Frankreich
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Sicherheitszertifikat
für zweiten regionalen Bahnbetreiber
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public
de Sécurité Ferroviaire) hat am 21.07.10 der "Compagnie
ferroviaire régionale" (CFR) das Sicherheitszertifikat für
Güterzugleistungen im Gebiet Morvan ausgestellt.
CFR bedient vor allem die Strecke Cercy-la-Tour - Corbigny im Département
58 "Nièvre" und wird nach der Gesellschaft "Train
du Pays Cathare et du Fenouillèdes" (TPCF) der zweite regionale
Bahnbetreiber mit EPSF-Zertifikat (Opérateur ferroviaire de proximité,
OFP) (WKZ, Pressemeldung EPSF, 28.07.10).
Erster
regionaler Bahnbetreiber startet Güterzug nach Schweden
Die Gesellschaft "TPCF Fret" (Train du Pays Cathare et du Fenouillèdes)
hat am 27.07.10 als erster regionaler Bahnbetreiber (Opérateur
ferroviaire de proximité, OFP) einen Zug über das nationale
Schienennetz von RFF auf den Weg geschickt.
TPCF erhielt das Sicherheitszertifikat der Sicherheitsbehörde EPSF
(Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) am 19. Mai
2010, nachdem die Lizenz als Eisenbahnunternehmen schon am 25. März
2010 erteilt worden war.
TPCF wird auf der Strecke St. Martin de Lys (Departement 11) - Rivesaltes
(66) für "France Wagons" Züge mit Dolomitgestein der
in Cases-de-Penes (66) ansässigen Firma "La Provençale"
befördern. Im Bahnhof Rivesaltes übernimmt dann die SNCF die
Wagen und transportiert sie zum Bestimmungsort in Schweden. Am 23. Juli
traf erstmals ein leerer Güterzug in Cases de Penes ein und fuhr
am 27. Juli beladen nach Schweden.
Die Schaffung regionaler OFP-Anbieter ist eines der acht prioritären
Bereiche, die durch die Regierung im Rahmen des nationalen Verpflichtung
für den Schienengüterverkehr (Engagement national pour le fret
ferroviaire) am 16. September 2009 beschlossen wurden (WKZ, Quelle Pressemeldung
RFF, 28.07.10).
Halbjahresbilanz
2010 zeigt Umsatzsteigerung der SNCF-Gruppen
Der Umsatz der SNCF-Gruppe im ersten Halbjahr 2010 belief sich auf €
14.945 Mio., ein Anstieg von 25,1% gegenüber dem ersten Halbjahr
2009. Die Einzelergebnisse:
• SNCF Infra: Umsatz von € 2.487 Mio., ein Anstieg von 6,2%
gegenüber dem ersten Halbjahr 2009. Die Regeneration und die Investitionen
in das Netzwerk im Auftrag von RFF sind die wichtigsten Ursachen des Wachstums.
•
SNCF Proximités: Umsatz von € 5.271 Mio., ein Anstieg von
65,4% gegenüber dem ersten Halbjahr 2009, hervorgerufen durch die
Integration von Keolis (1 719 Mio. €). Bei konstanten Wechselkursen
und ohne den Effekt der Errichtung der Zweigniederlassung Gares &
Connexions beträgt das Wachstum 172 Mio. € oder 5,4%. Der Aufschwung
der TER-Angebote wurde teilweise durch die negativen Auswirkungen des
Streiks im April verringert.
•
SNCF Voyages: Umsatz von € 3,603 Mio., ein Plus von 7.4% gegenüber
dem ersten Halbjahr 2009. Bei konstanten Wechselkursen und ohne den Effekt
der Errichtung der Zweigniederlassung Gares & Connexions betrug der
Anstieg 176 Mio. € oder 5,3%. In einem etwas günstigeren Umfeld
als im gleichen Zeitraum des Jahres 2009 ist der Aufschwung durch das
starke internationale Geschäft (Eurostar, Thalys und Lyria) bedingt.
•
SNCF Geodis: Umsatz von € 4.307 Mio., ein Anstieg von 25,4% gegenüber
der ersten Hälfte des Jahres 2009. Das Wachstum zog vor allem im
Speditionsverkehr an, der von der Erholung des Asien-Europa-Flows und
von steigenden Frachtraten getragen wurde. Die Aktivitäten im Zusammenhang
mit dem Automobil-Sektor (einschließlich Groupe STVA) erhöhten
sich ebenfalls signifikant. Demgegenüber verzeichnete der Markt des
Schienengüterverkehrs aufgrund der Streiks im April einen Rückgang
um -1,8% (-15 Mio. €).
•
Gares & Connexions: Umsatz von 541 Mio. €, wobei 67,5% auf Zugangsgebühren
der Bahnunternehmen zu den Bahnhöfen entfielen. Diese Gebühren
gehören zu den grundlegenden Leistungen, die nach dem Gesetz diskriminierungsfrei
und transparent für alle Eisenbahnunternehmen angeboten werden müssen
(WKZ,
Quelle Pressemeldung SNCF, 27.07.10).
RFF
fordert finale Angebote zum Bau der LGV Bretagne – Pays de la Loire an
Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France
(RFF) hat am 21.07 10 die drei Gruppen Bouygues, Vinci und Eiffage im
Rahmen der Ausschreibung zum Bau der Hochgeschwindigkeits-verbindung "Bretagne
– Pays de la Loire" in öffentlich-privater Partnerschaft
(partenariat public-privé, PPP) aufgefordert, ihre finalen Angebote
bis Mitte Oktober 2010 abzugeben.
Nach Eintreffen der ersten Angebote zum 16.12.09 wurden mit den drei bevorzugten
Bietern ab 27.04.10 Beratungen zur Abgabe der finalen Angebote durchgeführt
(Der LOK Report berichtete). Der erfolgreiche Bewerber wird nach Abschluss
des Verfahrens mit dem Bau und der Instandhaltung der neuen Linie während
der Vertragslaufzeit beauftragt werden. Management, Verkehr und Betrieb
bleiben in der Verantwortung von RFF.
Die neue Strecke "Bretagne – Pays de la Loire" besitzt
eine Länge von 214 km, davon werden 182 km als Hochgeschwindigkeitsstrecke
gebaut. Die Reisezeit zwischen Paris und Rennes soll nach Inbetriebnahme
der Strecke auf 1:26 Stunden sowie zwischen Paris und Nantes auf 1.52
Stunden verkürzt werden (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 22.07.10).
Eurotunnel
beförderte 250 Millionen Menschen durch den Tunnel
Am 21. Juli 2010 feierte Eurotunnel die Beförderung von 250 Millionen
Menschen durch den Kanaltunnel seit Aufnahme der Leistungen vor 16 Jahren
im Juni 1994.
Diese beträchtliche Zahl - sie entspricht der Hälfte der Bevölkerung
der Europäischen Union - umfasst die Fahrgäste und Fahrer von
Auto- und Bus-Shuttles und die Fahrgäste der Eurostar-Züge zwischen
London, Paris und Brüssel. 58% der 250 Millionen Menschen sind Kunden
der Shuttles für Pkw und Lkw, die zwischen Folkestone und Calais
in nur 35 Minuten mit bis zu 10 Abfahrten pro Stunde in jeder Richtung
verkehren.
Im Durchschnitt fuhren seit 1994 täglich 43.000 Menschen durch den
Kanaltunnel, das entspricht der Bevölkerung der Städte Canterbury
oder Arras.
Eurotunnel
beglückwünschte den 250-millionsten Reisenden durch den Ärmelkanal-Tunnel
im Abfertigungsgebäude in Folkestone. Unter den Anwesenden waren
zwei regelmäßige Shuttle-Passagiere, Dr. Marijke Korteweg und
ihre Enkelin, Eva (WKZ,
Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 22.07.10).
Eurotunnel
legt Halbjahresbericht vor
Der Ärmelkanaltunnelbetreiber Eurotunnel hat am 19.07.10 seinen Halbjahresbericht
2010 mit auf vielen Gebieten positiver Bilanz vorgelegt.
Eurotunnel baut seine Präsenz im Cross-Channel-Markt mit sehr
starkem Wachstum für die beiden Shuttle-Services (Pkw und Lkw) und
die Anzahl der Eurostar-Passagiere aus. Während des ersten halben
Jahres 2010 hat sich aufgrund der zeitweiligen Schließung des Luftverkehrs
als Folge des Vulkanaus-bruchs in Island eine Zunahme des Umsatzes im
Kanalverkehr um 11% mit einer bemerkenswerten Steigerung bei den Shuttle
Services um +17% ergeben. Die Einnahmen aus der Nutzung des Eurotunnel-Eisenbahnnetzes
wurden um 5% erhöht, stimuliert durch den aufgrund des Vulkanausbruchs
gesteigerten Eurostar-Verkehr.
Der Cross-Channel-Lkw-Verkehr zeigt immer noch einen durch den Brand im
Tunnel im September 2008 zu verzeichnenden Rückgang um 17% für das
erste Halbjahr 2010 im Vergleich zu 2008. Der Truck-Shuttle-Verkehr hat
jedoch um 41% gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 zugenommen und befindet
sich so trotz der Wirtschaftskrise insgesamt auf dem aufstrebenden Ast.
Mit der Konsolidierung von Europorte und ihrer Tochtergesellschaften seit
1. Januar 2010 erreichte Eurotunnel eine Gesamt-Umsatzsteigerung von 22%.
Jacques
Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel SA, sagte:
"Ich freue mich, dass der Verkehr und die Einnahmen in der aktuellen
Wirtschaftskrise zugenommen haben. Allerdings, solange unsere Versicherungsleistungen
aufgrund des Tunnelbrandes noch blockiert bleiben, werden wir nicht in
der Lage sein, einen Gewinn in diesem Jahr zu erklären".
Wichtigste
Ereignisse im ersten Halbjahr waren:
•
Übernahme von GB Railfreight Limited (GBRf), des drittgrößte
Betreibers im Schienengüterverkehr in Großbritannien, am 28.
Mai 2010.
• Einweihung des Windparks auf dem Terminal Coquelles.
• Eurotunnel bewirbt sich als Teil eines britischen Konsortiums
um die Konzession für High Speed 1 (WKZ,
Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 20.07.10).
VINCI
gewinnt Konzession zum Bau der LGV Tours - Bordeaux
Réseau Ferré de France hat am 15.07.10 dem Konsortium
LISEA (Führung VINCI, weitere Partner Caisse des Dépôts
und AXA) den Konzessionsvertrag zum Bau und Betrieb der neuen Hochgeschwindigkeits-strecke
zwischen Tours und Bordeaux im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft
(PPP) zugesprochen. Mit einer Länge von 340 km handelt es sich um
das größte europäische Eisenbahn-Projekt.
Nach einer zweiten Konsultationsrunde mit den drei Gruppen von Bewerbern
(Bouygues, Eiffage und Vinci, der LOK Report berichtete) ab März
2009 hat Réseau Ferré de France die Gruppe LISEA als bevorzugten
Bieter zum Eintritt in die exklusiven Verhandlungen ausgewählt. Im
Herbst 2010 soll der Konzessionsvertrag abgeschlossen werden. Der Konzessionär
hat jetzt die Möglichkeit, ab Juli die Vorbereitungen zum Bau der Trasse
und der Verfügungsstellung von Grundstücken einzuleiten, um
dann Ende 2011 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.
Die geplante 340 km lange Strecke zwischen Bordeaux und Tours, davon werden
302 km als Hochgeschwindigkeitsstrecke ausgeführt, ist ein wichtiges
Glied im europäischen Schienennetz. Der Bau ist Teil der Verpflichtungen
des runden Tisches "Grenelle Environment", der den Bau von 2000
km neuer Hochgeschwindigkeitsstrecken bis zum Jahr 2020 vorsieht. Der
neue Streckenabschnitt wird die Erreichbarkeit der regionalen Gebiete
und die Attraktivität der großen Städte durch einen Verbund
der Bahnhöfe in Tours, Chatellerault, Poitiers, Bordeaux und Angouleme
steigern. Die Fahrtzeit zwischen Bordeaux und Paris wird ab 2016 um eine
Stunde auf 2.05 Stunden verkürzt.
Das Projekt im Wert von 7,8 Milliarden EUR stellt die größte
in Europa vergebene Konzession einer Verkehrsinfrastruktur dar und sorgt
für die Schaffung von 60.000 direkten oder indirekten Arbeitsplätzen
über die Dauer der Arbeiten. Während der Bauzeit werden 4500
Arbeitnehmer und Führungskräfte auf dem Gebiet des Bauingenieurwesens
und 2.000 Arbeiter und Manager im Bereich der Eisenbahnanlagen zum großen
Teil lokal rekrutiert. Der Konzessionär hat sich verpflichtet, 10%
der Arbeitszeit für Personen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess
zu reservieren (WKZ,
Quelle Pressemeldung RFF, 19.07.10).
Entwurf
eines Nationalen Plans zur Verkehrsinfrastruktur

Über 50 Prozent der Investitionen des Nationalen Plans zur Verkehrsinfrastruktur
(SNIT) gehen in die Eisenbahn (grün), 32 Prozent in den öffentlichen
Nahverkehr (braun). Der Flugverkehr wird nur mit 0,5 und der Straßenverkehr
mit 4,5 Prozent gefördert. Grafik SNIT.
Der Entwurf eines nationalen Plans zur Verkehrsinfrastruktur mit
Investitionen im Wert von 170 Milliarden EUR über 20 bis 30 Jahre
(Schéma
national d’infrastructures de transport, SNIT) wurde am 13.
Juli 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Unter dem Zeichen des Runden Tisches Umwelt (Grenelle Environnement) stellt
das Projekt eine wichtige Umwälzung der Verkehrspolitik dar: Mit
dem Schwerpunkt auf Alternativen zum Straßenverkehr soll der Verkehr
per Eisenbahn-, Fluss und Meer das Verkehrswesen in die Herausforderungen
einer nachhaltigen Mobilität integrieren.
Die großen Infrastrukturprojekte werden auf einen Zeithorizont von
20-30 Jahren festgelegt und entwickelt. Die Strategie umfasst vier
Hauptziele:
1.
Optimierung des bestehenden Verkehrssystems, um die Schaffung neuer Infrastrukturen
so gering wie möglich zu halten.
2. Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Verkehrssysteme in den
Regionen.
3. Verbesserung der Energieeffizienz der Verkehrssysteme.
4. Verringerung ökologischer Beeinträchtigungen durch Infrastruktur-
und Transporteinrichtungen.
Zur Erreichung dieser Ziele werden folgende Schwerpunkte
gesetzt:
•
Stärkung des intermodalen Eisenbahnverkehrs,
• Modernisierung der großen Seehäfen,
• Integration von Umweltbelangen in die bestehende Verkehrsinfrastruktur,
• Abkehr vom Straßen- und Luftverkehr,
• Unterstützung der Entwicklung öffentlicher Verkehrsmittel.
Das Programm soll durch etwa sechzig Maßnahmen
eingeleitet werden, die Wartung, Betrieb, Modernisierung oder Ausbau der
Verkehrsinfrastruktur des Landes beinhalten. Beispiele
für solche Maßnahmen sind:
•
Erhöhung der Zuverlässigkeit und Qualität der Trassen für
den Schienengüterverkehr,
• Erfassung und Verringerung der Treibhausgasemissionen der Gesamtheit
aller Infrastrukturen,
• Entwicklung multimodaler Plattformen für die großen
Seehäfen,
• Entwicklung von Informationssystemen für den Straßenverkehr
und eines dynamischen Managements für den Gesamtverkehr,
• Modernisierung und Entwicklung der Energieversorgung bei der Bahn.
Wichtige
Projekte
werden hervorgehoben:
•
Erste Priorität für die Schiene (Priorité
première: le ferroviaire). Der Nationale Plan unterstreicht
das Engagement Frankreichs für eine umfangreiche Schieneninfrastruktur
als bevorzugtem Transportmittel für Passagiere und Fracht. Rund 4.000
km Bahnstrecken sind aufgeführt, einschließlich der im Gesetz
Grenelle 1 genannten Hochgeschwindigkeitsprojekte (Der LOK Report berichtete).
•
Die Wiederbelebung der Binnenschifffahrt wird über den Bau des "Canal
Seine-Nord Europe" realisiert, hinzu kommen zusätzliche Wasserstraßen
im Großraum Paris und im Norden Frankreichs. 370 km Wasserwege für
großes Lichtraumprofil sollen entstehen.
•
Entwicklung der Häfen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern,
wobei der Schwerpunkt auf der Qualität der erbrachten Dienstleistungen
und der Schaffung multimodaler Terminals liegt. Ein Dutzend Hafenprojekte
sind vorgeschlagen.
•
Ein Hauptteil des SNIT behandelt den öffentlichen Nahverkehr wie
die Entwicklung neuer öffentlicher Transportmittel (Ligne de transports
collectifs en site propre, TCSP), also Metro, Tram, und Busnetze mit hoher
Servicequalität (Bus à haut niveau de service, BHNS).
•
Im Luftverkehr fördert der Entwurf einzig die Flughäfen in Mayotte
und Notre-Dame des Landes.
•
Der Entwurf SNIT sieht keine Erhöhung der Gesamtkapazität an
Straßen oder Autobahnen vor. Gestärkt werden sollen allerdings
die Anforderungen an die Sicherheit und die Verhinderung von Staus.
Der vorgeschlagene Entwurf wird mit einer Abteilung des Nationalen Komitees
für nachhaltige Entwicklung und der Grenelle Umwelt (Comité
National du Développement Durable et du Grenelle de l’Environnement,
CNDDGE) von Juli bis September 2010 diskutiert und der Umweltbehörde
zur Überprüfung vorgelegt, bevor eine breit angelegte öffentliche
Konsultation und eine Debatte im Parlament erfolgen. Noch vor Ende des
Jahres 2010 soll der Entwurf beschlossen werden.
Das Projekt soll Simulationen zufolge folgende Auswirkungen
auf die Umwelt in Frankreich haben:
•
Die Verkehrsverlagerung auf die Schiene im Bereich des Gütertransports
soll bis zum Jahr 2030 in einer Größenordnung von mindestens
10 Milliarden Tonnen/km und im Personenverkehr von mindestens 2,5 Mrd.
Reisendenkilometern von der Straße auf die Schiene und mindestens
zwei Milliarden Reisendenkilometern von der Luft auf die Schiene betragen.
• Die Verringerung der CO2-Emissionen wird mit einer geschätzten
Einsparung von rund 100 Millionen Tonnen CO2 über 50 Jahre (2 Millionen
Tonnen pro Jahr) angegeben.
• Es erfolgt ein Beitrag zur Schaffung oder zum Erhalt von rund
65.000 direkten und indirekten Arbeitsplätzen pro Jahr über
mehr als 20 Jahre (WKZ,
Quelle Ministère de l’Écologie, de l’Énergie,
du Développement durable et de la Mer, 16.07.10).
Gesetzestext
"Grenelle 2" veröffentlicht
Das vom Senat und der Nationalversammlung verabschiedete Gesetz "Grenelle
2" zum nationalen Engagement für die Umwelt wurde am 12. Juli 2010 veröffentlicht
(LOI
n° 2010-788 du 12 juillet 2010 portant engagement national pour l'environnement).
Es konkretisiert die gesetzgeberischen Aspekte des ersten Gesetzes "Grenelle
1" auf sechs wichtigen Gebieten (Der LOK Report berichtete):
• Bau-und Stadtplanung,
• Verkehr,
• Energie,
• biologische Vielfalt,
• gesundheitliches Risiko und
• Gesetzgebung (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l’Écologie,
de l’Énergie, du Développement durable et de la Mer,
14.07.10).
Vier
Milliarden Euro zur Stärkung des Nahverkehrs in der Ile-de-France
Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France
(RFF) hat beschlossen, Mittel für die Umsetzung der Verbesserung
des Bahnverkehrs in der Region Ile-de-France bereitzustellen.
Bis 2012 sollen von der Infrastruktur hervorgerufene Unregelmäßigkeiten
um 30 Prozent gesenkt werden. Zur Zeit ist die Infra-struktur zu etwa
einem Viertel an den Unregelmäßigkeiten in der Ile-de-France
verantwortlich. In den nächsten drei Jahren will RFF insgesamt vier
Milliarden Euro für Betrieb, Instand-haltung, Modernisierung und
Ausbau des Netzes der Ile-de-France zur Verfügung stellen:
• 2 Milliarden Euro für Betrieb und Wartung
• 2 Milliarden Euro für Investitionen, davon die Hälfte
zur Erneuerung und Erhöhung der Zuverlässigkeit des Netzes.
Das
wichtigste Anliegen werden die Modernisierung der RER-Linien B, C und
D und der Aufbau neuer Infrastrukturen sein, darunter das Projekt Eole
(Erweiterung des westlichen Zweiges der RER-Linie E), die RER-Linie E
im Westen, die Nordtangente (Tangentielle Légère Nord, NLP)
und die "Interconnexion Sud" (TGV-Erweiterung).
Darüber
hinaus werden mit 150 Millionen Euro die Zugangsmöglichkeiten für
mobilitätsbeschränkte Personen verbessert(WKZ,
Quelle Pressemeldung RFF, 14.07.10).
Begleitausschuss
zur Nationalen Verpflichtung für den Schienengüterverkehr
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat am
08.07.10 den Begleitausschuss zur Nationalen Verpflichtung für den
Schienengüterverkehr (l'Engagement National pour le Fret Ferroviaire)
zusammengerufen. Am 16.09.10 hatte der Ministerrat das Engagement mit
Investitionen über sieben Milliarden Euro beschlossen (Der LOK Report
berichtete).
Der Ausschuss besteht aus Vertretern des Netzbetreibers RFF, den Unternehmen
des Schienen-güterverkehrs, den Frachtverkehr unterstützenden
Verbänden und nationalen Gewerkschaften, den Verladern, Umweltverbänden
und Parlamentariern.
Der Begleitausschuß
überwacht folgende Schwerpunkte (vergleiche unsere Meldung vom
28.01.10):
• Schwerpunkt 1: Erstellung eines getakteten Kombinierten Verkehrs
• Schwerpunkt 2: Unterstützung der Entwicklung des kombinierten
Verkehrs
• Schwerpunkt 3: Entwicklung von regionalen Eisenbahnunternehmen
(Opérateurs ferroviaires de proximité, OFP)
• Schwerpunkt 4: Entwicklung von Hochgeschwindigkeits-Güterzugverbindungen
zwischen den Flughäfen
• Schwerpunkt 5: Erstellung einer Güterverkehrs-Infrastruktur.
• Schwerpunkt 6: Entfernung von Engpässen im Netz.
• Schwerpunkt 7: Verbesserung der Eisenbahnanbindung großer
Häfen.
• Schwerpunkt 8: Modernisierung der Verwaltung von Trassen
Dominique Bussereau begrüßte die Ausschreibung der Eisenbahnautobahnen
"Autoroute ferroviaire Atlantique" und "Autoroute ferroviaire
Alpine" sowie die Erhöhung der Zahl der Züge auf der "Autoroute
ferroviaire Perpignan – Luxembourg", deren Frequenz jetzt auf
drei Fahrten täglich steigt.
Der Staatssekretär, der am 05.07.12 die Erweiterung zum Terminal
Perpignan Saint-Charles eröffnete, erwähnte, dass der kombinierte
Verkehr boomt und sich nunmehr die staatlichen Beihilfen auf 50% erhöhen.
Dominique Bussereau betonte schließlich die Bedeutung der Inbetriebnahme
regionaler Bahnbetreiber (OFP) im Jahr 2010.
Diese Angebote werden dazu beitragen, das ehrgeizige Ziel der Regierung
zu erfüllen, den Anteil des nicht über die Straße
oder Luft ablaufenden Güterverkehrs von jetzt 14% auf 17,5% im Jahr
2012 und auf 25% im Jahr 2022 zu steigern, wie vom Umweltgipfel "Grenelle
de l’Environnement " beschlossen (WKZ,
Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie,
du Développement durable et de la Mer, 12.07.10).
Hubert
du Mesnil wird Präsident der Europäischen Infrastrukturmanager
Hubert du Mesnil, Präsident des französischen Infrastrukturbetreibers
Réseau Ferré de France (RFF) wurde am 02.06.10 zum Präsidenten
der Vereinigung "European Rail Infrastructure Managers" (EIM)
ernannt. Er wird dieses Amt ab 01.09.10 für zwei Jahre ausüben.
Der 2002 gegründeten Vereinigung gehören Infrastrukturbetreiber
aus 10 Ländern an, nämlich Belgien, Dänemark, Spanien,
Finnland, Frankreich, Norwegen, die Niederlande, Portugal, das Vereinigte
Königreich und Schweden.
Hubert du Mesnil wird von drei Vizepräsidenten unterstützt:
• Luc Lallemand, CEO von Infrabel (Belgien);
• Gunnar Malm, Generaldirektor von Trafikverket (Schweden);
• Romeu Reis, Mitglied des Aufsichtsrats von Refer (Portugal).
"Um Erfolg in der Öffnung für den Wettbewerb zu haben,
müssen wir eine nahtlose europäische Infrastruktur im Interesse
der Reisenden und Verlader anbieten. Darauf wird sich die Vereinigung
EIM konzentrieren." sagte Hubert du Mesnil (WKZ, Quelle Pressemeldung
RFF, 02.07.10).
Nationalversammlung
verabschiedet "Grenelle 2"
Nach der Annahme durch den Senat am 28.06.10, hat am 29.06.10 auch die
französische Nationalver-sammlung (Assemblée nationale) dem
Gesetz "Grenelle 2" zugestimmt. Die Gruppen UMP und Nouveau
centre (NC) stimmten für den Entwurd von Umweltminister Jean-Louis
Borloo, während die Sozialisten, Linken und Grünen dagegen stimmten.
Der Gesetzesentwurf wurde am 16.06.10 von einer gemischten Kommission
(CMP, Commission mixte paritaire Assemblée-Sénat) dem Parlament
vorgelegt. Mit ihm werden die schon im Gesetz "Grenelle 1" beschlossenen
Umweltmaßnahmen konkretisiert, ergänzt und bestätigt,
wenngleich einige Passagen durch 3000 Änderungsvorschläge aufgeweicht
wurden. So müssen Umweltaspekte bei Infrastruktur-projekten wie Straßen
oder TGV-Linien in geschützten "grünen" (Erde) und
"blauen" (Wasser) Bereichen ökologischer Korridore ("trames
vertes et bleues") nur noch "berücksichtigt" werden,
aber nicht mehr "kompatibel" sein, wie ursprünglich geplant.
Hauptkomponenten des Gesetzes sind
• der Kampf gegen die globale Erwärmung und Reduzierung der
verbrauchten Energie,
• eine nachhaltige Verlagerung des Verkehrs,
• die Erhaltung der Artenvielfalt,
• die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft,
• der Schutz der Gesundheit,
• die Umsetzung einer nachhaltigen Abfallwirtschaft und die
• Schaffung einer geeigneten ökologischen Gesetzgebung.
Unter dem Punkt "Grenelle
2: un changement essentiel dans le domaine des transports" wird
als Ziel genannt, die Verkehrsinfrastruktur alternativ zum Straßenverkehr
zu entwickeln. Genannt werden die Realisierung von knapp über 1.500
km zusätzlicher Strecken des städtischen öffentlichen Verkehrs,
mit Ausnahme denen der Ile-de-France, oder der Bau von Linien des kombinierten
Verkehrs auf der Schiene und auf dem Wasser (Canal Seine Nord Europe).
Die Kohärenz der Verkehrsinfrastruktur, ob im Passagier- oder Güterverkehr,
soll an aktuelle umwelt- und energiepolitische Herausforderungen angepasst
werden. Maßnahmen zur Entwicklung des städtischen und vorstädtischen
Verkehrs umfassen die Planung und Verbesserung des Managements sämtlicher
Verkehrsträger (Car-Sharing, kostenloser Fahrrad-Service, Parkregelung,
eigene Spursysteme der regionalen Infrastruktur, Prüfung einer City-Maut
für Gemeinden mit mehr als 300.000 Einwohnern, Anwendung der europäischen
Richtlinie zur Einführung eines Tele-Maut-Systems, Entwicklung von
Elektrofahrzeugen (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l’Écologie,
de l’Énergie du Développement durable et de la Mer,
01.07.10).
Modernisierung
des Eisenbahnknotens Metz
Der Vorstand des französischen Netzverwalters Réseau Ferré
de France (RFF) verabschiedete am 10. Juni 2010 den Plan zum Ausbau des
Eisenbahnknotens Metz. Er bekräftigte seine finanzielle Beteiligung
von 77 Millionen Euro an den geplanten Gesamtkosten von 134 Millionen
Euro. Dieses Projekt unterstützt die Ziele der Sanierung und Entwicklung
der Eisenbahn, wie sie vom runden Umwelttisch "Grenelle de l’Environnement"
beschlossen wurden.
Eine größere Fluidität des Schienenverkehrs auf diesem
vielbefahrenen Teil der Infrastruktur in Lothringen ermöglicht die
Konsolidierung und Erweiterung des TER-Angebots auf durchgängigen
Taktbetrieb. Der Ausbau des Eisenbahnknotens Metz umfasst die Erneuerung
der Signaltechnik, den Bau eines ESTW in Metzville und die Entwicklung
der Infrastruktur der Stadt Metz im Rahmen eine Vertrages zwischen Land
und Region (Contrat de projets Etat-Région Lorraine).
Das Abkommens zwischen Staat und Region sieht eine Erhöhung der Kapazität
des Personenverkehrs in Metz durch die Schaffung zweier neuer Bahnsteige
für Regionalzüge vor. Es ermöglicht auch eine bessere Betriebsführung
für die Züge durch neue Signaltechnik im Bereich Montigny-les-Metz.
Die Planung erstreckt sich auf folgende Ausbaustufen:
• 2010-2011: Projektstudien
• 2012-2015: Bauarbeiten
• 2015: Inbetriebnahme (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 21.06.10).
TPS
von Hacon für HVG zwischen Spanien und Frankreich
TP Ferro plant und koordiniert seine Trassen künftig mit der Software
TPS von HaCon. Der spanisch-französiche Eisenbahninfrastrukturmanager
wird das Planungstool auf der 44 Kilometer langen Neubau-strecke durch
die Pyrenäen von Perpignan in Frankreich bis Figueres in Spanien
einsetzen.
TP Ferro wurde gegründet von der spanischen ACS-Gruppe und dem französischen
Bauunternehmen Eiffage, die jeweils 50 Prozent der Anteile von TP Ferro
halten. Das binationale Unternehmen ist dafür verantwortlich, dass
die Trassen auf der Hochgeschwindigkeitslinie Figueres-Perpignan konfliktfrei
befahren werden - eine Kernfunktion von TPS.
Das System unterstützt Netzbetreiber dabei, ihre Kapazität entsprechend
der europäischen Vorgaben einer diskriminierungsfreien Trassenvergabe
zu verplanen.
TPS, das der staatliche Betreiber des französischen Schienennetzes
Réseau Ferré de France (RFF) bereits erfolgreich einsetzt,
verknüpft nun erstmals zwei aneinandergrenzende Netzbetreiber. Die
Software "Made in Hannover" berücksichtigt bei der Planung
und Disposition bereits das europäische Signalisierungssystem ETCS
(European Train Control System) Level 2. "ETCS ist eine Komponente
eines einheitlichen europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems in
das sich TPS perfekt einreiht", erläutert HaCon-Projektleiter
Claus Müller-Haude. Damit leiste TPS einen Beitrag zur Interoperabilität
der europäischen Eisenbahnen.
Die nationalen Netzbetreiber in Frankreich und Spanien setzen zur Koordination
und Kommunikation von Trassenbestellungen die webbasierte Plattform Pathfinder
ein. Diese stellt RailNetEurope (RNE) seinen insgesamt 38 Mitgliedern
zur Verfügung. Der Verband europäischer Eisenbahninfrastrukturbetreiber
hat das Ziel, den internationalen Eisenbahnverkehr reibungsloser und effizienter
zu gestalten. Hier schließt sich TPS nahtlos an: Mit internetbasierter
Kommunikation zu Pathfinder, die sicherstellt, dass TP Ferro in die Trassenplanung
von Frankreich und Spanien optimal eingebunden werden kann. Auch das lokale
CTC (Centralised Traffic Control) wird mit TPS verknüpft.
HaCon wird TPS für seinen neuen Kunden TP Ferro zweisprachig zur
Verfügung stellen, das bedeutet: Spanisch und Französisch im
Parallelbetrieb. TP Ferro soll neben TPS für die langfristige Planung
auch TPS Realtime erhalten. Damit kann der Infrastrukturmanager TPS auch
als Dispositionssoftware für die sehr kurzfristige Planung einsetzen.
Weil in TPS die Infrastruktur der Eisenbahnanlage exakt abgebildet ist,
können Verspätungen sehr genau berechnet werden. Der Vorteil:
Mögliche Konflikte durch Abweichungen vom Sollfahrplan lassen sich
rechtzeitig und präzise voraussagen. Der Disponent kann auf verschiedene
Lösungsszenarien zurückgreifen. So unterstützt TPS Realtime
diesen optimal dabei, Konflikte zu lösen. TPS wird auch die so genannte
"Tunnel Condition" einhalten, eine Sicherheitsvorschrift, die
es untersagt, dass sich zwei Züge gleichzeitig in derselben Tunnelröhre
aufhalten.
Ab Oktober soll TPS in der Betriebszentrale von TP Ferro in der Nähe
des südfranzösischen Montesquieu les Albères bei Perpignan
installiert werden. Schulung und Testbetrieb folgen. Im Dezember 2010
soll die Hochgeschwindigkeitslinie offiziell eröffnet werden und
anschließend in Betrieb gehen. Auf der 44 Kilometer langen, zweispurig
geführten Strecke, werden sowohl Personen- als auch Güterverkehrszüge
verkehren. Sie befindet sich auf spanischem und französischem Boden
und führt durch einen 8,2 Kilometer langen Tunnel unter den Pyrenäen
(Pressemeldung Hacon, 16.06.10).
Inbetriebnahme
des ersten Zentralstellwerks "Rhône-Alpes"
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr und Michel Mercier,
Minister für Raumordnung, eröffneten am 14.06.10 das erste neue
Zentralstellwerk für das Schienennetz Rhône-Alpes (Commande
centralisée du réseau rhônalpin).
Ebenfalls anwesend waren Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau
Ferré de France (RFF) und Henri-Alain Bertrand, Direktor der neuen
"Direction de la Circulation Ferroviaire" (DCF).
Das im Gare
Jean Macé in Lyon befindliche zentrale Stellwerk mit einer
Fläche von 2700 Quadratmetern wird ab der Nacht vom 19. auf den 20.06.10
den gesamten Zugverkehr der Region überwachen. Im Auftrag von RFF
werden knapp vierzig Mitarbeiter der neuen "Direction de la Circulation
Ferroviaire" (DCF) den Betrieb überwachen.
Bis zum Jahr 2030 soll die Betriebsführung der gesamten Region Rhone-Alpes
zentral an das neue Stellwerk angebunden werden, um Leistungsfähigkeit,
Flexibilität und Sicherheit des Schienenverkehrs zu gewährleisten.
Die Investition von über 500 Millionen EUR wird vollständig
von Réseau Ferré de France finanziert.
Das Stellwerk Rhône-Alpes wird das erste in Betrieb gegangene Zentralstellwerk
in Frankreich sein. In den nächsten zwanzig Jahren ist vorgesehen,
die gesamte Schieneninfrastruktur in Frankreich von 15 Zentralstellwerken
zu steuern (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 15.06.10).
Modernisierung
des Streckennetzes in der Bretagne
Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de
France, besuchte am 11.06.10 das größte Projekt der Modernisierung
des Streckennetzes in Frankreich.
Zwischen 2011 und 2015 renoviert RFF mit Investitionen von fast 307 Millionen
€ das Netz in der Bretagne und mit rund 300 Millionen in der Region
Pays-de-la-Loire.
Im Februar 2010 begann Réseau Ferré de France die Arbeiten
an der Modernisierung der Strecken Linien Savenay - Montoir-de-Bretagne
(kurz vor St-Nazaire) und Savenay - Redon. 85 Millionen Euro hat RFF für
den Ausbau dieser beiden Teilabschnitte bis Ende des Jahres mit einer
Länge von 72 km zugesagt. 500
Menschen sind an den Arbeiten beteiligt, darunter 300 Mitarbeiter der
Gruppe TSO Colas Rail und 200 Mitarbeiter der von RFF beauftragten SNCF.
Bis Juli wird die Linie von Montag bis Freitag geschlossen, um die Arbeiten
"schnell hintereinander" mit einer Kapazität von bis 1500
Metern Länge pro Tag erledigen
zu können (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 14.06.10).
Vereinbarung
zur Hochgeschwindigkeitsstrecke Südwesteuropa
Der französische Staatssekretär für Verkehr, Dominique
Bussereau, der spanische Verkehrsminister Jose Lopez Blanco und der portugiesische
Minister für Verkehr, Antonio Mendoca haben am 09.06.10 während
der Konferenz über Transeuropäische Verkehrsnetze (Conférence
sur les Réseaux Transeuropéens de Transport, RTE-T) in Zaragoza
(Spanien) eine Absichtserklärung über den Bau einer Hochgeschwindig-keitsstrecke
in Südwesteuropa unterzeichnet (Ligne à grande vitesse du
Sud-Ouest de l’Europe).
Die Vereinbarung dient der Koordination der verschiedenen Abschnitte der
Hochgeschwindigkeitsstrecke, vor allem der grenzüberschreitenden
Abschnitte. Als solches wird der Projektkoordinator, Carlo Secchi, in
allen bilateralen Gesprächen beteiligt werden.
Die Vereinbarung unterstreicht die Bedeutung der europäischen Finanzierung
für dieses Projekt, da es für eine nachhaltige wirtschaftliche
Entwicklung der Europäischen Union von wesentlicher Bedeutung ist.
Das Projekt wurde schon vom EU-Kommissar für Verkehr, Siim Kallas
befürwortet, was als positives Signal für künftige Verhandlungen
über das EU-Budget 2014-2020 gewertet werden kann.
Dominique Bussereau und seine Amtskollegen aus Spanien und Portugal haben
die Bedeutung einer maximalen Interoperabilität für die neue
Infrastruktur hervorgehoben.
Die Verkehrsminister
haben die Errichtung eines neuen Joint-Ventures zwischen SNCF, RENFE und
PC zum Betrieb der Strecke angekündigt, wie sie mit Eurostar und
Thalys zwischen Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den Benelux-Staaten
und Deutschland schon als Vorbild dienen (WKZ,
Quelle Pressemeldung Ministère de l’Écologie, de l’Énergie,
du Développement durable et de la Mer, 14.06.10).
Strecke
Le Creusot - Chagny
 
 
Auf der zweigleisigen Dieselstrecke von Le Creusot nach Chagny in Burgund
werden die Regionalzüge noch mit modernisierten Caravelle-Triebwagen
gefahren, die dabei im Bereich Santenay Les Bains eine der berühmtesten
Weißweinlagen der Cote d´Or passieren.
Außerdem ist ein recht lebhafter Güterverkehr mit der Reihe
69000 in Doppeltraktion zu erleben (Dr.
Rainer Hartmann, 28.05.10).
Depot
Culmont-Chalindrey
 

Die seit Jahren ausmusterungsgefährdeten A1A A1A-Dieselloks der Baureihe
68500 sind nach wie vor beim Depot Culmont-Chalindrey (nördlich von Dijon)
im Einsatz.
Am 12.5.2010 konnten die Maschinen nebeneinander in der klassischen Farbgebung,
der FRET-Lackierung und im gelben SNCF-infra-Anstrich angetroffen werden
(Dr. Rainer Hartmann, 26.05.10).
Grundstein
zur neuen Eisenbahnbrücke bei Bayonne
Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de France,
legte am 21.05.10 den Grundstein zum Bau der zukünftigen Eisenbahnbrücke
in Bayonne. Er hat außerdem den Abschluss der Streckenrenovierung
zwischen Bayonne und Cambo Les Bains bis Ende Juni 2010 angekündigt.
Die neue Eisenbahnbrücke in Bayonne besitzt eine Länge von 270
Metern und wird auch für Fußgänger und Fahrräder
zugänglich sein. Zwei Gleise der Verbindung Bordeaux - Irun sind
vorgesehen, um die Verbindung nach Spanien zu ermöglichen. Die Kosten
von 40 Millionen EUR werden zur Gänze von Réseau Ferré
de France getragen. Die Inbetriebnahme wird für Mai 2013 erwartet.
Der Architekt ist Alain Spielmann.
Zur Modernisierung des Streckennetzes investiert Réseau Ferré
de France in der Regionen Aquitaine und Poitou Charentes im Jahr 2010
insgesamt 300 Millionen EUR, nachdem 2009 schon 200 Millionen EUR investiert
wurden.
Réseau Ferré de France, die Region Aquitaine und der Staat
investieren zwischen 2009 und 2013 insgesamt 388 Millionen EUR in die
Modernisierung der bestehenden Strecke Bordeaux - Hendaye. Die 18 km langen
Linie Bayonne - Cambo les Bains ist das erste Glied dieser Modernisierung
(WKZ,
Quelle Pressemeldung RFF, 25.05.10).
SNCF
veröffentlicht Pläne zum Zugangebot beim TGV Rhin-Rhône
In der Ausgabe vom 15.05.2010 präsentiert
die Zeitung l'Alsace aus Mulhouse die Fortschritte beim Bau des TGV
Rhin-Rhône sowie das geplante Zugangebot nach Inbetriebnahme des
ersten Abschnitts von 140 km Länge.
Ab Dezember 2011 soll es in Richtung Paris ab Mulhouse 11 Verbindungen/Tag
(2h40), ab Belfort-Montbéliard 8 Verbindungen (2h15), ab Besancon-Franche
Comté 9 Verbindungen (2h05) und ab Basel 6 Verbindungen (3h05)
geben.
Die TGV Lyria Zürich - Basel - Paris werden dann nicht mehr über
Strasbourg sondern über Dijon verkehren. Ein Jahr später sollen
dann noch zwei Verbindungen nach Freiburg i.Br. (3h40) über Neuenburg
a.Rh. hinzukommen. Über Paris hinaus soll es je eine Verbindung nach
Lille (4h00) und zum Aéroport Roissy (3h05) geben.
In Richtung Süden soll es 6 Verbindungen ab Strasbourg über
Mulhouse nach Lyon (3h40/2h40) geben. Zwei davon fahren weiter nach Montpellier
und drei nach Marseille (4h50 bzw. 4h40 ab Mulhouse). Bereits ab Dezember
2011 sollen zwei dieser Verbindungen nach Frankfurt durchgebunden werden.
Diese sollen von DB und SNCF gemeinschaftlich mit jeweils eigenem Rollmaterial
betrieben werden.
Ab Dezember 2012 wird ein Zugpaar von Strasbourg durch die Inbetriebnahme
einer Umfahrung von Mulhouse um 15 Minuten beschleunigt. Außerdem
kommt dann auch noch ein Zugpaar Basel - Marseille hinzu.
Dieses, nach einer langen Mediation festgelegte Bedienungsangebot stellt
nach Aussage der SNCF einen Kompromiss zwischen den Wünschen der
Gebietskörperschaften und den wirtschaftlichen Erfordernissen dar.
Es sollte auch groß genug sein, um neue Anbieter, die hier erstmals
eine TGV-Linie im Wettbewerb bedienen könnten, zu entmutigen. Die
Preise sollen erst einige Wochen vor der Inbetriebnahme in eineinhalb
Jahren bekannt gegeben werden (Jürgen
Recknagel, 18.05.10).
Pascal
Sainson übernimmt den Vorsitz von Europorte SAS
Pascal Sainson wurde mit Wirkung vom 17.05.10 zum Vorsitzenden von Europorte
berufen, der Holdinggesellschaft für die fünf Schienengüterverkehrs-Tochtergesellschaften
von Eurotunnel. Sainson war bis dahin Director of Operations für
den Ärmelkanal-Tunnel und folgt in seiner neuen Position Jacques
Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel.
Die Holding von Europorte wird auf der einen Seite von den ehemaligen
französischen Tochterunter-nehmen von Veolia Cargo getragen, die
von der Gesellschaft am 30. November 2009 erworben wurden, und auf der
anderen Seite von Europorte Channel (ex Europorte 2), dem ersten europäischen
Schienen-güterverkehrsbetreiber mit einer Lizenz in Frankreich.
Europorte besteht aus fünf Tochtergesellschaften: Europorte France,
Europorte Channel, Europorte Link, Europorte Proximité und SOCORAIL.
Europorte bietet eine breite Palette von Dienstleistungen: nationale und
internationale Eisenbahnverbindungen, lokale Dienste auf Nebenstrecken
sowie industrielle Dienstleistungen (Verwaltung von Nebenbahnen, Wartung
der Infrastruktur und Be- und Entladen von Waggons (WKZ, Quelle Pressemeldung
Eurotunnel, 18.05.10).
Erste
PPP-Angebote für die Umfahrung von Nîmes und Montpellier

Am 05.05.10 hat der französische Netzbetreiber Réseau Ferré
de France (RFF) die ersten Angebote der Gruppen Bouygues TP, Eiffage und
Vinci Concessions zum Bau der 80 km langen Umfahrung von Nimes und Montpellier
in Öffentlich-Privater Partnerschaft (Partenariat public-privé,
PPP) erhalten. Das PPP-Projekt enthält Bau, Finanzierung und Wartung
der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Ligne à grande vitesse, LGV).
Die Strecke ist sowohl für den Güter- als auch den Personenverkehr
vorgesehen. Langfristige Ziele sind der Ausbau bis Perpignan und der Anschluss
an die Hochgeschwindigkeitsstrecke Perpignan-Figuéras nach Spanien.
RFF hat die Ausschreibung am 18. Dezember 2009 gestartet (Der LOK Report
berichtete) und plant, im Sommer 2010 die Bewerber zur endgültigen
Angebotsabgabe aufzufordern. Im Sommer 2011 soll der Vertrag mit dem auserwählten
Bewerber abgeschlossen werden.
Die Umfahrung von Nîmes und Montpellier wird einerseits durch die
Bereitstellung zusätzlicher Trassen die Attraktivität und Kapazität
des Personennahverkehrs bei hoher Geschwindigkeit in Richtung Süden
erhöhen. Andererseits dient sie der Entwicklung des Korridors "D"
für den europäischen Güterverkehr von Spanien über
Valence, Lyon und Turin nach Budapest.
Mit
einer Länge von 80 km umfasst dieses Projekt neben dem Bau einer
60 km langen Hochgeschwindig-keitsstrecke zwischen Manduel (östlich
von Nîmes) und Lattes (westlich von Montpellier) noch jeweils 10
km lange Anschlussverbindungen zum existierenden Netz.
Am 2. Dezember 2009 unterzeichneten Staat, Réseau Ferré
de France und die Regionen Languedoc-Roussillon, Département du
Gard, Montpellier Agglomération und Nîmes Métropole
gemeinsam die Finanzierungsvereinbarung für die neue Linie zwischen
Nimes und Montpellier und die Modernisierung der alten Strecke zwischen
Montpellier und Perpignan. Diese Arbeiten erfordern Investitionen in Höhe
von 1,62 Milliarden EUR (WKZ,
Quelle RFF, 10.05.10).
Zusammenlegung
von Transdev und Veolia Transport unterzeichnet
Die französische Caisse des Dépôts (CDC, Depositenkasse)
und Veolia Environnement haben am 05.05.10 ihre endgültige Zustimmung
zur Zusammenlegung von Transdev und Veolia Transport unterzeichnet.
Der Zusammenschluss soll die Stärken beider Unternehmen im wachsenden
Markt für Mobilität mit dem Ziel bündeln, die weltweite
Referenz für eine nachhaltige Mobilität zu werden. Die sich
ergänzenden Qualifikationen beider Firmen in allen Bereichen der
Mobilität sollen zu einem umfassenden Angebot an Transportdienstleistungen
mit einer umfangreichen geographischen Abdeckung führen.
Mit einem Pro-forma-Umsatz von 8,1 Mrd. EUR (ohne den Beitrag der übertragenen
RATP-Vermögens-werte), einer Präsenz in 28 Ländern und
der Beschäftigung von rund 117 000 Mitarbeitern wird die neue Gruppe
ein Weltmarktführer im Bereich der Personenbeförderung und nachhaltigen
Mobilität werden. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
beläuft sich auf rund 500 Mio. EUR. Die Komplementarität zwischen
Veolia Transport und Transdev in Bezug auf geografische Präsenz,
modales Angebot und operatives Know-how soll Kostensynergien von rund
70 Mio. EUR pro Jahr erzeugen.
Wie in der Rahmenvereinbarung vom 21. Dezember 2009 angekündigt,
wird die neue Veolia Transport-Transdev-Einheit gleichermaßen Veolia
Environnement (50%) und der Caisse des Depots (50%) gehören. Vor
dem Abschluss der Transaktion wird die Caisse des Dépôts
eine Kapitalerhöhung bei Transdev um 200 Millionen EUR zeichnen.
Veolia Environnement wird der operative Betreiber der neuen Einheit und
die Caisse des Dépôts ein langfristiger strategischer Aktionär
werden.
Die Übernahme der Anteile der RATP von 25,6% an Transdev wird in
Form eines Austausches von ausgewählten französischen und internationalen
Vermögenswerten durch Transdev und Veolia Transport erfolgen. Als
Ergebnis wird RATP ihre internationale Präsenz, insbesondere in Großbritannien,
Italien und der Schweiz sowie in Frankreich stärken. Die Einnahmen
der übertragenen Vermögenswerte im Jahr 2009 an RATP im Austausch
für ihre 25,6%-Beteiligung an Transdev belaufen sich auf ca. 340
Mio. EUR. Antoine Frerot, CEO von Veolia Environnement, wird Chairman
und Joël Lebreton, CEO von Transdev, CEO der neuen Gruppe. Cyrille
du Peloux, CEO von Veolia Transport, wird stellvertretender CEO und verantwortlich
für Betrieb und die Vorbereitung des Börsengangs werden.
Ziel der Aktionäre ist, die neue Gruppe innerhalb von zwölf
Monaten an die Börse zu bringen. Die Kapitalerhöhung soll durch
Bereitstellung angemessener finanzieller Mittel die Wachstumsstrategie
ermöglichen.
Der
Zusammenschluss von Veolia Transport und Transdev sowie der Ausstieg der
RATP aus Transdev hängen noch von der Genehmigung der zuständigen
Kartellbehörden ab. Die förmliche Anmeldung der geplanten Transaktion
soll in den kommenden Woche erfolgen. Die Transaktion unterliegt auch
der Freigabe durch die "Commission des Participations et des Transferts"
(WKZ,
Quelle Pressemeldung Veolia Verkehr, 07.05.10).
Verfünffachung
der öffentlichen TCSP-Netze in 15 Jahren
In Einklang mit der Umweltvereinbarung "Grenelle Environnement"
bestätigten Verkehrsminister Jean-Louis Borloo und Staatssekretär
Dominique Bussereau am 05.05.10 ihr Engagement, den Umfang der öffentlichen
Verkehrsnetze außerhalb der Ile-de-France in 15 Jahren um das fünffache
zu erweitern. Das Netz von heute 329 km Länge soll dabei auf 1800
Kilometer ansteigen, wofür der Staat die Summe von 2,5 Milliarden
EUR zur Kofinanzierung bis zum Jahr 2020 zur Verfügung stellen wird.
Bei den geförderten Projekten handelt es sich um auf eigenen Fahrspuren
verkehrende öffentliche Transportmittel (Ligne de transports collectifs
en site propre, TCSP), also Metro, Tram, und Busnetze mit hoher Servicequalität
(Bus à haut niveau
de service, BHNS, entspricht unseren Metrobussen).
Zur Auswahl der
Projekte haben Jean-Louis Borloo und Dominique Bussereau eine zweite Aufforderung
zur Einreichung von Projekten der lokalen Gemeinschaften (Deuxième
appel à projets TCSP, Annexe
n° 1, Annexe
n° 2, Annexe
n° 3, Annexe
n° 4) gestartet. Die Anträge sind bis zum Oktober 2010 einzureichen.
Die ausgewählten Projekte sollen dann im Dezember 2010 freigegeben
werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich zwischen 2011 und 2013 zur
Ausführung kommen.
Schon die erste Aufforderung vom 22. Oktober 2008 (Der LOK Report berichtete),
stellte eine beispiellose Anstrengung des Staates für den städtischen
Nahverkehr dar. Es wurden 810 Millionen EUR zur Kofinanzierung von 52
Projekten in 37 regionalen Umgebungen bereitgestellt und so die Schaffung
von 365 km neuer Transportlinien ermöglicht, die schon in Betrieb
gegangen sind oder bis zum Ende des Jahres 2011 fertiggestellt sein sollen.
Jean Louis Borloo und Dominique Bussereau: "Dieser ehrgeizige Plan
des Umweltgipfels dient der Entwicklung neuer U-Bahnen, Straßenbahnen
und BHNS-Services. Er verfolgt drei Ziele: die Emissionen von Treibhausgasen
zu reduzieren, die Bekämpfung von Verkehrsstaus in städtischen
Gebieten zu ermöglichen und den Bürgern ein hohes Qualitätsniveau
an öffentlichen Verkehrsmitteln zu bieten" (WKZ, Quelle Ministère
de l’Écologie, de l’Énergie, du Développement
durable et de la Mer, 06.05.10).
Auswirkungen
des "Grenelle Environment"
 
Im Rahmen der bei dem Umweltgipfel (Grenelle de l’environnement)
Ende Oktober 2007 eingeleiteten Politik zum Umweltschutz und zum Kampf
gegen den Klimawandel ist mit dem Jahreswechsel 2008 in Frankreich eine
Umweltsteuer mit einem Bonus-Malus System (Ecopastille) beim Kauf von
Neuwagen eingeführt worden, die an die CO2-Emissionen gekoppelt ist.
Demnach erhalten die Käufer von Neuwagen mit weniger CO2-Ausstoß
einen Bonus und Käufer von Neuwagen mit hohem CO2-Ausstoß müssen
einen Malus entrichten. Erste Auswirkungen zeigt die Abbildung links:
Seit Einführung des Systems ist der CO2-Ausstoß der Neuwagen
überproportional zurückgegangen.
Die Grafik rechts zeigt die Entwicklung des Streckennetzes der U- und
Straßenbahnen: Mit den im April 2009 beschlossenen Investitionen
in 365 km zusätzlicher Strecken (Der LOK Report berichtete) ergibt
sich ab 2012 ein überproportionaler Zuwachs des Nahverkehrsnetzes
(WKZ, Grafiken Ministère de l’Écologie, de l’Énergie,
du Développement durable et de la Mer, 03.05.10).
Gesetz
Grenelle 2 soll weitere Stärkung des Verkehrs bringen
Mit dem im Jahr 2007 ins Leben gerufenen Runden Tisch "Grenelle
Environnement" begann in Frankreich für alle Beteiligten - staatliche
und regionale Mandatsträger, Verbände, Unternehmen und Mitarbeiter
- eine Diskussion über die nachhaltige Entwicklung in Frankreich,
die am 23.07.09 zur Verabschiedung des Gesetzes "Grenelle 1"
führte (Der LOK Report berichtete). Wichtige Punkte des Gesetzes
sind der Ausbau des Schienennetzes, neue Hochgeschwindigkeitsstrecken,
die Förderung regionaler Nahverkehrsangebote und die Entwicklung
der "Meeresautobahnen".
In drei Jahren hat sich Frankreich so unter den ersten Ländern mit
nachhaltige Entwicklung in Europa positioniert.
Dem Runden Tisch "Grenelle Environnement" und dem Gesetz "Grenelle
1" wird nun das Gesetz "Grenelle
2" folgen. Dazu wurde am 13.04.10 das "Comité
national du développement durable et du Grenelle Environnement"
(CNDDGE) gebildet. Ab Mai 2010 soll dann das zweite Gesetz in der Nationalversammlung
behandelt werden. Es soll die Vereinfachung, Beschleunigung, Effizienz
und Unumkehrbarkeit der im ersten Gesetz gefassten Beschlüsse umfassen
und wird sechs wesentliche Punkte enthalten:
• Energiearme Gebäude und Harmonisierung der Planungsinstrumente
• Wesentliche Veränderungen im Verkehrssektor
• Senkung des Energieverbrauchs und des Kohlenstoffausschusses in
der Produktion
• Risiken, Gesundheit, Abfall
• Einführung eines neuen Umwelt-Steuerungssystems
• Erhalt der biologischen Vielfalt
Die Veränderungen im Verkehrssektor beinhalten:
• Realisierung von knapp über 1.500 km Verbindungen des öffentlichen
Nahverkehrs, plus jene der Ile-de-France
• Ausbau von kombinierten Verkehren per Eisenbahn und Schiff (Autoroutes
ferroviaires, Autoroutes maritimes), einschließlich des Kanals "Seine
Nord Europe"
• Modernisierung der Mautstraßen
• Entwicklung von Elektro- und Hybridfahrzeugen
• Sicherstellung einer Gesamtkohärenz der Verkehrsinfrastruktur
für Personen und Güter (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère
de l’Écologie, de l’Énergie du Développement
durable et de la Mer, 29.04.10).
RFF
beschließt das Jahr 2009 mit Rekordinvestitionen in das Schienennetz
 
Oberleitungs- und Gleisbauarbeiten bei RFF. Fotos RFF / CAPA / Lionel
Charrier (TOMA).
In seiner Sitzung vom 15. April 2010 billigte der Aufsichtsrat des französischen
Netzbetreibers Réseau Ferré de France (RFF) unter Vorsitz von Hubert du
Mesnil den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2009.
Die Investitionen zur Unterstützung der Revitalisierung der Eisenbahn
in Frankreich beliefen sich auf 3,296 Milliarden EUR im Jahr 2009, das
entspricht einer Steigerung um 11% und markiert einen neuen Rekord für
das französische Eisenbahn-System.
Dieser Anstieg spiegelt die beispiellose Anstrengungen wider, die unternommen
wurden, um das traditionelle Schienennetz zu modernisieren: mit über
1,6 Milliarden EUR (28%) hat RFF zum erstenmal mehr in die Sanierung des
bestehenden Netzes als in seine Entwicklung investiert.
Das Investitionsprogramm ist Teil des am 03.11.08 mit dem Staat unterzeichneten
Performance-Vertrages (Contrat de performance) und profitiert von den
Vorgaben des Nationalen Konjunkturplans (Plan de relance) und des Runden
Tisches Umwelt (Grenelle de l’environnement).
Im Jahr 2009 beinhalteten die Investitionsanstrengungen von RFF:
• Erneuerung von 955 km Gleis, das entspricht einer Verdoppelung
gegenüber dem Jahr 2006;
• Ersatz von 440 km Oberleitungsdraht;
• Bau der ersten Zentralleitstelle in Dijon;
• Bau eines sechsten intermodalen Personenbahnhofs in Lyon;
• Investitionen von 628 Millionen EUR in die LGV Rhin-Rhône.
Weitere Informationen entnehmen Sie der Pressemeldung
von RFF (WKZ, 28.04.10).
RFF
startet Verhandlungen zum Bau der LGV Bretagne - Pays de la Loire
Am 27.04.10 begann der französische Netzbetreiber Réseau Ferré
de France (RFF) Verhandlungen zum Bau des 214 km langen Abschnitts Le
Mans - Rennes der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Ligne à grand vitesse,
LGV) Bretagne - Pays de la Loire. Die drei auserwählten Bieter im
Rahmen eines PPP-Projekts sind die Konsortien Bouygues TP, Eiffage und
Vinci Concessions, die ihre ersten Angebote am 16. Dezember 2009 einreichten.
Im Anschluss an diese Phase der Beratungen werden die Bewerber ihre finalen
Angebote abgeben. Der erfolgreiche Bewerber wird nach Abschluss des Verfahrens
mit dem Bau und der Instandhaltung der neuen Linie während der Vertragslaufzeit
beauftragt werden. Management, Verkehr und Betrieb bleiben in der Verantwortung
von RFF.
Die Kosten für die neue Linie werden auf 3,4 Milliarden EUR geschätzt.
Der Staat, Réseau Ferré de France und die Region Bretagne
als Führer der bretonischen Gemeinden und der Region Pays de la Loire
hatten die Finanzierungsvereinbarung am 29. Juli 2009 unterzeichnet (Der
LOK Report berichtete). Der Bau der Strecke ist auch im 2008 verabschiedeten
französischen Wiederbelebungsplan (Plan de relance) enthalten (WKZ,
Quelle Pressemeldung RFF, 28.04.10).
Neues
Feuersicherheitssystem bei Eurotunnel
 
Fotos FOGTEC Brandschutz, Köln.
Die Gruppe Eurotunnel hat am am 9. November 2009 mit einem Konsortium
aus den Firmen RodioJ, Fogtec, ACIS, Eiffage und Spie einen Vertrag zur
Feuerbekämpfung im Kanaltunnel abgeschlossen. Die deutsche Firma
Fogtec ist Marktführer
für auf Land eingesetzte Wassernebel-Systeme. Eine umfassende
Prüfung zur Bewertung des Fogtec-Systems wurde zwischen dem 07. und
09.04.10 in Spanien durchgeführt.
Der Test wurde unter Live-Bedingungen bei hohen Temperaturen, die einem
Brand von 40 Autos entsprechen, durchgeführt. Die ersten Ergebnisse
waren äußerst positiv, sie zeigen die Wirksamkeit der Wassernebel,
um ein Feuer zu begrenzen oder sogar seine Fortbildung zu stoppen. Das
System bietet viele Vorteile, dazu gehören eine schnelle Aktivierung
und ein einfacher Zugang für die Rettungskräfte zur Unglücksstelle.
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel, erklärte:
"Sicherheit ist Priorität Nummer eins bei Eurotunnel. Deshalb
sind wir ständig bestrebt, auch weiterhin ein hohes Niveau der Investitionen
in diesem Bereich aufrecht zu erhalten. Die neue Sicherheitsstationen
(SAFE stations) runden - einzigartig in der Welt - die schon vorhandenen
Sicherheitseinrichtungen ab"
Dirk Sprakel, Geschäftsführer der Fogtec, erklärte: "Der
Wassernebel sichert eine wirksame Kontrolle des Feuers. Aufgrund der Fähigkeit,
das Feuer und die benötigte Menge an Wassers zu kontrollieren, werden
strukturelle Schäden erheblich reduziert."
Jede "SAFE Station" mit einer Länge von rund 870 Metern
wird mit einem Wärme-Erkennungssystem ausgestattet sein. Sobald der
Zug gestoppt hat, wird ein Wassernebel in die Sektion gedampft, wo das
Feuer erkannt wird. Im Gegensatz zu Sprinkleranlagen, braucht der Nebel
nicht genau auf den Brandherd ausgerichtet zu sein. Es bildet sich ein
Schauer von Mikro-Tröpfchen, die Sauerstoff und Wärme bei Kontakt
mit dem Feuer absorbieren. Auf diese Weise wird das Feuer erstickt und
verhindert die Bildung hoher Temperaturen, die die Infrastruktur zerstören.
Das SAFE-Konzept von Eurotunnel enthält verschiedene Neuerungen,
die zum Patent eingereicht wurden" (WKZ, Quelle Pressemeldung Groupe
Eurotunnel, Fotos FOGTEC Brandschutz, Köln, 19.04.10).
Sicherheitszertifikat
für Trenitalia
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public
de Sécurité Ferroviaire) hat am 31. März 2010 der Trenitalia
das Sicherheitszertifikat für Güterzugleistungen in Frankreich
ausgestellt (WKZ, Pressemeldung EPSF, 17.02.10).
Vinci
gewinnt Konzession zum Bau und Betrieb der LGV Tours-Bordeaux
Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France
(RFF) hat am 30.03.10 die Verhandlungen zum Bau und Betrieb der Hochgeschwindigkeits-strecke
zwischen Tours und Bordeaux (LGV Sud Europe Atlantique) mit einem Konsortium
aus Vinci (Mandatsträger), der Depositenkasse (Caisse des Dépôts)
und Axa begonnen.
In der zweiten Runde der Ausschreibung hatten sich neben Vinci auch die
Gruppierungen Bouygues und Eiffage beteiligt und ihre Angebote bis zum
15.12.09 eingereicht. Die Auswahlkriterien unter den Bewerbern waren die
finanzielle Stärke, die Höhe der erforderlichen öffentlichen Unterstützung,
die technische Qualität und die Verpflichtung zu nachhaltiger Entwicklung.
Die Konzession beinhaltet neben dem Bau auch den Betrieb der Strecke für
50 Jahre.
Die geplante 340 km lange Strecke, von denen 302 km als Hochgeschwindigkeitsstrecke
(LGV, Ligne à grand vitesse) ausgelegt sind, soll Paris ab 2016
innerhalb von 2 Stunden mit Bordeaux verbinden und in einer späteren
Ausbaustufe auch Toulouse, Limoges und Spanien erreichen. Der Bau ist
Teil der Verpflichtungen des Runden Tisches zur Umwelt (Grenelle de l’Environnement),
der den Bau von 2.000 km neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken bis 2020 vorsieht.
Mit einem Etat von 7,2 Milliarden Euro handelt es sich um eines der größten
öffentlichen Bauvorhaben der Welt, das 60.000 Arbeitsplätzen
über die Dauer der Arbeiten schafft.
Nach den erfolgten Verhandlungen ist vorgesehen, den Vertrag im Sommer
2010 zu unterzeichnen. Im Falle des Scheiterns behält sich RFF das
Recht vor, die Verhandlungen mit den anderen Kandidaten fortzusetzen.
Die Finanzierung für das Projekt in Höhe von 7,2 Milliarden
Euro wird maximal zur Hälfte aus öffentlichen Mitteln des Staats
und der fünf Partnerregionen getragen. Die restlichen Mittel werden
von RFF und den Konzessionären auf Grundlage einer öffentlich-privaten
Partnerschaft (PPP) zur Verfügung gestellt, in der RFF die Kontrolle
über Zeitplan und Risiko behält (WKZ,
Quelle Pressemeldung RFF, 31.03.10).
Maxiperfo-Züge
sollen Güterverkehr produktiver machen
Am Rande der Transportmesse Semaine
internationale du transport et de la logistique (SITL) haben Jean-Claude
Brunier, Präsident der Nationalen Gruppe des kombinierten Verkehrs
(Groupement National
des Transports Combinés, GNTC), Hubert du Mesnil, Präsident
des Netzbetreibers Réseau
Ferré de France (RFF), Philippe Mangeard, Präsident des
Cercle pour l’Optimodalité
en Europe (COE) und Jacques Damas, Vorsitzender der Union
des Transports Publics et ferroviaires (UTP), ein Memorandum of Understanding
zur Entwicklung langer und schwerer Güterzüge (Maxiperfo = Maximale
Perfomance) unterzeichnet.
Der Einsatz solcher Güterzüge auf dem nationalen Schienennetz
wurde vom Verkehrsminister Jean-Louis Borloo und dem Staatssekretär
für Transport, Dominique Bussereau, in der am 16.09.10 präsentierten
nationalen Verpflichtung für den Schienengüterverkehr (l’Engagement
national pour le fret ferroviaire) vorgeschlagen (Der LOK Report berichtete).
In Untersuchungen und Tests soll der Einsatz neuer Arten von Güterzügen
mit einer Geschwindigkeit zwischen 100 und 120 Stundenkilometer geprüft
werden:
• Züge des Kombinierten Verkehrs und Autotransportzüge
mit einer Länge von bis zu 1 200 m auf für den Güterverkehr
optimierten Schienennetzen
• Schwere Züge für landwirtschaftliche Erzeugnisse, Granulate
und Stahlerzeugnisse, die aus zwei Teilzügen zusammengesetzt werden
• Züge zur Bedienung der "Autoroutes ferroviaires"
bis zu einer Länge von 1 500 m, die zwischen den Kombinierten Terminals
verkehren
Die Unterzeichner dieses Protokolls verpflichten sich, das europäische
Projekt "Marathon" für längere Züge in Europa
zu unterstützen. Die Versuche sollen innerhalb von drei Jahren abgeschlossen
und der der Europäischen Kommission vorgelegt werden.
Die Eisenbahnunternehmen und die Operateure des kombinierten Verkehrs
haben starke Interessen in der Entwicklung neuer Formate von Zügen.
Angesichts der erwarteten Steigerung der Produktivität sind sie auch
bereit, die erforderlichen Investitionen, insbesondere zur Modernisierung
des rollenden Materials, zu erforschen (WKZ, Quelle Presemeldung RFF,
26.03.10).
Bombardier
erhält Auftrag über 49 zusätzliche Régio2N
Bombardier Transportation hat eine Bestellung für 49 zusätzliche
Régio2N-Regionalzüge erhalten. Dabei handelt es sich um eine
Option aus dem „Régio2N”-Vertrag, der am 24. Februar
2010 mit der SNCF für die französischen Regionen unterzeichnet
wurde (Der LOK Report berichtete). Die 49 Züge werden von den Regionen
finanziert und haben einen Wert von ca. 350 Million Euro (474 Millionen
US-Dollar).
Insgesamt
sieht der Vertrag mit der SNCF vom 24. Februar 2010 die Herstellung von
bis zu 860 Zügen vor.Bisher haben sechs französische Regionen
insgesamt 129 Fahrzeuge bestellt:
•
Aquitanien: 24 Züge
• Bretagne: 17 Züge
• Centre: 14 Züge
• Nord-Pas de Calais: 18 Züge
• Provence-Alpes-Côte d’Azur: 16 Züge
• Rhône-Alpes: 40 Züge
Durch
diese Bestellung steigt die Produktionsleistung des Bombardier Standorts
Crespin in Nordfrankreich auf bis zu 60 Züge pro Jahr. Die ersten
Lieferungen sind für Juni 2013 vorgesehen. Bis Mitte 2016 sollen
sämtliche bis jetzt bestellten 129 Züge ausgeliefert werden.
Bombardier
hat speziell für dieses Projekt eine neue Plattform für Doppelstockzüge
entwickelt, die sich durch folgende Eigenschaften auszeichnet:
•
ein hoch-modulares Konzept, das unterschiedlichen Anforderungen der Regionen
bezüglich S-Bahn-, Regional- und Intercity-Verbindungen angepasst
wird;
• Großraumwagen mit einer sehr hohen Beförderungskapazität
und einem hohen Maß an Fahrgast-Komfort;
• Gelenkbauweise und breite Übergänge, die die gesamte
Zuglänge einsehbar und begehbar machen. So entsteht ein stärkeres
Sicherheitsgefühl.
Das
Fahrzeug zeichnet sich ferner durch technische Innovationen bezüglich
Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Umweltfreundlichkeit aus.
Gleichzeitig wird eine wirtschaftliche Nachhaltigkeit, insbesondere durch
die Senkung der Wartungskosten und die Verringerung des Energieverbrauchs
erzielt. Die Régio2N-Züge, die sich durch ihr geringes Gewicht
auszeichnen, sind mit dem BOMBARDIER MITRAC Permanentmagnet-Antriebssystem
ausgestattet, einem der wichtigsten Produkte des BOMBARDIER ECO4-Portfolios,
das dank seiner verbesserten Antriebseffizienz zusätzliche Energieeinsparungen
ermöglicht.
Die
neueste Doppelstock-Plattform von Bombardier wurde vom Engineering-Team
am Standort Crespin, Nordfrankreich, entwickelt. Dort werden ebenfalls
Konstruktion, Bau und Test der Fahrzeuge durchgeführt. Als größter
Bahntechnik-Standort in Frankreich hat das Bombardier-Werk in Crespin
über 2.000 Mitarbeiter, darunter 500 Ingenieure und Manager (Pressemeldung
Bombardier, 25.03.10).
SNCF
schreibt Jahresbilanz 2009 mit Verlust
In einem sehr ungünstigen wirtschaftlichen Umfeld präsentierte
die SNCF ihre Jahresbilanz
2009 mit einem Nettoverlust von 980 Millionen Euro gegenüber
einem Gewinn von 575 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Gründe waren
vor allem der Rückgang der Güterverkehrssparte, eine Stagnation
in der Fernverkehrssparte und Abschreibungen. Der Gesamtumsatz betrug
rund 24,9 Mrd. Euro (minus 1,2 Prozent).
Guillaume
Pepy, Präsident der SNCF, sagte: "Im Kontext einer beispiellosen
wirtschaftlichen Krise gekennzeichnet durch den Zusammenbruch des Verkehrsvolumens
(SNCF Geodis) und der Stagnation im Fernreiseverkehr (Voyages SNCF) haben
es nur die seit dem 1. Quartal 2009 umgesetzten ökonomischen Maßnahmen erlaubt, den Erhalt der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.
Die Ergebnisse 2009 bestätigen die strukturellen Probleme, die von
den Erfolgen des TGV lange Zeit übertönt und deren Auflösung
zu lange verzögert wurde. Das operative Ergebnis und der Jahresüberschuß bleiben positiv, aber Abschreibungen und die Verluste der Sparten SNCF Infra und
Fret SNCF in Höhe von 1 Mrd. Euro verringern das Gesamtergebnis.
Mit Investitionen in Höhe von 2,2 Mrd. Euro, von denen 325 Millionen
dem Plan de relance entstammen, bestätigt die SNCF ihr aktives Engagement
als börsennotiertes Unternehmen im Hinblick auf die Erholung der
Wirtschaft" (WKZ,
Quelle Pressemeldung SNCF, 25.03.10).
Erster
Vertrag zum Bau der "LGV Est européenne phase 2" geschlossen
Die Führung des französischen Netzbetreibers Réseau Ferré
de France (RFF) hat am 18. März 2010 den ersten Vertrag über
den Trassenbau der 2. Phase der Hochgeschwindigkeitsstrecke "Est
européenne" mit einer französischen Gruppierung bestehend
aus Guintoli (Mandatsträger), Maia Sonnier und NGE GC über eine
Summe von 78,9 Mio. Euro abgeschlossen. Die Bauherrschaft dieses Abschnitts
wird von der Gruppe Inexia Arcadis gewährleistet.
Dieser Vertrag beinhaltet die Tiefbauarbeiten der Trasse (Erd-, Wasser-
und Kunstbauten, Trassen- und Wiederauffüllungsarbeiten) auf
dem 16,8 km langen östlichen Abschnitt des Departements Moselle (57)
im Lot 42 zwischen Sarraltroff und Danne-et-Quatre-Vents.
Hubert du Mesnil, Präsident von RFF, sagte: "Dieser Erfolg markiert
den eigentlichen Beginn der Bauarbeiten. Die Arbeiten werden im Sommer
2010 beginnen und liegen im vorhergesagten Zeitplan von RFF."
Die Ausschreibungen von neun weiteren Partien für das Bauingenieurwesen
werden 2010 in Einklang mit dem ursprünglichen Zeitplan fortgesetzt.
Für die Tiefbauarbeiten wird ein Zeitraum von drei Jahren veranschlagt,
anschließend folgt die Errichtung der Gleisanlagen (Verlegung von
Schienen und Oberleitung, Signaleinrichtung, etc..). Der
Bau der 2. Phase wird etwa 6 000 Arbeitsplätze pro Jahr schaffen.
Der
Beginn dieser Arbeiten markiert den Startschuss für den am Runden
Tisch "Grenelle de l’Environne-ment" beschlossenen Ausbau
des Hochgeschwindigkeitsschienennetzes in frankreich um 2 000 km bis zum
Jahr 2020 (WKZ,
Quelle Pressemeldung RFF, 23.03.10).
Ein
Unfall mit 102 Toten, den es nie gab
Am 16. März 2010, kurz vor 12.00 Uhr, erschien auf der Seite sncf.com
die Information über einen Unfalll, den es nie gab.
In der Meldung hieß es, im TGV 1234 hätte sich bei Macon eine
Explosion ereignet. Die an der Unfallstelle eingetroffene Feuerwehr sprach
von 102 Toten und 380 Verletzten, die in das Krankenhaus von Macon eingeliefert
wurden. Es wurde auch eine Notfallnummer angegeben, über die sich
Angehörige informieren könnten.
Die SNCF arbeitet ständig an der Übung außergewöhnlicher
Situationen, wozu auch Informationen zu Unfällen gehören. Jeden
Monat werden Simulationen solcher Situationen durchgeführt. Ein Bug
im SNCF-Computerprogramm hat die Meldung ca. 20 Minuten auf der Homepage
stehen lassen (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 17.03.10).
Eurotunnel
2009 mit reduziertem Gewinn
Eurotunnel das Jahr 2009 mit
einem Gewinn von von 1,4 Mio. Euro abgeschlossen, wie die Firma am
09.03.10 bekanntgab. Im
Vorjahr betrug der Gewinn noch 34 Millionen Euro. Das schlechte
wirtschaftliche Umfeld, die Auswirkungen des Brandes im September 2008
und der Ausfall der Eurostar-Leistungen zu Weihnachten 2009 ließen
den Gewinn sinken.
Die
wichtigsten Beiträge des Jahres 2009 waren:
• Teilweise Reduzierung der Tunnelkapazität bis zum 9. Februar
als Folge des Brandes im September 2008. Korrektive Maßnahmen wurden
umgesetzt.
• Starker Rückgang um ca. -20 Prozent im Vergleich zu 2007
in der LKW-Beförderung durch den Tunnel.
• Beförderung von über 9,2 Millionen Eurostar-Fahrgästen
im Jahr 2009 trotz der Störungen der Eurostar-Dienste zum Jahresende.
• Übernahme von vier Tochterunternehmen der Veolia Cargo am
30. November für 17 Mio. €.
• Rechtsstreitigkeiten in Bezug auf das Feuer im September 2008
verzögerten die Zahlung von Entschädigungen.
• Der deutlicher
Rückgang der externen Betriebskosten gleicht die Erhöhung der
Versicherungsprämien (20 Mio. €) im Jahr 2009 aus.
• Die Fortsetzung der Dividendenauszahlung kann auf der Hauptversammlung
am 26. Mai 2010 vorgeschlagen werden (WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel,
10.03.10).
SNCF
bestellt Regio2N-Doppelstockzüge bei Bombardier
Die
SNCF hat am 24.02.10 gegenüber Bombardier den Kauf von 80 Doppelstockzügen
der neuen TER-Generation Régio2N abgeschlossen, für die Bombardier
schon im November 2009 als bevorzugter Bieter auserwählt wurde (Der
LOK Report berichtete).
Es gibt eine Option auf 49 weitere Züge. Unter Einschluß der
Option beläuft sich die vollständig von den Regionen finanzierte
Bestellung auf mehr als 1 Mrd. Euro. Der Gesamtumfang der Bestellung kann
auf bis zu 860 Züge für rund 8 Mrd. Euro anwachsen.
Bei einem zu erwartenden anhaltenden Anstieg des Verkehrsaufkommens der
TER-Leistungen ist es das Ziel der Regionen, ihre Flotte an Regionalzügen
zu erweitern. Die neuen Züge haben deshalb eine um 20 Prozent höhere
Fahrgastkapazität gegenüber dem Vorgänger TER 2Nng und
einen um 15 Prozent geringeren Energieverbrauch.
Die ersten sechs Regionen haben bereits die Finanzierung zugesagt: Aquitaine,
Bretagne, Centre, Nord-Pas-de-Calais, Provence-Alpes-Côte d’Azur und Rhône-Alpes.
Die Auslieferung der Fahrzeuge ist für Mitte 2013 bis 2016 vorgesehen.
Die Züge werden am Standort Crespin in der Region Nord Pas de Calais
gefertigt und enthalten 70 Prozent Fertigung französischen Ursprungs.
Ihre Bereitstellung ist Teil der seit 2002 laufenden Modernisierung der
TER-Fahrzeuge durch die Regionen, eingeleitet durch die Fahrzeugtypen
TER 2Nng, AGC und dem jüngsten Typ REGIOLIS.
Für eine einstöckige Variante bestellte die SNCF schon im Oktober
2009 100 einstöckige Züge der neuen TER-Generation "Coradia
Polyvalent" bei Alstom (Der LOK-Report Berichtete) (WKZ, Quelle Pressemeldung
SNCF, 25.02.10).
Erster
PPP-Vertrag zum Bau eines GSM-R-Netzes unterzeichnet
Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France
(RFF) hat am 18.02.10 den ersten Vertrag der öffentlich-privaten
Partnerschaft (PPP) mit der Gruppe SYNERAIL (VINCI, SFR und AXA Private
Equity und TDF) unterzeichnet. Dominique Bussereau, Staatssekretär
für Verkehr, und Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau
Ferré de France, begrüßten diesenneuen Schritt zur Unterzeichnung
des ersten großen PPP-Vertrags.
Der Vertrag umfasst während der nächsten 15 Jahre den Bau und
Betrieb eines Eisenbahn-Telekommunikationsnetzes (GSM-R), das schrittweise
bis zum Jahr 2015 auf 14 000 km Länge ausgebaut werden soll. Der
Betrag von einer Milliarde Euro enthält zu gleichen Teilen sowohl
die Investitionskosten als auch die Kosten für Betrieb und Wartung
des Netzes.
Zusätzlich zu der Finanzierung über die Aktionäre wird
die Finanzierung durch eine Gruppe von Banken unter Führung der Credit
Agricole gesichert, bestehend aus BBVA, Bayern LB, Dexia, Intesa, der
KfW, Santander und Sumitomo, der Caisse des Dépôts und der
Europäischen Investitionsbank.
Weitere
wichtige Projekte der öffentlich-privaten Partnerschaften sind in
Vorbereitung, so die Hochgeschwindigkeitsstrecken Tours - Bordeaux, Le
Mans - Rennes und die Umfahrung von Nîmes und Montpellier (WKZ,
Quelle Pressemeldung RFF, 22.02.10).
Sicherheitszulassung
für Euro 4000 II

Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public
de Sécurité Ferroviaire) hat am 1. Februar 2010 der Firma
Vossloh Spanien die Betriebserlaubnis für die diesel-elektrische
Lokomotive "Euro 4000 Typ II" ausgestellt.
Die mit zwei Drehgestellen à drei Achsen ausgestattete Maschine
mit einer Kapazität von mehr als 3000 kW entspricht den neuesten
Umweltstandards und ist für Güterzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit
von bis zu 120 km/h ausgelegt. Lokomotiven der gleichen Familie sind bereits
in anderen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland,
zugelassen (WKZ, Pressemeldung EPSF, 17.02.10).
Untersuchungsbericht
zum Zugausfall im Ärmelkanaltunnel
 
 Die
Bilder oben zeigen die Schäden an den Magnetspulen als Ergebnis ihrer
Anbringung direkt unter dem Dach nahe zum Stromabnehmer. Auf den Fotos
unten sind die Konstruktion der Eurostar-Antriebseinheit und die fehlenden
Fahrgastinformationen auf der Anzeigetafel in St Pancras zu sehen. Die
Fotos sind dem Untersuchungsbericht entnommen.
Die von den Regierungen in Frankreich und Großbritannien am 21.
Dezember 2009 unter Vorsitz von Christopher Garnett und Claude Gressier
eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission zum Ausfall der Eurostar-Züge
im Kanaltunnel in der Nacht vom 18.12.09 und die darauffolgende Notfallversorgung
der Fahrgäste hat am 12.02.10 ihre Berichte "Eurostar
Independent Review" und "Enquête
Indépendante Eurostar" der Presse vorgestellt.
Die Kommission hat festgestellt, dass das Wetter in Pas-de-Calais am 18.
Dezember 2009 sehr starken Schneefall auslöste. Die Eurostar-Züge
waren nicht in ausreichend auf das Winterwetter vorbereitet, so dass die
Wartung und Konstruktion der Züge überarbeitet werden sollte.
Während der zuerst ausgefallene Zug schnell wieder in Betrieb gesetzt
werden konnte, versagten vier weitere Züge dann in rascher Folge
ihren Dienst, wobei die Fahrgäste von zwei Zügen durch Eurotunnel-Shuttles
im Tunnel evakuiert werden mussten. Dies geschah zum ersten Mal innerhalb
der 15 Jahre des Ärmelkanaltunnel-Betriebs.
Die Überprüfung ergab, dass die Evakuierung der Züge sicher
und effizient durchgeführt wurde. Allerdings gab es Beschwerden hinsichtlich
der fehlenden Klimatisierung und Beleuchtung in den Zügen, als der
Strom ausfiel. Als Folge hat die Kommission empfohlen, auch den Ablauf
der Evakuierungsmaßnahmen zu überprüfen.
Nach der ersten Zwischenfällen am 18./19 Dezember wurden die Eurostar-Fahrgäste
mit erheblichen Betriebseinschränkungen für drei Tage in der
Vorbereitung auf Weihnachten konfrontiert. Die Kommission stellte fest,
dass Eurostar keine alternativen Verkehrsmittel zur Verfügung gestellt
hat. Zudem war die Unterstützung der Fahrgäste unzureichend
und die Bereitstellung von Informationen in den Bahnhöfen, durch
die Call-Center und über die Website war nicht zufriedenstellend.
Die Kommission unterbreitet 21 Vorschläge zur Vermeidung solcher
Vorfälle in Zukunft, die sich in drei große Bereiche unterteilen:
• 1. Erhöhung der Zuverlässigkeit durch Konstruktionsänderungen
an den Zügen, die in den Aufgabenbereich von Eurostar fallen.
• 2. Verbesserung der Evakuierungs- und Rettungsmaßnahmen
im Tunnel, um zu gewährleisten, dass die Fahrgäste im Notfall
schnell und effektiv zu ihrem Ziel befördert werden können.
• 3. Verbesserung der Kommunikation in Zeiten einer Störung.
Eurotunnel und Eurostar haben schon angekündigt, die Vorschläge
der Kommission prüfen zu wollen. So könnte der am 15.12.09 unterzeichnete
GSM-R-Ausbau durch Alcatel-Lucent auf Wunsch zu einem GSM-P Passagierinformationssystem
erweitert werden.
Eurostar hat die Bereitstellung zweier zusätzlicher Rettungslokomotiven
für den Tunnel angekündigt und baut zur Neugruppierung der Unternehmensbereiche
die Führung um:
• Richard Morris wird Leiter "Business und Service Continuity"
und führt ein Team zur Umsetzung der Empfehlungen der Kommission.
Richard Morris hatte zuvor die Position des "Director of Operations"
für Crossrail. Zuvor war er schon Direktor von Chiltern Railways
und "Railway Operations Manager" für Eurotunnel.
• Nicolas Petrovic, zur Zeit "Director des Operations",
wird ab 05.04.2010 Generaldirektor.
• Richard Brown, derzeit CEO von Eurostar, ist als Präsident
des neuen Unternehmens vorgesehen. Bis dahin übernimmt er ab 05.04.10
die Rolle des Eurostar-Vizepräsidenten. Er wird die Umsetzung der
Empfehlungen des Untersuchungsausschusses überwachen und den Übergang
zur neuen Struktur von Eurostar International vollführen.
• Guillaume
Pepy behält als SNCF-Präsident seine Position als Vorsitzender
von Eurostar.
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Weitere Informationen:
• Pressemeldung
von Eurostar
• Pressemeldung
von Eurotunnel (WKZ, Quellen Independent Eurostar Review und Pressemeldungen
Eurostar und Eurotunnel, 15.02.10).
RFF
und AUTF signieren Abkommen zur Stärkung des Güterverkehrs
Am 08.02.10 signierten Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau
Ferré de France (RFF), und Denis Choumert, Präsident der Vereinigung
der Benutzer von Güterverkehr (l’Association des Utilisateurs
de Transport de Fret, AUTF), eine Vereinbarung zur Erhöhung des Schienengüterverkehrsanteils
und der Verbesserung der Bedürfnisse der Verlader.
Folgende Maßnahmen sind Inhalt des Abkommens:
1)
Umsetzung des von der Regierung am 16.09.10 vorgelegten Nationalen Engagements
für den Schienengüterverkehr (l’Engagement national pour
le fret ferroviaire).
2. Stabilität der Maut für den Güterverkehr zwischen 2009
und 2015.
3. Überwachung der von RFF und der Infrastrukturfinanzierungsagentur
(L'agence de financement des infrastructures de transport de France, AFITF)
bereitgestellten jährlichen Budgets von je 8 Mio. € für
Investitionen in Güterverkehrsstrecken.
4. Programm zur Modernisierung und dem Neubau kombinierter Terminals (Terminales
embranchées, ITE).
5. Prüfung der Voraussetzungen zur Umwandlung älterer Güterbahnhöfe
in kombinierte Terminals.
6. Erleichterung der Bildung regionaler Eisenbahnunternehmen (Opérateurs
ferroviaires de proximité, OFP) (WKZ,
Quelle Pressemeldung RFF, 10.02.10).
Eurotunnel
befördert den 15-millionsten Truck
Am 27. Januar feierte Eurotunnel an Bord eines Shuttles zwischen Folkestone
und Coquelles den Transport des 15-millionsten Trucks durch den Ärmelkanal-Tunnel.
Der
starke Verkehr auf dem LKW-Shuttle-Service (im Durchschnitt eine Million
LKW pro Jahr seit dem Beginn des Betriebs im Jahr 1994 mit einer weiteren
Steigerung seit 2000) lässt Eurotunnel zu einem weltweit führenden
Anbieter im Huckepackverkehr werden.
Eurotunnel betreibt 15 elektrisch angetriebene Shuttles für den Transport
schwerer Lastkraftwagen. Diese verkehren 24 Stunden am Tag und 365 Tage
im Jahr. Im Jahr 2010 werden die Shuttles von Eurotunnel fast 60.000 Mal
den Kanal durchqueren, das ergibt einen Durchschnitt von 165 Fahrten pro
Tag oder bis zu 7 Fahrten pro Stunde.
Der
15-millionste Wagen gehörte der Transportfirma Geodis, einem großen
Kunden von Eurotunnel und der viertgrößte Logistik-Dienstleister
in Europa. Eurotunnel spielt eine wesentliche Rolle in der Lieferkette
der Kunden, für die ein schneller, zuverlässiger Cross-Channel-Service
sichergestellt wird (Pressemeldung
Eurotunnel, 01.02.10).
Begleitausschuss
zum Nationalen Engagement für den Schienengüterverkehr
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, richtete am
26.01.10 den Begleitausschuss zur Überwachung der Nationalen Verpflichtung
für den Schienengüterverkehr (l’Engagement national pour
le fret ferroviaire) ein.
Der Ausschuss ist zusammengesetzt aus Vertretern des Netzbetreibers RFF,
der Güterverkehr betreibenden Transport-Unternehmen (SNCF, Euro Cargo
Rail, CFL Cargo, VFLI, Colas Rail, Europort 2, B-Cargo), der Gewerkschaften,
der Verlader, der Vereinigung der Hafenbetreiber (l’Union des Ports
de France), der Umweltorganisation France Nature Environnement und des
Parlaments.
Aufgabe des Begleitausschusses ist die Überwachung der finanziellen
Beteiligungen des Staates in Höhe von 7 Milliarden Euro für
die acht im Nationalen Güterverkehrskonzept vorgesehenen Schwerpunkte:
• Schwerpunkt 1: Erstellung eines getakteten Kombinierten Verkehrs
- Ausschreibung zur "Autoroute ferroviaire alpine" zwischen
Lyon und Turin am 16.09.09.
- Verdopplung der Zugverbindungen auf der "Autoroute ferroviaire
Perpignan-Luxembourg" seit Dezember 2009.
• Schwerpunkt 2: Unterstützung der Entwicklung des kombinierten
Verkehrs
- Erhöhung der Beihilfe zum kombinierten Verkehr um 50% für
das Jahr 2010.
- Rekapitalisierung von Novatrans durch die SNCF zur Schaffung eines französischen
Champions im kombinierten Verkehr.
- Erhöhung der Streckengeschwindigkeit Paris - Marseille für
850 m lange Zügeauf 100 km/h..
• Schwerpunkt 3: Entwicklung von regionalen Eisenbahnunternehmen
(Opérateurs ferroviaires de proximité, OFP)
- Gesetz zur Organisation und Regulierung der Eisenbahn vom 08.12.09 zur
Gründung neuer regionaler Bahngesellschaften.
- Ein Erlass vom 19.10.09 erleichtert die Erteilung der Lizenz für
OFP.
- Unterzeichnung zweier Protokolle zur Einrichtung der OFP in der Auvergne
und im Morvan.
• Schwerpunkt 4: Entwicklung von Hochgeschwindigkeits-Güterzugverbindungen
zwischen den Flughäfen
- Studien sind im Gange, um die Auswirkungen auf die Fahrpläne von
Hochgeschwindigkeitsstrecken zu prüfen.
• Schwerpunkt 5: Erstellung einer Güterverkehrs-Infrastruktur.
- Durchführung von Studien zu Elektrifizierungsmaßnahmen über
fast 700 Mio. € im Rahmen der Verträge zwischen Staat und Region
(Contrats de Plan Etat Région).
- Optimierung des Verkehrsnetzes durch Staat und RFF mit bis zu 380 Millionen
Euro.
- Untersuchung einer alternative Route aus dem Hafen von Le Havre nach
Paris über Serqueux Gisors
• Schwerpunkt 6: Entfernung von Engpässen.
- Umfahrung Nîmes - Montpellier: Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung
zur öffentlich-privaten Partnerschaft.
- Umfahrung Großraum Lyon: Ausstellung der ministeriellen Entscheidung
am 23.12.09 zum vorläufigen Entwurf der Nordumfahrung und zu Vorstudien
zum südlichen Teil.
• Schwerpunkt 7: Verbesserung der Eisenbahnanbindung großer
Häfen.
- Einverständniserklärung zwischen dem Hafen von La Rochelle
und Fret SNCF zum OFP NaviRail Atlantique.
- Studien und Arbeiten zur Verbesserung der Hafenzugänge Marseille
und Le Havre.
• Schwerpunkt 8: Modernisierung der Verwaltung von Trassen
-
Einführung kundenspezifischer Bahntrassen ab 2010.
- Rahmenabkommen zur Ausführung eines Auftragssystems von RFF mit
SNCF Fret und Lorry Rail.
- Taktversorgung durch RFF (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de la Mer, 28.01.10).
Aufruf
zur Interessensbekundigung Kombinierter Bahn- und Schiffsverkehre
Die französische Regierung hat am 26.01.10 durch Aufruf im Amtsblatt
der Europäischen Union und im "Bulletin officiel des annonces
des marchés publics" (BOAMP) ein Programm zur Unterstützung
kombinierter Verkehre auf der Schiene oder per Schiff gestartet. Der Aufruf
zur Interessenbekundung läuft bis zum 31.03.10.
Der Auffruf folgt auf Grundlage des Gesetzes Nr. 2009-967 vom 03.08.09
zur Umsetzung des "Grenelle de l'environnement", insbesondere
Artikel 11, und der Genehmigung der Europäischen Kommission zur Unterstützung
umweltfreundlicher kombinierter Verkehre vom 17.08.2008 bzw. 22.10.08.
Die förderfähigen Projekte müssen der Schaffung regelmäßig
verkehrender neuer Linien des kombinierten Verkehrs auf der Schiene oder
dem Fluss entweder zwischen zwei französischen Terminals oder von
einem französischen zu einem Terminal in Europa dienen. Es muss sich
dabei um den Straßenverkehr ersetzende Verkehre handeln, die nicht
in Konkurrenz zu anderen schon bestehenden kombinierten Verkehren stehen.
Die
Unterstützung einer neuen Linie des kombinierten Verkehrs kann sich
über einen Zeitraum von maximal sieben Jahren erstrecken. Die Auszahlung
über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren dient als Ausgleich für
die verminderte Rendite eines mindestens zu 40 Prozent beladenen Zugs
oder Frachtkahns, beträgt aber nicht mehr als 30% der Kosten des
Services (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de la Mer, 27.01.10).
SNCF
und Geodis ordnen Güterverkehr neu
Die SNCF hat am 20.10.10 eine neue Organisation des Güterverkehrsbereichs
(Transport ferroviaire de marchandises) angekündigt.
Als Nachfolger von Luc Nadal übernimmt der Generaldirektor von SNCF
Geodis (Fracht und Logistik), Pierre Blayau, zum 01.02.10 die Führung
der Transportabteilung. An seiner Seite wird
Sylvie Charles - derzeit Direktor der auf den Transport von Kraftfahrzeugen
spezialisierten Groupe STVA - Direktor von Fret SNCF.
Mit dem Ziel eines grünen Transports von Waren sollen fünf Ziele
eines Masterplans für den Güterverkehr angegangen werden:
1. Frachtransport der Zukunft
2. Umwandlung und Entwicklung von "Fret SNCF"
3. Durchführung eines Plans zum europäischen Gütertransport
4. Einführung eines zuverlässigen Verwaltung der Infrastruktur
mit dem Partner RFF
5. Einrichtung eines Anbieters im kombinierten Verkehr
Unter der Leitung von Pierre Blayau besteht die neue Führungsriege
von SNCF Transport ferroviaire de marchandises aus folgenden Personen:
• Sylvie Charles wird Direktor von "Fret SNCF". Sie war
seit sieben Jahren Vorsitzende und CEO von STVA und durchlief eine Karriere
von fast 20 Jahren in der SNCF-Gruppe.
• Oliver Storch behält die Verantwortung des Bereichs "Güterverkehr
der Zukunft" (Fret d’avenir). Er bleibt auch Finanzdirektor
von SNCF Geodis.
• Jean Michel Genestier ist zuständig für öffentliche
und regionale Angelegenheiten, einschließlich der Verwaltung des
Schienennetzes.
Am 19.01.10 hatte die SNCF ihre vorläufigen
Ergebnisse für 2009 veröffentlicht. Zum ersten Mal seit
2001 ging der Umsatz der Güterverkehrssparte um 8,2 Prozent nach
unten (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 21.01.10).
SNCF
und IBM gehen Partnerschaft ein
Die SNCF und IBM Global Services haben am 12.01.10 die Gründung eines
Joint-Ventures für Optimierung, Entwicklung, Wartung und Betrieb
von Informationssytemen und EDV-Anwendungen angekündigt. Das Joint
Venture wird sich zu 51 Prozent im Besitz von SNCF Participations und
zu 49% von IBM befinden und dient ausschließlich den Aktivitäten
der SNCF-Gruppe.
Es wird seinen Sitz in der Nähe von Paris einnehmen und soll ab Januar
2010 die Arbeit aufnehmen, wobei der Vorstandsvorsitzende von der SNCF
ernannt wird.
Im Rahmen dieser Partnerschaft bringt IBM das Know-how für Entwicklung,
Wartung und Betrieb im Bereich der Informationstechnologie im Eisenbahnverkehr
mit ein. Für die SNCF soll das Joint-Venture die folgenden Vorteile
bringen:
1. Verbesserung der Qualität und Leistungsfähigkeit der IT-Systeme
2. Umsetzung der Erfahrungen von IBM vor allem im Hinblick auf Qualität,
Kosten und Aktualität der Informationssysteme.
3. Entwicklung eines umfassenden Ansatzes zur IT-Einbindung durch die
Einrichtung von Service-Centern.
Daniel Chaffraix, Vorsitzender von IBM Frankreich, übernimmt die
Leitung dieser Partnerschaft. Er wird als Leiter
von IBM France durch Alain Benichou ersetzt (WKZ, Quelle SNCF,
13.01.10).
Nicolas
Sarkozy ehrt Triebfahrzeugführer des in Choisy le Roi entgleisten
Zuges
Der Präsident der Republik, Nicolas Sarkozy, hat am 24.12.09 um 11.00
Uhr im Elysee-Palast drei der vier Triebfahrzeugführer des am 20.12.09
in Choisy-le-Roi entgleisten Zuges der RER-Linie C empfangen, um ihnen
für ihr Verhalten während des Unfalls zu danken: Laurent ALBINET,
Patrice LARROSE und Sandrine COSTA. Sie wurden vom SNCF-Präsidenten
Guillaume Pepy begleitet.
Präsident
Nicolas Sarkozy hob den Mut der Triebfahrzeugführer hervor, die mit
"kaltblütiger Professionalität und Gelassenheit" durch
Anwendung der betrieblichen Verfahren für den Notfall verhindert
hatten, dass Menschen zu Schaden kamen.
Trotz ihrer eigenen Verletzungen oder ihres Schockzustandes leiteten sie
erste Hilfemaßnahmen für die Fahrgäste bis zum Eintreffen
der ersten Hilfe ein.
Das Staatsoberhaupt übergab den Triebfahrzeugführern die Ehrenmedallie
für Mut und Selbstlosigkeit (Médaille d’honneur pour
acte de courage et de dévouement). Der vierte Fahrer, der nicht
anwesend sein konnte, erhält die gleiche Dekoration sehr bald durch
den Präfekten der Region Val-de-Marne (WKZ,
Pressemeldung Présidence de la République, 29.12.09).
Sarkozy
ehrt Eisenbahner der RER-Linie C
Der Präsident der Republik wird am 24. Dezember um 11.00 Uhr im Palais
de l'Élysée drei der vier am Sonntagabend in einen Unfall
auf der RER-Linie C eingebundenen Triebfahrzeugführer für ihr
Verhalten während des Unfalls ehren.
Am Sonntagabend fuhr ein Autofahrer bei Choisy-le-Roi (Val-de-Marne) infolge
von Glatteis auf einer Brücke, die die RER-Linie C überquert,
gegen eine Betonmauer. Ein Teil der Mauer fiel auf die Bahnanlagen und
brachte einen Oberleitungsmast zum Umstürzen. Ein auf die Unglücksstelle
fahrender Transilien-Zug entgleiste. Von den 400 im Zug befindlichen Fahrgästen
wurden 36 leicht verletzt. Die Beseitigung der Schäden wird noch
bis Ende der Woche dauern. Durch den Ausfall der RER-Linie C kam ein Teil
des Pariser Nahverkehrs zum Erliegen, und das auch noch zeitgleich mit
dem Ausfall der Eurostar-Züge.
Nikolas Sarkozy hob den Mut der Triebfahrzeugführer hervor, die mit
"kaltblütiger Professionalität und Gelassenheit" die
Situation beherrschten und so verhindert hätten, dass durch die Entgleisung
Menschenleben in Gefahr kamen. Aus diesem Anlass werden die Eisenbahner
mit der Ehrenmedallie für Mut und Selbstlosigkeit (Médaille
d’honneur pour acte de courage et de dévouement) ausgezeichnet.
Der Präsident der SNCF, Guillaume Pepy, wird ebenfalls an dieser
Ehrung teilnehmen (WKZ, Quelle Pressemeldung Présidence de la République,
24.12.09).
Sarkozy
fordert Wiederaufnahme des Eurostar-Betriebs
Aufgrund der Betriebseinstellung der Eurostar-Züge durch den Kanaltunnel
fand am 21.12.09 ein Treffen zwischen dem französischen Präsidenten,
Nikolas Sarkozy, und dem Präsidenten der SNCF, Guillaume Pepy, statt.
Ein weiterer Gesprächsgrund waren durch einen Autofahrer verursachte
Störungen auf der RER-Linie C im Raum Paris.
Der französische Präsident bat Pepy, Maßnahmen zur Wiederaufnahme
des Eurostar-Verkehrs einzuleiten und Sorge zu tragen, dass solche Vorfälle
in Zukunft nicht mehr auftreten können. Bis zur Vorlage der Ergebnisse
einer unabhängigen Untersuchung durch eine britisch-französische
Kommission hat der Präsident folgendes angefordert:
• Die Wiederaufnahme des Verkehrs ab Dienstag, 22. Dezember;
• Die schnelle Einberufung des französisch-britischen Ausschusses
für den Verkehr im Ärmelkanaltunnel;
• Die unmittelbare Verbesserung der Information der Fahrgäste.
Diese Anweisungen gelten sowohl für Eurostar als auch für Eurotunnel.
Nach
diversen Testfahrten hat auch der Bahnbetreiber Eurostar angekündigt,
die Fahrten durch den Kanaltunnel im Laufe des Dienstags wieder aufnehmen
zu wollen. Nach Angaben von Eurostar führte die extreme Kälte
in Nordfrankreich dazu, dass die normalerweise eingeleiteten "Wintermaßnahmen",
die den Eurostar gegen Kälte schützen, in diesem Winter nicht
ausreichend waren. Die Testfahrten hätten aber gezeigt, wo nachgebessert
werden müsse.
Um
alle Unklarheiten bezüglich der gegenwärtigen Lage im Ärmelkanaltunnel
zu klären, lässt der Tunnelbetreiber Eurotunnel die folgende
Erklärung veröffentlichen:
• Die Kanaltunnelinfrastruktur blieb ohne Unterbrechung während
der vergangenen vier Tage in Betrieb und erlaubte es, die sichere Evakuierung
von 1364 Fahrgästen der Eurostar-Züge zu gewährleisten.
• Der Shuttle-Service funktionierte und konnte von Samstag früh
(05:30 Uhr MEZ) bis um 10:00 Uhr am Montag, 21. Dezember ohne Unterbrechung
17.000 Fahrzeuge durch den Kanaltunnel transportieren (12.445 Autos, 3321
Lastwagen und 321 Busse, von denen zehn Eurostar-Fahrgäste beförderten).
• Die Zuverlässigkeit der Lokomotiven von Eurotunnel erlaubte
es, die Eurostar-Züge abzuschleppen und die Kontinuität der
Fahrten unter dem Kanal bei schwierigen Wetterverhältnissen zu gewährleisten.
• Die Schaltkreise und Elektromotoren der Eurotunnel-Lokomotiven
sind gegen Staub und Temperaturschwankungen (Tropicalisation) geschützt.
Lufteinlässe für die Kühlung werden zusätzlich durch
Blenden geschützt.
• Eurotunnel wendet 750.000 Stunden pro Jahr für die Aufrechterhaltung
der Infrastruktur- und Wartung des Rollmaterials auf. Das Budget für
Investitionen und Modernisierung beträgt 50 Millionen Euro (WKZ,
Quelle Pressemeldungen Présidence de la République/Eurotunnel/Eurostar,
22.12.09).
Ausschreibungsbeginn
für die Umfahrung Nimes - Montpellier

Umfahrung Nimes-Montpellier (gelb). Grafik LOK Report
Reiseführer 2009/10.
Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für Ökologie,
Energie, nachhaltige Entwicklung und das Meer und Dominique Bussereau,
Staatssekretär für Transport, starteten am 18.12.09 zusammen
mit Réseau Ferré de France (RFF) die Ausschreibung
für die Umfahrung von Nîmes und Montpellier, die in öffentlich-privater
Partnerschaft durchgeführt wird.
Die Kosten für diese 71 km lange Linie werden auf rund 1,6 Milliarden
Euro geschätzt. Sie ist für den gemischten Personen- und Güterverkehr
ausgelegt.
Der Start der Ausschreibung folgt der Finanzierungvereinbarung des Projekts
zwischen dem Staat, dem Regionalrat Languedoc-Roussillon (Conseil régional
de Languedoc-Roussillon), dem Generalrat Gard (Conseil général
du Gard), der Agglomeration von Montpellier (Communauté d’agglomération
de Montpellier), er Agglomeration von Nîmes Métropole (Communauté
d’agglomération de Nîmes Métropole) und Réseau
Ferré de France.
Jean-Louis Borloo und Dominique Bussereau begrüßten die Einführung
dieses Vorzeigeprojekts des Umweltgipfels "Grenelle Environnement"
und des am 16.09.09 verkündeten nationalen Engagements für den
Schienengüterverkehr (Engagement national pour le fret ferroviaire,
der LOK Report berichtete) und bedankten sich bei den Gemeinden, die sich
mit dem Staat RFF für das Projejt einsetzten.
Das Projekt trägt auch zur Ankurbelung der Wirtschaft bei. Nach dem
Auswahlverfahren und der Unterzeichnung des PPP-Vertrags soll die Arbeit
im Jahr 2011 beginnen.
Fünf Großprojekte sollen auf dem Bahnsektor im Jahr 2011 ausgeführt
werden und während fünf Jahren insgesamt 100 000 Arbeitsplätze
zur Verfügung stellen:
• Der östliche Ast der LGV Rhin-Rhône zwischen Dijon
und Mulhouse,
• Die LGV Est Européenne Richtung Straßburg,
• Die LGV Sud Europe Atlantique zwischen Tours und Bordeaux,
• Die LGV Bretagne Pays de la Loire zwischen Le Mans und Rennes
• Die Umfahrung von Nimes und Montpellier
(WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie,
du Développement durable et de la Mer, 21.12.09).
Eurostar-Züge
hängen im Tunnel fest
In der Nacht von Freitag, 18. bis Samstag 19. Dezember musste
das Personal von Eurotunnel zur Rettung von fünf Eurostar-Zügen
antreten, die im Tunnel unter dem Ärmelkanal aufgrund technischer
Ausfälle steckengeblieben sind.
Diese Vorfälle wurden in keiner Weise durch die Tunnel-Infrastruktur
herbeigerufen, sondern durch ein Versagen der Eurostar-Technik aufgrund
der starken Temperaturabfälle. Während in Nordfrankreich starke
Kälte herrschte, war es im Tunnel relativ warm.
1364 Fahrgäste wurden von Eurotunnel mit eigenen Zügen nach
Folkestone, Kent gebracht, von wo sie ihre Reise nach London fortsetzen
konnten. Zwei Eurostar-Züge mussten nach St. Pancras abgeschleppt
werden. Eurostar selbst sei nicht in der Lage gewesen, diese Operation
mit eigenen Mitteln durchzuführen.
Eurostar wollte kein weiteres Risiko eingehen, und hat am Samstag und
Sonntag sämtliche Verbindungen durch den Tunnel eingestellt, solange
die Fehlerursache durch den Einsatz von Testzügen nicht identifiziert
ist. Eurostar empfiehlt allen Personen, die am Wochenende eine Reise geplant
hatten, diese zu verschieben oder ihre Reise zu stornieren (Pressemeldungen
Eurotunnel/SNCF, 21.12.09).
Gesetz
über die Organisation und Regulierung des Schienenverkehrs
Die französische Nationalversammlung und der Senat haben
das Gesetz
Nr. 2009-1503 vom 08.12.09 über die Organisation und Regulierung
des Schienentransports angenommen, dass am 09.12.09 im französischen
Amtsblatt (Journal officiel de la République française)
veröffentlicht wurde.
Ziel des Gesetzes ist die Schaffung eines Prozesses, der eine wirksame
Regulierung im Bereich der Schiene erlauben soll, so dass ein diskriminierungsfreier
Zugang für alle Netzbetreiber ermöglicht werden kann (Der LOK
Report berichtete).
Die Neuregelung wird durch die zum 31.03.06 erfolgte Einführung des
Wettbewerbs im Schienen-güterverkehr und die Öffnung des Wettbewerbs
für den internationalen Personenverkehrs ab Januar 2010 erforderlich.
Das Gesetz enthält auch die Schaffung einer unabhängigen Regulierungsbehörde
für den Schienenverkehr (Autorité de régulation des
activités ferroviaires, ARAF) (WKZ, Quelle Ministère de
l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de
la Mer, 18.12.09).
Alcatel-Lucent
errichtet GSM-R im Kanaltunnel
Eurotunnel hat am 15.12.09 Alcatel-Lucent mit der Modernisierung der Kommunikationssysteme
im Kanaltunnel beauftragt, dazu gehört vor allem die Einrichtung
eines interoperablen GSM-R Funkkommunikationssystems.
Das neue System wird im Jahr 2012 betriebsbereit sein, rechtzeitig zu
den Olympischen Spiele in London. Alcatel-Lucent installiert GSM-R über
das gesamte Netzwerk im Tunnel, dies bedeutet die Verbesserung der Sprach-
und Datenkommunikation für die operativen Mitarbeiter und ermöglicht
einen besseren Informationsservice für die Kunden.
Der Vertrag wird auch eine Reihe von Dienstleistungen enthalten, einschließlich
End-to-End-Integration, Implementierung, Test und Wartung. Diese Lösungen
werden die Verwaltung des immer dichter werdenden Schienenverkehrs erleichtern
und die Sicherheit weiter verbessern (WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel,
16.12.09).
Erste
Francilien-Schlange geht in Betrieb
 

Eine lichtdurchflutete Schlange: Der Francilien
im lockeren Farbgewand ersetzt den "kleinen Grauen". Auch das
Personal bekommt neue Uniformen. Befahren wird die Linie Paris Nord -
Luzarches (rot).
Am 12.12.09 wurde der erste Zug des Typs "Francilien"
für die Ile-de-France von Jean-Paul Huchon, Präsident des Regionalrates
der Ile de France und Vorsitzender des STIF (Verkehrsverbund der Ile-de-France)
sowie Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, in Anwesenheit von André
Navarri, President von Bombardier Transportation während einer Jungfernfahrt
von Paris-Nord nach Luzarches auf der Transilien-Linie H eingeweiht. Etwa
300 Kunden entlang der Linie konnten sich von den Qualitäten dieses
neuen Zuges überzeugen, der zum 13.12.09 den Betrieb in der Ile-de-France
aufnahm.
Der Francilien wird die rasche Modernisierung der Züge in der Ile-de-France
ermöglichen. Sein Einsatz stellt einen wichtigen qualitativen Sprung
dar, der dem des TGV im Fernverkehr entspricht. Die Serie umfasst 172
Züge, die im November 2006 bei Bombardier in Auftrag gegeben wurden
(Der LOK Report berichtete). Die Investionen von 1, 850 Mrd. Euro werden
zu 50% von der SNCF und zu 50% vom STIF gestellt. Die neuen Züge
werden nach und nach bis April 2015 die alten Züge der SNCF ersetzen
(les "petits gris", die "Kleinen Grauen").
Der erste Zug "boa" ("Schlange") ist auf mehr als
100 Metern durchgängig begehbar und bietet dank seiner bis zur Decke
reichenden Panoramafenster eine erstaunliche Helligkeit. Die ersten sechs
Züge werden schrittweise zu Spitzenzeiten auf der Strecke von Paris-Nord
nach Luzarches eingesetzt werden. Ab Juni 2012 wird die gesamte Linie
H mit den vorgesehenen 82 Zügen betrieben werden.
Weitere Informationen:
• Pressemeldung
SNCF
• Pressemeldung
STIF (WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 14.12.09).
Erster
Regionaler Bahnbetreiber (OFP) gegründet
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat
am 04.12.09 in Rochelle mit "NaviRail Atlantique" den ersten
regionalen Bahnbetreiber (Opérateur ferroviaire de proximité,
OFP) ernannt.
Die Entwicklung regionaler Eisenbahnunternehmen auf Grundlage mittelständiger
Betriebe (PME, Petites et moyennes enterprises, auf deutsch Kleine und
Mittlere Unternehmen, KMU) zur Steigerung der Flexibilität des Gütertransports
auf der Schiene in regionalen Gebieten ist einer der acht Eckpunkte des
am
16. September vorgestellten "Nationalen
Plans für den Eisenbahngüterverkehr" (Engagement
national pour le fret ferroviaire).
Der französische Staat hatte sich verpflichtet, mindestens einen
OFP vor Ende 2009 zu schaffen. Dies wurde nun mit der Schaffung von NaviRail
Atlantic erfüllt, die Firma bedient den Hafen von La Rochelle (Grand
Port maritime de la Rochelle).
NaviRail Atlantic ist ein Unternehmen, dessen Kapital zwischen dem Grand-Port
Maritime de La Rochelle und Fret SNCF aufgeteilt ist. Dieser regionale
Bahnbetreiber wird vor allem für die Verwaltung und den Betrieb des
Schienennetzes im Hafen zuständig sein und An- und Abfuhrtransporte
des Hafenverkehrs organisieren (WKZ, Quelle Pressemeldung Network Rail,
07.12.09).
870
Mio. Euro für den Sektor Verkehr in den Jahren 2009 und 2010
Anlässlich einer Reise in den Jura hat Dominique Bussereau, Staatssekretär
für Verkehr, das Interesse der Regierung an der wirtschaftlichen
Stärkung im Bereich Verkehr bekräftigt. Der Plan zur Wiederbelebung
der Wirtschaft (Plan de relance, Konjunkturpaket) hat hunderte von Transport-Projekten
im ganzen Land angekurbelt oder beschleunigt und damit zur Anregung der
Wirtschaftstätigkeit und Beschäftigung beigetragen.
Im Jahr 2009 wurden zusätzlich fast 500 Millionen Euro in zahlreiche
schon bestehende Verkehrsprojekte investiert:
• Über 80 Mio. in gemeinsame Eisenbahnprojekte zwischen dem
Staat und den Regionen (Contrats de Projets Etat-Régions ferroviaires);
• Über 30 Millionen in die Erneuerung des Schienennetzes, davon
19 Mio. Euro in die vorbereitenden Arbeiten zum Bau der LGV Bretagne -
Pays de Loire (Le Mans - Rennes) und in die zweite Phase des TGV Est Européen
(Baudrecourt - Straßburg) sowie 7 Mio. in die Zugänglichkeit
von Bahnhöfen;
• 30 Millionen in Wasserstraßen und die Wartung und Rekonstruktion
von Dämmen, davon 20 Mio. für die Entwicklung der Häfen;
• 116 Millionen in die Instandhaltung der Straßen;
• 100 Millionen Euro für Programme zur Modernisierung von Straßenverbindungen
(Programmes de Modernisation des Itinéraires Routiers, PDMIA).
"Es ist eine riesige Anstrengung, die der Staat in diesem Jahr im
Zusammenhang mit dem Plan zur Wiederbelebung in die Verkehrsinfrastruktur
investiert hat. Sie wird im nächsten Jahr mit einer neuen Investition
von ca. 370 Millionen Euro fortgesetzt", sagte der Staatssekretär.
Bis zum Jahr 2011 werden außerdem fünf Großprojekte für
Hochgeschwindigkeitsstrecken (LGV) und ein Flußprojekt gestartet:
•
Der östliche Zweig der LGV Rhin-Rhone.
• Die zweite Phase des TGV Est Européen zwischen Straßburg
und Baudrecourt.
• Die LGV Sud Europe Atlantique zwischen Tours und Bordeaux.
• Die LGV Bretagne - Pays de la Loire zwischen Le Mans und Rennes.
• Die Umfahrung von Nimes und Montpellier.
• Der Canal Seine - Nord Europe.
Dieses
Programm stellt eine Investition von rund 20 Milliarden Euro dar und sichert
rund 100 000 Arbeitsplätze während der Bauzeit von fünf
Jahren (WKZ,
Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie,
du Développement durable et de la Mer, 02.12.09).
Eurotunnel
vollendet Übernahme von Veolia Cargo
Von Europorte France befahrene Strecken. Grafik
Eurotunnel.
Eurotunnel hat die am 02.09.09 eingeleitete Übernahme von Veolia
Cargo am 01.12.09 abgeschlossen. Mit dem Kauf übernimmt Eurotunnel
eine führende Rolle im französischen Schienengüterverkehrsmarkt,
der derzeit starke staatliche Unterstützung erhält (Der LOK
Report berichtete).
Die betroffenen Unternehmen (Veolia Cargo France, Veolia Cargo Link, CFTA
Cargo und Socorail) werden unter der Leitung von Europorte, der für
Schienverkehr zuständigen Tochtergesellschaft von Eurotunnel, platziert
werden.
Als Folge der starken Marke wird Socorail den Namen nicht ändern.
Die anderen Unternehmen werden jeweils umbenannt in:
• Veolia Cargo France in Europorte France,
• Veolia Cargo Link in Europorte Link,
• CFTA Cargo in Europorte Proximity und
• Europorte 2 in Europorte Channel.
Das erworbene Unternehmen vollbringt eine breite Palette an integriertem
Schienengüterverkehr auf nationaler und internationaler Ebene, an
lokalem Güterverkehr auf Nebenstrecken und an industriellen Dienstleistungen
(Verwaltung von lokalen Verbindungen, Wartung der Infrastruktur, Be- und
Entladung von Waggons).
Europorte wird nun ein bedeutendes Standbein in Frankreich einnehmen,
dass die Gruppe in die Lage setzt, ihren Service zu erweitern. Die Gruppe
wird auch besser in der Lage sein, die zunehmende Nachfrage der Kunden
nach effizienten und umweltverträglichen Lösungen zu erfüllen.
Im Jahr 2008 wurde mit 600 Mitarbeitern auf 10 Agenturen verteilt (siehe
Karte) und etwa 100 Industrieanlagen ein Umsatz von rund 50 Millionen
Euro erwirtschaftet.
Die Aktivitäten von Veolia Cargo in Deutschland, den Niederlande und Italien
wurden gleichzeitig von der Gesellschaft "Transport Ferroviaire Holding"
(Groupe SNCF) übernommen.
Der Verkauf der Aktien von Veolia Cargo belief sich auf 103 Mio. Euro
(WKZ,
Quelle Pressemeldungen Eurotunnel, Veolia, 02.12.09).
RFF
und Lafarge schließen Abkommen zum Transport von Zuschlagstoffen
Am 20.11.09 signierten Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau
Ferré de France (RFF), und Denis Maître, Präsident des
Baumaterial- und Betonfabrikanten Lafarge ein Protokoll zur Entwicklung
des Verkehrs auf der Schiene.
Im Zusammenhang mit den Vorschlägen des "Grenelle de l’environnement"
wird Lafarge innerhalb der nächsten zehn Jahre mehr als 50% seiner
Baumaterialien auf der Schiene transportieren, das sind über als
4 Millionen Tonnen Granulat pro Jahr.
Die Partnerschaft zwischen RFF und Lafarge beinhaltet die Umsetzung technischer,
rechtlicher und finanzieller Innovation von RFF, wie zum Beispiel die
Bereitstellung intermodaler Terminals und den Transport der Güter
zu den wichtigsten urbanen Zentren.
Frankreich verbraucht etwa 400 Millionen Tonnen Zuschlagstoffe pro Jahr
(ein Haus benötigt 300 Tonnen, eine Schule 3000 Tonnen, ein Kilometer
Schiene 16.000 Tonnen, ein Kilometer Autobahn 30.000 Tonnen), das sind
mehr als 6 Tonnen pro Jahr pro Kopf (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF, 23.11.09).
Bombardier
wird bevorzugter Bieter für 860 zweistöckige TER-Züge
Im Jahr 2008 starteten die SNCF und die Regionen zwei Auschreibungen
für die weitere Modernisierung der Fahrzeuge des Regionalverkehrs
und stellten die Anforderungen an die Ausrüstung der TER-Fahrzeuge
für den Zeitraum 2013 bis 2021.
Seit dem Jahr 2002 hat sich durch die Regionalisierung und die Dynamik
der Regionen das TER-Angebot um 20% erhöht. Im gleichen Zeitraum
hat der TER-Verkehr um + 40% oder 800 000 Fahrten pro Tag zugenommen.
Die aktuellen Aussichten rechnen mit einer weiteren Vervierfachung dieser
Zahlen bis 2030.
Nachdem im Oktober 2009 die SNCF schon 100 einstöckige Züge
der neuen TER-Generation "Coradia Polyvalent" bei Alstom bestellte
(Der LOK Report berichtete), deren Zahl auf 1000 aufgestockt werden kann,
wurde am 18.11.09 Bombardier als bevorzugter Bieter für eine zweistöckige
Zugvariante genannt. Die Unterzeichnung des Vertrags könnte nach
Ablauf weiterer Verhandlungen dann im Februar 2010 erfolgen, sofern die
Vorschläge der Industrie den Erwartungen der Regionen entsprechen.
Die Vorgaben der Regionen beinhalten Doppelstockzüge, die flexibel
in Bezug auf die angebotenen Kapazitäten sind. So sollen bis zu 500
Personen in einem Zug befördert werden können, durch Kopplung
dreier Züge kann die Kapazität auf 1500 Fahrgäste erweitert
werden.
Die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge werden den neuesten technischen
(ökologische Nachhaltigkeit, Öko-Mobilität, Zugänglichkeit
...) und kommerziellen Anforderungen entsprechen (Komfort, Zuginformationen,
...) und im Bombardier-Werk Crespin gebaut.
Die Ausschreibung der SNCF umfasst 860 Züge im Wert von rund 8 Milliarden
Euro, die zu 100% von den Regionen finanziert werden. Die erste Tranche
von zunächst 80 Zügen soll ab 2013 in sieben französischen
Regionen zum Einsatz kommen: Aquitaine, Bretagne, Centre, Lorraine, Nord-Pas-de-Calais,
Provence-Alpes-Côte d’Azur, Rhône-Alpes (WKZ, Quelle
Pressemeldung SNCF, 20.11.09).
Bestätigung
des Zeitplans für das Projekt "LGV Sud Europe Atlantique"
Zwei
wichtige Schritte wurden 13.11.09 zur Durchführung der geplanten
Hochgeschwindigkeitsstrecke Sud Europe Atlantique (SEA) getroffen, die
ab 2016 die Hafenstadt Bordeaux innerhalb von zwei Stunden mit Paris verbinden
soll.
Zum einen wurde das Dossier der staatlichen Verpflichtungen für den
Abschnitt Tours - Angoulême publiziert. Nach einer langen Phase
der 2005 begonnenen Konsultationen schließt es die seit dem Frühsommer
2009 in den Monitoring-Ausschüssen eingebrachten Anregungen der vom
Projekt betroffenen Verbände, staatlichen Stellen und regionalen
Körperschaften mit ein. Das Dokument wird in den kommenden Tagen
auf der Website
der LGV SEA zum Download einsehbar sein.
Die Projektierung der neuen Linie Tours - Bordeaux kann jetzt durch alle
Beteiligten vom Zeitpunkt der Umsetzung bis zur Inbetriebnahme verfolgt
und überwacht werden und legt die Vorgaben für den künftigen
Konzessionär der Infrastruktur vor.
Zweitens hat RFF die Bewerber für die Konzession aufgefordert, ihre
endgültigen Angebote bis zum 15. Dezember einzureichen. Die Auswahl
der potenziellen Kandidaten soll bis Ende März 2010 erfolgen, die
Vertragsunterzeichnung ist für Sommer 2010 geplant.
Es sei daran erinnert, dass das Konjunkturpaket (Plan de relance) neben
der LGV Sud Europe Atlantique gleichzeitig den Bau dreier anderer Eisenbahn-Großprojekte
vorsieht: der zweiten Phase der LGV Est Européenne, deren Finanzierungsvereinbarung
am 1. September unterzeichnet wurde, der Umfahrung Nîmes - Montpellier
(Contournement de Nîmes-Montpellier, CNM) und der LGV Bretagne Pays
de la Loire (BPL) (WKZ, Quelle Pressemeldung Réseau Ferré
de France, 19.11.09).
Stadler
Rail liefert vier Zahnradgelenktriebzüge für den Puy-de-Dôme
Stadler Rail hat eine Bestellung für vier Zahnradgelenktriebzüge
auf den Puy-de-Dôme im französischen Zentralmassiv erhalten.
Der Auftrag hat ein Volumen von rund CHF 25 Mio.
Damit hat Stadler Rail in diesem Jahr gleich vier Aufträge für
Zahnradbahnen erhalten. Die Bestellungen mit einem Gesamtvolumen von rund
CHF 200 Mio. kommen aus Frankreich, Österreich und der Schweiz: Die
Zentralbahn ZB hat neue Interregio-Züge für die Brüniglinie
Luzern - Interlaken bestellt. Stadler Rail wird vier 7-teilige und sechs
3-teilige Pendelzüge liefern. Die Transports de Martigny et Régions
erhalten zwei 3-teilige Panoramatriebzüge für die grenzüberschreitende
Strecke Martigny - Chamonix - St. Gervais. Und insgesamt vier Zahnradlokomotiven
wurden von der Niederösterreichischen Schneebergbahn, der Matterhorn
- Gotthard - Bahn und der Zentralbahn bestellt.
Auf
dem Trassee der bestehenden Strasse baut SNC-Lavalin eine neue elektrifizierte
Zahnradbahn auf den Puy-de-Dôme im französischen Zentralmassiv.
Diese überwindet auf rund 4 km etwa 600 Höhenmeter. Für
diese neue Bahn hat der künftige Betreiber SNC-Lavalin bei Stadler
Rail 4 Gelenktriebwagen mit einem Auftragsvolumen (inkl. Reservematerial)
von rund CHF 25 Mio. bestellt. Die Fahrzeuge basieren auf den Stadler-Triebzügen
der Montserrat-Bahn bei Barcelona, die seit fünf Jahren erfolgreich
in Betrieb stehen. Sie verfügen über ein an die touristischen
Bedürfnisse angepasstes attraktives Interieur und sehr grosse Fenster,
die einen freien Blick auf das herrliche Panorama erlauben (Pressemeldung
Stadler, 14.11.09).
Bauzug-Dieselloks
auf Korsika
 
 
Seit 2003 werden die Korsischen Schmalspurbahnen umfangreich rekonstruiert.
Die umfangreichen Erneuerungen bedürfen auch umfassende Bauzugleistungen
welche von den Bauunternehmen selbst erbracht werden.
Die Korsischen Schmalspurbahnen(CFC) erbringen in der Regel keine Leistungen
für die Streckenerneuerung mit dem eigenen Diesellokfahrpark. Der größte
Baustellenbetreiber ist die CFG (Constructions Ferroviaires Giragr, nicht
zu verwechseln mit der CFC).
Die CFG hat aus Rumänien 12 zum Teil remotorisierte FAUR L-45H beschafft
(60001-60009), welche oftmals mit Gleisbau- oder Schotterzügen zu beobachten
sind. Die drei Diesellokomotiven mit Originalmotor haben die Nummern 45001
- 45003. Darüber hinaus sind auch Lokomotiven einer italienischen Firma
(SFE) - meist deutschen Ursprungs im Einsatz
Giragr war dabei der Zwischenhaendler der Fahrzeuge (10 Plateauwagen,
2 Personenwagen, 9 remotorisierte Diesellokomotiven, 3 Diesellokomotiven
mit Originalmotor, welche alle von Calea Ferata Ingusta SRL hergestellt
wurden. Die Bauarbeiten werden von einem Konsortium aus TSO und Colas
Rail, welche unter dem Namen Metric Rail firmiert, durchgefuehrt (Gunter
Mackinger, Georg Hocevar, 10.11.09).
Wettbewerbsbehörde
spricht sich für größere Unabhängigkeit der Bahnhöfe
aus
Mit ihrer Anweisung "Avis
n° 09-A-55 sur le secteur du transport public terrestre de voyageurs"
hat die französische Wettbewerbsbehörde (l’Autorité
de la concurrence) am 05.11.09 die Bedingungen für eine Öffnung
des Marktes im französchen Schienverkehr vorgelegt.
Die Richtlinie 2007/58/EG vom 23.10.07 sieht die Liberalisierung des grenzüberschreitenden
Schienenpersonenverkehrs bis zum 1. Januar 2010 vor. Diese partielle Öffnung
für den Wettbewerb ist der erste Schritt zur Überführung
des Schienenverkehrs in Frankreich innerhalb von 5 bis 10 Jahren zum Wettbewerb.
Im Mai 2009 hat die Wettbewerbsbehörde mit der "Décision
n° 09-SOA-01 du 18 mai 2009 relative à une saisine d’office
pour avis dans le secteur du transport public terrestre de voyageurs"
eine Studie über die Organisation der Personenbeförderung im
Landverkehr und insbesondere die notwendige Anpassung der Organisationen
der Bahnhöfe zur Lösung der Probleme im intermodalen Verkehr
(Fernverkehr, TER, Buslinien, Autoverkehr, Fahrräder, usw.) veröffentlicht.
Selbst wenn sich der Wettbewerb in diesem Bereich sehr progressiv entwickeln
wird, sei es sinnvoll, die notwendigen Veränderungen vorausschauend
zu planen, so dass sie für die Fahrgäste und Unternehmen wirksam
werden können. Die Bahnhöfe besetzen dabei einen zentralen Platz
in der Transportkette. Ihre Verwaltung und Zugangsbedingungen für
neue Marktteilnehmer sind Voraussetzung für die erfolgreiche Öffnung
zum Wettbewerb.
Im Rahmen der Liberalisierung des Marktes müsse die SNCF neuen Bahnbetreibern
den Zugang gewähren, so dass beide Partner davon profitieren. Die
Zugangstarife werden dabei ein wesentlicher Faktor für andere Betreiber
sein.
Angesichts der konkurrierenden Risiken hat die Behörde mehrere Empfehlungen
abgegeben:
1. Das von der SNCF vorgeschlagene System zur Verwaltung der Bahnhöfe
(Der LOK Report berichtete) ist noch nicht zufriedenstellend gelöst.
Die Behörde schlägt deshalb eine stärkere Trennung der
Bahnhofsverwaltung vom Einfluss der SNCF vor. Es ist zu überprüfen,
inwieweit andere Modelle, die bei der Öffnung für den Wettbewerb
öffentlicher Monopole in anderen Netzindustrien eingeführt wurden,
sinnvoll wären.
2. Die Tarifgestaltung ist eine wesentliche Bedingung zum Zugang der Bahnhöfe
für andere Eisenbahnunternehmen. Die Begründungen für diese
Preise müssen unabhängig überprüft werden, um die
Aufrichtigkeit der Kosten, die dem etablierten Betreiber entstehen, zu
bewerten und für neue Marktteilnehmer transparent werden zu lassen.
In diesem Zusammenhang schlägt die Behörde vor, dass die künftige
Regulierungsbehörde (Autorité de régulation des Activités
Ferroviaires, ARAF) die Befugnis zur Ex-ante-Überprüfung der
Tarife im Hinblick auf die zugrunde liegenden Kosten hat, um feststellen
zu können, ob sie regulatorische Anforderungen zu erfüllen hat.
3. Die Behörde stellt nicht die Strategie der Diversifizierung der
SNCF in Frage, vertritt aber die Auffassung, dass dieser Strategie aufgrund
der extrem starken Position der SNCF auf der Schiene Vorsicht entgegengebracht
werden muss. Es muss daher darauf geachtet werden, dass die Organisation
der Reglierungsbehörden der SNCF keine erheblichen Wettbewerbsvorteile
bringt, die andere Verkehrsunternehmen nicht haben.
Die
SNCF hat inzwischen in ihrer Erwiderung
auf den Bericht der Wettbewerbsbehörde angekündigt, die
Empfehlungen der Wettbewerbsbehörde zur Stärkung der Befugnisse
der Regulierungsbehörde für den Schienenverkehr insbesondere
hinsichtlich der Tarifgestaltung und der Notwendigkeit für die funktionale
Trennung der Sparte "Gares & Connexions" zu stärken.
Die SNCF stellt außerdem fest, dass die Stellungnahme der Wettbewerbsbehörde
auch nicht die Strategie der Präsenz in der gesamten Kette der nachhaltigen
Mobilität in Frage stellt. Vorsichtsmaßnahmen seien in dieser
Hinsicht bereits weitgehend umgesetzt und werden weiterhin von den Empfehlungen
der Wettbewerbsbehörde profitieren (WKZ, Quelle Pressemeldungen Autorité
de la concurrence und SNCF, 06.11.09).
Generationswechsel
durch neue Triebwagen auf Korsika
 
 
Mit Ende der Sommersaison Mitte September 2009 wurden die drei noch verfügbaren
Renault Triebwagen der CFC (Korsische Eisenbahnen) abgestellt. Nach inoffiziellen
Informatonen könnte dies endgültig sein, da eine Erneuerung
des Fahrparks durch Neubautriebwagen den Verzicht auf die "Klassiker"
ermöglicht.
1949/50 beschaffte die Korsischen Meterspurbahnen 8 dieselmechanische
Triebwagen vom Typ ABH 8. In den letzten Jahren erfolgte der Einsatz
- zusammen mit Billard Steuerwagen nahezu ausschließlich im Saisonverkehr
zwischen Calvi und LÌlle-Rousse.
Im Oktober waren die in gutem äusserlichem Zustand befindlichen drei
Triebwagenzüge in Bastia abgestellt - der Triebwagen 202 stand ausgeschlachtet
im Gelände der CFC Hauptwerkstätte in Casamozza. Die restlichen
Triebwagen wurden bereits früher verschrottet.
Ob es im nächsten Sommer ein Wiedersehen gibt oder eine Garnitur
zumindest als historischer Zug erhalten bleibt, war nicht zu erfahren.
Mit der Entscheidung, das korsische Schmalspurnetz nicht nur beizubehalten
sondern auch zu modernisieren und zu ertüchtigen, stellte sich auch
die Frage der Beschaffung einer neuen Fahrzeuggeneration. Die Wahl fiel
auf Doppeltriebwagen der Type AMG-800 geliefert von CFD de Bagneres-de-Biggore.
Die érste Doppeleinheit (CFC 801/802) traf im Sommer 2007 auf der
Insel ein. Vorerst erfolgt der Einsatz der 2x 440kW starken Triebwagen
mit einer V/max 100 km/h auf der Hauptstrecke Bastia - Ajaccio. Ausgeliefert
sind bisher die 9 Doppeleinheiten. Drei weitere Doppelzüge sind in
Auslieferung und sollen auch das Zugangebot der korsischen Schmalspurbahnen
nicht nur beschleunigen sondern auch verdichten
(Gunter Mackinger, 03.11.09).
SNCF
bestellt neue TER-Generation "Coradia Polyvalent"
Die SNCF bestätigt einen ersten Auftrag über 100 einstöckige
Züge der neuen TER-Generation "Coradia Polyvalent" mit
einer Option auf weitere 35 Züge. Der Auftragswert beläuft sich
auf 800 Millionen Euro bzw über 1 Milliarde Euro unter Einbeziehung
der Option. Eine Erweiterung der Bestellung auf 1000 Züge im Wert
von 7 Milliarden Euro ist nicht ausgeschlossen.
Die 135 neuen TER sind für die Regionen Alsace Aquitaine, Basse-Normandie,
Haute-Normandie, Lorraine, Midi-Pyrénées, Pays de la Loire
und der Picardie bestimmt:
• Région Aquitaine: 22 rames,
• Région Basse - Normandie: 18 Züge,
• Région Haute - Normandie: 8 Züge,
• Région Lorraine: 8 Züge,
• Région Midi-Pyrénées: 25 Züge,
• Région Pays de la Loire: 15 Züge,
• Région Picardie: 17 Züge.
Die ersten Lieferungen sind zwischen 2013 und Mitte 2015 geplant. Der
Vertrag wird durch Zuschüsse aus den französischen Regionen
unterstützt und dient der Erneuerung und Verbesserung der Ausrüstung
an TER-Zügen für den Zeitraum 2013-2021.
Der niederflurige, hoch modulare Zug wurde für Vorortstrecken mit
häufigen Halten und hohem Verkehrsaufkommen entwickelt. Bei einer
Geschwindigkeit von 160 km/h gibt es eine elektrische und eine Dual-Mode
Variante für Spannungen von 25 kV und 1500V. Der Zug wird auch in
Versionen für den grenzüberschreitenden Einsatz in Deutschland
und der Schweiz mit einer Spannung von 15 kV angeboten. Um seine Kapazität
auf bis 1000 Personen zu erhöhen, ist es möglich, bis zu drei
Züge der längeren Version zu kombinieren (oder 330 Meter).
Kennzahlen der neuen TER-Generation:
• 2 Motoren, Elektro- oder Dual-Mode
• 3 Längen: 110 m, 72 m, 56 m
• 3 Ausführungen: S-Bahn-, Regional-, Intercity-Variante
• Interieur: Mehr als 50 Anpassungsmöglichkeiten
• Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
• Maximale Kapazität: bis zu 1 000 Plätze (3 Zügen
der längeren Fassung kombiniert)
• 3 Spannungssysteme: 25 kV und 1500 V, 15 kV für die grenzüberschreitende
Version
• Verbrauchs- und CO2-Emissionen: -10 bis -20%, je nach Betriebsbedingungen
• Recyclingquote: 92%
Weitere Informationen:
• 1000
trains TER de nouvelle génération pour le transport régional
• SNCF
attribue à Alstom le marché de la nouvelle génération de matériels TER
à un niveau (WKZ, Quelle Pressemeldung Alstom, 28.10.09).
EPSF
stellt Sicherheitsbericht 2008 vor
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public
de Sécurité Ferroviaire) hat am 21.10.09 ihren Bericht über
die Sicherheit des nationalen Schienennetzes im Jahr 2008 (Rapport
sur la sécurité du réseau ferré national 2008)
veröffentlicht.
Die Veröffentlichung erfolgte nach Artikel 18 der Richtlinie über die
Sicherheit im Eisenbahnverkehr (2004/49/EG), wonach "die Sicherheitsbehörde
einen jährlichen Bericht über ihre Tätigkeit veröffentlichen und an die
Europäische Eisenbahn-Agentur bis spätestens 30. September abliefern muss"
(WKZ, Pressemeldung EPSF, 26.10.09).
RFF
leitet Umsetzung der Nationalen Verpflichtung zum Güterverkehr ein
Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau Ferré de France,
begrüßt nach ihrer Berufung am 07.10.09 Frau Fabienne Keller
als neues Mitglied im Vorstand (conseil d'administration) von Réseau
Ferré de France. Sie tritt die Nachfolge von Adrien Zeller an und
wurde aufgrund ihrer Kompetenzen und ihres Wissens um regionale und lokale
Fragen des Eisenbahnverkehrs gewählt.
Der Vorstand von Réseau Ferré de France genehmigte am 14.10.09
außerdem die Umsetzung der am 16.09.09 von der Regierung verabschiedeten
Nationalen Verpflichtung für den Güterverkehr per Bahn (Engagement
national pour le fret ferroviaire, der LOK Report berichtete).
Ziel der Planungen ist es, den Anteil des nicht als Straßen- oder
Lufttransport abgewickelten Verkehrs in Frankreich von heute 14% auf 25%
bis zum Jahr 2022 auf der Grundlage einer gemeinsamen Anstrengung aller
Akteure (SNCF, RFF, sonstige Eisenbahnen, Verlader, große Seehäfen,
lokale Behörden, die Europäische Union) zu erhöhen. Der
Vorstand bittet nun den Präsidenten, die Einzelheiten der Finanzierung
zu prüfen und die Umsetzung im Rahmen des durch den Staat vorgeschriebenen
Zeitplans zu ermöglichen.
Der
Vorstand hat RFF ermächtigt, für einen Zeitraum von insgesamt
sechs Jahren (4 Jahre plus zwei möglichen Verlängerungen von
einem Jahr)
• zwei Verträge an Corus Rail France über einen Betrag
von 351,1 Mio. EUR und an Voest Alpine Schienen über 138,24 Mio.
EUR zu vergeben;
• termingerechte Konsultationen mit den beiden oben genannten Lieferanten
als auch mit Arcelor Mittal Espagne und Lucchini SpA durchzuführen;
• den RFF-Anteil an diesen Umsetzungen auf einen Betrag von 589,71
Mio. EUR festzusetzen (WKZ,
Quelle Pressemeldung RFF, 19.10.09).
Bessere
Bahnanschließung der Normandie


Die Grafik oben zeigt die verbesserten Verkehrsflüsse
von Paris in die Normandie. Auf der mittleren Grafik ist die komplementäre
neue Güterzugverbindung über Gisors und Serqueux (grün)
als Alternative zur Hauptstrecke Paris - Rouen (rot) zu sehen. Die Grafik
unten zeigt die Verlängerung der RER-Linie E (violett) und die neu
zu bauende Linie Paris - Mantes (grün). Grafiken RFF.
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat am 15.10.09
in Rouen den gewählten Vertretern der Region einen umfassenden Plan
zur Verbesserung der Eisenbahnanbindung in der Haute-Normandie vorgestellt.
Das Projekt beinhaltet den durch den Präsidenten der Republik schon
am 29. April und 16. Juli angekündigten Ausbau der Verbindung von
Paris in die Normandie (Der LOK Report berichtete), der den Neubau einer
Strecke von Mantes nach Nanterre beinhaltet. Dominique Bussereau hat die
öffentliche Debatte über den Bau ab 2011 angekündigt.
Die neue Linie Paris - Nanterre - Mantes - Rouen - Le Havre wird dazu
beitragen, die Reisezeiten ab Paris drastisch zu reduzieren:
• Paris - Le Havre in weniger als 1:15
• Paris - Rouen weniger als 45 Minuten
• Paris - Caen in weniger als 1:30
• Paris - Cherbourg in weniger als 2:30
Auf kurze Sicht soll eine Erhöhung der Kapazität der konventionelle
Linie durch ein auf einen Wert von 240 Mio. Euro geschätztes Programm
die Entwicklung der Infrastruktur in Mantes-la-Jolie, Poissy und La Defense
gestärkt werden. Diese Investitionen werden die Regelmäßigkeit
und Häufigkeit der Zugverbindungen zwischen der Normandie und der
Ile-de-France erhöhen.
Das
am 16.09.09 beschlossenen "Nationale Engagement für den Schienengüterverkehr"
(Der LOK Report berichtete) trägt 7 Mrd. Euro für folgende Projekte
bei:
•
Die Schaffung lokaler Bahnbetreiber in den Häfen von Le Havre in
den kommenden Wochen und von Rouen im nächsten Jahr;
• Garantierte Qualität von Güterzugverbindungen;
• Die kurz vor dem Abschluss stehende Entwicklung der Güteranbindung
des Hafens Port 2000 mit der industriell genutzten Hafenzone von Le Havre;
• Die Inbetriebnahme der Strecke Serqueux - Gisors, vorrangig für
den Güterverkehr auf der Strecke Paris - Le Havre ab 2012 (Pressemeldung
Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement
durable et de la Mer, 16.10.09).
Französische
Schienentransportindustrie öffnet sich dem Wettbewerb
Der
Eisenbahnbau sorgt in Frankreich für einen Jahresumsatz von fast drei
Milliarden Euro (Rollendes Material, Schienennetz, Steuerungsanlagen).
44 Prozent davon gehen in den Export. 50 Prozent der Absatzmärkte bilden
die europäischen Länder. Die Zulieferindustrie beschäftigt in Frankreich
rund 100.000 Mitarbeiter, die rund zwei Drittel der gesamten direkten
Arbeitsplätze im Eisenbahnsektor ausmachen. Außerdem spielt der Schienentransport
eine Schlüsselrolle bei der Senkung der Treibhausgase. Den gesetzlichen
Bestimmungen des Umweltgipfels „Grenelle de l’Environnement“ zufolge soll
der Anteil des nicht auf der Straße beförderten Frachtaufkommens bis 2020
von derzeit 14 Prozent auf 25 Prozent angehoben werden. Die Betreiber
der Schienennetze für den Personen- und Güterverkehr haben mittlerweile
industriellen Zulieferern die Instandhaltung des rollenden Materials (Lokomotiven,
Wagen und Waggons) und des immobilen Materials (Signalanlagen, Gleise,
elektrische Stromversorgung) übertragen. Auch der Bau von Gleisanlagen
und Bahnhöfen wurde in die Hände von Zulieferern gegeben. Multinationalen
Unternehmen und Herstellern rollenden Materials (Siemens, Bombardier France,
Alstom Transport, CAF, ADD-Trans) sowie Herstellern von Bahnanlagen (Faiveley,
Thalès, Bonatrans, Valdunes, Voith, ABB Secheron, SKF, Knorr-Bremse) kommt
diese Öffnung des Marktes entgegen. Ihre Lösungen stehen in Übereinstimmung
mit dem weltweiten UIC-Code* und dem europäischen System für Management
und Steuerung des Eisenbahnverkehrs (ERMTS). Das ERMTS soll die Interoperabilität
des Zugverkehrs und den grenzüberschreitenden Transitverkehr fördern.
Über eine standardisierte Herstellung können die Selbstkostenpreise, die
Kosten für den Erwerb, den Betrieb und die Instandhaltung gesenkt und
der Export gefördert werden. Für David Appia, Präsident der IFA, „herrscht
eine Dynamik in der Zulieferindustrie, die sowohl für den Eisenbahnbau,
die Wartung und Instandhaltung des Materials als auch für den Dienstleistungsbereich
gilt. Die Öffnung des Marktes steigert die Attraktivität für zahlreiche
ausländische Unternehmen, die die Eisenbahnindustrie als Wachstumsmarkt
nutzen.“ So übernehmen beispielsweise internationale Großkonzerne Streckenneubau-Projekte
sowie Erneuerungen von Schienenstrecken und Bahndämmen. Der Hersteller
Corus Rail der indischen Gruppe Tata Steel bietet Stahlsysteme für dauerhafte
oder provisorische Schienen im modularen Aufbau an. Unter dem Namen „Silent
TrackTM“ vertreibt das Unternehmen Lärmabsorbersysteme, die unter der
Schienenoberfläche angebracht werden. Corus Rail liefert außerdem Dienstleistungen
für die Schieneninfrastruktur (Engineering, Entwicklung, Design und Management
des Streckensystems, modulare Systeme und Technologien). Die Wartung und
Instandhaltung des rollenden Materials wird teilweise vom Betreiber und
teilweise von den Herstellern übernommen, die Komplettpakete wie „Material
plus Instandhaltung“ in der Garantiezeit anbieten. Darüber hinaus wird
eine Reihe von Dienstleistungen ausgelagert, wie beispielsweise der Ticketverkauf,
die Eisenbahngastronomie, die Reinigung, Unterstützungseinrichtungen oder
IT. Das Kompetenzzentrum i-Trans in den Regionen Nord-Pas de Calais und
Picardie arbeitet an Intelligenten Transportsystemen (ITS), an Innovationen
für die wirtschaftliche Entwicklung und an der Interoperabilität des Personen-
und Güterverkehrs. Seit 2005 wurden im i-Trans 78 Innovations- und Forschungsprojekte
mit einem Investitionsvolumen von rund 185 Millionen Euro ausgewiesen.
Dazu gehören die Projekte von Bombardier (Sicherheit im Personenverkehr)
und von Compin Interiors (komplette Innenausstattung von Wartesälen und
Plattformen für Eisenbahnwagen)n (Pressemeldung
Invest in France Agency, FIZIT – Das deutsche Pressebüro von
Ubifrance, 14.10.09).
Abkommen
über Ausschreibung zum Betrieb der AFA unterzeichnet
Dominique Bussereau, französischer Staatssekretär für Verkehr
und Altero Matteoli, italienischer Minister für Infrastruktur und
Verkehr, unterzeichneten am Freitag, 9. Oktober, im Rahmen der Tagung
des Rats der Verkehrsminister der Europäischen Union in Luxemburg
eine Einigung über den zukünftigen Service einer Rollenden Landstraße
zwischen Frankreich und Italien.
Mehr als 100 000 Lkw wurden seit 2003 über die im Versuchsstadium
befindliche Rollende Landstraße "Autoroute ferroviaire alpine"
(AFA) befördert, die von einem Joint Venture zwischen SNCF und Trenitalia
mit vier Hin- und Rückfahrten täglich betrieben wird.
Beide Staaten haben ihre Bereitschaft zur öffentlichen Ausschreibung
einer Konzession zur Erweiterung dieses Dienstes bekundet. Die internationalen
Konsultationen werden in den nächsten Tagen eingeleitet, um die künftigen
Betreiber nominieren zu können.
Ziel ist es, 100 000 Lkw pro Jahr über die künftige Rollende
Landstraße zu befördern, um den Straßenverkehr durch
die Alpentäler reduzieren zu können. Der Dienst sollt durch
die Schaffung eines neuen Terminals in der Region Lyon erweitert werden.
Dieses
Abkommen ist Teil der Gesamtstrategie der beiden Regierungen, innerhalb
der nächsten fünfzehn Jahre den modalen Verkehr durch die Inbetriebnahme
der neuen Bahnverbindung Lyon - Turin zu stärken (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de la Mer, 12.10.09).
Drei
Bewerber zur Konzession "Autoroute ferroviaire Atlantique"
Jean-Louis
Borloo (Staatsminister und Minister für Ökologie, Energie, nachhaltige
Entwicklung und das Meer) und Dominique Bussereau (Staatssekretär
für Verkehr) gaben am 05.10.09 die drei Bewerber für die Konzession
des Betriebs der "l’autoroute ferroviaire atlantique"
bekannt:
• Lorry-Rail
• OptiCapital
• Combi Ouest/Euro Cargo Rail
Die Rollende Landstraße ist eines der vorrangigen Projekte des "Grenelle
Environnement" und des am 16.09.09 angekündigten nationalen
Engagements für den Schienengüterverkehr (Engagement national
pour le fret ferroviaire, der LOK Report berichtete).
Ziel ist die Verlagerung des Transports besonders schwerer Frachtgüter
von der Iberischen Halbinsel nach Frankreich und Nordeuropa auf die Schiene.
Der künftige Konzessionär wird unter den drei Kandidaten ausgewählt.
Die Konzession beinhaltet den Betrieb der Rollenden Landstraße zwischen
dem südlichen Aquitanien, der südlichen Ile de France und der
Region Nord-Pas-de-Calais ab 2011, nach Abschluss der Arbeiten an den
Gleisen (Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie,
du Développement durable et de la Mer, 09.10.09).
RFF
vergibt ETCS-Auftrag an Alstom
Die für ETCS vorgesehenden Korridore C (blau)
und D (violett). Grafik RFF.
Nach einer EU-Ausschreibung hat Réseau Ferré de France die
Firma ALSTOM Transport mit der ersten Umsetzung des europäischen
Signalsystems ETCS (European Train Control System) Level 1 auf wichtigen
Linien des nationalen Schienennetzes beauftragt.
Das neue Signalsystem soll auf insgesamt 2200 km Strecke installiert werden,
die den französischen Anteil auf zwei großen europäischen
Korridoren für den Schienengüterverkehr umfassen,
• dem Korridor C (Antwerpen - Basel / Lyon) und
• dem Korridor D (Valencia - Budapest).
Beide Korridore treffen in Lyon und Ambérieu zusammen.
Das Projekt konzentriert sich zunächst auf die Entwicklung des Systems
und seiner Installation an zwei Pilot-Standorten, nach der Zulassung soll
dann in einer zweiten Phase die Ausrüstung von 2200 km Eisenbahnlinien
bis 2018 erfolgen. Dieses Projekt wird mit Mitteln aus der Europäischen
Union im Rahmen der europäischen Verkehrsnetze unterstützt.
ETCS soll dann im großen Maßstab auf dem nationalen Schienennetz
eingesetzt werden. Zunächst wird es dem derzeitigen balisengesteuerten
System zur Geschwindigkeitskontrolle (Contrôle de vitesse par balise,
KVB) überlagert, nach der schrittweisen Ausrüstung aller Fahrzeuge
soll das alte System komplett ersetzt werden.
In Partnerschaft mit den europäischen Kollegen bereitet Réseau
Ferré de France das Netz der Zukunft durch die Modernisierung der
Infrastruktur und die Anpassung der Dienstleistungen auf die Bedürfnisse
der europäischen Interoperabilität vor. Das Kontrollsystem ERTMS/ETCS
wird in ganz Europa über zwanzig nationale Signalsysteme in Richtung
eines harmonisierten europäischen Netzes zusammenführen (WKZ,
Quelle Pressemeldung RFF, 29.09.09).
Fortschritte
beim Bau der LGV Rhin-Rhône
 
 
 
 
Der Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Rhin-Rhône macht große
Fortschritte: Drei Jahre nach Baubeginn im Sommer 2006 finden im Abschnitt
Belfort-Villersexel noch letzte Arbeiten an der Rohbautrasse statt, während
südwestlich von Villersexel bereits mit Hochdruck an den Gleisen
und der Oberleitung gearbeitet wird.
In Les Magny bei Villersexel besteht mittels einem Gleisdreieck und über
eine provisorisch auf der Trasse einer zukünftigen Umgehungsstraße
von Villersexel gebauten 4,5 km langen Verbindungsstrecke Anschluss an
die für 3 Jahre wiederaufgebaute 16 km lange Nebenbahn nach Lure,
über die mit 8 Zugpaaren werktäglich das Gleisbaumaterial angefahren
wird (Reihe 669 von SNCF-Infra in 3-fach-Traktion). Dort begann Ende Juni
2009 der Gleisbau für den ersten 140 km langen Abschnitt des Ostteils
der LGV, der im Frühjahr 2011 in den Versuchsbetrieb und Ende 2011
in den kommerziellen Betrieb gehen soll.
Im Arbeitszugdienst auf der Neubaustrecke sieht man Class 58 von TSO und
ETF vor schweren Schotterzügen. Wegen der heftigen Steigungen werden
3 Loks für 18 vierachsige Schotterwagen benötigt. Täglich
werden 1100 m Gleis verlegt. Im leichteren Dienst, z.B. mit Oberleitungsbauzügen,
machen sich 211 nützlich. Ein Exemplar (V211 n° 182 570) fällt
durch einen wie ein Kanonenrohr nach vorne gerichteten Schornstein auf.
Der 50 ha große Werkhof von Villersexel verfügt über 20
km Gleise und ist sehr gut abgeschirmt durch Lärmschutzwände,
Zäune und Tore.
Für kommenden Sonntag, den 27.09.2009 lädt
Réseau Ferré de France von 10-17 Uhr zu Baustellen-besichtigungen
an fünf Stellen ein, darunter auch der Werkhof in Villersexel
(Jürgen Recknagel, 25.09.09).
Frankreich:
Öffnung des Nahverkehrs in der Ile-de-France für den Wettbewerb
Wie der LOK Report schon berichtete, verabschiedete
die Nationalversammlung am 22.09.09 die
Gesetzesvorlage zur Schaffung einer Behörde zur Regelung des Schienennetzzugangs
(L’autorité de régulation des activités ferroviaires,
ARAF),
die auch die Vorbereitung zur Öffnung
des städtischen Verkehrs in der Region Ile-de-France für
den Wettbewerb behandelt.
Im einzelnen regelt das Gesetz
•
die Bedingungen, unter denen der STIF (Syndicat des Transports d’Île-de-France,
Verkehrsverbund in der Region Ile-de-France) ab 03.12.09 Verkehrsleistungen
ausschreiben kann,
• die Festlegung der Fristen für die Öffnung von Dienstleistungen
für den Wettbewerb: Buslinien der RATP in 15 Jahren (ab 31.12.2024),
Straßenbahnen in 20 Jahren (ab 31.12.2029), U-Bahnen in 30 Jahren
(ab 31.12.2039), und
• die Übertragung des rollenden Materials von der RATP auf
den STIF, damit es im Falle eines Vergabeentzugs weiter zur Verfügung
steht.
Der
Gesetzentwurf stärkt den STIF als organisierende Behörde des
Verkehrs in der Ile-de-France:
•
Er bestätigt alle bestehenden Befugnisse des STIF als eine organisierende
Behörde für den Verkehr (Festlegung der zu betreibenden Linien,
Auswahl der Betreiber, Festlegung der Investitionsprogramme, Bestimmung
der Tarifpolitik, Verantwortung zur Öffnung neuer Infrastruktur,
etc. .).
•
Festlegung eines klaren Rechtsrahmen für den STIF und Anpassung an
die geltenden Bestimmungen außerhalb der Ile-de-France.
•
Dem STIF wird das volle Eigentum an den Fahrzeugen übertragen, die
zur Zeit bei der RATP in Betrieb sind und sichert ihm den Besitz der Fahrzeuge
nach Ablauf der Nutzungsrechte der RATP zu. So hat der STIF alle Möglichkeiten,
bei Ablauf der laufenden Verträge einen echten Wettbewerb auf den
Strecken auszurufen, die derzeit von der RATP betrieben werden.
Um die Sicherheit, Interoperabilität und Kontinuität des öffentlichen
Transports zu gewährleisten, wofür der Netzbetreiber RFF (Réseau
Ferré de Fance) im Bereich der Eisenbahnen zuständig ist,
bleibt RATP für die Instandhaltung, Erneuerung und den Betrieb der
Netzinfrastruktur verantwortlich. Diese der RATP zugeordnete Aufgabe entzieht
dem STIF keine seiner Kompetenzen als der den Transport organisierenden
Behörde.
Der Austausch von Eigentum (Rollmaterial, Infrastruktur), der die Reform
begleitet, ist ausgewogen und im Einklang mit den Aufgaben beider Partner
geregelt. STIF wird Eigentümer aller Fahrzeuge der RATP, während
RATP
Eigentümerin aller Infrastruktur wird, die sich zur Zeit je zur Häfte
im Besitz von STIF und RATP befindet (WKZ,
Quelle Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie,
du Développement durable et de la Mer, 24.09.09).
SNCF
investiert 1 Milliarde Euro in ökologischen Frachtverkehr
Der Aufsichtsrat der SNCF hat am 23.09.09
Investitionen von mindestens 1 Mrd. Euro für den ökologisch sauberen Gütertransport
genehmigt. Der 9-Punkteplan im Rahmen des am 16. September vom Staat angekündigten
Nationalen
Plans für den Eisenbahngüterverkehr (Engagement
national pour le fret ferroviaire, der LOK Report berichtete) wurde
vom
Präsidenten der SNCF, Guillaume Pepy, und dem CEO
von Geodis SNCF, Pierre Blayau,
am 18.09.09 dem Ausschuss für Transport und
Logistik und am 22.09.09 dem Zentralen Komitee der SNCF vorgelegt.
Der Masterplan
der SNCF über 1 Mrd. Euro zählt neun industrielle Projekte
zum Bau einer neuen Mobilität im Güterverkehr auf:
------------------------------------
1. Entwicklung eines europäischen Transportangebots mit ausländischen
Tochtergesellschaften und Ausweitung der multimodalen und globalen Märkte
von Geodis SNCF, dabei
soll insbesondere in folgende vier Märkte investiert werden:
• dem kombinierten Nord-Süd-Verkehr,
• der
Beförderung landwirtschaftlicher Erzeugnisse,
• dem
Transport von Kohle und Stahl auf der Nord-Ost-Achse zu den Häfen von
Antwerpen und Dünkirchen und
• dem
Transport von Öl-, Chemie- und Automobilprodukten in den Südwesten.
------------------------------------
2. Ersatz des Einzelwagenverkehrs (Wagon isolé)
durch ein "Ensemble de lignes multi-lots/multi-clients" zur
regelmäßigen Beförderungen von Waren verschiedener Kunden zwischen zwei
Wirtschaftszonen mit mindestens drei Hin- und Rückfahrten pro Woche unter
der Voraussetzung einer Zusage minimaler Transportmengen.
------------------------------------
3. Bildung eines Services "sur-mesure",
der "maßgeschneidert" den jetzigen Einzelwagenkunden den Transport
industrieller, insbesondere auch schwerer, sperriger oder gefährlicher
Güter, anbieten soll.
------------------------------------
4. Beschleunigung der Entwicklung des kombinierten
Verkehrs auf dem Land-, See- und Flussweg (Naviland Cargo und Novatrans
nach seiner Übernahme).
------------------------------------
5. Entwicklung von vier Angeboten der "Autoroute
Ferroviaire" bis zum Jahr 2015 mit der Beförderung von bis zu
500 000 Lastwagen auf der Schiene:
•
L’autoroute
ferroviaire Luxembourg - Perpignan mit einer Zielvorgabe von 10
Shuttles pro Tag,
•
L’autoroute
ferroviaire Alpine Lyon - Turin
•
L’autoroute
ferroviaire Lille - Turin mit Prüfung der Achse London - Turin
im Jahr 2013
•
L'autoroute ferroviaire Lille - Paris - Hendaye ab
2011.
------------------------------------
6. Entwicklung
regionaler Eisenbahnunternehmen zur Hafenanbindung
(Opérateurs Ferroviaires Portuaires, OFP) mit Zentren in Havre
(ab Ende 2010), La Rochelle (Mitte 2010), Nantes Saint-Nazaire (Ende 2010),
Marseille-Fos und Dunkerque (2011).
------------------------------------
7. Entwicklung des Schienengüterverkehrs mit großer
und sehr großer Geschwindigkeit (Transport ferroviaire de marchandises
à Grande et Très Grande Vitesse) ab Ende 2010 auf den Strecken
Paris - Bordeaux - Montauban - Toulouse und Paris - Lyon - Avignon - Marseille
- Miramas unter Verknüpfung der Hubs am Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle
unter Beteiligung des Hubbetreibers CAREX ab 2015.
------------------------------------
8. Fortsetzung innovativer Ansätze in der City-Logistik,
wie schon für die Einkaufskette Monoprix durchgeführt.
------------------------------------
9. Erstellen eines Netzwerks multimodaler Plattformen
im maritimen und terrestrischen Bereich.
------------------------------------
Die neun industriellen Projekte sollen 2010 bis
2015 umgesetzt werden. Die Investitionen in diese Projekte setzen sich
zusammen aus dem Beitrag von 7 Milliarden Euro vom Staat und 1 Milliarde
Euro von der SNCF.
Präsident Guillaume Pepy sagte: "Dieser Entwurf zielt darauf ab, die im
Grenelle Environment beschlossene Verkehrsverlagerung zu ermöglichen.
Mit der nationalen Verpflichtung für den Schienengüterverkehr ist ein
echter Wendepunkt in der Beförderung von Waren in Frankreich erreicht
worden" (WKZ,
Quelle Pressemeldung SNCF, 24.09.09).
Nationalversammlung
beschließt Gesetz zur Bildung einer Netzzugangsbehörde
Die Nationalversammlung hat am 22. September
über das Gesetz
zur Schaffung einer Behörde zur Regelung des Schienennetzzugangs
(L’autorité de régulation des activités ferroviaires,
ARAF) abgestimmt, das im Namen der Regierung vom Staatssekretär
für Verkehr, Dominique Bussereau, eingereicht wurde.
Die
unabhängige Verwaltungsbehörde wird die Aufgabe einer "Polizei
der Schiene" übernehmen. Sie wird den gesamten Eisenbahnverkehr
und insbesondere die Öffnung des Netzes für den Wettbewerb im
internationalen Personenverkehr überwachen, die am 13. Dezember in
Kraft tritt.
Das Gesetz erleichtert auch die Einrichtung regionaler Bahngesellschaften
(Opérateurs ferroviaires de proximité, OFP). Die Entwicklung
regionaler Eisenbahnunternehmen auf Grundlage mittelständiger Betriebe
(PME, Petites et moyennes enterprises, auf deutsch Kleine und Mittlere
Unternehmen, KMU) wird die Flexibilität des Gütertransports
auf der Schiene von den Häfen in regionale Gebiete fördern.
Die Entwicklung der OFP ist eine der wesentlichen Elemente der nationalen
Verpflichtung für den Schienengüterverkehr, wie sie von Jean-Louis
Borloo und Dominique Bussereau am 16. September verkündet wurde (Der
LOK Report berichtete).
In Übereinstimmung mit der europäischen Verordnung über
die Verpflichtungen im Öffentlichen Verkehr sieht das Gesetz auch
eine schrittweise Öffnung des städtischen Verkehrs in der Region
Ile-de-France für den Wettbewerb vor. Verkehrsleistungen auf Buslinien
der RATP sollen in 15 Jahren für den Wettbewerb geöffnet
werden (ab 31.12.2024), in 20 Jahren für Straßenbahnen (ab
31.12.2029), in 30 Jahren für U-Bahnen (31.12.2039) und schon jetzt
für neue Verkehrsdienste.
Dominique Bussereau begrüßte die neue Etappe der Modernisierung
des Verkehrssektors. Der Minister sagte: "Die Verabschiedung dieses
Gesetzes zeigt unsere Entschlossenheit, weiterhin unsere Transport-Systeme
zu reformieren. Die grundlegenden Reformen beinhalten die Öffnung
des internationalen Personenverkehrs für den Wettbewerb, die Schaffung
der ARAF, die Entstehung regionaler Eisenbahnunternehmen und den progressiven
Aufbau des Wettbewerbs im Nahverkehr in der Region Ile-de-France."
(WKZ, Quelle Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement
durable et de la Mer, 23.09.09).
Alstom
liefert 52 Citadis nach Brest und Dijon
Die Verwaltungen von Brest und Dijon (Communautés d’Agglomération
de Brest et de Dijon) gaben am 15.09.09 bekannt, Alstom mit der Lieferung
von 52 Citadis-Straßenbahnen im Wert von mehr als 100 Millionen
Euro zu beauftragen.
Während der Ausschreibung hatten die beiden Städte beschlossen,
ihre Kräfte zu bündeln, um Investitionen und Bedürfnisse
zu optimieren. Zwanzig Züge werden nach Brest geliefert und 32 Züge
nach Dijon
(WKZ, Quelle Pressemeldung Alstom, 17.09.09).
Dominique
Bussereau wirbt für TGV in Kalifornien
Der französische Staatssekretär
für Verkehr, Dominique Bussereau, hat am 15. September 2009 den Präsidenten
der kalifornischen Behörde für Hochgeschwindigkeitsverkehr
(California
High-Speed Rail Authority, CHSRA) und
Bürgermeister von Anaheim, Curt Pringle, in der Nähe von Los
Angeles getroffen, um den Einsatz des TGV in Kalifornien zu erläutern.
Kalifornien
plant den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Sacramento, San
Francisco, Los Angeles und Anaheim. Bussereau verwies insbesondere auf
den Weltrekord des französischen TGV als Erfolg einer Partnerschaft
zwischen ALSTOM, RFF und SNCF und auf die hohe Sicherheit des französischen
Systems.
Dominique
Bussereau wird in Kürze in Washington seinen amerikanischen Amtskollegen
Ray La Hood und die Vorsitzenden der Ausschüsse des Kongresses für
Verkehr treffen.
Frankreich
hat bereits im April 2008 mit den Vereinigten Staaten ein Kooperationsabkommen
(Memorandum of Undestanding, MoU) für die Entwicklung einer Hochgeschwindigkeitseisenbahn
getroffen.
Auch Deutschland und Kalifornien unterzeichneten am 28.08.09 ein Memorandum
of Understanding über eine Zusammenarbeit im Bereich des Hochgeschwindigkeitseisenbahnverkehrs.
Offenbar gibt man sich
dort die Klinke in die Hand (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère
de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et
de la Mer, 17.09.09).
Nationales
Güterverkehrskonzept präsentiert
Der Nationale Entwicklungsplan zeigt Rollende
Landstraßen in Betrieb (violett) und im Bau (violett gestrichelt),
für den Güterverkehr vorgesehene Strecken (rot), europäische
Güterkorridore (orange), mögliche Ausweitungen der Güterkorridore
(gelb), für den Güterverkehr wichtige Regionalgebiete (blau)
und große Güterverkehrsprojekte (rosa).
Die
kürzlich erfolgte Annahme des Gesetzes "Grenelle 1" (Der
LOK Report berichtete) und die Ziele des Gipfels von Kopenhagen vor Augen,
soll in Frankreich ein Neuanfang für einen CO2-armen Güterverkehr
auf der Schiene erfolgen.
Der Marktanteil des umweltfreundlichen Güterverkehrs ist von 42 Prozent
im Jahr 1984 auf nur 14 Prozent im Jahr 2007 gesunken, da für den
Güterverkehr kein ausgewogenes Geschäftsmodell gefunden werden
konnte.
Am 16.09.09 stellten Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für
Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und das Meer, und Dominique
Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, dem Ministerrat den Nationalen
Plan für den Eisenbahngüterverkehr (Engagement
national pour le fret ferroviaire) vor.
Er sieht vor, den nicht per Flugzeug oder Straße beförderten
Anteil des Güterverkehrs bis zum Jahr 2022 von 14 auf 25 Prozent
zu steigern. Ein erster Schritt, der aber durch die wirtschaftliche Krise
erschwert wird, sieht ein Wachstum um 25 Prozent vor, um den Anteil des
Güterverkehrs bis zum Jahr 2012 auf insgesamt 17,5 Prozent zu erhöhen.
Dieses ehrgeizige Programm erfordert vom Staat erhebliche Anstrengungen
zur Unterstützung der Infrastruktur, die sich auf acht Punkte konzentrieren:
• Erstellen eines getakteten Netzes an Rollenden Landstraßen
(Autoroutes ferroviaires);
• Massive Unterstützung des kombinierten Verkehrs;
• Entwicklung regionaler Eisenbahnunternehmen auf Grundlage mittelständiger
Betriebe (PME, Petites et moyennes enterprises, auf deutsch Kleine und
Mittlere Unternehmen, KMU);
• Entwicklung eines Güterverkehrs auf Hochgeschwindigkeitsstrecken
zwischen den Flughäfen (trains blocs express), genannt werden Roissy
Charles de Gaulle, Lyon, Lille, Liège, Amsterdam, Köln-Bonn
und London;
• Erstellen eines vorrangig für den Güterverkehr bestimmten
Netzes (Réseau orienté fret, ROF, Fracht-orientiertes Netz);
• Beseitigung von Engpässen zur Entlastung des nationalen Schienennetzes
(einschließlich Umfahrung Lyon und Strecke zwischen Nimes und Montpellier);
• Verbesserung des Zugangs zu den wichtigsten Häfen;
• Modernisierung der Verwaltung der Betriebsabläufe (verbesserte
Fahrzeiten und Termintreue von Güterzügen) und bevorzugte Priorität
des Güterverkehrs.
Zusätzlich zu den Verpflichtungen des "Grenelle environment"
und des Konjunkturpakets (Contrat de performance) über 13 Milliarden
Euro, erfordert dieses nationale Engagement eine umfassende öffentliche
Investition zugunsten des Schienengüterverkehrs über 7 Milliarden
Euro bis zum Jahr 2020 (WKZ, Quelle Pressemeldung Ministère de
l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de
la Mer, 17.09.09).
SNCF
beteiligt sich an Solarenergieproduzenten
Die SNCF gab am 10.09.09 bekannt, über ihren Investmentfond Eco-Mobilité
Partenaires Anteile vom Produzenten für Solarenergie, Coruscant,
zu erwerben und "Actionnaire de référence" (Großaktionär)
zu werden.
Coruscant,
im Jahr 2007 als Produzent erneuerbarer Energien gegründet, entwickelt
Zentralen solarer Stromerzeugung über Photovoltaikelemente in städtischen
Gebieten. Coruscant finanziert, produziert und vertreibt Auto-Unterstände
und Parkplätze, deren Dächer aus Solarzellen bestehen und der
Produktion von Solarstrom ohne Schaden oder Nutzung von zusätzlichem
Land dienen.
Der von der SNCF im Jahr 2008 gegründete Investitionsfond Eco-Mobilité
Partenaires ist über 15 Millionen Euro datiert und bietet für
innovative Unternehmen im Bereich der Öko-Mobilität finanzielle
Unterstützung über Minderheitsbeteiligungen im Wert von 1 bis
2 Mio Euro (Pressemeldung SNCF, 14.09.09).
Unterzeichnung
der Finanzierungsvereinbarung für die 2. Phase des TGV Est

Jean-Louis Borloo und Dominique Bussereau unterzeichneten am 01.09.09
mit Vertretern der lokalen Behörden der Regionen Champagne-Ardenne,
Lothringen und Elsass, dem Präsidenten des Infrastrukturbetreibers
RFF und Vertretern der Infrastrukturfinanzierungsgesellschaft "L'agence
de financement des infrastructures de transport de France" (AFITF)
die Finanzierungsvereinbarung
für die zweite Phase zum Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Ligne
à grand vitesse) LGV
Est européenne.
Die Minister bekräftigte die Bereitschaft Frankreichs, mit Unterstützung
der Europäischen Union, dem Großherzogtum Luxemburg und lokalen
Behörden die High-Speed-Verbindung zwischen Paris und Straßburg
zu vollenden.
Die Erweiterung der 106 km langen Strecke zwischen Baudrecourt und Vendenheim,
nördlich von Straßburg, führt zu einer Reisezeitverkürzung
um 30 Minuten im Jahr 2016:
• Paris - Strasbourg: 1h50min
• Luxembourg - Strasbourg: 1h25min
• Lille - Strasbourg: 2h55min
• Paris - Stuttgart: 3h20min
• Paris - München: 5h30min
Das
unter dem Zeichen des Umweltgipfels "Grenelle Environnement "
und des Konjunkturpakets "Plan de Relance" stehende Projekt
ist vollständig in die Politik der nachhaltigen Entwicklung der Regierung
eingebunden. Es ist Teil des Programms zum Bau von 2 000 km an Hochgeschwindigkeitsstrecken
bis zum Jahr 2020 und ermöglicht die Schaffung von 6 500 Arbeitsplätzen
während der fünfjährigen Bauzeit:
•
2009 Beginn der Ausschreibungen und Konsultationen mit den beteiligten
Firmen
• Juni 2010 bis 2014: Hoch- und Tiefbau
• 2012 bis Mitte 2015: Bau der Eisenbahninfrastruktur
• Mitte 2015 bis März 2016: Prüf- und Genehmigungsverfahren
für den Betrieb
• März 2016: Aufnahme des kommerziellen Verkehrs (WKZ, Quelle
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de la Mer, 04.09.09).
SNCF
und Eurotunnel erwerben Veolia Cargo
Die SNCF und Eurotunnel haben sich zusammengetan,
um Veolia Cargo, das Schienengüterverkehrs-unternehmen der Veolia-Gruppe,
zu erwerben.
Veolia
Cargo, Europas führender privater Schienengüterverkehrsbetreiber,
hat eine besonders starke Präsenz in Deutschland, Benelux und Frankreich.
Bestehend aus 20 Tochterunternehmen beschäftigt er rund 1.200 Mitarbeiter
und erwirtschaftete im Jahr 2008 einen Umsatz von 188 Mio. €.
Groupe
SNCF wird die Eisenbahnunternehmen mit Sitz in Deutschland, den Niederlanden
und Italien übernehmen, während die Eurotunnel-Gruppe den französischen
Zweig der Veolia Cargo übernimmt (Socorail, Veolia Cargo France,
Veolia Cargo Link und CFTA Cargo).
Die
Transaktion stärkt die Bahnaktivitäten der SNCF in Europa, insbesondere
in den Niederlanden und Deutschland, wo Veolia Cargo der führende
private Betreiber vor allem durch die Tochtergesellschaft Rail4Chem ist.
Pierre
Blayau, Deputy CEO der SNCF und Leiter des SNCF-Geodis Abteilung, sagte:
"Diese Übernahme ist Teil unserer Bemühungen, den Schienengüterverkehr
weiter zu entwickeln, vor allem durch die Intensivierung der internationalen
Beziehungen für grenzüberschreitenden Güterverkehr in Europa.
Zum Beispiel werden wir in der Lage sein, direkte Züge zwischen Rotterdam
und Frankreich anzubieten, um den wachsenden Bedürfnissen unserer
Kunden in diesem Bereich gerecht zu werden."
Die
in Frankreich von Europorte 2, der Schienengüterverkehrs-Tochter
von Eurotunnel, erworbenen Aktivitäten decken ein breites und integriertes
Angebot an Dienstleistungen, einschließlich des nationalen und internationalen
Schienengüterverkehrs, des lokalen Güterverkehr auf Nebenstrecken
und Dienstleistungen für die Industrie ab.
Diese
Aktivitäten ergänzen bestehende Dienste von Eurotunnel und stehen
nicht im Wettbewerb mit diesen. Die neuen Tätigkeiten unterstützen
das geplante Wachstum im Schienengüterverkehr der Gruppe. Im Jahr
2008 erwirtschaftete sie mit einer Belegschaft von ca. 600 Personen einen
Umsatz von rund 50 Mio. €.
Jacques
Gounon, Chairman und CEO von Eurotunnel, kommentierte: "Ich freue
mich sehr, dass unser Angebot, abgegeben in Zusammenarbeit mit der SNCF-Gruppe,
von Veolia ausgewählt wurde. Es ist ein entscheidender Schritt in
der Entwicklung von Europorte 2 und dem nachhaltigen Wachstum der Groupe
Eurotunnel. Aus strategischer Sicht besitzt der Schienengüterverkehr
ein großes Potenzial für die Zukunft, insbesondere im Hinblick
auf umweltbezogene Aspekte. "
Die
Transaktion wird voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen werden,
nach Genehmigung durch die Kartellbehörden (WKZ,
Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 02.09.09).
TGV
mindert Verluste von Fret SNCF
Das 1. Halbjahr 2009 führte dank der guten Entwicklung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs
(TGV) in Frankreich nur zu einer begrenzten Abnahme der Aktivitäten der
SNCF-Gruppe (-4%), wie die Bilanz
der SNCF-Gruppe für das erste Halbjahr 2009 zeigt. Der Umsatzrückgang
gegenüber dem ersten Halbjahr des Jahres 2008 ist durch die guten
Ergebnisse des Fernverkehrs der SNCF in Frankreich (SNCF Voyages), des
Regionalverkehrs (SNCF Proximités, Transilien und TER) sowie der
Infrastruktur (SNCF Infra) aufgefangen werden.
Die operative Marge (EBITDA) der Gruppe ist um 52% auf 566 Mio. EUR gesunken.
Der Nettogewinn des Konzerns lag am 30.06.09 bei -496 Mio. EUR, wovon
-323 Mio EUR auf die Güterverkehrssparte "Fret SNCF" entfielen.
Die negativen Auswirkungen des Abschwungs wurden außerdem durch
die Trägheit der Belastungen und das Fortbestehen struktureller Verluste
verstärkt: das Defizit von Fret SNCF, der Mangel an Mitteln zur Modernisierung
des Regionalverkehrs und Verluste aus bestehenden Verträgen mit dem
Netzbetreiber RFF zur Wartung des Schienennetzes.
Trotz der drastischen Reduktion der Möglichkeiten zur Selbstfinanzierung
hat die SNCF-Gruppe ein Programm von Investitionen über 1,1 Mrd.
EUR in der ersten Jahreshälfte sehr proaktiv verwaltet, was aber
automatisch zu einer Erhöhung der Verschuldung führt.
Guillaume Pepy, präsident der SNCF, erklärt: "Wir haben
im 1. Halbjahr 2009 ein hohes Maß an Investitionen getätigt,
um uns als Amtsträger am Plan zur Wiederbelebung der Wirtschaft zu
beteiligen.
Dieses Engagement setzt in einer Zeit, in der die SNCF stark von der Krise
betroffen ist, unsere Finanzstruktur unter Druck.
Deshalb haben wir nicht alle Anstrengungen unternommen, um unsere Kosten
zu kontrollieren und die strukturellen Probleme des Schienengüterverkehrs,
des Regionalverkehrs oder der Infrastruktur zu lösen. Diese strukturellen
Fragen verringerten unsere Finanzierungsmöglichkeiten um mehr als
500 Millionen EUR in der ersten Hälfte des Jahres 2009.
Die dringende Lösung dieser Herausforderungen ist im Gange. In diesem
schwierigen Kontext bleiben unsere strategischen Ziele erhalten, die SNCF
zu einem der führenden Anbieter für globale Mobilität und
Logistik in einer Branche zu machen, für die immer stärker die
Themen Umwelt und Energie an Bedeutung gewinnen" (WKZ, Quelle Pressemeldung
SNCF, 28.08.09).
Veolia
Transport startet in Verhandlungen zum Verkauf von Veolia Cargo
"Veolia Environnement" kündigte am 31.07.09 exklusive Verhandlungen
der Tochtergesellschaft "Veolia Transport" mit den Gesellschaften
"Transport et Logistique Partenaires" (Groupe SNCF) und "Europort
2" (Groupe Eurotunnel) an, die ein Festangebot zur möglichen
Übernahme von Veolia Cargo abgegeben haben.
Im Rahmen dieses Angebots sollen "Europort 2" den Erwerb der
"Veolia Cargo France" und "Transport et Logistique Partenaires"
die Aktivitäten der Veolia Cargo Deutschland, Benelux und Italien
übernehmen.
"Veolia Transport" wird diese Angebote aufmerksam prüfen.
Nach Anhörung der Vertreter der Mitarbeiter und der Genehmigung der
zuständigen Regulierungsbehörden könnte die Veräußerung
bis Ende des Jahres 2009 erfolgen.
Diese Abgabe würde zu einer Verringerung der Schuldenlast von Veolia
Environnement um 95 Mio. EUR führen (Pressemeldung Veolia Environnement,
05.08.09).
Parlament
beschließt "Grenelle 1" - Fortschritt für drei Bahnprojekte
Unbeachtet von der deutschen Öffentlichkeit, die lieber über
Abwrackprämien diskutiert, hat in Frankreich das Parlament am 23.07.09
endgültig einen vom Gemischten Paritätischen Ausschuss (Commission
mixte paritaire) vorgeschlagenen Text des Gesetzes "Grenelle 1"
beschlossen. Sowohl die Nationalversammlung (Assemblée nationale)
als auch der Senat (Sénat) haben dem Text praktisch ohne Gegenstimme
zugestimmt.
Der Gesetzestext wurde von der Mehrheit der UMP (Union pour un mouvement
populaire) und der Sozialisten (PS) angenommen. Die kommunistischen Abgeordneten
enthielten sich der Stimme, während die Grünen zu viele Zugeständnisse
an die Atomlobby bemängelten und deshalb der Abstimmung fernblieben.
Ab Herbst 2009 ist vorgesehen, unter dem Titel "Engagement national
pour l'environnement" die Umweltbelange des Gesetzes "Grenelle
1" weiter zu konkretisieren und in ein Folgegesetz "Grenelle
2" einzubringen.
Unter dem Umweltgipfel "Grenelle de l'environnement" wurden
seit Mitte 2007 die Vorschläge zur Einbeziehung ökologischer
Gesichtspunkte in die französische Gesetzesgebung entwickelt. Dazu
gehörten der Ausbau des Schienennetzes, neue Hochgeschwindigkeitsstrecken,
die Förderung regionaler Nahverkehrsangebote und die Entwicklung
der "Meeresautobahnen" (siehe Artikel im LOK Report 7/09: "Vier
auf einen Streich").
Schon wenige Tage nach der Annahme des Gesetzes "Grenelle 1 "
zeichnen sich für drei große Projekte des "Grenelle de
l'environnement" und des Plans zur Wiederbelebung der französischen
Wirtschaft (Plan de relance, entspricht unserem Konjunkturpaket) wichtige
Fortschritte ab:
• Am 30. Juli wurde mit dem Protokoll über die Finanzierung
der Hochgeschwindigkeitsstrecke Le Mans - Rennes der Netzbetreiber RFF
zur Ausschreibung der Bauarbeiten als Public-Private-Partnership (PPP)
aufgefordert (Der LOK Report berichtete).
• Am 31. Juli hat das Ministerium eine Gruppierung unter der Führung
von Vinci Concessions aufgefordert, ihr endgültiges Angebot für
das Projekt "CDG Express" (Charles-de-Gaulle Express) abzugeben.
• Ebenfalls am 31.07.09 hat auf Antrag von Jean-Louis Borloo und
Dominique Bussereau der Netzbetreiber RFF die letzte Runde zur Ausschreibung
der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke von Tours nach Bordeaux (LGV
Sud Europe Atlantique) gestartet.
Diese drei Projekte erfordern Investitionen in Höhe von über
12 Milliarden Euro und schaffen rund 50 000 Arbeitsplätze für
fünf Jahre (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie,
de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement
du territoire und andere Quellen, 04.08.09).
Protokoll
zur Finanzierung der LGV Le Mans - Rennes unterzeichnet
Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für Ökologie,
Energie, nachhaltige Entwicklung und das Meer und Dominique Bussereau,
Staatssekretär für Verkehr, haben am 29.07.09 mit Gérard
Lahellec, Vizepräsident der Region Bretagne, Patrick Delpech, Vize-Präsident
der Region Pays de la Loire, Hubert du Mesnil, Präsident von Réseau
Ferré de France (RFF) und den beiden Präfekten der Regionen
das Protokoll
zur Finanzierung der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Ligne à grand
vitesse, LGV) Bretagne - Pays de la Loire unterzeichnet.
Das Protokoll legt die Bedingungen der Finanzierung der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke
zwischen Rennes und Le Mans (182 km) durch die öffentlichen Partner
fest. Die Unterschrift stellt einen Meilenstein im Fortgang dieses Symbolprojekts
unter dem Zeichen des Umweltgipfels "Grenelle Environnement"
und des Plans zur Wiederbelebung der französischen Wirtschaft (Plan
de relance) dar.
Auf der Grundlage dieser Finanzierungsvereinbarung fordern Jean-Louis
Borloo und Dominique Bussereau den Netzbetreiber RFF auf, am 30. Juli
2009 die Ausschreibung zum Bau der Linie zu starten, um die Unterzeichnung
einer öffentlich-privaten Partnerschaft im Jahr 2010 durchführen
zu können.
Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke soll die Fahrzeit
zwischen Paris und Rennes um 37 Minuten verringern, um die Bretagne und
das Pays de la Loire besser an das europäische Hochgeschwindigkeits-netz
anzubinden.
Die nächsten
Ziele des französischen Staates werden die öffentliche Finanzierung
des Projekts "Sud Europe Atlantique", der Hochgeschwindigkeitsstrecke
"Est Européenne" und der Umfahrung von Nîmes und
Montpellier sein. Einen ausführlichen Beitrag über diese Projekte
finden Sie im LOK Report 7/09 (Pressemeldung
Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement
durable et de l'Aménagement du territoire, 30.07.09).
Frankreich:
Zugleitsystem "NexT" soll Verkehr in der Île-de-France
beschleunigen
Im Zusammenhang mit der für das Jahr 2013 geplanten Verlängerung
der RER-Linie E nach Westen in Richtung La Défense und Mantes la
Jolie (Projekt "Est-Ouest liaison express", EOLE) haben der
französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF)
und die SNCF am 27.07.09 Studien über ein "Neues Betriebssystem
Transilien" (Nouveau système d'exploitation Transilien), genannt
"NexT", vereinbart, das die automatische Steuerung und Verwaltung
der Züge im Großraum Paris und der Île-de-France erlauben soll.
Die Funktionen des neuen Systems werden in alle RER- und Transilien-Züge
eingebaut, wobei sie die Interoperabilität mit den Teilen des Netzes,
die noch nicht nachgerüstet sind, gewährleisten. Ihre Umsetzung
wird die Qualität des Zugverkehrs verbessern, insbesondere soll eine
bessere Pünktlichkeit erreicht werden. Die Kapazitäten der einzelnen
Linien sollen um bis zu + 25% erhöht werden. Ziele sind eine Streckenkapazität
von bis zu 40 Zügen pro Stunde und Richtung und eine deutliche Zunahme
der Geschwindigkeit.
Das neue Leitsystem soll dann schrittweise auf weitere Teile des Eisenbahnnetzes
in dichtbesiedelten und hochfrequentierten Bereichen ausgebaut werden.
In der Ile-de-France soll es eine Antwort auf die wachsende Nachfrage
nach öffentlichem Verkehr und die zunehmende Überlastung des
bestehenden Streckennetzes geben.
Zu einem Zeitpunkt, in dem der Staat den Ehrgeiz zur Entwicklung des Projekts
"Grand Paris" im Auge hat und die Region Ile-de-France Pläne
zur erhöhten Mobilisierung darlegt, muss die Infrastruktur erneuert,
modernisiert und ergänzt werden, damit Züge mit vergrößerter
Leistungsfähigkeit, größerer Kapazität und mehr Komfort
eingesetzt werden können. Réseau Ferré de France und
Transilien SNCF wollen mit "NexT" noch besser auf die Erwartungen
der Bevölkerung und die Wünsche der Behörden nach mehr
Zugverkehr eingehen.
Das Projekt setzt die Ziele einer Partnerschaft für den Zeitraum
2009-2012 um, die der Staat, die Aktionäre, die Region und das "Syndicat
des Transports d'Île-de-France (STIF) mit dem Réseau Ferré
de France unterzeichnet haben.
Unverzüglich und parallel zur Entwicklung dieses neuen Systems prüfen
Réseau Ferré de France und SNCF Transilien alle Möglichkeiten
zur Verbesserung der Nutzung des bestehenden Systems (Pressemeldung SNCF,
28.07.09).
Fusion
von Veolia Verkehr und Transdev
Mit der Zustimmung ihres Investment Committees hat die Caisse des Dépôts
(CDC, Depositenkasse) am 23.07.09 beschlossen, in exklusive Verhandlungen
mit der Veolia Environnement im Hinblick auf die Zusammenlegung von Transdev
und Veolia Transport zu treten. Die geplante Fusion soll die Schaffung
eines neuen 50/50-Unternehmens erlauben, eines weltweit führenden
Unternehmens im öffentlichen Personenverkehr, das beste Qualität
und Service für die lokalen Behörden anbietet.
Der Verkehrssektor befindet sich als Reaktion auf zahlreiche Faktoren
radikal im Wandel, dazu zählen ein verstärkter Personenverkehr,
der als Folge des städtischen Wachstums und der Anforderungen einer
nachhaltigen Entwicklung mehr Investitionen benötigt, die Konzentration
bei den Anbietern und der zunehmende Wettbewerb.
Die geplante Fusion wird neue Chancen für die beiden Unternehmen
durch die Bündelung ihrer Stärken und die Nutzung ihres jeweiligen
Know-how erlauben. Das Projekt wird so zu einem globalen Marktführer
im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs, mit rund 8 Mrd.
€ Pro-forma-Umsatz und 130.000 Beschäftigten. Es wird sich durch
die gute geografische Aufteilung zwischen beiden Partnern sowie über
die leistungsfähige Entwicklung von Synergien zwischen ihnen auszeichnen.
Das Vorhaben würde in Form einer Fusion zwischen der Veolia Transport
und Transdev stattfinden, an der die Caisse des Dépôts und
Veolia Environnement jeweils 50% besitzen. Diese Parität soll nach
der Analyse und Bewertung der beiden Unternehmen durch die anschließende
Anpassung der finanziellen Strukturen erreicht werden. Es ist geplant,
das neue Unternehmen an die Börse zu bringen, sobald die Marktbedingungen
dies zulassen.
Die geplante Fusion bedarf einer endgültigen Vereinbarung unter dem
Vorbehalt der Zustimmung durch die Regulierungsbehörden. Die Fusion
läuft ab unter Zustimmung der RATP, die 25,6% der Transdev besitzt
(WKZ, Quelle Veolia, 27.07.09).
Eurotunnel
will Veolia Cargo France kaufen
Wie die Groupe Eurotunnel SA auf der Bilanzpressekonferenz
für das erste Halbjahr 2009 bekannt gab, ist man bestrebt, durch
die Übernahme eines Güterverkehrsbetreibers auf dem aus Umweltgründen
zukunftsträchtigen Marktsement des Güterverkehrs weiter zu wachsen.
Die Tochter Europorte 2 war die erste private Einrichtung, die im Februar
2004 eine Eisenbahn-Betreiber-Lizenz in Frankreich erhielt und im Jahr
2008 insgesamt 2718 Güterzüge fuhr und die Traktion für 847 Züge
durch den Ärmelkanal-Tunnel übernahm.
Groupe Eurotunnel hat sich nun an der Ausschreibung für den Kauf der Tätigkeiten
der französischen Töchter der Veolia Cargo (Veolia Cargo France,
CFTA Cargo, Veolia Cargo Link und Socorail) beteiligt, bei denen ein Umsatz
von rund € 50 Mio. im Jahr 2008 angefallen ist. Dieses Projekt wird in
Verbindung mit einer Tochtergesellschaft der SNCF-Gruppe durchgeführt,
die Angebote für die deutschen, niederländischen und italienischen
Tochterunternehmen der Veolia Cargo abgegeben hat.
Diese Transaktion wäre das erste Projekt externen Wachstums für
Groupe Eurotunnel, das durch die 2007 erfolgte finanzielle Umstrukturierung
ermöglicht wurde. Sie soll die Entwicklung der Kerngeschäfte von
Eurotunnel vorantreiben und gleichzeitig einen Beitrag zur Erhaltung unserer
Umwelt leisten (WKZ, Quelle Eurotunnel, 27.07.09).
SNCF
kündigt Vertrag mit Sicherheitsdienst Vigimark
Nachdem bekannt wurde, dass der französische Sicherheitsdienst "Vigimark
Surveillance" 150 illegale Einwanderer ("travailleurs sans-papiers")
schwarz bezahlt und unter unwürdigen Umständen in Sicherungsaufgaben
für die SNCF als Wachleute auf dem Bahnhof Saint-Lazare und den Bahnhöfen
der Pariser RER-Linien C und D arbeiten ließ, hat
die SNCF den Vertrag mit Vigimarc am 17.07.09 gekündigt.
Die Vorwürfe
der Gewerkschaft Sud-Rail besagen, dass die illegalen Einwanderer
seit Oktober 2008 für 1300 Euro im Monat bis zu 17 Stunden hintereinander
gearbeitet hätten. Nach einem Treffen am 08.07.09 zwischen SUD-Rail,
und den Vertretern der "Sans-Papiers", des Ministerkabinetts
(M. Supplisson), der Präfektur der Polizei von Paris (M. Julliard) und
der Leitung der SNCF (M. Nogué DRH) haben alle Parteien ihre Bereitschaft
erklärt, Verantwortung für die illegalen Einwanderer zu übernehmen,
die den Mut hatten, aus der Illegalität auszutreten.
Der Sicherheitsdienst Vigimark sieht sich einer
medialen Kampagne seitens der Arbeitnehmer, der Gewerkschaft und der SNCF
ausgesetzt und bestreitet die Vorwürfe. Die illegalen Einwanderer
seien nicht durch Vigimark selbst eingestellt, sondern im Jahr 2005 den
gesetzlichen Bestimmungen gemäß von der SNCF übernommen
worden (WKZ, Pressemeldungen Sud-Rail, SNCF, Vigimark, 20.07.09).
Zulassung
für TRAXX F 140 MS Version KL
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public
de Sécurité Ferroviaire) erteilte am 03.07.09 die Genehmigung
zur Zulassung der Lokomotiven des Typs TRAXX F 140 MS Version KL von Bombardier
Transportation GmbH auf dem französischen Netz, die auch bereits
für den Verkehr auf der Infrastruktur in Deutschland zugelassen sind.
Die Genehmigung beruht auf der Anwendung des Abkommens zur gegenseitigen
Anerkennung von Fahrzeugzulassungen zwischen den beiden Ländern,
einschließlich der notwendigen Anpassungen für die Fahrt auf den
Netz des RFN, wie zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen, Konfiguration
des elektrischen Systems für 25 kV 50 Hz und 1,5 KV Gleichstrom und
neuer Stromabnehmer für 1,5 KV (WKZ, Pressemeldung EPSF, 13.07.09).
Sekretariat
zur Trassierung der LGV PACA konstituiert
Jean-Louis Borloo (Staatsminister und Minister für Ökologie,
Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung) und Dominique Bussereau
(Staatssekretär für Verkehr) hatten am 11.02.09 Yves Cousquer
(Leitender Ingenieur im Tiefbauamt) beauftragt, mit den beteiligten Partnern
ein Sekretariat zur Planung der Hochgeschwindigkeitsstrecke Provence-Alpes-Côte
d'Azur (LGV PACA) einzurichten, die noch vor dem Jahr 2020 in Betrieb
gehen soll.
Die Zusammensetzung dieses Sekretariats ist wie folgt:
• Michel VAUZELLE, Präsident der Region Provence-Alpes-Côte
d'Azur;
• Eric CIOTTI, Präsident des Generalrats Alpes-Maritimes;
• Horace LANFRANCHI, Präsident des Generalrats Var;
• Jean-Noël GUERIN, Präsident des Départements
Bouches-du-Rhône;
• Jean-Claude GAUDIN, Bürgermeister von Marseille;
• Eugène CASELLI, Präsident der Communauté urbaine
de Marseille;
• Maryse JOISSAINS-MASINI, Abgeordneter des Departements Bouches-du-Rhône;
• Hubert FALCO, Staatssekretär für Verteidigung und Kriegsveteranen
und Präsident der Toulon Métropole Méditerranée;
• Christian ESTROSI, Minister für Industrie und Bürgermeister
von Nizza (Pressemeldung ÖBB, 02.07.09).
AGC
"bibi" soll Brest mit Quimper und Nantes verbinden
 
Verabschiedung eines Vorboten AGV "bibi" zur durchgehenden Zugverbindung
Brest - Nantes am 10.06.09. Zweigleisiger Ausbau der Strecke Brest - Quimper
hinter Dirinon und Begradigung der Kurven zwischen Châteaulin und
Quimper.
Vor genau einem Jahr haben Vertreter des Generalrats (Conseil General)
des Départements Finistère und des Regionalrats (Conseil
Regional) der Region Bretagne ein Protokoll zur Entwicklung der Eisenbahn
in der Bretagne unterzeichnet: Beide Teilnehmer verpflichten sich zur
Erhöhung der Zugdichte im TER-Regionalverkehr zwischen Brest und
Quimper (von sechs auf zwölf Züge/Tag), zur Verringerung der
Fahrzeiten bis 2013 auf unter eine Stunde und zur Einführung direkter
Zugverbindungen Brest - Quimper - Nantes ab 2010 mit der Inbetriebnahme
der Hybridzüge AGC "bibi" von Bombardier, die die Abschnitte
Brest - Quimper mit Diesel und Quimper - Nantes mit Elektrotraktion befahren
können.
Während nun die ersten Studien zur Modernisierung der Infrastruktur
vom Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) vorliegen,
haben Jean-Yves Le Drian (Präsident des Regionalrats), Pierre Maille
(Präsident des "Conseil général du Finistère"),
Jean-Pierre Farandou (Generaldirektor SNCF Proximité) und Jean
Bergé (Präsident von Bombardier Transportation France) am
10. Juni in Brest in Anwesenheit von François Cuillandre (Präsident
Brest métropole Océane) und Bernard Poignant (Präsident
Quimper Communauté, Iroise), den ersten Zug zwischen Brest und
Lorient als Vorboten der Verbindung Brest - Quimper - Nantes abgefertigt.
Die Arbeiten an der Infrastruktur in Höhe von 60 Mio. € (davon
sind 25,5 Mio. € von der Region und 25,6 Mio. € von den Gemeinden
zu tragen) beinhalten bis Ende 2013:
• Doppelspurausbau auf einer Strecke von 13 km im Bereich Irvillac
zur Kreuzung der Züge bei voller Geschwindigkeit.
• Begradigung von zehn Kurven zwischen Châteaulin und Quimper
zur Erhöhung der Geschwindigkeit auf 140 km/h.
Ferner soll die Inbetriebnahme von neun Hybridzügen AGC "bibi"
das Reisen zwischen Brest und dem Süden der Bretagne ohne Umsteigen
in Quimper angenehmer machen (WKZ, Pressemeldung Region Bretagne, 23.06.09).
Multimodales
Projekt Eurorennes

Intermodaler Anschluss des Regionalverkehrs an die
Hochgeschwindigkeitsstrecke in Rennes..
Angesichts der zu erwartenden Zunahme des Verkehrs in Zusammenhang mit
dem Projekt "Bretagne Grande Vitesse" (Hochgeschwindigkeitsanbindung
der Bretagne), soll ein Zentrum für den multimodalen Verkehr bis
zum Jahr 2025 den Zugang der regionalen Verkehrsträger an die Hochgeschwindigkeitsstrecke
in Rennes erleichtern. Am 17.06.09 wurde der Vertrag zwischen dem Staat
und den acht Partnern der Region Bretagne (Contrat de projets État-Region,
CPER) zur Partnerschaft bei der Durchführung und Überwachung
des Projekts "Eurorennes
" geschlossen.
Die Anlage "EuroRennes" stellt eine Zone konzertierter Planung
(Zone d'aménagement concerté, ZAC) dar. Die zur Zeit im
Bau befindliche Hochgeschwindigkeitsstrecke LGV Bretagne - Pays de la
Loire soll ca. 2014 die Stadt Rennes erreichen. Bis zum Jahr 2025 soll
hier zur Anbindung des Nahverkehrs (Eisenbahn, Stadt- und Fernbusse) in
einem intermodalen Schwerpunkt für Handel und Stadtentwicklung gebündelt
werden.
Der Zeitplan zur Entwicklung des Verkehrsknotens Eurorennes sieht vor:
• 2010: Unterzeichnung eines "Contrat de Pôle",
der die Perimeter zum Bau des Projekts und der Kosten und Erlöse
im wirtschaftlichen Betrieb regelt.
• Ende 2014: Inbetriebnahme der ersten Stufe EuroRennes zeitgleich
mit der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV) Bretagne
- Pays de la Loire (siehe LOK Report 7/09) und Schaffung der TER-Anbindung.
• Ende 2018: Inbetriebnahme und Anschluss der U-Bahnlinie B (WKZ,
Pressemeldung Rennes Métropole, 23.06.09).
Gemeinnützigkeitserklärung
für LGV Tours - Angoulême
Abschnitte
der LGV Sud-Europe-Atlantique. Grafik aus LOK Report 7/09.
Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für Ökologie,
Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung, und Dominique Bussereau,
Staatssekretär für Verkehr, haben am 06.06.09 mit dem Premierminister
François Fillon die "Verordnung zur Gemeinnützigkeit
und vordringlichen Durchführung" (décret déclarant
d’utilité publique et urgents) des Abschnitts Tours - Angoulême
der Hochgeschwindigkeitsstrecke Sud-Europe-Atlantique (LGV SEA) unterzeichnet.
Diese Gemeinnützigkeitserklärung ist eine Voraussetzung zum
Beginn der Bauarbeiten, deren Finanzierung im Zusammenspiel mit den betroffenen
Gebietskörperschaften erfolgen soll.
Die Neubaustrecke SEA besteht aus einem zentralen Abschnitt Tours - Bordeaux
und den drei anschließenden Ästen Bordeaux - Toulouse, Bordeaux
- Spanien und Poitiers - Limoges. Sie erfordert Investitionen in Höhe
von rund 16 Mrd €. Die Neubaustrecke ist Teil des durch den Runden
Tisch "Grenelle de l'Environnement" vorgegebenen Schwerpunktprogramms
zum Bau von 2000 km neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken bis zum Jahr 2020.
Den mittlere Abschnitt der Neubaustrecke SEA ist die Fortsetzung der Hochgeschwindigkeitsstrecke
zwischen Paris und Tours. Er sieht den Bau der 302 km langen neuen Strecke
zwischen Tours und Bordeaux und der Anschlüsse an das bestehende
Netz mit Kosten von 7,1 Mrd € vor. Der erste Abschnitt von 121 km
zwischen Bordeaux und Angoulême hat bereits am 18. Juli 2006 die
Gemeinnützigkeit bestätigt bekommen.
Die Realisierung des mittleren Abschnitt Tours-Bordeaux soll die Fahrzeit
zwischen Paris und Bordeaux um 50 Minuten senken. Der Bau der Neubautrasse
wird außerdem neue Kapazitäten auf der bestehenden Strecke
für die Entwicklung der Fracht- und TER-Verkehrs schaffen.
Einen ausführlichen
Artikel zu den Neubauprojekten in Frankreich finden Sie in LOK Report
7/09 (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de
l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement
du territoire, 16.06.09).
Erweiterte
Sicherheitsbescheinigung für Cola Rail
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public
de Sécurité Ferroviaire) erteilte am 25. Mai 2009 eine erweiterte
Sicherheitsbescheinigung für das Eisenbahnunternehmen Colas Rail. Diese
Bescheinigung ersetzt die vorherige Bescheinigung und ermöglicht eine
Erweiterung der verkehrsmäßig erschlossenen Strecken sowie
die Beförderung von Gütern aller Art, mit Ausnahme von gefährlichen Gütern
(WKZ, Pressemeldung EPSF, 01.06.09).
SNCF
und RZD unterzeichnen Vereinbarung zur Zusammenarbeit
Eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit der französischen und russischen
Bahnen wurde von Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, und Vladimir
Yakounine, Präsident der russischen Eisenbahn (RZD), am 28. Mai in
Sotschi in Russland unterzeichnet.
Die vorrangigen Maßnahmen für die Zusammenarbeit betreffen
mehrere Bereiche, darunter:
• Fahrscheindistribution;
• Ausbildung russischer Eisenbahner;
• Entwicklung des Gütertransports per Bahn, insbesondere für
die Automobilindustrie zwischen Europa, Russland und Asien;
• Zusammenarbeit im Bereich der Organisation und Verwaltung der
Bahnhöfe, beispielsweise durch die Einrichtung von Partnerschaften
zwischen russischen und französischen Bahnhöfen und die Ausbildung
der Bahnhofsvorstände;
• Zusammenarbeit im Bereich des Hochgeschwindigkeitsverkehrs, insbesondere
bei der Durchführung der künftigen Hochgeschwindigkeitslinie
zwischen Moskau und St. Petersburg.
Die Eröffnung einer Repräsentanz der SNCF in Moskau im vergangenen
März ist als Zeichen für den Willen zu sehen, neue Ziele der
Zusammenarbeit zwischen der SNCF und RZD zu entwickeln (WKZ, Pressemeldung
SNCF, 29.05.09).
Neue
Wohlfühl-Toiletten für den TGV
Neue Designkollektionen Herbes sèches (Trockenrasen),
Ruban d’eau (Wasserband), Galets (Kies) und Salle de Bain (Badesaal)
in den TGV-Toiletten. Fotos SNCF.
Um den legitimen Erwartungen der Reisenden gerecht zu werden, lässt
die SNCF im TGV die Toiletten neu gestalteten. So soll die visuelle und
sensorische Wahrnehmung verbessert werden. Ab Mai 2009 werden ein neues
Farbdesign und neue Funktionen in den Toiletten von 40 den Südosten
Frankreichs anbindenden TGV Duplex-Zügen für eine Wohlfühl-Stimmung
sorgen. Insgesamt sollen 108 TGV-Züge bis Ende 2010 umgestaltet werden,
also 1/4 der TGV-Flotte.
Diese Initiative ist das Ergebnis der Erprobung "Créatoilettes"
im Jahr 2008: in einem TGV wurden sechs unterschiedliche Dekorationen
während vier Monaten getestet: Düfte, Licht, Musik, und Farbkombinationen.
Dieser Test steigerte die Zufriedenheit der Reisenden in einer Bewertungsskala
von 14/20 auf 11/20.
Angesichts dieser positiven Ergebnisse werden 600 Toiletten im Jahr 2009
neu ausgestattet, bis 2010 sollen es insgesamt 1400 sein.
Einige Konstruktionsmerkmale wurden geändert, um die Nutzung der
Toiletten zu verbessern:
• Verlagerung der Kleiderhaken über dem WC zur Tür, damit
keine in den Taschen der Kleidung abgelegten Handys mehr in die Toilette
fallen können.
• Nicht blockierende Rollen für das WC-Papier
• Verwendung eines neuen Seifenschaums
• Duftendes Desodorierungsmittel
• Verbesserung der Beleuchtung durch Ersatz der gelben mit weißen
Leuchten.
Die Neuerungen werden auch auf den Corail Intercity "Vivatoilettes"
im Jahr 2009 sowie später auf den Toiletten von Corail Téoz
und TGV Lyria übernommen.
Der Haushalt Reinigung für den TGV umfasst ein Investitionsvolumen
von 58 Mio. € pro Jahr bei einer Belegschaft von 2000 Personen, die
eine systematische Reinigung der TGV-Züge vor der Abfahrt (20 Minuten
mit einem Team von 12 Personen pro TGV) als auch auf langen Fahrten wie
zum Beispiel zwischen Rennes und Le Mans und von Bordeaux nach Dax erfordern
(WKZ, Quelle Pressemeldung SNCF, 21.05.09).
Ausschreibung
für die "Autoroute ferroviaire atlantique" gestartet
Frankreich hat am 6. Mai die öffentlichen Aufforderung zur Einreichung
von Bewerbungen für die "Autoroute ferroviaire atlantique"
im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.
In Anlehung an das Hochgeschwindigkeitsprojekt »Sud Europe Atlantique«
soll ab dem Jahr 2010 die »Autoroute ferroviaire atlantique« vom Süden
Aquitaniens bis zur Ile-de-France und weiter nach Norden bis zum Departement
»Pas-de-Calais« in Betrieb gehen. Langfristig kann dieser Dienst im Süden
bis über die spanische Grenze hinaus verlängert werden.
Zwei Streckenvorschläge sind zwischen Poitiers und Bordeaux im Gespräch,
einer über Niort und Saintes und eine östliche Variante über Ruffec und
Coutras.
Schlusstermin für den Eingang der Bewerbungen ist der 26. Juni 2009.
• Avis
d’appel public à candidatures paru au Bulletin Officiel des
Annonces des Marchés Publics
•
Avis
d’appel public à candidatures paru au Journal Officiel de
l’Union européenne (WKZ, Pressemeldung Ministère
de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et
de l'Aménagement du territoire, 18.05.09).
Absichtserklärung
zur Fahrzeugzulassung zwischen Frankreich und Spanien
Zwei Absichtserklärungen zur gegenseitigen Anerkennung von Zulassungen
für Schienenfahrzeuge (Lokomotiven, konventionelle und Hochgeschwindigkeitspersonenwagen,
sonstige Wagen) wurden zwischen dem Generaldirektor der EPSF, Michel Aymeric
und dem Generaldirektor von Ferrocariles, Luis Santiago Perez, unterzeichnet.
Diese neuen Regelungen erleichtern und verkürzen die Genehmigungsverfahren
für Antragsteller und tragen dazu bei, den Marktzugang für die
Betreiber in beiden Ländern zu erleichtern (Pressemeldung Établissement
public de sécurité ferroviaire, 15.05.09).
Bombardier
liefert Nahverkehrszüge für die RER-Linie A in Paris
Ein Konsortium aus Alstom und Bombardier hat vom französischen Nahverkehrsbetreiber
Régie Autonome des Transports Parisiens (RATP) die offizielle Bestätigung
für einen Auftrag zur Lieferung von 60 Zügen für den Großraum Paris erhalten.
Die Order war bereits am 08. April 2009 verkündet worden. Der Auftrag
über die 60 Züge hat einen Wert von ungefähr 842 Millionen Euro (1,1 Milliarden
US-Dollar). Als Mitglied des Konsortiums ist Bombardier für rund ein Drittel
des Projektes zuständig; der Anteil beläuft sich auf ungefähr 286 Millionen
Euro (386 Millionen US-Dollar).
Bombardier Transportation wird die drei Mittelwagen der jeweils fünfteiligen
Züge liefern. Insgesamt sind dies 180 Wagen. Entwicklung und Montage erfolgen
im französischen Bombardier-Werk Crespin in der Region Valenciennes. Die
Vorstellung des ersten Zuges ist für Dezember 2010 vorgesehen.
Von den neunziger Jahren bis zum Jahr 2000 hat dasselbe Konsortium die
MI2NNahverkehrszüge entwickelt und gebaut. Diese Konstruktion bildet die
Basis des neuen Zuges; dieser wird sich auszeichnen durch eine erweiterte
Kapazität, höhere Leistung und eine umweltfreundliche Technologie.
Jean Bergé, President von Bombardier Transport in Frankreich, sagte: „Bombardier
freut sich sehr über die Beteiligung an der Entwicklung und Produktion
dieses Projektes. Gemeinsam mit Alstom und der RATP entsteht auf Basis
des MI2N ein Zug der neuen Generation. Der MI09 zeichnet sich durch viele
zusätzliche Ausstattungsmerkmale aus.“ (Pressemeldung Bombardier, 12.05.09).
800
Millionen Euro zur Verdoppelung der Nahverkehrslinien
Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister für Ökologie,
Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumplanung hat am 30.04.09 zusammen
mit Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, Hubert
Falco, Staatssekretär für Raumordnung, und Fadela Amara, Staatssekretärin
für die Politik der Städte, in Anwesenheit der Abgeordneten
der betroffenen kommunalen Körperschaften 50 Projekte für einen
nachhaltigen städtischen Nahverkehr in 36 Agglomerationen außerhalb
der Ile-de-France vorgestellt, die vom Staat zwischen 2009 und 2011 gefördert
werden:
• Erweiterung der Metro in Marseille und Lyon;
• Erweiterung der Straßenbahnnetze wichtiger regionaler Städte;
• Projekte für neue Straßenbahnnetze;
• Projekte für Busnetze mit hohem Serviceniveau (bus
à haut niveau de service, BHNS);
• Seilbahnprojekt in Grasse.
Ein Netz von 215 km an Straßenbahnlinien und 150 km an BHNS-Linien
wird davon schon in den nächsten Jahren in Betrieb gehen.
Diese Projekte gliedern sich in den Prozess zur Förderung der nachhaltigen
Stadt im Rahmen des rundes Tisches "Grenelle Environnement"
(Grenelle der Umwelt) ein und entwickelten sich aus einer Aufforderung
zur Einreichung von Vorschlägen im Oktober 2008. Ein zweiter Aufruf
zur Einreichung von Projekt-vorschlägen soll im Jahr 2010 erfolgen.
Jean-Louis Borloo kündigte - wie in den Vereinbarungen zum "Grenelle
Environnement" vorgesehen - die Rückkehr zur finanziellen Beteiligung
des Staates in Höhe von 800 Mio. € als Hilfe für die Kommunen
bei der Umsetzung der nachhaltigen Ziele an. Es handelt sich um eine nie
dagewesene finanzielle Anstrengung des Staates zugunsten des öffentlichen
Nahverkehrs.
"Dank dieser massiven Unterstützung des Staates können
Arbeiten im Wert von etwa 6 Milliarden Euro innerhalb der nächsten
drei Jahre durchgeführt werden, um ein 365 km langes Streckennetz
für neue Verkehrsmittel zu bauen, was einer Verdoppelung des bestehenden
Netzes entspricht. Die neuen Linien im Rahmen nachhaltiger Transportsysteme
(Transport
en Commun en Site Propre, TCSP) werden, nicht zu vergessen, wahrhaftige
Linien des Lebens werden", sagte Staatsminister Jean-Louis Borloo.
Weitere Informationen:
•
Übersicht
über die Projekte
• Dossier
de presse (WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie,
de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement
du territoire, 04.05.09).
Sarkozy
präsentiert Projekt Grand Paris
 
 
Das Projekt "Grand Paris" beinhaltet
eine automatische Metro (130 km, rot), den Interconnexion TGV (violett),
neue ergänzende Nahverkehrsprojekte (grün) und den Ausbau des
Straßennetzes (gelb). Für die gelb markierten Zentren sollen
von zehn Architekturbüros Entwürfe für die Vorstädte
von morgen entworfen werden, deren Modelle im Pariser Architekturmuseum
ausgestellt sind. Einige dieser Entwürfe zeigen die Fotos unten.
Grafiken Präsident der Republik.
Am Mittwoch, dem 29. April, präsentierte der Präsident der Republik,
Nicolas Sarkozy, den Entwurf
des Projekts "Grand Paris" (Groß-Paris, Dateigröße
21 MB) in Anwesenheit von Jean-Louis Borloo, Staatsminister und Minister
für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung,
und Christian Blanc, Staatssekretär für Groß-Paris.
"Unter
den entscheidenden Anstoß des Präsidenten der Republik ist
Grand Paris nun ein ein ehrgeiziges und innovatives Projekt geworden.
Es ist nicht nur das größte städtebauliche Projekt zu
Beginn des 21. Jahrhunderts, sondern auch der Inbegriff für ein neues
Projekt, das übergreifend sozial verbindende, umweltschonende, energiesparende
und die Lebensqualität erhöhende Maßnahmen vereint",
sagte Jean-Louis Borloo bei dieser Gelegenheit.
Die Minister begrüßten die Bestätigung des Projekts durch
den Präsidenten der Republik, die angekündigte Umsetzung innerhalb
kürzester Zeit, und die große Anzahl der im Projekt enthaltenen
Projekte für den Verkehr:
• Verlängerung der RER-Linie E nach Westen und der Linie 14,
• Bau des CDG Express zwischen Paris und dem Flughafen Roissy,
• Pläne zur Verbesserung der RER-Linien A, B, C und D,
Die Teams "Verkehr" des Ministeriums, die für die technische
Umsetzung und Praxis dieser Projekte zuständig sind, stehen bereits
in enger Zusammenarbeit mit den Abgeordneten (Pressemeldung
Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de
l'Aménagement du territoire, 01.05.09).
Francilien
auf Testfahrt in Wildenrath
Ein erster Zug des Francilien befand sich am 23. und 24.04.09 zu Testfahrten
auf dem Versuchsgelände Wildenrath (Deutschland). Auf dem Programm
standen Versuche mit Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h, Bremsprüfungen
und Lärmmessungen.
In der letzten Woche konnten Christian Cochet, Direktor von "Transilien
SNCF", und Serge Mery, Präsident des Verbandes "Syndicat
des transports d'Ile-de-France", vor Ort den Fahrten des neuen Zugs
der Ile-de-France beiwohnen. Nach der Zulassung im Herbst dieses Jahres
soll der Zug im Dezember auf der Strecke Paris-Nord - Luzarches (Linie
H) in Betrieb gehen.
Die Lieferung von 172 Zügen ermöglicht es, alle alten Züge
(genannt die "kleinen grauen", "petits gris") in der
Ile-de-France bis Ende 2012 zu ersetzen. Der Francilien wird gemeinsam
von der SNCF und dem STIF beschafft.
Ein Video der Testfahrten gibt es auf der Seite
des Transilien (WKZ, Pressemeldung Transilien, Foto SNCF, 30.04.09).
Trasse
für die südliche Umfahrung Lyon festgelegt
Trasse "Plaine des Heyrieux-Sibelin Nord"
der südlichen Umfahrung von Lyon (orange). Strecken mit TGV-Betrieb
sind rot gekennzeichnet, Hochgeschwindigkeitsstrecken weiss. Grafik: LOK
Report Europa Reiseführer.
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat nach ausführlichen
Konsultationen mit den regionalen Administrationen beschlossen, die 21
km lange Trasse "Plaine des Heyrieux-Sibelin Nord" zur südlichen
Eisenbahnumfahrung von Lyon (contournement ferroviaire de l’agglomération
lyonnaise, CFAL) zu fördern. Die südliche Eisenbahnumfahrung
soll im Jahr 2019 in Betrieb gehen.
Auf einer breit angelegten Konsultation mit den lokalen Entscheidungsträgern
wurden insgesamt sieben mögliche Trassen in Erwägung gezogen.
Über die Wahl dieser Trassen gab es starke Proteste der betroffenen
Anwohner.
Die nun zur Auswahl gestellte Variante erfüllt die vorgegebenen Bedingungen
am besten:
• Transport des gesamten Transit- als auch regionalen Güterverkehrs,
• Möglichkeit des weiteren Ausbaues des öffentlichen Personennahverkehrs
auf den bestehenden Eisenbahnstrecken,
• Eisenbahnanschluß der großen Industrie- und Logistikzentren
im Süden des Areals Lyon,
• Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgung der Agglomerationen
des Departements "Loire" und des Ostens der Region "Rhône-Alpes".
Dominique Bussereau hob hervor, dass die gewählte Trasse die geringsten
Auswirkungen auf das Stadtbild haben wird und die beste Integration in
die bestehende Infrastruktur bietet. Der Staatssekretär für
Verkehr forderte, dass die vom Netzbetreiber Réseau Ferré
de France auszuarbeitenden Planungen nur geringe Auswirkungen auf die
Umwelt beinhalten sollen.
Zur Begleitung der absehbaren Zunahme des Eisenbahnverkehrs auf den bestehenden
Eisenbahnstrecken hat Dominique Bussereau die Einrichtung eines speziellen
Ausschusses unter dem Vorsitz des Präfekten der Region für die
Entwicklung eines geeigneten Programms zur Bekämpfung der Lärmbelästigung
auf den bestehenden Eisenbahnstrecken im Rhône-Tal angekündigt.
Weitere Informationen:
• L'option
Plaine d'Heyrieux - Sibelin Nord retenue
• Karte
der sieben Trassenvorschläge
• Contournement
ferroviaire de Lyon: les tracés de la colère (WKZ, Quelle Pressemeldung
Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement
durable et de l'Aménagement du territoire, 23.04.09).
Frankreich/Großbritannien:
Eurotunnel und Eurostar leiden weiter unter den Tunnelbrand
Während des ersten Quartals 2009 litt Eurotunnel weiter unter den
Folgen des Brandes vom September 2008. Die Nichtverfügbarkeit des
Tunnelabschnitts "Intervall 6" im Ärmelkanal-Tunnel beeinträchtigte
den Shuttle-Verkehr bis zur Wiederaufnahme der vollen Transportleistung
Anfang Februar 2009 (Der LOK Report berichtete). Die Betriebsbedingungen
wurden daher für acht der dreizehn Wochen des ersten Quartals negativ
beeinflusst.
In diesem Zusammenhang verringerte sich der LKW-Shuttle-Verkehr um 55%
gegenüber dem ersten Quartal 2008, der Pkw-Transport um 29% und die
Passagierzahlen für den Eurostar um 12%. Es sei jedoch erwähnt,
dass das erste Quartal 2008 (im Gegensatz zum gleichen Zeitraum im Jahr
2009) auch das Oster-Wochenende, einen zusätzlichen Tag im Februar
und verschiedene Streiks und Störungen der Fährdienstbetreiber
enthielt.
Die operativen Erträge im ersten Quartal 2009 beliefen sich auf insgesamt
EUR 116 Mio., 34% niedriger als im ersten Quartal 2008. Im ersten Quartal
2009 erhielt Eurotunnel allerdings EUR 29 Mio. an Versicherungszahlungen
als Ausgleich für die durch den Brand verursachten Verluste. Der
Gesamtumsatz beträgt daher € 144,6 Mio., was einem Rückgang
von 18% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr entspricht.
Auch die Bilanz von Eurostar war im ersten Quartal 2009 noch vom Tunnelausfall
betroffen. Der Betreiber der Hochgeschwindigkeitszüge von Frankreich
und Belgien nach Großbritannien verzeichnete im ersten Quartal 2009
einen Umsatz von 168,1 Millionen Pfund Sterling, was einem Rückgang
von 5,8% im Vergleich zum gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr entspricht
(Umsatz von 178,5 Millionen im Jahr 2008). Die Zahl der Reisenden sank
auf 1,92 Millionen, dies ist ein Rückgang um 11,5% im Vergleich zum
Vorjahr (2,17 Mio. im Jahr 2008).
Mit der Wiederstellung der zweiten Tunnelröhre konnte Eurostar eine
Pünktlichkeit von 96% erreichen, während die Fluggesellschaften
auf den Strecken Paris - London und London - Brüssel im Durchschnitt
nur Werte um die 79% erreichen (WKZ,
Pressemeldungen Eurotunnel und Eurostar, 20.04.09).
Verbesserung
des Eisenbahnanbindung der Region Basse-Normandie
Anbindung der Normandie an Paris über die Strecken
Paris - Cherborg und Paris - Granville. Grafik LOK Report Reiseführer
2008/2009.
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat am Montag,
6. April, in Caen einen Plan zur Verbesserung der Schienenanbindung der
Region
Basse-Normandie vorgestellt:
•
Erhöhung der Kapazität und Qualität der Strecke Paris -
Caen - Cherbourg durch Investitionen in Höhe von 4 Mrd. Euro in die
Schaffung einer neuen Strecke zwischen Mantes und Nanterre (bei Paris)
für direkte Züge von Paris Saint-Lazare in die Normandie und
der Schaffung zweier Umfahrungen bei Bernay und Evreux. Die Studien für
dieses Projekt werden in diesem Jahr gestartet, so dass die öffentlichen
Anhörungen im Jahr 2011 beendet sein können, das Projekt wird
um 2020 fertiggestellt sein. Ein erster Schritt zur Erhöhung der
Kapazität wird bis 2015 erfolgen, dazu werden in Mantes, Poissy und
La Défense für 240 Millionen Euro die Strecken ausgebaut.
•
Auf der Strecke Paris - Granville erfolgt die Erneuerung des rollenden
Materials, zwischen Argentan und Folligny wird der zweigleisige Ausbau
den regelmäßigen Betrieb auf der Linie starken. Im Zuge der
Streckenerneuerung werden besorgniserregende Bahnübergänge verbessert.
Der
Zeitplan für die Modernisierung sieht wie folgt aus:
•
2009 Beginn der Studien zur Vorbereitung der öffentlichen Anhörungen
• 2011 Ende der öffentlichen Anhörungen
• 2013 Erneuerung des rollenden Materials, Inbetriebnahme eines
Zugleitsystems und Studien zur Modernisierung der Strecke Paris - Granville
• 2015 Durchführung der Bauarbeiten zur Verbesserung der Anbindung
Mantes - La Défense (240 Mio. EUR) und der Modernisierung Paris
- Granville (100 Mio. EUR)
• Ab 2020, Umsetzung der neuen Infrastrukturen
In den nationalen Infrastrukturplan sollen die Planungen unter dem Leitsatz
"d’une amélioration de la qualité de service
offerte sur les axes Paris - Normandie par création ou modernisation
de lignes" eingetragen werden (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
14.04.09).
Bombardier
liefert Nahverkehrszüge für die RER-Linie A in Paris
Der französische Nahverkehrsbetreiber Régie Autonome
des Transports Parisien (RATP) hat am 09.04.09 bekannt gegeben, dass es
einen Auftrag an ein Konsortium aus Alstom Transport und Bombardier Transportation
vergeben und unterzeichnen wird. Gegenstand ist die Lieferung von 60 Zügen
des Typs MI09 für die RER-Linie A im Großraum Paris.
Auf
Basis des zu unterzeichnenden Vertrages wird Bombardier Transportation
drei Mittelwagen für die fünfteiligen Züge liefern. Entwicklung
und Montage erfolgen im Bombardier-Werk Crespin in der Region Valenciennes.
Die Übergabe der Fahrzeuge ist für Dezember 2010 vorgesehen.
In
den neunziger Jahren bis zum Jahr 2000 hat das selbe Konsortium die MI2N-Nahverkehrszüge
entwickelt und gebaut; diese Konstruktion ist die Basis des neuen Zuges.
Der MI09 wird sich auszeichnen durch eine erweiterte Kapazität, höhere
Leistung und eine umweltfreundliche Technologie. Er wird aktuellen technischen
Normen und Vorschriften angepasst.
Jean
Bergé, President von Bombardier Transport in Frankreich, sagte:
„Bombardier freut sich sehr über die Beteiligung an der Entwicklung
und Produktion dieses Projektes. Gemeinsam mit Alstom und der RATP entsteht
mit dem MI09 ein Zug der neuen Generation mit vielen zusätzlichen
Ausstattungsmerkmalen.“ (Pressemeldung
Bombardier, 10.04.09).
Ausschuss
prüft Öffnung des regionalen Personenverkehrs für den Wettbewerb
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, setzte am Dienstag,
7. April, einen Ausschuss der beteiligten Interessengruppen (comité
des parties prenantes) über die Modalitäten einer Öffnung
für den Wettbewerb des regionalen Personenverkehrs (TER) ein.
Unter dem Vorsitz von Francis Grignon, Senator des Departements Bas-Rhin,
bringt der Ausschuss alle Beteiligten des regionalen Schienenverkehrs
zusammen: die zuständigen Behörden, den Staat, die SNCF, die
anderen Eisenbahnunternehmen, den Schienennetzbetreiber RFF, die Vertreter
der Fahrgäste und den Ausschuss für wirtschaftliche, soziale
und ökologische Fragen (Conseil Economique, Social et Environnemental).
In Anlehnung an die Umsetzung der TER-Regionalisierung vor zehn Jahren
sind die Gesetze und bestehenden Organisationen zu prüfen, die geändert
werden müssen, bevor eine Öffnung für den Wettbewerb stattfinden
kann (Eigentum des rollenden Materials, Übertragung von Personalen,
Zeitabläufe, usw ...). Über ein freiwilliges Experiment in einer
oder mehreren Regionen müssen dann die Ergebnisse in der Praxis überprüft
werden.
Der
Ausschuss soll seine Empfehlungen im Frühjahr 2010 vortragen (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
08.04.09).
Sophie
Boissard übernimmt "Gares et Connexions"
Neues
Logo der SNCF-Sparte "Gares et Connexions" und Foto der neuen
Leiterin Sophie Boissard.
Um Wachstum und Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Vorbereitung
auf die Öffnung für den Wettbewerb im Januar 2010 zu begleiten,
baut die SNCF eine neue Einheit innerhalb ihres Unternehmens auf, die
für den Betrieb und die Entwicklung der ca. 3000 französischen
Bahnhöfen zuständig ist. Die Bahnhöfe wurden bisher von
den Einheiten "Voyageurs France-Europe" (Fernverkehr) und "Proximités"
(Nahverkehr) verwaltet.
Die neue Einheit mit dem Titel "Gares et Connexions" (Stationen
und Verbindungen) handelt als ein eigenständiger und starker Betrieb
gegenüber den wettbewerbsorientierten Tätigkeiten der Transportunternehmen:
Sie ist der Garant für Fairness gegenüber allen Transporteuren,
sowohl den historischen als auch den neuen Marktteilnehmern.
Unter der Leitung von Sophie Boissard unternimmt "Gares et Connexions"
in Partnerschaft mit den Gebietskörperschaften Unterhalt, Ausbau
und Entwicklung der Bahnhöfe in Frankreich, wobei die Multimodalität
und die dynamische und harmonische Integration der Bahnhöfe im Herzen
der Städte gefördert werden sollen.
Über die Schaffung der neuen Agentur sagte Guillaume Pepy: "Die
Agentur Gares et Connexions wird es uns ermöglichen, den Bahnhof
von morgen zu gestalten. Bahnhöfe sind die Herzen aller Transportleistungen:
reale Orte des Austausches und der Ergänzung zwischen den verschiedenen
Verkehrsträgern. Bahnhöfe sind auch die Herzen der Stadt, wo
sie zu Orten des Lebens und der Dienstleistungen für die Nutzer der
städtischen Zentren werden. Gares et Connexions dient unserem Ziel,
die Öko-Mobilität in den Dienst unserer Kunden und der Kommunen
zu bringen. "
Sophie Boissard erklärt: "Der Start der neuen Einheit wird es
ermöglichen, die Dienstleistungen für die Reisenden zu stärken.
Mit Know-how und Erfahrung wird sie zu einer besseren Organisation der
Städte und der Entwicklung der Ökomobilität beitragen:
dies ist ein Projekt für Unternehmen und Gesellschaft, und ich bin
sehr glücklich und stolz, es mittragen zu können."
"Gares et Connexions" umfasst sämtliche Kompetenzen eines
neuen Unternehmens, dass unabhängig von den Betreibern die Erneuerung
der Bahnhöfe vorantreibt. Die neue Agentur wird sich dabei auf bereits
gemachte Erfahrung der SNCF-Personale in der Verwaltung und Gestaltung
der Bahnhöfe stützen. Aus diesem Grund ist es selbstverständlich,
dass die Verwaltung der Bahnhöfe weiterhin der SNCF mit ihrem erfahrenen
Personal anvertraut wird, das bereits das Management multimodaler Verkehrsanlagen
beherrscht. Bereits in den letzten Jahren hat die SNCF außerdem
ein Programm zur Modernisierung der größten Bahnhöfe unter
dem Titel "Gares en mouvement" (Bahnhöfe in Bewegung) in
Gang gesetzt, dass interdisziplinär die Entwicklung neuer multimodaler
Zentren in Einklang mit den örtlichen Repräsentanten vorantreibt.
Die
Agentur "Gares et Connexions" organisiert sich um einen direkt
der Generaldirektion der SNCF unterstellten nationalen Lenkungsausschuss
(direction de pilotage national), der sich aus der Direktion der Bahnhöfe
(Direction des Gares et de l’Escale, DDGE), der Direktion für
Architektur und Raumplanung der Gebäude (Direction de l'Architecture
de l'Aménagement et des Bâtiments, DAAB) sowie den für
Bauvorhaben und Bahnhofsplanung zuständigen SNCF-Töchtern Groupe
AREP und Groupe A2C zusammensetzt.
"Gares
et Connexions" stützt sich auf regionaler Ebene ferner auf einen
Ausschuss für die Ausrichtung der Bahnhöfe (Conseil d’orientation
des gares) unter Vorsitz von André Rossinot, Bürgermeister
von Nancy und Präsident der Städtegemeinschaft Grand Nancy,
der die Aufgabe hat, Zukunftsforschung zu betreiben und innovative Experimente
und Bewertungen zu begleiten.
Auf lokaler Ebene teilt sich die Agentur in multiregionale Gebietseinheiten
(WKZ,
Pressemeldung SNCF, 08.04.09).
ESTW-Inbetriebnahme
durch Funkwerk auf Korsika
Die Korsischen Eisenbahnen (CFC) haben kürzlich auf Korsika
fünf elektronische Stellwerke des Typs Alister von Funkwerk IT erfolgreich
in Betrieb genommen. Der Auftrag wurde von der C.T.C. (Collectivité
Territoriale de Corse), dem Netzeigentümer der Korsischen Eisenbahnen,
an die Firma Vossloh Cogifer vergeben und ist Bestandteil eines größeren
Modernisierungsprogramms des korsischen Eisenbahnnetzes.
Damit sind jetzt die ersten elektronischen Stellwerke, die auf speicherprogrammierbaren
Steuerungen (SPS) basieren sowie konsequent nach CENELEC entwickelt wurden
und die höchste Sicherheitsstufe SIL 4 erreichen, im Einsatz. Die
neuen Stellwerke wurden auf den Bahnhöfen Bastia, Furiani, Biguglia,
Borgo und Casamozza im nord-östlichen Teil der Insel Korsika installiert.
Der gesamte Streckenabschnitt wird von der übergeordneten Betriebszentrale
in Bastia gesteuert.
Alister ist ein modulares, kompaktes und besonders wirtschaftliches Stellwerk,
das hinsichtlich seiner Dimensionierung ganz auf die Bedürfnisse
von Regionalstrecken mit kleinen und mittleren Bahnhöfen zugeschnitten
wurde. Damit ist es hervorragend für den Einsatz im korsischen Eisenbahnnetz
geeignet.
Die Verwendung von speicherprogrammierbaren Steuerungen für die Alister-Plattform
bedeutet für den Betreiber eine hohe Wirtschaftlichkeit bei Investitionen
und Lebenszykluskosten. Diese Standardkomponenten haben seit Jahren in
der Industrie-Automatisierung höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit
bewiesen. Die neuen elektronischen Stellwerke verbessern damit die Sicherheit
und Effizienz auf der Strecke.
Als Generalunternehmer für diese erste Ausbaustufe war Vossloh Cogifer
für die Ausstattung der Strecke mit der neuen Signaltechnik inklusive
aller Außenanlagen wie elektrischen Weichenantrieben, Achszählern
und LED-Signalen zuständig, wie auch für das komplette Engineering.
Funkwerk IT lieferte das Stellwerkssystem Alister.
Abgeleitet von der Alister-Systemplattform hat Funkwerk IT darüber
hinaus das elektronische Rangierstellwerk AlisterCargo für Anwendungen
mit abgestuften Sicherheitsanforderungen (bis zu SIL 3) entwickelt. Dieses
System wird bereits seit Jahren erfolgreich zur Steuerung von Rangier-
und Abstellanlagen eingesetzt (Pressemeldung Funkwerk Information Technologies
GmbH, 03.04.09).
Trägerunternehmen
zur Entwicklung des regionalen Schienengüterverkehrs
Der
Staatssekretär für Verkehr Dominique Bussereau kündigte
am 31.03.09 die Einrichtung einer Trägergesellschaft (société
de portage) zur Förderung der regionalen Anbieter für Güterverkehr
in Frankreich (OFP, opérateurs de fret de proximité) innerhalb
der nächsten Wochen an.
Diese Gesellschaft als Partnerschaft zwischen dem Netzbetreiber Réseau
Ferré de France (RFF), der Caisse
des Dépôts et Consignations (Depositenkasse) und einer
nordamerikanischen Entwicklungsgesellschaft (Railroad
Development Corporation) wird für die lokalen Anbieter ein Kompetenzzentrum
einerseits in Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten und andererseits
in der operativen Durchführung des Güterverkehrs auf regionalen
Kurzstrecken sein.
Der Staatssekretär für Verkehr weist darauf hin, dass mehrere
Instrumente zur Förderung der OFPs und des Gütertransports auf
regionalen Strecken eingeführt werden:
• Rechts- und Verwaltungsvorschriften wie der Entwurf
eines Gesetzes über die Organisation und Regulierung des Verkehrs,
der eine größere Flexibilität für die OFPs sowie
die Verwaltung der Infrastruktur der Strecken mit geringem Verkehrsaufkommen
nur zum Transport von Waren ermöglicht.
• Werkzeuge zur Unterstützung dieser Tätigkeiten
wie die im letzten Juli eingeführten regionalen Verteilungspunkte,
in denen Verlader, regionale Repräsentanten, professionelle Logistik-
und Verkehrsanbieter, Verbände und Institutionen zusammenwirken (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
01.04.09).
Frankreich:
Einweihung des Agglomeration-Verknüpfungsbahnhofs Evry-Courcouronnes
 
 
Modernisierte Bahnhofshalle Evry-Courcouronnes und
das Busspurnetz zur Anbindung des Nahverkehrs (obere Zeile). Der Verkehrsknotenpunkt
vor und nach der Sanierung (untere Zeile). Fotos SNCF.
Der am 23.03.09 eingeweihte intermodale Standort Evry-Courcouronnes (Essonne)
ist der größte Verkehrsknotenpunkt in der Mitte des Departements
Essonne und einer der wichtigsten Anschlusspunkte der dortigen Agglomeration.
Er liegt im Zentrum von Evry in der Nähe des Rathauses, der Präfektur,
der Kathedrale, der Universität Evry-Val- d’Essonne, des Einkaufszentrums
Evry 2 sowie vieler Wohnungen.
Er besteht aus 3 Verknüpfungspunkten:
• ein Bahnhof bedient die Linie RER D (80 Züge pro Tag)
• zwei Busbahnhöfe für 23 Buslinien und Busse (mit mehr
als 1 700 Fahrten pro Tag)
• ein Parkplatz mit 440 Plätzen (594 Plätze langfristig)
• ein Taxistand
• Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Beförderung
Drei öffentliche Nahverkehrssysteme stehen zur Verfügung:
• Die von der SNCF betriebene RER-Linie D Transilien. In der Woche
verkehren hier täglich 192 Züge mit 8 Zügen pro Stunde
in jeder Richtung zu Spitzenzeiten (34 000 Fahrgäste pro Tag).
• Die städtischen Busse der Gesellschaft TICE, die die fünf
Gemeinden der Agglomeration Evry Centre Essonne sowie 20 Gemeinden des
Essonne verbinden (20 000 Fahrgäste pro Tag)
• Das Verkehrsnetz Überlandverkehr Essonne, das vom Conseil
Général de l’Essonne betrieben wird (6000 Fahrgäste
pro Tag).
Der Schwerpunkt der Verkehrsleitung ist ein Busnetz von 17 Kilometern
Länge, dass eine schnelle und zuverlässige Busanbindung der
Agglomeration erlaubt. Diese Infrastruktur wurde seit der Gründung
der neuen Stadt Evry entwickelt und dient der Anbindung der Bahnstrecken.
Der Umbau der Knotenpunkte im Großraum von Paris erfolgt im Rahmen des
städtischen Nahverkehrsplans (PDUIF). Ein Ausschuss, dem Zentrum wurde
am 2. Oktober 2001 der Präfekt von Essonne und das Vorgehen der Renovierung
wurde im Dezember 2002. (WKZ, Pressemeldung SNCF, 30.03.09).
Deputy
Chief Executive von Eurotunnel zieht sich zurück
Jean-Pierre Trotignon, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands bei
Eurotunnel, hat aufgrund persönlicher und familiärer Umstände
beschlossen, am 31. Mai 2009 sein Amt aufzugeben.
Jean-Pierre Trotignon hat Eurotunnel während der operativen und kommerziellen
Umstrukturierung seit 2005 erfolgreich geführt. Er wird auch weiterhin
seine Fähigkeiten der Gruppe zur Verfügung stellen und insbesondere
bei Projekten von entscheidender Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens
wie der Verbesserung der Infrastruktur im Tunnel, dem Schutz im Fall eines
Brandes und der Konzeption der dritten Generation von Lkw-Shuttles mitwirken.
Jean-Pierre Trotignons derzeitige Zuständigkeiten werden durch die
übrigen Mitglieder des Verwaltungsrats übernommen, die direkt
dem Chairman und Chief Executive Jacques Gounon unterstellt sind (Pressemeldung
Eurotunnel, 26.03.09).
Hafen
von Le Havre stellt sich neu auf
Der Große Seehafen von Le Havre wird künftig durch einen Vorstand mit
Aufsichtsrat geführt. Dabei kann die Führungsspitze des Grand Port Maritime
du Havre (GPMH) auch auf die Sachkompetenz eines neu eingerichteten Beirates
für Geschäftsentwicklung zurückgreifen. Dieser vertritt Industrie- und
Dienstleistungsunternehmen, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen sowie Gebietskörperschaften
und deren Verbünde.
Damit positioniert sich der nordfranzösische Hafen in einem weltwirtschaftlich
schwierigen Kontext von Grund auf neu. Das Gesamtgeschäftsvolumen des
Hafens von Le Havre weist im Januar 2009 verglichen mit dem entsprechenden
Vorjahresmonat einen Rückgang in Höhe von 2,4% aus. Dieses Negativwachstum
ist auf einen Abschwung im Gütertransport zurückzuführen, der sich wiederum
direkt aus der weltweiten Rezession ergibt. Beim Umschlagvolumen von flüssigem
und festem Schüttgut sowie dem Passagieraufkommen lassen sich jedoch zufriedenstellende
Entwicklungen beobachten. Ende 2008 wurde sogar eine wöchentliche Fährverbindung
nach Irland in Betrieb genommen.
Insgesamt wurde das Geschäftsjahr 2008 von der Einführung der französischen
Hafenreform geprägt. Der Hafen Le Havre verzeichnet für vergangenes Jahr
einen leichten Anstieg des Verkehrsaufkommens auf insgesamt 80,5 Millionen
Tonnen (+1,4 Prozent im Vergleich zu 2007). Zurückzuführen ist dieser
Anstieg auf Zuwächse beim Umschlag von flüssigem Schüttgut (+6,7 Prozent),
Raffinerieprodukten (12,5 Millionen Tonnen, 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr)
und vor allem von Rohöl, das mit einem Volumen von 34,8 Millionen Tonnen
(+ 5,8 Prozent) mehr als zwei Drittel des Ergebnisses ausmacht. Aber auch
der Ro-Ro- Verkehr sowie das Passagieraufkommen im Ärmelkanalverkehr konnten
Zuwächse verbuchen. Rückläufig hingegen waren die Trends im Containerverkehr
und beim Transport von festem Schüttgut.
Die strategischen Entwicklungsachsen des Hafen Le Havre für die nächsten
Jahre sind im Einzelnen:
• Die erfolgreiche Umsetzung des staatlich-regionalen Partnerschaftsprojektes
2007-2013 mit Investitionen in Höhe von 624 Millionen Euro sowie Neuinvestitionen
in einer Größenordnung von 300 bis 400 Millionen Euro
• Die Verdopplung des Containerverkehrs auf sechs Millionen TEU
in 2015 mittels modernisierter Umschlagkapazitäten, mit einem Anteil von
kombinierten Transporten in Höhe von 20 Prozent in 2015 und von 25 Prozent
in 2020
• Die Vorbereitung auf Entwicklungen im Neuwagentransport und Unterstützungsleistungen
für eine Intensivierung des Ärmelkanalverkehrs
• Die Bestätigung der strategischen Ausrichtung des Hafens auf den
Umschlag von Energieträgern
Der Hafen von Le Havre nimmt dieses Jahr wiederholt an der Fachmesse Transport
Logistic in München teil und präsentiert sich dort vom 12. bis 15. Mai
in Halle B4 auf Stand 105/206.
Über Gilles Fournier: Die Industrieunternehmen Foure Lagadec
et Cie und ACH Construction Navale waren die Hauptstationen in der Laufbahn
von Gilles Fournier, 62 - in der Zeit von 1990 bis 1997 war er Vorstandsprecher
bei Foure Lagadec et Cie und von 1997 bis 2000 Vorstandsvorsitzender bei
ACH Construction Navale (Pressemeldung Hafenverwaltung Le Havre, FIZIT
- Französisches Informationszentrum für Industrie und Technik,
17.03.09).
RFF-Verwaltungsrat
beschließt Rekordausgaben für Infrastrukturausbau
Auf seiner Sitzung vom 12. März 2009 hat der Verwaltungsrat des französischen
Schienennetzverwalters Réseau Ferré de France (RFF) unter
Vorsitz von Hubert du Mesnil zwei wichtige Entscheidungen zum Sanierungsplan
und der Zugänglichkeit von Bahnhöfen getroffen.
Zum einen hat der Verwaltungsrat das Programm zusätzlicher Investitionen
im Rahmen des Plans zur Wiederbelebung der Wirtschaft (Plan
de relance, der LOK Report berichtete) genehmigt, wie es in einem
interministeriellen Ausschuss für Raumordnung und Wettbewerbsfähigkeit
der Regionen am 2. Februar 2009 beschlossen wurde.
Dieses Programm sieht für den Bereich Schiene Investitionen in einer
Höhe von 300 Mio. € für den Zeitraum 2009/2010 vor, die
wie folgt verteilt werden:
• 204 Mio. € für die Erneuerung und den Ausbau des
Schienennetzes regionaler Projekte. Es handelt sich um Maßnahmen
zur Sanierung der Nebenstrecken oder zu Projekten, die bereits in den
Verträgen zwischen dem Staat und den Regionen (Contrat de projets
Etat-Région) angekündigt wurden, hinzu kommen die schon unterzeichneten
Abkommen zum Ausbau der Schienennetze in den Regionen Midi-Pyrénées,
Limousin und Auvergne.
• 79 Mio. € für vorbereitenden Arbeiten zu vier Hochgeschwindigkeitsstrecken.
Die Gelder dienen der beschleunigten Weiterführung der LGV Est européenne
bis Strasbourg, der Realisation der LGV Sud Europe Atlantique (Tours -
Bordeaux) und der LGV Bretagne – Pays de la Loire (Le Mans –
Rennes et Sablé) sowie der Umfahrung von Nîmes und Montpellier.
• 17 Mio. € für den Ausbau von 41 Bahnhöfen.
Die Bahnhöfe sollen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität
ausgebaut werden.
Zum anderen hat der Verwaltungsrat seinen Präsidenten Hubert du Mesnil
dazu ermächtigt, eine dreiseitige Vereinbarung mit dem Staat und
der AFITF (Agence de financement des infrastructures de transport de France,
Agentur für die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur in Frankreich)
zu unterzeichnen. Diese Vereinbarung wird 37 Mio. € für die
Finanzierung eines Programms zur Zugänglichkeit von Bahnhöfen
für Personen mit eingeschränkter Mobilität bereitstellen,
von denen 17 Mio. € über den Plan de relance zur Verfügung
gestellt werden (siehe oben).
Durch die Zuteilungen des Wiederbelebungsplans in Verbindung mit dem mit
dem Staat am 3. November 2008 abgeschlossenen Leistungsplan zur Stärkung
des Schienennetzes (contrat de performance) wird die Höhe der Investitionen
von Réseau Ferré de France in das Schienennetz im Jahr 2009
um 600 Mio. € im Vergleich zu 2008 steigen und die nie erreichte
Höhe von 3,4 Milliarden Euro erreichen (WKZ, Pressemeldung RFF, 16.03.09).
SNCF
mit soliden Ergebnissen 2008 trotz Wirtschaftskrise
Die Jahresbilanz
2008 der SNCF zeigt trotz der angespannten Wirtschaftslage im 4. Quartal
solide Ergebnisse: Der Umsatz stieg um 7 Prozent, die EBITDA-Marge (EBITDA)
um 12 Prozent, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um -2% und
das Nettoergebnis der Gruppe betrug -48 Prozent.
Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, sagte: "Die Ergebnisse 2008
sind eher beruhigend mit Blick auf das Jahr 2009. Sie zeigen die SNCF
als ein leistungsfähiges, robustes und engagiertes Unternehmen. Die
SNCF will ihre auf das Jahr 2012 fixierten strategischen Ziele weiterverfolgen,
denn wir befinden uns auf einem Markt der Öffnung und der Internationalisierung,
und das trotz der schlechten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die
negativen Folgen für die Konjunktur im Jahr 2009 können noch
nicht in vollem Umfang vorhergesagt werden, wir müssen aber heute
alles tun, um ihre Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Entwicklung
des Unternehmens zu mindern und unsere Stärken bestätigen.
Im Bewusstsein unserer Verantwortung als öffentliches Unternehmen
werden wir die Investitionen auf einem hohen Niveau im Jahr 2009 halten
und am Plan zur Wiederbelebung der Wirtschaft partizipieren. Die Ergebnisse
dieses Jahres ermöglichen es, dem Staat und den Beschäftigten
im zweiten Jahr hintereinander eine Dividende zu zahlen."
Der Umsatz des Konzerns belief sich auf 25 188 Mio. € im Jahr 2008
oder +1 628 Mio. € im Vergleich zu 2007, was einer Zunahme von 7%
entspricht. Für die einzelnen Abteilungen der SNCF stellt sich dies
wie folgt dar:
• Infrastruktur & Technik (Infrastructure & Ingénierie):
Gestiegenes Wachstum um 6% auf 282 Mio. € durch steigendes Verkehrsaufkommen
und neue Programme zur Wiederbelebung wie "Impaqt" im Bereich
von Paris.
•
Regionalbereich (Proximités): Zunahme um 7% auf 427 Mio. €,
hauptsächlich durch die Zunahme des Transportaufkommens im Jahr 2008,
signifikant mit 9,3% für TER und +3.3% für Transilien.
•
Bereich Reisen Europa und Frankreich (Voyageurs France Europe): Wachstum
um 8% auf 552 Mio. €, trotz der negativen Auswirkungen wie des Brandes
im Kanaltunnel und der wirtschaftlichen Probleme am Jahresende. Der Fernverkehr
verzeichnet einen Anstieg um +8.2% gegenüber 2007, hervorgerufen
durch das erste Jahr nach der Inbetriebnahme des TGV Est und der Zunahme
des internationalen Verkehrs.
•
Verkehr und Logistik (Transports & Logistique): Wachstum um 5%
auf 399 Mio. €, im Wesentlichen hervorgerufen durch ein externes
Wachstum um 375 Mio. € aufgrund der Erwerbe von Rohde & Liesenfeld,
ITL und Oughtred & Harrison. Außerhalb des Konsolidierungskreises
blieb der Umsatz nahezu stabil (+0,3%), was zeigt, dass nach einer Anfangsphase
nach oben eine Rezession und ein Einbruch der Umsätze im letzten
Quartal erfolgten.
Die
operative Marge von 2 591 Mio. € oder 10,3% des Umsatzes stellt einen
Anstieg um 12% gegenüber 2007 dar. Diese Änderung enthält
jedoch eine positive Wirkung der Regulierung der Stromtarife, ohne die
die operative Marge nur um 3% gestiegen wäre.
Dieser Anstieg ist in erster Linie ein Spiegelbild der Leistungsfähigkeit
der Bereiche Voyageurs France Europe und Proximités. Die Branche
Infrastructure & Ingénierie zeigt einen starken Anstieg im
Jahr 2008, trägt aber nur einen geringen Beitrag zur SNCF-Gruppe
bei, während der Sektor Transports & Logistique unter dem schlechten
Wirtschaft am Ende des Jahres leidet.
Das Nettoergebnis der SNCF-Gruppe beträgt 575 Mio. €, gegenüber 1
117 Mio. € im Jahr 2007, was auf die hohen Verluste im Frachtbereich zurückzuführen
ist (WKZ,
Pressemeldung SNCF, 13.03.09).
Gegenseitige
Anerkennung von Zulassungen in Frankreich und der Schweiz
Am Freitag, dem 6. März 2009, haben der Generaldirektor der französische
Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public de Sécurité
Ferroviaire), Michel Aymeric, und der Direktor des schweizerischen BAV
(Bundesamt für Verkehr), Max Friedli, in Bern zwei Arten von Vereinbarungen
über die gegenseitige Anerkennung von Zulassungen für Schienenfahrzeuge
und sonstige Marterialien für Reisende (Wagen) unterschrieben.
Diese neuen Regelungen erleichtern und verkürzen die Zulassungsverfahren
für die Antragsteller und erleichtern den Marktzugang für die
Bahnindustrie in beiden Ländern.
Die Unterzeichnung der Protokolle steht im Einklang mit der Unterzeichnung
der Absichtserklärung am 12. Januar zwischen dem Staatssekretär
für Verkehr, Dominique Bussereau, und dem Schweizer Bundesrat Moritz
Leuenberger, dessen Ziel die Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen
den beiden Ländern im Bereich der Eisenbahnsicherheit ist.
Am Rande der feierlichen Unterzeichnung gab es auf einem Treffen zwischen
den nationalen Sicherheitsbehörden die Möglichkeit, verschiedene
Themen für eine künftige Zusammenarbeit zu besprechen, wie die
Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs oder die künftige
Arbeit im Bereich der gegenseitigen Anerkennung für die Zertifizierung
der Lokführer (WKZ, Pressemeldung EPSF, 10.03.09).
Eurotunnel
Group vereinfacht ihre Struktur
In Fortsetzung der finanziellen Umstrukturierung des Konzerns im Jahr
2007, die auch die Gründung einer neuen Holdinggesellschaft Groupe
Eurotunnel SA (GET SA) vorsah, hat Eurotunnel am 06.03.09 die Vereinfachung
seiner Konzernstruktur beschlossen.
Demnach werden die beiden Konzessionsgesellschaften (France Manche SA
und Channel Tunnel Group Limited) zu direkten Tochtergesellschaften der
GET SA. Bisher waren sie Tochtergesellschaften der ehemaligen Holding-Gesellschaften
TNU SA und TNU PLC, die direkt und indirekt zu mehr als 99% von GET SA
gehalten wurden.
Die Vereinfachung wird es der Gruppe erlauben, ihre Effizienz und Struktur
für die Anleger klarer deutlich zu machen und zentrale Verwaltungskosten
zu reduzieren.
Die Transaktion wird im Anschluss an bestimmte konzerninterne Transfers
aus technischen Gründen vorerst nur mit der Fusion von TNU SA und
GET SA erfolgen. Die Vereinfachung wird erst zu einem späteren Zeitpunkt
auch den britischen Teil der Gruppe einschließen, ohne dass dies
die Rechte der Inhaber von Verkehrsprivilegien beeinflusst.
Auf den Aktionärsversammlungen von TNU SA und GET SA am 28. April
und 6. Mai sollen die Zustimmungen zur Fusion eingeholt werden. Der erste
Aufruf zu diesen Hauptversammlungen wird in der Zeitschrift "Bulletin
des annonces légales obligatoires" (Balo) am 11. März 2009 veröffentlicht
(WKZ, Pressemeldung Eurotunnel, 09.03.09).
Eurotunnel
zahlt erstmals in seiner Geschichte Dividende
Aufgrund eines ausgezeichneten ersten Halbjahres und trotz des
reduzierten Verkehrs in der nördlichen Tunnelröhre nach dem
Brand im September konnte der Kanaltunnelbetreiber Eurotunnel sein operatives
Ergebnis (EBITDA) im Jahr 2008 auf 421 Mio. € steigern, was in etwa 16%
über dem Ziel des im Vorjahr aufgelegten Umstrukturierungsprogramms liegt.
Mit dieser Verbesserung und der Verringerung der Netto-Finanzverbindlichkeiten
als Folge der finanziellen Umstrukturierung (-2% im Jahr 2008 nach -42%
im Jahr 2007) stieg der Konzerngewinn für die Groupe Eurotunnel SA im
Jahr 2008 auf € 40 Millionen. Der Gewinn ermöglicht es Eurotunnel zum
erstenmal in seiner Geschichte, der Hauptversammlung der Aktionäre die
Zahlung einer Dividende von 4 Cent pro Anteil vorzuschlagen.
Jacques
Gounon, Chairman und Chief Executive von Eurotunnel erklärte: "Trotz des
Vorfalls im September, markiert das Jahr 2008 deutlich das Ende der finanziellen
Unsicherheiten für Eurotunnel. Durch ihre Effizienz und die Kontrolle
der Kosten hat die Gruppe einen soliden Gewinn erwirtschaftet, zum erstennal
in unserer Geschichte können wir die Zahlung einer Dividende an unsere
treuen Aktionäre vorschlagen".
Genaue Daten entnehmen Sie der Pressemeldung
von Eurotunnel (Pressemeldung Eurotunnel, 05.03.09).
Auslieferung
der einhundertsten BB 475000 an die französische Staatsbahn

Die staatliche französische Bahngesellschaft SNCF hat Ende Januar
die hundertste Lokomotive vom Typ BB 475000 in Empfang genommen. Diese
Lokomotive ist die erste einer Serie von 33 Stück mit Zugsicherungen
auch für den Verkehr im deutschen Bahnnetz. Die zuvor ausgelieferten
99 Lokomotiven waren allein für das französische Bahnnetz bestimmt.
Siemens Mobility liefert zusammen mit Konsortialführer Alstom insgesamt
400 Diesellokomotiven an die SNCF. Der Großauftrag aus Frankreich
wurde im Februar 2004 unterzeichnet.
Die
von Siemens und Alstom entwickelte Diesellokomotive BB 475000 erreicht
mit 84 Tonnen Gewicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Innerhalb
des Konsortiums entwickelte Siemens die Elektroausrüstung basierend
auf der Eurorunner-Plattform und liefert den thermischen Teil.
Lokomotiven
der Siemens Eurorunner-Plattform sind zugelassen in Deutschland, Österreich,
Litauen, Hongkong, Slowenien, der tschechischen Republik und Rumänien.
Insgesamt sind über 175 Eurorunner im Einsatz (Pressemeldung
Siemens, 26.02.09).
Neuer
Rundbrief zur Beobachtung von Strategien im europäischen Verkehr
Das Conseil National
des Transports (CNT) hat einen neuen Rundbrief zur Beobachtung von
Politik und Strategien für den europäischen Verkehr (l’Observatoire
des politiques et des stratégies de transport en Europe) veröffentlicht.
Die neue Ausgabe Nr. 23 beinhaltet nach Ländern geordnet in französischer
und englischer
Sprache die Chronik der wichtigen Ereignisse im Jahr 2008 (Bahn, Straße,
Schiffahrt) und eine statistische Analyse über die Güter-Binnenschifffahrt
in der EU-27 (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
26.02.09).
Veröffentlichung
der Verkehrszahlen
Die Generaldirektion für Infrastruktur, Verkehr und Meer (Direction
Générale des Infrastructures, des Transports et de la Mer)
vom französischen Verkehrsministerium (Ministère de l'Écologie,
de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement
du territoire) veröffentlicht jährlich eine Zusammenfassung
der neuesten Zahlen des Transports (Les
chiffres du transport Édition 2009).
In der aktuellen Ausgabe 2009 sind aktuelle Daten über die Netze,
Fahrzeuge, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit der einzelnen
Verkehrssparten (Personen-und Güterverkehr) enthalten.
So erfährt man zum Beispiel, dass zwischen 2006 und 2007 die Zahl
der elektrischen SCNF-Lokomotiven von 5565 auf 5544 zurückging, die
der TGV-Antriebseinheiten aber von 408 auf 424 stieg (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
24.02.09).
Tauziehen
um SNCF-Tochter Seafrance
Die französische Fährreederei auf dem Ärmelkanal zwischen
Dover und Calais, Seafrance, soll Zeitungsberichten
zufolge von der Fährorganisation Louis Dreyfus Armateurs (LDA)
übernommen werden, nachdem schon am Mittwoch die Entlassung
von 650 Mitarbeitern angekündigt wurde.
Die SNCF kündigte am 19.02.09 in einer Pressemeldung
allerdings an, den Fortbestand ihrer Tochterfirma sichern zu wollen.
Unter Berücksichtigung der erheblichen konjunkturellen und strukturellen
Schwierigkeiten, in derem Einfluss Seafrance steht, hat die SNCF einen
Sanierungsplan vom Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft entgegengenommen,
der nach einer Aufsichtsratssitzung am 16. Februar 2009 den Personalgremien
am 17. Februar 2009 vorgestellt wurde.
Im Anschluss an verschiedene Pressemeldungen weist die SNCF darauf hin,
dass sie noch kein förmliches Angebot zur Übernahme von Seafrance
und/oder ihrer Mitarbeiter erhalten hat, der Ernst der Lage aber eine
rasche Reaktion erfordern würde (WKZ, 23.02.09).
Sanierung
des Schienennetzes der Auvergne


Am 12. Februar haben der Staatssekretär für Verkehr,
Dominique Bussereau und Arbeitsminister Brice Hortefeux mit dem Präsidenten
des Schienennetzbetreibers Réseau Ferré de France (RFF),
Hubert de Mesnil, und dem Präsidenten des Conseil Régional
d'Auvergne, René Souchon, das
Protokoll zur Sanierung des Schienennetzes der Auvergne unterzeichnet.
Die
Verbesserung
der Eisenbahnverbindungen dient dem allgemeinen Ziel der Stärkung
der sozialen und wirtschaftlichen Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit
der Region und der Verwirklichung der Ziele des "Grenelle Environnement".
Die Investitionen verteilen sich im Zeitraum 2009 - 2013 wie
folgt:
•
Eine vertragliche Partnerschaft (programme contractuel partenarial) über
180 Mio. € zwischen Staat, Region Auvergne und RFF (jeweils 60 Mio.
€) dient der Sanierung der Regionalstrecken in der Auvergne und der
Cevennen-Linie Clermont - Nîmes im Bereich Langeac - Langogne.
• Ein spezielles vom Staat beauftragtes und von RFF finanziertes
Programm (programme spécifique) in Höhe von 33 Mio. €.
dient der Sanierung auf dem zur Auvergne gehörenden Abschnitt der
Linie Bordeaux - Lyon (Lavaufranche - Montluçon - Gannat - Saint-Germain-des-Fossés).
Die Auswahl der zu sanierenden Linien erfolgt nach folgenden
Gesichtspunkten:
•
Bereits im "contrat de projets État-région" (Vertrag
zwischen dem Staat und den Regionen, CPER) erwähnte Linien, für
deren Sanierung Arbeiten an Bauwerken, Tunnel, Brücken, Dämmen
und Gräben ausreichen: Volvic - Clermont-Ferrand - Thiers, Clermont-Ferrand
- Aurillac, Clermont-Ferrand - Le-Puy.
•
Linien, die eine Totalsanierung erfordern: Le Puy - Firminy, Aurillac
- Figeac, Aurillac - Brives (auf den Abschnitten der Auvergne).
• Linien, auf denen Sicherungsarbeiten durchgeführt werden,
für die noch ein förmlicher Beschluss zur Fortführung der
Arbeiten erwartet wird: Thiers - Noiret (Teil der Strecke Clermont-Ferrand
- St Etienne), St-Georges-d'Aurac - Langogne (Teil der Strecke Clermont-Ferrand
- Nîmes).
•
Linien, die für den Güterverkehr Bedeutung haben, sofern sich
potentielle Bewerber für eine effektive Nutzung dieses Verkehrsträgers
finden.
Zur Optimierung der Kosten und Effizienz werden alle Arbeiten in der Regel
durch die zeitweise Schließung der Linien durchgeführt (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
Conseil Régional d'Auvergne, 19.02.09).
EOQA-Zulassung
für Bureau Veritas
Am
12. Februar 2009 erteilte die französische Sicherheitsbehörde
"Etablissement public de sécurité ferroviaire"
(EPSF) der Gesellschaft Bureau Veritas die Zulassung als "qualifizierte
Einrichtung" (Organisme qualifié) zur Begutachtung von Projektierung-
und Ausführungsarbeiten auf folgenden Gebieten: Zugsteuerung, Zugsicherung
und Signalgebung, Fahrzeuge mit Ausnahme von Wagen, Güterwagen, Infrastruktur
und Energie.
Es handelt sich um die dritte vom EPSF zugelassene Überwachungsorganisation
mit dem Titel "Expert ou organisme qualifié" (EOQA).
Im Oktober 2008 erhielt die TÜV RHEINLAND Intertraffic GmbH (TRITA)
diese Zulassung (WKZ, Pressemeldung EPSF, 18.02.09).
Frankreich:
Erster Francilien vorgestellt

 .jpg)
Bombardier
hat am 06.02.08 den ersten Versuchszug des "Francilien" dem
Präsidenten des "Syndicat des Transports d’Île-de-France"
(STIF) und der Region Ile-de-France, Jean-Paul Huchon, und dem Präsidenten
der SNCF, Guillaume Pepy, vorgestellt. Als Folge eines vom Rat der Region
Ile-de-France ausgeschriebenen Wettbewerbs erhielt der neue Zug den Namen
"Francilien".
Die
Präsentation des Zuges fand in Anwesenheit von zahlreichen Abgeordneten
des Rates vom STIF, von künftigen Nutzern der neuen Bahn sowie von
Vertretern der SNCF statt, die den Zug auf der Transilien-Linie H im Norden
von Paris ab Ende dieses Jahres einsetzen wird.
Der vorgestellte Zug ist einer der sieben Probezüge, die einem intensiven
Versuchsprogramm zur Zulassung unterworfen werden (Pressemeldung Bombardier, 18.02.09).
Gruppe
TDF zum Aufbau des GSM-R-Netzes ausgewählt
Hubert du Mesnil, Präsident des französischen Schienennetzverwalters
Réseau Ferré de France (RFF), hat nach Prüfung der
Angebote und nach Einholung der Stellungnahme des Beratenden Ausschusses
die Finanzierung und Wartung des GSM-R-Netzes im Rahmen
einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Partenariat Public-Privé)
der TDF-Gruppe zugesprochen.
Der Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, begrüßte
diesen Schritt, mit dem Projekt GSM-R in Frankreich die erste große
Vertragspartnerschaft im Eisenbahninfrastrukturbau einzugehen. Der Staatssekretär
wies darauf hin, dass viele weitere Projekte von öffentlich-privater
Partnerschaft, insbesondere im grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr,
in Kürze folgen werden:
• Tours - Bordeaux,
• Rennes - Le Mans,
• die Umfahrung von Nîmes und Montpellier sowie
• der CDGExpress (Carles-de-Gaulle Express).
Von
den vier am 2. Dezember 2008 eingegangenen Angeboten (Der LOK Report berichtete)
wurde das Angebot der Gruppe TDF als günstigstes Angebot im Hinblick
auf die Kriterien der Ausschreibung ausgesucht. Doch falls die Gespräche
mit der TDF-Gruppe nicht zustandekommen, wird RFF sofort mit den anderen
Kandidaten der Reihe nach Gespräche aufnehmen, so dass der Vertrag,
wie in der Veröffentlichung des Dekrets im Staatsrat vorgesehen, vor dem Sommer 2009
in Kraft gesetzt werden kann.
Das Telekommunikationsnetz GSM-R wird schrittweise bis zum Jahr 2014 auf
über 14 000 km Schienen eingeführt. Das Netz soll für Zuggeschwindigkeiten
von bis zu 500 km/h ausgelegt werden. Der Vertrag über die Partnerschaft
umfasst die Finanzierung, den Bau und den Betrieb des Netzes über
15 Jahre für einen Betrag in der Größenordnung von einer
Milliarde Euro. Diese Zahl setzt sich aus zwei etwa gleich großen
Anteilen zusammen: den Investitionskosten einerseits und den Kosten für
Betrieb und Instandhaltung andererseits.
Vier Angebote gingen für dieses Projekt am 2. Dezember 2008 ein:
•
le « groupement TDF », constitué de TDF (mandataire),
de Vinci Energie, Vinci Concessions, SFR, AXA Investment Managers Paris;
• le « groupement Eiffage », constitué de Eiffage
SA (mandataire), associé à France Télécom;
• le « groupement Alcatel », constitué d’Alcatel-Lucent
France (mandataire), de la Caisse des Dépôts et Consignations,
et de Macquarie Capital Group Limited;
• le « groupement ETDE », constitué d’ETDE
(mandataire), de Bouygues Télécom, Sogétrel, SNEF,
Barclays European Infrastructure (II) Limited et de Dutch Infrastructure
Fund (WKZ, Pressemeldung
RFF, 17.02.09).
Eckdaten
zur LGV Provence-Alpes-Côte d'Azur veröffentlicht
Jean-Louis Borloo (Staatsminister und Minister für Ökologie,
Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung), Dominique Bussereau
(Staatssekretär für Verkehr) und Hubert Falco (Staatssekretär
für Raumordnung) trafen sich am Mittwoch, 11. Februar, mit den gewählten
Vertretern der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, um die Bedingungen
für die Fortführung des Projekts der Hochgeschwindigkeits-strecke
Provence-Alpes-Côte d'Azur (LGV PACA) festzulegen. Im Anschluss
an die Sitzung wurde folgender Konsens erzielt:
•
Aufgrund der Aufnahme in den Getzesvorschlag Grenelle I läuft dieses
Projekt unter hoher Priorität (projet majeur). Es ist Teil des Mittelmeer-Bogens
Barcelona - Marseille - Genua und ein Teil der 2 000 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecken,
die in Frankreich bis 2020 fertiggestellt werden sollen. Das Projekt ist
unverzüglich fertigzustellen.
•
Einrichtung eines ständigen Sekretariats unter der Leitung von Yves
COUSQUER, Leitender Ingenieur im Tiefbauamt. Er überwacht die Tätigkeiten
aller Beteiligten und erstellt monatliche Berichte. Er untersucht die
Möglichkeiten verschiedener Trassen, einerseits die Durchquerung
der Metropolregionen von Marseille und Toulon und andererseits die Arbeiten
im Raum Aix und im Departement Var. Überprüft werden auch die
Einbindung einer Trasse im Departement Alpes-Maritimes und einer möglichen
weiter nördlich verlaufenden Trasse.
•
Eine Auswahl der Trassen wird vor dem 30. Juni 2009 angekündigt,
im Anschluss an eine neue Ausschusssitzung am 15. Juni.
• Der Staatsrat hat sich verpflichtet, dass das Projekt im Einklang
mit den Bedürfnissen der Bevölkerung und einem umfassenden Schutz
der biologischen Vielfalt durchgeführt wird.
•
Ein Finanzierungsplan wird vor dem 31. Dezember 2009 vorgeschlagen (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
16.02.09).
SNCF
VFE zeigt dynamisches Wachstum in angespannter Lage
Der Bereich "Voyageurs France Europe" der SNCF (SNCF
VFE) hat am 12.02.09 die Bilanzen 2008 und die Perspektiven 2009 auf
einer Pressekonferenz dargelegt.
Im Jahr 2008 zeigte VFE ein starkes Wachstum mit einer Zunahme des Personenverkehrs
um fast 9% in Frankreich wie in Europa, das waren insgesamt 128 Millionen
Reisende. In Frankreich haben 98 Millionen Menschen im Jahr 2008 den TGV
gewählt, bei 8 Millionen Passagieren im Jahr 2007 ergab sich ein
Wachstum von 9,1%.
Der Verkehr auf internationaler Ebene wuchs entsprechend um 8,7% gegenüber
2007, das waren 20 Millionen Reisende im Jahr 2008. Der Marktanteil gegenüber
dem Flugverkehr verstärkte sich durch verschiedene Angebote in europäische
Ziele (Brüssel, London, Amsterdam, Genf, etc..) um 2,4 Prozentpunkte
gegenüber 2007.
Das Wachstum der SNCF VFE hatte folgende Gründe:
• Der außergewöhnliche Anstieg der Ölpreise im Jahr
2008 führte zu einer deutlichen Verschiebung der Fahrgastzahlen vom
Flugzeug und Auto zum TGV.
• Nach dem erfolgreichen Start des TGV Est wurden 2008 rund 12 Millionen
Fahrgäste befördert. Auch Eurostar hat nach der Inbetriebnahme
der High Speed 1 im Jahr 2007 trotz des Brandes im Tunnel unter dem Ärmelkanal
den historischen Wert von 9 Millionen Passagieren Ende 2008 erreicht,
was einer Zunahme des Verkehrs um 10% gegenüber 2007 entspricht.
• Das neue Tarif- und Serviceangebot (NoteS) führte zu einer
durchschnittlichen Auslastung von 77% gegenüber 75% Ende 2007, ferner
wurden Billigangebote über den Handel angeboten.
Im Jahr 2009 wird SNCF VFE rund 740 Mio. Euro investieren, davon rund
680 Millionen in das rollende Material: 14 Doppelstockzüge werden
2009 von Alstom geliefert, zusätzlich erfolgt die Modernisierung
und Renovierung der bestehenden Corail-Züge. Die Auslieferung der
neuen Züge ab 2009 wird eine größere Flexibilität
im TGV-Verkehr bringen und dient der Sicherung des Fahrplans in Spitzenzeiten.
Die Trassengebühren an den Netzbetreiber RFF werden bis zu 1,5 Milliarden
Euro im Jahr 2009 (+10,5%) betragen.
SNCF VFE sieht als Marktführer im Hochgeschwindigkeitsverkehr in
der Öffnung des Wettbewerbs eine Chance für eine neue Phase
der Entwicklung mit einem Marktanteil in Europa von mindestens 50% und
mehr als 30 Millionen Reisenden im Jahr 2012. Mit
dem Eintritt neuer Betreiber forciert SNCF VEF keine Strategie der Eskalation.
Vielmehr ist SNCF VEF im Laufe der letzten 15 Jahre sieben Joint Ventures
eingegangen, die über die Grenzen nach Deutschland, Großbritannien,
der Schweiz, Belgien, Luxemburg, Italien und Spanien führen, wie
z. B. Eurostar und Lyria. Darüber hinaus beteiligt sich die SNCF
an der Allianz Railteam, die eine Alternative zum Luftverkehr bietet.
Schließlich beteiligt sich SNCF VEF mit bis zu 20% am neuen Mitarbeiter
im Hochgeschwindigkeitsverkehr NTV (WKZ, Pressemeldung SNCF Voyageurs
France Europe, 13.02.09).
Senat
stimmt Entwurf zum Grenelle-Gesetz zu
Nach der fast einstimmigen Annahme in der Nationalversammlung
(Assemblée Nationale) am 21. Oktober 2008 hat am 10. Februar 2009
nun auch der Senat mit 312 von 331 Stimmen den Entwurf
"Grenelle Environnement" oder "Grenelle 1" angenommen.
Jean-Louis Borloo, Staatsminister, Minister für Ökologie, Energie,
nachhaltige Entwicklung und Raumordnung, Dominique Bussereau, Staatssekretär
für Verkehr, und Chantal Jouanno, Staatssekretär für die
Ökologie, begrüßten "eine erneute historischen Abstimmung
und ein großes Moment der nationalen Einheit für den Grenelle
Umwelt und deren Verpflichtungen."
Seit 27. Januar wurde im Senat in der ersten Lesung der Gesetzentwurf
"Grenelle 1" beraten. 825
Änderungsanträge wurden eingereicht, von denen 263 aus allen
Bänken der Hohen Hauses angenommen wurden.
Zu den wichtigsten Punkten des vom Senat beschlossenen Gesetzentwurfs
im Bereich Verkehrswesen gehören:
•
Bestätigung der Priorität für zum Straßen- und Luftverkehr
alternative Arten der Verkehrsführung.
• Verwendung bisher stillgelegter Eisenbahnstrecken zum Gütertransport
oder für öffentliche und kommunale Verkehrsunternehmen, Förderung
des Angebots "Auto-Train".
• Studie einer Anpassung der Autobahngebühren in Abhängigkeit
von Zeitzonen, der Energieeffizienz und der Auslastung der Fahrzeuge.
• Erneuerung der Infrastruktur für die Pariser RATP und SNCF,
Information der Öffentlichkeit in Echtzeit
(WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
12.02.09).
SNCF
macht sich Gedanken zum Öffentlichen Verkehr morgen
 

Moderne Fahrzeuge für Francilien (oben links)
und TER (oben rechts), neue Triebfahrzeuge für Korsika (unten links)
und Tram-Trains (unten rechts) bestimmen das Bild für den Nahverkehr.
Die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und Unternehmen wächst
täglich. Der Zug und insbesondere das Zugangebot im Nahbereich sind
im täglichen Leben zu einem umweltfreundlichen Angebot für eine
große Zahl von Franzosen geworden.
Darüber hinaus verlangen das wirtschaftliche Umfeld, die Politik
und die Gesellschaft vom SNCF-Bereich "Proximités", den
für Verkehr zuständigen Organisatoren immer anspruchsvollere
Lösungen anzubieten, die die Mobilität wettbewerbsfähig,
zuverlässig und innovativ gestalten.
Jean-Pierre Farandou, Generaldirektor "SNCF Proximités"
setzt sich für einen "öffentlichen Service für die
Fahrten des täglichen Lebens durch massive Investitionen in die Entwicklung
einer intermodalen und leistungsfähigen Ökomobilität"
ein.
Die Anstrengungen der Behörden und der SNCF haben 2008 deutliche
Fortschritte in der Zunahme des öffentlichen Verkehrs gebracht, diese
betrugen + 9,8% für TER, 3,3% für Transilien SNCF und 4,1% für
Corail Intercités.
Eine Vorschau auf zukünftige Aufgaben gibt der Bericht "Quelle
mobilité publique demain?" (WKZ, Pressemeldung SNCF, 11.02.09).
Französische
Eisenbahn führt TPS Train Planning System von HaCon ein
Die
Réseau Ferré de France (RFF), seit 1997 der staatliche Betreiber
des französischen Schienennetzes, hat sich für die Standard-Software
TPS (Train Planning System) von HaCon entschieden. Ab sofort wird TPS
schrittweise für die nationale Fahrplantrassen- und Kapazitätsplanung
eingeführt. Die RFF verwaltet etwa 29.000 Kilometer des französischen
Schienennetzes mit über 108.000 Hektar Bahngelände in rund 10.000
französischen Gemeinden.
Mit der neuen Software wird RFF den Kundenservice für Eisenbahnverkehrsunternehmen
deutlich verbessern. Diese sollen künftig beispielsweise schneller
Antworten auf Anfragen nach Trassen erhalten und werden kurzfristig informiert,
wenn Baumaßnahmen Fahrplanänderungen nach sich ziehen.
Mit RFF setzt ein weiterer großer europäischer Eisenbahnnetzbetreiber
auf das Produkt TPS von HaCon. Die Software gewährleistet eine diskriminierungsfreie
Trassenplanung und Fahrplankonstruktion (Pressemeldung Hacon, 10.02.09).
Eurotunnel
wieder vollständig in Betrieb
Nach
nur dreieinhalb Monaten Arbeit wurde am 9. Februar 2009 der Verkehr im
Eurotunnel wieder in vollem Umfang zwischen dem Vereinigten Königreich
und Kontinentaleuropa aufgenommen. Um 3 Uhr lokaler Zeit gab der britische
Verkehrsminister Geoff Hoon das Abfahrtssignal für den ersten kommerziellen
Shuttle-Service mit Kreuzung im Tunnel, wobei auch das seit dem 11. September
2008 gesperrte "Intervall sechs" im Nord-Tunnel befahren wurde.
An Bord des Shuttle waren 30 Lastkraftwagen und deren Fahrer. Die Überfahrt
dauerte nur 32 Minuten bei voller Geschwindigkeit.
Ab sofort fahren die Eurotunnel Shuttle wieder mit normaler Geschwindigkeit
innerhalb von nur 35 Minuten durch den Tunnel. Auch Eurostar wird in Kürze
wieder zu normalen Fahrzeiten von London nach Paris (2 Std. 15) und von
London nach Brüssel (2 Std.) fahren.
Verkehrsminister Geoff Hoon: "Dies ist wirklich eine fantastische
Leistung. Eurotunnel hat eine hervorragende Arbeit geleistet, um diesen
wichtigen Teil der europäischen High-Speed-Infrastruktur so schnell
wieder in Betrieb zu nehmen. "
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive von Eurotunnel erklärte:
"Das Abfahrtssignal durch den Verkehrsminister ist eine Hommage an
die Mitarbeiter dieses Unternehmens, die die Rekonstruktion unter Budget
und früher als geplant schafften." (Pressemeldung Eurotunnel,
10.02.09).
Plan
de Relance erlaubt Bau von vier HGV-Strecken gleichzeitig
Der am 2. Februar durch den Premierminister vorgestellte Belebungsplan
zur Stärkung der Wirtschaft (Plan
de relance) sieht den Leitlinien des runden Umwelt-Tisches "Grenelle
Environnement" folgend 300 Mio. Euro an zusätzlichen Investitionen
in das Schienennetz in den Jahren 2009 und 2010 vor. So steigern sich
die Investitionen des Schienennetzbetreibers Réseau Ferré
de France (RFF) von 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 3,4 Milliarden
Euro im Jahr 2009.
Bereits das am 3. November 2008 zwischen dem Staat und RFF unterzeichnete
Abkommen zur Stärkung
der Leistung des französischen Schienennetzes (Der LOK Report
berichtete) hat enorme Investitionen in das bestehende Netz zur Renovierung
und Modernisierung freigesetzt: 13 Milliarden Euro an Investitionen sind
bis 2015 vorgesehen, davon rund 1,5 Milliarden im Jahr 2009.
Damit wird es möglich sein, den Bau von vier Hochgeschwindigkeitsstrecken
(LGV) gleichzeitig voranzutreiben, was noch nie gleichzeitig geschah:
• LGV Est européenne (Phase 2),
• LGV Sud Europe Atlantique (Tours - Bordeaux),
• LGV Bretagne - Pays de la Loire (Le Mans - Rennes et Sablé),
• Umfahrung von Nîmes und Montpellier.
Alle diese vier Projekte erfordern eine Investition von nahezu 14 Milliarden
Euro. Seit Anfang 2009 werden Studien und Vorarbeiten sowie der Erwerb
benötigter Flächen auf der TGV Est (Phase 2), der Neubaustrecke
Bretagne - Pays de la Loire und der Einbindung der LGV Sud Est Atlantique
in Bordeaux durchgeführt, um dort die Hauptarbeiten im Jahr 2011
beginnen zu lassen, wofür 61 Mio. € vorgesehen sind.
Schließlich sind 239 Millionen Euro für weitere Investitionen
vorgesehen, wovon ein großer Teil in die Verbesserung der Infrastruktur
in den Regionen:
• Modernisierung und Ausbau des Netzes,
• Bereitstellung von Mitteln für öffentliche Arbeiten
und Ausrüstung - speziell für PME (Petites et moyennes entreprises,
deutsch Kleine und mittlere Unternehmen, KMU) der Regionen,
• Investitionen in langfristige Projekte für nachhaltige Entwicklung.
Von den benötigten 600 Millionen Euro für die Netzinvestitionen
im Jahr 2009 wird die Hälfte durch den Sanierungsplan aufgebracht
und die andere Hälfte durch den Leistungsvertrag mit dem Staat am
3. November.
Diese Investitionen haben einen Multiplikatoreffekt auf die Wirtschaft
der französischen Regionen, da viele der Projekte durch regionale
Firmen im Rahmen der Verträge über Projekte zwischen Staat und
Regionen 2007-2013
(Contrat de projets Etat-Région 2007-2013, CPER) durchgeführt
werden (WKZ, Pressemeldung RFF, 09.02.09).
AFITF
genehmigt Haushalt für den Infrastrukturausbau
Unter dem Vorsitz von Gérard Longuet hat der Aufsichtsrat der Agentur
für die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur in Frankreich (l’Agence
de Financement des Infrastructures de Transport de France, AFITF) den
Haushaltsplan 2009 genehmigt.
Der Haushalt beläuft sich 2009 auf mehr als 2,8 Mrd. € an Zahlungsermächtigungen
(crédits de paiement, CP), was einer Zunahme um 34% gegenüber
2008 entspricht. Er fördert außerdem mehr als 4,2 Mrd. €
für neue Projekte: dieser Betrag entspricht einer Steigerung um 28%
gegenüber 2008.
Der Beitrag des Staates zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur hat im Jahr
2009 eine außergewöhnliche Größenordnung. Er umfasst
sowohl die Umsetzung des Programms "Verkehr 2009" des runden
Tisches "Grenelle Environnement" als auch eine Steigerung der
Investitionen im Rahmen des Plans zur Wiederbelebung der französischen
Wirtschaft.
Das
Budget lässt den Vorrang der Investitionen in alternative Verkehrsträger
gegenüber der Straße erkennen, die in diesem Jahr 69% der Neuprojekte
ausmachen, dh mehr als 2,9 Mrd. €.
•
821 Mio. € für die Projektgenehmigung (autorisation d’engagement,
AE) und 611 Mio. € CP werden für den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecken
LGV Rhin-Rhône (branche Est) und LGV Perpignan-Figueras benötigt.
Beschleunigt werden sollen die Arbeiten zur Vorbereitung der LGV Bretagne
Pays-de-Loire und LGV Est (2. Phase). Diese Mittel begleiten die Arbeiten
und Studien im Vorfeld der Durchführung der anderen großen
Projekte, wie der LGV Sud-Europe-Atlantique, der Umgehung von Nîmes
und Montpellier, der LGV Rhin-Rhône (branches ouest et sud), der
LGV Provence Alpes Côte d'azur (PACA) Lyon-Turin und dem Flughafenexpress
Charles-de-Gaulle (CDG).
•
Der Betrag 2009 zur Entwicklung der öffentlichen und nachhaltigen
Nahverkehrsmittel (transports en commun en site propre, TCSP), die nach
den Grenelle-Vereinbarungen bis 2020 insgesamt auf 1.500 km ausgebaut
werden sollen, setzt sich aus 320 Mio. € EA und 352 Mio. € CP
im Haushalt 2009 der AFITF zusammen, er dient insbesondere zur Beschleunigung
der Projekte in der Ile de France.
•
Das Projekt für den Canal Seine-Nord Europe sieht Zahlungsermächtigungen
in Höhe von 27 Mio. € vor,
•
Spezielle Finanzrahmen dienen auch der Unterstützung von innovativen
Projekten für den Schienengüterverkehr und Seeverkehr (165 Mio.
€ AE und 45 Mio. € CP).
•
Schließlich wird das Programm zur Modernisierung der Häfen
unterstützt (38 Mio. € AE und 27,3 Mio. € CP) (Pressemeldung
Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement
durable et de l'Aménagement du territoire, 04.02.09).
In
Achères Ville entsteht der erste umweltfreundliche Bahnhof

Konstruktion des neuen Bahnhofs Achères Ville
mit fotoelektrischer Membrane (1), bepflanzter Bedachung (2), Warmwassererzeugung (3),
Wärmepumpe (4), Regenwassergewinnung (5), Isolierwänden (6),
lichtregulierter Verglasung (7) und Leitsystem für natürliches Licht (8).
Die Isolierung der Wände erfolgt über Steine aus gebranntem
Ton ("monomur"). Der Verbrauch an CO2 reduziert sich um 84 Prozent.
Am 30. Januar 2009 haben Jean-Paul Huchon, Präsident der Region Ile-de-France
und Präsident vom "Syndicat des transports d'Ile-de-France"
(STIF), Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, und Hubert du Mesnil,
Präsident des Netzverwalters Réseau Ferré de France
(RFF), symbolisch die Baustelle des
neuen Bahnhofs von Achères Ville (Yvelines) eröffnet.
Der künftige Bahnhof, dessen Bau im Juni 2009 fertiggestellt sein
soll, wird ein ein Muster für den ersten "ökologischen
Bahnhof" der SNCF in Frankreich werden. Der Umbau wird auch die Verbesserung
der Zugänglichkeit für Personen mit eingeschränkter Mobilität
sowie für Reisende mit Gepäck oder Kinderwagen einschließen.
Das Projekt ist insbesondere innovativ in Bezug auf die Nutzung erneuerbarer
Energien, so sollen die Installation eines Mini-Solarkraftwerks auf dem
Dach des Hauptgebäudes und die Einführung neuer Verfahren zur
Isolierung und zur Regulierung des Energieverbrauchs erfolgen.
Insgesamt verbraucht der neue Bahnhof 64% weniger Energie als die heutigen
Bahnhöfe und die Emissionen von Treibhausgasen reduziert sich um
84%, das entspricht einer Fahrt von 90 000 km mit dem Auto (mehr als zwei
Mal um die Erde!). Das Dach wird mit Sonnenenergie zu 25% der verbrauchten
Energie beitragen, der Verbrauch von Wasser wird um 59% reduziert.
Die
Kosten in Höhe von 3,2 Mio. € werden zu 57% durch die Region
Ile-de-France, zu 40% von der SNCF und zu 3% von RFF getragen (WKZ,
Pressemeldung SNCF, 02.02.09).
Anleihe
zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten
Der französische Netzverwalter Réseau Ferré de France
(RFF) hat eine neue Publikumsanleihe in Höhe von 500 Millionen €
auf 15 Jahre mit BNP Paribas und Credit Suisse abgeschlossen.
Réseau
Ferré de France hat sich gegenüber dem französischen
Staat mit der Unterzeichnung eines Vertrags über die Stärkung
des Schienennetzes (Der LOK Report berichtete) den Verpflichtungen aus
der "Grenelle Environnement" unterstellt, die die Ziele der
Modernisierung der Infrastruktur und die Modalitäten für die
Einführung neuer Angebote auf dem Schienennetz definiert: Verbesserung
des Zugangs und der Zuverlässigkeit des Netzes und Entwicklung der
wirtschaftlichen Effizienz zur Stärkung im europäischen Markt.
Mit
dieser Emission und der mit dem Staat abgeschlossenen jährlichen Finanzierungsvereinbarung zwischen
2 und 3 Mrd. € wird sich Réseau Ferré de France als
Akteur auf den internationalen Kapitalmärkten bei der Entwicklung
eines modernisierten öffentlichen Eisenbahnnetzes behaupten
(WKZ,
Pressemeldung RFF, 28.01.09).
Zulassung
für die Mehrfachtraktion TGV DASYE und TGV POS
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public
de Sécurité Ferroviaire) erteilte am 20. Januar 2008 die
Genehmigung für die kommerzielle Nutzung der TGV-Typen DASYE und
POS in Mehrfachtraktion (unité multiple, UM).
Die neue Möglichkeit vereinfacht die Einsatzplanung der beiden TGV-Typen
(WKZ, Pressemeldung EPSF, 27.01.09).
Veröffentlichung
der Verkehrsstatistik
Das französische Verkehrsministerium (Ministère de l'Écologie,
de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement
du territoire) hat am 12.01.09 genaue
Statistikdaten über den Güter- und Personenverkehr in Frankreich
(Unternehmen, Infrastruktur, Fahrzeuge, Handel und Verkehr, Bildung, Sicherheit)
in Form diverser Excel-Tabellen veröffentlich (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
26.01.09).
Ärmelkanaltunnel
ab 10.02.09 wieder mit voller Kapazität
In der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2009 wird das Intervall
6 des Ärmelkanal-Tunnels wieder für den Verkehr freigegeben.
Die Bauarbeiten und der Wiederaufbau der elektrischen Oberleitung werden
dann abgeschlossen sein.
Mit einer Reihe von Tests zu Beginn des nächsten Monats wird die
volle Kapazität des Tunnels wiederhergestellt, knapp dreieinhalb
Monate nach dem Beginn der Arbeiten und deutlich vor dem Zeitpunkt der
ursprünglichen Prognosen. Ab diesem Zeitpunkt können die Eurotunnel
Shuttles und Eurostar-Züge wieder mit ihrer gewohnten Geschwindigkeit
durch den Tunnel fahren.
Jacques Gounon, Vorsitzender von Eurotunnel, erklärte: "Ich
beglückwünsche alle Beteiligten des Eurotunnel-Teams und der
beteiligten Unternehmen. Sie haben die Wiederherstellung des Abschnitts
"Intervall 6" in Rekordzeit vollbracht. Diese Leistung bedeutet,
dass wir die Geschwindigkeit und Leichtigkeit der Tunneldurchquerung wieder
herstellen können."
Der Ärmelkanal-Tunnel besteht aus drei Röhren, von denen zwei
für den Verkehr der Züge und Eurotunnel Shuttles dienen. Die
beiden Eisenbahntunnel sind in 6 Intervalle aufgeteilt. Seit dem Brand
eines Euroshuttle-Güterzuges im September 2008 musste das "Intervall
6" renoviert werden. Die Arbeiten wurden am 18. Oktober von der Kontrolle
der französischen Justiz im Rahmen ihrer laufenden Untersuchungen
freigegeben (Pressemeldung Eurotunnel, 22.01.09).
SNCF
und EPSF stellen Mitarbeiter ein
Als Antwort auf die schwierige Konjunkturlage kündigt die SNCF für
das Jahr 2009 insgesamt
8000 Neueinstellungen an, davon 4500 für die Muttergesellschaft "Etablissement
Public". In diesem Zusammenhang eröffnet sie schon im Januar eine
Reihe von Einstellungsverfahren für den Beruf des Lokführers oder Teamleiters.
Der französische Netzbetreiber L’Établissement public de sécurité
ferroviaire (EPSF) schreibt zum jahr 2009 die Stellen
für 30 Führungskräfte und technische Spezialisten für
Wartungsarbeiten im Bereich des Schienenverkehrs aus (WKZ, Pressemeldung
SNCF, EPSF, 19.01.09).
Eurotunnel
verzeichnet nur leichter Rückgang der Einnahmen
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel SA,
sagte am 15.01.09 anlässlich der Vorstellung der Zahlen für
das Jahr 2009: "Trotz der geringeren Kapazität der letzten vier
Monate ist es Eurotunnel gelungen, nur einen sehr leichten Rückgang
der Einnahmen hinnehmen zu müssen, die nicht die eingeschätzte
Größenordnung erreichten. Ein erfolgreiches Wirtschafts-Modell
und eine reaktive Handelspolitik in Verbindung mit einem ständigen
Ausbau der Qualität der Services haben es uns ermöglicht, unsere
Position als Marktführer im Bereich des Cross-Channel-Transports
zu behaupten".
Der Gesamtumsatz für das Jahr 2008 betrug € 704 Millionen, was
einem Rückgang von 2% im Vergleich zu 2007 entspricht. Die Einnahmen
aus der Bahn erfuhren eine Steigerung um 3% als Folge der erheblichen
Zunahme der Zahl der Eurostar-Passagiere. Die jährliche Einnahmen
waren gut in der ersten Hälfte des Jahres 2008, wurden durch das
Feuer im Kanaltunnel Anfang September, das die Shuttle-Kapazität
über 50% verringerte und zur Erhöhung der Fahrzeit um etwa eine
halbe Stunde beitrug, aber verringert. Durch Konzentration auf die Schiene
konnte aber gewährleistet werden, dass die Einnahmen für das
vierte Quartal nur um 24% sanken.
• LKW-Shuttle Aktivität: Während der ersten Hälfte
des Jahres 2008 erhöhte sich der Lkw-Verkehr um 7%. Zur Begrenzung
der Folgen des Verlustes der Kapazität legte Eurotunnel seinen Schwerpunkt
auf Kunden mit festen Verträgen. Durch eine verbesserte Auslastung
konnte erreicht werden, dass die Anzahl der transportierten LKW im vierten
Quartal 2008 nur um 45% sank. Insgesamt sank die Zahl der transportierten
LKW um 11% für das ganze Jahr.
• Passagier-Shuttle Tätigkeit: Als Folge der Reduzierung
der Kapazität betrug das Wachstum in der Zahl der beförderten
Fahrzeuge im ersten Halbjahr +4% und reduzierte sich um 11% für das
gesamte Jahr, auch wenn die Verringerung des Verkehrsaufkommens im vierten
Quartal (-37%) weniger ins Gewicht fiel als die Verringerung der Kapazität
(-50%).
• Eurostar: Nach dem Tunnelbrand konnte der Eurostar-Betrieb
schon nach nur 30 Stunden wieder aufgenommen werden. Der Eurostar transportierte
zum erstenmal mehr als 9 Millionen Passagiere im Jahr 2008 zwischen London
und Paris und London und Brüssel, was einen Anstieg von mehr als
10% bedeutet.
•
Güterzugverkehr: Trotz des weiterhin rückläufigen
Trends einer Reduzierung der Zahl der Züge im ersten Quartal 2008
(-13%), limitierte die Stabilisierung über die folgenden drei Quartale
den Rückgang des Verkehrsaufkommens auf 4% für das Jahr, im
vierten Quartal war sogar ein leichter Anstieg (+6%) zu beobachten. Auf
der anderen Seite stieg die Menge der transportierten Tonnage im Jahr
2008 um 2% (1,24 Millionen Tonnen im Jahr 2008 im Vergleich zu 1,21 Mio.
Tonnen im Jahr 2007) zum ersten Mal seit 2004 und zeigte damit den Erfolg
der neuen Preisstruktur für den Schienengüterverkehr durch Eurotunnel
im Oktober 2007 (WKZ,
Pressemeldung Eurotunnel, 16.01.09).
SNCF
legt Bericht zum Zustand der Oberleitungen vor
Nach mehreren Vorfällen mit den Fahrleitungen im Herbst 2008, bei
denen es durch heruntergerissene Stromleitungen zu größeren
Störungen im TGV-Verkehr kam (Der LOK Report berichtete), hat die
SNCF an Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, einen
Bericht über den Zustand und die Instandhaltung der Fahrleitung übergeben.
Der
Bericht zeigt eine starke Verringerung der Zahl der Vorfälle seit
den 90er Jahren und eine Stabilisierung des betrieblichen Verhaltens seit
2000. Doch die Auswirkungen auf die Kunden des nationalen Schienennetzes
waren größer als früher, denn die Zwischenfälle haben
auf Gleisen stattgefunden, auf denen viel Verkehr stattfand.
Der
Staatssekretär für Verkehr zieht bereits folgende Schlüsse:
•
Die SNCF, die für die Wartung der elektrischen Anlagen im Rahmen
der vom RFF deligierten Verwaltung des Netzes zuständig ist, muss
einen ordnungsgemäßen Betrieb gewährleisten.
•
Der Vertrag vom 3. November 2008 zwischen dem Staat und RFF sieht eine
Erhöhung der Mittel für die Erneuerung der elektrischen Anlagen
und in erster Linie der Fahrleitung vor. Das Tempo der Erneuerung der
Fahrleitung wird während des gesamten Zeitraums 2008-2015 um 40 Prozent
beschleunigt. Ab 2009 werden 108 Mio. € investiert werden, um die
elektrischen Anlagen zu erneuern oder Wartungsarbeiten durchzuführen.
•
RFF wird vor dem Sommer 2009 einen Masterplan zur Elektrifizierung des
nationalen Schienennetzes vorlegen, der die Behandlung von kritischen
Punkten des Netzes und eine Optimierung der Instandhaltung enthält.
•
Darüber hinaus fordert Dominique Bussereau die SNCF auf, die Betreuung
der Kunden zu erhöhen, insbesondere im Hinblick auf die Informationen
bei betrieblichen Störungen (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
14.01.09).
Zulassung
für die EMD JT42CWRM-100
Die französische Sicherheitsbehörde EPSF (Etablissement Public
de Sécurité Ferroviaire) erteilte am 31. Dezember 2008 die
Baureihengenehmigung für die Lokomotive JT42CWRM-100 der Firma Electro
Motive Diesel mit Sitz in den USA.
Diese Maschine für die Traktion von Güterzügen wurde auf
der Grundlage der Class 66 Typ CA 660 zugelassen, die bereits auf dem
Netz des RFN (Réseau Ferré National) fährt (WKZ, Pressemeldung
EPSF, 14.01.09).
Drei
Kandidaten für PPP-Vertrag zum Bau der Umfahrung Nimes/Montpellier
Neubaustrecke Nimes - Montpellier (gelb gestrichelt),
Hochgeschwindigkeitsstrecken (weiß) und TGV-Linien (rot) in Südfrankreich.
Grafik: LOK Report Europa Reiseführer 2008/2009.
Die
Bekanntmachung zur Ausschreibung der Umfahrung von Nîmes und Montpellier
im Rahmen eines Partnerschaftsvertrages (contrat
de partenariat, partenariat
public-privé, PPP) wurde im September 2008 veröffentlicht.
Zum Abgabetermin am 7. Januar wurden nun die Anträge dreier Bewerber
beim Netzbetreiber Réseau Ferré de France (RFF) eingereicht:
• "BOUYGUES TP"
• "VINCI Concessions"
• "EIFFAGE"
Der Netzbetreiber Réseau Ferré de France wird die Prüfung
dieser drei Anträge im Hinblick auf eine Entscheidung zur Auswahl
der Bewerber durchführen. Diese Auswahl wird einer beim Präsidenten
der RFF angesiedelten beratenden Kommission zur Bewertung eingereicht,
die das Verfahren zur Abgabe eines Angebots abschließt.
Die Umgehung von Nîmes und Montpellier ist eine der vier großen
vom Präsidenten der Republik ausgewählten Eisenbahnprojekte
zur Verbesserung des Schienennetzes. Es handelt sich um eine für
Güter- und Personenverkehr vorgesehene Strecke von 71 Kilometern
mit Kosten von 1,4 Mrd €. Das Projekt soll sowohl den Standard für
den Güterverkehr nach Spanien erhöhen als auch die Attraktivität
des Personenverkehrs in den Süden Frankreichs steigern. Durch die
Neubaustrecke wird die Kapazität der Linie von 200 Zügen pro
Tag auf rund 400 Züge im Personen- und Güterverkehr verdoppelt,
die Geschwindigkeit des Schienengüterverkehrs steigt von 30 km/h
auf über 100 km/h (WKZ, Pressemeldung RFF, 13.01.09).
26.
SITL Temps Réel im Zeichen der Logistik
Vom 24. bis 26. März präsentieren auf der in Paris stattfindenden Fachmesse
rund 500 Aussteller ihre Produkte und Serviceleistungen
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die fünf Kompetenzbereiche Serviceleistungen
für Transport und Logistik, logistische Infrastruktureinrichtungen, Logistikgebäude,
Technologien und Informationssysteme für Logistikanwendungen sowie Transportausrüstungen
und Materialflusstechnik.
Geprägt wird die diesjährige "SITL Temps réel 2009" (Temps réel für "Echtzeit")
von der starken Präsenz kleiner und mittelständischer Unternehmen, die
mit einem breit gefächerten und regional ausgelegten Angebot ausstellen.
KMU der Regionen Nord-Pas-de-Calais, Normandie, Bretagne-Pays de la Loire
und Languedoc-Roussillon werden ihre Lösungen auf den jeweiligen Gemeinschaftsständen
präsentieren. Auch der 2007 gegründete KMU-Transportclub wird wieder mit
einem Ausstellungsstand vertreten sein und internationale Unternehmen
zusammenführen. Im Rahmen von rund fünfzehn halbstündigen Aussteller-Workshops
bietet die "SITL Temps Réel" Fachbesuchern die Möglichkeit, Informationen
über Serviceleistungen und Technologien zu erhalten.
Diese Workshops decken thematisch alle Kompetenzbereiche der Fachausstellung
ab. Vier Plenarvorträge setzen sich insbesondere mit dem Thema "logistische
Leistung" auseinander. Dazu gehören die Bereiche "Logistische Leistung
in Frankreich", "Leistung von Transport- und Logistikunternehmen", "Mehr
logistische Leistung durch den Einsatz neuer Technologien", und "Wie beeinflusst
der E-Commerce die Entwicklung der logistischen Leistungsfähigkeit". Weitere
zehn Fachvorträge runden das Vortragsspektrum ab.
In Form eines "Schaufensters der Innovationen" werden alle vor dem 27.
Februar 2009 eingereichten Projekte ausgestellt. Die Teilnahme an den
«Best Innovation»-Kategorien steht allen Branchenunternehmen offen: Transport-
und Logistikleistungen, Logistikinformationssysteme, Logistikeinrichtungen
und -standorte, Materialflusstechnik, E-Commerce - Logistikleistungen
sowie optimierte Transport- und Logistikabläufe im Sinne der nachhaltigen
Entwicklung. Anlässlich der Verleihung des zehnten Logistikpreises "Prix
de l'Innovation logistique" organisieren die Messeveranstalter im Juni
2009 ein Event. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite www.sitl.eu
(Pressemeldung SD COM, FIZIT - Französisches Informationszentrum
für Industrie und Technik, 07.01.09).
Ausschreibung
LGV Bretagne - Pays de la Loire
Neubau-Hochgeschwindigkeitsstrecke Le Mans - Rennes
(weiß gestrichelt), HGV-Strecken (weiß), derzeitige TGV-Linien
(rot) und sonstige Bahnlinien (schwarz). Grafik LOK Report Europa Reiseführer
2008/2009.
Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France
(RFF) hat am 19. Dezember 2008 die Ausschreibung für den Vertrag
zur Realisierung und den Betrieb der Hochgeschwindigkeitsstrecke Bretagne
- Pays de la Loire (BPL) veröffentlicht.
Die 182 km lange Neubaustrecke zwischen Connerré (östlich
von Le Mans), Sablé-sur-Sarthe und Rennes hat den Anschluss der
Bretagne und des Pays de la Loire an das französische Hochgeschwindigkeitsnetz
zum Ziel. Das Projekt wird einen Fahrzeitgewinn von 37 Minuten zwischen
Paris und Rennes bewirken und darüber hinaus der gesamten westlichen
Bretagne bis Saint-Malo, Rennes und Quimper besseren Anschluss gewähren.
So sollen Brest und Quimper innerhalb von drei Stunden ab Paris erreichbar
sein. Für die Region Pays de la Loire beträgt der Gewinn 22
Minuten zwischen Paris und Laval und 8 Minuten zwischen Paris und Nantes
oder Angers.
Darüber hinaus ergeben sich bessere Verbindungen zur Küste der
Regionen Loire-Atlantique und Vendée, wo die Elektrifizierung der
Strecke Nantes - La-Roche-sur-Yon - Les Sables d'Olonne am 14. Dezember
2008 erfolgte (Der LOK Report berichtete).
Mit dem Dekret vom 26. Oktober 2007 wurde der Bau der neuen Linien in
Einklang mit der Umsetzung des Runden Tisches "Grenelle de l’environnement"
veröffentlicht.
Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Bretagne - Pays de la Loire zählt
zu den großen Projekten, die vom Präsidenten der Republik am
4. Dezember 2008 im Rahmen des Plans zur Wiederbelebung der Wirtschaft
angekündigt wurden. Die Regionen Bretagne und Pays de la Loire haben
als Anführer der gesamten lokalen Partner des Projekts ihr starkes
Engagement für die Verwirklichung der Linie eingebracht, am 29.07.08
wurde durch den Staat und Réseau Ferré de France das Absichtsprotokoll
zur Gesamtfinanzierung des Projekts unterschrieben (Der LOK Report berichtete).
Der Netzbetreiber RFF
ist zur Zeit mit der Leitung mehrerer großer Projekte in öffentlich-privater
Partnerschaft eingebunden:
•
Partnerschaft für die Realisierung des GSM-R.
• Konzession LGV Sud Europe Atlantique.
• Vorbereitung der Ausschreibung für die Umfahrung von Nîmes
und Montpellier (WKZ, Pressemeldung RFF, 27.12.08).
Weihnachten
in den Bahnhöfen

Zur Hauptreisezeit anlässlich der der Weihnachtsferien zeigt die
SNCF am 19. und 20. Dezember 2008 vor allem für die jüngeren
Fahrgäste auf 14 Bahnhöfen verschiedene Motive mit Weihnachtsgeschichten
um den TGV.
Kinder, egal ob klein oder groß, werden von einem professionellen Fotografen
fotografiert und können Sekunden später eine personifizierte Glückwunschkarte
mit Foto in Empfang nehmen. Die SNCF bietet mehr als 300 000 Bilder für
die Reisenden zu Weihnachten an.
Die Reisenden am 19. Dezember von 12 Uhr bis 20 Uhr und am 20. Dezember
von 10 bis 18 Uhr in folgenden Bahnhöfen erwartet: Paris-Montparnasse,
Paris-Nord, Paris-gare de Lyon, Paris-Est, Tours, Rennes, Lyon Part Dieu,
Bordeaux, Nancy, Strasbourg, Lille Flandres, Toulouse, Nantes und Montpellier
(Pressemeldung SNCF, 17.12.08).
AGV
startet Testfahrten bei 360 km/h
 
 

AGV-Tests auf der LGV Est im December 2008. Fotos
ALSTOM Transport / A.Fevrier.
Nach vier Testmonaten auf dem Hochgeschwindigkeitsring im Bahnprüfzentrum
Velim in der Tschechischen Republik hat der AGV1 seine ersten Testfahrten
bei 360 km/h, der ausgelegten Betriebsgeschwindigkeit, begonnen. Die Testfahrten
sind auf einem 170 km langen Abschnitt der "LGV Est européenne"
zwischen den Bahnhöfen Champagne-Ardenne und Lorraine durchzuführen. Das
ist dieselbe Strecke, auf der Alstom, die SNCF und RFF im April 2007 den
Geschwindigkeitsweltrekord von 574,8 km/h aufgestellt hatte. Im Hinblick
auf die zukünftige Genehmigung des AGV kann Alstom mit diesen Fahrten
seine neue Hochgeschwindigkeitsplattform für die äußerste Betriebsgeschwindigkeit
von 360 km/h validieren.
Fast 60 Ingenieure von den verschiedensten Standorten von Alstom Transport
und Eurailtest2 sind daran beteiligt und werden insgesamt 12 Testnächte
und über 7500 Steckenkilometer an Bord des AGV verbringen. Die dank der
400 Zugsensoren erfassten Messungen und Daten werden von Alstoms Konstruktionsabteilungen
ausgewertet, die daraufhin die für die Validierung des Zuges notwendigen
Anpassungen und Änderungen vorschlagen werden. Diese Tests werden am AGV-Prototyp
durchgeführt, den Alstom gebaut hat, um die von den Ingenieuren und Konstruktionsbüros
erzeugten Computersimulationen und -modelle unter realen Bedingungen zu
testen.
Dieser Prototyp besteht aus sieben Wagen und dient als Labor für die Anforderungen
aus den Testfahrten in Velim und nun für die Tests auf der osteuropäischen
Hochgeschwindigkeitsstrecke. Nur zwei dieser Wagen weisen Sitze auf, während
die anderen fünf ausschließlich für Testzwecke ausgestattet sind. Die
ersten beiden und der fünfte Wagen dienen den Ingenieuren als Arbeitsplatz,
im dritten sind die beiden Generatoren für die Stromversorgung der Messinstrumente
untergebracht, und der vierte Wagen dient als Ersatzteillager für den
Zug.
Auf der LGV Est hatte der Zug V150 den Geschwindigkeits-weltrekord von
574,8 km/h aufgestellt. Es handelt sich dabei um eine der wenigen Strecken
in der Welt, auf der Züge mit einer Geschwindigkeit von 360 km/h fahren
können.
Das intensive Testprogramm, das der AGV absolviert, verläuft nach einem
Plan, der nahezu identisch mit dem in Velim ist, allerdings über einen
viel kürzeren Zeitraum – an vier Wochenenden zwischen dem 21. November
und 14. Dezember.
Bei den ersten Testfahrten wird die Geschwindigkeit begrenzt, dann schrittweise
erhöht. Die Tests in Velim wurden bei Geschwindigkeiten zwischen 60 km/h
und 200 km/h, der höchstzulässigen Geschwindigkeit vor Ort, durchgeführt,
doch auf der osteuropäischen Hochgeschwindigkeitsstrecke wird der AGV
über 200 km/h bis zu 360 km/h fahren. Aufgabe ist es nun, die Dynamik
des Zuges und seiner Komponenten unter realen Bedingungen zu prüfen, d.h.
bei Hochgeschwindigkeit auf offener Strecke im Fahrbetrieb. Gewisse physikalische
Eigenschaften, insbesondere bzgl. Aerodynamik und Aeroakustik, wie z.B.
die Auswirkungen der Wirbelströmung des Zuges auf gleisseitige Strukturen,
sind ohne Testfahrten extrem schwierig einzuschätzen.
Die von den Ingenieuren durchgeführten Messungen werden deshalb alle kritischen
Elemente des Zuges sowie die Gründsätze des Bahnhochgeschwindigkeitsverkehrs
berücksichtigen.
Die erste Herausforderung ist es, die Rad/Schiene-Dynamik zu prüfen, d.h.
die Qualität des Kontaktes zwischen diesen beiden Elementen. Da eine Darstellung
per Computermodell extrem schwierig ist, sollen in den Tests auch die
Quer- und Vertikalkräfte gemessen werden, die zwischen den Rädern und
dem Gleis ausgeübt werden.
Außerdem soll der von den Fahrgästen wahrgenommene Schwingungspegel mit
Hilfe von Sensoren und Beschleunigungsmessern, die auf den Drehgestellen
und im Zuginneren angeordnet werden, überprüft werden. Im Falle des AGV,
des ersten Hochgeschwindigkeitszuges, der vollständig aus Gelenkwagen
besteht, ist es außerdem notwendig, die Dynamik des Zuges zu überprüfen.
Alstoms Ingenieure werden auch die Paarung Stromabnehmer/Fahrdraht untersuchen.
Mit Hilfe von dachmontierten Kameras und Sensoren werden die Auswirkungen
des Stromabnehmers auf den Fahrdraht bei verschiedenen Geschwindigkeiten
sowie die Qualität der Stromabnahme beobachtet. Vor allem die Anzahl und
Dauer von Lichtbögen werden den Ingenieuren Aufschluss über die vorzunehmenden
Anpassungen geben. Die Messung der Fahrdrahtanhebung beim Vorbeifahren
des Zuges wird ebenfalls wertvolle Informationen liefern.
Die Synchron-Permanentmagnetmotoren des AGV werden - was einzigartig in
der Schienenfahrzeugwelt ist - mit den neuesten Entwicklungen in punkto
Steuerelektronik ausgestattet, die den Zugbetrieb unter allen vier Spannungsarten,
die man in Europa vorfindet, ermöglicht: 1.500, 3.000, 15.000 und 25.000
Volt. Deren Betrieb bei diesen Spannungen sowie der Betrieb des Fahrantriebes
war Thema einer sehr präzisen Anpassung in Velim. Auf der osteuropäischen
Hochgeschwindigkeitsstrecke, bei der die Spannung bei 25.000 Volt liegt,
wird deren Betrieb im Hinblick auf die Kontrolle des Phänomens des Durchdrehens
der Räder in den Anfahrphasen und der Blockierung der Räder in den Bremsphasen
überwacht.
Alle Funktionselemente des Zuges müssen nach demselben Plan revalidiert
werden, wie er in La Rochelle und Velim für die statischen Tests durchgeführt
wurde. Es müssen vor allem über 100 vom Fahrerstand gesteuerte Funktionen
im normalen und eingeschränkten Betriebsmodus getestet werden: Steuerung
der Stromabnehmer, Spannungswahl, Innen- und Außenbeleuchtung des Zuges,
Klimaanlage und Schließen der Hauptschalter. Durch die Tests soll sichergestellt
werden, dass im Störungsfall eines Ausrüstungsteils Informationen korrekt
an den Fahrer zurückgegeben werden.
Die Auslegung des Bremssystems des AGV ist ein wichtiger Bereich in punkto
Sicherheit, der sehr streng geregelt sein muss. Das System muss unter
den extremsten Bedingungen, in Notsituationen, im normalen und eingeschränkten
Modus und unter normaler und reduzierter Adhäsion getestet werden. Einer
dieser Tests beinhaltet das Aktivieren des Zugbremssystems auf einem Gleisabschnitt,
der mit Seifenwasser rutschig gemacht wurde, um z.B. Blätter auf der Strecke
zu simulieren. Der Bremsweg des Zuges zeigt an, welche Anpassungen vorgenommen
werden müssen.
Messungen zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) des Zuges werden
ebenfalls durchgeführt. Im Fahrbetrieb darf der Zug seine Umwelt nicht
stören (z.B. Interferenz mit Funk- oder Fernsehempfang), umgekehrt darf
er nicht sensibel auf externe elektromagnetische Störungen reagieren und
muss noch in der Lage sein, Daten per Funkfrequenz zu senden und zu empfangen.
Integrierte Antennen ermöglichen es z.B., das Magnetfeld des Zuges zu
messen.
Der AGV ist ein Transportmittel, das die Anforderungen einer nachhaltigen
Entwicklung mit sehr niedrigen Treibhausgasemissionen erfüllt. Der AGV
sendet nicht mehr als 2,2g/km/Fahrgast aus, 13 mal weniger als ein Bus
(30g), 50 mal weniger als ein Auto (115g) und 70 mal weniger als eine
Flugzeug (153g). Auch wenn der Rollwiderstand, einer der größten Elemente,
die den Energieverbrauch des Zuges in die Höhe treiben, recht präzise
in einem Windkanal simuliert werden kann, ist es dennoch ratsam, die Zugleistung
unter realen Bedingungen zu verifizieren. Alstoms Ingenieure werden den
aerodynamischen Koeffizienten (Cx) des AGV prüfen.
Die Reduzierung der Lärmbelastung ist ein weiterer Umweltaspekt, der für
die Alstom-Ingenieure von besonderem Interesse bei der Konstruktion des
AGV war - mit dem Ziel, den akustischen Komfort bei 300 km/h auf demselben
Niveau zu halten wie den seiner Konkurrenten bei 300 bzw. 320 km/h. Die
akustischen Tests werden darin bestehen, Antennen entlang des Gleises
zur Messung der Geräuschemissionen beim Vorbeifahren des Zuges und zur
Aufdeckung der Geräuschquellen anzuordnen. Ebenso wie zum Fahrgast- und
Fahrerkomfort wird auch eine Reduzierung der aerodynamischen Geräusche
und Rollgeräusche genauestens untersucht. Mikrophone, die auf verschiedenen
Höhen im Fahrerstand, in den Wagen und in den Gängen installiert werden,
ermöglichen die Simulation der Fahrgastwahrnehmung auf den Sitz- und Stehplätzen.
Nach den vier Testwochenenden auf der osteuropäischen Hochgeschwindigkeitsstrecke
wird der AGV zum Prüfzentrum Velim zurückkehren, wo er sein Validierungsprogramm
beendet. Er wird auch 2009 im italienischen Bahnnetz verkehren, um die
Genehmigung für die Auslieferung der von NTV bestellten Züge zu erhalten.
Das italienische Verkehrsunternehmen hat einen festen Auftrag über 25
Züge (mit einer Option für weitere 10 Züge) erteilt – zusammen mit einem
entsprechenden Wartungsvertrag über einen Zeitraum von 30 Jahren. Die
ersten Serienzüge werden ab 2010 ausgeliefert (Pressemeldung Alstom 13.12.08)
(Pressemeldung Alstom 13.12.08).
Elektrifizierung
und TGV-Betrieb Nantes - Les Sables d’Olonne
Neu elektrifizierte Strecke Nantes - La Roche-sur-Yon
- Les Sables-d'Olonne und neuer TGV-Anschluss (orange). Alte TGV-Verbindungen
sind rot unterlegt. Grafik LOK Report Europa Reiseführer 2008/2009.
Dank der Elektrifizierung der Strecke Nantes — La Roche-sur-Yon
— Les Sables d’Olonneb können Reisende ab Fahrplanwechsel
am 14.12.08 direkt von Paris-Montparnasse mit dem TGV nach La Roche-sur-Yon
und Les Sables d'Olonne ohne Umstieg in Nantes fahren.
Nach Ministerbeschluss vom 18. August 2005 und der Vereinbarung zur Finanzierung
vom 16. Dezember 2005 konnte dieses Projekt vom Staat und der Region Pays
de la Loire abgeschlossen werden. Nach drei Jahren Arbeit freuen sich
alle beteiligten Partner (Präfektur der Region Pays de la Loire,
Regionalrat der Region Pays de la Loire, Generalrat der Vendée,
Generalrat Loire-Atlantique, Gemeinschaft Pays Yonnais, Gemeinschaft Olonnes,
Réseau Ferré de France und SNCF), das Ende der Bauarbeiten,
die Inbetriebnahme neuer elektrischer Züge im Regionalverkehr TER
und die Ankunft des ersten TGV feiern zu können.
Weitere Informationen: Pressemeldung
SNCF (WKZ, Pressemeldung SNCF, 12.12.08).
Öffnung
der Häfen für ausländische Betreiber
72 Prozent der französischen Importe und Exporte
werden bereits auf dem Seeweg abgewickelt. Ziel der Hafenreform ist eine
nachhaltige Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Mit der am 4. Juli 2008 in Kraft getretenen Hafenreform wurde der Grundstein
für ein umfassendes Wachstumsprogramm gelegt.
Die Reform sieht die Privatisierung des Güterumschlags und die Vergabe
langfristiger Lizenzen für den Betrieb der Containerterminals vor. Dadurch
kann das Management und die Entwicklung der Häfen in die Hand von privaten
Betreibergesellschaften und neuen ÖPPs (öffentlich private Partnerschaften)
gelegt werden. Alle mit der Abwicklung von Waren und Gütern betrauten
Hafenarbeiter werden von privaten Betreibern übernommen. Dabei kann es
sich auch um ausländische Transportunternehmen handeln. Zu den vor Ort
ansässigen Firmen gehören bereits die Firmen Prologis, Gazeley, Daher,
Katoen Natie, SDV, DHL, Schenker und Dresser.
Aufgrund der geographischen Lage spielt Frankreich eine wichtige Rolle
im Seetransport: die 3.427 Kilometer lange Küstenlinie erstreckt sich
von der Nordsee bis zum Atlantik und entlang des Mittelmeers. Die französischen
Seehäfen verfügen über ein Gesamtumschlagvolumen in Höhe von 384,7 Millionen
Tonnen. 101,6 Millionen Tonnen entfallen dabei auf die Häfen von Le Havre
und Rouen und 100 Millionen Tonnen auf den Hafen von Marseille. Übertroffen
werden diese Häfen in Europa nur von Rotterdam (430 Millionen Tonnen),
Antwerpen (200 Millionen Tonnen) und Hamburg (140 Millionen Tonnen). Etablierte
Seeverbindungen sowie die kürzlich eingerichteten intereuropäischen Kabotagestrecken
tragen zur Weiterentwicklung der französischen Häfen bei.
Zu den namhaften französischen Reedereien zählen heute Cetragpa, Marfret,
Socatra, Bourbon, Louis Dreyfus, Geogas und die Compagnie Maritime Nantaise.
Mehr als die Hälfte der französischen Tonnage entfällt auf die CMA GCM.
Laut Philippe Favre, Präsident der Invest in France Agency, will die Regierung
die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Häfen verbessern: "Mithilfe
von privaten Betreibergesellschaften soll der Umschlag bis 2015 von heute
3,5 auf zehn Millionen Standardcontainer pro Jahr erhöht werden. Dazu
sind bis 2013 Investitionen in Höhe von 445 Millionen Euro geplant." Die
Seehäfen von Le Havre (Port 2000 Le Havre) und Marseille (Fos 2 XL Marseille)
haben bereits Investitionen für die strategische Entwicklung ihrer Infrastruktureinrichtungen
getätigt, um sich den Entwicklungen im Seetransportgeschäft anzupassen.
Dazu gehören der Transport von fossilen Brennstoffen wie beispielsweise
Kohle, aber auch von Eisen und Erzen, sowie die allgemeine Verbreitung
des Containertransports und das hohe Güterverkehrsaufkommen in den führenden
Häfen. Diese Häfen fungieren heute als zentrale Schnittstellen zwischen
See- und Landtransport (Bahn-, Straßen- und Binnenschifffahrtstransport).
Hintergrund: Die Invest in France Agency (IFA) ist eine Außenstelle
der französischen Regierung mit weltweitem Netzwerk. Sie berät und begleitet
ausländische Unternehmen bei ihren Investitionsprojekten in Frankreich
und bietet honorarfrei und unverbindlich Lösungen zur Optimierung von
Firmenaktivitäten an. Als Ansprechpartner stellt die IFA Unternehmen ihr
Wissen zur Verfügung und unterstützt sie in allen Phasen ihres Expansionsvorhabens.
Die IFA arbeitet mit den regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften
zusammen und kann ihren Kunden schnell und maßgeschneidert Informationen
bereitstellen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.investinfrance.org/germany
(Pressemeldung Invest in France, FIZIT - Französisches Informationszentrum
für Industrie und Technik, 12.12.08).
TRAXX-Lokomotiv-Auftrag
für Bombardier
Die Transport- und Logistiksparte der französischen Staatsbahn SNCF (Société
Nationale des Chemins de Fer Français) hat einen Vertrag mit Bombardier
Transportation über die Lieferung von 80 dieselelektrischen Lokomotiven
des Typs BOMBARDIER TRAXX F140 DE für den grenzüberschreitenden Verkehr
bestätigt.
Im Rahmen eines Festauftrags werden zunächst 45 Lokomotiven geliefert.
Der Wert dieses Festauftrags beläuft sich auf rund 160 Millionen Euro
(203 Millionen US-Dollar). Die erste Lieferung ist für Mai 2010 vorgesehen.
Die TRAXX-Lokomotiv-Familie ist für einen effizienten und nachhaltigen
Betrieb ausgelegt und zeichnet sich durch ein modulares Konzept aus. Die
Lokomotiven sind sowohl im Güterals auch im Personenverkehr auf nationalen
und internationalen Strecken im Einsatz und sind für alle Netze ausgelegt.
Seit ihrer Markteinführung wurden bereits mehr als 1.300 TRAXX-Lokomotiven
verkauft (Pressemeldung Bombardier, 06.12.08).
RFF
erhält vier Angebote für GSM-R
Der französische Schienennetzbetreiber Réseau Ferré
de France (RFF) hat am 2. Dezember vier finale Angebote der vorqualifizierten
Bieter zur Finanzierung und Wartung des GSM-R-Netzes auf 14 000 km Schiene
über eine Laufzeit von 15 Jahren erhalten. Es handelt sich um die
erste Ausschreibung im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft
(Partenariat Public-Privé) für den Bau und die Finanzierung
im Bereich des Eisenbahnbaues in Frankreich.
Vor dem nächsten Sommer soll der Vertrag über einen Betrag in
der Größenordnung von einer Milliarde Euro unterzeichnet werden.
Diese Zahl setzt sich aus zwei etwa gleich großen Teilen zusammen:
den Investitionskosten auf der einen Seite, und den Betriebs- und Wartungskosten
andererseits.
Trotz der Finanzkrise haben sich jetzt rund 20 Finanzinstitute gefunden,
die das Projekt von RFF als ausreichend attraktiv empfanden, um sich an
der Ausschreibung in vier großen Gruppen zu beteiligen. Die Attraktivität
der Angebote rechtfertigt nachtäglich die Entscheidung von RFF, den
ursprünglichen Abgabetermin der Ausschreibung vom 16. Oktober während
des Höhepunktes der Finanzkrise auf den 2. Dezember zu verlängern.
Die vorqualifizierten Bieter sind:
• le « groupement TDF », constitué de TDF (mandataire),
de Vinci Energie, Vinci Concessions, SFR, AXA Investment Managers Paris;
• le « groupement Eiffage », constitué de Eiffage
SA (mandataire), associé à France Télécom;
• le « groupement Alcatel », constitué d’Alcatel-Lucent
France (mandataire), de la Caisse des Dépôts et Consignations,
et de Macquarie Capital Group Limited;
• le « groupement ETDE », constitué d’ETDE
(mandataire), de Bouygues Télécom, Sogétrel, SNEF,
Barclays European Infrastructure (II) Limited et de Dutch Infrastructure
Fund.
Die vorqualifizierten Bieter hatten im Dezember 2007 ein erstes Angebot
abgegeben. Nach einem intensiven Dialog mit RFF im Frühjahr 2008
kam es zur Absendung der endgültigen Ausschreibung im Juli 2008.
Die
vier Angebote werden nun ausgewertet und klassifiziert, um einen bevorzugten
Bieter auszuwählen. In Übereinstimmung mit dem "décret
en conseil d’Etat" soll die Konzession vor dem Sommer 2009
abgeschlossen werden (WKZ,
Pressemeldung RFF, 05.12.08).
Beginn
der Arbeiten an der Eisenbahninfrastruktur der LGV Rhin-Rhone
Ostast Dijon - Mulhouse der LGV Rhin-Rhone (weiss
gestrichelt). Grafik LOK Report Reiseführer Europa.
Der französische Netzbetreiber Réseau Ferré de France
(RFF) hat am 1. Dezember mit dem Beginn der Bauarbeiten an der Eisenbahninfrastruktur
(Gleise, Weichen, Signaltechnik) auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV)
Rhin-Rhône zwischen Dijon und Mulhouse begonnen.
Die kommerzielle Inbetriebnahme dieser neuen Infrastruktur mit einer Länge
von 140 Kilometern und einer erwarteten Kapazität von 12 Millionen
Reisenden pro Jahr ist für Dezember 2011 vorgesehen.
Die
LGV Rhin-Rhône setzt sich aus drei Abschnitten (Branches) zusammen:
• Branche Est: Dijon
- Mulhouse
• Branche Ouest: Anschluss
von Dijon an die LGV nach Paris
• Branche Sud: Anschluss
von Dijon an die LGV nach Lyon
(WKZ, Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie,
du Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
04.12.08).
F.
Smaxwil neuer Leiter von Siemens Transportation Systems Frankreich
Friedrich Smaxwil (60) hat bei Siemens Mobility seit 1. Dezember 2008
zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben die Leitung von Siemens
Transportation Systems Frankreich (STS France) übernommen. Er löst
damit Didier Roussel ab, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen
hat. Smaxwil ist in der Division Mobility zuständig für die
Funktionen „Global Accounts und Industrial Relations“. Dazu
gehören die Betreuung der Deutschen Bahn AG sowie die Verbandsarbeit
zu Mobilitäts-Themen. Seit 2003 ist Smaxwil zudem Präsident
des Verbands der Bahnindustrie in Deutschland.
Die
STS France mit Sitz in Châtillon bei Paris hat rund 750 Mitarbeiter
und bildet innerhalb der Mobility Division das Center of Competence für
vollautomatische fahrerlose Nahverkehrssysteme. Seit 2003 war Smaxwil
bereits Vorsitzender des Aufsichtsrats der französischen Gesellschaft.
Darin folgt ihm nun Philippe Carli, Chef der Siemens-Landesgesellschaft
in Frankreich. Die Leitung der STS France will Smaxwil überwiegend
von Erlangen, dem Hauptsitz der Mobility Division, aus wahrnehmen (Pressemeldung
Siemens, 03.12.08).
Absichtserklärung
zur LGV "Sud-Europe-Atlantique" unterzeichnet
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, hat am 20.
November 2008 in Bordeaux die Vertreter von 55 lokalen und regionalen
Gebietskörperschaften der Regionen Aquitaine, Midi-Pyrénées,
Poitou-Charentes, Limousin, Centre und Languedoc-Roussillon getroffen,
um ihnen ein Protokoll zur Absichtserklärung (protocole d’intention)
der Durchführung der Hochgeschwindigkeitsstrecke
"Sud-Europe-Atlantique" (LGV SEA) zu präsentieren.
Zur Finanzierung der Neubaustrecke wird die Zustimmung der lokalen Behörden,
des Staates und des Netzbetreibers Réseau Ferré de France
(RFF) zur Absichtserklärung benötigt.
Das Projekt SEA besteht aus
• dem zentralen Abschnitt Tours - Bordeaux
• dem Teilabschnitt Bordeaux - Toulouse
• dem Teilabschnitt Bordeaux - Spanien
• dem Teilabschnitt Limoges - Poitiers
Dieses Projekt ist Teil des im Rahmen der Umweltvereinbarung "Grenelle
de l'Environnement" beschlossenen Programms zum Bau von 2000 Kilometern
neuer Hochgeschwindigkeitsstrecken bis zum Jahr 2020, wie es fast einstimmig
in erster Lesung von der Nationalversammlung am 21. Oktober beschlossen
wurde (Der LOK Report berichtete).
Dominique BUSSEREAU begrüßt die massive Präsenz der lokalen
Unterstützung dieses großen Projekts für den Aufbau der
Eisenbahn im Südwesten Frankreichs sowie der Verbindungen zwischen
Frankreich und Spanien. Diese außergewöhnliche Mobilisierung
bestätigt den Willen aller Partner zur Durchführung dieses Projekts
in kürzester Zeit.
Die Partner legen die Absichtserklärung den beratenden Versammlungen
zwischen dem 1. Dezember 2008 und Ende Januar 2009 vor. Das Protokoll
umfasst insbesondere die voraussichtliche Verteilung der Finanzierung
zwischen den verschiedenen Partnern.
Jean-Louis
Borloo und Dominique BUSSEREAU gaben sich zufrieden mit dem Fortschritt
des Projekts: die Konzessionsvergabe für Hochgeschwindigkeitsstrecke
Tours - Bordeaux wurde am 14. Februar 2008 ausgeschrieben. Die Angebote
der Bewerber für das erste Runde wurden am 15. September 2008 eingeholt
und werden derzeit vom RFF zur Einleitung der zweiten Runde der Ausschreibung
im Frühjahr 2009 und im Hinblick auf den Beginn der Arbeiten im Jahr
2011 geprüft. Die Studien für die Teilabschnitte Bordeaux -
Toulouse, Bordeaux - Spanien und Limoges - Poitiers sind im Gange mit
dem Ziel, die öffentlichen Verfahren zu starten (Pressemeldung
Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement
durable et de l'Aménagement du territoire, 25.11.08).
Frankreich:
Schienengüterverkehr bietet unabhängigen Anbietern geeignete
Plattform
Mit dem Ausbau des Schienengüterverkehrs in Frankreich
wird der Zug zu einer umweltfreundlichen und kostengünstigen Transportalternative.
Foto Invest in France Agency.
Im November 2007 wurden die gesetzlichen Bestimmungen des französischen
Umweltforums "Grenelle de l'Environnement" verabschiedet (Der LOK Report
berichtete). Demzufolge soll der Anteil des nicht auf der Straße beförderten
Frachtaufkommens bis 2012 von derzeit 14 Prozent auf 25 Prozent angehoben
und der Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent reduziert werden.
Seit 2003 können auch unabhängige Anbieter in Frankreich Gütertransportdienste
erbringen. Neben den Deregulierungen im Personenverkehr hat sich die EU-Kommission
auch für eine zunehmende Liberalisierung des europäischen Güterbahnmarktes
entschieden.
Den Anfang bilden internationale Transporte zwischen den Mitgliedsstaaten.
Die hierfür erforderlichen Betriebsgenehmigungen und Sicherheitslizenzen
werden durch die RFF erteilt, den staatlichen Betreiber des französischen
Schienenetzes. Des Weiteren veranstaltet diese Behörde bedarfsgerecht
ausgelegte Mitarbeiterschulungen.
Die französische Regulierungsbehörde für den Eisenbahnverkehr (CRAF -
Commission de Régulation des Activités Ferroviaires), die allen Schienentransportanbietern
einen freien Zugang gewähren soll, wurde kürzlich beschlossen. Anfang
2009 soll sie ihre Arbeit aufnehmen.
Neben den traditionellen Transportunternehmen haben sich auch private
Anbieter für die Beförderung von chemischen Produkten, Nahrungsmitteln
und Schüttgut auf der Schiene etabliert. Bei diesen neuen Anbietern handelt
es sich oftmals um Tochtergesellschaften von traditionellen Speditionen
und Logistikdienstleistern. Dazu gehören DB Schenker (Deutschland), Euro
Cargo Rail (Tochtergesellschaft der britischen EWSI Gruppe), BLS Cargo
(Schweiz), CFF Cargo (Tochtergesellschaft der schweizerischen Bahnen),
CFL Cargo (Luxemburgische Bahn und ArcelorMital), VFLI (Tochtergesellschaft
der französischen Staatsbahn SNCF), Veolia Cargo (Tochtergesellschaft
der Veolia Transport), Rail 4 Chem (BASF) und Europorte 2 (Tochtergesellschaft
von Eurotunnel). Als Alternative zum LKW-Gütertransport bauen diese Anbieter
ihre Aktivitäten im Stückgutverkehr zunehmend aus.
Im Bereich des Containertransports ist der multimodale Verkehr bereits
sehr ausgeprägt. Die Verladung von LKW's auf die Schiene nimmt mit dem
Ausbau der Ladekapazität für Schwertransporte und der Einführung spezieller
Schienenfahrzeuge stetig zu. Diese Verkehrsmodelle basieren auf dem Prinzip
der in Deutschland und der Schweiz bekannten "Rollenden Landstraße (RoLa)"
oder greifen auf neue Transportkonzepte wie beispielsweise die Modalohr-Technologie
zurück (Konzept zum schnellen Umschlag von Sattelanhängern). Vertreter
des klassischen kombinierten Verkehrs in Frankreich sind die Firmen Naviland
(frühere CNC) und Novatrans. Die technologischen Entwicklungen werden
von Infrastrukturmaßnahmen wie etwa der Eröffnung der längsten RoLa-Strecke
Europas zwischen Perpignan und Luxemburg begleitet. Gleiches gilt für
den Ausbau der Alpentunnel vom Typ Lötschberg-Basistunnel oder dem in
Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gotthard-Basistunnel, der um weitere Nord-
West- und Süd-Ost-Verbindungen ergänzt wird.
Weitere Maßnahmen sind die derzeit im Bau befindlichen "Alpine rolling
road" sowie der Ausbau der Tunnels zwischen Lyon und Modane, um einen
Shuttle-Service als "rollende Landstraße" zu ermöglichen. Mit dem Bau
des Lyon-Turin-Eisenbahntunnels wird eine weitere Schlüsselverbindung
innerhalb des europäischen Schienennetzes eingerichtet, die alle zwischen
Barcelona und Budapest gelegenen Regionen miteinander verbindet.
Die Ausweitung des Güterfrachtverkehrs und die bessere Versorgung des
Hinterlandes werden durch den Anschluss der Hafengleisanlangen an das
allgemeine Schienennetz gewährleistet. Dabei spielt die Modernisierung
von Trassen und Rangiergleisen und deren Betrieb durch lizenzierte Gütertransportunternehmen
(Rail 4 Chem, Veolia, VFLI) eine bedeutende Rolle. Ein Beispiel hierfür
ist die Modernisierung der Zufahrts- und Hafengleisanlagen von Le Havre,
die eine Umgehung des Großraums von Rouen, des engen Seine-Korridors sowie
der stark beanspruchten Pariser Rangieranlagen ermöglichen.
Hintergrund: Die Invest in France Agency (IFA) ist eine Außenstelle der
französischen Regierung mit weltweitem Netzwerk. Sie berät und begleitet
ausländische Unternehmen bei ihren Investitionsprojekten in Frankreich
und bietet honorarfrei, unverbindlich und vertraulich Lösungen zur Optimierung
von Firmenaktivitäten an. Als Ansprechpartner stellt die IFA Unternehmen
ihr Wissen zur Verfügung und unterstützt sie in allen Phasen ihres Expansionsvorhabens.
Die IFA arbeitet mit den regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften
zusammen und kann ihren Kunden schnell und maßgeschneidert Informationen
bereit stellen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.investinfrance.org/germany
(Pressemeldung Invest in France Agency, FIZIT - Französisches Informationszentrum
für Industrie und Technik, 21.11.08).
Neuer
Generaldirektor lenkt Hafenverwaltung von Le Havre
Mit Wirkung zum 1. Oktober 2008 ernannte der französische Ministerrat
Laurent Castaing zum neuen Generaldirektor
der Hafenverwaltung von Le Havre.
Laurent Castaing ist Absolvent der Ingenieurhochschule "Ecole Polytechnique"
sowie der "Ecole Nationale Supérieure des Techniques Avancées (ENSTA)"
mit Schwerpunkt Schiffbau. Bevor er 2005 in das Amt des stellvertretenden
Generaldirektors des "Port Autonome de Nantes" eintrat, war er in verantwortlicher
Position in der Werft "Chantiers de l'Atlantique" sowie bei Alstom tätig.
Seine Ernennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die zweite Ausbauphase
des Port 2000 in vollem Gange ist. Dabei geht es um die Fertigstellung
von sechs Verladekais, die eine Erweiterung der bereits 1.400 Meter langen
Kailänge am Terminal Porte Océane und am Terminal France um 2.100 Meter
bedeutet. Die Bereitstellung der künftigen Verladekais an die Betreibergesellschaften
ist für Mitte 2009 bis Mitte 2010 geplant. Das Gesamtinvestitionsvolumen
der in drei Bauabschnitte aufgeteilten Arbeiten beläuft sich auf rund
215 Millionen Euro.
Im Zuge des steigenden Bedarfs an Lagerfläche mietete Cedilec kürzlich
im Logistikpark Prologis ein neues Lagerhaus mit einer Grundfläche von
25.800 m² an. Diese Neuansiedlung unterstreicht den kontinuierlichen Ausbau
dieses Gewerbegebietes, auf dem bereits das auf Kfz-Logistik spezialisierte
Transportunternehmen Gefco, eine Tochtergesellschaft der PSA-Gruppe, sowie
die Firmen Altadis, Schenker und XP Log mit einer Niederlassung vertreten
sind. Die Lagerkapazität des Logistikparks Prologis soll im Rahmen der
Standortplanung mittelfristig von derzeit sechs Großlagern auf eine Gesamtlagerfläche
von insgesamt 220.000 m2 ausgebaut werden.
Auch der mit einer direkten Anbindung an das Straßen-, Binnenschifffahrts-
und Schienennetz ausgestattete Logistikpark Pont de Normandie kann mit
der Inbetriebnahme von drei durch Alséi auf Rechnung der Ixis AEW vermarkteten
Lagern gute Zuwachsraten verbuchen. Das neue unter der Bezeichnung "Stockespace
Le Havre" eingerichtete und für die Hafenlogistik vorgesehene Gelände
wird mittelfristig 150.000 m2 Lagerfläche nach internationalen Standards
bieten (Lager mit einer Grundfläche von 5.500 m2, Deckenhöhe zehn Meter,
Tiefe 100 Meter) und die derzeitige Lagerfläche in Le Havre um eine weitere
Million Quadratmeter vergrößern
(Pressemeldung Hafenverwaltung Le Havre, FIZIT - Französisches Informationszentrum
für Industrie und Technik, 20.11.08).
SOeS
legt Statistikdaten für Personen- und Güterverkehr 2007/8 vor
Entwicklung des Gesamtpersonenverkehrs (schwarz)
und der Sparten Auto (gelb), Reisebus (rot), SNCF Fernverkehr (blau),
Nahverkehr mit Metro, SNCF Regionalverkehr und Tram (grün) und Flugzeug
innerfranzösisch (violet). Grafik SOeS.
Das dem Generalkommissariat für Nachhaltige Entwicklung zugeordnete
Statistikinstitut "Service de l’observation et des statistiques"
(SOeS) hat verschiedene Übersichten über die Verkehrsentwicklung
für das Jahr 2007 und den Anfang des Jahres 2008 veröffentlicht:
•
Die Verkehrsentwicklung
im Jahr 2007 ist geprägt durch die Transportsteigerung sowohl
im Personen- als auch im Güterverkehr. Es kam zu einer allgemeinen
Erhöhung der Mobilität im Personenverkehr nach zwei Jahren des
Rückgangs (+ 0,9%) und einer starken Zunahme des innerstaatlichen
Gütertransports auf dem Landweg (+3,4% ohne Transit).
Erwähnenswert ist, dass der Güterverkehr auf der Schiene mit
+ 5,1% stärker zunahm als der auf der Straße (3,9%). Im Schienenpersonenverkehr
legte der TGV um 5,8% zu, der Nahverkehrsbereich TER um 4,3%.
•
Die ersten Trends für das Jahr 2008 beinhalten den Verkehr
im ersten Quartal 2008 und den Verkehr
im zweiten Quartal 2008 (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
18.11.08).
Chaos-Wochenende
auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken
Sabotageakte führten am Samstag auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken
Nord, Est und Sud-Est zu teilweise chaotischen Verhältnissen. An
zwei Orten waren am Samstagmorgen Eisenstangen an den Oberleitungen der
Hochgeschwindigkeitsstrecke “Nord” angebracht worden. Für
zusätzliche Behinderungen sorgte ein Unfall, bei dem ein Mann von
einem Zug erfasst und tödlich verletzt wurde.
Der Präsident der SNCF, Guillaume Pépy, kündigte eine
stärkere Überwachung des französischen Netzes an.
Auswirkungen auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke Nord (LGV Nord):
• Etwa 80 Thalys-, Eurostar- und TGV-Züge verkehrten mit rund
20 000 Reisenden über die klassischen Strecken, es traten in der
Regel Verzögerungen in der Größenordnung von einer Stunde
auf. Rund dreißig Züge hatten jedoch Verzögerungen von
mehr als 2 Stunden.
• Drei TGV wurden blockiert.
- 5104 Toulouse - Lille mit 350 Fahrgästen hatte 4 Stunden Verspätung.
- 5102 Lille - Nice mit 200 Fahrgästen hatte 3 Stunden Verspätung.
- 5200 Lille - Irun nit 200 Fahrgästen hatte 3.30 Stunden Verspätung.
Auswirkungen
auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke Est (LGV Est):
•
Ein TGV wurde blockiert (Verspätung 4:30 Stunden), rund vierzig weitere
hatten Verspätungen von 30 Minuten, drei TGV von 1.30 Stunden.
Auswirkungen auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke Sud-Est (LGV Sud-Est)
•
Vierzig TGV hatten Verspätungen zwischen 10 und 45 Minuten.
Die
Information der Reisenden in den Zügen und Bahnhöfen erfolgte
gemäß der Entwicklung der Ereignisse. Alle Reisenden in den
blockierten Zügen erhielten Mahlzeiten und ihre Fahrkarten wurden
vollständig erstattet (Pressemeldung SNCF, 10.11.08).
Modernisierung
der Strecke Marseille - Gardanne - Aix en Provence
Im Rahmen der Modernisierung der Strecke Marseille - Gardanne
- Aix en Provence hat die französische Sicherheitsbehörde EPSF
(Etablissement Public de Sécurité Ferroviaire) dem Netzbetreiber
RFF (Réseau Ferré de France) am 4. November 2008 die Genehmigung
zur kommerziellen Nutzung der Linie erteilt.
Die Modernisierung der gesamten Strecke soll kürzere Reisezeiten,
die Erhöhung der Zugfrequenzen und mehr Sicherheit bringen (Pressemeldung
EPSF, 10.11.08).
13
Milliarden Euro für das Schienennetz von morgen
Jean-Louis Borloo (Staatsminister und Minister für Ökologie,
Energie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung), Eric Woerth (Minister
für Haushalt und öffentlichen Dienst), Dominique Bussereau (Staatssekretär
für Verkehr) und Hubert du Mesnil (Präsident des Netzbetreibers
Réseau Ferré de France, RFF) haben am 3. November 2008 zum
ersten Mal in der Geschichte des französischen Eisenbahnsystems einen
Vertrag über sich aus den Verpflichtungen der Ergebnisse des Abkommens
"Grenelle Umwelt" (Grenelle Environnement) ergebende Stärkung
der Leistung des französischen Schienennetzes unterschrieben.
Dieser Vertrag legt die Ziele der Modernisierung der Infrastruktur und
die Modalitäten für die Entwicklung eines neuen Netzangebots
fest, um deren Qualität, die Dienstleistungen und die Sicherheit
zu verbessern.
Mit diesem Vertrag gibt der Staat seine Absicht für die Modernisierung
der Eisenbahninfrastruktur und den Eintritt des nationalen Netzes in das
der EU-Verkehrspolitik des 21. Jahrhunderts. In diesem Sinne übernimmt
Réseau Ferré de France vom Staat 33 Verpflichtungen, deren
Fortschritte durch eine Reihe von Zielsetzungen kontrolliert werden.
"Der Vertrag zur Leistungssteigerung der Schiene im Sinne der Umweltvereinbarung
von Grenelle ist ein Bündnis des Vertrauens zwischen dem Staat und
dem größten Netzbetreiber in Frankreich. Mit diesem Vertrag
kann der Staat das Tempo der Modernisierung des Schienennetzes mit einem
Beitrag von 13 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, und zwar von 400 km
pro Jahr auf rund 900 km. Wir kehren auf unser historisch höchstes
Niveau zurück, mit dem Ziel, mehr Sicherheit, mehr Stabilität
und mehr Wettbewerbsfähigkeit zu ermöglichen", sagte Jean.Louis
Borloo bei dieser Gelegenheit (WKZ, Pressemeldung Ministère de
l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et de
l'Aménagement du territoire, 05.11.08).
Takteinführung
in der Ile-de-France zum Fahrplanwechsel
Am 14. Dezember werden zum ersten Mal in der Ile-de-France drei Transilien-Linien
der SNCF im Takt verkehren. Diese Änderung der Verbindungen wurde
vom "Syndicat des transports d'Ile-de-France (STIF) im Rahmen der
allgemeinen Politik zur Entwicklung des Angebots von Verkehrsleistungen
beschlossen. Die drei Strecken sind die Verbindungen
• Paris-Lyon nach Montereau und Montargis (Linie R, hellrot auf
der Karte),
• Paris-Montparnasse nach Mantes-la-Jolie, Rambouillet und Dreux
(Linie N, dunkelgrün), und
• Paris-Saint-Lazare nach Mantes-la-Jolie über Poissy (Linie
J, hellgrün).
Das ehrgeizige Projekt der Takteinführung soll ab 14. Dezember das
Tramsilien-Angebot der Strecke Paris-Lyon nach Montereau und Montargis
(Linie R) um 74 Prozent erhöhen, bedingt aber damit zum Teil eine
Verringerung der Angebote TER und Corail Intercité. Eine Erhöhung
um 18% des Angebots kommt der Strecke Paris-Montparnasse nach Mantes-la-Jolie,
Rambouillet und Dreux (Linie N) zugute und um 25% des Angebots der Achse
Paris - Mantes-la-Jolie über Poissy auf der Linie J.
Die Änderungen betreffen rund 200 000 Reisende täglich. Der
Fahrplan auf der RER-Linie D wird ebenfalls im nördlichen Teil im
Hinblick auf einen störungsfreien Betrieb modifiziert.
Die Stärkung des Angebots unterstützt das STIF mit 56 Millionen
Euro pro Jahr. Das Projekt wurde durch Transilien SNCF und RFF auf Antrag
und unter der Koordination des STIF seit Anfang 2007 durchgeführt.
Es war Gegenstand von zahlreichen Begegnungen mit Vertretern der Kommunen
und der Gemeinschaft der Agglomeration, den Betroffenen der Grenzregionen
und den Fahrgastverbänden. Es wurde vom Verwaltungsrat des STIF im
Februar 2008 beschlossen (Der LOK Report berichtete). Eine erste Bilanz
der Takteinführung soll im Mai/Juni 2009 durch die beteiligten Partner
erfolgen (WKZ,
Pressemeldung SNCF, 29.10.08).
Münchner
Hybridbus in Paris und Straßburg zu Besuch
Ein Münchner hat in dieser Woche zwei große Auftritte in Frankreich: Münchens
erster Hybridbus der neuesten Generation, der seit rund zwei Monaten erfolgreich
im MVG-Netz unterwegs ist, wird in Paris und Straßburg präsentiert. Die
Stadtwerke München (SWM) haben ihr Fahrzeug für die Vorstellung und Demonstrationsfahrten
in Frankreich leihweise zur Verfügung gestellt.
Der Hybridbus wurde bereits zu Beginn der Woche bei Transdev in Paris
gezeigt. Der Verkehrskonzern zählt zu Frankreichs führenden Dienstleistungsunternehmen
im Öffentlichen Personennahverkehr und betreibt Verkehrsnetze in mehreren
Ländern. Am Donnerstag und Freitag wird der Münchner Hybridbus zu Gast
im Elsass sein. Dort interessieren sich Vertreter der Stadt Straßburg
und des kommunalen Verkehrsunternehmens CTS (Compagnie des Transports
Strasbourgeois) für den Gelenkbus von dem polnischen Hersteller Solaris.
Das Interesse an dem Münchner Fahrzeug ist in beiden Fällen auf seinen
innovativen Hybridantrieb zurückzuführen: Der Gelenkbus wird von einem
Dieselmotor angetrieben, der von zwei Elektromotoren unterstützt wird.
Seine Energieeffizienz übertrifft damit die bereits hervorragende Umweltbilanz
herkömmlicher Dieselbusse. Der Einsatz des Hybridbusses im MVG-Netz dient
der Erprobung der Hybridtechnik unter Realbedingungen im Fahrgastbetrieb.
Sein Gastspiel in Frankreich verdeutlicht erneut, dass die Stadt München
und ihr Verkehrsunternehmen MVG Umwelt- und Klimaschutz groß schreiben
und damit auch Innovationsmotor für zukunftsweisende Technologien sind
(Pressemeldung BAV, 23.10.08).
Bauarbeiten
für den Ostast des TGV Rhin-Rhône kommen gut voran
Im Bau befindliche Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke
Dijon - Mulhouse (weiß gestrichelt) und heutige TGV-Linien (rot).
Grafik LOK Report Europa Reiseführer 2008/2009.
Die im Jahr 2006 begonnenen Bauarbeiten für den Ostast des TGV Rhin-Rhône
zwischen Belfort und Dijon gehen so gut voran, dass mit dem 11. Dezember
2011 bereits der Einweihungstermin für den 140 km langen Abschnitt genannt
wurde. Das Video einer Überfliegung im September 2008 auf www.lgvrhinrhone.fr
(25 Min.) zeigt, dass die Erdarbeiten bereits weit fortgeschritten und
zahlreiche Brücken und Kreuzungsbauwerke im Bau oder schon vollendet sind.
Die Fahrzeit Basel-Paris verkürzt sich dann gegenüber der Verbindung über
Strasbourg und den TGV-Est nochmals um 20-30 Minuten auf 3 Stunden. Eine
weitere Verkürzung der Fahrzeit um 10-15 Minuten ist zu erwarten, wenn
auch der 35 km lange Abschnitt Belfort - Mulhouse realisiert wird. Der
Finanzierungsplan dafür soll von einer Delegation erarbeitet werden, die
der zuständige Regionalräfekt in den nächsten Wochen ernennt.
Auch für einen weiteren 15 km langen Abschnitt des Ostastes bei Dijon
ist die Finanzierung noch ungeklärt. Später sind noch ein Südast Dôle-Lyon
und ein Westast von Dijon zur bestehenden Linie TGV Sud-Est geplant (Jürgen
Recknagel,
Quelle Basler Zeitung, 20.10.08).
SNCF
startet Kampagne für Hochgeschwindigkeitsverkehr von morgen
Vom 6. bis 17. Oktober führte die SNCF auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken
"Est Européenne" und "Nord" Prüfungen
unter laufendem Verkehr mit sehr hohen Geschwindigkeiten von bis zu 360
km/h durch. Zum
Einsatz kam der von Alstom hergestellte und mit ERTMS ausgestattete Duplex-TGV
(Dasye, Duplex Asynchrone Ertms) aus dem jüngsten Triebfahrzeugpark
der SNCF.
Die Wagen 707 und 706 waren innen und außen mit eine Reihe von Sensoren
und einem Messlabor ausgerüstet. Die Ergebnisse wurden gemeinsam
mit den Messwerten der Rekordfahrt vom April 2007 in Zusammenarbeit mit
dem Netzbetreiber RFF (Réseau Ferré de France) und dem Hesteller
Alstom ausgewertet. Insbesondere untersucht wurden: Masseverhalten, Audio-und
Schwingungsanalyse, Auswirkungen auf die Umwelt, Komfort und Dynamik,
Akustik im Fahrzeuginneren, Aerodynamik, Verhalten der Züge in Abhängigkeit
von der Qualität der Strecke, Auswirkungen auf Strecke und Oberleitung.
Die Tests erfolgten im Rahmen des von SNCF, RFF und Alstom getragenen
Programms "l’Excellence Française de la Très
Grande Vitesse Ferroviaire". Das Ziel der Versuche ist die Überprüfung
der Fähigkeit, den Verkehr von morgen mit Geschwindigkeiten im Bereich
von 300 bis 400 km/h durchzuführen.
Die SNCF setzt auf diese hohe Geschwindigkeiten, um kürzere Reisezeiten
und innovative Dienstleistungen anbieten zu können, um die Marktanteile
in einem Umfeld zu immer mehr Wettbewerb steigern zu können, insbesondere
in Hinblick auf den zukünftigen Wettbewerb mit neuen Eisenbahnunternehmen.
Insbesondere setzt die SNCF dabei auf folgende Ziele:
•
Bewahrung einer Position als Weltmarktführer: Mit Blick auf den Wettbewerb
und die Öffnung des Marktes für den internationalen Personenverkehr
ab dem Jahr 2010 ist es wichtig, an der Spitze der Technologie die Kundenbindung
zu steigern. Kürzere Fahrzeiten sollen unter gleichbleibenden Bedingungen
des Komforts und der Sicherheit mit umweltfreundlichen Lösungen erreicht
werden.
•
Steigerung des Marktanteils der Schiene im Personenverkehr durch kürzere
Reisezeiten: Der Zug ist bis heute das umweltfreundlichste Verkehrsmittel.
Durch Verkürzung der Reisezeiten können Marktanteile gegenüber
dem Flugzeug und dem Auto gewonnen werden: Eine Stunde gewonnener Fahrzeit
vergrößern den Marktanteil um bis zu 25 bis 30%, 5 Minuten
um 2 Prozentpunkte. Diese Perspektive behält ihre Bedeutung weit
über die französischen Grenzen hinaus.
•
Verbesserung der Komfort an Bord: Die Prüfungen geben Gelegenheit,
Vibrationen und Lärm zu überprüfen und gewährleisten
so den bestmöglichen Komfort an Bord.
•
Steigerung der Ökomobilität: Mit der Fahrzeitverkürzung
verzichten die Kunden auf ihr Auto zu Gunsten der Bahn: So verringert
sich der Gesamtenergieverbrauch und mehr noch die CO2-Emissionen.
Weitere Informationen: Pressemeldung der SNCF (WKZ,
Pressemeldung SNCF, 20.10.08).
Instandsetzung
der Nordröhre des Eurotunnels bis Februar 2009
Eurotunnel hat am 10. Oktober 2008 Verträge für die Überwachung
und Verwirklichung der Renovierung des Abschnitts 6 in der Nordröhre
des Ärmelkanal-Tunnels abgeschlossen. Nach dem Brand eines Eurotunnel
Shuttles am 11.09.08 wurden Teile der Nordröhre im Abschnitt 6 beschädigt
und konnten nicht mehr durchgehend befahren werden.
Das Projekt wird von SETEC überwacht und die Arbeiten von einer Gruppe
von Unternehmen durchgeführt, bestehend aus:
•
Freyssinet (Group Leader): Tiefbau
• ETF (Eurovia Travaux Ferroviaires): Schienen und Oberleitung
• Vinci Energies: Andere Anlagen (Axima, Vinci als Unterauftragnehmer
ist für das Kühlsystem verantwortlich).
Ein Teil der Aufträge werden direkt von Eurotunnel durchgeführt.
Eurotunnel-Teams haben bereits damit begonnen, die Arbeitsplätze
einzurichten, insbesondere die Unterkünfte und Büros.
SETEC
und die Gruppe der Unternehmen haben sich zu einer Bauzeit von etwa vier
Monaten verpflichtet, damit die vollständige Wiedereröffnung
der Tunnelröhre Mitte Februar 2009 erfolgen kann.
Das Gesamtbudget für die Wiederherstellung der Tunnel wird voraussichtlich
weniger als € 60 Millionen betragen (WKZ,
Pressemeldung Eurotunnel, 20.10.08).
Aufruf
zur Interessenbekundung "Autoroute ferroviaire atlantique"
 
Karte der Tunnel auf der "autoroute ferroviaire
atlantique" und Querschnitt der vorgesehenen Wagen für die "Autobahn
auf Rädern". Grafiken Ministère
de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et
de l'Aménagement du territoire.
Frankreich als ein Ort des internationalen Transits auf die iberische
Halbinsel und nach Italien macht die Schaffung von Alternativen zum Straßenverkehr
erforderlich. Deshalb wurde ein ehrgeiziges Programm zur Beförderung
von LKW auf der Eisenbahn (autoroute ferroviaire) im Rahmen des runden
Tisches der Umwelt "Grenelle de l’environnement" gestartet.
Als Folge möchte der französische Staat ab dem Jahr 2010 die
"autoroute
ferroviaire atlantique" vom Süden Aquitaniens bis zur Ile-de-France
und weiter nach Norden bis zum Departement "Pas-de-Calais" in
Betrieb gehen lassen. Langfristig soll dieser Dienst im Süden bis
über die spanische Grenze verlängert werden.
Vor zwei Wochen berichtete der LOK Report über die Konsultationen
mit den Konstrukteuren und Hersteller. Der nun vorliegende, bis zum 19.12.08
gültige Aufruf
zur Interessenbekundung hat zum Ziel, die Erwartungen der verschiedenen
interessierten Parteien für das Projekt zu prüfen:
• Anbieter von Dienstleistungen für den kombinierten Verkehr
• Investoren, Entwickler und Hersteller von rollendem Material
• Investoren, Bau-Unternehmen, Träger von Terminals und verschiedene
Benutzergruppen wie Spediteure und Verlader.
Dieser Aufruf zur Interessenbekundung ist ein wichtiger Schritt vor dem
Beginn einer Beratung im Hinblick auf die Bestellung eines oder mehrerer
Betreiber des Dienstes. Er dient der Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen
für eine künftige internationale Ausschreibung und der Bedingungen
und Modalitäten für ihre Beteiligung an der Einrichtung des
Services.
Die Antworten auf diesen Aufruf zur Interessenbekundung erleichtern dem
Staat und seinen Partnern Aussagen im Hinblick auf:
• Präzisierung der technischen und operationellen Dienste insbesondere
in Bezug auf den Unterhalt der Infrastruktur, der verwendeten Fahrzeuge,
der Standorte und Art der Ausrüstung der Terminals und der Art und
Qualität der Ausrüstung der Zugänge zu den Terminals,
• Merkmale der wirtschaftlichen, finanziellen und tariflichen Bestimmungen
des Dienstes und der Bedingungen, unter denen dieser Dienst aufgestellt
wird,
• Art der Risiken für das Projekt und Bedeutung der Funktion
der verschiedenen Beteiligten,
• Mögliche flankierende Maßnahmen wie Landschaftspflege
zur Steigerung der Attraktivität des Projekts für die verschiedenen
Beteiligten,
• Festlegung der rechtlichen und finanziellen Bedingungen sowie
der Ziele und Einschränkungen für den Betrieb des Dienstes.
Der
Staat beabsichtigt, die Ausschreibung am Ende dieses Aufrufs zur Interessenbekundung
zu starten. (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
13.10.08).
EOQA-Zulassung
für TÜV Rheinland
Die
französische Sicherheitsbehörde "Etablissement public de
sécurité ferroviaire" (EPSF) hat am 3. Oktober 2008
der Gesellschaft TÜV
RHEINLAND Intertraffic GmbH (TRITA) die Zulassung als "qualifizierte
Einrichtung" (Organisme qualifié) zur Begutachtung von Projektierung-
und Ausführungsarbeiten auf folgenden Gebieten erteilt: Zugsicherung
und Signalgebung, Fahrzeuge außer Wagen, Güterwagen, Infrastruktur
und Energie.
Es
handelt sich um die zweite vom EPSF zugelassene und die erste im Ausland
ansässige Überwachungsorganisation mit dem Titel "Expert
ou organisme qualifié" (EOQA)
(Pressemeldung EPSF, 10.10.08).
AVIS,
RATP, SNCF und VINCI Park wollen Carsharing anbieten
AVIS, RATP, SNCF und VINCI Park haben am 29.09.08 ein Abkommen zur gemeinsamen
Bewerbung in der künftigen Ausschreibung zur Einrichtung einer Autovermietung
im Self-Service in der Region Ile de France unterzeichnet (service francilien
d’autopartage).
Der Gruppe gehören vier Spezialisten der Mobilität an:
• AVIS, einer der führenden europäischen Anbieter für
die Vermietung von Fahrzeugen an Privatpersonen und Unternehmen;
• RATP, Betreiber eines der größten kombinierten Nahverkehrsnetzes
in der Welt;
• SNCF, einer der der wichtigsten Akteure auf allen Sektoren der
Öko-Mobilität in Frankreich und Europa
• VINCI Park, europäischer Marktführer für Parkplätze.
Mit ihrer Zusammenarbeit betonen die vier Partner ihre Bereitschaft, ein
Angebot zu entwickeln, dass folgende Vorteile bietet:
• Positionierung eines neuen Angebots des öffentlichen Verkehrs
in der Region Ile de France;
• Schaffung von Synergien verschiedener öffentlicher Verkehrsmittel
(Bahn, S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, Bus, Auto) mit der Autovermietung;
• Ein Angebot unter Verknüpfung von Stationen, Bahnhöfen,
Straßen und Parkplätzen;
• Nutzung der Verkaufsmöglichkeiten der 4 Partner.
Dieser Dienst hat die Aufgabe, den Bewohnern der Ile-de-France und ihren
Besuchern eine neue Form der Mobilität durch die Flexibilität
des Pkw, die Kostenersparnis durch Autoanmietung und der Umweltfreundlichkeit
des öffentlichen Personenverkehrs zu bieten (WKZ, Pressemeldung SNCF,
06.10.08).
Konsultationen
zur "Autoroute ferroviaire atlantique"
 
Karte der Tunnel auf der "autoroute ferroviaire
atlantique" und Querschnitt der vorgesehenen Wagen für die "Autobahn
auf Rädern". Grafiken Ministère
de l'Écologie, de l'Energie, du Développement durable et
de l'Aménagement du territoire.
Frankreich als ein Ort des internationalen Transits auf die iberische
Halbinsel und nach Italien macht die Schaffung von Alternativen zum Straßenverkehr
erforderlich. Deshalb wurde ein ehrgeiziges Programm zur Beförderung
von LKW auf der Eisenbahn (autoroute ferroviaire) im Rahmen des runden
Tisches der Umwelt "Grenelle de l’environnement" gestartet.
Als Folge möchte der französische Staat ab dem Jahr 2010 die
"autoroute
ferroviaire atlantique" vom Süden Aquitaniens bis zur Ile-de-France
und weiter nach Norden bis zum Departement "Pas-de-Calais" in
Betrieb gehen lassen. Langfristig soll dieser Dienst im Süden bis
über die spanische Grenze verlängert werden.
Die Konsultationen richten sich an die Konstrukteure und Hersteller verschiedener
Fahrzeuge sowie an potenzielle Interessenten zur Bereitstellung von rollendem
Material. Sie haben die Vorbereitungen zur Eröffnung einer Ausschreibung
im Hinblick auf die Bestellung eines oder mehrerer Betreiber dieses Dienstes
zum Ziel. Festgelegt werden zum Beispiel
• die Art und Beschaffenheit der Fahrzeuge, die derzeit verfügbar
sind oder entwickelt werden und
• die Bedingungen, unter denen diese Fahrzeuge verfügbar gemacht
werden können.
Zu diesem Zweck erfolgt parallel ein Aufruf zur Interessenbekundung für
die Einrichtung eines solchen Dienstes. Als Richtwert für diesen
Dienst ist zunächst eine tägliche Hin- und Rückleistung
vorgesehen, die in drei bis fünf Jahren auf täglich vier Hin-
und Rückzüge erweitert werden kann.
Die
Informationen der
in diesem Dokument enthaltenen Daten sind unverbindlich und können
den Entwicklungen angepasst werden. Sie berühren nicht den Inhalt
einer künftigen Ausschreibung für das Projekt (WKZ,
Pressemeldung Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du
Développement durable et de l'Aménagement du territoire,
30.09.08).
Größtes
europäisches PPP-Infrastruktur-Projekt geht in die nächste Runde
Am
15.09.08 hat der französische Netzbetreiber Réseau Ferré
de France (RFF) die ersten Angebote von jedem der drei in die engere Auswahl
genommenen Kantidaten für das Gebot um den Konzessionsvertrag der
Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV) "Sud Europe Atlantique" (Tours
- Bordeau) erhalten.
Die neue Hochgeschwiondigkeitsstrecke soll die Fahrzeit von Paris nach
Bordeaux auf etwa zwei Stunden ab dem Jagr 2016 verkürzen.
Das Konsultationsverfahren wird im größten PPP-Verfahren (Public-Private-Partnership)
aller Zeiten in Europa im Bereich der Transport-Infrastrukturen erfolgen.
Der Konzessionsinhaber muss den Bau, die Instandhaltung und den Betrieb
der neuen Linie gewährleisten.
Die LGV "Sud Europe Atlantique" ist Teil eines Gesamtprojekts
von vier High-Speed-Strecken:
• Tours-Bordeaux,
• Bordeaux-Toulouse,
• Bordeaux-Spanien und
• Poitiers-Limoges.
Die französische Verwaltung begann das Verfahren unter Konsultation
der lokalen Regierungen mit der Ausarbeitung eines Protokolls zur Finanzierung
der vier Linien.
Nach Auswertung der eingegangenen Angebote der drei in die engere Auswahl
genommenen Bieter
• VINCI,
• Bouygues und
• EIFFAGE
werden die Festlegung der endgültigen Parameter im Hinblick auf die
Einleitung der zweiten Runde des Verfahrens im nächsten Frühjahr
und die Vorlage der endgültigen Angebote im Sommer 2009 erfolgen.
Zur
Verkürzung der Verfahren prüft RFF den Erwerb benötigter
Flächen und führt Studien zu Umweltfragen durch.
Die Grafik zeigt die geplante LGV-Strecke (weiß gestrichelt) und
die derzeit befahrenen TGV-Linien (rot) (WKZ, Quelle Pressemeldung RFF,
25.09.08).
Organisatorische
Maßnahmen zur Eisenbahnverbindung Lyon - Torino
Nach mehreren Kontakten mit dem italienischen Amtskollegen hat der französische
Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, auf der Baustelle
des 52 km langen Tunnels von Fréjus (Mont Cenis Tunnel) zwischen
Frankreich und Italien am 15.09.08 organisatorische Maßnahmen zur
Durchführung der alpenquerenden
Eisenbahnverbindung Lyon - Torino bekanntgegeben:
•
Die Schaffung einer Instanz zur Bereitstellung eines Schiebedienstes (service
de pousse), die den Zugang für alle Betreiber zum Tunnel Mont-Cenis
erleichtern und der Steigerung des Güterverkehrs zwischen St. Jean
de Maurienne und Orbassano dienen soll.
•
Eine einheitliche französisch-italienische Verwaltung zur Überprüfung
der Ordnungsmäßigkeit und Interoperabilität der Züge.
•
Die Einrichtung einer neuen Verbindung "autoroute ferroviaire alpine"
nach Ende der Arbeiten zur Modernisierung des Fréjus-Tunnels.
Schließlich
kündigte Dominique Bussereau die Einrichtung einer interministeriellen
Arbeitsgruppe für die Vorbereitung der Unterzeichnung eines neuen
binationalen Abkommens im Jahr 2009 an. Diese Gruppe wird in den nächsten
Tagen zusammentreten.
Alle diese Maßnahmen konkretisieren das starke Engagement der Regierung
für das Projekt Lyon - Torino in voller Übereinstimmung mit
den Schlussfolgerungen des "Grenelle Environnement" (WKZ, Quelle
Ministère de l'Écologie, de l'Energie, du Développement
durable et de l'Aménagement du territoire, 18.09.08).
SNCF-Agenturen
steigern Verkäufe
Zwischen Juni 2006 und Juni 2008 stiegen die Verkäufe in den SNCF-Verkaufsagenturen
um 22%. Diese Leistung rührt unmittelbar von den sehr guten Ergebnissen
der Verkäufe der Sparte "Voyageurs France Europe", die
im gleichen Zeitraum um 16,2% stiegen.
Diese Entwicklung ist insbesondere dem Erfolg des "TGV Est européen"
zu verdanken, der seit dem Start im Juni 2007 fast 40% des Wachstums der
Agenturen ausmachte. Die Umsätze der Züge Eurostar und Thalys
stiegen insgesamt um 26%.
Das 1. Halbjahr 2008 folgt dem gleichen Trend mit einem starken Wachstum
von 9,6% (ohne TGV Est) in Frankreich und auf internationaler Ebene. Andererseits
ist der Markt geprägt durch die Steigerung der Online-Reservierungen
für den Geschäftsverkehr über SBT und RAVEL: 12% der Reisen
wurden on-line vermittelt.
Die zweite Ausgabe der Zufriedenheitsumfrage (baromètre agences)
bestätigt das Vertrauen, dass sich die Reisebüros der SNCF erworben
haben (89% zufrieden, 9% vollständig zufrieden). Produkte mit besonderem
Rating waren die telefonische Hotline (82,4% zufrieden), der Kundendienst
und die Dokumentation zu den Produkten (93%).
Die SNCF setzt ihre Aktion zur Begleitung des Vertriebs über die
Agenturen fort:
•
Anfang des Jahres 2009, wird die SNCF das E-Ticket auf der Strecke Paris
- Straßburg einführen.
• Im 2. Halbjahr 2008, vereinfacht die Plattform "FERia"
den Service mit neuen Funktionen.
•
Neue Module ergänzen das E-Learning auf dem Areal der internationale
Angebote.
•
Ausbau des Programms "PréFERence".
Weitere Informationen: Pressemeldung
der SNCF (WKZ, 18.09.08).
Gesetz
zum Aufbau einer Behörde der Eisenbahnregulierung
Der Staatssekretär für Verkehr, Dominique Bussereau, hat am
10.09.08 die Presse über den Gesetzesentwurf zur Organisation und
Regulierung der Eisenbahn und über weitere Vorschriften zum Transport
informiert (Projet
de loi relatif à l’organisation et à la régulation
des transports ferroviaires et guidés et portant diverses dispositions
relatives aux transports).
Der Wettbewerb für den Eisenbahngüterverkehr ist seit 31. März
2006 geöffnet. Die Dienstleistungen des internationalen Personenverkehrs
müssen spätestens am 1. Januar 2010 ermöglicht werden,
wie auf europäischer Ebene beschlossen.
Zur Öffnung des Schienenverkehrs für den Wettbewerb wird eine
wirksame Regulierung verlangt, die den diskriminierungsfreien Netzzugang
für alle Marktteilnehmer erlaubt. Die Notwendigkeit zur Marktöffnung
wurde vom Präsidenten der Republik am 26. Juni 2007 während
der Einweihung des neuen Terminals in Roissy Charles-de-Gaulle verkündet.
Das Ziel dieser neuen Gesetzesvorlage ist es, eine unabhängige Verwaltungsbehörde
zur Regulierung des Bahnverkehrs zu konstituieren (Commission de régulation
des activités ferroviaires, CRAF). Die wichtigsten Aufgaben dieser
Behörde werden weitreichende Befugnisse für Ermittlungen und
Untersuchungen sowie für Sanktionen im Fall festgestellter Mängel
sein.
Das Recht auf Anrufung der Kommission für die Regulierung des Bahnverkehrs
soll offen sein für alle Beteiligten dieses Sektors (Eisenbahnunternehmen,
Betreiber des kombinierten Verkehrs, Wettbewerbsteilnehmer). Die Kommission
kann zu Fragen betreffend aller Rechtsvorschriften im Eisenbahnverkehr
konsultiert werden, insbesondere zu Trassenpreisen und Preisen für
die Beförderung von Reisenden.
Der Aufbau der geplanten Kommission wird ähnlich zu dem der Kommission
für die Regulierung der Energie (Commission de Régulation
de l'Energie) sein: Ein Kollegium aus sieben nicht widerrufbar für
sechs Jahre ernannten Kommissionsmitgliedern wird für sechs Jahre
ernannt. Die hauptsächlich aus Juristen und Ökonomen bestehende
Verwaltung wird von einem Generalsekretär geleitet. Diese Struktur
umfasst etwa 60 Personen und beinhaltet ein Budget von 8 Mio. €.
Nach der Prüfung durch das Europäische Parlament und der Verkündung,
soll das Gesetz im ersten Halbjahr 2009 in Kraft treten.
Der
Gesetzentwurf wird auch die Einrichtung von Eisenbahnunternehmen im Regionalbereich
ermöglichen. Letztere können, mit dem Ziel der Optimierung der
technischen und personellen Mittel, vom Netzbetreiber RFF Aufgaben des
Managements von Strecken mit geringem Verkehrsaufkommen oder Güterverkehr
erhalten. Auf diesen Strecken dürfen regionale Dienstleister auch
den Personenverkehr betreiben.
Weitere Aspekte des Gesetzentwurfes sind die Verlängerung der Konzessionen
am Mont-Blanc-Tunnel und am Tunnel Sainte-Marie-aux-Mines sowie Bestimmungen
über die Arbeitszeit der Besatzungen der Zivilluftfahrt (WKZ,
Pressemeldung BAV, 15.09.08).
Feuer
im Eurotunnel

Ein Feuer brach kurz vor 15.00 Uhr am Donnerstag, 11. September an Bord
eines mit Lastwagen beladenen Eurotunnel-Shuttle in der nördlichen
Tunnelröhre unter dem Ärmelkanal aus. Der Tunnel besteht aus
drei Tunnelröhren, zwei für den Schienenverkehr und eine dritte
für Wartung und Evakuierung. Der Zug fuhr von England nach Frankreich
und wurde etwa 11 Kilometer vor der französischen Tunnel-Ausfahrt
gestoppt.
Eurotunnels Sicherungssysteme an Bord des Shuttle und im Tunnel haben
das Problem sofort erkannt. Die in der Nähe der französischen
Tunnelausfahrt stationierte Feuerwehr war schnell in der Lage, die Situation
zu beurteilen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. 32 Personen
an Bord des Shuttles wurden in den Service-Tunnel evakuiert. Drei weitere
Züge im Tunnel wurden sofort nach England zurückgeführt.
Die südliche Tunnelröhre war vom Vorfall nicht betroffen.
Das Feuer wurde gegen 08:00 Uhr französischer Zeit dank der gemeinsamen
Anstrengungen der Feuerwehren aus Kent und Pas-de-Calais unter Kontrolle
gebracht. Alle Bemühungen des Unternehmens konzentrieren sich nun
auf die Wiederaufnahme des Betriebs (Pressemeldung
Eurotunnel, 13.09.08).
SNCF
setzt auf Einzelwagenverkehr der neuen Generation
Mit dem Service
des Einzelwagenverkehrs (wagon isolé) der neuen Generation
will Fret SNCF ab 2009 die Modernisierung des bisher stark defizitären
Dienstes mit einer Rückkehr zur Rentabilität ab dem Jahr 2011 verbinden.
Der Verlust dieser Sparte belief sich im Jahr 2007 auf 70% des Gesamtverlustes
von 234 Mio. Euro für Fret SNCF. Der Einzelwagenverkehr stellt neben
dem kombinierten Verkehr und dem Ganzzugverkehr eines der drei Tätigkeitsfelder
von Fret SNCF dar.
Fret SNCF will die Entwicklung des Schienengüterverkehrs in Frankreich
dank der Einführung eines Systems für den schnellen Güterzugdurchsatz
(Système
de Haut Débit Ferroviaire) vorantreiben, und die Leistung und Zuverlässigkeit
des Schienengüterverkehrs für die Industrie erhöhen. Über
ein Netz von Verladestationen und Hubs auf regionaler und nationaler Ebene
soll der Einzelwagenverkehr optimiert werden. Fret SNCF positioniert sich
damit auf den großen Bedürfnissen des Warenverkehrs: dichtes
Netz, intensivierter Verkehr und regelmäßige Verbindungen mit
hoher Kapazität.
Heute beträgt der Einzelwagenverkehr zwar nur 35% des Transportaufkommens
von "Fret SNCF, bleibt aber lebenswichtig für die Chemie-, Automobil-
und Stahlindustrie sowie die Unternehmen der Getreide- und Baubranche.
Luc Nadal, stellvertretender Generaldirektor der Branche "Transports
et Logistiques" und Direktor von "Fret SNCF", stellte das
Projekt am 11.09.08 der Presse vor: "Die Eisenbahn präsentiert
mit dem Einzelwagenverkehr das am besten auf die Bedürfnisse der
Industrie zur Flexibilität und Feinverteilung ausgerichtete Angebot.
Die Entwicklung des Einzelwagenverkehrs ist die Entwicklung des Schienengüterverkehrs
auf einem Marktsegment, das komplementär zur Beförderung über
den Kombinierten Verkehr ist".
Der Einzelwagenverkehr erfolgt heute in der Logistik der größten
Auftraggeber von "Fret SNCF, die insbesondere Transportaufgaben zu
ihren eigenen Kunden bewältigen müssen. In der Tat, für
Jean-Claude Larrieu, Leiter des Tätigkeitsbereichs Chemie/Wohnungsbau
(Chimie/Lotissement) bei Fret SNCF, präsentiert der Einzelwagenverkehr
wichtige logistische Vorteile: Flexibilität der Kapazität und
Feinverteilung, Sicherheit beim Transport gefährlicher Güter,
wirksame Integration in den industriellen Ablauf, Transport von schweren
oder sperrigen Gütern, Optimierung der Bahnanlagen nach den Erfordernissen
der Industrie.
Der Wagenladungsverkehr der neuen Generation umfasst die drei größten
Vorteile für die Kunden:
• Mehr Zuverlässigkeit: Die Verpflichtung der SNCF auf eine
pünktliche Lieferung und Zuverlässigkeit in der Einhaltung dieser
Frist zum Zeitpunkt der Bestellung;
• Mehr Flexibilität: Die Möglichkeit, eine Sendung ohne
vorherige Ankündigung zu schicken;
• Mehr Service: Informations- und Ansprechpartner sind in der Nähe
verfügbar.
"Unser Ziel des Einzelwagenverkehrs stützt sich auf erhebliche
Investitionen: Umstrukturierung des Verkehrsnetzes, Einrichtung eines
zentralen Systems zur Steuerung des individuellen Wagenverkehrs, Entwicklung
eines Informationssystems zur Überwachung der Wagen in Echtzeit und
Ausrichtung kommerzieller Angebote auf die Bedürfnisse der einzelnen
Kunden." sagte Luc Nadal.
Die SNCF hat sich verpflichtet, Anfang des Jahres in Kofinanzierung mit
dem Netzbetreiber RFF und/oder dem Staat ein Programm für vorrangige
Projekte in Höhe von 50 Mio. € zu finanzieren, von dem vor allem
die Hubs und Plattformen profitieren. Ferner ist die Anschaffung von 90
neuen Lokomotiven (Kosten: 3 Millionen Euro pro Stück) geplant. Verhandelt
werden müssen noch Trassenplanungen mit RFF und Kooperationen mit
benachbarten Bahnunternehmen, wenn die Ziele im Ausland liegen (WKZ, Quelle
Pressemeldung SNCF, diverse Zeitungsmeldungen, 12.09.08).
Abkommen
über die gegenseitige Wagenzulassung

François Jaeger (Luxemburg), André Latruwe
(Belgien), Michel Aymeric (Frankreich) unterzeichnen das Protokoll.
Die nationalen Sicherheitsbehörden aus Belgien, Luxemburg und Frankreich
haben am 5. September in Brüssel ein Protokoll über die gegenseitige
Anerkennung der Genehmigung zur kommerziellen Nutzung von Wagen unterzeichnet.
Dieses neue Protokoll erleichtert und beschleunigt die Erteilung von Genehmigungen
für die kommerzielle Nutzung der Wagen.
Ein in einem der drei Länder zugelassener Waggon erhält nun
viel schneller, und mit den gleichen Garantien für die Sicherheit,
eine Zulassung in den anderen beiden Ländern, da die üblichen
Vorgaben im Zusammenhang mit der"technischen Sicherheit" wesentlich
erleichtert werden.
In
einer Übergangsphase, in der die Fahrzeuge noch nicht alle Anforderungen
der technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (Spécifications
techniques d’interopérabilité, STI) erfüllen,
stellt das neue Protokoll einen bedeutenden Fortschritt auf dem Weg zur
Harmonisierung und Interoperabilität dar (WKZ, Pressemeldung Etablissement
public de sécurité ferroviaire, 11.09.08).
Untersuchung
des Systems Oberleitung/Stromabnehmer
Nach einer Unterredung mit dem Präsidenten der SNCF und dem Präsidenten
des Netzbetreibers Réseau Ferré de France (RFF) zu den starken
Störungen im Schienenverkehr in den letzten Wochen hat Dominique
Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, ab 10. September die
Umsetzung einer landesweiten Untersuchung zur Diagnose und zur Stärkung
des Systems Oberleitung/Stromabnehmer genehmigt (opération nationale
de diagnostic et de renforcement du système caténaires/pantographes).
Der Staatssekretär erwartet, dass sich die Vorfälle der letzten
Wochen nicht wiederholen.
Erst am letzen Freitag (05.09.08) wurden im Bahnhof Montparnasse die Oberleitungen
durch einen TGV heruntergerissen, worauhin es zu massiven Störungen
kam. In der Nacht vom 31. August zum 1. September riss der Corail Strasbourg
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