Norwegen
/ Norge
Talgo-Unterflurdrehmaschine
2112 für die Bybanen
Mitte Juni nahm im norwegischen Bergen die erste komplett neu konzipierte
Stadtbahn Skandinaviens den Betrieb auf. Neben Streckenneubau und Fahrzeugbeschaffung
wurde in den letzten Monaten eine eigene Instandhaltungswerkstatt gebaut.
Hierfür wurde u.a. eine Unterflurdrehmaschine (UFD) der Bauart
2112 bei Talgo beschafft. Dieser Maschinentyp wird weltweit auch bei
zahlreichen anderen Betreibern von LightRail-Fahrzeugen erfolgreich
eingesetzt.
Im vorliegenden Anwendungsfall ist die Maschine mit speziell auf die
Fahrwerke der eingesetzten Variobahn-Fahrzeuge des Herstellers Stadler
abgestimmten Niederhaltern ausgestattet, welche zum Ziel einer zügigen
Radumrissbearbeitung eine Erhöhung der Radaufstandskräfte
bewirken (die zu bearbeitenden Radpaare werden durch einen Reibrollenantrieb
in Rotation versetzt).
Diverse europäische Betreiber von Niederflurstraßenbahnen
verschiedenster Hersteller, wie z.B. die Bogestra, die VAG Freiburg,
die Rotterdamer RET, die Pariser RATP oder die Innsbrucker IVB, nutzen
ebenfalls Talgo-UFDs für eine ökonomische Radumrissbearbeitung
(Pressemeldung Talgo, 08.07.10).
Stadler
Pankow liefert weitere fünf Straßenbahnen nach Bergen
Die Stadt Bergen hat mit ihrer ersten Bestellung im Jahr 2008
12 Straßenbahnen vom Typ Variobahn bei Stadler bestellt - die
ersten drei Fahrzeuge befinden sich vor Ort und werden in den kommenden
Tagen in den Fahrgastbetrieb gehen. Die Variobahnen bedienen die ca.
10 km lange, neuerbaute Strecke zwischen dem Stadtzentrum Bergen und
Nesttun.
Im Rahmen einer Feierlichkeit anlässlich des bevorstehenden Fahrgastbetriebes
erhielt die Stadler Pankow GmbH am vergangenen Wochenende einen Folgeauftrag
über weitere fünf Variobahnen von Bybanen. Das Auftragsvolumen
umfasst ca. 12 Mio. Euro. Bei diesem Auftrag handelt es sich um eine
Optionseinlösung. Ab 2012 werden diese Fahrzeuge auf der geplanten
Streckenerweiterung über Nestun hinaus zum Einsatz kommen.
Die Zweirichtungsfahrzeuge entsprechen denen der Erstbestellung und
verfügen über 100% Niederfluranteil. 84 Sitzplätze und
128 Stehplätze und sind in dem 2,65 m breiten und 32,1 m langen
Fahrzeug untergebracht. Klimatisierte Fahrgast- und Fahrerräume,
geräumige Gelenkübergänge sowie vier Außentüren
auf jeder Seite dienen dem angenehmen Reisen.
Die Fertigung der Variobahnen erfolgt in dem Kompetenzzentrum für
Straßenbahnen der Stadler Rail Group, in Berlin (Pressemeldung
Stadler, 29.04.10).
Drei
Tote nach Geisterfahrt eines Zuges in Oslo
Am KV-Terminal
Oslo-Alnabru in Oslo lösten sich 16 Wagen von einem Güterzug
und rollten ohne Lokomotive in den etwa 8 km entfernten und ca. 100
m tiefer liegenden Hafen. Dort durchschlugen die Wagen, überwiegend
sechsachsige Taschenwagen T2000, ein Abfertigungsgebäude und rollten
schließlich in den Oslofjord. Drei Hafenarbeiter wurden getötet,
drei weitere verletzt, wie
die BBC und die
Welt berichten.
"Der Unfall war der gravierendste Vorfall auf dieser Bahnstrecke
in den letzten Jahren, und er hatte leider tragische Folgen. Unsere
Gedanken sind bei den Überlebenden und Angehörigen der Verletzten",
sagte Jernbanedirektorin Elisabeth Enger (Dr. Volker Starrock, Roland
Frindik, WKZ, 25.03.10).
Bombardier
liefert erste IORE aus

Klas Wahlberg, Präsident von Bombardier Transportation AB (links)
überreichte am 26.01.10 in Kiruna die erste IORE-Doppellok an Goran
Heikkilä, Logistikchef von LKAB.
Insgesamt liefert Bombardier vier IORE-Doppelloks an die Erztransportgesellschaft
MTAB (Malmtrafik i Kiruna AB), einer Tochtergesellschaft der LKAB (Luossavaara-Kiirunavaara
Aktiebolag), die den Transport von Erz aus Kiruna und Malmberget zu
den Häfen in Luleå und Narvik in Norwegen gewährleistet.
Die Lokomotive ist Teil der zweiten Bestellung von vier Lokomotiven
durch MTAB im September 2007. Die erste Lieferung von neun Doppelloks
im Betrieb in MTAB erfolgte seit dem Jahr 2000.
Die vier IORE- Lokomotiven erlauben es MTAB, mehrere der alten Dm3-Lokomotiven
zu ersetzen. Die Lokomotiven haben ihre Zuverlässigkeit unter den
extremen Bedingungen bewiesen. Zusammen mit einem neuen Wagentyp fährt
MTAB diese Lokomotiven im Dauerbetrieb mit einer Standard-Last von 8
000 Tonnen.
Die Bombardier Transportation Service Division in Schweden betreibt
seit 2006 für MTAB auch die Wartung und Ersatzteilversorgung der
Loks (Bengt Dahlberg, Quelle
Pressemedung Bombardier, 24.08.10).
Erste
Bariobahn in Bergen abgeliefert


Die erste von 12 Straßenbahnen vom Typ Variobahn ist gestern in
Bergen abgeliefert worden. Die restliche Flotte wird dem Kunden Bybanen
voraussichtlich bis Ende 2010 geliefert. „Nur knapp zwei Jahre
von der Vertragsunterzeichnung bis zur Auslieferung der ersten Variobahn
ist eine relativ kurze Zeit für ein solch umfangreiches Projekt
- wir sind sehr stolz, dass es uns gelungen ist, diesen anspruchsvollen
Zeitplan einzuhalten,“ erläutert Ulf Braker, Vertriebsleiter
und Projektleiter Straßenbahnen der Stadler Pankow GmbH.
Auf einen Schwertransporter geladen, wurde die Variobahn über Ellund
nach Hirthals zum Fährhafen und dann mit der Fähre weiter
nach Bergen transportiert. „Die Fahrt von unserem Servicecenter
in Velten bis nach Bergen dauerte 6 Tage bzw. Nächte und wir sind
sehr froh, dass alles gut geklappt hat“, ergänzt Ulf Braker.
Die pünktliche Ankunftszeit in Bergen und das problemlose Abladen
wurde vom Betreiber der neuen Variobahn, Bybanen, begeistert aufge-nommen.
Darüber hinaus fuhr die Variobahn eigenständig in die Betriebsstätte
in Bergen ein.
2008 hat in Bergen der Bau eines völlig neuen Straßenbahnnetzes
begonnen. Damit startet eine neue Epoche von Straßenbahnsystemen
in Skandinavien.
Der erste Streckenabschnitt des Systems mit einer Länge von ca.
10 km wurde zwischen dem Stadtzentrum Bergen und dem Stadtteil Nestun
bereits fertig gestellt. Auf dieser Strecke wird der Fahrgastbetrieb
mit den Zweirichtungsfahrzeugen ab Sommer 2010 aufgenommen. Bis da-hin
werden die Variobahnen Testfahrten auf der Strecke absolvieren sowie
Fahrschulbetriebsfahrten (Pressemeldung Stadler, 10.12.09).
Stärkere
Diesel-Lokomotiven für CargoNet
Sechs neue Diesel-Lokomotiven Euro 4000 sollen im kommenden Jahr bei
CargoNet eingestellt werden. Sie haben einen um 33 Prozent stärkeren
Motor als die Lokomotiven der vorhandenen Baureihe CD 66, wodurch die
Kapazitäten im kombinierten Verkehr auf der Nordlandsbanen ab Mai nächsten
Jahres erhöht werden können.
Die Euro 4000 ist eine der mächtigsten Dieselmotoren auf dem europäischen
Markt. Die ersten Lokomotiven werden nun in Spanien montiert. Um die
Lokomotive für das Klima in Skandinavien (Schnee, tiefe Temperaturen)
einsatzbereit zu machen, erhalten die Lokomotiven einige kleinere
Modifikationen (Bengt Dahlberg, WKZ, Pressemeldung CargoNet, 19.09.09).
Cargolinkzüge
nach Narvik



Die Cargolinkzüge nach Narvik verkehren jeweils Mittwochs (Narvik an
etwa um 5 Uhr und 17 Uhr wieder ab). Gefahren wird mit gemieteten GC
Rc und immer noch einem Begleitwagen für das Personal.
Die ME 26 sind in Norwegen vor den Zügen inzwischen im Einsatz, sowohl
die Nummer 09 als auch die 04 haben wir gesichtet. Interessant dabei,
die Loks haben beide nur Deutschland im Zulassungsregister stehen und
die 09 sogar noch das Logo von Regio SH (Neel
Bechtiger, 01.04.09).
1,2
Milliarden NOK mehr für die Eisenbahninfrastruktur
Der Etatvorschlag der norwegischen Regierung für 2009 beinhaltet eine
erhebliche Stärkung für Unterhalt und Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur.
Der Etat für den Unterhalt steigt um 25% und für Investitionen um 36%.
Dies ermöglicht eine rationelle Fortführung der laufenden Projekte sowohl
bezüglich Investitionen als auch Unterhalt im nächsten Jahr. Zusätzlich
erfolgt eine außergewöhnliche Anhebung um 90 Millionen NOK (10 Millionen
EUR) für den Unterhalt der Dovre- und Bergenbahn.
Die norwegische Eisenbahninfrastrukturverwaltung Jernbaneverket ist
in drei Regionen aufgeteilt und auf diese werden sich die großen Maßnahmen
im nächsten Jahr wie folgt verteilen: (Die Jahreszahlen der Fertigstellung
gelten bei optimalen Baufortschritt).
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Region Ost:
• Volle Weiterführung des Baus des Bahnhofs Lysaker (260 Mio.
NOK / 28,9 Mio. EUR), fertig 2009
• Volle Weiterführung der neuen zweigleisigen Strecke Lysaker
- Sandvika (840 Mio. NOK /93,3 Mio. EUR), fertig 2011
• Volle Weiterführung des Erneuerungsprojektes "Projekt Oslo",
Etterstad - Oslo S - Oslotunnel - Skøyen - Lysaker (220 Mio. NOK, 24,4
Mio. EUR)
• Außergewöhnlicher Unterhalt auf der Dovrebahn zur Beseitigung
von Langsamfahrstellen und problematischen Streckenabschnitten.
• Beginn des zweigleisigen Streckenausbaus auf der Vestfoldbahn,
Barkåker - Tønsberg (160 Mio. NOK / 17,8 Mio. EUR), fertig 2012/2013
• Weiterführung der Arbeiten an dem Kreuzungsgleis Berg an der
Ostfoldbahn, fertig 2009
• Baubeginn für ein neues Kreuzungsgleis in Jensrud zwischen Hakadal
und Stryken an der Gjøvikbahn, fertig 2010
• Bau einer neuen Haltestelle in Nydalen an der Gjøvikbahn, fertig
2009
• Bahnhof Drammen, Gleisanpassung für den Flughafenzug: 25,3 Mio.
NOK / 2,8 Mio. EUR, fertig 2009
• Planung: Oslo - Ski, neue zweigleisige Strecke 50 Mio. NOK /
5,5 Mio. EUR
• Planung: Alnabru neues KV-Terminal: 40 Mio. NOK / 4,4 Mio. EUR
• Planung: Eidsvoll-Hamar, neue zweigleisige Strecke: 30 Mio.
NOK / 3,3 Mio. EUR
• Planung: Wendekapazität für Züge auf der Drammenbahn (Westkorridor)
30 Mio. NOK / 3,3 Mio. EUR
• Planung: Holm - Holmestrand, Westfoldbahn: 30 Mio. NOK / 3,3
Mio. EUR
• Planung: Verbesserte Stromversorgung der Gjøvikbahn: 5 Mio.
NOK / 0,5 Mio. EUR
• Bahnsteigverlängerung in Vestfossen (2 Stück), Gullhella, Tangen,
Grua, Harestua, Nordby und Hanaborg
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Region West:
• Volle Weiterführung des zweigleisigen Ausbaus Sandnes -
Stavanger (761 Mio. NOK / 84,5 Mio. EUR) fertig 2009
• Zweigleisiger Abschnitt Bahnhof Bergen - Fløen (100 Mio.
NOK / 11,1 Mio. EUR)
• Außergewöhnliche Unterhaltsarbeiten an der Bergenbahn
zur Beseitigung von Langsamfahrstellen und problematischen Streckenabschnitten
• Arbeiten zur Verlängerung des Kreuzungsgleises Nodeland
an der Südlandbahn, fertig 2010
• Arbeiten zur Verlängerung des Kreuzungsgleises Ualandan
der Südlandbahn, fertig 2010
• Abschlussfinanzierung des KV-Terminals Ganddal: 52,4 Mio. NOK,
fertig 2008
• Bahnsteigverlängerung in Gol, Flåm, Snartemo, Vennesla,
Gyland og Geilo, fertig: 2009
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Region Nord:
•
Baubeginn Tunnel Gevingåsen, Nordlandsbahn (150 Mio. NOK), fertig
Herbst 2011
• Fernsteuerung Mosjøen - Bodø (123 Mio. NOK / 13,7
Mio. EUR) fertig 2011
• Fernsteuerung Grong - Mosjøen (21 Mio. NOK / 2,3 Mio.
EUR)
• Außergewöhnliche Unterhaltsarbeiten an der Dovrebahn
zur Beseitigung von Langsamfahrstellen und problematischen Streckenabschnitten
• Verlängerung des Kreuzungsgleises Fauske an der Nordlandsbahn,
fertig 2009
• Verlängerung des Gleises 3 im Bahnhof Heimdal, Dovrebahn,
fertig 2009
• Fertigstellung der Maßnahmen im Bahnhof Verdal, Nordlandsbahn
• Fertigstellung der Maßnahmen im Bahnhof Mo i Rana, Nordlandsbahn
• Bahnsteigverlängerung in Sparbu, Løten, Mørkved
und Bergsgrav, fertig 2009
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Im Programmbereich "Sicherheit" wird eine Zuteilung von 140 Mio. NOK
/ 15,6 Mio. EUR vorgeschlagen, für "Kapazitätssteigernde Maßnahmen"
269 Mio. NOK / 29,9 Mio. EUR und für "Stationen und Knotenpunkte" (einschließlich
Kundeninformation) 115 Mio. NOK / 12,8 Mio. EUR. Der Programmbereich
"Sicherheit" umfasst unter anderem Lawinensicherungsmaßnahmen und die
Beseitigung und Sicherung von Bahnübergängen (Roland
Frindik, Quelle Pressemeldung Jernbaneverket, 27.10.08).
HaCon
Fahrplanauskunft HAFAS für Norwegen
Mit Agder Kollektivtrafikk und Nettbus haben sich zwei weitere Norwegische
Unternehmen für den Einsatz der Fahrplanauskunft HAFAS entschieden.
Agder Kollektivtrafikk ist für den Verkehr in den beiden norwegischen
Provinzen Vest-Agder und Aust-Agder verantwortlich und deckt die Fjordregion
um Kristiansand ab. Nettbus betreibt Linienverkehre in ganz Norwegen
und ist mit einer Flotte von 2.300 modernen Bussen eines der größten
Verkehrsunternehmen in Norwegen.
HAFAS
kommt so in immer mehr norwegischen Provinzen zum Einsatz und wird in
Kürze unter www.rutebok.no als erweiterte Auskunft für Bus,
Bahn und Boot für ganz Norwegen in Betrieb gehen. Partner hier
ist die norwegischen Firma Norsk Reiseinformasjon AS (NRI), die ihr
bisheriges System durch ein HAFAS-System ablöst.
NRI
betreibt die Fahrplanauskunft für zahlreiche Verkehrsunternehmen
in ganz Norwegen und deckt mit ihrem Datenbestand etwa 90% der öffentlichen
Verkehre in Norwegen ab.
Landesweite
intermodale Auskunftssysteme auf Basis von HAFAS setzen sich somit europaweit
immer mehr durch. Neben Installationen in Nordamerika und Japan wird
HAFAS so in 14 Europäischen Ländern als Auskunftssystem eingesetzt
(Pressemeldung
HaCon Ingenieurgesellschaft mbH, 17.09.08).
NSB
bestellen 50 FLIRT
Die Norwegischen Staatsbahnen NSB haben am 19.08.08 den Auftrag für
insgesamt 50 FLIRT-Züge sowie eine Option für 100 weitere
Züge an Stadler Rail vergeben. Diese Flottenerneuerung stellt für
die NSB den grössten je vergebenen Auftrag dar. Stadler wird bis
2013 den NSB 26 fünfteilige Züge für den S-Bahn-Verkehr
im Grossraum Oslo liefern. Weitere 24 fünfteilige Züge werden
bei Stadler für mittlere Strecken im gesamten südlichen Norwegen
bis in den Raum Bergen bestellt. Der Auftrag hat ein Volumen von CHF
640 Mio.
Stadler hat sich mit dem international bewährten FLIRT (Flinker
Leichter Innovativer Regional Triebzug) ein weiteres mal gegen harte
Konkurrenz durchsetzen können. Mit diesem Zuschlag erhöht
sich die Anzahl auf 463 verkaufte FLIRT. Norwegen ist das zehnte Land,
welches im S-Bahn-Verkehr auf das bewährte Stadler-Produkt FLIRT
setzt.
Dieser Verkaufserfolg ist ein weiterer Meilenstein für Stadler
in Skandinavien nach den Aufträgen über 32 FLIRT für
die S-Bahn Helsinki und 12 Strassenbahnen für die Stadt Bergen.
Mit diesem Auftrag wird die jahrzehntelang bestehende Zusammenarbeit
der ehemaligen schweizerischen Rollmaterialindustrie mit Norwegen weitergeführt:
Einst wurde die elektrische Ausrüstung der Triebzugtypen 69 und
70 sowie eine ganze Serie von Lokomotiven des Typs „Lok 2000“
aus der Schweiz nach Norwegen geliefert. Die Freude bei Stadler ist
gross, da es sich um ein sehr intensives und umfangreiches Auswahlverfahren
gehandelt hat. Dazu Peter Spuhler, Inhaber und CEO der Stadler Rail
Gruppe: „Wir sind sehr stolz, dass es uns gelungen ist, die hohen
Anforderungen des Fahrzeugpflichtenheftes mit dem FLIRT-Konzept zu erfüllen.
Sicher haben auch die Referenzen unserer bisherigen Kunden namentlich
bezüglich Zuverlässigkeit und Komfort die Entscheidung positiv
beeinflusst.“
Die von NSB bestellten Fahrzeuge basieren grundsätzlich auf dem
von Stadler bisher 413-mal erfolgreich verkauften FLIRT. In einzelnen
Bereichen wurde indes das bewährte FLIRT-Konzept weiterentwickelt:
So werden die fünfteiligen NSB-Fahrzeuge über drei Antriebseinheiten
verfügen statt über zwei, wie bei den 4-teiligen FLIRTs üblich.
Das breitere norwegische Profil erlaubt eine Wagenkastenbreite von 3'200
mm und die Fahrzeuge müssen den Anforderungen eines strengen Winters
in Norwegen erfüllen. Jene 26 Züge für den Grossraum
Oslo mit der Bezeichnung „long local“ können dank der
grösseren Wagenbreite komfortabel mit einer Sitzanordnung 3 + 2
ausgestattet werden und verfügen dadurch insgesamt über 296
Sitzplätze. Die übrigen 24 Züge mit der Bezeichnung „short
regional“ verfügen über 231 Sitzplätze in der Anordnung
2 + 2, davon 42 in der 1. Klasse.
Wie die meisten FLIRTs erreicht auch jener für die NSB eine Geschwindigkeit
von 160 km/h. Das Fahrzeugkonzept ist jedoch so ausgelegt, dass die
Züge mit nur geringen Modifikationen auf eine Höchstgeschwindigkeit
von 200 km/h aufgerüstet werden können.
Dieser Auftrag trägt zusammen mit dem kürzlich von den SBB
erteilten Auftrag für 50 Doppelstockzüge (DOSTO) massgeblich
zu einer langfristig guten Grundauslastung von Stadler bei. Die Aufträge
für NSB und SBB ergeben 3 Mio. Produktionsstunden und werden komplett
in der Schweiz gefertigt. Diese Stunden werden im Zeitraum 2010 –
2015 in der Produktion abgearbeitet. Die Gesamtkapazität der drei
Werke Bussnang, Altenrhein und Winterthur lag 2007 etwas über 2
Mio. Produktionsstunden pro Jahr.
Das Stadler-Werk Altenrhein wird zum Doppelstock-Kompetenzzentrum aufgerüstet.
Das Werk wird für rund CHF 45 Mio. erweitert und es werden rund
300 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Mit dem SBB-DOSTO-Auftrag
wird in Altenrhein bis 2015 eine gute Grundauslastung von rund 60% erreicht.
Der NSB-Auftrag wird komplett im Werk Bussnang abgewickelt, das sich
in den letzten Jahren unter anderem zum FLIRT-Kompetenzzentrum entwickeln
konnte. Mit diesem Auftrag wird auch in Bussnang bis 2013 eine gute
Grundauslastung erreicht, wobei das grösste Stadler-Werk mit 1'000
Mitarbeitern und einer Kapazität von 1,3 Mio. Arbeitsstunden pro
Jahr mittelfristig noch genügend Kapazität für weitere
Aufträge hat.
In Oberwinterthur wird an einem neuen Standort ein Drehgestell-Kompetenzzentrum
für die gesamte Stadler-Gruppe realisiert. Mit Investitionen in
der Grössenordnung von CHF 25 Mio. wird ein Neubau erstellt, der
über eine Jahreskapazität von 600 Drehgestellen verfügen
wird. Diese kann auf 1'000 erhöht werden (Pressemeldung
Stadler, 20.08.08).
Hohes
Wachstum im Bahnverkehr stößt an Kapazitätsgrenzen
Anzahl der täglichen Personenzüge im
Großraum Oslo. Grafik Jernbaneverket.
Die norwegische Eisenbahninfrastrukturverwaltung Jernbaneverket weist
in ihrer offiziellen Statistik nach, dass im vergangenen Jahr 2007
insgesamt 56,8 Millionen Zugreisen in Norwegen unternommen wurden. Dies
sind nahezu 2,2 Millionen Zugreisen mehr als im Jahr zuvor und entspricht
einem Anstieg von 3,9%. Der Güterverkehr stieg um 2% auf 3,41 Milliarden
Tonnenkilometer. Das Wachstum setzt sich in 2008 fort.
In den ersten vier Monaten diesen Jahres verzeichnet die größte Güterverkehrsgesellschaft
CargoNet ein Wachstum zwischen 10 und 12 Prozent. Auch im Personenverkehr
meldet NSB ein Umsatzwachstum. Der Zugverkehr auf dem norwegischen Eisenbahnnetz
ist weiterhin im Wachstum begriffen, wobei bereits auf vielen Strecken
die Kapazitätsauslastung bei über 100% liegt.
Einhundert Prozent Kapazitätsauslastung ist definiert über die
Anzahl an Zügen, die mit jeweils höchster zugelassener Geschwindigkeit
die Strecke abfahren können. Deshalb kann bei geringerer Zuggeschwindigkeit
Platz für zusätzliche Züge geschaffen werden und eine Kapazitätsauslastung
von über 100% errreicht wird. Die Kapazitätsauslastung liegt über oder
knapp unter 100% im Bereich der großen Städte und an vielen Orten im
Südosten Norwegens. Zu den Tageszeiten, an denen die meisten Züge gefahren
werden, nähert sich die Kapazitätsauslastung 100% auch auf vielen Hauptstrecken
zwischen den Landesteilen. Zum beispiel fahren täglich alleine
750 Personenzüge durch den Osloer Hauptbahnhof.
Die in staatlicher Hand befindliche Personenverkehrsgesellschaft NSB
AG hatte 2007 48,27 Millionen Fahrgäste, während die Flughafenverbindung
der Gesellschaft Flytoget 5,35 Millionen Fahrgäste hatte. NSB Gjøvikbanen
AG, die Gesellschaft, die den Personenverkehr auf der Strecke Oslo -
Gjøvik betreibt, hatte 1,15 Millionen Fahrgäste, während die touristische
Flåmsbahn letztes Jahr eine Rekordzahl von 583.000 Fahrgäste aufwies.
Nachdem es wieder mehrere tägliche Verbindungen von und nach Stockholm
gibt (welche längere Zeit fast ganz eingestellt waren - RF) stieg der
Verkehr mit dem Ausland wieder kräftig auf 470.000 Fahrgäste, die meisten
davon auf den Strecken nach Göteborg und Stockholm.
Im innernorwegischen Güterverkehr ist CargoNet mit Abstand der größte
Betreiber. Die Gesellschaft hatte 2,43 Milliarden Tonnenkilometer in
2007 aufzuweisen, während die anderen Güterverkehrsunternehmen 23 Millionen
Tonnenkilometer hatten.
Im norwegischen Schienengüterverkehr erfolgte in den vergangenen Jahren
ein großer Umbruch vom traditionellen Wagenladungsverkehr zum Kombinierten
Verkehr mit Wechselbehältern und kranbaren Sattelanhängern. Dies führte
zu mehr Güteraufkommen und folglich zu einer Ausweitung z.B. im Transport
von Frischwaren.
Im Wirtschaftsverkehr mit dem Ausland betrug der Eisenerztransport auf
der Ofotbahn 633 Millionen Tonnenkilometer, während das Aufkommen von
CargoNet über die Landesgrenze allein auf den norwgischen Streckenabschnitten
283 Millionen Tonnenkilometer betrug.
Andere Güterverkehrsunternehmen vermelden entsprechend 44 Millionen
Tonnenkilometer im Außenwirtschaftsverkehr. Wenn man danach schaut,
welche Gesellschaft die meisten Tonnen auf norwegischen Gleisen verfrachtete,
so ist dies das Eisenerztransportunternehmen Malmtrafikk AG, die auf
der Ofotbahn 16,24 Millionen Tonnen abfuhr.
Bezüglich des Ausbaus des Eisenbahnnetzes in 2007 erfolgten die größten
Bauarbeiten im Bahnhof Lysaker, auf der Strecke Lysaker - Sandvika und
der Strecke Sandnes - Stavanger sowie am neuen Terminal Ganddal bei
Sandnes (Roland Frindik, Quelle
Pressemeldung JBV, 14.07.08).
NSB
Teknikk vermieten zwei El 18 an Peterson Rail AB
NSB Teknikk vermieten zwei El 18 für zwei Jahre an Peterson Rail
AB, um Güterzüge in Schweden und Norwegen zu fahren. Die Wartung wird
von NSB in Lodalen gemacht. Wenn Wartung stattfinden soll, wird einfach
die Lok getauscht (Bengt Dahlberg,
04.07.08).
Angel
Trains liefert zehn Traxx-Lokomotiven an CargoNet
Angel Trains hat mit CargoNet AS einen Leasingvertrag über zehn Bombardier
Traxx elektrische Lokomotiven für den Einsatz in Norwegen und Schweden
geschlossen. Neben der Norwegischen Staatsbahn (NSB), die mit einer
Beteiligung von 55% Hauptanteilseigner der CargNet AS ist, hält die
Green Cargo AB die übrigen 45%. CargoNet AS transportiert mehr als 800.00
TEU (20-Fuß-Einheit) auf dem Schienenweg in Norwegen und Schweden.
An der Seite des etablierten und professionellen Betreibers CargoNet,
ebnet sich Angel Trains den Weg in den Markt des skandinavischen Schienenfrachtverkehrs.
Der geschlossene Erstauftrag beläuft sich vorerst auf einen Zeitraum
von drei Jahren. Die hauptsächlich für den Bereich Containerzug bestellen
Lokomotiven werden Ende 2008 an CargoNet ausgeliefert und ihren Betrieb
im Januar 2009 sowohl in Norwegen, als auch in Schweden aufnehmen. Die
Fahrzeuge waren Teil eines früheren Terminauftrages über 60 Traxx Lokomotiven,
der 2007 von Angel Trains an Bombardier vergeben wurde.
Emmanuel Mariani, Kundenbetreuer für den skandinavischen Markt bei Angel
Trains Cargo sagte dazu: „Wir beobachten den skandinavischen Markt seit
einigen Jahren und sind sehr erfreut, mit CargoNet einen - auf dem schwedischen
und norwegischen Markt erfahrenen und etablierten - Partner gefunden
zu haben. Durch CargoNet ist es uns möglich unsere Produkte aus dem
Frachtbereich auf dem skandinavischen Markt zu etablieren. CargoNet
als Leasingpartner gewonnen zu haben, ist außerdem von großer strategischer
Bedeutung, da CargoNet beim Zulassungsprozess unserer zehn Lokomotiven
eine wichtige Rolle spielt. Wir sind davon überzeugt, dass dies lediglich
der Beginn einer langfristigen und für beide Seiten lohnenswerten Geschäftsbeziehung
sein wird, die noch viel Raum für weitere gemeinsame Projekte bietet.“
Tim Jackson, Executive Director von Angel Trains International kommentierte:
„Angel Trains investiert schon seit Jahren in den europäischen Schienenfahrzeugmarkt
und befürwortet dessen Liberalisierung. Von daher bin ich sehr erfreut,
dass die Entscheidung in die Multisystemlokomotiven zu investieren,
es uns ermöglicht hat eine weitere staatliche Bahngesellschaft als Kunden
hinzu zu gewinnen und uns somit noch stärker auf dem europäischen Markt
zu etablieren. Ich bin sicher, dass CargoNet und Angel Trains in der
skandinavischen Region weitere Erfolge verzeichnen werden.“
Are Kijensli, CEO, NargoNet äußerste sich dazu: „Für CargoNet stellt
die Zusammenarbeit mit Angel Trains einen bedeutenden neuen Schritt
in der Entwicklung des intermodalen Netzwerkes dar. Wir haben bereits
ein hohes Wachstum verzeichnen können und eine hohe Auslastung der Lokomotiven
ist in Zukunft äußerst wichtig. Mit neuen Lokomotiven und Angel Trains
als Partner, wird CargoNet die Entwicklung eines intermodalen Konzeptes
für den „Schienenverkehr der Zukunft“ fortsetzen. “
Edmund Schlummer, President des Bereichs Lokomotiven bei Bombardier
Transportation fügte hinzu: „Wir begrüßen es sehr, dass sich unsere
Vision für den skandinavischen Markt realisieren ließ und dass Bombardier
einen erfolgreichen Beitrag zur wachsenden Partnerschaft zwischen Angel
Trains Cargo und CargoNet leisten konnte. Durch diese Partnerschaft
ist es uns gelungen, unsere Traxx Lokomotiven auf dem norwegischen Markt
zu positionieren und somit die Anzahl unserer - in europäischen Ländern
betriebenen - Fahrzeuge auf 15 zu erhöhen. Wir betrachten dies jedoch
lediglich als einen weiteren Schritt auf dem Weg zu mehr Erfolg in Skandinavien.
“ (Pressemeldung Angel Trains, 23.04.08).