Dänemark
/ Danmark
Verkehrsminister
reagiert auf Kritik an Dieselbetrieb
DSB hat elektrische Lokomotiven der Baureihe EA,
die 1984 bis 1993 geliefert worden sind, nach Bulgarien verkauft. Auf
dem Foto ein EA-Abtransport in Pattburg. Foto HEE.
Der dänische Verkehrsminister Hans Christian Schmidt (Venstre) hat auf
die Kritik von Fachleuten und Oppositionspolitikern wegen seiner Aussagen
reagiert, dass die Elektrifizierung der innerdänischen Bahnstrecken auf
nicht absehbare Zeit gestoppt worden ist.
Schmidt hatte betont, dass es derzeit keine finanziellen Mittel für die
Elektrifizierung z. B. zwischen Fredericia und Århus gebe. Vor allem habe
die frühere Regierung aus Radikalen und Sozialdemokraten mit ihrer Entscheidung,
83 dieselgetriebene IC 4-Triebwagen zu kaufen, die Weichen für einen nichtelektrischen
Verkehr in den kommenden Jahren gestellt. Die fünf Milliarden Kronen teuren
Dieseltriebwagen müssten schließlich »aufgefahren« werden, bevor man neue
elektrische Züge bestellen könne.
Schmidt erklärte gegenüber der Fachzeitung »Ingeniøren«, dass er bestimmt
nicht den umwelt-freundlichen elektrischen Zügen in Dänemark eine Absage
erteilen wolle. Es werde aktuell an einer Strategieanalyse für den Bereich
Bahnverkehr gearbeitet, in dem es um eine volkswirtschaftlich optimale
Elektrifizierung im Bahnverkehr gehe. Diese Analyse werde aber nicht vor
Ende 2011 fertig sein. »Ich wollte mit meinen Äußerungen deutlich machen,
dass realistisch gesehen zehn Jahre vergehen werden, bevor wir in Dänemark
alle Hauptstrecken elektrifiziert haben«, erklärte Schmidt gegenüber »Ingeniøren«.
Verschiedene Eisenbahnverkehrsfachleute hatten darauf hingewiesen, dass
sich eine Umstellung auf elektrischen Zugbetrieb in Dänemark rasch rentieren
würde, weil die elektrischen Züge nicht nur deutlich weniger Energie verbrauchten,
sondern auch wesentlich sicherer im Betrieb seien. Es wurde im Beitrag
von »Ingeniøren« auch darauf hingewiesen, dass angesichts des steigenden
Passagieraufkommens im Bahnverkehr auch bei Inbetriebnahme aller 83 IC-4-Züge
schon bald neue Engpässe bei den Fahrzeugen entstehen würden.
Der Branchenverband Dansk Energi hatte nach Schmidts Elektrifizierungsabsage
darauf hingewiesen, dass mit dem Einsatz von elektrischen Zügen in größerem
Umfang auch die steigende Produktion von Windenergie sinnvoll genutzt
werden könne (Volker Heesch,
mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
10.07.10).
Elektrifizierung
bis Århus erst, wenn Diesel-IC4 »abgefahren« sind
Grenzüberschreitende elektrische Züge wie der »Øresundstog«
(r.) werden zwischen Schweden und Dänemark eingesetzt. Doch selbst im
Vorortverkehr Kopenhagens sind weiter ältere Dieselfahrzeuge, wie die
dieselelektrische Baureihe ME (l.), im Einsatz. Foto Volker Heesch.
Bereits am Rande der Vorstellung der neuen Intercityzugverbindung zwischen
Kopenhagen und Flensburg in der vergangenen Woche hatte der dänische Transportminister
Hans Christian Schmidt (Venstre) eingeräumt, dass es nicht besonders sinnvoll
erscheint, dass auf der bereits 1996 durchgehend elektrifizierten Linie
künftig wieder IC3-Dieselzüge eingesetzt werden. Schmidt erklärte gegenüber
dem Nordschleswiger, dass der Grund für den gebremsten Einsatz elektrischer
Züge in Dänemark in der Entscheidung der früheren SR-Regierung aus Sozialdemokraten
und Radikalen im Jahre 1999 liege, die Elektrifizierung zu stoppen und
stattdessen auf den Einsatz schneller Diesel-Triebwagen, den bis heute
nicht voll einsatzfähigen IC4-Zügen, zu setzen.
»Es stehen einfach nicht genügend Gelder für eine Elektrifizierung der
Strecke zwischen Fredericia und Århus zur Verfügung«, so Schmidt und fügt
hinzu: »Erst müssen die IC4 abgefahren werden.«
Schmidt unterstreicht, dass es auf jeden Fall sinnvoller gewesen wäre,
die Elektrifizierung fortzusetzen.
Im Rahmen des Streckenerneuerungsprogramms von Banedanmark steht nach
der über Jahre vernachlässigten Renovierung als nächstes die Installation
eines landesweiten modernen Signal- und Sicherheitssystems auf der Tagesordnung.
Erst danach könne die Elektrifizierung fortgesetzt werden. Es war von
der Verkehrsbehörde »Trafikstyrelsen« darauf hingewiesen worden, dass
eventuell die Strecke Lunderskov-Esbjerg vorzeitig elektrifiziert werden
können. Allerdings stehen DSB im Fernverkehr bereits heute zu wenig elektrische
Züge zur Verfügung. Ältere E-Loks sind sogar nach Bulgarien verkauft worden,
weil sie nicht ins DSB-Triebwagenkonzept passten.
Gegenüber der Zeitung »Børsen« erklärte Schmidt, dass die Regierung »vielleicht
etwas deutlicher« hätte erklären können, dass der Verzicht auf eine weitere
Elektrifizierung der dänischen Hauptbahnstrecken eine Realität sei.
Schmidt sagte, dass es längerfristig allein aus Umweltgründen eine weitere
Elektrifizierung des Bahnverkehrs in Dänemark geben werde. Und teilweise
wird auch weiter elektrifiziert. So laufen die Vorbereitungen für die
Aufstellung von Oberleitungen auf der Bahnverbindung Ringsted-Nykøbing-Rødby
in Verbindung mit dem Projekt feste Fehmarnbeltquerung bis 2018.
Eine Elektrifizierung der wichtigsten Inlandshauptstrecke zwischen Fredericia-Århus
und Frederikshavn würde rund sieben Milliarden Kr. kosten. Mit einer solchen
Investition könnten im internationalen Verkehr Århus-Hamburg schnelle
elektrische Fahrzeuge eingesetzt werden – allerdings nur, wenn diese Zweisystemtechnik
besitzen. Die deutsch- dänische Stromgrenze liegt in Pattburg, aber nur
Zweisystem- Güterzugloks fahren hier durch (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
09.07.10).
Nach
Kopenhagen im Stundentakt

Zur Vorstellung des neuen Angebotes zwischen Flensburg und Kopenhagen
waren die DSB mit einem IC3-Dieseltriebwagen angereist. Mit dieser Baureihe
wird der Verkehr ab 12. Dezember durchgeführt. Foto hee.
»Mit dieser neuen Verbindung – zusammen mit den durchgehenden Zügen Niebüll-Esbjerg
– erreichen wir einen weiteren Schritt zur Intergration des öffentlichen
Verkehrs im Grenzland«, erklärte auf dem Flensburger Bahnhof der dänische
Transportminister Hans Christian Schmidt (Venstre) bei der Vorstellung
der neuen Intercityverbindung zwischen Flensburg und Kopenhagen, die am
12. Dezember dieses Jahres eingerichtet wird.
»Wir wollen, dass mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen«,
so Schmidt und verwies auf den ab Dezember angeboteten umsteigefreien
Stundentakt im Intercityverkehr zwischen Nordschleswig und Kopenhagen
hin, denn neben dem IC Flensburg-Kopenhagen verkehren weiter stündlich
die Intercitytriebwagen Sonderburg-Kopenhagen.
Schmidt dankte dem Land Schleswig-Holstein für die gute Zusammenarbeit
bei der Verwirklichung der neuen Zugverbindung mit sieben täglichen Zugpaaren
zwischen der dänischen Hauptstadt und Flensburg. Der schleswig-holsteinische
Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) wies auf die künftig auf rund dreieinhalb
Srunden verkürzte Fahrzeit zwischen Flensburg und Kopenhagen hin. Und
de Jager meinte wohl in Anspielung auf deutsch-dänische Spannungen angesichts
der geplanten Sparmaßnahmen bei der dänischen Minderheit, dass es der
Landesregierung in Kiel weiter um ein sehr gutes Miteinander mit Dänemark
gehe.
Der geschäftsführende Direktor der Dänischen Staatsbahnen (DSB), Søren
Eriksen, der mit einem IC 3-Sonderzug zur Präsentation des neuen Angebots
nach Flensburg gekommen war, wies auf das bisher nicht ausgeschöpfte Fahrgästepotenzial
im dänisch-deutschen Bahnverkehr hin. Nach dem Erfolg der ICE-Verbindung
Århus-Hamburg-Berlin gehe man von deutlich mehr Reisenden zwischen beiden
Ländern aus. Zwischen Südjütland/Nordschleswig und Flensburg rechne man
mit jährlich 50.000 Reisenden. 100.000 werden im weiterführenden Verkehr
Richtung Hamburg und Berlin erwartet, da der neue Intercity auch bessere
An-schlüsse Richtung Süden herstelle (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
30.06.10).
IC
fährt bis Flensburg
Erst vor wenigen Monaten hatte sich der neue dänische Verkehrsminister
Hans Chr. Schmidt (V) bei einem Besuch in Kiel für bessere Bahnverbindungen
zwischen Flensburg und Dänemark eingesetzt. Bereits zum Fahrplanwechsel
im Dezember 2010 wird es deutliche Verbesserungen geben.
Seit Aufnahme des elektrischen Zugverkehrs Mitte der 1990er Jahre waren
die von Kopenhagen nach Nordschleswig eingesetzten Intercityzüge der Dänischen
Staatsbahnen (DSB) nur noch nach Sonderburg gefahren. Die Direktzüge nach
Flensburg entfielen. Es standen für den Verkehr Flensburg-Nordschleswig
fast nur noch Verbindungen mit dem Regionalexpress Hamburg-Pattburg und
Regionalzügen Pattburg-Fredericia zur Verfügung – mit lästigem Umsteigen
in Pattburg.
Aus dem schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium verlautete kürzlich,
dass man darauf abzielt, die deutschen Regionalzüge künftig wieder in
Flensburg enden zu lassen. Dafür würden dann dänische Züge bis Flensburg
durchfahren, um dort Anschlüsse herzustellen. Verkehrshindernis ist weiterhin
die deutsch-dänische Bahnstromgrenze in Pattburg, die bisher eine Durchbindung
verhindert. Langfristig wäre der Einsatz von Zweisystemzügen am besten
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
29.06.10).
2011
geht die Renovierung des Bahnnetzes weiter
Bis einschließlich 2012 werden fünf Milliarden Kronen in die Instandsetzung
des dänischen Schienen-netzes investiert. Die Bahn-Infrastrukturbehörde
Banedanmark hat bekanntgegeben, dass jetzt die Weichen für die nächsten
Vorhaben gestellt werden, nachdem in diesem Jahr die Renovierung und Modernisierung
der Strecken zwischen Tingleff und Sonderburg sowie zwischen Herning und
Holstebro auf vollen Touren angelaufen ist. Nach Angaben von Banedanmark
wird 2011 die Renovierung der Bahnstrecke Tondern-Ripen-Bramming durchgeführt.
Deshalb müssen Reisende auf der Strecke, auf der ab Dezember 2010 die
Züge durchgehend von Esbjerg nach Niebüll rollen, mit monatelangem Schienenersatzverkehr
rechnen. Auch von Skanderborg nach Herning wird renoviert. 2012 geht es
weiter zwischen Aalborg und Frederikshavn.
Der Regionalausschuss des Regionsrates Süddänemark hat sich für eine Stilllegung
der Bahn Varde-Nr. Nebel ausgesprochen. Die für den Betrieb des oft auch
Vestbanen genannten Strecke zuständige Region hat den Verkehr bisher bis
2011 bestellt. Aus Kostengrünen sollen Busse die Bahn ablösen, für die
es auch Pläne gibt, die Züge bis Esbjerg durchzubinden und als Zubringer
für die Touristenregion jütische Westküste zu nutzen (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
10.06.10).
Züge
ohne Umsteigen nach Deutschland
In Pattburg heißt es im Regionalverkehr bisher umsteigen.
Foto Volker Heesch.
»Bis zum Sommer dürfte eine Entscheidung fallen, in welcher Form die Regionalexpressverbindung
Hamburg-Flensburg-Pattburg mit dem Angebot in Dänemark verknüpft wird«,
berichtet der für die grenzüberschreitende Verbindung zuständige stellvertretende
Leiter der Landesweiten Verkehrsservice-gesellschaft (LVS) in Kiel, Wolfgang
Seyb gegenüber dem Nordschleswiger.
Die für den regionalen Zugverkehr in Schleswig-Holstein zuständige Gesellschaft
lässt derzeit gemeinsam mit der dänischen Verkehrsbehörde »Trafikstyrelsen«
»die sinnvollsten Lösungen« prüfen. Die Zeit drängt bei der zuletzt auch
vom dänischen Transportminister Hans Chr. Schmidt (Venstre) geforderten
Durchbindung der Züge von Tingleff bis Hamburg. In Schleswig-Holstein
läuft nämlich im Herbst die Ausschreibung des Verkehrs u. a. zwischen
Flensburg und Hamburg an.
Neben der Verknüpfung der Stundentakte in Dänemark und Schleswig- Holstein
muss auch eine Lösung bei der Überwindung der Stromsystemgrenze in Pattburg
erreicht werden. Für durchgehende Züge Hamburg-Tingleff oder auch bis
Fredericia und Sonderburg wären elektrische Triebwagen oder Lokomotiven
erforderlich, die mit 15 Kilovolt wie in Deutschland und 25 Kilovolt wie
in Dänemark fahren können. Beim Beginn der Fernstreckenelektrifizierung
in der 1980er Jahren hatte Dänemark sich nicht für die in Deutschland
und u. a. auch in Schweden und Norwegen eingesetzte Wechselstromspannung
und - frequenz entschieden.
Wolfgang Seyb berichtet, dass ab 2014 stündlich durchgehende Züge zwischen
Hamburg und Flensburg – und eventuell auch bis nach Nordschleswig rollen
könnten, wenn es zu einer Vereinbarung mit den dänischen Partnern kommt.
Kurz nach seiner Amtsübernahme hatte Transportminister Hans Chr. Schmidt
bei einem Besuch in Kiel den Wunsch Dänemarks unterstrichen, die heute
völlig unzureichende Bahnverbindung Nordschleswig-Flensburg- Hamburg zu
verbessern und mit der Intercitylinie Sonderburg-Kopenhagen zu verknüpfen
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
21.05.10).
Dänemark:
Vorstellung des 1935-Lyntogs im AW Kopenhagen
 
 
Vor 75 Jahren - am 15. Mai 1935 - wurde die Lillebæltsbro, eine Straßen-
und Eisenbahnquerung des Kleinen Belts zwischen Middelfart und Fredericia
eröffnet. Die Brücke löste die Eisenbahnfähren über die Kleine Belt ab,
und ermöglichte eine wesetnliche Minderung der Reisezeiten im innerdänische
Verkehr. Zur Brückeneröffnung wurde auch ein neuer Lyntog-"Blitzzug" -
in Verkehr eingesetzt.
Die Züge waren leuchtend rot mit weißer Bauchbinde und silbernen
Dach gespritzt. Die dreiteiligen diesel-elektrischen Triebwagen konnten
auf der Grossen Belt-Fähre trajektiert werden, und die Reisezeiten von
z.B. Arhus nach Kopenhagen wurden durch Brückeneröffnung und neuen Triebwagen
ohne zeitaufwändige Rangierarbeiten in den Fährhäfen von 7 Stunden
22 Minuten im Jahr 1933 auf nur 4 Stunden und 39 Minuten reduziert.
Die Züge waren zwar von den Schnelltriebwagen der Deutsche Reichbahn inspiriert,
wurden aber von der DSB und Frichs konzipiert. Die vier Vorkriegslyntog
der Baureihen MS (3 Wagen) und MB-Lyntog (4 Wagen) wurden in den 1960er
Jahren von VT 11-ähnlichen Ma-Lyntog abgelöst. Die letzen planmäßigen
Einsätze der Vorkriegszüge waren der "Neptun" Kopenhagen - Berlin bis
1973, danach wurden die Züge ausgemustert.
Einer der zwei damals noch existerienden 3-Wagenzüge (MS 401-AA 431-MS
402) wurde bewahrt, war aber jahrelang unter offenen Himmel abgestellt,
da kein Schuppenplatz für den 82,4 Meter langen Zug vorhanden war. In
den achtziger Jahren wurde der Zug unter einem Halbdach im Museum in Odense
ausgestellt. Für die 50-Jahre-Feier der Brücke 1985 wurde der Zug rollfähig
gemacht und wieder in frischem rot lakiert. 2005 fing eine Hauptuntersuchung
des Zuges an. Die 4 Frichsmotoren waren trotz langer Abstellzeit in recht
gutem Zustand und ließen sich wieder - aber aufwändig - aufarbeiten.
Auch Wagenkasten, Drehgestelle und Wageninnere mit Ledersitzen bzw. grünem
Poster in der 1. Wagenklasse wurden überholt. Der Zug ist jetzt voll betriebsfähig,
es bleiben nur noch die letzten Teile des Zulassungsverfahrens mit Bremsversuchen
usw. Planmäßig zum 75. Jahrestag wurde der Zug am 15.05.2010 im
AW Kopenhagen vorgestellt - und wird als Star der Triebwagenausstellung
im Eisenbahnmuseum Odense Mitte August wieder mit Reisenden über die Hauptstrecken
unterwegs sein (Jakob Stilling,
www.klub40.dk, 17.05.10).
DSB
wollen in Deutschland und Schweden zulegen
Die Dänischen Staatsbahnen (DSB) werden aufgrund der Übernahme des britischen
Verkehrskonzerns Arriva im Inland bald verstärkt mit der Konkurrenz des
europäischen Branchengiganten Deutsche Bahn konfrontiert. Arriva hatte
DSB mehrfach bei Ausschreibungen im Regionalverkehr abgehängt. Doch DSB
will ungeachtet der Konkurrenz im dänischen Inland weiter im Ausland expandieren.
Nach erfolgreicher Beteiligung an Ausschreibungen in Schweden betreibt
DSB inzwischen den Regionalverkehr auf Strecken von über 2.200 Kilometer
Länge jenseits des Öresunds. In Deutschland hat die dänische Staatsbahn
mittlerweile »den Fuß in der Tür« mit dem Erwerb von 50 Prozent Anteilen
an dem vor allem in Hessen aktiven Regionalverkehrsunternehmen VIAS, das
im Odenwald und demnächst zwischen Frankfurt und Koblenz den rechtsrheinischen
Regionalverkehr übernimmt.
Laut gerade veröffentlichtem DSB-Jahresbericht will das dänische Staatsunternehmen
sich künftig auch im Fernverkehr innerhalb Schwedens engagieren. Derzeit
würden Überlegungen angestellt, geeignetes Zugmaterial für die Strecken
von Malmö nach Göteborg und Stockholm zu beschaffen. In Schweden ist der
Fernverkehr sei einiger Zeit allen Verkehrsunternehmen geöffnet worden.
Im Jahresbericht werden auch mögliche Partnerschaften erwähnt. Im deutsch-dänischen
Fernverkehr arbeiten DSB und Deutsche Bahn zusammen. So hat die Deutsche
Bahn seit Jahren dieselgetriebene ICE- Triebwagen an DSB ausgeliehen.
DSB leidet seit Jahren an Materialengpässen im eigenen Fernverkehr.
Die Deutsche Bahn könnte ihren Fernverkehr im Zuge der EU-weit vorangetriebenen
Liberalisierung des Bahnverkehrs auch nach Dänemark »verlängern«. Doch
ebenso wie die Strecke Hamburg-Rødby-Kopenhagen aufgrund des Fährtransports
über den Fehmarnbelt noch über Jahre bis zur Fertigstellung der festen
Querung für die elektrische ICE-Flotte der DB tabu bleibt, ist die Jütland-Route
Hamburg-Aarhus wegen fehlender Elektrifizierung ab Fredericia auf dem
Abstellgleis (Volker Heesch,
mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
13.05.10).
Letzte
Fahrt E 991
 
 
Am 01.05 führten DSB Museumstog und Klub 40 die gut vorbereitete
Abschiedsfahrt der E 991 von Randers nach Struer durch. Am Sonntag ging
es noch einmal mit F 441 in den Hafen (Michael
Frick, Jakob Stilling,
www.klub40.dk, 05.05.10).
Arriva
und neg fahren mehr umsteigefreie Züge Niebüll – Esbjerg
Arriva Tog A/S, DK-Kastrup, Dänemarks größte private Bahngesellschaft,
und die neg – Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll GmbH, Niebüll,
werden in einer neuen Zusammenarbeit ab 12. Dezember 2010 mehr direkte
Züge zwischen Niebüll und DK-Esbjerg anbieten. Die Zusammenarbeit bedeutet,
dass nur die Lokführer von Arriva und neg an der Grenze in Tønder den
Platz wechseln, die Fahrgäste aber – endlich – für Ihre durchgehende Beförderung
sitzenbleiben können. Mit Betriebsstart vom 12 Dezember 2010 sowie den
übrigen Dezember bietet Arriva an, das neue Angebot gratis zu nutzen.
Für dänische Kunden bietet Arriva zu festen Verkehrstagen das „Arriva
One-Day Nordtyskland“ für 195 dkr pro Person über 12 Jahre an (Kinder
96 dkr). Hiermit können am betreffenden Tag alle Arriva-Strecken sowie
die NOB-Strecke nach Hamburg und die neg-Strecke nach Dagebüll (-Föhr-Amrum)
genutzt werden. Deutsche Kunden können mit dem Grenzkieker-Ticket mit
bis zu 5 Personen für 49 € die gleichen Strecken von NOB, Arriva und neg
nutzen.
Arriva erhielt im Frühjahr 2009 nach einem internationalen Ausschreibungswettbewerb
den Auftrag, für mindestens die kommenden 8 Jahre das mitteljüttlandische
Regionalnetz zu bedienen – inkl. der inter-nationalen Strecke Esbjerg
– Niebüll. Der Auftrag umfasst rund 5,5 mio. Zug-km, wovon ca. 90.000
Zug-km auf den deutschen Abschnitt entfallen. Zum Einsatz kommen 50 moderne
Fahrzeuge der Bauart LINT 41 mit komfortablem Niveau-gleichem Einstieg
am Bahnsteig (Pre
Dänemark:
Funktionierende IC4-Triebzüge rollen in Großserie bei DSB an
Die vom italienischen Hersteller Ansaldobreda gelieferten
IC4-Triebwagen werden vor ihrer offiziellen Inbetriebnahme auf der Strecke
Tingleff-Woyens getestet. Foto: DSB.
Nachdem die ersten bereits 2003 mit Verspätung an die Dänischen Staatsbahnen
(DSB) ausgelieferten Dieseltriebwagen jahrelang von Pannen verfolgt waren,
scheint die Beschaffung der 83 beim italienischen Unternehmen Ansaldobreda
bestellten Dieseltriebwagen nun ein gutes Ende zu nehmen. Die DSB-Zeitschrift
»DSB idag« berichtet, dass nach den Problem-Zügen der Vorserie jetzt in
Großserie Triebwagen von guter Qualität aus den Ansaldobreda-Werkshallen
in Verona und bei Mailand nach Dänemark geliefert werden.
Damit verläuft das im vergangenen Jahr vereinbarte Lieferkonzept erfolgreich,
auf das sich das bereits zu Dampflokzeiten durch moderne Technik bekannte
Unternehmen Ansaldobreda und DSB geeinigt hatten, nachdem der Milliardenvertrag
schon kurz vor dem Platzen stand.
DSB-Chef Søren Eriksen berichtet in der DSB-Zeitung, dass es deutlich
weniger Mängelberichte bei den Triebwagen der Großserie gebe. Ab April
werden monatlich drei IC4 bei DSB angeliefert werden. Es sei eine große
Aufgabe, die Züge jeweils betriebsbereit zu machen.
Neben den 83 bestellten IC4-Triebwagen, die aus Viererwageneinheiten bestehen,
sollen auch die 23 IC2-Züge für den Regionalverkehr von Ansaldobreda bis
Herbst 2012 an DSB übergeben werden. Mehrere Triebwagen können zu größeren
Zügen gekuppelt und flexibel geflügelt werden.
Im Zuge des 2009 vereinbarten Lieferprogramms werden die IC4- Triebwagen
komplett neu verkabelt. Eindringende Feuchtigkeit hatte bei den Vorserienzügen
für Probleme gesorgt. Die neuen Triebwagen verheißen Entspannung beim
seit Jahren von Materialmangel geplagten Bahnunternehmen.
Die IC4 werden dringend benötigt, um die inzwischen teilweise verschlissenen
IC3 im Fernverkehr zu ersetzen. Die neuen Züge verfügen über eine moderne
Inneneinrichtung, u. a. auch über mehr Platz für Kinderwagen und Fahrräder
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
13.0310).
Trafikstyrelsen
mit LVS Kiel im Dialog über Züge bis Tingleff
Auf der Öresundverbindung wird die dänisch-schwedische
»Stromgrenze« mit Zweisystemtriebwagen überwunden, die mit den unterschiedlichen
Spannungen und Wechselstromfrequenzen zurechtkommen. Foto: Volker Heesch.
Beim Besuch von Transportminister Hans Christian Schmidt (V) bei Schleswig-Holsteins
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) vergangene Woche in Kiel
hatte der dänische Ressortchef angekündigt, dass man prüfen werde, ob
der bisher zwischen Hamburg und Pattburg verkehrende Schleswig-Holstein
Express bis Tingleff verlängert und mit den Intercitys Sonderburg-Kopenhagen
verknüpft werden könne.
Der Verkehrschef der staatlichen Verkehrsbehörde Trafikstyrelsen in Kopenhagen,
Jeppe Gaard, erklärt gegenüber dem Nordschleswiger, dass bereits ein Dialog
zwischen Trafikstyrelsen und der für das Verkehrsangebot in Schleswig-Holstein
zuständigen Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) über eine mögliche
Durchbindung der Züge in Pattburg bestehe.
Gaard verweist darauf, dass im Zuge der politischen Vereinbarungen im
Folketing, ein Drittel des dänischen Bahnverkehrs per Ausschreibung an
Bahnunternehmen zu vergeben, auch die Möglichkeit einer Ausschreibung
Tingleff-Pattburg vereinbart worden sei.
Nicht berührt sind von der Ausschreibungsvorgabe der Fernverkehr und der
S-Bahnverkehr im Raum Kopenhagen. Gaard weist darauf hin, dass es darüber
aber noch keine konkreten Beschlüsse gebe. Es müsste auf dänischer Seite
beschlossen werden, die Strecke bis Tingleff gemeinsam mit der LVS auszuschreiben,
die gerade eine Ausschreibung u. a. der Linie Hamburg-Pattburg vorbereitet.
Ab 2014 könnten die Regionalzüge von Hamburg bis Tingleff rollen. Erforderlich
wäre auch eine Abstimmung der Fahrzeiten von Intercity und Schleswig-
Holstein Express.
Zum Problem der unterschiedlichen Bahnstromsysteme in Deutschland und
Dänemark meinte Gaard, dass man eine Lösung wie im dänisch-schwedischen
Öresundverkehr finden könne. Es wäre Aufgabe der Bahngesellschaften, entsprechend
den Ausschreibungsanforderungen das erforderliche Zweisystem-Material
bereitzustellen (Volker Heesch,
mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
13.03.10).
Durchbindung
des RE Hamburg - Pattburg bis Tingleff angestrebt
Der neue dänische Transportminister H. C. Schmidt (V) aus Woyens will
die grenzüberschreitende Eisenbahnverbindung verbessern, und das freut
die schleswig-holsteinische Landesregierung. Nach seinem Gespräch mit
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) gestern in Kiel sagte Schmidt,
es solle geprüft werden, ob nicht der Direktzug Hamburg - Pattburg künftig
bis Tingleff fahren kann, damit für die Fahrgäste dort dann ein Intercity-Anschluss
von Sonderburg kommend nach Kopenhagen hergestellt werden kann.
In einem anderen Bereich konnten Schmidt, Carstensen und Verkehrs- und
Wirtschaftsmiunister Jost de Jager bereits eine Erfolgsmeldung verkünden:
Ab Dezember rollt eine direkte Bahnverbindung zwischen Esbjerg und Niebüll
(Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
06.03.10).
Startschuss
für zweigleisige Bahn zwischen Woyens und Vamdrup
Auf der zweigleisigen Strecke Tingleff - Woyens
werden die IC4-Dieseltriebwagen der DSB getestet. Die Strecke kann mit
Tempo 200 befahren werden. Künftig kann das hohe Tempo auch bis Vamdrup
gefahren werden. Foto Volker Heesch.
Bereits 1993 war im Gesetz zum Ausbau der Bahn durch Nordschleswig zur
besseren Anbindung des Große-Belt-Tunnels die Beseitigung des eingleisigen
Streckenabschnittes Woyens - Vamdrup im Folketing beschlossen worden.
Realisiert wurde nur der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Tingleff
und Woyens – zum Leidwesen der Bahnreisenden, denn der Engpass bei Woyens
erhöht das Verspätungsrisiko und verhindert einen attraktiveren Fahrplan.
Jetzt hat die staatliche Verkehrsbehörde »Trafikstyrelsen« in Anlehnung
an den jüngsten verkehrspolitischen Vergleich zur Schaffung einer moderneren
Eisenbahn in Dänemark vom 22. Oktober 2009 die Planung für das zweite
Gleis zwischen Woyens und Vamdrup eingeleitet.
»Trafikstyrelsen« hat bekanntgegeben, dass mit einem Kostenaufwand von
700 Millionen Kronen nicht nur das zweite Gleis gebaut wird, sondern auch
die Strecke begradigt werden kann. Damit können ab 2015 – dem Jahr der
Inbetriebnahme – die Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern
auf dem Abschnitt fahren. Das hohe Tempo ist auch zwischen Woyens und
Tingleff möglich. Allerdings wird mangels entsprechendem Zugmaterial bisher
höchstens mit Tempo 180 planmäßig in Nordschleswig gefahren.
Bis 2011 erarbeitet die Behörde eine Beschlussgrundlage für das Projekt.
Eine Umweltverträglichkeitsprüfung muss nur aktualisiert werden. Im Jahre
2011 gibt es eine öffentliche Anhörung (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
10.02.10).
Ausbau
der Bahnstrecke zwischen Århus und Aalborg
Die staatliche Verkehrsbehörde »Trafikstyrelsen« hat die Planung für einen
Ausbau der Bahnstrecke zwischen Århus und Aalborg eingeleitet. Zwischen
Århus und Hobro werden Bahnübergänge ge schlossen und die Gleise für höheres
Tempo eingerichtet. Bisher kann nur auf kürzeren Abschnitten mit Tempo
180 gefahren werden.
Ziel ist es, die Reisezeit der Intercityzüge zwischen År hus und Aalborg
von heute einer Stunde und 21 Minuten auf eine Stunde zu verkürzen. Die
Bauarbeiten sollen 2012 anlaufen. Die Modernisierung ist Teil des dänischen
Bahnkonzeptes, die Fahrzeit per Bahn zwischen den größten Städten des
Landes auf jeweils eine Stunde zu verringern (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
03.02.10).
Nonstopp-Züge
kommen an
Die Dänischen Staatsbahnen (DSB) berichten, dass die im Januar neu eingesetzten
Non-Stopp-Schnelltriebwagen zwischen Århus und Kopenhagen von den Reisenden
gut angenommen werden. Die dabei genutzten IC-4-Triebwagen waren in der
ersten Woche durchschnittlich zu 29 Prozent ausgelastet. In der folgenden
Woche bereits zu 39 Prozent. Angestrebt wird eine Auslastung von 60 Prozent.
Die Züge, die ohne Zwischenhalt die beiden größten dänischen Städte verbinden,
hatten in den beiden ersten Betriebswochen nur an einem Tag Verspätung
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
03.02.10).
Eisenbahnverkehr
hat in vier Jahren um zehn Prozent zugelegt
Zu den Kapazitätsproblemen im Bahnverkehr gehört
auch der Fahrzeugmangel bei den Dänischen Staatsbahnen (DSB), die neben
ihren IR4-Elektrozügen in Tingleff die Jahre verspäteten IC4 testet. Foto:
V. Heesch.
Die staatliche Bahnbehörde Banedanmark berichtet über deutliches Wachstum
im dänischen Eisenbahnverkehr. Während 2007 gut 63 Millionen Kilometer
auf den Bahnstrecken im Lande zurückgelegt wurden, rechnet die Behörde
im kommenden Jahr mit dem neuen Fahrplan mit 70 Millionen Kilometern.
Die Betriebsdirektorin von Banedanmark, Susan Münster, sieht in dem Anstieg
um zehn Prozent ein sicheres Anzeichen, dass das Bahnfahren in Dänemark
immer populärer wird. Hinter dem Anstieg verbirgt sich nicht nur wachsender
Bahnreiseverkehr, sondern auch eine stärkere Nutzung insbesondere der
dänischen Gleise im Transitgüterverkehr.
Neben den bekannten Bahnunternehmen DSB, Arriva und DB Schenker Rail nutzen
mittlerweile elf weitere Bahnoperateure das dänische Gleisnetz. Angesichts
der erst in einigen Jahren beseitigten Engpässe wie im Raum Kopenhagen
oder auf dem eingleisigen Abschnitt Woyens-Vamdrup war es für Banedanmark
nach Angaben Münsters keine leichte Aufgabe, alle Wünsche der Bahnunternehmen
unter einen Hut zu bekommen.
Am wichtigsten sei für die Zukunft die Entscheidung für die Neubaustrecke
Kopenhagen-Ringsted (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
22.12.09).
Letzter
Planzug nach Gedser
 
 
Am 12.12.09 fuhr der letzte Planzug nach Gedser. Der Zug wurde von DSB
Me 1524 gezogen und fuhr mit Dostowagen. Ein paar Hundert Eisenbahnfreunde
und Anwohner waren dabei, und während des Aufrenthaltes in Gedser wurde
vor der Bahnsteighalle am alten Fähranleger fotografiert.
Die Eisenbahnfähren fahren seit mehr als 10 Jahren nicht mehr - früher
gab es Trajektierung nach Warnemünde und 1947-1963 nach Grossenbrode Kai.
Das Grossenbroder Trajekt wurde von der Vogelfluglinie ersetzt.
Vor einer Woche fand eine Abschiedsfahrt mit My 1101 und Museumstriebwagen
Mo 1846 statt, die vom Eisenbahnmuseum organisert wurde. Laut Banedanmark
wird die Strecke vorläufig immer noch befahrbar sein - Sonderzüge können
also bis auf weiteres nach Gedser kommen. Die Weichen sind aber zugeriegelt,
nur mit Sonderregelung lässt sich eine oder mehreren Weichen in Gedser
bewegen.
Diese Fahrmöglichkeit wurde auch am 13.12. ausgenützt: Der dänische Eisenbahnklub
führte eine Abschiedsfahrt nach Gedser mit Me und ein blauem Steuerwagenzug
durch.
Bis zur Stilllegung fuhr nur noch ein Zugpaar pro Tag mit schlechter Anbindung
an die Scandlines-Fähren nach Rostock. Trotzdem gelang es in der letzten
Betriebswoche einem Autofahrer, am Bahnübergang die Warnanlagen zu übersehen,
und der Pkw prallte in der Flanke des einzigen IC 3 Zuges am Tag. Glücklicherweise
gab es keinen Personenschaden (Steen
Cavour Nielsen, Jakob Stilling, 14.12.09).
Im
Zug eine Viertelstunde länger bis Hamburg
Zum bevorstehenden Fahrplanwechsel am 13. Dezember kündigen die Dänischen
Staatsbahnen (DSB) eine Reihe von Verbesserungen im Angebot an, beispielsweise
zusätzliche Direktverbindungen zwischen Esbjerg und Kopenhagen. Erst ab
19. Januar werden neue Nonstop-Schnellzüge zwischen Århus und Kopenhagen
eingesetzt. Die vorgesehenen IC4-Triebwagen sollen die beiden größten
dänischen Städte in zwei Stunden und 40 Minuten miteinander verbinden.
Auf der von den DSB bedienten Strecke Fredericia-Pattburg mit Anschlüssen
nach Flensburg und Hamburg gibt es keine Fahrplanverbesserungen. Aufgrund
von Verschiebungen bei den Fahrzeiten im Regionalverkehr Fredricia-Pattburg
verlängert sich sogar die Reisezeit zwischen den nordschleswigschen Bahnhöfen
und Hamburg um rund 15 Minuten. Reisende von Woyens, Rothenkrug und Tingleff
müssen weiterhin in Pattburg umsteigen.
Tagsüber erreicht man Hamburg alle zwei Stunden von dort mit dem Schleswig-Holstein-Express.
Von Tingleff beträgt die Fahrzeit ab Sonntag statt bisher 2 Stunden und
43 Minuten meist 2 Stunden und 58 Minuten. Die Eurocityzüge halten weiter
nur in Pattburg.
Ganz mies ist Sonderburg weiterhin beim grenzüberschreitenden Zugverkehr
angebunden. Die Reisenden müssen jeweils ca. 40 Minuten in Tingleff auf
den Anschlusszug warten, um wenig später erneut in Pattburg den Zug zu
wechseln. Die Reisezeit Sonderburg-Hamburg liegt bei mindestens 4 Stunden
17 Min.
Durch etwas mehr »Luft« im Fahrplan haben sich die Verbindungen nach Kiel
etwas verbessert. Der Regionsratsvorsitzende in Süddänemark, Carl Holst
(V), der auch Vorsitzender des Mobilitätsrates in der Region ist, begrüßt
den Vorstoß seiner Partei Venstre, eine grenzüberschreitende Verkehrskommission
einzusetzen. Der Mobilitätsrat, so Holst, habe sich schon seit langem
für ein solches deutsch-dänisches Gremium eingesetzt, das sowohl den Ausbau
der Straßen als auch den öffentlichen Verkehr über die Grenze hinweg besser
abstimmen soll. Holst erinnert an die im Vergleich zur Öresundregion sehr
schlechten Bahnverbindungen über die deutsch-dänische Grenze. Während
im Öresundbereich der öffentliche Verkehr gut funktioniere, könne davon
im Bereich der deutsch-dänischen Landesgrenze, wo es ebenso viele Pendler
wie über den Öresund zwischen Kopenhagen und Malmö gibt, im Zugeverkehr
keine Rede sein (Volker Heesch,
mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
10.12.09).
Bahnprojekt
Fehmarnbelt rollt los
Das mit der Realisierung der festen Fehmarnbeltverbindung beauftragte
staatliche dänische Unternehmen Femern A/S hat Verträge mit drei Beratungsunternehmen
geschlossen, die den Bau des Eisenbahnteils im Rahmen des Projektes planen
sollen.
Die Gleisplanung im Bereich der Brücken- oder Tunnelverbindung übernimmt
das deutsche Ingenieurbüro Vössing. Die Firmen Atkins Danmark und Rambøl-Arup-Vectura
(Dänemark, Großbritannien, Schweden) übernehmen die Sicherheitsplanung
bzw. eine Kapazitätsanalyse.
Die Bahnverbindung sieht Verkehr mit Personenzügen mit mindestens Tempo
160 und Güterzüge mit mindestens 120 Stundenkilometern vor. Es sollen
u. a. Fahrpläne entworfen und Engpässe auf der Strecke zwischen Ringsted
und Lübeck identifiziert werden
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
08.12.09).
DSB
expandieren im Ausland
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate haben die Dänischen Staatsbahnen
(DSB) bei einer Ausschreibung von regionalen Eisenbahnverkehrsleistungen
in Schweden das Rennen gemacht. Nachdem im August Verkehrsaufträge im
Raum Göteborg an DSB samt britischen Partner First gingen, hatte das dänische
Staatsunternehmen jetzt auch im Wettbewerb um Strecken im Raum Jönkøbing
gegenüber der Konkurrenz die Nase vorn. Die privaten Gesellschaften Arriva,
Veolia und Svenska Tågkompani gingen ebenso leer aus wie die Deutsche
Bahn.
Da DSB bereits im Vorortverkehr Stockholms und im schwedischen Öresundgebiet
Bahnverkehr übernommen hat, erhöht sich Ende 2010 das DSB- Einzugsgebiet
in Schweden auf 2.000 Kilometer Strecke. DSB-Chef Søren Eriksen kündigte
an, dass sein Unternehmen jetzt auch verstärkt in Deutschland expandieren
wolle. Am 1. Januar 2010 etabliert sich DSB mit einem Büro in Düsseldorf.
Inzwischen wird Kritik vom privaten Konkurrenten Arriva und der schwedischen
Staatsbahn SJ laut, DSB ergattere sich Auslandsaufträge auf Kosten der
dänischen Steuerzahler mit Dumpingangeboten. Außerdem würden angesichts
ständiger Verspätungen beispielsweise im Öresundverkehr die Verträge nicht
erfüllt (Volker Heesch,
mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
03.12.09).
Basis
für Verdoppelung des Bahnverkehrs
 
Die Neubaustrecke Køge-Ringsted kann gebaut werden,
ohne den Verkehr auf der heute genutzten Linie über Roskilde zu behindern.
Abb. Trafikstyrelsen.
In Nordschleswig ist die Hauptbahn Pattburg-Vamdrup bisher nur zwischen
Tingleff und Woyens zweigleisig. Foto: Volker Heesch.
Die in der vergangenen Woche erzielte Vereinbarung über die Realisierung
einer zweigleisigen Neubaustrecke zwischen Køge und Ringsted sowie die
Verlegung eines zweiten Gleises zunächst zwischen Vamdrup und Woyens sowie
zwischen Lejre und Vipperød auf Seeland schafft nach Ansicht des Chefs
der staatlichen Bahninfrastrukturbehörde Banedanmark, Jesper Hansen, die
Voraussetzungen für die angestrebte Verdoppelung des Bahnverkehrs in Dänemark
bis 2020.
Die Regierungsparteien Venstre und Konservative hatten sich mit DF, SF,
Sozialdemokraten, Radikalen und Liberal Alliance auf die Neubaulösung
im Bereich des bisherigen Bahnengpasses westlich von Kopenhagen verständigt.
Für zehn Milliarden Kronen soll überwiegend parallel zur bestehenden Autobahn
bis 2018 die neue Strecke gebaut werden, die den Fernverkehr von der bis
dahin fertiggestellten Fehmarnbeltverbindung und der Hauptstrecke Ringsted-
Odense-Jütland aufnehmen soll. Verkehrsminister Lars Barfoed (Kons.) bezeichnete
die »wichtigste Einzelinvestition in neuerer Zeit« in das heimische Bahnnetz
als ersten Schritt hin zum Ziel einer Reisezeitverkürzung zwischen Kopenhagen
und Odense auf eine Stunde und Reisezeiten von nur noch einer Stunde zwischen
den größten Städten des Landes.
Mit der Inbetriebnahme eines zweiten Gleises zwischen Vamdrup und Woyens
im Jahre 2015 soll nach Barfoeds Angaben ein Engpass im Schienen-Güterverkehr
Deutschland-Schweden noch vor Fertigstellung der Fehmarnbeltverbindung
beseitigt werden. Auch der zweigleisige Ausbau des ebenfalls eingleisigen
Abschnitts Tingleff-Pattburg wird angesprochen. Im geltenden Zeitraum
des Verkehrsvergleichs soll die »Beschlussgrundlage für die Strecke Tingleff-Pattburg
aktualisiert« werden.
Mit der Beseitigung des Engpasses zwischen Vamdrup-Woyens können die Reisezüge
voraussichtlich fast durchgehend mit Spitzentempo 180 von Tingleff bis
Kopenhagen fahren. Nicht gelöst ist allerdings das Problem, dass zwischen
Fredericia und Århus die Bahn nicht elektrifiziert ist, was den Fernverkehr
Hamburg-Århus weiterhin behindern dürfte.
Der Beschluss zum Beginn der Bauarbeiten zwischen Woyens und Vamdrup soll
2011 fallen. Im kommenden Jahr soll auf der Basis des Gesetzes von 1993
über den zweigleisigen Ausbau der Strecke Pattburg-Vamdrup eine Aktualisierung
der Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen werden. Die Politiker versprechen
sich vom Ausbau in Nordschleswig langfristig eine Stärkung des Schienengüterverkehrs
ebenso wie des Passagierverkehrs (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
28.10.09).
Grontmij/Carl
Bro soll den Ausbau zur Fehmarnbeltverbindung planen
Die Vorbereitungen für die feste Fehmarnbeltverbindung nehmen immer mehr
Form an. Gestern gab die staatliche dänische Verkehrsbehörde »Trafikstyrelsen«
bekannt, dass das niederländische Planungsunternehmen Grontmij/Carl Bro
den Auftrag bekommen hat, die Planungen für den staatlichen Bauherrn der
dänischen Bahnanbindung zvon Kopenhagen nach Rødby am Fehmarnbelt durchzuführen.
Zunächst soll die Planungsfirma die Aufträge für die technischen und umweltmäßigen
Untersuchungen entlang der Trasse von Ringsted bis Rødby vergeben. Dabei
geht es um Gutachten, die bis zur Umweltanhörung im Frühjahr 2011 vorliegen
sollen.
Bis zur Fertigstellung der festen Verbindung, die wahrscheinlich als Brückenkonstruktion
realisiert wird, soll die Bahn nach Rødby durchgehend zweigleisig ausgebaut
und elektrifiziert werden. Um den nach Schweden weiterführenden Verkehr
zu verbessern, soll die Gleiskapazität im Be-reich des Bahnhofs Kastrup
zwischen Kopenhagen und Malmö erhöht werden.
Der Abteilungsleiter von Grontmij/Carl Bro, Erik Haldbæk, nannte die Umweltanhörung
eine zentrale Herausforderung im Zuge des Projektes, das nicht nur die
Fahrzeit Hamburg - Kopenhagen verkürze, sondern auch im Große-Belt-Tunnel
Platz für mehr Reisezüge schaffe, wo heute viele Transitgüterzüge fahren
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
15.10.09).
Trafikstyrelsen
sieht keine Zukunft für Güterbahn in Nordschleswig
 
Die Bahn Apenrade - Rothenkrug ist nur wenige Kilometer
lang. Obwohl sie technisch noch recht gut in Schuss ist – sie wurde u.
a. für Schottertransporte genutzt – sehen die Gutachter der Verkehrsbehörde
keine wirtschaftliche Basis für eine Wiederinbetriebnahme. Foto: Archiv
DN.
Die schon 1867 eröffnete Bahnstrecke Tingleff - Tondern ist bis 2002 noch
für den Güterverkehr genutz worden. Seitdem hat es keinerlei Unterhaltungseinsatz
mehr gegeben, was zu einer Überwucherung des Gleiskörpers auf langen Abschnitten
geführt hat. Bahnübergänge wie bei Terkelsbüll (Foto Heesch) könnten aber
rasch reaktiviert werden.
Die staatliche Verkehrsbehörde hat am 05.10.09 ihre Gutachten über einen
Neubau von Anchlussbahnen für verschiedene Häfen sowie über das wirtschaftliche
Potenzial einer Wiedereröffnung der zurzeit stillgelegten Bahnverbindung
Tingleff - Tondern vorgelegt. Auch die Stichbahnen zwischen Woyens und
Hadersleben sowie Rothenkrug und Apenrade wurden analysiert.
Für Tondern - Tingleff wurde herausgefunden, dass es volkswirtschaftlich
nicht rentabel sei, die 26,7 Kilometer lange Strecke wieder zu nutzen.
Es heißt, dass in über 50 Jahren ein Aufwand von bis zu 600 Millionen
Kronen für die Reaktivierung erforderlich wäre. An Investitionen zur Reaktivierung
wird die Summe von 225 Millionen Kronen aufgeführt, laut Banedanmark sind
aber nur 36 Millionen nötig. Auch eine Äthanol-Produktion in Tondern würde
die Rentabilität nicht erhöhen.
Für die beiden Strecken nach Hadersleben und Apenrade haben die Gutachter
kein so krasses Negeativurteil gefällt wie zur Ost-West-Verbindung. Auffallend
ist allerdings, dass bei der Berechnung der volkswirtschaftlichen Kosten
nicht berücksichtigt ist, das eine Bahn Tondern - Tingleff auch das Potenzial
hat, für den Personenverkehr genutzt zu werden, mit einer Funktion als
Regionalverbindung Tondern - Tingleff - Sonderburg.
Für die 6,7 Kilometer lange Strecke Rothenkrug-Apenrade heißt es, dass
diese im technisch noch relativ guten Zustand ist. Es wird ein Investitionsvolumen
von 45 Millionen Kronen für eine Instandsetzung ge-nannt – neben den Angaben
von Banedanmark, dass zwölf Millionen erforderlich sind.
Für die rund 12 Kilometer lange Bahnverbindung Woyens - Hadersleben werden
Kosten in Höhe von 60 Millionen Kronen für eine Wiederinbetriebnahme genannt.
Allerdings heißt es auch, dass Banedanmark von nur 18 Millionen Kronen
ausgegangen ist. Bei den Ausführungen zu den Chancen für eine Wiedereröffnung
Woyens - Hadersleben heißt es, dass es keine Anzeichen für ein Nutzungspotezial
in Hadersleben gebe, obwohl ein Transportcenter in Hammeleff unmittelbar
neben der Bahnstrecke im Entstehen ist.
Auch bei der Linie Apenrade-Rothenkrug haben die Gutachter kein Kundenpotenzial
für Bahngüterverkehr entdecken können. Vor diesem Hintergrund sei ebenso
für die Apenradebahn wie für den Haderslebener Strecke keine volkswirtschaftliche
Analyse erstellt worden.
Auffallend bei den vorgelegten Analysen ist, dass sehr detailliert aufgezählt
wird, welche morschen Schwellen an den Bahnstrecken z. B. nach Hadersleben
und Apenrade erneuert werden müssten, dabei aber Überlegungen völlig unberücksichtigt
bleiben, welche Kosten durch Straßenverschleiß entstehen, weil die vor
wenigen Jahrzehnten noch per Bahn beförderten Frachten heute per Lkw befördert
werden. Ebenso wie bei der Bahn Tondern - Tingleff werden auch bei den
Stichbahnen nach Hadersleben und Apenrade Perspektiven einer Nutzung der
Gleise für Personenverkehr außen vor gelassen. So ist es auch nicht verwunderlich,
dass der Bericht der Verkehrsbehörde in ganz Dänemark nur rentable Projekte
für Güterzugbedienung in den Häfen Esbjerg und Nyborg sieht.
Es könnte für die Mitarbeitern der dänischen Verkehrsbehörde nützlich
sein, sich z. B. über Wiedereröffnungsprojekte von Bahnen in Deutschland
zu informieren. Beispielsweise hat die Windenergiebranche in Aurich (Ostfriesland)
in eigener Initiative eine seit Jahrzehnten stillgelegte Bahn wieder in
Betrieb genommen und in Schleswig-Holstein wurden Strecken für Personenverkehr
wie Neumünster - Bad Segeberg erfolgreich wiedereröffnet (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
06.10.09).
Anhörung
zum Bahnausbau
Unter der Regie der staatlichen dänischen Verkehrsbehörde »Trafikstyrelsen«
ist am 14.09.09 die Anhörung in Verbindung mit dem vorgesehenen Ausbau
der Bahnstrecke Ringsted-Rødby angelaufen. Bis zur Fertigstellung der
Fehmarnbeltverbindung bis 2018 soll die Strecke elektrifiziert werden
und auf eingleisigen Abschnitten ein zweites Gleis erhalten.
Bis zum 1. November läuft die Ideenphase. Im kommenden Jahr beginnt die
Projektierung einschließlich Umweltverträglichkeitsprüfung (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
18.09.09).
Weichen
für Neubaustrecke Ringsted - Kopenhagen gestellt
Der Fernverkehr von und zum Kopenhagener Hauptbahnhof
– auf dem Foto der Nachtzug Kopenhagen-München/Basel/Amsterdam. Foto Volker
Heesch.
Nach Berechnungen der staatlichen Verkehrsbehörde Trafikstyrelsen kostet
der Bau eines fünften Gleises entlang der Bahnstrecke Kopenhagen - Roskilde
nach Ringsted 2,9 Milliarden Kronen, der Neubau einer Bahnstrecke von
Kopenhagen via Køge nach Ringsted zur Beseitigung des seit Jahrzehnten
störenden Schienenengpasses zehn Milliarden Kronen.
Doch nach Vorlage des Umweltgutachtens der Behörde zum Projekt zeichnet
sich trotz der erheblichen Mehrkosten für die Neubaustrecke endgültig
eine politische Mehrheit für die Route über Køge ab. Der Neubau verspricht
nämlich trotz der höheren Baukosten einen wesentlich größeren volkswirtschaftlichen
Gewinn als die Ausbaulösung, so die Gutachter.
Ein Hauptargument für den Neubau ist der Vorteil bei dieser Lösung, dass
der Fernverkehr deutlich schneller wird, zugleich aber der Regionalverkehr
via Roskilde zusätzliche Kapazitäten erhält. Auch die Routen nach Kalundborg
und Holbæk würden davon profitieren.
Verkehrsminister Lars Barfoed (Kons.) verweist auf die Erkenntnis, dass
nur mit der Neubaustrecke die Pläne für das Stundenmodell mit Fahrtzeiten
von einer Stunde zwischen Kopenhagen und Odense bzw. Odense-Århus realisiert
werden können.
Sozialdemokraten und SF unterstützen ebenso wie Venstre die Neubaulösung.
Nur Dansk Folkeparti ist weiter skeptisch.
Die Neubaustrecke könnte bis 2018 zusammen mit der Fehmarnverbindung fertig
werden, bei der Lösung mit einem fünften Gleis wäre erst 2020 mit Fertigstellung
zu rechnen inklusive Baubehinderungen (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
11.09.09).
DSB-Chef
will Entscheidung für Neubaustrecke nach Ringsted
Der Kopenhagener Hauptbahnhof
– auf dem Foto ein Hochgeschwindigkeitszug X 2000 der Schwedischen Staatsbahnen
(SJ) - hat nicht genug Platz für zusätzliche Züge. Foto Heesch.
Der Chef der dänischen Staatsbahnen (DSB), Søren Eriksen, hat jetzt deutlich
Stellung bezogen, dass sein Unternehmen angesichts der seit Jahren anstehenden
Entscheidung über die Beseitigung des Engpasses im Bahnverkehr zwischen
Kopenhagen und Ringsted auf Seeland für eine zweigleisige Neubaustrecke
zwischen dem Kopenhageener Hauptbahnhof über Köge nach Ringsted eintritt.
In der DSB-Zeitschrift »DSBidag« erklärt Eriksen, dass die Neubaustrecke
die beste Lösung sei. Dort könnten unabhängig vom Regionalverkehr über
die bestehende Strecke durch Roskilde die schnellen Intercity- und Eurocity
sowie die Güterzüge fahren.
Eriksen weist Bedenken zurück, beim Bau einer Neubaustrecke würde das
Verkehrsangebot entlang der bestehenden Bahn verringert. Davon könne kleine
Rede sein. Vor allem müsse auch bedacht werden, dass bei Entscheidung
für den Bau eines zusätzlichen fünften Gleises an der bestehenden Strecke
als Alternative zum Neubau der gesamte Fern- und Nahverkehr über Roskilde
während der jahrelangen Bauarbeiten gestört wird.
Eriksen weist auch Angaben zurück, dass die Neubaustrecke nur Sinn mache,
wenn zeitgleich der Kopenhagener Hauptbahnhof bei Kosten von vier Milliarden
Kronen erweitert werde. »Man muss sowieso innerhalb eines absehbaren Zeitraumes
entscheiden, wie man künftig zusätzliche Züge ins Zentrum von Kopenhagen
bzw. in den Kopenhagener Hauptbahnhof führen will«, so Eriksen. Da sei
es nicht entscheidend, welche Variante beim Ausbau der Zubringerstrecke
gewählt werde.
Eriksen verweist darauf, dass mit der Neubaustrecke über Köge, die auf
weiten Abschnitten der bestehenden Autobahn entlang der Køge Bugt folgen
würde, die Schienenkapazität zwischen Ringsted und Kopenhagen um 33 Prozent
steigen würde. Bei der Ausbauvariante über Roskilde würde nur die Hälfte
an zusätzlicher Kapazität herausspringen. Die Neubaustrecke bietet auch
die Chance, bis ins Zentrum Kopenhagens mit Hochgeschwindigkeit zu fahren.
Bei Realisierung der Fahmarnbeltverbindung und der DSB-Pläne für schnellere
Inlandszüge wäre das ein deutlicher Vorzug (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
27.08.09).
Mehrheit
für Neubaustrecke Kopenhagen - Ringsted
Im dänischen Parlament, dem Folketing, unterstützt jetzt eine Mehrheit
aus Konservativen, Sozialdemokraten, Radikalen und SF den Bau einer neuen
Bahnstrecke zwischen Kopenhagen und Ringsted, berichtet die Zeitung Berlingske
Tidende.
Seit Jahren gibt es ein Tauziehen um die Beseitigung des Engpasses, der
immer wieder zu Verspätungen im ganzen Land führt. Venstre hatte sich
intern bisher nicht auf eine Entscheidung auf eine Trasse einigen können.
Die zehn Milliarden Kronen teure neue Strecke soll als Hochgeschwindigkeitsstrecke
als Anbindung zur Fehmarnbeltroute und auch dem Verkehr nach Fünen und
Jütland dienen. Die Fertigstellung ist für 2018 vorgesehen (Pressemeldung
Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers
, 21.07.09).
A.
P. Møller-Mærsk bedient mit eigenem Güterzug Kopenhagen
Passend zur Debatte über besseren Schutz der dänischen Innenstädte vor
Dieselrußpartikeln hat der Containerterminal des Konzerns A. P. Møller-Mærsk
(APM) in Århus einen eigenen Verkehr mit Containergüterzügen zwischen
dem APM-Terminal und dem Kopenhagener Containerterminal Høje Taastrup
aufgenommen.
»Wir können damit jede Menge Lkw-Transporte vermeiden«, so Helle Almind,
leitende Mitarbeiterin des APM-Terminals gegenüber dem Nordschleswiger.
»Zunächst fahren zweimal wöchentlich Shuttle-Züge zwischen Århus und Kopenhagen
in jeweils beide Richtungen«, berichtet Almind und erläutert, dass ihr
Unternehmen damit nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz leisten will,
sondern auch die Transportkosten senkt.
Für den Verkehr engagiert APM den dänischen Ableger des Güterverkehrs
der Deutschen Bahn AG, der kürzlich von Railion Danmark in DB Schenker
Rail Danmark umbenannt worden ist. Helle Almind erklärt, dass APM bereits
weitere Bahntransporte in Dänemark erwägt. In anderen europäischen Staaten
sei man bereits mit eigenen Zügen unterwegs. Aufgrund der fehlenden elektrischen
Oberleitung zwischen Århus und Fredericia werden die APM-Züge von Dieselloks
durchgehend bis Kopenhagen gezogen, was den Umweltgewinn etwas mindert.
Ein Umspannen auf eine E-Lok in Fredericia lohnt sich nicht. Den neuen
Container-Shuttle-Zug werden neben Mærsk auch andere Reedereien nutzen.
In Dänemark war der Inlandsgüterzugverkehr seit dem Übergang von DSB Gods
an die DB fast ganz zum Erliegen gekommen. Neben der DB nutzen private
Transitgüterzüge sowie CFL Danmark die dänischen Gleise (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
17.07.09).
Günstige
Betriebskostenbilanz spräche für Elektrifizierung
Die elektrischen Öresundzüge sind deutlich sparsamer
im Betrieb als die in den kommenden Jahren zum Einsatz in Dänemark vorgesehenen
IC 4-Dieseltriebwagen. Foto Volker Heesch.
Ein neuer Bericht der staatlichen Verkehrsbehörde über eine deutlich günstigere
Betriebskostenbilanz elektrischer Züge im Vergleich zum Dieselbetrieb
sät Zweifel hinsichtlich der Planungen der Regierung in Kopenhagen. Die
Regierung hatte im Rahmen ihres Konzeptes zur Modernisierung des dänischen
Eisenbahnnetzes im Frühjahr in Aussicht gestellt, dass mit einer umfangreichen
Elektrifizierung der bisher nur für Dieselloks nutzbaren Strecken nicht
vor 2020 zu rechnen ist.
Dabei spielt nach Ansichten von Beobachtern eine Rolle, dass man zunächst
die seit Jahren nicht einsatzfähigen Dieselschnelltriebwagen IC 4 »auffahren«
möchte, die ab 2010 in größerer Stückzahl endlich zum Einsatz kommen sollen.
Zugleich kann der Kauf teurer elektrisch betriebener Züge noch auf Jahre
hinausgeschoben werden. Es wurde auch erklärt, es sei technisch günstiger,
erst die Modernisierung des Signalsystems durchzuführen, bevor Oberleitungen
z. B. auch zwischen Fredericia und Århus gebaut werden.
Die Zeitung »Information« zitiert aus einem Bericht von »Trafikstyrelsen«,
dass die elektrischen Øresundzüge , die ähnlich wie die u. a. im Verkehr
Kopenhagen-Sonderburg eingesetzten IR4-Züge gebaut sind, pro Kilometer
nur drei Kronen Betriebskosten verursachen, während die Diesel-IC4 mit
sechs Kronen zu Buche schlagen.
Verkehrsforscher Alex Landex von der Technischen Universität Dänemark
(DTU) erklärt gegenüber der Zeitung, dass die deutlich günstigere Betriebskostenbilanz
elektrischer Züge für eine raschere Elektrifizierung spricht als von der
Regierung geplant. Bei den elektrischen Zügen kommen weitere Vorteile
hinzu wie größere Beschleunigung und höhere Geschwindigkeit als bei Dieselzügen.
Neben geringeren Fahrgeräuschen haben elektrische Triebwagen den Vorteil,
das die Bremsenergie als Strom größtenteils in die Oberleitung zurückgeleitet
werden kann.
Die IC4-Züge weisen sogar eine ungünstigere Energiebilanz als die inzwischen
in die Jahre gekommenen IC3-Triebwagen, die nach Planungen von DSB nach
Inbetriebsetzung der neuen IC4-Triebwagen verstärkt im Regionalverkehr
Verwendung finden sollen. Besonders ärgerlich ist es aus Umweltschutzsicht,
dass heute sogar Dieselzüge auf elektrifizierten Strecken zum Einsatz
kommen, da z. B. die Hauptstrecke nach Århus oder nach Esbjerg von Kopenhagen
über Fredericia hinaus durchgehend befahren wird. Und selbst von Fredericia
nach Pattburg fahren vielfach alte Dieseltriebwagen, weil es nicht ausreichend
elektrische Triebwagen gibt (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
15.07.09).
Private
Bahnunternehmen wollen dänisches Streckennetz nutzen
Über die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke rollen
bereits viele Transitgüterzüge, die das dänische Eisenbahnnetz nutzen.
Es könnten in den kommenden Jahren noch mehr werden, denn die Kapazität
im Bereich des Nadelöhrs Kopenhagen wird erhöht.
Foto Volker Heesch.
Bereits seit einigen Jahren lassen mehrere Privatbahnen neben dem staatlichen
Bahngüterverkehrs-unternehmen der Deutschen Bahn (DB), DB Schenker, in
das unter dem neuen Namen Schenker Rail Danmark Services A/S auch die
aus dem DSB Güterverkehr übernommenen Aktivitäten in Dänemark überführt
worden sind, Güterzüge über die dänischen Bahngleise rollen. Nach Angaben
des staatlichen dänischen Bahninfrastrukturunternehmens Banedanmark besteht
trotz derzeitiger Wirtschaftsflaute im Zuge der aktuellen Zuteilungsrunde
weiter großes Interesse bei verschiedenen Bahnunternehmen, dänische Gleise
zu nutzen.
»Es ist eine unglaublich positive Entwicklung, dass so großes Interesse
in Dänemark am Zugfahren besteht«, so Banedanmark-Chef Jesper Hansen und
verweist auf den deutlichen Anstieg im Reisezugverkehr.
Vor diesem Hintergrund habe seine Behörde vor der schwierigen Aufgabe
gestanden, vor allem im Bereich des überlasteten Bahnnadelöhrs Kopenhagen
allen eingegangenen Anträgen auf Nutzung der Gleise folgen zu können.
»Es ist uns geglückt, fast allen Wünschen für das Fahrplanjahr 2010 zu
entsprechen«, so Hansen. Es sei gelungen, u. a. zwischen Kopenhagen und
Kastrup im Zuge der Öresundverbindung statt für 12 bis 14 Züge stündlich
ab 2010 für 15 Züge Platz zu schaffen.
Der Sprecher von Bane-danmark, Henrik Strunge, erklärte, dass erst im
Oktober bekannt gegeben werde, welche Bahnunternehmen zum Zuge kommen.
Er konnte keine Angaben machen, ob außer für private Güterzüge auch für
private Reisezüge Streckenkapazitäten im dänischen Schienennetz beantragt
worden sind (Volker Heesch,
mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
08.07.09).
DSB
bestellt Siemens Desiro
Während nach wie vor Unsicherheit herrscht, ob die eigentlich schon seit
2003 für den Fernverkehr vorgesehenen IC4- Triebwagen im kommenden Jahr
bei den Dänischen Staatsbahnen (DSB) zum Einsatz kommen, setzt das Staatsunternehmen
im Regionalverkehr auf langjährig bewährte »Massenware« der Bahnindustrie.
Donnerstag hat DSB einen Vertrag mit dem deutschen Konzern Siemens über
die Lieferung von acht Regionaltriebwagen für den Einsatz auf der Strecke
Århus-Grenaa abgeschlossen. Die 120 Stundenkilometer schnellen Dieseltriebwagen
sollen bereits Ende 2010 zum Einsatz kommen. Die leichten Triebwagen verfügen
über spurtstarke Motoren, die mit Partikelfiltern ausgestattet sind. Bewährt
haben sich die Züge u. a. im Verkehr auf Fünen.
Siemens hat weltweit bereits fast 600 dieses Triebwagenfabrikates ausgeliefert.
DSB setzt unter Leitung des neuen IC4-Projektchefs Torben Kronstam, der
be-reits am Elektrifizierungsprogramm und dem Einsatz neuer Fahrzeuge
wie dem ebenfalls pannengeplagten elektrischen IR4- Triebwagen beteiligt
war, auf die technische Schlussabnahme und Inbetriebnahme der aus Italien
gelieferten Triebwagen in Eigenregie (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
Foto DSB, 04.07.09).
Arriva
will mit DSB im Fernverkehr konkurrieren
Der dänische Bahn-Ableger des britischen Transportkonzerns Arriva plant
neben der bisherigen Bedienung der Regionalverbindungen im westlichen
Nordschleswig und vor allem im westlichen Jütland auch Zugverbindungen
zwischen den größeren Städten Aalborg, Århus und Odense.
Gegenüber »Jyllands-Posten« erklärte der Chef von Arriva Tog, Johnny Hansen,
dass die Regierung dringend den Weg für eine weitere Liberalisierung des
Bahnverkehrs in Dänemark öffnen müsse, sonst würden keine internationalen
Bahnunternehmen bereit sein, Dänemark zu bedienen.
Arriva – der Konzern bedient auch zahlreiche Strecken in Deutschland –
kooperiert grenzüberschreitend mit den Privatbahnen Nord-Ostsee- Bahn
(NOB) und Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll (NEG). So wirbt das
Unternehmen mit grenzüberschreitenden Tagesfahrkarten, mit denen von den
dänischen Arrivastrecken über Tondern und Niebüll für 195 Kronen Fahrten
bis nach Hamburg, Kiel, Westerland, St. Peter- Ording und Dagebüll unternommen
werden können. Zwei Kinder unter 12 Jahre können gratis reisen.
DSB-Direktor Søren Eriksen reagiert gelassen auf die Arriva- Ankündigung
und verweist auf die Arriva-Triebwagen, die mit Spitze 120 km/h kaum mit
den DSB-Zügen konkurrieren könnten. Arriva will mit Billigpreisen Kunden
aus den DSB-Zügen abwerben, es sollen vor allem am Wochenende freie Kapazitäten
bei den Lint- Regionaltriebwagen genutzt werden (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
30.06.09).
DSB
meldet mehr Reisende
Die Dänischen Staatsbahnen (DSB) trotzen der allgemeinen Wirtschaftskrise.
In den ersten drei Monaten des Jahres beförderte das Unternehmen 13 Prozent
mehr Reisende als im gleichen Vorjahreszeitraum.
Allerdings geht das Plus zu einem großen Teil auf das Konto der Betriebsübernahme
des gesamten Öresundverkehrs. Im gesamten Netz ohne Öresundbereich gab
es ein Plus von drei Prozent.
DSB-Chef Søren Eriksen verweist darauf, dass die erhöhte Pünktlichkeit
der DSB-Züge auch zum Zu-wachs beitrage (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
29.05.09).
Gleise
in Nordschleswig werden saniert
Ab 2010 fahren IR-4-Züge für Tempo 180 statt mit
80 km/h mit 100 Sachen von Sonderburg nach Tingleff. Foto hee.
Die Bahnreisenden in Nordschleswig können sich freuen. Im Rahmen des Milliardenprogramms
zur Sanierung des dänischen Eisenbahnnetzes wird im kommenden Jahr die
marode Bahnstrecke Tingleff-Sonderburg saniert, so dass dort statt mit
derzeit zulässigen 80 Stundenkilometern wieder Tempo 100 gefahren werden
kann, so der Projektchef von Banedanmark, Preben Jørgensen, gegenüber
dem Nordschleswiger.
Und auch die lange weit hinten im Sanierungsprogramm geführte Strecke
Tondern-Bramming steht jetzt vor einer kompletten Instandsetzung. 2011
wird auf 19 Kilometern der 60 Kilometer langen Strecke eine vollständige
Erneuerung durchgeführt. Auf 18 Kilometern werden statt der Holzschwellen
Betonschwellen und neue Schienen verlegt, außerdem werden 16 Weichen und
34 Überwege erneuert. Jørgensen berichtet, dass danach durchgehend Tempo
100 möglich sei.
Davon werden die ab Ende 2010 umsteigefrei bis Niebüll verkehrenden Arriva-Züge
profitieren, die von Esbjerg über Bramming nach Tondern fahren. Der Fachmann
der staatlichen Bahnbehörde berichtet, dass auch Baumaßnahmen zwischen
Vamdrup und Pattburg vorgesehen sind. Dabei könnte auch die politisch
beschlossene Verlegung eines zweiten Gleises zwischen Vamdrup und Woyens
bzw. Tingleff und Pattburg einbezogen werden. Doch fehlten dazu die erforderlichen
Beschlüsse.
Mit dem Renovierungsprogramm mit einem Etat von 5,2 Milliarden Kronen
– eine Verdreifachung des Einsatzes in kurzer Zeit – sind bis 2012 auch
Streckenerneuerungen in West- und Nordjütland nach Struer, Skjern und
Frederikshavn vorgesehen.
Die technisch unzureichenden Hauptstrecken zwischen Kopenhagen und Århus
wurden bereits in den vergangenen Jahren instandgesetzt (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
29.05.09).
Neue
deutsch-dänische Lokführer-Zulassung
Für den Zugverkehr über die deutsch-dänische Grenze ist ein weiteres Hindernis
aus dem Weg geräumt worden. Die staatliche dänische Verkehrsbehörde »Trafikstyrelsen«
und das deutsche Eisenbahn- Bundesamt haben im Vorgriff auf die EU-weite
Lokführerverordnung eine gegenseitige Anerkennung der »Lokführerscheine«
vereinbart. Auch die Gesundheitsprüfungen gelten grenzüberschreitend.
»Mit dieser Initiative be-seitigen Dänemark und Deutschland eine administrative
und wirtschaftliche Barriere beim grenzüberschreitenden Bahnverkehr. Sie
kann dazu beitragen, den Bahngüterverkehr im Wettbewerb mit dem Lkw-Verkehr
konkurrenzfähiger zu machen«, so der Chef von Trafikstyrelsen , Jesper
Rasmussen.
Weiterhin müssen die Lokführer allerdings Nachweise ihrer Unternehmen
zu Sprach- und Strecken- und Materialkenntnissen vorlegen (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
27.05.09).
IC4-Milliarden-Vergleich
Der Schnelltriebwagen IC 4, der eigentlich seit fünf Jahren mit Tempo
200 über die dänischen Bahngleise rauschen sollte, ist in die Verkehrsgeschichte
bereits als der DSB-Zug mit der größten Verspätung aller Zeiten eingegangen.
Jetzt zeichnet sich ab, dass die vor zehn Jahren bestellten 83 Schnelltriebwagen
aus den Werken des renommierten italienischen Bahntechnikherstellers Ansaldobreda
bis 2012 doch noch zum Einsatz kommen.
Kurz vor Ablauf des Ultimatums Ende Mai haben sich die Dänischen Staatsbahnen
(DSB) und Ansaldobreda auf einen Vergleich geeinigt, der verhindert, dass
DSB den gesamten Handel mit den Italienern im Auftragswert von über fünf
Mia. Kronen rückgängig macht. Es besteht Aussicht, dass die bisher nicht
über den Testbetrieb hinausgekommenen komfortablen Triebwagen die vielen
überalterten DSB-Züge ablösen können, die seit Jahren für Störungen sorgen.
Verkehrsminister Lars Barfoed (Kons.) begrüßte die Einigung.
Teil des Vergleichs, der den italienischen Lieferanten zu finanziellen
Zugeständnissen in Höhe von 2,25 Mia. Kronen zwingt, ist eine Vereinbarung,
dass die fertig montierten Triebwagen, die seit Jahren vor allem Probleme
bei der EDV-Steuerung aufweisen, in den DSB-eigenen Betriebswerken in
Århus einsatzklar gemacht werden. Auch die Regionalzüge des Typs IC 2,
die ebenfalls noch nicht von Ansaldobreda geliefert worden sind, werden
in Århus einsatzklar gemacht.
Bis zum 1. Juni 2009 werden 15 Triebwagen von DSB übernommen, weitere
zwei werden bis Anfang 2010 geliefert. Erst ab April 2010 sollen drei
Züge monatlich an DSB geliefert und anschließend für den Betrieb eingerichtet
werden. Bis Herbst 2012 sollen dann alle 83 IC 4 abgeliefert sein, ebenfalls
alle bestellten 23 IC 2.
Da offen ist, ob alles wie vereinbart klappt, hat DSB dem Hersteller ein
neues Ultimatum gestellt. Es ist immer noch möglich, dass das gesamte
Geschäft platzt. Ein Teil der Gelder, die DSB nicht an Ansaldobreda zahlt,
wird auch für Ersatzfahrzeuge ausgegeben.
Große Alternativen zum IC4 hat DSB allerdings nicht. So hieß es auch,
dass die Elektrifizierung des bisher dieselbetriebenen Hauptstreckennetzes
in Dänemark nicht vor 2020 fertig sein kann. Verkehrsminister Barfoed
meinte, die Geduld der Fahrgäste sei hart strapaziert worden. Er begrüßte
es ausdrücklich, dass Ansaldobreda ein neues Ultimatum gestellt worden
sei.
Sowohl aus dem Regierungslager als auch aus der Opposition kam Beifall
nach dem Vergleich und Aussicht auf einen Einsatz der Problemtriebwagen
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
23.05.09).
Vestbanen
rollt vorläufig weiter
Nachdem kürzlich im Zuge einer Ausschreibung keine Angebote für eine Bedienung
der in Regie des Verkehrsunternehmens Sydtrafik 38 Kilometer langen Bahnstrecke
Varde-Nørre Nebel im Verbund mit dem vom Staat bestellten Verkehr auf
der Strecke Skjern- Varde-Esbjerg eingegangen waren, hat das von der Region
Süddänemark und den Kommunen finanzierte Unternehmen beschlossen, dass
die vor allem im Touristik- und Lokalverkehr genutzte Bahnverbindung vorläufig
in der jetzigen Form mit den Triebwagen von Vestbanen weitergeführt wird.
Geplant war eine Durchbindung des Verkehrs von Nørre Nebel bis Esbjerg,
doch die finanziell ohnehin durch sinkende Erträge im Busverkehr bedrängte
Gesellschaft Sydtrafik kann die Mehrkosten nicht tragen, so Sydtrafik-Vorsitzender
Peter Christensen, Hoyer. Eine Stilllegung der Strecke wurde zunächst
abgelehnt, so Christensen.
Es werde zunächst zwei bis vier Jahre mit den alten »Lynette«-Triebwagen
weitergefahren. Längerfristig sei es sinnvoll, den Betrieb von Vestbanen
mit dem staatlich bestellten Verkehr um Esbjerg zu verknüpfen, da die
Einzelbedienung auf der Stammstrecke zu teuer sei. Die Strecke Varde-Nørre
Nebel, die auch Bedeutung für den Transport von Militärgerät zum Schießplatz
Oksbøl besitzt, ist über die ab Ende 2010 ganzjährig durchgebundene Westküstenbahn
Niebüll-Tondern-Esbjerg auch gut von Schleswig-Holstein aus erreichbar
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
16.05.09).
Durchbindung
Niebüll-Esbjerg erhält grünes Licht aus Kiel
Umsteigen ist in Tondern auf der Linie Niebüll-Esbjerg
ab Ende 2010 überflüssig, derzeit fahren die Arriva-Züge nur in den Sommermonaten
an Wochenenden durch. Foto Heesch.
Nachdem im März die private Bahngesellschaft Arriva den Zuschlag bei der
Ausschreibung des Bahnverkehrs in Westjütland und auf der Strecke Esbjerg-Tondern
»mit der Option für den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Tondern
und Niebüll« von der staatlichen dänischen Verkehrsbehörde »Trafikstyrelsen«
erhalten hatte, kommt auch grünes Licht aus Kiel für die ganzjährige Durchbindung
der Züge entlang der Westküste.
»Es ist so geplant, dass ab Dezember 2010 die Arriva-Züge von Esbjerg
jeweils bis Niebüll durchfahren und von Niebüll bis Esbjerg eingesetzt
werden«, so Wolfgang Seyb, Prokurist und Abteilungsleiter Verkehrswirtschaft
bei der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS), die im Auftrag
der Landesregierung den regionalen Zugverkehr in Schleswig-Holstein organisiert.
Seyb erklärt, dass die Vergabe der Verkehrsleistungen an Arriva noch in
Landtagsausschüssen beraten werden muss, aber prinzipiell mit dem Auftrag
an Arriva das seit Jahren verfolgte Ziel erreicht wird, eine umsteigefreie
Verbindung zwischen Niebüll und Esbjerg einzurichten. Bis Dezember 2010
fährt die Nord-Ostsee-Bahn noch zwischen Niebüll und Tondern, ab vergangenem
Wochenende bis Oktober fahren aber jeweils Arriva-Züge bis Niebüll durch.
Der verkehrspolitische Sprecher der Venstre-Folketingsfraktion, Kristian
Pihl Lorentzen, begrüßt die jetzt absehbare ganzjährige Verbindung zwischen
Niebüll und Esbjerg. Er hält es für möglich, dass künftig auch die bisher
in Pattburg »gebrochene« Verbindung der Regionalzüge von Fredericia durchgehend
über Flensburg nach Hamburg organisiert werden kann. Voraussetzung wäre
der Einsatz von Zweisystemloks oder Triebwagen, da das dänische und das
deutsche Bahnstromsystem unterschiedlich sind. Im Öresundverkehr sind
Zweisystemzüge seit Jahren im Einsatz.
Wolfgang Seyb hält eine Option für einen durchgehenden schnellen Regionalexpress
Fredericia-Hamburg im Rahmen der Ausschreibung des Nordnetzes 2014 für
möglich. Für Dänemark wäre ein solcher Verkehr angesichts des Mangels
an Zügen bei DSB interessant, derzeit fahren teilweise Dieseltriebwagen
auf der elektrifizierten Strecke (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
23.04.09).
Ein
Viertel der bis 2014 geplanten Streckenerneuerungen fertig
Jahrelang musste in ganz Dänemark während der Sommermonate bei hohen Temperaturen
die Geschwindigkeit der Züge wegen Deformierungen der Gleise herabgesetzt
werden, mit oftmals erheblichen Verspätungen als Folge. Jetzt meldet die
für das Streckennetz zuständige staatliche Bahnbehörde Banedanmark, dass
im Zuge des 2008 eingeleiteten Renovierungsprogramms für 1.500 Kilometer
Bahnstrecken so große Fortschritte erzielt worden sind, dass die am stärksten
verschlissenen und technisch unzureichenden Abschnitte erneuert worden
sind, die bisher in Hitzeperioden zu Gleisverwerfungen geneigt haben.
Im vergangenen Jahr wurde fast ein Viertel des Renovierungsprogramms abgearbeitet,
für das das Folketing rund zwölf Milliarden Kronen bewilligt hatte. Bisher
wurden rund drei Milliarden Kronen verbaut, so der Chef von Banedanmark,
Jesper Hansen.
Eines der wichtigsten Bauvorhaben war die Erneuerung der Hauptstrecke
Fredericia-Århus. In den vergangenen Wochen war auch der eingleisige Abschnitt
Vamdrup-Woyens instand gesetzt worden. Hansen berichtete, dass bis zum
Jahresende der Rückstand beim Streckenunterhalt verschwunden sein wird,
der sich aufgrund zu geringer Haushaltsmittel während der vergangenen
Jahrzehnte aufgebaut hatte.
Bis 2014 stehen der Bahnbehörde auch für neue Signalsysteme, moderne Informationstechnik
für die Reisenden und neue Gleise rund 22 Milliarden Kronen zur Verfügung
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
23.04.09).
Ganzwerbung
auf der S-Bahn
 
 
Einige S-Bahnzüge sind zur Zeit als Ganzwerbung für verschiedene Firmen
und für DSB beklebt. Der "Regenbogenzug", am 22.04. bei Lyngby gesehen,
wirbt für den S-Bahnfahrplan. Andere rote S-Bahnzüge der 4. Generation
(LHB/Alstrom und Siemens) wurden bei Østerport gesehen (Jakob
Stilling, www.klub40.dk,
24.04.09).
DSB-Bilanz
2008
In
Dänemark benutzen trotz Störungen des Verkehrs durch Baustellen zur Renovierung
der Strecken und Mangel an modernen Zügen immer mehr Menschen den Zug.
Das geht aus der Jahresbilanz 2008 der Dänischen Staatsbahnen (DSB) hervor.
Das Unternehmen berichtet über den größten Kundenzuwachs seit fünf Jahren.
Es wurden drei Prozent mehr Reisen verkauft, es wurde ein Gewinn in Höhe
von 739 Mio. Kronen verbucht, 50 Mio. weniger als 2007.
Das Ergebnis 2008 wurde allerdings durch Erlöse durch Verkauf von Immobilien
im Wert von 300 Millionen Kronen verbessert, während Einnahmen im Zuge
der mit dem Transportministerium vereinbarten Verkehrsbedienungen zurückgingen,
höhere Energie- und Personalausgaben belasteten das Ergebnis. Die Einnahmen
im Passagierverkehr stiegen um 150 Mio. auf 4,5 Mrd. Kr. Das Plus wurde
vor allem im Verkehr über Großen Belt und Öresund sowie im internationalen
Verkehr erzielt. Als Erfolg vermeldet DSB einen Rückgang der Verspätungen
um 20 Prozent. 2009 erwartet DSB einen Gewinn von 450 Mio. Kr., da es
keine Sondererlöse gebe.
Zum Thema IC 4 hieß es, dass es zu früh sei, zu bewerten, ob der Hersteller
Ansaldobreda des seit Jahren »verspäteten« Zuges das letzte Ultimatum
erfülle, das bis zum Mai die Indienststellung von 14 einsatzfähigen Triebzügen
umfasst (Volker Heesch,
mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers
, 01.04.09).
DSB-Chef
Søren Eriksen hat den Glauben an IC4 verloren
Bei den Dänischen Staatsbahnen (DSB) scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen,
dass die vor rund zehn Jahren bestellten 83 IC4-Schnelltriebwagen, die
bereits ab 2003 eingesetzt werden sollten, kaum noch im größeren Umfang
den innerdänischen Fernverkehr in den kommenden Jahren übernehmen können.
Bis Ende Mai sollten 14 Triebwagen des italienischen Herstellers Ansaldobreda
vertragsgemäß abgeliefert werden. Bisher erfüllen aber erst drei der 200
km/h schnellen Züge die Anforderungen.
»Ich habe den Glauben hinsichtlich IC4 verloren«, so DSB-Chef Søren Eriksen
gegenüber den Nachrichten von TV 2 (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
28.03.09).
Arriva
erneut mit Verkehr auf Strecken der Westküste beauftragt
Bisher fahren die Arriva-Züge nur im Sommerhalbjahr
am Wochenende von Tondern weiter nach Niebüll. Foto hee.
Die staatliche Verkehrsbehörde Trafikstyrelsen hat im Zuge der Ausschreibungen
des regionalen Zugverkehrs auf dem westjütischen Streckennetz sowie zwischen
Esbjerg und Niebüll das dänische Tochterunternehmen der britischen Gesellschaft
Arriva mit den Verkehrsleistungen ab Dezember 2010 bis 2018 beauftragt.
Arriva bedient bereits seit 2003 die Strecken, zu denen auch die Verbindungen
Esbjerg-Struer und Skjern-Århus zählen. Die Mitbewerber Deutsche Bahn
und First Jylland Aps unter DSB-Führung gingen leer aus.
Der Verkehrschef von Trafikstyrelsen, Jeppe Gaard, erklärte gegenüber
dem Nordschleswiger, dass der Verkehrsauftrag die Option für die durchgehende
Bedienung der Verbindung Esbjerg-Tondern-Niebüll mit täglich zehn Zügen
umfasse.
»Jetzt muss noch die LVS in Kiel dem Vertrag zustimmen«, sagte Gaard unter
Hinweis auf die erforderliche Bestellung auf dem Abschnitt Tondern/Grenze-Niebüll
durch die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft, die im Auftrag des
Landes Schleswig-Holstein den regionalen Zugverkehr bestellt.
Dami besteht Aussicht auf eine deutliche Attraktivitätssteigerung im grenzüberschreitenden
Verkehr. Trotz Millioneneinsparung im Zuge der Ausschreibung wird der
Komfort in den Zügen erhöht und mehr Züge eingesetzt (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
13.03.09).
Gedserbahn
wird eingestellt
 

Eindrücke der letzten Woche von der Gedserbahn
zwischen Nykøbing Falster und Gedser. Fotos Steen Cavour Nielsen.
Das dänische Transportministerium hat mitgeteilt, dass der Personenzugverkehr
auf der Bahn Nykøbing/Falster-Gedser 2010 eingestellt wird. Der frühere
Beschluss des Folketings zur Renovierung der bis 1995 dem internationalen
Zugverkehr per Bahnfähre nach Warnemünde dienenden Strecke wurde im Rahmen
des Verkehrsvergleichs aufgehoben. Die reservierten 200 Mio. Kronen werden
anderweitig verwendet.
Zuletzt befuhr täglich nur ein Zugpaar die Strecke, die Teil der kürzesten
Route Kopenhagen-Berlin ist (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
Fotos Steen Cavour Nielsen,
07.02.09).
DB-Tochter
Pan Bus gewinnt Ausschreibung in Esbjerg
DB
Bahn Stadtverkehr hat mit seinem dänischen Tochterunternehmen Pan
Bus bei der Ausschreibung Sydtrafik 2 das Verkehrsgebiet Esbjerg gewonnen.
Ab Sommer 2009 wird Pan Bus A/S die städtischen Verkehre in Dänemarks
fünftgrößter Stadt mit 30 Bussen betreiben. Der Auftrag
hat eine Laufzeit von acht Jahren. Außerdem hat Pan Bus den Busverkehr
zwischen Sønderborg und Kruså gewonnen, der mit vier Fahrzeugen
betrieben wird.
Hermann Graf von der Schulenburg, Vorsitzender der Geschäftsführung
der DB Stadtverkehr GmbH, sagt: „Mit dem Gewinn dieser Ausschreibung
setzt Pan Bus seinen konsequent erfolgreichen Weg fort. Das alteingesessene
Unternehmen hat gegen starke Wettbewerber gewonnen. Die Fahrgäste
in Esbjerg werden von der Qualität und Zuverlässigkeit unserer
Busverkehre profitieren.“
Pan Bus A/S mit Sitz in Viborg ist eines der ältesten Stadtverkehrsunternehmen
in Dänemark. Es betreibt mit 220 Mitarbeitern und 85 Bussen Stadt-
und Regionalverkehre in Viborg, Silkeborg und rund um den Limfjord. 2007
wurde es von DB Bahn Stadtverkehr gekauft.
DB Bahn Stadtverkehr führt die Geschäfte der Deutschen Bahn
im Regionalbus- und Ballungsraumverkehr. Hierzu gehören ein Netzwerk
von 22 Busgesellschaften, die S-Bahnen Berlin und Hamburg sowie über
70 Beteiligungen an Verkehrsunternehmen und -gemeinschaften in Deutschland.
Das Unternehmen ist mit rund 12.200 Mitarbeitern und 3,4 Millionen Fahrgästen
täglich die größte Nahverkehrsgesellschaft Deutschlands
(Pressemeldung Deutsche Bahn, 03.02.09).
94
Milliarden Kronen bis 2020 für grünen Bahnausbau
»Die dänische Transportpolitik ist heute bis 2020 auf ein grünes Gleis
gesetzt gesetzt worden«, meinte Finanzminister Lars Løkke Rasmussen am
28.01.09 nach dem Einigung aller Folketingsfraktionen außer der Einheitsliste
auf einen Verkehrsvergleich, der Investitionen von 94 Milliarden Kronen
in den kommenden zehn Jahren vorsieht.
Als wichtige Baumaßnahme in Nordschleswig wird die Beseitigung der bisher
nur eingleisigen Engpässe der Bahn zwischen Tingleff und Pattburg sowie
Woyens und Vamdrup im Vergleichstext aufgeführt, der vor allem die Stärkung
öffentlicher Verkehrsmittel vorsieht, um den CO2-Ausstoß zu senken. Ein
Betrag von einer Milliarde Kronen soll durch die Einführung einer Lkw-Maut
erwirtschaftet werden. Hinzu kommen Einnahmen aus den Benutzergebühren
der Große-Belt-Verbindung.
Løkke Rasmussen kündigte auch eine Reform der Autobesteuerung an. Während
die Registrierungsabgabe gesenkt wird, soll eine »grüne« Verkehrsabgabe
eingeführt werden. Darüber werde 2009/2010 entschieden.
Verkehrsminister Lars Barfoed (Kons.) sprach von einem grünen Verkehrsplan,
da der öffentliche Verkehr deutlich ausgebaut und modernisiert werde,
u. a. durch Austausch des gesamten Bahnsignalsystems, Einstieg in das
Bahn-Ein-Stunden-Fahrzeitkonzept zwischen den großen Städten und Ausbau
mehrerer Bahnstrecken auf Seeland. Man erwarte eine deutliche Steigerung
der Zahl der Bahnreisenden.
Barfoed kündigte auch Förderung einer Stadtbahn in Århus, Impulse für
den Busverkehr und Anschub für den Fahrradverkehr an. Den Kommunen werden
dazu staatliche Mittel in Höhe von einer Mrd. Kr. bereitgestellt. Im Straßennetz
sollen vor allem bekannte Engpässe beseitigt werden, z. B. im Bereich
der Brücke über den Vejle-Fjord. Auch die Verkehrsanbindung der Häfen
soll verbessert werden (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
30.01.09).
Bahngüterverkehr
vor Fehmarn-Ausbau stärken
Die staatliche dänische Bahninfrastrukturbehörde Banedanmark will in Zusammenarbeit
mit den Betriebern von Güterzugverkehr und den Infrastrukturgesellschaften
in Deutschland, Schweden, Norwegen und Finnland den durch Dänemark laufenden
»Korridor 1« des internationalen Güterzugverkehrs ausbauen.
Bei einer Konferenz in Kopenhagen einigten sich die im »RailNetEurope«
(RNE) vereinten Unternehmen darauf, Barrieren im Verlauf des über Örsund,
Großen Belt und Pattburg laufenden Korridors noch vor der Eröffnung der
Fehmarnbelt-Verbindung zu beseitigen.
Diskutiert haben die Vertreter der Streckenbetreiber und Verkehrsunternehmen,
wie z. B. auch durch Einsatz längerer Züge und erhöhter Geschwindigkeit
der Güterzüge die Kapazität und Wettbewerbssituation der gegenüber dem
Lkw umweltfreundlicheren Bahn erhöht werden kann. Als Hindernis des Bahngüterverkehrs
auf den internationalen Korridoren zwischen Hamburg, Oslo, Stockholm und
Turku (Finnland) gelten seit langem auch die eingleisigen Streckenabschnitte
in Nordschleswig zwischen Pattburg und Tingleff sowie Woyens und Vamdrup.
Vor einigen Monaten waren versuchsweise von Railion längere Güterzüge
in Dänemark eingesetzt worden (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
27.01.09).
DSB
setzt auf Deutschland
Die Dänischen Staatsbahnen (DSB) haben ihre Vorbereitungen für Beteiligung
an Auschreibungsverfahren für Verkehrsleistungen des von den deutschen
Bundesländern verwalteten regionalen Bahnverkehrs intensiviert. Mit Jörg
Wiedenlübbert hat DSB einen Leiter der im Aufbau befindlichen Deutschland-Aktivitäten
der Staatsbahn berufen.
Die DSB Deutschland soll sich nicht nur an Ausschreibungen beteiligen,
sondern möglicherweise deutsche Bahnunternehmen aufkaufen, teilte DSB
in einer Pressemitteilung mit. Konkrete Angaben, wo man sich an Ausschreibungen
beteiligen wolle, machte DSB nicht.
In Schleswig-Holstein hat die Landesweite Nahverkehrsgesellschaft LVS
eine Neuausschreibung des Nordnetzes angekündigt, die geographisch für
DSB als Nachbarschaftsgeschäft zu erledigen wäre. Die Deutsche Bahn hat
sich schon vor längerer Zeit um Verkehr in Dänemark, u. a. auf der Strecke
Tondern-Esbjerg beworben (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
27.01.09).
NEG
Niebüll will Touristen per Schiene über die Grenze bringen
Voriges Jahr konnte der Chef der NEG Niebüll, Ingo
Dewald (rechts) Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (Mitte) zum Abschluss
der Modernisierung der Strecken des Unternehmens begrüßen. Mit dabei der
Direktor der Luxemburgischen Eisenbahn (CFL), Alex Kremer, zu dessen Unternehmen
die NEG-Strecken nach Dagebüll und Tondern gehören. Foto Heesch.
Im Frühjahr 2009 wird bei der dänischen Eisenbahnbehörde Trafikstyrelsen
entschieden, welches Unternehmen in zwei Jahren nicht nur den Bahnverkehr
zwischen Esbjerg und Tondern, sondern dann voraussichtlich auch umsteigefrei
weiter von Tondern nach Niebüll durchführen wird. Bis zum 12. Januar wartet
die Behörde auf die Angebote der drei Unternehmen Arriva Tog A/S, die
derzeit Tondern-Esbjerg bedient, sowie Deutsche Bahn Regio und der von
den Dänischen Staatsbahnen (DSB) und einem britischen Partner gegründeten
Gesellschaft First Jylland Aps, die sich in der Vorauswahl durchsetzen
konnten.
Der Geschäftsführer des Unternehmens NEG Niebüll, der die Strecke von
der Grenze bis Niebüll gehört, Diplomingenieur Ingo Dewald, setzt unabhängig
vom Sieger der Ausschreibung auf enge Zusammenarbeit mit den künftigen
Streckenbetreibern und auf eine Intensivierung des grenzüberschreitenden
Zugverkehrs.
Dewald, dessen zu den Luxemburgischen Staatsbahnen (CFL) gehörendes Unternehmen
zum Jahres-ende fünf Jahre den Personenverkehr Niebüll-Dagebüll betreibt
und auch am grenzüberschreitenden Gü-terverkehr des Schwesterunternehmens
CFL Cargo beteiligt ist, setzt mit den dänischen Partnern auf eine weitere
Aktivierung des grenzüberschreitenden Touristikverkehrs.
Ab 4. April 2009 werden NEG Züge an Wochenenden von Niebüll bis Esbjerg
durchfahren und bis zum Herbst dann jeweils auch Leistungen von NOB und
Arriva übernehmen. Es sollen zusammen mit Arriva Tog und NOB mehr Fahrgäste
aus Dänemark über Tondern nach Niebüll, Dagebüll und auf die Nordfriesischen
Inseln gebracht werden. Umgekehrt werden Urlauber mit den Zügen der NEG
Niebüll, der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) und Arriva aus Nordfriesland nach
Tondern, Ripen und weiteren Zielen in Dänemark gebracht.
Durch den Ausbau der Strecken von Niebüll nach Dagebüll und Tondern konnten
die Fahrzeiten deutlich verkürzt werden und die Anschlüsse von und nach
Fähr und Amrum verbessert werden. Die Zahl der Reisenden auf der Strecke
Niebüll-Dagebüll hat sich in diesem Jahr deutlich erhöht, am 3. Januar
2009 wird in Zusammenarbeit mit der NOB erstmals ein Direktzug Dagebüll-Niebüll-Hamburg
eingesetzt, um die vielen Neujahrsurlauber nach Hause zu bringen.
Dewald berichtet, dass in den kommenden Monaten weitere Sicherheitstechnik
für das dänische ATC System zwischen der Grenze und Niebüll installiert
und weitere Bahnübergänge Schranken und Blinkzeichen erhalten (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
22.08.08).
Schnelle
Züge erst in zehn Jahren
Zu den Kernzielen des in dieser Woche veröffentlichten neuen »grünen Verkehrsplans«
der dänischen Regierung mit Investitionen in Höhe von 90 Milliarden Kronen
zählt eine drastische Verkürzung der Reisezeiten im dänischen Bahnverkehr
auf nur noch eine Stunde zwischen den größten Städten im Land. Damit sollen
in großem Maße Autofahrer auf die Bahn wechseln und der klimaschädliche
Inlandsflugverkehr ausgebremst werden. Die Reisenden müssen sich aber
auf lange Wartezeiten von rund zehn Jahren einrichten, bis die dänischen
Züge mit Hochgeschwindigkeit über die Gleise rasen können. Vor allem muss
zunächst das gesamte Signalsystem auf den Hauptstrecken erneuert werden,
was allein 22 Milliarden Kronen kostet.
Der Verkehrsplan sieht vor, dass zunächst nur zwischen Ringsted auf Seeland
und Odense Tempo 200 erreicht wird. Hinzu kommt die Neubaustrecke Kopenhagen
und Ringsted, wobei noch entschieden werden muss, ob eine Neutrassierung
erfolgt. Ebenfalls soll ein Ausbau für das hohe Tempo zwischen Hobro und
Aalborg angepeilt werden. Von einem Ausbau der kurvenreichen Strecke zwischen
Fredericia und Århus ist vorläufig noch nicht die Rede. Eine Begradigung
war dort schon vor Jahren im Gespräch, wurde aber ebenso wie eine Elektrifizierung
des wichtigen Strecke vor rund zehn Jahren zu den Akten gelegt. Auch vom
schon lange vereinbarten Ausbau der Bahn in Nordschleswig ist im neuen
Plan der Regierung nicht die Rede, hier kann zwischen Woyens und Tinglef
auch Tempo 200 gefahren werden, allerdings gibt es als »Hemmschuh« den
eingleisigen Abschnitt nördlich von Woyens bis Vamdrup und zwischen Tingleff
und Pattburg.
Der neue Plan sieht eine Fortsetzung der Elektrifizierung von Fredericia
noch Århus erst in fernerer Zukunft vor. Protest wurde in Esbjerg laut,
weil man nicht ans Schnellfahrnetz angeschlossen werden soll. In den kommenden
Monaten soll über die endgültige Ausformung des Verkehrplans verhandelt
werden (Volker Heesch,
mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
13.12.08).
Weiter
technische Fehler bei IC4-Testfahrten
Nicht gerade hoffnungsvoll klingt der Kommentar des DSB-Chefs Søren Eriksen
zum Stand der Testfahrten mit den seit Jahren im Betrieb der Dänischen
Staatsbahnen dringend benötigten IC4- Schnelltriebwagen. Im Mai läuft
das Ultimatum gegenüber dem italienischen Hersteller Ansaldobreda ab,
für ein erstes Kontingent von 83 bestellten Triebwagen die Betriebsgenehmigung
vorzulegen.
»Es gibt weiterhin viele technische Fehler an den Zügen«, so Eriksen gegenüber
dem DSB-Blatt DSB idag. Erst im Mai wisse man, ob die Anforderungen erfüllt
werden können, so der DSB-Chef, der auch berichtete, dass während der
Tests immer neue Defekte auftauchen.
Zufrieden sei man, dass Ansaldobreda zusätzliches Personal in der Werkstatt
Århus einsetze. Man bereite eine Installation einer neuen Softwareversion
zur Steuerung der High-Techzüge vor (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
30.10.08).
DSB
planen Vorstoß in Deutschland
Die staatliche Deutsche Bahn AG hatte sich bereits seit einigen Jahren
an öffentlichen Ausschreibungen von Bahnverkehrsleistungen in Dänemark
beteiligt. Nun planen die Dänischen Staatsbahnen (DSB), die bei ihren
internationalen Aktivitäten zuletzt in Schweden große Aufträge erhielten,
einen Vorstoß auf den umfangreichen deutschen Markt, nachdem in fast allen
deutschen Bundesländern die regionalen Bahnverkehrsleistungen per Ausschreibung
vergeben werden.
Zunächst soll ein Projektkontor in Deutschland aufgebaut werden, so der
Direktor der Sparte DSB International, Peter Christensen. Dort werde ein
Team von sieben festen Mitarbeitern zum Einsatz kommen.
Gegenüber Jyllands-Posten erklärte der geschäftsführende Direktor von
DSB, Søren Eriksen, dass man auch den Kauf von deutschen Bahnunternehmen
ins Auge fasse, um auf dem größten Bahnverkehrsmarkt Europas »den Fuß
in die Tür zu bekommen«.
Eriksen wollte sich nicht zu konkreten Ausschreibungen äußern, an denen
sich DSB in Deutschland beteiligen werde. In der DSB-Zeitung DSB idag
war auf 15 bis 20 Ausschreibungen in Deutschland allein 2009 verwiesen
worden. Bisher hatte DSB es stets auch abgelehnt, z. B. bei den Ausschreibungen
im benachbarten Schleswig-Holstein ins Rennen zu gehen (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
29.10.08).
Railpool
bestellt bei Bombardier 45 Doppelstockwaggons für DSB
Die Railpool GmbH baut ihre europäische Flotte weiter aus. Das Leasingunternehmen
mit Sitz in München hat bei dem Schienenfahrzeughersteller Bombardier
Transportation 45 so genannte Doppelstockwagen bestellt. Das Auftragsvolumen
beträgt 75 Millionen Euro. Gleichzeitig hat Railpool einen mehrjährigen
Leasingvertrag mit der Dänischen Staatsbahn (DSB) für alle 45 Waggons
abgeschlossen.
Die Waggons sind für Betriebsgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h ausgelegt
und sorgen für eine wesentliche Steigerung der Beförderungskapazität im
Regional- und Nahverkehr. Ausgeliefert werden die Waggons zwischen September
und Dezember 2009.
"Es ist Teil der Gesamtstrategie der Railpool GmbH auch im Personenverkehr
Fuß zu fassen. Gemeinsam mit der DSB sind wir dabei einen wichtigen Schritt
vorangekommen.", erklärte Dr. Walter Breinl, Geschäftsführer von Railpool.
Dies ist bereits die zweite großvolumige Bestellung, die Railpool in seiner
erst dreimonatigen Unternehmensgeschichte aufgegeben hat. Im September
hatte Railpool ebenfalls bei Bombardier Transportation 58 Lokomotiven
vom Typ Bombardier TRAXX im Volumen von rund 200 Millionen Euro bestellt.
Railpool ist ein Asset Manager im Schienenverkehr, der im Juli 2008 als
Joint Venture aus HSH Nordbank und KfW IPEX-Bank GmbH gegründet wurde.
Unternehmensziel ist es, den durch die zunehmende Privatisierung des europäischen
Schienenverkehrs steigenden Bedarf an Schienenfahrzeugen durch private
Bahnbetreiber mit zu decken (Pressemeldung Railpool, 21.10.08).
Kapazität
der Öresundbrücke für Güterzüge erschöpft
Verbindet Schweden mit Europa: Die Öresundbrücke.
Die Züge rollen unterhalb der Straße über die Meerenge.
Seit 2005 hat sich die Zahl der Güterzüge auf den Gleisen der Öresundbrücke
zwischen Kopenhagen und Malmö verdoppelt. Statt 20 rollen jetzt täglich
39 Güterzüge über die im Jahre 2000 eröffnete kombinierte Straßen- und
Schienenverbindung. Besonders seit einem stärkeren Engagement privater
Zugoperateure ist der Güterverkehr über den Öresund in Schwung gekommen
– mit dem Ergebnis, dass die staatliche dänische Bahnbehörde Banedanmark
keine weiteren Überfahrten zuteilen kann, wie Danmarks Radio berichtet.
Vier Anträge auf Nutzung der Brückentrasse mussten abgelehnt werden, so
der Sektionschef Lasse Toyls-bjerg-Petersen gegenüber dem Sender – und
er lieferte den etwas unverständlichen Tipp, dass die Antragsteller wohl
ihren Fracht per Lastauto befördern lassen müssten. Unerwähnt blieb dabei,
dass es von Schweden aus neben der Öresundbrücke Fähren von Göteborg nach
Frederikshavn, Trelleborg nach Sassnitz und Rostock sowie eine Verbindung
von Ystad nach Swinemünde gibt, um Bahnwaggons von und nach Mitteleuropa
zu befördern.
Hintergrund der unzureichenden Kapazität bei der Durchschleusung von Güterzügen
ist der sehr dichte Regionalzugverkehr über die Öresundbrücke, die bisher
sogar relativ wenig von Fernreisezügen genutzt wird. Bei Banedanmark laufen
Überlegungen, durch Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit der Güterzüge von
100 auf 120 die Kapazität zu erhöhen. Interessant könnte es auch werden,
die Länge der Güterzüge auszudehnen, um so die Streckenkapazität besser
nutzen zu können.
Strukturell könnte auch der durchgehende zweigleisige Ausbau der Zulaufstrecke
in Nordschleswig für Entlastung sorgen, denn das Nadelöhr zwischen Woyens
und Vamdrup führt zu Fahrzeitverlängerungen, die Fahrten von und nach
Schweden zu verkehrsschwächeren Zeiten über die Öresundbrücke erschweren
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
17.10.08).
Mehrheit
gegen Gedser-Bahn
Nach einem Bericht von Danmarks Radio gibt es im Folketing eine Mehrheit
für eine Stilllegung der Bahnverbindung zwischen Nykøbing/Falster und
dem Fährhafen Gedser.
Medien hatten sich im vergangenen Sommer daüber aufgeregt, dass die 23
Kilometer lange Strecke für 112 Millionen Kronen renoviert werden sollte,
obwohl nur wenige Reisende auf der Route gezählt werden. Das rief die
verkehrspolitischen Sprecher von Venstre und Sozialdemokraten, Kristian
Pihl Lorentzen und Magnus Heunicke, auf den Plan, sich für eine Stilllegung
auszusprechen.
In der Debatte fiel vollständig die mögliche Wiederbelebung der Bahnlinie
unter den Tisch, über die in Kombination mit den Fähren Gedser-Rostock
die kürzeste Verbindung zwischen Kopenhagen und Berlin besteht. DSB hatte
seit Jahren nur zwei Züge täglich nach Gedser eingesetzt – ohne Anschluss
an die von dort nach Rostock eingesetzten Scandlines-Fähren (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
17.10.08).
Infrastrukturplan
erlaubt Anfahrt zur Fehmarnbrücke nur mit Tempo 160
Nach einem Bericht der Zeitschrift »Ingeniøren« sieht der Infrastrukturplan
der Regierung, der mit Verspätung in einigen Wochen vorgelegt werden soll,
keinen Hochgeschwindigkeitsverkehr auf der Landanbindung der Fehmarnbeltbrücke
im Bereich Südseeland vor. Bis 2020 ist auf der dänischen Anbindungsstrecke
nur Tempo 160 möglich, so das Fachblatt.
Der Verkehrsexperte Alex Landex der Abteilung Transport an der Technischen
Universität Dänemark (DTU) erklärte gegenüber »Ingeniøren«, dass unter
solchen Bedingungen die durch die Brücke verbesserte Bahnverbindung zwischen
Kopenhagen und Hamburg/Berlin nicht mit dem Flugverkehr konkurrieren könne.
Vor einigen Wochen hatte es in Schweden einen politischen Vorstoß gegeben,
im Zuge der Erweiterung des schwedischen Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes
die Strecken durch Dänemark auszubauen, damit Züge mit über 200 km/h von
Schweden bis ins deutsche Schnellfahrnetz rollen könnten. Neben den Zulaufstrecken
auf dänischer Seite, zu denen auch die Storstrømsbrücke zwischen Falster
und Seeland aus der Vorkriegszeit als ein Nadelöhr zählt, müsste auch
auf deutscher Seite zwischen Puttgarden und Hamburg die Strecke für Tempo
200 ausgebaut werden (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
16.10.08).
Bombardier
erhält Auftrag von Railpool über 45 Doppelstockwagen an DSB

Bombardier Transportation hat von der Leasinggesellschaft Railpool einen
Auftrag über die Lieferung von 45 Doppelstockwagen erhalten, die für den
Betrieb auf Linien der Dänischen Staatsbahnen (DSB) bestimmt sind. Der
Auftragswert beträgt 75 Millionen Euro (101 Millionen US-Dollar).
Die Wagen sind für Betriebsgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h ausgelegt
und sorgen für eine wesentliche Steigerung der Beförderungskapazität.
Die Bordausstattung sowie das moderne Außen- und Innendesign der Fahrzeuge
machen den Regional- und Nahverkehr für Reisende und den Betreiber noch
attraktiver und komfortabler.
Die Zugwagen sind mit Klimaanlage sowie Mehrzweckbereichen mit viel Platz
für Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühle ausgestattet. Ein geschlossenes
Toilettensystem und Warenautomaten in zahlreichen Mittelwagen unterstreichen
den hohen Grad an Fahrgastfreundlichkeit dieser neuesten Generation von
Doppelstockwagen.
„Ich freue mich sehr, dass wir zu diesem Vertragsabschluss gekommen sind.
Wir werden 45 neue Doppelstockwagen in Betrieb nehmen. Bombardier Transportation
wird sie bis Ende 2009 liefern“, sagte der Vorstandsvorsitzende von DSB,
Søren Eriksen. Und weiter: „Unsere Fahrgäste können sich auf moderne,
komfortable und zuverlässige neue Züge freuen.“
„Es ist das erklärte Ziel der Railpool GmbH im Personenverkehr Fuß zu
fassen. Dazu ist dies genau ein Schritt in die richtige Richtung“, erklärte
Dr. Walter Breinl, Geschäftsführer von Railpool.
Stephane Rambaud-Measson, President der Passenger Division von Bombardier
Transportation, erklärte: „Wir entwickeln unsere Doppelstockwagen ständig
weiter und verbessern sie. Dieser neue Auftrag bestätigt, dass wir mit
diesem Ansatz richtig liegen. Komfort und Flexibilität sind einige der
bemerkenswerten Eigenschaften dieses äußerst zuverlässigen Produktes.
Die Auslieferung ist in Rekordzeit geplant. Wir sind stolz darauf,dass
DSB sich erneut für dieses Produkt entschieden hat, um die Servicequalität
zu erhöhen. 67 unserer Doppelstockwagen sind in Dänemark bereits seit
2002 erfolgreich im Einsatz.“
Die Wagenkastenproduktion und die Endmontage finden zusammen mit Projektmanagement,
Engineering und Erprobung in Görlitz statt. Alle 45 Züge werden zwischen
September und Dezember 2009 ausgeliefert (Pressemeldung Bombardier, 15.10.08).
Zwei
Varianten Kopenhagen - Ringsted
Seit Jahrzehnten stellt die Bahnlinie zwischen Kopenhagen und Ringsted
ein Nadelöhr im dänischen Schienenverkehr dar. Nachdem eine Erweiterung
der Schienenkapazität seit Jahren immer wieder auf die lange Bank geschoben
worden ist, hat die staatliche Verkehrsbehörde »Trafikstyrelsen« in dieser
Woche zwei Ausbauvarianten im Rahmen einer öffentlichen Anhörung ausgelegt.
Bis zum 1. Dezember können Stellungnahmen abgegeben werden, ob die bestehende
Bahnstrecke über Roskilde mit einem fünften Gleis ausgebaut werden soll,
oder ob eine neue zweigleisige Trasse über Køge gebaut werden soll.
Aus den Unterlagen der Behörde geht hervor, dass mit der Neubaulösung
die Streckenkapazität deutlich stärker erweitert werden kann als mit einem
Zusatzgleis. Die neue Linie würde vor allem den Fernverkehr beschleunigen.
Aus den Unterlagen von »Trafikstyrelsen« geht hervor, dass beide Varianten
innerhalb von acht Jahren realisiert werden können (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
25.09.08).
Dänemark:
Neue Zweisystemzüge für DSB
Wegen des in Dänemark gegenüber Deutschland und Schweden abweichenden
Bahnstromsystems können nur mit Zweisystemtechnik ausgerüstete Lokomotiven
und Triebwagen die dänische Grenze überqueren, was mangels geeigneter
Fahrzeuge z. B. durchgehende Regionalzüge von Nordschleswig nach Schleswig-Holstein
über Pattburg verhindert. Jetzt haben die Dänischen Staatsbahnen zehn
Zweisystemzüge bestellt – aber nur für den Öresundverkehr.
Die Bahntechniksparte des kanadischen Konzerns Bombardier mit Sitz in
Berlin hat von den Dänischen Staatsbahnen (DSB) den Auftrag zur Lieferung
von zehn modernen elektrischen Triebwagen des Typs Contessa erhalten,
die nach Übernahme des Regionalverkehrs durch das Unternehmen DSB First
auf Seeland und in Südschweden ab Januar 2009 eingesetzt werden sollen.
Die Züge können wie die bereits seit 2000 eingesetzten elektrischen Öresundzüge
auf dänischen und schwedischen Gleisen fahren.
Mit der Entscheidung der Dänischen Staatsbahnen in den 1980er Jahren,
das eigene Streckennetz mit Bahnstrom der Spannung 25 Kilovolt und 50
Hz Wechselstrom zu betreiben statt mit 15 Kv und 16,7 Hertz wie in den
Nachbarländern, können nur Zweisystemloks oder -triebwagen über das elektrifizierte
dänische Netz hinaus rollen. Konsequenz ist deshalb seit Jahren eine Unterbrechung
des Regionalverkehrs im deutsch-dänischen Grenzland an der Stromgrenze
Pattburg. Im Fernverkehr ist Lokwechsel erforderlich bzw. werden trotz
Elektrifizierung Dieseltriebwagen eingesetzt.
Ein DSB-Sprecher verweist gegenüber dem Nordschleswiger darauf, dass es
trotz einer Option für weitere 30 Contessa-Zweisystemtriebwagen derzeit
keine Pläne für Zweisystemtriebwagen im deutsch-dänischen Verkehr über
Pattburg gibt. Zweisystemloks kommen nur im Güterverkehr zum Einsatz.
Die neuen Triebwagen kosten pro Stück ca. 60 Millionen Kr.
Im deutsch-dänischen Grenzland hat die Schleswigsche Partei (SP) Zweisystemzüge
für durchgehende Züge z. B. von Fredericia über Flensburg nach Hamburg
vorgeschlagen, was bei einer gemeinsamen Verkehrsausschreibung angepeilt
werden könnte. An der geplanten neuen Fehmarnstrecke sind ebenfalls Zweisystemzüge
nötig (Volker Heesch, mit
freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
11.09.08).
Bombardier
erhält Auftrag für die Lieferung von Contessa-Zügen
Bombardier Transportation hat von den Dänischen Staatsbahnen (DSB)
einen Auftrag über die Lieferung von zehn dreiteiligen Contessa-Zügen
erhalten. Das Auftragsvolumen beträgt ca. 82 Millionen Euro (118
Millionen US-Dollar) geschätzt. Die Vereinbarung enthält eine
Option auf 30 weitere Züge. Mit
einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h können die Züge
die Brücke zwischen Dänemark und Schweden trotz der unterschiedlichen
Schieneninfrastruktur in den beiden Ländern problemlos überqueren.
Dank eines hochentwickelten Doppelsystems, das in den Fahrzeugen eingebaut
ist, wechseln die Züge beim Überqueren der Grenze automatisch
Signal- und Antriebssysteme. Zu den weiteren Merkmalen dieses Interregio-Zuges
zählen die Niederflurausführung des mittleren Wagens sowie Einstiege,
die zum Beispiel Behinderten und Fahrgästen mit sperrigem Gepäck
den Zugang erleichtern.
Seit
der Aufnahme ihres Betriebes im Juli 2000 sind die Contessa-Züge,
die die Brücke zwischen Dänemark und Schweden überqueren,
ein wichtiger Bestandteil im Alltag von Tausenden Pendlern geworden und
bilden einen der Schlüsselfaktoren bei der erfolgreichen Integration
der sich gut entwickelnden Öresund-Region. Außerdem verbinden
sie so den gesamten südlichen Teil Schwedens mit Dänemark und
dem Rest Europas.
„Ich
bin sehr froh, dass unsere Tochtergesellschaft DSBFirst durch den Kauf
zusätzlicher Öresund-Züge nun in der Lage ist, unseren
vielen täglichen Kunden einen verbesserten Service zu bieten. Zuvor
waren wir sozusagen die Opfer unseres eigenen Erfolges geworden. Der enorme
Anstieg der Passagierzahlen in der Öresund-Region hat während
der Stoßzeiten zu einem zeitweisen Mangel an Sitzplätzen geführt.
Einige unserer Kunden mussten auf dem Weg zur oder von der Arbeit mit
Stehplätzen vorlieb nehmen. Mit diesen zehn zusätzlichen Zügen
möchten wir die Zufriedenheit unserer Kunden in Zukunft weiter erhöhen“,
so Søren Eriksen, Chief Executive Officer bei DSB.
Die
Züge werden von der nationalen Bahnbehörde geleast, die wiederum
die Züge der DSBFirst zur Verfügung stellt, sobald das Unternehmen
den Öresund-Service am 11. Januar 2009 übernimmt.
Stephane
Rambaud-Measson, President der Passenger Division von Bombardier, erklärte:
„Dieser neue Auftrag bestätigt unseren Ansatz der kontinuierlichen
Weiterentwicklung und Verbesserung unserer Contessa-Züge. Komfort
und Flexibilität sind nur einige der bemerkenswerten Eigenschaften
dieses äußerst zuverlässigen Produktes. Wir sind stolz
darauf, dass sich DSB wieder einmal für dieses Produkt entschieden
haben, um ihre Servicequalität zu erhöhen. 79 Contessa-Züge
sind in Dänemark und Schweden bereits erfolgreich im Einsatz.“
Die
Fahrzeuge und die Antriebsausrüstung werden bei Bombardier in Schweden
entwickelt, wobei die Antriebsausrüstung direkt am Bombardier-Standort
in Västerås gebaut wird. Die Fahrzeuge werden in Deutschland
an den Bombardier-Standorten in Hennigsdorf und Görlitz gefertigt,
während die Drehgestelle aus dem Bombardier-Standort Siegen kommen
(Pressemeldung
Bombardier, 06.09.08).
Stockholm
- Hamburg mit Tempo 300 geplant
In Schweden unterstützen sechs von sieben Reichstagsparteien den Vorschlag
der staatlichen Bahnbehörde, Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Stockholm
und Hamburg mit bis zu Tempo 300 einzusetzen.
Der verkehrspolitische Sprecher von Venstre, Kristian Pihl Lorentzen,
ist aber weiter skeptisch gegenüber der schwedischen Idee, die neben einem
Streckenausbau in Dänemark auch einen Eisenbahntunnel zwischen Helsingborg
und Helsingør vorsieht. »Wir benötigen in den kommenden 15 Jahren alle
unsere Mittel, um das bestehende Schienennetz einschließlich der Strecken
zur neuen Fehmarnbrücke instandzusetzen«, so der Sprecher der größten
Regierungspartei. »Dänemark ist zu klein für Hochgeschwindigkeitszüge«,
fügte er hinzu.
Kritik äußerte daraufhin der derzeitige Verkehrssprecher der Sozialdemokraten,
Benny Engelbrecht. »Venstre denkt wohl an Museumsbahnen, Dänemark darf
kein Bremsklotz für Europas Hochgeschwindigkeitsnetz sein«
(Volker Heesch, mit freundlicher
Erlaubnis des Nordschleswigers,
26.08.08).
IC4
von Kopenhagen bis Aalborg im Probebetrieb
Seit zwei Wochen rollen inzwischen zwei IC4-Triebwagen zwischen Kopenhagen
und Aalborg, nachdem DSB und Hersteller Ansaldobreda die Zulassung für
Probefahrten mit Passagieren von der staatlichen Verkehrsbehörde Trafikstyrelsen
erhalten hatte.
Im Mai hatte DSB Ansaldobreda ein Ultimatum gestellt, bis August für eine
Triebwageneinheit die Zulassung für landesweite Probefahrten zu erhalten.
Damit hat sich das italienische Unternehmen die »Galgenfrist« gesichert,
bis Mai 2009 für 14 Triebzüge die komplette Betriebszulassung zu erhalten
und einen Zug für zusammengekoppelte Fahrten mit weiteren IC4 fit zu machen.
Bei DSB hieß es, man warte die Ergebnisse der Testfahrten ab. Wird das
Ultimatum nicht erfüllt, wird der Liefervertrag über 83 IC4 zu fünf Milliarden
Kr. annulliert – als Alternative wird eine Fortführung der Bahnelektrifizierung
diskutiert (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
21.08.08).
Zugkraftversuche
im Großen-Belt-Tunnel erfolgreich
Die Mehrsystem-Lokomotive vom Typ ES64F4 absolvierte am 27. Juli 2008
mehrere Versuchsreihen zur Ermittlung der maximalen Anhängelast in
Dänemark erfolgreich.
Insgesamt
vier Zugkraftversuche wurden mit der Mehrsystem-Lokomotive durchgeführt.
Zusammen mit 36 Güterwagen und einem Gesamtgewicht von 2011 Tonnen
konnte die Mehrsystem-Lokomotive mühelos aus dem Tunnel bewegt werden.
Die
acht Kilometer lange Tunnelstrecke der Große-Belt-Verbindung in
Dänemark ist vor allem für Zulassungen in Dänemark maßgebend.
Siemens testet bereits zum dritten Mal eine Lokomotive der EuroSprinter-Familie
auf der Referenz¬strecke. Die Strecke gilt als Nadelöhr für
den Transitgüterverkehr auf der Achse Deutschland - Dänemark
- Schweden (Pressemeldung
Siemens, 07.08.08).
IC
4-Triebwagen wird für Fahrt durch Belttunnel fit gemacht
Während
die Uhr angesichts des von den Dänischen Staatsbahnen (DSB) gegenüber
dem italienischen Hersteller Ansaldobreda bis festgesetzten Ultimatums
tickt, soll es nach Angaben von »Jyllands-Posten« Fortschritte bei den
Vorbereitungen für Probefahrten zwischen Kopenhagen und Århus durch den
Große-Belt-Tunnel geben.
Bis August verlangt DSB die Aufnahme der Probefahrten auf der Hauptstrecke.
Andere Ultimaten laufen bis Mai 2009. Sie beinhalten u. a., dass bis Frühjahr
2009 wenigstens eine Triebwagengarnitur vollständig eine Zulassung für
Fahrten zusammengekuppelt mit weiteren IC 4 erhält. Außerdem sollen 14
der 83 bestellten Züge eine Zulassung für Einzelbetrieb bekommen haben.
Das Transportministerium lässt inzwischen untersuchen, was die Elektrifizierung
der bisher nur für Dieselloks geeigneten Strecken Lundersskov-Esbjerg
und Fredericia-Århus-Frederikshavn kostet, um sich den Kauf von elektrischen
Zügen als Alternative zum IC 4 offen zu halten. Nach Informationen von
»Jyllands-Posten« kostet die Elektrifizierung dieser Strecken zwischen
3,9 und 4,5 Milliarden Kronen (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
18.07.08).
Schwedische
Bahnbehörde für neuen Öresundtunnel
Die
staatliche schwedische Bahnbehörde Banverket, die für den Unterhalt und
den Ausbau des öffentlichen schwedischen Eisenbahnnetzes zuständig ist,
schlägt den Bau einer weiteren Öresundverbindung zwischen Hälsingborg
und Helsingør neben der bestehenden Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö
vor.
In einem neuen Bericht für die schwedische Regierung wird der Ausbau mehrerer
Hauptstrecken in Schweden für Hochgeschwindigkeitszüge für Spitzentempo
320 km/h empfohlen. Neben der Verbindung Stockholm - Göteborg sollten
auch die Linien von Stockholm und Göteborg in die Öresundregion für hohe
Geschwindigkeit ausgebaut werden. Der Hochgeschwindigkeitsverkehr sollte
über Kopenhagen und Fehmarn bis Hamburg fortgesetzt werden.
Im Konzept »Europabanan« der Bahnbehörde wird darauf hingewiesen, dass
die Kapazität der zweigleisigen Verbindung über die Öresundbrücke von
Malmö nach Amager und Kopenhagen nicht den zu erwartenden steigenden Verkehr
verkraften kann. Vor diesem Hintergrund sei es erforderlich, eine weitere
Örsundquerung zu bauen. Banverket verweist auf große volkswirtschaftliche
Gewinne, die ein Hochgeschwindigkeitsnetz für Schweden bringen könnte,
das die Reisezeit von Stockholm nach Malmö auf 2 Stunden und 41 Minuten
schrumpfen lassen würde.
Auf dänischer Seite ist der Vorschlag aus Schweden bisher nicht auf großes
Interesse gestoßen. So meinte der Verkehrssprecher der Regierungspartei
Venstre, Kristian Pihl Lorentzen, gegenüber dem Wirtschaftsblatt »Børsen«,
dass Dänemark keine Milliarden in ein Projekt stecken werde, damit »schwedische
Züge in Expresstempo durch Seeland brausen können«. Auch von einem Tunnel
bei Helsingör halte er nichts – dort ist der Öresund nur rund vier Kilometer
breit.
Verkehrsforscher Alex Landex von der Technischen Universität Dänemarks
sieht längerfristig steigenden Druck auf Dänemark, sich für Hochgeschwindigkeitszüge
zu öffnen. Derzeit spielt der Fernverkehr keine große Rolle beim Zugverkehr
über die Örsundbrücke (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
18.07.08).
Elektrifizierung
für Fehmarn
Die
dänische Eisenbahnstrecke von Ringsted auf Seeland bis nach Rødby auf
Lolland soll koordiniert mit der Bahnlinie von Lübeck nach Puttgarden
auf Fehmarn bis zur Fertigstellung der festen Verbindung über den Fehmarnbelt
elektrifiziert werden.
In einer Antwort auf eine Frage des Finanzausschusses im Folketing erklärte
Transportministerin Carina Christensen (Kons.) außerdem, dass die Elektrifizierung
in erster Linie zur Verbesserung des internationalen Bahngütertransportes
im Transitverkehr durch Dänemark erfolgen soll. Dabei sei ein elektrischer
Antrieb angesichts der sehr langen und schweren Züge vorteilhaft. Auch
auf der heutigen Transitroute via Pattburg und Großem Belt würden deshalb
elektrische Lokomotiven eingesetzt, so die Ministerin.
Bisher rechnet das dänische Transportministerium mit einer Eröffnung der
Verbindung über den Fehmarnbelt im Jahre 2018 (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
11.07.08).
Dänemark:
Start Niebüll-Esbjerg umsteigefrei
An den Hinweistafeln am Bahnsteig in Niebüll war
der durchgehende Zug Niebüll - Esbjerg am Wochenende 05./06.07.08 bereits
angekündigt, doch statt des Arriva-Zuges fuhr der Ersatztriebwagen der
NEG Niebül, der T 4, nur bis Tondern. Foto Volker Heesch.
Seit Wiedereröffnung der Bahnverbindung Tondern- Niebüll im Frühjahr 2003
hatten die zuständigen Minis-terien in Schleswig-Holstein und Dänemark
angestrebt, dass der grenzüberschreitende Zweig der Marschbahn in den
Betrieb der Bahnverbindung Tondern-Bramming-Esbjerg integriert wird und
durchgängig Züge zwischen Niebüll und Esbjerg rollen. Doch es vergingen
Jahre, bis sich die Behörden und die beteiligten Bahnunternehmen auf den
durchgehenden Verkehr ohne lästiges Umsteigen (teilweise) einigen konnten.
Am Sonnabend und Sonntag 12./13.07.08 werden erstmals die modernen Arriva-Triebwagen
auch den Abschnitt Tondern-Niebüll bedienen. An den übrigen Tagen wird
weiter der alte Triebwagen der Nord-Ostsee-Bahn zwischen Niebüll und Tondern
pendeln.
Am vergangenen Sonnabend sollte der durchgehende Wochenendverkehr eigentlich
schon beginnen. Doch wegen Bauarbeiten zwischen Tondern und Bramming wurden
ab Tondern Ersatzbusse eingesetzt. Die zahlreichen Fahrgäste, die von
Niebüll aus mit dem ersatzweise verkehrenden Triebwagen der Niebüller
Bahn NEG Tondern erreichten, wurden vom Schienenersatzverkehr überrascht.
Bei Arriva bedauerte man die Unannehmlichkeiten, die Bahnbehörde Banedanmark
habe bei den Informationen über die Bauarbeiten offenbar die aus Deutschland
kommenden Reisenden vergessen. Bei Banedanmark versprach man Besserung.
Jan Wildau, Sprecher von Arriva Danmark, kündigte an, dass sein Unternehmen
bei der anlaufenden Ausschreibung im Wettbewerb mit vier Konkurrenten
um den Auftrag für die ab 2010 vollständig umsteigefreie Linie Esbjerg-Tondern-Niebüll
kämpfen werde (Volker Heesch,
mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
09.07.08).
Touristikregion
setzt auf Bahn
Die Touristikhochburg um Skagen setzt in Zusammenarbeit mit der privaten
Bahngesellschaft Nordjyske Jernbaner auf eine Verbesserung der Bahnverbindung
in den im Sommer unter starkem Autoverkehr und Staus auf den Zufahrtsstraßen
leidenden Ort.
Die 2001 aus »Skagensbanen« und »Hjørring Privatbaner« hervorgegangene
Nordjyske Jernbaner setzen seit dem 20. Juni direkte Züge zwischen dem
Fährort Hirtshals über Hjørring und Frederikshavn nach Skagen ein. Die
ohne öffentliche Zuschüsse eingesetzten Di-rektzüge werden in Kooperation
mit der Fährreederei Color Line, den örtlichen Touristikvereinen und Nordjyllands
Trafikselskab eingesetzt.
So können neben Feriengästen im Bereich der Bahn und Einheimischen vor
allem auch Passagiere der Fähren, die aus Norwegen Hirtshals anlaufen,
schnell in das auch bei vielen norwegischen Gästen beliebte Skagen befördert
werden. Die neuen Züge machen ein Umsteigen in Hjørring und Frederikshavn
überflüssig.
Die modernen Triebwagen von »Nordjyske Jernbaner« nehmen auch Räder mit.
Die Initiatoren hoffen, dass noch mehr Skagen-Besucher ohne Auto anreisen,
um die landschaftlich so reizvolle Nordspitze Jütlands zu erleben (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
22.08.08).
Fünf
vorqualifizierte Bewerber für Bahnstrecken auf Jütland
Im
Zuge der Ausschreibung des Bahnverkehrs im Bereich Jütland sowie auf der
Strecke Esbjerg - Tondern - Niebüll haben sich fünf größere Unternehmen
im Zuge der Vorauswahl durch die staatliche Verkehrsbehörde »Trafikstyrelsen«
qualifiziert. Es geht um den Verkehr von 7,5 Millionen Zugkilometern jährlich
von 2010 bis 2018.
Die Entscheidung fällt jetzt zwischen den Bewerbern
• NSB AS aus Norwegen,
• Arriva Tog A/S,
• Deutsche Bahn Regio AG,
• der dänischen DSB Midt-Vest Aps und
• der britischen First Rail Holdings Limited.
Bei einer ersten Ausschreibung auf den Strecken, zu denen auch Esbjerg-
Skjern, Skjern-Struer, Århus-Struer und Struer-Thisted gehören, hatte
2001 der dänische Ableger der britischen Arriva das Rennen gemacht. Den
Unternehmen werden jetzt die detaillierten Unterlagen zugestellt.
Die Verträge mit dem Gewinner der Ausschreibung werden Anfang Januar 2009
unterzeichnet (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
24.06.08).
Deutsch-dänischer
Vertrag zur Fehmarnbeltquerung verzögert
Das Bundesverkehrsministerium hat am 16.06.08 in einer Antwort auf eine
parlamentarischen Anfrage des grünen Bundestagsabgeordneten Rainder Steenblock
und weiteren Mitgliedern der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Zeitpunkt
der Unterzeichnung des vor rund einem Jahr bereits für Ende 2007 angekündigten
Staatsvertrages zwischen Dänemark und Deutschland über den Bau einer Brücke
über den Fehmarnbelt mitgeteilt, dass der Vertrag »baldmöglichst« unterzeichnet
werde. Es seien noch »eine Reihe von inhaltlichen und formalen Abstimmungen
erforderlich«.
Zur Frage der Abgeordneten nach den Kosten für das Gesamtprojekt antwortet
das Ministerium, dass es keine Informationen über eine Verteuerung des
Vorhabens gebe. Mehrkosten bei dem Ausbau der Hinterlandanbindungen hätten
Deutschland auf dem eigenen Hohheitsgebiet zu tragen.
Es wird auch mitgeteilt, dass bis zur geplanten Eröffnung der Brücke 2018
auf deutscher Seite die Bundesstraße 207 (E 47) von Heiligenhafen bis
Puttgarden vierstreifig als Bundesstraße ausgebaut werde. Die eingleisige
Eisenbahnstrecke werde zwischen Lübeck und Puttgarden bis 2018 elektrifiziert
und spätestens sieben Jahre später zweigleisig ausgebaut. In der Antwort
wird nicht auf die Fehmarnsundbrücke eingegangen, die weder vierspurig
für Autos und noch zweigleisig für Züge ausgebaut werden kann.
Nach einem Bericht von "Transportmagasinet" soll der deutsch-dänische
Staatsvertrag über den Bau einer Brücke über den Fehmarnbelt im September
unterzeichnet werden. Das hat die Staatssekretärin im schleswig-Holsteinischen
Wirtschafts- und Verkehrsministerium, Karin Wiedemann (CDU), gegenüber
dem Magazin während eines Besuches bei der Dänisch-Deutschen Handelskammer
in Kopenhagen mitgeteilt (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
18.06.08).
Verkehr
über die Brücken nimmt zu
Auch im ersten Quartal 2008 stieg die Zahl der Fahrten über die Brücken
des Großen Belt und Öresund. Das Betreiberunternehmen »Sund & Bælt« berichtet,
dass der Verkehr über den Großen Belt um 6,5 Prozent stieg, über die Öresundbrücke
sogar um 14,9 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2007.
Der Zugverkehr auf der Öresundbrücke wuchs um 17 Prozent auf 2,3 Millionen
Passagiere in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Auf der Beltbrücke
legte er um 5,5 Prozent auf 1,9 Millionen Passagiere zu. Über den Öresund
fuhren 16 Prozent mehr Pkw (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
31.05.08).
Sieben
Mrd. Kronen nötig für Bahnelektrifizierung
In Verbindung mit dem sich abzeichnenden Ausstieg der Dänischen Staatsbahnen
(DSB) aus dem IC4-Lieferauftrag hatten mehrere Folketingsparteien eine
baldige Elektrifizierung von bisher mit Dieselzügen bedienten Hauptstrecken
gefordert. Nach Berechnungen des Transportministeriums aus dem Jahre 2001
sind dafür sieben Mrd. Kr. erforderlich, berichtet die Zeitung »Børsen«.
Transportministerin Carina Christensen (K) erklärte, ihr Ministerium nehme
derzeit neue Berechnungen in dieser Sache vor. Im Herbst wird als Ergänzung
des Berichtes der Infrastrukturkommission vom Transportministerium ein
Investitionsplan für den Bahnbereich vorgelegt. Die Infrastrukturkommission
hate in ihrem vor einigen Monaten veröffentlichten Bericht kein Wort über
eine mögliche Bahnelektrifizierung verloren.
DSB-Chef Søren Eriksen erklärte, sein Unternehmen habe angesichts der
politischen Entscheidung Ende der 1990er Jahre die Bahnelekrifizierung
in Dänemark zu stoppen, keine Alternative gehabt, als dieselgetriebene
Züge wie den IC4 zu kaufen. Werde politisch entschieden, die Elektrifizierung
fortzusetzen, dann werde DSB natürlich elektrische Züge anschaffen. Oberleitungen
wurden von der dänischen Grenze bei Pattburg über Fredericia bis Kopenhagen
gespannt. Auch zwischen Kopenhagen und Helsingør hängen Fahrdrähte, bis
2000 die Zubringerlinie zu den Bahnfähren nach Schweden.
Der verkehrspolitische Sprecher der Sozialdemokraten im Folketing, Mag
nus Heunicke, hat vorgeschlagen, Erlöse aus dem Verkauf der Reederei Scandlines
und des Energiekonzerns DongEnergy zur Elektrifizierung einzusetzen (Volker
Heesch, mit freundlicher Erlaubnis des Nordschleswigers,
23.05.08).
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