Großbritannien
/ Great Britain
Entwurf
für neues Franchising-System
Die Vergaben von Eisenbahnkonzessionen in Großbritannien
sollen dem von Staatssekretärin Theresa Villiers am 22.07.10 vorgelegten
Entwurf "Reforming
Rail Franchising" zufolge länger, flexibler und besser auf
die Bedürfnisse der Fahrgäste und Steuerzahler angepasst werden.
Die Vorschläge sehen die Verlängerung einer Franchise von derzeit
rund acht auf 10 bis 15 Jahre als Standard vor, solange das Leistungsniveau
der Konzession beibehalten wird. Im Gegenzug sollen die Betreiber mehr
unternehmerische Freiheit in der Art erhalten, wie sie ihre Dienstleistungen
durchführen, um Innovationen in die Bahn zu fördern.
Die Reformen beinhalten auch harte Anforderungen an die Bahnbetreiber,
die Zufriedenheit der Fahrgäste zu erhöhen. Den Betreibern kann
die Konzession entzogen werden, wenn sie diese Anforderungen nicht erfüllen.
Weitere Vorschläge des Entwurfs enthalten Änderungen an der
derzeitigen finanziellen Risikoteilung und Erleichterungen für die
Betreiber, ihr eigenes Geld während der Laufzeit der Franchise zu
investieren.
Staatssekretärin Theresa Villiers sagte: "Wir müssen das
Franchising reformieren, um private Investitionen zu fördern und
um zu helfen, wichtige Verbesserungen für die Eisenbahn durchzusetzen,
die die Fahrgäste verlangen. Ich bin fest entschlossen, dass zukünftige
Franchises den bestmöglichen Wert für den Steuerzahler und hohe
Qualität für die Fahrgäste liefern sollen".
Die Vorschläge befinden sich ab sofort im Stadium
der öffentlichen Konsultation, an der die gesamte Bahnindustrie,
Fahrgäste und die breite Öffentlichkeit das Konzept der Regierung
beraten. Die Konsultationen laufen über 12 Wochen bis zum 18.10.10.
In das Ergebnis der Konsultation werden auch die Erkenntnisse der unter
dem Vorsitz von Sir Roy McNulty erstellten Studie "Rail
Value for Money" und die Ergebnisse des Spending Reviews eingehen
(WKZ, Quelle Department for Transport, 23.07.10).
Eurotunnel
beförderte 250 Millionen Menschen durch den Tunnel
Am 21. Juli 2010 feierte Eurotunnel die Beförderung von 250 Millionen
Menschen durch den Kanaltunnel seit Aufnahme der Leistungen vor 16 Jahren
im Juni 1994.
Diese beträchtliche Zahl - sie entspricht der Hälfte der Bevölkerung
der Europäischen Union - umfasst die Fahrgäste und Fahrer von
Auto- und Bus-Shuttles und die Fahrgäste der Eurostar-Züge zwischen
London, Paris und Brüssel. 58% der 250 Millionen Menschen sind Kunden
der Shuttles für Pkw und Lkw, die zwischen Folkestone und Calais
in nur 35 Minuten mit bis zu 10 Abfahrten pro Stunde in jeder Richtung
verkehren.
Im Durchschnitt fuhren seit 1994 täglich 43.000 Menschen durch den
Kanaltunnel, das entspricht der Bevölkerung der Städte Canterbury
oder Arras.
Eurotunnel
beglückwünschte den 250-millionsten Reisenden durch den Ärmelkanal-Tunnel
im Abfertigungsgebäude in Folkestone. Unter den Anwesenden waren
zwei regelmäßige Shuttle-Passagiere, Dr. Marijke Korteweg und
ihre Enkelin, Eva (WKZ,
Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 22.07.10).
Eurotunnel
legt Halbjahresbericht vor
Der Ärmelkanaltunnelbetreiber Eurotunnel hat am 19.07.10 seinen Halbjahresbericht
2010 mit auf vielen Gebieten positiver Bilanz vorgelegt.
Eurotunnel baut seine Präsenz im Cross-Channel-Markt mit sehr
starkem Wachstum für die beiden Shuttle-Services (Pkw und Lkw) und
die Anzahl der Eurostar-Passagiere aus. Während des ersten halben
Jahres 2010 hat sich aufgrund der zeitweiligen Schließung des Luftverkehrs
als Folge des Vulkanaus-bruchs in Island eine Zunahme des Umsatzes im
Kanalverkehr um 11% mit einer bemerkenswerten Steigerung bei den Shuttle
Services um +17% ergeben. Die Einnahmen aus der Nutzung des Eurotunnel-Eisenbahnnetzes
wurden um 5% erhöht, stimuliert durch den aufgrund des Vulkanausbruchs
gesteigerten Eurostar-Verkehr.
Der Cross-Channel-Lkw-Verkehr zeigt immer noch einen durch den Brand im
Tunnel im September 2008 zu verzeichnenden Rückgang um 17% für das
erste Halbjahr 2010 im Vergleich zu 2008. Der Truck-Shuttle-Verkehr hat
jedoch um 41% gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 zugenommen und befindet
sich so trotz der Wirtschaftskrise insgesamt auf dem aufstrebenden Ast.
Mit der Konsolidierung von Europorte und ihrer Tochtergesellschaften seit
1. Januar 2010 erreichte Eurotunnel eine Gesamt-Umsatzsteigerung von 22%.
Jacques
Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel SA, sagte:
"Ich freue mich, dass der Verkehr und die Einnahmen in der aktuellen
Wirtschaftskrise zugenommen haben. Allerdings, solange unsere Versicherungsleistungen
aufgrund des Tunnelbrandes noch blockiert bleiben, werden wir nicht in
der Lage sein, einen Gewinn in diesem Jahr zu erklären".
Wichtigste
Ereignisse im ersten Halbjahr waren:
•
Übernahme von GB Railfreight Limited (GBRf), des drittgrößte
Betreibers im Schienengüterverkehr in Großbritannien, am 28.
Mai 2010.
• Einweihung des Windparks auf dem Terminal Coquelles.
• Eurotunnel bewirbt sich als Teil eines britischen Konsortiums
um die Konzession für High Speed 1 (WKZ,
Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 20.07.10).
In
den schottischen Highlands ...
 
 
 

... dampfen die Züge der Strathspey Railway vom Touristenort Aviemore
über Boat of Garten nach Broomhill. Auf einer Länge von 10 Meilen
durchquert die Strecke landschaftlich durchaus sehenswertes Gebiet. Leider
sind nur wenige Motive zugänglich, ohne privaten landestypisch eingezäunten
Grund zu betreten.
Der offene Führerstand der "828", für die das Baujahr
1899 ausgegeben wird, bietet bei dem erlebten Regen und starken Wind dem
Personal bei Rückwärtsfahrt nicht wirklich eine angenehme Reise.
Die Bilder entstanden zwischen dem 09. und dem 11.07.2010 (Steffen
Pötzscher, 13.07.10).
Studie
bestätigt Bedeutung des Bahntransports für die Wirtschaft
 
Bahnfracht in Großbritannien zwischen
1988 und 2008 (links oben) und vom Hafen Felixstove ausgehende Fracht
per Bahn (rechts oben): Während sich die Anzahl der ausgehenden Züge
in Felixstove pro Tag von 1998 bis 2008 verdoppelt hat (weiße Balken),
stieg die die Anzahl der beförderten Container über alle Verkehrsmittel
nur um 118 Prozent, per Bahn aber um 165 Prozent (blaue Kurve).
Die Grafik unten zeigt den per Bahn (gelb) und Straße (grün)
benötigten CO2-Bedarf zum Transport eines Containers mit Bohnen in
Dosen. Grafiken Network Rail.
Die britische Wirtschaft wird jährlich mit 870 Millionen GBP durch
die Schienengüterverkehrsindustrie angekurbelt, wie neuen Forschungsarbeiten
von Network Rail zu entnehmen ist ("Value
and Importance of Rail Freight" und "Value
of Freight Summary Document"). Weiterhin unterstützt die
Frachtindustrie indirekt die Wirtschaft mit einem Output von 5,9 Milliarden
GBP, mehr als das sechsfache ihres direkten Umsatzes.
Die Network
Rail-Studie über Wert und Bedeutung des Schienengüterverkehrs
zeigt außerdem:
• Bahntransporte
befördern 100 Millionen Tonnen Güter im Wert von rund 30 Mrd.
GBP pro Jahr.
• Der Eisenbahngüterverkehr erzeugt einen sechsmal höheren
Output für die Wirtschaft als sein direkter Umsatz beträgt und
erzeugt eine um den Faktor 14 höhere Beschäftigung als die Industrie.
• Im gesamten Vereinigten Königreich steuert der Güterverkehr
299 Millionen GBP an Gewinnen und Löhnen in der Wirtschaft bei.
• Der Schienengüterverkehr generiert mit 185 000 GBP pro Beschäftigten
einen fast doppelt so großen Output wie der nationale Durchschnitt
von 89 000 GBP.
• Der gesellschaftliche Nutzen bei einer Verlagerung von der Straße
auf die Schiene beträgt 376 Mio. GBP (2007/8) und steigt auf bis
zu 903 Mio. GBP, wenn der Güterverkehr bis 2031 um 140% wächst.
Er wäre um ein Vielfaches höher, wenn die Höhe der Einnahmen
aus der Autoverbrauchssteuer nicht berücksichtigt werden würde.
• Der Schienengüterverkehr wird Vorhersagen zufolge voraussichtlich
um 30% über die nächsten zehn Jahre wachsen und auf bis zu 140%
über die nächsten 30 Jahre.
Der Direktor für Planung und Entwicklung bei Network Rail, Paul Plummer,
sagte: "Großbritannien setzt auf den Frachtverkehr per Schiene.
Mehr und mehr Unternehmen wechseln zur Schiene und erzeugen dafür
wirtschaftliche und umwelterhaltende Vorteile."
Im Juni 2010 veröffentlichte das Office of Rail Regulation (ORR)
zudem die Nutzerbefragung 2010, um das aktuelle Niveau der Kundenzufriedenheit
festzustellen ("Rail
Freight User Survey: Final Report" und "The
future for rail freight: the regulator’s perspective").
Als Schlussfolgerungen ergaben sich:
•
Der Schienengüterverkehr ist weniger stark von der aktuellen Wirtschaftslage
betroffen als andere Verkehrsträger.
• Es besteht ein weiteres Wachstumspotenzial, wenn der Markt wichtigen
Anforderungen der Kunden erfüllen kann: wettbewerbsfähige Preise,
Eingehen auf Bedürfnisse der Kunden, Zuverlässigkeit.
• Hohe (74%) Kundenzufriedenheit wurde über regelmäßige
Kontakte mit den Kunden erreicht.
Die
Überlastung im Straßenverkehr kostet die britische Wirtschaft
7-8 Mrd. GBP pro Jahr und wird voraussichtlich
im Jahr 2025 mindestens 24 Mrd. GBP Verlust bringen. Ohne die Eisenbahn
würde das zu erwartende Wachstum im Güterverkehr in den nächsten
30 Jahren jährlich zusätzliche 1,5 Millionen Lkw-Fahrten auf
Großbritanniens Straßen erfordern. Jeder Güterzug bringt
ca. 60 LKW von der Straße (WKZ, Quelle Pressemeldungen Network Rail,
ORR, 12.07.10).
Ausschreibung
zur Konzession für HS1 gestartet
Die britische Regierung hat am 21.06.10 das Ausschreibungsverfahren zum
Verkauf der Betriebsrechte an der Hochgeschwindigkeitsstrecke "High
Speed 1" (HS1) begonnen, wie Verkehrsminister Philip Hammond bekanntgab.
Ab sofort läuft das Ausschreibungsverfahren für die 86 km lange
Hochgeschwindigkeitsstrecke, die den Ärmelkanal-Tunnel mit St Pancras
International, Stratford, Ashford und Ebbsfleet verbindet. Der erfolgreiche
Bieter wird den Besitz der Gesellschaft "HS1 Ltd" übernehmen,
die eine 30-jährige Konzession für die Strecke und die Stationen
besitzt.
HS1
Ltd ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der London und Continental
Railways Ltd, welche wiederum direkt dem Verkehrsministerium gehört.
Das Ministerium vergibt mit der Ausschreibung von HS1 Ltd die langfristige
Konzession zur Verwaltung und zum Betrieb der High Speed 1 zwischen London
und dem Kanaltunnel.
Die
Gesellschaft HS1 Ltd erzielt Einnahmen aus den Trassenpreisen, die derzeit
vor allem aus den Leistungen der internationalen Eurostarzüge zwischen
London und dem europäischen Kontinent und inländischer Hochgeschwindigkeits-Verbindungen
zwischen London und Kent von Southeastern Trains herrühren. Ein wichtiges
Ziel für den künftigen Eigentümer wird es deshalb auch
sein, neue Dienstleistungen auf die Strecke bringen.
Das
Verkehrsministerium wird weiterhin im Besitz der Infrastruktur und der
dazugehörigen Grundstücke bleiben. HS1 Ltd übernimmt die
Konzession zum Verkauf der Trassen, des Zugangs und dem Betrieb der Stationen
auf kommerzieller Basis sowie die Instandhaltung der Infrastruktur.
Die Leistung der HS1 Ltd wird im Rahmen der Konzession unabhängig
vom Office of Rail Verordnung überwacht. Das Prequalifikationsverfahren
zum Konzessionserwerb läuft bis zum 9. Juli 2010 (WKZ,
Quelle Pressemeldung Department for Transport, 22.06.10).
Iain
Coucher legt Chefposten von Network Rail nieder
Iain Coucher hat dem Verwaltungsrat von Network Rail am 17.06.10 seine
Absicht angekündigt, nach acht Jahren Tätigkeit, davon drei
Jahre als Chief Executive, seinen Posten niederzulegen. Er wird in den
kommenden Monaten noch in seinem Amt bleiben, um bei der Suche und Einstellung
eines Nachfolgers mitzuhelfen und einen reibungslosen und geordneten Übergang
zu ermöglichen.
Der Chairman von Network Rail, Rick Haythornthwaite, sagte: "Iain
war eine herausragende Führungskraft für Network Rail sowohl
als Chief Executive als auch als Deputy Chief Executive. Während
seiner Zeit erreichte die Pünktlichkeit der Eisenbahn in Großbritannien
ein Rekordniveau, die Sicherheit wurde verbessert und Milliarden Kosten
durch eine Erhöhung der Effizienz gespart. Hatte das Unternehmen
noch 2002 mit enormen Problemen zu kämpfen,so ist es heute stark
und stabil - und die Nutzer der Eisenbahn und Steuerzahler sind die Hauptnutznießer
davon."
Iain Coucher, sagte: "Ich bin ungeheuer stolz auf das, was das Team
von Network Rail in den vergangenen acht Jahren erreicht hat. Großbritanniens
Bahn ist jetzt auf einem sicheren Weg in die Zukunft. Nach drei Jahren
als Chief Executive und fünf als Stellvertreter, ist nun ein guter
Zeitpunkt für mich gekommen, weiterzugehen. Das Unternehmen braucht
in der nächsten fünfjährigen Berichtsperiode Kontinuität
in der Führung."
Iain Coucher ist seit 2007 Chief Executive von Network Rail, nachdem er
fünf Jahre davor Deputy Chief Executive war. Zuvor war er Executive
von Tube Lines, einem der bevorzugten Bieter für die Londoner U-Bahn
in öffentlich-privaten Partnerschaft. Vor seinem Eintritt bei Tube
Lines arbeitete Iain für 15 Jahre für EDS (WKZ, Quelle Pressemeldung
Network Rail, 21.06.10).
ORR
gibt Network Rail eine gemischte Bewertung
Die Aufsichtsbehörde Office of Rail Rail Regulation (ORR) veröffentlichte
am 02.06.10 ihre jährliche
Bewertung des Infrastrukturbetreibers Network Rail, dessen Leistung
im ersten Jahr der Kontrollperiode CP4 zur Erneuerung der Eisenbahn (Control
Period 4, CP4, Zeitraum 01.042009 bis 31.03.2014) als gemischt bezeichned
wird ("mixed performance"). Dazu gibt es eine Stellungsnahme
von Network Rail und die Feststellung, dass die Pünktlichkeit
in Großbritannien mit 91,5 Prozent eine
neue Rekordmarke erreicht hat.
Die
jährliche
Bewertung von Network Rail für den Kontrollzeitraum vom 1. April
2009 bis 31. März 2010 kommt zu folgenden Ergebnissen:
•
Gute Fortschritte wurden für die Sicherheit der Fahrgäste erreicht;
• Gutes Management der Bahnübergänge: 403 Bahnübergänge
wurden entweder abgebaut oder befinden sich im Prozess des Abbaues;
• Gute Fortschritte in der Zusammenarbeit mit der Industrie;
• Erste Arbeiten im Ausbau-Programm schreiten solide voran, obwohl
es dort immer noch Probleme zu überwinden gilt;
• Die Betriebszuverlässigkeit wurde verbessert, dies führte
zu einer allgemeinen Verringerung der Verzögerungen, die durch Network
Rail entstanden sind;
• Es gibt noch viel an der Infrastrukturverwaltung zu verbessern,
bei der die Regulierungsbehörde auf das Unternehmen harten Druck
ausüben musste;
• Über die strategische Planung der Fahrpläne gab es unterschiedliche
Auffassungen;
• Unklare Effizienzverbesserungen stellen eine harte Herausforderung
für Network Rail während der Restzeit des CP4 dar;
• Es gab drei tödlichen Unfälle von Arbeitnehmern oder
Auftragnehmern;
• Das ORR hat gegenüber Network Rail fünf Verbotsentscheidungen
und 12 Verbesserungsvorschläge ausgesprochen (WKZ,
Quelle Pressemeldung ORR, 07.06.10).
Eurotunnel
erwirbt GBRf (Great Britain Rail Freight)
Die Eurotunnel-Gruppe hat am 01.06.10 den drittgrößten britischen
Schienengüterverkehrsbetreiber GBRf (Great Britain Rail Freight)
vom internationalen Transportunternehmen FirstGroup PLC erworben.
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive von Eurotunnel erklärte:
"Eurotunnel ist seit jeher ein wichtiges Bindeglied zwischen dem
Vereinigten Königreich und Frankreich. Der Erwerb von GBRf ist ein
weiterer Ausdruck unseres Engagements im Vereinigten Königreich und
unseres Vertrauens in das darin enthaltene Potenzial. Die wachsende Besorgnis
über die Umwelt und die zunehmende Notwendigkeit für den Güterverkehr
über lange und kurze Distanzen bedeuten, dass Schienengüterverkehr
einen lebhaften Markt darstellt."
Die Übernahme steht im Einklang mit der Entwicklungsstrategie des
Konzerns, die auf einer weiter wachsenden Transportbranche aufbaut, um
für die Zukunft eine führende Position im europäischen
Schienengüterverkehr zu entwickeln.
Als Folge der Komplementarität zwischen der französischen Schienengüterverkehrs-Tochtergesellschaft
Europorte Frankreich und GBRf im Hinblick auf die geografische Abdeckung
der Kunden, besitzt die Eurotunnel-Gruppe nun ein hohes Performance-Potenzial,
das es ermöglicht, einen kompletten Transportservice über den
Kanal zu ermöglichen.
GBRf
ist ein profitables Unternehmen, dass 299 Mitarbeiter beschäftigt
und 2009 Umsätze von 56 Millionen GBP erwirtschaftete. Das Unternehmen
ist in allen Märkten des Schienengüterverkehrs tätig und
besitzt eine breite, vielfältige und internationale Kundenliste wie
Bombardier, British Gypsum, EDF Energy und DRAX (WKZ,
Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 02.06.10).
Pascal
Sainson übernimmt den Vorsitz von Europorte SAS
Pascal Sainson wurde mit Wirkung vom 17.05.10 zum Vorsitzenden von Europorte
berufen, der Holdinggesellschaft für die fünf Schienengüterverkehrs-Tochtergesellschaften
von Eurotunnel. Sainson war bis dahin Director of Operations für
den Ärmelkanal-Tunnel und folgt in seiner neuen Position Jacques
Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel.
Die Holding von Europorte wird auf der einen Seite von den ehemaligen
französischen Tochterunter-nehmen von Veolia Cargo getragen, die
von der Gesellschaft am 30. November 2009 erworben wurden, und auf der
anderen Seite von Europorte Channel (ex Europorte 2), dem ersten europäischen
Schienen-güterverkehrsbetreiber mit einer Lizenz in Frankreich.
Europorte besteht aus fünf Tochtergesellschaften: Europorte France,
Europorte Channel, Europorte Link, Europorte Proximité und SOCORAIL.
Europorte bietet eine breite Palette von Dienstleistungen: nationale und
internationale Eisenbahnverbindungen, lokale Dienste auf Nebenstrecken
sowie industrielle Dienstleistungen (Verwaltung von Nebenbahnen, Wartung
der Infrastruktur und Be- und Entladen von Waggons (WKZ, Quelle Pressemeldung
Eurotunnel, 18.05.10).
Philip
Hammond soll Verkehrsminister werden
Britischen Zeitungsberichten zufolge hat der neue Premierminister David
Cameron den konservativen
Abgeordneten Philip Hammond als neuen Verkehrsminister (Secretary
of State for Transport) vorgesehen. Hammond war zuvor Finanzminister im
Schattenkabinett der Konservativen (Shadow Chief Secretary to the Treasury).
Hammond übernimmt die Nachfolge des eisenbahnpolitisch sehr engagierten
Labour-Abgeordneten Lord Andrew Adonis, der im Juni 2009 den in den Skandal
um Spesenabrechnungen verwickelten Geoff Hoon ablöste (WKZ, 13.05.10).
Network
Rail entlässt 500 Mitarbeiter
Großbritanniens Infrastrukturbetreiber Network Rail gab
am 21.04.10 bekannt, dass rund 500 Mitarbeiter im Bereich Wartung und
Unterhaltung das Unternehmen bis Ende Mai als Folge einer in den letzten
zwei Jahren erfolgten Produktivitätsverbesserung verlassen müssen.
Die 500 Mitarbeiter verlassen das Unternehmen innnerhalb eines Sozialplans
zusätzlich zu 235 Freiwilligen, die schon im Januar 2010 gingen.
Network Rail beschäftigt derzeit rund 18.000 Menschen. Aufgrund verbesserter
Technologien, den Ersatz veralteter Arbeitsmethoden und einer technisch
erneuerten Infrastruktur, die weniger Wartung braucht, kann Network Rail
die Mitarbeiterzahl reduzieren und die Wartungskosten in einem mit dem
Office of Rail Regulation abgestimmten Verfahren bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung
von Sicherheit und Effizienz reduzieren. Es wird erwartet, dass weitere
200 Mitarbeiter das Unternehmen in den kommenden Monaten verlassen müssen.
Ein für den 6. bis 9. April geplanter Streik der Verkehrsgewerkschaft
RMT (Rail Maritime and Transport Union) gegen die Kostensenkungsmaßnahmen
war abgebrochen worden, nachdem ein gleichzeitiger Streik der Signaltechniker
nach einer einstweiligen Verfügung durch den High Court gestoppt
wurde. Gespräche mit dem Schlichter
ACAS (Advisory, Conciliation and Arbitration Service) wurden am 19.
April unterbrochen und sollen am 22. April wieder aufgenommen werden (WKZ,
Quelle Network Rail, 22.04.10).
Internationaler Aktionstag der Eisenbahner
Eisenbahner auf der ganzen Welt sehen die Schiene als eine lebenswichtige
und nachhaltige Verkehrsressource. Am 13. April begehen sie den von der
ITF (International Transport Workers Federation) organisierten internationalen
Aktionstag (International Action Day).
Als
Teil der Kampagne werden weltweit Aktivitäten in
Übersee und Europa
geplant (Pressemeldung
International Transport Workers Federation, 13.04.10).
Welsh
Highland Railway
 
 
 
Nur etwa 10 Jahre lang - von 1923 bis 1933 - diente die Welsh Highland
Railway im Bergland im nördlichen Teil von Wales der Befriedigung
von Verkehrsbedürfnissen zwischen Dinas und Porthmadog. In den 90er
Jahren erwarb die benachbarte Ffestiniog Railway die Trasse und baut diese
vollständig wieder auf, wobei auch der einst regelspurige Abschnitt
zwischen Dinas und Caernarforn nun schmalspurig ausgeführt ist.
Bis Porthmadog fehlt nur noch ein kurzes Stück; dieses soll im nächsten
Jahr eröffnet werden. Die Gesamtstrecke wird dann etwa 25 Meilen
bzw. 40 Kilometer lang sein. Der höchste Punkt der Strecke Rhyd Ddu
in etwa 200 Meter über NN erreicht.
Landschaftlich bietet die Strecke viele Eindrücke; die Berge vermitteln
optisch einen eher hochgebirgen Eindruck, obwohl sich die höchsten
Gipfel "nur" um die 1.000 Meter erheben.
Außerhalb
der Hochsaison verkehren einige Züge auch dieselbespannt. Im übrigen
werden aus Südafrika nach Europa reimportierte Garratts eingesetzt.
Im Bild die 1936 bei Cockerill gebaute "87" der South African
Railway (Steffen
Pötzscher, 13.04.10).
Schmalspurbahn
Porthmadog - Blaenau Ffestiniog
 
 
 
Die erste Schmalspurbahn der Welt soll laut Baedeker die 1836 eröffnete
597 mm-spurige Bahn von Porthmadog nach Blaenau Ffestiniog im Norden von
Wales gewesen sein. Gebaut
wurde die Bahn, um Schiefer aus den Gruben in den Bergen um Blaenau Ffestiniog
zum Hafen von Porthmadog zu transportieren. Eingangs des 19. Jahrhunderts
begann vor Ort der Abbau des Schiefers im großen Stil. Um das Jahr
1900 waren in den Gruben 4.000 Bergleute beschäftigt, so ist es ebenso
im Baedeker zu lesen.
Die
Strecke überwindet auf ca. 21 km einen Höhenunterschied von
über 300 Metern. Angelegt wurde die Bahn mit derart konstantem Gefälle,
dass ursprünglich die mit Schiefer beladenen Wagen allein per Schwerkraft
zu Tale rollten, während die Leerwagen durch Pferde wieder nach oben
gezogen wurden.
Erst
später wurde der Lokomotivbetrieb eingeführt. 1870 wurde hier
die erste Fairlie-Lok eingesetzt (Lehmann, Dampflok-Sonderbauarten, Berlin
1987).
Das
Ende der Bahn kam zunächst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg;
doch schon in den Fünfzigern begann der Aufbau eines rein touristischen
Museumsbetriebes.
Noch
heute fahren hier Fairlie-Loks, wobei die jüngsten erst 1992 und
1999 neu erbaut wurden.
Ein
weiterer Superlativ: Auf dieser Strecke sollen in den 70er Jahren des
19. Jahrhunderts die ersten vierachsigen Reisezugwagen mit Stahlrahmen
und Drehgestellen zum Einsatz gekommen sein.
Bei
meinem Besuch war das Wetter leider nicht ganz optimal. Zu sehen sind
die Loks "Blanche", Baujahr 1893, sowie die Fairlie´s
"Merdinn Emrys" (Baujahr 1879; "Rebuilt 1988" - wohl
ein fast vollständiger Neuaufbau) und "David Llyod George"
(Baujahr 1992).
Zu
erinnern sei an dieser Stelle daran, dass auch in Sachsen einst zwei konstruktiv
ähnliche Fairlies als Gattung IIK eingesetzt wurden (Steffen
Pötzscher, 12.04.10).
Ministerpräsident
Gordon Brown besucht Blackfriars-Baustelle
 
 
Von links: Simon Kirby, Network Rail infrastructure
investment director; Alastair Darling, Chancellor of the Exchequer; Ben
Farrow-Stevenson from Aylesbury, Bucks, Network Rail apprentice; Mohammed
Rahman from Camden, London, Network Rail apprentice; Gordon Brown, Prime
Minister; Jim Crawford, Network Rail major programme director for Thameslink.
Foto Network Rail.
Der britische Ministerpräsident Gordon Brown und Schatzkanzler Alastair
Darling haben am 24.03.10 die Baustelle zum Bahnhof Blackfriars besucht,
einem der größten Infrastruktur-Projekte in London. Network
Rail baut Blackfriars Station zu einem neuen Wahrzeichen Londons aus.
Als Teil des Thameslink-Projekts wird Blackfriars der erste Bahnhof sein,
der die Themse überspannt.
Auch eine komplett neue U-Bahnstation wird am Bahnhof Blackfriars gebaut.
Ab Dezember 2011 sollen auf der Thameslink-Linie längere Züge
mit größeren Fahrgastkapazitäten fahren. Die Fertigstellung
des Bahnhofs Blackfriars ist für Frühjahr 2012 geplant (WKZ,
Quelle Pressemeldung Network Rail, 29.03.10).
Eine
Y-Trasse als Kern für High Speed 2
Die Grafik oben zeigt die geplante Y-Trasse der
HS2 mit Weiterführung nach Glasgow und Edingburgh. Auf der Grafik
unten ist der Verlauf des zuerst gebauten Abschnitts London - Birmingham
mit dem Anschluss des Flughafens Heathrow über den Crossrail Interchange.
Verkehrsminister Andrew Adonis hat am 11.03.10 die Entwicklung einer 335
Meilen langen Y-Trasse als bevorzugter Streckenvariante zum Bau der neuen
Hochgeschwindigkeitsstrecke "High Speed 2" (HS2) bekanntgegeben.
Die Strecke würde die West Midlands innerhalb einer halben Stunde
an London anbinden. Die Fahrzeiten von London nach Leeds, Sheffield und
Manchester würden weniger als 75 Minuten betragen. Weiterführende
Verbindungen in Städte wie Glasgow, Edinburgh, Newcastle und Liverpool
könnten vorerst über bestehenden Strecke realisisiert werden.
Der erste Schritt beim Aufbau eines solchen Netzwerks wäre eine Hochgeschwindigkeitsstrecke
von London nach Birmingham. Die Einzelheiten
der Vorschläge der mit den Planungen beauftragten Firma High
Speed Two Ltd (HS2 Ltd) hat die Regierung nun veröffentlicht.
Es folgt eine umfassende öffentliche Konsultation über den Bau
des Abschnitts London - Birmingham und der langfristigen Strategie zum
weiteren Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes, die im Herbst 2010 beginnen
wird. Weitere Konsultationen zur Weiterführung der Strecke von Birmingham
nach Manchester und Leeds sollen dann im Jahr 2012 beginnen.
Die empfohlene Strecke führt von einem umgebauten Bahnhof "Euston
Station" zu einem neuen Citybahnhof "Fazeley/Curzon Street"
in Birmingham. Ein Übergang zu den Crossrail-Zügen wird am Bahnhof
"Old Oak Common" in West-London gebaut werden, so dass direkte
Anschlussverbindungen zur City und den Docklands über Crossrail,
in den Südwesten über die Great Western Main Line und nach Heathrow
mit dem Heathrow Express bestehen. Ein zweiter Übergangsbahnhof könnte
auch südöstlich von Birmingham entstehen, mit dem direkte Verbindungen
zm Flughafen Birmingham, dem National Exhibition Centre und der M6 und
M42 möglich werden.
Neben der Anbindung des Flughafens Heathrow über den Heathrow Express
hat die Regierung den froheren Staatssekretär Lord Mawhinney beauftragt,
mögliche Optionen für eine künftige Station am Flughafen
selbst zu prüfen. Ebenfalls untersucht werden Optionen für eine
Anbindung an die größeren europäischen Hochgeschwindigkeits-Schienennetze
durch eine Verbindung zwischen Euston Station und St. Pancras zur High-Speed-One.
HS2 Ltd hat die Gesamthöhe der Kosten der Kern-"Y"-Trasse
auf 30 Milliarden GBP geschätzt und dabei festgestellt, dass die
Baukosten für größere Projekte in Großbritannien
höher seien als für vergleichbare Projekte anderswo in Europa.
Schottlands Verkehrsminister Stewart Stevenson hob noch einmal die Bedeutung
einer Fortführung der HS 2 nach Schottland hervor (WKZ, Quelle Pressemeldungen
Network Rail, Department for Transport und Transport Scotland, 12.03.10).
Eurotunnel
2009 mit reduziertem Gewinn
Eurotunnel das Jahr 2009 mit
einem Gewinn von von 1,4 Mio. Euro abgeschlossen, wie die Firma am
09.03.10 bekanntgab. Im
Vorjahr betrug der Gewinn noch 34 Millionen Euro. Das schlechte
wirtschaftliche Umfeld, die Auswirkungen des Brandes im September 2008
und der Ausfall der Eurostar-Leistungen zu Weihnachten 2009 ließen
den Gewinn sinken.
Die
wichtigsten Beiträge des Jahres 2009 waren:
• Teilweise Reduzierung der Tunnelkapazität bis zum 9. Februar
als Folge des Brandes im September 2008. Korrektive Maßnahmen wurden
umgesetzt.
• Starker Rückgang um ca. -20 Prozent im Vergleich zu 2007
in der LKW-Beförderung durch den Tunnel.
• Beförderung von über 9,2 Millionen Eurostar-Fahrgästen
im Jahr 2009 trotz der Störungen der Eurostar-Dienste zum Jahresende.
• Übernahme von vier Tochterunternehmen der Veolia Cargo am
30. November für 17 Mio. €.
• Rechtsstreitigkeiten in Bezug auf das Feuer im September 2008
verzögerten die Zahlung von Entschädigungen.
• Der deutlicher
Rückgang der externen Betriebskosten gleicht die Erhöhung der
Versicherungsprämien (20 Mio. €) im Jahr 2009 aus.
• Die Fortsetzung der Dividendenauszahlung kann auf der Hauptversammlung
am 26. Mai 2010 vorgeschlagen werden (WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel,
10.03.10).
Beginn
der Arbeiten an der Borders Railway
 
Links Verlauf der Borders Railways (grün).
Grafik LOK Report Eiropa Reiseführer. Rechts: Stewart Stevenson und
Madge Elliot begehen die noch existierenden Reste der Borders Railways.
Foto Transport Scotland.
Am 03.03.10 hat die schottische Regierung den Ablauf zum Bau der Borders
Railway festgelegt. Damit muss das Programm zum Bau der Bahn innerhalb
der Laufzeit der derzeitigen Legislaturperiode des Parlaments gestartet
werden. Die Regierung ist damit verpflichtet, die Bahn in allen ihren
Teilen von Edinburgh nach Tweedbank fertig zu bauen.
Während eines Pressetermins in Galashiels sagte Verkehrsminister
Stewart Stevenson in Anwesendheit von Frau Madge Elliot, einer Unterstützerin
der Wiederinbetriebnahme der Borders Railway: "Die Arbeit beginnt
jetzt an einem Projekt, das eine schnelle und effiziente Schienenverbindung
zwischen den Gemeinden in den Scottish Borders nach Midlothian und Edinburgh
zur Verfügung stellt. Sobald die Arbeiten beendet sind, wird die
Bahn wie ein Katalysator das Wirtschaftswachstum in ganz Süd-Schottland
stärken, unterstützt durch Hunderte von Arbeitsplätzen
zum Bau der Bahn. Die Bahn wird auch die Geschäftsentwicklung und
Wohnmöglichkeiten in der Region stärken und zu ausländischen
Investitionen führen."
Im Dezember letzten Jahres begann der Prozess der Auswahl der Vertragspartner
für Entwurf, Bau, Finanzierung und Wartung der Borders Railway. Erste
Angebote der Beteiligten werden noch in diesem Monat erwartet. Transport
Scotland wird dann eine Auswahl der Unternehmen treffen, die aufgefordert
werden, ihre Vergabeunterlagen zum Wettbewerb einzureichen. Für das
Jahr 2011 ist die Ernennung eines Vertragspartners zum Bau der Bahn geplant,
deren Fertigstellung im Jahr 2014 erfolgen soll (WKZ,
Quelle Pressemeldung Transport Scotland, 08.03.10).
Network
Rail veröffentlicht Entwicklungsstrategie für die Midlands
Network Rail hat am 26.02.10 den Entwicklungsplan "East
Midlands Route Utilisation Strategy (RUS)" zur Kapazitätserweiterung
und Fahrzeitverkürzung des Eisenbahnetzes in den Midlands zwischen
London und Sheffield vorgestellt (Blaue Linien auf der Karte).
Der vorgestellte Entwurf beinhaltet eine Reihe von Vorschlägen zur
Verbesserung der Eisenbahn-verbindungen zwischen London St Pancras International
und Leicester, Nottingham, Derby und Sheffield sowie neue Dienstleistungen
zwischen Norwich und Liverpool und der Anbindung des Flughafens Stansted
an Birmingham. Der Plan unterstützt auch für die Elektrifizierung
der Midland Main Line nach Sheffield.
Der
Veröffentlichung folgt eine dreimonatige Konsultation aller Beteiligten
einschließlich der Personen- und Frachtverkehrsunternehmen, der
Passagier-Gruppen, des Office of Rail Regulation, des Ministeriums für
Verkehr, der Association of Train Operating Companies sowie der Kommunen
und regionalen Entwicklungsagenturen.
Wichtige Punkte sind:
•
Pendler-Verbindungen nach London St. Pancras International und Blackfriars:
Einführung von 12-Wagen-Zügen im Rahmen des Thameslink-Programms
•
Fernverkehr: Züge in den Spitzenzeiten sollen bis zu einem Maximum
von 11 Wagen verlängert werden, sobald die Fahrzeuge zur Verfügung
stehen
• Leicester - Nottingham: Längere Züge im Fernverkehr
und einigen Regionalleistungen
•
Verbeserung regionaler Verbindungen wie von Kettering nach Leicester,
Derby und Sheffield, von Peterborough nach Lincoln, zwischen Nottingham
und Lincoln nach Fertigstellung eines Fly-Over bei Newark, von Nottingham
nach Norwich und Stoke-on-Trent sowie von Birmingham nach Cambridge/Stansted
Airport
•
Güterverkehr: Loop südlich von Bedford
• Güterverkehr: Schleife zwischen Leicester und Kettering im
Bereich Market Harborough
• Güterverkehr: Verbesserte Infrastruktur im Bereich Burton-on-Trent
Bereich (WKZ,
Quelle Pressemeldung Network Rail, 01.03.10).
530
Mio. Pfund für das nordenglische Eisenbahnnetz
 
Ein Investitionspaket über 530 Mio. GBP hat Network Rail für
den Eisenbahnausbau im Norden Englands am 16.02.10 angekündigt. Die
Pläne umfassen:
•
40 Prozent mehr Züge pro Tag in der gesamten Region, das entspricht
700 zusätzlichen Fahrten
• Erhöhung der Kapazität für weitere 3,5 Millionen
Fahrgäste pro Jahr
• Schnellere und häufigere Verbindungen nach Newcastle, Liverpool,
Manchester, Leeds und Sheffield
Iain
Coucher, CEO von Network Rail, sagte: "Durch bessere Verbindungen,
schnellere Dienstleistungen und verbesserte Stationen erreichen wir weiteren
Wachstum im Norden, was wiederum Arbeitsplätze vor Ort schafft und
Unternehmen unterstützt. Unsere ehrgeizige Vision umfasst Meilen
an Strecke, neue Bahnsteige und weitere Elektrifizierung, um die Fahrgastnachfrage
zu bewältigen und dabei den Güterverkehr auf die Schienen zu
bringen."
Die
Studien Northern
Hub und Manchester
Hub schlagen erhebliche Investitionen in die Schiene in den nächsten
10 Jahren vor. Durch die Beseitigung von historischen Engpässen -
wie in Manchester - sollen kürzere Fahrzeiten ermöglicht werden.
Neue Gleisanlagen würden zu größerer Flexibilität
der Fahrtrassen führen, so dass schnelle Züge langsamere überholen
können und genügend Kapazitäten für den Regional-
und Güterverkehr blieben.
Genauere Einzelmaßnahmen entnehmen Sie der Pressemeldung
von Network Rail und
den dort aufgeführten Dokumenten (WKZ, Pressemeldung Network Rail,
17.02.10).
Untersuchungsbericht
zum Zugausfall im Ärmelkanaltunnel
 
 Die
Bilder oben zeigen die Schäden an den Magnetspulen als Ergebnis ihrer
Anbringung direkt unter dem Dach nahe zum Stromabnehmer. Auf den Fotos
unten sind die Konstruktion der Eurostar-Antriebseinheit und die fehlenden
Fahrgastinformationen auf der Anzeigetafel in St Pancras zu sehen. Die
Fotos sind dem Untersuchungsbericht entnommen.
Die von den Regierungen in Frankreich und Großbritannien am 21.
Dezember 2009 unter Vorsitz von Christopher Garnett und Claude Gressier
eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission zum Ausfall der Eurostar-Züge
im Kanaltunnel in der Nacht vom 18.12.09 und die darauffolgende Notfallversorgung
der Fahrgäste hat am 12.02.10 ihre Berichte "Eurostar
Independent Review" und "Enquête
Indépendante Eurostar" der Presse vorgestellt.
Die Kommission hat festgestellt, dass das Wetter in Pas-de-Calais am 18.
Dezember 2009 sehr starken Schneefall auslöste. Die Eurostar-Züge
waren nicht in ausreichend auf das Winterwetter vorbereitet, so dass die
Wartung und Konstruktion der Züge überarbeitet werden sollte.
Während der zuerst ausgefallene Zug schnell wieder in Betrieb gesetzt
werden konnte, versagten vier weitere Züge dann in rascher Folge
ihren Dienst, wobei die Fahrgäste von zwei Zügen durch Eurotunnel-Shuttles
im Tunnel evakuiert werden mussten. Dies geschah zum ersten Mal innerhalb
der 15 Jahre des Ärmelkanaltunnel-Betriebs.
Die Überprüfung ergab, dass die Evakuierung der Züge sicher
und effizient durchgeführt wurde. Allerdings gab es Beschwerden hinsichtlich
der fehlenden Klimatisierung und Beleuchtung in den Zügen, als der
Strom ausfiel. Als Folge hat die Kommission empfohlen, auch den Ablauf
der Evakuierungsmaßnahmen zu überprüfen.
Nach der ersten Zwischenfällen am 18./19 Dezember wurden die Eurostar-Fahrgäste
mit erheblichen Betriebseinschränkungen für drei Tage in der
Vorbereitung auf Weihnachten konfrontiert. Die Kommission stellte fest,
dass Eurostar keine alternativen Verkehrsmittel zur Verfügung gestellt
hat. Zudem war die Unterstützung der Fahrgäste unzureichend
und die Bereitstellung von Informationen in den Bahnhöfen, durch
die Call-Center und über die Website war nicht zufriedenstellend.
Die Kommission unterbreitet 21 Vorschläge zur Vermeidung solcher
Vorfälle in Zukunft, die sich in drei große Bereiche unterteilen:
• 1. Erhöhung der Zuverlässigkeit durch Konstruktionsänderungen
an den Zügen, die in den Aufgabenbereich von Eurostar fallen.
• 2. Verbesserung der Evakuierungs- und Rettungsmaßnahmen
im Tunnel, um zu gewährleisten, dass die Fahrgäste im Notfall
schnell und effektiv zu ihrem Ziel befördert werden können.
• 3. Verbesserung der Kommunikation in Zeiten einer Störung.
Eurotunnel und Eurostar haben schon angekündigt, die Vorschläge
der Kommission prüfen zu wollen. So könnte der am 15.12.09 unterzeichnete
GSM-R-Ausbau durch Alcatel-Lucent auf Wunsch zu einem GSM-P Passagierinformationssystem
erweitert werden.
Eurostar hat die Bereitstellung zweier zusätzlicher Rettungslokomotiven
für den Tunnel angekündigt und baut zur Neugruppierung der Unternehmensbereiche
die Führung um:
• Richard Morris wird Leiter "Business und Service Continuity"
und führt ein Team zur Umsetzung der Empfehlungen der Kommission.
Richard Morris hatte zuvor die Position des "Director of Operations"
für Crossrail. Zuvor war er schon Direktor von Chiltern Railways
und "Railway Operations Manager" für Eurotunnel.
• Nicolas Petrovic, zur Zeit "Director des Operations",
wird ab 05.04.2010 Generaldirektor.
• Richard Brown, derzeit CEO von Eurostar, ist als Präsident
des neuen Unternehmens vorgesehen. Bis dahin übernimmt er ab 05.04.10
die Rolle des Eurostar-Vizepräsidenten. Er wird die Umsetzung der
Empfehlungen des Untersuchungsausschusses überwachen und den Übergang
zur neuen Struktur von Eurostar International vollführen.
• Guillaume
Pepy behält als SNCF-Präsident seine Position als Vorsitzender
von Eurostar.
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Weitere Informationen:
• Pressemeldung
von Eurostar
• Pressemeldung
von Eurotunnel (WKZ, Quellen Independent Eurostar Review und Pressemeldungen
Eurostar und Eurotunnel, 15.02.10).
Deutsche
Bahn übernimmt Verkehre der Tyne and Wear Metro
Die Deutsche Bahn betreibt ab 1. April die Tyne
and Wear Metro in Newcastle, Sunderland und Umgebung. Am Dienstag
haben das englische Verkehrsunternehmen Nexus und die Bahntochter DB Regio
UK den entsprechenden Verkehrsvertrag unterschrieben.
Danach übernimmt DB Regio UK für die nächsten sieben Jahre
die Schienenverkehre der Tyne and Wear Metro und verantwortet die Instandhaltung
und Modernisierung der 90 Metro-Fahrzeuge des Auftraggebers Nexus. Der
Vertrag kann um zwei Jahre verlängert werden.
Die Nahverkehrstochter DB Regio UK war Anfang Dezember als Sieger und
"bevorzugter Bieter" aus dem Auswahlverfahren hervorgegangen.
"Wir freuen uns, nach dem Ausschreibungsgewinn jetzt auch den Verkehrsvertrag
unter Dach und Fach gebracht zu haben. Dieser Erfolg bestätigt unsere
internationale Wettbewerbsfähigkeit. Ab April wollen wir auch im
täglichen Betrieb zeigen, dass Nexus eine gute Wahl für die
Fahrgäste in Newcastle getroffen hat", so Ulrich Homburg, Vorstand
Personenverkehr der Deutsche Bahn.
Das Verkehrsgebiet im Nordosten Englands entspricht etwa der Fläche
von Köln und hat rund 900.000 Einwohner. Die Tyne and Wear Metro
hat ein 74 Kilometer langes Netz mit 60 Stationen und zählt rund
40 Millionen Fahrgäste im Jahr (Pressemeldung Deutsche Bahn, 05.02.10).
Weitere
Informationen: Over
£½ billion Government funding to revitalise the Metro
(05.02.10).
Eurotunnel
befördert den 15-millionsten Truck
Am 27. Januar feierte Eurotunnel an Bord eines Shuttles zwischen Folkestone
und Coquelles den Transport des 15-millionsten Trucks durch den Ärmelkanal-Tunnel.
Der
starke Verkehr auf dem LKW-Shuttle-Service (im Durchschnitt eine Million
LKW pro Jahr seit dem Beginn des Betriebs im Jahr 1994 mit einer weiteren
Steigerung seit 2000) lässt Eurotunnel zu einem weltweit führenden
Anbieter im Huckepackverkehr werden.
Eurotunnel betreibt 15 elektrisch angetriebene Shuttles für den Transport
schwerer Lastkraftwagen. Diese verkehren 24 Stunden am Tag und 365 Tage
im Jahr. Im Jahr 2010 werden die Shuttles von Eurotunnel fast 60.000 Mal
den Kanal durchqueren, das ergibt einen Durchschnitt von 165 Fahrten pro
Tag oder bis zu 7 Fahrten pro Stunde.
Der
15-millionste Wagen gehörte der Transportfirma Geodis, einem großen
Kunden von Eurotunnel und der viertgrößte Logistik-Dienstleister
in Europa. Eurotunnel spielt eine wesentliche Rolle in der Lieferkette
der Kunden, für die ein schneller, zuverlässiger Cross-Channel-Service
sichergestellt wird (Pressemeldung
Eurotunnel, 01.02.10).
Sir
Brian Briscoe wird neuer Vorsitzender von HS2
Verkehrsminister Andrew Adonis gab am 27.01.10 die Ernennung von Sir Brian
Briscoe zum neuen Vorsitzenden von HS2 bekannt, dem von der Regierung
für die Entwicklung der Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverbindung
zwischen London und Schottland beauftragten Unternehmen.
Sir
Brian wird seine Aufgabe im Februar 2010 antreten und wie geplant seinen
Vorgänger Sir David Rowlands ablösen. Sir Brian trat dem HS2-Vorstand
im Februar 2009 als Non-Executive Director bei und hatte zuvor den Posten
des Chief Executive der Local Government Association und den Vorsitz der
unabhängigen Kommissionen für Verkehr in Cambridge und Reading
inne. Er wohnt außerdem den Verwaltungsräten von Visit England
und der Town and Country Planning Association bei (WKZ,
Pressemeldung Department for Transport, 28.01.10).
Längere
Franchise-Laufzeiten, größere Investitionen und höhere Strafgelder
Wie Verkehrsminister Andrew Adonis am 20.01.10 mitteilte, sollen künftige
Eisenbahnkonzessionen (Franchises) in Großbritannien über einen
Zeitraum von mindestens zehn Jahren ausgeschrieben werden, wobei noch
längere Laufzeiten von bis zu 22 Jahren möglich sein sollen,
wenn die erbrachten Leistungen langfristig durch zusätzliche Investitionen
verbessert werden können.
Dabei sollen die Bahnbetreiber über stärkere Anreize zur Leistungsoptimierung
und zur Steigerung der Passagierzahlen und über höhere mögliche
Strafgelder bei Vertragsausstieg zu zusätzlichen Investitionen in
den Schienenverkehr angeregt werden.
Derzeit läuft die Mehrzahl der Konzessionen über einen Zeitraum
von ca. acht Jahren. In Zukunft soll nach den Vorschlägen des Verkehrsministeriums
der Großteil der zukünftigen Franchises über zehn Jahre
ausgeschrieben werden. Die Bieter erhalten außerdem die Möglichkeit,
Verträge mit längeren Vertragslaufzeiten durch zusätzliche
Investitionen abschließen zu können.
Künftige Franchise-Spezifikationen werden so ausgelegt, dass den
Betreibern ein maximaler Spielraum für eigene innovative Lösungen
zusteht. Den Bietern steht es somit frei, eigene Pläne und Optionen
in ihre Angebote einzubinden.
Um sicherzustellen, dass längere Vertragslaufzeiten auch den Fahrgästen
zugute kommen, will die Regierung strengere Maßstäbe für
die Performancemessung einführen, so dass schlecht operierenden Betreibern
die Konzession wieder entzogen werden kann.
Franchisepartner sollen künftig auch größere Sicherheitsleistungen
einzahlen - sogenannte "Performance Bonds" - damit es für
sie schwerer wird, die Konzession abzugeben oder die Leistung zu verringern,
falls die Einnahmen zurückgehen. Zudem sollen Muttergesellschaften
verpflichtet werden, finanzielle Garantien zu übernehmen.
Die Regierung wird die vorgeschlagenen Änderungen mit wichtigen Mitgliedern
der Bahnindustrie und Betreiber besprechen. Die Regierungsvorschläge
sind im Regierungsentwurf "'Future of Franchising" beschrieben,
der die bevorstehenden Konsultationen über die neuen Konzessionen
InterCity East Coast, Greater Anglia und Essex Thameside schon begleiten
soll (WKZ, Quelle Pressemeldung Department for Transport, 21.01.10).
Trotz
des schlechten Wetters sind acht von zehn Zügen pünktlich
 
Trotz der ungünstigen Wetterverhältnisse im vergangenen Monat
sind in Großbritannien acht von zehn Zügen pünktlich gewesen.
Die Zahlen wurden am 20.01.10 im monatlichen
Pünktlichkeitsbericht von Network Rail genannt. In der gleichen
Zeit des Vorjahres waren 89,8% der Züge pünktlich.
Zwei der 19 in die Untersuchung einbezogenen Unternehmen - London Midland
und East Midlands Trains - konnten ihre Leistung gegenüber dem Vorjahr
sogar noch verbessern.
Sechzehn Betreiber verloren mehr als drei Prozentpunkte in der Pünktlichkeitsstatistik
(Pressemeldung Network Rail, 21.01.10).
Pläne
für Canon Street offengelegt
 
Der britische Infrastrukturbetreiber Network Rail und der internationale
Bauträger Hines haben am 07.01.10 neue Planungen zum Bau des Bürogebäudes
Canon Place an der Bahnstation Canon Street veröffentlicht, das in
der City von London im Jahr 2011 eröffnet werden soll.
Das Bürogebäude wird mit einer Fläche von 400.000 Quadratfuß
über der Bahnhofshalle und dem U-Bahn-Eingang errichtet. Es wird
heller, übersichtlicher und geräumiger als das alte Gebäude
sein und große Bedeutung als Zentrum für den Handel haben.
Der Bahnhof
Canon Street zählt zu den zehn verkehrsreichsten Bahnhöfen im
Land, ihn benutzen 95.000 Arbeitnehmer pro Tag im Berufsverkehr (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 11.01.10).
Verkehrsminister
ruft 2010 zum "Jahr der Hochgeschwindigkeitsbahn" aus
Verkehrsminister Andrew Adonis hat das Jahr 2010 zum Jahr der Hochgeschwindigkeitsstrecken
im Vereinigten Königreich ausgerufen, nachdem er den lang erwarteten
Bericht zur HS2 erhalten hat.
Die Gesellschaft "High Speed Two" wurde von der Regierung eingerichtet,
um sie bei der Entwicklung von Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen London
und Schottland zu beraten. Die am 30.12.09 veröffentlichte Studie
stellt eine detaillierte Untersuchung zum weiteren Vorgehen zum Aufbau
des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Großbritannien dar.
Andrew Adonis sagte: "Unsere High-Speed-Netz liegt noch hinter dem
vieler unserer europäischen Nachbarn und verbindet zur Zeit noch
keine unserer wichtigsten Städte, aber dieser Bericht könnte
das ändern. Ich bin begeistert von den Möglichkeiten, mit denen
die High-Speed-Eisenbahn den Verkehr in diesem Land zum Besseren verändern
kann. Das bietet Vorteile für die Umwelt, fördert Investitionen
und stärkt Arbeit und Beschäftigung."
Der Bericht von High-Speed-Two (HS2) enthält eine detaillierte Planung
für die erste Stufe einer Nord-Süd-High-Speed-Linie von London
in die West Midlands sowie Optionen für die Erweiterung der High-Speed-Dienste
und Hochgeschwindigkeitsstrecken weiter nach Norden in die East Midlands,
nach Yorkshire und Schottland.
Die Regierung wird den HS2-Bericht erst gemeinsam mit der Antwort der
Regierung veröffentlichen. Die Prüfung des Berichts soll sofort
beginnen und bis Ende März 2010 in einem Weißbuch veröffentlicht
werden. Das Weißbuch wird detaillierte Pläne für neue
Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken und Dienstleistungen enthalten, einschließlich
der zeitlichen Vorgaben und der damit verbundenen finanziellen, wirtschaftlichen
und ökologischen Bewertungen. Eine umfassende öffentliche Anhörung
könnte dann im Herbst 2010 beginnen, so dass alle interessierten
Parteien Gelegenheit zur Stellungs-nahme erhalten, bevor die Vorschläge
abgeschlossen werden (WKZ, Quelle Department for Transport, 04.01.10).
Sarkozy
fordert Wiederaufnahme des Eurostar-Betriebs
Aufgrund der Betriebseinstellung der Eurostar-Züge durch den Kanaltunnel
fand am 21.12.09 ein Treffen zwischen dem französischen Präsidenten,
Nikolas Sarkozy, und dem Präsidenten der SNCF, Guillaume Pepy, statt.
Ein weiterer Gesprächsgrund waren durch einen Autofahrer verursachte
Störungen auf der RER-Linie C im Raum Paris.
Der französische Präsident bat Pepy, Maßnahmen zur Wiederaufnahme
des Eurostar-Verkehrs einzuleiten und Sorge zu tragen, dass solche Vorfälle
in Zukunft nicht mehr auftreten können. Bis zur Vorlage der Ergebnisse
einer unabhängigen Untersuchung durch eine britisch-französische
Kommission hat der Präsident folgendes angefordert:
• Die Wiederaufnahme des Verkehrs ab Dienstag, 22. Dezember;
• Die schnelle Einberufung des französisch-britischen Ausschusses
für den Verkehr im Ärmelkanaltunnel;
• Die unmittelbare Verbesserung der Information der Fahrgäste.
Diese Anweisungen gelten sowohl für Eurostar als auch für Eurotunnel.
Nach
diversen Testfahrten hat auch der Bahnbetreiber Eurostar angekündigt,
die Fahrten durch den Kanaltunnel im Laufe des Dienstags wieder aufnehmen
zu wollen. Nach Angaben von Eurostar führte die extreme Kälte
in Nordfrankreich dazu, dass die normalerweise eingeleiteten "Wintermaßnahmen",
die den Eurostar gegen Kälte schützen, in diesem Winter nicht
ausreichend waren. Die Testfahrten hätten aber gezeigt, wo nachgebessert
werden müsse.
Um
alle Unklarheiten bezüglich der gegenwärtigen Lage im Ärmelkanaltunnel
zu klären, lässt der Tunnelbetreiber Eurotunnel die folgende
Erklärung veröffentlichen:
• Die Kanaltunnelinfrastruktur blieb ohne Unterbrechung während
der vergangenen vier Tage in Betrieb und erlaubte es, die sichere Evakuierung
von 1364 Fahrgästen der Eurostar-Züge zu gewährleisten.
• Der Shuttle-Service funktionierte und konnte von Samstag früh
(05:30 Uhr MEZ) bis um 10:00 Uhr am Montag, 21. Dezember ohne Unterbrechung
17.000 Fahrzeuge durch den Kanaltunnel transportieren (12.445 Autos, 3321
Lastwagen und 321 Busse, von denen zehn Eurostar-Fahrgäste beförderten).
• Die Zuverlässigkeit der Lokomotiven von Eurotunnel erlaubte
es, die Eurostar-Züge abzuschleppen und die Kontinuität der
Fahrten unter dem Kanal bei schwierigen Wetterverhältnissen zu gewährleisten.
• Die Schaltkreise und Elektromotoren der Eurotunnel-Lokomotiven
sind gegen Staub und Temperaturschwankungen (Tropicalisation) geschützt.
Lufteinlässe für die Kühlung werden zusätzlich durch
Blenden geschützt.
• Eurotunnel wendet 750.000 Stunden pro Jahr für die Aufrechterhaltung
der Infrastruktur- und Wartung des Rollmaterials auf. Das Budget für
Investitionen und Modernisierung beträgt 50 Millionen Euro (WKZ,
Quelle Pressemeldungen Présidence de la République/Eurotunnel/Eurostar,
22.12.09).
Eurostar-Züge
hängen im Tunnel fest
In der Nacht von Freitag, 18. bis Samstag 19. Dezember musste
das Personal von Eurotunnel zur Rettung von fünf Eurostar-Zügen
antreten, die im Tunnel unter dem Ärmelkanal aufgrund technischer
Ausfälle steckengeblieben sind.
Diese Vorfälle wurden in keiner Weise durch die Tunnel-Infrastruktur
herbeigerufen, sondern durch ein Versagen der Eurostar-Technik aufgrund
der starken Temperaturabfälle. Während in Nordfrankreich starke
Kälte herrschte, war es im Tunnel relativ warm.
1364 Fahrgäste wurden von Eurotunnel mit eigenen Zügen nach
Folkestone, Kent gebracht, von wo sie ihre Reise nach London fortsetzen
konnten. Zwei Eurostar-Züge mussten nach St. Pancras abgeschleppt
werden. Eurostar selbst sei nicht in der Lage gewesen, diese Operation
mit eigenen Mitteln durchzuführen.
Eurostar wollte kein weiteres Risiko eingehen, und hat am Samstag und
Sonntag sämtliche Verbindungen durch den Tunnel eingestellt, solange
die Fehlerursache durch den Einsatz von Testzügen nicht identifiziert
ist. Eurostar empfiehlt allen Personen, die am Wochenende eine Reise geplant
hatten, diese zu verschieben oder ihre Reise zu stornieren (Pressemeldungen
Eurotunnel/SNCF, 21.12.09).
Alcatel-Lucent
errichtet GSM-R im Kanaltunnel
Eurotunnel hat am 15.12.09 Alcatel-Lucent mit der Modernisierung der Kommunikationssysteme
im Kanaltunnel beauftragt, dazu gehört vor allem die Einrichtung
eines interoperablen GSM-R Funkkommunikationssystems.
Das neue System wird im Jahr 2012 betriebsbereit sein, rechtzeitig zu
den Olympischen Spiele in London. Alcatel-Lucent installiert GSM-R über
das gesamte Netzwerk im Tunnel, dies bedeutet die Verbesserung der Sprach-
und Datenkommunikation für die operativen Mitarbeiter und ermöglicht
einen besseren Informationsservice für die Kunden.
Der Vertrag wird auch eine Reihe von Dienstleistungen enthalten, einschließlich
End-to-End-Integration, Implementierung, Test und Wartung. Diese Lösungen
werden die Verwaltung des immer dichter werdenden Schienenverkehrs erleichtern
und die Sicherheit weiter verbessern (WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel,
16.12.09).
Govia
startet High-Speed-Service in der Region Kent
 
Hochgeschwindigkeitszüge der Serie Class 395
und gefahrene Leistungen über die Hochgeschwindig-keitsstrecke (rot)
im Rahmen der Franchise Southeastern nach Margate, Ramsgate und Dover
(blau). Grafiken Keolis.
Govia, eine gemeinsame Tochtergesellschaft der Gruppen Keolis und Go-Ahead,
startete am 13. Dezember offiziell den regionalen High-Speed-Service über
die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen London und der Grafschaft Kent.
Der kommerzielle High-Speed-Service wurde im Juni 2009 zwischen dem Bahnhof
London St. Pancras und den Städten Ashford und Ebbsfleet begonnen. Zusätzliche
Halte wurden im September und im November zugefügt, um einen Stundentakt
zu ermöglichen.
Die ersten Wochen dieser Dienste waren ein voller kommerzieller Erfolg,
wobei sich die Anzahl der Reisenden innerhalb von nur 20 Wochen verdreifacht
hat.
Schließlich wurden zum 13. Dezember die Fahrpläne völlig neu
gestaltet. Mit einer Flotte von 29 in Dienst gestellten Hochgeschwindigkeitszügen
der Serie Class 395 von Hitachi werden nun drei Linien der Southeastern-Franchise
bedient. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 225 km/h fahren die Züge
über die High-Speed-Strecke, die bisher dem Eurostar vorbehalten
war.
Keolis ist an vier Franchises in Großbritannien beteiligt:
• Southeastern, mit Go-Ahead (156 Millionen Reisende pro Jahr)
• Southern, mit Go-Ahead (120 Millionen Reisende pro Jahr)
• London Midland, mit Go-Ahead (45 Millionen Reisende pro Jahr)
• Transpennine Express, mit First Group (17 Millionen Reisende pro
Jahr) (WKZ, Quelle Keolis, 15.12.09).
DB
Regio UK „bevorzugter Bieter“ für Tyne and Wear Metro
Newcastle
Die Deutsche Bahn hat zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ein Auswahlverfahren
für die Vergabe von Schienennahverkehren im europäischen Ausland
gewonnen. Die Nahverkehrstochter DB Regio UK ist als „bevorzugter
Bieter“ für den Betrieb der Tyne and Wear Metro in Newcastle
in Großbritannien als Sieger aus dem Verfahren hervorgegangen. Bis
voraussichtlich Mitte Januar wird jetzt der konkrete Verkehrsvertrag mit
dem Aufgabenträger Nexus Tyne and Wear Passenger Transport Executive
endverhandelt.
„Wir sind hocherfreut, dass wir uns innerhalb von nur zwei Wochen
bereits ein zweites Mal bei einem internationalen Auswahlverfahren durchsetzen
konnten. Wir haben bei der Tyne and Wear Metro acht Konkurrenten hinter
uns gelassen, darunter große europäische Verkehrskonzerne.
Dies unterstreicht nochmals unsere Stellung als führendes europäisches
Nahverkehrsunternehmen“, sagt Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr
der Deutschen Bahn.
Bei der Tyne and Wear Metro geht es um den Betrieb von jährlich 5,8
Millionen Zugkilometern ab April 2010. Die Laufzeit beträgt sieben
Jahre, mit einer Verlängerungsoption um weitere zwei Jahre. Die Verkehrsleistung
entspricht etwa der der S-Bahn RheinNeckar in Deutschland.
Der Vertragsumfang beinhaltet den Betrieb der Schienenverkehre, die Instandhaltung
sowie die Modernisierung aller 90 Metro-Fahrzeuge, die der Aufgabenträger
Nexus stellt. Das Verkehrsgebiet im Nordosten Englands mit den Städten
Newcastle und Sunderland sowie den umgebenden Gebieten umfasst rund 400
Quadratkilometer (entspricht etwa der Fläche von Köln) und hat
etwa 900.000 Einwohner. Die Tyne and Wear Metro hat ein 74 Kilometer langes
Netz mit 60 Stationen und zählt rund 40 Millionen Fahrgäste
im Jahr.
DB Regio ist mit der britischen Tochtergesellschaft Chiltern Railways
bereits seit 2008 auch in Großbritannien aktiv. Neben Pendlerverkehren
zwischen London und Birmingham betreibt die Deutsche Bahn auch S-Bahn-ähnliche
Verkehre im äußeren Londoner Stadtgebiet und eine durchgehende
Verbindung zwischen London, dem walisischen Zentrum Wrexham und der Grafschaft
Shropshire. Ende November hat die DB eine Ausschreibung in der schwedischen
Provinz Östergötland mit den wichtigsten Städten Linköping
und Norrköping gewonnen und wird dort ab Dezember 2010 S-Bahn-Verkehre
im Umfang von jährlich 3,8 Millionen Zugkilometern betreiben (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 05.12.09).
Network
Rail stellt Halbjahresresultate April-September vor

Der Chief Executive von Network Rail, Iain Coucher (Foto), stellte
am 26.11.09 die vorläufigen
Ergebnisse für das Halbjahr zum 30. September 2009 vor: "Die
Wartungskosten sind rückläufig, die Personalkosten wurden konstant
gehalten und unser Investitionsprogramm schreitet weiter voran. Das Programm
zum Abbau der Verbindlichkeiten wird weiterhin umsichtig geplant, gut
geführt und vollständig abgesichert."
Die Umsatzzahlen waren dabei im Einklang mit den ordnungspolitischen Zielen
für die laufende Finanzierungsperiode 2009-14:
• Netto-Betriebskosten: 1.749 Milliarden GBP für die sechs
Monate bis zum 30. September 2009 im Vergleich zu 1.891 Milliarden GBP
für die sechs Monate bis 30. September 2008
• Umsatz: 2.843 Milliarden GBP (September 2008: 3.117 Milliarden
GBP)
• Operatives Ergebnis: 1.094 Milliarden GBP (September 2008: 1.226
Milliarden GBP)
• Gewinn nach Steuern: 99 Millionen GBP (September 2008: 5 Mio.
GBP)
• Investitionen: 1.791 Milliarden GBP (September 2008: 2.161 Milliarden
GBP)
• Netto-Finanzverbindlichkeiten: 22.244 Milliarden GBP (März
2009: 22.307 Milliarden GBP)
• Geringere Trasseneinnahmen: 274 Millionen GBP
• Leistung: Über 3.000 zusätzliche Züge pro Woche
• Pünktlichkeit: Anstieg auf 93,3%
In der Überprüfung der Ausgaben von Network Rail im Zeitraum
2009-14 legte das Office of Rail Regulation fest, dass Network Rail eine
niedrigere Anlagenredite von nur 4,8% im Vergleich zu 6,5% für die
letzten drei Jahre zu erbringen brauchte. Dies ermöglichte es Network
Rail, die Gebühren für Personen- und Güterverkehrsbenutzer
zu kürzen.
Die Gebühren für Personenverkehrsbetreiber fielen um einen halben
Cent pro Passagier und Kilometer (5%) oder 22 p pro Zugfahrt. Die Frachtkosten
sind um durchschnittlich 1,16 GBP brutto pro Tonne und Meile (35%) gesunken.
Der Umsatzrückgang konnte aber teilweise durch eine höhere Pünktlichkeit
und eine bessere Planung der Wartungsarbeiten ausgeglichen werden. Der
Jahresgewinn betrug so 58 Millionen Pfund, verglichen mit 35 Millionen
Pfund im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Network
Rail machte sehr gute Fortschritte bei der Reduzierung der Betriebskosten.
Die kombinierte Zielvorgabe für 2009-14 beträgt 4,1 Milliarden
GBP und die derzeitigen Effizienzgewinne liegen knapp über den Projektionen.
Aufgrund
intelligenter Arbeitsmethoden konnten die Wartungskosten als ein Ergebnis
von Einsparungen bei den Zulieferern, den Leiharbeitnehmern und der Miete
von Baugeräten um 65 Millionen GBP (oder 8,5%) gekürzt werden.
Als
Ergebnis dieser und weiterer Einsparungen erzielte Network Rail einen
Cashflow von 1.638 Milliarden GBP aus dem operativen Geschäft, was
trotz des Rückgang der Einnahmen etwa dem des gleichen Zeitraums
im vergangenen Jahr entspricht. Dieses Cash-Flow finanziert 91% der Investitionen
in das Schienennetz.
Auch die Investitionen befanden sich auch weiterhin auf historisch hohem
Niveau, was die Vergrößerung der Netzkapazität und die
Verbesserung der Reisegeschwindigkeiten und Pünktlichkeit betrifft.
In den letzten sechs Monaten wurden Großprojekte wie Thameslink,
Birmingham New Street und der Ausbau Airdrie - Bathgate in der Nähe
von Edinburgh begonnen oder durchgeführt.
Die
Nettoverschuldung von 22,2 Milliarden GBP befindet sich nach wie vor auf
einem nachhaltigen Niveau. Network Rail ist zuversichtlich, dass seine
Schulden gut verwaltet werden und das Unternehmen eine Politik der vollen
Absicherung ausübt.
Die
Bewertung des Eisenbahnnetzes stieg auf 35.476 Milliarden GBP am 30. September
2009 gegenüber 34.925 Milliarden GBP am 31. März 2009 (WKZ,
Quelle Pressemeldung Network Rail, 30.11.09).
East
Coast Main Line Franchise nun für zwei Jahre in staatlicher Hand
Der früher von "National Express East Coast" betriebene
Bahnverkehr auf der "East Coast Main Line" wechselte am 13.11.09
kurz vor Mitternacht auf die "East Coast Main Line Company Limited".
Die Dienste verkehren zwischen London Kings Cross und Zielen nördlich
Londons einschließlich York, Newcastle, Edinburgh, Glasgow, Aberdeen
und Inverness.
Zur Erinnerung: In einer öffentlichen Stellungnahme gab "National
Express Group PLC" am 01.07.09 bekannt, dass es keine weitere finanzielle
Unterstützung mehr an "National Express East Coast" zahlen
würde, um den Weiterbetrieb der East Coast Main Line Franchise sicherzustellen
(Der LOK Report berichtete). Unter diesen Umständen ließ der
Verkehrsminister eine neues staatliches Unternehmen einrichten, das die
Aufgaben der East Coast Franchise übernehmen werde.
"East Coast Main Line Company Limited" ist eine Tochtergesellschaft
der "Directly Operated Railways Limited" (DOR), einer im Regierungsbesitz
befindlichen Holdinggesellschaft, die die East Coast Main Line Franchise
innerhalb von voraussichtlich zwei Jahren wieder an den privaten Sektor
vermieten soll.
East Coast hat sich zur Kontinuität der Leistung und zur Verbesserung
der Services in den nächsten zwei Jahren verpflichtet, während
sie in öffentlicher Hand bleiben. Verkehrsminister Andrew Adonis
sagte: "East Coast bleibt für zwei Jahre in öffentlicher
Hand und wird eine vollständige Kontinuität der Dienstleistungen
erbringen. Aber das ist nicht nur ein Pflege- und Wartungsjob - ich möchte
eine tatsächliche Verbesserung der Leistungen und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis
sehen."
Die Verbesserungen
und Änderungen sind:
•
Gebührenfreie Platzreservierung ab 1. Januar 2010;
• 12 Millionen GBP für Verbesserungen an den Bahnhöfen,
einschließlich Newcastle, York, und Peterborough;
• Sofortige Überprüfung der Einführung eines On-Board-Catering
sowohl in der Standard- als auch Ersten Klasse ab dem nächsten Jahr;
• Bessere Standards für Sauberkeit in den Zügen und den
von East Coast verwalteten Stationen;
• Weitere Service-Verbesserungen, einschließlich eines neuen
Samstagabend-Service von King's Cross nach Leeds und einer zusätzlichen
Sonntagmorgen-Verbindung von Leeds nach King's Cross;
• Rücknahme des geplanten Gating in York, um den bestehenden
Zugang für Nicht-Fahrgäste zu erhalten und gleichzeitige Beschleunigung
der Fertigstellung des Gating in King's Cross, um Schwarzfahrer abzuschrecken
(WKZ,
Quelle Department for Transport, 16.11.09).
Modernisierungsprogramm
und Forschungsprojekt für Bahnhöfe
Network Rail hat am 12.11.09 ein Investitionsprogramm "Action
Stations" über 3.25 Millliarden GBP zur Modernisierung von
Tausenden von Bahnhöfen im ganzen Land innerhalb der nächsten
fünf Jahre angekündigt. Über
2.000 Stationen werden ab sofort bis zum Frühjahr 2014 von Investitionen
über Beträge zwischen einigen 1000 GBP (z.B. für eine neue
Wartehalle) bis zu größeren Umbaumaßnahmen von vielen
Millionen GBP profitieren.
Einige Beispiele für das Investitionsprogramm sind:
• 100 Millionen Pfund: Birmingham New Street, Blackfriars, Edinburgh
Waverley, King's Cross, London Bridge,
•
20 Millionen Pfund: Farringdon, Cannon Street, Glasgow Central, Paddington
• 10 Millionen Pfund: Bromsgrove, Leicester, Maidstone East, Manchester,
Nottingham, Oxford, Putney, Reading Green Park
Zu den Verbesserungen gehören Dinge wie:
• Neue
Passagier-Informationssysteme
• Neue Lifte und Treppen
• Neue Toiletten, Wartehallen und Überdachungen
• Neue, mehr oder neu asphaltierte Plattformen
• Größere oder renovierten Fahrkartenschalter und Schalterhallen
• Bessere Beleuchtung und Videoüberwachung
• Gepflegtes Erscheinungsbild, mehr Sitzgelegenheiten und Einkaufsmöglichkeiten
Robin Gisby, Operations und Customer Service Director von Network Rail,
sagte: "Die Stationen sind das Schaufenster der Eisenbahn, und dies
wurde zu lange ignoriert. Nach Errreichen einer Pünktlichkeit der
Bahn auf Rekordniveau und unserem umfassenden Programm zur Kapazitätssteigerung
können wir jetzt andere Prioritäten setzen, und die Bahnhöfe
stehen an der Spitze unserer Liste."
Die geplanten Investitionen stammen nicht nur von Network Rail, sondern
umfassen auch Gelder des Verkehrsministeriums, der Bahn-Betreiber, der
schottischen und walisischen Regierung, der lokalen Behörden und
sonstigen Partnern
Als wegweisenden Schritt startet Network Rail außerdem ein landesweites
Forschungsprojekt, um die Fahrgäste nach ihren Erwartungen auf den
Zustand und die Angebote der Bahnhöfe zu fragen. Das Forschungsprojekt
startet im Laufe dieses Monats, dauert bis zu drei Monate und beinhaltet
Online-Umfragen, Telefon-Umfragen und Gruppendiskussionen, um wirklich
im Detail zu erfahren, was Fahrgäste von den Bahnhöfen erwarten.
Die Auswertung der Umfrage erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium,
den Bahn-betreibern, Sponsoren und regionalen Partnern und Interessengruppen
(WKZ,
Quelle Network Rail, 16.11.09).
Ausschreibung
"Borders Railway" noch dieses Jahr
Noch vor Weihnachten wird die Ausschreibung
für den Bau der "Borders Railway" erfolgen, erklärte
der Minister für Finanzen und Nachhaltige Entwicklung in Schottland,
John Swinney, den Mitgliedern der South of Scotland Alliance am 02.11.09.
Der
Kabinettschef sagte: "Die schottische Regierung hat stets ihr Engagement
für dieses wichtige öffentliche Verkehrsnetz klargestellt. Die
Bereitstellung eines schnellen, effizienten Bindeglieds zwischen den Gemeinden
der Region "Scottish Borders" und zwischen Midlothian und Edinburgh
ist ein wichtiger Katalysator für das Wirtschaftswachstum in der
Region."
Alle benötigten Flächen wurden erworben und der Finanzierungsprozess
letztes Jahr beschleunigt, um das Risiko für diesen wichtigen Bauauftrag
klein zu halten (WKZ,
Quelle Transport Scotland, 03.11.09).
Erster
Kühlcontainerzug mit Obst durch den Ärmelkanaltunnel
Im Einklang mit ihrem Programm zur Entwicklung des Schienengüterverkehrs
im Kanaltunnel, schickte Eurotunnel in der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober
den ersten Güterzug mit Kühl-Containern auf die Reise.
Der
vom großen internationalen Transporteur Stobart Group betriebene
Zug brachte Obst und Gemüse (Orangen, Zitronen, Tomaten ...) aus
Valencia in Spanien nach Dagenham.
Der neue Service wird zunächst wöchentlich erfolgen. Stobart
Rail hat eine Erhöhung der Frequenz auf bis fünf Züge pro
Woche bis Ende 2010 in Aussicht gestellt (WKZ,
Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 02.11.09).
ORR
erstellt Konzept zur Regulierung von HS 1
Am 01.10.09 erhielt das Office of Rail Regulation (ORR) von der Regierung
die Regulierung der Hochgeschwindigkeitsstrecke HS1 zwischen London St.
Pancras und den Ärmelkanal-Tunnel übertragen, um sicherzustellen,
dass der Betrieb der Hochgeschwindigkeitsstrecke effizient und mit hoher
Leistung durchgeführt werden kann.
Nach Konsultation mit der Industrie erwartet ORR, dass die Regulierung
der HS1 - bis auf dem Hochgeschwindigkeitsbetrieb zuzuordnende Abweichungen
- nach einem ähnlichen Modell erfolgen kann, wie sie schon für
das nationale Netz erfolgt.
Die neue Regulierungsverordnung zur HS1 wird zuständig sein für:
•
die Regelung der Zugangsberechtigung für Bahnbetreiber,
• die fünfjährige Überprüfung der Trassen-,
Wartungs- und Erneuerungs-Gebühren,
• die Aufsicht über die effektive Bewirtschaftung des Netzes
durch HS1 Limited. Dies verpflichtet das Unternehmen, Betrieb, Wartung
und Erneuerung der Eisenbahninfrastruktur im Einklang mit der Industrie
sicherzustellen.
Bill Emery, ORR CEO, sagte: "Wir sind entschlossen, internationalen
und nationalen Personenverkehr zu unterstützen, und auch das Potenzial
der Strecke für den Güterverkehr zu nutzen."
Weitere Informationen: ORR
Statement (WKZ,
Quelle Pressemeldung Office of Rail Regulation, 02.11.09).
Studie
befürwortet Elektrifizierung der Midland Main Line
Eine einjährige Studie von Network Rail kommt zu dem Schluss, dass
die Elektrifizierung der Midland Main Line - der Hauptstrecke von London
St Pancras nach Derby, Nottingham und Sheffield - als ein äußerst
attraktives Geschäftsmodell darstellt, das sich im Laufe von 60 Jahren
über die zu erreichenden Einsparungen aus billigeren Betriebskosten
und Instandhaltung gegenüber den Erstinvestitionen zur Elektrifizierung
amortisiert.
Network Rail-Chef Iain Coucher sagte: "Die Argumente für die
Midland Main Line sind extrem stark. Erschwinglichkeit und die Senkung
der Kosten sind der Schlüssel solcher Projekte, um grünes Licht
zu erhalten."
Im Juli sicherte sich Network Rail grünes Licht zur Elektrifizierung
der Strecken zwischen London und Swansea und zwischen Liverpool und Manchester.
Die Route
Utilisation Strategy (RUS) sieht neben der Elektrifizierung der Great
Western Main Line nach Swansea auch eine Elektrifizierung der Midland
Main Line als kosteneffizient vor (Der LOK Report berichtete). Zusammen
mit den strategischen Erweiterungen für den Raum London sowie die
Strecke Liverpool - Manchester bilden diese Projekte die Kernstrategie
für England in den kommenden Jahren (WKZ, Quelle Pressemeldung Network
Rail, 02.11.09).
Regierung
sichert Verwaltung ehemaliger Metronet-Verträge ab
Verkehrsminister Andrew Adonis und der Bürgermeister von London,
Boris Johnson, haben am 29.10.09 bestätigt, dass die von Transport
for London (TfL) nach dem Zusammenbruch der Metronet vorläufig abgeschlossenen
Verträge zur Verbesserung der Londoner U-Bahn dauerhaft unter der
direkten Verwaltung der London Underground Ltd (LUL) bleiben. LUL bleibt
für alle Asset-Management-Entscheidungen zuständig, aber es
werden auch weiterhin erhebliche Beteiligung des privaten Sektors im Rahmen
der Verträge verwaltet.
Der Bürgermeister wird ein unabhängig beratendes Gremium berufen,
dessen Aufgabenbereich sich über das gesamte von TfL initiierte Investitionsprogramm
erstreckt, einschließlich aller Wartungs-, Erneuerungs-, und Upgradeaufgaben
und wichtiger Projekte im Fahrbereich, nicht aber zur Erbringung des Betriebs.
Mitglieder des neuen Gremiums werden vom Bürgermeister aus einer
mit dem Verkehrsminister abgestimmten Kandidatenliste ausgewählt
und dem TfL-Board und dem Bürgermeister als seinem Vorsitzenden vorgeschlagen.
Die Mitglieder des Gremiums haben Erfahrung in einer Vielzahl von Disziplinen,
einschließlich im Ingenieurs-, Finanz- und Projektmanagement, um
sicherzustellen, dass das Gremium in der Lage sein wird, kompetente Beratung
zu allen Aspekten der Investitionen anzubieten.
Verkehrsminister Andrew Adonis sagte: "Diese neuen Regelungen geben
London Underground die Stabilität und auch Sicherheit, die von Metronet
geerbten Aufgaben und damit auch die Verbesserungen weiterführen
zu können, die von entscheidender Bedeutung für Wachstum und
Wohlstand in London sind".
Das Metronet-Verträge erstrecken sich auf die Modernisierung, Wartung
und Erneuerung der Infrastruktur auf den Bakerloo-, Central-, Victoria-,
Waterloo & City- und Sub-Surface-Linien (Metropolitan, Circle, District,
Hammersmith & City). Unabhängig
davon bleibt Tube Lines weiterhin für die Aktualisierung, Wartung
und Erneuerung der Infrastruktur auf den Jubilee-, Northern- und Piccadilly-Linien
im Rahmen ihrer Public-Private-Partnership-Verträge verantwortlich.
Nach der Insolvenz von Metronet im Juli 2007 wurden die Vermögenswerte
und Verpflichtungen im Mai 2008 auf Transport for London übertragen.
Der
Bürgermeister von London und der Verkehrsminister beauftragten einen
gemeinsamen Lenkungsausschuss, bestehend aus London Underground Limited
(LUL), Transport for London (TfL), dem Verkehrsministerium und HM Treasury
mit der Prüfung einer Reihe von Optionen für die endgültige
Struktur der der Metronet-Verträge. Der
Bürgermeister und der Minister haben die Empfehlungen des Ausschusses
akzeptiert, die Verträge von Metronet unter die direkte Verwaltung
der LUL zu stellen. Einige dieser Verträge wurden neu verhandelt,
um günstigere Bedingungen für LUL zu sichern. Künftige
Verträge werden direkt von LUL abgeschlossen. Das
neue unabhängige Beratungsgremium wird diese Regelung kontrollieren
und seine Ergebnisse direkt dem TfL-Board mitteilen (WKZ,
Pressemeldung Department for Transport, 30.10.09).
Schottland
gerät ohne Hochgeschwindigkeitsverbindung ins Hintertreffen
Grafik oben: Anteil des Eisenbahnverkehrs in Abhängigkeit
von der Reisezeit für Verbindungen in Großbritannien (blau)
und Frankreich (rot). Je kürzer die Reisezeit, umso größer
der Anteil der Eisenbahn. Grafik Transport Scotland.
Grafik unten: Der wirtschaftlichen Nutzen der HS
2 liegt zwischen 12% und 25% über dem der Investitionen, kann aber
bis zu 50% erreichen. Grafik Halcrow Group Limited.
Schottland wird von den wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen
der geplanten Hochgeschwindig-keitsverbindung High Speed Rail 2 (HS2)
im Vereinigten Königreich profitieren, wie die am 27.10.09 vorgelegten
Berichte "High
Speed Rail - Strategic Business Case" von Transport Scotland
und "High
Speed Rail - Wider Economic Benefits Study" der Halcrow Group
Limited belegen.
Die Studie hat die Präferenz für eine Strecke dargelegt, die
sich nördlich der schottischen Grenze mit Verbindungen sowohl nach
Edinburgh als auch nach Glasgow spaltet und das Bestreben der schottischen
Regierung unterstützt, über eine High-Speed-Verbindung mit dem
Rest des Vereinigten Königreichs und dem europäischen Festland
verbunden zu werden.
Verkehrsminister
Stewart Stevenson erläuterte: "Wir müssen die Zukunft mit
einer langzeitig angelegten Vision einer High-Speed-Linie planen. Nur
eine vollständige Anbindung wird die Verkehrsverlagerung von der
Luft auf die Schiene erreichen können. Fahrzeiten von weniger als
drei Stunden zwischen London und Schottland werden die Schiene attraktiver
machen und zu einer Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes und
der Erreichung der Klimaschutzziele führen. Obwohl die Kosten für
eine Hochgeschwindigkeitsverbindung hoch sind, werden die Vorteile überwiegen."
(WKZ,
Quelle Transport Scotland, 28.10.09).
HAFAS
für das iPhone am britischen Markt erfolgreich platziert
Der von HaCon entwickelte Routenplaner für das iPhone hat nun über
den Vertriebspartner Kadfire Ltd. Einzug in den britischen Markt erhalten:
Mit der Fahrplanauskunft von CrossCountry Trains gelangen nach den Österreichern
und Dänen nun auch die Briten noch komfortabler an ihr Ziel. In Großbritannien
steht die iPhone-Applikation jetzt kostenlos als Download im App Store
von Apple bereit.
Mit
dem mobilen Routenplaner Train Search erhalten Reisende alle relevanten
Bahnfahrpläne für Nah- und Fernverkehrsverbindungen. Von der
individuellen Fahrplanauskunft über Abfahrtspläne und Umgebungskarten
bis hin zu Hinweisen zu den nächstgelegenen Bahnhöfen stehen
alle wichtigen Informationen jederzeit zur Verfügung. Das iPhone
zeigt dabei nicht nur Fahrplandaten an für den gesamten Fahrplan
von England, Wales und Schottland: Egal ob Reisende oder Abholer - live
und aktuell erfahren sie jederzeit, ob ihr Zug pünktlich ist oder
ob Störungen vorliegen und welche alternativen Verbindungen bestehen.
HAFAS
für das iPhone von CrossCountry bezieht den Nah- und Fernverkehr
ein. Nächstgelegene Stationen werden auf Basis der aktuellen Position
angezeigt. Tatsächliche Ankunftszeiten, Gleisnummern und die Dauer
von Fußwegen lassen sich auf dem Display leicht ablesen. Auch erfährt
der Reisende, wie viel Zeit bis zur Abfahrt verbleibt, und ob die gewünschte
Verbindung noch erreicht werden kann. Verbindungsdetails geben Auskunft
über Zwischenhalte und über die jeweilige Zugausstattung. Umgebungskarten
erleichtern die Orientierung. Integriert ist zudem eine Favoritenfunktion
für Stationen und Verbindungen plus Auto-History für zuletzt
getätigte Abfragen.
Als
größtes Eisenbahnverkehrsunternehmen Großbritanniens
operiert CrossCountry auf einem Streckennetz von mehr als 1400 Meilen
mit über 100 Bahnhöfen, von Aberdeen bis Penzance, Bournemouth
bis Manchester and Stansted bis Cardiff. Über 30 Millionen Passagiere
fahren jährlich rund 16 Millionen Meilen mit Cross Country Zügen.
Das Unternehmen beschäftigt etwa 1700 Mitarbeiter (Pressemeldung
HaCon Ingenieurgesellschaft mbH, 09.10.09).
Amey-Colas
gewinnt Ausschreibung zur Gleisinstandsetzung
 
Network Rail setzt seine Investitionen in High-Tech-Technologien zur Gleiserneuerung
fest. Störungen können mit dieser Technik deutlich reduziert
und schneller behoben werden als mit herkömmlichen Methoden.
Am 30.09.09 wählte Network Rail die Firma Amey-Colas, ein 50/50 Joint-Venture
aus Amey und Colas Rail Ltd, als bevorzugten Bieter für einen neuen
Vertrag für Betrieb und Wartung der Flotte von High-Tech und High-Output-Gleiserneuerungssystemen
aus. Im Laufe der nächsten Jahre will Network Rail diese Arbeiten
zunehmend in der Nacht durchführen und die Anzahl an Betriebsunterbrechungen
verringern. Der Vertrag soll am 1. Januar 2010 beginnen.
Folgende vorqualifizierte Bieter nahmen an der Ausschreibung teil:
• Amey-Colas JV (Amey und Colas)
• Rail Link JV (Balfour Beatty, Sersa und Bahn Bau)
• SB Rail JV (Babcock Rail und Swietelsky)
• VolkerWeiss JV (Volker Rail und Leonhard Weiss)
Der neue Auftrag im Wert von rund 250 Mio. GBP soll bei einer Kostenersparnis
von 85 Mio. GBP innerhalb der nächsten vier Jahre die Gleiserneuerung
auf 1600 Meilen Strecke ermöglichen - das sind fast 30% der gesamten
von Network Rail zur Erneuerung vorgesehenen Gleise.
Network Rail betreibt derzeit drei High-Output-Systeme, bestehend aus
einem Schotterreinigungs- und Gleiserneuerungszug sowie weiteren Maschinen
und Anlagen. Das Unternehmen erwartet die Auslieferung eines vierten High-Output-Systems
im Dezember 2010.
Insgesamt läuft der Rahmenvertrag auf der Grundlage von vier separaten
High-Output-Systemen - jedes mit einemr eigenen geographischen Zuständigkeitsbereich.
Die High-Output-Flotte von Network Rail umfasst:
•
System 1
2 Schotterreinigungsysteme
• System 2
1 High-Output-System zur Schotterreinigung
1 High-Output-System zur Gleiserneuerung
• System 3
1 High-Output-System zur Schotterreinigung
• System 4 (Lieferung gegen Ende des Jahres 2010)
1
High-Output-System zur Schotterreinigung
1 High-Output-System zur Gleiserneuerung (Pressemeldung
Network Rail, 05.10.09).
South
Yorkshire startet mit Testbetrieb für Tram-Trains
Das
Ministerium für Verkehr, Northern Rail, Network Rail und South Yorkshire
Passenger Transport Executive gaben am 15.09.09 bekannt, South Yorkshire
als ersten Standort zum Testbetrieb einer Tram-Train ausgewählt zu
haben.
Tram-Trains sind umweltfreundlicher als herkömmliche Züge, da
sie weniger Kraftstoff verbrauchen, eine schnellere Beschleunigung und
Bremswirkung zeigen und so kürzere Reisezeiten ermöglichen.
Außerdem sind sie leichter und reduzieren den Verschleiß des
Schienensystems, was zu weniger Wartungsarbeiten führt.
Die Tram-Trains sollen zwischen Sheffield und Rotherham auf der jetzigen
Güterstrecke fahren und dann bei Meadowhall mit dem Netz der Sheffield
Supertram verbunden werden. Die Studien in Verbindung mit den Testfahrten
werden den Nutzen für die Umwelt, die Betriebskosten, die technische
Eignung sowie die Beliebtheit bei den Fahrgästen bewerten. Dies sind
die ersten Schritte in einem Prozess, der dazu führen könnte,
Tram-Trains in ganz Großbritannien fahren zu lassen. Northern Rail
ist für die Beschaffung der neuen Fahrzeuge zuständig, während
Network Rail die Möglichkeiten des Einsatzes der Fahrzeuge auf dem
britischen Eisenbahn-Netz prüfen wird.
Tram-Trains sind bereits erfolgreich auf der ganzen Welt im Einsatz, vor
allem in Kontinental-Europa. Das Konzept wurde erstmals von der Stadt
Karlsruhe in Deutschland eingeführt, die als erstes die städtischen
Straßenbahnen auch auf Gleisen der Deutschen Bundesbahn fahren ließ
(Stadtbahn Karlsruhe) (WKZ, Quelle Pressemeldung Department for Transport,
17.09.09).
Network
Rail schreibt umweltfreundliches Bürozentrum aus

Network Rail hat am 03.09.09 die ersten Bilder seines geplanten neuen
nationalen Bürozentrums vorgestellt, das bis zu 3.000 Arbeitsplätze
nach Milton Keynes bringen wird. Das
vorgeschlagene Gebäude wird voraussichtlich im Jahr 2012 eröffnet
und in der Nähe des Hauptbahnhofs auf dem Gelände des ehemaligen
Hockeystadions gebaut.
Die
fünf vornominierten Unternehmen sind:
•
Balfour Beatty
• BAM
• Laing O'Rourke
• Skanska
• Sir Robert McAlpine
Die aufgeführten Unternehmen haben bis Ende Oktober Zeit, ihr Angebot
abzugeben. Der Gewinner der Ausschreibung wird dann im August 2010 bekannt
gegeben, kurz danach soll mit dem Bau begonnen werden.
Das neue Gebäude soll nach den neuesten umweltfreundlichen Vorgaben
gebaut werden. Der Gesamtwert des Bauvertrags wird zwischen 75 und 120
Millionen Pfund geschätzt (WKZ, Quelle Pressemeldung Network Rail,
04.09.09).
Fotografieren
auf Bahnhöfen in Schottland
Bei einem Besuch in Schottland - wie auch
sonst in Großbritannien - sind Eisenbahnfreunde grundsätzlich
willkommen und dürfen auf Bahnhöfen fotografieren, sofern
sie einige Richtlinien beachten.
Speziell in Schottland nimmt man es aber etwas genauer mit der Besuchs-
und Fotografiergenehmigung, was der Verfasser dieser Zeilen kürzlich
selbst erleben durfte.
So kam es mehrmals zu Verwarnungen wegen zu nahem Aufenthalt am Gleis
- mit dem Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter (markiert durch
eine gelbe Linie am Bahnsteigrand) nimmt man es dort sehr genau!
Auf den ganz großen Bahnhöfen, z.B. Edinburgh Waverley oder
Glasgow Central sollte man sich unbedingt vor dem Beginn der Hobbytätigkeit
beim Customer Reception Office anmelden, wo man einen Besucherausweis
und eine kurze Belehrung zum richtigen Verhalten auf dem Bahnhof erhält.
Ohne den Ausweis kann man schnell von Bahnmitarbeitern, etwa bei der Bahnsteigzugangskontrolle
zurückgewiesen oder zum Verlassen des Bahnsteigs aufgefordert werden.
Bei
kleineren Bahnhöfen ist es von Vorteil, wenn man den zuständigen
Bahnmitarbeitern eine bereits unterschriebene Erklärung der "Guidelines
for Enthusiast Photography at ScotRail Stations" vorlegt, um
den Zweck des Besuchs und die Bereitschaft zum korrekten Verhalten zu
bestätigen.
Auf
Stationen ohne Bahnpersonal, die zumeist videoüberwacht (engl.: CCTV)
sind, sollte man sich mittels der Notruf-/Info-Säule "Help Point"
beim zuständigen Servicemitarbeiter anmelden, da sonst durchaus unerwartet
die "British Transport Police" erscheinen kann und möglicherweise
den verwunderten Besucher zum Verlassen der Station auffordert (Rüdiger
Lüders, 02.09.09).
Network
Rail präsentiert Machbarkeitsstudie für High Speed 2
 
 
So soll sie aussehen: Die Eisenbahn der Zukunft
in Großbritannien (Fotos oben). Mögliche Streckenführungen
der High-Speed-Linie 2 (HS 2) zeigt die Grafik in der Mitte,
wobei die Option mit einer extra Anbindung von Heathrow bevorzugt wird.
Bis 2025 geplante Streckenlängen an Hochgeschwindigkeitsstrecken in verschiedenen
Ländern der Erde sind auf der unteren Grafik zu sehen. Fotos Network Rail.
Network Rail veröffentlichte am 26.08.09 die Ergebnisse einer detaillierten
Untersuchung über den Bedarf an neuen Kapazitäten auf Großbritanniens
Eisenbahnnetz. Es wurde der Schluss gezogen, dass eine neue, auf 200 mph
ausgelegte High-Speed-Linie in die Midlands, in den Nordwesten und nach Schottland
ein optimiertes Kosten/Nutzen-Verhältnis bringen würde. Diese
Variante hätte eine Halbierung der Fahrzeit nach Schottland auf etwas
über zwei Stunden zur Folge. Die Variante würde einen Betriebswert
von 55 Mrd. GBP bei Investitionskosten von 34 Mrd GBP erzeugen.
Iain Coucher, Chief Executive von Network Rail, sagte: "High-Speed-Linien
können zu einem Wandel in Großbritannien führen und wirtschaftliches
Wachstum, Regeneration der Natur und soziale Integration fördern.
Sie beinhalten eine kohlenstoffarme Option - weniger Inlandsflüge
und weniger PKW und LKW auf der Straße. Sie werden Kapazitäten
auf dem bestehenden Schienennetz freisetzen und das Reisen für die
Fahrgäste revolutionieren."
"Die Nachfrage nach Bahnfahrten wächst, doch die Kapazitäten
unserer wichtigsten Linien aus dem Norden nach London sind fast erreicht.
Bis zum Jahr 2020 würde dies die Fahrgastzahlen reduzieren - doch
das ist nicht das, was wir wollen. Wir müssen jetzt die Zukunft planen,
und die Lösung ist der Bau einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke
in die Midlands, den Nordwesten und Schottland. Die Strecke beinhaltet
ein gesundes Geschäftsmodell, dass sich bezahlbar macht. "
Die Studie kommt auf über 1.500 Seiten mit den Ergebnissen aus Forschung,
Designentwicklung und Analysen zum Schluss, dass eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke
von der Londoner Innenstadt zur Innenstadt von Manchester (in nur 1 Std.
06 Min.) mit einem weiteren Abzweig zum Zentrum von Birmingham (in nur
46 Min.) die besten Leistungen bietet. Heathrow solle nicht direkt, sondern über
einen eigenen Abzweig nach Norden angebunden werden.
Die Fortsetzung
der High-Speed-Linie nach Preston (1Std. 13 Min.), mit einem Abzweig nach
Warrington (1 Std. 06 Min.) und Liverpool (1 Std. 23 Min.) und dann nach
Norden mit Aufspaltung direkt nach Glasgow (2 Std. 16 Min.) und Edinburgh
(2 Std. 9 Min.) bietet ebenfalls das beste Preis-Leistungs-Verhältnis,
wobei sich Betriebseinkünfte im Wert von fast 55 Mrd.
GBP erzielen ließen, was dem 1,8-fachen der Baukosten entspräche.
Ergänzende Informationen:
• Video:
Network Rail New Lines Study Concept Animation
• New
Lines Programme: Strategic Business Case
• Meeting
the capacity challenge: The case for new lines (WKZ,
Quelle Pressemeldung Network Rail, 27.08.09).
ORR
startet Konsultation zur Regulierung von High Speed 1
Die Regulierungsbehörde "Office of Rail Regulation" (ORR)
startete am 19.08.09 die öffentliche Konsultation
zum Konzept einer Regulierung von High Speed 1, der Eisenbahnstrecke
zwischen London St. Pancras und dem Ärmelkanaltunnel.
Bill Emery, ORR Chief Executive, sagte: "Die neue High-Speed-Linie
ist ein wichtiges nationales Gut, und wir glauben, dass wir der Industrie
unseren Vorschlag zur Regulierung von High Speed 1 zur Kenntnis bringen
müssen. Wir erwarten, High Speed 1 so weit wie möglich in der
gleichen Weise zu regulieren wie das nationale Netz, wobei man die Unterschiede
zwischen High Speed 1 und dem nationale Netz und die Unterschiede zwischen
"HS1 Limited" und Network Rail im Auge behalten muss."
Die neuen Aufgaben für ORR werden am 1. Oktober 2009 in Kraft treten
und die Bedingungen für den Zugang der Bahnbetreibern zur Nutzung
der Strecke festlegen, wie einer regelmäßigen Überprüfung
der Gebühren für den Betrieb, der Wartung und Erneuerung der
Infrastruktur und der Gewährleistung der Verwaltung des Netzes durch
"HS1 Limited", dem Betreiber der Strecke.
Die Ergebnisse der Konsultation sollen bis zum 23. September 2009 vorliegen
und ORR erlauben, einen Vorschlag zur Regulierung abzugeben (WKZ,
Pressemeldung Office of Rail Regulation, 20.08.09).
Network
Rail erfüllt wichtige ORR-Vorgaben
Network Rail berichtete am 31.07.09, dass alle wichtigen ordnungspolitischen
Vorgaben des Unternehmens für die letzten fünf Jahre erreicht
wurden. 15 der 18 vom Office of Rail Regulation (ORR) festgelegten Vorgaben
für den Zeitraum vom 1. April 2004 bis 31. März 2009 konnten
erfüllt werden, wie die Übersicht zeigt (Beschreibung; ORR Ziel,
Aktuell erreicht, Vorgabe erreicht?):
• Reduce delays attributed to Network Rail; 9.1m mins, 8.84, Yes
• Reduce train delays per 100 train km; 1.65 mins, 1.59, Yes
• Reduce broken rails; 300, 164, Yes
• Improve track geometry; 0.9, 0.5, Yes
• Reduce temporary speed restrictions; 1,199, 438, Yes
• Network capability - keeping the network open; 2001 levels, 2001+,
Yes
• Reduce the instances of earthwork failures; 47, 61, No
• Reduce signalling failures; 28,098, 19,622, Yes
• Improve the condition of signalling; 2.5, 2.4, Yes
• Reduce overhead power line incidents; 107, 66, Yes
• Reduce third rail power failure incidents; 30, 14, Yes
• Improve the condition of the overhead line system; 1.8, 1.6, Yes
• Improve the condition of the third rail system; 1.8, 1.9, No
• Improve the condition of stations; 2.25, 2.08, Yes
• Improve the condition of depots; 2.7, 2.5, Yes
• Improve the condition of infrastructure assets; 0.9, 0.6, Yes
• Reduce costs; 31%, 27%, No
• Keep debt to less than 85% of asset value; 85%, 70%, Yes (Pressemeldung
Network Rail, 03.0809).
Eurotunnel
will Veolia Cargo France kaufen
Wie die Groupe Eurotunnel SA auf der Bilanzpressekonferenz
für das erste Halbjahr 2009 bekannt gab, ist man bestrebt, durch
die Übernahme eines Güterverkehrsbetreibers auf dem aus Umweltgründen
zukunftsträchtigen Marktsement des Güterverkehrs weiter zu wachsen.
Die Tochter Europorte 2 war die erste private Einrichtung, die im Februar
2004 eine Eisenbahn-Betreiber-Lizenz in Frankreich erhielt und im Jahr
2008 insgesamt 2718 Güterzüge fuhr und die Traktion für 847 Züge
durch den Ärmelkanal-Tunnel übernahm.
Groupe Eurotunnel hat sich nun an der Ausschreibung für den Kauf der Tätigkeiten
der französischen Töchter der Veolia Cargo (Veolia Cargo France,
CFTA Cargo, Veolia Cargo Link und Socorail) beteiligt, bei denen ein Umsatz
von rund € 50 Mio. im Jahr 2008 angefallen ist. Dieses Projekt wird in
Verbindung mit einer Tochtergesellschaft der SNCF-Gruppe durchgeführt,
die Angebote für die deutschen, niederländischen und italienischen
Tochterunternehmen der Veolia Cargo abgegeben hat.
Diese Transaktion wäre das erste Projekt externen Wachstums für
Groupe Eurotunnel, das durch die 2007 erfolgte finanzielle Umstrukturierung
ermöglicht wurde. Sie soll die Entwicklung der Kerngeschäfte von
Eurotunnel vorantreiben und gleichzeitig einen Beitrag zur Erhaltung unserer
Umwelt leisten (WKZ, Quelle Eurotunnel, 27.07.09).
Elektrifizierungsprogramm
über 1,1 Mrd. GBP gestartet
 
Das
Konzept der mobilen Elektrifizierung ("mobile electrification factory
concept") umfasst drei Mastinstallationszüge und einen Fahrdrahtinstallationszug,
die im Tandem als eine "Werk"-Einheit fahren. Grafik Network Rail.
Premierminister Gordon Brown und Verkehrsminister Andrew Adonis sowie
der First Minister for Wales, Rhodri Morgan, gaben am 23.07.09 das seit
den 1980er Jahren erste große Elektrifizierungsprogramm für
das britische Eisenbahnnetz bekannt. Das mit Investitionen von über
1,1 Mrd. GBP verbundene Programm dient der Umsetzung des am 15.05.09 von
Network Rail vorgestellten Entwurfs "Network
RUS: Electrification Strategy", dass die Elektrifizierung der
am stärksten genutzen 3000 Meilen an nicht elektrifizierten Strecken
umfasst (Der LOK Report berichtete).
Die nun beschlossene erste Ausbaustufe umfasst folgende Streckenabschnitte
und zum ersten Mal den Anschluss von Wales an das elektrifizierte Netz:
• Die Verbindung von Liverpool nach Manchester als Fortsetzung der
Midland Main Line
• Die Great Western Main Line von London nach Swansea
Die Arbeiten sollen umgehend auf diesen beiden Bahnen beginnen, da dies
erhebliche Vorteile für die Infrastruktur in Großbritannien
bringt.
Die Elektrifizierung wird Verbesserungen für den Intercity- und Regionalverkehr
im ganzen Land bringen. So können elektrische Zugverbindungen von
Manchester und seinem Flughafen nach Glasgow und Edinburgh betrieben und
die Crossrail-Dienste nach Reading erweitert werden.
Mit Abschluss der Arbeiten wird sich der Anteil der elektrischen Bahnreisen
in Großbritannien auf 60% bis 67% Prozent erhöhen - derzeit
sind nur 33% der britischen Schienennetzes elektrifiziert. Im letzten
Jahr umfasste der Reiseverkehr auf der Great Western Line rund 21 Millionen
Personenfahrten und auf der Liverpool-Manchester-Bahn rund eine Million
Fahrten.
Mit dem Abschluss der Elektrifizierungsarbeiten ist für die Strecke
Liverpool - Manchester in vier Jahren und für London - Swansea in
acht Jahren zu rechnen, wobei Teilstrecken schon früher in Betrieb
gehen können.
Network Rail soll die Elektrifizierungsarbeiten effizient, zu einem erschwinglichen
Preis und im laufenden Betrieb durchführen. Das Konzept von Network
Rail basiert auf einer mobilen Elektrifizierung mit minimaler Unterbrechung
des Betriebs unter Einhaltung einer sicheren Arbeitsumgebung für die Ingenieure.
Das Konzept ("mobile electrification factory concept") umfasst
drei Mastinstallationszüge und einen Fahrdrahtinstallationszug,
die im Tandem als eine "Werk"-Einheit fahren.
Die Great Western Elektrifizierung wird die Linien nach Oxford und Newbury
mit einschließen. Sie wird auch den direkten Ersatz der in die Jahre
gekommenen Intercity 125-Flotte durch elektrische Super Express Intercity-Züge
beinhalten. Super Express-Züge mit Hybridantrieb werden ferner die
Orte außerhalb des elektrifizierten Netzes erschließen.
Die Regierung wird in den kommenden Monaten die weitere Elektrifizierung
der Midland Main Line zwischen London, Derby, Nottingham und Sheffield
und der Strecken Manchester - Preston und Liverpool - Preston prüfen.
Ein neuer Entwicklungsplan für den Fahrzeugeinsatz soll unter Berücksichtigung
der neuen Elektrifizierung im Herbst veröffentlicht werden (WKZ,
Quellen Department for Transport, Network Rail, 27.07.09).
Rick
Haythornthwaite ist neuer Chairman bei Network Rail
Rick Haythornthwaite hat nach dem Ausscheiden von Sir Ian McAllister das
Amt als Vorsitzender von Network Rail auf der Hauptversammlung des Unternehmens
am 22.07.09 in Bristol übernommen.
Sir Ian hatte seine Entscheidung, sein Amt im Juli 2009 aufzugeben, auf
der Hauptversammlung im Oktober 2008 bekannt gegeben (Der LOK Report berichtete).
Im Januar gab das Unternehmen bekannt, Rick Haythornthwaite als seinen
Nachfolger einzusetzen.
Herr Haythornthwaite wurde während der Hauptversammlung als Direktor
(Director) des Unternehmens gewählt und als Vorsitzender des Vorstands
(Chairman) auf einer Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung.
Ebenfalls ging Jim Cornell, Senior Non-Executive Director, in den Ruhestand.
Nachfolger als Senior Non-Executive Director wurde Steve Russell (WKZ,
Quelle Network Rail, 27.07.09).
Desiro-Plattform
der zweiten Generation für den britischen Markt
Die Desiro-Familie bekommt Zuwachs: Aufbauend auf den weltweiten Erfolg
der Desiro-Züge hat Siemens Mobility mit dem Desiro City ein neues
Plattform-Konzept für den S-Bahn-, Regional- und Interregionalverkehr
im Vereinigten Königreich (UK) entwickelt.
Umweltweltfreundlichkeit sowie ein Höchstmaß an Flexibilität,
Fahrgastsicherheit und Komfort zeichnen die Fahrzeuge der neuen Generation
aus. Die Leichtbauweise des Zuges und der Drehgestelle sowie eine intelligente
Fahrzeugsteuerung reduzieren den gesamten Energieverbrauch um bis zu 50
Prozent gegenüber den Vorgängermodellen. Siemens Mobility wird
den Desiro City zukünftig im britischen Bahnmarkt anbieten.
Der Desiro City wurde auf Basis der bewährten Desiro-UK-Plattform
im Rahmen eines zweijährigen Forschungsprogramms mit einem Volumen
von rund 50 Millionen Euro entwickelt. Die Züge sind vielfältig
einsetzbar – für die Verbindung zwischen Städten, für
den innerstädtischen Verkehr oder auch für die Anbindung der
Vororte an die Megacity London. Der Desiro City kann sowohl in Single
Mode (750 V Gleichspannung oder 25 kV Wechselspannung) als auch im Dual
Mode betrieben werden. Dabei ist eine Betriebshöchstgeschwindigkeit
von 160 Kilometern pro Stunde möglich.
Als Einzelwagenzug hat der Desiro City die komplette Antriebstechnik in
einem Wagen integriert, sodass sich die Zusammensetzung der Züge
von drei bis zu zwölf Wagen an das zu erwartende Fahrgastaufkommen
anpassen lässt.
Der modulare Aufbau des Einzelwagens ermöglicht damit unterschiedliche
Zuglängen von 62 bis zu 240 Metern Länge. Dank einer verbesserten
Innenausstattung bietet die neue Zuggeneration höheren Komfort und
größere Flexibilität: Durch ein individuell wählbares
Innenausbaukonzept kann der Desiro City im Vergleich zum Vorgängermodell
bis zu 25 Prozent mehr Passagiere aufnehmen. Je nach Bedarf und Einsatzgebiet
lassen sich Anzahl der Sitzplätze sowie Sitzabstände variieren.
Auf diese Weise erhält man zusätzlichen Stehplatz und Raum für
Fahrräder und Rollstühle.
Mehr Komfort für die Fahrgäste bietet eine Klimaanlage mit CO2-Sensoren,
die sich entsprechend des Fahrgastaufkommens automatisch reguliert. Neben
breiteren Wagenübergängen zur größeren Übersicht
im Innenraum hat das neue Plattform-Konzept auch zwei Varianten von Einstiegstüren:
die Taschenschiebetür, für einen schnellen Zugang der Fahrgäste
bei kurzen Wechselzeiten, und die Schwenkschiebetür für den
Regionalverkehr (Pressemeldung Siemens, 24.07.09).
Eröffnung
des Schienenfahrzeugentwicklungszentrums in Nottinghamshire
 
Network Rail hat am 10.07.09 ein Schienenfahrzeugentwicklungszentrum in
Nottinghamshire eröffnet, das eine wichtige Rolle für den Bau
der Eisenbahn von morgen spielen wird. Die Anlage soll der Entwicklung
von Eisenbahnfahrzeugen, Technik und Ausrüstung dienen.
Network Rail investiert über 100 Mio. GBP in neue und effizientere
Maschinen und Technologien zur Minimierung von Betriebsstörungen,
die durch Erneuerungs- und Wartungsarbeiten entstehen können. Auf
einer ehemaligen Zechenbahn werden Entwicklungs- und Genehmigungsverfahren
zur Einführung neuer Techniken geprüft.
Das neue Zentrum umfasst 10 Meilen einer Strecke zwischen High Marnham
und Thoresby colliery junction, die auch als Ausbildungsstätte genutzt
werden können. Die Anlage bietet sichere und realistische Rahmenbedingungen
für die Ingenieure, um neue Maschinen und effizientere Wege der Zusammenarbeit
zu entwickeln. Die im Jahr 2003 stillgelegte Strecke wurde ausgewählt
aufgrund ihrer strategischen Position, ihres relativ guten Zustands und
der Leichtigkeit, mit der sie über die Robin-Hood-Linie
wieder an das nationale Schienennetz angeschlossen werden kann.
Die Anlage umfasst viele gemeinsame Betriebssituationen, wie sie auch
auf dem sonstigen Schienennetz auftreten: ein Signalsystem, standardisierte
Kurven und eine maximale Streckengeschwindigkeit von 50 mph. Die Strecke
ist meist einspurig, aber auf drei Meilen auch doppelspurig ausgebaut
und hat das Potenzial, auf eine höhere Streckengeschwindigkeit von
bis zu 75 mph ausgebaut zu werden.
Das Schienenfahrzeugentwicklungszentrum steht auch der Eisenbahn-Industrie
auf Kostenbasis zur Verfügung (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 13.07.09).
Erster
Auftrag für die FLEXITY 2 kommt aus Blackpool

Bombardier Transportation erhält von der Stadt Blackpool den weltweit
ersten Auftrag zur Lieferung der FLEXITY 2-Straßenbahn. Die Order
umfasst 16 Fahrzeuge und wird finanziert vom britischen Verkehrsministerium
(Department for Transport), von der Stadt Blackpool (Blackpool Council)
und von der Region Lancashire (Lancashire County Council). Das Vertragsvolumen
beträgt rund 33 Millionen GBP (54 Millionen US-Dollar, 38 Millionen
Euro). Mit der Lieferung der Fahrzeuge wird Bombardier zur Modernisierung
des ältesten britischen Straßenbahnsystems beitragen.
Die Stadt profitiert von diesen Maßnahmen durch ein attraktiveres
Stadtbild und geringeren Energieverbrauch. Die Auslieferung der Fahrzeuge
erfolgt zwischen Mai 2011 und März 2012. Bombardier wird die Fahrzeuge
im Werksverbund Bautzen und Wien herstellen.
Die FLEXITY 2 Straßenbahnen werden 32,5 m lang und 2,65 m breit
sein, bestehen aus fünf Modulen und verfügen über drei
Achsfahrwerke. Sie basieren auf der erfolgreichen, bewährten und
zuverlässigen FLEXITY-Produktfamilie. Die FLEXITY 2-Straßenbahn
verfügt unter anderem über ein optimiertes Wagenkastenkonzept,
erhöhten Korrosionsschutz, ein verbessertes Achsfahrwerk (BOMBARDIER
FLEXX Urban 3000), eine verminderte Gesamtfahrzeugmasse und eine überarbeitete
Fahrerkabine. Das BOMBARDIER MITRAC-Antriebssystem und die optimierte
Klimaanlage führen zu einem deutlich niedrigeren Energieverbrauch
(Pressemeldung Bombardier, 09.07.09).
Stellungnahme
des Verkehrsministers Lord Andrew Adonis im Oberhaus
Zum Rückzug von National Express East Coast vom Bahnbetrieb
auf der East Coast Main Line hat der britische Verkehrsminister Lord Andrew
Adonis am 1. Juli eine Stellungsnahme
an das Oberhaus abgegeben. Aufgrund der Bedeutung für das britische
Ausschreibungssystem hat unser Großbritannien-Redakteur, Markus
Seebold, die Rede vollständig übersetzt:
-------------------------------------------------------------------------------------------
Meine Lordschaften, ich werde nun eine Stellungnahme über den Bahnbetrieb
auf der East Coast Main Line abgeben. Das Haus wird verstehen, dass, weil
die Regierung unmittelbar auf die Börseninformation von National
Express (derzeitiger Betreiber, die Red.) heute morgen nach Börsenauftakt
reagieren musste, ich heute bereits eine schriftliche ministerielle Stellungnahme
abgegeben habe.
Für einige Monate hat National Express ersucht, die Bedingungen des
Franchisevertrages über den Betrieb auf der East Coast Main Line
zwischen London, West Yorkshire, dem Nordosten und Schottland, den sie
2007 unterzeichnet hat, nachzuverhandeln. Meine Position ist unverändert
klar: Die Regierung verhandelt Franchiseverträge nicht nach. So ist
die Position auch heute.
Heute morgen verkündete die National Express Group, dass sie nicht
weiter die finanzielle Unterstützung geben werde, um ihre Tochtergeselleschaft
National Express East Coast solvent zu halten. Daher ist National Express
East Coast nicht länger in der Lage, den Betrieb für den Rest
des Franchisevertrages aufrecht zu erhalten, und erwartet die Insolvenz
im weiteren Jahresverlauf.
Die Entscheidung von National Express, ihren Vertrag zu brechen, ist bedauerlich
und enttäuschend. Alle anderen Betreibergesellschaften erfüllen
ihre Verträge trotz des wirtschaftlichen Abschwungs. Es ist schlicht
inakzeptabel, in guten Zeiten die Früchte des Vertrags zu ernten,
um dann wegzulaufen, wenn die Zeiten schwieriger werden.
Meine erste und überragende Verpflichtung in dieser Situation ist
es, die Kontinuität des Betriebs für die Fahrgäste sicherzustellen,
ohne Unterbrechung oder Verringerung der Standards. Als die Regierung
in anderen Fällen eingeschritten ist, um den Eisenbahnbetrieb zu
schützen, gab es keine solchen Beeinträchtigungen für die
Reisenden.
Deshalb
habe ich eine Gesellschaft in staatlichem Besitz gegründet, die dieses
Franchise übernehmen wird, sobald National Express East Coast den
Betrieb beendet. Wir werden eine reibungslose Übergabe mit National
Express vereinbaren. Bis dahin wird National Express den Betrieb auf der
bestehenden Basis weiter betreiben; nach diesem Datum wird die neue öffentliche
Gesellschaft dies tun. Es wird keine Betriebsunterbrechung geben. Die
bestehenden operativen Personale – die weiterhin einen guten Dienst
leisten – werden zu dieser neuen East Coast Main Line-Gesellschaft
wechseln, genauso wie die Anlagen, die für die Fortführung des
Betriebs erforderlich sind. Ich kann den Reisenden versichern, dass der
Betrieb ohne Unterbrechung weiterlaufen wird und dass alle Fahrkarten
ihre Gültigkeit beibehalten werden. Ich habe heute Elaine Holt, bis
vor kurzem Geschäftsführerin von First Capital Connect, als
designierte Geschäftsführerin der neuen Gesellschaft ernannt.
Das
Versagen von National Express East Coast zieht offensichtlich den Verlust
einiger zukünftiger Prämienzahlungen (an den Staat, die
Red.) nach sich, zu dem die Firma vertraglich verpflichtet war. Jedoch
wird, während das Franchise in öffentlicher Hand ist, die Regierung
alle Einnahmen dieses Geschäftes, dass einen operativen Gewinn abwirft,
erhalten. Daneben werden wir die Prämienzahlungen des neuen Franchise,
sobald es wieder vergeben ist, erhalten. Dies stellt ein weit besseres
Geschäft für den Steuerzahler dar als die einzige Alternative,
die eine Nachverhandlung mit National Express gewesen wäre ohne die
Ausschöpfung, die die sehr günstige Marktsituation für
die Eisenbahn auf dieser Route darstellt. Die Kosten der Neuvergabe des
Franchise werden gedeckt werden von der Kaution von 32 Mio. Pfund, zu
denen die Gesellschaft im Fall der vorzeitigen Beendigung des Vertrags
verpflichtet ist.
National
Express betreibt auch Personenverkehr auf der East Anglia Main Line und
abzweigender Pendlerstrecken. Die Firma hat ausgesagt, dass sie nicht
beabsichtigt, die Erfüllung der Verpflichtungen dieser Franchises
zu verweigern. Nichtsdestotrotz glaubt die Regierung, es könnten
Grundlagen für die Beendigung dieser Franchises bestehen, und wir
prüfen diese Optionen im Licht der heutigen Stellungnahme der Unternehmensgruppe.
In der Zwischenzeit erwarten wir von National Express, die Verpflichtungen
dieser Franchises voll und ganz zu erfüllen.
Die
Vergabegrundsätze des Ministeriums beinhalten eine Prüfung der
vergangenen Leistungen einer Firma und deren Fähigkeit zur Leistungserfüllung
eines Franchise sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis. Es wäre
vernünftig, eine Firma nicht zur Abgabe eines Angebots einzuladen,
falls diese vor kurzem es nicht geschafft hat, die Leistungen eines anderen
Franchise zu erfüllen. Eine Firma, die in einer Weise nicht geliefert
hätte, wie National Express es jetzt beabsichtigt, hätte es
in einer Franchise-Vergabe nicht zur Vorqualifizierung geschafft. Ich
merke an, dass die Muttergesellschaften von früheren nicht erfüllten
Franchises in Großbritannien nicht länger im Eisenbahngeschäft
tätig sind (gemeint ist Connex, die Red.).
Die
Regierung beabsichtigt, ab Ende 2010 das East Coast Franchise neu auszuschreiben.
Die Spezifikationen des neuen Franchise wird meine Sorge um einen besseren
Dienst für die Reisenden und für bessere Anlagen widerspiegeln.
Im Speziellen werde ich signifikante Verbesserungen der Servicequalität
sicherstellen, einschließlich der Sicherheit an den Bahnhöfen,
Fahrradabstellplätze und Parkplätze an den Bahnhöfen, Umsteigeanlagen
zu Bussen und Essen und Trinken in den Zügen. Somit wird es vom neuen
Betreiber Verbesserungen im großen Stil geben. Ich beabsichtige,
die neuen Spezifikationen zu beraten, insbesondere mit Fahrgastverbänden,
Parlamentariern und der schottischen Regierung.
Meine
Lordschaften, ich habe die Handlungsweise erläutert, die sicherstellen,
dass Reisende nicht von der Entscheidung der National Express Group betroffen
sein werden, und die Konsequenzen der Entscheidung für diese Unternehmensgruppe.
Lassen
Sie mich diese Ereignisse in einen breiteren Kontext bringen! Kein weiterer
Betreiber hat die Leistung für sein Franchise verweigert oder hat
uns irgendein Anzeichen gegeben, dass dies beabsichtigt sei. Ebensowenig
hat ein anderer Betreiber ersucht, das Franchise nachzuverhandeln. Die
heutigen Ereignisse repräsentieren nicht das Versagen des Systems,
sondern das Versagen einer Firma. Das Franchise-System ist im letzten
Jahr vom National Audit Office untersucht worden. Es wurde ermittelt,
dass das Preis-Leistungs-Verhältnis gut ist, und, ich zitiere: „Die
Art und Weise, wie Risiken identifiziert und mit ihnen umgegangen wird,
einschließlich der Behandlung des Versagens einer Betreiberfirma,
sind gut geplant und folgen guter Praxis.“ Es ist diese gute Praxis,
die wir mit der heutigen Ankündigung verfolgen, und ich würde
eine weitere Untersuchung durch das National Audit Office begrüßen,
sobald das Franchise vergeben ist.
Um
einmal das gesamte Eisenbahnwesen zu betrachten, es verbessert sich ständig.
Die Zahl der Reisenden ist auf einem Höchststand seit den vierziger
Jahren, die Pünktlichkeit ist über 90 Prozent, und die Gesamtzufriedenheit
der Reisenden steigt, wie jetzt in der unabhängigen nationalen Reisendenbefragung
gezeigt wird, die gestern veröffentlicht worden ist. Außerdem
ermöglichen uns die Einnahmen von den Franchises Rekordinvestitionen
in die Infrastruktur und den Betrieb.
Wir
haben dies gesehen, als im letzten Monat das neue South Central Franchise
für den Betrieb im südlichen London, Surrey und Sussex vergeben
worden ist. Die Ausschreibung fand während der Rezession statt, hat
dennoch einen Gewinner ermittelt – den bestehenden Betreiber –
der während der Laufzeit von sechs Jahren eine Prämie von 534
Mio. Pfund an den Steuerzahler zahlen wird. Dies ersetzt den bisherigen
Vertrag, in dem der Betreiber Bestellerentgelt vom Steuerzahler erhalten
hat. Dies verheißt Gutes für weitere Ausschreibungen, auch
für den Betrieb auf der East Coast Main Line (Übersetzung:
Markus Seebold,
08.07.09).
Network
Rail publiziert Jahresbericht 2008/2009
Verwaltung des britischen Eisenbahnnetzes zwischen
dem Verkehrsministerium (Department for Transport and Transport for Scotland),
dem Office of Rail Regulation, den Bahnbetreibern im Personen- und Frachtverkehr
(Train operating companies, TOC, und Freight operating companies, FOC)
und Network Rail. Grafiken Network Rail.
Network Rail veröffentlichte am 26.06.09 den Jahresbericht
für das Geschäftsjahr vom 1. April 2008 bis zum 31. März
2009, einem Jahr, in dem das Unternehmen ein Rekordniveau an Investitionen,
eine starke finanzielle Performance mit gesunden, wieder in die Bahn investierten
Gewinnen und eine Pünktlichkeit auf einen neuen historischen Höchststand
liefern kann.
Chief Executive Iain Coucher sagte: "Network Rail hatte ein gutes
Jahr und fast alle Ziele erreicht, die durch das Office of Rail Regulation
(ORR) vorgegeben wurden. Die Pünktlichkeit ist auf einem historischen
Höchststand, Bahnfahrten waren noch nie so sicher, Millionen von
Pfund wurden durch die Reduzierung der Verwaltung eingespart und Milliarden
investiert, um weitere Verbesserungen im Netz zu erreichen. Ich
habe in diesem Jahr auf meinen Bonus verzichtet, um die Leistungen des
Unternehmens für sich selbst sprechen zu lassen. All die Menschen
vom Streckenarbeiter bis zum Stellwerker, die für uns gearbeitet
haben, verdienen es, unseren Erfolg zu teilen."
Network
Rail hatte ein erfolgreiches Jahr:
•
Die Sicherheit wurde verbessert, die Bahn ist nach wie vor das sicherste
Verkehrsmittel in Großbritannien
• Die Fahrgastzufriedenheit liegt bei 83% und erreicht einen neuen
Höchststand
• Die Pünktlichkeit der Bahn ist mit 90,6% auf dem höchsten
Stand seit Beginn der Messungen, verglichen mit einem Wert von 78,6%,
als Network Rail die Infrastruktur im Oktober 2002 übernahm.
• Die von Network Rail verursachte Verspätungen betrugen im
letzten Jahr 600.000 Minuten, was einer Reduzierung um 6,3% entspricht
• Das Ergebnis vor Steuern betrug 1524 Millionen GBP (2007/8 1597
Millionen GBP)
• Die Rekordinvestitionen in das Netz erreichten eine Höhe
von 4.7 Milliarden GBP (2007/8 4 Milliarden GBP)
• Die Effizienzsteigerung von 4 Prozent ersparte über das Jahr
360 Millionen GBP an Kosten für den Betrieb des Netzes (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 29.06.09).
Ergänzende
Information: Pressemeldung
vom Office of Rail Regulation bezüglich der Bonuszahlungen (29.06.09).
Neuer
Rekord der Zugpünktlichkeit
Die Pünktlichkeitswerte (public performance measure, PPM, Ankunft
innerhalb von 5 Minuten für Nahverkehrs- und 10 Minuten für
Fernzüge) in Großbritannien haben im vergangenen Jahr (bis
zum 30. Mai 2009) einen neuen Rekord erreicht: 90,8% der Züge sind
pünktlich angekommen. Dies ist der höchste Wert seit Aufnahme
der Zählungen vor fast 20 Jahren (1992).
Am 22.06.09 veröffentlichte Network Rail seinen zweiten monatlichen
Bericht zur Pünktlichkeit, der alle in Großbritanien vergebenen
Franchises umfasst. So waren zwischen dem 3. und 30. Mai 2009 insgesamt
93,4% der Züge im ganzen Land pünktlich (91,7% im letzten Jahr).
Bei 16 der 19 Zugbetreiber ergaben sich Verbesserungen gegenüber
dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Neun Betreiber davon haben ihre Leistungen
um mehr als zwei Prozentpunkte verbessert (Werte 2009 / 2008):
• East Midlands Trains, 93,5% / 87,2%, Steigerung um 6,3%
• First Great Western, 94,6% / 89,3%, Steigerung um 5,3%
• Virgin Trains, 84,6% / 80,8%, Steigerung um 3,8%
• National Express East Coast, 92,5% / 89,5%, Steigerung um 3%
• Northern Rail, 94,2% / 91,4%, Steigerung um 2,8%
• London Midland, 90,4% / 87,7%, Steigerung um 2,7%
• Erste Transpennine Express, 94,7% / 92,1%, Steigerung um 2,6%
• Arriva Trains Wales, 95,6% / 93%, Steigerung um 2,6%
• Southeastern, 92,9% / 90,4%, Steigerung um 2,5%
Nur drei Betreiber zeigten schlechtere Leistungen:
• First Scotrail 92.4% / 93.7%
• First Capital Connect 92.3% / 93%
• Merseyrail 96.9% / 97%
Die Züge von Virgin Trains erreichten zwar eine Steigerung der Pünktlichkeit
um drei Prozent, der Pünktlichkeitswert liegt mit nur 84,6 Prozent
aber unter den Erwartungen und Leistungen anderer Bewerber (Pressemeldung
Network Rail, 23.06.09).
Hohe
Zustimmungswerte für Class 222
Die britischen Bahnreisenden haben bei einer aktuellen Studie der Fachzeitschrift
Passenger Focus die Züge von Bombardier Transportation in neun von
elf bewerteten Bereichen mit dem Spitzenplatz bedacht. Die Studie berücksichtigte
die Beurteilungen der Fahrgäste zur internen Raumaufteilung, zum
Aufbau der Passagier-Abteile und zu Designmerkmalen der aktuell genutzten
Schienenfahrzeuge.
Insbesondere im Blick waren Züge, die auf Langstrecken verkehren.
Dabei wurden neun verschiedene Zugtypen bewertet. Verglichen wurde die
Zufriedenheit eines breiten Zielpublikums mit elf verschiedenen Fahrzeug-Aspekten,
einschließlich des Sitzkomforts, der sanitären Anlagen und
der Unterbringung von Gepäck.
Die
besten Zustimmungswerte erzielten die Class 222-Züge, die im Zeitraum
der Befragung von Hull Trains und East Midlands Trains betrieben wurden.
Die Voyager-Züge von Bombardier, die sich bei Arriva CrossCountry
im Einsatz befinden, erzielten ebenfalls gute Resultate, so dass die diesel-elektrischen
Triebzüge von Bombardier in neun der elf Kategorien an der Spitze
stehen (Pressemeldung
Bombardier, 18.06.09).
Wiederaufbau
der Welsh Highland Railway
 
 
In Nordwales wird seit gut 15 Jahren das Projekt verfolgt, die in den
1930er-Jahren stillgelegte Welsh Highland Railway (WHR) wieder aufzubauen.
Seit 1997 erfolgt ein schrittweiser Wiederaufbau. Die neue WHR besteht
einerseits aus dem Wiederaufbau der klassische WHR-Schmalspurstrecke in
in 597mm-Spur nebst einem umgebauten Normalspurabschnitt einer ehemaligen
British Rail-Strecke.
Der Wiederaufbau der gut 40 km langen Strecke erfordert nebst dem klassischen
Freiwilligeneinsatz auch gewaltige Geldmittel. Zuletzt konnten dafür auch
Finanzierungsquellen der staatlichen Lotterie und der Europäischen Union
gefunden werden.
Diese spektakuläre Schmalspurbahn wurde in den letzten Wochen erheblich
erweitert und führt nun von der pittoresken Stadt Caernarfon wieder bis
zum historischen Ausgangspunkt Porthmadog. Hier besteht auch eine Gleisverbindung
zur betriebsführenden Ffestiniog-Railway (FR). Die letzten 5 Meilen und
die Gleisverbindung werden erst nach dem Sommer in Betrieb genommen und
dienen derzeit nur für Überstellfahrten zwischen den Depots der WHR und
der FR.
Der im Jahr 2009 in Betrieb genommene Abschnitt führt über den spekatuklären
Aberglaslyn-Pass im Snowdonia-Nationalpark sowie durch ein enges Flusstal
mit großartigen Fotomotiven, die besonders für Wanderer bestens zu erreichen
sind.
Die für Eisenbahnfreunde vielleicht größte Besonderheit der WHR ist, dass
sie derzeit fast ausschließlich mit Garratt-Loks fährt, die vor wenigen
Jahren von den Südafrikanischen Staatsbahnen erworben wurden. Es handelt
sich dabei um die gleiche Baureihe, die auch von der Schinznacher Baumschulbahn
in der Schweiz oder vom Deutschen Technikmuseum Berlin her bekannt sind.
Das Unternehmen besitzt noch eine große Zahl weiterer Dampfloks, die sich
entweder in Aufarbeitung befinden oder nur auf der klassischen Strecke
der Ffestiniog-Railway eingesetzt werden (Dieter
Zoubek, Austrian
Steam Base, 17.06.09).
100
Millionen Pfund für die "Blackpool to Fleetwood Tramway"
Investitionen über 100 Millionen GBP in die Straßenbahn
von Blackpool nach Fleetwood hat der neu ernannte Verkehrsstaatssekretär
Sadiq Khan am 10.06.09 bekannt gegeben. Der nun von der Regierung bestätigte
Entwurf sieht Investitionen in neue Straßenbahnen, die Sanierung
des Gleisnetzes, zusätzliche Haltestellen und ein neues Straßenbahn-Depot
vor. Dies wird die Fahrzeit und die Zugänglichkeit der Straßenbahn
für die Fahrgäste verbessern.
Die Investitionen werden zu 68.3 Millionen GBP vom Verkehrsministerium
und zu 33.4 Millionen GBP von den Gemeinden Blackpool und Lancashire getragen.
Hinzu kommen 400 000 GBP vom "INTERREG IVB North West Europe Programme".
Sadiq Khan sagte: "Dieser Entwurf wird bedeutende Vorteile für
die örtlichen Gemeinden bringen, und ich freue mich, dass diese Bekanntmachung
eine meiner ersten Aufgaben als Staatssekretär für Verkehr ist.
Straßenbahnen fahren in Blackpool seit über 100 Jahren - ich
hoffe, dass diese Finanzierung die Zukunft dieser historischen und weltberühmten
Straßenbahn sichert."
Die Straßenbahn, die sich im Besitz des Rates von Blackpool befindet,
fährt seit 1885. Die neuen Straßenbahnen werden einen großen
Impuls für Tourismus und Wirtschaft bringen.
Die Ertüchtigung der Straßenbahn beinhaltet:
•
Neubau von 8 km Strecke.
•
Behindertengerechte Modernisierung der Straßenbahn-Haltestellen
(Disability Discrimination Act).
•
Installieren von 14 vorrangigen Signalen an Straßenkreuzungen
zur Verbesserung der Fahrzeiten.
•
Kauf einer Flotte von 16 Bombardier-Niederflur-Straßenbahnen
•
Bau eines Straßenbahn-Depots
Die Arbeiten sollen zwischen Juni 2009 und April 2012 stattfinden (Pressemeldung
Department for Transport, 11.06.09).
Southern
Railways gewinnt South Central rail franchise
Häufigeren und sicheren Schienenverkehr für London
und den Südosten des Landes kündigte der neuernannte Verkehrsminister
Andrew Adonis am 09.06.09 an, als er die Vergabe der South Central Rail
Franchise an Southern Railways Ltd bekannt gab, einer Tochtergesellschaft
des aktuellen Franchise-Betreibers Govia Ltd. Govia gehört zum Eisenbahnsektor
der Go-Ahead Group, einem Joint Venture zwischen Go-Ahead (65%) und Keolis
SA (35%).
Für die Ausschreibung gaben vier Unternehmen ihre Angebote ab:
• Southern Railways Limited (via),
• Süd-Trains Limited (Stagecoach),
• NXSC Trains Limited (National Express) und
• Nedrailways South Central Limited (NedRailways).
Die neue Franchise beginnt am 20. September dieses Jahres und läuft
bis Juli 2015. Wenn die vorgegebenen Performance-Benchmarks nicht erreicht
werden, kann die Franchise zum Juli 2014 gekündigt werden. Alternativ
kann sich der Vertrag bei Erreichen der Leistungswerte um bis zu 2 Jahre
verlängern, also bis zum Juli 2017.
Zu den wichtigsten Verbesserungen gehören die vermehrte Anzahl von
Zugleistungen auf vielen Strecken, die Einführung einer TV-Überwachung
und die Besetzung kleiner Bahnhöfe im Süden Londons mit Personal
zur Erhöhung der Sicherheit und die Erhöhung der Anzahl von
Fahrscheinautomaten. Größere Bahnhofsumbauten finden in in
Brighton, Haywards Heath, Hove, Lewes, Redhill, Three Bridges und Worthing
statt (WKZ,
Pressemeldung Department for Transport, 10.06.09).
Umbildung
im britischen Verkehrsministerium
 
"I have had a call from the Prime
Minister ..." kündigte Sadiq Khan seine Ernennung zum Verkehrsstaatssekretär
im Twitter-Blog an.
Infolge der Regierungsumbildung in Großbritannien haben sich auch
an der Spitze des Verkehrs-ministeriums wesentliche Änderungen ergeben:
• Verkehrsminister Geoff Hoon legte als fünfter Minister im
Kabinett von Premier Gordon Brown seine Ämter nieder. Hoon ist in
den Skandal über Spesenrechnungen verwickelt, der landesweit für
Empörung sorgte.
• Der bisherige Verkehrsstaatssekretär Lord Andrew Adonis ersetzt
Geoff Hoon und wird neuer Verkehrsminister.
• Der bisherige Unterstaatssekretär im Ministerium für
Kommunen und kommunale Verwaltungen (Department for Communities and Local
Government, DCLG), Sadiq Khan, folgt Lord Andrew Adonis und wird neuer
Verkehrsstaatssekretär. Er wird zudem der erste Muslim in einem britischen
Kabinett. Seine Berufung kündigte Khan in seinem Twitter-Blog
mit den Worten an: "I have had a call from the Prime Minister ...".
Khan wurde am 08.10.70 in London als Sohn eines Busfahrers geboren. Nach
seiner Anwaltsprüfung am College of Law (CoL) in Guildford arbeitete
er für verschiedene Menschenrechtsorganisationen und war auch Vorsitzender
der Menschenrechtsgruppe Liberty. Seit Juni 2005 war er Abgeordneter im
House of Commons für seinem Heimatwahlkreis Tooting in London.
Die Führungsriege im Verkehrsministerium (Department for Transport)
setzt sich nun wie folgt zusammen:
• Lord Andrew Adonis, Verkehrsminister (Secretary of State for Transport)
• Sadiq Khan MP, Verkehrsstaatssekretär (Minister of State
for Transport)
• Paul Clark MP, Parliamentary Under Secretary of State for Transport
• Chris Mole MP, Parliamentary Under Secretary of State for Transport
(WKZ, 10.06.09).
London
& Continental Railways zum Verkauf umstrukturiert
Die letzte Etappe in der Reorganisation des Unternehmens "London
& Continental Railways Ltd" (LCR) ist abgeschlossen, wie Verkehrsstaatssekretär
Andrew Adonis (Minister of State for Transport) am 08.06.09 bekannt gab.
Die Regierung hat nun die formelle Kontrolle über LCR und ihrer finanziellen
Tochter-gesellschaften übernommen und damit den nächsten Schritt
zum Verkauf einer Betriebskonzession für die neue Verbindung eingeleitet.
Damit soll sichergestellt werden, dass die britische High-Speed-Linie
für mehr Wettbewerb geöffnet werden kann.
LCR wurde von der Regierung im Jahr 1996 mit dem Bau und Betrieb der Hochgeschwindigkeitsstrecke
"High-Speed-Channel Tunnel Rail Link" (CTRL) - heute als High-Speed
1 (HS1) bezeichnet - sowie der Verwaltung des britischen Anteils an Eurostar
beauftragt.
Andrew Adonis sagte: "London & Continental Railways hat ein äußerst
erfolgreiches Geschäft betrieben, mehr Menschen als je zuvor benutzten
den Eurostar, die neue High-Speed-Linie und St. Pancras International
Station. Inländische Passagiere werden ebenfalls bald die High-Speed-Dienste
zwischen Kent und London benutzen können. Die heutige Ankündigung
ist die letzte Phase in unseren Plänen zur Umstrukturierung des Unternehmens.
Das Ergebnis wird die Öffnung der Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke
für den Wettbewerb sein, was zu besseren Dienstleistungen für
die Fahrgäste und einem besseren Geschäft für die Steuerzahler
führen wird."
Im März 2006 kündigte die Regierung ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis
für den Steuerzahler und die erfolgreiche Umsetzung der neuen High-Speed-Verbindung
an. Zwei wichtige Etappen für diesen Plan wurden bereits erreicht:
• Am 20. Mai 2008 erhielt die Regierung mit der Königlichen
Zustimmung (Royal Assent) für das Gesetz "Channel Tunnel Rail
Link (Supplementary Provisions)" die erforderlichen Befugnisse, um
die Umstrukturierung und den Verkauf von LCR in die Wege zu leiten.
• Am 14. Mai 2009 billigte die Europäische Kommission staatliche
Beihilfen zur Umstrukturierung von LCR, da sie dem Wettbewerb und den
Nutzern dienen.
Mit dem jetzigen Abschluss der Umstrukturierung von LCR ist die Basis
für den Verkauf einer langfristigen Konzession zum Betrieb von High
Speed 1 gelegt, deren Wert einen Ausgleich für die öffentlichen
Investitionen in den Eisenbahnbau darstellt (WKZ, Pressemeldung Department
for Transport, 09.06.09).
Schottische
Planungsgruppe für High Speed 2 eingesetzt
Zur Planung einer Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverbindung zwischen Schottland
und England gab der schottische Verkehrsminister Stewart Stevenson am
08.06.09 den Einsatz einer hochkarätigen Planungsgruppe bekannt ("High
Level Team"). Sie soll die wirtschaftliche Bedeutung von High-Speed
Rail 2 (HS2) für die Bahnindustrie und für Schottland untersuchen.
Der Minister sprach auf einer Konferenz in Edinburgh über die sich
durch eine Hochgeschwindigkeits-strecke aufbauenden Möglichkeiten
für Schottland:
"Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Schottland und England
bietet fantastische wirtschaftliche und ökologische Chancen für
Schottland. Schnellere Fahrzeiten bedeuten erhebliche Vorteile für
Schottlands Wirtschaft, die Verbesserung der Verbindungen und die Erschließung
neuer Möglichkeiten. Eine Verkürzung der Fahrzeiten zwischen
Schottland und London unter die Drei-Stunden-Marke würde den direkten
Wettbewerb mit dem Flugzeug fördern und könnte zu erheblichen
Einsparungen an Kohlenstoffemissionen führen. Die Bildung einer Stakeholder-Gruppe
wird es uns ermöglichen, einen voll entwickelten Geschäftsplan
zu gestalten, um unserer Argumentation für die Hochgeschwindigkeitsstrecke
nach Schottland zu voran zu treiben."
Während der ersten Phase des High-Speed-Rail-Projekts HS2 wird eine
Vebindung zwischen London und den Midlands angestrebt. Das Potenzial für
den Weiterbau in den Norden Englands und nach Schottland wird geprüft
(WKZ, Pressemeldung Transport Scotland, 09.06.09).
Papier
zur Zukunft der Bahn veröffentlicht
Am 28.05.09 präsentierte die Eisenbahn-Industrie in Großbritannien
ihre Vision, wie die Bahn in 20 bis 30 Jahren aussehen und in der Lage
sein wird, den Personen- und Güterverkehr zu bewältigen.
Das von Network Rail, der Association of Train Operating Companies (ATOC)
und der Rail Freight Operators' Association (RFOA) veröffentlichte
Papier "Planning
ahead" gibt eine Vision für die langfristige Zukunft der
Eisenbahn und kommt zu dem Ergebnis, dass sich die potenzielle Nachfrage
in den nächsten 30 Jahren verdoppeln und auf längere Sicht sogar
verdreifachen könnte. Diese Erkenntnis müsse die Grundlage sämtlicher
Zukunftsplanungen für die Eisenbahnindustrie sein (WKZ, Pressemeldung
Network Rail, 29.05.09).
Pünktlichkeit
erreicht Rekordniveau
Mehr als 1,2 Mrd. Passagiere konnten sich im vergangenen Jahr (April 2008
bis März 2009) an der größten jemals gemessenenen Pünktlichkeit
(90,6 Prozent) auf dem britischen Schienennetz seit dem Beginn der Aufzeichnungen
vor fast 20 Jahren (1992) erfreuen
Als Network Rail im Jahr 2002 die Kontrolle über die britische Eisenbahninfrastruktur
übernahm, war die Pünktlichkeit auf einem Rekordtief (78,6%)
angelangt. In enger Zusammenarbeit mit den Zugbetreibern wurde dieses
Jahr zum ersten Mal im Laufe der letzten zwölf Monate (1. April 2008
bis zum 31. März 2009) die 90%-Marke überschritten. Im April
2009 erreichten sogar 93,5% der ankommenden Züge pünktlich ihr
Ziel.
Die Verbesserung der Leistungen von Network Rail seit 2004 beruht unter
anderem auf:
•
Instandhaltungsmaßnahmen werden im eigenen Haus durchgeführt
anstelle über sieben private Unternehmen im Jahr 2004.
• Gezielte Erneuerung unzuverlässiger Infrastruktur (wie z.
B. Gleise, Signale, Dämme, Tunnel und Brücken).
• Fahrplanverbesserungen zur Kapazitätserhöhung des Schienennetzes.
In den letzten fünf Jahren gelang es den meisten Betreibergesellschaften,
ihre Leistung zu verbessern. Die größten Verbesserungen der
Pünktlichkeit gab es auf folgenden Leistungen:
• First Transpennine Express (74.6% to 90.3%),
• Arriva Trains Wales (80.2% to 93.1%),
• Crosscountry (78% to 90.1%),
• South West Trains (82.1% to 93.1%),
• East Midlands Trains (78.9% to 89.3%) und
• London Midland (76.4% to 86.5%).
Nur
für Virgin Trains und London Midland fielen die Pünktlichkeitswerte
als Folge einer Störung während Modernisierungsarbeiten auf
der West Coast Main Line (Pressemeldung
Network Rail, 27.05.09).
Elektrifizierungsprogramm
über 3000 Meilen vorgelegt
Das
derzeit in Großbritannien elektrifizierte Netz mit Oberleitung (OverHead
line equipment = OLE, rot) und Stromschiene (Third Rail, grün).
Eine formelle Anhörung zum Ausbau der Elektrifizierung des britischen
Schienennetzes wurde am 15.05.09 von Network Rail mit der Veröffentlichung
des Entwurfs "Network
RUS: Electrification Strategy" gestartet.
Der Entwurf ist Teil der "Network
Route Utilisation Strategy" (RUS) zum Ausbau des Gesamtnetzes
und soll in Zusammenarbeit mit der Industrie einen Überblick über
die Leistungserhöhung und Kosteneffizienz einer Elektrifizierung
bringen, wie die Verringerung der Betriebskosten, die Steigerung der Streckenkapazität
und die Senkung der CO2-Emissionen.
Iain Coucher, Network Rail's Chief Executive, sagte: "Der Konsens
für den Ausbau eines elektrifizierten Netzes wächst. Die Ausführungen
dieser Strategie setzen positive Signale für ein langfristiges Engagement
in die Elektrifizierung. Elektrische Eisenbahnen sind nicht nur besser
für die Umwelt, sondern auch leiser und ruhiger für die Fahrgäste
und führen zu weniger Verschleiß an der Strecke. Sie sind zuverlässiger
und oft schneller."
Derzeit sind nur 40% des Schienennetzes elektrifiziert, darunter die meisten
Strecken im Südosten von England, die großen Linien von London
nach Edinburgh und Glasgow, das Merseyrail-Netz rund um Liverpool und
das Glasgower S-Bahn-Netz.
In der gegenwärtigen Wirtschaftslage erforderten die Investitionen
in den Netzausbau enorme wirtschaftliche Anstrengungen, auch wenn langfristig
Kosten eingespart werden könnten. Die Industrie müsse zur Finanzierung
dieser Pläne mit der Regierung und anderen Geldgebern zusammenarbeiten.
Der Entwicklungsplan RUS empfiehlt, die am stärksten genutzen 3000
Meilen an nicht elektrifizierten Strecken bevorzugt zu elektrifizieren:
• Die Midland Main Line, einschließlich der Dienste von London
St Pancras nach Sheffield
• Die Great Western Main Line einschließlich der von London
Paddington ausgehenden Dienste
• Strategische Elektrifizierung von Umleitungsstrecken
Network Rail hat die Entwicklungsstrategy in Zusammenarbeit mit Vertretern
vom Department for Transport (DfT), Transport Scotland, Welsh Assembly
Government, Transport for London (TfL), The Passenger Transport Executive
Group, Association of Train Operating Companies (ATOC) und den Güterverkehrsbetreibern
erarbeitet und wird nun innerhalb von 60 Tagen Konsultationen mit Partnern
aus der Industrie durchführen, um danach in Zusammenarbeit mit dem
Office of Rail Regulation (ORR) eine endgültige Fassung zu erstellen.
Zusätzlich werden Gespräche mit der Regierung stattfinden, um
die Finanzierung des nach der Elektrifizierung benötigten Rollmaterials
zu klären (WKZ, Quelle Network Rail, 18.05.09).
Möglichkeit
einer Crossrail-Verlängerung sichergestellt
Die Regierung hat am 1. Mai den Verlauf einer möglichen Crossrail-Verlängerung
von Maidenhead Station nach Reading West Junction sichergestellt. Zwar
gibt es derzeit keine Verpflichtung, die Verlängerung voranzutreiben,
die Sicherung bietet aber einen zusätzlichen Schutz gegen künftige
Entwicklungen auf der Strecke. Der Schutz schließt auch eine mögliche
Elektrifizierung und Erweiterung der Linie mit ein, falls dies nötig
sein wird.
Ziel der Maßnahme is es, sicherzustellen, dass Entwicklungen an
diesem Eisenbahnkorridor das Crossrail-Projekt auch in Zukunft nicht gefährden
können. Crossrail AG (CRL), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft
des Departments for Transport, trägt die Verantwortung für die
Bereitstellung des Crossrail-Projekts und ist verantwortlich für
den Schutz dieses Korridors. Lokale Planungsbehörden (Local Planning
Authorities, LPAs) sind nun verpflichtet, ihre Landschaftsplanung innerhalb
der Grenzen dieser Schutzmaßnahmen zu gestalten.
Das Crossrail-Projekt verbindet Heathrow im Westen über das zentrale
London mit Maidenhead. Eine Verlängerung nach Reading oder eine Elektrifizierung
könnten durch zukünftige betriebliche Anforderungen erforderlich
werden (WKZ,
Pressemeldung Department for Transport, 04.05.09).
Bechtel
übernimmt Bauausführung für Crossrail und Reading-Projekte
Network Rail hat am 24.04.09 die Firma Bechtel als Partner zum Bau der
Projekte Crossrail und Reading bestimmt. Dieser Schritt geht einher mit
der größten Investition in die Verbesserung der Eisenbahn-verbindungen
zwischen London, Bristol und Wales, die je getätigt wurde.
Das Crossrail-Projekt wird es zusammen mit dem Thameslink-Projekt zum
ersten Mal erlauben, dass Fahrgäste im Fernverkehr von Norden, Süden,
Osten und Westen in und durch die Hauptstadt London fahren können.
Network Rail ist verantwortlich für Konzeption, Entwicklung und Bau
der auf dem bestehenden Netz aufzubauenden Abschnitte von Crossrail.
Die von Network Rail im Wert von 2,3 Mrd. GBP zu erbringenden Leistungen
umfassen unter anderem:
• Elektrifizierung der westlichen Verbindung von London nach Maidenhead
• Neukonstruktion und Modernisierung der Stationen auf der Strecke,
einschließlich Paddington, Abbey Wood, Ilford, Romford und Ealing
Broadway
• Erhöhung der Zuverlässigkeit und Durchlässigkeit
wichtiger Verknüpfungsstellen, so sollen in Reading die Gleisführung
zur Verbesserung der Durchlässigkeit geändert, ein neues Viadukt
gebaut und die Anzahl der Bahnsteige verdoppelt werden.
Bechtel wird bei den Baumaßnahmen vom Network Rail-Team unterstützt.
Network Rail arbeitet in Partnerschaft mit der Crossrail AG, Transport
for London und dem Transportministerium. Die hauptsächlichen Bauarbeiten
beginnen im Jahr 2010. Crossrail wird die größte Hoch- und
Tiefbau-Projekt in Europa. Erste inkrementelle Verbesserungen im Service
werden schon vor der Fertigstellung im Jahr 2015 spürbar werden (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 27.04.09).
HMG
lackiert Großbritanniens neueste Dampflokomotive
Tornado, die erste seit fast 50 Jahren in Großbritannien neugebaute
Dampflokomotive, wird noch in diesem Monat Charta-Züge auf Hauptstrecken
fahren. Die für 3 Millionen GBP gebaute "Peppercorn class A1"
Maschine mit der Nummer 60163 wird im klassischen Apfelgrün der LNER
einen herrlichen Anblick bieten.
Die Farbe wurde von Craftmaster
Paints in Stourbridge in Verbindung mit dem Hersteller HMG
Paints für Oberflächenbeschichtung in Manchester aufgebracht.
Die Lokomotive im Wert von 3 Millionen GBP, die vor kurzem von den Königlichen
Hoheiten, dem Prinz von Wales und der Herzogin von Cornwall, getauft wurde,
stellt ein unvergessliches Schaufenster für die Produkte der Lackierunswerkstätten
dar, die Grundierung, Decklack und Farben auf den Einsatz unter hohen
Temperaturen und einer öl- und dampfbeladenen Umgebung optimierten.
Tornado wurde von der "A1 Steam Locomotive Trust" in Darlington
mit von Eisenbahn-Enthusiasten aufgebrachten Mitteln gebaut. Diese Dampflokomotiven
wurden ursprünglich im Auftrag von British Railways im Jahr 1948/49
unmittelbar nach der Verstaatlichung nach Plänen von Arthur Peppercorn
gebaut. Sie galt als die zuverlässigste der je in Dienst gegangenen
Personenzug-Dampflokomotiven. Aufgrund der bald einsetzenden Verdieselung
wurden aber nur 49 Lokomotiven der "Class A1" gebaut, die schon
in den 1960er Jahren verschrottet wurden.
Das Projekt zum Aufbau einer neuen Peppercorn Class A1 wurde im Jahr 1990
gestartet und nach Jahren der Planung, des Baues und der Mittelbeschaffung
im August 2008 vollendet. Die Maschine wurde unter Aufsicht des Nationalen
Eisenbahnmuseums in York ab Oktober 2008 im Hauptstreckeneinsatz getestet
und der ursprünglich aufgebrachte graue Fotoanstrich durch die frischen
Farben Apfelgrün und Schwarz ersetzt, die denen der LNER-Lokomotiven
im Personenverkehr der 1920er Jahre entsprechen.
"Wir sind sehr stolz darauf, dass die gemeinsam von Craftmaster und
HMG entwickelte Farbe auf der Lokomotive und dem Tender klassischen Betriebslackierungen
entspricht, sagt Phil Speight, Direktor und Gründer der Firma Craftmaster.
"Es ist eine außergewöhnliche Anwendung für Produkte
von Craftmaster, die von Hunderttausenden von Menschen gesehen wird. In
ein paar Jahren werden wir das Experiment in einem anderen klassischen
Farbeschema wiederholen." (WKZ, Pressemeldung HMG Paints, 27.04.09).
Sittingbourne
and Kimsley Light Railway in Gefahr
 
 
1906 wurde südöstlich von London eine Schmalspurbahn mit der Spurweite
von 762 mm errichtet um mehrere Papierfabriken miteinander zu verbinden
und den Anschluß zu Vollbahn und Schiff sicherzustellen. Auch der Arbeitertransport
gehörte zu den Aufgaben der Schmalspurbahn. Ende der 1960er Jahre wurden
die Transporte auf die Straße verlagert - ein Verein nahm sich der Schmalspurbahn
an und entwickelte sie zur touritischen "Sittingbourne and Kimsley Light
Railway".
Nunmehr droht durch die geplante Verwertung von Grundstücken einer mittlerweile
geschlossenen Papierfabrik Gefahr für die Zukunft der Schmalspurbahn,
da die bisherigen Pachtverträge mit dem finnischen Papierkonzern nicht
mehr verlängert werden konnten. Das engagierte Team der S&K.L.R. kämpft
verbissen um die Zukunft dieser einmaligen Bahn.
Leider kann 2009 aus rechtlichen Gründen kein Personenverkehr durchgeführt
werden - die Anlagen und Fahrzeuge werden aber voller Optimismus weiter
unterhalten. Die vorhandenen Dampflokomotiven stammen alle aus dem originalen
Fahrpark der "Papierbahn" - Dieselloks und Personenwaggons zumeist von
Militärbahnen der Royal Armee oder auch der Navy
(Gunter Mackinger, 27.04.09).
Depot
in Glasgow soll Siemens-Züge warten
Bis zu 40 neue Arbeitsplätze werden durch die Erweiterung des Zugdepots
"Shields Road" in Glasgow entstehen, wie Verkehrsminister Stewart
Stevenson am 21.04.09 bekanntgab. Dafür stellt Transport Scotland
24 Millionen GBP zur Verfügung. Anfang Mai soll mit dem Bau der neuen
Wartungs- und Aufarbeitungshalle begonnen werden.
Das
Depot, das voraussichtlich Ende August nächsten Jahres fertiggestellt
sein wird, soll die Flotte von 38 neuen elektrischen Triebzügen der
Serie "class 380" von Siemens sowie einiger älterer Fahrzeuge
von Scotrail warten. Die 130 Wagen stellen dem schottischen Bahnnetz 9000
zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung und werden ab September
2010 in Betrieb gehen (WKZ,
Pressemeldung Transport Scotland, 22.04.09).
Eurotunnel
und Eurostar leiden weiter unter den Tunnelbrand
Während des ersten Quartals 2009 litt Eurotunnel weiter unter den
Folgen des Brandes vom September 2008. Die Nichtverfügbarkeit des
Tunnelabschnitts "Intervall 6" im Ärmelkanal-Tunnel beeinträchtigte
den Shuttle-Verkehr bis zur Wiederaufnahme der vollen Transportleistung
Anfang Februar 2009 (Der LOK Report berichtete). Die Betriebsbedingungen
wurden daher für acht der dreizehn Wochen des ersten Quartals negativ
beeinflusst.
In diesem Zusammenhang verringerte sich der LKW-Shuttle-Verkehr um 55%
gegenüber dem ersten Quartal 2008, der Pkw-Transport um 29% und die
Passagierzahlen für den Eurostar um 12%. Es sei jedoch erwähnt,
dass das erste Quartal 2008 (im Gegensatz zum gleichen Zeitraum im Jahr
2009) auch das Oster-Wochenende, einen zusätzlichen Tag im Februar
und verschiedene Streiks und Störungen der Fährdienstbetreiber
enthielt.
Die operativen Erträge im ersten Quartal 2009 beliefen sich auf insgesamt
EUR 116 Mio., 34% niedriger als im ersten Quartal 2008. Im ersten Quartal
2009 erhielt Eurotunnel allerdings EUR 29 Mio. an Versicherungszahlungen
als Ausgleich für die durch den Brand verursachten Verluste. Der
Gesamtumsatz beträgt daher € 144,6 Mio., was einem Rückgang
von 18% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr entspricht.
Auch die Bilanz von Eurostar war im ersten Quartal 2009 noch vom Tunnelausfall
betroffen. Der Betreiber der Hochgeschwindigkeitszüge von Frankreich
und Belgien nach Großbritannien verzeichnete im ersten Quartal 2009
einen Umsatz von 168,1 Millionen Pfund Sterling, was einem Rückgang
von 5,8% im Vergleich zum gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr entspricht
(Umsatz von 178,5 Millionen im Jahr 2008). Die Zahl der Reisenden sank
auf 1,92 Millionen, dies ist ein Rückgang um 11,5% im Vergleich zum
Vorjahr (2,17 Mio. im Jahr 2008).
Mit der Wiederstellung der zweiten Tunnelröhre konnte Eurostar eine
Pünktlichkeit von 96% erreichen, während die Fluggesellschaften
auf den Strecken Paris - London und London - Brüssel im Durchschnitt
nur Werte um die 79% erreichen (WKZ,
Pressemeldungen Eurotunnel und Eurostar, 20.04.09).
Jacobs
Engineering wird Projektbeauftragter für Crossrail
Das britische Ministerium für Verkehr (DfT) gab am 15.04.09 bekannt,
dass Jacobs Engineering UK Ltd als Projektbeauftragter (Project Representative)
für das Projekt Crossrail ernannt wurde. Nach der Ausschreibung im
EU-Amtsblatt am 25.09.08 wurden neun Bieter der Shortlist am 18.12.08
zur Angebotsabgabe aufgefordert. Die neun engeren Bieter waren:
•
ARCADIS AYH plc
• Atkins
• Booz & Company (UK) Ltd (mit Unterstützung von AECOM
/ Turner & Townsend)
• Jacobs Engineering UK Ltd (mit Unterstützung von KPMG)
• Mott MacDonald Ltd (mit Unterstützung von Ernst & Young/FirstCo)
• The Nichols Group. Nichols Arup Joint Venture mit Unterstützung
von First Class Partnerships/NTTX Ltd
• Parsons Brinckerhoff Ltd (mit Unterstützung von Davis Langdon)
• Parsons Group International Ltd (mit Unterstützung von Gardiner
& Theobald)
• Praxis High Integrity Systems Ltd (mit Unterstützung eines
ungenannten technischen Dienstleisters)
Der Projektbeauftragte stellt ein Team von hoch qualifizierten Projektmanagement-Profis
zusammen, die die Projektträger (DfT und Transport for London) unterstützen,
um sicherzustellen, dass Crossrail Ltd das Projekt im Zeitplan, innerhalb
des Budgets und zum vereinbarten Standard fertigstellen kann.
Crossrail ist Europas größtes Bauprojekt. Wenn es im Jahr 2017
abgeschlossen ist, wird es die größte Erweiterung für
den öffentlichen Verkehr in London und im Südosten des Landes
während der letzten 50 Jahre darstellen und die Fahrgäste zu
Spitzenzeiten mit 24 Zügen pro Stunde in beiden Richtungen durch
das zentrale London transportieren.
Die Arbeit der Projekt-Mitarbeiter wird die Überprüfung der
Berichte, Programme und technischen Designs beinhalten, um sicherzustellen,
dass das Projekt mit Investitionen von mindestens 20 Mrd. GBP und der
Bereitstellung von 30.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen pünktlich
innerhalb des Budgetplans ausgeführt werden kann.
Die Ernennung eines Projektbeauftragten ist gängige Praxis auf allen
großen Baustellen. Die Größe und Zusammensetzung des
Projektteams kann sich während der Laufzeit des Projekts ändern,
um die sich wandelnden Aufgaben zu begleiten (WKZ,
Quelle Department for Transport, 16.04.09).
Verkehrsstaatssekretär
Andrew Adonis lernt Eisenbahn in der Praxis kennen
Der britische Verkehrsstaatssekretär Andrew Adonis (Minister of State
for Transport) will Eisenbahn "live" erleben und begibt sich
einem
Bericht der BBC zufolge auf eine Sechs-Tage-Fahrt per Bahn durch Großbritannien.
Der Minister betrat am Ostermontag mit seinem Laptop den Schlafwagenzug
von Paddington nach Truro, um mit einem normalen "Rail Rover ticket"
die Qualitäten des Bahnreisens zu "erfahren". Lord Adonis
sagte, er wollte "Erfahrungen aus erster Hand" über die
Bahn sammeln. Am Ende seiner Reise will er das Eisenbahnmuseum in York
besuchen.
Er sagte außerdem: "Ich denke, es ist sehr wichtig für
einen Minister im öffentlichen Dienst, intensive Erfahrungen mit
den Dienstleistungen zu machen, für die er verantwortlich ist. Ich
glaube nicht, dass Sie ein guter Verkehrsminister sein können, wenn
Sie nicht wirklich verstehen, wie ein Transport-System funktioniert."
Lord
Adonis wird etwa 45 Züge benutzen, sowohl erster Klasse als auch
Standard-Klasse. Lord Adonis will auch, falls es in den Zügen zu
eng wird, zusammen mit anderen Fahrgästen auf einen Sitzplatz verzichten
und stehen.
Seine
Reiseroute führt durch folgende Städte:
• Montag: London - Truro
• Dienstag: Truro - Newquay über Par. Weiter nach Exeter, Yeovil,
Wareham, Bournemouth und Brighton
• Mittwoch: Brighton, Ashford International, Margate, Gillingham,
Gravesend, Tilbury, Upminster, Romford, Ipswich und Norwich
• Donnerstag: Norwich - Peterborough, Birmingham, Chester, Crewe,
Manchester, Preston und Carlisle
• Freitag: Von Carlisle nach Newcastle über Middlesbrough und
Darlington. Dann nach Inverness über Edinburgh und Falkirk
• Samstag: Von Inverness nach Edinburgh über Aberdeen, anschließend
Besuch des "National Railway Museum" in York (Dr. Volker Starrock,
WKZ, 14.04.09).
Jugendliche
begehen über 100 Straftaten pro Woche
 
 
Eingeworfene Scheiben und Graffiti an Fahrzeugen
der britischen Eisenbahn (oben). Ein Jugendlicher sammelt Schotter auf
dem Gleis, um ihn anschließend in Richtung Führerstand zu werfen
(Video
vom Führerstand der Lokomotive, unten
links). Beim Überqueren des Gleises schafft es ein Jugendlicher im
letzten Moment, den Bahnsteig zu erklimmen (unten rechts). Fotos Network
Rail.
Neue Zahlen des britischen Netzbetreibers Network Rail zeigen, wie junge
Menschen weiterhin ihr Leben durch Hausfriedensbruch und Vandalismus am
Eigentum der Bahn riskieren. So wurden im Jahr 2008 mehr als 5000 Fälle
von Bahnkriminalität erfasst, an denen junge Menschen beteiligt waren.
Zum Start der Osterferien beginnt Network Rail wieder seine jährliche
Kampagne "No Messin’ " (Kein Unfug), die dieses Jahr
vom Boxchampion Amir Khan unterstützt wird.
Verbotene Abkürzungen zu nehmen, neben den Gleisen zu spielen, Gegenstände
auf Züge zu werfen, Hindernisse auf die Strecke zu legen und Graffiti
auf Eisenbahnbrücken, Zäune und Gebäude zu sprühen
sind die Hauptstraftaten von jungen Menschen im Jahr 2008. Zu den schockierenden
Fällen gehörten:
• Kohlestücke, Fernseher und Fahrräder wurden von Brücken
auf Züge geworfen
• Golfbälle und Steine trafen Züge
• Sofa und Einkaufswagen wurden als Hindernisse auf die Strecke
gelegt
Die Bahnstatistik 2008 kennzeichnet rund 13.000 Fälle von Hausfriedensbruch
und Vandalismus. In dieser Zahl sind Kabeldiebstahl, Selbstmord und Vandalismus
im Zug nicht enthalten:
• Über 5000 Straftaten von jungen Menschen, dies entspricht
über 100 pro Woche.
• 3089 Vorfälle von Hausfriedensbruch und unbefugtem Betreten
der Gleise durch junge Menschen.
• 90 Vorfälle mit spielenden Kindern.
• 1063 Fälle mit Gegenständen, die auf Züge geworfen
wurden.
• 1181 Fälle mit Objekten, die auf die Gleise gelegt wurden.
Junge Leute sind verantwortlich für ca. 40 Prozent der Zwischenfälle
auf Bahngelände. Während Erwachsene hauptsächlich Abkürzungen
zwischen den Bahnsteigen über die Gleise suchen, begehen Jugendliche
meist gefährliche und risikobehaftete Taten. Es wurden 57 unfallbedingte
Todesfälle auf Bahngelände gezählt, davon waren drei Menschen
unter 20 Jahre alt. Die Kosten dieser Vergehen belaufen sich auf 264 Millionen
GBP pro Jahr.
Trotz
dieser beunruhigenden Ereignisse zeigt die "No Messin' "-Kampagne
in ihrem vierten Jahr einige bedeutende Erfolge. Insgesamt gingen Hausfriedensbruch
und Vandalismus auf Bahngelände um rund 13% gegenüber 2007 zurück,
und an 100 von Network Rail beobachteten Standorten sank die Kriminalität
um 30%.
Im Frühling und Sommer geht die "No Messin' "-Kampagne
wieder auf Tour, um jungen Menschen andere Beschäftigungen zu zeigen,
die Spaß machen und Abwechslung bringen. Dazu gehören nicht
nur Sportarten wie Fußball und Boxen, sondern auch Dinge, die sie
vielleicht noch nie versucht haben, wie Bogenschießen, Motorradfahren
und Street Dance.
Der Sohn von Wendy Smith, Ricky war gerade 15 Jahre alt, als er von einem
Zug in der Nähe von Leeds zu Ostern im Jahr 1997 angefahren wurde.
Ricky und sein Freund wurden getötet und ein dritter Junge erlitt
Verletzungen. Wendy sagte: "Es ist immer schwierig, darüber
zu reden, was passierte, aber es muss getan werden. Wenn wir dazu beitragen
können, dass ein Kind nicht getötet wird und eine Familie keinen
Kummer erleidet, dann lohnt es sich." (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 07.04.09).
Bombardier-Züge
für National Express East Anglia
Am 02.04.09 gab Verkehrsminister Geoff Hoon eine Vereinbarung zwischen
dem Ministerium für Verkehr und National
Express East Anglia (NXEA) zur Beschaffung weiterer 188 Wagen für
East Anglian Rail Service bekannt, von denen 120 von Bombardier Transportation
UK Ltd in Derby für rund 155 Millionen GBP neu gebaut werden. Die
restlichen 68 Wagen werden über die Franchise London Midland beigesteuert.
Die neuen Electrostar-Triebzüge (30 Züge à vier Wagen
= 120 Wagen) werden für den Stansted Express zwischen dem Flughafen
Stansted und der Londoner Innenstadt eingesetzt. Der Vertrag ist Teil
des Verkehrsplans des britischen Transportministeriums zur Entlastung
des Bahnnetzes im Süden Englands.
Die Züge sind für Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h ausgelegt.
Die Ausstattung umfasst große Gepäckablagen, eine Klimaanlage
im Fahrgastraum und eine Kameraüberwachung für erhöhte
Fahrgastsicherheit. Ein WLAN-System bietet den Fahrgästen neue Kommunikations-
und Informationsmöglichkeiten. Die Züge werden über das
bekannte und hochmoderne Bombardier MITRAC-Antriebs- und Steuerungssystem
verfügen, das beim Bremsen entstehende Energie speichert und später
wieder nutzt.
Alle 120 Wagen werden zwischen März und Juni 2011 ausgeliefert. Die
neuen Züge ersetzen den Fahrzeugbestand aus älteren Class 317-Zügen.
Bombardier wird die neue Flotte im Depot des Betreibers in Ilford warten.
Bereits über 1.600 Wagen des preisgekrönten Electrostar-Zuges
sind bei den drei britischen Betreibern c2c, Southeastern und Southern
Railway im Einsatz. Electrostar-Züge wurden außerdem im Jahre
2006 von Transport for London für die Londoner S-Bahn bestellt. Auch
auf der neuen Gautrain-Schnellbahnstrecke in Südafrika werden Electrostar-Züge
zum Einsatz kommen (WKZ, Pressemeldungen Department for Transport und
Bombardier, 06.04.09).
Größtes
Aufbauprogramm seit Brunel
Am
01.04.09 startet der Schienennetzbetreiber Network Rail ein Fünfjahresprogramm
über 35 Milliarden GBP zur Verbesserung des britischen Schienennetzes.
Das "CP4
Delivery Plan" genannte Programm (CP4 = control period 4, 1.
April 2009 bis 31. März 2014) umfasst auf
über 800 Seiten mehr als 500 Projekte zur Schaffung zusätzlicher
Kapazitäten und erhöhter Sicherheit im Personen- als auch Güterverkehr.
Iain Coucher, Chief Executive, sagte: "Großbritannien steht
am Rande einer Schienenrevolution. Am 1. April werden wir mit einem der
spannendsten Kapitel in der Geschichte unserer Eisenbahnen beginnen. Network
Rail ist bereit, die größte Erweiterung der britischen Eisenbahn
seit dem Zeitalter von Brunel (Isambard Kingdom Brunel, Ingenieur der
Great Western Railway und des Themse-Tunnels, 1806-1859) zu starten.
Von den 35 Milliarden GBP, die in den nächsten fünf Jahren in
die Eisenbahn investiert werden, sollen 12 Milliarden der Verlängerung
von Bahnsteigen und der Kapazitätserhöhung des Schienennetzes
dienen. 11,5 Milliarden werden in die Sanierung älterer Teile des
Schienennetzes investiert (Schienen, Signaltechnik, Brücken). Weitere
9,2 Milliarden dienen der laufenden Wartung und Kosten für Betrieb
und Verwaltung des Netzes, und 2,2 Mrd. für nichtregulierbare betriebliche
Ausgaben.
Network Rail hat sich bis 2014 verpflichtet, die Pünktlichkeit in
ganz England und Wales auf 92,6% und in Schottland auf 92 Prozent anzuheben
und in der Netzunterhaltung zusätzliche Einsparungen in Höhe
von 21% zu erreichen (Der LOK Report berichtete). Network Rail plant schon
jetzt weit über die nächsten fünf Jahre hinaus und unternimmt
detaillierte Bewertungen über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren
für mögliche Hauptstreckenelektrifizierungen und den Bau weiterer
Hochgeschwindigkeitsstrecken.
Wichtige Projekte des Fünfjahresplans sind:
• Thameslink: Eines der größten Eisenbahn-Projekte
im Vereinigten Königreich und derzeit größtes Infrastrukturprojekt
für Network Rail. In zwei Phasen wird bis 2012 und 2015 die zentrale
Durchquerung Londons einschließlich eines neuen Bahnhofs London
Bridge mit Investitionen von 5,5 Milliarden GBP ermöglicht, davon
1 Mrd. für neue Züge.
• Birmingham New Street: 600 Millionen GBP für die
Umgestaltung des Bahnhofs im Rahmen des gemeinsamen Gateway-Projekts.
• Crossrail: Mehr als 2 Mrd. GBP für eines der größten
Hoch- und Tiefbau-Projekte Europas einschließlich des Umbaus Paddington.
• King's Cross: Über 450 Mio. GBP für die Modernisierung
des Bahnhofs und der Ansiedlung zusätzlicher Geschäfte und Dienstleistungen.
• Reading: 425 Millionen GBP zur Entwirrung der Bahnstrecken
für schnellere und zuverlässigere Zugfahrten.
• Airdrie - Bathgate (Schottland): 300 Millionen GBP für
den Wiederaufbau der Strecke mit elektrifizierter Doppelspur nach Einstellung
des Betriebs vor 50 Jahren.
• Glasgow Airport Rail Link (Schottland): 150 Millionen
GBP für eine schnelle, zuverlässige Verbindung zwischen Glasgow
Central Station und Glasgow International Airport.
•
East Coast Main Line: 250 Millionen GBP in Kapazitätsverbesserungen
für mehr und schnellere Züge und größere Container,
sowie rund
50 Mio. GBP in eine neue Verbindung zwischen der East Coast Main Line
und Cambridge.
•
Paddington Span 4: 26 Millionen GBP für die Wiederherstellung
des Edwardian Dachs über den Plattformen 9 bis 12.
•
Nuneaton: Rund 40 Millionen GBP für eine neue Strecke nördlich
von Nuneaton Station, um Güterzüge aus Peterborough kreuzungsfrei
an die West Coast Main Line anzubinden (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 01.04.09).
ORR
legt Planung für den Zeitraum 2009/2010 fest
Das
Office of Rail Regulation (ORR) veröffentlichte am 30.03.09 seine
Planung
für den Zeitraum von April 2009 bis März 2010. Das ORR legte
die Prioritäten für das kommende Jahr fest, dem ersten Jahr
seiner fünf-Jahres-Strategie "Promoting safety and value in
Britain’s railways" (Erhöhung der Sicherheit und des Werts
der britischen Eisenbahnen).
Bill
Emery, ORR Chief Executive, sagte: "Unser Plan für 2009-10 legt
dar, was wir tun wollen und womit wir unseren Erfolg in Bezug auf die
sieben Themen messen, auf denen unsere Strategie beruht:
•
Fokus auf die Kunden im Personen- und Güterverkehr heute und in der
Zukunft;
• Stärke in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Risiko-Kontrolle;
• Stärke im Asset Management (Anlagenverwaltung);
• Bessere Kontakte zur Industrie und rechtzeitige Planung und effiziente
Durchführung von Großprojekten;
• Effiziente Nutzung der Kapazitäten auf den Fernstrecken;
• Unterstützung durch die Industrie über die Fähigkeiten
ihrer Menschen, und
• Qualitativ hochwertige Daten und Informationen für wichtige
Entscheidungen."
"Das wird ein hartes Jahr für die Bahn, aber die Industrie hat
bewiesen, dass sie eine verbesserte Sicherheit und Qualität für
die Kunden liefern kann. Sie leistet einen Beitrag zur Erhöhung der
Transport-Bedürfnisse unserer Wirtschaft. Unsere Vision ist, dass
Großbritannien seine Eisenbahn in Bezug auf Sicherheit, Leistung
und Effizienz mit den besten vergleichbaren Bahnen der Welt messen kann."
(WKZ, Pressemeldung ORR, 31.03.09).
Merseyside
Rail Strategy veröffentlicht
Längere
Züge und extra Dienstleistungen wurden in einem weit reichenden Strategiepapier
am 27.03.09 zur Verbesserung der Eisenbahndienste in Merseyside veröffentlicht.
Die "Merseyside
route utilisation strategy" (RUS) empfiehlt Möglichkeiten
zur Erhöhung der Kapazität auf dem Schienennetz von Merseyside,
um dem anhaltenden Boom der Passagierzahlen zu begegnen - erwartet wird
eine Zunahme um 40% bis zum Jahr 2020.
Die Planungen wurden von Network Rail in enger Zusammenarbeit mit allen
Beteiligten erstellt (Merseyrail und weitere Personen- und Güterverkehrsbetreiber,
Merseytravel, Ministerium für Verkehr, Fahrgastvereinigungen), ihre
Veröffentlichung folgte in Anschluss an eine dreimonatige öffentliche
Aussprache.
Wichtigste Empfehlungen sind der Einsatz längerer Züge und damit
die Bereitstellung von mehr Sitzplätzen und die Verbesserung der
Verbindungen auf wichtigen Strecken nach Liverpool aus Chester, North
Wales, Southport, Ormskirk, Preston und Wigan.
Liverpool Central soll umgehend saniert werden, um Verbesserung der Durchlässigkeit
des Bahnhof für Fahrgastströme und die Gesamtkapazität
um bis zu einem Drittel zu erhöhen (Pressemeldung Network Rail, 30.03.09).
Neue
Vorsitzende im Office of Rail Regulation
Verkehrsminister Geoff Hoon hat am 26.03.09 Anna Walker zum neuen
"Chairman" (Vorsitzenden) des Office of Rail Regulation (ORR)
ernannt, der unabhängigen Regulierungsbehörde für Sicherheit
und wirtschaftliche Belange der britischen Eisenbahnen. Anna Walker, derzeit
Chief Executive der Gesundheits-Kommission (Healthcare Commission), wird
ihre neuen Aufgaben am 5. Juli 2009 nach Prüfung durch das "Transport
Select Committee" antreten.
Minister Geoff Hoon, sagte: "Ich freue mich, diese Berufung verkünden
zu dürfen. Anna verfügt über weit reichende Erfahrung im
behördlichen und öffentlichen Sektor und ist für die nächsten
Jahre ein hervorragender Kandidat für die Spitze des ORR."
Anna Walker sagte: "Vorbehaltlich der Ausschussprüfung freue
ich mich auf diese spannende Aufgabe. Die Bahnen sind sehr wichtig für
die Menschen in diesem Land und erfordern die Bewältigung einiger
großer Herausforderungen des 21. Jahrhundert."
Das
ORR wird von einem Vorstand geleitet, der dem Verkehrsminister untersteht
und verantwortlich für die Festlegung der ORR-Strategie zur Überwachung
einer effizienten, wirksamen und wirtschaftlichen Ausführung der
Eisenbahn ist. Der Vorstand des ORR besteht derzeit aus dem Vorsitzenden
(Chairman), fünf "executive members" einschließlich eines "Chief
Executive" und fünf "non-executive members". Der Vorstand
wird für eine feste Amtszeit von bis zu fünf Jahren gewählt. Anna
Walker ersetzt den derzeitigen Chairman Chris Bolt, der im July 2004 für
fünf Jahre gewählt wurde (Pressemeldung
Department for Transport, 27.03.09).
Deputy
Chief Executive von Eurotunnel zieht sich zurück
Jean-Pierre Trotignon, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands bei
Eurotunnel, hat aufgrund persönlicher und familiärer Umstände
beschlossen, am 31. Mai 2009 sein Amt aufzugeben.
Jean-Pierre Trotignon hat Eurotunnel während der operativen und kommerziellen
Umstrukturierung seit 2005 erfolgreich geführt. Er wird auch weiterhin
seine Fähigkeiten der Gruppe zur Verfügung stellen und insbesondere
bei Projekten von entscheidender Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens
wie der Verbesserung der Infrastruktur im Tunnel, dem Schutz im Fall eines
Brandes und der Konzeption der dritten Generation von Lkw-Shuttles mitwirken.
Jean-Pierre Trotignons derzeitige Zuständigkeiten werden durch die
übrigen Mitglieder des Verwaltungsrats übernommen, die direkt
dem Chairman und Chief Executive Jacques Gounon unterstellt sind (Pressemeldung
Eurotunnel, 26.03.09).
Neue
Triebzüge für Nordirland bestellt

Die schon 2004/2005 gelieferten CAF-Triebzüge
der Baureihe C3K.
Fotos NIR.
Für Northern Ireland Railways sind 20 dreiteilige Triebzüge
bei CAF (Spanien) bestellt worden. Sie werden ab 2011 geliefert und werden
12 dieselelektrische Triebzüge (neun der Baureihe 450 und drei der
Baureihe 80) ersetzen, außerdem eine lokbespannte Verstärkergarnitur
aus ex-BR Mk2f Wagen. Ein Teil der Fahrzeuge wird für Fahrplanverdichtungen
und Kapazitätsausweitungen benötigt.
NIR
hat schon 23 CAF-Triebzüge der Baureihe C3K, die zwischen 2004 und
2005 geliefert worden sind. Die neuen Fahrzeuge erhalten eine andere Inneneinrichtung
und sind für Züge mit vielen Zwischenhalten bestimmt. Der Auftragswert
beträgt 105 Millionen Pfund (etwa 112 Millionen Euro)
(Martin Baumann,
20.03.09).
Help
Points für alle ScotRail-Bahnhöfe
Auf
sämtlichen Bahnhöfen von ScotRail erleichtert nun ein innovatives
Netzwerk von Help Points die direkte Kommunikation zwischen den Bahnreisenden
und Service-Mitarbeitern. Der letzte Bahnhof, IBM Halt in Greenock, wird
solch einen Help Point im Aprill 2009 erhalten.
Nach der Fertigstellung werden 341 ScotRail-Stationen unmittelbar mit
der Kundenbetreuung des Bahnbetreibers in Dunfermline oder Paisley verbunden
sein. Die Kundenzentren sind im Zeitraum vom ersten bis zum letzten Zug
auf der jeweiligen Station erreichbar.
Gerade Reisende auf ländlichen Stationen werden vom neuen Angebot
profitieren, das den Benutzern auch den Zugriff auf Informationen zur
Weiterreise erlaubt oder Nachrichten an Familienmitglieder weiterleiten
kann, wenn die Züge Verspätung haben.
Die Investitionen von 282.000 GBP sind Teil eines Programms im Wert von
40 Millionen GBP zur Verbesserung der Bahnleistungen auf der ScotRail
Franchise (WKZ, Pressemeldung Transport Scotland, 18.03.09).
Regierung
gibt Planungen zu High Speed 2 in Auftrag
Die Absicht zum Bau eines der wichtigsten und größten neuen
Verkehrsprojekte in Großbritannien, der Hochgeschwindigkeitsstrecke
High Speed 2 (HS2) zwischen London und Schottland, wurde am 10.03.09 offiziell
vom britischen Verkehrsministerium bestätigt.
Verkehrsstaatssekretär Andrew Adonis hat in seinem Brief "Objectives
and Remit for HS2" die zur Planung der neuen Hochgeschwindigkeitsverbindung
gebildete Gesellschaft "High
Speed 2" aufgefordert, dem Verkehrsministerium Vorschläge
über die Ausweitung von High Speed-Dienstleistungen von London nach
Schottland zu machen, wobei im ersten Stadium an eine neue Eisenbahnlinie
zwischen London und den West Midlands gedacht ist.
Das Unternehmen wird bis Ende des Jahres eine Route von London nach den
West Midlands vorschlagen, einschließlich möglicher Anknüpfungspunkte
in London und den West Midlands. Es wird die ökologischen und ökonomischen
Bewertungen vornehmen, die im Jahr 2010 als Grundlage für die öffentlichen
Konsultationen dienen können.
Andrew Adonis, sagte: "Großbritannien hat ein Schienennetz,
das einst den Neid der Welt hervorrief, und ich sehe, dass HS2 dazu beitragen
wird, Großbritannien wieder als weltweit führendes Land für
Bahnreisen zu etablieren. Eine
High-Speed-Linie wird für schnellere Fahrzeiten in die West Midlands
sorgen und darüber hinaus unsere wichtigsten wirtschaftlichen Zentren
verbinden sowie freie Kapazitäten auf dem bestehenden Schienennetz
für weitere regionale und lokale Dienstleistungen schaffen"
(WKZ,
Pressemeldung Department for Transport, 11.03.09).
Eurotunnel
Group vereinfacht ihre Struktur
In Fortsetzung der finanziellen Umstrukturierung des Konzerns im Jahr
2007, die auch die Gründung einer neuen Holdinggesellschaft Groupe
Eurotunnel SA (GET SA) vorsah, hat Eurotunnel am 06.03.09 die Vereinfachung
seiner Konzernstruktur beschlossen.
Demnach werden die beiden Konzessionsgesellschaften (France Manche SA
und Channel Tunnel Group Limited) zu direkten Tochtergesellschaften der
GET SA. Bisher waren sie Tochtergesellschaften der ehemaligen Holding-Gesellschaften
TNU SA und TNU PLC, die direkt und indirekt zu mehr als 99% von GET SA
gehalten wurden.
Die Vereinfachung wird es der Gruppe erlauben, ihre Effizienz und Struktur
für die Anleger klarer deutlich zu machen und zentrale Verwaltungskosten
zu reduzieren.
Die Transaktion wird im Anschluss an bestimmte konzerninterne Transfers
aus technischen Gründen vorerst nur mit der Fusion von TNU SA und
GET SA erfolgen. Die Vereinfachung wird erst zu einem späteren Zeitpunkt
auch den britischen Teil der Gruppe einschließen, ohne dass dies
die Rechte der Inhaber von Verkehrsprivilegien beeinflusst.
Auf den Aktionärsversammlungen von TNU SA und GET SA am 28. April
und 6. Mai sollen die Zustimmungen zur Fusion eingeholt werden. Der erste
Aufruf zu diesen Hauptversammlungen wird in der Zeitschrift "Bulletin
des annonces légales obligatoires" (Balo) am 11. März 2009 veröffentlicht
(WKZ, Pressemeldung Eurotunnel, 09.03.09).
Gesellschaft
zur schnellen Fertigung neuer Dieselzüge gegründet
Verkehrsstaatssekretär
Andrew Adonis hat am 05.03.09 die Gründung einer neuen Gesellschaft
zur Beschaffung von 202 neuen Dieselzugwagen (Diesel Multiple Units, DMU)
bekanntgegeben.
Der
mit einer Investition von 300 Mio. GBP verbundene Bau der 202 Wagen (Der
LOK Report berichtete) soll die Kapazitätsengpässe im Themse-Tal,
um Bristol und auf längeren Strecken im Norden von England beseitigen.
Die Züge sollen nach Verhandlungen mit den Bahnbetreibern First Great
Western, Trans-Pennine Express Northern Rail 2012 in Dienst gehen. Der
erfolgreiche Bieter für den Bau dieser Züge wird im April 2009
bekanntgegeben.
Verkehrsstaatssekretär Andrew Adonis sagte: "Dies ist der effektivste
Weg, um neue Züge zu kaufen, schnell und zum Nutzen der Fahrgäste.
Das neue Unternehmen ist ein Beispiel für das Engagement der Regierung
zur Vermeidung überfüllter Züge. Dies ist ein Meilenstein
für die Lieferung neuer Wagen, die einen Beitrag zur Erhöhung
der Kapazität auf der Schiene und einiger unserer stärksten
Strecken bewirken".
In Schreiben an die Partner aus der Industrie machte das Verkehrministerium
deutlich, dass es nicht beabsichtige, langfristiger Besitzer der Züge
zu werden und dass das neue Unternehmen nicht im Wettbewerb mit anderen
Leasing-Gesellschaften stehen soll.
Um dies sicherzustellen, fordert das Verkehrministerium den Markt auf,
entweder für das Unternehmen oder das Betriebsvermögen und die
damit zusammenhängenden Verträge zu bieten und Eigentum und
Leasinggeschäft der Züge zu übernehmen.
Es wird derzeit davon ausgegangen, dass die neue Gesellschaft die folgenden
Verträge in Kraft setzen wird, um die Züge so schnell wie möglich
fertigstellen zu können:
• Drei dreiseitige Fertigungs- und Lieferverträge zwischen
Diesel Trains Limited, den Herstellern der Züge und jedem der drei
Betreiber;
• Drei zweiseitige Lieferverträge über technischen Support
und Ersatzteilversorgung zwischen den Lieferanten und jedem der drei Betreiber;
• Drei zweiseitige Fahrzeug-Leasingverträge zwischen Diesel
Trains Limited und jedem der drei Betreiber;
• Ein übergreifender Vertrag ("Umbrella Deed") zwischen
Diesel Trains Limited, den Herstellern und den drei Bahnbetreibern.
Darüber hinaus führt das Verkehrsministerium Verhandlungen mit
anderen Bahnbetreibern über den Kauf von 120 neuen Wagen und erwartet
in den nächsten 12 Monaten zusätzliche Aufträge über
weitere 250 Wagen. Bis zum Ende des nächsten Jahres sollen somit
Bestellungen über rund 1000 neue Wagen veranlasst werden.
Die Anweisung der Regierung zur Erhöhung der Kapazitäten im
Eisenbahnnetz zwischen 2009 und 2014 wurde im Juli 2007 im "Rail
White Paper" veröffentlicht, das den Kauf von 1300 zusätzlichen
Wagen vorsah (WKZ, Pressemeldung Department for Transport, 06.03.09).
Eurotunnel
zahlt erstmals in seiner Geschichte Dividende
Aufgrund eines ausgezeichneten ersten Halbjahres und trotz des
reduzierten Verkehrs in der nördlichen Tunnelröhre nach dem
Brand im September konnte der Kanaltunnelbetreiber Eurotunnel sein operatives
Ergebnis (EBITDA) im Jahr 2008 auf 421 Mio. € steigern, was in etwa 16%
über dem Ziel des im Vorjahr aufgelegten Umstrukturierungsprogramms liegt.
Mit dieser Verbesserung und der Verringerung der Netto-Finanzverbindlichkeiten
als Folge der finanziellen Umstrukturierung (-2% im Jahr 2008 nach -42%
im Jahr 2007) stieg der Konzerngewinn für die Groupe Eurotunnel SA im
Jahr 2008 auf € 40 Millionen. Der Gewinn ermöglicht es Eurotunnel zum
erstenmal in seiner Geschichte, der Hauptversammlung der Aktionäre die
Zahlung einer Dividende von 4 Cent pro Anteil vorzuschlagen.
Jacques
Gounon, Chairman und Chief Executive von Eurotunnel erklärte: "Trotz des
Vorfalls im September, markiert das Jahr 2008 deutlich das Ende der finanziellen
Unsicherheiten für Eurotunnel. Durch ihre Effizienz und die Kontrolle
der Kosten hat die Gruppe einen soliden Gewinn erwirtschaftet, zum erstennal
in unserer Geschichte können wir die Zahlung einer Dividende an unsere
treuen Aktionäre vorschlagen".
Genaue Daten entnehmen Sie der Pressemeldung
von Eurotunnel (Pressemeldung Eurotunnel, 05.03.09).
Höhere
Werte für Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit
Das Office of Rail Regulation (ORR) veröffentlichte am 25.02.09
ihren National
rail review and Network
Rail monitor für das dritte Quartal 2008/09 (Oktober bis Dezember
2008).
Die wichtigsten Trends für das dritte Quartal zeigen, dass die ständigen
Verbesserungen bei der Pünktlichkeit der Bahn und zur Zufriedenheit
der Reisenden ihren höchsten Stand erreichten und die Höhe der
Beschwerden weiter zurückgeht.
Bill Emery, ORR Chief Executive, sagte: "Wir freuen uns über
die anhaltend guten Nachrichten für die Hauptstrecken. Die Betreiber
der Bahn und Network Rail liefern die höchsten Werte für die
Pünktlichkeit der Bahn und zur Zufriedenheit der Reisenden, die wir
seit Jahren gesehen haben.
Der Eisenbahn-Fernverkehr ist nicht immun gegen die Folgen der Rezession
und der Schienengüterverkehr trägt dabei die Hauptlast. Während
unsere kürzlich veröffentlichten Zahlen zeigen, dass sich das
Wachstum der Passagierzahlen mit einem kleinen Rückgang der Zahl
der Fahrgastreisen zwar verlangsamt, gibt es aber noch nicht den erheblichen
Rückgang bei Bahnreisen, den einige erwartet haben.
Es gibt für die Bahn noch eine Menge Arbeit zu tun. Wir freuen uns,
dass Network Rail die Herausforderungen der nächsten fünf Jahre
angehen will, wie sie von uns im Oktober letzten Jahres vorgegeben wurden.
Network Rail muss erhebliche Verbesserungen in das Netz als auch einen
großen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Kapazität und
Sicherheit leisten, und dabei kontinuierlich die Effizienz verbessern.
Die Verbesserungen umfassen Grossprojekte wie Thameslink, die Kapazitätserhöhung
in Reading und den Glasgow Airport Rail Link."
Der Network Rail Monitor zeigt für das dritte Quartal (14. September
2008 bis 3. Januar 2009) folgende Ergebnisse für Großbritannien:
• Leistung und Verspätungen: Der Leistungswert (public performance
measure, PPM) am Ende des dritten Quartals betrug 90,8%. Er liegt damit
über dem vorgegebenen Wert von 90,6 und 1,5% höher als am Ende
des 3. Quartals im letzten Jahr. Network Rail ist zudem auf dem Weg, die
Zielvorgabe für die Verspätungsminuten zu erreichen, der gegenwärtig
erreichte Wert liegt bei 6,8 Millionen, das ist 11,6% niedriger als zum
gleichen Zeitpunkt im letzten Jahr.
• Sicherheit: Die Sicherheitsrisiken bleiben weitgehend unverändert,
von der Bevölkerung verursachte unerlaubte Bahnübergangsüberquerungen
bleiben ein großes Problem.
• Infrastruktur: Die generelle Zuverlässigkeit wurde verbessert,
Fehlfunktionen im 3. Quartal um 6% gegenüber dem gleichen Zeitraum
des Vorjahres vermindert.
• Network Rail Finanzen: Die Haushaltsausgeben betrugen 189 Millionen
GBP (2,6%).
Die Zahlen für Schottland zeigen:
•
Leistung und Verspätungen: Der Leistungswert (PPM) am Ende vom dritten
Quartal betrug 90,9%, eine Verbesserung von 0,7% gegenüber dem 3.
Quartal im letzten Jahr. Durch Signalisierungs- und Telekommunikationsfehler
im Signalgebungssystem von Glasgow Central lagen die Werte der Zugverspätungen
über den Zielwerten.
•
Infrastruktur: Der Trend zur langsamen Verbesserung der Netzzuverlässigkeit
in Schottland wurde erreicht, da Fehlfunktionen um 4% gegenüber dem
Wert des gleichen Zeitraums im Vorjahr zurückgingen.
• Finanzen: Die Haushaltsausgeben betrugen 39 Millionen GBP (8,4%)
(WKZ,
Pressemeldung Office of Rail Regulation, 26.02.09).
Agility
Trains bevorzugter Bieter für SuperExpress
 
 
Wie Verkehrsminister Geoff Hoon am 12.02.09 bekanntgab, wurde
Agility Trains als bevorzugter Bieter für den Bau der neuen "Super
Express trains" zum Einsatz auf den Great Western und East Coast
Main Lines ausgewählt. Die neuen Züge ersetzen die bestehenden
High-Speed-Züge, die inzwischen 20-30 Jahre alt sind.
Agility - ein britisch geführtes Konsortium bestehend aus John Laing,
Hitachi und Barclays - wird eine neue Produktionsstätte für
die Züge in Großbritannien einrichten sowie die Depots in Bristol,
Reading, Doncaster, Leeds und London West und weitere bestehende Depots
in ganz Großbritannien ausbauen. Dies wird etwa 12.500 Arbeitsplätze
in den Regionen sichern oder schaffen.
Die Super-Express-Züge sind Teil des gesamten Intercity Express Programms
(IEP), das auch eine Reihe von anderen Investitionen zur Verbesserung
der Kapazität und der Leistungsfähigkeit der Infrastruktur enthält.
Das Programm soll die Dieselflotte der "Intercity 125" High
Speed Trains (HST) und die Elektroreihe "Intercity 225", die
von British Rail in den 1970er und 1980er Jahren eingesetzt wurden, durch
eine neue umweltfreundlichere Bahn mit höherer Kapazität ersetzen.
Die
Bauserie besteht aus einer elektrischen, einer Diesel- und einer Bi-Modus-Variante.
Als sekundärer Bieter ist Express Rail Alliance (ein Konsortium bestehend
aus Bombardier Transportation, Siemens, Angel Trains und Babcock &
Brown) aus der Ausschreibung hervorgegangen. Express Rail Alliance wurde
aufgefordert, ihren Status als Bieter in Reserve aufrecht zu erhalten,
falls das Verkehrsministerium nicht in der Lage sei, eine zufriedenstellende
Arbeit mit dem bevorzugten Bieter zu erreichen. Beide Angebote sind lieferbar
und kompatibel, so dass die Auswahl zwischen ihnen ein langwieriger Prozess
war.
Geoff Hoon kündigte außerdem an, dass das Verkehrsministerium
in fortgeschrittenen Verhandlungen mit National Express East Anglia ist,
um 120 neue Wagen für den Stansted Express Service von London Liverpool
Street nach Stansted Airport bereitzustellen. Der bevorzugte Bieter für
diesen Auftrag ist Bombardier Transportation, der am Standpunkt Derby
Arbeitsplätze sichern wird.
Geoff Hoon erklärte: "Die Ankündigung zeigt, dass diese
Regierung bereit ist, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in die
Verbesserung der nationalen Infrastruktur zu investieren. Es ist eine
gute Nachricht für die britische Wirtschaft, dass mehr als 12.500
Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden; eine gute Nachricht
für die Regionen, wo die Regierung bedeutende ausländische Investitionen
unterstützt und eine gute Nachricht für die Fahrgäste,
dass wir die erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Eisenbahnfahrten
unterstützen. "
Die ersten der neuen Züge werden auf der East Coast Main Line ab
dem Jahr 2013 eingesetzt. Die Züge fahren dann ab 2015 im Full-Service
und verbinden London mit Cambridge, Leeds, Hull, York, Newcastle und Edinburgh
und London mit Thames Valley, Bristol und Süd-Wales.
Dies ist die größte jemals getätigte Beschaffung von Fahrzeugen
in Großbritannien. Die größten Aufträge seit der
Privatisierung sind:
1. Intercity Super Express, bis zu 1,400 Srück
2. DfT High Level, zur Zeit 1,300 Stück
3. South West Desiro, 665 Stück, Apr 2001
4. West Coast Pendolino, 477 Stück, Feb 1999
5. South Central Electrostar, 460 Stück, Mar 2002 (WKZ, Pressemeldung
Department for Transport, 13.02.09).
Gesetzesverstöße
an Bahnübergängen erreichen Fünfjahreshoch
 

Fotos von Überwachungskameras an Bahnübergängen:
Ein Auto überquert den Bahnübergang im "letzten Moment"
(links oben). Der Mann (oben rechts) hat Glück: Der Zug verfehlt
ihn knapp (unten links), aber der Mann verliert seinen Schuh (der weisse
Fleck unten rechts).
Die Zahl der Menschen, die an Bahnübergängen gegen das Gesetz
verstoßen, ist in den letzten fünf Jahren gestiegen, wie Network
Rail am 09.02.09 bekanntgab. Risiken an Bahnübergängen sollten
mit harten Konsequenzen bestraft werden. Network Rail appelliert an die
Richter und Staatsanwälte, hart gegen Autofahrer vorzugehen, die
Schranken nicht beachten.
Im
vergangenen Jahr wurden über 55 Tage an Zugbehinderungen durch Vorgänge
an Bahnübergängen notiert, dies verursacht für Network
Rail Kosten von rund 1,8 Millionen GBP - Geld, das nicht in die Bahn investiert
werden kann. Die tatsächlichen Kosten für die Bahnbetreiber
sind weitaus größer, da diese Zahl nicht die tatsächlichen
Schäden an Zügen, Gleisen oder Personal beinhaltet.
Network
Rails Chief Executive Iain Coucher sagte: "Die härteste Folge
einer Gesetzesübertretung auf einem Bahnübergang ist Ihr Leben
zu verlieren - Gott sei Dank passiert das nicht sehr häufig. Aber
jede Woche sehen wir Menschen, die Warnzeichen ignorieren oder mit dem
Auto um Hindernisse an Bahnübergängen herumfahren, nur um ein
paar Minuten Zeit zu sparen. Dieses Verhalten hat das Potenzial für
massive Schäden, Störungen und Tod. Wir sind der Meinung, dass
die Justiz Strafen verhängen muss, um die Schwere der Verbrechen
zu berücksichtigen. "
Im
vergangenen Jahr gab es mehr als 3400 Fälle von Gesetzesvergehen
an Bahnübergängen. Im Durchschnitt waren mehr als drei Autofahrer
in der Woche in einem Beinaheunfall verwickelt, wo eine Zugberührung
nur knapp vermieden werden konnte. Es wurden 20 Zusammenstöße
zwischen Zügen und Kraftfahrzeugen gezählt. 15
Menschen verloren an Bahnübergängen 2008 ihr Leben (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 11.02.09).
Eurotunnel
wieder vollständig in Betrieb
Nach
nur dreieinhalb Monaten Arbeit wurde am 9. Februar 2009 der Verkehr im
Eurotunnel wieder in vollem Umfang zwischen dem Vereinigten Königreich
und Kontinentaleuropa aufgenommen. Um 3 Uhr lokaler Zeit gab der britische
Verkehrsminister Geoff Hoon das Abfahrtssignal für den ersten kommerziellen
Shuttle-Service mit Kreuzung im Tunnel, wobei auch das seit dem 11. September
2008 gesperrte "Intervall sechs" im Nord-Tunnel befahren wurde.
An Bord des Shuttle waren 30 Lastkraftwagen und deren Fahrer. Die Überfahrt
dauerte nur 32 Minuten bei voller Geschwindigkeit.
Ab sofort fahren die Eurotunnel Shuttle wieder mit normaler Geschwindigkeit
innerhalb von nur 35 Minuten durch den Tunnel. Auch Eurostar wird in Kürze
wieder zu normalen Fahrzeiten von London nach Paris (2 Std. 15) und von
London nach Brüssel (2 Std.) fahren.
Verkehrsminister Geoff Hoon: "Dies ist wirklich eine fantastische
Leistung. Eurotunnel hat eine hervorragende Arbeit geleistet, um diesen
wichtigen Teil der europäischen High-Speed-Infrastruktur so schnell
wieder in Betrieb zu nehmen. "
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive von Eurotunnel erklärte:
"Das Abfahrtssignal durch den Verkehrsminister ist eine Hommage an
die Mitarbeiter dieses Unternehmens, die die Rekonstruktion unter Budget
und früher als geplant schafften." (Pressemeldung Eurotunnel,
10.02.09).
Einführung
eines GSM-R-basierten Zugfunksystems
 
Programmdirektor Jon Wiseman stellt das
Railway Communication System vor. Fotos Network Rail.
In den nächsten drei Jahren soll die Mehrheit der britischen Triebfahrzeuge
mit auf GSM-R basierendem Zugfunk ausgerüstet werden, um so die direkte
und sichere Kommunikation zwischen Triebfahrzeugführer und Stellwerk
zu ermöglichen. Am 28.01.09 kündigte Network Rail eine Investition
von über 24 Millionen GBP für die Einführung eines neuen
Eisenbahnkommunikationssystems (Railway Communications System, RCS) auf
dem gesamten britischen Schienennetz an. Dies wird die derzeitigen analogen
Systeme durch ein leistungsfähiges digitales System ersetzen.
Das neue Bahnkommunikationssystem beruht auf der internationalen GSM-R-Spezifikation.
Das gesamte Schienennetz soll ab dem Jahr 2013 mit dem System arbeiten,
wobei der Einsatz in London, dem Südosten und Südwesten schon
ab 2012 vorgesehen ist.
Die Fahrgäste profitieren von der erhöhten Sicherheit und Zuverlässigkeit.
Das Kommunikationssytem ermöglicht es dem Triebfahrzeugführer
mit einem Fahrdienstleiter innerhalb von Sekunden Kontakt aufzunehmen,
was sich als entscheidend in Notfällen herausstellen kann. Bessere
Kommunikation dient auch den Bahngesellschaften, um im Falle von Verspätungen
die Fahrgäste schneller und besser informieren zu können.
Entsprechende on-time Vorteile in der Performance sicherheitsrelevanter
Vorgänge wurden während umfangreicher Tests in der Nähe
von Strathclyde nachgewiesen. Diese Prüfungen laufen seit Oktober
2007 und finden noch bis zum Herbst 2009 mit über 200 umgebauten
Führerständen und tatkräftiger Unterstützung von First
ScotRail statt.
Die erste Partie der neuen Funkgeräte - entwickelt und hergestellt
in Großbritannien - werden an Network Rail im Juli dieses Jahres
ausgeliefert und von DB Schenker, First Great Western, London Midland
und Virgin Trains eingesetzt.
Network Rail, die Association of Train Operating Companies (ATOC) und
Siemens haben gemeinsam in den letzten drei Jahren die Entwicklung dieser
Geräte vorangetrieben, um den Anforderungen der Betreiber und der
Fahrgäste gerecht zu werden.
Jon Wiseman, Programmdirektor (RCS) von Network Rail, sagte: "Dieser
Abschluss ist eine gute Nachricht für die Bahn und die Wirtschaft.
Er ist ein Zeichen für das Engagement der Industrie und ein großer
Schritt nach vorn bei der Bereitstellung einer verlässlichen Bahnkommunikation.
Das neue System wird innerhalb von fünf Jahren unsere Bahn noch sicherer
machen. Die umfangreichen Tests beginnen schon, die Leistungsvorteile
zur Verbesserung des Zugbetriebs für die Betreiber von Personen-
und Güterverkehr sichtbar zu machen. "
Michael Roberts, Chief Executive von ATOC, sagte: "Wir begrüßen
den großen Auftrag für GSM-R Funkgeräte, die in enger
Abstimmung mit den Zugbetreibern entwickelt wurden. ATOC freut sich auf
die weitere Zusammenarbeit mit Network Rail zu einer Reihe von auf GSM-R
basierenden Schlüsseltechniken" (Pressemeldung
Network Rail, 29.01.09).
Gleiserneuerungsprogramm
mit besserem Kosten/Nutzen-Verhältnis
Network Rail hat am 21.01.09 seine Pläne bekanntgegeben, ein besseres
Preis-Leistungs-Verhältnis für sein Programm zur Gleiserneuerung
zu erhalten. In den nächsten fünf Jahren sind hohe Investitionen
von 4 Mrd GBP in die Erneuerung des britischen Schienennetzes vorgesehen.
Die vorgesehenen Aufgaben für die nächsten fünf Jahre bleiben
unberührt, allerdings sollen die Aufträge während des ersten
Jahres reduziert werden, um genügend Zeit für die Ausarbeitung
neuer und effizienterer Wege der Zusammenarbeit mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis
zu haben, die einerseits die harten vom Office of Railregulation (ORR)
geforderten Ziele ermöglichen als auch weniger störende Auswirkungen
auf den Personen- und Güterverkehr haben.
Simon Kirby, Leiter Infrastructure Investment, sagte: "Wir sind entschlossen,
auch weiterhin Investitionen in unsere Bahn zu tätigen um eine immer
höhere Zuverlässigkeit für den Personen-und Güterverkehr
zu gewährleisten. Aber wir müssen das Preis-Leistungs-Verhältnis
durch neue, effizientere Methoden der Arbeit sinnvoll verbessern."
Die Investitionen in Wachstum und Ausbau des Schienennetzes sollen in
den nächsten fünf Jahren im Bereich des Netzausbaues auf etwa
800 Millionen GBP deutlich erhöht werden. Im Anschluss an die jüngste
Ausschreibung wurden sieben Instandhaltungsfirmen zur Gleiserneuerung
ausgesucht, z. B. für Verbesserungen der Streckenverknüpfungen,
zur Erhöhung der Streckengeschwindigkeit und für Arbeiten an
den Projekten wie Thameslink und Reading:
• Amey Colas,
• Babcock Rail,
• Balfour Beatty,
• Carillion,
• Grant Rail,
• Jarvis,
• Trackwork (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 26.01.09).
Tony
Gregory wird Complaints Commissioner zur Überwachung von Crossrail
Verkehrsstaatssekretär Andrew Adonis und Londons Bürgermeister
Boris Johnson gaben am 21.01.09 die Ernennung von Tony Gregory als neuen
unabhängigen Kommissar für Beschwerden (Complaints Commissioner)
zum Bau von Crossrail bekannt. Sein Auftrag ist es, in Zusammenhang mit
den Bauarbeiten auftretende Beschwerden der Bevölkerung zu schlichten.
Tony
Gregory war schon stellvertretender Beschwerdenkommissar (Assistant Complaints
Commissioner) beim Bau der Kanaltunnelverbindung und der stellvertretende
Schiedsrichter (Assistant Referee) für Crossrail. Der Beschwerdenkommissar
unterrichtet ein "High Level Forum" der wichtigsten lokalen
Behörden unter dem Vorsitz von Andrew Adonis und Boris Johnson über
eingehende Beschwerden und die Vorgehensweise, wie diese behandelt werden.
Andrew Adonis sagte: "Durch Crossrail wird London eine massive wirtschaftliche
Förderung erfahren und den Reisenden schnellere und bequemere Fahrten
bieten. Wir wollen es ermöglichen, dass der Bau schnell und effizient
abgeschlossen werden kann und nicht durch Unterbrechungen verzögert
wird. Im Rahmen dieser Vereinbarung wollen wir sicherstellen, dass die
Menschen bei Problemen das richtige Maß an Unterstützung von
jemandem erhalten, der unabhängig von der Regierung, dem Bürgermeister
und den Bauunternehmen helfen kann."
Die Crossrail Beschwerdenkommissar (Crossrail Complaints Commissioner)
ersetzt den Crossrail Schiedsrichter (Crossrail Referee), da "Cross
London Rail Links Limited" nun nicht mehr nur als Planungsorganisation
tätig ist, sondern direkt mit der Ausführung der Bauarbeiten
betreut ist (WKZ,
Pressemeldung Department for Transport, 26.01.09).
Ärmelkanaltunnel
ab 10.02.09 wieder mit voller Kapazität
In der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2009 wird das Intervall
6 des Ärmelkanal-Tunnels wieder für den Verkehr freigegeben.
Die Bauarbeiten und der Wiederaufbau der elektrischen Oberleitung werden
dann abgeschlossen sein.
Mit einer Reihe von Tests zu Beginn des nächsten Monats wird die
volle Kapazität des Tunnels wiederhergestellt, knapp dreieinhalb
Monate nach dem Beginn der Arbeiten und deutlich vor dem Zeitpunkt der
ursprünglichen Prognosen. Ab diesem Zeitpunkt können die Eurotunnel
Shuttles und Eurostar-Züge wieder mit ihrer gewohnten Geschwindigkeit
durch den Tunnel fahren.
Jacques Gounon, Vorsitzender von Eurotunnel, erklärte: "Ich
beglückwünsche alle Beteiligten des Eurotunnel-Teams und der
beteiligten Unternehmen. Sie haben die Wiederherstellung des Abschnitts
"Intervall 6" in Rekordzeit vollbracht. Diese Leistung bedeutet,
dass wir die Geschwindigkeit und Leichtigkeit der Tunneldurchquerung wieder
herstellen können."
Der Ärmelkanal-Tunnel besteht aus drei Röhren, von denen zwei
für den Verkehr der Züge und Eurotunnel Shuttles dienen. Die
beiden Eisenbahntunnel sind in 6 Intervalle aufgeteilt. Seit dem Brand
eines Euroshuttle-Güterzuges im September 2008 musste das "Intervall
6" renoviert werden. Die Arbeiten wurden am 18. Oktober von der Kontrolle
der französischen Justiz im Rahmen ihrer laufenden Untersuchungen
freigegeben (Pressemeldung Eurotunnel, 22.01.09).
Eurotunnel
verzeichnet nur leichter Rückgang der Einnahmen
Jacques Gounon, Chairman und Chief Executive der Groupe Eurotunnel SA,
sagte am 15.01.09 anlässlich der Vorstellung der Zahlen für
das Jahr 2009: "Trotz der geringeren Kapazität der letzten vier
Monate ist es Eurotunnel gelungen, nur einen sehr leichten Rückgang
der Einnahmen hinnehmen zu müssen, die nicht die eingeschätzte
Größenordnung erreichten. Ein erfolgreiches Wirtschafts-Modell
und eine reaktive Handelspolitik in Verbindung mit einem ständigen
Ausbau der Qualität der Services haben es uns ermöglicht, unsere
Position als Marktführer im Bereich des Cross-Channel-Transports
zu behaupten".
Der Gesamtumsatz für das Jahr 2008 betrug € 704 Millionen, was
einem Rückgang von 2% im Vergleich zu 2007 entspricht. Die Einnahmen
aus der Bahn erfuhren eine Steigerung um 3% als Folge der erheblichen
Zunahme der Zahl der Eurostar-Passagiere. Die jährliche Einnahmen
waren gut in der ersten Hälfte des Jahres 2008, wurden durch das
Feuer im Kanaltunnel Anfang September, das die Shuttle-Kapazität
über 50% verringerte und zur Erhöhung der Fahrzeit um etwa eine
halbe Stunde beitrug, aber verringert. Durch Konzentration auf die Schiene
konnte aber gewährleistet werden, dass die Einnahmen für das
vierte Quartal nur um 24% sanken.
• LKW-Shuttle Aktivität: Während der ersten Hälfte
des Jahres 2008 erhöhte sich der Lkw-Verkehr um 7%. Zur Begrenzung
der Folgen des Verlustes der Kapazität legte Eurotunnel seinen Schwerpunkt
auf Kunden mit festen Verträgen. Durch eine verbesserte Auslastung
konnte erreicht werden, dass die Anzahl der transportierten LKW im vierten
Quartal 2008 nur um 45% sank. Insgesamt sank die Zahl der transportierten
LKW um 11% für das ganze Jahr.
• Passagier-Shuttle Tätigkeit: Als Folge der Reduzierung
der Kapazität betrug das Wachstum in der Zahl der beförderten
Fahrzeuge im ersten Halbjahr +4% und reduzierte sich um 11% für das
gesamte Jahr, auch wenn die Verringerung des Verkehrsaufkommens im vierten
Quartal (-37%) weniger ins Gewicht fiel als die Verringerung der Kapazität
(-50%).
• Eurostar: Nach dem Tunnelbrand konnte der Eurostar-Betrieb
schon nach nur 30 Stunden wieder aufgenommen werden. Der Eurostar transportierte
zum erstenmal mehr als 9 Millionen Passagiere im Jahr 2008 zwischen London
und Paris und London und Brüssel, was einen Anstieg von mehr als
10% bedeutet.
•
Güterzugverkehr: Trotz des weiterhin rückläufigen
Trends einer Reduzierung der Zahl der Züge im ersten Quartal 2008
(-13%), limitierte die Stabilisierung über die folgenden drei Quartale
den Rückgang des Verkehrsaufkommens auf 4% für das Jahr, im
vierten Quartal war sogar ein leichter Anstieg (+6%) zu beobachten. Auf
der anderen Seite stieg die Menge der transportierten Tonnage im Jahr
2008 um 2% (1,24 Millionen Tonnen im Jahr 2008 im Vergleich zu 1,21 Mio.
Tonnen im Jahr 2007) zum ersten Mal seit 2004 und zeigte damit den Erfolg
der neuen Preisstruktur für den Schienengüterverkehr durch Eurotunnel
im Oktober 2007 (WKZ,
Pressemeldung Eurotunnel, 16.01.09).
Verkehrsminister
Hoon kündigt Highspeed 2 zur Stärkung der Wirtschaft an
Verkehrsminister Geoff Hoon skizzierte am 16.01.09 radikale neue Pläne
zur Verbesserung der Verkehrs-Infrastruktur für das Vereinigte Königreich,
die der Unterstützung der Wirtschaft und der Bildung sicherer Arbeitsplätze
auf lange Sicht dienen sollen.
Das von Minister Hoon vorgestellte Konjunkturprogramm umfasst Infrastrukturprojekte
für Luftfahrt, Straße und Eisenbahn:
• Eine dritte Start- und Landebahn am Flughafen Heathrow.
• Bis zu 6 Mrd. GBP zur Erhöhung der Kapazität
auf vielbefahrenen Straßen.
• Die Schaffung einer Gesellschaft "High
Speed 2" zur Planung einer neuen Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverbindung
zwischen London und Schottland. Die Gesellschaft soll zunächst mit
der Entwicklung eines Vorschlags für eine völlig neue Linie
zwischen London und den West Midlands betraut werden, die Anschluß
an Heathrow und Crossrail über einen neuen internationalen Verbindungsbahnhof
erhalten soll.
• Die Elektrifizierung zweier hochfrequentierter und wichtiger
Eisenbahnlinien, der Great-Western und Midland Mainline.
Verkehrsminister Geoff Hoon erklärte: "Der Verkehr ist der Lebensnerv
der britischen Wirtschaft. Trotz des immensen Umfangs der Investitionen
in den letzten zehn Jahren führt die steigende Nachfrage dazu, dass
an vielen Orten unsere Verkehrsinfrastruktur nahe an der Kapazitätsgrenze
läuft. Es ist wichtig, jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen:
für die Wirtschaft, um die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050
zu verringern und zur Unterstützung der britische Arbeitsplätze.
Eine neue Bahnverbindung zwischen London und den West Midlands mit Anschluss
an London Heathrow International würde es ermöglichen, schneller
in den Norden und nach Schottland reisen zu können und den Flughafen
per Bahn mit Orten in ganz Großbritannien zu verbinden. Ich erwarte,
dass die neue Gesellschaft High Speed 2 bis zum Ende des Jahres einen
glaubwürdigen Plan zur Finanzierung der neuen Linie vorlegen wird.
Wir müssen die Bahn auch effizienter und grüner machen. Die
Argumente für die Elektrifizierung auf der Great-Western und der
Midland Mainline scheinen groß, denn elektrische Züge sind
schneller, leiser und sie emittieren weniger CO2."
Die Bildung von High-Speed 2 geht auf eine Studie von Network Rail und
die Bildung der "National Networks Strategy Group" unter dem
Vorsitz von Andrew Adonis im Oktober letzten Jahres zurück. Die Studie
von Network Rail liefert starke Argumente für eine neue Linie von
London zumindest bis in die West Midlands. Dies würde sowohl die
Verbindungsmöglichkeiten verbessern als auch die bestehende West
Coast Main Line entlasten, deren Kapazitätsgrenze ab etwa 2025 erreicht
sein wird.
Das Projekt High Speed 2 soll vorläufig von Sir David Rowlands geleitet
werden. Sir David war bis 2007 Staatssekretär (Permanent
Secretary) im DfT. Zu Beginn seiner Karriere beriet er die Minister
über die bevorzugte Route für den Channel Tunnel Rail Link (High
Speed 1) (WKZ,
Pressemeldung Department for Transport, 16.01.09).
High
Speed 1 bringt Eurostar Rekordfahrgastzahlen
Eurostar erreichte im Jahr 2008 nach einem vollen Jahr Betrieb auf der
High Speed 1 Rekordzahlen an Fahrgästen und im Ticket-Verkauf. Die
Zahl der Fahrgäste übertraf zum erstenmal die neun-Millionen-Grenze
mit 9,1 Millionen Reisenden - eine Steigerung um 10,3% von 8,26 Millionen
im Vorjahr. Auch die Erlöse im Fahrkartenverkauf erreichten die Rekordsumme
von 664 Millionen GBP und stiegen um 10,9% von 599 Millionen GBP im Jahr
2007. Kürzere Fahrzeiten von London nach Paris und Brüssel und
die ausgezeichneten Verbindungen von St. Pancras International ziehen
lassen immer mehr Passagiere die Hochgeschwindigkeits-Eisenbahn nehmen.
Die Ergebnisse hätten noch deutlich stärker ausfallen können,
wenn nicht die Schließung eines Teils des Ärmelkanal-Tunnels
nach einem Brand an Bord eines Eurotunnel Fracht-Shuttles am 11. September
2008 Anlass zur Senkung der Kapazität und zu längeren Fahrzeiten
geführt hätte.
Eurostar-Züge erreichten weiterhin ein hohes Niveau an Pünktlichkeit.
92,4% der Züge kamen pünktlich an und übertrafen damit
die vergleichbare Pünktlichkeit im Flugverkehr von nur 65,4% (Januar
bis November 2008, Daten der Civil Aviation Authority).
Richard
Brown, Chief Executive von Eurostar, sagte: "Eine Steigerung von
fast einer Million zusätzlichen Fahrgästen auf der High Speed
1 im ersten Jahr ihres Betriebs, auch unter Betrachtung der Auswirkungen
des Tunnelfeuers, zeigt außer Zweifel, dass die Menschen lieber
auf Hochgeschwindigkeitsbahnsystemen als auf Kurzstrecken-Luftverbindungen
unterwegs sind. Sie wechseln, weil Eisenbahnfahrten schneller, pünktlicher
und komfortabler sind und weniger Auswirkungen auf die Umwelt haben.
Die
kurzfristigen Aussichten für das Jahr 2009 sind eine Herausforderung,
aber die langfristigen Aussichten für die Eurostar- und High-Speed-Bahn
sind sehr gut. High Speed 1 wird voll in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz
integriert und wir erwarten, dass weiterhin das Wachstum der Anzahl an
Reisenden über mehr Anschlussfahrten aus Städten und Gemeinden
im Vereinigten Königreich, in Belgien und Frankreich, sowie über
Ziele in der den Niederlanden und Deutschland gesteigert werden kann."
(WKZ,
Pressemeldung Eurostar Press Office, 14.01.09).
Network
Rail startet Ausschreibung für Partner beim Bau von Crossrail
3 Mrd. GBP werden von Network Rail in die Projekte Crossrail und Reading
in den nächsten 10 Jahren investiert, um Verspätungen zu reduzieren
und Kapazitäten für mehr Züge zu schaffen. Es wird zum
ersten Mal möglich sein, London von West nach Ost mit der Eisenbahn
zu durchfahren. Network Rail gab nun am 13.01.09 die Ausschreibung für
einen Partner bekannt, der beim Bau und der pünktlichen Fertigstellung
der beiden Projekte behilflich ist.
Robbie
Burns, Direktor für das Crossrail-Programm bei Network Rail, sagte:
"Dieses Angebot ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zur
Bereitstellung von Crossrail und zur verbesserten Anbindung von Reading.
Wir sind auf der Suche nach einer Organisation, die unser erfahrenes In-House-Team
ergänzen kann."
Network
Rail ist verantwortlich für die Konzeption, Entwicklung und Lieferung
der Arbeiten zum Crossrail-Projekt außerhalb der zentralen Tunnel,
einschließlich:
• Elektrifizierung des westlichen Teils der Strecke, einschließlich
der umfangreichen Re-Signalisierung entlang der gesamten Strecke
• Hauptteil des Wiederaufbaues von Paddington Station mit Überarbeitung
der Bahnsteige und des Überganges zwischen den neuen Crossrail- und
Fernbahnsteigen
• Bahnhofsumbauten einschließlich Abbey Wood, Ilford, Romford
und Ealing Broadway
• Redesign der Weichenstraßen, einschließlich Flyover
zum Flughafenbahnhof Heathrow
• Brückenumbau der vielen historischen Brunel-Brücken
und anderer historischer Bauwerke
• Bahnsteig-Erweiterungen auf über 20 Stationen entlang der
Strecke
• Abfuhr von ca. 2 Mio. m³ Tunnelaushub
• Zeitplan für den Umbau.
In Reading plant Network Rail eine neue Viaduktverzweigung im Westen des
Ortes und weitere Bahnsteige. Dies bedeutet:
•
Mehr Züge durch eine erhöhte Streckenkapazität
• Deutlich verbesserte Zuverlässigkeit der Dienste im westlichen
Teil der Strecke
• Weniger Verspätungen
• Weniger überbelegte Trassen (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 14.01.09).
English
Welsh & Scottish Railway ist jetzt DB Schenker
Zum 1. Januar 2009 firmiert English Welsh & Scottish Railway (EWS),
größter britischer Betreiber von Schienengüterverkehr
und zu 100% in Besitz der Deutschen Bahn AG, als DB Schenker.
Bisher sind zwei Lokomotiven mit der Aufschrift "DB Schenker"
bekannt (Markus Seebold, 07.01.09).
Ausschreibung
über 200 neue Dieseltriebzugwagen
Die britische Regierung hat zur Verbesserung der Reisequalität im
Eisenbahnverkehr auf verkehrsreichen Strecken eine Ausschreibung über
300 Millionen GBP zum Bau von 200 neuen Dieseltriebzugwagen (DMU = diesel
multiple unit) gestartet, wie Verkehrsstaatssekretär Andrew Adonis
am 22.12.08 ankündigte.
Die Fahrgäste im Themse-Tal, rund um Bristol und auf längeren
Strecken nach Nord-England werden von den zusätzlichen Wagen profitieren,
die ab 2012 durch die Bahnbetreiber First Great Western, Trans-Pennine
Express und Northern Rail eingesetzt werden sollen.
Die Anweisung der Regierung zur Erhöhung der Kapazitäten im
Eisenbahnnetz zwischen 2009 und 2014 wurde im Juli 2007 im "Rail
White Paper" veröffentlicht, das den Kauf von 1300 zusätzlichen
Wagen vorsah. Von den 1300 Wagen wurden schon 423 Stück bestellt,
mit der neuen Ausschreibung erhöht sich die Anzahl auf 623 Wagen.
Darüber hinaus führt das Verkehrsministerium Verhandlungen mit
anderen Bahnbetreibern für den Kauf von 120 neuen Wagen und erwartet
in den nächsten 12 Monaten zusätzliche Aufträge über
weitere 250 Wagen. Bis zum Ende des nächsten Jahres sollen somit
Bestellungen über rund 1000 neue Wagen veranlasst worden sein.
Die
erfolgreichen vorqualifizierten Bewerber für die Produktion der 200
Fahrzeuge sind:
1.
Bombardier Transportation UK Ltd
2.
CAF - Construcciones y Hilfsrelais de Ferrocarriles, SA
3.
CSRE LTD - Chinese Sourced Railway Equipment on behalf of CSR Nanjing
Puzhen Rolling Stock Co. Ltd
4. Hyundai Rotem Company
Abgabetermin für die Angebote ist der 16. Februar. Es wird erwartet,
dass die bevorzugten Bieter im April 2009 bekannt gegeben werden (WKZ,
Pressemeldung Department for Transport, 23.12.08).
Ausschreibung
für Crossrail-Projektmanagement
Erfahrene Projektmanager wurden aufgefordert, Angebote zur Beaufsichtigung
der Bauarbeiten des Crossrail-Projekts abzugeben, wie der für Verkehr
zuständige Staatssekretär Andrew Adonis am 19.12.08 bekannt
gab.
Das Verkehrsministerium hat eine Ausschreibung für ein Team hoch
qualifizierter Projektmanager gestartet, deren Aufgabe es ist, Berichte,
Programme und technische Entwürfe auszuarbeiten, um sicherzustellen,
dass das Projekt mit einem Investitionsvolumen von 20 Milliarden GBP und
der Bereitstellung von zusätzlich 30.000 Arbeitsplätzen in der
Wirtschaft des Vereinigten Königreichs termin- und budgetgerecht
fertiggestellt werden kann.
Die folgenden vorqualifizierten Bieter wurden zur Abgabe eines Angebots
aufgefordert:
1. ARCADIS AYH plc
2. Atkins
3. Booz & Company (UK) Ltd (with support from AECOM / Turner &
Townsend)
4. Jacobs Engineering UK Ltd (with support from KPMG)
5. Mott MacDonald Ltd (with support from Ernst & Young / FirstCo)
6. The Nichols Group - Nichols Arup Joint Venture (with support from First
Class Partnerships / NTTX Ltd)
7. Parsons Brinckerhoff Ltd (with support from Davis Langdon)
8. Parsons Group International Ltd (with support from Gardiner & Theobald)
9. Praxis High Integrity Systems Ltd (with support from unnamed technical
services providers) (WKZ,
Pressemeldung Department for Transport, 22.12.08).
Konzept
für ein umweltfreundliches Transportsystem
Den Entwurf des neuen umweltfreundlichen Konzepts "Delivering
A Sustainable Transport System: The Logistics Perspective" für
den Güterverkehr hat Verkehrsminister Geoff Hoon am 16.12.08 vorgestellt.
Mit der Verdopplung des Güterverkehrs in Großbritannien während
der letzten 40 Jahre muss sich die Regierung um die Wirksamkeit des gegenwärtigen
Systems und um die effizientesten Wege zum Transport von Waren sorgen.
Geoff Hoon sagte: "Wir haben eine weltweit führende Gütertransportindustrie,
die wesentlich zur Wirtschaft dieses Landes beiträgt, ob auf der
Straße, der Schiene, dem Wasser oder der Luft. Ich möchte dafür
sorgen, dass wir Großbritannien bei Erhalt unserer natürlichen
Umwelt in Bewegung halten. Ich möchte eng mit den am Güterverkehr
Beteiligten zusammenarbeiten, damit wir wettbewerbsfähig bleiben.
Das ist der Grund, warum ich die Veröffentlichung dieses Dokuments
bekannt gebe, um in Zusammenarbeit mit der Industrie zur Verringerung
von Staus und zur Erhöhung der Kapazität unserer Netze beizutragen."
Das neue Konzept für den Güterverkehr baut auf den schon verabschiedeten
Programmen "Safe and Fuel Efficient Driving" (SAFED) von über
67 Millionen GBP zur Senkung der Frachtkosten und Emissionen im Straßenverkehr
und den Investitionen von über 330 Millionen GBP für mehr Güterverkehr
auf der East Coast Mainline und der North London Line auf (Der LOK Report
berichtete).
Die
Kernpunkte des Dokuments sind:
• Fracht
ist der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft
des Vereinigten Königreichs.
•
Wenn die Finanzierung zielgerichtet eingesetzt wird, kann die Zuverlässigkeit
mit einem eingeschränkten Maß an Staus und weniger Emissionen
dramatisch verbessert werden.
•
Regierung und Industrie müssen weiterhin zusammenarbeiten, um die
Auswirkungen des Güterverkehrs auf die Umwelt sowie auf Lärm
und Unfälle zu verringern.
•
Die Ausbildung der Fahrer hat eine wichtige Rolle bei der Verbesserung
der Emissionswerte (Pressemeldung
Department for Transport, 17.12.08).
Der
dichteste Fernverkehrs-Taktfahrplan Europas
Der neue Fahrplan von Virgin Trains seit dem 14. Dezember stellt den "dichtesten
Fernverkehrs-Taktfahrplan Europas" dar, wie Brendan Fox, Redakteur
von Thomas Cook's Europa-Fahrplanbuch feststellt.
Der neue Fahrplan beinhaltet mehr und schnellere Verbindungen. Die Anzahl
der Züge wird um 30 % erhöht, nachdem der 9 Milliarden Pfund
(ca. 13 Mrd. Euro) teure Ausbau der West Coast Main Line vollendet ist,
die London mit den wichtigsten Städten des Königreichs verbindet
- Birmingham, Manchester, Liverpool und Glasgow - ebenso wie mit wichtigen
touristischen Zielen wie Nordwales und dem Lake District.
Die Verbindungen von Manchester und Birmingham nach London werden jeweils
auf einen 20-Minuten-Takt (!) verdichtet. Ab London Euston fahren im Grundtakt
neun Schnelltriebwagen je Stunde ab. Die Fahrzeit von London nach Manchester
wird auf durchschnittlich 2 Stunden 5 Minuten verkürzt, London -
Glasgow auf 4 1/2 Stunden. Die West Coast Main Line ist von London bis
Crewe jetzt durchgängig viergleisig ausgebaut (Markus Seebold, Pressemeldung
Virgin Trains, 15.12.08).
ORR
will Eisenbahn stärker überwachen
Milliarden gefahrener Passagier-Km im Zeitraum bis
2007 (blau), durch die Industrie zu erbringende Erhöhung der Nachfrage
um 22,5 Prozent bis 2014 (rot), vorhergesagtes Wachstum um 30
Prozent bis 2017 (grün) und Bestreben
zur Verdoppelung des Passagierwachstums innerhalb der nächsten 30
Jahre (violett). Grafik ORR.
Eine neue Strategie zur Förderung
von Sicherheit und Leistung der Eisenbahnen in Großbritannien zwischen
2009 und 2014 veröffentlichte das Office of Rail Regulation (ORR)
am 04.12.08. Der ORR-Vorsitzende Chris Bolt sagte: "Bahnbenutzer
erwarten zu Recht Dienstleistungen, die sicher, ihren Bedürfnissen
gerecht und ihren Preis wert sind. Eisenbahnen haben auch eine größer
werdende Bedeutung für die Wirtschaft und Gesellschaft. Als Regulierer
wollen wir sicherstellen, dass die Industrie die Sicherheit und den Gegenwert
liefert, den Eisenbahn-Benutzer und Steuerzahler verlangen. Die Bahnindustrie
hat viel erreicht in den letzten fünf Jahren, aber in Zukunft muss
es weitere, signifikante Verbesserungen in der Sicherheit, der Leistung
und der Effizienz geben, um die Kapazität für das erwartete
Wachstum im Personen- und Güterverkehr steigern zu können. Es
müssen deshalb auch stabile und glaubwürdige Pläne für
weitere Verbesserungen entwickelt werden, um die anspruchsvollen und schwierigen
Herausforderungen der Zukunft zu erfüllen."
Die
ORR-Strategie stellt eine Vision für die Eisenbahn der Zukunft dar:
•
Vom Personal oder der Industrie verursachte Todesfälle sollen durch
ein ständig abnehmendes Sicherheitsrisiko verhindert werden.
• Die Werte für die Zufriedenheit der Fahrgäste und Frachtbetreiber
sollen gleichwertig werden zu den besten Werten anderer Eisenbahnanbieter
und anderer Verkehrsformen.
• Die Effizienz soll denen der besten vergleichbaren Eisenbahnen
in der ganzen Welt ensprechen.
ORR
will seinen Erfolg als Regulierer durch eine Reihe von Regulatorien stärken,
die von der Eisenbahnindustrie erfüllt werden müssen:
•
Konzentration auf Kundenbedürfnisse im Personen- und Güterverkehr;
• Fähigkeit in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Risiko-Kontrolle;
• Fähigkeit der Vermögensverwaltung;
• Bessere Kontakte zur Industrie sowie rechtzeitige Planung und
effiziente Erbringung von Großprojekten;
• Effiziente Nutzung der Kapazitäten auf dem Hauptstreckennetz;
• Entwicklung der Industrie durch die Kompetenzen ihrer Menschen;
• Hohe Qualitätsziffern und Informationen für wichtige
Entscheidungen.
Auf der Grundlage dieser Reglatorien setzt das ORR seine Prioritäten:
•
Gewährleistung von Sicherheit durch kontinuierliche Verbesserung
der Bereiche Gesundheit und Sicherheit bei allen Bahnen, einschließlich
der Londoner U-Bahn, Straßenbahnen und der Museumsbetriebe;
• Überwachung und, falls erforderlich, Durchsetzung von Maßnahmen,
die sicherstellen, dass Network Rail die im Rahmen der regelmäßigen
Überprüfung 2008 (2008 periodic review) beschlossenen Verbesserungen
durchführt;
• Durchführung der nächsten regelmäßigen Überprüfung
(periodic review) zur Sicherstellung einer wirksamem branchenübergreifenden
Planung der Maximierung des Beitrags der Eisenbahn zum kostengünstigen
und nachhaltigen britischen Transportwesen und zur Untermauerung der Entscheidungen
der Regierungen in London und Edinburgh zur künftigen Finanzierung
und Leistung des Eisenbahnsektors;
• Überprüfung der Zusammenarbeit verschiedener Teile der
Industrie zur Verbesserung von Sicherheit, Leistung und Preis-Leistungs-Verhältnis
und zur Förderung der Verbesserung der gesamten Industrie (WKZ,
Pressemeldung ORR, 08.12.08).
Crossrail-Finanzierungsabkommen
über 350 GBP unterzeichnet
Andrew Adonis, Transport Minister, Boris Johnson, Mayor of London und
Sir Michael Snyder, City of London Corporation, gaben am 04.12.08 den
Abschluss eines Finanzierungsabkommens über 350 Millionen GBP bekannt,
um Crossrail pünktlich und innerhalb des geplanten Budgets fertigstellen
zu können.
Die City of London Corporation hat sich bereit erklärt, einen direkten
Beitrag von 200 Mio. GBP zum Crossrail-Projekt beizutragen. Darüber
hinaus will die Stadt nach Unternehmensbeiträgen von 150 Mio. GBP
suchen und garantiert von diesen Beiträgen 50 Mio. GBP.
Die Finanzierungsbestätigung und die dazugehörigen Regierungsabkommen
erlauben es, dass die für die Durchführung des Projekts zuständige
Gesellschaft "Cross London Rail Links Ltd" (CLRL) nun eine hundertprozentige
Tochtergesellschaft von "Transport for London" wird. Die Bauarbeiten
zur Flughafenanbindung beginnen 2010.
Als Europas größte Bauprojekt wird die Fertigstellung von Crossrail
eine Steigerung von mindestens 20 Milliarden Pfund für die britische
Wirtschaft sowie die Schaffung von zusätzlich 30.000 Arbeitsplätzen
bedeuten. Das Projekt wird auch dazu beitragen, die Position Londons als
einer der weltweit führenden Finanzplätze zu stärken, indem
die Schienenverkehrskapazität mit der Eröffnung des Crossrail-Projekts
im Jahr 2017 um 10 Prozent gesteigert wird.
Verkehrsminister Andrew Adonis sagte: "Crossrail bringt 1,5 Millionen
Menschen innerhalb von 60 Minuten aus dem Umland in Londons Finanzzentren
und gewährleistet die dringend benötigte Steigerung der Kapazität
auf die Schiene von und nach Heathrow Airport. Sein Bau und Betrieb werden
auch Tausende von neuen Arbeitsplätzen schaffen, zu einer Zeit, wenn
sie dringend gebraucht werden."
Crossrail verläuft auf einer Länge von 118 km von Maidenhead
und Heathrow im Westen nach Abbey Wood und Shenfield im Osten. Unter dem
Zentrum von London werden über zwei 21 km lange Tunnel die Bahnhöfe
Paddington, Bond Street, Tottenham Court Road, Liverpool Street und Canary
Wharf erreicht. Während der Spitzenzeiten verkehren 24 Züge
pro Stunde in jeder Richtung durch Zentral-London (Pressemeldung Department
for Transport, 05.12.08).
Audit
Scotland legt Bericht zur First ScotRail Franchise vor
Durch First ScotRail verursachte Verspätungsminuten
(links) und Zugkapazitäten (rechts) werden besser eingehalten (blau)
als von den Zielvorgaben (rot) verlangt. Grafik Audit Scotland.
Audit Schottland hat am 28.11.08 den Untersuchungsbericht "The
First ScotRail passenger rail franchise", veröffentlicht,
der darlegt, wie die von der schottischen Regierung beauftragte Agentur
"Transport Scotland" die Verwaltung der Eisenbahn-Franchise
durchgeführt hat. In dem Bericht wird auch die Leistung von First
ScotRail untersucht und die Vergabe einer in Aussicht gestellten Drei-Jahres-Verlängerung
geprüft.
Der Auditor General for Scotland, Robert Schwarz, sagte: "Transport
Scotland hat den Franchise-Vertrag effektiv verwaltet und First ScotRail
den Betrieb seit der Übernahme 2004 gut durchgeführt. Die Verspätungen
nahmen ab, die Zahl der Fahrgäste und Kundenzufriedenheit sind gestiegen,
und die Qualität der Dienstleistungen in den Zügen und auf den
Bahnhöfen hat sich verbessert. "
Der Bericht stellt fest, dass Transport Scotland wirksame Vorkehrungen
für die Überwachung und Verwaltung der Betriebsführung
von First ScotRail unternommen hat. Unstrittig ist jedoch, dass sowohl
die Anliegen der Fahrgäste stärker berücksichtigt werden
müssten als auch die Anliegen und Prioritäten der Regierung
in den Zielvorgaben von Transport Scotland stärker zur Geltung kommen
sollten. Informationen über die Leistungen von First ScotRail sollten
für die Fahrgäste leichter verfügbar sein."
Der
Bericht sagt, dass First ScotRail die erhaltenen 2,5 Milliarden Pfund
an staatlichen Subventionen über die zehnjährige Laufzeit der
Franchise gut umgesetzt hat; die Service-Qualität ist gut und verbessert
sich in den meisten Bereichen.
Mit
Blick auf die Entscheidung Anfang dieses Jahres über die Vergabe
einer Drei-Jahres-Verlängerung der Franchise an First RailScotland
sagt der Bericht, dass einige Aspekte des Prozesses hätten besser
verwaltet werden können. Robert
Schwarz sagte: "Transport Scotland sicherte eine garantierte Investition
von 73,1 Mio. Pfund von First ScotRail als Teil des Franchise-Erweiterung,
und sie haben mehr anspruchsvolle Ziele für die Aspekte von Service
und Leistung erzielt. Es gilt jedoch einige Lehren für die Verwaltung
des Vertragsprozesses in Bezug auf künftige Franchises zu ziehen."
(WKZ,
Pressemeldung Audit Scotland , 01.12.08).
Network
Rail startet Konsultation über Schienen-Strategie für Merseyside

Optionen zur Kapazitätserhöhung in Merseyside wurden am 28.11.08
bekannt, als Network Rail im Namen der Eisenbahn-Industrie Konsultation
über eine neue Strategie zur Gestaltung der Zukunft des Bahnverkehrs
in der Region veröffentlichte.
Die "Merseyside
Route Utilisation Strategy" (RUS) geht davon aus, dass die Zahl
der Reisenden auf dem Schienennetz bis zum Jahr 2020 um 40% ansteigen
könnte. Diese steigende Nachfrage soll durch Verbesserung der Verbindungen
zwischen dem Stadtzentrum Liverpool und Chester, North Wales, Southport,
Ormskirk, Preston und Wigan aufgefangen werden.
Die RUS berücksichtigt Analysen und Prognosen zur Entwicklung der Bevölkerung,
zur Beschäftigungssituation und zur Siedlungsentwicklung innerhalb der
nächsten zehn Jahre. Sie erläutert die bevorzugten Strategien
der Eisenbahnindustrie, die verabschiedet werden könnten, um diesem
Bedarf gerecht zu werden.
Der Entwurf des Dokuments erfolgte in Zusammenarbeit mit der Eisenbahnindustrie,
einschließlich Merseyrail, Merseytravel und dem Department for Transport.
Die Konsultationen werden 12 Wochen dauern und nach Berücksichtigung
etwaiger Einwände an das Office of Rail Regulation (ORR) im nächsten
Jahr weitergleitet (WKZ, Pressemeldung Network Rail, 01.12.08).
Ausschreibung
für neue Thameslink-Züge
Pläne zur Einführung geräumiger, längerer und komfortablerer
Züge mit zusätzlich 14.500 Plätzen für fahrgäste
in Süd-Ost-England kommen einen Schritt weiter voran, gab Verkehrsminister
Andrew Adonis am 27.11.08 bekannt. Der neue Vertrag ermöglicht es,
ältere Züge zu ersetzen und rund 400 zusätzliche Wagen
zur Steigerung der Kapazität in Betrieb zu nehmen. Außerdem
sollen die Züge zur Steigerung des Fahrgastkomforts länger werden.
Die Unternehmen wurden aufgefordert, Angebote zum Bau einer neuen Flotte
von Thameslink-Zügen abzugeben. Als Teil der Ausschreibung, hat die
Regierung eine Reihe von Bedingungen und Konditionen vorgegeben, die auf
dem Feedback von Fahrgästen beruhen und zur Verbesserung der Reisebedingungen
beitragen sollen. Klauseln belegen die Hersteller mit hohen Strafen, wenn
die Züge nicht gemäß den Spezifikationen funktionieren
sollten.
Vier Unternehmen werden zur Angebotsabgabe aufgefordert:
• Alstom,
• Bombardier,
• Siemens und
• Hitachi.
Die Angebote sind im April 2009 einzureichen, der Vertrag soll dann im
März 2010 unterzeichnet werden. Die ersten Züge sollen ab Herbst
2011 getestet werden und ab 2012 in Betrieb gehen.
Andrew Adonis sagte: "Diese Ausschreibung über 1200 neue Thameslink-Wagen,
darunter rund 400 zusätzliche Wagen als Ersatz für alte Wagen,
bildet einen wesentlichen Bestandteil unserer Investitionen über
5,5 Milliarden Pfund für eine erhebliche Steigerung der Kapazität
durch Zentral-London, der ab 2015 zwischen Brighton, Bedford und anderen
Reisezielen Teil des Thameslink-Netzes werden sollen. Wenn die Züge
ab 2012 in Dienst genommen werden, ergeben sich für die Fahrgäste
um 50% verlängerte Züge, von 8 auf 12 Wagen. Bis Ende 2015 werden
die Züge alle 2 bis 3 Minuten die und aus dem zentralen London fahren.
Das moderne Design der neuen Wagen wird geräumiger sein als das der
alten Fahrzeuge. Sie sind durch ihre leichte Bauweise auch energieefizienter
und umweltfreundlicher, belasten weniger die Gleise und führen zu
einer Verringerung der Wartungskosten."
Der Bahnbetreiber First Capital Connect, der die Dienstleistungen auf
der Thameslink-Strecke fährt, unterstützt das Verkehrsministerium
bei der Entwicklung der Spezifikationen und kommerziellen Rahmenbedingungen
für die neuen Züge, ebenso der Netzbetreiber Network Rail.
Ab Dezember 2015 werden Enpässe im Netz bei London Bridge entflechtet,
damit Thameslink mit 18 Zügen pro Stunde die Station bedienen kann.
Sechs weitere Züge pro Stunde laufen über Elephant & Castle.
Die r Kapazität durch das zentrale London wird damit auf bis zu 24
Züge pro Stunde zwischen Blackfriars und St. Pancras International
erhöht. Während der Stoßzeiten wird die Mehrheit der 24
Züge pro Stunde 12 Wagen lang sein (Pressemeldung
Department for Transport, 28.11.08).
Ausbau
der North-London-Line für den Güterverkehr
Ein Multi-Millionen-Pfund-Schienenertüchtigungsprogramm zur Verstärkung
der Güterverkehrsrouten durch London soll die Leistung und Kapazität
auf dieser Schlüsselverbindung stärken und die britischen Straßen
entlasten, wie der Staatssekretär für Verkehr, Geoff Hoon, am
25.11.08 bekannt gab. Die Arbeiten werden im Jahr 2012 beginnen, um den
Güterverkehr neben dem Personenverkehr zu stärken. Ein wichtiges
Element ist die Investition von 54 Millionen Pfund in den Ausbau der North-London-Line
zum Bahnhof Camden Road von zwei auf vier Gleise.
Die North London Line ist eine zunehmend im Personenverkehr frequentierte
Strecke, die den Osten, Westen und Norden von London verbindet und außerdem
eine belebte Durchgangslinie für den Güterverkehr, die die North
Thameside, Great Western, West Coast und Great Eastern Main Lines mit
den Strecken südlich der Themse verbindet. Sie schließt den
Seeverkehr vom Hafen von Felixstowe an die Midlands, den Nordwesten und
Schottland an, sowie die aggregierten Verkehrsströme mit Ursprung
in den Mendips in Richtung Nord-Thameside und Essex. Es gibt ferner einigen
Ärmelkanaltunnel-Verkehr auf der Strecke.
Geoff Hoon sagte: "Wir investieren in eine Erhöhung der Kapazität
dieser Linie, weil wir es den Transporteuren erleichtern wollen, Fracht
im ganzen Land mit der Eisenbahn zu transportieren, was letztendlich zu
weniger Lkw auf britischen Straßen führt. Auch die Fahrgäste
profitieren von den zusätzlichen Linien, weil die Züge mehr
Umfahrungsmöglichkeiten im Falle einer unerwarteten Unterbrechung
oder geplanter Wartungsarbeiten haben. Ebenso werden Engpässe in
der Belastung des Netzes verhindert."
Das Projekt, das auch Verbesserungen an der Signaltechnik und im Gleislayout
beinhaltet, soll 2012 im Anschluss an die Olympischen Spiele in London
starten und 2014 beendet sein (WKZ, Pressemeldung Department for Transport,
26.11.08).
Network
Rail stellt "Wales Route Utilisation Strategy" vor
 
Eine Steigerung der Bahnreisenden um 31 Prozent
bis 2019 und verbesserte Nord-Süd-Verbindungen gehören zu den
Hauptzielen der Wales RUS. Fotos Network Rail.
Mehr Züge, bessere Verbindungen und eine verbesserte Zuverlässigkeit
stehen im Mittelpunkt der "Wales
Route Utilisation Strategy" (RUS), einer neuen von Network Rail
vorgestellten Strategie zur Entwicklung des Personen- und Güterverkehrs
in Wales.
Aufbauend auf den letzten erheblichen Investitionen in die Bahn in Wales,
skizziert die RUS einen Plan zur weiteren Stärkung der Bahnverbindungen
im ganzen Land, so zur Verbesserung der Zuverlässigkeit und Reduzierung
der Fahrzeiten. Die RUS berücksichtigt auch Analysen und Prognosen
zur Entwicklung der Bevölkerung, zur Beschäftigungssituation
und zur Siedlungsentwicklung und sagt voraus, dass sich die Eisenbahn-Nutzung
um 31% bis zum Jahr 2019 erhöhen wird. In einem langfristigen Ansatz
sollen diese Maßnahmen der Eisenbahnindustrie in den nächsten
10 Jahren helfen, diesen Anstieg in der Nachfrage zu bewältigen.
Seit dem Entwurf der Strategie Ende Mai dieses Jahres gingen der Veröffentlichung
zwölf Wochen an Konsultationen mit den Beteiligten voraus.
Die wichtigsten Vorschläge umfassen die Stärkung der Verbindungen
zwischen Nord- und Süd-Wales, Mitte-Wales und den East Midlands und
einen erheblichen Anstieg der Zahl der Zugverbindungen zwischen Cardiff
und Süd-Ost-Wales. Die Strategie umfasst mehr als 900 Meilen Strecke
in Wales und Teilen der Grenzregion zu England. Etwa 15% dieser Streckemeilen
werden stark genutzt, wobei sich rund die Hälfte innerhalb von 30
Meilen rund um Cardiff befindet.
Die RUS ist das Ergebnis einer Konsultation mit Partnern aus der Industrie
und anderen wichtige Akteuren, einschließlich des Welsh Assembly
Governments, Arriva Trains Wales, First Great Western, des Verbandes der
Zugbetreiber und der im Güterverkehr tätigen Unternehmen sowie
lokaler Behörden und Fahrgastgruppierungen. Die
RUS wird nun an die Eisenbahn-Regulierungsstelle ORR (Office of Rail Regulation)
weitergeleitet, die 60 Tage Zeit hat, um die Vorschläge zu prüfen
(WKZ, Pressemeldung Network Rail, 26.11.08).
Triebwagenreihe
80 in Nordirland wieder in Betrieb
 
 
Der letze diesel-elektrische Triebwagenzug der Reihe 80 wurde wegen fehlender
Türverrieglung und Zugsicherung am 01.06.08 abgestellt, die ab diesem
Datum in Nordirland obligitorisch waren. Die Fahrzeuge wurden zwischen
1974 und 1978 von British Rail Engineering in Derby, England gebaut (einige
Steuer- und Zwischenwagen mit älterem Baujahr wurden aus lokbespannten
Wagen umgebaut).
Je sechs Trieb- und Steuerwagen werden nun mit Türverieglung und
Zugsicherung ("Train Protection Warning System" wie in England) versehen
und sollen bis ca 2013 in Betrieb bleiben. Die Steuerwagen werden dann
nur als Zwischenwagen benutzt. Alle eigentlichen Zwischenwagen sind ausrangiert.
Ab 03. November ist nun die Einheit 8093-8754-8749-8094 wieder im Personenzugdienst
zwischen Belfast und Larne anzutreffen. Die andere zwei Züge folgen
bis ca März 2009.
Folgende Wagen sind oder werden umgebaut:
• Triebwagen 8069 8082 8089 8090 8093 8094
• Steuerwagen 8733 8738 8747 8749 8752 8754
Die Umbauarbeiten werden von LH Services in Barton, Staffordshire, England
durchgeführt.
Die Bilder vom 18.11.2008 zeigen 8093 in Belfast Great Victoria Street,
8749 in Larne Town sowie 8754 in Belfast Central und am 21.11.2008 8094
in Belfast Great Victoria Street (Martin
Baumann, 24.11.08).
Halbjahresergebnisse
von Network Rail
Network Rail veröffentlichte am 20.11.08 seine vorläufigen
Ergebnisse für das Halbjahr bis zum 30. September 2008. Die Ergebnisse
zeigen mit durchschnittlich über 92% die höchste Pünktlichkeit
der Bahn seit Beginn der Aufzeichnungen (1992), rundherum gute Geschäftsleistungen
und einen Gewinn vor Steuern von 706 Millionen Pfund.
Chief Executive Iain Coucher sagte: "Network Rail trägt weiterhin
zur Verbesserung der Eisenbahn im Personen- und Güterverkehr mit
einem Rekordniveau an Pünktlichkeit und hohen Investitionen bei.
Wieder einmal hat das Unternehmen ein über der Prognose liegendes
Ergebnis geliefert, während gleichzeitig ein effizienter und sicherer
Eisenbahnbetrieb gewährleistet wurde."
Die
Hauptaufgaben des Unternehmens in den letzten sechs Monaten umfassten:
•
Sicherheit
- Die
Eisenbahn ist nach wie vor die sicherste Form der Beförderung.
- Network Rail hat erhebliche öffentliche Informationskampagnen zur
Verbesserung der öffentlichen Einhaltung der Vorschriften an Bahnübergängen
und zur Verringerung der Unfälle durchgeführt.
•
Betriebsführung
- Beste
Pünktlichkeit seit Beginn der Aufzeichnungen (1992): Insgesamt 92,06%
der Züge waren zwischen April und September 2008 pünktlich.
- In den letzten 12 Monaten waren im Durchschnitt 90,6% der Züge
pünktlich.
- Network Rail hat die Verspätungsminuten für das Halbjahr um
mehr als 9% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres und um
52% gegenüber der Einführung der Kontrolle über die Eisenbahn-Infrastruktur
verringert.
•
Investitionen
- Ein
25%-iger Anstieg der Investitionsausgaben im Vergleich zum gleichen Zeitraum
im vergangenen Jahr bedeutet Investitionen von 2200 Millionen Pfund über
die letzten sechs Monate.
- In den letzten zehn Jahren erfolgte ein fast fünffacher Anstieg
der Investitionen (811 Millionen Pfund 1995 gegenüber fast 4500 Millionen
Pfund in diesem Jahr).
- Der Ausbau der West Coast Main Line erfolgte mit 13 bedeutenden Projekten
einschließlich des Vierspurausbaues Trent Valley und des Ausbaues
der U-Bahn-Station Rugby.
•
Effizienz
- Die
Vorgaben des Office of Rail Regulation (ORR) verlangten eine kombinierte
Erhöhung der Effizienz von 31% für Betrieb, Instandhaltung und
Erneuerung. Die aktuelle Prognose für den genannten Zeitraum liegt
mit 26% kurz unter der Zielvorgabe.
- Die Effizienzgewinne für Erneuerungsarbeiten blieben mit 23% gegenüber
den Vorgaben enttäuschend, in erster Linie als Folge der Effizienzgewinne
von nur 14% für Gleiserneuerungen. Es wurden Schritte wie Produktionsautomatisierung
und Einsatz modularer Weichen und Kreuzungen unternommen, um diese Leistung
zu verbessern. Im Gegensatz dazu, bewegen sich für Betrieb und Wartung
die Kosteneinsparungen in Reichweite der Vorgaben des ORR (Pressemeldung
Network Rail, 21.11.08).
Tognum
liefert 93 Bahn-Antriebssysteme für Class 172

Der Tognum-Geschäftsbereich Engines hat von Bombardier einen Auftrag
über 93 Bahn-Antriebssysteme und dazugehörige Entwicklungsleistungen
erhalten. Die Powerpacks der Tognum-Marke MTU werden von Anfang 2009 bis
Mitte 2010 in Triebwagen des neuen Typs „Class 172“ von Bombardier
eingebaut. Alle Züge der „Class 172“ sind mit zwei oder
drei Triebwagen ausgestattet; jeder Wagen wird von einem MTU-Powerpack
angetrieben. Endkunden sind diverse Bahnbetreiber in Großbritannien.
Die MTU-Powerpacks umfassen neben dem Motor weitere Komponenten wie Getriebe,
Kühlung und Filtersysteme. Basis ist der Motor 6H 1800 mit einer
Leistung von 360 Kilowatt, der die strengen Grenzwerte der EU-Richtlinie
Stage IIIA erfüllt. „Dieser Auftrag zeigt deutlich: Wir bauen
eben nicht nur Motoren, sondern sind ein kompetenter Anbieter kompletter
und maßgeschneiderter Systemlösungen“, erklärt Rainer
Breidenbach, Tognum-Vorstand und Leiter des Geschäftsbereichs Engines.
Bombardier
hatte sich für die MTU-Powerpacks nach einem erfolgreichen Testbetrieb
von mehreren tausend Stunden entschieden. Vorteil der 39 neuen „Class
172“-Züge mit MTU-Antriebssystem ist vor allem die höhere
Beschleunigung, verbunden mit sehr guter Zuverlässigkeit. Seit 2006
wurden bereits rund 650 MTU-Powerpacks der Abgasstufe IIIA an verschiedene
Fahrzeughersteller in Europa und Asien geliefert (Pressemeldung Tognum,
06.11.08).
BAA
bewilligt Finanzspritze für Crossrail
Crossrail hat am 04.11.08 dank einer Vereinbarung mit der britischen Flughafengesellschaft
BAA über ein Finanzierungspaket von 230 Millionen Pfund einen bedeutenden
Schritt nach vorn gemacht, wie Verkehrsminister Andrew Adonis und BAA-Direktor
Mike Forster angekündigt haben. Im Gegenzug bietet Crossrail schnelle
Zugverbindungen vier mal die Stunde über den Großteil des Tages
zwischen London und dem Flughafen Heathrow. Dies wird direkte Dienstleistungen
von Heathrow Flughafen durch das zentrale London, die Stadt und Canary
Wharf bis nach Shenfield und Abbey Wood beinhalten. Der Aufbau und die
Umsetzung von Crossrail bedeuten auch eine Steigerung um mindestens 20
Milliarden Pfund für die britische Wirtschaft und erzeugen zusätzliche
30.000 Arbeitsplätze.
Die neue Linie verkehrt von Maidenhead und Heathrow im Westen durch neue
Tunnel unter dem Zentrum Londons hindurch nach Shenfield und Abbey Wood
im Osten. Neue Stationen werden in Paddington, Bond Street, Tottenham
Court Road, Farringdon, Liverpool Street, Whitechapel und der Isle of
Dogs (Canary Wharf) entstehen. Die Passagiere profitieren von reduzierten
Fahrzeiten nach Heathrow, da Crossrail zum ersten Mal direkte Dienstleistungen
von den wichtigsten Business Centern in ganz Zentrallondon erlaubt.
Crossrail soll seine Tätigkeit 2017 aufnehmen und eine zehnprozentige
Steigerung des Anteils der Schiene am öffentlichen Verkehr bewirken.
Mit einer wegweisenden Finanzierung von 15,9 Milliarden Pfund wird das
Projekt von der Regierung und der Wirtschaft getragen.
Die Rechtsvorschriften zum Projekt Crossrail wurden mit der königlichen
Zustimmung (Royal Assent) im Juli dieses Jahres gelegt, mit der Arbeit
soll 2010 begonnen werden. Der Beitrag von BAA wird von Heathrow Airport
Ltd, einer hundertprozentige Tochtergesellschaft der BAA, als Eigentümerin
und Betreiberin des Flughafens Heathrow getragen.
Die Gesamtlänge von Crossrail beträgt 118,5 km, einschließlich
41,5 km in Tunneln. 38 Stationen werden von der Linie angefahren und 24
Züge je Stunde über den zentralen Abschnitt in jeder Richtung
zu Spitzenzeiten verkehren (WKZ, Pressemeldung Department for Transport,
05.11.08).
Ausschreibung
der South Central Franchise
Der Schienenverkehr in ganz Süd-Ost-England soll durch neue Anforderungen
auf der "South Central Franchise" verbessert werden, wie Verkehrsminister
Andrew Adonis am 03.11.08 bekanntgab. Fahrgäste in Süd-London
und Teilen von Surrey, Sussex und Hampshire werden von mehr Zügen
auf den Hauptlinien, erhöhten Kapazitäten zu Spitzenzeiten und
verbesserter Sicherheit auf Bahnsteigen und in den Zügen vor allem
in den Abendstunden und am Wochenende profitieren. Dazu gehört auch
eine erhebliche Erhöhung der Zahl der in der Nacht mit Personal besetzten
Bahnhöfe.
Darüber hinaus werden alle Züge mit Videokameras überwacht.
1500 gesicherte Radabstellplätze und 1000 zusätzliche Parkplätze
werden geschaffen und Bahnhöfe insbesondere im Raum Süd-London
renoviert.
Die South Central Franchise bietet eine wichtige Verbindung für Pendler
von der Süd-Küste mit Städten wie Hastings und Worthing
nach London.
Die Ausschreibung läuft ab 03.11.08. Vier Unternehmen wurden zur
Abgabe eines Angebots aufgefordert:
• der derzeitigen Betreiber Go Via,
• Stagecoach,
• National Express und
• NedRailways.
Die Bieter müssen bis zum 18. Februar 2009 ihr Angebot abgeben. Die erfolgreichen
Bieter werden Ende Mai/Anfang Juni benannt. Der neue Vertrag beginnt am
20. September 2009.
Zum
ersten Mal werden die Bieter auch beauftragt, Zielvorgaben für die
Zufriedenheit der Fahrgäste durchzuführen (National Passenger
Score targets, NPS) und Geldbußen bis zu 500 000 britischen Pfund
leisten zu müssen, wenn diese nicht erfüllt werden. Darüber
hinaus ist die Bereitstellung von neuen Fahrkartensperren ausgeschrieben,
womit Fahrgäste in Süd-London an weiteren Stationen Oyster-Karten
benutzen können.
Die genauen Vorgaben finden Sie in der Pressemeldung
vom Department for Transport (Pressemeldung
Department for Transport, 04.11.08).
Neues
Bahnterminal in Swindon
Eine neue Bahn-Terminal in Swindon wurde am 31.10.08 von Verkehrsminister
Andrew Adonis eröffnet, um rund 23.000 Fahrzeuge pro Jahr von der
dortigen Honda-Fabrik zum Ärmelkanal-Tunnel zu transportieren, was
bedeutet, dass fast 3000 Lastwagenfahrten weniger pro Jahr auf der Straße
stattfinden müssen. Dies wird nicht nur zur Verringerung der Staus
auf den wichtigsten lokalen Straßen beitragen, es wird auch lokale
CO2-Emissionen verringern.
Honda (UK) unternimmt bereits Autotransporte nach Newcastle und Schottland
über Bristol mit der Bahn. Die neuen Züge ab Swindon transportieren
meist 5- und 3-türige Civic-Modelle auf Doppelstockgüterwagen.
Bis zu 243 Autos können mit jedem Zug abgefahren werden, zum Vergleich
fasst ein Straßen-Lkw acht Autos. Ein Zug verbannt damit 30 Lastwagen
von der Straße. Jeder
Zug verlässt Swindon gegen 16 Uhr und erreicht Gent in Belgien um
7 Uhr am nächsten Morgen (Pressemeldung
Department for Transport, 03.11.08).
Neues
Forschungsprogramm zur Infrastrukturvermögensverwaltung

Infrastrukturvermögensverwaltung: Overhead line
electrification (OLE).
Foto Network Rail.
Die Universität von Nottingham hat sich mit Network Rail über
ein neues Multi-Millionen-Pfund-Forschungsprogramm zur Infrastrukturvermögensverwaltung
geeinigt (infrastructure asset management). Das Programm wird von einer
Professur in der Abteilung für Bauingenieurwesen in Nottingham gemeinsam
von Network Rail und der Royal Academy of Engineering gesponsert.
Eine wachsende Zahl von Asset-intensiven Bereichen im Vereinigten Königreich
und in Übersee - zum Beispiel öffentliche Netze, Kraftwerke,
Eisenbahn- und Straßen-Infrastruktur, Flughäfen, Öl- und
Gas-Anlagen sowie Fertigungsanlagen - übernehmen die Grundsätze
einer Vermögensverwaltung.
Der Schwerpunkt der neuen Forschung wird zur Verbesserung der Rahmen für
die Optimierung und Umsetzung von wichtigen Entscheidungen über Betrieb,
Wartung, Erneuerung und Verbesserung der körperlichen Vermögenswerte
beitragen, um eine sichere, wirtschaftlich stabile Infrastruktur zu erstellen.
Diese Entscheidungen beeinflussen allein in Großbritannien jedes
Jahr die Bereitstellung von Dutzenden von Milliarden von Pfund für
Engineering-Ausgaben und haben so Auswirkungen auf die Produktion von
nationaler Bedeutung.
Das Forschungsprogramm findet unter Leitung von Professor Andrew Collop
in Nottinghams Department of Civil Engineering im Nottingham Transportation
Engineering Centre (NTEC) statt. Es ergänzt die Pläne von NTEC
zur Entwicklung einer Vermögensverwaltung für den Autobahnbau
(highway asset management). Die
anfänglichen Investitionen von Network Rail und der Royal Academy
betragen mehr als 1,4 Millionen Pfund, zusätzliches Lehrpersonal
zur Ergänzung der neuen Professorenstelle übernimmt die Universität
(Pressemeldung Network Rail, 03.11.08).
ORR
legt Finanzierung zur Verbesserung des Schienennetzes bis 2014 fest
Ein Paket über 7,6 Milliarden Pfund für Investitionen in das
britische Eisenbahnnetz hat das Office of Rail Regulation (ORR) am 30.10.08
mit dem "Periodic
review 2008 - Determination of Network Rail’s outputs and funding for
2009-14" bewilligt und mit der Verpflichtung zu größerer
Effizienz und einer stärkeren Rechenschaftspflicht für Network
Rail verbunden.
Im Paket enthalten ist das größte Programm von Verbesserungen
für die Schiene seit Jahrzehnten. Die Regulierungsbehörde hat
Network Rail klare Ziele gesetzt, um die Arbeit von Network Rail für
Nutzer und Förderer transparenter zu machen. Außerdem soll
Network Rail zu einer Verbesserung der Effizienz um 21% bis 2014 beitragen.
Der Verbesserungen des Eisenbahnnetzes umfassen:
--------------------------------
Verbesserungen der Zuverlässigkeit und Verminderung von Störungen
• Verringerung verspäteter und annullierter Züge um 20
Prozent
• Erhöhung der Pünktlichkeit der Bahn auf mindestens 93%
für lokale Dienstleistungen im Südosten und auf 92% für
alle anderen Dienstleistungen
• Durch Network Rail verursachte Verspätungen von Güterzügen
sind um 25% zu reduzieren
• Verringerung der durch Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen verursachten
Störungen im Personenverkehr um mehr als ein Drittel ohne Verschlechterung
der aktuellen Werte für den Güterverkehr
--------------------------------
Verbesserungen der Sicherheit
• Senkung des Risikos für Tod oder Verletzung von Fahrgästen
und Bahnmitarbeitern
--------------------------------
Verbesserungen der Kapazität des Schienennetzes
• Das bisher größte Programm zur Verbesserung des Schienennetzes
seit Jahrzehnten soll die Kapazitäten im Personenverkehr um 20% und
im Güterverkehr um 30% erhöhen
• Anschluss "Kings Cross commuter services" an die "Thameslink
Route" und Erhöhung der Gesamtkapazität dieser Strecken
einschließlich der Verlängerung von Bahnsteigen und Entlastung
des Engpasses "London Bridge"
• Wiederaufbau Reading Station und Beseitigung des Gleisengpasses
in diesem Bereich
• Wiederaufbau Birmingham New Street Station
• Verbesserung der Kapazität in Cardiff
• Verbesserung der Geschwindigkeiten auf der Midland Main Line
• Bereitstellung von zusätzlichen Kapazitäten auf der
East Coast Main Line
• Neue Verbindung "Glasgow Airport Rail Link" in Schottland
• Neue Linie von Airdrie nach Bathgate in Schottland
• Viele kleinere Änderungen, einschließlich der Erweiterung
von mehr als 500 Bahnsteigen zur Abfertigung längerer Züge
Das ORR sieht Möglichkeiten zur Verbesserung der Effizienz um 21
Prozent bis zum Zeitraum 2013/14, da die Kluft zu den besten Netzverwaltungen
in Europa nach wie vor erheblich ist. Network Rail wird in den fünf
Jahren ab 2009 Einkünfte von 26,7 Milliarden Pfund im Hinblick auf
Betrieb, Wartung und Erneuerung des Eisenbahnnetzes vorweisen müssen.
Dies sind 2,4 Milliarden Pfund (8%) weniger als die von Network Rail beantragten
29,1 Milliarden Pfund (WKZ, Quelle Pressemeldung ORR, 31.10.08).
Abschlussbericht
zur Zugentgleisung bei Grayrigg, Cumbria

 
 
Der am 23.02.07 verunglückte Pendolino von
Virgin Trains (oben), die Unglücksweiche 2B am Ort des Unglücks
und im Testlabor (Mitte) und der verunglückte Zug von außen
und innen (unten). Fotos RAIB.
Die Untersuchungsbehörde für Eisenbahnunfälle RAIB (Rail
Accident Investigation Branch) hat am 23.10.08 ihren Abschlussbericht
zur Zugentgleisung bei Grayrigg, Cumbria, vorgelegt. Ein Zug des Betreibers
Virgin Trains von London Euston nach Glasgow Central entgleiste am 23.
Februar 2007 beim Überfahren der Weiche 2B an der Überleitstelle
Lambrigg, in der Nähe von Grayrigg in Cumbria. Der Zug hatte die
zulässige Geschwindigkeit von 95 mph (153 km/h). Alle neun Wagen
des Pendolino der Serie Class 390 entgleisten. Der Zug hatte mindestens
105 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder an Bord. Ein Fahrgast wurde
tödlich verletzt, 28 Passagiere, die Triebfahrzeugführer und
ein Besatzungsmitglied wurden schwer verletzt, 59 Passagiere erhielten
geringfügige Verletzungen.
Die unmittelbare Ursache für die Entgleisung war der Verschleiß
der Weiche 2B durch eine Kombination von Fehlern der Spurstangen, der
Spurstangenfeststellung und der Befestigungseinrichtungen. Dies führte
dazu, dass sich im Moment der Entgleisung beide Weichenzungen in undefinierten
Positionen befanden, worauf sich die Spur für den die Weiche spitz überfahrenden
Zug verengte und dieser schließlich mit allen Achsen entgleiste. Nach
der Entgleisung kam der Zug noch etwa 600 Meter weiter, bis er teilweise
auf der Böschung auf der Seite liegend zum Stehen kam. Ursache für
den undefinierten Zustand der Weiche waren:
• Das mechanischen Versagen einer Schraubverbindung,
• Die falsche Anordnung der Weichenzungen,
• Eine ausgelassene Gleisinspektion am 18. Februar 2007.
Innerhalb von Network Rail gab es außerdem ein unvollständiges
Management der Konstruktions-, Wartungs- und Inspektionsarbeiten an den
Weichen, hervorgerufen durch unzureichende Risikoabschätzungen und
Qualitätsmanagementvorgaben. In den 35 Jahren seit der Einführung
der Weichen wurden aber sonst keine Probleme in Zusammenhang mit der Konstruktion
der Spurstangen bekannt.
Der Zug überstand den Unfall besser als mit früheren Designs
von Zügen in vorangegangenen Unfällen beobachtet. Die Passagierzellen
und der Führerstand wurden nicht signifikant beschädigt, nur
an zwei Fenstern wurden die Fahrgäste nicht innerhalb des Wagens
behalten. Allerdings ist die RAIB der Auffassung, dass die Sicherheit
durch eine geänderte Ausführung der Sitzhalterungen verbessert
werden könnte.
Die RAIB hat 29 Sicherheits-Empfehlungen aufgrund des Unfall herausgegeben.
Einundzwanzig dieser Empfehlungen richten sich an Network Rail. Die primäre
langfristige Empfehlung bezieht sich auf eine Überprüfung der
Konstruktion, Inspektion und Wartung von Weichen, und vor allem auf nichtverstellbare
Spurstangen-Systeme, wie sie bei den Weichen 2B vorhanden waren. Acht
Empfehlungen richten sich an andere Organisationen. Sie befassen sich
in erster Linie mit Fragen im Zusammenhang mit dem Verhalten der Bahn
und der Rettungsdienste als Folge der Entgleisung (WKZ, Pressemeldung
RAIB, 24.10.08).
Instandsetzung
der Nordröhre des Eurotunnels bis Februar 2009
Eurotunnel hat am 10. Oktober 2008 Verträge für die Überwachung
und Verwirklichung der Renovierung des Abschnitts 6 in der Nordröhre
des Ärmelkanal-Tunnels abgeschlossen. Nach dem Brand eines Eurotunnel
Shuttles am 11.09.08 wurden Teile der Nordröhre im Abschnitt 6 beschädigt
und konnten nicht mehr durchgehend befahren werden.
Das Projekt wird von SETEC überwacht und die Arbeiten von einer Gruppe
von Unternehmen durchgeführt, bestehend aus:
•
Freyssinet (Group Leader): Tiefbau
• ETF (Eurovia Travaux Ferroviaires): Schienen und Oberleitung
• Vinci Energies: Andere Anlagen (Axima, Vinci als Unterauftragnehmer
ist für das Kühlsystem verantwortlich).
Ein Teil der Aufträge werden direkt von Eurotunnel durchgeführt.
Eurotunnel-Teams haben bereits damit begonnen, die Arbeitsplätze
einzurichten, insbesondere die Unterkünfte und Büros.
SETEC
und die Gruppe der Unternehmen haben sich zu einer Bauzeit von etwa vier
Monaten verpflichtet, damit die vollständige Wiedereröffnung
der Tunnelröhre Mitte Februar 2009 erfolgen kann.
Das Gesamtbudget für die Wiederherstellung der Tunnel wird voraussichtlich
weniger als € 60 Millionen betragen (WKZ,
Pressemeldung Eurotunnel, 20.10.08).
Desiro-UK
an Porterbrook übergeben
Siemens
Mobility hat den ersten von 37 elektrischen Regionaltriebzügen aus
der Desiro-UK-Familie an die Porterbrook Leasing Company Ltd. übergeben.
Den Rollout feierten Kunde, Betreiber und Hersteller gemeinsam in Wegberg-Wildenrath,
wo Siemens ein Prüf-Center für Schienenfahrzeuge unterhält.
Dort absolvierte auch der neue Zug erfolgreich seine Testfahrten.
Die
37 vom Leasing-Unternehmen Porterbrook georderten Regionaltriebzüge
aus der Desiro-UK-Familie gehören zur Klasse 350/2 und sollen auf
der West Coast Main Line zwischen London und Birmingham fahren. Sie werden
im Siemens-Werk in Krefeld-Uerdingen gefertigt und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit
von 160 km/h. Porterbrook verleiht die vierteiligen Desiros an den Bahnbetreiber
London Midland, der die Konzession für die Strecke hält. Die
ersten zehn Züge gehen am 12. Dezember in den Fahrgastbetrieb. Wenn
im Juni 2009 die gesamte Porterbrook-Flotte ausgeliefert ist, sind auf
Großbritanniens Schienen insgesamt 316 Desiros unterwegs.
„Die
West Coast Main Line zwischen London und Birmingham hat große strategische
Bedeutung für unseren Kunden“, sagte Jörn F. Sens, CEO
der Business-Unit Rolling Stock von Siemens Mobility, in seiner Festrede
bei der Übergabe des ersten Zuges. „Wir sind stolz darauf,
dass wir die Erfolgsgeschichte unseres Desiro UK, der in Großbritannien
seit fünf Jahren zuverlässig im Einsatz ist, jetzt mit einer
weiteren Flotte fortschreiben können.“
Steve
Banaghan, Geschäftsführer von London Midland, freut sich auf
die neuen Züge. Er sagte: „Diese Fahrzeuge verbessern die Zuverlässigkeit
und Pünktlichkeit auf unseren Strecken. Sie werden den Reisekomfort
der Fahrgäste deutlich erhöhen und zusammen mit unseren neuen
Direktverbindungen zwischen London, Birmingham und dem Nordwesten unser
Angebot erweitern.“
• Die Desiro-Familie in Großbritannien: Begonnen
hat die Erfolgsgeschichte der britischen Zugfamilie im Jahr 2003, als
First Great Eastern (heute National Express East Anglia) die ersten Fahrzeuge
zwischen London und East Anglia einsetzte. Daher feierte Siemens gleichzeitig
mit dem Rollout der neuen Flotte auch den fünften Geburtstag des
Desiro UK. Heute fahren Desiros der Klassen 185, 350, 360/1, 360/2, 444
und 450 auf der ganzen Insel, in Weymouth an der Südküste ebenso
wie im schottischen Glasgow.
Der
Auftrag von Porterbrook ging im Geschäftsjahr 2007 ein und beläuft
sich inklusive Wartung auf etwa 240 Millionen Euro (rund 190 Millionen
britische Pfund). Zuletzt bestellte das schottische Verkehrsamt gemeinsam
mit dem Bahnbetreiber First ScotRail 38 Züge, die ab Ende 2010 die
Städte Ayr und Glasgow verbinden sollen. Weitere Desiro-UK-Betreiber
sind South West Trains, Heathrow Express und First TransPennine Express.
Der
Desiro UK wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem drei Mal
mit dem Golden Spanner Award des Modern Railways Magazine für seine
Zuverlässigkeit sowie mit dem Rail Business Award der Hongkong and
Shanghai Banking Corporation (HSBC). Der Verband der britischen Bahnbetreiber
kürte den Desiro UK der Klassen 185 und 360/2 außerdem zu den
zuverlässigsten Zügen, die derzeit auf den Schienen des Landes
unterwegs sind (Pressemeldung
Siemens, 10.10.08).
Network
Rail sucht Nachfolger für Sir Ian McAllister
 
Sir Ian McAllister, Chairman, und Ron Henderson,
Group Finance Director. Fotos Network Rail.
Network
Rail beginnt die Suche nach einem neuen Vorsitzenden, da Sir Ian McAllister
seine Absicht bestätigte, aus dem Verwaltungsrat im Anschluss an
die Hauptversammlung des Unternehmens im Juli 2009 auszuscheiden.
Im Zusammenhang mit dem sechsten Jahrestag von Network Rail, dem Betreiber
der britischen Eisenbahn-Infrastruktur, sagte ihr Vorsitzender Sir Ian
McAllister: "Network Rail hat wesentliche Verbesserungen der Sicherheit,
Zuverlässigkeit und Effizienz der Eisenbahn in den letzten sechs
Jahren gebracht. Die Sicherheit ist auf Rekordniveau, die Pünktlichkeit
der Bahn über 90%, und wir sind auf dem Weg, nach der nächsten
Hauptversammlung die Kosten um rund 30% zu senken. Ich habe den Vorstand
mehr als sechs Jahre geführt und es konnte sehr viel erreicht werden
in dieser Zeit.
Da das Unternehmen in eine neue Phase der Entwicklung tritt, ist es vollkommen
angebracht, dass ein neuer Vorsitzender die Firma weiter nach vorne bringt.
Die nächste Herausforderung für Network Rail wird sein, eine
erweiterte und verbesserte Bahn zu schaffen, um die wachsende Nachfrage
von Personen- und Güterkunden zu gewährleisten. Meine Rolle
ist es jetzt, einen Nachfolger zu finden und einen reibungslosen Übergang
zu gewährleisten."
Sir Ian war maßgeblich an der Einsetzung von Network Rail im November
2001 beteiligt und spielte eine Schlüsselrolle während der Auflösung
von Railtrack PLC im Oktober 2002. Sir Ian, 65, bleibt mit dem Unternehmen
verbunden, bis ein Nachfolger gefunden wird und eine reibungslose Übergabe
abgeschlossen werden kann.
Darüber hinaus hat Ron Henderson, Group Finance Director, seine Absicht
angekündigt, in den Ruhestand zu treten. In Bezug auf diese Veränderungen,
sagte Iain Coucher, Chief Executive: "Ian und Ron wurden herausragende
Mitglieder des Leitungsteams. Ian war von Anfang an Teil von Network Rail
und hat das Unternehmen aus der erheblichen Problemzone, die er geerbt
hat, zu zu einem erfolgreichen Unternehmen geführt, in dem Pünktlichkeit
und Sicherheit auf Rekordniveau stehen. Sein Beitrag war enorm. Der Vorstand
von Network Rail und ich erklären unsere aufrichtige Dankbarkeit
für ihre hervorragenden Beiträge an Ian und Ron."
Zwei Wochen zuvor kündigte Network Rail den Ausbau des Vorstands
mit der Ernennung von drei neuen geschäftsführenden Direktoren
an:
•
Robin Gisby: Direktor Betrieb und Kundenbetreuung (Director, operations
and customer service)
• Simon Kirby: Direktor Infrastruktur-Investitionen (Director, infrastructure
investment)
• Paul Plummer: Direktor Planung und Regulierung (Director, planning
and regulation) (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 06.10.08).
Northern
Rail startet Ausschreibung über erste Tram-Trains
Die Einführung der ersten Tram-Trains im Vereinigten Königreich
rückt näher, da der Betreiber Northern Rail eine Ausschreibung
(Invitation to Tender, ITT) zum Bau dieser modernen und leichten Fahrzeuge
gestartet hat.
Die Ausschreibung holt Angebote für die Herstellung und Wartung von
mindestens fünf Tram-Trains ein, die auf der 37 Meilen langen Penistone-Line
zwischen Sheffield, Barnsley und Huddersfield im Rahmen von Testfahrten
eingesetzt werden sollen. Der Test beginnt im Spätsommer 2010, dauert
zwei Jahre und dient der Prüfung der Eignung des britischen Schienennetzes
für Tram-Trains. Vorbereitende Arbeiten, wie Änderungen der
Eisenbahn-Infrastruktur und betrieblicher Standards, sind erforderlich,
bevor der Einsatz der Tram-Trains beginnen kann. Darüber hinaus werden
die Betriebskosten und der Zuspruch der Fahrzeuge bei den Passagieren
eine Rolle spielen.
Es gibt auch eine Option für eine zweite Phase des Prozesses, in
der die Tram-Trains auf dem Sheffield
Supertram System eingesetzt werden sollen, um zu zeigen, welche zusätzlichen
Vorteile der Einsatz der Fahrzeuge auf den Straßenbahnnetzen von
Städten mit sich bringt.
Das Projekt ist eine Partnerschaft zwischen dem Department for Transport,
Northern Rail und dem Infrastrukturbetreiber Network Rail.
Rail
Tom Harris Minister sagte: "Die Regierung stellt 9 Millionen Pfund
zur Unterstützung der Entwicklung der Tram-Trains, da sie reale Möglichkeiten
zu umweltfreundlichem und schnellen Reisen für die Fahrgäste
erwartet. Es ist ermutigend zu sehen, dass dieses wegweisende Projekt
gute Fortschritte macht." (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 06.10.08).
Netwoirk
Rail startet Bahnausbau in Yorkshire und Humber
Um die steigende Nachfrage nach Bahnverbindungen in den Regionen Yorkshire
und Humber Region zu befriedigen, hat Network Rail am 25.09.08 Konsultation
über eine weit reichende Strategie zur Steigerung der Dienstleistungen
im Personen-und Güterverkehr gestartet. Für Strecken wie von
Leeds nach Bradford, von York and Hull nach Leeds and Manchester, und
von Sheffield nach Manchester sowie für wichtige Güterlinien
zu den Häfen wurde die "Yorkshire and Humber route utilisation
strategy" (RUS) entwickelt, in der Network Rail Maßnahmen zur
Bewältigung des prognostizierten Wachstums in der Schienennutzung
in den nächsten zehn Jahren festlegt.
Demnach können sich Bahn-Nutzer auf zusätzliche Dienstleistungen,
längere Züge mit mehr Sitzplätzen sowie schnellere Fahrzeiten
und bessere Anschlüsse freuen. Der Plan enthält auch Optionen
für den Ausbau der Bahnhöfe wie den Bau neuer Bahnsteige, und
die Verbesserung der Infrastruktur zur Erhöhung der Kapazität
und zur Verringerung der Verzögerungen. Güterstrecken in der
Region werden durch die Erweiterung der Lichtraumprofile bessere Kapazitäten
zu den Häfen und Terminals erhalten.
Die Nachfrage nach Zugverbindungen in die wichtigen Wirtschaftszentren
wie Leeds, Sheffield und Manchester hat sich in den letzten Jahren gesteigert.
Der Plan dient dazu, Systeme und Optionen zu entwickeln, die helfen, den
Schienenverkehr für Personen- und Güterzugleistungen zu verbessern.
Die
Konsultation wird 12 Wochen dauern. Nach Prüfung der Stellungnahmen
wird das endgültige Dokument im Frühjahr nächsten Jahres
veröffentlicht.
Folgende
Maßnahmen sind in Planung:
...........................
2009 – 2014
•
Trains will be lengthened and additional shuttle services will be provided
at peak times on key commuter routes to relieve overcrowding
• Additional turnback facilities at a number of locations
• Journey time improvements between Leeds and Manchester
• Platform lengthening schemes on a number of lines
• New southern entrance for Leeds station and additional platforms
• Gauge enhancement schemes for freight services on some key arteries
...........................
2014-2019
•
Continued train lengthening to manage ongoing peak time demand increases
• Leeds – Manchester journey time to be cut down to 43 minutes
on the quickest services
• A ‘standard hour’ service of three trains per-hour
between Sheffield and Manchester
• Improved journey times between Leeds and Sheffield via Barnsley
• Capacity enhancements between Leeds – Manchester (via Diggle),
Gilberdyke - Hull, Wrawby Junction – Brocklesby and Sheffield -
Manchester for additional passenger and freight trains
• New generation of trains to replace the existing Pacer and Sprinter
fleet across the region, supplementing the new intercity fleet serving
the East Coast main line to London, York, Leeds and Scotland.
• Improved track layout at Sheffield, and Doncaster to increase
capacity and reduce delays
• Gauge enhancement schemes on further key freight arteries (WKZ,
Pressemeldung Network Rail, 29.09.08)
Nebensaison-Pass
von BritRail
Zugreisen in Großbritannien sind komfortabel, effizient und eine hervorragende
Möglichkeit, sich einfach zurückzulehnen und zu entspannen. "Let
the train take the strain" (Lass den Zug die Anstrengung übernehmen) ist
zwar ein alter Werbeslogan, mit den hohen Kraftstoffpreisen und verstopften
Straßen von heute gilt er jedoch mehr denn je. Man zahlt vor der Abreise
einmal einen niedrigen Preis in der eigenen Währung und schon hat man
einen ganz persönlichen Pass zum Besten erworben, was Großbritannien zu
bieten hat. Und BritRail bietet jetzt ein spezielles Nebensaison-Angebot
an, um Reisende aus aller Welt zu ermutigen, Großbritanniens Freigiebigkeit
auszukosten.
Wenn Sie zwischen dem 1. November 2008 und dem 28. Februar 2009 einen
der, in der Heimat erhältlichen, Consecutive-Pässe oder Flexi-Pässe von
BritRail kaufen, erhalten Sie einen Preisnachlass von 20 % auf den Normalpreis
des Passes. Kaufen Sie einfach den BritRail Pass zu Hause vor Ihrer Abreise,
irgendwann vor dem 15. Februar 2009, denn diese Produkte sind in Großbritannien
selbst nicht erhältlich.
Bei den schnellen und häufigen Zugverbindungen lohnt sich sogar ein verlängertes
Wochenende oder eine Spritztour in der Woche, um die Atmosphäre des modernen
Londons zu schnuppern und sich am alten Kulturerbe zu erfreuen, das Großbritannien
so besonders macht. Und die Nebensaison ist einfach eine der besten Zeiten,
um Großbritannien zu bereisen. Das Wetter ist mild und die Menschenmassen
haben abgenommen. Das können Sie alles genießen und dazu noch Einsparungen
im zweistelligen Bereich erzielen.
Abgesehen davon, dass Sie sich selbst auf die Schulter klopfen können,
weil Sie ein schlauer Reisender sind, können Sie sich auch zu Ihrem Umweltbewusstsein
beglückwünschen: Denn Züge stoßen ungefähr 50 % weniger schädliche Treibhausgase
je Passagier und Kilometer aus als Autos und 75 % weniger als ein Flugzeug,
das dieselbe Entfernung zurücklegt. BritRail bringt Sie mit wenig Aufwand
und viel Komfort überall hin. Der Pass bietet auf allen Strecken und bei
allen Zugbetreibern unbeschränkten Zugang. Mit 18.000 Zügen täglich, die
über 2500 Ziele in ganz England, Schottland und Wales anfahren, können
Sie an einem Tag so oft Sie wollen in so viele Züge einsteigen und wieder
aussteigen, wie Sie möchten. Preise stehen unter www.BritRail.com
zur Verfügung (Pressemeldung
Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 25.09.08).
Neues
Design für schottische Züge und Bahnhöfe
 
 
Das
neue Design für Züge der Typen Class 156 und Class 170 sowie
das neue Bahnhofsdesign. Fotos ScotRail.
Der
schottische Verkehrsminister Stewart Stevensonfeiert hat anlässlich
einer Feier "25 Jahre ScotRail Schienennetz" neue
Impulse für den Schienenverkehr an der Ostküste angekündigt.
1200 zusätzliche Plätze und kürzere Fahrzeiten zwischen
Edinburgh, Fife und Aberdeen sollen das Reisen angenehmer machen.
Auf der Veranstaltung in Glasgow Queen Street Station wurde auch das neue
Design der Züge und Bahnhöfe von ScotRail gezeigt, als der erste
neu lackierte Zug der Serie "Class 170" für den Betrieb
auf der Linie Edinburgh - Glasgow enthüllt wurde.
Das neue Branding beinhaltet Schottlands Flagge, die Saltire und führt
dazu, dass Schottlands Züge erstmalig ein einheitliches Design bekommen.
Die Umstellung auf das neue Design wird schrittartig erfolgen, um dem
Steuerzahler keine zusätzlichen Kosten aufzudrücken.
Stewart Stevenson sagte: "ScotRail, derzeit von FirstGroup betrieben,
fährt jeden Tag über 2000 Personenzugleistungen in ganz Schottland.
Die Investitionen in die Strecke Edinburgh - Fife - Aberdeen bedeuten,
noch mehr Menschen die Gelegenheit für den Umstieg auf öffentliche
Verkehrsmittel zu ermöglichen."
Unter den Gästen der Veranstaltung waren Vertreter von ScotRail der
letzten 25 Jahre. Dabei enthüllte der Minister eine Gedenktafel zum
Jahrestag der Einführung der neuen Marke (Pressemeldung Transport
Scotland, 23.09.08).
106
weitere Pendolino-Wagen für die West Coast Main Line
Passagiere auf der West Coast Main Line werden nach dem erfolgreichen
Abschluss der Verhandlungen zwischen dem Ministerium für Verkehr,
Angel Trains und Alstom von 106 weiteren Pendolino-Wagen profitieren.
Für 1,5 Mrd. £ wird Alstom vier neue 11-teilige Pendolino-Züge
produzieren und 31 bestehende Pendolino-Züge um zwei Wagen verlängern.
Die zusätzlichen Wagen bedeuten eine deutliche Steigerung der Kapazität
für die Fahrgäste auf der Strecke, was 7420 zusätzliche
Plätze für Passagiere auf der West Coast Main Line bedeutet.
Die Wagen sollen ab Dezember 2012 auf den verkehrsreichsten Strecken und
zu den verkehrsreichsten Zeiten des Tages eingesetzt und bis 2022 gewartet
werden.
Eine Verlängerung der bestehenden Züge findet im Depot Edge
Hill in Liverpool statt. Investitionen zur Behandlung der Züge werden
in diesem und vier weiteren Depots gemacht: Wembley (Nord-London), Oxley
(Wolverhampton), Longsight (Manchester) und Polmadie (Glasgow).
Die zusätzlichen Kapazitäten sind Teil der Pläne zur Verbesserung
des Schienenverkehrs auf der West Coast Main Line. Upgrade-Arbeiten über
8,8 Milliarden Pfund stehen kurz vor dem Abschluß und werden schnellere
Fahrzeiten und eine Erhöhung der Fern-Züge von und nach Euston
im Dezember 2008 um 45 Prozent ermöglichen.
Die Vereinbarung enthält auch eine Option zum Kauf weiterer 42 Wagen
zwischen 2010 und 2013, was eine Verlängerung der verbleibenden 21
Neun-Wagen-Züge auf 11 Wagen ermöglicht.
Virgin
Rail Projects Limited wird das Verkehrsministerium während der Lieferung,
Prüfung und Inbetriebnahme der neuen Pendolino Fahrzeuge beraten
(Pressemeldung
Department for Transport, 20.09.08).
15
Millionen Pfund zur Eisenbahnforschung
Das
Ministerium für Verkehr (Department for Transport, DFT) hat am 18.09.08
die Zuteilung von zusätzlichen £ 15 Millionen für ein
neues strategisches Forschungsprogramm zur Sicherheit der Eisenbahn angekündigt,
welches vom "Rail
Safety and Standards Board" (RSSB) verwaltet wird. Das neue Programm
wird zusätzlich zu dem schon aktuell laufenden von RSSB verwalteten
und vom DFT finanzierten Forschungsprogramm durchgeführt.
Das
neue strategische Forschungsprogramm soll der Schienenverkehrsindustrie
die Aufstellung wichtiger Ziele (step changes) zum Aufbau des Schienennetzes
in den nächsten 30 Jahren ermöglichen, wie der Verdoppelung
der Streckenkapazität und der Reduktion des Kohlendioxidausstoßes
bei einem sicheren und kostensparenden Ausbau. Das Programm ist in der
Rail
Technical Strategy (RTS) festgelegt und unterstützt das 2007
aufgelegte White Paper für eine nachhaltige Eisenbahn (Delivering
a Sustainable Railway - White Paper).
RSSB verwaltet Forschungs- und Entwicklungsaufgaben mit kurz-, mittel-
und langfristigen Zielen im Namen der Regierung und die Eisenbahnindustrie.
Das neue Programm stellt zusätzliche Mittel zum aktuellen auch von
RSSB verwalteten Grundprogramm. Das Programm startet im Frühjahr
2009 und erstreckt sich über eine Dauer von 5 1/2 Jahren (WKZ,
Quelle Pressemeldung Department for Transport, 19.09.08).
Transport
Scotland stellt Dreijahresplan 2008-2011 vor
"Verbesserungen an Schottlands Straßen- und Schienennetzen,
neue Eisenbahnverbindungen und Straßen und die Verbesserung der
Zuverlässigkeit und Fahrzeiten sollen Schottlands Wirtschaft unterstützen",
sagte Chief Executive Dr. Malcolm Reed am 16.09.08 bei der Präsentation
des Dreijahresplanes 2008-11 der schottischen Verkehrsbehörde "Transport
Scotland" (Transport
Scotland Corporate Plan 2008-2011).
"Verbesserungen im Verkehrswesen spielen eine entscheidende Rolle
bei der Bereitstellung von mehr Wohlstand und Chancen für die Unternehmen
und Menschen in Schottland. Tag zu Tag sind die Verwaltung unserer Verkehrsinfrastruktur
und Dienstleistungen durch Verbesserung von Effizienz und Qualität
entscheidend für die Unterstützung des Wirtschaftswachstums.
Längerfristig gesehen, bieten die Einführung neuer Eisenbahn-Dienstleistungen
und besserer Straßenverbindungen wirtschaftliche Chancen und Möglichkeiten
zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen."
"Dies ist unser zweiter Geschäftsplan, der die strategische
Richtung für die nächsten drei Jahre vorgibt. Wir haben erhebliche
Herausforderungen der Zukunft nicht zuletzt in Anpassung an das sich wandelnde
Klima, die die Förderung nachhaltiger Verkehrsmittel und des öffentlichen
Verkehrs erfordert. Wir sind auch verantwortlich für die Gewährleistung
einer neuen Forth-Brücke, dem größten Transport-Infrastruktur-Projekt
für eine Generation.
Die Investitionen in das Stamm-Straßen- und Schienennetz in Schottland
sind auf einem Rekordstand. Bis Ende 2011 plant Transport Scotland, 6,5
Mrd. £ für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und Dienstleistungen
zur Verfügung gestellt. Wir arbeiten auch an der Vorbereitung strategischer
Verkehrsprojekte (Strategic Transport Projects Review), die ab 2012 der
Regierung zur Entscheidung vorgelegt werden sollen."
Bis Ende 2011 will Transport Scotland eine Reihe von wichtigen Verbesserungen
der Verkehrsinfrastruktur und Dienstleistungen begonnen haben:
•
Bau der M74-Erweiterung, Anschluß der Eisenbahn an den Flughafen
Glasgow, Vollendung der M8 zwischen Newhouse und Baillieston und Aufrüstung
der Autobahn A80 zwischen Stepps und Haggs. Alle Projekte sollen zu den
Commonwealth Games in Glasgow im Jahr 2014 fertiggestellt sein.
• Design, Entwicklung und Strategie für die Forthüberquerung.
• Bau einer neuen Eisenbahnverbindung in die Region "Borders".
• Verbreiterung der A9 zwischen Perth und Inverness.
• Aufbau der Aberdeen Western Peripheral Route und Vollendung der
dualen Fahrbahn zwischen Balmedie und Tipperty (Pressemeldung
Transport Scotland, 17.09.08).
Feuer
im Eurotunnel

Ein Feuer brach kurz vor 15.00 Uhr am Donnerstag, 11. September an Bord
eines mit Lastwagen beladenen Eurotunnel-Shuttle in der nördlichen
Tunnelröhre unter dem Ärmelkanal aus. Der Tunnel besteht aus
drei Tunnelröhren, zwei für den Schienenverkehr und eine dritte
für Wartung und Evakuierung. Der Zug fuhr von England nach Frankreich
und wurde etwa 11 Kilometer vor der französischen Tunnel-Ausfahrt
gestoppt.
Eurotunnels Sicherungssysteme an Bord des Shuttle und im Tunnel haben
das Problem sofort erkannt. Die in der Nähe der französischen
Tunnelausfahrt stationierte Feuerwehr war schnell in der Lage, die Situation
zu beurteilen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. 32 Personen
an Bord des Shuttles wurden in den Service-Tunnel evakuiert. Drei weitere
Züge im Tunnel wurden sofort nach England zurückgeführt.
Die südliche Tunnelröhre war vom Vorfall nicht betroffen.
Das Feuer wurde gegen 08:00 Uhr französischer Zeit dank der gemeinsamen
Anstrengungen der Feuerwehren aus Kent und Pas-de-Calais unter Kontrolle
gebracht. Alle Bemühungen des Unternehmens konzentrieren sich nun
auf die Wiederaufnahme des Betriebs (Pressemeldung
Eurotunnel, 13.09.08).
Bieter
für South Central Franchise ausgewählt
Das Ministerium für Verkehr gab am 20.08.08 die Liste der in die
engere Auswahl genommenen Bieter für die neue Franchise South Central
bekannt. Es sind dies:
• NedRailways South Central Limited (NedRailways Limited)
• NXSC Trains Limited (National Express Group plc)
• Southern Railway Limited (Govia Limited)
• Southern Trains Limited (Stagecoach Group plc)
Im Herbst werden die Angebote der ausgewählten Bieter erwartet. Die
Bekanntgabe des erfolgreichen Bieters soll dann im Frühsommer 2009
erfolgen. Die neue Franchise beginnt am 20. September 2009 und hat eine
Laufzeit von 5 Jahren und 10 Monaten, wobei das letzte Jahr von der erbrachten
Leistung abhängig ist. Eine Verlängerung um bis zu 2 Jahre ist
möglich.
Die
Franchise South Central wird Leistungen der bisherigen gleichnamigen Franchise
umfassen, die derzeit von Southern erbracht werden und ab 22.06.08 den
Gatwick-Express einschlossen. Hinzu kommen Leistungen auf der Strecke
Redhill - Tonbridge, die derzeit von Southeastern gefahren werden. Fahrgäste
im Süden Londons, in Surrey und Sussex sollen von 10% mehr Kapazität
im Bereich der South Central Franchise profitieren.
Ferner werden die Sicherheit der Bahnhöfe durch mehr Personal und
Videoüberwachung auf rund 30 Stationen erhöht, die SmartCard
eingeführt, rund 1000 zusätzliche Parkplätze errichtet
und durch eine 10%-ige Verringerung des nicht für die Traktion benötigten
Stroms die Umweltleistung verbessert (WKZ,
Quelle Pressemeldung Department for Transport, 21.08.08).
Verbesserungen
auf der Thameslink-Franchise ab März 2009
Das britische Ministerium für Verkehr hat am 20.08.08 Veränderungen
der Franchise-Vereinbarungen des auf 5,5 Milliarden Pfund veranschlagten
Thameslink-Programms mit den Bahngesellschaften Southeastern, First Capital
Connect und Southern Railways bekanntgegeben:
•
Erhöhte Zugdichte: Die Zahl der Züge durch Zentral-London auf
der Thameslink-Route wird von 8 auf 15 Züge pro Stunde während
der Stoßzeiten ab 1. März 2009 erhöht.
•
Neue Züge: 92 neue "class 377" Wagen im Wert von rund 53
100 Millionen Pfund sind in Auftrag gegeben und sollen auf Leistungen
für First Capital Connect zwischen Bedford, London und Brighton und
für Southeastern zwischen St. Pancras International und Bromley South,
Orpington Kent und anderen Stationen ab März 2009 eingesetzt werden.
•
Zusätzliche Plätze für First Capital Connect: Die Einführung
zusätzlicher "class 319" Wagen wird die Länge der
Züge zu Spitzenzeiten auf acht Wagen verlängern. Mit "class
377" und "class 319" Wagen werden 1150 zusätzliche
Sitzplätze in den Spitzenzeiten am Morgen und 2080 Sitzeplätze
in den Spitzenzeiten am Abend ab März 2009 zur Verfügung stehen.
•
Zusätzliche Plätze für Southeastern: Reisende auf den Vorortlinien
in Kent werden von längeren Zügen mit 3700 zusätzlichen
Plätzen jeden Morgen und Abend ab März 2009 profitieren.
•
Mehr direkte Fahrten: Ab März 2009 werden einige Dienstleistungen
von Southeastern mit denen von First Capital Connect vereint, was bedeutet,
dass Passagiere zwischen Sevenoaks, St. Pancras International und Stationen
in Nord-London ohne Zugwechsel fahren können (WKZ,
Quelle Pressemeldung Department for Transport, 21.08.08).
Zeitplan
zum Wiederaufbau der "Waverley Railway"

Zwischen der West Coast und der East Coast Main
Line (rot) verläuft das Projekt der "Borders Railway" (grün).
Grafik: LOK Report Europa Reiseführer 2008/2009.
Der schottische Verkehrsminister Stewart Stevenson gab am 06.08.08 den
voraussichtlichen Zeitplan für die Fertigstellung des Projekts "Waverley
Railway" zur Anbindung des Verwaltungsbezirks Scottish
Borders an die Hauptstadt Edinburgh bekannt.
Die ursprüngliche Linie zwischen Edinburgh und Carlisle musste 1969
als Folge des Beeching
Reports und der folgenden Neustruktuierung von British Railways geschlossen
werden. Nach einer Machbarkeitsstudie im Februar 2000 bildeten die Regionen
Scottish Borders Council, Midlothian Council, City of Edinburgh Council
und Scottish Enterprise Borders im Sommer 2001 die Gruppierung "Waverley
Railway Partnership". Obwohl auf Teilen der 56 km langen Strecke
zwischen Brunstane bei Edinburgh und dem Endbahnhof Tweedbank noch alte
Infrastruktur besteht, müssen weite Teile modernisiert und sieben
der zehn Bahnhöfe neu gebaut werden.
Das Projekt wird jetzt von Transport Scotland und der Eisenbahnindustrie
fortgeführt. Erste Marktuntersuchungen und Tests sind bereits im
Gange und werden im Laufe der nächsten paar Monate den offiziellen
Beschaffungsprozess bis Ende dieses Jahres starten. Die Bauarbeiten beginnen
voraussichtlich im Jahr 2011, mit der Fertigstellung wird etwa Ende 2013
gerechnet. Für die Region fallen Kosten in Höhe von 235-295
Millionen Pfund an.
Die neue Eisenbahnlinie führt aus dem Herzen Edinburghs zu Städten
in Midlothian und den Scottish Borders, die eine Bevölkerungsbasis
von 200 000 Menschen darstellen und derzeit noch über keinen direkten
Zugriff auf eine Eisenbahnlinie verfügen.
Der "Waverley Railway (Scotland) Act 2006" erhielt die königliche
Zustimmung (Royal Assent) im Juli 2006. Die Linie ermöglicht den
Bewohnern der Scottish Borders und von Midlothian den Zugriff auf wichtige
Beschäftigungs-, Bildungs-, Gesundheits-und Freizeiteinrichtungen
in der schottischen Hauptstadt.
Die Wiederherstellung der Eisenbahnverbindung zwischen Edinburgh und Tweedbank
ermöglicht es beiden Bereichen, ihre wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten
durch den Tourismus und die Bereitstellung zusätzlicher Arbeitsplätze
zu fördern. Die Bahn erschließt auch neuen und erschwinglichen
Wohnraum. Der Rahmen für den Zeitplan des Projekts ist wie folgt:
• Bekanntmachung im Amtsblatt der Europäischen Union (EU-Amtsblatt):
Ende 2008
• Endgültige Ausschreibung: Anfang 2010
• Nennung des bevorzugten Bieters: Ende 2010
• Start der Bauarbeiten: Anfang 2011
• Betrieb der Züge und Infrastruktur: Ende 2013 (WKZ, Quelle
Pressemeldung Transport Scotland, 11.08.08).
Erste
neue Dampflok seit 50 Jahren
 
Grossbritanniens erste neue Dampflok in 50 Jahren, die fuer Zuege auf
dem nationalen Bahnnetz gebaut wurde, ist am 1. August der Oeffentlichkeit
vorgestellt worden. Die Nr. 60163 Tornado, ein £3m teuerer Nachbau einer
Peppercorn ‘A1’ Klasse ‘Pazifiks’, ist in Darlington fuer die Presse auf
einem kurzen Stuck Gleis gefahren.
Gebaut wurde die Tornado von dem A1 Steam Locomotive Trust, eine dafuer
eingerichtete Stiftung, die 1990 gegruendet wurde. Obwohl die Montage
in Darlington stattgefunden hat, kommen die Teile aus aller Welt – der
Kessel ist 2006 im Dampflokwerk Meiningen gebaut worden.
Demnaechst soll die Nr. 60163 auf der Great Central Railway in Leciestershire
Probefahrten machen, bevor sie auf die Schienen vom Netzbetreiber Network
Rail kommt. Die originalen Peppercorn ‘A1’-Loks wurden 1948/49 gebaut
und die letzte ist 1966 verschrottet worden. Mehr dazu unter www.a1steam.com
(Tony Streeter, 04.08.08).
Virgin
gewinnt Pendolino-Projekt zur West Coast Main Line
Zwischen dem britischen Transportministerium und Virgin Rail Projects
Ltd wurde am 31.07.08 Einigung über die Einführung weiterer
"Pendolino"-Zügen auf der West Coast Main Line erzielt.
Das Abkommen (Notice
to Proceed) bedeutet, dass Virgin Rail Projects Ltd als gewählter
Bieter für den Dienstleistungsvertrag ausgewählt wurde und das
Verkehrsministerium in der gesamten Konstruktion, Herstellung, Lieferung,
Inbetriebnahme und Erprobung von neuen Pendolino-Zügen bis zum Ende
der laufenden West Coast Franchise am 31. März 2012 unterstützten
wird und damit die Mietung und Wartung der neuen Fahrzeuge in die Wege
leiten kann.
Die
Aufforderung zur Abgabe der Gebote wurde am 02.06.08 an folgende Bieter
verschickt:
• Govia Transportation Projects Limited, ein Tochterunternehmen
von Go-Ahead Group plc und Keolis SA.
• Virgin Rail Projects Limited, eine Firma der Virgin Rail Group
Holdings Limited. Virgin Rail Group
Der Wert des Basis-Vertrags beträgt bei etwa £ 3 millionen
und wird an Virgin Rail Projects Ltd vom 1. August 2008 bis zum 31. März
2012 gezahlt.
Mit der Fertigung der neuen High-Speed-Pendolino-Neigetechnik-Züge
und Wagen für 7420 zusätzliche Passagierplätze wurde Alstom
beauftragt (Der LOK Report berichtete). Die Vereinbarung mit Alstom umfasst
106 Wagen, die für die Bildung von vier neuen Zügen zu je 11 Wagen und
die Verlängerung weiterer 31 der bestehenden Züge von 9 auf 11 Wagen benötigt
werden. Diese werden bis Dezember 2012 im Dienst stehen. Es gibt bei steigender
Passagier-Nachfrage auch eine Option zur Beschaffung von weiteren 42 Wagen
bis Anfang 2013 (Pressemeldung Department for Transport, 04.08.08).
Siemens
liefert 38 Triebzüge an First ScotRail und Transport Scotland

Das schottische Verkehrsamt und der Bahnbetreiber First ScotRail haben
Siemens Mobility mit der Lieferung von 38 elektrischen Triebzügen vom
Typ Desiro UK beauftragt. Der Auftrag mit einem Wert von über 300 Millionen
Euro (über 240 Millionen Pfund Sterling) umfasst zudem Wartung und Ersatzteil-Service.
Für die Bahntechniksparte von Siemens ist das die erste Zugbestellung
aus Schottland. Damit wächst die Desiro-Flotte in Großbritannien auf insgesamt
354 Fahrzeuge. Die 38 neuen Züge sollen Ende 2010 in den Fahrgastbetrieb
gehen und dann zunächst zwischen den Städten Ayr und Glasgow fahren. Von
den 38 Zügen wurden 22 dreiteilig und 16 vierteilig in Auftrag gegeben.
In der dreiteiligen Ausführung bietet der Desiro UK bis zu 320 Passagieren
Platz, in der vierteiligen Variante bis zu 430. Damit steigt die Fahrgastkapazität
der Flotte auf den Pendlerstrecken nach Glasgow um 9100 Sitz- und 4800
Stehplätze. Bei einer Antriebsleistung von 1550 kW erreicht der Desiro
eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.
Gefertigt werden die Züge von Siemens in Krefeld-Uerdingen, Deutschland.
„Unsere kurzen Lieferzeiten sowie unser Wartungsservice und unsere Depotlösungen
haben einen guten Ruf bei Bahnbetreibern“, sagte Christian Roth, Leiter
von Siemens Transportation Systems in Großbritannien.
„Dieser Auftrag ist für Siemens ein weiterer wichtiger Meilenstein, der
unsere Spitzenposition als Bahnlieferant erneut unterstreicht. Wir freuen
uns darauf, dieses hochinteressante Projekt zusammen mit First ScotRail
und Transport Scotland voranzubringen.“
Nach Aussage des Verbands der britischen Bahnbetreiber sind die Triebzüge
vom Typ Desiro UK die zuverlässigsten, die derzeit auf den Schienen des
Landes unterwegs sind. Dies gilt sowohl für die Züge mit elektrischem
Antrieb als auch für die mit Dieselmotor (Pressemeldung Siemens, 29.07.08).
Crossrail
bekommt grünes Licht durch das Parlament
 

Blick auf die neuen Crossrail-Züge und auf
die Bahnhöfe Paddington Crossrail und Liverpool Street. Grafiken
Crossrail.
Crossrail, das
größte öffentliche Verkehrsprojekt zur Anbindung von London
an den Südosten Großbritanniens der letzten 50 Jahre, hat seine
parlamentarischen Hürden mit der Königlichen Zustimmung (Royal Assent) zum
Crossrail Bill am 22.07.08 überwunden.
Nach der Ankündigung des Premierministers im Oktober letzten Jahres
zur Sicherung der Finanzierung über 16 Milliarden Pfund bedeutet
die parlamentarische Zustimmung zur Annahme des Gesetzes, dass das Projekt
bis zum Jahr 2017 verwirklicht werden kann. Dies wird zu erweiterten Kapazitäten
und erhöhten Reisegeschwindigkeiten für die Passagiere führen,
aber auch zu einer Ankurbelung der britischen Wirtschaft um 20 Milliarden
Pfund.
Die Crossrail-Linie verläuft von Maidenhead und Heathrow im Westen
auf Tunnelstrecken durch London - mit neuen Stationen in Paddington, Bond
Street, Tottenham Court Road, Farringdon, Liverpool Street, Whitechapel
und Isle of Dogs (Canary Wharf) - nach Shenfield Abbey Wood im Osten.
Das Gesetz räumt Befugnisse zum Erwerb von Land ein und erlaubt Bau
und Unterhaltung von Crossrail. Die Vorarbeiten werden im nächsten
Jahr beginnen, die wichtigsten Bauarbeiten im Jahr 2010.
Verkehrssekretärin Ruth Kelly sagte: "Dieses wegweisende Projekt
ist von großer Bedeutung für London und das ganze Land. Es
wird Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum schaffen und dazu
beitragen, einige unserer am stärksten benachteiligten Gebiete zu
vitalisieren."
Der Bürgermeister von London, Boris Johnson sagte: "Ich bin
absolut begeistert, dass nun die Arbeiten an einem der größten
je gesehenen Projekte in der Hauptstadt beginnen können, einem Projekt,
das unabdingbar für den künftigen Wohlstand unserer Stadt ist
und die Lebensqualität von vielen Tausenden von Londonern verbessern
wird."
Douglas Oakervee, Executive Chairman von Cross London Rail Links, sagte;
"Die Königliche Zustimmung ist der bedeutendste Meilenstein
in der Geschichte von Crossrail. Nach jahrelanger Planung und Diskussion
sind wir bereit, in die Phase der Fertigung eines Projekts zu treten,
das ganz London, der südöstlichen Region und dem Vereinigten
Königreich als Ganzes nutzt. Bis zu 14000 Menschen werden über
die Bau- und Ausbildungsmaßnahmen beschäftigt sein, um entlang
der Strecke zur Sicherung der Arbeitsplätze beizutragen. Dies wird
ein Projekt für die gesamte Gemeinschaft - eine neue weltweit bewunderte
Eisenbahn, die London erwartet und verdient."
Nach der Vollendung der Bauarbeiten werden 24 Züge pro Stunde in
jeder Richtung durch Central London während der Spitzenzeiten fahren.
Dies eröffnet erhebliche neue Kapazitäten für die Personenbeförderung
und Entlastung bestehender Linien, insbesondere der Central- und Piccadilly-Linien.
Zum Einsatz kommen etwa 600 neue klimatisierte Wagen. Sie werden umweltfreundlicher,
leichter und schneller in der Lage sein, eine größere Zahl
von Fahrgästen zu befördern.
Das
Crojekt Crossrail ist das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen der Verkehrsministerium
(DfT), der Stadtverwaltung London, Transport for London (TfL), Cross London
Rail Links (CLRL), Network Rail und Londons Wirtschaft (WKZ,
Quelle Pressemeldung Department for Transport, 24.07.08).
Neue
elektrische Züge für Schottlands wachsende Eisenbahn

Eine neue Flotte elektrischer Züge im Wert von über 200 Millionen
Pfund kündigte John Swinney, Cabinet Secretary for Finance and Sustainable
Growth, am 11.07.08 an. Die Regierungsbehörde Transport Scotland
wird den Vertrag mit Siemens und HSBC über die Bestellung von 130
neuen Eisenbahn-Wagen - das entspricht 9000 zusäötzlichen Sitzplätzen
im schottischen Netz - ab Dezember 2010 finanziell unterstützen.
Zusätzlich entstehen 134 neue Arbeitsplätze in Schottland, um
die Züge zu betreiben und in einem erweiterten Unterhaltdienst zu
warten.
Franchise-Betreiber First ScotRail führt den Beschaffungsprozess
und wird die Verträge zur Vergabe des Auftrags voraussichtlich noch
in diesem Monat nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Einhaltefrist unterschreiben.
Die Fahrgastnachfrage wird Vorhersagen gemäß in den nächsten
zehn Jahren erheblich steigern und die schottische Regierung will den
Fahrgästen über die nächsten drei Jahre und darüber
hinaus ein modernes Schienennetz zur Verfügung stellen.
Etwa zwei Drittel des Personenverkehrs in Schottland werden derzeit in
Glasgow und Umgebung vollbracht. Die neuen Fahrzeuge bringen eine größere
Leistungsfähigkeit und Vorteile für die Passagiere in Ayrshire
und Inverclyde. Sie führen zur Schaffung einer neuen Sub-Flotte im
Westen von Schottland und begleiten das vorhergesagte Fahrgast-Wachstum
in den Vorstädten von Glasgow. Die neuen Züge werden weiterhin
für neue Personenverkehrsdienste auf dem im Bau befindlichen Projekt
"Glasgow Airport Rail Link" eingesetzt.
Die Züge werden voll klimatisiert und geräumig sein, mit vollem
Zugang für behinderte Menschen, einem Angebot für Radfahrer
und Gepäck, ebenso wie CCTV und Steckdosen für Laptops.
Transport Scotland wird ebenfalls ein Programm der Bahnsteigverlängerung
in Ayrshire und Inverclyde fördern, um die Einführung längerer
Züge zu ermöglichen. Die Entwicklung und Machbarkeit wird derzeit
von Network Rail überprüft und soll bis Dezember 2010 erfolgen.
Die
Transaktion wird auch Züge aus der aktuellen Flotte freisetzen, die
ihren Betrieb in dem mit 300 Millionen Pfund veranschlagten Projekt Airdrie
- Bathgate aufnehmen sollen, das derzeit von Network Rail bis zum Jahr
2010 fertigstellt werden soll.
Herr Swinney sagte: "Es ist wirklich ermutigend zu sehen, wie die
Zahl der Fahrgäste auf unserem Schienennetz zunimmt. Wenn wir wollen,
dass dies fortgesetzt wird und dass immer mehr schottische Bürger
von ihren Autos zu öffentlichen Verkehrsmitteln wechseln, müssen
wir weiterhin in unserer Schienennetz investieren.
Diese neuen Züge sind von entscheidender Bedeutung für unser
Programm von nachhaltigen Investitionen in das Schienennetz und deren
Einführung führt zu erheblichen Vorteilen für unsere Wirtschaft
und unsere Umwelt durch die Reduzierung von Emissionen und die Verbesserung
unseres wirtschaftlichen Wohlstands und der Wettbewerbsfähigkeit
der Unternehmen. Zehntausende von Pendlern aus den westlichen Teilen Schottlands
erleben die Vorteile dieser Investition, ebenso wie Urlauber, in einem
breiten Bereich zwischen Gourock, Glasgow und Ayr. Mit dieser Akquisition
werden zudem ältere Fahrzeuge frei, um der Verbindung Airdrie - Bathgate
zusätzliche Kapazitäten zwischen Edinburgh und Glasgow zu geben.
Ich freue mich besonders, dass durch dieses Abkommen 134 neue Arbeitsplätze
in Schottland entstehen werden, einschließlich der benötigten
Triebfahrzeugführer, der Schulung des Personals, dem Reinigungs-Personal
und neuer Mitarbeiter im Depot Shields Road, Glasgow."
Mary Grant, Geschäftsführerin von First ScotRail, sagte: "Dies
ist die größte Bestellung elektrischer Züge in Schottland
seit einem Jahrzehnt. Dies wird zu zusätzlichen Leistungen zu einem
Zeitpunkt führen, wo immer mehr Menschen sich für die Schiene
als bevorzugtem Transportmittel entscheiden.
Die neuen Züge erlauben die Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten
in Ayrshire und Inverclyde und ermöglichen die Freigabe von alten
Fahrzeugen für den Betrieb auf anderen wichtigen Strecken wie Airdrie
- Bathgate. Sie werden in unserem Depot Shields Road in Glasgow gewartet,
wo erhebliche Investitionen in die Bereithaltung einer erweiterten Belegschaft
gemacht werden."
Christian
Roth, Geschäftsführer von Siemens Transportation Systems, sagte:
"Siemens
hat sich bei Schienbetreibern einen guten Ruf für die pünktliche
Lieferung und Wartung im Vereinigten Königreich erworben. Die
Vergabe dieses Auftrags ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für
Siemens und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit First ScotRail und
Transport Scotland bei diesem spannenden Projekt, das Siemens als wichtigen
Zulieferer von Fahrzeugen nördlich der Grenze etableren wird."
(WKZ,
Quelle Pressemeldung Transport Scotland, 14.07.08).
Verkehrsministerium
benennt bevorzugte Bewerber für Thameslink-Züge
Das Ministerium für Verkehr gab am 10.07.08 die in die engere Auswahl
gelangten Bewerber zum Bau der neuen Thameslink-Züge im Wert von
rund 1.4 Milliarden Pfund bekannt. Es sind dies:
• ALSTOM Transport
• Bombardier Transportation UK Limited
• Hitachi Europe Limited
• Siemens Transportation Systems
Die
Bieter werden gebeten, 1 100 neue Wagen für die Thameslink-Strecken
zu bauen, was die aktuelle Stückzahl um rund 380 Wagen übertrifft.
Dies bedeutet, dass rund 14 500 zusätzliche Sitzplätze zu Verfügung
stehen werden.
Die Züge werden weniger Energie verbrauchen und leichter als die
derzeitigen Fahrzeuge sein. Network Rail und die Bahnbetreiber wurden
in erheblichem Umfang an der Entwicklung der Pläne für die neuen
Züge beteiligt, Fahrgastvertreter wurden ebenfalls konsultiert (Pressemeldung
Department for Transport , 11.07.08).
Weltrekord-Jubiläum
bringt vier ‘A4’-Loks zusammen
Am 5. Juli gab es in Grossbritannien ein großes Ereignis: Die vier
in Großbritannien übriggebliebenen Loks der berühmten
'A4'-Klasse sind das erste Mal seit 40 Jahren in York zussammengetroffen,
um den 70. Jahrestag des Weltgeschwindigkeitsrekords der Nr. 4468 Mallard
(202,6km/h) zu feiern. Die drei noch betriebsfähigen Loks sind am
5. und 6. Juli auch auf der East Coast Main Line gefahren.
Auf dem Foto sind (von links) Nr. 60009 Union of South Africa, Nr. 60007
Sir Nigel Gresley, Nr. 60019 Bittern und Nr. 4468 (spaeter 60022) Mallard.
Die Nr. 60008 Dwight D. Eisenhower ist heutzutage in den USA, und die
Nr. 60010 Dominion of Canada in Kanada beheimatet (Tony
Streeter, 10.07.08).
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