbetriebnahme
der Hochgeschwindigkeitsstrecke werden vorerst noch Lokomotiv-bespannte
Züge (TRAXX und ICR-Wagen) mit einer Geschwindigkeit von 160 km/Stunde
fahren (WKZ, Pressemeldung SNCB/NS Highspeed, 09.07.09).
Personal
der Betriebszentralen wird mit Funkwerk IT Simulatoren geschult
Das belgische Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen Infrabel setzt seit kurzem
13 neue Betriebs- und Stellwerkssimulatoren von Funkwerk IT zur Schulung
des Personals in den Bedienzentralen ein. Nach Abschluss der Trainerausbildung
beginnt im Juni 2009 die Schulung der Fahrdienstleiter.
Infrabel
plant, Ende 2012 das gesamte Infrabel Eisenbahnnetz über das von
Siemens Belgien entwickelte Leitsystem EBP (Elektronischer Bedienplatz)
aus 31 Betriebszentralen zu steuern. Um die Bediener auf die neue Aufgabe
vorzubereiten und qualifiziert zu schulen, wurde die von Funkwerk IT entwickelte
neue Betriebs- und Stellwerkssimulation BEST eingeführt.
Mit
den neuen BEST-Simulatoren wird die Ausbildung bei Infrabel deutlich ausgebaut
und optimiert, denn die Bediener können in einer realistischen Lernumgebung
auf neue Arbeitsmethoden und –bedingungen geschult werden. Außerdem
verbessert das regelmäßige Training von sicherheitsrelevanten
Handlungen und selten auftretenden Störfall-Situationen die Handlungssicherheit
und reduziert den menschlichen Fehlerfaktor. Darüber hinaus ist das
Training für die Bediener erforderlich, um sie mit den Weiterentwicklungen
von EBP, Infrastruktur und Fahrplan vertraut zu machen. Durch die vielfältigen
Trainingsmöglichkeiten und das gefährdungsfrei Störungs-
und Stressmamagement am Simulator steigt die Qualität der Betriebsführung
deutlich.
Die BEST-Simulation vereinfacht die Ausbildung für die Trainer erheblich,
weil realistische Ausbildungsszenarien auf Knopfdruck abgerufen werden
können.
Infrabel
setzt, wie eine Vielzahl von Eisenbahninfrastrukturbetreibern in Europa,
bei der Schulung seines Bedienpersonals komplett auf BEST. Bis Mitte 2010
installiert Infrabel weitere 13 Simulatoren. Im Endausbau plant das Unternehmen
die Ausbildung an insgesamt 45 Simulatoren und wird dann europaweit der
größte Nutzer der Betriebs- und Stellwerkssimulation sein (Pressemeldung
Funkwerk Information Technologies GmbH, 08.05.09).
Letzte
Fahrten der Baureihe 16
 
Letzte Woche unternahmen die sechs Lokomotiven der Baureihe 16 der SNCB
ihre letzten Fahrten. Aufgrund der Wirtschaftskrise hat die SNCB zuviel
Lokomotiven der Baureihe 13 (Personen- und Güterlokomotiven, die nach
Frankreich fahren) im Besitz, die freiwerden und zu Spitzenzeiten Züge
der Baureihe 16 übernehmen.
Lok 1608 trifft am 22.04.09 in Gent-Sint-Pieters mit einem Zug von Ostend
nach Schaarbeek (Brüssel) ein. Lok 1602 fährt durch Drongen nach Ostend
(Joris De Mol, www.jorisrail.be,
27.04.09).
Probefahrten
auf der HSL 4
 
Seit Jahren ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke HSL 4 zwischen Antwerpen
und den Niederlanden fertiggestellt, aber die vorgesehenen Regionalzüge
sind noch nicht fertig. Auf dieser Strecke gibt es nur einen Bahnhof,
Noorderkempen. Ab 14.06.2009 ist der Zugbetrieb zwischen Antwerpen-Centraal
und Noorderkempen geplant.
Diese Woche begannen die Probefahrten. Vorgesehen ist ein Betrieb mit
Zügen der Reihung
• 1 Steuerwagen BDx
• 1 Lokomotive Typ 13
• 3 oder mehrere Reisezugwagen
• 1 Steuerwagen BDx (Willy
Henderikx, 10.04.09).
Probefahrten
mit renovierten M5-Reisezugwagen
 
Am 07.04.2009 hat die NMBS/SNCB Probefahrten mit renovierten M5-Reisewagen
durchgeführt. Die Modernisierung wurde im Werk Cuesmes bei Mons durchgeführt.
Die Fotos zeigen die Wagen in alter und neuer Ausführung (Willy
Henderikx, 09.04.09).
Antwerpen-Central
schönster Bahnhof in Kontinental-Europa
Der Antwerpener Bahnhof "Antwerpen-Central" wurde zum schönsten
Bahnhof in Kontinental-Europa gewählt. In der vom US-Nachrichtenblatt
"Newsweek" veröffentlichten Liste stehen:
Platz 1 "London - St. Pancras"
Platz 2 "New York - Grand Central Terminal"
Platz 3 "Mumbai - Chhatrapati Shivaji" (Indien)
Platz 4 "Antwerpen - Central"
Platz 5 "Limoges - Gare des Bénédictins" (Torsten
Hopp, 16.02.09).
72
zusätzliche M6-Doppelstockwagen für SNCB
Ein Konsortium aus Bombardier Transportation und Alstom Transport hat
einen Vertrag zur Lieferung von 72 M6-Doppelstockwagen an die Staatlichen
Belgischen Eisenbahnen (SNCB) unterzeichnet. Der Gesamtwert des Vertrags
beträgt ca. 128 Millionen Euro (176 Millionen US-Dollar). Der Anteil
der beiden Konsortial-Partner liegt bei jeweils ca. 50 %. Die Lieferung
ist geplant für den Zeitraum von April 2010 bis März 2011.
Mit
diesem vierten Folgeauftrag aus einem Vertrag von 1999 steigt die Gesamtzahl
der M6-Doppel-stockwagen auf 492 Stück (das entspricht etwa 64.000
Fahrgast-Plätzen). Die M6-Doppelstockwagen werden vorwiegend auf
den Hauptverkehrslinien des belgischen Schienennetzes eingesetzt und erreichen
Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h.
Der
belgische Bombardier-Standort Brügge wird für die gesamte Produktion
der vier Steuerwagen sowie für die Endmontage der 68 Mittelwagen
verantwortlich sein. Das Werk in Brügge verfügt über langjährige
Erfahrung in Entwicklung und Produktion. Die Drehgestelle produziert Bombardiers
Bogie-Kompetenzzentrum in Crespin (Frankreich). Die Konstruktion der Fahrzeuge
basiert auf dem erfolgreichen und komfortablen Typ I-11 von Bombardier
und berücksichtigt die aktuellen Projektanforderungen, die sich unter
anderem aus Fahrgastwünschen ergeben.
Alstoms
weltweites Kompetenzzentrum für Bordnetzstromrichter und Signalsysteme
für nationale Standards und ETCS/ERTMS (European Train Control System
/ European Railway Traffic Management Systems) in Charleroi (Belgien)
ist ebenfalls in das Projekt eingebunden. Von dort kommen die Bordnetzstromrichter
für alle Fahrzeuge und die ATLAS-Signaltechnik nach ERTMS-Standard
für die vier Steuerwagen. Die französischen Alstom-Standorte
Valenciennes und Velleurbane liefern die Mittelwagen (semi-finished) und
die Zugsteuerungsgeräte der vier Steuerwagen.
Stéphane
Rambaud-Measson, President Passengers, Bombardier Transportation, erklärte:
„Dieser Auftrag zeigt sowohl das Vertrauen der SNCB in unsere Doppelstockzüge
und deren Komfort als auch die Wertschätzung der Passagiere für
die Fahrzeuge. Die Doppelstockwagen werden als ideale Antwort auf steigende
Fahrgastzahlen gesehen.“
„Wir
freuen uns sehr, dass die SNCB erneut auf das Konsortium vertraut“,
sagte Roland Kientz, Senior Vice President Alstom Transport für Nordeuropa.
„Die M6-Wagen haben sich seit ihrer Inbetriebnahme 2002 zu einem
Erfolgsmodell entwickelt, und wir tragen seitdem als starker Partner der
SNCB zur weiteren Entwicklung des Eisenbahnverkehrs in Belgien bei.”
Der
CEO der Staatlichen Belgischen Eisenbahnen (SNCB), Marc Descheemaecker,
sagte: „Unsere Fahrgastzahlen nehmen von Jahr zu Jahr zu. In diesem
Zusammenhang bieten die Doppelstockfahrzeuge unserer Flotte sowohl höhere
Kapazität als auch einen Gewinn an Komfort. Die M6-Doppelstockwagen
sind ein wichtiger Beitrag zu einer verbesserten Mobilität. Durch
sie werden wir nicht nur das Angebot während der Hauptverkehrszeiten
auf den wichtigsten Linien verbessern können. Zweifellos wird sich
die Neuanschaffung auch positiv auf die Pünktlichkeit unserer Züge
auswirken. Für unsere Entscheidung war außerdem sehr wichtig,
dass diese Investition in unseren festgelegten Haushaltsrahmen passt.“
(Pressemeldung
Bombardier, 17.12.08).
Eröffnung
des Eingangs Kievit für Antwerpen-Centraal
 
 
 
Am 16.12.2008 wurde der zweite Eingang "Kievit" des Bahnhofs
"Antwerpen Centraal" festlich durch die für die Eisenbahn
zuständige Ministerin Inge Vervotte (CD&V), Jannie Haek (Chief
Executive Officer, SNCB/NMBS Holding) und dem Bürgermeister von Antwerpen,
Patrick Janssens, eingeweiht. Der zweite Eingang ist um ein Atrium von
13000 m² herumgebaut.
Der Architekt Jacques Voncke (NMBS-Tochter Eurostation) hat die Halle
aus Licht, Luft und Raum erkoren. Der gläserne Kubus besteht aus
900 Tonnen Stahl und 6500 m² Glas. Die NMBS Holding investierte 20 Millionen
EUR in diesen Teil des Projekts.
Alle Bahnsteigniveaus +1, -1 und -2 und die Geschäftgalerie sind schnell
und rasch erreichbar. Als Blickfang dient eine rote Box, in die später
ein Buffet einziehen soll. Für die 65 Geschäften wurden kommerzielle
Räume von 800 m² vorgesehen. Auf der Etage -1 ist eine neue Fahrradunterstellung
mit einer Kapazität von 750 Stück vorhanden. Später sollen auf sechs
Etagen Parkplätze für 600 Autos zur Verfügung stehen (Willy
Henderikx, 17.12.08).
Bombardier
Subunternehmer von Siemens für die Lieferung von Desiro ML
Bombardier Transportation hat einen Vertrag mit Siemens zur Montage eines
wesentlichen Teils der “Desiro ML”-Triebwagengarnituren für
das Brüsseler Regionaleisenbahnnetz “RER” (Réseau
Express Régional) abgeschlossen. Der Vertrag umfasst einen Festauftrag
von 115 Zügen und eine Option über weitere 85 Züge.
Der
Festauftrag beläuft sich auf ca. 168 Millionen Euro (214 Millionen
US-Dollar). Er beinhaltet die Beschaffungs- und Produktionstätigkeiten
für die Lackierung, die Endmontage und das Testen der Schienenfahrzeuge.
Die Arbeiten werden im Bombardier-Werk in Brügge (Belgien) ausgeführt.
Die Auslieferung sowie die Übergabe an den Endkunden, die belgische
Eisenbahn (SNCB), ist von März 2012 bis Januar 2014 geplant, der
optionale Auftrag bis April 2015 (Pressemeldung
Bombardier, 18.11.08).
Design
at Work”-Award für FLEXITY Outlook-Straßenbahn für
Brüssel
Die
BOMBARDIER FLEXITY Outlook-Straßenbahnen für die Brüsseler Verkehrsbetriebe
(STIB / Societé des Transports Intercommunaux de Bruxelles) haben den
„Design at Work Award“ erhalten. Die Auszeichnungen werden von der belgischen
„Interior Foundation“ verliehen. Sie würdigen kreatives zeitgenössisches
Design und bilden dabei einen internationalen Querschnitt der aktuellsten
Trends, Entwicklungen und Meilensteine ab.
Die Preisverleihung des „Design at Work Award“ fand im Rahmen der 21.
Biennale für Internationales Design in Kortrijk (Belgien) statt. Die Jury
bestand aus internationalen Experten und unterstrich die Qualität der
Bewerbungen in den Bereichen Produktionstechnologie, Sicherheit, Energieverbrauch,
Kommunikationspotenzial und Benutzerfreundlichkeit.
Die 32 Meter lange und zu 100 % auf Niederflurtechnik basierende Straßenbahn
FLEXITY Outlook von Bombardier erhielt die Auszeichnung in der Kategorie
„Mobilität“. Wesentliche Merkmale der Fahrzeuge sind das intelligente
Raumkonzept, die indirekte Beleuchtung und die Farbkomposition. Das Design
orientiert sich an der Geschichte und der Architektur der Stadt Brüssel,
vor allem am prägenden Jugendstil. Die Jury wies besonders auf den durchdachten
Einsatz hochwertiger Materialien hin. Die Verwendung von Holz und Leder
für die Polsterung der Sitze hat seit der Einführung der FLEXITY zu einem
erheblichen Rückgang von Vandalismus geführt (Pressemeldung Bombardier,
22.10.08).
Abkommen
über die gegenseitige Wagenzulassung

François Jaeger (Luxemburg), André Latruwe
(Belgien), Michel Aymeric (Frankreich) unterzeichnen das Protokoll.
Die nationalen Sicherheitsbehörden aus Belgien, Luxemburg und Frankreich
haben am 5. September in Brüssel ein Protokoll über die gegenseitige
Anerkennung der Genehmigung zur kommerziellen Nutzung von Wagen unterzeichnet.
Dieses neue Protokoll erleichtert und beschleunigt die Erteilung von Genehmigungen
für die kommerzielle Nutzung der Wagen.
Ein in einem der drei Länder zugelassener Waggon erhält nun
viel schneller, und mit den gleichen Garantien für die Sicherheit,
eine Zulassung in den anderen beiden Ländern, da die üblichen
Vorgaben im Zusammenhang mit der"technischen Sicherheit" wesentlich
erleichtert werden.
In
einer Übergangsphase, in der die Fahrzeuge noch nicht alle Anforderungen
der technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (Spécifications
techniques d’interopérabilité, STI) erfüllen,
stellt das neue Protokoll einen bedeutenden Fortschritt auf dem Weg zur
Harmonisierung und Interoperabilität dar (WKZ, Pressemeldung Etablissement
public de sécurité ferroviaire, 11.09.08).
Schenker
NV in Belgien hat fehlerhafte Abrechnungen vorgelegt
DB Schenker untersucht in Zusammenarbeit mit dem Bereich Compliance der
Deutschen Bahn AG bei Schenker NV in Belgien einen Fall von fehlerhaften
Abrechnungen. Chief Compliance Officer (CCO) Wolfgang Schaupensteiner:
„Es geht dabei um den Verbleib von einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag
über einen längeren Zeitraum, über den uns das Management
in Antwerpen Erklärungen liefern muss.“ Im Zahlenwerk der DB
Mobility Logistics AG ist dieser Sachverhalt im 1. Halbjahr 2008 bereits
vollständig berücksichtigt worden.
„Der
entstandene Schaden trifft in keiner Weise unsere Kunden, sondern ist
ausschließlich ein DB Schenker-interner Vorgang“, sagte Dr.
Norbert Bensel, als Chef von DB Schenker verantwortlich für das Ressort
Transport und Logistik in der DB Mobility Logistics AG. „Wir stehen
für Null Toleranz – völlig unabhängig von Funktion,
Status oder Position der Betroffenen im Unternehmen“, so Bensel
weiter. Für ihn zahlt sich jetzt die internationale Aufstellung des
DB-Compliance-Bereichs aus: „Gemeinsam arbeiten wir effektiv auch
über Landesgrenzen hinweg und sichern damit die Einhaltung der Regeln
in unserem internationalen Logistikgeschäft.“
Die
Bahn hat unter der Führung von Wolfgang Schaupensteiner ein 28-köpfiges
Team aufgestellt, das sich mit der Verfolgung von Korruptionshinweisen
beschäftigt und sich zugleich zunehmend auf Schulung der Mitarbeiter
und damit auf Prävention spezialisiert.Um die Einhaltung der nationalen
und internationalen Gesetze sowie der internen Regeln konzernweit sicherzustellen,
bekommen alle Geschäftsfelder zusätzliche Compliance-Beauftragte.
Schenker
NV in Belgien zählt zu den kleineren Tochtergesellschaften der Schenker-Organisation.
Mit 650 Mitarbeitern wird jährlich ein Umsatz von 242 Millionen Euro
erwirtschaftet (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 23.08.08).
HaCon
Fahrplanauskunft HAFAS-RealTime für die Belgischen Eisenbahnen
Die Belgischen Eisenbahnen (SNCB) haben sich für den Einsatz von
HAFAS-RealTime entschieden. In den kommenden Monaten werden Echtzeitdaten
des Belgischen Eisenbahninfrastrukturbetreibers Infrabel über UIC-407-Schnittstellen
in das HAFAS-System der SNCB integriert. Neben Verspätungen und Prognosen
werden auch Ausfälle, Teilausfälle und Umleitungen integriert.
Auf Basis der Echtzeitdaten werden SMS-Dienste realisiert, die den direkten
Abruf von Verbindungen mit Echtzeitinformationen und Alternativenrouting
erlauben. Neben einem SMS-Anfrage-Dienst zur direkten Abfrage von aktuellen
Informationen wird auch ein SMS-Abo-Dienst umgesetzt, der Pendlern eine
tägliche Überwachung von abonnierten Verbindungen ermöglicht.
Die Belgischen Eisenbahnen haben bereits im vergangenen Jahr ihr bisheriges
nationales Auskunftssystem durch ein HAFAS-System ersetzt und ein landesweites
Auskunftssystem über alle öffentlichen Verkehrsmittel umgesetzt.
Neben einem webbasierten HAFAS-Routenplaner kommt HaCon-Software auch
zur Erstellung von Druck-Erzeugnissen und zur Generierung von Print2Web-Medien
(online Berechnung von pdf-Druck-Fahrplänen) zum Einsatz.
HAFAS und HAFAS-RealTime setzen sich somit europaweit immer mehr durch.
Neben Installationen in Nordamerika und Japan wird HAFAS so in 14 europäischen
Ländern als Auskunftssystem eingesetzt (Pressemeldung HaCon, 14.08.08).
Belgische
Staatsbahnen planen mit Viriato
Die SNCB kaufen erstmals fünf Lizenzen des Fahrplansystems Viriato. Das
Planungstool dient vorerst für die mittel- und langfristige Angebotsplanung.
Es ist vorgesehen, alternative Fahrplankonzepte zu entwickeln und in Funktion
von produktionstechnischen Aspekten und Betriebskosten darzustellen und
zu vergleichen.
Der Zuschlag erfolgte im Rahmen einer internationalen Ausschreibung und
umfasste neben der Basisversion auch die Zusatzmodule Fahrzeitenrechner,
Konflikterkennung, Reisezeitanalyse, Kalender und Rollmaterial-Umlauf.
Der Vertrag beinhaltet zudem die Schulung der Anwender und die Wartung
während der ersten 4 Jahre.
SMA ist stolz darauf, dass sich mit SNCB ein weiteres Verkehrsunternehmen
im Herzen Europas für die Viriato-Software entschieden hat (Pressemeldung
SMA und Partner AG, 16.06.08).
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