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Flagge FrankreichFrankreich / France

RechteckSicherheitszertifikat für zweiten regionalen Bahnbetreiber
Grafik EPSF
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) hat am 21.07.10 der "Compagnie ferroviaire régionale" (CFR) das Sicherheitszertifikat für Güterzugleistungen im Gebiet Morvan ausgestellt.
CFR bedient vor allem die Strecke Cercy-la-Tour - Corbigny im Département 58 "Nièvre" und wird nach der Gesellschaft "Train du Pays Cathare et du Fenouillèdes" (TPCF) der zweite regionale Bahnbetreiber mit EPSF-Zertifikat (Opérateur ferroviaire de proximité, OFP) (WKZ, Pressemeldung EPSF, 28.07.10).

RechteckErster regionaler Bahnbetreiber startet Güterzug nach Schweden
Die Gesellschaft "TPCF Fret" (Train du Pays Cathare et du Fenouillèdes) hat am 27.07.10 als erster regionaler Bahnbetreiber (Opérateur ferroviaire de proximité, OFP) einen Zug über das nationale Schienennetz von RFF auf den Weg geschickt.
TPCF erhielt das Sicherheitszertifikat der Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) am 19. Mai 2010, nachdem die Lizenz als Eisenbahnunternehmen schon am 25. März 2010 erteilt worden war.
TPCF wird auf der Strecke St. Martin de Lys (Departement 11) - Rivesaltes (66) für "France Wagons" Züge mit Dolomitgestein der in Cases-de-Penes (66) ansässigen Firma "La Provençale" befördern. Im Bahnhof Rivesaltes übernimmt dann die SNCF die Wagen und transportiert sie zum Bestimmungsort in Schweden. Am 23. Juli traf erstmals ein leerer Güterzug in Cases de Penes ein und fuhr am 27. Juli beladen nach Schweden.
Die Schaffung regionaler OFP-Anbieter ist eines der acht prioritären Bereiche, die durch die Regierung im Rahmen des nationalen Verpflichtung für den Schienengüterverkehr (Engagement national pour le fret ferroviaire) am 16. September 2009 beschlossen wurden (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 28.07.10).

RechteckHalbjahresbilanz 2010 zeigt Umsatzsteigerung der SNCF-Gruppen
Der Umsatz der SNCF-Gruppe im ersten Halbjahr 2010 belief sich auf € 14.945 Mio., ein Anstieg von 25,1% gegenüber dem ersten Halbjahr 2009. Die Einzelergebnisse:
• SNCF Infra: Umsatz von € 2.487 Mio., ein Anstieg von 6,2% gegenüber dem ersten Halbjahr 2009. Die Regeneration und die Investitionen in das Netzwerk im Auftrag von RFF sind die wichtigsten Ursachen des Wachstums.
• SNCF Proximités: Umsatz von € 5.271 Mio., ein Anstieg von 65,4% gegenüber dem ersten Halbjahr 2009, hervorgerufen durch die Integration von Keolis (1 719 Mio. €). Bei konstanten Wechselkursen und ohne den Effekt der Errichtung der Zweigniederlassung Gares & Connexions beträgt das Wachstum 172 Mio. € oder 5,4%. Der Aufschwung der TER-Angebote wurde teilweise durch die negativen Auswirkungen des Streiks im April verringert.
• SNCF Voyages: Umsatz von € 3,603 Mio., ein Plus von 7.4% gegenüber dem ersten Halbjahr 2009. Bei konstanten Wechselkursen und ohne den Effekt der Errichtung der Zweigniederlassung Gares & Connexions betrug der Anstieg 176 Mio. € oder 5,3%. In einem etwas günstigeren Umfeld als im gleichen Zeitraum des Jahres 2009 ist der Aufschwung durch das starke internationale Geschäft (Eurostar, Thalys und Lyria) bedingt.
• SNCF Geodis: Umsatz von € 4.307 Mio., ein Anstieg von 25,4% gegenüber der ersten Hälfte des Jahres 2009. Das Wachstum zog vor allem im Speditionsverkehr an, der von der Erholung des Asien-Europa-Flows und von steigenden Frachtraten getragen wurde. Die Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Automobil-Sektor (einschließlich Groupe STVA) erhöhten sich ebenfalls signifikant. Demgegenüber verzeichnete der Markt des Schienengüterverkehrs aufgrund der Streiks im April einen Rückgang um -1,8% (-15 Mio. €).
• Gares & Connexions: Umsatz von 541 Mio. €, wobei 67,5% auf Zugangsgebühren der Bahnunternehmen zu den Bahnhöfen entfielen. Diese Gebühren gehören zu den grundlegenden Leistungen, die nach dem Gesetz diskriminierungsfrei und transparent für alle Eisenbahnunternehmen angeboten werden müssen (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 27.07.10).

RechteckRFF fordert finale Angebote zum Bau der LGV Bretagne – Pays de la Loire an

Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) hat am 21.07 10 die drei Gruppen Bouygues, Vinci und Eiffage im Rahmen der Ausschreibung zum Bau der Hochgeschwindigkeits-verbindung "Bretagne – Pays de la Loire" in öffentlich-privater Partnerschaft (partenariat public-privé, PPP) aufgefordert, ihre finalen Angebote bis Mitte Oktober 2010 abzugeben.
Nach Eintreffen der ersten Angebote zum 16.12.09 wurden mit den drei bevorzugten Bietern ab 27.04.10 Beratungen zur Abgabe der finalen Angebote durchgeführt (Der LOK Report berichtete). Der erfolgreiche Bewerber wird nach Abschluss des Verfahrens mit dem Bau und der Instandhaltung der neuen Linie während der Vertragslaufzeit beauftragt werden. Management, Verkehr und Betrieb bleiben in der Verantwortung von RFF.
Die neue Strecke "Bretagne – Pays de la Loire" besitzt eine Länge von 214 km, davon werden 182 km als Hochgeschwindigkeitsstrecke gebaut. Die Reisezeit zwischen Paris und Rennes soll nach Inbetriebnahme der Strecke auf 1:26 Stunden sowie zwischen Paris und Nantes auf 1.52 Stunden verkürzt werden (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 22.07.10).

RechteckEurotunnel beförderte 250 Millionen Menschen durch den Tunnel
Am 21. Juli 2010 feierte Eurotunnel die Beförderung von 250 Millionen Menschen durch den Kanaltunnel seit Aufnahme der Leistungen vor 16 Jahren im Juni 1994.
Diese beträchtliche Zahl - sie entspricht der Hälfte der Bevölkerung der Europäischen Union - umfasst die Fahrgäste und Fahrer von Auto- und Bus-Shuttles und die Fahrgäste der Eurostar-Züge zwischen London, Paris und Brüssel. 58% der 250 Millionen Menschen sind Kunden der Shuttles für Pkw und Lkw, die zwischen Folkestone und Calais in nur 35 Minuten mit bis zu 10 Abfahrten pro Stunde in jeder Richtung verkehren.
Im Durchschnitt fuhren seit 1994 täglich 43.000 Menschen durch den Kanaltunnel, das entspricht der Bevölkerung der Städte Canterbury oder Arras.
Eurotunnel beglückwünschte den 250-millionsten Reisenden durch den Ärmelkanal-Tunnel im Abfertigungsgebäude in Folkestone. Unter den Anwesenden waren zwei regelmäßige Shuttle-Passagiere, Dr. Marijke Korteweg und ihre Enkelin, Eva (WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 22.07.10).

RechteckEurotunnel legt Halbjahresbericht vor
Der Ärmelkanaltunnelbetreiber Eurotunnel hat am 19.07.10 seinen Halbjahresbericht 2010 mit auf vielen Gebieten positiver Bilanz vorgelegt.
Eurotunnel baut seine Präsenz im Cross-Channel-Markt mit sehr starkem Wachstum für die beiden Shuttle-Services (Pkw und Lkw) und die Anzahl der Eurostar-Passagiere aus. Während des ersten halben Jahres 2010 hat sich aufgrund der zeitweiligen Schließung des Luftverkehrs als Folge des Vulkanaus-bruchs in Island eine Zunahme des Umsatzes im Kanalverkehr um 11% mit einer bemerkenswerten Steigerung bei den Shuttle Services um +17% ergeben. Die Einnahmen aus der Nutzung des Eurotunnel-Eisenbahnnetzes wurden um 5% erhöht, stimuliert durch den aufgrund des Vulkanausbruchs gesteigerten Eurostar-Verkehr.
Der Cross-Channel-Lkw-Verkehr zeigt immer noch einen durch den Brand im Tunnel im September 2008 zu verzeichnenden Rückgang um 17% für das erste Halbjahr 2010 im Vergleich zu 2008. Der Truck-Shuttle-Verkehr hat jedoch um 41% gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 zugenommen und befindet sich so trotz der Wirtschaftskrise insgesamt auf dem aufstrebenden Ast.
Mit der Konsolidierung von Europorte und ihrer Tochtergesellschaften seit 1. Januar 2010 erreichte Eurotunnel eine Gesamt-Umsatzsteigerung von 22%.
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel SA, sagte: "Ich freue mich, dass der Verkehr und die Einnahmen in der aktuellen Wirtschaftskrise zugenommen haben. Allerdings, solange unsere Versicherungsleistungen aufgrund des Tunnelbrandes noch blockiert bleiben, werden wir nicht in der Lage sein, einen Gewinn in diesem Jahr zu erklären".
Wichtigste Ereignisse im ersten Halbjahr waren:
• Übernahme von GB Railfreight Limited (GBRf), des drittgrößte Betreibers im Schienengüterverkehr in Großbritannien, am 28. Mai 2010.
• Einweihung des Windparks auf dem Terminal Coquelles.
• Eurotunnel bewirbt sich als Teil eines britischen Konsortiums um die Konzession für High Speed 1
(WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 20.07.10).

RechteckVINCI gewinnt Konzession zum Bau der LGV Tours - Bordeaux
Réseau Ferré de France hat am 15.07.10 dem Konsortium LISEA (Führung VINCI, weitere Partner Caisse des Dépôts und AXA) den Konzessionsvertrag zum Bau und Betrieb der neuen Hochgeschwindigkeits-strecke zwischen Tours und Bordeaux im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) zugesprochen. Mit einer Länge von 340 km handelt es sich um das größte europäische Eisenbahn-Projekt.
Nach einer zweiten Konsultationsrunde mit den drei Gruppen von Bewerbern (Bouygues, Eiffage und Vinci, der LOK Report berichtete) ab März 2009 hat Réseau Ferré de France die Gruppe LISEA als bevorzugten Bieter zum Eintritt in die exklusiven Verhandlungen ausgewählt. Im Herbst 2010 soll der Konzessionsvertrag abgeschlossen werden. Der Konzessionär hat jetzt die Möglichkeit, ab Juli die Vorbereitungen zum Bau der Trasse und der Verfügungsstellung von Grundstücken einzuleiten, um dann Ende 2011 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.
Die geplante 340 km lange Strecke zwischen Bordeaux und Tours, davon werden 302 km als Hochgeschwindigkeitsstrecke ausgeführt, ist ein wichtiges Glied im europäischen Schienennetz. Der Bau ist Teil der Verpflichtungen des runden Tisches "Grenelle Environment", der den Bau von 2000 km neuer Hochgeschwindigkeitsstrecken bis zum Jahr 2020 vorsieht. Der neue Streckenabschnitt wird die Erreichbarkeit der regionalen Gebiete und die Attraktivität der großen Städte durch einen Verbund der Bahnhöfe in Tours, Chatellerault, Poitiers, Bordeaux und Angouleme steigern. Die Fahrtzeit zwischen Bordeaux und Paris wird ab 2016 um eine Stunde auf 2.05 Stunden verkürzt.
Das Projekt im Wert von 7,8 Milliarden EUR stellt die größte in Europa vergebene Konzession einer Verkehrsinfrastruktur dar und sorgt für die Schaffung von 60.000 direkten oder indirekten Arbeitsplätzen über die Dauer der Arbeiten. Während der Bauzeit werden 4500 Arbeitnehmer und Führungskräfte auf dem Gebiet des Bauingenieurwesens und 2.000 Arbeiter und Manager im Bereich der Eisenbahnanlagen zum großen Teil lokal rekrutiert. Der Konzessionär hat sich verpflichtet, 10% der Arbeitszeit für Personen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zu reservieren
(WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 19.07.10).

RechteckEntwurf eines Nationalen Plans zur Verkehrsinfrastruktur
SNIT
Über 50 Prozent der Investitionen des Nationalen Plans zur Verkehrsinfrastruktur (SNIT) gehen in die Eisenbahn (grün), 32 Prozent in den öffentlichen Nahverkehr (braun). Der Flugverkehr wird nur mit 0,5 und der Straßenverkehr mit 4,5 Prozent gefördert. Grafik SNIT.
Der Entwurf eines nationalen Plans zur Verkehrsinfrastruktur mit Investitionen im Wert von 170 Milliarden EUR über 20 bis 30 Jahre (Schéma national d’infrastructures de transport, SNIT) wurde am 13. Juli 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Unter dem Zeichen des Runden Tisches Umwelt (Grenelle Environnement) stellt das Projekt eine wichtige Umwälzung der Verkehrspolitik dar: Mit dem Schwerpunkt auf Alternativen zum Straßenverkehr soll der Verkehr per Eisenbahn-, Fluss und Meer das Verkehrswesen in die Herausforderungen einer nachhaltigen Mobilität integrieren.
Die großen Infrastrukturprojekte werden auf einen Zeithorizont von 20-30 Jahren festgelegt und entwickelt. Die Strategie umfasst vier Hauptziele:

1. Optimierung des bestehenden Verkehrssystems, um die Schaffung neuer Infrastrukturen so gering wie möglich zu halten.
2. Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Verkehrssysteme in den Regionen.
3. Verbesserung der Energieeffizienz der Verkehrssysteme.
4. Verringerung ökologischer Beeinträchtigungen durch Infrastruktur- und Transporteinrichtungen.
Zur Erreichung dieser Ziele werden folgende Schwerpunkte gesetzt:

• Stärkung des intermodalen Eisenbahnverkehrs,
• Modernisierung der großen Seehäfen,
• Integration von Umweltbelangen in die bestehende Verkehrsinfrastruktur,
• Abkehr vom Straßen- und Luftverkehr,
• Unterstützung der Entwicklung öffentlicher Verkehrsmittel.
Das Programm soll durch etwa sechzig Maßnahmen eingeleitet werden, die Wartung, Betrieb, Modernisierung oder Ausbau der Verkehrsinfrastruktur des Landes beinhalten.
Beispiele für solche Maßnahmen sind:
• Erhöhung der Zuverlässigkeit und Qualität der Trassen für den Schienengüterverkehr,
• Erfassung und Verringerung der Treibhausgasemissionen der Gesamtheit aller Infrastrukturen,
• Entwicklung multimodaler Plattformen für die großen Seehäfen,
• Entwicklung von Informationssystemen für den Straßenverkehr und eines dynamischen Managements für den Gesamtverkehr,
• Modernisierung und Entwicklung der Energieversorgung bei der Bahn.
Wichtige Projekte werden hervorgehoben:
Erste Priorität für die Schiene (Priorité première: le ferroviaire). Der Nationale Plan unterstreicht das Engagement Frankreichs für eine umfangreiche Schieneninfrastruktur als bevorzugtem Transportmittel für Passagiere und Fracht. Rund 4.000 km Bahnstrecken sind aufgeführt, einschließlich der im Gesetz Grenelle 1 genannten Hochgeschwindigkeitsprojekte (Der LOK Report berichtete).
• Die Wiederbelebung der Binnenschifffahrt wird über den Bau des "Canal Seine-Nord Europe" realisiert, hinzu kommen zusätzliche Wasserstraßen im Großraum Paris und im Norden Frankreichs. 370 km Wasserwege für großes Lichtraumprofil sollen entstehen.
• Entwicklung der Häfen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, wobei der Schwerpunkt auf der Qualität der erbrachten Dienstleistungen und der Schaffung multimodaler Terminals liegt. Ein Dutzend Hafenprojekte sind vorgeschlagen.
• Ein Hauptteil des SNIT behandelt den öffentlichen Nahverkehr wie die Entwicklung neuer öffentlicher Transportmittel (Ligne de transports collectifs en site propre, TCSP), also Metro, Tram, und Busnetze mit hoher Servicequalität (Bus à haut niveau de service, BHNS).
• Im Luftverkehr fördert der Entwurf einzig die Flughäfen in Mayotte und Notre-Dame des Landes.
• Der Entwurf SNIT sieht keine Erhöhung der Gesamtkapazität an Straßen oder Autobahnen vor. Gestärkt werden sollen allerdings die Anforderungen an die Sicherheit und die Verhinderung von Staus.
Der vorgeschlagene Entwurf wird mit einer Abteilung des Nationalen Komitees für nachhaltige Entwicklung und der Grenelle Umwelt (Comité National du Développement Durable et du Grenelle de l’Environnement, CNDDGE) von Juli bis September 2010 diskutiert und der Umweltbehörde zur Überprüfung vorgelegt, bevor eine breit angelegte öffentliche Konsultation und eine Debatte im Parlament erfolgen. Noch vor Ende des Jahres 2010 soll der Entwurf beschlossen werden.
Das Projekt soll Simulationen zufolge folgende Auswirkungen auf die Umwelt in Frankreich haben:

• Die Verkehrsverlagerung auf die Schiene im Bereich des Gütertransports soll bis zum Jahr 2030 in einer Größenordnung von mindestens 10 Milliarden Tonnen/km und im Personenverkehr von mindestens 2,5 Mrd. Reisendenkilometern von der Straße auf die Schiene und mindestens zwei Milliarden Reisendenkilometern von der Luft auf die Schiene betragen.
• Die Verringerung der CO2-Emissionen wird mit einer geschätzten Einsparung von rund 100 Millionen Tonnen CO2 über 50 Jahre (2 Millionen Tonnen pro Jahr) angegeben.
• Es erfolgt ein Beitrag zur Schaffung oder zum Erhalt von rund 65.000 direkten und indirekten Arbeitsplätzen pro Jahr über mehr als 20 Jahre
(WKZ, Quelle Ministère de l’Écologie, de l’Énergie, du Développement durable et de la Mer, 16.07.10).

RechteckGesetzestext "Grenelle 2" veröffentlicht
Das vom Senat und der Nationalversammlung verabschiedete Gesetz "Grenelle 2" zum nationalen Engagement für die Umwelt wurde am 12. Juli 2010 veröffentlicht (LOI n° 2010-788 du 12 juillet 2010 portant engagement national pour l'environnement).
Es konkretisiert die gesetzgeberischen Aspekte des ersten Gesetzes "Grenelle 1" auf sechs wichtigen Gebieten (Der LOK Report berichtete):
• Bau-und Stadtplanung,
• Verkehr,
• Energie,
• biologische Vielfalt,
• gesundheitliches Risiko und
• Gesetzgebung (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l’Écologie, de l’Énergie, du Développement durable et de la Mer, 14.07.10).

RechteckVier Milliarden Euro zur Stärkung des Nahverkehrs in der Ile-de-France
Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) hat beschlossen, Mittel für die Umsetzung der Verbesserung des Bahnverkehrs in der Region Ile-de-France bereitzustellen.
Bis 2012 sollen von der Infrastruktur hervorgerufene Unregelmäßigkeiten um 30 Prozent gesenkt werden. Zur Zeit ist die Infra-struktur zu etwa einem Viertel an den Unregelmäßigkeiten in der Ile-de-France verantwortlich. In den nächsten drei Jahren will RFF insgesamt vier Milliarden Euro für Betrieb, Instand-haltung, Modernisierung und Ausbau des Netzes der Ile-de-France zur Verfügung stellen:
• 2 Milliarden Euro für Betrieb und Wartung
• 2 Milliarden Euro für Investitionen, davon die Hälfte zur Erneuerung und Erhöhung der Zuverlässigkeit des Netzes.
Das wichtigste Anliegen werden die Modernisierung der RER-Linien B, C und D und der Aufbau neuer Infrastrukturen sein, darunter das Projekt Eole (Erweiterung des westlichen Zweiges der RER-Linie E), die RER-Linie E im Westen, die Nordtangente (Tangentielle Légère Nord, NLP) und die "Interconnexion Sud" (TGV-Erweiterung).
Darüber hinaus werden mit 150 Millionen Euro die Zugangsmöglichkeiten für mobilitätsbeschränkte Personen verbessert(WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 14.07.10).

RechteckBegleitausschuss zur Nationalen Verpflichtung für den Schienengüterverkehr
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat am 08.07.10 den Begleitausschuss zur Nationalen Verpflichtung für den Schienengüterverkehr (l'Engagement National pour le Fret Ferroviaire) zusammengerufen. Am 16.09.10 hatte der Ministerrat das Engagement mit Investitionen über sieben Milliarden Euro beschlossen (Der LOK Report berichtete).
Der Ausschuss besteht aus Vertretern des Netzbetreibers RFF, den Unternehmen des Schienen-güterverkehrs, den Frachtverkehr unterstützenden Verbänden und nationalen Gewerkschaften, den Verladern, Umweltverbänden und Parlamentariern.
Der Begleitausschuß überwacht folgende Schwerpunkte (vergleiche unsere Meldung vom 28.01.10):
• Schwerpunkt 1: Erstellung eines getakteten Kombinierten Verkehrs
• Schwerpunkt 2: Unterstützung der Entwicklung des kombinierten Verkehrs
• Schwerpunkt 3: Entwicklung von regionalen Eisenbahnunternehmen (Opérateurs ferroviaires de proximité, OFP)
• Schwerpunkt 4: Entwicklung von Hochgeschwindigkeits-Güterzugverbindungen zwischen den Flughäfen
• Schwerpunkt 5: Erstellung einer Güterverkehrs-Infrastruktur.
• Schwerpunkt 6: Entfernung von Engpässen im Netz.
• Schwerpunkt 7: Verbesserung der Eisenbahnanbindung großer Häfen.
• Schwerpunkt 8: Modernisierung der Verwaltung von Trassen
Dominique Bussereau begrüßte die Ausschreibung der Eisenbahnautobahnen "Autoroute ferroviaire Atlantique" und "Autoroute ferroviaire Alpine" sowie die Erhöhung der Zahl der Züge auf der "Autoroute ferroviaire Perpignan – Luxembourg", deren Frequenz jetzt auf drei Fahrten täglich steigt.
Der Staatssekretär, der am 05.07.12 die Erweiterung zum Terminal Perpignan Saint-Charles eröffnete, erwähnte, dass der kombinierte Verkehr boomt und sich nunmehr die staatlichen Beihilfen auf 50% erhöhen. Dominique Bussereau betonte schließlich die Bedeutung der Inbetriebnahme regionaler Bahnbetreiber (OFP) im Jahr 2010.
Diese Angebote werden dazu beitragen, das ehrgeizige Ziel der Regierung zu erfüllen, den Anteil des nicht über die Straße oder Luft ablaufenden Güterverkehrs von jetzt 14% auf 17,5% im Jahr 2012 und auf 25% im Jahr 2022 zu steigern, wie vom Umweltgipfel "Grenelle de l’Environnement " beschlossen
(WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 12.07.10).

RechteckHubert du Mesnil wird Präsident der Europäischen Infrastrukturmanager
Hubert du Mesnil, Präsident des französischen Infrastrukturbetreibers Réseau Ferré de France (RFF) wurde am 02.06.10 zum Präsidenten der Vereinigung "European Rail Infrastructure Managers" (EIM) ernannt. Er wird dieses Amt ab 01.09.10 für zwei Jahre ausüben.
Der 2002 gegründeten Vereinigung gehören Infrastrukturbetreiber aus 10 Ländern an, nämlich Belgien, Dänemark, Spanien, Finnland, Frankreich, Norwegen, die Niederlande, Portugal, das Vereinigte Königreich und Schweden.
Hubert du Mesnil wird von drei Vizepräsidenten unterstützt:
• Luc Lallemand, CEO von Infrabel (Belgien);
• Gunnar Malm, Generaldirektor von Trafikverket (Schweden);
• Romeu Reis, Mitglied des Aufsichtsrats von Refer (Portugal).
"Um Erfolg in der Öffnung für den Wettbewerb zu haben, müssen wir eine nahtlose europäische Infrastruktur im Interesse der Reisenden und Verlader anbieten. Darauf wird sich die Vereinigung EIM konzentrieren." sagte Hubert du Mesnil (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 02.07.10).

RechteckNationalversammlung verabschiedet "Grenelle 2"
Nach der Annahme durch den Senat am 28.06.10, hat am 29.06.10 auch die französische Nationalver-sammlung (Assemblée nationale) dem Gesetz "Grenelle 2" zugestimmt. Die Gruppen UMP und Nouveau centre (NC) stimmten für den Entwurd von Umweltminister Jean-Louis Borloo, während die Sozialisten, Linken und Grünen dagegen stimmten.
Der Gesetzesentwurf wurde am 16.06.10 von einer gemischten Kommission (CMP, Commission mixte paritaire Assemblée-Sénat) dem Parlament vorgelegt. Mit ihm werden die schon im Gesetz "Grenelle 1" beschlossenen Umweltmaßnahmen konkretisiert, ergänzt und bestätigt, wenngleich einige Passagen durch 3000 Änderungsvorschläge aufgeweicht wurden. So müssen Umweltaspekte bei Infrastruktur-projekten wie Straßen oder TGV-Linien in geschützten "grünen" (Erde) und "blauen" (Wasser) Bereichen ökologischer Korridore ("trames vertes et bleues") nur noch "berücksichtigt" werden, aber nicht mehr "kompatibel" sein, wie ursprünglich geplant.
Hauptkomponenten des Gesetzes sind
• der Kampf gegen die globale Erwärmung und Reduzierung der verbrauchten Energie,
• eine nachhaltige Verlagerung des Verkehrs,
• die Erhaltung der Artenvielfalt,
• die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft,
• der Schutz der Gesundheit,
• die Umsetzung einer nachhaltigen Abfallwirtschaft und die
• Schaffung einer geeigneten ökologischen Gesetzgebung.
Unter dem Punkt "Grenelle 2: un changement essentiel dans le domaine des transports" wird als Ziel genannt, die Verkehrsinfrastruktur alternativ zum Straßenverkehr zu entwickeln. Genannt werden die Realisierung von knapp über 1.500 km zusätzlicher Strecken des städtischen öffentlichen Verkehrs, mit Ausnahme denen der Ile-de-France, oder der Bau von Linien des kombinierten Verkehrs auf der Schiene und auf dem Wasser (Canal Seine Nord Europe).
Die Kohärenz der Verkehrsinfrastruktur, ob im Passagier- oder Güterverkehr, soll an aktuelle umwelt- und energiepolitische Herausforderungen angepasst werden. Maßnahmen zur Entwicklung des städtischen und vorstädtischen Verkehrs umfassen die Planung und Verbesserung des Managements sämtlicher Verkehrsträger (Car-Sharing, kostenloser Fahrrad-Service, Parkregelung, eigene Spursysteme der regionalen Infrastruktur, Prüfung einer City-Maut für Gemeinden mit mehr als 300.000 Einwohnern, Anwendung der europäischen Richtlinie zur Einführung eines Tele-Maut-Systems, Entwicklung von Elektrofahrzeugen (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l’Écologie, de l’Énergie du Développement durable et de la Mer, 01.07.10).

RechteckModernisierung des Eisenbahnknotens Metz
Der Vorstand des französischen Netzverwalters Réseau Ferré de France (RFF) verabschiedete am 10. Juni 2010 den Plan zum Ausbau des Eisenbahnknotens Metz. Er bekräftigte seine finanzielle Beteiligung von 77 Millionen Euro an den geplanten Gesamtkosten von 134 Millionen Euro. Dieses Projekt unterstützt die Ziele der Sanierung und Entwicklung der Eisenbahn, wie sie vom runden Umwelttisch "Grenelle de l’Environnement" beschlossen wurden.
Eine größere Fluidität des Schienenverkehrs auf diesem vielbefahrenen Teil der Infrastruktur in Lothringen ermöglicht die Konsolidierung und Erweiterung des TER-Angebots auf durchgängigen Taktbetrieb. Der Ausbau des Eisenbahnknotens Metz umfasst die Erneuerung der Signaltechnik, den Bau eines ESTW in Metzville und die Entwicklung der Infrastruktur der Stadt Metz im Rahmen eine Vertrages zwischen Land und Region (Contrat de projets Etat-Région Lorraine).
Das Abkommens zwischen Staat und Region sieht eine Erhöhung der Kapazität des Personenverkehrs in Metz durch die Schaffung zweier neuer Bahnsteige für Regionalzüge vor. Es ermöglicht auch eine bessere Betriebsführung für die Züge durch neue Signaltechnik im Bereich Montigny-les-Metz.
Die Planung erstreckt sich auf folgende Ausbaustufen:
• 2010-2011: Projektstudien
• 2012-2015: Bauarbeiten
• 2015: Inbetriebnahme (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 21.06.10).

RechteckTPS von Hacon für HVG zwischen Spanien und Frankreich
TP Ferro plant und koordiniert seine Trassen künftig mit der Software TPS von HaCon. Der spanisch-französiche Eisenbahninfrastrukturmanager wird das Planungstool auf der 44 Kilometer langen Neubau-strecke durch die Pyrenäen von Perpignan in Frankreich bis Figueres in Spanien einsetzen.
TP Ferro wurde gegründet von der spanischen ACS-Gruppe und dem französischen Bauunternehmen Eiffage, die jeweils 50 Prozent der Anteile von TP Ferro halten. Das binationale Unternehmen ist dafür verantwortlich, dass die Trassen auf der Hochgeschwindigkeitslinie Figueres-Perpignan konfliktfrei befahren werden - eine Kernfunktion von TPS.
Das System unterstützt Netzbetreiber dabei, ihre Kapazität entsprechend der europäischen Vorgaben einer diskriminierungsfreien Trassenvergabe zu verplanen.
TPS, das der staatliche Betreiber des französischen Schienennetzes Réseau Ferré de France (RFF) bereits erfolgreich einsetzt, verknüpft nun erstmals zwei aneinandergrenzende Netzbetreiber. Die Software "Made in Hannover" berücksichtigt bei der Planung und Disposition bereits das europäische Signalisierungssystem ETCS (European Train Control System) Level 2. "ETCS ist eine Komponente eines einheitlichen europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems in das sich TPS perfekt einreiht", erläutert HaCon-Projektleiter Claus Müller-Haude. Damit leiste TPS einen Beitrag zur Interoperabilität der europäischen Eisenbahnen.
Die nationalen Netzbetreiber in Frankreich und Spanien setzen zur Koordination und Kommunikation von Trassenbestellungen die webbasierte Plattform Pathfinder ein. Diese stellt RailNetEurope (RNE) seinen insgesamt 38 Mitgliedern zur Verfügung. Der Verband europäischer Eisenbahninfrastrukturbetreiber hat das Ziel, den internationalen Eisenbahnverkehr reibungsloser und effizienter zu gestalten. Hier schließt sich TPS nahtlos an: Mit internetbasierter Kommunikation zu Pathfinder, die sicherstellt, dass TP Ferro in die Trassenplanung von Frankreich und Spanien optimal eingebunden werden kann. Auch das lokale CTC (Centralised Traffic Control) wird mit TPS verknüpft.
HaCon wird TPS für seinen neuen Kunden TP Ferro zweisprachig zur Verfügung stellen, das bedeutet: Spanisch und Französisch im Parallelbetrieb. TP Ferro soll neben TPS für die langfristige Planung auch TPS Realtime erhalten. Damit kann der Infrastrukturmanager TPS auch als Dispositionssoftware für die sehr kurzfristige Planung einsetzen. Weil in TPS die Infrastruktur der Eisenbahnanlage exakt abgebildet ist, können Verspätungen sehr genau berechnet werden. Der Vorteil: Mögliche Konflikte durch Abweichungen vom Sollfahrplan lassen sich rechtzeitig und präzise voraussagen. Der Disponent kann auf verschiedene Lösungsszenarien zurückgreifen. So unterstützt TPS Realtime diesen optimal dabei, Konflikte zu lösen. TPS wird auch die so genannte "Tunnel Condition" einhalten, eine Sicherheitsvorschrift, die es untersagt, dass sich zwei Züge gleichzeitig in derselben Tunnelröhre aufhalten.
Ab Oktober soll TPS in der Betriebszentrale von TP Ferro in der Nähe des südfranzösischen Montesquieu les Albères bei Perpignan installiert werden. Schulung und Testbetrieb folgen. Im Dezember 2010 soll die Hochgeschwindigkeitslinie offiziell eröffnet werden und anschließend in Betrieb gehen. Auf der 44 Kilometer langen, zweispurig geführten Strecke, werden sowohl Personen- als auch Güterverkehrszüge verkehren. Sie befindet sich auf spanischem und französischem Boden und führt durch einen 8,2 Kilometer langen Tunnel unter den Pyrenäen (Pressemeldung Hacon, 16.06.10).

RechteckInbetriebnahme des ersten Zentralstellwerks "Rhône-Alpes"
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr und Michel Mercier, Minister für Raumordnung, eröffneten am 14.06.10 das erste neue Zentralstellwerk für das Schienennetz Rhône-Alpes (Commande centralisée du réseau rhônalpin).
Ebenfalls anwesend waren Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de France (RFF) und Henri-Alain Bertrand, Direktor der neuen "Direction de la Circulation Ferroviaire" (DCF).
Das im Gare Jean Macé in Lyon befindliche zentrale Stellwerk mit einer Fläche von 2700 Quadratmetern wird ab der Nacht vom 19. auf den 20.06.10 den gesamten Zugverkehr der Region überwachen. Im Auftrag von RFF werden knapp vierzig Mitarbeiter der neuen "Direction de la Circulation Ferroviaire" (DCF) den Betrieb überwachen.
Bis zum Jahr 2030 soll die Betriebsführung der gesamten Region Rhone-Alpes zentral an das neue Stellwerk angebunden werden, um Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Sicherheit des Schienenverkehrs zu gewährleisten. Die Investition von über 500 Millionen EUR wird vollständig von Réseau Ferré de France finanziert.
Das Stellwerk Rhône-Alpes wird das erste in Betrieb gegangene Zentralstellwerk in Frankreich sein. In den nächsten zwanzig Jahren ist vorgesehen, die gesamte Schieneninfrastruktur in Frankreich von 15 Zentralstellwerken zu steuern (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 15.06.10).

RechteckModernisierung des Streckennetzes in der Bretagne
Grafik LOK Report Europa Reiseführer 2010/2011
Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de France, besuchte am 11.06.10 das größte Projekt der Modernisierung des Streckennetzes in Frankreich.
Zwischen 2011 und 2015 renoviert RFF mit Investitionen von fast 307 Millionen € das Netz in der Bretagne und mit rund 300 Millionen in der Region Pays-de-la-Loire.
Im Februar 2010 begann Réseau Ferré de France die Arbeiten an der Modernisierung der Strecken Linien Savenay - Montoir-de-Bretagne (kurz vor St-Nazaire) und Savenay - Redon. 85 Millionen Euro hat RFF für den Ausbau dieser beiden Teilabschnitte bis Ende des Jahres mit einer Länge von 72 km zugesagt.
500 Menschen sind an den Arbeiten beteiligt, darunter 300 Mitarbeiter der Gruppe TSO Colas Rail und 200 Mitarbeiter der von RFF beauftragten SNCF.
Bis Juli wird die Linie von Montag bis Freitag geschlossen, um die Arbeiten "schnell hintereinander" mit einer Kapazität von bis 1500 Metern Länge pro Tag
erledigen zu können (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 14.06.10).

RechteckVereinbarung zur Hochgeschwindigkeitsstrecke Südwesteuropa
Der französische Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, der spanische Verkehrsminister Jose Lopez Blanco und der portugiesische Minister für Verkehr, Antonio Mendoca haben am 09.06.10 während der Konferenz über Transeuropäische Verkehrsnetze (Conférence sur les Réseaux Transeuropéens de Transport, RTE-T) in Zaragoza (Spanien) eine Absichtserklärung über den Bau einer Hochgeschwindig-keitsstrecke in Südwesteuropa unterzeichnet (Ligne à grande vitesse du Sud-Ouest de l’Europe).
Die Vereinbarung dient der Koordination der verschiedenen Abschnitte der Hochgeschwindigkeitsstrecke, vor allem der grenzüberschreitenden Abschnitte. Als solches wird der Projektkoordinator, Carlo Secchi, in allen bilateralen Gesprächen beteiligt werden.
Die Vereinbarung unterstreicht die Bedeutung der europäischen Finanzierung für dieses Projekt, da es für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Europäischen Union von wesentlicher Bedeutung ist. Das Projekt wurde schon vom EU-Kommissar für Verkehr, Siim Kallas befürwortet, was als positives Signal für künftige Verhandlungen über das EU-Budget 2014-2020 gewertet werden kann.
Dominique Bussereau und seine Amtskollegen aus Spanien und Portugal haben die Bedeutung einer maximalen Interoperabilität für die neue Infrastruktur hervorgehoben.
Die
Verkehrsminister haben die Errichtung eines neuen Joint-Ventures zwischen SNCF, RENFE und PC zum Betrieb der Strecke angekündigt, wie sie mit Eurostar und Thalys zwischen Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den Benelux-Staaten und Deutschland schon als Vorbild dienen (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l’Écologie, de l’Énergie, du Développement durable et de la Mer, 14.06.10).

RechteckStrecke Le Creusot - Chagny
nFoto Dr. Rainer HartmannFoto Dr. Rainer Hartmann
nFoto Dr. Rainer HartmannnFoto Dr. Rainer Hartmann
Auf der zweigleisigen Dieselstrecke von Le Creusot nach Chagny in Burgund werden die Regionalzüge noch mit modernisierten Caravelle-Triebwagen gefahren, die dabei im Bereich Santenay Les Bains eine der berühmtesten Weißweinlagen der Cote d´Or passieren.
Außerdem ist ein recht lebhafter Güterverkehr mit der Reihe 69000 in Doppeltraktion zu erleben (Dr. Rainer Hartmann, 28.05.10).

RechteckDepot Culmont-Chalindrey
nFoto Dr. Rainer HartmannFoto Dr. Rainer Hartmann
nFoto Dr. Rainer Hartmann
Die seit Jahren ausmusterungsgefährdeten A1A A1A-Dieselloks der Baureihe 68500 sind nach wie vor beim Depot Culmont-Chalindrey (nördlich von Dijon) im Einsatz.
Am 12.5.2010 konnten die Maschinen nebeneinander in der klassischen Farbgebung, der FRET-Lackierung und im gelben SNCF-infra-Anstrich angetroffen werden (Dr. Rainer Hartmann, 26.05.10).

RechteckGrundstein zur neuen Eisenbahnbrücke bei Bayonne
Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de France, legte am 21.05.10 den Grundstein zum Bau der zukünftigen Eisenbahnbrücke in Bayonne. Er hat außerdem den Abschluss der Streckenrenovierung zwischen Bayonne und Cambo Les Bains bis Ende Juni 2010 angekündigt.
Die neue Eisenbahnbrücke in Bayonne besitzt eine Länge von 270 Metern und wird auch für Fußgänger und Fahrräder zugänglich sein. Zwei Gleise der Verbindung Bordeaux - Irun sind vorgesehen, um die Verbindung nach Spanien zu ermöglichen. Die Kosten von 40 Millionen EUR werden zur Gänze von Réseau Ferré de France getragen. Die Inbetriebnahme wird für Mai 2013 erwartet. Der Architekt ist Alain Spielmann.
Zur Modernisierung des Streckennetzes investiert Réseau Ferré de France in der Regionen Aquitaine und Poitou Charentes im Jahr 2010 insgesamt 300 Millionen EUR, nachdem 2009 schon 200 Millionen EUR investiert wurden.
Réseau Ferré de France, die Region Aquitaine und der Staat investieren zwischen 2009 und 2013 insgesamt 388 Millionen EUR in die Modernisierung der bestehenden Strecke Bordeaux - Hendaye. Die 18 km langen Linie Bayonne - Cambo les Bains ist das erste Glied dieser Modernisierung
(WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 25.05.10).

RechteckSNCF veröffentlicht Pläne zum Zugangebot beim TGV Rhin-Rhône
In der Ausgabe vom 15.05.2010 präsentiert die Zeitung l'Alsace aus Mulhouse die Fortschritte beim Bau des TGV Rhin-Rhône sowie das geplante Zugangebot nach Inbetriebnahme des ersten Abschnitts von 140 km Länge.
Ab Dezember 2011 soll es in Richtung Paris ab Mulhouse 11 Verbindungen/Tag (2h40), ab Belfort-Montbéliard 8 Verbindungen (2h15), ab Besancon-Franche Comté 9 Verbindungen (2h05) und ab Basel 6 Verbindungen (3h05) geben.
Die TGV Lyria Zürich - Basel - Paris werden dann nicht mehr über Strasbourg sondern über Dijon verkehren. Ein Jahr später sollen dann noch zwei Verbindungen nach Freiburg i.Br. (3h40) über Neuenburg a.Rh. hinzukommen. Über Paris hinaus soll es je eine Verbindung nach Lille (4h00) und zum Aéroport Roissy (3h05) geben.
In Richtung Süden soll es 6 Verbindungen ab Strasbourg über Mulhouse nach Lyon (3h40/2h40) geben. Zwei davon fahren weiter nach Montpellier und drei nach Marseille (4h50 bzw. 4h40 ab Mulhouse). Bereits ab Dezember 2011 sollen zwei dieser Verbindungen nach Frankfurt durchgebunden werden. Diese sollen von DB und SNCF gemeinschaftlich mit jeweils eigenem Rollmaterial betrieben werden.
Ab Dezember 2012 wird ein Zugpaar von Strasbourg durch die Inbetriebnahme einer Umfahrung von Mulhouse um 15 Minuten beschleunigt. Außerdem kommt dann auch noch ein Zugpaar Basel - Marseille hinzu.
Dieses, nach einer langen Mediation festgelegte Bedienungsangebot stellt nach Aussage der SNCF einen Kompromiss zwischen den Wünschen der Gebietskörperschaften und den wirtschaftlichen Erfordernissen dar. Es sollte auch groß genug sein, um neue Anbieter, die hier erstmals eine TGV-Linie im Wettbewerb bedienen könnten, zu entmutigen. Die Preise sollen erst einige Wochen vor der Inbetriebnahme in eineinhalb Jahren bekannt gegeben werden (Jürgen Recknagel, 18.05.10).

RechteckPascal Sainson übernimmt den Vorsitz von Europorte SAS
Pascal Sainson wurde mit Wirkung vom 17.05.10 zum Vorsitzenden von Europorte berufen, der Holdinggesellschaft für die fünf Schienengüterverkehrs-Tochtergesellschaften von Eurotunnel. Sainson war bis dahin Director of Operations für den Ärmelkanal-Tunnel und folgt in seiner neuen Position Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel.
Die Holding von Europorte wird auf der einen Seite von den ehemaligen französischen Tochterunter-nehmen von Veolia Cargo getragen, die von der Gesellschaft am 30. November 2009 erworben wurden, und auf der anderen Seite von Europorte Channel (ex Europorte 2), dem ersten europäischen Schienen-güterverkehrsbetreiber mit einer Lizenz in Frankreich.
Europorte besteht aus fünf Tochtergesellschaften: Europorte France, Europorte Channel, Europorte Link, Europorte Proximité und SOCORAIL. Europorte bietet eine breite Palette von Dienstleistungen: nationale und internationale Eisenbahnverbindungen, lokale Dienste auf Nebenstrecken sowie industrielle Dienstleistungen (Verwaltung von Nebenbahnen, Wartung der Infrastruktur und Be- und Entladen von Waggons (WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 18.05.10).

RechteckErste PPP-Angebote für die Umfahrung von Nîmes und Montpellier
Grafik RFF
Am 05.05.10 hat der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) die ersten Angebote der Gruppen Bouygues TP, Eiffage und Vinci Concessions zum Bau der 80 km langen Umfahrung von Nimes und Montpellier in Öffentlich-Privater Partnerschaft (Partenariat public-privé, PPP) erhalten. Das PPP-Projekt enthält Bau, Finanzierung und Wartung der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Ligne à grande vitesse, LGV). Die Strecke ist sowohl für den Güter- als auch den Personenverkehr vorgesehen. Langfristige Ziele sind der Ausbau bis Perpignan und der Anschluss an die Hochgeschwindigkeitsstrecke Perpignan-Figuéras nach Spanien.
RFF hat die Ausschreibung am 18. Dezember 2009 gestartet (Der LOK Report berichtete) und plant, im Sommer 2010 die Bewerber zur endgültigen Angebotsabgabe aufzufordern. Im Sommer 2011 soll der Vertrag mit dem auserwählten Bewerber abgeschlossen werden.
Die Umfahrung von Nîmes und Montpellier wird einerseits durch die Bereitstellung zusätzlicher Trassen die Attraktivität und Kapazität des Personennahverkehrs bei hoher Geschwindigkeit in Richtung Süden erhöhen. Andererseits dient sie der Entwicklung des Korridors "D" für den europäischen Güterverkehr von Spanien über Valence, Lyon und Turin nach Budapest.
Mit einer Länge von 80 km umfasst dieses Projekt neben dem Bau einer 60 km langen Hochgeschwindig-keitsstrecke zwischen Manduel (östlich von Nîmes) und Lattes (westlich von Montpellier) noch jeweils 10 km lange Anschlussverbindungen zum existierenden Netz.
Am 2. Dezember 2009 unterzeichneten Staat, Réseau Ferré de France und die Regionen Languedoc-Roussillon, Département du Gard, Montpellier Agglomération und Nîmes Métropole gemeinsam die Finanzierungsvereinbarung für die neue Linie zwischen Nimes und Montpellier und die Modernisierung der alten Strecke zwischen Montpellier und Perpignan. Diese Arbeiten erfordern Investitionen in Höhe von 1,62 Milliarden EUR
(WKZ, Quelle RFF, 10.05.10).

RechteckZusammenlegung von Transdev und Veolia Transport unterzeichnet
Die französische Caisse des Dépôts (CDC, Depositenkasse) und Veolia Environnement haben am 05.05.10 ihre endgültige Zustimmung zur Zusammenlegung von Transdev und Veolia Transport unterzeichnet.
Der Zusammenschluss soll die Stärken beider Unternehmen im wachsenden Markt für Mobilität mit dem Ziel bündeln, die weltweite Referenz für eine nachhaltige Mobilität zu werden. Die sich ergänzenden Qualifikationen beider Firmen in allen Bereichen der Mobilität sollen zu einem umfassenden Angebot an Transportdienstleistungen mit einer umfangreichen geographischen Abdeckung führen.
Mit einem Pro-forma-Umsatz von 8,1 Mrd. EUR (ohne den Beitrag der übertragenen RATP-Vermögens-werte), einer Präsenz in 28 Ländern und der Beschäftigung von rund 117 000 Mitarbeitern wird die neue Gruppe ein Weltmarktführer im Bereich der Personenbeförderung und nachhaltigen Mobilität werden. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beläuft sich auf rund 500 Mio. EUR. Die Komplementarität zwischen Veolia Transport und Transdev in Bezug auf geografische Präsenz, modales Angebot und operatives Know-how soll Kostensynergien von rund 70 Mio. EUR pro Jahr erzeugen.
Wie in der Rahmenvereinbarung vom 21. Dezember 2009 angekündigt, wird die neue Veolia Transport-Transdev-Einheit gleichermaßen Veolia Environnement (50%) und der Caisse des Depots (50%) gehören. Vor dem Abschluss der Transaktion wird die Caisse des Dépôts eine Kapitalerhöhung bei Transdev um 200 Millionen EUR zeichnen. Veolia Environnement wird der operative Betreiber der neuen Einheit und die Caisse des Dépôts ein langfristiger strategischer Aktionär werden.
Die Übernahme der Anteile der RATP von 25,6% an Transdev wird in Form eines Austausches von ausgewählten französischen und internationalen Vermögenswerten durch Transdev und Veolia Transport erfolgen. Als Ergebnis wird RATP ihre internationale Präsenz, insbesondere in Großbritannien, Italien und der Schweiz sowie in Frankreich stärken. Die Einnahmen der übertragenen Vermögenswerte im Jahr 2009 an RATP im Austausch für ihre 25,6%-Beteiligung an Transdev belaufen sich auf ca. 340 Mio. EUR. Antoine Frerot, CEO von Veolia Environnement, wird Chairman und Joël Lebreton, CEO von Transdev, CEO der neuen Gruppe. Cyrille du Peloux, CEO von Veolia Transport, wird stellvertretender CEO und verantwortlich für Betrieb und die Vorbereitung des Börsengangs werden.
Ziel der Aktionäre ist, die neue Gruppe innerhalb von zwölf Monaten an die Börse zu bringen. Die Kapitalerhöhung soll durch Bereitstellung angemessener finanzieller Mittel die Wachstumsstrategie ermöglichen.
Der Zusammenschluss von Veolia Transport und Transdev sowie der Ausstieg der RATP aus Transdev hängen noch von der Genehmigung der zuständigen Kartellbehörden ab. Die förmliche Anmeldung der geplanten Transaktion soll in den kommenden Woche erfolgen. Die Transaktion unterliegt auch der Freigabe durch die "Commission des Participations et des Transferts" (WKZ, Quelle Pressemeldung Veolia Verkehr, 07.05.10).

RechteckVerfünffachung der öffentlichen TCSP-Netze in 15 Jahren
In Einklang mit der Umweltvereinbarung "Grenelle Environnement" bestätigten Verkehrsminister Jean-Louis Borloo und Staatssekretär Dominique Bussereau am 05.05.10 ihr Engagement, den Umfang der öffentlichen Verkehrsnetze außerhalb der Ile-de-France in 15 Jahren um das fünffache zu erweitern. Das Netz von heute 329 km Länge soll dabei auf 1800 Kilometer ansteigen, wofür der Staat die Summe von 2,5 Milliarden EUR zur Kofinanzierung bis zum Jahr 2020 zur Verfügung stellen wird.
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um auf eigenen Fahrspuren verkehrende öffentliche Transportmittel (Ligne de transports collectifs en site propre, TCSP), also Metro, Tram, und Busnetze mit hoher Servicequalität (Bus à haut niveau de service, BHNS, entspricht unseren Metrobussen).
Zur Auswahl der
Projekte haben Jean-Louis Borloo und Dominique Bussereau eine zweite Aufforderung zur Einreichung von Projekten der lokalen Gemeinschaften (Deuxième appel à projets TCSP, Annexe n° 1, Annexe n° 2, Annexe n° 3, Annexe n° 4) gestartet. Die Anträge sind bis zum Oktober 2010 einzureichen. Die ausgewählten Projekte sollen dann im Dezember 2010 freigegeben werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich zwischen 2011 und 2013 zur Ausführung kommen.
Schon die erste Aufforderung vom 22. Oktober 2008 (Der LOK Report berichtete), stellte eine beispiellose Anstrengung des Staates für den städtischen Nahverkehr dar. Es wurden 810 Millionen EUR zur Kofinanzierung von 52 Projekten in 37 regionalen Umgebungen bereitgestellt und so die Schaffung von 365 km neuer Transportlinien ermöglicht, die schon in Betrieb gegangen sind oder bis zum Ende des Jahres 2011 fertiggestellt sein sollen.
Jean Louis Borloo und Dominique Bussereau: "Dieser ehrgeizige Plan des Umweltgipfels dient der Entwicklung neuer U-Bahnen, Straßenbahnen und BHNS-Services. Er verfolgt drei Ziele: die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren, die Bekämpfung von Verkehrsstaus in städtischen Gebieten zu ermöglichen und den Bürgern ein hohes Qualitätsniveau an öffentlichen Verkehrsmitteln zu bieten" (WKZ, Quelle Ministère de l’Écologie, de l’Énergie, du Développement durable et de la Mer, 06.05.10).

RechteckAuswirkungen des "Grenelle Environment"
Grafik Ministère de l’Écologie, de l’Énergie, du Développement durable et de la MerGrafik Ministère de l’Écologie, de l’Énergie, du Développement durable et de la Mer
Im Rahmen der bei dem Umweltgipfel (Grenelle de l’environnement) Ende Oktober 2007 eingeleiteten Politik zum Umweltschutz und zum Kampf gegen den Klimawandel ist mit dem Jahreswechsel 2008 in Frankreich eine Umweltsteuer mit einem Bonus-Malus System (Ecopastille) beim Kauf von Neuwagen eingeführt worden, die an die CO2-Emissionen gekoppelt ist. Demnach erhalten die Käufer von Neuwagen mit weniger CO2-Ausstoß einen Bonus und Käufer von Neuwagen mit hohem CO2-Ausstoß müssen einen Malus entrichten. Erste Auswirkungen zeigt die Abbildung links: Seit Einführung des Systems ist der CO2-Ausstoß der Neuwagen überproportional zurückgegangen.
Die Grafik rechts zeigt die Entwicklung des Streckennetzes der U- und Straßenbahnen: Mit den im April 2009 beschlossenen Investitionen in 365 km zusätzlicher Strecken (Der LOK Report berichtete) ergibt sich ab 2012 ein überproportionaler Zuwachs des Nahverkehrsnetzes (WKZ, Grafiken Ministère de l’Écologie, de l’Énergie, du Développement durable et de la Mer, 03.05.10).

RechteckGesetz Grenelle 2 soll weitere Stärkung des Verkehrs bringen
Mit dem im Jahr 2007 ins Leben gerufenen Runden Tisch "Grenelle Environnement" begann in Frankreich für alle Beteiligten - staatliche und regionale Mandatsträger, Verbände, Unternehmen und Mitarbeiter - eine Diskussion über die nachhaltige Entwicklung in Frankreich, die am 23.07.09 zur Verabschiedung des Gesetzes "Grenelle 1" führte (Der LOK Report berichtete). Wichtige Punkte des Gesetzes sind der Ausbau des Schienennetzes, neue Hochgeschwindigkeitsstrecken, die Förderung regionaler Nahverkehrsangebote und die Entwicklung der "Meeresautobahnen".
In drei Jahren hat sich Frankreich so unter den ersten Ländern mit nachhaltige Entwicklung in Europa positioniert.
Dem Runden Tisch "Grenelle Environnement" und dem Gesetz "Grenelle 1" wird nun das Gesetz "Grenelle 2" folgen. Dazu wurde am 13.04.10 das "Comité national du développement durable et du Grenelle Environnement" (CNDDGE) gebildet. Ab Mai 2010 soll dann das zweite Gesetz in der Nationalversammlung behandelt werden. Es soll die Vereinfachung, Beschleunigung, Effizienz und Unumkehrbarkeit der im ersten Gesetz gefassten Beschlüsse umfassen und wird sechs wesentliche Punkte enthalten:
• Energiearme Gebäude und Harmonisierung der Planungsinstrumente
• Wesentliche Veränderungen im Verkehrssektor
• Senkung des Energieverbrauchs und des Kohlenstoffausschusses in der Produktion
• Risiken, Gesundheit, Abfall
• Einführung eines neuen Umwelt-Steuerungssystems
• Erhalt der biologischen Vielfalt
Die Veränderungen im Verkehrssektor beinhalten:
• Realisierung von knapp über 1.500 km Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs, plus jene der Ile-de-France
• Ausbau von kombinierten Verkehren per Eisenbahn und Schiff (Autoroutes ferroviaires, Autoroutes maritimes), einschließlich des Kanals "Seine Nord Europe"
• Modernisierung der Mautstraßen
• Entwicklung von Elektro- und Hybridfahrzeugen
• Sicherstellung einer Gesamtkohärenz der Verkehrsinfrastruktur für Personen und Güter (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l’Écologie, de l’Énergie du Développement durable et de la Mer, 29.04.10).

RechteckRFF beschließt das Jahr 2009 mit Rekordinvestitionen in das Schienennetz
Foto RFF / CAPA / Lionel Charrier (TOMA)Foto RFF / CAPA / Lionel Charrier (TOMA)
Oberleitungs- und Gleisbauarbeiten bei RFF. Fotos RFF / CAPA / Lionel Charrier (TOMA).

In seiner Sitzung vom 15. April 2010 billigte der Aufsichtsrat des französischen Netzbetreibers Réseau Ferré de France (RFF) unter Vorsitz von Hubert du Mesnil den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2009.
Die Investitionen zur Unterstützung der Revitalisierung der Eisenbahn in Frankreich beliefen sich auf 3,296 Milliarden EUR im Jahr 2009, das entspricht einer Steigerung um 11% und markiert einen neuen Rekord für das französische Eisenbahn-System.
Dieser Anstieg spiegelt die beispiellose Anstrengungen wider, die unternommen wurden, um das traditionelle Schienennetz zu modernisieren: mit über 1,6 Milliarden EUR (28%) hat RFF zum erstenmal mehr in die Sanierung des bestehenden Netzes als in seine Entwicklung investiert.
Das Investitionsprogramm ist Teil des am 03.11.08 mit dem Staat unterzeichneten Performance-Vertrages (Contrat de performance) und profitiert von den Vorgaben des Nationalen Konjunkturplans (Plan de relance) und des Runden Tisches Umwelt (Grenelle de l’environnement).
Im Jahr 2009 beinhalteten die Investitionsanstrengungen von RFF:
• Erneuerung von 955 km Gleis, das entspricht einer Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2006;
• Ersatz von 440 km Oberleitungsdraht;
• Bau der ersten Zentralleitstelle in Dijon;
• Bau eines sechsten intermodalen Personenbahnhofs in Lyon;
• Investitionen von 628 Millionen EUR in die LGV Rhin-Rhône.
Weitere Informationen entnehmen Sie der Pressemeldung von RFF (WKZ, 28.04.10).

RechteckRFF startet Verhandlungen zum Bau der LGV Bretagne - Pays de la Loire

Am 27.04.10 begann der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) Verhandlungen zum Bau des 214 km langen Abschnitts Le Mans - Rennes der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Ligne à grand vitesse, LGV) Bretagne - Pays de la Loire. Die drei auserwählten Bieter im Rahmen eines PPP-Projekts sind die Konsortien Bouygues TP, Eiffage und Vinci Concessions, die ihre ersten Angebote am 16. Dezember 2009 einreichten.
Im Anschluss an diese Phase der Beratungen werden die Bewerber ihre finalen Angebote abgeben. Der erfolgreiche Bewerber wird nach Abschluss des Verfahrens mit dem Bau und der Instandhaltung der neuen Linie während der Vertragslaufzeit beauftragt werden. Management, Verkehr und Betrieb bleiben in der Verantwortung von RFF.
Die Kosten für die neue Linie werden auf 3,4 Milliarden EUR geschätzt. Der Staat, Réseau Ferré de France und die Region Bretagne als Führer der bretonischen Gemeinden und der Region Pays de la Loire hatten die Finanzierungsvereinbarung am 29. Juli 2009 unterzeichnet (Der LOK Report berichtete). Der Bau der Strecke ist auch im 2008 verabschiedeten französischen Wiederbelebungsplan (Plan de relance) enthalten (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 28.04.10).

RechteckNeues Feuersicherheitssystem bei Eurotunnel
Foto FOGTEC Brandschutz, KölnFoto FOGTEC Brandschutz, Köln
Fotos FOGTEC Brandschutz, Köln.
Die Gruppe Eurotunnel hat am am 9. November 2009 mit einem Konsortium aus den Firmen RodioJ, Fogtec, ACIS, Eiffage und Spie einen Vertrag zur Feuerbekämpfung im Kanaltunnel abgeschlossen. Die deutsche Firma Fogtec ist Marktführer für auf Land eingesetzte Wassernebel-Systeme. Eine umfassende Prüfung zur Bewertung des Fogtec-Systems wurde zwischen dem 07. und 09.04.10 in Spanien durchgeführt.
Der Test wurde unter Live-Bedingungen bei hohen Temperaturen, die einem Brand von 40 Autos entsprechen, durchgeführt. Die ersten Ergebnisse waren äußerst positiv, sie zeigen die Wirksamkeit der Wassernebel, um ein Feuer zu begrenzen oder sogar seine Fortbildung zu stoppen. Das System bietet viele Vorteile, dazu gehören eine schnelle Aktivierung und ein einfacher Zugang für die Rettungskräfte zur Unglücksstelle.
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel, erklärte: "Sicherheit ist Priorität Nummer eins bei Eurotunnel. Deshalb sind wir ständig bestrebt, auch weiterhin ein hohes Niveau der Investitionen in diesem Bereich aufrecht zu erhalten. Die neue Sicherheitsstationen (SAFE stations) runden - einzigartig in der Welt - die schon vorhandenen Sicherheitseinrichtungen ab"
Dirk Sprakel, Geschäftsführer der Fogtec, erklärte: "Der Wassernebel sichert eine wirksame Kontrolle des Feuers. Aufgrund der Fähigkeit, das Feuer und die benötigte Menge an Wassers zu kontrollieren, werden strukturelle Schäden erheblich reduziert."
Jede "SAFE Station" mit einer Länge von rund 870 Metern wird mit einem Wärme-Erkennungssystem ausgestattet sein. Sobald der Zug gestoppt hat, wird ein Wassernebel in die Sektion gedampft, wo das Feuer erkannt wird. Im Gegensatz zu Sprinkleranlagen, braucht der Nebel nicht genau auf den Brandherd ausgerichtet zu sein. Es bildet sich ein Schauer von Mikro-Tröpfchen, die Sauerstoff und Wärme bei Kontakt mit dem Feuer absorbieren. Auf diese Weise wird das Feuer erstickt und verhindert die Bildung hoher Temperaturen, die die Infrastruktur zerstören. Das SAFE-Konzept von Eurotunnel enthält verschiedene Neuerungen, die zum Patent eingereicht wurden" (WKZ, Quelle Pressemeldung Groupe Eurotunnel, Fotos FOGTEC Brandschutz, Köln, 19.04.10).

RechteckSicherheitszertifikat für Trenitalia
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) hat am 31. März 2010 der Trenitalia das Sicherheitszertifikat für Güterzugleistungen in Frankreich ausgestellt (WKZ, Pressemeldung EPSF, 17.02.10).

RechteckVinci gewinnt Konzession zum Bau und Betrieb der LGV Tours-Bordeaux
Grafik LOK Report 7/09 Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) hat am 30.03.10 die Verhandlungen zum Bau und Betrieb der Hochgeschwindigkeits-strecke zwischen Tours und Bordeaux (LGV Sud Europe Atlantique) mit einem Konsortium aus Vinci (Mandatsträger), der Depositenkasse (Caisse des Dépôts) und Axa begonnen.
In der zweiten Runde der Ausschreibung hatten sich neben Vinci auch die Gruppierungen Bouygues und Eiffage beteiligt und ihre Angebote bis zum 15.12.09 eingereicht. Die Auswahlkriterien unter den Bewerbern waren die finanzielle Stärke, die Höhe der erforderlichen öffentlichen Unterstützung, die technische Qualität und die Verpflichtung zu nachhaltiger Entwicklung. Die Konzession beinhaltet neben dem Bau auch den Betrieb der Strecke für 50 Jahre.
Die geplante 340 km lange Strecke, von denen 302 km als Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV, Ligne à grand vitesse) ausgelegt sind, soll Paris ab 2016 innerhalb von 2 Stunden mit Bordeaux verbinden und in einer späteren Ausbaustufe auch Toulouse, Limoges und Spanien erreichen. Der Bau ist Teil der Verpflichtungen des Runden Tisches zur Umwelt (Grenelle de l’Environnement), der den Bau von 2.000 km neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken bis 2020 vorsieht. Mit einem Etat von 7,2 Milliarden Euro handelt es sich um eines der größten öffentlichen Bauvorhaben der Welt, das 60.000 Arbeitsplätzen über die Dauer der Arbeiten schafft.
Nach den erfolgten Verhandlungen ist vorgesehen, den Vertrag im Sommer 2010 zu unterzeichnen. Im Falle des Scheiterns behält sich RFF das Recht vor, die Verhandlungen mit den anderen Kandidaten fortzusetzen.
Die Finanzierung für das Projekt in Höhe von 7,2 Milliarden Euro wird maximal zur Hälfte aus öffentlichen Mitteln des Staats und der fünf Partnerregionen getragen. Die restlichen Mittel werden von RFF und den Konzessionären auf Grundlage einer öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) zur Verfügung gestellt, in der RFF die Kontrolle über Zeitplan und Risiko behält
(WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 31.03.10).

RechteckMaxiperfo-Züge sollen Güterverkehr produktiver machen
Am Rande der Transportmesse Semaine internationale du transport et de la logistique (SITL) haben Jean-Claude Brunier, Präsident der Nationalen Gruppe des kombinierten Verkehrs (Groupement National des Transports Combinés, GNTC), Hubert du Mesnil, Präsident des Netzbetreibers Réseau Ferré de France (RFF), Philippe Mangeard, Präsident des Cercle pour l’Optimodalité en Europe (COE) und Jacques Damas, Vorsitzender der Union des Transports Publics et ferroviaires (UTP), ein Memorandum of Understanding zur Entwicklung langer und schwerer Güterzüge (Maxiperfo = Maximale Perfomance) unterzeichnet.
Der Einsatz solcher Güterzüge auf dem nationalen Schienennetz wurde vom Verkehrsminister Jean-Louis Borloo und dem Staatssekretär für Transport, Dominique Bussereau, in der am 16.09.10 präsentierten nationalen Verpflichtung für den Schienengüterverkehr (l’Engagement national pour le fret ferroviaire) vorgeschlagen (Der LOK Report berichtete).
In Untersuchungen und Tests soll der Einsatz neuer Arten von Güterzügen mit einer Geschwindigkeit zwischen 100 und 120 Stundenkilometer geprüft werden:
• Züge des Kombinierten Verkehrs und Autotransportzüge mit einer Länge von bis zu 1 200 m auf für den Güterverkehr optimierten Schienennetzen
• Schwere Züge für landwirtschaftliche Erzeugnisse, Granulate und Stahlerzeugnisse, die aus zwei Teilzügen zusammengesetzt werden
• Züge zur Bedienung der "Autoroutes ferroviaires" bis zu einer Länge von 1 500 m, die zwischen den Kombinierten Terminals verkehren
Die Unterzeichner dieses Protokolls verpflichten sich, das europäische Projekt "Marathon" für längere Züge in Europa zu unterstützen. Die Versuche sollen innerhalb von drei Jahren abgeschlossen und der der Europäischen Kommission vorgelegt werden.
Die Eisenbahnunternehmen und die Operateure des kombinierten Verkehrs haben starke Interessen in der Entwicklung neuer Formate von Zügen. Angesichts der erwarteten Steigerung der Produktivität sind sie auch bereit, die erforderlichen Investitionen, insbesondere zur Modernisierung des rollenden Materials, zu erforschen (WKZ, Quelle Presemeldung RFF, 26.03.10).

RechteckBombardier erhält Auftrag über 49 zusätzliche Régio2N
Bombardier Transportation hat eine Bestellung für 49 zusätzliche Régio2N-Regionalzüge erhalten. Dabei handelt es sich um eine Option aus dem „Régio2N”-Vertrag, der am 24. Februar 2010 mit der SNCF für die französischen Regionen unterzeichnet wurde (Der LOK Report berichtete). Die 49 Züge werden von den Regionen finanziert und haben einen Wert von ca. 350 Million Euro (474 Millionen US-Dollar).
Insgesamt sieht der Vertrag mit der SNCF vom 24. Februar 2010 die Herstellung von bis zu 860 Zügen vor.Bisher haben sechs französische Regionen insgesamt 129 Fahrzeuge bestellt:
• Aquitanien: 24 Züge
• Bretagne: 17 Züge
• Centre: 14 Züge
• Nord-Pas de Calais: 18 Züge
• Provence-Alpes-Côte d’Azur: 16 Züge
• Rhône-Alpes: 40 Züge
Durch diese Bestellung steigt die Produktionsleistung des Bombardier Standorts Crespin in Nordfrankreich auf bis zu 60 Züge pro Jahr. Die ersten Lieferungen sind für Juni 2013 vorgesehen. Bis Mitte 2016 sollen sämtliche bis jetzt bestellten 129 Züge ausgeliefert werden.
Bombardier hat speziell für dieses Projekt eine neue Plattform für Doppelstockzüge entwickelt, die sich durch folgende Eigenschaften auszeichnet:
• ein hoch-modulares Konzept, das unterschiedlichen Anforderungen der Regionen bezüglich S-Bahn-, Regional- und Intercity-Verbindungen angepasst wird;
• Großraumwagen mit einer sehr hohen Beförderungskapazität und einem hohen Maß an Fahrgast-Komfort;
• Gelenkbauweise und breite Übergänge, die die gesamte Zuglänge einsehbar und begehbar machen. So entsteht ein stärkeres Sicherheitsgefühl.
Das Fahrzeug zeichnet sich ferner durch technische Innovationen bezüglich Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Umweltfreundlichkeit aus. Gleichzeitig wird eine wirtschaftliche Nachhaltigkeit, insbesondere durch die Senkung der Wartungskosten und die Verringerung des Energieverbrauchs erzielt. Die Régio2N-Züge, die sich durch ihr geringes Gewicht auszeichnen, sind mit dem BOMBARDIER MITRAC Permanentmagnet-Antriebssystem ausgestattet, einem der wichtigsten Produkte des BOMBARDIER ECO4-Portfolios, das dank seiner verbesserten Antriebseffizienz zusätzliche Energieeinsparungen ermöglicht.
Die neueste Doppelstock-Plattform von Bombardier wurde vom Engineering-Team am Standort Crespin, Nordfrankreich, entwickelt. Dort werden ebenfalls Konstruktion, Bau und Test der Fahrzeuge durchgeführt. Als größter Bahntechnik-Standort in Frankreich hat das Bombardier-Werk in Crespin über 2.000 Mitarbeiter, darunter 500 Ingenieure und Manager (Pressemeldung Bombardier, 25.03.10).

RechteckSNCF schreibt Jahresbilanz 2009 mit Verlust
In einem sehr ungünstigen wirtschaftlichen Umfeld präsentierte die SNCF ihre Jahresbilanz 2009 mit einem Nettoverlust von 980 Millionen Euro gegenüber einem Gewinn von 575 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Gründe waren vor allem der Rückgang der Güterverkehrssparte, eine Stagnation in der Fernverkehrssparte und Abschreibungen. Der Gesamtumsatz betrug rund 24,9 Mrd. Euro (minus 1,2 Prozent).
Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, sagte: "Im Kontext einer beispiellosen wirtschaftlichen Krise gekennzeichnet durch den Zusammenbruch des Verkehrsvolumens (SNCF Geodis) und der Stagnation im Fernreiseverkehr (Voyages SNCF) haben es nur die seit dem 1. Quartal 2009 umgesetzten ökonomischen Maßnahmen erlaubt, den Erhalt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Die Ergebnisse 2009 bestätigen die strukturellen Probleme, die von den Erfolgen des TGV lange Zeit übertönt und deren Auflösung zu lange verzögert wurde. Das operative Ergebnis und der Jahresüberschuß bleiben positiv, aber Abschreibungen und die Verluste der Sparten SNCF Infra und Fret SNCF in Höhe von 1 Mrd. Euro verringern das Gesamtergebnis. Mit Investitionen in Höhe von 2,2 Mrd. Euro, von denen 325 Millionen dem Plan de relance entstammen, bestätigt die SNCF ihr aktives Engagement als börsennotiertes Unternehmen im Hinblick auf die Erholung der Wirtschaft" (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 25.03.10).

RechteckErster Vertrag zum Bau der "LGV Est européenne phase 2" geschlossen
Die Führung des französischen Netzbetreibers Réseau Ferré de France (RFF) hat am 18. März 2010 den ersten Vertrag über den Trassenbau der 2. Phase der Hochgeschwindigkeitsstrecke "Est européenne" mit einer französischen Gruppierung bestehend aus Guintoli (Mandatsträger), Maia Sonnier und NGE GC über eine Summe von 78,9 Mio. Euro abgeschlossen. Die Bauherrschaft dieses Abschnitts wird von der Gruppe Inexia Arcadis gewährleistet.
Dieser Vertrag beinhaltet die Tiefbauarbeiten der Trasse (Erd-, Wasser- und Kunstbauten, Trassen- und Wiederauffüllungsarbeiten) auf dem 16,8 km langen östlichen Abschnitt des Departements Moselle (57) im Lot 42 zwischen Sarraltroff und Danne-et-Quatre-Vents.
Hubert du Mesnil, Präsident von RFF, sagte: "Dieser Erfolg markiert den eigentlichen Beginn der Bauarbeiten. Die Arbeiten werden im Sommer 2010 beginnen und liegen im vorhergesagten Zeitplan von RFF."
Die Ausschreibungen von neun weiteren Partien für das Bauingenieurwesen werden 2010 in Einklang mit dem ursprünglichen Zeitplan fortgesetzt. Für die Tiefbauarbeiten wird ein Zeitraum von drei Jahren veranschlagt, anschließend folgt die Errichtung der Gleisanlagen (Verlegung von Schienen und Oberleitung, Signaleinrichtung, etc..).
Der Bau der 2. Phase wird etwa 6 000 Arbeitsplätze pro Jahr schaffen.
Der Beginn dieser Arbeiten markiert den Startschuss für den am Runden Tisch "Grenelle de l’Environne-ment" beschlossenen Ausbau des Hochgeschwindigkeitsschienennetzes in frankreich um 2 000 km bis zum Jahr 2020 (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 23.03.10).

RechteckEin Unfall mit 102 Toten, den es nie gab
Am 16. März 2010, kurz vor 12.00 Uhr, erschien auf der Seite sncf.com die Information über einen Unfalll, den es nie gab.
In der Meldung hieß es, im TGV 1234 hätte sich bei Macon eine Explosion ereignet. Die an der Unfallstelle eingetroffene Feuerwehr sprach von 102 Toten und 380 Verletzten, die in das Krankenhaus von Macon eingeliefert wurden. Es wurde auch eine Notfallnummer angegeben, über die sich Angehörige informieren könnten.
Die SNCF arbeitet ständig an der Übung außergewöhnlicher Situationen, wozu auch Informationen zu Unfällen gehören. Jeden Monat werden Simulationen solcher Situationen durchgeführt. Ein Bug im SNCF-Computerprogramm hat die Meldung ca. 20 Minuten auf der Homepage stehen lassen (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 17.03.10).

RechteckEurotunnel 2009 mit reduziertem Gewinn
Eurotunnel das Jahr 2009 mit einem Gewinn von von 1,4 Mio. Euro abgeschlossen, wie die Firma am 09.03.10 bekanntgab. Im Vorjahr betrug der Gewinn noch 34 Millionen Euro. Das schlechte wirtschaftliche Umfeld, die Auswirkungen des Brandes im September 2008 und der Ausfall der Eurostar-Leistungen zu Weihnachten 2009 ließen den Gewinn sinken.

Die wichtigsten Beiträge des Jahres 2009 waren:
• Teilweise Reduzierung der Tunnelkapazität bis zum 9. Februar als Folge des Brandes im September 2008. Korrektive Maßnahmen wurden umgesetzt.
• Starker Rückgang um ca. -20 Prozent im Vergleich zu 2007 in der LKW-Beförderung durch den Tunnel.
• Beförderung von über 9,2 Millionen Eurostar-Fahrgästen im Jahr 2009 trotz der Störungen der Eurostar-Dienste zum Jahresende.
• Übernahme von vier Tochterunternehmen der Veolia Cargo am 30. November für 17 Mio. €.
• Rechtsstreitigkeiten in Bezug auf das Feuer im September 2008 verzögerten die Zahlung von Entschädigungen.
• Der d
eutlicher Rückgang der externen Betriebskosten gleicht die Erhöhung der Versicherungsprämien (20 Mio. €) im Jahr 2009 aus.
• Die Fortsetzung der Dividendenauszahlung kann auf der Hauptversammlung am 26. Mai 2010 vorgeschlagen werden (WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 10.03.10).

RechteckSNCF bestellt Regio2N-Doppelstockzüge bei Bombardier
Die SNCF hat am 24.02.10 gegenüber Bombardier den Kauf von 80 Doppelstockzügen der neuen TER-Generation Régio2N abgeschlossen, für die Bombardier schon im November 2009 als bevorzugter Bieter auserwählt wurde (Der LOK Report berichtete).
Es gibt eine Option auf 49 weitere Züge. Unter Einschluß der Option beläuft sich die vollständig von den Regionen finanzierte Bestellung auf mehr als 1 Mrd. Euro. Der Gesamtumfang der Bestellung kann auf bis zu 860 Züge für rund 8 Mrd. Euro anwachsen.
Bei einem zu erwartenden anhaltenden Anstieg des Verkehrsaufkommens der TER-Leistungen ist es das Ziel der Regionen, ihre Flotte an Regionalzügen zu erweitern. Die neuen Züge haben deshalb eine um 20 Prozent höhere Fahrgastkapazität gegenüber dem Vorgänger TER 2Nng und einen um 15 Prozent geringeren Energieverbrauch.
Die ersten sechs Regionen haben bereits die Finanzierung zugesagt: Aquitaine, Bretagne, Centre, Nord-Pas-de-Calais, Provence-Alpes-Côte d’Azur und Rhône-Alpes. Die Auslieferung der Fahrzeuge ist für Mitte 2013 bis 2016 vorgesehen.
Die Züge werden am Standort Crespin in der Region Nord Pas de Calais gefertigt und enthalten 70 Prozent Fertigung französischen Ursprungs. Ihre Bereitstellung ist Teil der seit 2002 laufenden Modernisierung der TER-Fahrzeuge durch die Regionen, eingeleitet durch die Fahrzeugtypen TER 2Nng, AGC und dem jüngsten Typ REGIOLIS.
Für eine einstöckige Variante bestellte die SNCF schon im Oktober 2009 100 einstöckige Züge der neuen TER-Generation "Coradia Polyvalent" bei Alstom (Der LOK-Report Berichtete) (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 25.02.10).

RechteckErster PPP-Vertrag zum Bau eines GSM-R-Netzes unterzeichnet
Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) hat am 18.02.10 den ersten Vertrag der öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) mit der Gruppe SYNERAIL (VINCI, SFR und AXA Private Equity und TDF) unterzeichnet. Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, und Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de France, begrüßten diesenneuen Schritt zur Unterzeichnung des ersten großen PPP-Vertrags.
Der Vertrag umfasst während der nächsten 15 Jahre den Bau und Betrieb eines Eisenbahn-Telekommunikationsnetzes (GSM-R), das schrittweise bis zum Jahr 2015 auf 14 000 km Länge ausgebaut werden soll. Der Betrag von einer Milliarde Euro enthält zu gleichen Teilen sowohl die Investitionskosten als auch die Kosten für Betrieb und Wartung des Netzes.
Zusätzlich zu der Finanzierung über die Aktionäre wird die Finanzierung durch eine Gruppe von Banken unter Führung der Credit Agricole gesichert, bestehend aus BBVA, Bayern LB, Dexia, Intesa, der KfW, Santander und Sumitomo, der Caisse des Dépôts und der Europäischen Investitionsbank.
Weitere wichtige Projekte der öffentlich-privaten Partnerschaften sind in Vorbereitung, so die Hochgeschwindigkeitsstrecken Tours - Bordeaux, Le Mans - Rennes und die Umfahrung von Nîmes und Montpellier (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 22.02.10).

RechteckSicherheitszulassung für Euro 4000 II
Foto EPSF
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) hat am 1. Februar 2010 der Firma Vossloh Spanien die Betriebserlaubnis für die diesel-elektrische Lokomotive "Euro 4000 Typ II" ausgestellt.
Die mit zwei Drehgestellen à drei Achsen ausgestattete Maschine mit einer Kapazität von mehr als 3000 kW entspricht den neuesten Umweltstandards und ist für Güterzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 120 km/h ausgelegt. Lokomotiven der gleichen Familie sind bereits in anderen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, zugelassen (WKZ, Pressemeldung EPSF, 17.02.10).

RechteckUntersuchungsbericht zum Zugausfall im Ärmelkanaltunnel
Foto der UntersuchungskommissionFoto der Untersuchungskommission
Foto der UntersuchungskommissionFoto der Untersuchungskommission
Die Bilder oben zeigen die Schäden an den Magnetspulen als Ergebnis ihrer Anbringung direkt unter dem Dach nahe zum Stromabnehmer. Auf den Fotos unten sind die Konstruktion der Eurostar-Antriebseinheit und die fehlenden Fahrgastinformationen auf der Anzeigetafel in St Pancras zu sehen. Die Fotos sind dem Untersuchungsbericht entnommen.
Die von den Regierungen in Frankreich und Großbritannien am 21. Dezember 2009 unter Vorsitz von Christopher Garnett und Claude Gressier eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission zum Ausfall der Eurostar-Züge im Kanaltunnel in der Nacht vom 18.12.09 und die darauffolgende Notfallversorgung der Fahrgäste hat am 12.02.10 ihre Berichte "Eurostar Independent Review" und "Enquête Indépendante Eurostar" der Presse vorgestellt.
Die Kommission hat festgestellt, dass das Wetter in Pas-de-Calais am 18. Dezember 2009 sehr starken Schneefall auslöste. Die Eurostar-Züge waren nicht in ausreichend auf das Winterwetter vorbereitet, so dass die Wartung und Konstruktion der Züge überarbeitet werden sollte.
Während der zuerst ausgefallene Zug schnell wieder in Betrieb gesetzt werden konnte, versagten vier weitere Züge dann in rascher Folge ihren Dienst, wobei die Fahrgäste von zwei Zügen durch Eurotunnel-Shuttles im Tunnel evakuiert werden mussten. Dies geschah zum ersten Mal innerhalb der 15 Jahre des Ärmelkanaltunnel-Betriebs.
Die Überprüfung ergab, dass die Evakuierung der Züge sicher und effizient durchgeführt wurde. Allerdings gab es Beschwerden hinsichtlich der fehlenden Klimatisierung und Beleuchtung in den Zügen, als der Strom ausfiel. Als Folge hat die Kommission empfohlen, auch den Ablauf der Evakuierungsmaßnahmen zu überprüfen.
Nach der ersten Zwischenfällen am 18./19 Dezember wurden die Eurostar-Fahrgäste mit erheblichen Betriebseinschränkungen für drei Tage in der Vorbereitung auf Weihnachten konfrontiert. Die Kommission stellte fest, dass Eurostar keine alternativen Verkehrsmittel zur Verfügung gestellt hat. Zudem war die Unterstützung der Fahrgäste unzureichend und die Bereitstellung von Informationen in den Bahnhöfen, durch die Call-Center und über die Website war nicht zufriedenstellend.
Die Kommission unterbreitet 21 Vorschläge zur Vermeidung solcher Vorfälle in Zukunft, die sich in drei große Bereiche unterteilen:
• 1. Erhöhung der Zuverlässigkeit durch Konstruktionsänderungen an den Zügen, die in den Aufgabenbereich von Eurostar fallen.
• 2. Verbesserung der Evakuierungs- und Rettungsmaßnahmen im Tunnel, um zu gewährleisten, dass die Fahrgäste im Notfall schnell und effektiv zu ihrem Ziel befördert werden können.
• 3. Verbesserung der Kommunikation in Zeiten einer Störung.
Eurotunnel und Eurostar haben schon angekündigt, die Vorschläge der Kommission prüfen zu wollen. So könnte der am 15.12.09 unterzeichnete GSM-R-Ausbau durch Alcatel-Lucent auf Wunsch zu einem GSM-P Passagierinformationssystem erweitert werden.
Eurostar hat die Bereitstellung zweier zusätzlicher Rettungslokomotiven für den Tunnel angekündigt und baut zur Neugruppierung der Unternehmensbereiche die Führung um:
• Richard Morris wird Leiter "Business und Service Continuity" und führt ein Team zur Umsetzung der Empfehlungen der Kommission. Richard Morris hatte zuvor die Position des "Director of Operations" für Crossrail. Zuvor war er schon Direktor von Chiltern Railways und "Railway Operations Manager" für Eurotunnel.
• Nicolas Petrovic, zur Zeit "Director des Operations", wird ab 05.04.2010 Generaldirektor.
• Richard Brown, derzeit CEO von Eurostar, ist als Präsident des neuen Unternehmens vorgesehen. Bis dahin übernimmt er ab 05.04.10 die Rolle des Eurostar-Vizepräsidenten. Er wird die Umsetzung der Empfehlungen des Untersuchungsausschusses überwachen und den Übergang zur neuen Struktur von Eurostar International vollführen.
Guillaume Pepy behält als SNCF-Präsident seine Position als Vorsitzender von Eurostar.
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Weitere Informationen:
Pressemeldung von Eurostar
Pressemeldung von Eurotunnel (WKZ, Quellen Independent Eurostar Review und Pressemeldungen Eurostar und Eurotunnel, 15.02.10).

RechteckRFF und AUTF signieren Abkommen zur Stärkung des Güterverkehrs
Am 08.02.10 signierten Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de France (RFF), und Denis Choumert, Präsident der Vereinigung der Benutzer von Güterverkehr (l’Association des Utilisateurs de Transport de Fret, AUTF), eine Vereinbarung zur Erhöhung des Schienengüterverkehrsanteils und der Verbesserung der Bedürfnisse der Verlader.

Folgende Maßnahmen sind Inhalt des Abkommens:
1)
Umsetzung des von der Regierung am 16.09.10 vorgelegten Nationalen Engagements für den Schienengüterverkehr (l’Engagement national pour le fret ferroviaire).
2. Stabilität der Maut für den Güterverkehr zwischen 2009 und 2015.
3. Überwachung der von RFF und der Infrastrukturfinanzierungsagentur (L'agence de financement des infrastructures de transport de France, AFITF) bereitgestellten jährlichen Budgets von je 8 Mio. € für Investitionen in Güterverkehrsstrecken.
4. Programm zur Modernisierung und dem Neubau kombinierter Terminals (Terminales embranchées, ITE).
5. Prüfung der Voraussetzungen zur Umwandlung älterer Güterbahnhöfe in kombinierte Terminals.
6. Erleichterung der Bildung regionaler Eisenbahnunternehmen (Opérateurs ferroviaires de proximité, OFP)
(WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 10.02.10).

RechteckEurotunnel befördert den 15-millionsten Truck
Am 27. Januar feierte Eurotunnel an Bord eines Shuttles zwischen Folkestone und Coquelles den Transport des 15-millionsten Trucks durch den Ärmelkanal-Tunnel.
Der starke Verkehr auf dem LKW-Shuttle-Service (im Durchschnitt eine Million LKW pro Jahr seit dem Beginn des Betriebs im Jahr 1994 mit einer weiteren Steigerung seit 2000) lässt Eurotunnel zu einem weltweit führenden Anbieter im Huckepackverkehr werden.
Eurotunnel betreibt 15 elektrisch angetriebene Shuttles für den Transport schwerer Lastkraftwagen. Diese verkehren 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Im Jahr 2010 werden die Shuttles von Eurotunnel fast 60.000 Mal den Kanal durchqueren, das ergibt einen Durchschnitt von 165 Fahrten pro Tag oder bis zu 7 Fahrten pro Stunde.
Der 15-millionste Wagen gehörte der Transportfirma Geodis, einem großen Kunden von Eurotunnel und der viertgrößte Logistik-Dienstleister in Europa. Eurotunnel spielt eine wesentliche Rolle in der Lieferkette der Kunden, für die ein schneller, zuverlässiger Cross-Channel-Service sichergestellt wird (Pressemeldung Eurotunnel, 01.02.10).

RechteckBegleitausschuss zum Nationalen Engagement für den Schienengüterverkehr
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, richtete am 26.01.10 den Begleitausschuss zur Überwachung der Nationalen Verpflichtung für den Schienengüterverkehr (l’Engagement national pour le fret ferroviaire) ein.
Der Ausschuss ist zusammengesetzt aus Vertretern des Netzbetreibers RFF, der Güterverkehr betreibenden Transport-Unternehmen (SNCF, Euro Cargo Rail, CFL Cargo, VFLI, Colas Rail, Europort 2, B-Cargo), der Gewerkschaften, der Verlader, der Vereinigung der Hafenbetreiber (l’Union des Ports de France), der Umweltorganisation France Nature Environnement und des Parlaments.
Aufgabe des Begleitausschusses ist die Überwachung der finanziellen Beteiligungen des Staates in Höhe von 7 Milliarden Euro für die acht im Nationalen Güterverkehrskonzept vorgesehenen Schwerpunkte:
Schwerpunkt 1: Erstellung eines getakteten Kombinierten Verkehrs
- Ausschreibung zur "Autoroute ferroviaire alpine" zwischen Lyon und Turin am 16.09.09.
- Verdopplung der Zugverbindungen auf der "Autoroute ferroviaire Perpignan-Luxembourg" seit Dezember 2009.
Schwerpunkt 2: Unterstützung der Entwicklung des kombinierten Verkehrs
- Erhöhung der Beihilfe zum kombinierten Verkehr um 50% für das Jahr 2010.
- Rekapitalisierung von Novatrans durch die SNCF zur Schaffung eines französischen Champions im kombinierten Verkehr.
- Erhöhung der Streckengeschwindigkeit Paris - Marseille für 850 m lange Zügeauf 100 km/h..
Schwerpunkt 3: Entwicklung von regionalen Eisenbahnunternehmen (Opérateurs ferroviaires de proximité, OFP)
- Gesetz zur Organisation und Regulierung der Eisenbahn vom 08.12.09 zur Gründung neuer regionaler Bahngesellschaften.
- Ein Erlass vom 19.10.09 erleichtert die Erteilung der Lizenz für OFP.
- Unterzeichnung zweier Protokolle zur Einrichtung der OFP in der Auvergne und im Morvan.
Schwerpunkt 4: Entwicklung von Hochgeschwindigkeits-Güterzugverbindungen zwischen den Flughäfen
- Studien sind im Gange, um die Auswirkungen auf die Fahrpläne von Hochgeschwindigkeitsstrecken zu prüfen.
Schwerpunkt 5: Erstellung einer Güterverkehrs-Infrastruktur.
- Durchführung von Studien zu Elektrifizierungsmaßnahmen über fast 700 Mio. € im Rahmen der Verträge zwischen Staat und Region (Contrats de Plan Etat Région).
- Optimierung des Verkehrsnetzes durch Staat und RFF mit bis zu 380 Millionen Euro.
- Untersuchung einer alternative Route aus dem Hafen von Le Havre nach Paris über Serqueux Gisors
Schwerpunkt 6: Entfernung von Engpässen.
- Umfahrung Nîmes - Montpellier: Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung zur öffentlich-privaten Partnerschaft.
- Umfahrung Großraum Lyon: Ausstellung der ministeriellen Entscheidung am 23.12.09 zum vorläufigen Entwurf der Nordumfahrung und zu Vorstudien zum südlichen Teil.
Schwerpunkt 7: Verbesserung der Eisenbahnanbindung großer Häfen.
- Einverständniserklärung zwischen dem Hafen von La Rochelle und Fret SNCF zum OFP NaviRail Atlantique.
- Studien und Arbeiten zur Verbesserung der Hafenzugänge Marseille und Le Havre.
Schwerpunkt 8: Modernisierung der Verwaltung von Trassen
- Einführung kundenspezifischer Bahntrassen ab 2010.
- Rahmenabkommen zur Ausführung eines Auftragssystems von RFF mit SNCF Fret und Lorry Rail.
- Taktversorgung durch RFF
(WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 28.01.10).

RechteckAufruf zur Interessensbekundigung Kombinierter Bahn- und Schiffsverkehre
Die französische Regierung hat am 26.01.10 durch Aufruf im Amtsblatt der Europäischen Union und im "Bulletin officiel des annonces des marchés publics" (BOAMP) ein Programm zur Unterstützung kombinierter Verkehre auf der Schiene oder per Schiff gestartet. Der Aufruf zur Interessenbekundung läuft bis zum 31.03.10.
Der Auffruf folgt auf Grundlage des Gesetzes Nr. 2009-967 vom 03.08.09 zur Umsetzung des "Grenelle de l'environnement", insbesondere Artikel 11, und der Genehmigung der Europäischen Kommission zur Unterstützung umweltfreundlicher kombinierter Verkehre vom 17.08.2008 bzw. 22.10.08.
Die förderfähigen Projekte müssen der Schaffung regelmäßig verkehrender neuer Linien des kombinierten Verkehrs auf der Schiene oder dem Fluss entweder zwischen zwei französischen Terminals oder von einem französischen zu einem Terminal in Europa dienen. Es muss sich dabei um den Straßenverkehr ersetzende Verkehre handeln, die nicht in Konkurrenz zu anderen schon bestehenden kombinierten Verkehren stehen.
Die Unterstützung einer neuen Linie des kombinierten Verkehrs kann sich über einen Zeitraum von maximal sieben Jahren erstrecken. Die Auszahlung über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren dient als Ausgleich für die verminderte Rendite eines mindestens zu 40 Prozent beladenen Zugs oder Frachtkahns, beträgt aber nicht mehr als 30% der Kosten des Services (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 27.01.10).

RechteckSNCF und Geodis ordnen Güterverkehr neu
Die SNCF hat am 20.10.10 eine neue Organisation des Güterverkehrsbereichs (Transport ferroviaire de marchandises) angekündigt.
Als Nachfolger von Luc Nadal übernimmt der Generaldirektor von SNCF Geodis (Fracht und Logistik), Pierre Blayau, zum 01.02.10 die Führung der Transportabteilung. An seiner Seite wird
Sylvie Charles - derzeit Direktor der auf den Transport von Kraftfahrzeugen spezialisierten Groupe STVA - Direktor von Fret SNCF.
Mit dem Ziel eines grünen Transports von Waren sollen fünf Ziele eines Masterplans für den Güterverkehr angegangen werden:
1. Frachtransport der Zukunft
2. Umwandlung und Entwicklung von "Fret SNCF"
3. Durchführung eines Plans zum europäischen Gütertransport
4. Einführung eines zuverlässigen Verwaltung der Infrastruktur mit dem Partner RFF
5. Einrichtung eines Anbieters im kombinierten Verkehr
Unter der Leitung von Pierre Blayau besteht die neue Führungsriege von SNCF Transport ferroviaire de marchandises aus folgenden Personen:
• Sylvie Charles wird Direktor von "Fret SNCF". Sie war seit sieben Jahren Vorsitzende und CEO von STVA und durchlief eine Karriere von fast 20 Jahren in der SNCF-Gruppe.
• Oliver Storch behält die Verantwortung des Bereichs "Güterverkehr der Zukunft" (Fret d’avenir). Er bleibt auch Finanzdirektor von SNCF Geodis.
• Jean Michel Genestier ist zuständig für öffentliche und regionale Angelegenheiten, einschließlich der Verwaltung des Schienennetzes.
Am 19.01.10 hatte die SNCF ihre vorläufigen Ergebnisse für 2009 veröffentlicht. Zum ersten Mal seit 2001 ging der Umsatz der Güterverkehrssparte um 8,2 Prozent nach unten (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 21.01.10).

RechteckSNCF und IBM gehen Partnerschaft ein
Die SNCF und IBM Global Services haben am 12.01.10 die Gründung eines Joint-Ventures für Optimierung, Entwicklung, Wartung und Betrieb von Informationssytemen und EDV-Anwendungen angekündigt. Das Joint Venture wird sich zu 51 Prozent im Besitz von SNCF Participations und zu 49% von IBM befinden und dient ausschließlich den Aktivitäten der SNCF-Gruppe.
Es wird seinen Sitz in der Nähe von Paris einnehmen und soll ab Januar 2010 die Arbeit aufnehmen, wobei der Vorstandsvorsitzende von der SNCF ernannt wird.
Im Rahmen dieser Partnerschaft bringt IBM das Know-how für Entwicklung, Wartung und Betrieb im Bereich der Informationstechnologie im Eisenbahnverkehr mit ein. Für die SNCF soll das Joint-Venture die folgenden Vorteile bringen:
1. Verbesserung der Qualität und Leistungsfähigkeit der IT-Systeme
2. Umsetzung der Erfahrungen von IBM vor allem im Hinblick auf Qualität, Kosten und Aktualität der Informationssysteme.
3. Entwicklung eines umfassenden Ansatzes zur IT-Einbindung durch die Einrichtung von Service-Centern.
Daniel Chaffraix, Vorsitzender von IBM Frankreich, übernimmt die Leitung dieser Partnerschaft. Er wird als Leiter von IBM France durch Alain Benichou ersetzt (WKZ, Quelle SNCF, 13.01.10).

RechteckNicolas Sarkozy ehrt Triebfahrzeugführer des in Choisy le Roi entgleisten Zuges
Foto Présidence de la République
Der Präsident der Republik, Nicolas Sarkozy, hat am 24.12.09 um 11.00 Uhr im Elysee-Palast drei der vier Triebfahrzeugführer des am 20.12.09 in Choisy-le-Roi entgleisten Zuges der RER-Linie C empfangen, um ihnen für ihr Verhalten während des Unfalls zu danken: Laurent ALBINET, Patrice LARROSE und Sandrine COSTA. Sie wurden vom SNCF-Präsidenten Guillaume Pepy begleitet.

Präsident Nicolas Sarkozy hob den Mut der Triebfahrzeugführer hervor, die mit "kaltblütiger Professionalität und Gelassenheit" durch Anwendung der betrieblichen Verfahren für den Notfall verhindert hatten, dass Menschen zu Schaden kamen.
Trotz ihrer eigenen Verletzungen oder ihres Schockzustandes leiteten sie erste Hilfemaßnahmen für die Fahrgäste bis zum Eintreffen der ersten Hilfe ein.
Das Staatsoberhaupt übergab den Triebfahrzeugführern die Ehrenmedallie für Mut und Selbstlosigkeit (Médaille d’honneur pour acte de courage et de dévouement). Der vierte Fahrer, der nicht anwesend sein konnte, erhält die gleiche Dekoration sehr bald durch den Präfekten der Region Val-de-Marne
(WKZ, Pressemeldung Présidence de la République, 29.12.09).

RechteckSarkozy ehrt Eisenbahner der RER-Linie C
Der Präsident der Republik wird am 24. Dezember um 11.00 Uhr im Palais de l'Élysée drei der vier am Sonntagabend in einen Unfall auf der RER-Linie C eingebundenen Triebfahrzeugführer für ihr Verhalten während des Unfalls ehren.
Am Sonntagabend fuhr ein Autofahrer bei Choisy-le-Roi (Val-de-Marne) infolge von Glatteis auf einer Brücke, die die RER-Linie C überquert, gegen eine Betonmauer. Ein Teil der Mauer fiel auf die Bahnanlagen und brachte einen Oberleitungsmast zum Umstürzen. Ein auf die Unglücksstelle fahrender Transilien-Zug entgleiste. Von den 400 im Zug befindlichen Fahrgästen wurden 36 leicht verletzt. Die Beseitigung der Schäden wird noch bis Ende der Woche dauern. Durch den Ausfall der RER-Linie C kam ein Teil des Pariser Nahverkehrs zum Erliegen, und das auch noch zeitgleich mit dem Ausfall der Eurostar-Züge.
Nikolas Sarkozy hob den Mut der Triebfahrzeugführer hervor, die mit "kaltblütiger Professionalität und Gelassenheit" die Situation beherrschten und so verhindert hätten, dass durch die Entgleisung Menschenleben in Gefahr kamen. Aus diesem Anlass werden die Eisenbahner mit der Ehrenmedallie für Mut und Selbstlosigkeit (Médaille d’honneur pour acte de courage et de dévouement) ausgezeichnet.
Der Präsident der SNCF, Guillaume Pepy, wird ebenfalls an dieser Ehrung teilnehmen (WKZ, Quelle Pressemeldung Présidence de la République, 24.12.09).

RechteckSarkozy fordert Wiederaufnahme des Eurostar-Betriebs
Aufgrund der Betriebseinstellung der Eurostar-Züge durch den Kanaltunnel fand am 21.12.09 ein Treffen zwischen dem französischen Präsidenten, Nikolas Sarkozy, und dem Präsidenten der SNCF, Guillaume Pepy, statt. Ein weiterer Gesprächsgrund waren durch einen Autofahrer verursachte Störungen auf der RER-Linie C im Raum Paris.
Der französische Präsident bat Pepy, Maßnahmen zur Wiederaufnahme des Eurostar-Verkehrs einzuleiten und Sorge zu tragen, dass solche Vorfälle in Zukunft nicht mehr auftreten können. Bis zur Vorlage der Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung durch eine britisch-französische Kommission hat der Präsident folgendes angefordert:
• Die Wiederaufnahme des Verkehrs ab Dienstag, 22. Dezember;
• Die schnelle Einberufung des französisch-britischen Ausschusses für den Verkehr im Ärmelkanaltunnel;
• Die unmittelbare Verbesserung der Information der Fahrgäste.
Diese Anweisungen gelten sowohl für Eurostar als auch für Eurotunnel.
Nach diversen Testfahrten hat auch der Bahnbetreiber Eurostar angekündigt, die Fahrten durch den Kanaltunnel im Laufe des Dienstags wieder aufnehmen zu wollen. Nach Angaben von Eurostar führte die extreme Kälte in Nordfrankreich dazu, dass die normalerweise eingeleiteten "Wintermaßnahmen", die den Eurostar gegen Kälte schützen, in diesem Winter nicht ausreichend waren. Die Testfahrten hätten aber gezeigt, wo nachgebessert werden müsse.
Um alle Unklarheiten bezüglich der gegenwärtigen Lage im Ärmelkanaltunnel zu klären, lässt der Tunnelbetreiber Eurotunnel die folgende Erklärung veröffentlichen:
• Die Kanaltunnelinfrastruktur blieb ohne Unterbrechung während der vergangenen vier Tage in Betrieb und erlaubte es, die sichere Evakuierung von 1364 Fahrgästen der Eurostar-Züge zu gewährleisten.
• Der Shuttle-Service funktionierte und konnte von Samstag früh (05:30 Uhr MEZ) bis um 10:00 Uhr am Montag, 21. Dezember ohne Unterbrechung 17.000 Fahrzeuge durch den Kanaltunnel transportieren (12.445 Autos, 3321 Lastwagen und 321 Busse, von denen zehn Eurostar-Fahrgäste beförderten).
• Die Zuverlässigkeit der Lokomotiven von Eurotunnel erlaubte es, die Eurostar-Züge abzuschleppen und die Kontinuität der Fahrten unter dem Kanal bei schwierigen Wetterverhältnissen zu gewährleisten.
• Die Schaltkreise und Elektromotoren der Eurotunnel-Lokomotiven sind gegen Staub und Temperaturschwankungen (Tropicalisation) geschützt. Lufteinlässe für die Kühlung werden zusätzlich durch Blenden geschützt.
• Eurotunnel wendet 750.000 Stunden pro Jahr für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur- und Wartung des Rollmaterials auf. Das Budget für Investitionen und Modernisierung beträgt 50 Millionen Euro (WKZ, Quelle Pressemeldungen Présidence de la République/Eurotunnel/Eurostar, 22.12.09).

RechteckAusschreibungsbeginn für die Umfahrung Nimes - Montpellier
Grafik WKZ
Umfahrung Nimes-Montpellier (gelb). Grafik LOK Report Reiseführer 2009/10.
Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und das Meer und Dominique Bussereau, Staatssekretär für Transport, starteten am 18.12.09 zusammen mit Réseau Ferré de France (RFF) die Ausschreibung für die Umfahrung von Nîmes und Montpellier, die in öffentlich-privater Partnerschaft durchgeführt wird.
Die Kosten für diese 71 km lange Linie werden auf rund 1,6 Milliarden Euro geschätzt. Sie ist für den gemischten Personen- und Güterverkehr ausgelegt.
Der Start der Ausschreibung folgt der Finanzierungvereinbarung des Projekts zwischen dem Staat, dem Regionalrat Languedoc-Roussillon (Conseil régional de Languedoc-Roussillon), dem Generalrat Gard (Conseil général du Gard), der Agglomeration von Montpellier (Communauté d’agglomération de Montpellier), er Agglomeration von Nîmes Métropole (Communauté d’agglomération de Nîmes Métropole) und Réseau Ferré de France.
Jean-Louis Borloo und Dominique Bussereau begrüßten die Einführung dieses Vorzeigeprojekts des Umweltgipfels "Grenelle Environnement" und des am 16.09.09 verkündeten nationalen Engagements für den Schienengüterverkehr (Engagement national pour le fret ferroviaire, der LOK Report berichtete) und bedankten sich bei den Gemeinden, die sich mit dem Staat RFF für das Projejt einsetzten.
Das Projekt trägt auch zur Ankurbelung der Wirtschaft bei. Nach dem Auswahlverfahren und der Unterzeichnung des PPP-Vertrags soll die Arbeit im Jahr 2011 beginnen.
Fünf Großprojekte sollen auf dem Bahnsektor im Jahr 2011 ausgeführt werden und während fünf Jahren insgesamt 100 000 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen:
• Der östliche Ast der LGV Rhin-Rhône zwischen Dijon und Mulhouse,
• Die LGV Est Européenne Richtung Straßburg,
• Die LGV Sud Europe Atlantique zwischen Tours und Bordeaux,
• Die LGV Bretagne Pays de la Loire zwischen Le Mans und Rennes
• Die Umfahrung von Nimes und Montpellier
(WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 21.12.09).

RechteckEurostar-Züge hängen im Tunnel fest
In der Nacht von Freitag, 18. bis Samstag 19. Dezember musste das Personal von Eurotunnel zur Rettung von fünf Eurostar-Zügen antreten, die im Tunnel unter dem Ärmelkanal aufgrund technischer Ausfälle steckengeblieben sind.
Diese Vorfälle wurden in keiner Weise durch die Tunnel-Infrastruktur herbeigerufen, sondern durch ein Versagen der Eurostar-Technik aufgrund der starken Temperaturabfälle. Während in Nordfrankreich starke Kälte herrschte, war es im Tunnel relativ warm.
1364 Fahrgäste wurden von Eurotunnel mit eigenen Zügen nach Folkestone, Kent gebracht, von wo sie ihre Reise nach London fortsetzen konnten. Zwei Eurostar-Züge mussten nach St. Pancras abgeschleppt werden. Eurostar selbst sei nicht in der Lage gewesen, diese Operation mit eigenen Mitteln durchzuführen.
Eurostar wollte kein weiteres Risiko eingehen, und hat am Samstag und Sonntag sämtliche Verbindungen durch den Tunnel eingestellt, solange die Fehlerursache durch den Einsatz von Testzügen nicht identifiziert ist. Eurostar empfiehlt allen Personen, die am Wochenende eine Reise geplant hatten, diese zu verschieben oder ihre Reise zu stornieren (Pressemeldungen Eurotunnel/SNCF, 21.12.09).

RechteckGesetz über die Organisation und Regulierung des Schienenverkehrs
Die französische Nationalversammlung und der Senat haben das Gesetz Nr. 2009-1503 vom 08.12.09 über die Organisation und Regulierung des Schienentransports angenommen, dass am 09.12.09 im französischen Amtsblatt (Journal officiel de la République française) veröffentlicht wurde.
Ziel des Gesetzes ist die Schaffung eines Prozesses, der eine wirksame Regulierung im Bereich der Schiene erlauben soll, so dass ein diskriminierungsfreier Zugang für alle Netzbetreiber ermöglicht werden kann (Der LOK Report berichtete).
Die Neuregelung wird durch die zum 31.03.06 erfolgte Einführung des Wettbewerbs im Schienen-güterverkehr und die Öffnung des Wettbewerbs für den internationalen Personenverkehrs ab Januar 2010 erforderlich.
Das Gesetz enthält auch die Schaffung einer unabhängigen Regulierungsbehörde für den Schienenverkehr (Autorité de régulation des activités ferroviaires, ARAF) (WKZ, Quelle Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 18.12.09).

RechteckAlcatel-Lucent errichtet GSM-R im Kanaltunnel
Eurotunnel hat am 15.12.09 Alcatel-Lucent mit der Modernisierung der Kommunikationssysteme im Kanaltunnel beauftragt, dazu gehört vor allem die Einrichtung eines interoperablen GSM-R Funkkommunikationssystems.
Das neue System wird im Jahr 2012 betriebsbereit sein, rechtzeitig zu den Olympischen Spiele in London. Alcatel-Lucent installiert GSM-R über das gesamte Netzwerk im Tunnel, dies bedeutet die Verbesserung der Sprach- und Datenkommunikation für die operativen Mitarbeiter und ermöglicht einen besseren Informationsservice für die Kunden.
Der Vertrag wird auch eine Reihe von Dienstleistungen enthalten, einschließlich End-to-End-Integration, Implementierung, Test und Wartung. Diese Lösungen werden die Verwaltung des immer dichter werdenden Schienenverkehrs erleichtern und die Sicherheit weiter verbessern (WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 16.12.09).

RechteckErste Francilien-Schlange geht in Betrieb
Foto SNCF/STIFFoto SNCF/STIF
Foto SNCF/STIFFoto SNCF/STIF Eine lichtdurchflutete Schlange: Der Francilien im lockeren Farbgewand ersetzt den "kleinen Grauen". Auch das Personal bekommt neue Uniformen. Befahren wird die Linie Paris Nord - Luzarches (rot).
Am 12.12.09 wurde der erste Zug des Typs "Francilien" für die Ile-de-France von Jean-Paul Huchon, Präsident des Regionalrates der Ile de France und Vorsitzender des STIF (Verkehrsverbund der Ile-de-France) sowie Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, in Anwesenheit von André Navarri, President von Bombardier Transportation während einer Jungfernfahrt von Paris-Nord nach Luzarches auf der Transilien-Linie H eingeweiht. Etwa 300 Kunden entlang der Linie konnten sich von den Qualitäten dieses neuen Zuges überzeugen, der zum 13.12.09 den Betrieb in der Ile-de-France aufnahm.
Der Francilien wird die rasche Modernisierung der Züge in der Ile-de-France ermöglichen. Sein Einsatz stellt einen wichtigen qualitativen Sprung dar, der dem des TGV im Fernverkehr entspricht. Die Serie umfasst 172 Züge, die im November 2006 bei Bombardier in Auftrag gegeben wurden (Der LOK Report berichtete). Die Investionen von 1, 850 Mrd. Euro werden zu 50% von der SNCF und zu 50% vom STIF gestellt. Die neuen Züge werden nach und nach bis April 2015 die alten Züge der SNCF ersetzen (les "petits gris", die "Kleinen Grauen").
Der erste Zug "boa" ("Schlange") ist auf mehr als 100 Metern durchgängig begehbar und bietet dank seiner bis zur Decke reichenden Panoramafenster eine erstaunliche Helligkeit. Die ersten sechs Züge werden schrittweise zu Spitzenzeiten auf der Strecke von Paris-Nord nach Luzarches eingesetzt werden. Ab Juni 2012 wird die gesamte Linie H mit den vorgesehenen 82 Zügen betrieben werden.
Weitere Informationen:
Pressemeldung SNCF
Pressemeldung STIF (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 14.12.09).

RechteckErster Regionaler Bahnbetreiber (OFP) gegründet
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat am 04.12.09 in Rochelle mit "NaviRail Atlantique" den ersten regionalen Bahnbetreiber (Opérateur ferroviaire de proximité, OFP) ernannt.
Die Entwicklung regionaler Eisenbahnunternehmen auf Grundlage mittelständiger Betriebe (PME, Petites et moyennes enterprises, auf deutsch Kleine und Mittlere Unternehmen, KMU) zur Steigerung der Flexibilität des Gütertransports auf der Schiene in regionalen Gebieten ist einer der acht Eckpunkte des
am 16. September vorgestellten "Nationalen Plans für den Eisenbahngüterverkehr" (Engagement national pour le fret ferroviaire). Der französische Staat hatte sich verpflichtet, mindestens einen OFP vor Ende 2009 zu schaffen. Dies wurde nun mit der Schaffung von NaviRail Atlantic erfüllt, die Firma bedient den Hafen von La Rochelle (Grand Port maritime de la Rochelle).
NaviRail Atlantic ist ein Unternehmen, dessen Kapital zwischen dem Grand-Port Maritime de La Rochelle und Fret SNCF aufgeteilt ist. Dieser regionale Bahnbetreiber wird vor allem für die Verwaltung und den Betrieb des Schienennetzes im Hafen zuständig sein und An- und Abfuhrtransporte des Hafenverkehrs organisieren (WKZ, Quelle Pressemeldung Network Rail, 07.12.09).

Rechteck870 Mio. Euro für den Sektor Verkehr in den Jahren 2009 und 2010
Anlässlich einer Reise in den Jura hat Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, das Interesse der Regierung an der wirtschaftlichen Stärkung im Bereich Verkehr bekräftigt. Der Plan zur Wiederbelebung der Wirtschaft (Plan de relance, Konjunkturpaket) hat hunderte von Transport-Projekten im ganzen Land angekurbelt oder beschleunigt und damit zur Anregung der Wirtschaftstätigkeit und Beschäftigung beigetragen.
Im Jahr 2009 wurden zusätzlich fast 500 Millionen Euro in zahlreiche schon bestehende Verkehrsprojekte investiert:
• Über 80 Mio. in gemeinsame Eisenbahnprojekte zwischen dem Staat und den Regionen (Contrats de Projets Etat-Régions ferroviaires);
• Über 30 Millionen in die Erneuerung des Schienennetzes, davon 19 Mio. Euro in die vorbereitenden Arbeiten zum Bau der LGV Bretagne - Pays de Loire (Le Mans - Rennes) und in die zweite Phase des TGV Est Européen (Baudrecourt - Straßburg) sowie 7 Mio. in die Zugänglichkeit von Bahnhöfen;
• 30 Millionen in Wasserstraßen und die Wartung und Rekonstruktion von Dämmen, davon 20 Mio. für die Entwicklung der Häfen;
• 116 Millionen in die Instandhaltung der Straßen;
• 100 Millionen Euro für Programme zur Modernisierung von Straßenverbindungen (Programmes de Modernisation des Itinéraires Routiers, PDMIA).
"Es ist eine riesige Anstrengung, die der Staat in diesem Jahr im Zusammenhang mit dem Plan zur Wiederbelebung in die Verkehrsinfrastruktur investiert hat. Sie wird im nächsten Jahr mit einer neuen Investition von ca. 370 Millionen Euro fortgesetzt", sagte der Staatssekretär.
Bis zum Jahr 2011 werden außerdem fünf Großprojekte für Hochgeschwindigkeitsstrecken (LGV) und ein Flußprojekt gestartet:

• Der östliche Zweig der LGV Rhin-Rhone.
• Die zweite Phase des TGV Est Européen zwischen Straßburg und Baudrecourt.
• Die LGV Sud Europe Atlantique zwischen Tours und Bordeaux.
• Die LGV Bretagne - Pays de la Loire zwischen Le Mans und Rennes.
• Die Umfahrung von Nimes und Montpellier.
• Der Canal Seine - Nord Europe.
Dieses Programm stellt eine Investition von rund 20 Milliarden Euro dar und sichert rund 100 000 Arbeitsplätze während der Bauzeit von fünf Jahren (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 02.12.09).

RechteckEurotunnel vollendet Übernahme von Veolia Cargo
Grafik Eurotunnel
Von Europorte France befahrene Strecken. Grafik Eurotunnel.
Eurotunnel hat die am 02.09.09 eingeleitete Übernahme von Veolia Cargo am 01.12.09 abgeschlossen. Mit dem Kauf übernimmt Eurotunnel eine führende Rolle im französischen Schienengüterverkehrsmarkt, der derzeit starke staatliche Unterstützung erhält (Der LOK Report berichtete).
Die betroffenen Unternehmen (Veolia Cargo France, Veolia Cargo Link, CFTA Cargo und Socorail) werden unter der Leitung von Europorte, der für Schienverkehr zuständigen Tochtergesellschaft von Eurotunnel, platziert werden.
Als Folge der starken Marke wird Socorail den Namen nicht ändern. Die anderen Unternehmen werden jeweils umbenannt in:
• Veolia Cargo France in Europorte France,
• Veolia Cargo Link in Europorte Link,
• CFTA Cargo in Europorte Proximity und
• Europorte 2 in Europorte Channel.
Das erworbene Unternehmen vollbringt eine breite Palette an integriertem Schienengüterverkehr auf nationaler und internationaler Ebene, an lokalem Güterverkehr auf Nebenstrecken und an industriellen Dienstleistungen (Verwaltung von lokalen Verbindungen, Wartung der Infrastruktur, Be- und Entladung von Waggons).
Europorte wird nun ein bedeutendes Standbein in Frankreich einnehmen, dass die Gruppe in die Lage setzt, ihren Service zu erweitern. Die Gruppe wird auch besser in der Lage sein, die zunehmende Nachfrage der Kunden nach effizienten und umweltverträglichen Lösungen zu erfüllen.
Im Jahr 2008 wurde mit 600 Mitarbeitern auf 10 Agenturen verteilt (siehe Karte) und etwa 100 Industrieanlagen ein Umsatz von rund 50 Millionen Euro erwirtschaftet.
Die Aktivitäten von Veolia Cargo in Deutschland, den Niederlande und Italien wurden gleichzeitig von der Gesellschaft "Transport Ferroviaire Holding" (Groupe SNCF) übernommen.
Der Verkauf der Aktien von Veolia Cargo belief sich auf 103 Mio. Euro
(WKZ, Quelle Pressemeldungen Eurotunnel, Veolia, 02.12.09).

RechteckRFF und Lafarge schließen Abkommen zum Transport von Zuschlagstoffen
Am 20.11.09 signierten Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de France (RFF), und Denis Maître, Präsident des Baumaterial- und Betonfabrikanten Lafarge ein Protokoll zur Entwicklung des Verkehrs auf der Schiene.
Im Zusammenhang mit den Vorschlägen des "Grenelle de l’environnement" wird Lafarge innerhalb der nächsten zehn Jahre mehr als 50% seiner Baumaterialien auf der Schiene transportieren, das sind über als 4 Millionen Tonnen Granulat pro Jahr.
Die Partnerschaft zwischen RFF und Lafarge beinhaltet die Umsetzung technischer, rechtlicher und finanzieller Innovation von RFF, wie zum Beispiel die Bereitstellung intermodaler Terminals und den Transport der Güter zu den wichtigsten urbanen Zentren.
Frankreich verbraucht etwa 400 Millionen Tonnen Zuschlagstoffe pro Jahr (ein Haus benötigt 300 Tonnen, eine Schule 3000 Tonnen, ein Kilometer Schiene 16.000 Tonnen, ein Kilometer Autobahn 30.000 Tonnen), das sind mehr als 6 Tonnen pro Jahr pro Kopf (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 23.11.09).

RechteckBombardier wird bevorzugter Bieter für 860 zweistöckige TER-Züge
Im Jahr 2008 starteten die SNCF und die Regionen zwei Auschreibungen für die weitere Modernisierung der Fahrzeuge des Regionalverkehrs und stellten die Anforderungen an die Ausrüstung der TER-Fahrzeuge für den Zeitraum 2013 bis 2021.
Seit dem Jahr 2002 hat sich durch die Regionalisierung und die Dynamik der Regionen das TER-Angebot um 20% erhöht. Im gleichen Zeitraum hat der TER-Verkehr um + 40% oder 800 000 Fahrten pro Tag zugenommen. Die aktuellen Aussichten rechnen mit einer weiteren Vervierfachung dieser Zahlen bis 2030.
Nachdem im Oktober 2009 die SNCF schon 100 einstöckige Züge der neuen TER-Generation "Coradia Polyvalent" bei Alstom bestellte (Der LOK Report berichtete), deren Zahl auf 1000 aufgestockt werden kann, wurde am 18.11.09 Bombardier als bevorzugter Bieter für eine zweistöckige Zugvariante genannt. Die Unterzeichnung des Vertrags könnte nach Ablauf weiterer Verhandlungen dann im Februar 2010 erfolgen, sofern die Vorschläge der Industrie den Erwartungen der Regionen entsprechen.
Die Vorgaben der Regionen beinhalten Doppelstockzüge, die flexibel in Bezug auf die angebotenen Kapazitäten sind. So sollen bis zu 500 Personen in einem Zug befördert werden können, durch Kopplung dreier Züge kann die Kapazität auf 1500 Fahrgäste erweitert werden.
Die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge werden den neuesten technischen (ökologische Nachhaltigkeit, Öko-Mobilität, Zugänglichkeit ...) und kommerziellen Anforderungen entsprechen (Komfort, Zuginformationen, ...) und im Bombardier-Werk Crespin gebaut.
Die Ausschreibung der SNCF umfasst 860 Züge im Wert von rund 8 Milliarden Euro, die zu 100% von den Regionen finanziert werden. Die erste Tranche von zunächst 80 Zügen soll ab 2013 in sieben französischen Regionen zum Einsatz kommen: Aquitaine, Bretagne, Centre, Lorraine, Nord-Pas-de-Calais, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Rhône-Alpes (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 20.11.09).

RechteckBestätigung des Zeitplans für das Projekt "LGV Sud Europe Atlantique"
Grafik LOK Report 7/09Zwei wichtige Schritte wurden 13.11.09 zur Durchführung der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke Sud Europe Atlantique (SEA) getroffen, die ab 2016 die Hafenstadt Bordeaux innerhalb von zwei Stunden mit Paris verbinden soll.
Zum einen wurde das Dossier der staatlichen Verpflichtungen für den Abschnitt Tours - Angoulême publiziert. Nach einer langen Phase der 2005 begonnenen Konsultationen schließt es die seit dem Frühsommer 2009 in den Monitoring-Ausschüssen eingebrachten Anregungen der vom Projekt betroffenen Verbände, staatlichen Stellen und regionalen Körperschaften mit ein. Das Dokument wird in den kommenden Tagen auf der Website der LGV SEA zum Download einsehbar sein.
Die Projektierung der neuen Linie Tours - Bordeaux kann jetzt durch alle Beteiligten vom Zeitpunkt der Umsetzung bis zur Inbetriebnahme verfolgt und überwacht werden und legt die Vorgaben für den künftigen Konzessionär der Infrastruktur vor.
Zweitens hat RFF die Bewerber für die Konzession aufgefordert, ihre endgültigen Angebote bis zum 15. Dezember einzureichen. Die Auswahl der potenziellen Kandidaten soll bis Ende März 2010 erfolgen, die Vertragsunterzeichnung ist für Sommer 2010 geplant.
Es sei daran erinnert, dass das Konjunkturpaket (Plan de relance) neben der LGV Sud Europe Atlantique gleichzeitig den Bau dreier anderer Eisenbahn-Großprojekte vorsieht: der zweiten Phase der LGV Est Européenne, deren Finanzierungsvereinbarung am 1. September unterzeichnet wurde, der Umfahrung Nîmes - Montpellier (Contournement de Nîmes-Montpellier, CNM) und der LGV Bretagne Pays de la Loire (BPL) (WKZ, Quelle Pressemeldung Réseau Ferré de France, 19.11.09).

RechteckStadler Rail liefert vier Zahnradgelenktriebzüge für den Puy-de-Dôme
Foto Stadler
Stadler Rail hat eine Bestellung für vier Zahnradgelenktriebzüge auf den Puy-de-Dôme im französischen Zentralmassiv erhalten. Der Auftrag hat ein Volumen von rund CHF 25 Mio.
Damit hat Stadler Rail in diesem Jahr gleich vier Aufträge für Zahnradbahnen erhalten. Die Bestellungen mit einem Gesamtvolumen von rund CHF 200 Mio. kommen aus Frankreich, Österreich und der Schweiz: Die Zentralbahn ZB hat neue Interregio-Züge für die Brüniglinie Luzern - Interlaken bestellt. Stadler Rail wird vier 7-teilige und sechs 3-teilige Pendelzüge liefern. Die Transports de Martigny et Régions erhalten zwei 3-teilige Panoramatriebzüge für die grenzüberschreitende Strecke Martigny - Chamonix - St. Gervais. Und insgesamt vier Zahnradlokomotiven wurden von der Niederösterreichischen Schneebergbahn, der Matterhorn - Gotthard - Bahn und der Zentralbahn bestellt.
Auf dem Trassee der bestehenden Strasse baut SNC-Lavalin eine neue elektrifizierte Zahnradbahn auf den Puy-de-Dôme im französischen Zentralmassiv. Diese überwindet auf rund 4 km etwa 600 Höhenmeter. Für diese neue Bahn hat der künftige Betreiber SNC-Lavalin bei Stadler Rail 4 Gelenktriebwagen mit einem Auftragsvolumen (inkl. Reservematerial) von rund CHF 25 Mio. bestellt. Die Fahrzeuge basieren auf den Stadler-Triebzügen der Montserrat-Bahn bei Barcelona, die seit fünf Jahren erfolgreich in Betrieb stehen. Sie verfügen über ein an die touristischen Bedürfnisse angepasstes attraktives Interieur und sehr grosse Fenster, die einen freien Blick auf das herrliche Panorama erlauben (Pressemeldung Stadler, 14.11.09).

RechteckBauzug-Dieselloks auf Korsika
Foto Gunter MackingerFoto Gunter Mackinger
Foto Gunter MackingerFoto Gunter Mackinger
Seit 2003 werden die Korsischen Schmalspurbahnen umfangreich rekonstruiert. Die umfangreichen Erneuerungen bedürfen auch umfassende Bauzugleistungen welche von den Bauunternehmen selbst erbracht werden.
Die Korsischen Schmalspurbahnen(CFC) erbringen in der Regel keine Leistungen für die Streckenerneuerung mit dem eigenen Diesellokfahrpark. Der größte Baustellenbetreiber ist die CFG (Constructions Ferroviaires Giragr, nicht zu verwechseln mit der CFC).
Die CFG hat aus Rumänien 12 zum Teil remotorisierte FAUR L-45H beschafft (60001-60009), welche oftmals mit Gleisbau- oder Schotterzügen zu beobachten sind. Die drei Diesellokomotiven mit Originalmotor haben die Nummern 45001 - 45003. Darüber hinaus sind auch Lokomotiven einer italienischen Firma (SFE) - meist deutschen Ursprungs im Einsatz

Giragr war dabei der Zwischenhaendler der Fahrzeuge (10 Plateauwagen, 2 Personenwagen, 9 remotorisierte Diesellokomotiven, 3 Diesellokomotiven mit Originalmotor, welche alle von Calea Ferata Ingusta SRL hergestellt wurden. Die Bauarbeiten werden von einem Konsortium aus TSO und Colas Rail, welche unter dem Namen Metric Rail firmiert, durchgefuehrt (Gunter Mackinger, Georg Hocevar, 10.11.09).

RechteckWettbewerbsbehörde spricht sich für größere Unabhängigkeit der Bahnhöfe aus
Mit ihrer Anweisung "Avis n° 09-A-55 sur le secteur du transport public terrestre de voyageurs" hat die französische Wettbewerbsbehörde (l’Autorité de la concurrence) am 05.11.09 die Bedingungen für eine Öffnung des Marktes im französchen Schienverkehr vorgelegt.
Die Richtlinie 2007/58/EG vom 23.10.07 sieht die Liberalisierung des grenzüberschreitenden Schienenpersonenverkehrs bis zum 1. Januar 2010 vor. Diese partielle Öffnung für den Wettbewerb ist der erste Schritt zur Überführung des Schienenverkehrs in Frankreich innerhalb von 5 bis 10 Jahren zum Wettbewerb.
Im Mai 2009 hat die Wettbewerbsbehörde mit der "Décision n° 09-SOA-01 du 18 mai 2009 relative à une saisine d’office pour avis dans le secteur du transport public terrestre de voyageurs" eine Studie über die Organisation der Personenbeförderung im Landverkehr und insbesondere die notwendige Anpassung der Organisationen der Bahnhöfe zur Lösung der Probleme im intermodalen Verkehr (Fernverkehr, TER, Buslinien, Autoverkehr, Fahrräder, usw.) veröffentlicht.
Selbst wenn sich der Wettbewerb in diesem Bereich sehr progressiv entwickeln wird, sei es sinnvoll, die notwendigen Veränderungen vorausschauend zu planen, so dass sie für die Fahrgäste und Unternehmen wirksam werden können. Die Bahnhöfe besetzen dabei einen zentralen Platz in der Transportkette. Ihre Verwaltung und Zugangsbedingungen für neue Marktteilnehmer sind Voraussetzung für die erfolgreiche Öffnung zum Wettbewerb.
Im Rahmen der Liberalisierung des Marktes müsse die SNCF neuen Bahnbetreibern den Zugang gewähren, so dass beide Partner davon profitieren. Die Zugangstarife werden dabei ein wesentlicher Faktor für andere Betreiber sein.
Angesichts der konkurrierenden Risiken hat die Behörde mehrere Empfehlungen abgegeben:
1. Das von der SNCF vorgeschlagene System zur Verwaltung der Bahnhöfe (Der LOK Report berichtete) ist noch nicht zufriedenstellend gelöst. Die Behörde schlägt deshalb eine stärkere Trennung der Bahnhofsverwaltung vom Einfluss der SNCF vor. Es ist zu überprüfen, inwieweit andere Modelle, die bei der Öffnung für den Wettbewerb öffentlicher Monopole in anderen Netzindustrien eingeführt wurden, sinnvoll wären.
2. Die Tarifgestaltung ist eine wesentliche Bedingung zum Zugang der Bahnhöfe für andere Eisenbahnunternehmen. Die Begründungen für diese Preise müssen unabhängig überprüft werden, um die Aufrichtigkeit der Kosten, die dem etablierten Betreiber entstehen, zu bewerten und für neue Marktteilnehmer transparent werden zu lassen. In diesem Zusammenhang schlägt die Behörde vor, dass die künftige Regulierungsbehörde (Autorité de régulation des Activités Ferroviaires, ARAF) die Befugnis zur Ex-ante-Überprüfung der Tarife im Hinblick auf die zugrunde liegenden Kosten hat, um feststellen zu können, ob sie regulatorische Anforderungen zu erfüllen hat.
3. Die Behörde stellt nicht die Strategie der Diversifizierung der SNCF in Frage, vertritt aber die Auffassung, dass dieser Strategie aufgrund der extrem starken Position der SNCF auf der Schiene Vorsicht entgegengebracht werden muss. Es muss daher darauf geachtet werden, dass die Organisation der Reglierungsbehörden der SNCF keine erheblichen Wettbewerbsvorteile bringt, die andere Verkehrsunternehmen nicht haben.
Die SNCF hat inzwischen in ihrer Erwiderung auf den Bericht der Wettbewerbsbehörde angekündigt, die Empfehlungen der Wettbewerbsbehörde zur Stärkung der Befugnisse der Regulierungsbehörde für den Schienenverkehr insbesondere hinsichtlich der Tarifgestaltung und der Notwendigkeit für die funktionale Trennung der Sparte "Gares & Connexions" zu stärken.
Die SNCF stellt außerdem fest, dass die Stellungnahme der Wettbewerbsbehörde auch nicht die Strategie der Präsenz in der gesamten Kette der nachhaltigen Mobilität in Frage stellt. Vorsichtsmaßnahmen seien in dieser Hinsicht bereits weitgehend umgesetzt und werden weiterhin von den Empfehlungen der Wettbewerbsbehörde profitieren (WKZ, Quelle Pressemeldungen Autorité de la concurrence und SNCF, 06.11.09).

RechteckGenerationswechsel durch neue Triebwagen auf Korsika
Foto Gunter MackingerFoto Gunter Mackinger
Foto Gunter MackingerFoto Gunter Mackinger
Mit Ende der Sommersaison Mitte September 2009 wurden die drei noch verfügbaren Renault Triebwagen der CFC (Korsische Eisenbahnen) abgestellt. Nach inoffiziellen Informatonen könnte dies endgültig sein, da eine Erneuerung des Fahrparks durch Neubautriebwagen den Verzicht auf die "Klassiker" ermöglicht.
1949/50 beschaffte die Korsischen Meterspurbahnen 8 dieselmechanische Triebwagen vom Typ  ABH 8. In den letzten Jahren erfolgte der Einsatz - zusammen mit Billard Steuerwagen nahezu ausschließlich im Saisonverkehr zwischen Calvi und LÌlle-Rousse.
Im Oktober waren die in gutem äusserlichem Zustand befindlichen drei Triebwagenzüge in Bastia abgestellt - der Triebwagen 202 stand ausgeschlachtet im Gelände der CFC Hauptwerkstätte in Casamozza. Die restlichen Triebwagen wurden bereits früher verschrottet.
Ob es im nächsten Sommer ein Wiedersehen gibt oder eine Garnitur zumindest als historischer Zug erhalten bleibt, war nicht zu erfahren.
Mit der Entscheidung, das korsische Schmalspurnetz nicht nur beizubehalten sondern auch zu modernisieren und zu ertüchtigen, stellte sich auch die Frage der Beschaffung einer neuen Fahrzeuggeneration. Die Wahl fiel auf Doppeltriebwagen  der Type AMG-800 geliefert von CFD de Bagneres-de-Biggore.
Die érste Doppeleinheit (CFC 801/802) traf im Sommer 2007 auf der Insel ein. Vorerst erfolgt der Einsatz der 2x 440kW starken Triebwagen mit einer V/max 100 km/h auf der Hauptstrecke Bastia - Ajaccio. Ausgeliefert sind bisher die 9 Doppeleinheiten. Drei weitere Doppelzüge sind in Auslieferung und sollen auch das Zugangebot der korsischen Schmalspurbahnen nicht nur beschleunigen sondern auch verdichten
(Gunter Mackinger, 03.11.09).

RechteckSNCF bestellt neue TER-Generation "Coradia Polyvalent"
Die SNCF bestätigt einen ersten Auftrag über 100 einstöckige Züge der neuen TER-Generation "Coradia Polyvalent" mit einer Option auf weitere 35 Züge. Der Auftragswert beläuft sich auf 800 Millionen Euro bzw über 1 Milliarde Euro unter Einbeziehung der Option. Eine Erweiterung der Bestellung auf 1000 Züge im Wert von 7 Milliarden Euro ist nicht ausgeschlossen.
Die 135 neuen TER sind für die Regionen Alsace Aquitaine, Basse-Normandie, Haute-Normandie, Lorraine, Midi-Pyrénées, Pays de la Loire und der Picardie bestimmt:
• Région Aquitaine: 22 rames,
• Région Basse - Normandie: 18 Züge,
• Région Haute - Normandie: 8 Züge,
• Région Lorraine: 8 Züge,
• Région Midi-Pyrénées: 25 Züge,
• Région Pays de la Loire: 15 Züge,
• Région Picardie: 17 Züge.
Die ersten Lieferungen sind zwischen 2013 und Mitte 2015 geplant. Der Vertrag wird durch Zuschüsse aus den französischen Regionen unterstützt und dient der Erneuerung und Verbesserung der Ausrüstung an TER-Zügen für den Zeitraum 2013-2021.
Der niederflurige, hoch modulare Zug wurde für Vorortstrecken mit häufigen Halten und hohem Verkehrsaufkommen entwickelt. Bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h gibt es eine elektrische und eine Dual-Mode Variante für Spannungen von 25 kV und 1500V. Der Zug wird auch in Versionen für den grenzüberschreitenden Einsatz in Deutschland und der Schweiz mit einer Spannung von 15 kV angeboten. Um seine Kapazität auf bis 1000 Personen zu erhöhen, ist es möglich, bis zu drei Züge der längeren Version zu kombinieren (oder 330 Meter).
Kennzahlen der neuen TER-Generation:
• 2 Motoren, Elektro- oder Dual-Mode
• 3 Längen: 110 m, 72 m, 56 m
• 3 Ausführungen: S-Bahn-, Regional-, Intercity-Variante
• Interieur: Mehr als 50 Anpassungsmöglichkeiten
• Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
• Maximale Kapazität: bis zu 1 000 Plätze (3 Zügen der längeren Fassung kombiniert)
• 3 Spannungssysteme: 25 kV und 1500 V, 15 kV für die grenzüberschreitende Version
• Verbrauchs- und CO2-Emissionen: -10 bis -20%, je nach Betriebsbedingungen
• Recyclingquote: 92%
Weitere Informationen:
1000 trains TER de nouvelle génération pour le transport régional
SNCF attribue à Alstom le marché de la nouvelle génération de matériels TER à un niveau (WKZ, Quelle Pressemeldung Alstom, 28.10.09).

RechteckEPSF stellt Sicherheitsbericht 2008 vor
Foto EPSF Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) hat am 21.10.09 ihren Bericht über die Sicherheit des nationalen Schienennetzes im Jahr 2008 (Rapport sur la sécurité du réseau ferré national 2008) veröffentlicht.
Die Veröffentlichung erfolgte nach Artikel 18 der Richtlinie über die Sicherheit im Eisenbahnverkehr (2004/49/EG), wonach "die Sicherheitsbehörde einen jährlichen Bericht über ihre Tätigkeit veröffentlichen und an die Europäische Eisenbahn-Agentur bis spätestens 30. September abliefern muss" (WKZ, Pressemeldung EPSF, 26.10.09).

RechteckRFF leitet Umsetzung der Nationalen Verpflichtung zum Güterverkehr ein
Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de France, begrüßt nach ihrer Berufung am 07.10.09 Frau Fabienne Keller als neues Mitglied im Vorstand (conseil d'administration) von Réseau Ferré de France. Sie tritt die Nachfolge von Adrien Zeller an und wurde aufgrund ihrer Kompetenzen und ihres Wissens um regionale und lokale Fragen des Eisenbahnverkehrs gewählt.
Der Vorstand von Réseau Ferré de France genehmigte am 14.10.09 außerdem die Umsetzung der am 16.09.09 von der Regierung verabschiedeten Nationalen Verpflichtung für den Güterverkehr per Bahn (Engagement national pour le fret ferroviaire, der LOK Report berichtete).
Ziel der Planungen ist es, den Anteil des nicht als Straßen- oder Lufttransport abgewickelten Verkehrs in Frankreich von heute 14% auf 25% bis zum Jahr 2022 auf der Grundlage einer gemeinsamen Anstrengung aller Akteure (SNCF, RFF, sonstige Eisenbahnen, Verlader, große Seehäfen, lokale Behörden, die Europäische Union) zu erhöhen. Der Vorstand bittet nun den Präsidenten, die Einzelheiten der Finanzierung zu prüfen und die Umsetzung im Rahmen des durch den Staat vorgeschriebenen Zeitplans zu ermöglichen.
Der Vorstand hat RFF ermächtigt, für einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren (4 Jahre plus zwei möglichen Verlängerungen von einem Jahr)
• zwei Verträge an Corus Rail France über einen Betrag von 351,1 Mio. EUR und an Voest Alpine Schienen über 138,24 Mio. EUR zu vergeben;
• termingerechte Konsultationen mit den beiden oben genannten Lieferanten als auch mit Arcelor Mittal Espagne und Lucchini SpA durchzuführen;
• den RFF-Anteil an diesen Umsetzungen auf einen Betrag von 589,71 Mio. EUR festzusetzen
(WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 19.10.09).

RechteckBessere Bahnanschließung der Normandie
Grafik RFF
Grafik RFF
Grafik RFF
Die Grafik oben zeigt die verbesserten Verkehrsflüsse von Paris in die Normandie. Auf der mittleren Grafik ist die komplementäre neue Güterzugverbindung über Gisors und Serqueux (grün) als Alternative zur Hauptstrecke Paris - Rouen (rot) zu sehen. Die Grafik unten zeigt die Verlängerung der RER-Linie E (violett) und die neu zu bauende Linie Paris - Mantes (grün). Grafiken RFF.
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat am 15.10.09 in Rouen den gewählten Vertretern der Region einen umfassenden Plan zur Verbesserung der Eisenbahnanbindung in der Haute-Normandie vorgestellt. Das Projekt beinhaltet den durch den Präsidenten der Republik schon am 29. April und 16. Juli angekündigten Ausbau der Verbindung von Paris in die Normandie (Der LOK Report berichtete), der den Neubau einer Strecke von Mantes nach Nanterre beinhaltet. Dominique Bussereau hat die öffentliche Debatte über den Bau ab 2011 angekündigt.
Die neue Linie Paris - Nanterre - Mantes - Rouen - Le Havre wird dazu beitragen, die Reisezeiten ab Paris drastisch zu reduzieren:
• Paris - Le Havre in weniger als 1:15
• Paris - Rouen weniger als 45 Minuten
• Paris - Caen in weniger als 1:30
• Paris - Cherbourg in weniger als 2:30
Auf kurze Sicht soll eine Erhöhung der Kapazität der konventionelle Linie durch ein auf einen Wert von 240 Mio. Euro geschätztes Programm die Entwicklung der Infrastruktur in Mantes-la-Jolie, Poissy und La Defense gestärkt werden. Diese Investitionen werden die Regelmäßigkeit und Häufigkeit der Zugverbindungen zwischen der Normandie und der Ile-de-France erhöhen.
Das am 16.09.09 beschlossenen "Nationale Engagement für den Schienengüterverkehr" (Der LOK Report berichtete) trägt 7 Mrd. Euro für folgende Projekte bei:
• Die Schaffung lokaler Bahnbetreiber in den Häfen von Le Havre in den kommenden Wochen und von Rouen im nächsten Jahr;
• Garantierte Qualität von Güterzugverbindungen;
• Die kurz vor dem Abschluss stehende Entwicklung der Güteranbindung des Hafens Port 2000 mit der industriell genutzten Hafenzone von Le Havre;
• Die Inbetriebnahme der Strecke Serqueux - Gisors, vorrangig für den Güterverkehr auf der Strecke Paris - Le Havre ab 2012
(Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 16.10.09).

RechteckFranzösische Schienentransportindustrie öffnet sich dem Wettbewerb
Der Eisenbahnbau sorgt in Frankreich für einen Jahresumsatz von fast drei Milliarden Euro (Rollendes Material, Schienennetz, Steuerungsanlagen). 44 Prozent davon gehen in den Export. 50 Prozent der Absatzmärkte bilden die europäischen Länder. Die Zulieferindustrie beschäftigt in Frankreich rund 100.000 Mitarbeiter, die rund zwei Drittel der gesamten direkten Arbeitsplätze im Eisenbahnsektor ausmachen. Außerdem spielt der Schienentransport eine Schlüsselrolle bei der Senkung der Treibhausgase. Den gesetzlichen Bestimmungen des Umweltgipfels „Grenelle de l’Environnement“ zufolge soll der Anteil des nicht auf der Straße beförderten Frachtaufkommens bis 2020 von derzeit 14 Prozent auf 25 Prozent angehoben werden. Die Betreiber der Schienennetze für den Personen- und Güterverkehr haben mittlerweile industriellen Zulieferern die Instandhaltung des rollenden Materials (Lokomotiven, Wagen und Waggons) und des immobilen Materials (Signalanlagen, Gleise, elektrische Stromversorgung) übertragen. Auch der Bau von Gleisanlagen und Bahnhöfen wurde in die Hände von Zulieferern gegeben. Multinationalen Unternehmen und Herstellern rollenden Materials (Siemens, Bombardier France, Alstom Transport, CAF, ADD-Trans) sowie Herstellern von Bahnanlagen (Faiveley, Thalès, Bonatrans, Valdunes, Voith, ABB Secheron, SKF, Knorr-Bremse) kommt diese Öffnung des Marktes entgegen. Ihre Lösungen stehen in Übereinstimmung mit dem weltweiten UIC-Code* und dem europäischen System für Management und Steuerung des Eisenbahnverkehrs (ERMTS). Das ERMTS soll die Interoperabilität des Zugverkehrs und den grenzüberschreitenden Transitverkehr fördern. Über eine standardisierte Herstellung können die Selbstkostenpreise, die Kosten für den Erwerb, den Betrieb und die Instandhaltung gesenkt und der Export gefördert werden. Für David Appia, Präsident der IFA, „herrscht eine Dynamik in der Zulieferindustrie, die sowohl für den Eisenbahnbau, die Wartung und Instandhaltung des Materials als auch für den Dienstleistungsbereich gilt. Die Öffnung des Marktes steigert die Attraktivität für zahlreiche ausländische Unternehmen, die die Eisenbahnindustrie als Wachstumsmarkt nutzen.“ So übernehmen beispielsweise internationale Großkonzerne Streckenneubau-Projekte sowie Erneuerungen von Schienenstrecken und Bahndämmen. Der Hersteller Corus Rail der indischen Gruppe Tata Steel bietet Stahlsysteme für dauerhafte oder provisorische Schienen im modularen Aufbau an. Unter dem Namen „Silent TrackTM“ vertreibt das Unternehmen Lärmabsorbersysteme, die unter der Schienenoberfläche angebracht werden. Corus Rail liefert außerdem Dienstleistungen für die Schieneninfrastruktur (Engineering, Entwicklung, Design und Management des Streckensystems, modulare Systeme und Technologien). Die Wartung und Instandhaltung des rollenden Materials wird teilweise vom Betreiber und teilweise von den Herstellern übernommen, die Komplettpakete wie „Material plus Instandhaltung“ in der Garantiezeit anbieten. Darüber hinaus wird eine Reihe von Dienstleistungen ausgelagert, wie beispielsweise der Ticketverkauf, die Eisenbahngastronomie, die Reinigung, Unterstützungseinrichtungen oder IT. Das Kompetenzzentrum i-Trans in den Regionen Nord-Pas de Calais und Picardie arbeitet an Intelligenten Transportsystemen (ITS), an Innovationen für die wirtschaftliche Entwicklung und an der Interoperabilität des Personen- und Güterverkehrs. Seit 2005 wurden im i-Trans 78 Innovations- und Forschungsprojekte mit einem Investitionsvolumen von rund 185 Millionen Euro ausgewiesen. Dazu gehören die Projekte von Bombardier (Sicherheit im Personenverkehr) und von Compin Interiors (komplette Innenausstattung von Wartesälen und Plattformen für Eisenbahnwagen)n (Pressemeldung Invest in France Agency, FIZIT – Das deutsche Pressebüro von Ubifrance, 14.10.09).

RechteckAbkommen über Ausschreibung zum Betrieb der AFA unterzeichnet
Dominique Bussereau, französischer Staatssekretär für Verkehr und Altero Matteoli, italienischer Minister für Infrastruktur und Verkehr, unterzeichneten am Freitag, 9. Oktober, im Rahmen der Tagung des Rats der Verkehrsminister der Europäischen Union in Luxemburg eine Einigung über den zukünftigen Service einer Rollenden Landstraße zwischen Frankreich und Italien.
Mehr als 100 000 Lkw wurden seit 2003 über die im Versuchsstadium befindliche Rollende Landstraße "Autoroute ferroviaire alpine" (AFA) befördert, die von einem Joint Venture zwischen SNCF und Trenitalia mit vier Hin- und Rückfahrten täglich betrieben wird.
Beide Staaten haben ihre Bereitschaft zur öffentlichen Ausschreibung einer Konzession zur Erweiterung dieses Dienstes bekundet. Die internationalen Konsultationen werden in den nächsten Tagen eingeleitet, um die künftigen Betreiber nominieren zu können.
Ziel ist es, 100 000 Lkw pro Jahr über die künftige Rollende Landstraße zu befördern, um den Straßenverkehr durch die Alpentäler reduzieren zu können. Der Dienst sollt durch die Schaffung eines neuen Terminals in der Region Lyon erweitert werden.
Dieses Abkommen ist Teil der Gesamtstrategie der beiden Regierungen, innerhalb der nächsten fünfzehn Jahre den modalen Verkehr durch die Inbetriebnahme der neuen Bahnverbindung Lyon - Turin zu stärken (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 12.10.09).

RechteckDrei Bewerber zur Konzession "Autoroute ferroviaire Atlantique"
Jean-Louis Borloo (Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und das Meer) und Dominique Bussereau (Staatssekretär für Verkehr) gaben am 05.10.09 die drei Bewerber für die Konzession des Betriebs der "l’autoroute ferroviaire atlantique" bekannt:
• Lorry-Rail
• OptiCapital
• Combi Ouest/Euro Cargo Rail
Die Rollende Landstraße ist eines der vorrangigen Projekte des "Grenelle Environnement" und des am 16.09.09 angekündigten nationalen Engagements für den Schienengüterverkehr (Engagement national pour le fret ferroviaire, der LOK Report berichtete).
Ziel ist die Verlagerung des Transports besonders schwerer Frachtgüter von der Iberischen Halbinsel nach Frankreich und Nordeuropa auf die Schiene.
Der künftige Konzessionär wird unter den drei Kandidaten ausgewählt. Die Konzession beinhaltet den Betrieb der Rollenden Landstraße zwischen dem südlichen Aquitanien, der südlichen Ile de France und der Region Nord-Pas-de-Calais ab 2011, nach Abschluss der Arbeiten an den Gleisen (Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 09.10.09).

RechteckRFF vergibt ETCS-Auftrag an Alstom
Grafik RFF
Die für ETCS vorgesehenden Korridore C (blau) und D (violett). Grafik RFF.
Nach einer EU-Ausschreibung hat Réseau Ferré de France die Firma ALSTOM Transport mit der ersten Umsetzung des europäischen Signalsystems ETCS (European Train Control System) Level 1 auf wichtigen Linien des nationalen Schienennetzes beauftragt.
Das neue Signalsystem soll auf insgesamt 2200 km Strecke installiert werden, die den französischen Anteil auf zwei großen europäischen Korridoren für den Schienengüterverkehr umfassen,
• dem Korridor C (Antwerpen - Basel / Lyon) und
• dem Korridor D (Valencia - Budapest).
Beide Korridore treffen in Lyon und Ambérieu zusammen.
Das Projekt konzentriert sich zunächst auf die Entwicklung des Systems und seiner Installation an zwei Pilot-Standorten, nach der Zulassung soll dann in einer zweiten Phase die Ausrüstung von 2200 km Eisenbahnlinien bis 2018 erfolgen. Dieses Projekt wird mit Mitteln aus der Europäischen Union im Rahmen der europäischen Verkehrsnetze unterstützt.
ETCS soll dann im großen Maßstab auf dem nationalen Schienennetz eingesetzt werden. Zunächst wird es dem derzeitigen balisengesteuerten System zur Geschwindigkeitskontrolle (Contrôle de vitesse par balise, KVB) überlagert, nach der schrittweisen Ausrüstung aller Fahrzeuge soll das alte System komplett ersetzt werden.
In Partnerschaft mit den europäischen Kollegen bereitet Réseau Ferré de France das Netz der Zukunft durch die Modernisierung der Infrastruktur und die Anpassung der Dienstleistungen auf die Bedürfnisse der europäischen Interoperabilität vor. Das Kontrollsystem ERTMS/ETCS wird in ganz Europa über zwanzig nationale Signalsysteme in Richtung eines harmonisierten europäischen Netzes zusammenführen (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 29.09.09).

RechteckFortschritte beim Bau der LGV Rhin-Rhône
Foto Jürgen RecknagelFoto Jürgen Recknagel
Foto Jürgen RecknagelFoto Jürgen Recknagel
Foto Jürgen RecknagelFoto Jürgen Recknagel
Foto Jürgen RecknagelFoto Jürgen Recknagel
Der Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Rhin-Rhône macht große Fortschritte: Drei Jahre nach Baubeginn im Sommer 2006 finden im Abschnitt Belfort-Villersexel noch letzte Arbeiten an der Rohbautrasse statt, während südwestlich von Villersexel bereits mit Hochdruck an den Gleisen und der Oberleitung gearbeitet wird.
In Les Magny bei Villersexel besteht mittels einem Gleisdreieck und über eine provisorisch auf der Trasse einer zukünftigen Umgehungsstraße von Villersexel gebauten 4,5 km langen Verbindungsstrecke Anschluss an die für 3 Jahre wiederaufgebaute 16 km lange Nebenbahn nach Lure, über die mit 8 Zugpaaren werktäglich das Gleisbaumaterial angefahren wird (Reihe 669 von SNCF-Infra in 3-fach-Traktion). Dort begann Ende Juni 2009 der Gleisbau für den ersten 140 km langen Abschnitt des Ostteils der LGV, der im Frühjahr 2011 in den Versuchsbetrieb und Ende 2011 in den kommerziellen Betrieb gehen soll.
Im Arbeitszugdienst auf der Neubaustrecke sieht man Class 58 von TSO und ETF vor schweren Schotterzügen. Wegen der heftigen Steigungen werden 3 Loks für 18 vierachsige Schotterwagen benötigt. Täglich werden 1100 m Gleis verlegt. Im leichteren Dienst, z.B. mit Oberleitungsbauzügen, machen sich 211 nützlich. Ein Exemplar (V211 n° 182 570) fällt durch einen wie ein Kanonenrohr nach vorne gerichteten Schornstein auf.
Der 50 ha große Werkhof von Villersexel verfügt über 20 km Gleise und ist sehr gut abgeschirmt durch Lärmschutzwände, Zäune und Tore.
Für kommenden Sonntag, den 27.09.2009 lädt Réseau Ferré de France von 10-17 Uhr zu Baustellen-besichtigungen an fünf Stellen ein, darunter auch der Werkhof in Villersexel (Jürgen Recknagel, 25.09.09).

RechteckFrankreich: Öffnung des Nahverkehrs in der Ile-de-France für den Wettbewerb
Wie der LOK Report schon berichtete, verabschiedete die Nationalversammlung am 22.09.09 die Gesetzesvorlage zur Schaffung einer Behörde zur Regelung des Schienennetzzugangs (L’autorité de régulation des activités ferroviaires, ARAF), die auch die Vorbereitung zur Öffnung des städtischen Verkehrs in der Region Ile-de-France für den Wettbewerb behandelt.
Im einzelnen regelt das Gesetz

• die Bedingungen, unter denen der STIF (Syndicat des Transports d’Île-de-France, Verkehrsverbund in der Region Ile-de-France) ab 03.12.09 Verkehrsleistungen ausschreiben kann,
• die Festlegung der Fristen für die Öffnung von Dienstleistungen für den Wettbewerb: Buslinien der RATP in 15 Jahren (ab 31.12.2024), Straßenbahnen in 20 Jahren (ab 31.12.2029), U-Bahnen in 30 Jahren (ab 31.12.2039), und
• die Übertragung des rollenden Materials von der RATP auf den STIF, damit es im Falle eines Vergabeentzugs weiter zur Verfügung steht.
Der Gesetzentwurf stärkt den STIF als organisierende Behörde des Verkehrs in der Ile-de-France:
• Er bestätigt alle bestehenden Befugnisse des STIF als eine organisierende Behörde für den Verkehr (Festlegung der zu betreibenden Linien, Auswahl der Betreiber, Festlegung der Investitionsprogramme, Bestimmung der Tarifpolitik, Verantwortung zur Öffnung neuer Infrastruktur, etc. .).
• Festlegung eines klaren Rechtsrahmen für den STIF und Anpassung an die geltenden Bestimmungen außerhalb der Ile-de-France.
• Dem STIF wird das volle Eigentum an den Fahrzeugen übertragen, die zur Zeit bei der RATP in Betrieb sind und sichert ihm den Besitz der Fahrzeuge nach Ablauf der Nutzungsrechte der RATP zu. So hat der STIF alle Möglichkeiten, bei Ablauf der laufenden Verträge einen echten Wettbewerb auf den Strecken auszurufen, die derzeit von der RATP betrieben werden.
Um die Sicherheit, Interoperabilität und Kontinuität des öffentlichen Transports zu gewährleisten, wofür der Netzbetreiber RFF (Réseau Ferré de Fance) im Bereich der Eisenbahnen zuständig ist, bleibt RATP für die Instandhaltung, Erneuerung und den Betrieb der Netzinfrastruktur verantwortlich. Diese der RATP zugeordnete Aufgabe entzieht dem STIF keine seiner Kompetenzen als der den Transport organisierenden Behörde.
Der Austausch von Eigentum (Rollmaterial, Infrastruktur), der die Reform begleitet, ist ausgewogen und im Einklang mit den Aufgaben beider Partner geregelt. STIF wird Eigentümer aller Fahrzeuge der RATP, während
RATP Eigentümerin aller Infrastruktur wird, die sich zur Zeit je zur Häfte im Besitz von STIF und RATP befindet (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 24.09.09).

RechteckSNCF investiert 1 Milliarde Euro in ökologischen Frachtverkehr
Der Aufsichtsrat der SNCF hat am 23.09.09 Investitionen von mindestens 1 Mrd. Euro für den ökologisch sauberen Gütertransport genehmigt. Der 9-Punkteplan im Rahmen des am 16. September vom Staat angekündigten Nationalen Plans für den Eisenbahngüterverkehr (Engagement national pour le fret ferroviaire, der LOK Report berichtete) wurde vom Präsidenten der SNCF, Guillaume Pepy, und dem CEO von Geodis SNCF, Pierre Blayau, am 18.09.09 dem Ausschuss für Transport und Logistik und am 22.09.09 dem Zentralen Komitee der SNCF vorgelegt.
Der Masterplan der SNCF über 1 Mrd. Euro zählt neun industrielle Projekte zum Bau einer neuen Mobilität im Güterverkehr auf:
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1. Entwicklung eines europäischen Transportangebots mit ausländischen Tochtergesellschaften und Ausweitung der multimodalen und globalen Märkte von Geodis SNCF, dabei soll insbesondere in folgende vier Märkte investiert werden:
• dem kombinierten Nord-Süd-Verkehr,
der Beförderung landwirtschaftlicher Erzeugnisse,
dem Transport von Kohle und Stahl auf der Nord-Ost-Achse zu den Häfen von Antwerpen und Dünkirchen und
dem Transport von Öl-, Chemie- und Automobilprodukten in den Südwesten.
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2. Ersatz des Einzelwagenverkehrs (Wagon isolé) durch ein "Ensemble de lignes multi-lots/multi-clients" zur regelmäßigen Beförderungen von Waren verschiedener Kunden zwischen zwei Wirtschaftszonen mit mindestens drei Hin- und Rückfahrten pro Woche unter der Voraussetzung einer Zusage minimaler Transportmengen.
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3. Bildung eines Services "sur-mesure", der "maßgeschneidert" den jetzigen Einzelwagenkunden den Transport industrieller, insbesondere auch schwerer, sperriger oder gefährlicher Güter, anbieten soll.
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4. Beschleunigung der Entwicklung des kombinierten Verkehrs auf dem Land-, See- und Flussweg (Naviland Cargo und Novatrans nach seiner Übernahme).
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5. Entwicklung von vier Angeboten der "Autoroute Ferroviaire" bis zum Jahr 2015 mit der Beförderung von bis zu 500 000 Lastwagen auf der Schiene:
L’autoroute ferroviaire Luxembourg - Perpignan mit einer Zielvorgabe von 10 Shuttles pro Tag,
L’autoroute ferroviaire Alpine Lyon - Turin
L’autoroute ferroviaire Lille - Turin mit Prüfung der Achse London - Turin im Jahr 2013
L'autoroute ferroviaire Lille - Paris - Hendaye ab 2011.
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6. Entwicklung regionaler Eisenbahnunternehmen zur Hafenanbindung (Opérateurs Ferroviaires Portuaires, OFP) mit Zentren in Havre (ab Ende 2010), La Rochelle (Mitte 2010), Nantes Saint-Nazaire (Ende 2010), Marseille-Fos und Dunkerque (2011).
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7. Entwicklung des Schienengüterverkehrs mit großer und sehr großer Geschwindigkeit (Transport ferroviaire de marchandises à Grande et Très Grande Vitesse) ab Ende 2010 auf den Strecken Paris - Bordeaux - Montauban - Toulouse und Paris - Lyon - Avignon - Marseille - Miramas unter Verknüpfung der Hubs am Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle unter Beteiligung des Hubbetreibers CAREX ab 2015.
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8. Fortsetzung innovativer Ansätze in der City-Logistik, wie schon für die Einkaufskette Monoprix durchgeführt.
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9. Erstellen eines Netzwerks multimodaler Plattformen im maritimen und terrestrischen Bereich.
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Die neun industriellen Projekte sollen 2010 bis 2015 umgesetzt werden. Die Investitionen in diese Projekte setzen sich zusammen aus dem Beitrag von 7 Milliarden Euro vom Staat und 1 Milliarde Euro von der SNCF.
Präsident Guillaume Pepy sagte: "Dieser Entwurf zielt darauf ab, die im Grenelle Environment beschlossene Verkehrsverlagerung zu ermöglichen. Mit der nationalen Verpflichtung für den Schienengüterverkehr ist ein echter Wendepunkt in der Beförderung von Waren in Frankreich erreicht worden"
(WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 24.09.09).

RechteckNationalversammlung beschließt Gesetz zur Bildung einer Netzzugangsbehörde
Die Nationalversammlung hat am 22. September über das Gesetz zur Schaffung einer Behörde zur Regelung des Schienennetzzugangs (L’autorité de régulation des activités ferroviaires, ARAF) abgestimmt, das im Namen der Regierung vom Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, eingereicht wurde.
Die unabhängige Verwaltungsbehörde wird die Aufgabe einer "Polizei der Schiene" übernehmen. Sie wird den gesamten Eisenbahnverkehr und insbesondere die Öffnung des Netzes für den Wettbewerb im internationalen Personenverkehr überwachen, die am 13. Dezember in Kraft tritt.
Das Gesetz erleichtert auch die Einrichtung regionaler Bahngesellschaften (Opérateurs ferroviaires de proximité, OFP). Die Entwicklung regionaler Eisenbahnunternehmen auf Grundlage mittelständiger Betriebe (PME, Petites et moyennes enterprises, auf deutsch Kleine und Mittlere Unternehmen, KMU) wird die Flexibilität des Gütertransports auf der Schiene von den Häfen in regionale Gebiete fördern. Die Entwicklung der OFP ist eine der wesentlichen Elemente der nationalen Verpflichtung für den Schienengüterverkehr, wie sie von Jean-Louis Borloo und Dominique Bussereau am 16. September verkündet wurde (Der LOK Report berichtete).
In Übereinstimmung mit der europäischen Verordnung über die Verpflichtungen im Öffentlichen Verkehr sieht das Gesetz auch eine schrittweise Öffnung des städtischen Verkehrs in der Region Ile-de-France für den Wettbewerb vor. Verkehrsleistungen auf Buslinien der RATP sollen in 15 Jahren für den Wettbewerb geöffnet werden (ab 31.12.2024), in 20 Jahren für Straßenbahnen (ab 31.12.2029), in 30 Jahren für U-Bahnen (31.12.2039) und schon jetzt für neue Verkehrsdienste.
Dominique Bussereau begrüßte die neue Etappe der Modernisierung des Verkehrssektors. Der Minister sagte: "Die Verabschiedung dieses Gesetzes zeigt unsere Entschlossenheit, weiterhin unsere Transport-Systeme zu reformieren. Die grundlegenden Reformen beinhalten die Öffnung des internationalen Personenverkehrs für den Wettbewerb, die Schaffung der ARAF, die Entstehung regionaler Eisenbahnunternehmen und den progressiven Aufbau des Wettbewerbs im Nahverkehr in der Region Ile-de-France." (WKZ, Quelle Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 23.09.09).

RechteckAlstom liefert 52 Citadis nach Brest und Dijon
Foto Alstom
Die Verwaltungen von Brest und Dijon (Communautés d’Agglomération de Brest et de Dijon) gaben am 15.09.09 bekannt, Alstom mit der Lieferung von 52 Citadis-Straßenbahnen im Wert von mehr als 100 Millionen Euro zu beauftragen.
Während der Ausschreibung hatten die beiden Städte beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln, um Investitionen und Bedürfnisse zu optimieren. Zwanzig Züge werden nach Brest geliefert und 32 Züge nach Dijon
(WKZ, Quelle Pressemeldung Alstom, 17.09.09).

RechteckDominique Bussereau wirbt für TGV in Kalifornien
Der französische Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, hat am 15. September 2009 den Präsidenten der kalifornischen Behörde für Hochgeschwindigkeitsverkehr (California High-Speed Rail Authority, CHSRA) und Bürgermeister von Anaheim, Curt Pringle, in der Nähe von Los Angeles getroffen, um den Einsatz des TGV in Kalifornien zu erläutern.
Kalifornien plant den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Sacramento, San Francisco, Los Angeles und Anaheim. Bussereau verwies insbesondere auf den Weltrekord des französischen TGV als Erfolg einer Partnerschaft zwischen ALSTOM, RFF und SNCF und auf die hohe Sicherheit des französischen Systems.
Dominique Bussereau wird in Kürze in Washington seinen amerikanischen Amtskollegen Ray La Hood und die Vorsitzenden der Ausschüsse des Kongresses für Verkehr treffen.
Frankreich hat bereits im April 2008 mit den Vereinigten Staaten ein Kooperationsabkommen (Memorandum of Undestanding, MoU) für die Entwicklung einer Hochgeschwindigkeitseisenbahn getroffen.
Auch Deutschland und Kalifornien unterzeichneten am 28.08.09 ein Memorandum of Understanding über eine Zusammenarbeit im Bereich des Hochgeschwindigkeitseisenbahnverkehrs. Offenbar gibt man
sich dort die Klinke in die Hand (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 17.09.09).

RechteckNationales Güterverkehrskonzept präsentiert
Foto Alstom
Der Nationale Entwicklungsplan zeigt Rollende Landstraßen in Betrieb (violett) und im Bau (violett gestrichelt), für den Güterverkehr vorgesehene Strecken (rot), europäische Güterkorridore (orange), mögliche Ausweitungen der Güterkorridore (gelb), für den Güterverkehr wichtige Regionalgebiete (blau) und große Güterverkehrsprojekte (rosa).
Die kürzlich erfolgte Annahme des Gesetzes "Grenelle 1" (Der LOK Report berichtete) und die Ziele des Gipfels von Kopenhagen vor Augen, soll in Frankreich ein Neuanfang für einen CO2-armen Güterverkehr auf der Schiene erfolgen.
Der Marktanteil des umweltfreundlichen Güterverkehrs ist von 42 Prozent im Jahr 1984 auf nur 14 Prozent im Jahr 2007 gesunken, da für den Güterverkehr kein ausgewogenes Geschäftsmodell gefunden werden konnte.
Am 16.09.09 stellten Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und das Meer, und Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, dem Ministerrat den Nationalen Plan für den Eisenbahngüterverkehr (Engagement national pour le fret ferroviaire) vor.
Er sieht vor, den nicht per Flugzeug oder Straße beförderten Anteil des Güterverkehrs bis zum Jahr 2022 von 14 auf 25 Prozent zu steigern. Ein erster Schritt, der aber durch die wirtschaftliche Krise erschwert wird, sieht ein Wachstum um 25 Prozent vor, um den Anteil des Güterverkehrs bis zum Jahr 2012 auf insgesamt 17,5 Prozent zu erhöhen.
Dieses ehrgeizige Programm erfordert vom Staat erhebliche Anstrengungen zur Unterstützung der Infrastruktur, die sich auf acht Punkte konzentrieren:
• Erstellen eines getakteten Netzes an Rollenden Landstraßen (Autoroutes ferroviaires);
• Massive Unterstützung des kombinierten Verkehrs;
• Entwicklung regionaler Eisenbahnunternehmen auf Grundlage mittelständiger Betriebe (PME, Petites et moyennes enterprises, auf deutsch Kleine und Mittlere Unternehmen, KMU);
• Entwicklung eines Güterverkehrs auf Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen den Flughäfen (trains blocs express), genannt werden Roissy Charles de Gaulle, Lyon, Lille, Liège, Amsterdam, Köln-Bonn und London;
• Erstellen eines vorrangig für den Güterverkehr bestimmten Netzes (Réseau orienté fret, ROF, Fracht-orientiertes Netz);
• Beseitigung von Engpässen zur Entlastung des nationalen Schienennetzes (einschließlich Umfahrung Lyon und Strecke zwischen Nimes und Montpellier);
• Verbesserung des Zugangs zu den wichtigsten Häfen;
• Modernisierung der Verwaltung der Betriebsabläufe (verbesserte Fahrzeiten und Termintreue von Güterzügen) und bevorzugte Priorität des Güterverkehrs.
Zusätzlich zu den Verpflichtungen des "Grenelle environment" und des Konjunkturpakets (Contrat de performance) über 13 Milliarden Euro, erfordert dieses nationale Engagement eine umfassende öffentliche Investition zugunsten des Schienengüterverkehrs über 7 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 17.09.09).

RechteckSNCF beteiligt sich an Solarenergieproduzenten
Foto Coruscant/SNCF
Die SNCF gab am 10.09.09 bekannt, über ihren Investmentfond Eco-Mobilité Partenaires Anteile vom Produzenten für Solarenergie, Coruscant, zu erwerben und "Actionnaire de référence" (Großaktionär) zu werden.
Coruscant, im Jahr 2007 als Produzent erneuerbarer Energien gegründet, entwickelt Zentralen solarer Stromerzeugung über Photovoltaikelemente in städtischen Gebieten. Coruscant finanziert, produziert und vertreibt Auto-Unterstände und Parkplätze, deren Dächer aus Solarzellen bestehen und der Produktion von Solarstrom ohne Schaden oder Nutzung von zusätzlichem Land dienen.
Der von der SNCF im Jahr 2008 gegründete Investitionsfond Eco-Mobilité Partenaires ist über 15 Millionen Euro datiert und bietet für innovative Unternehmen im Bereich der Öko-Mobilität finanzielle Unterstützung über Minderheitsbeteiligungen im Wert von 1 bis 2 Mio Euro (Pressemeldung SNCF, 14.09.09).

RechteckUnterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung für die 2. Phase des TGV Est
Grafik RFF
Jean-Louis Borloo und Dominique Bussereau unterzeichneten am 01.09.09 mit Vertretern der lokalen Behörden der Regionen Champagne-Ardenne, Lothringen und Elsass, dem Präsidenten des Infrastrukturbetreibers RFF und Vertretern der Infrastrukturfinanzierungsgesellschaft "L'agence de financement des infrastructures de transport de France" (AFITF) die Finanzierungsvereinbarung für die zweite Phase zum Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Ligne à grand vitesse) LGV Est européenne.
Die Minister bekräftigte die Bereitschaft Frankreichs, mit Unterstützung der Europäischen Union, dem Großherzogtum Luxemburg und lokalen Behörden die High-Speed-Verbindung zwischen Paris und Straßburg zu vollenden.
Die Erweiterung der 106 km langen Strecke zwischen Baudrecourt und Vendenheim, nördlich von Straßburg, führt zu einer Reisezeitverkürzung um 30 Minuten im Jahr 2016:
• Paris - Strasbourg: 1h50min
• Luxembourg - Strasbourg: 1h25min
• Lille - Strasbourg: 2h55min
• Paris - Stuttgart: 3h20min
• Paris - München: 5h30min
Das unter dem Zeichen des Umweltgipfels "Grenelle Environnement " und des Konjunkturpakets "Plan de Relance" stehende Projekt ist vollständig in die Politik der nachhaltigen Entwicklung der Regierung eingebunden. Es ist Teil des Programms zum Bau von 2 000 km an Hochgeschwindigkeitsstrecken bis zum Jahr 2020 und ermöglicht die Schaffung von 6 500 Arbeitsplätzen während der fünfjährigen Bauzeit:
• 2009 Beginn der Ausschreibungen und Konsultationen mit den beteiligten Firmen
• Juni 2010 bis 2014: Hoch- und Tiefbau
• 2012 bis Mitte 2015: Bau der Eisenbahninfrastruktur
• Mitte 2015 bis März 2016: Prüf- und Genehmigungsverfahren für den Betrieb
• März 2016: Aufnahme des kommerziellen Verkehrs (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de la Mer, 04.09.09).

RechteckSNCF und Eurotunnel erwerben Veolia Cargo
Die SNCF und Eurotunnel haben sich zusammengetan, um Veolia Cargo, das Schienengüterverkehrs-unternehmen der Veolia-Gruppe, zu erwerben.
Veolia Cargo, Europas führender privater Schienengüterverkehrsbetreiber, hat eine besonders starke Präsenz in Deutschland, Benelux und Frankreich. Bestehend aus 20 Tochterunternehmen beschäftigt er rund 1.200 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2008 einen Umsatz von 188 Mio. €.
Groupe SNCF wird die Eisenbahnunternehmen mit Sitz in Deutschland, den Niederlanden und Italien übernehmen, während die Eurotunnel-Gruppe den französischen Zweig der Veolia Cargo übernimmt (Socorail, Veolia Cargo France, Veolia Cargo Link und CFTA Cargo).
Die Transaktion stärkt die Bahnaktivitäten der SNCF in Europa, insbesondere in den Niederlanden und Deutschland, wo Veolia Cargo der führende private Betreiber vor allem durch die Tochtergesellschaft Rail4Chem ist.
Pierre Blayau, Deputy CEO der SNCF und Leiter des SNCF-Geodis Abteilung, sagte: "Diese Übernahme ist Teil unserer Bemühungen, den Schienengüterverkehr weiter zu entwickeln, vor allem durch die Intensivierung der internationalen Beziehungen für grenzüberschreitenden Güterverkehr in Europa. Zum Beispiel werden wir in der Lage sein, direkte Züge zwischen Rotterdam und Frankreich anzubieten, um den wachsenden Bedürfnissen unserer Kunden in diesem Bereich gerecht zu werden."
Die in Frankreich von Europorte 2, der Schienengüterverkehrs-Tochter von Eurotunnel, erworbenen Aktivitäten decken ein breites und integriertes Angebot an Dienstleistungen, einschließlich des nationalen und internationalen Schienengüterverkehrs, des lokalen Güterverkehr auf Nebenstrecken und Dienstleistungen für die Industrie ab.
Diese Aktivitäten ergänzen bestehende Dienste von Eurotunnel und stehen nicht im Wettbewerb mit diesen. Die neuen Tätigkeiten unterstützen das geplante Wachstum im Schienengüterverkehr der Gruppe. Im Jahr 2008 erwirtschaftete sie mit einer Belegschaft von ca. 600 Personen einen Umsatz von rund 50 Mio. €.
Jacques Gounon, Chairman und CEO von Eurotunnel, kommentierte: "Ich freue mich sehr, dass unser Angebot, abgegeben in Zusammenarbeit mit der SNCF-Gruppe, von Veolia ausgewählt wurde. Es ist ein entscheidender Schritt in der Entwicklung von Europorte 2 und dem nachhaltigen Wachstum der Groupe Eurotunnel. Aus strategischer Sicht besitzt der Schienengüterverkehr ein großes Potenzial für die Zukunft, insbesondere im Hinblick auf umweltbezogene Aspekte. "
Die Transaktion wird voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, nach Genehmigung durch die Kartellbehörden (WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 02.09.09).

RechteckTGV mindert Verluste von Fret SNCF
Das 1. Halbjahr 2009 führte dank der guten Entwicklung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs (TGV) in Frankreich nur zu einer begrenzten Abnahme der Aktivitäten der SNCF-Gruppe (-4%), wie die Bilanz der SNCF-Gruppe für das erste Halbjahr 2009 zeigt. Der Umsatzrückgang gegenüber dem ersten Halbjahr des Jahres 2008 ist durch die guten Ergebnisse des Fernverkehrs der SNCF in Frankreich (SNCF Voyages), des Regionalverkehrs (SNCF Proximités, Transilien und TER) sowie der Infrastruktur (SNCF Infra) aufgefangen werden.
Die operative Marge (EBITDA) der Gruppe ist um 52% auf 566 Mio. EUR gesunken. Der Nettogewinn des Konzerns lag am 30.06.09 bei -496 Mio. EUR, wovon -323 Mio EUR auf die Güterverkehrssparte "Fret SNCF" entfielen.
Die negativen Auswirkungen des Abschwungs wurden außerdem durch die Trägheit der Belastungen und das Fortbestehen struktureller Verluste verstärkt: das Defizit von Fret SNCF, der Mangel an Mitteln zur Modernisierung des Regionalverkehrs und Verluste aus bestehenden Verträgen mit dem Netzbetreiber RFF zur Wartung des Schienennetzes.
Trotz der drastischen Reduktion der Möglichkeiten zur Selbstfinanzierung hat die SNCF-Gruppe ein Programm von Investitionen über 1,1 Mrd. EUR in der ersten Jahreshälfte sehr proaktiv verwaltet, was aber automatisch zu einer Erhöhung der Verschuldung führt.
Guillaume Pepy, präsident der SNCF, erklärt: "Wir haben im 1. Halbjahr 2009 ein hohes Maß an Investitionen getätigt, um uns als Amtsträger am Plan zur Wiederbelebung der Wirtschaft zu beteiligen.
Dieses Engagement setzt in einer Zeit, in der die SNCF stark von der Krise betroffen ist, unsere Finanzstruktur unter Druck.
Deshalb haben wir nicht alle Anstrengungen unternommen, um unsere Kosten zu kontrollieren und die strukturellen Probleme des Schienengüterverkehrs, des Regionalverkehrs oder der Infrastruktur zu lösen. Diese strukturellen Fragen verringerten unsere Finanzierungsmöglichkeiten um mehr als 500 Millionen EUR in der ersten Hälfte des Jahres 2009.
Die dringende Lösung dieser Herausforderungen ist im Gange. In diesem schwierigen Kontext bleiben unsere strategischen Ziele erhalten, die SNCF zu einem der führenden Anbieter für globale Mobilität und Logistik in einer Branche zu machen, für die immer stärker die Themen Umwelt und Energie an Bedeutung gewinnen" (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 28.08.09).

RechteckVeolia Transport startet in Verhandlungen zum Verkauf von Veolia Cargo
"Veolia Environnement" kündigte am 31.07.09 exklusive Verhandlungen der Tochtergesellschaft "Veolia Transport" mit den Gesellschaften "Transport et Logistique Partenaires" (Groupe SNCF) und "Europort 2" (Groupe Eurotunnel) an, die ein Festangebot zur möglichen Übernahme von Veolia Cargo abgegeben haben.
Im Rahmen dieses Angebots sollen "Europort 2" den Erwerb der "Veolia Cargo France" und "Transport et Logistique Partenaires" die Aktivitäten der Veolia Cargo Deutschland, Benelux und Italien übernehmen.
"Veolia Transport" wird diese Angebote aufmerksam prüfen. Nach Anhörung der Vertreter der Mitarbeiter und der Genehmigung der zuständigen Regulierungsbehörden könnte die Veräußerung bis Ende des Jahres 2009 erfolgen.
Diese Abgabe würde zu einer Verringerung der Schuldenlast von Veolia Environnement um 95 Mio. EUR führen (Pressemeldung Veolia Environnement, 05.08.09).

RechteckParlament beschließt "Grenelle 1" - Fortschritt für drei Bahnprojekte
Unbeachtet von der deutschen Öffentlichkeit, die lieber über Abwrackprämien diskutiert, hat in Frankreich das Parlament am 23.07.09 endgültig einen vom Gemischten Paritätischen Ausschuss (Commission mixte paritaire) vorgeschlagenen Text des Gesetzes "Grenelle 1" beschlossen. Sowohl die Nationalversammlung (Assemblée nationale) als auch der Senat (Sénat) haben dem Text praktisch ohne Gegenstimme zugestimmt.
Der Gesetzestext wurde von der Mehrheit der UMP (Union pour un mouvement populaire) und der Sozialisten (PS) angenommen. Die kommunistischen Abgeordneten enthielten sich der Stimme, während die Grünen zu viele Zugeständnisse an die Atomlobby bemängelten und deshalb der Abstimmung fernblieben.
Ab Herbst 2009 ist vorgesehen, unter dem Titel "Engagement national pour l'environnement" die Umweltbelange des Gesetzes "Grenelle 1" weiter zu konkretisieren und in ein Folgegesetz "
Grenelle 2" einzubringen.
Unter dem Umweltgipfel "Grenelle de l'environnement" wurden seit Mitte 2007 die Vorschläge zur Einbeziehung ökologischer Gesichtspunkte in die französische Gesetzesgebung entwickelt. Dazu gehörten der Ausbau des Schienennetzes, neue Hochgeschwindigkeitsstrecken, die Förderung regionaler Nahverkehrsangebote und die Entwicklung der "Meeresautobahnen" (siehe Artikel im LOK Report 7/09: "Vier auf einen Streich").
Schon wenige Tage nach der Annahme des Gesetzes "Grenelle 1 " zeichnen sich für drei große Projekte des "Grenelle de l'environnement" und des Plans zur Wiederbelebung der französischen Wirtschaft (Plan de relance, entspricht unserem Konjunkturpaket) wichtige Fortschritte ab:
• Am 30. Juli wurde mit dem Protokoll über die Finanzierung der Hochgeschwindigkeitsstrecke Le Mans - Rennes der Netzbetreiber RFF zur Ausschreibung der Bauarbeiten als Public-Private-Partnership (PPP) aufgefordert (Der LOK Report berichtete).
• Am 31. Juli hat das Ministerium eine Gruppierung unter der Führung von Vinci Concessions aufgefordert, ihr endgültiges Angebot für das Projekt "CDG Express" (Charles-de-Gaulle Express) abzugeben.
• Ebenfalls am 31.07.09 hat auf Antrag von Jean-Louis Borloo und Dominique Bussereau der Netzbetreiber RFF die letzte Runde zur Ausschreibung der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke von Tours nach Bordeaux (LGV Sud Europe Atlantique) gestartet.
Diese drei Projekte erfordern Investitionen in Höhe von über 12 Milliarden Euro und schaffen rund 50 000 Arbeitsplätze für fünf Jahre (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire und andere Quellen, 04.08.09).

RechteckProtokoll zur Finanzierung der LGV Le Mans - Rennes unterzeichnet

Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und das Meer und Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, haben am 29.07.09 mit Gérard Lahellec, Vizepräsident der Region Bretagne, Patrick Delpech, Vize-Präsident der Region Pays de la Loire, Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de France (RFF) und den beiden Präfekten der Regionen das Protokoll zur Finanzierung der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Ligne à grand vitesse, LGV) Bretagne - Pays de la Loire unterzeichnet.
Das Protokoll legt die Bedingungen der Finanzierung der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Rennes und Le Mans (182 km) durch die öffentlichen Partner fest. Die Unterschrift stellt einen Meilenstein im Fortgang dieses Symbolprojekts unter dem Zeichen des Umweltgipfels "Grenelle Environnement" und des Plans zur Wiederbelebung der französischen Wirtschaft (Plan de relance) dar.
Auf der Grundlage dieser Finanzierungsvereinbarung fordern Jean-Louis Borloo und Dominique Bussereau den Netzbetreiber RFF auf, am 30. Juli 2009 die Ausschreibung zum Bau der Linie zu starten, um die Unterzeichnung einer öffentlich-privaten Partnerschaft im Jahr 2010 durchführen zu können.
Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke soll die
Fahrzeit zwischen Paris und Rennes um 37 Minuten verringern, um die Bretagne und das Pays de la Loire besser an das europäische Hochgeschwindigkeits-netz anzubinden.
Die nächsten Ziele des französischen Staates werden die öffentliche Finanzierung des Projekts "Sud Europe Atlantique", der Hochgeschwindigkeitsstrecke "Est Européenne" und der Umfahrung von Nîmes und Montpellier sein. Einen ausführlichen Beitrag über diese Projekte finden Sie im LOK Report 7/09
(Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 30.07.09).

RechteckFrankreich: Zugleitsystem "NexT" soll Verkehr in der Île-de-France beschleunigen
Im Zusammenhang mit der für das Jahr 2013 geplanten Verlängerung der RER-Linie E nach Westen in Richtung La Défense und Mantes la Jolie (Projekt "Est-Ouest liaison express", EOLE) haben der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) und die SNCF am 27.07.09 Studien über ein "Neues Betriebssystem Transilien" (Nouveau système d'exploitation Transilien), genannt "NexT", vereinbart, das die automatische Steuerung und Verwaltung der Züge im Großraum Paris und der Île-de-France erlauben soll.
Die Funktionen des neuen Systems werden in alle RER- und Transilien-Züge eingebaut, wobei sie die Interoperabilität mit den Teilen des Netzes, die noch nicht nachgerüstet sind, gewährleisten. Ihre Umsetzung wird die Qualität des Zugverkehrs verbessern, insbesondere soll eine bessere Pünktlichkeit erreicht werden. Die Kapazitäten der einzelnen Linien sollen um bis zu + 25% erhöht werden. Ziele sind eine Streckenkapazität von bis zu 40 Zügen pro Stunde und Richtung und eine deutliche Zunahme der Geschwindigkeit.
Das neue Leitsystem soll dann schrittweise auf weitere Teile des Eisenbahnnetzes in dichtbesiedelten und hochfrequentierten Bereichen ausgebaut werden. In der Ile-de-France soll es eine Antwort auf die wachsende Nachfrage nach öffentlichem Verkehr und die zunehmende Überlastung des bestehenden Streckennetzes geben.
Zu einem Zeitpunkt, in dem der Staat den Ehrgeiz zur Entwicklung des Projekts "Grand Paris" im Auge hat und die Region Ile-de-France Pläne zur erhöhten Mobilisierung darlegt, muss die Infrastruktur erneuert, modernisiert und ergänzt werden, damit Züge mit vergrößerter Leistungsfähigkeit, größerer Kapazität und mehr Komfort eingesetzt werden können. Réseau Ferré de France und Transilien SNCF wollen mit "NexT" noch besser auf die Erwartungen der Bevölkerung und die Wünsche der Behörden nach mehr Zugverkehr eingehen.
Das Projekt setzt die Ziele einer Partnerschaft für den Zeitraum 2009-2012 um, die der Staat, die Aktionäre, die Region und das "Syndicat des Transports d'Île-de-France (STIF) mit dem Réseau Ferré de France unterzeichnet haben.
Unverzüglich und parallel zur Entwicklung dieses neuen Systems prüfen Réseau Ferré de France und SNCF Transilien alle Möglichkeiten zur Verbesserung der Nutzung des bestehenden Systems (Pressemeldung SNCF, 28.07.09).

RechteckFusion von Veolia Verkehr und Transdev
Mit der Zustimmung ihres Investment Committees hat die Caisse des Dépôts (CDC, Depositenkasse) am 23.07.09 beschlossen, in exklusive Verhandlungen mit der Veolia Environnement im Hinblick auf die Zusammenlegung von Transdev und Veolia Transport zu treten. Die geplante Fusion soll die Schaffung eines neuen 50/50-Unternehmens erlauben, eines weltweit führenden Unternehmens im öffentlichen Personenverkehr, das beste Qualität und Service für die lokalen Behörden anbietet.
Der Verkehrssektor befindet sich als Reaktion auf zahlreiche Faktoren radikal im Wandel, dazu zählen ein verstärkter Personenverkehr, der als Folge des städtischen Wachstums und der Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung mehr Investitionen benötigt, die Konzentration bei den Anbietern und der zunehmende Wettbewerb.
Die geplante Fusion wird neue Chancen für die beiden Unternehmen durch die Bündelung ihrer Stärken und die Nutzung ihres jeweiligen Know-how erlauben. Das Projekt wird so zu einem globalen Marktführer im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs, mit rund 8 Mrd. € Pro-forma-Umsatz und 130.000 Beschäftigten. Es wird sich durch die gute geografische Aufteilung zwischen beiden Partnern sowie über die leistungsfähige Entwicklung von Synergien zwischen ihnen auszeichnen.
Das Vorhaben würde in Form einer Fusion zwischen der Veolia Transport und Transdev stattfinden, an der die Caisse des Dépôts und Veolia Environnement jeweils 50% besitzen. Diese Parität soll nach der Analyse und Bewertung der beiden Unternehmen durch die anschließende Anpassung der finanziellen Strukturen erreicht werden. Es ist geplant, das neue Unternehmen an die Börse zu bringen, sobald die Marktbedingungen dies zulassen.
Die geplante Fusion bedarf einer endgültigen Vereinbarung unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Regulierungsbehörden. Die Fusion läuft ab unter Zustimmung der RATP, die 25,6% der Transdev besitzt (WKZ, Quelle Veolia, 27.07.09).

RechteckEurotunnel will Veolia Cargo France kaufen
Wie die Groupe Eurotunnel SA auf der Bilanzpressekonferenz für das erste Halbjahr 2009 bekannt gab, ist man bestrebt, durch die Übernahme eines Güterverkehrsbetreibers auf dem aus Umweltgründen zukunftsträchtigen Marktsement des Güterverkehrs weiter zu wachsen.
Die Tochter Europorte 2 war die erste private Einrichtung, die im Februar 2004 eine Eisenbahn-Betreiber-Lizenz in Frankreich erhielt und im Jahr 2008 insgesamt 2718 Güterzüge fuhr und die Traktion für 847 Züge durch den Ärmelkanal-Tunnel übernahm.
Groupe Eurotunnel hat sich nun an der Ausschreibung für den Kauf der Tätigkeiten der französischen Töchter der Veolia Cargo (Veolia Cargo France, CFTA Cargo, Veolia Cargo Link und Socorail) beteiligt, bei denen ein Umsatz von rund € 50 Mio. im Jahr 2008 angefallen ist. Dieses Projekt wird in Verbindung mit einer Tochtergesellschaft der SNCF-Gruppe durchgeführt, die Angebote für die deutschen, niederländischen und italienischen Tochterunternehmen der Veolia Cargo abgegeben hat.
Diese Transaktion wäre das erste Projekt externen Wachstums für Groupe Eurotunnel, das durch die 2007 erfolgte finanzielle Umstrukturierung ermöglicht wurde. Sie soll die Entwicklung der Kerngeschäfte von Eurotunnel vorantreiben und gleichzeitig einen Beitrag zur Erhaltung unserer Umwelt leisten (WKZ, Quelle Eurotunnel, 27.07.09).

RechteckSNCF kündigt Vertrag mit Sicherheitsdienst Vigimark
Nachdem bekannt wurde, dass der französische Sicherheitsdienst "Vigimark Surveillance" 150 illegale Einwanderer ("travailleurs sans-papiers") schwarz bezahlt und unter unwürdigen Umständen in Sicherungsaufgaben für die SNCF als Wachleute auf dem Bahnhof Saint-Lazare und den Bahnhöfen der Pariser RER-Linien C und D arbeiten ließ, hat die SNCF den Vertrag mit Vigimarc am 17.07.09 gekündigt.
Die Vorwürfe der Gewerkschaft Sud-Rail besagen, dass die illegalen Einwanderer seit Oktober 2008 für 1300 Euro im Monat bis zu 17 Stunden hintereinander gearbeitet hätten. Nach einem Treffen am 08.07.09 zwischen SUD-Rail, und den Vertretern der "Sans-Papiers", des Ministerkabinetts (M. Supplisson), der Präfektur der Polizei von Paris (M. Julliard) und der Leitung der SNCF (M. Nogué DRH) haben alle Parteien ihre Bereitschaft erklärt, Verantwortung für die illegalen Einwanderer zu übernehmen, die den Mut hatten, aus der Illegalität auszutreten.
Der Sicherheitsdienst Vigimark sieht sich einer medialen Kampagne seitens der Arbeitnehmer, der Gewerkschaft und der SNCF ausgesetzt und bestreitet die Vorwürfe. Die illegalen Einwanderer seien nicht durch Vigimark selbst eingestellt, sondern im Jahr 2005 den gesetzlichen Bestimmungen gemäß von der SNCF übernommen worden (WKZ, Pressemeldungen Sud-Rail, SNCF, Vigimark, 20.07.09).

RechteckZulassung für TRAXX F 140 MS Version KL
Foto EPSF
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) erteilte am 03.07.09 die Genehmigung zur Zulassung der Lokomotiven des Typs TRAXX F 140 MS Version KL von Bombardier Transportation GmbH auf dem französischen Netz, die auch bereits für den Verkehr auf der Infrastruktur in Deutschland zugelassen sind.
Die Genehmigung beruht auf der Anwendung des Abkommens zur gegenseitigen Anerkennung von Fahrzeugzulassungen zwischen den beiden Ländern, einschließlich der notwendigen Anpassungen für die Fahrt auf den Netz des RFN, wie zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen, Konfiguration des elektrischen Systems für 25 kV 50 Hz und 1,5 KV Gleichstrom und neuer Stromabnehmer für 1,5 KV (WKZ, Pressemeldung EPSF, 13.07.09).

RechteckSekretariat zur Trassierung der LGV PACA konstituiert
Jean-Louis Borloo (Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung) und Dominique Bussereau (Staatssekretär für Verkehr) hatten am 11.02.09 Yves Cousquer (Leitender Ingenieur im Tiefbauamt) beauftragt, mit den beteiligten Partnern ein Sekretariat zur Planung der Hochgeschwindigkeitsstrecke Provence-Alpes-Côte d'Azur (LGV PACA) einzurichten, die noch vor dem Jahr 2020 in Betrieb gehen soll.
Die Zusammensetzung dieses Sekretariats ist wie folgt:
• Michel VAUZELLE, Präsident der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur;
• Eric CIOTTI, Präsident des Generalrats Alpes-Maritimes;
• Horace LANFRANCHI, Präsident des Generalrats Var;
• Jean-Noël GUERIN, Präsident des Départements Bouches-du-Rhône;
• Jean-Claude GAUDIN, Bürgermeister von Marseille;
• Eugène CASELLI, Präsident der Communauté urbaine de Marseille;
• Maryse JOISSAINS-MASINI, Abgeordneter des Departements Bouches-du-Rhône;
• Hubert FALCO, Staatssekretär für Verteidigung und Kriegsveteranen und Präsident der Toulon Métropole Méditerranée;
• Christian ESTROSI, Minister für Industrie und Bürgermeister von Nizza (Pressemeldung ÖBB, 02.07.09).

RechteckAGC "bibi" soll Brest mit Quimper und Nantes verbinden
Foto Region BretagneFoto  Region Bretagne
Verabschiedung eines Vorboten AGV "bibi" zur durchgehenden Zugverbindung Brest - Nantes am 10.06.09. Zweigleisiger Ausbau der Strecke Brest - Quimper hinter Dirinon und Begradigung der Kurven zwischen Châteaulin und Quimper.

Vor genau einem Jahr haben Vertreter des Generalrats (Conseil General) des Départements Finistère und des Regionalrats (Conseil Regional) der Region Bretagne ein Protokoll zur Entwicklung der Eisenbahn in der Bretagne unterzeichnet: Beide Teilnehmer verpflichten sich zur Erhöhung der Zugdichte im TER-Regionalverkehr zwischen Brest und Quimper (von sechs auf zwölf Züge/Tag), zur Verringerung der Fahrzeiten bis 2013 auf unter eine Stunde und zur Einführung direkter Zugverbindungen Brest - Quimper - Nantes ab 2010 mit der Inbetriebnahme der Hybridzüge AGC "bibi" von Bombardier, die die Abschnitte Brest - Quimper mit Diesel und Quimper - Nantes mit Elektrotraktion befahren können.
Während nun die ersten Studien zur Modernisierung der Infrastruktur vom Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) vorliegen, haben Jean-Yves Le Drian (Präsident des Regionalrats), Pierre Maille (Präsident des "Conseil général du Finistère"), Jean-Pierre Farandou (Generaldirektor SNCF Proximité) und Jean Bergé (Präsident von Bombardier Transportation France) am 10. Juni in Brest in Anwesenheit von François Cuillandre (Präsident Brest métropole Océane) und Bernard Poignant (Präsident Quimper Communauté, Iroise), den ersten Zug zwischen Brest und Lorient als Vorboten der Verbindung Brest - Quimper - Nantes abgefertigt.
Die Arbeiten an der Infrastruktur in Höhe von 60 Mio. € (davon sind 25,5 Mio. € von der Region und 25,6 Mio. € von den Gemeinden zu tragen) beinhalten bis Ende 2013:
• Doppelspurausbau auf einer Strecke von 13 km im Bereich Irvillac zur Kreuzung der Züge bei voller Geschwindigkeit.
• Begradigung von zehn Kurven zwischen Châteaulin und Quimper zur Erhöhung der Geschwindigkeit auf 140 km/h.
Ferner soll die Inbetriebnahme von neun Hybridzügen AGC "bibi" das Reisen zwischen Brest und dem Süden der Bretagne ohne Umsteigen in Quimper angenehmer machen (WKZ, Pressemeldung Region Bretagne, 23.06.09).

RechteckMultimodales Projekt Eurorennes
Grafik Region Bretagne
Intermodaler Anschluss des Regionalverkehrs an die Hochgeschwindigkeitsstrecke in Rennes..
Angesichts der zu erwartenden Zunahme des Verkehrs in Zusammenhang mit dem Projekt "Bretagne Grande Vitesse" (Hochgeschwindigkeitsanbindung der Bretagne), soll ein Zentrum für den multimodalen Verkehr bis zum Jahr 2025 den Zugang der regionalen Verkehrsträger an die Hochgeschwindigkeitsstrecke in Rennes erleichtern. Am 17.06.09 wurde der Vertrag zwischen dem Staat und den acht Partnern der Region Bretagne (Contrat de projets État-Region, CPER) zur Partnerschaft bei der Durchführung und Überwachung des Projekts "Eurorennes " geschlossen.
Die Anlage "EuroRennes" stellt eine Zone konzertierter Planung (Zone d'aménagement concerté, ZAC) dar. Die zur Zeit im Bau befindliche Hochgeschwindigkeitsstrecke LGV Bretagne - Pays de la Loire soll ca. 2014 die Stadt Rennes erreichen. Bis zum Jahr 2025 soll hier zur Anbindung des Nahverkehrs (Eisenbahn, Stadt- und Fernbusse) in einem intermodalen Schwerpunkt für Handel und Stadtentwicklung gebündelt werden.
Der Zeitplan zur Entwicklung des Verkehrsknotens Eurorennes sieht vor:
• 2010: Unterzeichnung eines "Contrat de Pôle", der die Perimeter zum Bau des Projekts und der Kosten und Erlöse im wirtschaftlichen Betrieb regelt.
• Ende 2014: Inbetriebnahme der ersten Stufe EuroRennes zeitgleich mit der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV) Bretagne - Pays de la Loire (siehe LOK Report 7/09) und Schaffung der TER-Anbindung.
• Ende 2018: Inbetriebnahme und Anschluss der U-Bahnlinie B
(WKZ, Pressemeldung Rennes Métropole, 23.06.09).

RechteckGemeinnützigkeitserklärung für LGV Tours - Angoulême
Grafik LOK Report 7/09Abschnitte der LGV Sud-Europe-Atlantique. Grafik aus LOK Report 7/09.
Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung, und Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, haben am 06.06.09 mit dem Premierminister François Fillon die "Verordnung zur Gemeinnützigkeit und vordringlichen Durchführung" (décret déclarant d’utilité publique et urgents) des Abschnitts Tours - Angoulême der Hochgeschwindigkeitsstrecke Sud-Europe-Atlantique (LGV SEA) unterzeichnet.
Diese Gemeinnützigkeitserklärung ist eine Voraussetzung zum Beginn der Bauarbeiten, deren Finanzierung im Zusammenspiel mit den betroffenen Gebietskörperschaften erfolgen soll.
Die Neubaustrecke SEA besteht aus einem zentralen Abschnitt Tours - Bordeaux und den drei anschließenden Ästen Bordeaux - Toulouse, Bordeaux - Spanien und Poitiers - Limoges. Sie erfordert Investitionen in Höhe von rund 16 Mrd €. Die Neubaustrecke ist Teil des durch den Runden Tisch "Grenelle de l'Environnement" vorgegebenen Schwerpunktprogramms zum Bau von 2000 km neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken bis zum Jahr 2020.
Den mittlere Abschnitt der Neubaustrecke SEA ist die Fortsetzung der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Paris und Tours. Er sieht den Bau der 302 km langen neuen Strecke zwischen Tours und Bordeaux und der Anschlüsse an das bestehende Netz mit Kosten von 7,1 Mrd € vor. Der erste Abschnitt von 121 km zwischen Bordeaux und Angoulême hat bereits am 18. Juli 2006 die Gemeinnützigkeit bestätigt bekommen.
Die Realisierung des mittleren Abschnitt Tours-Bordeaux soll die Fahrzeit zwischen Paris und Bordeaux um 50 Minuten senken. Der Bau der Neubautrasse wird außerdem neue Kapazitäten auf der bestehenden Strecke für die Entwicklung der Fracht- und TER-Verkehrs schaffen.
Einen ausführlichen Artikel zu den Neubauprojekten in Frankreich finden Sie in LOK Report 7/09 (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 16.06.09).

RechteckErweiterte Sicherheitsbescheinigung für Cola Rail
Foto EPSF
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) erteilte am 25. Mai 2009 eine erweiterte Sicherheitsbescheinigung für das Eisenbahnunternehmen Colas Rail. Diese Bescheinigung ersetzt die vorherige Bescheinigung und ermöglicht eine Erweiterung der verkehrsmäßig erschlossenen Strecken sowie die Beförderung von Gütern aller Art, mit Ausnahme von gefährlichen Gütern (WKZ, Pressemeldung EPSF, 01.06.09).

RechteckSNCF und RZD unterzeichnen Vereinbarung zur Zusammenarbeit
Eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit der französischen und russischen Bahnen wurde von Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, und Vladimir Yakounine, Präsident der russischen Eisenbahn (RZD), am 28. Mai in Sotschi in Russland unterzeichnet.
Die vorrangigen Maßnahmen für die Zusammenarbeit betreffen mehrere Bereiche, darunter:
• Fahrscheindistribution;
• Ausbildung russischer Eisenbahner;
• Entwicklung des Gütertransports per Bahn, insbesondere für die Automobilindustrie zwischen Europa, Russland und Asien;
• Zusammenarbeit im Bereich der Organisation und Verwaltung der Bahnhöfe, beispielsweise durch die Einrichtung von Partnerschaften zwischen russischen und französischen Bahnhöfen und die Ausbildung der Bahnhofsvorstände;
• Zusammenarbeit im Bereich des Hochgeschwindigkeitsverkehrs, insbesondere bei der Durchführung der künftigen Hochgeschwindigkeitslinie zwischen Moskau und St. Petersburg.
Die Eröffnung einer Repräsentanz der SNCF in Moskau im vergangenen März ist als Zeichen für den Willen zu sehen, neue Ziele der Zusammenarbeit zwischen der SNCF und RZD zu entwickeln (WKZ, Pressemeldung SNCF, 29.05.09).

RechteckNeue Wohlfühl-Toiletten für den TGV
Foto SNCF
Neue Designkollektionen Herbes sèches (Trockenrasen), Ruban d’eau (Wasserband), Galets (Kies) und Salle de Bain (Badesaal) in den TGV-Toiletten. Fotos SNCF.
Um den legitimen Erwartungen der Reisenden gerecht zu werden, lässt die SNCF im TGV die Toiletten neu gestalteten. So soll die visuelle und sensorische Wahrnehmung verbessert werden. Ab Mai 2009 werden ein neues Farbdesign und neue Funktionen in den Toiletten von 40 den Südosten Frankreichs anbindenden TGV Duplex-Zügen für eine Wohlfühl-Stimmung sorgen. Insgesamt sollen 108 TGV-Züge bis Ende 2010 umgestaltet werden, also 1/4 der TGV-Flotte.
Diese Initiative ist das Ergebnis der Erprobung "Créatoilettes" im Jahr 2008: in einem TGV wurden sechs unterschiedliche Dekorationen während vier Monaten getestet: Düfte, Licht, Musik, und Farbkombinationen. Dieser Test steigerte die Zufriedenheit der Reisenden in einer Bewertungsskala von 14/20 auf 11/20.
Angesichts dieser positiven Ergebnisse werden 600 Toiletten im Jahr 2009 neu ausgestattet, bis 2010 sollen es insgesamt 1400 sein.
Einige Konstruktionsmerkmale wurden geändert, um die Nutzung der Toiletten zu verbessern:
• Verlagerung der Kleiderhaken über dem WC zur Tür, damit keine in den Taschen der Kleidung abgelegten Handys mehr in die Toilette fallen können.
• Nicht blockierende Rollen für das WC-Papier
• Verwendung eines neuen Seifenschaums
• Duftendes Desodorierungsmittel
• Verbesserung der Beleuchtung durch Ersatz der gelben mit weißen Leuchten.

Die Neuerungen werden auch auf den Corail Intercity "Vivatoilettes" im Jahr 2009 sowie später auf den Toiletten von Corail Téoz und TGV Lyria übernommen.
Der Haushalt Reinigung für den TGV umfasst ein Investitionsvolumen von 58 Mio. € pro Jahr bei einer Belegschaft von 2000 Personen, die eine systematische Reinigung der TGV-Züge vor der Abfahrt (20 Minuten mit einem Team von 12 Personen pro TGV) als auch auf langen Fahrten wie zum Beispiel zwischen Rennes und Le Mans und von Bordeaux nach Dax erfordern (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 21.05.09).

RechteckAusschreibung für die "Autoroute ferroviaire atlantique" gestartet
Frankreich hat am 6. Mai die öffentlichen Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen für die "Autoroute ferroviaire atlantique" im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.
In Anlehung an das Hochgeschwindigkeitsprojekt »Sud Europe Atlantique« soll ab dem Jahr 2010 die »Autoroute ferroviaire atlantique« vom Süden Aquitaniens bis zur Ile-de-France und weiter nach Norden bis zum Departement »Pas-de-Calais« in Betrieb gehen. Langfristig kann dieser Dienst im Süden bis über die spanische Grenze hinaus verlängert werden.
Zwei Streckenvorschläge sind zwischen Poitiers und Bordeaux im Gespräch, einer über Niort und Saintes und eine östliche Variante über Ruffec und Coutras.
Schlusstermin für den Eingang der Bewerbungen ist der 26. Juni 2009.
Avis d’appel public à candidatures paru au Bulletin Officiel des Annonces des Marchés Publics
Avis d’appel public à candidatures paru au Journal Officiel de l’Union européenne (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 18.05.09).

RechteckAbsichtserklärung zur Fahrzeugzulassung zwischen Frankreich und Spanien
Foto EPSF
Zwei Absichtserklärungen zur gegenseitigen Anerkennung von Zulassungen für Schienenfahrzeuge (Lokomotiven, konventionelle und Hochgeschwindigkeitspersonenwagen, sonstige Wagen) wurden zwischen dem Generaldirektor der EPSF, Michel Aymeric und dem Generaldirektor von Ferrocariles, Luis Santiago Perez, unterzeichnet.
Diese neuen Regelungen erleichtern und verkürzen die Genehmigungsverfahren für Antragsteller und tragen dazu bei, den Marktzugang für die Betreiber in beiden Ländern zu erleichtern (Pressemeldung Établissement public de sécurité ferroviaire, 15.05.09).

RechteckBombardier liefert Nahverkehrszüge für die RER-Linie A in Paris
Ein Konsortium aus Alstom und Bombardier hat vom französischen Nahverkehrsbetreiber Régie Autonome des Transports Parisiens (RATP) die offizielle Bestätigung für einen Auftrag zur Lieferung von 60 Zügen für den Großraum Paris erhalten.
Die Order war bereits am 08. April 2009 verkündet worden. Der Auftrag über die 60 Züge hat einen Wert von ungefähr 842 Millionen Euro (1,1 Milliarden US-Dollar). Als Mitglied des Konsortiums ist Bombardier für rund ein Drittel des Projektes zuständig; der Anteil beläuft sich auf ungefähr 286 Millionen Euro (386 Millionen US-Dollar).
Bombardier Transportation wird die drei Mittelwagen der jeweils fünfteiligen Züge liefern. Insgesamt sind dies 180 Wagen. Entwicklung und Montage erfolgen im französischen Bombardier-Werk Crespin in der Region Valenciennes. Die Vorstellung des ersten Zuges ist für Dezember 2010 vorgesehen.
Von den neunziger Jahren bis zum Jahr 2000 hat dasselbe Konsortium die MI2NNahverkehrszüge entwickelt und gebaut. Diese Konstruktion bildet die Basis des neuen Zuges; dieser wird sich auszeichnen durch eine erweiterte Kapazität, höhere Leistung und eine umweltfreundliche Technologie.
Jean Bergé, President von Bombardier Transport in Frankreich, sagte: „Bombardier freut sich sehr über die Beteiligung an der Entwicklung und Produktion dieses Projektes. Gemeinsam mit Alstom und der RATP entsteht auf Basis des MI2N ein Zug der neuen Generation. Der MI09 zeichnet sich durch viele zusätzliche Ausstattungsmerkmale aus.“ (Pressemeldung Bombardier, 12.05.09).

Rechteck800 Millionen Euro zur Verdoppelung der Nahverkehrslinien
Grafik Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire
Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumplanung hat am 30.04.09 zusammen mit Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, Hubert Falco, Staatssekretär für Raumordnung, und Fadela Amara, Staatssekretärin für die Politik der Städte, in Anwesenheit der Abgeordneten der betroffenen kommunalen Körperschaften 50 Projekte für einen nachhaltigen städtischen Nahverkehr in 36 Agglomerationen außerhalb der Ile-de-France vorgestellt, die vom Staat zwischen 2009 und 2011 gefördert werden:
• Erweiterung der Metro in Marseille und Lyon;
• Erweiterung der Straßenbahnnetze wichtiger regionaler Städte;
• Projekte für neue Straßenbahnnetze;
• Projekte für Busnetze mit hohem Serviceniveau (bus à haut niveau de service, BHNS);
• Seilbahnprojekt in Grasse.
Ein Netz von 215 km an Straßenbahnlinien und 150 km an BHNS-Linien wird davon schon in den nächsten Jahren in Betrieb gehen.
Diese Projekte gliedern sich in den Prozess zur Förderung der nachhaltigen Stadt im Rahmen des rundes Tisches "Grenelle Environnement" (Grenelle der Umwelt) ein und entwickelten sich aus einer Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Oktober 2008. Ein zweiter Aufruf zur Einreichung von Projekt-vorschlägen soll im Jahr 2010 erfolgen.
Jean-Louis Borloo kündigte - wie in den Vereinbarungen zum "Grenelle Environnement" vorgesehen - die Rückkehr zur finanziellen Beteiligung des Staates in Höhe von 800 Mio. € als Hilfe für die Kommunen bei der Umsetzung der nachhaltigen Ziele an. Es handelt sich um eine nie dagewesene finanzielle Anstrengung des Staates zugunsten des öffentlichen Nahverkehrs.
"Dank dieser massiven Unterstützung des Staates können Arbeiten im Wert von etwa 6 Milliarden Euro innerhalb der nächsten drei Jahre durchgeführt werden, um ein 365 km langes Streckennetz für neue Verkehrsmittel zu bauen, was einer Verdoppelung des bestehenden Netzes entspricht. Die neuen Linien im Rahmen nachhaltiger Transportsysteme (Transport en Commun en Site Propre, TCSP) werden, nicht zu vergessen, wahrhaftige Linien des Lebens werden", sagte Staatsminister Jean-Louis Borloo.
Weitere Informationen:
Übersicht über die Projekte
Dossier de presse (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 04.05.09).

RechteckSarkozy präsentiert Projekt Grand Paris
Grafik Präsident der Republik
Foto Präsident der RepublikFoto Präsident der Republik
Foto Präsident der RepublikFoto Präsident der Republik
Das Projekt "Grand Paris" beinhaltet eine automatische Metro (130 km, rot), den Interconnexion TGV (violett), neue ergänzende Nahverkehrsprojekte (grün) und den Ausbau des Straßennetzes (gelb). Für die gelb markierten Zentren sollen von zehn Architekturbüros Entwürfe für die Vorstädte von morgen entworfen werden, deren Modelle im Pariser Architekturmuseum ausgestellt sind. Einige dieser Entwürfe zeigen die Fotos unten. Grafiken Präsident der Republik.
Am Mittwoch, dem 29. April, präsentierte der Präsident der Republik, Nicolas Sarkozy, den Entwurf des Projekts "Grand Paris" (Groß-Paris, Dateigröße 21 MB) in Anwesenheit von Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung, und Christian Blanc, Staatssekretär für Groß-Paris.
"Unter den entscheidenden Anstoß des Präsidenten der Republik ist Grand Paris nun ein ein ehrgeiziges und innovatives Projekt geworden. Es ist nicht nur das größte städtebauliche Projekt zu Beginn des 21. Jahrhunderts, sondern auch der Inbegriff für ein neues Projekt, das übergreifend sozial verbindende, umweltschonende, energiesparende und die Lebensqualität erhöhende Maßnahmen vereint", sagte Jean-Louis Borloo bei dieser Gelegenheit.
Die Minister begrüßten die Bestätigung des Projekts durch den Präsidenten der Republik, die angekündigte Umsetzung innerhalb kürzester Zeit, und die große Anzahl der im Projekt enthaltenen Projekte für den Verkehr:
• Verlängerung der RER-Linie E nach Westen und der Linie 14,
• Bau des CDG Express zwischen Paris und dem Flughafen Roissy,
• Pläne zur Verbesserung der RER-Linien A, B, C und D,
Die Teams "Verkehr" des Ministeriums, die für die technische Umsetzung und Praxis dieser Projekte zuständig sind, stehen bereits in enger Zusammenarbeit mit den Abgeordneten
(Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 01.05.09).

RechteckFrancilien auf Testfahrt in Wildenrath
Foto SNCF
Ein erster Zug des Francilien befand sich am 23. und 24.04.09 zu Testfahrten auf dem Versuchsgelände Wildenrath (Deutschland). Auf dem Programm standen Versuche mit Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h, Bremsprüfungen und Lärmmessungen.
In der letzten Woche konnten Christian Cochet, Direktor von "Transilien SNCF", und Serge Mery, Präsident des Verbandes "Syndicat des transports d'Ile-de-France", vor Ort den Fahrten des neuen Zugs der Ile-de-France beiwohnen. Nach der Zulassung im Herbst dieses Jahres soll der Zug im Dezember auf der Strecke Paris-Nord - Luzarches (Linie H) in Betrieb gehen.
Die Lieferung von 172 Zügen ermöglicht es, alle alten Züge (genannt die "kleinen grauen", "petits gris") in der Ile-de-France bis Ende 2012 zu ersetzen. Der Francilien wird gemeinsam von der SNCF und dem STIF beschafft.
Ein Video der Testfahrten gibt es auf der Seite des Transilien (WKZ, Pressemeldung Transilien, Foto SNCF, 30.04.09).

RechteckTrasse für die südliche Umfahrung Lyon festgelegt

Trasse "Plaine des Heyrieux-Sibelin Nord" der südlichen Umfahrung von Lyon (orange). Strecken mit TGV-Betrieb sind rot gekennzeichnet, Hochgeschwindigkeitsstrecken weiss. Grafik: LOK Report Europa Reiseführer.
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat nach ausführlichen Konsultationen mit den regionalen Administrationen beschlossen, die 21 km lange Trasse "Plaine des Heyrieux-Sibelin Nord" zur südlichen Eisenbahnumfahrung von Lyon (contournement ferroviaire de l’agglomération lyonnaise, CFAL) zu fördern. Die südliche Eisenbahnumfahrung soll im Jahr 2019 in Betrieb gehen.
Auf einer breit angelegten Konsultation mit den lokalen Entscheidungsträgern wurden insgesamt sieben mögliche Trassen in Erwägung gezogen. Über die Wahl dieser Trassen gab es starke Proteste der betroffenen Anwohner.
Die nun zur Auswahl gestellte Variante erfüllt die vorgegebenen Bedingungen am besten:
• Transport des gesamten Transit- als auch regionalen Güterverkehrs,
• Möglichkeit des weiteren Ausbaues des öffentlichen Personennahverkehrs auf den bestehenden Eisenbahnstrecken,
• Eisenbahnanschluß der großen Industrie- und Logistikzentren im Süden des Areals Lyon,
• Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgung der Agglomerationen des Departements "Loire" und des Ostens der Region "Rhône-Alpes".
Dominique Bussereau hob hervor, dass die gewählte Trasse die geringsten Auswirkungen auf das Stadtbild haben wird und die beste Integration in die bestehende Infrastruktur bietet. Der Staatssekretär für Verkehr forderte, dass die vom Netzbetreiber Réseau Ferré de France auszuarbeitenden Planungen nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt beinhalten sollen.
Zur Begleitung der absehbaren Zunahme des Eisenbahnverkehrs auf den bestehenden Eisenbahnstrecken hat Dominique Bussereau die Einrichtung eines speziellen Ausschusses unter dem Vorsitz des Präfekten der Region für die Entwicklung eines geeigneten Programms zur Bekämpfung der Lärmbelästigung auf den bestehenden Eisenbahnstrecken im Rhône-Tal angekündigt.
Weitere Informationen:
L'option Plaine d'Heyrieux - Sibelin Nord retenue
Karte der sieben Trassenvorschläge
Contournement ferroviaire de Lyon: les tracés de la colère (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 23.04.09).

RechteckFrankreich/Großbritannien: Eurotunnel und Eurostar leiden weiter unter den Tunnelbrand
Während des ersten Quartals 2009 litt Eurotunnel weiter unter den Folgen des Brandes vom September 2008. Die Nichtverfügbarkeit des Tunnelabschnitts "Intervall 6" im Ärmelkanal-Tunnel beeinträchtigte den Shuttle-Verkehr bis zur Wiederaufnahme der vollen Transportleistung Anfang Februar 2009 (Der LOK Report berichtete). Die Betriebsbedingungen wurden daher für acht der dreizehn Wochen des ersten Quartals negativ beeinflusst.
In diesem Zusammenhang verringerte sich der LKW-Shuttle-Verkehr um 55% gegenüber dem ersten Quartal 2008, der Pkw-Transport um 29% und die Passagierzahlen für den Eurostar um 12%. Es sei jedoch erwähnt, dass das erste Quartal 2008 (im Gegensatz zum gleichen Zeitraum im Jahr 2009) auch das Oster-Wochenende, einen zusätzlichen Tag im Februar und verschiedene Streiks und Störungen der Fährdienstbetreiber enthielt.
Die operativen Erträge im ersten Quartal 2009 beliefen sich auf insgesamt EUR 116 Mio., 34% niedriger als im ersten Quartal 2008. Im ersten Quartal 2009 erhielt Eurotunnel allerdings EUR 29 Mio. an Versicherungszahlungen als Ausgleich für die durch den Brand verursachten Verluste. Der Gesamtumsatz beträgt daher € 144,6 Mio., was einem Rückgang von 18% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr entspricht.
Auch die Bilanz von Eurostar war im ersten Quartal 2009 noch vom Tunnelausfall betroffen. Der Betreiber der Hochgeschwindigkeitszüge von Frankreich und Belgien nach Großbritannien verzeichnete im ersten Quartal 2009 einen Umsatz von 168,1 Millionen Pfund Sterling, was einem Rückgang von 5,8% im Vergleich zum gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr entspricht (Umsatz von 178,5 Millionen im Jahr 2008). Die Zahl der Reisenden sank auf 1,92 Millionen, dies ist ein Rückgang um 11,5% im Vergleich zum Vorjahr (2,17 Mio. im Jahr 2008).
Mit der Wiederstellung der zweiten Tunnelröhre konnte Eurostar eine Pünktlichkeit von 96% erreichen, während die Fluggesellschaften auf den Strecken Paris - London und London - Brüssel im Durchschnitt nur Werte um die 79% erreichen
(WKZ, Pressemeldungen Eurotunnel und Eurostar, 20.04.09).

RechteckVerbesserung des Eisenbahnanbindung der Region Basse-Normandie
Grafik LOK Report
Anbindung der Normandie an Paris über die Strecken Paris - Cherborg und Paris - Granville. Grafik LOK Report Reiseführer 2008/2009.

Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat am Montag, 6. April, in Caen einen Plan zur Verbesserung der Schienenanbindung der Region Basse-Normandie vorgestellt:
• Erhöhung der Kapazität und Qualität der Strecke Paris - Caen - Cherbourg durch Investitionen in Höhe von 4 Mrd. Euro in die Schaffung einer neuen Strecke zwischen Mantes und Nanterre (bei Paris) für direkte Züge von Paris Saint-Lazare in die Normandie und der Schaffung zweier Umfahrungen bei Bernay und Evreux. Die Studien für dieses Projekt werden in diesem Jahr gestartet, so dass die öffentlichen Anhörungen im Jahr 2011 beendet sein können, das Projekt wird um 2020 fertiggestellt sein. Ein erster Schritt zur Erhöhung der Kapazität wird bis 2015 erfolgen, dazu werden in Mantes, Poissy und La Défense für 240 Millionen Euro die Strecken ausgebaut.
• Auf der Strecke Paris - Granville erfolgt die Erneuerung des rollenden Materials, zwischen Argentan und Folligny wird der zweigleisige Ausbau den regelmäßigen Betrieb auf der Linie starken. Im Zuge der Streckenerneuerung werden besorgniserregende Bahnübergänge verbessert.
Der Zeitplan für die Modernisierung sieht wie folgt aus:
• 2009 Beginn der Studien zur Vorbereitung der öffentlichen Anhörungen
• 2011 Ende der öffentlichen Anhörungen
• 2013 Erneuerung des rollenden Materials, Inbetriebnahme eines Zugleitsystems und Studien zur Modernisierung der Strecke Paris - Granville
• 2015 Durchführung der Bauarbeiten zur Verbesserung der Anbindung Mantes - La Défense (240 Mio. EUR) und der Modernisierung Paris - Granville (100 Mio. EUR)
• Ab 2020, Umsetzung der neuen Infrastrukturen
In den nationalen Infrastrukturplan sollen die Planungen unter dem Leitsatz "d’une amélioration de la qualité de service offerte sur les axes Paris - Normandie par création ou modernisation de lignes" eingetragen werden
(WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 14.04.09).

RechteckBombardier liefert Nahverkehrszüge für die RER-Linie A in Paris
Der französische Nahverkehrsbetreiber Régie Autonome des Transports Parisien (RATP) hat am 09.04.09 bekannt gegeben, dass es einen Auftrag an ein Konsortium aus Alstom Transport und Bombardier Transportation vergeben und unterzeichnen wird. Gegenstand ist die Lieferung von 60 Zügen des Typs MI09 für die RER-Linie A im Großraum Paris.
Auf Basis des zu unterzeichnenden Vertrages wird Bombardier Transportation drei Mittelwagen für die fünfteiligen Züge liefern. Entwicklung und Montage erfolgen im Bombardier-Werk Crespin in der Region Valenciennes. Die Übergabe der Fahrzeuge ist für Dezember 2010 vorgesehen.
In den neunziger Jahren bis zum Jahr 2000 hat das selbe Konsortium die MI2N-Nahverkehrszüge entwickelt und gebaut; diese Konstruktion ist die Basis des neuen Zuges. Der MI09 wird sich auszeichnen durch eine erweiterte Kapazität, höhere Leistung und eine umweltfreundliche Technologie. Er wird aktuellen technischen Normen und Vorschriften angepasst.
Jean Bergé, President von Bombardier Transport in Frankreich, sagte: „Bombardier freut sich sehr über die Beteiligung an der Entwicklung und Produktion dieses Projektes. Gemeinsam mit Alstom und der RATP entsteht mit dem MI09 ein Zug der neuen Generation mit vielen zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen.“ (Pressemeldung Bombardier, 10.04.09).

RechteckAusschuss prüft Öffnung des regionalen Personenverkehrs für den Wettbewerb
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, setzte am Dienstag, 7. April, einen Ausschuss der beteiligten Interessengruppen (comité des parties prenantes) über die Modalitäten einer Öffnung für den Wettbewerb des regionalen Personenverkehrs (TER) ein.
Unter dem Vorsitz von Francis Grignon, Senator des Departements Bas-Rhin, bringt der Ausschuss alle Beteiligten des regionalen Schienenverkehrs zusammen: die zuständigen Behörden, den Staat, die SNCF, die anderen Eisenbahnunternehmen, den Schienennetzbetreiber RFF, die Vertreter der Fahrgäste und den Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und ökologische Fragen (Conseil Economique, Social et Environnemental).
In Anlehnung an die Umsetzung der TER-Regionalisierung vor zehn Jahren sind die Gesetze und bestehenden Organisationen zu prüfen, die geändert werden müssen, bevor eine Öffnung für den Wettbewerb stattfinden kann (Eigentum des rollenden Materials, Übertragung von Personalen, Zeitabläufe, usw ...). Über ein freiwilliges Experiment in einer oder mehreren Regionen müssen dann die Ergebnisse in der Praxis überprüft werden.
Der Ausschuss soll seine Empfehlungen im Frühjahr 2010 vortragen (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 08.04.09).

RechteckSophie Boissard übernimmt "Gares et Connexions"
Foto SNCF
Neues Logo der SNCF-Sparte "Gares et Connexions" und Foto der neuen Leiterin Sophie Boissard.
Um Wachstum und Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Vorbereitung auf die Öffnung für den Wettbewerb im Januar 2010 zu begleiten, baut die SNCF eine neue Einheit innerhalb ihres Unternehmens auf, die für den Betrieb und die Entwicklung der ca. 3000 französischen Bahnhöfen zuständig ist. Die Bahnhöfe wurden bisher von den Einheiten "Voyageurs France-Europe" (Fernverkehr) und "Proximités" (Nahverkehr) verwaltet.
Die neue Einheit mit dem Titel "Gares et Connexions" (Stationen und Verbindungen) handelt als ein eigenständiger und starker Betrieb gegenüber den wettbewerbsorientierten Tätigkeiten der Transportunternehmen: Sie ist der Garant für Fairness gegenüber allen Transporteuren, sowohl den historischen als auch den neuen Marktteilnehmern.
Unter der Leitung von Sophie Boissard unternimmt "Gares et Connexions" in Partnerschaft mit den Gebietskörperschaften Unterhalt, Ausbau und Entwicklung der Bahnhöfe in Frankreich, wobei die Multimodalität und die dynamische und harmonische Integration der Bahnhöfe im Herzen der Städte gefördert werden sollen.
Über die Schaffung der neuen Agentur sagte Guillaume Pepy: "Die Agentur Gares et Connexions wird es uns ermöglichen, den Bahnhof von morgen zu gestalten. Bahnhöfe sind die Herzen aller Transportleistungen: reale Orte des Austausches und der Ergänzung zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern. Bahnhöfe sind auch die Herzen der Stadt, wo sie zu Orten des Lebens und der Dienstleistungen für die Nutzer der städtischen Zentren werden. Gares et Connexions dient unserem Ziel, die Öko-Mobilität in den Dienst unserer Kunden und der Kommunen zu bringen. "
Sophie Boissard erklärt: "Der Start der neuen Einheit wird es ermöglichen, die Dienstleistungen für die Reisenden zu stärken. Mit Know-how und Erfahrung wird sie zu einer besseren Organisation der Städte und der Entwicklung der Ökomobilität beitragen: dies ist ein Projekt für Unternehmen und Gesellschaft, und ich bin sehr glücklich und stolz, es mittragen zu können."
"Gares et Connexions" umfasst sämtliche Kompetenzen eines neuen Unternehmens, dass unabhängig von den Betreibern die Erneuerung der Bahnhöfe vorantreibt. Die neue Agentur wird sich dabei auf bereits gemachte Erfahrung der SNCF-Personale in der Verwaltung und Gestaltung der Bahnhöfe stützen. Aus diesem Grund ist es selbstverständlich, dass die Verwaltung der Bahnhöfe weiterhin der SNCF mit ihrem erfahrenen Personal anvertraut wird, das bereits das Management multimodaler Verkehrsanlagen beherrscht. Bereits in den letzten Jahren hat die SNCF außerdem ein Programm zur Modernisierung der größten Bahnhöfe unter dem Titel "Gares en mouvement" (Bahnhöfe in Bewegung) in Gang gesetzt, dass interdisziplinär die Entwicklung neuer multimodaler Zentren in Einklang mit den örtlichen Repräsentanten vorantreibt.
Die Agentur "Gares et Connexions" organisiert sich um einen direkt der Generaldirektion der SNCF unterstellten nationalen Lenkungsausschuss (direction de pilotage national), der sich aus der Direktion der Bahnhöfe (Direction des Gares et de l’Escale, DDGE), der Direktion für Architektur und Raumplanung der Gebäude (Direction de l'Architecture de l'Aménagement et des Bâtiments, DAAB) sowie den für Bauvorhaben und Bahnhofsplanung zuständigen SNCF-Töchtern Groupe AREP und Groupe A2C zusammensetzt.
"Gares et Connexions" stützt sich auf regionaler Ebene ferner auf einen Ausschuss für die Ausrichtung der Bahnhöfe (Conseil d’orientation des gares) unter Vorsitz von André Rossinot, Bürgermeister von Nancy und Präsident der Städtegemeinschaft Grand Nancy, der die Aufgabe hat, Zukunftsforschung zu betreiben und innovative Experimente und Bewertungen zu begleiten.
Auf lokaler Ebene teilt sich die Agentur in multiregionale Gebietseinheiten
(WKZ, Pressemeldung SNCF, 08.04.09).

RechteckESTW-Inbetriebnahme durch Funkwerk auf Korsika
Die Korsischen Eisenbahnen (CFC) haben kürzlich auf Korsika fünf elektronische Stellwerke des Typs Alister von Funkwerk IT erfolgreich in Betrieb genommen. Der Auftrag wurde von der C.T.C. (Collectivité Territoriale de Corse), dem Netzeigentümer der Korsischen Eisenbahnen, an die Firma Vossloh Cogifer vergeben und ist Bestandteil eines größeren Modernisierungsprogramms des korsischen Eisenbahnnetzes.
Damit sind jetzt die ersten elektronischen Stellwerke, die auf speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) basieren sowie konsequent nach CENELEC entwickelt wurden und die höchste Sicherheitsstufe SIL 4 erreichen, im Einsatz. Die neuen Stellwerke wurden auf den Bahnhöfen Bastia, Furiani, Biguglia, Borgo und Casamozza im nord-östlichen Teil der Insel Korsika installiert. Der gesamte Streckenabschnitt wird von der übergeordneten Betriebszentrale in Bastia gesteuert.
Alister ist ein modulares, kompaktes und besonders wirtschaftliches Stellwerk, das hinsichtlich seiner Dimensionierung ganz auf die Bedürfnisse von Regionalstrecken mit kleinen und mittleren Bahnhöfen zugeschnitten wurde. Damit ist es hervorragend für den Einsatz im korsischen Eisenbahnnetz geeignet.
Die Verwendung von speicherprogrammierbaren Steuerungen für die Alister-Plattform bedeutet für den Betreiber eine hohe Wirtschaftlichkeit bei Investitionen und Lebenszykluskosten. Diese Standardkomponenten haben seit Jahren in der Industrie-Automatisierung höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit bewiesen. Die neuen elektronischen Stellwerke verbessern damit die Sicherheit und Effizienz auf der Strecke.
Als Generalunternehmer für diese erste Ausbaustufe war Vossloh Cogifer für die Ausstattung der Strecke mit der neuen Signaltechnik inklusive aller Außenanlagen wie elektrischen Weichenantrieben, Achszählern und LED-Signalen zuständig, wie auch für das komplette Engineering. Funkwerk IT lieferte das Stellwerkssystem Alister.
Abgeleitet von der Alister-Systemplattform hat Funkwerk IT darüber hinaus das elektronische Rangierstellwerk AlisterCargo für Anwendungen mit abgestuften Sicherheitsanforderungen (bis zu SIL 3) entwickelt. Dieses System wird bereits seit Jahren erfolgreich zur Steuerung von Rangier- und Abstellanlagen eingesetzt (Pressemeldung Funkwerk Information Technologies GmbH, 03.04.09).

RechteckTrägerunternehmen zur Entwicklung des regionalen Schienengüterverkehrs
Der Staatssekretär für Verkehr Dominique Bussereau kündigte am 31.03.09 die Einrichtung einer Trägergesellschaft (société de portage) zur Förderung der regionalen Anbieter für Güterverkehr in Frankreich (OFP, opérateurs de fret de proximité) innerhalb der nächsten Wochen an.
Diese Gesellschaft als Partnerschaft zwischen dem Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF), der Caisse des Dépôts et Consignations (Depositenkasse) und einer nordamerikanischen Entwicklungsgesellschaft (Railroad Development Corporation) wird für die lokalen Anbieter ein Kompetenzzentrum einerseits in Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten und andererseits in der operativen Durchführung des Güterverkehrs auf regionalen Kurzstrecken sein.
Der Staatssekretär für Verkehr weist darauf hin, dass mehrere Instrumente zur Förderung der OFPs und des Gütertransports auf regionalen Strecken eingeführt werden:
Rechts- und Verwaltungsvorschriften wie der Entwurf eines Gesetzes über die Organisation und Regulierung des Verkehrs, der eine größere Flexibilität für die OFPs sowie die Verwaltung der Infrastruktur der Strecken mit geringem Verkehrsaufkommen nur zum Transport von Waren ermöglicht.
Werkzeuge zur Unterstützung dieser Tätigkeiten wie die im letzten Juli eingeführten regionalen Verteilungspunkte, in denen Verlader, regionale Repräsentanten, professionelle Logistik- und Verkehrsanbieter, Verbände und Institutionen zusammenwirken
(WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 01.04.09).

RechteckFrankreich: Einweihung des Agglomeration-Verknüpfungsbahnhofs Evry-Courcouronnes
Foto SNCFFoto SNCF
Foto SNCFFoto SNCF
Modernisierte Bahnhofshalle Evry-Courcouronnes und das Busspurnetz zur Anbindung des Nahverkehrs (obere Zeile). Der Verkehrsknotenpunkt vor und nach der Sanierung (untere Zeile). Fotos SNCF.
Der am 23.03.09 eingeweihte intermodale Standort Evry-Courcouronnes (Essonne) ist der größte Verkehrsknotenpunkt in der Mitte des Departements Essonne und einer der wichtigsten Anschlusspunkte der dortigen Agglomeration. Er liegt im Zentrum von Evry in der Nähe des Rathauses, der Präfektur, der Kathedrale, der Universität Evry-Val- d’Essonne, des Einkaufszentrums Evry 2 sowie vieler Wohnungen.
Er besteht aus 3 Verknüpfungspunkten:
• ein Bahnhof bedient die Linie RER D (80 Züge pro Tag)
• zwei Busbahnhöfe für 23 Buslinien und Busse (mit mehr als 1 700 Fahrten pro Tag)
• ein Parkplatz mit 440 Plätzen (594 Plätze langfristig)
• ein Taxistand
• Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Beförderung
Drei öffentliche Nahverkehrssysteme stehen zur Verfügung:
• Die von der SNCF betriebene RER-Linie D Transilien. In der Woche verkehren hier täglich 192 Züge mit 8 Zügen pro Stunde in jeder Richtung zu Spitzenzeiten (34 000 Fahrgäste pro Tag).
• Die städtischen Busse der Gesellschaft TICE, die die fünf Gemeinden der Agglomeration Evry Centre Essonne sowie 20 Gemeinden des Essonne verbinden (20 000 Fahrgäste pro Tag)
• Das Verkehrsnetz Überlandverkehr Essonne, das vom Conseil Général de l’Essonne betrieben wird (6000 Fahrgäste pro Tag).
Der Schwerpunkt der Verkehrsleitung ist ein Busnetz von 17 Kilometern Länge, dass eine schnelle und zuverlässige Busanbindung der Agglomeration erlaubt. Diese Infrastruktur wurde seit der Gründung der neuen Stadt Evry entwickelt und dient der Anbindung der Bahnstrecken.
Der Umbau der Knotenpunkte im Großraum von Paris erfolgt im Rahmen des städtischen Nahverkehrsplans (PDUIF). Ein Ausschuss, dem Zentrum wurde am 2. Oktober 2001 der Präfekt von Essonne und das Vorgehen der Renovierung wurde im Dezember 2002. (WKZ, Pressemeldung SNCF, 30.03.09).

RechteckDeputy Chief Executive von Eurotunnel zieht sich zurück
Jean-Pierre Trotignon, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands bei Eurotunnel, hat aufgrund persönlicher und familiärer Umstände beschlossen, am 31. Mai 2009 sein Amt aufzugeben.
Jean-Pierre Trotignon hat Eurotunnel während der operativen und kommerziellen Umstrukturierung seit 2005 erfolgreich geführt. Er wird auch weiterhin seine Fähigkeiten der Gruppe zur Verfügung stellen und insbesondere bei Projekten von entscheidender Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens wie der Verbesserung der Infrastruktur im Tunnel, dem Schutz im Fall eines Brandes und der Konzeption der dritten Generation von Lkw-Shuttles mitwirken.
Jean-Pierre Trotignons derzeitige Zuständigkeiten werden durch die übrigen Mitglieder des Verwaltungsrats übernommen, die direkt dem Chairman und Chief Executive Jacques Gounon unterstellt sind (Pressemeldung Eurotunnel, 26.03.09).

RechteckHafen von Le Havre stellt sich neu auf
Der Große Seehafen von Le Havre wird künftig durch einen Vorstand mit Aufsichtsrat geführt. Dabei kann die Führungsspitze des Grand Port Maritime du Havre (GPMH) auch auf die Sachkompetenz eines neu eingerichteten Beirates für Geschäftsentwicklung zurückgreifen. Dieser vertritt Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen sowie Gebietskörperschaften und deren Verbünde.
Damit positioniert sich der nordfranzösische Hafen in einem weltwirtschaftlich schwierigen Kontext von Grund auf neu. Das Gesamtgeschäftsvolumen des Hafens von Le Havre weist im Januar 2009 verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresmonat einen Rückgang in Höhe von 2,4% aus. Dieses Negativwachstum ist auf einen Abschwung im Gütertransport zurückzuführen, der sich wiederum direkt aus der weltweiten Rezession ergibt. Beim Umschlagvolumen von flüssigem und festem Schüttgut sowie dem Passagieraufkommen lassen sich jedoch zufriedenstellende Entwicklungen beobachten. Ende 2008 wurde sogar eine wöchentliche Fährverbindung nach Irland in Betrieb genommen.
Insgesamt wurde das Geschäftsjahr 2008 von der Einführung der französischen Hafenreform geprägt. Der Hafen Le Havre verzeichnet für vergangenes Jahr einen leichten Anstieg des Verkehrsaufkommens auf insgesamt 80,5 Millionen Tonnen (+1,4 Prozent im Vergleich zu 2007). Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf Zuwächse beim Umschlag von flüssigem Schüttgut (+6,7 Prozent), Raffinerieprodukten (12,5 Millionen Tonnen, 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr) und vor allem von Rohöl, das mit einem Volumen von 34,8 Millionen Tonnen (+ 5,8 Prozent) mehr als zwei Drittel des Ergebnisses ausmacht. Aber auch der Ro-Ro- Verkehr sowie das Passagieraufkommen im Ärmelkanalverkehr konnten Zuwächse verbuchen. Rückläufig hingegen waren die Trends im Containerverkehr und beim Transport von festem Schüttgut.
Die strategischen Entwicklungsachsen des Hafen Le Havre für die nächsten Jahre sind im Einzelnen:
• Die erfolgreiche Umsetzung des staatlich-regionalen Partnerschaftsprojektes 2007-2013 mit Investitionen in Höhe von 624 Millionen Euro sowie Neuinvestitionen in einer Größenordnung von 300 bis 400 Millionen Euro
• Die Verdopplung des Containerverkehrs auf sechs Millionen TEU in 2015 mittels modernisierter Umschlagkapazitäten, mit einem Anteil von kombinierten Transporten in Höhe von 20 Prozent in 2015 und von 25 Prozent in 2020
• Die Vorbereitung auf Entwicklungen im Neuwagentransport und Unterstützungsleistungen für eine Intensivierung des Ärmelkanalverkehrs
• Die Bestätigung der strategischen Ausrichtung des Hafens auf den Umschlag von Energieträgern
Der Hafen von Le Havre nimmt dieses Jahr wiederholt an der Fachmesse Transport Logistic in München teil und präsentiert sich dort vom 12. bis 15. Mai in Halle B4 auf Stand 105/206.
Über Gilles Fournier: Die Industrieunternehmen Foure Lagadec et Cie und ACH Construction Navale waren die Hauptstationen in der Laufbahn von Gilles Fournier, 62 - in der Zeit von 1990 bis 1997 war er Vorstandsprecher bei Foure Lagadec et Cie und von 1997 bis 2000 Vorstandsvorsitzender bei ACH Construction Navale (Pressemeldung Hafenverwaltung Le Havre, FIZIT - Französisches Informationszentrum für Industrie und Technik, 17.03.09).

RechteckRFF-Verwaltungsrat beschließt Rekordausgaben für Infrastrukturausbau
Auf seiner Sitzung vom 12. März 2009 hat der Verwaltungsrat des französischen Schienennetzverwalters Réseau Ferré de France (RFF) unter Vorsitz von Hubert du Mesnil zwei wichtige Entscheidungen zum Sanierungsplan und der Zugänglichkeit von Bahnhöfen getroffen.
Zum einen hat der Verwaltungsrat das Programm zusätzlicher Investitionen im Rahmen des Plans zur Wiederbelebung der Wirtschaft (Plan de relance, der LOK Report berichtete) genehmigt, wie es in einem interministeriellen Ausschuss für Raumordnung und Wettbewerbsfähigkeit der Regionen am 2. Februar 2009 beschlossen wurde.
Dieses Programm sieht für den Bereich Schiene Investitionen in einer Höhe von 300 Mio. € für den Zeitraum 2009/2010 vor, die wie folgt verteilt werden:
204 Mio. € für die Erneuerung und den Ausbau des Schienennetzes regionaler Projekte. Es handelt sich um Maßnahmen zur Sanierung der Nebenstrecken oder zu Projekten, die bereits in den Verträgen zwischen dem Staat und den Regionen (Contrat de projets Etat-Région) angekündigt wurden, hinzu kommen die schon unterzeichneten Abkommen zum Ausbau der Schienennetze in den Regionen Midi-Pyrénées, Limousin und Auvergne.
79 Mio. € für vorbereitenden Arbeiten zu vier Hochgeschwindigkeitsstrecken. Die Gelder dienen der beschleunigten Weiterführung der LGV Est européenne bis Strasbourg, der Realisation der LGV Sud Europe Atlantique (Tours - Bordeaux) und der LGV Bretagne – Pays de la Loire (Le Mans – Rennes et Sablé) sowie der Umfahrung von Nîmes und Montpellier.
17 Mio. € für den Ausbau von 41 Bahnhöfen. Die Bahnhöfe sollen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ausgebaut werden.
Zum anderen hat der Verwaltungsrat seinen Präsidenten Hubert du Mesnil dazu ermächtigt, eine dreiseitige Vereinbarung mit dem Staat und der AFITF (Agence de financement des infrastructures de transport de France, Agentur für die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur in Frankreich) zu unterzeichnen. Diese Vereinbarung wird 37 Mio. € für die Finanzierung eines Programms zur Zugänglichkeit von Bahnhöfen für Personen mit eingeschränkter Mobilität bereitstellen, von denen 17 Mio. € über den Plan de relance zur Verfügung gestellt werden (siehe oben).
Durch die Zuteilungen des Wiederbelebungsplans in Verbindung mit dem mit dem Staat am 3. November 2008 abgeschlossenen Leistungsplan zur Stärkung des Schienennetzes (contrat de performance) wird die Höhe der Investitionen von Réseau Ferré de France in das Schienennetz im Jahr 2009 um 600 Mio. € im Vergleich zu 2008 steigen und die nie erreichte Höhe von 3,4 Milliarden Euro erreichen (WKZ, Pressemeldung RFF, 16.03.09).

RechteckSNCF mit soliden Ergebnissen 2008 trotz Wirtschaftskrise
Die Jahresbilanz 2008 der SNCF zeigt trotz der angespannten Wirtschaftslage im 4. Quartal solide Ergebnisse: Der Umsatz stieg um 7 Prozent, die EBITDA-Marge (EBITDA) um 12 Prozent, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um -2% und das Nettoergebnis der Gruppe betrug -48 Prozent.
Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, sagte: "Die Ergebnisse 2008 sind eher beruhigend mit Blick auf das Jahr 2009. Sie zeigen die SNCF als ein leistungsfähiges, robustes und engagiertes Unternehmen. Die SNCF will ihre auf das Jahr 2012 fixierten strategischen Ziele weiterverfolgen, denn wir befinden uns auf einem Markt der Öffnung und der Internationalisierung, und das trotz der schlechten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die negativen Folgen für die Konjunktur im Jahr 2009 können noch nicht in vollem Umfang vorhergesagt werden, wir müssen aber heute alles tun, um ihre Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Entwicklung des Unternehmens zu mindern und unsere Stärken bestätigen.
Im Bewusstsein unserer Verantwortung als öffentliches Unternehmen werden wir die Investitionen auf einem hohen Niveau im Jahr 2009 halten und am Plan zur Wiederbelebung der Wirtschaft partizipieren. Die Ergebnisse dieses Jahres ermöglichen es, dem Staat und den Beschäftigten im zweiten Jahr hintereinander eine Dividende zu zahlen."
Der Umsatz des Konzerns belief sich auf 25 188 Mio. € im Jahr 2008 oder +1 628 Mio. € im Vergleich zu 2007, was einer Zunahme von 7% entspricht. Für die einzelnen Abteilungen der SNCF stellt sich dies wie folgt dar:
• Infrastruktur & Technik (Infrastructure & Ingénierie): Gestiegenes Wachstum um 6% auf 282 Mio. € durch steigendes Verkehrsaufkommen und neue Programme zur Wiederbelebung wie "Impaqt" im Bereich von Paris.
• Regionalbereich (Proximités): Zunahme um 7% auf 427 Mio. €, hauptsächlich durch die Zunahme des Transportaufkommens im Jahr 2008, signifikant mit 9,3% für TER und +3.3% für Transilien.
• Bereich Reisen Europa und Frankreich (Voyageurs France Europe): Wachstum um 8% auf 552 Mio. €, trotz der negativen Auswirkungen wie des Brandes im Kanaltunnel und der wirtschaftlichen Probleme am Jahresende. Der Fernverkehr verzeichnet einen Anstieg um +8.2% gegenüber 2007, hervorgerufen durch das erste Jahr nach der Inbetriebnahme des TGV Est und der Zunahme des internationalen Verkehrs.
• Verkehr und Logistik (Transports & Logistique): Wachstum um 5% auf 399 Mio. €, im Wesentlichen hervorgerufen durch ein externes Wachstum um 375 Mio. € aufgrund der Erwerbe von Rohde & Liesenfeld, ITL und Oughtred & Harrison. Außerhalb des Konsolidierungskreises blieb der Umsatz nahezu stabil (+0,3%), was zeigt, dass nach einer Anfangsphase nach oben eine Rezession und ein Einbruch der Umsätze im letzten Quartal erfolgten.
Die operative Marge von 2 591 Mio. € oder 10,3% des Umsatzes stellt einen Anstieg um 12% gegenüber 2007 dar. Diese Änderung enthält jedoch eine positive Wirkung der Regulierung der Stromtarife, ohne die die operative Marge nur um 3% gestiegen wäre.
Dieser Anstieg ist in erster Linie ein Spiegelbild der Leistungsfähigkeit der Bereiche Voyageurs France Europe und Proximités. Die Branche Infrastructure & Ingénierie zeigt einen starken Anstieg im Jahr 2008, trägt aber nur einen geringen Beitrag zur SNCF-Gruppe bei, während der Sektor Transports & Logistique unter dem schlechten Wirtschaft am Ende des Jahres leidet.
Das Nettoergebnis der SNCF-Gruppe beträgt 575 Mio. €, gegenüber 1 117 Mio. € im Jahr 2007, was auf die hohen Verluste im Frachtbereich zurückzuführen ist
(WKZ, Pressemeldung SNCF, 13.03.09).

RechteckGegenseitige Anerkennung von Zulassungen in Frankreich und der Schweiz
Foto EPSF
Am Freitag, dem 6. März 2009, haben der Generaldirektor der französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire), Michel Aymeric, und der Direktor des schweizerischen BAV (Bundesamt für Verkehr), Max Friedli, in Bern zwei Arten von Vereinbarungen über die gegenseitige Anerkennung von Zulassungen für Schienenfahrzeuge und sonstige Marterialien für Reisende (Wagen) unterschrieben.
Diese neuen Regelungen erleichtern und verkürzen die Zulassungsverfahren für die Antragsteller und erleichtern den Marktzugang für die Bahnindustrie in beiden Ländern.
Die Unterzeichnung der Protokolle steht im Einklang mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung am 12. Januar zwischen dem Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, und dem Schweizer Bundesrat Moritz Leuenberger, dessen Ziel die Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern im Bereich der Eisenbahnsicherheit ist.
Am Rande der feierlichen Unterzeichnung gab es auf einem Treffen zwischen den nationalen Sicherheitsbehörden die Möglichkeit, verschiedene Themen für eine künftige Zusammenarbeit zu besprechen, wie die Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs oder die künftige Arbeit im Bereich der gegenseitigen Anerkennung für die Zertifizierung der Lokführer (WKZ, Pressemeldung EPSF, 10.03.09).

RechteckEurotunnel Group vereinfacht ihre Struktur
In Fortsetzung der finanziellen Umstrukturierung des Konzerns im Jahr 2007, die auch die Gründung einer neuen Holdinggesellschaft Groupe Eurotunnel SA (GET SA) vorsah, hat Eurotunnel am 06.03.09 die Vereinfachung seiner Konzernstruktur beschlossen.
Demnach werden die beiden Konzessionsgesellschaften (France Manche SA und Channel Tunnel Group Limited) zu direkten Tochtergesellschaften der GET SA. Bisher waren sie Tochtergesellschaften der ehemaligen Holding-Gesellschaften TNU SA und TNU PLC, die direkt und indirekt zu mehr als 99% von GET SA gehalten wurden.
Die Vereinfachung wird es der Gruppe erlauben, ihre Effizienz und Struktur für die Anleger klarer deutlich zu machen und zentrale Verwaltungskosten zu reduzieren.
Die Transaktion wird im Anschluss an bestimmte konzerninterne Transfers aus technischen Gründen vorerst nur mit der Fusion von TNU SA und GET SA erfolgen. Die Vereinfachung wird erst zu einem späteren Zeitpunkt auch den britischen Teil der Gruppe einschließen, ohne dass dies die Rechte der Inhaber von Verkehrsprivilegien beeinflusst.
Auf den Aktionärsversammlungen von TNU SA und GET SA am 28. April und 6. Mai sollen die Zustimmungen zur Fusion eingeholt werden. Der erste Aufruf zu diesen Hauptversammlungen wird in der Zeitschrift "Bulletin des annonces légales obligatoires" (Balo) am 11. März 2009 veröffentlicht (WKZ, Pressemeldung Eurotunnel, 09.03.09).

RechteckEurotunnel zahlt erstmals in seiner Geschichte Dividende
Aufgrund eines ausgezeichneten ersten Halbjahres und trotz des reduzierten Verkehrs in der nördlichen Tunnelröhre nach dem Brand im September konnte der Kanaltunnelbetreiber Eurotunnel sein operatives Ergebnis (EBITDA) im Jahr 2008 auf 421 Mio. € steigern, was in etwa 16% über dem Ziel des im Vorjahr aufgelegten Umstrukturierungsprogramms liegt.
Mit dieser Verbesserung und der Verringerung der Netto-Finanzverbindlichkeiten als Folge der finanziellen Umstrukturierung (-2% im Jahr 2008 nach -42% im Jahr 2007) stieg der Konzerngewinn für die Groupe Eurotunnel SA im Jahr 2008 auf € 40 Millionen. Der Gewinn ermöglicht es Eurotunnel zum erstenmal in seiner Geschichte, der Hauptversammlung der Aktionäre die Zahlung einer Dividende von 4 Cent pro Anteil vorzuschlagen.
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive von Eurotunnel erklärte: "Trotz des Vorfalls im September, markiert das Jahr 2008 deutlich das Ende der finanziellen Unsicherheiten für Eurotunnel. Durch ihre Effizienz und die Kontrolle der Kosten hat die Gruppe einen soliden Gewinn erwirtschaftet, zum erstennal in unserer Geschichte können wir die Zahlung einer Dividende an unsere treuen Aktionäre vorschlagen".
Genaue Daten entnehmen Sie der Pressemeldung von Eurotunnel (Pressemeldung Eurotunnel, 05.03.09).

RechteckAuslieferung der einhundertsten BB 475000 an die französische Staatsbahn
Foto  Siemens
Die staatliche französische Bahngesellschaft SNCF hat Ende Januar die hundertste Lokomotive vom Typ BB 475000 in Empfang genommen. Diese Lokomotive ist die erste einer Serie von 33 Stück mit Zugsicherungen auch für den Verkehr im deutschen Bahnnetz. Die zuvor ausgelieferten 99 Lokomotiven waren allein für das französische Bahnnetz bestimmt. Siemens Mobility liefert zusammen mit Konsortialführer Alstom insgesamt 400 Diesellokomotiven an die SNCF. Der Großauftrag aus Frankreich wurde im Februar 2004 unterzeichnet.
Die von Siemens und Alstom entwickelte Diesellokomotive BB 475000 erreicht mit 84 Tonnen Gewicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Innerhalb des Konsortiums entwickelte Siemens die Elektroausrüstung basierend auf der Eurorunner-Plattform und liefert den thermischen Teil.
Lokomotiven der Siemens Eurorunner-Plattform sind zugelassen in Deutschland, Österreich, Litauen, Hongkong, Slowenien, der tschechischen Republik und Rumänien. Insgesamt sind über 175 Eurorunner im Einsatz (Pressemeldung Siemens, 26.02.09).

RechteckNeuer Rundbrief zur Beobachtung von Strategien im europäischen Verkehr
Das Conseil National des Transports (CNT) hat einen neuen Rundbrief zur Beobachtung von Politik und Strategien für den europäischen Verkehr (l’Observatoire des politiques et des stratégies de transport en Europe) veröffentlicht.
Die neue Ausgabe Nr. 23 beinhaltet nach Ländern geordnet in französischer und englischer Sprache die Chronik der wichtigen Ereignisse im Jahr 2008 (Bahn, Straße, Schiffahrt) und eine statistische Analyse über die Güter-Binnenschifffahrt in der EU-27
(WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 26.02.09).

RechteckVeröffentlichung der Verkehrszahlen
Die Generaldirektion für Infrastruktur, Verkehr und Meer (Direction Générale des Infrastructures, des Transports et de la Mer) vom französischen Verkehrsministerium (Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire) veröffentlicht jährlich eine Zusammenfassung der neuesten Zahlen des Transports (Les chiffres du transport Édition 2009).
In der aktuellen Ausgabe 2009 sind aktuelle Daten über die Netze, Fahrzeuge, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit der einzelnen Verkehrssparten (Personen-und Güterverkehr) enthalten.
So erfährt man zum Beispiel, dass zwischen 2006 und 2007 die Zahl der elektrischen SCNF-Lokomotiven von 5565 auf 5544 zurückging, die der TGV-Antriebseinheiten aber von 408 auf 424 stieg
(WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 24.02.09).

RechteckTauziehen um SNCF-Tochter Seafrance
Die französische Fährreederei auf dem Ärmelkanal zwischen Dover und Calais, Seafrance, soll Zeitungsberichten zufolge von der Fährorganisation Louis Dreyfus Armateurs (LDA) übernommen werden, nachdem schon am Mittwoch die Entlassung von 650 Mitarbeitern angekündigt wurde.
Die SNCF kündigte am 19.02.09 in einer Pressemeldung allerdings an, den Fortbestand ihrer Tochterfirma sichern zu wollen. Unter Berücksichtigung der erheblichen konjunkturellen und strukturellen Schwierigkeiten, in derem Einfluss Seafrance steht, hat die SNCF einen Sanierungsplan vom Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft entgegengenommen, der nach einer Aufsichtsratssitzung am 16. Februar 2009 den Personalgremien am 17. Februar 2009 vorgestellt wurde.
Im Anschluss an verschiedene Pressemeldungen weist die SNCF darauf hin, dass sie noch kein förmliches Angebot zur Übernahme von Seafrance und/oder ihrer Mitarbeiter erhalten hat, der Ernst der Lage aber eine rasche Reaktion erfordern würde (WKZ, 23.02.09).

RechteckSanierung des Schienennetzes der Auvergne
Grafik Etat Région Auvergne Foto Préfecture d’Auvergne
Foto Préfecture d’Auvergne
Am 12. Februar haben der Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau und Arbeitsminister Brice Hortefeux mit dem Präsidenten des Schienennetzbetreibers Réseau Ferré de France (RFF), Hubert de Mesnil, und dem Präsidenten des Conseil Régional d'Auvergne, René Souchon, das Protokoll zur Sanierung des Schienennetzes der Auvergne unterzeichnet.
Die Verbesserung der Eisenbahnverbindungen dient dem allgemeinen Ziel der Stärkung der sozialen und wirtschaftlichen Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Region und der Verwirklichung der Ziele des "Grenelle Environnement".
Die Investitionen verteilen sich im Zeitraum 2009 - 2013 wie folgt:

• Eine vertragliche Partnerschaft (programme contractuel partenarial) über 180 Mio. € zwischen Staat, Region Auvergne und RFF (jeweils 60 Mio. €) dient der Sanierung der Regionalstrecken in der Auvergne und der Cevennen-Linie Clermont - Nîmes im Bereich Langeac - Langogne.
• Ein spezielles vom Staat beauftragtes und von RFF finanziertes Programm (programme spécifique) in Höhe von 33 Mio. €. dient der Sanierung auf dem zur Auvergne gehörenden Abschnitt der Linie Bordeaux - Lyon (Lavaufranche - Montluçon - Gannat - Saint-Germain-des-Fossés).
Die Auswahl der zu sanierenden Linien erfolgt nach folgenden Gesichtspunkten:

• Bereits im "contrat de projets État-région" (Vertrag zwischen dem Staat und den Regionen, CPER) erwähnte Linien, für deren Sanierung Arbeiten an Bauwerken, Tunnel, Brücken, Dämmen und Gräben ausreichen: Volvic - Clermont-Ferrand - Thiers, Clermont-Ferrand - Aurillac, Clermont-Ferrand - Le-Puy.
• Linien, die eine Totalsanierung erfordern: Le Puy - Firminy, Aurillac - Figeac, Aurillac - Brives (auf den Abschnitten der Auvergne).
• Linien, auf denen Sicherungsarbeiten durchgeführt werden, für die noch ein förmlicher Beschluss zur Fortführung der Arbeiten erwartet wird: Thiers - Noiret (Teil der Strecke Clermont-Ferrand - St Etienne), St-Georges-d'Aurac - Langogne (Teil der Strecke Clermont-Ferrand - Nîmes).

• Linien, die für den Güterverkehr Bedeutung haben, sofern sich potentielle Bewerber für eine effektive Nutzung dieses Verkehrsträgers finden.
Zur Optimierung der Kosten und Effizienz werden alle Arbeiten in der Regel durch die zeitweise Schließung der Linien durchgeführt
(WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, Conseil Régional d'Auvergne, 19.02.09).

RechteckEOQA-Zulassung für Bureau Veritas
Am 12. Februar 2009 erteilte die französische Sicherheitsbehörde "Etablissement public de sécurité ferroviaire" (EPSF) der Gesellschaft Bureau Veritas die Zulassung als "qualifizierte Einrichtung" (Organisme qualifié) zur Begutachtung von Projektierung- und Ausführungsarbeiten auf folgenden Gebieten: Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung, Fahrzeuge mit Ausnahme von Wagen, Güterwagen, Infrastruktur und Energie.
Es handelt sich um die dritte vom EPSF zugelassene Überwachungsorganisation mit dem Titel "Expert ou organisme qualifié" (EOQA). Im Oktober 2008 erhielt die TÜV RHEINLAND Intertraffic GmbH (TRITA) diese Zulassung (WKZ, Pressemeldung EPSF, 18.02.09).

RechteckFrankreich: Erster Francilien vorgestellt
Foto Bombardier
Foto BombardierFoto Bombardier
Bombardier hat am 06.02.08 den ersten Versuchszug des "Francilien" dem Präsidenten des "Syndicat des Transports d’Île-de-France" (STIF) und der Region Ile-de-France, Jean-Paul Huchon, und dem Präsidenten der SNCF, Guillaume Pepy, vorgestellt. Als Folge eines vom Rat der Region Ile-de-France ausgeschriebenen Wettbewerbs erhielt der neue Zug den Namen "Francilien".
Die Präsentation des Zuges fand in Anwesenheit von zahlreichen Abgeordneten des Rates vom STIF, von künftigen Nutzern der neuen Bahn sowie von Vertretern der SNCF statt, die den Zug auf der Transilien-Linie H im Norden von Paris ab Ende dieses Jahres einsetzen wird.
Der vorgestellte Zug ist einer der sieben Probezüge, die einem intensiven Versuchsprogramm zur Zulassung unterworfen werden
(Pressemeldung Bombardier, 18.02.09).

RechteckGruppe TDF zum Aufbau des GSM-R-Netzes ausgewählt
Hubert du Mesnil, Präsident des französischen Schienennetzverwalters Réseau Ferré de France (RFF), hat nach Prüfung der Angebote und nach Einholung der Stellungnahme des Beratenden Ausschusses die Finanzierung und Wartung des GSM-R-Netzes im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Partenariat Public-Privé) der TDF-Gruppe zugesprochen.
Der Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, begrüßte diesen Schritt, mit dem Projekt GSM-R in Frankreich die erste große Vertragspartnerschaft im Eisenbahninfrastrukturbau einzugehen. Der Staatssekretär wies darauf hin, dass viele weitere Projekte von öffentlich-privater Partnerschaft, insbesondere im grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr, in Kürze folgen werden:
• Tours - Bordeaux,
• Rennes - Le Mans,
• die Umfahrung von Nîmes und Montpellier sowie
• der CDGExpress (Carles-de-Gaulle Express).
Von den vier am 2. Dezember 2008 eingegangenen Angeboten (Der LOK Report berichtete) wurde das Angebot der Gruppe TDF als günstigstes Angebot im Hinblick auf die Kriterien der Ausschreibung ausgesucht. Doch falls die Gespräche mit der TDF-Gruppe nicht zustandekommen, wird RFF sofort mit den anderen Kandidaten der Reihe nach Gespräche aufnehmen, so dass der Vertrag, wie in der Veröffentlichung des Dekrets im Staatsrat vorgesehen, vor dem Sommer 2009 in Kraft gesetzt werden kann.
Das Telekommunikationsnetz GSM-R wird schrittweise bis zum Jahr 2014 auf über 14 000 km Schienen eingeführt. Das Netz soll für Zuggeschwindigkeiten von bis zu 500 km/h ausgelegt werden. Der Vertrag über die Partnerschaft umfasst die Finanzierung, den Bau und den Betrieb des Netzes über 15 Jahre für einen Betrag in der Größenordnung von einer Milliarde Euro. Diese Zahl setzt sich aus zwei etwa gleich großen Anteilen zusammen: den Investitionskosten einerseits und den Kosten für Betrieb und Instandhaltung andererseits.
Vier Angebote gingen für dieses Projekt am 2. Dezember 2008 ein:
• le « groupement TDF », constitué de TDF (mandataire), de Vinci Energie, Vinci Concessions, SFR, AXA Investment Managers Paris;
• le « groupement Eiffage », constitué de Eiffage SA (mandataire), associé à France Télécom;
• le « groupement Alcatel », constitué d’Alcatel-Lucent France (mandataire), de la Caisse des Dépôts et Consignations, et de Macquarie Capital Group Limited;
• le « groupement ETDE », constitué d’ETDE (mandataire), de Bouygues Télécom, Sogétrel, SNEF, Barclays European Infrastructure (II) Limited et de Dutch Infrastructure Fund
(WKZ, Pressemeldung RFF, 17.02.09).

RechteckEckdaten zur LGV Provence-Alpes-Côte d'Azur veröffentlicht
Jean-Louis Borloo (Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung), Dominique Bussereau (Staatssekretär für Verkehr) und Hubert Falco (Staatssekretär für Raumordnung) trafen sich am Mittwoch, 11. Februar, mit den gewählten Vertretern der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, um die Bedingungen für die Fortführung des Projekts der Hochgeschwindigkeits-strecke Provence-Alpes-Côte d'Azur (LGV PACA) festzulegen. Im Anschluss an die Sitzung wurde folgender Konsens erzielt:
• Aufgrund der Aufnahme in den Getzesvorschlag Grenelle I läuft dieses Projekt unter hoher Priorität (projet majeur). Es ist Teil des Mittelmeer-Bogens Barcelona - Marseille - Genua und ein Teil der 2 000 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecken, die in Frankreich bis 2020 fertiggestellt werden sollen. Das Projekt ist unverzüglich fertigzustellen.
• Einrichtung eines ständigen Sekretariats unter der Leitung von Yves COUSQUER, Leitender Ingenieur im Tiefbauamt. Er überwacht die Tätigkeiten aller Beteiligten und erstellt monatliche Berichte. Er untersucht die Möglichkeiten verschiedener Trassen, einerseits die Durchquerung der Metropolregionen von Marseille und Toulon und andererseits die Arbeiten im Raum Aix und im Departement Var. Überprüft werden auch die Einbindung einer Trasse im Departement Alpes-Maritimes und einer möglichen weiter nördlich verlaufenden Trasse.
• Eine Auswahl der Trassen wird vor dem 30. Juni 2009 angekündigt, im Anschluss an eine neue Ausschusssitzung am 15. Juni.
• Der Staatsrat hat sich verpflichtet, dass das Projekt im Einklang mit den Bedürfnissen der Bevölkerung und einem umfassenden Schutz der biologischen Vielfalt durchgeführt wird.
• Ein Finanzierungsplan wird vor dem 31. Dezember 2009 vorgeschlagen (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 16.02.09).

RechteckSNCF VFE zeigt dynamisches Wachstum in angespannter Lage
Der Bereich "Voyageurs France Europe" der SNCF (SNCF VFE) hat am 12.02.09 die Bilanzen 2008 und die Perspektiven 2009 auf einer Pressekonferenz dargelegt.
Im Jahr 2008 zeigte VFE ein starkes Wachstum mit einer Zunahme des Personenverkehrs um fast 9% in Frankreich wie in Europa, das waren insgesamt 128 Millionen Reisende. In Frankreich haben 98 Millionen Menschen im Jahr 2008 den TGV gewählt, bei 8 Millionen Passagieren im Jahr 2007 ergab sich ein Wachstum von 9,1%.
Der Verkehr auf internationaler Ebene wuchs entsprechend um 8,7% gegenüber 2007, das waren 20 Millionen Reisende im Jahr 2008. Der Marktanteil gegenüber dem Flugverkehr verstärkte sich durch verschiedene Angebote in europäische Ziele (Brüssel, London, Amsterdam, Genf, etc..) um 2,4 Prozentpunkte gegenüber 2007.
Das Wachstum der SNCF VFE hatte folgende Gründe:
• Der außergewöhnliche Anstieg der Ölpreise im Jahr 2008 führte zu einer deutlichen Verschiebung der Fahrgastzahlen vom Flugzeug und Auto zum TGV.
• Nach dem erfolgreichen Start des TGV Est wurden 2008 rund 12 Millionen Fahrgäste befördert. Auch Eurostar hat nach der Inbetriebnahme der High Speed 1 im Jahr 2007 trotz des Brandes im Tunnel unter dem Ärmelkanal den historischen Wert von 9 Millionen Passagieren Ende 2008 erreicht, was einer Zunahme des Verkehrs um 10% gegenüber 2007 entspricht.
• Das neue Tarif- und Serviceangebot (NoteS) führte zu einer durchschnittlichen Auslastung von 77% gegenüber 75% Ende 2007, ferner wurden Billigangebote über den Handel angeboten.
Im Jahr 2009 wird SNCF VFE rund 740 Mio. Euro investieren, davon rund 680 Millionen in das rollende Material: 14 Doppelstockzüge werden 2009 von Alstom geliefert, zusätzlich erfolgt die Modernisierung und Renovierung der bestehenden Corail-Züge. Die Auslieferung der neuen Züge ab 2009 wird eine größere Flexibilität im TGV-Verkehr bringen und dient der Sicherung des Fahrplans in Spitzenzeiten. Die Trassengebühren an den Netzbetreiber RFF werden bis zu 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2009 (+10,5%) betragen.
SNCF VFE sieht als Marktführer im Hochgeschwindigkeitsverkehr in der Öffnung des Wettbewerbs eine Chance für eine neue Phase der Entwicklung mit einem Marktanteil in Europa von mindestens 50% und mehr als 30 Millionen Reisenden im Jahr 2012.
Mit dem Eintritt neuer Betreiber forciert SNCF VEF keine Strategie der Eskalation. Vielmehr ist SNCF VEF im Laufe der letzten 15 Jahre sieben Joint Ventures eingegangen, die über die Grenzen nach Deutschland, Großbritannien, der Schweiz, Belgien, Luxemburg, Italien und Spanien führen, wie z. B. Eurostar und Lyria. Darüber hinaus beteiligt sich die SNCF an der Allianz Railteam, die eine Alternative zum Luftverkehr bietet. Schließlich beteiligt sich SNCF VEF mit bis zu 20% am neuen Mitarbeiter im Hochgeschwindigkeitsverkehr NTV (WKZ, Pressemeldung SNCF Voyageurs France Europe, 13.02.09).

RechteckSenat stimmt Entwurf zum Grenelle-Gesetz zu
Nach der fast einstimmigen Annahme in der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) am 21. Oktober 2008 hat am 10. Februar 2009 nun auch der Senat mit 312 von 331 Stimmen den Entwurf "Grenelle Environnement" oder "Grenelle 1" angenommen.
Jean-Louis Borloo, Staatsminister, Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung, Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, und Chantal Jouanno, Staatssekretär für die Ökologie, begrüßten "eine erneute historischen Abstimmung und ein großes Moment der nationalen Einheit für den Grenelle Umwelt und deren Verpflichtungen."
Seit 27. Januar wurde im Senat in der ersten Lesung der Gesetzentwurf "Grenelle 1" beraten.
825 Änderungsanträge wurden eingereicht, von denen 263 aus allen Bänken der Hohen Hauses angenommen wurden.
Zu den wichtigsten Punkten des vom Senat beschlossenen Gesetzentwurfs im Bereich Verkehrswesen gehören:

• Bestätigung der Priorität für zum Straßen- und Luftverkehr alternative Arten der Verkehrsführung.
• Verwendung bisher stillgelegter Eisenbahnstrecken zum Gütertransport oder für öffentliche und kommunale Verkehrsunternehmen, Förderung des Angebots "Auto-Train".
• Studie einer Anpassung der Autobahngebühren in Abhängigkeit von Zeitzonen, der Energieeffizienz und der Auslastung der Fahrzeuge.
• Erneuerung der Infrastruktur für die Pariser RATP und SNCF, Information der Öffentlichkeit in Echtzeit
(WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 12.02.09).

RechteckSNCF macht sich Gedanken zum Öffentlichen Verkehr morgen
Foto SNCFFoto SNCF
Foto SNCFFoto SNCF Moderne Fahrzeuge für Francilien (oben links) und TER (oben rechts), neue Triebfahrzeuge für Korsika (unten links) und Tram-Trains (unten rechts) bestimmen das Bild für den Nahverkehr.
Die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und Unternehmen wächst täglich. Der Zug und insbesondere das Zugangebot im Nahbereich sind im täglichen Leben zu einem umweltfreundlichen Angebot für eine große Zahl von Franzosen geworden.
Darüber hinaus verlangen das wirtschaftliche Umfeld, die Politik und die Gesellschaft vom SNCF-Bereich "Proximités", den für Verkehr zuständigen Organisatoren immer anspruchsvollere Lösungen anzubieten, die die Mobilität wettbewerbsfähig, zuverlässig und innovativ gestalten.
Jean-Pierre Farandou, Generaldirektor "SNCF Proximités" setzt sich für einen "öffentlichen Service für die Fahrten des täglichen Lebens durch massive Investitionen in die Entwicklung einer intermodalen und leistungsfähigen Ökomobilität" ein.
Die Anstrengungen der Behörden und der SNCF haben 2008 deutliche Fortschritte in der Zunahme des öffentlichen Verkehrs gebracht, diese betrugen + 9,8% für TER, 3,3% für Transilien SNCF und 4,1% für Corail Intercités.
Eine Vorschau auf zukünftige Aufgaben gibt der Bericht "Quelle mobilité publique demain?" (WKZ, Pressemeldung SNCF, 11.02.09).

RechteckFranzösische Eisenbahn führt TPS Train Planning System von HaCon ein
Die Réseau Ferré de France (RFF), seit 1997 der staatliche Betreiber des französischen Schienennetzes, hat sich für die Standard-Software TPS (Train Planning System) von HaCon entschieden. Ab sofort wird TPS schrittweise für die nationale Fahrplantrassen- und Kapazitätsplanung eingeführt. Die RFF verwaltet etwa 29.000 Kilometer des französischen Schienennetzes mit über 108.000 Hektar Bahngelände in rund 10.000 französischen Gemeinden.
Mit der neuen Software wird RFF den Kundenservice für Eisenbahnverkehrsunternehmen deutlich verbessern. Diese sollen künftig beispielsweise schneller Antworten auf Anfragen nach Trassen erhalten und werden kurzfristig informiert, wenn Baumaßnahmen Fahrplanänderungen nach sich ziehen.
Mit RFF setzt ein weiterer großer europäischer Eisenbahnnetzbetreiber auf das Produkt TPS von HaCon. Die Software gewährleistet eine diskriminierungsfreie Trassenplanung und Fahrplankonstruktion (Pressemeldung Hacon, 10.02.09).

RechteckEurotunnel wieder vollständig in Betrieb
Nach nur dreieinhalb Monaten Arbeit wurde am 9. Februar 2009 der Verkehr im Eurotunnel wieder in vollem Umfang zwischen dem Vereinigten Königreich und Kontinentaleuropa aufgenommen. Um 3 Uhr lokaler Zeit gab der britische Verkehrsminister Geoff Hoon das Abfahrtssignal für den ersten kommerziellen Shuttle-Service mit Kreuzung im Tunnel, wobei auch das seit dem 11. September 2008 gesperrte "Intervall sechs" im Nord-Tunnel befahren wurde. An Bord des Shuttle waren 30 Lastkraftwagen und deren Fahrer. Die Überfahrt dauerte nur 32 Minuten bei voller Geschwindigkeit.
Ab sofort fahren die Eurotunnel Shuttle wieder mit normaler Geschwindigkeit innerhalb von nur 35 Minuten durch den Tunnel. Auch Eurostar wird in Kürze wieder zu normalen Fahrzeiten von London nach Paris (2 Std. 15) und von London nach Brüssel (2 Std.) fahren.
Verkehrsminister Geoff Hoon: "Dies ist wirklich eine fantastische Leistung. Eurotunnel hat eine hervorragende Arbeit geleistet, um diesen wichtigen Teil der europäischen High-Speed-Infrastruktur so schnell wieder in Betrieb zu nehmen. "
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive von Eurotunnel erklärte: "Das Abfahrtssignal durch den Verkehrsminister ist eine Hommage an die Mitarbeiter dieses Unternehmens, die die Rekonstruktion unter Budget und früher als geplant schafften." (Pressemeldung Eurotunnel, 10.02.09).

RechteckPlan de Relance erlaubt Bau von vier HGV-Strecken gleichzeitig
Der am 2. Februar durch den Premierminister vorgestellte Belebungsplan zur Stärkung der Wirtschaft (Plan de relance) sieht den Leitlinien des runden Umwelt-Tisches "Grenelle Environnement" folgend 300 Mio. Euro an zusätzlichen Investitionen in das Schienennetz in den Jahren 2009 und 2010 vor. So steigern sich die Investitionen des Schienennetzbetreibers Réseau Ferré de France (RFF) von 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 3,4 Milliarden Euro im Jahr 2009.
Bereits das am 3. November 2008 zwischen dem Staat und RFF unterzeichnete Abkommen zur Stärkung der Leistung des französischen Schienennetzes (Der LOK Report berichtete) hat enorme Investitionen in das bestehende Netz zur Renovierung und Modernisierung freigesetzt: 13 Milliarden Euro an Investitionen sind bis 2015 vorgesehen, davon rund 1,5 Milliarden im Jahr 2009.
Damit wird es möglich sein, den Bau von vier Hochgeschwindigkeitsstrecken (LGV) gleichzeitig voranzutreiben, was noch nie gleichzeitig geschah:
• LGV Est européenne (Phase 2),
• LGV Sud Europe Atlantique (Tours - Bordeaux),
• LGV Bretagne - Pays de la Loire (Le Mans - Rennes et Sablé),
• Umfahrung von Nîmes und Montpellier.
Alle diese vier Projekte erfordern eine Investition von nahezu 14 Milliarden Euro. Seit Anfang 2009 werden Studien und Vorarbeiten sowie der Erwerb benötigter Flächen auf der TGV Est (Phase 2), der Neubaustrecke Bretagne - Pays de la Loire und der Einbindung der LGV Sud Est Atlantique in Bordeaux durchgeführt, um dort die Hauptarbeiten im Jahr 2011 beginnen zu lassen, wofür 61 Mio. € vorgesehen sind.
Schließlich sind 239 Millionen Euro für weitere Investitionen vorgesehen, wovon ein großer Teil in die Verbesserung der Infrastruktur in den Regionen:
• Modernisierung und Ausbau des Netzes,
• Bereitstellung von Mitteln für öffentliche Arbeiten und Ausrüstung - speziell für PME (Petites et moyennes entreprises, deutsch Kleine und mittlere Unternehmen, KMU) der Regionen,
• Investitionen in langfristige Projekte für nachhaltige Entwicklung.
Von den benötigten 600 Millionen Euro für die Netzinvestitionen im Jahr 2009 wird die Hälfte durch den Sanierungsplan aufgebracht und die andere Hälfte durch den Leistungsvertrag mit dem Staat am 3. November.
Diese Investitionen haben einen Multiplikatoreffekt auf die Wirtschaft der französischen Regionen, da viele der Projekte durch regionale Firmen im Rahmen der Verträge über Projekte zwischen Staat und Regionen 2007-2013
(Contrat de projets Etat-Région 2007-2013, CPER) durchgeführt werden (WKZ, Pressemeldung RFF, 09.02.09).

RechteckAFITF genehmigt Haushalt für den Infrastrukturausbau
Unter dem Vorsitz von Gérard Longuet hat der Aufsichtsrat der Agentur für die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur in Frankreich (l’Agence de Financement des Infrastructures de Transport de France, AFITF) den Haushaltsplan 2009 genehmigt.
Der Haushalt beläuft sich 2009 auf mehr als 2,8 Mrd. € an Zahlungsermächtigungen (crédits de paiement, CP), was einer Zunahme um 34% gegenüber 2008 entspricht. Er fördert außerdem mehr als 4,2 Mrd. € für neue Projekte: dieser Betrag entspricht einer Steigerung um 28% gegenüber 2008.
Der Beitrag des Staates zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur hat im Jahr 2009 eine außergewöhnliche Größenordnung. Er umfasst sowohl die Umsetzung des Programms "Verkehr 2009" des runden Tisches "Grenelle Environnement" als auch eine Steigerung der Investitionen im Rahmen des Plans zur Wiederbelebung der französischen Wirtschaft.
Das Budget lässt den Vorrang der Investitionen in alternative Verkehrsträger gegenüber der Straße erkennen, die in diesem Jahr 69% der Neuprojekte ausmachen, dh mehr als 2,9 Mrd. €.
• 821 Mio. € für die Projektgenehmigung (autorisation d’engagement, AE) und 611 Mio. € CP werden für den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecken LGV Rhin-Rhône (branche Est) und LGV Perpignan-Figueras benötigt. Beschleunigt werden sollen die Arbeiten zur Vorbereitung der LGV Bretagne Pays-de-Loire und LGV Est (2. Phase). Diese Mittel begleiten die Arbeiten und Studien im Vorfeld der Durchführung der anderen großen Projekte, wie der LGV Sud-Europe-Atlantique, der Umgehung von Nîmes und Montpellier, der LGV Rhin-Rhône (branches ouest et sud), der LGV Provence Alpes Côte d'azur (PACA) Lyon-Turin und dem Flughafenexpress Charles-de-Gaulle (CDG).
• Der Betrag 2009 zur Entwicklung der öffentlichen und nachhaltigen Nahverkehrsmittel (transports en commun en site propre, TCSP), die nach den Grenelle-Vereinbarungen bis 2020 insgesamt auf 1.500 km ausgebaut werden sollen, setzt sich aus 320 Mio. € EA und 352 Mio. € CP im Haushalt 2009 der AFITF zusammen, er dient insbesondere zur Beschleunigung der Projekte in der Ile de France.
• Das Projekt für den Canal Seine-Nord Europe sieht Zahlungsermächtigungen in Höhe von 27 Mio. € vor,
• Spezielle Finanzrahmen dienen auch der Unterstützung von innovativen Projekten für den Schienengüterverkehr und Seeverkehr (165 Mio. € AE und 45 Mio. € CP).
• Schließlich wird das Programm zur Modernisierung der Häfen unterstützt (38 Mio. € AE und 27,3 Mio. € CP) (Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 04.02.09).

RechteckIn Achères Ville entsteht der erste umweltfreundliche Bahnhof
Grafik SNCF
Grafik SNCFGrafik SNCF Konstruktion des neuen Bahnhofs Achères Ville mit fotoelektrischer Membrane (1), bepflanzter Bedachung (2), Warmwassererzeugung (3), Wärmepumpe (4), Regenwassergewinnung (5), Isolierwänden (6), lichtregulierter Verglasung (7) und Leitsystem für natürliches Licht (8). Die Isolierung der Wände erfolgt über Steine aus gebranntem Ton ("monomur"). Der Verbrauch an CO2 reduziert sich um 84 Prozent.
Am 30. Januar 2009 haben Jean-Paul Huchon, Präsident der Region Ile-de-France und Präsident vom "Syndicat des transports d'Ile-de-France" (STIF), Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, und Hubert du Mesnil, Präsident des Netzverwalters Réseau Ferré de France (RFF), symbolisch die Baustelle des neuen Bahnhofs von Achères Ville (Yvelines) eröffnet.
Der künftige Bahnhof, dessen Bau im Juni 2009 fertiggestellt sein soll, wird ein ein Muster für den ersten "ökologischen Bahnhof" der SNCF in Frankreich werden. Der Umbau wird auch die Verbesserung der Zugänglichkeit für Personen mit eingeschränkter Mobilität sowie für Reisende mit Gepäck oder Kinderwagen einschließen.
Das Projekt ist insbesondere innovativ in Bezug auf die Nutzung erneuerbarer Energien, so sollen die Installation eines Mini-Solarkraftwerks auf dem Dach des Hauptgebäudes und die Einführung neuer Verfahren zur Isolierung und zur Regulierung des Energieverbrauchs erfolgen.
Insgesamt verbraucht der neue Bahnhof 64% weniger Energie als die heutigen Bahnhöfe und die Emissionen von Treibhausgasen reduziert sich um 84%, das entspricht einer Fahrt von 90 000 km mit dem Auto (mehr als zwei Mal um die Erde!). Das Dach wird mit Sonnenenergie zu 25% der verbrauchten Energie beitragen, der Verbrauch von Wasser wird um 59% reduziert.
Die Kosten in Höhe von 3,2 Mio. € werden zu 57% durch die Region Ile-de-France, zu 40% von der SNCF und zu 3% von RFF getragen (WKZ, Pressemeldung SNCF, 02.02.09).

RechteckAnleihe zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten
Der französische Netzverwalter Réseau Ferré de France (RFF) hat eine neue Publikumsanleihe in Höhe von 500 Millionen € auf 15 Jahre mit BNP Paribas und Credit Suisse abgeschlossen.
Réseau Ferré de France hat sich gegenüber dem französischen Staat mit der Unterzeichnung eines Vertrags über die Stärkung des Schienennetzes (Der LOK Report berichtete) den Verpflichtungen aus der "Grenelle Environnement" unterstellt, die die Ziele der Modernisierung der Infrastruktur und die Modalitäten für die Einführung neuer Angebote auf dem Schienennetz definiert: Verbesserung des Zugangs und der Zuverlässigkeit des Netzes und Entwicklung der wirtschaftlichen Effizienz zur Stärkung im europäischen Markt.
Mit dieser Emission und der mit dem Staat abgeschlossenen jährlichen Finanzierungsvereinbarung zwischen 2 und 3 Mrd. € wird sich Réseau Ferré de France als Akteur auf den internationalen Kapitalmärkten bei der Entwicklung eines modernisierten öffentlichen Eisenbahnnetzes behaupten (WKZ, Pressemeldung RFF, 28.01.09).

RechteckZulassung für die Mehrfachtraktion TGV DASYE und TGV POS
Foto EPSF
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) erteilte am 20. Januar 2008 die Genehmigung für die kommerzielle Nutzung der TGV-Typen DASYE und POS in Mehrfachtraktion (unité multiple, UM).
Die neue Möglichkeit vereinfacht die Einsatzplanung der beiden TGV-Typen (WKZ, Pressemeldung EPSF, 27.01.09).

RechteckVeröffentlichung der Verkehrsstatistik
Das französische Verkehrsministerium (Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire) hat am 12.01.09 genaue Statistikdaten über den Güter- und Personenverkehr in Frankreich (Unternehmen, Infrastruktur, Fahrzeuge, Handel und Verkehr, Bildung, Sicherheit) in Form diverser Excel-Tabellen veröffentlich
(WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 26.01.09).

RechteckÄrmelkanaltunnel ab 10.02.09 wieder mit voller Kapazität
In der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2009 wird das Intervall 6 des Ärmelkanal-Tunnels wieder für den Verkehr freigegeben. Die Bauarbeiten und der Wiederaufbau der elektrischen Oberleitung werden dann abgeschlossen sein.
Mit einer Reihe von Tests zu Beginn des nächsten Monats wird die volle Kapazität des Tunnels wiederhergestellt, knapp dreieinhalb Monate nach dem Beginn der Arbeiten und deutlich vor dem Zeitpunkt der ursprünglichen Prognosen. Ab diesem Zeitpunkt können die Eurotunnel Shuttles und Eurostar-Züge wieder mit ihrer gewohnten Geschwindigkeit durch den Tunnel fahren.
Jacques Gounon, Vorsitzender von Eurotunnel, erklärte: "Ich beglückwünsche alle Beteiligten des Eurotunnel-Teams und der beteiligten Unternehmen. Sie haben die Wiederherstellung des Abschnitts "Intervall 6" in Rekordzeit vollbracht. Diese Leistung bedeutet, dass wir die Geschwindigkeit und Leichtigkeit der Tunneldurchquerung wieder herstellen können."
Der Ärmelkanal-Tunnel besteht aus drei Röhren, von denen zwei für den Verkehr der Züge und Eurotunnel Shuttles dienen. Die beiden Eisenbahntunnel sind in 6 Intervalle aufgeteilt. Seit dem Brand eines Euroshuttle-Güterzuges im September 2008 musste das "Intervall 6" renoviert werden. Die Arbeiten wurden am 18. Oktober von der Kontrolle der französischen Justiz im Rahmen ihrer laufenden Untersuchungen freigegeben (Pressemeldung Eurotunnel, 22.01.09).

RechteckSNCF und EPSF stellen Mitarbeiter ein
Als Antwort auf die schwierige Konjunkturlage kündigt die SNCF für das Jahr 2009 insgesamt 8000 Neueinstellungen an, davon 4500 für die Muttergesellschaft "Etablissement Public". In diesem Zusammenhang eröffnet sie schon im Januar eine Reihe von Einstellungsverfahren für den Beruf des Lokführers oder Teamleiters.
Der französische Netzbetreiber L’Établissement public de sécurité ferroviaire (EPSF) schreibt zum jahr 2009 die Stellen für 30 Führungskräfte und technische Spezialisten für Wartungsarbeiten im Bereich des Schienenverkehrs aus (WKZ, Pressemeldung SNCF, EPSF, 19.01.09).

RechteckEurotunnel verzeichnet nur leichter Rückgang der Einnahmen
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel SA, sagte am 15.01.09 anlässlich der Vorstellung der Zahlen für das Jahr 2009: "Trotz der geringeren Kapazität der letzten vier Monate ist es Eurotunnel gelungen, nur einen sehr leichten Rückgang der Einnahmen hinnehmen zu müssen, die nicht die eingeschätzte Größenordnung erreichten. Ein erfolgreiches Wirtschafts-Modell und eine reaktive Handelspolitik in Verbindung mit einem ständigen Ausbau der Qualität der Services haben es uns ermöglicht, unsere Position als Marktführer im Bereich des Cross-Channel-Transports zu behaupten".
Der Gesamtumsatz für das Jahr 2008 betrug € 704 Millionen, was einem Rückgang von 2% im Vergleich zu 2007 entspricht. Die Einnahmen aus der Bahn erfuhren eine Steigerung um 3% als Folge der erheblichen Zunahme der Zahl der Eurostar-Passagiere. Die jährliche Einnahmen waren gut in der ersten Hälfte des Jahres 2008, wurden durch das Feuer im Kanaltunnel Anfang September, das die Shuttle-Kapazität über 50% verringerte und zur Erhöhung der Fahrzeit um etwa eine halbe Stunde beitrug, aber verringert. Durch Konzentration auf die Schiene konnte aber gewährleistet werden, dass die Einnahmen für das vierte Quartal nur um 24% sanken.
• LKW-Shuttle Aktivität: Während der ersten Hälfte des Jahres 2008 erhöhte sich der Lkw-Verkehr um 7%. Zur Begrenzung der Folgen des Verlustes der Kapazität legte Eurotunnel seinen Schwerpunkt auf Kunden mit festen Verträgen. Durch eine verbesserte Auslastung konnte erreicht werden, dass die Anzahl der transportierten LKW im vierten Quartal 2008 nur um 45% sank. Insgesamt sank die Zahl der transportierten LKW um 11% für das ganze Jahr.

• Passagier-Shuttle Tätigkeit: Als Folge der Reduzierung der Kapazität betrug das Wachstum in der Zahl der beförderten Fahrzeuge im ersten Halbjahr +4% und reduzierte sich um 11% für das gesamte Jahr, auch wenn die Verringerung des Verkehrsaufkommens im vierten Quartal (-37%) weniger ins Gewicht fiel als die Verringerung der Kapazität (-50%).
• Eurostar: Nach dem Tunnelbrand konnte der Eurostar-Betrieb schon nach nur 30 Stunden wieder aufgenommen werden. Der Eurostar transportierte zum erstenmal mehr als 9 Millionen Passagiere im Jahr 2008 zwischen London und Paris und London und Brüssel, was einen Anstieg von mehr als 10% bedeutet.

Güterzugverkehr: Trotz des weiterhin rückläufigen Trends einer Reduzierung der Zahl der Züge im ersten Quartal 2008 (-13%), limitierte die Stabilisierung über die folgenden drei Quartale den Rückgang des Verkehrsaufkommens auf 4% für das Jahr, im vierten Quartal war sogar ein leichter Anstieg (+6%) zu beobachten. Auf der anderen Seite stieg die Menge der transportierten Tonnage im Jahr 2008 um 2% (1,24 Millionen Tonnen im Jahr 2008 im Vergleich zu 1,21 Mio. Tonnen im Jahr 2007) zum ersten Mal seit 2004 und zeigte damit den Erfolg der neuen Preisstruktur für den Schienengüterverkehr durch Eurotunnel im Oktober 2007 (WKZ, Pressemeldung Eurotunnel, 16.01.09).

RechteckSNCF legt Bericht zum Zustand der Oberleitungen vor
Nach mehreren Vorfällen mit den Fahrleitungen im Herbst 2008, bei denen es durch heruntergerissene Stromleitungen zu größeren Störungen im TGV-Verkehr kam (Der LOK Report berichtete), hat die SNCF an Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, einen Bericht über den Zustand und die Instandhaltung der Fahrleitung übergeben.
Der Bericht zeigt eine starke Verringerung der Zahl der Vorfälle seit den 90er Jahren und eine Stabilisierung des betrieblichen Verhaltens seit 2000. Doch die Auswirkungen auf die Kunden des nationalen Schienennetzes waren größer als früher, denn die Zwischenfälle haben auf Gleisen stattgefunden, auf denen viel Verkehr stattfand.
Der Staatssekretär für Verkehr zieht bereits folgende Schlüsse:
• Die SNCF, die für die Wartung der elektrischen Anlagen im Rahmen der vom RFF deligierten Verwaltung des Netzes zuständig ist, muss einen ordnungsgemäßen Betrieb gewährleisten.
• Der Vertrag vom 3. November 2008 zwischen dem Staat und RFF sieht eine Erhöhung der Mittel für die Erneuerung der elektrischen Anlagen und in erster Linie der Fahrleitung vor. Das Tempo der Erneuerung der Fahrleitung wird während des gesamten Zeitraums 2008-2015 um 40 Prozent beschleunigt. Ab 2009 werden 108 Mio. € investiert werden, um die elektrischen Anlagen zu erneuern oder Wartungsarbeiten durchzuführen.
• RFF wird vor dem Sommer 2009 einen Masterplan zur Elektrifizierung des nationalen Schienennetzes vorlegen, der die Behandlung von kritischen Punkten des Netzes und eine Optimierung der Instandhaltung enthält.
• Darüber hinaus fordert Dominique Bussereau die SNCF auf, die Betreuung der Kunden zu erhöhen, insbesondere im Hinblick auf die Informationen bei betrieblichen Störungen (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 14.01.09).

RechteckZulassung für die EMD JT42CWRM-100
Foto EPSF
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) erteilte am 31. Dezember 2008 die Baureihengenehmigung für die Lokomotive JT42CWRM-100 der Firma Electro Motive Diesel mit Sitz in den USA.
Diese Maschine für die Traktion von Güterzügen wurde auf der Grundlage der Class 66 Typ CA 660 zugelassen, die bereits auf dem Netz des RFN (Réseau Ferré National) fährt (WKZ, Pressemeldung EPSF, 14.01.09).

RechteckDrei Kandidaten für PPP-Vertrag zum Bau der Umfahrung Nimes/Montpellier
Grafik LOK Report
Neubaustrecke Nimes - Montpellier (gelb gestrichelt), Hochgeschwindigkeitsstrecken (weiß) und TGV-Linien (rot) in Südfrankreich. Grafik: LOK Report Europa Reiseführer 2008/2009.
Die Bekanntmachung zur Ausschreibung der Umfahrung von Nîmes und Montpellier im Rahmen eines Partnerschaftsvertrages (contrat de partenariat, partenariat public-privé, PPP) wurde im September 2008 veröffentlicht. Zum Abgabetermin am 7. Januar wurden nun die Anträge dreier Bewerber beim Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) eingereicht:
• "BOUYGUES TP"
• "VINCI Concessions"
• "EIFFAGE"
Der Netzbetreiber Réseau Ferré de France wird die Prüfung dieser drei Anträge im Hinblick auf eine Entscheidung zur Auswahl der Bewerber durchführen. Diese Auswahl wird einer beim Präsidenten der RFF angesiedelten beratenden Kommission zur Bewertung eingereicht, die das Verfahren zur Abgabe eines Angebots abschließt.
Die Umgehung von Nîmes und Montpellier ist eine der vier großen vom Präsidenten der Republik ausgewählten Eisenbahnprojekte zur Verbesserung des Schienennetzes. Es handelt sich um eine für Güter- und Personenverkehr vorgesehene Strecke von 71 Kilometern mit Kosten von 1,4 Mrd €. Das Projekt soll sowohl den Standard für den Güterverkehr nach Spanien erhöhen als auch die Attraktivität des Personenverkehrs in den Süden Frankreichs steigern. Durch die Neubaustrecke wird die Kapazität der Linie von 200 Zügen pro Tag auf rund 400 Züge im Personen- und Güterverkehr verdoppelt, die Geschwindigkeit des Schienengüterverkehrs steigt von 30 km/h auf über 100 km/h (WKZ, Pressemeldung RFF, 13.01.09).

Rechteck26. SITL Temps Réel im Zeichen der Logistik
Vom 24. bis 26. März präsentieren auf der in Paris stattfindenden Fachmesse rund 500 Aussteller ihre Produkte und Serviceleistungen Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die fünf Kompetenzbereiche Serviceleistungen für Transport und Logistik, logistische Infrastruktureinrichtungen, Logistikgebäude, Technologien und Informationssysteme für Logistikanwendungen sowie Transportausrüstungen und Materialflusstechnik.
Geprägt wird die diesjährige "SITL Temps réel 2009" (Temps réel für "Echtzeit") von der starken Präsenz kleiner und mittelständischer Unternehmen, die mit einem breit gefächerten und regional ausgelegten Angebot ausstellen. KMU der Regionen Nord-Pas-de-Calais, Normandie, Bretagne-Pays de la Loire und Languedoc-Roussillon werden ihre Lösungen auf den jeweiligen Gemeinschaftsständen präsentieren. Auch der 2007 gegründete KMU-Transportclub wird wieder mit einem Ausstellungsstand vertreten sein und internationale Unternehmen zusammenführen. Im Rahmen von rund fünfzehn halbstündigen Aussteller-Workshops bietet die "SITL Temps Réel" Fachbesuchern die Möglichkeit, Informationen über Serviceleistungen und Technologien zu erhalten.
Diese Workshops decken thematisch alle Kompetenzbereiche der Fachausstellung ab. Vier Plenarvorträge setzen sich insbesondere mit dem Thema "logistische Leistung" auseinander. Dazu gehören die Bereiche "Logistische Leistung in Frankreich", "Leistung von Transport- und Logistikunternehmen", "Mehr logistische Leistung durch den Einsatz neuer Technologien", und "Wie beeinflusst der E-Commerce die Entwicklung der logistischen Leistungsfähigkeit". Weitere zehn Fachvorträge runden das Vortragsspektrum ab.
In Form eines "Schaufensters der Innovationen" werden alle vor dem 27. Februar 2009 eingereichten Projekte ausgestellt. Die Teilnahme an den «Best Innovation»-Kategorien steht allen Branchenunternehmen offen: Transport- und Logistikleistungen, Logistikinformationssysteme, Logistikeinrichtungen und -standorte, Materialflusstechnik, E-Commerce - Logistikleistungen sowie optimierte Transport- und Logistikabläufe im Sinne der nachhaltigen Entwicklung. Anlässlich der Verleihung des zehnten Logistikpreises "Prix de l'Innovation logistique" organisieren die Messeveranstalter im Juni 2009 ein Event. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite www.sitl.eu (Pressemeldung SD COM, FIZIT - Französisches Informationszentrum für Industrie und Technik, 07.01.09).

RechteckAusschreibung LGV Bretagne - Pays de la Loire

Neubau-Hochgeschwindigkeitsstrecke Le Mans - Rennes (weiß gestrichelt), HGV-Strecken (weiß), derzeitige TGV-Linien (rot) und sonstige Bahnlinien (schwarz). Grafik LOK Report Europa Reiseführer 2008/2009.
Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) hat am 19. Dezember 2008 die Ausschreibung für den Vertrag zur Realisierung und den Betrieb der Hochgeschwindigkeitsstrecke Bretagne - Pays de la Loire (BPL) veröffentlicht.
Die 182 km lange Neubaustrecke zwischen Connerré (östlich von Le Mans), Sablé-sur-Sarthe und Rennes hat den Anschluss der Bretagne und des Pays de la Loire an das französische Hochgeschwindigkeitsnetz zum Ziel. Das Projekt wird einen Fahrzeitgewinn von 37 Minuten zwischen Paris und Rennes bewirken und darüber hinaus der gesamten westlichen Bretagne bis Saint-Malo, Rennes und Quimper besseren Anschluss gewähren. So sollen Brest und Quimper innerhalb von drei Stunden ab Paris erreichbar sein. Für die Region Pays de la Loire beträgt der Gewinn 22 Minuten zwischen Paris und Laval und 8 Minuten zwischen Paris und Nantes oder Angers.
Darüber hinaus ergeben sich bessere Verbindungen zur Küste der Regionen Loire-Atlantique und Vendée, wo die Elektrifizierung der Strecke Nantes - La-Roche-sur-Yon - Les Sables d'Olonne am 14. Dezember 2008 erfolgte (Der LOK Report berichtete).
Mit dem Dekret vom 26. Oktober 2007 wurde der Bau der neuen Linien in Einklang mit der Umsetzung des Runden Tisches "Grenelle de l’environnement" veröffentlicht.
Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Bretagne - Pays de la Loire zählt zu den großen Projekten, die vom Präsidenten der Republik am 4. Dezember 2008 im Rahmen des Plans zur Wiederbelebung der Wirtschaft angekündigt wurden. Die Regionen Bretagne und Pays de la Loire haben als Anführer der gesamten lokalen Partner des Projekts ihr starkes Engagement für die Verwirklichung der Linie eingebracht, am 29.07.08 wurde durch den Staat und Réseau Ferré de France das Absichtsprotokoll zur Gesamtfinanzierung des Projekts unterschrieben (Der LOK Report berichtete).
Der Netzbetreiber RFF ist zur Zeit mit der Leitung mehrerer großer Projekte in öffentlich-privater Partnerschaft eingebunden:
• Partnerschaft für die Realisierung des GSM-R.
• Konzession LGV Sud Europe Atlantique.
• Vorbereitung der Ausschreibung für die Umfahrung von Nîmes und Montpellier (WKZ, Pressemeldung RFF, 27.12.08).

RechteckWeihnachten in den Bahnhöfen
Foto SNCF
Zur Hauptreisezeit anlässlich der der Weihnachtsferien zeigt die SNCF am 19. und 20. Dezember 2008 vor allem für die jüngeren Fahrgäste auf 14 Bahnhöfen verschiedene Motive mit Weihnachtsgeschichten um den TGV.
Kinder, egal ob klein oder groß, werden von einem professionellen Fotografen fotografiert und können Sekunden später eine personifizierte Glückwunschkarte mit Foto in Empfang nehmen. Die SNCF bietet mehr als 300 000 Bilder für die Reisenden zu Weihnachten an.
Die Reisenden am 19. Dezember von 12 Uhr bis 20 Uhr und am 20. Dezember von 10 bis 18 Uhr in folgenden Bahnhöfen erwartet: Paris-Montparnasse, Paris-Nord, Paris-gare de Lyon, Paris-Est, Tours, Rennes, Lyon Part Dieu, Bordeaux, Nancy, Strasbourg, Lille Flandres, Toulouse, Nantes und Montpellier (Pressemeldung SNCF, 17.12.08).

RechteckAGV startet Testfahrten bei 360 km/h
Foto ALSTOM Transport / A.FevrierFoto ALSTOM Transport / A.Fevrier
Foto ALSTOM Transport / A.FevrierFoto ALSTOM Transport / A.Fevrier
Foto ALSTOM Transport / A.FevrierFoto ALSTOM Transport / A.Fevrier AGV-Tests auf der LGV Est im December 2008. Fotos ALSTOM Transport / A.Fevrier.
Nach vier Testmonaten auf dem Hochgeschwindigkeitsring im Bahnprüfzentrum Velim in der Tschechischen Republik hat der AGV1 seine ersten Testfahrten bei 360 km/h, der ausgelegten Betriebsgeschwindigkeit, begonnen. Die Testfahrten sind auf einem 170 km langen Abschnitt der "LGV Est européenne" zwischen den Bahnhöfen Champagne-Ardenne und Lorraine durchzuführen. Das ist dieselbe Strecke, auf der Alstom, die SNCF und RFF im April 2007 den Geschwindigkeitsweltrekord von 574,8 km/h aufgestellt hatte. Im Hinblick auf die zukünftige Genehmigung des AGV kann Alstom mit diesen Fahrten seine neue Hochgeschwindigkeitsplattform für die äußerste Betriebsgeschwindigkeit von 360 km/h validieren.
Fast 60 Ingenieure von den verschiedensten Standorten von Alstom Transport und Eurailtest2 sind daran beteiligt und werden insgesamt 12 Testnächte und über 7500 Steckenkilometer an Bord des AGV verbringen. Die dank der 400 Zugsensoren erfassten Messungen und Daten werden von Alstoms Konstruktionsabteilungen ausgewertet, die daraufhin die für die Validierung des Zuges notwendigen Anpassungen und Änderungen vorschlagen werden. Diese Tests werden am AGV-Prototyp durchgeführt, den Alstom gebaut hat, um die von den Ingenieuren und Konstruktionsbüros erzeugten Computersimulationen und -modelle unter realen Bedingungen zu testen.
Dieser Prototyp besteht aus sieben Wagen und dient als Labor für die Anforderungen aus den Testfahrten in Velim und nun für die Tests auf der osteuropäischen Hochgeschwindigkeitsstrecke. Nur zwei dieser Wagen weisen Sitze auf, während die anderen fünf ausschließlich für Testzwecke ausgestattet sind. Die ersten beiden und der fünfte Wagen dienen den Ingenieuren als Arbeitsplatz, im dritten sind die beiden Generatoren für die Stromversorgung der Messinstrumente untergebracht, und der vierte Wagen dient als Ersatzteillager für den Zug.
Auf der LGV Est hatte der Zug V150 den Geschwindigkeits-weltrekord von 574,8 km/h aufgestellt. Es handelt sich dabei um eine der wenigen Strecken in der Welt, auf der Züge mit einer Geschwindigkeit von 360 km/h fahren können.
Das intensive Testprogramm, das der AGV absolviert, verläuft nach einem Plan, der nahezu identisch mit dem in Velim ist, allerdings über einen viel kürzeren Zeitraum – an vier Wochenenden zwischen dem 21. November und 14. Dezember.
Bei den ersten Testfahrten wird die Geschwindigkeit begrenzt, dann schrittweise erhöht. Die Tests in Velim wurden bei Geschwindigkeiten zwischen 60 km/h und 200 km/h, der höchstzulässigen Geschwindigkeit vor Ort, durchgeführt, doch auf der osteuropäischen Hochgeschwindigkeitsstrecke wird der AGV über 200 km/h bis zu 360 km/h fahren. Aufgabe ist es nun, die Dynamik des Zuges und seiner Komponenten unter realen Bedingungen zu prüfen, d.h. bei Hochgeschwindigkeit auf offener Strecke im Fahrbetrieb. Gewisse physikalische Eigenschaften, insbesondere bzgl. Aerodynamik und Aeroakustik, wie z.B. die Auswirkungen der Wirbelströmung des Zuges auf gleisseitige Strukturen, sind ohne Testfahrten extrem schwierig einzuschätzen.
Die von den Ingenieuren durchgeführten Messungen werden deshalb alle kritischen Elemente des Zuges sowie die Gründsätze des Bahnhochgeschwindigkeitsverkehrs berücksichtigen.
Die erste Herausforderung ist es, die Rad/Schiene-Dynamik zu prüfen, d.h. die Qualität des Kontaktes zwischen diesen beiden Elementen. Da eine Darstellung per Computermodell extrem schwierig ist, sollen in den Tests auch die Quer- und Vertikalkräfte gemessen werden, die zwischen den Rädern und dem Gleis ausgeübt werden.
Außerdem soll der von den Fahrgästen wahrgenommene Schwingungspegel mit Hilfe von Sensoren und Beschleunigungsmessern, die auf den Drehgestellen und im Zuginneren angeordnet werden, überprüft werden. Im Falle des AGV, des ersten Hochgeschwindigkeitszuges, der vollständig aus Gelenkwagen besteht, ist es außerdem notwendig, die Dynamik des Zuges zu überprüfen.
Alstoms Ingenieure werden auch die Paarung Stromabnehmer/Fahrdraht untersuchen. Mit Hilfe von dachmontierten Kameras und Sensoren werden die Auswirkungen des Stromabnehmers auf den Fahrdraht bei verschiedenen Geschwindigkeiten sowie die Qualität der Stromabnahme beobachtet. Vor allem die Anzahl und Dauer von Lichtbögen werden den Ingenieuren Aufschluss über die vorzunehmenden Anpassungen geben. Die Messung der Fahrdrahtanhebung beim Vorbeifahren des Zuges wird ebenfalls wertvolle Informationen liefern.
Die Synchron-Permanentmagnetmotoren des AGV werden - was einzigartig in der Schienen­fahrzeugwelt ist - mit den neuesten Entwicklungen in punkto Steuerelektronik ausgestattet, die den Zugbetrieb unter allen vier Spannungsarten, die man in Europa vorfindet, ermöglicht: 1.500, 3.000, 15.000 und 25.000 Volt. Deren Betrieb bei diesen Spannungen sowie der Betrieb des Fahrantriebes war Thema einer sehr präzisen Anpassung in Velim. Auf der osteuropäischen Hochgeschwindigkeitsstrecke, bei der die Spannung bei 25.000 Volt liegt, wird deren Betrieb im Hinblick auf die Kontrolle des Phänomens des Durchdrehens der Räder in den Anfahrphasen und der Blockierung der Räder in den Bremsphasen überwacht.
Alle Funktionselemente des Zuges müssen nach demselben Plan revalidiert werden, wie er in La Rochelle und Velim für die statischen Tests durchgeführt wurde. Es müssen vor allem über 100 vom Fahrerstand gesteuerte Funktionen im normalen und eingeschränkten Betriebsmodus getestet werden: Steuerung der Stromabnehmer, Spannungswahl, Innen- und Außenbeleuchtung des Zuges, Klimaanlage und Schließen der Hauptschalter. Durch die Tests soll sichergestellt werden, dass im Störungsfall eines Ausrüstungsteils Informationen korrekt an den Fahrer zurückgegeben werden.
Die Auslegung des Bremssystems des AGV ist ein wichtiger Bereich in punkto Sicherheit, der sehr streng geregelt sein muss. Das System muss unter den extremsten Bedingungen, in Notsituationen, im normalen und eingeschränkten Modus und unter normaler und reduzierter Adhäsion getestet werden. Einer dieser Tests beinhaltet das Aktivieren des Zugbremssystems auf einem Gleisabschnitt, der mit Seifenwasser rutschig gemacht wurde, um z.B. Blätter auf der Strecke zu simulieren. Der Bremsweg des Zuges zeigt an, welche Anpassungen vorgenommen werden müssen.
Messungen zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) des Zuges werden ebenfalls durchgeführt. Im Fahrbetrieb darf der Zug seine Umwelt nicht stören (z.B. Interferenz mit Funk- oder Fernsehempfang), umgekehrt darf er nicht sensibel auf externe elektromagnetische Störungen reagieren und muss noch in der Lage sein, Daten per Funkfrequenz zu senden und zu empfangen. Integrierte Antennen ermöglichen es z.B., das Magnetfeld des Zuges zu messen.
Der AGV ist ein Transportmittel, das die Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung mit sehr niedrigen Treibhausgasemissionen erfüllt. Der AGV sendet nicht mehr als 2,2g/km/Fahrgast aus, 13 mal weniger als ein Bus (30g), 50 mal weniger als ein Auto (115g) und 70 mal weniger als eine Flugzeug (153g). Auch wenn der Rollwiderstand, einer der größten Elemente, die den Energieverbrauch des Zuges in die Höhe treiben, recht präzise in einem Windkanal simuliert werden kann, ist es dennoch ratsam, die Zugleistung unter realen Bedingungen zu verifizieren. Alstoms Ingenieure werden den aerodynamischen Koeffizienten (Cx) des AGV prüfen.
Die Reduzierung der Lärmbelastung ist ein weiterer Umweltaspekt, der für die Alstom-Ingenieure von besonderem Interesse bei der Konstruktion des AGV war - mit dem Ziel, den akustischen Komfort bei 300 km/h auf demselben Niveau zu halten wie den seiner Konkurrenten bei 300 bzw. 320 km/h. Die akustischen Tests werden darin bestehen, Antennen entlang des Gleises zur Messung der Geräuschemissionen beim Vorbeifahren des Zuges und zur Aufdeckung der Geräuschquellen anzuordnen. Ebenso wie zum Fahrgast- und Fahrerkomfort wird auch eine Reduzierung der aerodynamischen Geräusche und Rollgeräusche genauestens untersucht. Mikrophone, die auf verschiedenen Höhen im Fahrerstand, in den Wagen und in den Gängen installiert werden, ermöglichen die Simulation der Fahrgastwahrnehmung auf den Sitz- und Stehplätzen.
Nach den vier Testwochenenden auf der osteuropäischen Hochgeschwindigkeitsstrecke wird der AGV zum Prüfzentrum Velim zurückkehren, wo er sein Validierungsprogramm beendet. Er wird auch 2009 im italienischen Bahnnetz verkehren, um die Genehmigung für die Auslieferung der von NTV bestellten Züge zu erhalten. Das italienische Verkehrsunternehmen hat einen festen Auftrag über 25 Züge (mit einer Option für weitere 10 Züge) erteilt – zusammen mit einem entsprechenden Wartungsvertrag über einen Zeitraum von 30 Jahren. Die ersten Serienzüge werden ab 2010 ausgeliefert (Pressemeldung Alstom 13.12.08) (Pressemeldung Alstom 13.12.08).

RechteckElektrifizierung und TGV-Betrieb Nantes - Les Sables d’Olonne
Grafik LOK Report Europa Reiseführer 2008/2009
Neu elektrifizierte Strecke Nantes - La Roche-sur-Yon - Les Sables-d'Olonne und neuer TGV-Anschluss (orange). Alte TGV-Verbindungen sind rot unterlegt. Grafik LOK Report Europa Reiseführer 2008/2009.
Dank der Elektrifizierung der Strecke Nantes — La Roche-sur-Yon — Les Sables d’Olonneb können Reisende ab Fahrplanwechsel am 14.12.08 direkt von Paris-Montparnasse mit dem TGV nach La Roche-sur-Yon und Les Sables d'Olonne ohne Umstieg in Nantes fahren.
Nach Ministerbeschluss vom 18. August 2005 und der Vereinbarung zur Finanzierung vom 16. Dezember 2005 konnte dieses Projekt vom Staat und der Region Pays de la Loire abgeschlossen werden. Nach drei Jahren Arbeit freuen sich alle beteiligten Partner (Präfektur der Region Pays de la Loire, Regionalrat der Region Pays de la Loire, Generalrat der Vendée, Generalrat Loire-Atlantique, Gemeinschaft Pays Yonnais, Gemeinschaft Olonnes, Réseau Ferré de France und SNCF), das Ende der Bauarbeiten, die Inbetriebnahme neuer elektrischer Züge im Regionalverkehr TER und die Ankunft des ersten TGV feiern zu können.
Weitere Informationen: Pressemeldung SNCF (WKZ, Pressemeldung SNCF, 12.12.08).

RechteckÖffnung der Häfen für ausländische Betreiber
Foto Invest in France
72 Prozent der französischen Importe und Exporte werden bereits auf dem Seeweg abgewickelt. Ziel der Hafenreform ist eine nachhaltige Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Mit der am 4. Juli 2008 in Kraft getretenen Hafenreform wurde der Grundstein für ein umfassendes Wachstumsprogramm gelegt. Die Reform sieht die Privatisierung des Güterumschlags und die Vergabe langfristiger Lizenzen für den Betrieb der Containerterminals vor. Dadurch kann das Management und die Entwicklung der Häfen in die Hand von privaten Betreibergesellschaften und neuen ÖPPs (öffentlich private Partnerschaften) gelegt werden. Alle mit der Abwicklung von Waren und Gütern betrauten Hafenarbeiter werden von privaten Betreibern übernommen. Dabei kann es sich auch um ausländische Transportunternehmen handeln. Zu den vor Ort ansässigen Firmen gehören bereits die Firmen Prologis, Gazeley, Daher, Katoen Natie, SDV, DHL, Schenker und Dresser.
Aufgrund der geographischen Lage spielt Frankreich eine wichtige Rolle im Seetransport: die 3.427 Kilometer lange Küstenlinie erstreckt sich von der Nordsee bis zum Atlantik und entlang des Mittelmeers. Die französischen Seehäfen verfügen über ein Gesamtumschlagvolumen in Höhe von 384,7 Millionen Tonnen. 101,6 Millionen Tonnen entfallen dabei auf die Häfen von Le Havre und Rouen und 100 Millionen Tonnen auf den Hafen von Marseille. Übertroffen werden diese Häfen in Europa nur von Rotterdam (430 Millionen Tonnen), Antwerpen (200 Millionen Tonnen) und Hamburg (140 Millionen Tonnen). Etablierte Seeverbindungen sowie die kürzlich eingerichteten intereuropäischen Kabotagestrecken tragen zur Weiterentwicklung der französischen Häfen bei.
Zu den namhaften französischen Reedereien zählen heute Cetragpa, Marfret, Socatra, Bourbon, Louis Dreyfus, Geogas und die Compagnie Maritime Nantaise. Mehr als die Hälfte der französischen Tonnage entfällt auf die CMA GCM.
Laut Philippe Favre, Präsident der Invest in France Agency, will die Regierung die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Häfen verbessern: "Mithilfe von privaten Betreibergesellschaften soll der Umschlag bis 2015 von heute 3,5 auf zehn Millionen Standardcontainer pro Jahr erhöht werden. Dazu sind bis 2013 Investitionen in Höhe von 445 Millionen Euro geplant." Die Seehäfen von Le Havre (Port 2000 Le Havre) und Marseille (Fos 2 XL Marseille) haben bereits Investitionen für die strategische Entwicklung ihrer Infrastruktureinrichtungen getätigt, um sich den Entwicklungen im Seetransportgeschäft anzupassen. Dazu gehören der Transport von fossilen Brennstoffen wie beispielsweise Kohle, aber auch von Eisen und Erzen, sowie die allgemeine Verbreitung des Containertransports und das hohe Güterverkehrsaufkommen in den führenden Häfen. Diese Häfen fungieren heute als zentrale Schnittstellen zwischen See- und Landtransport (Bahn-, Straßen- und Binnenschifffahrtstransport).
Hintergrund: Die Invest in France Agency (IFA) ist eine Außenstelle der französischen Regierung mit weltweitem Netzwerk. Sie berät und begleitet ausländische Unternehmen bei ihren Investitionsprojekten in Frankreich und bietet honorarfrei und unverbindlich Lösungen zur Optimierung von Firmenaktivitäten an. Als Ansprechpartner stellt die IFA Unternehmen ihr Wissen zur Verfügung und unterstützt sie in allen Phasen ihres Expansionsvorhabens. Die IFA arbeitet mit den regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften zusammen und kann ihren Kunden schnell und maßgeschneidert Informationen bereitstellen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.investinfrance.org/germany (Pressemeldung Invest in France, FIZIT - Französisches Informationszentrum für Industrie und Technik, 12.12.08).

RechteckTRAXX-Lokomotiv-Auftrag für Bombardier
Foto Bombardier
Die Transport- und Logistiksparte der französischen Staatsbahn SNCF (Société Nationale des Chemins de Fer Français) hat einen Vertrag mit Bombardier Transportation über die Lieferung von 80 dieselelektrischen Lokomotiven des Typs BOMBARDIER TRAXX F140 DE für den grenzüberschreitenden Verkehr bestätigt.
Im Rahmen eines Festauftrags werden zunächst 45 Lokomotiven geliefert. Der Wert dieses Festauftrags beläuft sich auf rund 160 Millionen Euro (203 Millionen US-Dollar). Die erste Lieferung ist für Mai 2010 vorgesehen.
Die TRAXX-Lokomotiv-Familie ist für einen effizienten und nachhaltigen Betrieb ausgelegt und zeichnet sich durch ein modulares Konzept aus. Die Lokomotiven sind sowohl im Güterals auch im Personenverkehr auf nationalen und internationalen Strecken im Einsatz und sind für alle Netze ausgelegt. Seit ihrer Markteinführung wurden bereits mehr als 1.300 TRAXX-Lokomotiven verkauft (Pressemeldung Bombardier, 06.12.08).

RechteckRFF erhält vier Angebote für GSM-R
Der französische Schienennetzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) hat am 2. Dezember vier finale Angebote der vorqualifizierten Bieter zur Finanzierung und Wartung des GSM-R-Netzes auf 14 000 km Schiene über eine Laufzeit von 15 Jahren erhalten. Es handelt sich um die erste Ausschreibung im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Partenariat Public-Privé) für den Bau und die Finanzierung im Bereich des Eisenbahnbaues in Frankreich.
Vor dem nächsten Sommer soll der Vertrag über einen Betrag in der Größenordnung von einer Milliarde Euro unterzeichnet werden. Diese Zahl setzt sich aus zwei etwa gleich großen Teilen zusammen: den Investitionskosten auf der einen Seite, und den Betriebs- und Wartungskosten andererseits.
Trotz der Finanzkrise haben sich jetzt rund 20 Finanzinstitute gefunden, die das Projekt von RFF als ausreichend attraktiv empfanden, um sich an der Ausschreibung in vier großen Gruppen zu beteiligen. Die Attraktivität der Angebote rechtfertigt nachtäglich die Entscheidung von RFF, den ursprünglichen Abgabetermin der Ausschreibung vom 16. Oktober während des Höhepunktes der Finanzkrise auf den 2. Dezember zu verlängern.
Die vorqualifizierten Bieter sind:
• le « groupement TDF », constitué de TDF (mandataire), de Vinci Energie, Vinci Concessions, SFR, AXA Investment Managers Paris;
• le « groupement Eiffage », constitué de Eiffage SA (mandataire), associé à France Télécom;
• le « groupement Alcatel », constitué d’Alcatel-Lucent France (mandataire), de la Caisse des Dépôts et Consignations, et de Macquarie Capital Group Limited;
• le « groupement ETDE », constitué d’ETDE (mandataire), de Bouygues Télécom, Sogétrel, SNEF, Barclays European Infrastructure (II) Limited et de Dutch Infrastructure Fund.
Die vorqualifizierten Bieter hatten im Dezember 2007 ein erstes Angebot abgegeben. Nach einem intensiven Dialog mit RFF im Frühjahr 2008 kam es zur Absendung der endgültigen Ausschreibung im Juli 2008.
Die vier Angebote werden nun ausgewertet und klassifiziert, um einen bevorzugten Bieter auszuwählen. In Übereinstimmung mit dem "décret en conseil d’Etat" soll die Konzession vor dem Sommer 2009 abgeschlossen werden (WKZ, Pressemeldung RFF, 05.12.08).

RechteckBeginn der Arbeiten an der Eisenbahninfrastruktur der LGV Rhin-Rhone
Grafik Europa Reiseführer 2008/2009
Ostast Dijon - Mulhouse der LGV Rhin-Rhone (weiss gestrichelt). Grafik LOK Report Reiseführer Europa.
Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) hat am 1. Dezember mit dem Beginn der Bauarbeiten an der Eisenbahninfrastruktur (Gleise, Weichen, Signaltechnik) auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV) Rhin-Rhône zwischen Dijon und Mulhouse begonnen.
Die kommerzielle Inbetriebnahme dieser neuen Infrastruktur mit einer Länge von 140 Kilometern und einer erwarteten Kapazität von 12 Millionen Reisenden pro Jahr ist für Dezember 2011 vorgesehen.
Die LGV Rhin-Rhône setzt sich aus drei Abschnitten (Branches) zusammen:
• Branche Est: Dijon - Mulhouse
• Branche Ouest: Anschluss von Dijon an die LGV nach Paris
• Branche Sud: Anschluss von Dijon an die LGV nach Lyon
(WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 04.12.08).

RechteckF. Smaxwil neuer Leiter von Siemens Transportation Systems Frankreich
Friedrich Smaxwil (60) hat bei Siemens Mobility seit 1. Dezember 2008 zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben die Leitung von Siemens Transportation Systems Frankreich (STS France) übernommen. Er löst damit Didier Roussel ab, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hat. Smaxwil ist in der Division Mobility zuständig für die Funktionen „Global Accounts und Industrial Relations“. Dazu gehören die Betreuung der Deutschen Bahn AG sowie die Verbandsarbeit zu Mobilitäts-Themen. Seit 2003 ist Smaxwil zudem Präsident des Verbands der Bahnindustrie in Deutschland.
Die STS France mit Sitz in Châtillon bei Paris hat rund 750 Mitarbeiter und bildet innerhalb der Mobility Division das Center of Competence für vollautomatische fahrerlose Nahverkehrssysteme. Seit 2003 war Smaxwil bereits Vorsitzender des Aufsichtsrats der französischen Gesellschaft. Darin folgt ihm nun Philippe Carli, Chef der Siemens-Landesgesellschaft in Frankreich. Die Leitung der STS France will Smaxwil überwiegend von Erlangen, dem Hauptsitz der Mobility Division, aus wahrnehmen (Pressemeldung Siemens, 03.12.08).

RechteckAbsichtserklärung zur LGV "Sud-Europe-Atlantique" unterzeichnet
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat am 20. November 2008 in Bordeaux die Vertreter von 55 lokalen und regionalen Gebietskörperschaften der Regionen Aquitaine, Midi-Pyrénées, Poitou-Charentes, Limousin, Centre und Languedoc-Roussillon getroffen, um ihnen ein Protokoll zur Absichtserklärung (protocole d’intention) der Durchführung der Hochgeschwindigkeitsstrecke "Sud-Europe-Atlantique" (LGV SEA) zu präsentieren. Zur Finanzierung der Neubaustrecke wird die Zustimmung der lokalen Behörden, des Staates und des Netzbetreibers Réseau Ferré de France (RFF) zur Absichtserklärung benötigt.
Das Projekt SEA besteht aus
• dem zentralen Abschnitt Tours - Bordeaux
• dem Teilabschnitt Bordeaux - Toulouse
• dem Teilabschnitt Bordeaux - Spanien
• dem Teilabschnitt Limoges - Poitiers
Dieses Projekt ist Teil des im Rahmen der Umweltvereinbarung "Grenelle de l'Environnement" beschlossenen Programms zum Bau von 2000 Kilometern neuer Hochgeschwindigkeitsstrecken bis zum Jahr 2020, wie es fast einstimmig in erster Lesung von der Nationalversammlung am 21. Oktober beschlossen wurde (Der LOK Report berichtete).
Dominique BUSSEREAU begrüßt die massive Präsenz der lokalen Unterstützung dieses großen Projekts für den Aufbau der Eisenbahn im Südwesten Frankreichs sowie der Verbindungen zwischen Frankreich und Spanien. Diese außergewöhnliche Mobilisierung bestätigt den Willen aller Partner zur Durchführung dieses Projekts in kürzester Zeit.
Die Partner legen die Absichtserklärung den beratenden Versammlungen zwischen dem 1. Dezember 2008 und Ende Januar 2009 vor. Das Protokoll umfasst insbesondere die voraussichtliche Verteilung der Finanzierung zwischen den verschiedenen Partnern.
Jean-Louis Borloo und Dominique BUSSEREAU gaben sich zufrieden mit dem Fortschritt des Projekts: die Konzessionsvergabe für Hochgeschwindigkeitsstrecke Tours - Bordeaux wurde am 14. Februar 2008 ausgeschrieben. Die Angebote der Bewerber für das erste Runde wurden am 15. September 2008 eingeholt und werden derzeit vom RFF zur Einleitung der zweiten Runde der Ausschreibung im Frühjahr 2009 und im Hinblick auf den Beginn der Arbeiten im Jahr 2011 geprüft. Die Studien für die Teilabschnitte Bordeaux - Toulouse, Bordeaux - Spanien und Limoges - Poitiers sind im Gange mit dem Ziel, die öffentlichen Verfahren zu starten (Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 25.11.08).

RechteckFrankreich: Schienengüterverkehr bietet unabhängigen Anbietern geeignete Plattform

Mit dem Ausbau des Schienengüterverkehrs in Frankreich wird der Zug zu einer umweltfreundlichen und kostengünstigen Transportalternative. Foto Invest in France Agency.
Im November 2007 wurden die gesetzlichen Bestimmungen des französischen Umweltforums "Grenelle de l'Environnement" verabschiedet (Der LOK Report berichtete). Demzufolge soll der Anteil des nicht auf der Straße beförderten Frachtaufkommens bis 2012 von derzeit 14 Prozent auf 25 Prozent angehoben und der Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent reduziert werden.
Seit 2003 können auch unabhängige Anbieter in Frankreich Gütertransportdienste erbringen. Neben den Deregulierungen im Personenverkehr hat sich die EU-Kommission auch für eine zunehmende Liberalisierung des europäischen Güterbahnmarktes entschieden.
Den Anfang bilden internationale Transporte zwischen den Mitgliedsstaaten. Die hierfür erforderlichen Betriebsgenehmigungen und Sicherheitslizenzen werden durch die RFF erteilt, den staatlichen Betreiber des französischen Schienenetzes. Des Weiteren veranstaltet diese Behörde bedarfsgerecht ausgelegte Mitarbeiterschulungen.
Die französische Regulierungsbehörde für den Eisenbahnverkehr (CRAF - Commission de Régulation des Activités Ferroviaires), die allen Schienentransportanbietern einen freien Zugang gewähren soll, wurde kürzlich beschlossen. Anfang 2009 soll sie ihre Arbeit aufnehmen.
Neben den traditionellen Transportunternehmen haben sich auch private Anbieter für die Beförderung von chemischen Produkten, Nahrungsmitteln und Schüttgut auf der Schiene etabliert. Bei diesen neuen Anbietern handelt es sich oftmals um Tochtergesellschaften von traditionellen Speditionen und Logistikdienstleistern. Dazu gehören DB Schenker (Deutschland), Euro Cargo Rail (Tochtergesellschaft der britischen EWSI Gruppe), BLS Cargo (Schweiz), CFF Cargo (Tochtergesellschaft der schweizerischen Bahnen), CFL Cargo (Luxemburgische Bahn und ArcelorMital), VFLI (Tochtergesellschaft der französischen Staatsbahn SNCF), Veolia Cargo (Tochtergesellschaft der Veolia Transport), Rail 4 Chem (BASF) und Europorte 2 (Tochtergesellschaft von Eurotunnel). Als Alternative zum LKW-Gütertransport bauen diese Anbieter ihre Aktivitäten im Stückgutverkehr zunehmend aus.
Im Bereich des Containertransports ist der multimodale Verkehr bereits sehr ausgeprägt. Die Verladung von LKW's auf die Schiene nimmt mit dem Ausbau der Ladekapazität für Schwertransporte und der Einführung spezieller Schienenfahrzeuge stetig zu. Diese Verkehrsmodelle basieren auf dem Prinzip der in Deutschland und der Schweiz bekannten "Rollenden Landstraße (RoLa)" oder greifen auf neue Transportkonzepte wie beispielsweise die Modalohr-Technologie zurück (Konzept zum schnellen Umschlag von Sattelanhängern). Vertreter des klassischen kombinierten Verkehrs in Frankreich sind die Firmen Naviland (frühere CNC) und Novatrans. Die technologischen Entwicklungen werden von Infrastrukturmaßnahmen wie etwa der Eröffnung der längsten RoLa-Strecke Europas zwischen Perpignan und Luxemburg begleitet. Gleiches gilt für den Ausbau der Alpentunnel vom Typ Lötschberg-Basistunnel oder dem in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gotthard-Basistunnel, der um weitere Nord- West- und Süd-Ost-Verbindungen ergänzt wird.
Weitere Maßnahmen sind die derzeit im Bau befindlichen "Alpine rolling road" sowie der Ausbau der Tunnels zwischen Lyon und Modane, um einen Shuttle-Service als "rollende Landstraße" zu ermöglichen. Mit dem Bau des Lyon-Turin-Eisenbahntunnels wird eine weitere Schlüsselverbindung innerhalb des europäischen Schienennetzes eingerichtet, die alle zwischen Barcelona und Budapest gelegenen Regionen miteinander verbindet.
Die Ausweitung des Güterfrachtverkehrs und die bessere Versorgung des Hinterlandes werden durch den Anschluss der Hafengleisanlangen an das allgemeine Schienennetz gewährleistet. Dabei spielt die Modernisierung von Trassen und Rangiergleisen und deren Betrieb durch lizenzierte Gütertransportunternehmen (Rail 4 Chem, Veolia, VFLI) eine bedeutende Rolle. Ein Beispiel hierfür ist die Modernisierung der Zufahrts- und Hafengleisanlagen von Le Havre, die eine Umgehung des Großraums von Rouen, des engen Seine-Korridors sowie der stark beanspruchten Pariser Rangieranlagen ermöglichen.
Hintergrund: Die Invest in France Agency (IFA) ist eine Außenstelle der französischen Regierung mit weltweitem Netzwerk. Sie berät und begleitet ausländische Unternehmen bei ihren Investitionsprojekten in Frankreich und bietet honorarfrei, unverbindlich und vertraulich Lösungen zur Optimierung von Firmenaktivitäten an. Als Ansprechpartner stellt die IFA Unternehmen ihr Wissen zur Verfügung und unterstützt sie in allen Phasen ihres Expansionsvorhabens. Die IFA arbeitet mit den regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften zusammen und kann ihren Kunden schnell und maßgeschneidert Informationen bereit stellen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.investinfrance.org/germany
(Pressemeldung Invest in France Agency, FIZIT - Französisches Informationszentrum für Industrie und Technik, 21.11.08).

RechteckNeuer Generaldirektor lenkt Hafenverwaltung von Le Havre
Mit Wirkung zum 1. Oktober 2008 ernannte der französische Ministerrat Laurent Castaing zum neuen Generaldirektor der Hafenverwaltung von Le Havre.
Laurent Castaing ist Absolvent der Ingenieurhochschule "Ecole Polytechnique" sowie der "Ecole Nationale Supérieure des Techniques Avancées (ENSTA)" mit Schwerpunkt Schiffbau. Bevor er 2005 in das Amt des stellvertretenden Generaldirektors des "Port Autonome de Nantes" eintrat, war er in verantwortlicher Position in der Werft "Chantiers de l'Atlantique" sowie bei Alstom tätig.
Seine Ernennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die zweite Ausbauphase des Port 2000 in vollem Gange ist. Dabei geht es um die Fertigstellung von sechs Verladekais, die eine Erweiterung der bereits 1.400 Meter langen Kailänge am Terminal Porte Océane und am Terminal France um 2.100 Meter bedeutet. Die Bereitstellung der künftigen Verladekais an die Betreibergesellschaften ist für Mitte 2009 bis Mitte 2010 geplant. Das Gesamtinvestitionsvolumen der in drei Bauabschnitte aufgeteilten Arbeiten beläuft sich auf rund 215 Millionen Euro.
Im Zuge des steigenden Bedarfs an Lagerfläche mietete Cedilec kürzlich im Logistikpark Prologis ein neues Lagerhaus mit einer Grundfläche von 25.800 m² an. Diese Neuansiedlung unterstreicht den kontinuierlichen Ausbau dieses Gewerbegebietes, auf dem bereits das auf Kfz-Logistik spezialisierte Transportunternehmen Gefco, eine Tochtergesellschaft der PSA-Gruppe, sowie die Firmen Altadis, Schenker und XP Log mit einer Niederlassung vertreten sind. Die Lagerkapazität des Logistikparks Prologis soll im Rahmen der Standortplanung mittelfristig von derzeit sechs Großlagern auf eine Gesamtlagerfläche von insgesamt 220.000 m2 ausgebaut werden.
Auch der mit einer direkten Anbindung an das Straßen-, Binnenschifffahrts- und Schienennetz ausgestattete Logistikpark Pont de Normandie kann mit der Inbetriebnahme von drei durch Alséi auf Rechnung der Ixis AEW vermarkteten Lagern gute Zuwachsraten verbuchen. Das neue unter der Bezeichnung "Stockespace Le Havre" eingerichtete und für die Hafenlogistik vorgesehene Gelände wird mittelfristig 150.000 m2 Lagerfläche nach internationalen Standards bieten (Lager mit einer Grundfläche von 5.500 m2, Deckenhöhe zehn Meter, Tiefe 100 Meter) und die derzeitige Lagerfläche in Le Havre um eine weitere Million Quadratmeter vergrößern
(Pressemeldung Hafenverwaltung Le Havre, FIZIT - Französisches Informationszentrum für Industrie und Technik, 20.11.08).

RechteckSOeS legt Statistikdaten für Personen- und Güterverkehr 2007/8 vor

Entwicklung des Gesamtpersonenverkehrs (schwarz) und der Sparten Auto (gelb), Reisebus (rot), SNCF Fernverkehr (blau), Nahverkehr mit Metro, SNCF Regionalverkehr und Tram (grün) und Flugzeug innerfranzösisch (violet). Grafik SOeS.
Das dem Generalkommissariat für Nachhaltige Entwicklung zugeordnete Statistikinstitut "Service de l’observation et des statistiques" (SOeS) hat verschiedene Übersichten über die Verkehrsentwicklung für das Jahr 2007 und den Anfang des Jahres 2008 veröffentlicht:
• Die Verkehrsentwicklung im Jahr 2007 ist geprägt durch die Transportsteigerung sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr. Es kam zu einer allgemeinen Erhöhung der Mobilität im Personenverkehr nach zwei Jahren des Rückgangs (+ 0,9%) und einer starken Zunahme des innerstaatlichen Gütertransports auf dem Landweg (+3,4% ohne Transit).
Erwähnenswert ist, dass der Güterverkehr auf der Schiene mit + 5,1% stärker zunahm als der auf der Straße (3,9%). Im Schienenpersonenverkehr legte der TGV um 5,8% zu, der Nahverkehrsbereich TER um 4,3%.
• Die ersten Trends für das Jahr 2008 beinhalten den Verkehr im ersten Quartal 2008 und den Verkehr im zweiten Quartal 2008 (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 18.11.08).

RechteckChaos-Wochenende auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken
Sabotageakte führten am Samstag auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken Nord, Est und Sud-Est zu teilweise chaotischen Verhältnissen. An zwei Orten waren am Samstagmorgen Eisenstangen an den Oberleitungen der Hochgeschwindigkeitsstrecke “Nord” angebracht worden. Für zusätzliche Behinderungen sorgte ein Unfall, bei dem ein Mann von einem Zug erfasst und tödlich verletzt wurde.
Der Präsident der SNCF, Guillaume Pépy, kündigte eine stärkere Überwachung des französischen Netzes an.
Auswirkungen auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke Nord (LGV Nord):
• Etwa 80 Thalys-, Eurostar- und TGV-Züge verkehrten mit rund 20 000 Reisenden über die klassischen Strecken, es traten in der Regel Verzögerungen in der Größenordnung von einer Stunde auf. Rund dreißig Züge hatten jedoch Verzögerungen von mehr als 2 Stunden.
• Drei TGV wurden blockiert.
- 5104 Toulouse - Lille mit 350 Fahrgästen hatte 4 Stunden Verspätung.
- 5102 Lille - Nice mit 200 Fahrgästen hatte 3 Stunden Verspätung.
- 5200 Lille - Irun nit 200 Fahrgästen hatte 3.30 Stunden Verspätung.
Auswirkungen auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke Est (LGV Est):
• Ein TGV wurde blockiert (Verspätung 4:30 Stunden), rund vierzig weitere hatten Verspätungen von 30 Minuten, drei TGV von 1.30 Stunden.
Auswirkungen auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke Sud-Est (LGV Sud-Est)
• Vierzig TGV hatten Verspätungen zwischen 10 und 45 Minuten.
Die Information der Reisenden in den Zügen und Bahnhöfen erfolgte gemäß der Entwicklung der Ereignisse. Alle Reisenden in den blockierten Zügen erhielten Mahlzeiten und ihre Fahrkarten wurden vollständig erstattet (Pressemeldung SNCF, 10.11.08).

RechteckModernisierung der Strecke Marseille - Gardanne - Aix en Provence
Im Rahmen der Modernisierung der Strecke Marseille - Gardanne - Aix en Provence hat die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) dem Netzbetreiber RFF (Réseau Ferré de France) am 4. November 2008 die Genehmigung zur kommerziellen Nutzung der Linie erteilt.
Die Modernisierung der gesamten Strecke soll kürzere Reisezeiten, die Erhöhung der Zugfrequenzen und mehr Sicherheit bringen (Pressemeldung EPSF, 10.11.08).

Rechteck13 Milliarden Euro für das Schienennetz von morgen
Jean-Louis Borloo (Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung), Eric Woerth (Minister für Haushalt und öffentlichen Dienst), Dominique Bussereau (Staatssekretär für Verkehr) und Hubert du Mesnil (Präsident des Netzbetreibers Réseau Ferré de France, RFF) haben am 3. November 2008 zum ersten Mal in der Geschichte des französischen Eisenbahnsystems einen Vertrag über sich aus den Verpflichtungen der Ergebnisse des Abkommens "Grenelle Umwelt" (Grenelle Environnement) ergebende Stärkung der Leistung des französischen Schienennetzes unterschrieben.
Dieser Vertrag legt die Ziele der Modernisierung der Infrastruktur und die Modalitäten für die Entwicklung eines neuen Netzangebots fest, um deren Qualität, die Dienstleistungen und die Sicherheit zu verbessern.
Mit diesem Vertrag gibt der Staat seine Absicht für die Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur und den Eintritt des nationalen Netzes in das der EU-Verkehrspolitik des 21. Jahrhunderts. In diesem Sinne übernimmt Réseau Ferré de France vom Staat 33 Verpflichtungen, deren Fortschritte durch eine Reihe von Zielsetzungen kontrolliert werden.
"Der Vertrag zur Leistungssteigerung der Schiene im Sinne der Umweltvereinbarung von Grenelle ist ein Bündnis des Vertrauens zwischen dem Staat und dem größten Netzbetreiber in Frankreich. Mit diesem Vertrag kann der Staat das Tempo der Modernisierung des Schienennetzes mit einem Beitrag von 13 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, und zwar von 400 km pro Jahr auf rund 900 km. Wir kehren auf unser historisch höchstes Niveau zurück, mit dem Ziel, mehr Sicherheit, mehr Stabilität und mehr Wettbewerbsfähigkeit zu ermöglichen", sagte Jean.Louis Borloo bei dieser Gelegenheit (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 05.11.08).

RechteckTakteinführung in der Ile-de-France zum Fahrplanwechsel
Grafik SNCF
Am 14. Dezember werden zum ersten Mal in der Ile-de-France drei Transilien-Linien der SNCF im Takt verkehren. Diese Änderung der Verbindungen wurde vom "Syndicat des transports d'Ile-de-France (STIF) im Rahmen der allgemeinen Politik zur Entwicklung des Angebots von Verkehrsleistungen beschlossen. Die drei Strecken sind die Verbindungen
• Paris-Lyon nach Montereau und Montargis (Linie R, hellrot auf der Karte),
• Paris-Montparnasse nach Mantes-la-Jolie, Rambouillet und Dreux (Linie N, dunkelgrün), und
• Paris-Saint-Lazare nach Mantes-la-Jolie über Poissy (Linie J, hellgrün).
Das ehrgeizige Projekt der Takteinführung soll ab 14. Dezember das Tramsilien-Angebot der Strecke Paris-Lyon nach Montereau und Montargis (Linie R) um 74 Prozent erhöhen, bedingt aber damit zum Teil eine Verringerung der Angebote TER und Corail Intercité. Eine Erhöhung um 18% des Angebots kommt der Strecke Paris-Montparnasse nach Mantes-la-Jolie, Rambouillet und Dreux (Linie N) zugute und um 25% des Angebots der Achse Paris - Mantes-la-Jolie über Poissy auf der Linie J.
Die Änderungen betreffen rund 200 000 Reisende täglich. Der Fahrplan auf der RER-Linie D wird ebenfalls im nördlichen Teil im Hinblick auf einen störungsfreien Betrieb modifiziert.
Die Stärkung des Angebots unterstützt das STIF mit 56 Millionen Euro pro Jahr. Das Projekt wurde durch Transilien SNCF und RFF auf Antrag und unter der Koordination des STIF seit Anfang 2007 durchgeführt. Es war Gegenstand von zahlreichen Begegnungen mit Vertretern der Kommunen und der Gemeinschaft der Agglomeration, den Betroffenen der Grenzregionen und den Fahrgastverbänden. Es wurde vom Verwaltungsrat des STIF im Februar 2008 beschlossen (Der LOK Report berichtete). Eine erste Bilanz der Takteinführung soll im Mai/Juni 2009 durch die beteiligten Partner erfolgen
(WKZ, Pressemeldung SNCF, 29.10.08).

RechteckMünchner Hybridbus in Paris und Straßburg zu Besuch
Ein Münchner hat in dieser Woche zwei große Auftritte in Frankreich: Münchens erster Hybridbus der neuesten Generation, der seit rund zwei Monaten erfolgreich im MVG-Netz unterwegs ist, wird in Paris und Straßburg präsentiert. Die Stadtwerke München (SWM) haben ihr Fahrzeug für die Vorstellung und Demonstrationsfahrten in Frankreich leihweise zur Verfügung gestellt.
Der Hybridbus wurde bereits zu Beginn der Woche bei Transdev in Paris gezeigt. Der Verkehrskonzern zählt zu Frankreichs führenden Dienstleistungsunternehmen im Öffentlichen Personennahverkehr und betreibt Verkehrsnetze in mehreren Ländern. Am Donnerstag und Freitag wird der Münchner Hybridbus zu Gast im Elsass sein. Dort interessieren sich Vertreter der Stadt Straßburg und des kommunalen Verkehrsunternehmens CTS (Compagnie des Transports Strasbourgeois) für den Gelenkbus von dem polnischen Hersteller Solaris.
Das Interesse an dem Münchner Fahrzeug ist in beiden Fällen auf seinen innovativen Hybridantrieb zurückzuführen: Der Gelenkbus wird von einem Dieselmotor angetrieben, der von zwei Elektromotoren unterstützt wird. Seine Energieeffizienz übertrifft damit die bereits hervorragende Umweltbilanz herkömmlicher Dieselbusse. Der Einsatz des Hybridbusses im MVG-Netz dient der Erprobung der Hybridtechnik unter Realbedingungen im Fahrgastbetrieb. Sein Gastspiel in Frankreich verdeutlicht erneut, dass die Stadt München und ihr Verkehrsunternehmen MVG Umwelt- und Klimaschutz groß schreiben und damit auch Innovationsmotor für zukunftsweisende Technologien sind (Pressemeldung BAV, 23.10.08).

RechteckBauarbeiten für den Ostast des TGV Rhin-Rhône kommen gut voran
Grafik Europa Reiseführer 2008/2009
Im Bau befindliche Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke Dijon - Mulhouse (weiß gestrichelt) und heutige TGV-Linien (rot). Grafik LOK Report Europa Reiseführer 2008/2009.
Die im Jahr 2006 begonnenen Bauarbeiten für den Ostast des TGV Rhin-Rhône zwischen Belfort und Dijon gehen so gut voran, dass mit dem 11. Dezember 2011 bereits der Einweihungstermin für den 140 km langen Abschnitt genannt wurde. Das Video einer Überfliegung im September 2008 auf www.lgvrhinrhone.fr (25 Min.) zeigt, dass die Erdarbeiten bereits weit fortgeschritten und zahlreiche Brücken und Kreuzungsbauwerke im Bau oder schon vollendet sind.
Die Fahrzeit Basel-Paris verkürzt sich dann gegenüber der Verbindung über Strasbourg und den TGV-Est nochmals um 20-30 Minuten auf 3 Stunden. Eine weitere Verkürzung der Fahrzeit um 10-15 Minuten ist zu erwarten, wenn auch der 35 km lange Abschnitt Belfort - Mulhouse realisiert wird. Der Finanzierungsplan dafür soll von einer Delegation erarbeitet werden, die der zuständige Regionalräfekt in den nächsten Wochen ernennt.
Auch für einen weiteren 15 km langen Abschnitt des Ostastes bei Dijon ist die Finanzierung noch ungeklärt. Später sind noch ein Südast Dôle-Lyon und ein Westast von Dijon zur bestehenden Linie TGV Sud-Est geplant (Jürgen Recknagel
, Quelle Basler Zeitung, 20.10.08).

RechteckSNCF startet Kampagne für Hochgeschwindigkeitsverkehr von morgen
Vom 6. bis 17. Oktober führte die SNCF auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken "Est Européenne" und "Nord" Prüfungen unter laufendem Verkehr mit sehr hohen Geschwindigkeiten von bis zu 360 km/h durch.
Zum Einsatz kam der von Alstom hergestellte und mit ERTMS ausgestattete Duplex-TGV (Dasye, Duplex Asynchrone Ertms) aus dem jüngsten Triebfahrzeugpark der SNCF.
Die Wagen 707 und 706 waren innen und außen mit eine Reihe von Sensoren und einem Messlabor ausgerüstet. Die Ergebnisse wurden gemeinsam mit den Messwerten der Rekordfahrt vom April 2007 in Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber RFF (Réseau Ferré de France) und dem Hesteller Alstom ausgewertet. Insbesondere untersucht wurden: Masseverhalten, Audio-und Schwingungsanalyse, Auswirkungen auf die Umwelt, Komfort und Dynamik, Akustik im Fahrzeuginneren, Aerodynamik, Verhalten der Züge in Abhängigkeit von der Qualität der Strecke, Auswirkungen auf Strecke und Oberleitung.
Die Tests erfolgten im Rahmen des von SNCF, RFF und Alstom getragenen Programms "l’Excellence Française de la Très Grande Vitesse Ferroviaire". Das Ziel der Versuche ist die Überprüfung der Fähigkeit, den Verkehr von morgen mit Geschwindigkeiten im Bereich von 300 bis 400 km/h durchzuführen.
Die SNCF setzt auf diese hohe Geschwindigkeiten, um kürzere Reisezeiten und innovative Dienstleistungen anbieten zu können, um die Marktanteile in einem Umfeld zu immer mehr Wettbewerb steigern zu können, insbesondere in Hinblick auf den zukünftigen Wettbewerb mit neuen Eisenbahnunternehmen.
Insbesondere setzt die SNCF dabei auf folgende Ziele
:
• Bewahrung einer Position als Weltmarktführer: Mit Blick auf den Wettbewerb und die Öffnung des Marktes für den internationalen Personenverkehr ab dem Jahr 2010 ist es wichtig, an der Spitze der Technologie die Kundenbindung zu steigern. Kürzere Fahrzeiten sollen unter gleichbleibenden Bedingungen des Komforts und der Sicherheit mit umweltfreundlichen Lösungen erreicht werden.
• Steigerung des Marktanteils der Schiene im Personenverkehr durch kürzere Reisezeiten: Der Zug ist bis heute das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Durch Verkürzung der Reisezeiten können Marktanteile gegenüber dem Flugzeug und dem Auto gewonnen werden: Eine Stunde gewonnener Fahrzeit vergrößern den Marktanteil um bis zu 25 bis 30%, 5 Minuten um 2 Prozentpunkte. Diese Perspektive behält ihre Bedeutung weit über die französischen Grenzen hinaus.
• Verbesserung der Komfort an Bord: Die Prüfungen geben Gelegenheit, Vibrationen und Lärm zu überprüfen und gewährleisten so den bestmöglichen Komfort an Bord.
• Steigerung der Ökomobilität: Mit der Fahrzeitverkürzung verzichten die Kunden auf ihr Auto zu Gunsten der Bahn: So verringert sich der Gesamtenergieverbrauch und mehr noch die CO2-Emissionen.
Weitere Informationen: Pressemeldung der SNCF
(WKZ, Pressemeldung SNCF, 20.10.08).

RechteckInstandsetzung der Nordröhre des Eurotunnels bis Februar 2009
Eurotunnel hat am 10. Oktober 2008 Verträge für die Überwachung und Verwirklichung der Renovierung des Abschnitts 6 in der Nordröhre des Ärmelkanal-Tunnels abgeschlossen. Nach dem Brand eines Eurotunnel Shuttles am 11.09.08 wurden Teile der Nordröhre im Abschnitt 6 beschädigt und konnten nicht mehr durchgehend befahren werden.
Das Projekt wird von SETEC überwacht und die Arbeiten von einer Gruppe von Unternehmen durchgeführt, bestehend aus:

• Freyssinet (Group Leader): Tiefbau
• ETF (Eurovia Travaux Ferroviaires): Schienen und Oberleitung
• Vinci Energies: Andere Anlagen (Axima, Vinci als Unterauftragnehmer ist für das Kühlsystem verantwortlich).
Ein Teil der Aufträge werden direkt von Eurotunnel durchgeführt. Eurotunnel-Teams haben bereits damit begonnen, die Arbeitsplätze einzurichten, insbesondere die Unterkünfte und Büros.
SETEC und die Gruppe der Unternehmen haben sich zu einer Bauzeit von etwa vier Monaten verpflichtet, damit die vollständige Wiedereröffnung der Tunnelröhre Mitte Februar 2009 erfolgen kann.
Das Gesamtbudget für die Wiederherstellung der Tunnel wird voraussichtlich weniger als € 60 Millionen betragen
(WKZ, Pressemeldung Eurotunnel, 20.10.08).

RechteckAufruf zur Interessenbekundung "Autoroute ferroviaire atlantique"

Karte der Tunnel auf der "autoroute ferroviaire atlantique" und Querschnitt der vorgesehenen Wagen für die "Autobahn auf Rädern". Grafiken Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire.
Frankreich als ein Ort des internationalen Transits auf die iberische Halbinsel und nach Italien macht die Schaffung von Alternativen zum Straßenverkehr erforderlich. Deshalb wurde ein ehrgeiziges Programm zur Beförderung von LKW auf der Eisenbahn (autoroute ferroviaire) im Rahmen des runden Tisches der Umwelt "Grenelle de l’environnement" gestartet.
Als Folge möchte der französische Staat ab dem Jahr 2010 die "autoroute ferroviaire atlantique" vom Süden Aquitaniens bis zur Ile-de-France und weiter nach Norden bis zum Departement "Pas-de-Calais" in Betrieb gehen lassen. Langfristig soll dieser Dienst im Süden bis über die spanische Grenze verlängert werden.
Vor zwei Wochen berichtete der LOK Report über die Konsultationen mit den Konstrukteuren und Hersteller. Der nun vorliegende, bis zum 19.12.08 gültige Aufruf zur Interessenbekundung hat zum Ziel, die Erwartungen der verschiedenen interessierten Parteien für das Projekt zu prüfen:
• Anbieter von Dienstleistungen für den kombinierten Verkehr
• Investoren, Entwickler und Hersteller von rollendem Material
• Investoren, Bau-Unternehmen, Träger von Terminals und verschiedene Benutzergruppen wie Spediteure und Verlader.
Dieser Aufruf zur Interessenbekundung ist ein wichtiger Schritt vor dem Beginn einer Beratung im Hinblick auf die Bestellung eines oder mehrerer Betreiber des Dienstes. Er dient der Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen für eine künftige internationale Ausschreibung und der Bedingungen und Modalitäten für ihre Beteiligung an der Einrichtung des Services.
Die Antworten auf diesen Aufruf zur Interessenbekundung erleichtern dem Staat und seinen Partnern Aussagen im Hinblick auf:
• Präzisierung der technischen und operationellen Dienste insbesondere in Bezug auf den Unterhalt der Infrastruktur, der verwendeten Fahrzeuge, der Standorte und Art der Ausrüstung der Terminals und der Art und Qualität der Ausrüstung der Zugänge zu den Terminals,
• Merkmale der wirtschaftlichen, finanziellen und tariflichen Bestimmungen des Dienstes und der Bedingungen, unter denen dieser Dienst aufgestellt wird,
• Art der Risiken für das Projekt und Bedeutung der Funktion der verschiedenen Beteiligten,
• Mögliche flankierende Maßnahmen wie Landschaftspflege zur Steigerung der Attraktivität des Projekts für die verschiedenen Beteiligten,
• Festlegung der rechtlichen und finanziellen Bedingungen sowie der Ziele und Einschränkungen für den Betrieb des Dienstes.
Der Staat beabsichtigt, die Ausschreibung am Ende dieses Aufrufs zur Interessenbekundung zu starten. (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 13.10.08).

RechteckEOQA-Zulassung für TÜV Rheinland
Die französische Sicherheitsbehörde "Etablissement public de sécurité ferroviaire" (EPSF) hat am 3. Oktober 2008 der Gesellschaft TÜV RHEINLAND Intertraffic GmbH (TRITA) die Zulassung als "qualifizierte Einrichtung" (Organisme qualifié) zur Begutachtung von Projektierung- und Ausführungsarbeiten auf folgenden Gebieten erteilt: Zugsicherung und Signalgebung, Fahrzeuge außer Wagen, Güterwagen, Infrastruktur und Energie.
Es handelt sich um die zweite vom EPSF zugelassene und die erste im Ausland ansässige Überwachungsorganisation mit dem Titel "Expert ou organisme qualifié" (EOQA) (Pressemeldung EPSF, 10.10.08).

RechteckAVIS, RATP, SNCF und VINCI Park wollen Carsharing anbieten
AVIS, RATP, SNCF und VINCI Park haben am 29.09.08 ein Abkommen zur gemeinsamen Bewerbung in der künftigen Ausschreibung zur Einrichtung einer Autovermietung im Self-Service in der Region Ile de France unterzeichnet (service francilien d’autopartage).
Der Gruppe gehören vier Spezialisten der Mobilität an:
• AVIS, einer der führenden europäischen Anbieter für die Vermietung von Fahrzeugen an Privatpersonen und Unternehmen;
• RATP, Betreiber eines der größten kombinierten Nahverkehrsnetzes in der Welt;
• SNCF, einer der der wichtigsten Akteure auf allen Sektoren der Öko-Mobilität in Frankreich und Europa
• VINCI Park, europäischer Marktführer für Parkplätze.
Mit ihrer Zusammenarbeit betonen die vier Partner ihre Bereitschaft, ein Angebot zu entwickeln, dass folgende Vorteile bietet:
• Positionierung eines neuen Angebots des öffentlichen Verkehrs in der Region Ile de France;
• Schaffung von Synergien verschiedener öffentlicher Verkehrsmittel (Bahn, S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, Bus, Auto) mit der Autovermietung;
• Ein Angebot unter Verknüpfung von Stationen, Bahnhöfen, Straßen und Parkplätzen;
• Nutzung der Verkaufsmöglichkeiten der 4 Partner.
Dieser Dienst hat die Aufgabe, den Bewohnern der Ile-de-France und ihren Besuchern eine neue Form der Mobilität durch die Flexibilität des Pkw, die Kostenersparnis durch Autoanmietung und der Umweltfreundlichkeit des öffentlichen Personenverkehrs zu bieten (WKZ, Pressemeldung SNCF, 06.10.08).

RechteckKonsultationen zur "Autoroute ferroviaire atlantique"

Karte der Tunnel auf der "autoroute ferroviaire atlantique" und Querschnitt der vorgesehenen Wagen für die "Autobahn auf Rädern". Grafiken Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire.
Frankreich als ein Ort des internationalen Transits auf die iberische Halbinsel und nach Italien macht die Schaffung von Alternativen zum Straßenverkehr erforderlich. Deshalb wurde ein ehrgeiziges Programm zur Beförderung von LKW auf der Eisenbahn (autoroute ferroviaire) im Rahmen des runden Tisches der Umwelt "Grenelle de l’environnement" gestartet.
Als Folge möchte der französische Staat ab dem Jahr 2010 die "autoroute ferroviaire atlantique" vom Süden Aquitaniens bis zur Ile-de-France und weiter nach Norden bis zum Departement "Pas-de-Calais" in Betrieb gehen lassen. Langfristig soll dieser Dienst im Süden bis über die spanische Grenze verlängert werden.
Die Konsultationen richten sich an die Konstrukteure und Hersteller verschiedener Fahrzeuge sowie an potenzielle Interessenten zur Bereitstellung von rollendem Material. Sie haben die Vorbereitungen zur Eröffnung einer Ausschreibung im Hinblick auf die Bestellung eines oder mehrerer Betreiber dieses Dienstes zum Ziel. Festgelegt werden zum Beispiel
• die Art und Beschaffenheit der Fahrzeuge, die derzeit verfügbar sind oder entwickelt werden und
• die Bedingungen, unter denen diese Fahrzeuge verfügbar gemacht werden können.
Zu diesem Zweck erfolgt parallel ein Aufruf zur Interessenbekundung für die Einrichtung eines solchen Dienstes. Als Richtwert für diesen Dienst ist zunächst eine tägliche Hin- und Rückleistung vorgesehen, die in drei bis fünf Jahren auf täglich vier Hin- und Rückzüge erweitert werden kann.
Die Informationen der in diesem Dokument enthaltenen Daten sind unverbindlich und können den Entwicklungen angepasst werden. Sie berühren nicht den Inhalt einer künftigen Ausschreibung für das Projekt (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 30.09.08).

RechteckGrößtes europäisches PPP-Infrastruktur-Projekt geht in die nächste Runde
Grafik LOK Report europa Reiseführer 2008/2009Am 15.09.08 hat der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) die ersten Angebote von jedem der drei in die engere Auswahl genommenen Kantidaten für das Gebot um den Konzessionsvertrag der Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV) "Sud Europe Atlantique" (Tours - Bordeau) erhalten.
Die neue Hochgeschwiondigkeitsstrecke soll die Fahrzeit von Paris nach Bordeaux auf etwa zwei Stunden ab dem Jagr 2016 verkürzen.
Das Konsultationsverfahren wird im größten PPP-Verfahren (Public-Private-Partnership) aller Zeiten in Europa im Bereich der Transport-Infrastrukturen erfolgen. Der Konzessionsinhaber muss den Bau, die Instandhaltung und den Betrieb der neuen Linie gewährleisten.
Die LGV "Sud Europe Atlantique" ist Teil eines Gesamtprojekts von vier High-Speed-Strecken:
• Tours-Bordeaux,
• Bordeaux-Toulouse,
• Bordeaux-Spanien und
• Poitiers-Limoges.
Die französische Verwaltung begann das Verfahren unter Konsultation der lokalen Regierungen mit der Ausarbeitung eines Protokolls zur Finanzierung der vier Linien.
Nach Auswertung der eingegangenen Angebote der drei in die engere Auswahl genommenen Bieter
• VINCI,
• Bouygues und
• EIFFAGE
werden die Festlegung der endgültigen Parameter im Hinblick auf die Einleitung der zweiten Runde des Verfahrens im nächsten Frühjahr und die Vorlage der endgültigen Angebote im Sommer 2009 erfolgen.
Zur Verkürzung der Verfahren prüft RFF den Erwerb benötigter Flächen und führt Studien zu Umweltfragen durch.
Die Grafik zeigt die geplante LGV-Strecke (weiß gestrichelt) und die derzeit befahrenen TGV-Linien (rot) (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 25.09.08).

RechteckOrganisatorische Maßnahmen zur Eisenbahnverbindung Lyon - Torino
Nach mehreren Kontakten mit dem italienischen Amtskollegen hat der französische Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, auf der Baustelle des 52 km langen Tunnels von Fréjus (Mont Cenis Tunnel) zwischen Frankreich und Italien am 15.09.08 organisatorische Maßnahmen zur Durchführung der alpenquerenden Eisenbahnverbindung Lyon - Torino bekanntgegeben:

• Die Schaffung einer Instanz zur Bereitstellung eines Schiebedienstes (service de pousse), die den Zugang für alle Betreiber zum Tunnel Mont-Cenis erleichtern und der Steigerung des Güterverkehrs zwischen St. Jean de Maurienne und Orbassano dienen soll.
• Eine einheitliche französisch-italienische Verwaltung zur Überprüfung der Ordnungsmäßigkeit und Interoperabilität der Züge.
• Die Einrichtung einer neuen Verbindung "autoroute ferroviaire alpine" nach Ende der Arbeiten zur Modernisierung des Fréjus-Tunnels.
Schließlich kündigte Dominique Bussereau die Einrichtung einer interministeriellen Arbeitsgruppe für die Vorbereitung der Unterzeichnung eines neuen binationalen Abkommens im Jahr 2009 an. Diese Gruppe wird in den nächsten Tagen zusammentreten.
Alle diese Maßnahmen konkretisieren das starke Engagement der Regierung für das Projekt Lyon - Torino in voller Übereinstimmung mit den Schlussfolgerungen des "Grenelle Environnement" (WKZ, Quelle Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire, 18.09.08).

RechteckSNCF-Agenturen steigern Verkäufe
Zwischen Juni 2006 und Juni 2008 stiegen die Verkäufe in den SNCF-Verkaufsagenturen um 22%. Diese Leistung rührt unmittelbar von den sehr guten Ergebnissen der Verkäufe der Sparte "Voyageurs France Europe", die im gleichen Zeitraum um 16,2% stiegen.
Diese Entwicklung ist insbesondere dem Erfolg des "TGV Est européen" zu verdanken, der seit dem Start im Juni 2007 fast 40% des Wachstums der Agenturen ausmachte. Die Umsätze der Züge Eurostar und Thalys stiegen insgesamt um 26%.
Das 1. Halbjahr 2008 folgt dem gleichen Trend mit einem starken Wachstum von 9,6% (ohne TGV Est) in Frankreich und auf internationaler Ebene. Andererseits ist der Markt geprägt durch die Steigerung der Online-Reservierungen für den Geschäftsverkehr über SBT und RAVEL: 12% der Reisen wurden on-line vermittelt.
Die zweite Ausgabe der Zufriedenheitsumfrage (baromètre agences) bestätigt das Vertrauen, dass sich die Reisebüros der SNCF erworben haben (89% zufrieden, 9% vollständig zufrieden). Produkte mit besonderem Rating waren die telefonische Hotline (82,4% zufrieden), der Kundendienst und die Dokumentation zu den Produkten (93%).
Die SNCF setzt ihre Aktion zur Begleitung des Vertriebs über die Agenturen fort:
• Anfang des Jahres 2009, wird die SNCF das E-Ticket auf der Strecke Paris - Straßburg einführen.
• Im 2. Halbjahr 2008, vereinfacht die Plattform "FERia" den Service mit neuen Funktionen.
• Neue Module ergänzen das E-Learning auf dem Areal der internationale Angebote.
• Ausbau des Programms "PréFERence".
Weitere Informationen: Pressemeldung der SNCF (WKZ, 18.09.08).

RechteckGesetz zum Aufbau einer Behörde der Eisenbahnregulierung
Der Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, hat am 10.09.08 die Presse über den Gesetzesentwurf zur Organisation und Regulierung der Eisenbahn und über weitere Vorschriften zum Transport informiert (Projet de loi relatif à l’organisation et à la régulation des transports ferroviaires et guidés et portant diverses dispositions relatives aux transports).
Der Wettbewerb für den Eisenbahngüterverkehr ist seit 31. März 2006 geöffnet. Die Dienstleistungen des internationalen Personenverkehrs müssen spätestens am 1. Januar 2010 ermöglicht werden, wie auf europäischer Ebene beschlossen.
Zur Öffnung des Schienenverkehrs für den Wettbewerb wird eine wirksame Regulierung verlangt, die den diskriminierungsfreien Netzzugang für alle Marktteilnehmer erlaubt. Die Notwendigkeit zur Marktöffnung wurde vom Präsidenten der Republik am 26. Juni 2007 während der Einweihung des neuen Terminals in Roissy Charles-de-Gaulle verkündet.
Das Ziel dieser neuen Gesetzesvorlage ist es, eine unabhängige Verwaltungsbehörde zur Regulierung des Bahnverkehrs zu konstituieren (Commission de régulation des activités ferroviaires, CRAF). Die wichtigsten Aufgaben dieser Behörde werden weitreichende Befugnisse für Ermittlungen und Untersuchungen sowie für Sanktionen im Fall festgestellter Mängel sein.
Das Recht auf Anrufung der Kommission für die Regulierung des Bahnverkehrs soll offen sein für alle Beteiligten dieses Sektors (Eisenbahnunternehmen, Betreiber des kombinierten Verkehrs, Wettbewerbsteilnehmer). Die Kommission kann zu Fragen betreffend aller Rechtsvorschriften im Eisenbahnverkehr konsultiert werden, insbesondere zu Trassenpreisen und Preisen für die Beförderung von Reisenden.
Der Aufbau der geplanten Kommission wird ähnlich zu dem der Kommission für die Regulierung der Energie (Commission de Régulation de l'Energie) sein: Ein Kollegium aus sieben nicht widerrufbar für sechs Jahre ernannten Kommissionsmitgliedern wird für sechs Jahre ernannt. Die hauptsächlich aus Juristen und Ökonomen bestehende Verwaltung wird von einem Generalsekretär geleitet. Diese Struktur umfasst etwa 60 Personen und beinhaltet ein Budget von 8 Mio. €.
Nach der Prüfung durch das Europäische Parlament und der Verkündung, soll das Gesetz im ersten Halbjahr 2009 in Kraft treten.
Der Gesetzentwurf wird auch die Einrichtung von Eisenbahnunternehmen im Regionalbereich ermöglichen. Letztere können, mit dem Ziel der Optimierung der technischen und personellen Mittel, vom Netzbetreiber RFF Aufgaben des Managements von Strecken mit geringem Verkehrsaufkommen oder Güterverkehr erhalten. Auf diesen Strecken dürfen regionale Dienstleister auch den Personenverkehr betreiben.
Weitere Aspekte des Gesetzentwurfes sind die Verlängerung der Konzessionen am Mont-Blanc-Tunnel und am Tunnel Sainte-Marie-aux-Mines sowie Bestimmungen über die Arbeitszeit der Besatzungen der Zivilluftfahrt
(WKZ, Pressemeldung BAV, 15.09.08).

RechteckFeuer im Eurotunnel
Foto Eurotunnel
Ein Feuer brach kurz vor 15.00 Uhr am Donnerstag, 11. September an Bord eines mit Lastwagen beladenen Eurotunnel-Shuttle in der nördlichen Tunnelröhre unter dem Ärmelkanal aus. Der Tunnel besteht aus drei Tunnelröhren, zwei für den Schienenverkehr und eine dritte für Wartung und Evakuierung. Der Zug fuhr von England nach Frankreich und wurde etwa 11 Kilometer vor der französischen Tunnel-Ausfahrt gestoppt.
Eurotunnels Sicherungssysteme an Bord des Shuttle und im Tunnel haben das Problem sofort erkannt. Die in der Nähe der französischen Tunnelausfahrt stationierte Feuerwehr war schnell in der Lage, die Situation zu beurteilen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. 32 Personen an Bord des Shuttles wurden in den Service-Tunnel evakuiert. Drei weitere Züge im Tunnel wurden sofort nach England zurückgeführt. Die südliche Tunnelröhre war vom Vorfall nicht betroffen.
Das Feuer wurde gegen 08:00 Uhr französischer Zeit dank der gemeinsamen Anstrengungen der Feuerwehren aus Kent und Pas-de-Calais unter Kontrolle gebracht. Alle Bemühungen des Unternehmens konzentrieren sich nun auf die Wiederaufnahme des Betriebs
(Pressemeldung Eurotunnel, 13.09.08).

RechteckSNCF setzt auf Einzelwagenverkehr der neuen Generation
Grafik SNCF
Mit dem Service des Einzelwagenverkehrs (wagon isolé) der neuen Generation will Fret SNCF ab 2009 die Modernisierung des bisher stark defizitären Dienstes mit einer Rückkehr zur Rentabilität ab dem Jahr 2011 verbinden. Der Verlust dieser Sparte belief sich im Jahr 2007 auf 70% des Gesamtverlustes von 234 Mio. Euro für Fret SNCF. Der Einzelwagenverkehr stellt neben dem kombinierten Verkehr und dem Ganzzugverkehr eines der drei Tätigkeitsfelder von Fret SNCF dar.
Fret SNCF will die Entwicklung des Schienengüterverkehrs in Frankreich dank der Einführung eines Systems für den schnellen Güterzugdurchsatz (Système de Haut Débit Ferroviaire) vorantreiben, und die Leistung und Zuverlässigkeit des Schienengüterverkehrs für die Industrie erhöhen. Über ein Netz von Verladestationen und Hubs auf regionaler und nationaler Ebene soll der Einzelwagenverkehr optimiert werden. Fret SNCF positioniert sich damit auf den großen Bedürfnissen des Warenverkehrs: dichtes Netz, intensivierter Verkehr und regelmäßige Verbindungen mit hoher Kapazität.
Heute beträgt der Einzelwagenverkehr zwar nur 35% des Transportaufkommens von "Fret SNCF, bleibt aber lebenswichtig für die Chemie-, Automobil- und Stahlindustrie sowie die Unternehmen der Getreide- und Baubranche.
Luc Nadal, stellvertretender Generaldirektor der Branche "Transports et Logistiques" und Direktor von "Fret SNCF", stellte das Projekt am 11.09.08 der Presse vor: "Die Eisenbahn präsentiert mit dem Einzelwagenverkehr das am besten auf die Bedürfnisse der Industrie zur Flexibilität und Feinverteilung ausgerichtete Angebot. Die Entwicklung des Einzelwagenverkehrs ist die Entwicklung des Schienengüterverkehrs auf einem Marktsegment, das komplementär zur Beförderung über den Kombinierten Verkehr ist".
Der Einzelwagenverkehr erfolgt heute in der Logistik der größten Auftraggeber von "Fret SNCF, die insbesondere Transportaufgaben zu ihren eigenen Kunden bewältigen müssen. In der Tat, für Jean-Claude Larrieu, Leiter des Tätigkeitsbereichs Chemie/Wohnungsbau (Chimie/Lotissement) bei Fret SNCF, präsentiert der Einzelwagenverkehr wichtige logistische Vorteile: Flexibilität der Kapazität und Feinverteilung, Sicherheit beim Transport gefährlicher Güter, wirksame Integration in den industriellen Ablauf, Transport von schweren oder sperrigen Gütern, Optimierung der Bahnanlagen nach den Erfordernissen der Industrie.
Der Wagenladungsverkehr der neuen Generation umfasst die drei größten Vorteile für die Kunden:
• Mehr Zuverlässigkeit: Die Verpflichtung der SNCF auf eine pünktliche Lieferung und Zuverlässigkeit in der Einhaltung dieser Frist zum Zeitpunkt der Bestellung;
• Mehr Flexibilität: Die Möglichkeit, eine Sendung ohne vorherige Ankündigung zu schicken;
• Mehr Service: Informations- und Ansprechpartner sind in der Nähe verfügbar.
"Unser Ziel des Einzelwagenverkehrs stützt sich auf erhebliche Investitionen: Umstrukturierung des Verkehrsnetzes, Einrichtung eines zentralen Systems zur Steuerung des individuellen Wagenverkehrs, Entwicklung eines Informationssystems zur Überwachung der Wagen in Echtzeit und Ausrichtung kommerzieller Angebote auf die Bedürfnisse der einzelnen Kunden." sagte Luc Nadal.
Die SNCF hat sich verpflichtet, Anfang des Jahres in Kofinanzierung mit dem Netzbetreiber RFF und/oder dem Staat ein Programm für vorrangige Projekte in Höhe von 50 Mio. € zu finanzieren, von dem vor allem die Hubs und Plattformen profitieren. Ferner ist die Anschaffung von 90 neuen Lokomotiven (Kosten: 3 Millionen Euro pro Stück) geplant. Verhandelt werden müssen noch Trassenplanungen mit RFF und Kooperationen mit benachbarten Bahnunternehmen, wenn die Ziele im Ausland liegen (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, diverse Zeitungsmeldungen, 12.09.08).

RechteckAbkommen über die gegenseitige Wagenzulassung
Foto EPSF
François Jaeger (Luxemburg), André Latruwe (Belgien), Michel Aymeric (Frankreich) unterzeichnen das Protokoll.
Die nationalen Sicherheitsbehörden aus Belgien, Luxemburg und Frankreich haben am 5. September in Brüssel ein Protokoll über die gegenseitige Anerkennung der Genehmigung zur kommerziellen Nutzung von Wagen unterzeichnet. Dieses neue Protokoll erleichtert und beschleunigt die Erteilung von Genehmigungen für die kommerzielle Nutzung der Wagen.
Ein in einem der drei Länder zugelassener Waggon erhält nun viel schneller, und mit den gleichen Garantien für die Sicherheit, eine Zulassung in den anderen beiden Ländern, da die üblichen Vorgaben im Zusammenhang mit der"technischen Sicherheit" wesentlich erleichtert werden.

In einer Übergangsphase, in der die Fahrzeuge noch nicht alle Anforderungen der technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (Spécifications techniques d’interopérabilité, STI) erfüllen, stellt das neue Protokoll einen bedeutenden Fortschritt auf dem Weg zur Harmonisierung und Interoperabilität dar (WKZ, Pressemeldung Etablissement public de sécurité ferroviaire, 11.09.08).

RechteckUntersuchung des Systems Oberleitung/Stromabnehmer
Nach einer Unterredung mit dem Präsidenten der SNCF und dem Präsidenten des Netzbetreibers Réseau Ferré de France (RFF) zu den starken Störungen im Schienenverkehr in den letzten Wochen hat Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, ab 10. September die Umsetzung einer landesweiten Untersuchung zur Diagnose und zur Stärkung des Systems Oberleitung/Stromabnehmer genehmigt (opération nationale de diagnostic et de renforcement du système caténaires/pantographes). Der Staatssekretär erwartet, dass sich die Vorfälle der letzten Wochen nicht wiederholen.
Erst am letzen Freitag (05.09.08) wurden im Bahnhof Montparnasse die Oberleitungen durch einen TGV heruntergerissen, worauhin es zu massiven Störungen kam. In der Nacht vom 31. August zum 1. September riss der Corail Strasbourg –