Österreich
ÖBB
lassen die Senioren einfach links liegen
"Sie kennen alle diese oder ähnliche Berichte: 'Senioren sind die am stärksten
wachsende Konsumenten-Gruppe'. Sie wissen auch, dass viele Unternehmen
entschlossen an der Entwicklung eigener Senioren-Angebote arbeiten, um
dieses wichtige Kunden-Potential zu nutzen. Nur die ÖBB haben das nicht
nötig: Seit zwei Jahren verzichten sie auf ein eigenes Senioren-Angebot
und gefährden damit ihren eigenen (!) Geschäftserfolg", erklärt Heinz
K. Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes und selbst
anerkannter Werbefachmann.
Hintergrund: Von 2005 bis 2008 boten die ÖBB mit dem '7-Euro-Senioren-Ticket'
den älteren Generationen ein besonders beliebtes und erfolgreiches Produkt
an. Rund 150.000 dieser Tickets wurden in dieser Zeit jährlich von den
österreichischen Seniorinnen und Senioren gekauft. Aber 2008 jedoch erfolgte
die plötzliche Abschaffung.
"Auch durch hartnäckige Anfragen war von den ÖBB nicht zu erfahren, was
zur Abschaffung dieser Aktion geführt hatte. Erst heuer enthüllte ein
Rechnungshof-Bericht die Gründe: Die Aktion war 2008 mit einer - vom Vorstand
nicht einmal genehmigten - Werbeaktion um mehr als 900.000 Euro begleitet
worden. Aufgrund dieser unverhältnismäßig hohen Werbekosten war die Aktion
dann natürlich nicht mehr wirtschaftlich", erklärt Becker zu den Hintergründen.
Und schlussfolgert kühl: "Nicht das Produkt hätte abgeschafft werden müssen
sondern die für diese extrem hohen Werbeausgaben verantwortlichen Manager!"
"Es war also Misswirtschaft, die der beliebtesten ÖBB-Aktion aller Zeiten
ein Ende bereitet hat. Ein Umstand, für den die Senioren heute noch den
Schaden haben: Denn außer einem kläglich gescheiterten Versuch aus dem
Vorjahr - die Senioren-Aktion im November 2009 brachte nur etwas mehr
als 6.000 verkaufte Tickets - lassen die ÖBB die Senioren einfach links
liegen", kritisiert der Seniorenbund-Generalsekretär.
"Jährlich unterstützen die Steuerzahler die ÖBB mit vielen Milliarden
Euro. Da könnte man doch wenigstens erwarten, dass diese alles unternehmen,
um wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. Und dass ohne die Senioren-Zielgruppe
heute im Marketing keiner mehr weit kommt, sollte sogar den ÖBB klar sein",
ärgert sich Becker über die völlig verantwortungslose Vorgangsweise des
staatsnahen Unternehmens.
"Jetzt reicht's den großen und treuen Kundengruppen in der älteren Bevölkerung:
Wir wollen unser '7-Euro-Senioren-Ticket' zurück. Und verlangen eine ernst
zu nehmende aktive Beschäftigung mit passenden Angeboten für die wichtige
- und stetig wachsende - Zielgruppe der Senioren. Und: Zum Nutzen unserer
Senioren stehen wir als große Seniorenorganisation für Kooperationen jederzeit
zur Verfügung!", so Becker abschließend (Pressemeldung
Österreichischer Seniorenbund, 31.07.10).
Katharina
Günther wird neue Leiterin der Rechtsabteilung der ÖBB-Holding
Ab 1. August wird Dr. Katharina Günther (31) die Abteilung Recht
der ÖBB-Holding AG übernehmen. Zuvor leitete Günther die Abteilung Recht
und Immobilien der ÖBB-Postbus GmbH.
Bereits jetzt sind fünf Frauen in Toppositionen im ÖBB Konzern Sabine
Greiner, Geschäftsführerin ÖBB-Shared Service Center GmbH, Kristin Hanusch
Linser, Leiterin Konzerkommunikation und -marketing, Gabriele Lutter,
Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG und Birgit Wagner, Geschäftsführerin
der ÖBB-Immobilien GmbH.
Damit wird eine weitere wichtige weibliche Führungskraft das Team von
Christian Kern, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, verstärken (Pressemeldung
ÖBB, 30.07.10).
Steiermärkischen
Landesbahnen betreiben den Terminal Graz Süd
 
Die Steiermärkischen Landesbahnen (STLB) haben mit 01.Juli.2010 die
Containerumschlag- und Eisen-bahninfrastrukturanlagen des Güterterminals
Graz Süd übernommen. Dieses Güterverkehrszentrum wird weiterhin
als öffentliche Infrastruktureinrichtung geführt. Die Eisenbahnanlagen
liegen auf einer Fläche von rund 500.000 m², verkehrsgünstig
südlich der steirischen Landeshauptstadt Graz, zwischen der Südbahn
Graz – Spielfeld/Straß und der Autobahn A9.
Der
bisherige Betreiber, die Cargo Center Graz BetriebsgmbH (CCG) wird sich
in Hinkunft auf die Halleninfrastruktur und die Weiterentwicklung des
Güterverkehrszentrums konzentrieren. Die STLB ihrerseits wollen den
Güterterminal als Zentrum der Logistik und des Eisenbahnbetriebes
ausbauen. Erklärtes Ziel ist die Schaffung zusätzlicher Verbindungen
von Container-Ganzzügen zu den Seehäfen und anderen Güterterminals.
Damit sollen neben den kommerziellen Zielen auch dem politischen Willen
zur Verlagerung von Transporten auf die Schiene und der Stärkung
der Schienentransportleistungen Rechnung getragen werden. Die Betriebsleistungen
der STLB umfassen Container-Umschlag und –Lagerung sowie Container-Reparatur
und –Wartung. Für alle interessierten Eisenbahnverkehrsunternehmen
werden Verschubleistungen für die Zugbildung und Zugauflösung
angeboten. Auf dem Gelände befindet sich auch eine STLB-Werkstätte,
die Instandhaltungsleistungen für Schienenfahrzeuge (primär
Güterwagen) anbietet. Eine Dieseltankstelle für Eisenbahnfahrzeuge
rundet das Servicespektrum ab.
Die
Eisenbahninfrastruktur umfasst eine Gesamtgleislänge von 17,3 km
Länge und 53 Weichen. Die Abstellfläche für Container umfasst
ungefähr 25.000 m². Die beiden Portalkräne bestreichen
vier Gleise zu je 700 m Länge. Daneben stehen noch zwei Freiladegleise
mit 750 m Länge sowie ein Stammgleis mit rund 800 m Länge zur
Verfügung. Für die Abfertigung der“ Rollenden Landstraße“
steht außerdem ein eigenes Gleis mit über 600 m Länge
zur Verfügung (Pressemeldung
Steiermärkische Landesbahnen, 30.07.10).
Bessere
Auskunft zu Grund und Dauer von Störungen gewünscht
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat einen Monat lang Rückmeldungen
von Fahrgästen zum Störungsmanagement der ÖBB eingeholt. Die ausführlichen
Ergebnisse gibt es ab morgen im August-"Konsument".
Insgesamt 94 Personen gaben detaillierte Rückmeldungen ab, wodurch sich
zumindest eine Tendenz ablesen lässt, die durch Statistiken der Schienen
Control GmbH (SCG) untermauert wird: Größtes Ärgernis ist die mangelhafte
Auskunft. Jeder dritte Befragte erhielt etwa keine Informationen. 35 Prozent
wurden zwar nicht direkt vom Personal oder via Lautsprecher über die Störung
informiert, konnten diese aber zumindest auf den Monitoren erkennen. In
lediglich 13 Prozent der Fälle nannte das ÖBB-Personal den Grund für die
Störung.
Auch die Dauer der Wartezeit erfuhr nur jeder zweite Fahrgast. Insgesamt
wird deutlich, dass sich die Befragten bessere Angaben zu Grund und Dauer
der Störung wünschen. 16 Prozent würden sich darüber hinaus bessere Informationen
zu Fahralternativen erwarten. 18 Prozent der Umfrage-Teilnehmer waren
hingegen mit den gegebenen Informationen vollauf zufrieden.
Welche Rechte aber hat man nun als Konsument im Fall von extremen oder
wiederholten Verspätungen? Im Dezember 2009 trat die EU-Fahrgastrechte-Verordnung
in Kraft, die dem Kunden bei einem Verschulden der ÖBB mehr Rechte bei
Zugverspätungen einräumt, z.B.:
• Entschädigung bei großer Verspätung: Bei Verspätungen ab 60 Minuten
stehen dem Kunden 25 Prozent, ab 120 Minuten 50 Prozent des Fahrpreises
zu.
• Entschädigung für Dauerkartenbesitzer: Bei wiederholten Verspätungen
erhalten Fahrgäste mit Wochen-, Monats-, und Jahreskarten eine Entschädigung.
Diese muss in den Entschädigungsbedingungen der Bahngesellschaft geregelt
sein.
• Betreuungsleistungen: Bei einer Verspätung von mehr als 60 Minuten
ist - so notwendig und praktisch machbar - die kostenlose Unterbringung
in einem Hotel oder einer anderweitigen Unterkunft anzubieten.
Ein Wermutstropfen: Aus diesen Regelungen können allerdings die regionalen
Zugverbindungen ausgeklammert werden. Details zu dieser Erhebung gibt
es ab sofort auf www.konsument.at
und ab dem 29.7. im August-"Konsument".
Weitere Informationen zu den Fahrgastrechten gibt es auch auf der Homepage
des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ): www.europakonsument.at
(WKZ,
Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 29.07.10).
Weniger
Züge für Niederösterreich
Was bereits im Jänner dieses Jahres zwischen dem Land Niederösterreich
und den ÖBB vereinbart wurde, wird mit dem Sommerfahrplan 2010 nun teilweise
umgesetzt. Mit Wirksamkeit 2. August werden in Niederösterreich rund 200.000
Fahrplankilometer von insgesamt ca. 22 Millionen km, also 0,01 Prozent
weniger angeboten. In Zügen gerechnet, werden 34 Züge weniger; im Gegenzug
dazu 11 Züge mehr im Fahrplan zu finden sein.
Insgesamt verkehren alleine in NÖ täglich rund 2.100 Züge. Mit Ende des
Jahres soll das Fahrplan-angebot um weitere 450.000 km reduziert werden.
Grund für die Fahrplanrücknahmen ist die fehlende Finanzierung des Landes
für diese Züge. Die ÖBB bedauern diese Rücknahme außerordentlich, weisen
aber darauf hin, dass im Nahverkehr die Unterstützung der Länder unumgänglich
ist.
Konkret heißt das für die Bahnnutzer in NÖ, dass weniger Züge zur Verfügung
stehen werden, obwohl ein Großteil des gesamten Nahverkehrs (20 von 22
Mio. Fahrplan-km) ohnehin seitens Bund finanziert werden.
Für die Bahnkunden bedeutet dies sicher eine Erschwernis; bei der Auswahl
der Züge wurde aber auf eine größtmögliche Verträglichkeit (zeitnahe Ersatzverbindungen)
für die Kunden zum einen, und auf möglichst frequenzschwache (wenig Fahrgäste)
Züge zum anderen, geachtet. Für das Land NÖ gibt es aber jederzeit die
Möglichkeit wieder mehr Züge für die Bahnkunden zu bestellen (Pressemeldung
ÖBB, 28.07.10).
Eröffnung
des neuen Bahn-Busterminals in Telc

 
Während auf der österreichische Seite der Thayatalbahn die Abwrackung
der Schienen unter tatkräftiger Mitwirkung von einigen Lokalpolitikern
und dem Bruch aller Zusagen, nicht nur gegenüber den eigenen Bürgern
der Region, sondern auch den tschechischen Nachbarn gegenüber, immer
wahrscheinlicher wird, geht der Ausbau der Bahn auf tschechischer Seite,
wie mit Österreich vereinbart, weiter.
So wurde am Samstag, dem 24. Juli 2010, auf der Anschlussstrecke der Thayatalbahn
auf tschechischer Seite, in Telc, dem Austragungsort der NÖ Landesausstellung
2009 und Partnerstadt von Waidhofen/Thaya, ein neues kombiniertes Bahn-Busterminal
und der auf neusten Stand gebrachte Bahnhof feierlich eröffnet. Neben
den hunderten tschechischen Festgästen, darunter viele Familien mit
Kindern, reisten neben tschechischen Besuchern, über 50 österreichische
Bahnfreunde dazu mit der Dampflock ab Dacice an. Organisiert wurde diese
von der EU geförderte Sonderdampfzugfahrt vom Verein „Neue
Thayatalbahn“ sowie dem Regionalbahnverein Telc.
Die
Investitionskosten von 45 Millionen Kronen (ca. 2 Millionen Euro) wurden
von Stadt und Tschechi-schen Bahn unter Einbeziehung von EU-Geldern gemeinsam
aufgebracht.
Bei der Eröffnung fielen auch kritische Worte in Richtung Österreich.
So forderten Mgr. Václav Jehlacka, als Senator und ehemaliger Kulturminister
wesentlich verantwortlich für die grenzüberschreitende NÖ
Landesausstellung 2009, und der Telcer Bürgermeister Mgr. Roman Fabeš
in ihren Ansprachen erneut die Verantwortlichen in Österreich auf,
zu ihren Worten und den bilateralen Verträgen zu stehen und den Lückenschluss
der Bahnlinie 20 Jahre nach der Grenzöffnung zu realisieren. Auch
hätte man gerne gewusst, welche Nachnutzung für den Streckenabschnitt
der Thayatalbahn Waidhofen/Th. - Fratres geplant sei – laut Land
sei diese Nachnutzung ja bereits „geklärt". Die tschechischen
Partner wissen jedoch nichts davon.
Parallelen
zu den Problemen des Lückenschluss der Thayatalbahn zog Ph.Dr. Jiri
Kacetl, Stadtrat in Znaim, bei einem runden Tisch mit Mgr. Václav
Jehlacka, Senator und ehemaliger Kulturminister, Mgr. Roman Fabeš,
Bürgermeister von Telc sowie Egon Schmidt, Obmann des Vereins „Neue
Thayatalbahn“. Auch beim grenzüberschreitenden Lückenschluss
Laa an der Thaya und Hevlin (CZ) gäbe es ähnliche Schwierigkeiten.
Bei dem konstruktiven Strategiegespräch wurden regelmäßige
bilaterale Treffen sowie eine intensivere Zusammenarbeit, nach dem Vorbild
von Außenminister Spindelegger und Karl zu Schwarzenberg, vereinbart.
„Der tschechische und österreichische Außenminister haben
nun halbjährliche Treffen in Grenznähe vereinbart. Dies begrüßen
wir als grenzüberschreitende Bürgerinitiative sehr. Daher möchten
wir herzlich dazu einladen, das nächste bilaterale Treffen in Slavonice
abzuhalten, um auf die Wichtigkeit des Lückenschlusses der Thayatalbahn
sowie auf die Einhaltung der bilateral abgeschlossenen Verträge hinzuweisen.
Weiters gibt es am “ so Egon Schmidt.
Indes
wird auch in den tschechischen Medien der Ton schärfer. Kritisiert
wird, dass in Österreich die Straße bis zur Grenze ausgebaut
wurde, obwohl der Bahnausbau mit Tschechien vereinbart ist (Pressemeldung
Bürgerinitiative „Pro Thayatalbahn“ und Unterstützer,
22.07.10).
Montage
der Wolkenspange am Wiener Westbahnhof beendet
 
Am 22.07.10 wurde der letzte Teil der Wolkenspange, dem zukünftigen
Erkennungsmerkmal der BahnhofCity, eingefügt.
Der Wiener Westbahnhof wird seit September 2008 unter laufendem Betrieb
modernisiert und zur ersten BahnhofCity Österreichs, der BahnhofCity
Wien West, umgebaut. Das zukünftige, markante Erkennungsmerkmal der
BahnhofCity Wien West ist mehr als „nur“ ein Wahrzeichen,
denn darin werden auch Büroräume untergebracht sein. Die Spange
wurde von beiden Seiten des neuen Gebäudes (zwei Gebäudeteile,
die durch die Wolkenspange miteinander verbunden sind) an der Ecke Äußere
Mariahilfer Straße/Neubaugürtel montiert.
Das Bauwerk wiegt gewaltige 430 Tonnen: Das entspricht exakt dem Gewicht
der gesamten Stahlkonstruktion des Wiener Riesenrads – das Rad selbst
bringt es auf „nur“ 245 to. Der längere, gürtelseitige
Teil der L-förmigen Konstruktion ist 52 m lang und 13,6 m breit;
der kürzere, der Äußeren Mariahilfer Straße zugewandte
Teil 32 m (bei 12 m Breite). Die Konstruktion ist 4,9 m hoch. Die Montagearbeiten
konnten früher als ursprünglich vorgesehen mit dem heutigen
Tag weitgehend abgeschlossen werden. Die Fertigstellung der BahnhofCity
Wien West ist im Herbst 2011 geplant. Der nächsteMeilenstein ist
die Rohbaufertigstellung im September dieses Jahres (Pressemeldung ÖBB,
26.07.10).
Tschechische
Seite hält sich an Vereinbarungen
„Es geht auch anders – nicht nur die Schweiz macht es uns
vor, auch unsere tschechischen Nachbarn.“ so Obmann Egon Schmidt.
„Die Tschechische Seite hat die in Abkommen vereinbarten Ausbau
der Bahn eingehalten und umgesetzt. Nun wird eine Erklärung über
die angebliche 'Nachnutzung' der Thayatalbahn erwartet. Die Eröffnung
des Telcer Bahnterminals gäbe eine gute Gelegenheit dazu.“
berichtet Schmidt. Besorgt zeigt sich Schmidt über die gebrochenen
Versprechen insbesondere vom Land NÖ: „Die abgegebenen Versprechen
seitens des Landes NÖ wurden in Tschechien sehr ernst genommen –
nun sollen sie augenscheinlich nicht eingehalten werden. Dies wird von
unseren Nachbarn sehr wohl negativ aufgenommen – verständlicherweise.“
Auf
tschechischer Seite wurden die Verabredungen (Anm.: bilaterale Abkommen,
Versprechen von Bund und Land, Informationen und Dokumente siehe www.thayatalbahn.at
Rubrik "Dokumente") mit der österreichischen Seite ernst
genommen und wie vereinbart massiv in den Ausbau der Bahn nach Slavonice/Fratres
sowie des Südböhmischen Streckennetzes investiert.
Im Gegensatz dazu wurde in Österreich die Straße bis zum Grenzübergang
Fratres anlässlich der grenzüberschreitenden Landesausstellung
2009 still und heimlich ausgebaut - entgegen geltender Abmachungen konnte
keiner der Besucher mit der Bahn nach Telc reisen - eine historische Chance
wurde 2009 damit vertan.
Überhaupt
sind die mittlerweile jahrzehntelangen Entwicklungen rund um die Thayatalbahn
eine Aneinanderreihung von Chancen die nicht genutzt wurden. Nähere
Informationen zu der über 20 Jahre dauernden Geschichte unter www.thayatalbahn.at
Rubrik „Geschichte“. Ein wahres Zeitzeugnis österreichischer
Geschichte.Auf der anderen Seite, der leider noch in so manchen Lokal-
und Landespolitikergehirn bestehender Grenze, wurde jedoch - wie mit Österreich
vereinbart - in die Bahninfrastruktur investiert.
Nun zeigt sich das Bild: auf österreichischer Seite ausgebaute Straßen
- auf tschechischer weiterhin massive Investitionen in die Bahn - wie
die Eröffnung des Telcer Bahnterminals am 24. Juli 2010 beweist.Auch
weiterhin wird die Tschechische Seite auf die nachhaltigere Bahn setzen
und die Einhaltung der bilateral geschlossenen Vereinbarungen fordern.
Dass lt. Aussendung LR Heuras vom 20.6.2010 die „Nachnutzung“
der Thayatalbahn ab Waidhofen nach Slavonice "geklärt"
und die Strecke Waidhofen - Zwettl noch "im Gespräch" begriffen
sei, verwundert nicht nur unsere Nachbarn. Besonders interessiert an dieser
„Nachnutzung“ und den „Gesprächen“ zeigt
sich der Telcer Bürgermeister Mgr. Roman Fabes der anlässlich
der Eröffnung des Bahnterminals auch eine Festrede halten wird.
Die
nächste grenzüberschreitende Zusammenarbeit findet am 1. August
2010 statt. An diesem Datum starten die Feierlichkeiten zu 750 Jahre (!)
Slavonice. Auch hier gibt es wieder einen vom Verein „Neue Thayatalbahn“
mit den tschechischen Kollegen des Telcer Lokalbahnvereins (Spolecnost
telcské mistni dráhy) unter Mitwirkung der Waidhofner Partnerstadt
Telc und Slavonice organisierten Sonderdampfzug, welcher von Telc nach
Slavonice dampfen wird.
Wäre der versprochene Lückenschluss bereits getätigt, könnten
diese Veranstaltungen bereits durchgängig geführt werden (Pressemeldung
Verein "Neue Thayatalbahn", Bürgerinitiative „Pro
Thayatalbahn“, 22.07.10).
ÖVP
will Sicherheits-Schleusen für Wiener U-Bahn
Im Rahmen einer Pressekonferenz der Wiener ÖVP am Montag Vormittag präsentierte
Landespartei-obfrau Christine Marek die Forderung nach einem E-Ticketingsystem
und Sicherheitsschleusen für die Wiener U-Bahn.
In vielen Städten Europas wie Amsterdam, Paris und London würde das System
schon lange erfolgreich praktiziert und brächte viele Vorteile für die
BenutzerInnen mit sich. Die personalisierten Chipkarten versprechen mehr
Sicherheit, die automatische Verbuchung des günstigsten Preises und eine
Papiereinsparung zugunsten der Umwelt. Auch die Wiener Linien könnten
so mit langfristigen Kosteneinsparungen rechnen.
Die konkreten Forderungen der ÖVP sind die Einführung von Personenschleusen
bei den U-Bahnen, Videoüberwachung in den Stationen und die Kombination
aller Verkehrssysteme durch ein E-Ticketingsystem. Die Wiener Linien sollten
eine dementsprechende Machbarkeitsstudie ausarbeiten, nachdem sich laut
einer aktuellen Studie 57 Prozent der WienerInnen klar für eine Umsetzung
des Systems aussprechen und weitere 50 Prozent darin Sicherheitsvorteile
sehen würden, betonte Marek (Pressemeldung ÖVP, 20.07.10).
Präsentation
des Wirtschaftsberichts
"Laut einem aktuellen Bericht der Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind zwei Faktoren für Beschäftigung
und Wachstum ausschlaggebend: Investitionen in eine moderne, ökologische
Infrastruktur sowie in Forschung und Entwicklung", sagte Infrastrukturministerin
Doris Bures bei der Präsentation des Wirtschaftsberichts. Ihr geht
es darum, einen Weg, der sich als richtig abzeichnet, eben weil Österreich
die Krise besser als andere bewältigt, mit Beharrlichkeit fortzusetzen.
Im Hinblick auf Unternehmen des Bundes betonte Bures, wichtig sei hier
nicht nur, punktuell zu investieren und in einzelnen Bereichen Kapital
zuzuschießen, sondern ein Gesamtkonzept zu Stärkung der österreichischen
Unternehmen. "Wir brauchen ein gesamtes Wirtschaftskonzept, um die
Unternehmen, an denen der Bund Anteile hält, zu stärken."
Der
Wirtschaftsbericht 2009 wurde am Mittwoch von Bundeskanzler Werner Faymann,
Finanzministerin Josef Pröll, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner
und Infrastrukturministerin Doris Bures vorgestellt. "Ein Schlüssel,
um das zarte Pflänzchen Wachstum zum Blühen zu bringen, ist,
in angewandte Forschung und Technologieentwicklung investieren",
so die Ministerin. Die sich bei aller Vorsicht nach dem Krisenjahr 2009
optimistisch zeigte, dass die Maßnahmen, die von der Bundesregierung
getroffen wurden, wirken.
Die
Ministerin ging auch auf die globalen Hintergründe ein, vor denen
sich das österreichische Wirtschaftsgeschehen abspielt. Man müsse
erkennen, dass sich die Welt massiv verändern werde, so Bures mit
dem Hinweis auf Finanzmarktkrise, Klimawandel, Ressourcenverknappung,
die steigenden Risken bei der Erdölförderung, die jetzt gerade
im Golf von Mexiko dramatisch vor Augen geführt werden. Entscheidend
sei - und darüber ist man sich in der Bundesregierung einig -, dass
man die neuen Herausforderung nicht mit alten Antworten zu bewältigen
sind.
Entscheidend
sei allerdings auch die Erkenntnis, dass die Krise nicht schicksalhaft
über die Welt hereingebrochen ist, sondern eine Ursache hat in den
ausufernden, schrankenlosen Finanzspekulation, die vom Volumen her Transaktionen
in der Realwirtschaft weit hinter sich lassen. Die Ministerin sieht in
diesem Bereich nicht nur globale Antworten und solche auf Ebene der Europäischen
Union (EU) gefragt, sondern auch österreichische. Und sie betont:
"Geschwindigkeit zählt."
In
dieser Hinsicht waren die Konjunkturmaßnahmen in Österreich
wesentlich. So wie zuvor schon das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo),
das Wiener Institut für Höhere Studien (IHS) und Joanneum bestätigt
jetzt auch der Wirtschaftsbericht, dass die Investitionen in Schiene und
Straße gewirkt und Beschäftigung gesichert haben. Die Kombination
von Investitionen mit der aktiven Arbeitsmarktpolitik hat dazu geführt,
dass Österreich heute in der EU die geringste Arbeitslosigkeit hat.
Zum Vergleich: Vor der Krise, im Jahr 2008 lag Österreich bei der
Arbeitslosenquote an viertbester Stelle in der EU, jetzt, nach den neuesten
Daten von Eurostat von Mai 2010, ist Österreichs Arbeitslosenquote
EU-weit die niedrigste.
Bures
hält deswegen die klare Entscheidung der Regierung für so wichtig,
dass es trotz Konsolidierung des Haushalts "keinen Investitionsstopp
in Österreich gibt". Für den Bereich Schieneninfrastruktur
führte sie dazu aus, dass das Investitionsvolumen in den Jahren 2010
bis 2015 trotz Sparmaßnahmen wird doppelt so hoch sein wird, wie
es 2001 bis 2006 war.
Ihr
geht es darum, die regionale Wirtschaft zu unterstützen und Beschäftigung
zu sichern, nicht Arbeitslosigkeit zu verwalten, sagte Bures. Deswegen
lege sie den Schwerpunkt auf Zukunftsthemen wie umweltfreundliche Mobilität;
deswegen werde so intensiv in die Entwicklung von Elektro-Mobilität
(E-Mobilität) investiert und zugleich die umweltfreundliche Infrastruktur
für die Bahn ausgebaut. Denn mit der Bahn habe man schon heute "eine
marktfähige E-Mobilitätsflotte".
Neben
dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sei die Kommunikationsinfrastruktur
ein wesentlicher Standortfaktor. Stichwort Breitbandnetze - die einzigen
Autobahnen, wo die Verkehrsministerin nichts gegen das Rasen hat, sind
die Datenautobahnen. In Summe werden in ihrem Bereich 3,8 Milliarden Euro
in die "Hardware", also in Infrastruktur Schiene, Straße,
Schifffahrt und Kommunikationsnetze in investiert. "Und zur Hardware
braucht es auch eine Software: Forschung, Innovation und Entwicklung sind
für die Zeit nach der Krise von großer Bedeutung", so
die Ministerin. Ihr Ressort investiert gut 400 Millionen Euro pro Jahr
in die angewandte Forschung, zwei Drittel davon kommen kleinen und mittleren
Unternehmen (KMU) zugute (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 16.07.10).
Fernverkehrsverbindung
Linz-Graz in Frage gestellt
Den ÖBB ist es wichtig, ihren Kunden bestmögliche Verbindungen anzubieten,
sind aber in vielen Fällen, wie bei der aktuell diskutierten Verbindung
Linz - Graz, auf die Finanzierung von Bestellern angewiesen. Wenn die
Partner gewisse - für die ÖBB verlustbringende - Verbindungen nicht unterstützen,
können diese nicht aufrecht erhalten werden.
Die ÖBB bedauern die Rücknahme von Bestellungen durch Bundesländer außerordentlich,
sehen sich aber außer Stande, diese bisher bestellten und somit bezahlten
Strecken eigenwirtschaftlich weiter zu führen (Pressemeldung ÖBB,
14.07.10).
ÖBB
bedauern Zwischenfall in Italien
Die ÖBB bedauern den Vorfall in einem Nachtzug von Rom nach Wien. Ein
Schüler und ein Lehrer waren wegen zu hoher Temperaturen kollabiert. Nach
Bekanntwerden dieses bedauerlichen Zwischenfalls nahmen die ÖBB Kontakt
mit der betroffenen Schule auf. Gemeinsam wurde der Zwischenfall analysiert
und nach einer Lösung gesucht. Leider gab es seitens der Italienischen
Staatsbahn keine Informationen. Dennoch ist es selbstverständlich, dass
der Schulklasse im Kulanzweg die Kosten für die Rückfahrt erstattet werden.
Die ÖBB-Personenverkehr AG bedauert diesen Zwischenfall, der sich im italienischen
Netz ereignete.
Nach Schilderungen der betroffenen Schulklasse wurde am 6.7.2010 in Rom
ein Reisezugswaggon ohne funktionsfähige Klimaanlage für die Fahrt in
Richtung Österreich bereitgestellt. Die angetroffenen Temperaturen im
Fahrzeug waren derart hoch, dass sie den Fahrgästen nicht zugemutet werden
konnten. Zwischen Rom und Florenz kollabierten zwei Fahrgäste einer Reisegruppe.
Im Bahnhof Florenz wurden die beiden betroffenen Fahrgäste ambulant versorgt
und konnten die Weiterreise in Richtung Österreich dennoch antreten. Es
ist völlig unverständlich, warum die Verantwortlichen der Italienischen
Eisenbahnen einen schadhaften Waggon für die Fahrgäste zum Einsatz brachten.
Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr AG: "Unsere
Mitarbeiter haben die Anweisung, in solchen Situationen den Waggon zu
sperren und wenn es gar nicht mehr anders geht den Zug zu stoppen. Denn
eines muss klar sein: Die Gesundheit und die Sicherheit unserer Fahrgäste
hat immer Vorrang!"
Der Zugführer der Italienischen Staatsbahnen ist im Italienischen Streckennetz
für die Sicherheit im gesamten Wagenzug verantwortlich und hätte demnach
das schadhafte Fahrzeug räumen und versperren sowie für einen Ersatzwaggon
sorgen müssen. Dies ist vertraglich zwischen ÖBB und Italienischer Staatsbahn
geregelt. Warum dieser Prozess am 6.7.2010 von den Italienischen Staatsbahnen
nicht eingehalten wurde entzieht sich unserer Kenntnis. Die Italienischen
Staatsbahnen wurden von den ÖBB zur Stellungnahme aufgefordert (Pressemeldung
ÖBB, 14.07.10).
Jahresbericht
2009 der Schienen-Control GmbH
Die Netz-Aufsichtsbehörde Schienen-Control GmbH hat ihren Jahresbericht
2009 herausgegeben, der unter anderem Angaben über die verschiedenenm
Bahnbetreiber auf dem österreichischen Schienennetz enthält
(WKZ, 14.07.10).
Hauptversammlung
der voestalpine AG beschließt Dividende und Aktienrückkauf
Im Rahmen der 18.
ordentlichen Hauptversammlung der voestalpine AG wurde heute, Mittwoch,
für das Geschäftsjahr 2009/10 eine Dividende von 0,50 EUR je
dividendenberechtigter Aktie beschlossen. Die Aktionäre folgten damit
einem entsprechenden Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Dividende
gelangt ab 19. Juli zur Auszahlung.
Die Hauptversammlung hat den Vorstand zudem zum Rückerwerb eigener
Aktien im Ausmaß von höchstens 10 Prozent des Grundkapitals
der voestalpine AG ermächtigt. Dabei handelt es sich um eine Erneuerung
der bereits auch im Jahr 2008 erteilten Rückkaufermächtigung,
die unter anderem zum Ausbau von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen, zur
Bedienung des Stock-Option-Programmes sowie zur Bedienung von Wandelanleihen,
zu deren Ausgabe der Vorstand in der Hauptversammlung 2009 ermächtigt
wurde, vorgesehen ist. Die Geltungsdauer der Rückkaufermächtigung
beträgt 30 Monate. In diesem Zusammenhang wurde der Vorstand der
voestalpine AG auch zur Einziehung eigener Aktien im Ausmaß von
höchstens 10 Prozent des Grundkapitals der voestalpine AG und somit
zur Herabsetzung des Grundkapitals in diesem Ausmaß ermächtigt.
Die Hauptversammlung hat überdies Änderungen der Satzung im
Wesentlichen zur Anpassung an geänderte gesetzliche Bestimmungen,
insbesondere an das Aktienrechts-Änderungsgesetz 2009, beschlossen
(Pressemeldung Voestalpine, 09.07.10).
Letzte
vier T400 an die Wiener Lokalbahnen ausgeliefert
 
 
Auslieferung der letzten vier T400 an die
Wiener Lokalbahnen. v.l.: Germar Wacker, President, Light Rail Vehicles
bei Bombardier, Wiener Stadtwerke Generaldirektorin Dr. Gabriele Payr,
Gemeinderat Karlheinz Hora, Vorstand der Wiener Lokalbahnen MMag. Dr.
Harald Brock. Fotos Wiener Stadtwerke.
Mit der Übernahme von vier weiteren Niederflur-Triebwagen des Typs "T400"
von Bombardier Transportation sind die Wiener Lokalbahnen mit 14 Niederflur-Triebwagen
unterwegs. Die im Bombardier Werk in Wien-Donaustadt hergestellten Triebwagen
wurden an Wiener Lokalbahnen-Vorstand Harald Brock übergeben, im Beisein
von Wiener Stadtwerke-Generaldirektorin Gabriele Payr und Gemeinderat
Karlheinz Hora, der in Vertretung von Vizebürgermeisterin und für die
Wiener Stadtwerke zuständigen Stadträtin Renate Brauner die enge Zusammenarbeit
des Wiener Stadtwerke-Konzerns mit regionalen Zulieferbetrieben positiv
hervorhob.
Hora: "Lokal vergebene Aufträge sichern nicht nur zehntausende Arbeitsplätze,
sondern setzen wichtige Impulse für den gesamten Wirtschaftsstandort Wien.
Eine aktuelle Studie des WIFO & Joanneum Research hat ergeben, dass jeder
in Infrastruktur investierte Euro 1,2 Euro an Wertschöpfung generiert."
Wiener Stadtwerke-Generaldirektorin Gabriele Payr sieht den Öffentlichen
Nahverkehr auf dem Vormarsch: "Heute werden bereits mehr als ein Drittel
aller Wege in Wien mit Straßenbahn, Autobus und U-Bahn zurückgelegt werden.
Damit sind die Öffis noch vor dem Auto das beliebteste Verkehrsmittel
der Wienerinnen und Wiener. Mit kontinuierlichen Investitionen und dem
weiteren Ausbau des Streckennetzes wollen wir diesen internationalen Spitzenwert
in den nächsten Jahren noch steigern und bieten mit öffentlichen Verkehrsmitteln
auch für Pendler ein attraktives Angebot", betont Payr.
Wiener Lokalbahnen-Vorstand Harald Brock: "Die Wiener Lokalbahnen befördern
täglich mehr als 30.000 Fahrgäste. Die Badner Bahn fährt im Viertelstundentakt
zwischen den Stationen Staatsoper/Wien und Josefsplatz/Baden. Mit den
vier neuen Niederflurtriebwagen können wir das Angebot für die Wiener
und Niederösterreichische Bevölkerung auch im Hinblick auf Barrierefreiheit
und Komfort weiter ausbauen. Die Niederflur-Triebwagen sind mit einem
Hublift ausgestattet und entsprechen den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetztes".
Die von Bombardier entwickelten Niederflurfahrzeuge des Typs "T400", erfüllen
mit einer Wagenbreite von 2,5 Meter die Rahmenbedingungen einer Straßenbahn.
Fahrzeugstabilität, die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und das Sitzplatzangebot
entsprechen dem Komfort einer Stadtbahn. Lifte für Rollstuhlfahrer und
Signalfarben machen die Fahrzeuge noch benutzerfreundlicher.
"In der perfekten Kombination von Eigenschaften einer Stadt- und Straßenbahn
in einem Fahrzeug, maßgeschneidert für die Anforderungen der Wiener Lokalbahnen"
sieht Germar Wacker, President, Light Rail Vehicles bei Bombardier Transportation,
die Erfolgsfaktoren dieser Fahrzeugreihe. Wacker ergänzte: "Diese positiven
Eigenschaften waren wohl auch im Jahr 2008 für die Wiener Lokalbahnen
ausschlaggebend den vier Fahrzeuge umfassenden und jetzt abgeschlossenen
Auftrag an Bombardier zu vergeben. An dieser Stelle möchte ich mich für
die vielen Jahre der guten Zusammenarbeit herzlich bedanken."
Der ursprüngliche Auftrag für die Lieferung von sechs dreiteiligen Stadtbahnfahrzeugen
mit einer Option für weitere acht wurde im Jahr 1998 an Bombardier Transportation
vergeben. Siemens und Elin EBG zeichnen für Teile der elektrischen Ausstattung
verantwortlich. Das Konzept des Vorgängermodells "T 2500" basierte auf
dem Niederflur-Stadtbahnwagen vom Typ "T" der Wiener Linien, der bereits
seit 1993 erfolgreich auf der Linie U6 im Einsatz war. Der in Wien entwickelte
"T 2500" für die Wiener Lokalbahnen war ein weiteres Produkt aus der erfolgreichen
Familie der Stadtbahnwagen von Bombardier Transportation. Ausgehend vom
Wiener Typ "T" wurden damals die Stadtbahnen für Köln, London-Croydon,
Stockholm aber auch die Zweisystem Tram-Train für Saarbrücken entwickelt
( Pressemeldung Wiener Stadtwerke, 09.07.10).
Pünktlichkeitsgrade
bei Bahnen festlegen
Bahn-PendlerInnen, die mit einer Jahreskarte unterwegs sind, haben jetzt
endlich mehr Fahrgastrechte. "Immer wieder haben sich die BerufpendlerInnen
über unpünktliche Züge beschwert. Da ist vor allem das Recht auf eine
teilweise Erstattung des Fahrpreises bei gravierenden Verspätungen und
Zugausfällen ein großer Fort-schritt", sagt Doris Unfried, Verkehrsexpertin
der AK.
"Aber damit diese greifen, müssen die Bahn-Unternehmen Pünktlichkeitsgrade
festlegen. Denn laut Gesetz gibt es nur Geld zurück, wenn diese Pünktlichkeitsgrade
nicht eingehalten werden." Die ÖBB haben sich schon auf die Zielmarke
90 Prozent festgelegt.
"Aber von den Privatbahnen muss rasch auch eine solche Vorgabe kommen.
Es kann nicht sein, dass dieses wichtige Fahrgastrecht für Nahverkehrskunden
nur auf dem Papier besteht, aber in der Umsetzung verschleppt wird", kritisiert
Unfried.
Die AK-Verkehrsexpertin hofft, dass die PendlerInnen ab Anfang nächsten
Jahres endlich von der neuen Regelung profitieren können. Alle Pendler
und Pendlerinnen, mit Verbund-Jahreskarten, die auf Strecken unterwegs
waren, bei denen der Pünktlichkeitsgrad nicht erreicht worden ist, erhalten
von den ÖBB oder der Privatbahn eine Information über die Nichterreichung
des Pünktlichkeitsgrades.
Diese Pünktlichkeitsgarantie bedeutet, dass bei Nichterreichen des Pünktlichkeitsgrades
auf der vom Fahrgast gewählten Strecke ein Entschädigungsanspruch für
den erlittenen Zeitverlust in Form von Gutscheinen oder als Preisminderung
auf die nächste Jahreskarte entsteht. Und zwar in der Höhe von mindestens
10 Prozent des Monatskartenpreises.
Die AK hat Wissenwertes für Bahnkunden in der AK-Broschüre "Gut informiert
unterwegs" zusammengestellt: Neben den Informationen zu neuen Fahrgastrechten
gibt es dazu alles über den Ticketkauf, die Online-Buchung, den Umtausch
und die Rückerstattung des Fahrpreises von ÖBB-Tickets, das Ticketangebot
der Wiener Linien, die Schülerfreifahrt, Angebote für mobilitätseingeschränkte
Personen, Informationen zu den Zonen und dem Zeitkarten-Angebot des VOR,
Selbstbedienungs-strecken, Fahrradmitnahme, Anrufsammeltaxis, das Park
& Ride-Angebot in Wien und in der Ost-Region. "Gut informiert unterwegs"
erhalten Sie über das AK Bestelltelefon: (01) 310 00 10 451, E-Mail: bestellservice@akwien.at
(Pressemeldung Arbeiterkammer Wien, 08.07.10).
RCA
legt bei strategischer Mittelfristplanung nach
Die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria hat während der Wirtschaftskrise
im nationalen und internationalen Konkurrenzvergleich gewonnen. Während
der Schienengüterverkehr in Österreich um insgesamt 19 % zurückgegangen
ist, verzeichnet RCA ein Minus von rund 16 %. Das bedeutet, dass RCA 2009
Marktanteile in Österreich gewinnen konnte.
Gemessen an den wesentlichen betriebswirtschaftlichen Indikatoren - Geschäftsrückgang
im Jahresvergleich, Kompensation des entgangenen Umsatzes durch Anpassungsmaßnahmen
und daraus resultierender Verlust in Prozent des Umsatzes (11 %) - hat
RCA das Krisenjahr 2009 am besten von den europäischen Güterverkehrsbahnen
bewältigt. RCA ist heute die zweitstärkste Güterbahn Europas und die Nummer
1 in Mittel- und Südosteuropa.
2011 will RCA mit dem nationalen und internationalen Teil des Geschäftes
in die schwarzen Zahlen fahren, 2012 soll RCA-Tochter Rail Cargo Hungaria
ebenfalls positiv bilanzieren. Ab 2013 strebt RCA eine angemessene Umsatzrentabilität
und eine entsprechende Verzinsung des Eigenkapitals an. Diesem Mittelfristplan
liegen Maßnahmen mit einem Ergebnisvolumen von über 200 Mio. Euro zu Grunde.
Dabei handelt es sich um Innovationen in den Geschäftsaktivitäten von
RCA, Prozessinnovationen in der Produktion und unverändert Synergien aus
dem Zusammenwachsen von Rail Cargo Austria mit Rail Cargo Hungaria, an
denen konsequent seit 2009 gearbeitet wird. Zudem werden die verlustreichsten
Verkehre im nationalen unbegleiteten kombinierten Verkehr (nationaler
UKV) saniert, die rund 4 % des 200 Mio. Euro Maßnahmenpakets ausmachen.
Der nationale unbegleitete kombinierte Verkehr (nationaler UKV) ist wegen
hoher Kosten für das flächendeckende Netzwerk seit jeher nur bedingt kostendeckend
zu führen. Bisher konnte diese mangelnde Kostendeckung durch positive
Erträge bei den internationalen Verbindungen einigermaßen ausgeglichen
werden. Durch die Liberalisierung und dem in der Wirtschaftskrise noch
intensiver geführten Wettbewerb mit der Straße wurden auch die Erträge
im internationalen Geschäft geringer.
Die nicht kostendeckenden Verkehre im nationalen UKV müssen nun mit 1.
August 2010 durch eine Tariferhöhung im Ausmaß von 9 bis 14 % an ein betriebswirtschaftlich
vertretbares Maß herangeführt werden. Die Tariferhöhung betrifft rund
1% des Gesamtverkehrsaufkommens bei Rail Cargo Austria. "Der kombinierte
Verkehr ist strategischer Bestandteil unserer Planungen und trägt dazu
bei, dass wir rund 30 % aller Güter in Österreich auf der Schiene transportieren.
Wir stehen aber auch jederzeit im harten Wettkampf mit der Straße und
müssen betriebswirtschaftlich agieren. Die mit 1. August durchgeführte
Tarifanpassung für den nichtkostendeckenden Teil des nationalen unbegleiteten
Kombiverkehrs ist notwendig. Wir können es uns nicht mehr leisten, Transporte
abzuwickeln, die uns ein Loch in die Bilanz schlagen", erläutert Friedrich
Macher, Sprecher des Vorstandes Rail Cargo Austria.
Vorwürfe, dass durch die Tarifanhebung Transporte von der Schiene auf
die Straße verlagert werden könnten, lässt Macher nicht gelten. "Jeder
Kunde trifft selbst die Entscheidung, ob seine Transporte auf der umweltfreundlichen
Schiene oder der Straße rollen. Rail Cargo Austria versucht alles, um
Transporte auf die Schiene zu verlagern, muss aber auch betriebswirtschaftlich
denken. Wir können unrentable Transporte nicht mehr führen, nur damit
sich irgendjemand auf unsere Kosten ein grünes Mäntelchen umhängen kann.
Wirtschaft, Politik, Interessensvertretungen müssen europaweit vernetzt
denken und mitarbeiten, damit die Schiene als Transportmittel forciert
wird.
Anfang 2009 wäre bereits eine längst überfällige Tariferhöhung im nationalen
UKV geplant gewesen. Zur Unterstützung - so zu sagen als "Krisenbeitrag"
- der verladenden Wirtschaft in der Wirtschaftskrise wurde diese Preisanpassung
ausgesetzt und um ein halbes Jahr auf Juli 2009 verschoben. Zudem erhöhte
Rail Cargo Austria die Tarife nicht im betriebswirtschaftlich erforderlichen
Umfang. Mit der nunmehr zweiten Tariferhöhung für bislang unrentable Transporte
im nationalen UKV nähert sich der Preis in diesem Segment der wirtschaftlichen
Vertretbarkeit. Darüber hinaus gibt es positive Gespräche mit dem BMVIT
über eine allfällige Verschiebung von bestehenden Transportförderungen
für den UKV.
Die betroffenen Kunden im rein nationalen UKV sind über die Tariferhöhungen
bereits informiert worden - Vor- und Nachlaufverbindungen zu internationalen
Verkehren sind nur marginal, die Rollende Landstraße ist davon gar nicht
betroffen. Aktuell umfasst das gesamte Aufkommen des unbegleiteten Kombinierten
Verkehrs der RCA rund 800.000 Ladeeinheiten (Container, etc.); davon sind
rund 60.000 Ladeeinheiten im relevanten Segment unterwegs (Pressemeldung
Rail Cargo Austria AG, 07.07.10).
Franz
Dirnbauer neuer Leiter Intermodal bei RCA
Im Geschäftsbereich Intermodal kam es bei Rail Cargo Austria
(RCA) mit 1. Juli zu einem Wechsel im Management. Franz Dirnbauer (47)
übernimmt von Erich Rohrhofer (45) die Leitung des Geschäftsbereiches
Intermodal. Rohrhofer leitete diesen Bereich seit 2005 und wechselt als
Senior Adviser in die Strategieabteilung der ÖBB-Holding AG. Franz
Dirnbauer ist seit 1980 bei den ÖBB und seit Juni 2007 als Geschäftsführer
der RCA-Tochter ÖKOMBI unter anderem für die Rollende Landstraße
(ROLA) zuständig. RCA sieht den Bereich Intermodal als strategischen
Wachstumsmarkt, der allerdings betriebswirtschaftlich stets unter Druck
steht. „Mit Franz Dirnbauer haben wir einen erfahrenen Experten
aus den eigenen Reihen als Nachfolger für Erich Rohrhofer. Wir wollen
den Geschäftsbereich Intermodal betriebswirtschaftlich auf stabilere
Beine stellen, dazu muss die strategische Ausrichtung neu geplant werden.
Franz Dirnbauer hat mein vollstes Vertrauen, diese Herausforderung optimal
umzusetzen. Erich Rohrhofer gratuliere ich zu seiner neuen, herausfordernden
Aufgabe und möchte mich für seine hervorragende Arbeit bedanken“,
erklärt Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes, Rail Cargo Austria.
Intermodale Logistik bei RCA
Rail
Cargo Austria vereint beim Intermodalen Verkehr die Vorteile der Verkehrsträger
Schiene, Straße und Wasser in einer Transportkette. Die Pünktlichkeit
und Sicherheit des Schienentransportes gepaart mit der Flexibilität
des Straßenverkehrs ergibt in Summe eine zuverlässige und umweltfreundliche
Transportlösung, die Ihnen alle Vorteile der Verkehrsträger
verpackt in einem Produkt bietet. Beim Intermodalen Verkehr handelt es
sich um den Transport von Gütern in ein - und derselben Intermodalen
Transporteinheit (ITE) oder demselben Straßenfahrzeug mit verschiedenen
Verkehrsträgern. Dabei erfolgt ein Umladen der Ladeeinheit, jedoch
kein Umschlag der transportierten Güter selbst (Pressemeldung
Rail Cargo Austria, 05.07.10).
Graz
Hauptbahnhof 2020 startet in die 2. Phase
 
Gesamtansicht
Graz Hauptbahnhof 2020 und Promotionsteam. Fotos ÖBB.
Immer mehr Menschen in der Steiermark fahren Bahn! Um der steigenden Nachfrage
gerecht zu werden, wird der Hauptbahnhof Graz jetzt fit für die zukünftigen
Anforderungen gemacht. Stadt Graz und Land Steiermark investieren zudem
massiv in den Infrastruktur-Ausbau der Nahverkehrsdrehscheibe. Mit der
Sperre des Personentunnels Nord ab 12. Juli werden die Umbauarbeiten nun
so richtig sicht- und spürbar. Das Gemeinschaftsprojekt von ÖBB
und GVB startet damit in die 2. Phase.
Breite
Aufmerksamkeit wird dabei der Information von Fahrgästen und Anrainern
gewidmet, denn der Erfolg großer Infrastrukturprojekte hängt
von der Unterstützung der Bevölkerung ab. ÖBB und GRAZ
AG starten gemeinsam mit den Partnern Stadt Graz und Land Steiermark ab
heute, Freitag 2. Juli, eine Informationsoffensive am Grazer Hauptbahnhof.
Heute
sind es bereits mehr als 30.000 Fahrgäste, die täglich mit der
S-Bahn, den Regional- oder Fernverkehrszügen fahren. „Künftig
werden es mehr als 40.000 pro Tag sein“, freut sich Andreas Matthä,
Vorstandssprecher der ÖBB-Infrastruktur AG, auf die prognostizierten
Zuwächse. „Das bringt aber auch höhere Anforderungen an
die Infrastruktur und den Bahnbetrieb. Dafür müssen wir den
Hauptbahnhof Graz entsprechend rüsten.“ 167 Millionen Euro
werden in den kommenden Jahren in die Bahnhof-Infrastruktur investiert,
vieles davon wird bei den Kunden unbemerkt bleiben, wie die Errichtung
des Elektronischen Stellwerks, die neue TS-Halle (Technische Services)
oder der neue Produktionsstandort für die Zusammenstellung von Zügen.
„Nach
entsprechendem Ausbau der S-Bahn und Fertigstellung der Koralmbahn brauchen
wir eine künftig optimale Infrastruktur, um die weiter steigenden
Fahrgastströme auch leistungsfähig, effizient und sicher bewältigen
zu können. Zusätzlich schaffen wir mit der Nahverkehrsdrehscheibe
eine rasche und attraktive Umsteigemöglichkeit auf die innerstädtischen
Verkehrsmittel“, so Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder.
Die
Neuerrichtung des Personentunnels Nord startet ab 12. Juli – der
Zugang zu den Bahnsteigen kann nur noch über den Tunnel Süd
(von der Haupthalle) erfolgen. Von 13. September bis 8. Oktober wird der
Bahnsteig 21 gesperrt, teilweise auch der Bahnsteig 1a - es kann in diesem
Zeitraum keine Autoverladung erfolgen.
In
den kommenden Jahren werden Gleise ausgetauscht, neue Weichen eingebaut,
dann alle Bahnsteige erneuert, entsprechend modern ausgestattet und auf
55 Zentimeter ab Schienenoberkante angehoben. Damit wird ein komfortabler,
barrierefreier Einstieg in die Züge möglich. Zusätzlich
werden die Bahnsteige neu überdacht.
Auf
Hochtouren laufen unterdessen die Vorarbeiten für und erste Teilprojekte
der Nahverkehrsdrehscheibe. Der Sperre der Annenstraße vor der Gürtelkreuzung
folgte bereits der Start der Arbeiten an der neuen Wendeschleife in der
Asperngasse (bis Jahresende). Die Errichtung der Straßenbahn-Unterführung
zum Bahnhofsvorplatz ist in Vorbereitung. „Durch die Neuorganisation
des Straßenbahnverkehrs am Bahnhofsvorplatz wird die Verknüpfung
sämtlicher hier angebundener Straßenbahnlinien sowie des Zug-
und Busverkehrs verbessert, sodass die Fahrgäste besser und schneller
an ihr Ziel kommen“, so die beiden GRAZ AG-Vorstandsdirektoren Wolfgang
Malik und Wolfgang Messner. Zudem können die Fahrgaststeigerungen
(2009 waren es knapp 99 Millionen, heuer bis Ende Mai erneute Zunahme
um eine Million Fahrgäste im Vergleich zum gleichen Zeitraum des
Vorjahres) nur mit einer Angebots- und Frequenzverbesserung bewältigt
werden, sieht Verkehrsstadträtin Lisa Rücker keine Alternative
zu Investitionen in die sanfte Mobilität.
Beide
Projekte gemeinsam haben ein Volumen von knapp 260 Millionen Euro. Die
Kosten für die Erneuerung der Bahninfrastruktur betragen dabei etwa
167 Millionen Euro, der Rest entfällt auf die Nahverkehrsdrehscheibe.
Die einzelnen Baumaßnahmen der beiden Projekte werden von Maskottchen
begleitet – Erich Emsig und Karla Klug sollen, für alle Altersstufen,
die Baumaßnahmen verständlich erklären (Pressemeldung
ÖBB, 05.07.10).
ÖBB
und Digitales Österreich präsentieren neue E-Services
Die ÖBB als größter Mobilitätsanbieter Österreichs
wird E-Service Allianzpartner der Plattform Digitales Österreich.
Mit dem ÖBB online und mobile Routenplaner "SCOTTY", können
BürgerInnen und Unter-nehmen schnell und einfach die optimale öffentliche
Verkehrsverbindung zu den nächstgelegenen Servicestellen von Bund,
Länder und Gemeinden ermitteln.
Damit wurde ein weiterer Schritt zum bürgernahen E-Government gesetzt.
Dieses Tool steht ab sofort auch allen Kommunen kostenlos zur Verfügung.
Durch den Beitritt der ÖBB in die e-Service Allianz der Plattform
Digitales Österreich erfolgt künftig auch eine verstärkte
Zusammenarbeit im Bereich E-Infrastruktur.
Der Routenplaner "SCOTTY" greift auf Fahrpläne aller öffentlichen
Verkehrsunternehmen in Österreich (Bahn, Bus und städtische
Verkehrsunternehmen) zurück. Benötigen BürgerInnen und
Unternehmen Auskunft über die schnellste und einfachste Route zum
benötigten Amt, können sie dies künftig online auf HELP.gv.at
über den Routenplaner "SCOTTY" ausrechnen lassen. Dazu
muss man lediglich auf das gewünschte Amt klicken und die Startadresse
eingeben. In kürzester Zeit wird der schnellste Weg berechnet und
die für die Fahrt nötigen öffentlichen Verkehrsmittel,
die Umstiegsstellen und -zeiten sowie verbindende Fußwege angezeigt.
"SCOTTY" zeigt auch den ergänzenden Fußweg zur Starthaltestelle
bzw. den Weg ab der Zielhaltestelle zum gewünschten Ziel, veranschaulicht
durch zoombare Umgebungspläne, an. Darüber hinaus erhalten die
KundInnen der ÖBB Auskunft über den aktuellen Status des Zuges.
Die Information in Echtzeit kann - egal ob der Zug Verspätung hat,
oder pünktlich ist - jederzeit abgefragt werden (Pressemeldung ÖBB,
05.07.10).
Politisches
Ränkespiel um die Thayatalbahn
 
Neben der bereits bekannten Einstellung der Ybbstalbahn ist seit Mitte
Juni nun auch das Schicksal der Thayatalbahn besiegelt (Der LOK Report
berichtete).
Während in Tschechien in den Ausbau der anschließenden Lokalbahn
Slavonice – Telc - Kostelec u Jihlavy investiert wird, will Niederösterreich
einen Radweg auf der Bahnstrecke errichten und den Personenverkehr mit
einer grenzüberschreitende Buslinie bewältigen.
Dagegen kämpft der Verein "Neue
Thayatalbahn", der außerdem auf eine Wiederbelebung des
stillgelegten Abschnitts Waidhofen - Waldkirchen und den Anschluss an
die tschechische Strecke Slavonice - Kotelec anstrebt. Selbst die Generaldirektion
Regionalpolitik der Europäische Kommission schreibt, das Vorhaben
"hätte das Potential, den öffentlichen Verkehr in der österreichisch-tschechischen
Grenzregion weiter zu fördern", sieht aber die Region als verantwortlich
an.
Österreichs Verkehrspolitiker sind Pressemeldungen zufolge an ernshaften
Lösungen zum Weiterbetrieb der Bahn wenig interessiert, vielmehr
treiben sie mit Aussprüchen wie "Geisterfahrer der Verkehrspolitik"
ein parteipolitisches Spiel.
Überdimensionale Plakate sollen die Bevölkerung auf den Zustand
der Bahnen aufmerksam machen. Bei Dobersberg und Thaya wurden diese Plakate
aber inzwischen wieder entfernt. Im Internet sind sie aber weiterhin zu
finden, und jederman weiss inzwischen: Was einmal im Internet ist, bleibt
dort auch ... (WKZ, Quelle Verein Neue Thayatalbahn und diverse Zeitungsartikel
, 05.07.10).
Greenpeace
fordert Regionalbahnen statt Brennerbasistunnel
Für Greenpeace bestätigt der heute erschienene Umweltkontrollbericht
für 2009 das Bild, dass in Österreichs Klima- und Energiepolitik völliger
Stillstand herrscht. Im schlimmsten Fall bedeutet das Scheitern am Kyoto-Ziel
Kosten von mehr als einer Milliarde Euro für die Alpenrepublik. "Wir ernten
nach wie vor die sauren Früchte der Jahren unter Pröll, und Umweltminister
Berlakovich scheint außerstande zu sein, etwas daran zu ändern", so die
Kritik von Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.
Vor allem im Verkehrssektor ist die Abweichung von den ohnehin nicht sehr
ambitionierten Emissionszielen besonders groß, und die Gründe dafür sind
auch ziemlich einfach auszu-machen: Der Straßenverkehr wird nach wie vor
mit viel zu billigem Diesel gefördert, es gibt noch immer keine flächendeckende
Lkw-Maut, auf Wunsch der Landeskaiser werden ohne absehbares Ende Autobahnen
gebaut, und die Investitionen in die Bahn beschränken sich auf Milliarden
verschlingende, doch letztlich weitgehend sinnlose, Großprojekte. "Nirgendwo
ist die absolute Visionslosigkeit der heimischen Politik sichtbarer als
im Verkehrsbereich", konstatiert Westerhof. "Wir zahlen jetzt dafür, das
Kyoto-Ziel zu verfehlen, und noch unsere Enkelkinder werden für die Schulden
aus dem gegenwärtigen Straßenbauprogramm aufkom-men müssen", so der Greenpeace-Sprecher.
Das von Umweltminister Berlakovich gebetsmühlenartig wiederholte Lob für
Agrartreibstoffe ändert jedenfalls nur sehr wenig an den hohen Verkehrsemissionen
im Land. "Es gibt ein Potenzial für Agrartreibstoffe, doch dieses ist
äußerst beschränkt", weiß Westerhof. Derzeit wird ein Großteil der diesbezüglichen
Rohstoffe importiert, wodurch die Emissionen aus dem österreichischen
Verkehrssektor an diese auswärtigen Landwirtschaften verlagert werden
- was mit tatsächlichem Klimaschutz so gut wie nichts zu tun hat.
Greenpeace fordert daher einen Planungs- und Baustopp von Infrastrukturprojekten
wie der Nordost-Umfahrung von Wien, Lobautunnel und anschließende Autobahnen
inklusive, und vom Koralm- sowie dem Brenner-Basistunnel. Die so eingesparten
Milliarden sollten dann in eine Verbesserung der Regionalbahnen investiert
werden, um den Pendlerverkehr auf diese Weise endlich von der Straße wegzubringen.
"Vor allem an der Verkehrspolitik wird zu messen sein, ob die Regierung
tatsächlich die Ambition aufbringt, eine ernsthafte Klimapolitik auf den
Weg zu bringen", verdeutlicht Greenpeace-Sprecher Westerhof abschließend
(Pressemeldung Grennpeace, 01.07.10).
ÖBB
sehen CO2-Werte der Bahn deutlich verbessert
Die aktuellen, vom
Umweltbundesamt durchgeführten Berechnungen zur Klimabilanz stellen
den ÖBB ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. Die Ergebnisse zeigen einen weiteren
Ausbau der deutlichen CO2-Vorteile der Bahn gegenüber dem Güter- und Personentransport
auf der Straße.
Die Bahn arbeitet in punkto Kohlendioxid-Emissionen (CO2) vorbildlich,
wie die Klimabilanz aufzeigt: Im direkten Vergleich zum PKW verursachten
die ÖBB 2009 je Personenkilometer (Pkm) rund 10-mal weniger CO2-Emissionen,
im Vergleich zum LKW je Tonnenkilometer (tkm) sogar 21-mal weniger. Das
bedeutet eine deutliche Verbesserung gegenüber 2008, als die Bahn 9-mal
besser im Vergleich mit dem Pkw bzw. 15-mal besser im Vergleich mit dem
Lkw abgeschnitten hat.
Bei einem CO2-Ausstoß von 161,9 g/Pkm je Pkw gegenüber nur 16,4 g/Pkm
beim Bahnfahren bedeutet das eine Reduktion von 145,5g CO2 je km und Person.
In anderen Worten: Eine Fahrt mit der Bahn von Wien nach Bregenz auf der
770 km langen Strecke belastet die Umwelt um ganze 112 kg CO2 pro Person
weniger. Bahnfahrer, insbesondere Pendler, helfen daher mit, die Klimabilanz
nachhaltig zu verbessern -auch bei relativ kurzen Strecken. Die CO2-Vorteile
der Bahn gegenüber dem LKW sind noch um ein Vielfaches höher (5,4 g/tkm
gegenüber 112 g/tkm).
Gerade im für den Klimaschutz auschlaggebenden Bereich der Energiewirtschaft
sind die ÖBB nachhaltig unterwegs. Denn neben der Steigerung des Anteils
an erneuerbaren Energien und der eigenen Stromproduktion durch Wasserkraft
setzen die ÖBB auf effizientere Nutzung der vorhandenen Energie, etwa
durch die bessere Auslastung von Güterzügen und durch optimale Gestaltung
von Fahrplänen. Außerdem wird die Lok- und Wagen-Flotte der ÖBB laufend
modernisiert und mit energieeffizienten Technologien nachgerüstet (Pressemeldung
ÖBB, 01.07.10).
VCÖ
sieht Verkehr als größtes Umweltproblem
Der von Umweltminister Niki Berlakovich präsentierte Umweltkontrollbericht
zeigt, dass der Verkehr Österreichs größtes Umweltproblem ist. Der Verkehr
verursacht hohe CO2-Emissionen, verbraucht viel Fläche und ist stärkster
Verursacher giftiger Stickoxide. Der VCÖ fordert eine stärkere Verlagerung
des Verkehrs von der Straße auf den Umweltverbund von Öffentlicher Verkehr,
Radfahren und Gehen.
"Man braucht gar nichts zu beschönigen: Tatsache ist, dass der Verkehr
Österreichs größtes Umweltproblem ist. Es wird zu viel Auto gefahren,
zu viele Güter werden auf der Straße transportiert. Die Verlagerung des
Verkehrs auf die Schiene muss Vorrang bekommen", stellt der VCÖ fest.
Der VCÖ fordert einen Autobahn-Baustopp, die Ökologisierung des Steuersystems
und ein dichteres Öffentliches Verkehrsnetz. Bestehende Bahnstrecken sind
zu modernisieren, die Radfahrinfrastruktur rasch auszubauen. "Mit der
3V-Formel kann Österreich die Kyoto-Ziele erreichen: Verkehr vermeiden,
Verkehr verlagern und Verbrauch verringern", so der VCÖ (Pressemeldung
VCÖ, 01.07.10).
Ausbau
des GSM-R Zugfunknetzes auf das Know-how von Kapsch CarrierCom
Der Ausbau des digitalen Zugfunks (GSM-R) in Österreich schreitet zügig
voran: Bis 2013 wird die ÖBB ihre Funksysteme auf diese Technologie umstellen.
Durch den neuen europaweiten Standard für die drahtlose Informationsübertragung
entfälllt der aufwendige Betrieb unterschiedlicher, nationaler Systeme,
zudem werden ein dichterer Fahrplan und neue Serviceangebote für Reisende
ermöglicht. Gemeinsam mit Kapsch CarrierCom, dem weltweiten Marktführer
im Bereich GSM-R, und Alpine Energie setzen die ÖBB dieses zukunftsweisende
Technologieprojekt um und schaffen rund 100 qualifizierte Arbeitsplätze.
Nach Pilotstrecke Wels-Passau, der Umfahrung Innsbruck finalisierte Kapsch
CarrierCom nun auch die Digitalfunkanlage der mit dem Lainzertunnel verbundene
Weichenhalle Purkersdorf. Österreich ist nach der Slowakei und Tschechien
das dritte Land in Zentraleuropa, das auf die Kompetenz und das technische
Know-how von Kapsch setzt.
GSM-R revolutioniert den Bahnverkehr. Durch den Einsatz international
spezifizierter Endgeräte und der Verbindung der europäischen GSM-R-Netze
ist für internationale Züge grenzüberschreitende Kommunikation mit demselben
Equipment möglich. Der aufwändige Betrieb unterschiedlicher, nationaler
Systeme entfällt. GSM-R erhöht auch die Wettbewerbsfähigkeit des Schienentransports
gegenüber dem Straßenverkehr: Mit dem neuen System können Güter- und Personenzüge
an der Grenze schneller abgefertigt und an die Bahngesellschaft des Nachbarlandes
übergeben werden. "Wir unterstützen unseren langjährigen Partner ÖBB auf
dem Weg zu einer neuen, internationaleren Zugfunk Kommunikation. Dabei
kommt der ÖBB ganz besonders unsere führende Rolle am internationalen
GSM-R Markt zu Gute: Rund um den Globus setzen Bahnbetreiber auf das Know-how
und die Kompetenz von Kapsch CarrierCom", so Thomas Schöpf, COO Kapsch
CarrierCom.
Seit 2008 wird die Kommunikation im österreichischen Bahnnetz schrittweise
auf digitalen Zugfunk umgestellt. Bis 2013 soll das gesamte Kernnetz der
ÖBB auf einer Länge von rund 3.500 km (Gesamtnetz: rd. 5.700 km) mit GSM-R
ausgerüstet werden. Insgesamt investiert die ÖBB-Infrastruktur AG rund
82 Mio. Euro in dieses ambitionierte Programm zum Ausbau der mobilen Kommunikation.
Der Anfang wurde mit dem GSM-R Ausbau der Strecke Wels - Passau gemacht,
wo bereits seit Sommer 2008 das System in Betrieb ist. In dieses Pilotprojekt
wurden 7 Mio. Euro investiert. Der Testbetrieb auf der Strecke Wels -
Passau hat sich bewährt und hat wertvolle Erkenntnisse für den weiteren
Streckenausbau geliefert. Davon ausgehend soll dementsprechend der weitere
Ausbau realisiert werden. "Mit unserem GSM-R Programm sind wir auf dem
richtigen Weg in die technologische Zukunft", erklärt Herwig Wiltberger,
Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG. "Wir werden in den nächsten Jahren
den digitalen Zugfunk auf unser gesamtes Kernnetz ausdehnen und damit
insbesondere unsere Hauptverkehrsadern, die Westbahn und die Südbahn,
stärken."
GSM-R wurde in einem europaweiten Übereinkommen (Agreement on Implementation
zur Spezifikation Eirene) als zukünftiges einheitliches Funksystem der
Europäischen Bahnen definiert. Der GSM-R Funkstandard wird künftig die
gesamte betriebliche Daten- und Sprachkommunikation im ÖBB-Kernnetz und
im grenzüberschreitenden Bahnverkehr abdecken. GSM-R bietet nicht nur
die Sicherheit eines millionenfach bewährten technischen Systems (GSM),
sondern liefert auch noch eine Reihe von Zusatzfunktionen, wie Rottenwarnsysteme
oder elektronische Fahrgastinformationen im Zug. Durch ein installiertes
GSM-R System lassen sich - in einem nächsten Schritt - auch eine Reihe
zusätzlicher Anwendungen abwickeln, wie "Ticketing" im Zug, elektronische
Fahrgastinformationen, Platzreservierungen aber auch "Freight Tracking"
für den Güterverkehr.
Kapsch CarrierCom konnte in Rekordzeit die Digitalfunkanlage in der Weichenhalle
Purkersdorf fertig stellen. Diese Funkanlage umfasst GSM-R sowie die Versorgung
mit analogem Zugfunk, zudem befindet sich die Einbindung von Public Safety
Diensten (TETRA) in Vorbereitung. Durch die von Kapsch CarrierCom installierte
Anlage ist der Tunnelabschnitt auch in den Wiener Feuerwehrfunk eingebunden.
Darüber hinaus werden im Tunnel GSM900/1800 und UMTS-Verbindungen für
die Reisenden zur Verfügung stehen.
In einem Transitland wie Österreich hat der interoperable Personen- und
Güterverkehr besonders hohe Bedeutung, weshalb sich die ÖBB seit Jahren
aktiv an der Einführung eines European Rail Traffic Management System
(ERTMS) beteiligt. Damit ist eine umfassende technische Aufrüstung der
Strecken verbunden. Bis 2013 soll das ambitionierte Programm zum GSM-R
Ausbau auf ÖBB-Strecken umgesetzt werden. Als Generalunternehmer ist Kapsch
CarrierCom im Auftrag der ÖBB-Infrastruktur AG für die Funknetzplanung,
für die Implementierung und Funktionalität der GSM-R Technologie und für
den Nachweis der lückenlosen Funkversorgung verantwortlich. "Mit Kapsch
CarrierCom hat die ÖBB-Infrastruktur AG ein führendes heimisches Technologieunternehmen
als Partner gewonnen. Gemeinsam wollen wir mit einem Technologieschub
die Position der Bahn in Österreich und die Position der ÖBB in Europa
weiter stärken", so Herwig Wiltberger abschließend (Pressemeldung Kapsch
CarrierCom AG, 29.06.10).
Wirtschaft
kann auf Schlüsselprojekt Brennertunnel nicht verzichten
"Der rot-weiß-rote Wirtschaftsstandort kann auf das Schlüsselprojekt Brenner-Basistunnel
nicht verzichten", erteilt Martha Schultz, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer
Österreich, Überlegungen nach einer möglichen Verzögerung oder eines Baustopp
des Projekts eine klare Absage:
"Wenn es seitens der Infrastrukturministerin Bures ein Ja zur Finanzierung
des Koralmtunnels gibt, sollte das Ja zum Brennertunnel unverzüglich folgen.
Immerhin ist der Brennertunnel eines der bedeutendsten österreichischen
und europäischen verkehrs- sowie umweltpolitischen Infrastrukturprojekte."
"Die Wirtschaft bekennt sich zur Konsolidierung des Staatsbudgets. Doch
bei wichtigen Investitionen in die Infrastruktur des Landes- wie dem Brenner-Basistunnel
- zu sparen, wäre ein verheerendes umwelt,- verkehrs-, und wirtschaftspolitisches
Signal ", so Schultz: "Im Sinne einer umweltbewussten Politik - gerade
in Hinblick auf die verkehrspolitische Situation in meinem Heimatbundesland
Tirol - bekennt sich die Wirtschaft dazu, den Verkehr unter anderem mit
dem Bau des Brennertunnels von der Straße auf die Schiene zu verlagern."
Der Brenner-Basistunnel ist das wichtigste Teilstück des geplanten Ausbaus
der rund 2.200 Kilometer langen Bahnlinie von Berlin nach Palermo, die
nicht zuletzt auf Betreiben Österreichs von der EU-Kommission als prioritäres
TEN-Projekt Nr. 1 im Rahmen der Transeuropäischen Netze eingestuft wurde.
"Jede Verzögerung des Baubeginns könnte die von der EU-Kommission bereits
vertraglich zugesicherte Kofinanzierung in Höhe von 786 Mio. Euro bis
zum Jahr 2013 ernsthaft gefährden", warnt die WKÖ-Vizepräsidentin.
"Die Europäische Union ist bereit zu investieren. Österreich muss ein
verlässlicher internationaler Partner bleiben und kann sich kein Ausscheren
bei einem der wichtigsten europäischen Zukunftsprojekte im Infrastrukturbereich
erlauben. Der Standort braucht den Brenner-Basistunnel. Wir dürfen unsere
Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel setzen, sondern müssen entschlossen für
dieses Projekt eintreten", unterstreicht Schultz.
"In wirtschaftlich angespannten Zeiten sichern Infrastrukturinvestitionen
nicht nur Arbeitsplätze sondern auch den internationalen Wettbewerbsvorteil
des heimischen Standorts", betont Schultz. Die österreichische Wirtschaft
fordere daher ein klares Bekenntnis des österreichischen Verkehrsministeriums
zum Brenner-Basistunnel, zumal erst dadurch die Hochgeschwindigkeitsstrecke
zwischen Berlin und Palermo für den Personenverkehr und die notwendigen
Kapazitäten für die Verlagerung von Straßentransportleistungen auf die
Schiene möglich gemacht werden (Pressemeldung Wirtschaftskammer Österreich,
29.06.10).
Schienen-Control
zu EU-Klage wegen mangelnden Bahn-Wettbewerbs
Mag. Ursula Zechner, Geschäftsführerin der Schienen-Control, des österreichischen
Regulators für den Schienenverkehr, nimmt zu heutigen Medienberichten
über eine Klage der EU-Kommission gegen Österreich wegen mangelnden Bahnwettbewerbs
wie folgt Stellung:
Der Schienen-Control liegen die Unterlagen mit den konkreten Vorwürfen
der Klage gegen Österreich vor:
1. Zum Vorwurf der mangelnden Unabhängigkeit der Trassenzuweisungsstelle
des österreichischen Infrastrukturbetreibers innerhalb des ÖBB-Konzerns:
Diesbezüglich läuft bereits seit 2008 ein wettbewerbsaufsichtsbehördliches
Verfahren vor dem Regulator, das noch nicht abgeschlossen wurde.
2. Zum Vorwurf des Fehlens eines Bonus-/Malussystems (Performanceregime)
für die Infrastrukturbenützungsgebühren im Fall von Verspätungen: Dieser
Mangel wurde auf Grund eines Verfahrens vor dem Regulator mittlerweile
behoben. Ein entsprechendes Bonus-/Malussystem tritt im Dezember 2010
in Kraft.
Der Vorwurf, dass keine unabhängige Regulierungsstelle mit ausreichenden
Kompetenzen eingerichtet wurde, trifft einige andere Mitgliedstaaten,
aber nicht Österreich. Der Vorwurf wurde schon vor einiger Zeit ausgeräumt
und ist kein Thema mehr. Die Schienen-Control als unabhängiger Regulator
ist etabliert und von der EU anerkannt (Pressemeldung Schienen-Control
Gmbh, 26.06.10).
Jugend-Sommerticket
der ÖBB
Bereits zum sechsten Mal gibt es das beliebte Sommerticket
der ÖBB. Jugendliche sind eine wichtige Zielgruppe, daher bieten
die ÖBB auch heuer diese tolle Möglichkeit zur günstigen
Freizeitgestaltung. Mit dem ÖBB Sommerticket sind Inhaber einer VORTEILScard
<26 um 39,- Euro (für Jugendliche unter 20 Jahren) bzw. 69,- Euro
(für junge Erwachsene von 20 bis unter 26 Jahren) mit der Bahn in
ganz Österreich unterwegs. Das Ticket gilt von 3. Juli bis inkl.
12. September 2010 - also vom ersten bis zum letzten Ferientag - auf allen
Strecken der ÖBB und der Raaberbahn (ausgenommen weitere Privatbahnen,
Zahnradbahnstrecken und Sonderverkehr) sowie im Intercitybus zwischen
Graz und Klagenfurt. Und das Ganze jeweils von Montag bis Freitag, 8.00
bis 24.00 Uhr, sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ganztägig
- österreichweit in der 2. Klasse.
Die VORTEILScard <26 gilt für alle unter 26, kostet 19,90 Euro
und gilt ein Jahr ab Ausstellung. Mit dieser VORTEILScard gibt es bis
zu 50 Prozent Ermäßigung in allen Zügen der ÖBB sowie
der Privatbahnen mit Ausnahme der Zahnradbahnen und Sonderverkehre. Die
VORTEILScard <26 ist bei den Personenkassen oder bei den ZugbegleiterInnen
erhältlich.
Beworben wird das Jugend- Sommerticket mit einem speziellen Song. "Das
eigens für die Jugend-Sommerkampagne produzierte Musikvideo trifft
genau den Sound und den Look von Österreichs Jugend", so Lutter.
"Sommerparty" heißt der Song, der mit den in der Jugendszene
bestens bekannten Rappern Serial G und Edelmacho aufgenommen wurde. Der
Anklang ist schon jetzt so groß, dass das Label EMI sich bereit
erklärt hat, die Single professionell zu vermarkten. "Sommerparty,
alle tanzen mit! Der Name des Tracks ist Programm. Ein Song wie der Sommer
selbst: Heiß, euphorisierend, sexy, für alle da und man ärgert
sich, wenn er vorbei ist", so die beiden Rapper unisono (Pressemeldung
ÖBB, 23.06.10).
Tiefgreifende
Veränderungen in der ÖBB Führung
Der Vorstandsvorsitzende der ÖBB, Christian Kern gibt heute folgende Veränderungen
in der ÖBB Führung bekannt: "Die ÖBB stehen in den kommenden Monaten vor
wesentlichen Herausforderungen. Besseres Kundenservices und höhere Wirtschaftlichkeit
fordern unsere volle Aufmerksamkeit. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen
wir effiziente Führungsstrukturen und ein kompetentes Managementteam.
Neben bewährten Managern und Experten aus den ÖBB, werden neue Kräfte
von außen das Team verstärken. Die neuen Kolleginnen und Kollegen wurden
ausschließlich von mir persönlich vorgeschlagen und besitzen mein volles
Vertrauen."
Folgende erste Schritte wurden am 22.06.10 im Aufsichtsrat der ÖBB-Infrastruktur
AG beschlossen:
Der Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG wird ab 1. Juli 2010 von fünf auf
drei reduziert. Gleichzeitig wird die nächste Ebene bis Oktober von 34
auf 20 Führungskräfte verkleinert.
Weitere Veränderungen wird Kern beim kommenden Aufsichtsrat vorschlagen:
Den Bereich Konzernkommunikation und -marketing in der ÖBB-Holding AG
wird Kristin Hanusch-Linser (46) übernehmen. Hanusch-Linser war davor
als Vorstandsmitglied der RMA Regionalmedien Austria AG bzw. u.a. als
Geschäftsführerin der Verlagsgruppe Manz bzw. der Tageszeitung "Heute"
tätig. Christian Kern: "Ich bin sehr froh mit Kristin Hanusch-Linser einedynamische
Frau mit strategischem Weitblick und operativem Tiefgang inmeinem engsten
Team zu haben. Sie wird für ihre anspruchsvolle Aufgabe mit den nötigen
Vollmachten ausgestattet und unter anderem auch die Geschäftsführung der
konzerneigenen Werbeagentur CI&M übernehmen".
Innerhalb des neu ausgerichteten Gesamtbereiches wird Mag. Michael Wimmer
(45) wie bisher zentrale Aufgaben wahrnehmen und Kristin Hanusch-Linser
in maßgeblichen Bereichen verantwortlich unterstützen.
In der ÖBB-Holding AG wird die Position Strategie/Unternehmensentwicklung
mit Georg Lauber (34) besetzt. Lauber war bislang Geschäftsführer der
VERBUND-International GmbH. Er verantwortete in dieser Position die VERBUND-Auslandsbeteiligungen
mit einer Bilanzsumme von 2 Milliarden Euro. Davor war er als Investor
Relations Manager im Konzern tätig.
In den kommenden Wochen werden weiters die Positionen Corporate Affairs/Recht
sowie Kundenbeziehungsmanagement besetzt. Im Rahmen von Corporate Affairs/Recht
wird auch die Funktion Lobbying eingerichtet. Die ÖBB haben seit langem
- so wie jedes größere Unternehmen - eine Public Affairs Einheit. Ähnlich
wie bei OMV, Telekom, VERBUND oder Magna ist sie für den Kontakt mit politischen
Parteien, Ministerien, Bundesländern, internationalen und europäischen
Institutionen sowie für Interessenvertretungen und NGOs zuständig. Bevorzugt
werden deshalb Mitarbeiter engagiert, die Kontakte in diese Bereiche haben.
Nikolaus Pelinka (24), der früherer Pressesprecher von Unterrichtsministerin
Claudia Schmied, verfügt über diese Kontakte und wird hier für die ÖBB
tätig werden. Ebenso wird Philipp Ita (37), der schon seit 2007 für das
Unternehmen tätig ist, und für 240 Mitarbeiter Verantwortung trägt, den
Vorstandsvorsitzenden Kern im Bereich Lobbying unterstützen. Entgegen
anderslautender Berichte wird Nikolaus Pelinka keine Abteilung übernehmen
(Pressemeldung ÖBB, 23.06.10).
Vorstand
der ÖBB-Infrastruktur auf drei Mitglieder reduziert
"Der Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG wird von fünf auf drei Mitglieder
verringert", berichtet der Aufsichtsratsvorsitzende der ÖBB-Infrastruktur
AG, Franz Seiser. Das sei ein klares Signal, dass der ÖBB-Konzern effizientere
und schlankere Strukturen einführe und dabei bei der Spitze beginne.
Möglich wird die Reduktion von Vorstandsfunktionen durch eine Neuverteilung
von Ressorts und Aufgaben.
Vorstandssprecher Andreas Matthä übernimmt ab 1. Juli 2010 zu seinen bisherigen
Aufgaben künftig auch die Funktion des CFO. Vorstand Georg-Michael Vavrovsky
wird zusätzlich zum bisherigen Bereich Neu- und Ausbau auch den Bereich
Anlagenservice übernehmen. Das Mandat von Herwig Wiltberger, bereits bisher
für den Netzbetrieb zuständig, wird verlängert. Er übernimmt zusätzlich
den Geschäftsbereich Kraftwerke.
Arnold Schiefer, bisher für Interne Dienstleistungen zuständig, hat sein
Vorstandsmandat zurückgelegt. Er wird eine neue Stabstelle Change Management
aufbauen und führen und so die im Vorjahr formal durchgeführte Zusammenlegung
der beiden ÖBB-Infrastrukturgesellschaften inhaltlich und strukturell
vorantreiben, vor allem auch die Restrukturierung im Bereich Anlagen Services.
Der bisherige Finanzvorstand Gilbert Trattner hat ebenfalls sein Mandat
zurück gelegt. Er wird mit dem Beteiligungsmanagement sowie mit der Geschäftsführung
von RailEquipment und Mungos Sicher & Sauber GmbH betraut. Beide Gesellschaften
sind Töchter der ÖBB-Infrastruktur AG.
Diese neue Ressortverteilung wirkt sich auch auf die Strukturen und Abläufe
aus und wird durch die Zusammenführung von Stäben und Geschäftsbereichen
zu einer Verschlankung der internen Organisation führen. "Im Jahr 2009
war das vorrangige Ziel, die beiden Infrastrukturgesellschaften formal
zusammenzuführen und eine gemeinsame Geschäftslogik für die Infrastruktur
- von Planung und Erhaltung über den Betrieb - zu schaffen. Dieses Ziel
wurde konsequent erfüllt. Jetzt geht es darum, die Effizienzgewinne aus
der Fusion zu heben. Mit der neuen Ressortverteilung im Vorstand haben
wir dafür die notwendigen Voraussetzungen geschaffen", so Aufsichtsratsvorsitzender
Franz Seiser.
Weiters beschloss der Aufsichtsrat, den zentralen IT-Provider für den
gesamten ÖBB-Konzern als Tochtergesellschaft innerhalb der ÖBB-Infrastruktur
AG einzurichten. Damit sollen die auf mehrere Konzernteile verstreuten
Zuständigkeiten für diesen wichtigen Bereich zusammengeführt und die Qualität
der IT-Dienstleistung weiter gesteigert werden.
Ebenfalls beschlossen wurde die schrittweise Überführung des Bereichs
Verschub in die ÖBB-Produktion GmbH. In einem ersten Schritt wird das
Management dieses Bereichs der ÖBB-Produktion GmbH unterstellt. Die ÖBB-Produktion
GmbH ist ein Tochterunternehmen der Absatz-Gesellschaften ÖBB-Personenverkehr
AG und Rail Cargo Austria.
"Mit allen diesen Beschlüssen setzt der Aufsichtsrat und das Management
des Konzerns die Eigentümervorgaben konsequent um. Einerseits sparen wir
an der Spitze und bei den Overhead-Kosten, andererseits forcieren wir
Qualität und Effizienz", so Franz Seiser abschließend (Pressemeldung ÖBB,
23.06.10).
Bremsanlage
als Unfallursache am Arlberg in Verdacht
Nach und nach verdichten sich die Hinweise, dass die Zugentgleisung am
Bahnhof Braz in Vorarlberg durch ein Versagen der Bremsanlage hervorgerufen
wurde. Die Tageszeitung "Österreich" berichtet einerseits,
dass in der Lok nur drei von vier Motoren funktioniert hätten. Dies
wurde von den ÖBB auch bestätigt, ein Motorausfall hätte
aber keine Auswirkung auf die Bremsleistung des Zuges. Vielmehr habe die
Lokomotive die maximale E-Bremsleistung von 150 Kilonewton erbracht.
Einer dem LOK Report vorliegenden fahrzeugtechnische Anweisung der ÖBB
vom 15.06.10 zufolge steht der Riss einer Bremsleitung möglicherweise
mit einem fehlenden oder schadhaften Stahlseil zur Aufhängung und Befestigung
der Bremskupplung zwischen den Teilen der ständig gekuppelten Wageneinheiten
im Verdacht.
In der Anweisung heisst es: Beim Einsatz von Autotransportwagen der Type
23 87 437x xxx-x und ständig gekuppelten Wageneinheiten, die eine ähnliche
Ausführung der Verbindung und Aufhängung der Bremskupplung zwischen den
beiden Teilen der ständig gekuppelten Wageneinheiten haben (Bild) ist
sicherzustellen, dass:
- eine ordnungsgemäße und sichere Aufhängung und Befestigung der Bremskupplung
gegeben ist
- die Einhaltung des Mindestabstandes von 140 mm über SOK für die Teile
der Schraubenkupplungen und Teile der Bremskupplungen gegeben sind (LR,
Quellen "Österreich", "Standard" sowie ÖBB-Anweisung,
22.06.10).
Land
NÖ hat kein Geld für Straße und Schiene
30 Millionen Euro für den gesamten Öffentlichen Verkehr - so steht es
im Landes-Budget für 2011. 20 Millionen davon für die Weiterentwicklung
des ÖVP-Wieselbusnetzes. "Man braucht nicht viel Hintergrundinformation,
um zu erkennen, dass dies das Aus für die Regionalbahnen bedeutet", weiß
die grüne Verkehrssprecherin im NÖ Landtag, Amrita Enzinger.
Abgesehen davon gibt es freilich auch kein Geld, um bestehende Schienennetze
auszubauen bzw. Bahnlinien zu attraktivieren. "Soviel zu der oft bejubelten
Grundsatzvereinbarung zwischen Land, Bund und ÖBB", so Enzinger sarkastisch.
Aber für die BürgerInnen Niederösterreichs kommt es noch dicker: "Schnellstraßenprojekte
wie die S8 und Autobahnen wie die A5 wackeln. Das Land und die Asfinag
können sich den Straßenbau schlichtweg nicht leisten.
Die dadurch versprochene Verkehrsentlastung für die betroffenen BürgerInnen
ist daher in weite Ferne gerückt", weiß Enzinger. Selbst die fixfertigen
Pläne für kostengünstigere Umfahrungsstraßen, die eine rasche Entlastung
bringen könnten, will das Land aus Spargründen nicht umsetzen. "Die ÖVP
hat damit Versprechen an die BürgerInnen gebrochen"
Hätte Landeshauptmannstellvertreter Sobotka nicht eine Milliarde Euro
an der Börse verzockt, könnten nicht nur Regionalbahnen wie die Ybbstalbahn,
Wachauerbahn und Thayatalbahn gerettet, sondern auch Projekte wie Wolkersdorfer
Express, Schwechat Express, die Stammersdorfer Linie, der zweigleisige
Ausbau zwischen Wolkersdorf und Mistelbach, die Kaltenleutgeberbahn und
viele Ausbauten mehr realisiert werden.
"Und das von der ÖVP so hochgelobte Busnetz ginge sich auch noch aus",
weiß die Verkehrssprecherin der Grünen. Enzinger ist überzeugt: "1 Milliarde
mehr und Niederösterreich hätte ein Verkehrsnetz aus Straße und Schiene,
das Vorbildwirkung hätte, die Wirtschaft ankurble und den Bedürfnissen
der BürgerInnen wirklich gerecht wäre - und die Instandhaltungskosten
wären dabei auch schon kalkuliert!" (Pressemeldung Grüner Klub im
NÖ Landtag, 22.06.10).
ÖBB-Infrastruktur
AG begibt weitere Anleihe am internationalen Kapitalmarkt
Die ÖBB-Infrastruktur AG hat am 21. Juni 2010 eine Anleihe in Höhe von
1,25 Mrd. Euro am internationalen Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit
beträgt 15 Jahre, der Kupon wurde in Höhe von 3,875 % festgelegt. Als
Bookrunner agierten Citi, Erstebank, HSBC, Morgan Stanley.
Das Orderbuch entwickelte sich äußerst positiv und war gekennzeichnet
von höchster Qualität, sodass eine Aufstockung der ursprünglich angepeilten
1 Mrd. Euro auf 1,25 Mrd. Euro vorgenommen wurde. Damit setzt die ÖBB-Infrastruktur
AG ihr seit 2005 laufendes Finanzierungsprogramm fort. Bisher wurden insgesamt
6 syndizierte Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 7,1 Mrd. Euro begeben.
Die ÖBB-Infrastruktur AG zählt zu den größten und erfolgreichsten Anleihenemittenten
Österreichs.
Gerade angesichts der immer noch volatilen Lage auf den Finanzmärkten
sind nachhaltige Investments besonders gefragt. Das große Interesse der
Investoren an unserer Anleihe bestätigt einmal mehr das Vertrauen in die
Leistungsfähigkeit und Zukunftsorientierung der ÖBB-Infrastruktur AG."
Basis für das laufende Finanzierungsprogramm ist die hervorragende Bonität
der ÖBB-Infrastruktur AG, belegt durch ein AAA/Aaa-Rating von Standard
& Poor sowie Moody. Die Erlöse aus der Emission werden in den Ausbau der
heimischen Schieneninfrastruktur investiert. Die Republik Österreich unterstützt
diese volkswirtschaftlich wichtigen Leistungen, indem sie die Finanzierung
der Bahninfrastrukturprojekte mit einer Bundeshaftung absichert.
Im Jahr 2009 investierte die ÖBB-Infrastruktur AG rund 2,250 Mrd. Euro
in den Ausbau und die Erhaltung der Bahninfrastruktur in Österreich. Mit
diesen Investitionen werden u. a. Großprojekte wie etwa der viergleisige
Ausbau der Westbahn oder der Bau des neuen Hauptbahnhofs Wien realisiert.
Das Unternehmen trägt damit nachhaltig zur Entwicklung der heimischen
Verkehrsinfrastruktur und des Wirtschaftsstandorts Österreich bei (Pressemeldung
ÖBB, 22.06.10).
Mariazeller
Bahn durch das Land NÖ gerettet
"Die Mariazeller Bahn wurde durch das Land Niederösterreich gerettet",
stellt der St. Pöltener VP-Landtagsabgeordnete Martin Michalitsch anlässlich
der Budgetdebatte fest. "Jahrzehntelang wurde die traditionelle Bahnstrecke
von Bund und ÖBB vernachlässigt und der Weiterbetrieb stand mehrmals an
der Kippe. Doch durch den Einsatz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll
und dem zuständigen Verkehrslandesrat Mag. Johann Heuras brauchen sich
die betroffenen Pendlerinnen und Pendler keine Sorgen mehr um die Bahnstrecke
machen, denn der Betrieb ist mit der Übernahme der Bahn durch das Land
gesichert", so Michalitsch.
"Das unterscheidet uns von der Politik der Leitner-SPÖ: Statt ständig
den Menschen Sand in die Augen zu streuen und nur mit Lippenbekenntnissen
einen landesfeindlichen Dauerwahlkampf zu führen, arbeiten wir von der
VP Niederösterreich für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher.
Was hat die St. Pöltener Genossen Jahrzehnte lang daran gehindert bei
ihren sozialistischen Verkehrsministern wie zuletzt Faymann und Bures
ein klares Bekenntnis für den Betrieb der Mariazeller Bahn zu erreichen",
stellt Michalitsch klar.
"Doch nicht nur der Erhalt der Mariazeller Bahn ist gesichert, auch der
Komfort für die Pendlerinnen und Pendler wird ab der Übernahme mit 1.
Jänner 2011 verbessert: So sollen die Fahrzeuge der Mariazeller Bahn durch
modernere Garnituren ersetzt werden. Insgesamt werden rund 68 Millionen
Euro für die Erneuerung des Fuhrparks vom Land in die Hand genommen. Damit
wird die Bahnlinie auch für den Tourismus in der Region wieder attraktiver",
weiß Michalitsch (Pressemeldung
Volkspartei Niederösterreich, 21.06.10).
Österreich:
VPNÖ ist der Totengräber der Nebenbahnen
"Zuerst übernehmen, dann zusperren. Das ist keine Verkehrspolitik,
die das Land Niederösterreich braucht", kommentiert der Verkehrssprecher
der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Gerhard Razborcan, heutige Aussagen der
VPNÖ zu den Nebenbahnen.
"Die Thayatalbahn soll zugesperrt werden, die Donauuferbahn aufgelassen
und auf der Ybbstalbahn stehen dank dem 'Nichtengagement' des verantwortlichen
Verkehrsreferenten Johann Heuras schon die Grabkerzen. Auch die Mariazellerbahn
wird praktisch filetiert, der Betrieb auf der Bergstrecke soll ja nur
mehr in den Sommermonaten aufrecht bleiben. Die VPNÖ ist, entgegen aller
ihrer früheren Versicherungen der Totengräber der NÖ-Nebenbahnen", erinnert
Razborcan an die vielen Aussagen von ÖVP-Politikern, das Land wäre ja
sicher ein besserer Betreiber der Bahnen und der Bund solle dem Land die
Verantwortung über die Nebenbahnen übergeben.
Razborcan: "Jetzt sehen wir, dass dies alles nur Schall und Rauch war
- Verantwortung übernehmen heißt nicht zusperren, sondern für die PendlerInnen,
SchülerInnen und die Tausenden Touristen, welche alljährlich die NÖ Nebenbahnen
benutzt haben, modernisieren und attraktivieren. Das ist der VPNÖ aber
offenbar kein Anliegen."
(Pressemeldung SPNÖ-Landesregierungsfraktion, 21.06.10).
Zugunglück
am Arlberg
 
 
 
Die Lokomotive des im Brazer Bogen in der Nacht auf Mittwoch entgleisten
Autozuges ist am Freitagnachmittag zum Güterbahnhof Wolfurt gebracht
worden. Hier soll entschieden werden, was mit der Lok geschieht.
Zurzeit werden die Gleise wieder hergestellt. Am Samstag sollen dann die
Fahrleitungsmasten gesetzt werden.
Die unabhängige Unfallkommission des Verkehrsministeriums kam einem Bericht
des ORF zufolge inzwischen zu dem Ergebnis, dass ein technischer Defekt
die Unfallursache sei. Der Zug mit der nicht mehr steuerbaren Lok hätte
der ausgewerteten Black-Box zufolge innerhalb von vier Minuten von 60
auf 125 km/h beschleunigt und sei dann aus der Kurve geworfen worden.
Der Lokführer habe sich völlig korrekt verhalten (Sammlung LR, 19.06.10).
CESAR
für RCA-Containerverkehre
Die Sendungsverfolgungs- und Kommunikationsplattform CESAR (Co-operative
European System for Advanced Information Redistribution) hat sich zu einem
europäischen Informationsnetzwerk im Bereich des Containertransportes
entwickelt.
"Die erfolgreiche Integration von CESAR bei Intercontainer Austria rundet
unser umfassendes Angebot im supply chain management ab. So haben unsere
Kunden nun entlang der gesamten Transportkette stets den Überblick, wo
sich ihre Sendung gerade befindet", erklärt Wilhelm Patzner, Geschäftsführer
von Intercontainer Austria. CESAR ermöglicht künftig die Darstellung einer
operateurübergreifenden Informationskette für Container-Transporte von,
nach und durch Österreich.
CESAR liefert dem Kunden den aktuellen Status der Sendungen, wobei der
Umfang der Angaben von der Anlieferung einer Ladeeinheit über die Abfahrt
bis zur Bereitstellung/Abholung abgedeckt wird. Derzeit verwendet ICA
das Service von CESAR für die Mozart-Express-Verkehre (Containerverkehre
Wels - Duisburg/Neuss/Ludwigshafen, einschließlich Vor- und Nachläufe).
In Kürze werden auch nationale Verkehre und die Südhafen-Verbindungen
(Koper und Triest) an die Sendungsverfolgungs- und Kommunikationsplattform
angebunden.
An der Plattform CESAR sind die Güterverkehrsunternehmen Cemat (Italien),
Hupac (Schweiz), Kombiverkehr (Deutschland), Adriakombi (Slowenien), Hungaria
Intermodal (Ungarn), IFB (Belgien), Novatrans (Frankreich) und jetzt Intercontainer
Austria beteiligt (Pressemeldung ÖBB, 18.06.10).
Thayatalbahn
ohne Zukunft
Nach der Grundsatzvereinbarung mit Bund und ÖBB vom 14. Jänner
2010 wird das Land NÖ bekanntlich bis Jahresende die ÖBB-Schmalspurbahnen
und einige ÖBB-Nebenbahnen übernehmen. VP-Verkehrs-landesrat Mag. Johann
Heuras erinnert daran, dass bereits vor der Unterzeichnung dieser Vereinbarung
"rund zwei Drittel dieser ÖBB-Strecken durch Bund und ÖBB eingestellt
worden waren". Auf der Thayatalbahn wird gerade noch auf einem rund zehn
Kilometer langen Stück zwischen Schwarzenau und Waidhofen/Thaya gefahren.
"Das ist kein umfassendes Mobilitätsangebot, wie wir es uns vorstellen",
so Heuras.
Daher werde auf ein vernünftiges Angebot durch Busse umgestellt, sowie
dem Wunsch der Region nachgekommen und ein grenzübergreifender Radrundweg
geschaffen. Eine spätere Revitalisierung dieser Bahn sei weiter möglich,
betont Heuras, allerdings aufgrund der hohen Kosten von rund 28 Millionen
Euro den NÖ Steuerzahlern "einfach nicht zuzumuten".
Harte Kritik äußerte der Verkehrslandesrat auch an der SP-NÖ und "Pro
Bahn". "Die Thayatalbahn ist in einem derart schlechtem Zustand, dass
eine Sanierung bereits heute einen kompletten Neubau bedeuten würde",
erklärt Heuras weiter. Die jetzt auf dem Tisch liegende Lösung sei nicht
nur viel kostengünstiger, sondern werde auch von der Region voll mitgetragen.
Denn so stehe es auch in der Resolution des Vereins Zukunftsraum Thayaland,
einem Zusammenschluss aller Gemeinden des Bezirkes Waidhofen/T., die am
31. Mai dieses Jahres beschlossen wurde. Unter anderem heißt es dort:
1. Gemeinsame Planung und Errichtung eines grenzüberschreitenden Rundweges
(Radweges, Anm.) zur touristischen Nutzung auf den stillgelegten Bahnstrecken
Waidhofen/T. - Slavonice und Göpfritz - Raabs/T.
2. Erhaltung der Bahntrasse und damit die Sicherung der langfristigen
Option.
3. Realisierung einer Busverbindung Waidhofen/T. - Telc.
In dieselbe Richtung geht auch ein Positionspapier, welches seitens des
Landes NÖ gemeinsam mit den Bürgermeistern der tschechischen Seite vergangenen
Freitag aufgesetzt wurde:
1. Revitalisierung ... bleibt das erklärte Ziel der betroffenen Regionen...
2. Kurzfristig wird eine Busverbindung von Waidhofen/T. nach Telc eingerichtet
und damit erstmals eine Einbindung in das Netz der Waldviertellinie ...
ermöglicht...
Das Land NÖ werde sich jedenfalls weiter darum bemühen, die Mobilität
der Bevölkerung, nicht nur im Waldviertel, zu erhöhen, wie der Verkehrslandesrat
festhält. "Weiters werden wir auch in Zukunft die beste Lösung in Abstimmung
mit den Regionen suchen um diesen nach der Übernahme der ÖBB-Nebenbahnen
durch das Land neue Chancen zu ermöglichen", erklärt Heuras. Dass das
auch einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit Steuergeldern der Niederösterreicherinnen
und Niederösterreicher beinhalte "steht außer Frage" (Pressemeldung Volkspartei
Niederösterreich, 18.06.10).
Hafen
Freudenau jetzt komplett vor Hochwasser sicher
Die Arbeiten am riesigen Hafentor, das den Hafen Freudenau künftig
vor Hochwasser schützen wird, wurden erfolgreich abgeschlossen. Am Mittwoch
wurde das Hafentor im Beisein von Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin
Mag.a Renate Brauner erstmals geöffnet und damit offiziell in Betrieb
genommen.
Bei der Eröffnung des Hafentores ebenfalls mit dabei waren Wien Holding-Geschäftsführer
Komm.-Rat. Peter Hanke, die Geschäftsführer des Hafen Wien, Ing. Rudolf
Mutz und Dr. Herbert Szirota, sowie Dipl.-Ing. Dr. Peter Preindl von der
Alpine Bau GmbH und der Bezirksvorsteher der Leopoldstadt, Gerhard Kubik.
"Über 22 Millionen Euro haben wir im Hafen Wien investiert, um künftig
auch bei Hochwasser auf der Donau den Warenumschlag im Hafen Freudenau
ungestört weiter abwickeln zu können. Dieses Hochwasserschutz-Projekt
ist ein ganz wichtiger Schritt, um den Hafen Wien als europäischen Logistik-
und Umschlagknoten weiter aufzuwerten, neue Betriebe anzusiedeln und die
Einrichtungen für den Warenumschlag auszubauen", erklärte Finanz- und
Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner bei der
Eröffnung.
"Szenarien wie beim Hochwasser im Jahr 2002, wo das Hafengelände in der
Freudenau über einen Meter unter Wasser stand, gehören nun der Vergangenheit
an, genauso die damit verbundenen Schäden in Millionenhöhe. Davon profitieren
nicht nur der Hafen Wien selbst, sondern auch die rund 50 Unternehmen
mit ihren rund 1.000 Beschäftigten, die sich im Hafen Freudenau angesiedelt
haben. Im nächsten Schritt investieren wir rund 35 bis 40 Millionen Euro,
um nun auch den Hafen Albern bis zum Jahr 2013 mit einem Hafentor auszustatten
und das Dammsystem zu verstärken und zu erneuern", so Wien Holding Geschäftsführer
Komm.-Rat. Peter Hanke.
Rund 15 Mann haben in den vergangenen dreißig Monaten auf der Großbaustelle
täglich, oft auch rund um die Uhr daran gearbeitet, das Hafentor planmäßig
fertig zu stellen. 26,5 Meter lang, 13,5 Meter hoch und 200 Tonnen schwer
ist das neue, komplett aus Stahl gefertigte Hafentor. Um dem riesigen
Druck Stand zu halten, der mit einem Hochwasser verbunden ist, hat der
Stahlkörper eine Stärke von knapp zwei Metern und entspricht der Größe
eines halben Tennisplatzes im Längsschnitt.
Im Prinzip funktioniert das Hafentor wie ein Schiebetor: Noch bevor das
Hochwasser Wien erreicht hat, wird das Hafentor geschlossen. Je nach Wasserstand
dauert es 20 bis 30 Minuten, bis das mächtige Tor den Hafen dicht macht.
Den Wasserstand innerhalb des geschützten Hafenbeckens regelt ein eigenes
Pumpwerk. Drei große Tauchpumpen ermöglichen ein Abpumpen von über drei
Kubikmeter Wasser pro Sekunde (Pressemeldung Presse- und Informationsdienst
der Stadt Wien, 17.06.10).
Modernisierung
Bahnhof Bichlbach-Berwang startet
 
ÖBB Projektleiter Günter Oberhauser und Bichlbachs
Bürgermeister Klaus Ziernhöld stellen die Weichen zum Umbau. Robert Possenig
ÖBB-Infrastruktur AG, Bgm Klaus Ziernhöld, ÖBB-Projektleiter Günter Oberhauser
mit den Plänen zum Großumbau am Bahnhof. Fotos ÖBB.
Der Bahnhof Bichlbach-Berwang auf der eingleisigen Außerfernbahn
ist ein wichtiger Punkt an dem Züge aus beiden Richtungen ihre Begegnungen
abwickeln können. Nun startet die ÖBB-Infrastruktur AG mit den
intensiven Bauvorhaben, um die Verkehrsstation und die für den Betrieb
notwendige Infrastruktur neu zu errichten.
Die umfangreichen Arbeiten gehen vom Neubau der Fahrleitung über
die Gleise bis zu den Signalen und Weichen. Zudem wird ein 55 cm hoher
Inselbahnsteig mit zwei Bahnsteigkanten errichtet um stufenlos in die
Nahverkehrszüge einzusteigen. Durch die Verlängerung eines Bahnhofgleises
muss zusätzlich eine bestehende Unterführung um mehrere Meter
verlängert werden. Bis Ende Oktober laufen die ehrgeizigen Vorhaben,
unter anderem ist für die Bauarbeiten vom 15.08. bis 06.09. der Zugverkehr
auf der Außerfernbahn gesperrt und die Kunden müssen auf Busse
umsteigen. In Summe werden rund 2,5 Mio. € investiert.
Bereits abgetragen wurde die ehemalige Magazinrampe und eine Baustraße
wurde errichtet. Aktuell erfolgt in Tag- und Nachtarbeit die Fundierung
der neuen Fahrleitungsmastfundamente sowie das lärmintensive versetzen
der neuen Masten. Durch die Verlängerung eines Bahnhofgleises muss
eine bestehende Unterführung im Bahnhofsbereich um mehrere Meter
verlängert werden. Ab Mitte August bis zum 06. September wird die
Außerfernbahn zwischen Reutte und Garmisch für den Zugverkehr
gesperrt. Als nächster Schritt erfolgt der Abtrag der alten Fahrleitung,
sowie die Komplettsanierung von 400 Meter Bahnhofsgleis und der Tausch
einer Weiche. Ein neuer 100 Meter langer Inselbahnsteig mit 55 cm Kantenhöhe
sorgt für ein stufenloses Einsteigen in die Züge.
Für die Kunden wird beim Bahnhofsgebäude eine neuer witterungsgeschützter
Wartebereich errichtet, die Verkehrsstation bekommt außerdem noch
neue Signale. Bei den kundenrelevanten Einrichtungen finanziert das Land
Tirol über den Verkehrsverbund Tirol 20% der Kosten mit. Ab September
werden am Bahnhof Bichlbach Kabeltröge verlegt und die Bahnsteigausrüstung
hergestellt. Weiters werden Baustraßen rückgebaut und Rekultivierungsarbeiten
erledigt.
Bis Ende Oktober sollten die Arbeiten abgeschlossen sein und ein neuer,
moderner Bahnhof zur Verfügung stehen. Projektleiter Günter
Oberhauser von der ÖBB-Infrastruktur AG bittet um Verständnis:
„Wir haben eine Vielzahl an Arbeiten die zudem eine Streckensperre
sowie Nachtarbeiten beinhalten. Ich ersuche die Anrainer und Bahnkunden
schon jetzt um Verständnis für etwaige Einschränkungen.“
(Pressemeldung ÖBB, 17.06.10).
FLEXITY
Outlook für Linz mit red dot Design Award ausgezeichnet
Die FLEXITY Outlook Straßenbahn für Linz wurde mit dem renommierten red
dot Design Award „honourable mention“ in der Kategorie Automobile & Transportation
ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde an den Linzer Designer Peter Döllmann
vergeben.
Die preisgekrönte Gestaltung der Niederflurstraßenbahn hat Peter Döllmann
gemeinsam mit LINZ AG LINIEN und Bombardier Transportation entwickelt
und für die Stadt und die vorhandene Infrastruktur maßgeschneidert. Bei
dem Fahrzeug handelt es sich um eine Weiterentwicklung jener 33 Straßenbahnen
vom Typ Cityrunner, die bereits seit 2001 erfolgreich in der Stadt in
Betrieb sind.
Der red dot design award, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1955 zurückreichen,
ist heute mit mehr als 12.000 Anmeldungen aus über 60 Nationen einer der
größten und renommiertesten Designwettbewerbe im deutschsprachigen Raum.
Die red dot-Expertenjury vergibt die Auszeichnung „honourable mention“,
um Detailleistungen eines Produktes hervorzuheben. Ziel ist es, die Designer
zu ermutigen, den ausgezeichneten Gestaltungsweg weiter zu verfolgen.
Germar Wacker, President Light Rail Vehicles, Bombardier Transportation
sagte: „Der Name Bombardier steht für zukunftsorientiertes Design. Wir
sind auf diese Auszeichnung für unser Linzer Fahrzeug sehr stolz. Es zeichnet
sich aus durch seine auffällige Frontgestaltung und sein ansprechendes
Innendesign. Für das neue Design haben wir auch konsequent die Erfahrungen
ausgewertet, die wir mit den Fahrzeugen gewonnen haben, die bereits in
Linz in Betrieb sind. Die Auszeichnung wird auch durch Designpreise unterstrichen,
die wir für unsere Fahrzeuge für Berlin, Brüssel und Frankfurt bereits
erhalten haben.“
Diplom-Ingenieur Walter Rathberger, Vorstandsdirektor der LINZ AG sagte:
„Die seit 2001 in Linz eingesetzten FLEXITY Outlook-Straßenbahnen waren
die ersten 100% Niederflur- Straßenbahnen mit konventionellen Achsfahrwerken.
Sie bieten einen durchgängig stufenlosen Innenraum und sehr viel Fahrgastkomfort.
Wir sind stolz darauf, mit der neuen ‚ausgezeichneten’ Fahrzeuggeneration
weiterhin das Unternehmen mit dem modernsten 2/3 Fuhrpark zu bleiben und
einen wichtigen Beitrag zum Erscheinungsbild von Linz, der Kulturhauptstadt
2009, leisten zu können.“ (Pressemeldung Bombardier, 12.06.10).
Siemens
City in Wien offiziell eröffnet
 
 
Josef Pröll, Vizekanzler, Brigitte Ederer, Generaldirektorin
der Siemens AG Österreich, Peter Löscher, Vorsitzender des Vorstands Siemens
AG, Michael Häupl, Bürgermeister Wien, mit dem Kind eines Siemens-Mitarbeiters,
das die Zeichnung der Siemens City gemacht hat.
Am 11. Juni 2010 wurde in Wien im Beisein hochrangiger VertreterInnen
aus Politik und Wirtschaft die neue Unternehmenszentrale der Siemens AG
Österreich eröffnet. „Die Siemens City ist ein klares
Bekenntnis zum Standort Wien und zu Österreich“, sagte Peter
Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG bei der Pressekonferenz
anlässlich der Eröffnung der Siemens City.
„Die Siemens City ist ein Vorzeigebeispiel für Nachhaltigkeit.
Außerdem schaffen wir durch die Integration der Standorte in Wien
nicht nur eine neue Unternehmenszentrale für Siemens Österreich,sondern
auch eine neue, kraftvolle Siemens-Identität, für den gesamten
Wirtschaftsraum Mittel- und Osteuropa“, so Brigitte Ederer, Generaldirektorin
von Siemens Österreich, bei der Pressekonferenz.
Mit einem Investitionsvolumen von 150 Millionen Euro ist die Siemens City
das derzeit weltweit größte Immobilenprojekt im gesamten Siemens-Konzern.
An der Festveranstaltung nahmen als Ehrengäste Vizekanzler und Finanzminister
Josef Pröll, Wiens Bürgermeister Michael Häupl sowie Valentin
Inzko, Hoher Repräsentant und EU-Sonderbeauftragter für Bosnien
und Herzegowina, teil. Bundespräsident Heinz Fischer wird den MitarbeiterInnenevent
am Nachmittag besuchen.
Die Siemens City befindet sich am traditionsreichen Standort Siemensstraße
im 21. Wiener Gemeindebezirk, Floridsdorf. Das neue Gebäude zeichnet
sich durch eine besonders nachhaltige Bauweise und den Einsatz modernster
und hocheffizienter Gebäudetechnik aus.
In der Siemens City wird etwa auf Erdwärmenutzung gesetzt. 120 Tiefenpfähle
mit einem Meter Durchmesser, die sich 30 Meter tief im Erdreich befinden,
werden im Winter zum Heizen und im Sommer zum Kühlen der Büros
genutzt. Die in den Pfählen und Decken der Büros verlegten Leitungen
machen die Betonkernaktivierung möglich, die für ein angenehmes
Raumklima sorgt.
200 Quadratmeter Sonnenkollektorenfläche sorgen für eine solare
Warmwassergewinnung, die Wärmetauscher in der Haustechnikzentrale
am Dach der Siemens City ermöglichen eine Wärmerückgewinnung
von 75 Prozent aus der Abluftenergie. Durch alle Energieeffizienzmaßnahmen
können jährlich rund 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die
Siemens City gehört daher auch zum Kreis der von der EU ausgezeichneten
Green Buildings.
Am Standort Siemensstraße sind derzeit rund 3.000 Siemensianer beschäftigt.
Durch die Zusammenlegung von Standorten in Wien werden es bis Herbst 2010
etwa 6.000 sein – 3.000 davon haben ihren Arbeitsplatz in den Neubauten
der Siemens City. Startschuss für die Besiedlung der Siemens City
war im Dezember 2009. Die Siemens City besteht aus den beiden neu errichteten
Gebäudeteilen Tower und Nordspange sowie aus umliegenden Gebäuden
am Firmengelände an der Siemensstraße, die schon bisher genutzt
wurden.
Ein wichtiger konzeptioneller Gedanke ist Vernetzung – einerseits
durch die Verschränkung der neuen Gebäude mit dem umgebenden
Naturraum sowie durch das Zusammentreffen der KollegInnen aus den verschiedenen
Geschäftsbereichen an einem Ort. Begünstigt werden sollen diese
Prozesse durch eine auf Offenheit und Kommunikation ausgelegte Orientierung
des Gebäudes. Am besten sichtbar wird das durch die Communication
Line, die „Verbindungslinie“ zwischenden Gebäudeteilen,
die als zentraler Treffpunkt konzipiert ist.
Den städtebaulichen Akzent der Siemens City setzt der 55 Meter hohe
Tower. Die architektonische Form des 12-geschoßigen Gebäudes
ergibt sich aus einer einladenden, sich öffnenden Geste zur Hauptzuzugsrichtung
Siemensstraße (S-Bahn-Station). Die Gestik stellt den Zusammenhang
zwischen offener transparenter Unternehmenskultur und zukunftsorientiertem
Mut und Pioniergeist dar. Die architektonische Planung der Siemens City
stammt vom Wiener Architekturbüro Soyka/Silber/Soyka, das nach einem
internationalen Wettbewerb gemeinsam mit der Stadt Wien beauftragt wurde
(Pressemeldung Siemens, 12.06.10).
Ybbstalbahn
- Ein Spiel mit falschen Zahlen?
"Ein Spiel mit falschen Zahlen" ortet SPNÖ-Mandatar und Bürgermeister
der Gemeinde Hollenstein LAbg. Ing. Franz Gratzer von Seiten des zuständigen
Verkehrlandesrates Heuras in Sachen Ybbstalbahn. "Wenige Tage waren die
Angebote privater Betreiber für die Weiterführung der Bahn jung, da verkündete
Heuras über die Medien schon das endgültige Aus für die Bahnstrecke.
Von ernsthaften Verhandlungen war weit und bereit keine Spur, das mangelnde
Interesse an einem Fortbestand offenkundig. Im Nachhinein kristallisiert
sich nun heraus, dass allem Anschein nach damals Heuras nicht mit offenen
Karten gespielt hat, sondern bewusst das Ende der Ybbstalbahn mit 'verdrehten
Fakten' zu rechtfertigen versuchte", kritisiert LAbg. Gratzer die unglaubliche
Ignoranz des zuständigen NÖ Verkehrsreferenten.
"Die laufenden Kosten für den jährlichen Betrieb der 5 Kilometer langen
Teilstrecke der Ybbstalbahn bis Waidhofen/Ybbs belaufen sich einschließlich
des Busverkehrs auf 3,8 Mio. Euro. Für den Betrieb des weiteren 20 Kilometer
langen Teilstücks bis Hollenstein wäre bloß ein zusätzlicher Betrag von
1,2 Mio. Euro einschließlich des Busverkehrs notwendig. Würde man die
Busverbindung nach Hollenstein weglassen, dann könnten diese 20 km wirtschaftlich
vertretbar betrieben werden. Zumal die Errichtungs-kosten für die Busbuchten
die notwendigen Reparaturkosten bei der Ybbstalbahn um ein Vielfaches
übersteigen.
Außerdem sind die in den Angeboten der privaten Betreiber bezifferten
Mittel für die Verbesserung der Infrastruktur und der Betriebsmittel in
Höhe 44 Mio. Euro einfach der für die Ybbstalbahn linear berechnete Anteil
jener Gelder, die das Land NÖ ohnehin längst vom Bund und ÖBB anlässlich
der Grundsatz-vereinbarung für die NÖ Schmalspurbahnen zugesprochen bekommen
hat und keine zusätzlichen utopischen Forderungen", rechnet LAbg. Gratzer
vor.
"Den Betrieb bis Waidhofen will man sich politisch leisten, für die viel
günstiger zu betreibende Teilstrecke bis Hollenstein sieht man keine Zukunft.
Es ist offensichtlich, dass die NÖ Volkspartei die Weiterführung der Ybbstalbahn
mit aller Macht verhindern will. Vermutlich auch deshalb, damit die dadurch
freiwerdenden Mittel, die zum Teil eigentlich für Investitionen in die
Infrastruktur der NÖ Schmalspurbahnen zweckgebunden sind, in das NÖ Landesbudget
verschoben werden können, um hier die durch die hochriskanten Spekulationsgeschäfte
im Zuge der Veranlagungen der NÖ Wohnbaugelder entstandenen budgetären
Löcher zu stopfen", so Gratzer (Pressemeldung SPÖNÖ-Landtagsklub,
12.06.10).
Verlagerung
des Gütertransports muss europäische Zielsetzung sein
Verkehrsministerin Doris Bures nahm die Konferenz der Trans-Europäischen
Verkehrs-Netze (TEN-T) in Saragossa zum Anlass für ein bilaterales
Gespräch mit dem Verkehrskommissar der Europäischen Union (EU)
Siim Kallas über die Zukunft der europäischen Verkehrspolitik,
den Brenner-Basistunnel sowie den baltisch-adriatischen Korridor mit Koralm-
und Semmering-Basistunnel. Bures forderte dabei gestern abend nachdrücklich
ein Umdenken der europäischen Verkehrspolitik in Richtung Verlagerung
des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.
Dieses Bekenntnis müsse im von der EU-Kommission für Herbst
geplanten Weißbuch Verkehr klar zum Ausdruck kommen. "Wir müssen
wissen, woran wir sind", so Bures. "Die verkehrspolitischen
Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit sich die Milliarden-Investitionen
in die Schieneninfrastruktur rentieren und tatsächlich zu einer spürbaren
Entlastung der Bevölkerung führen." Außerdem führte
Bures Gespräche mit dem italienischen Verkehrsminister Altero Matteoli
und dem neuen Brenner-Koordinator Pat Cox.
Verkehrsministerin
Bures sieht die verkehrspolitische Entwicklung auf europäischer Ebene
mit großer Besorgnis. Zahlreiche Initiativen zur Einführung
von 60-Tonnen-Lastkraftwagen (Lkw), den sogenannten Gigalinern, Berichte
des Europäischen Parlaments, die die Verlagerung auf die Schiene
als obsolet bezeichnen, und die von der schwedischen Präsidentschaft
Ende vergangenen Jahres vorgelegten Schlussfolgerungen für einen
"Güterverkehr ohne Beschränkungen" seien klare Schritte
zurück. Bures hatte den Schlussfolgerungen als einzige nicht zugestimmt;
sie forderte damals wie heute eine "klare Präferenz für
die Schiene" - aus Gründen der Ökologie, der Verkehrssicherheit
und der Entlastung der lärm- und transitgeplagten Bevölkerung.
Als
Voraussetzung für den Bau des Brennerbasistunnels müsste es
neben einem europäischen Bekenntnis zu einer ökologischeren
EU-Verkehrspolitik - "der Tunnel muss auch sinnvoll genutzt werden"
- auch langfristige Finanzierungszusagen geben. "Für große
Infrastrukturprojekte braucht es national und europäisch langfristige
Finanzierungszusagen", so Bures. Eine Finanzierung über fünf
Jahre sei bei Projekten mit 30- bis 50-jähriger Laufzeit viel zu
kurz gegriffen. "Ich könnte schon sagen, die nächsten drei
bis fünf Jahre kommen wir irgendwie über die Runden. Aber es
wäre verantwortungslos zu riskieren, dass dann die Finanzierung kippt
und die Bagger wieder abziehen müssen. Das wäre ja ein Schildbürgerstreich",
so Bures.
Ein
weiteres zentrales Gesprächsthema mit dem EU-Verkehrskommissar war
die Forderung der Ministerin nach Aufwertung der Südstrecke beziehungsweise
des gesamten baltisch-adriatischen Korridors zur prioritären TEN-Strecke.
Damit wäre einen finanzielle Beteiligung der EU zum Bau des Koralm-
und Semmeringbasistunnels verbunden (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 10.06.10).
Koralmbahn-Gipfel
ist wichtiges Signal
Für Landeshauptmann Gerhard Dörfler ist die Ankündigung von Landeshauptmann
Franz Voves, es werde noch im Juni einen Koralmbahn-Gipfel in der Steiermark,
gemeinsam mit Bundeskanzler Werner Faymann, Infrastrukturministerin Doris
Bures dem steirischen Landeshauptmann sowie ihm persönlich geben, ein
sehr erfreuliches und zu begrüßendes Signal.
"Ich nehme die Einladung zur Besichtigung der Koralmbahn mit großer Freude
zur Kenntnis und werde selbstverständlich auch sehr gerne daran teilnehmen",
reagiert Dörfler auf die heute, Montag, angekündigte Baustellenbesichtigung.
Eine Besichtigung des Jahrhundertprojektes Koralmtunnel gemeinsam mit
Bundeskanzler Werner Faymann und der Infrastrukturministerin Doris Bures
würde zeigen, dass beide dem Koralmtunnel-Projekt sehr positiv gegenüber
stehen und sie sich für dessen Realisierung einsetzen. "Ich werde dieses
Treffen aber gleichzeitig dazu nutzen, um den Bundeskanzler über aktuelle,
besonders im oberitalienischen Raum entstandene Sorgen bezüglich der Koralmbahn
zu informieren", so Dörfler.
Besonders die Entscheidungsträger aus Oberitalien hätten nämlich artikuliert,
dass es in der derzeitigen Phase eine gewisse Verunsicherung rund um das
Koralmprojekt bzw. die Baltisch-Adriatische Hochleistungsachse gebe. Zudem
hofft Dörfler, dass beim Koralmbahn-Gipfel klare Zeichen gesetzt werden,
dass sich die Lobbying-Bemühungen in Brüssel ausgezahlt haben, und sich
dieses Projekt in der TEN-Prioritätenreihung wiederfinden wird. "Ich würde
mich zudem sehr freuen, wenn ich an diesem Tag den Bundeskanzler und die
Infrastrukturministerin auch auf die Kärntner Baustelle des Koralmtunnels
einladen könnte", spricht Dörfler eine Einladung nach Kärnten aus.
Denn gerade in unserem Bundesland sei der Baufortschritt der Koralmbahn
schon sehr groß. So ist der Bau im Bereich des künftigen Europa-Bahnhofs
St. Paul sehr weit fortgeschritten und der fast sieben Kilometer lange
Sondierungstunnel bereits abgeschlossen.
"Ein Besuch des Bundeskanzlers auf Kärntner Seite der Großbaustelle im
Bereich dieses europäischen Infrastrukturprojektes wäre sehr begrüßenswert",
so Dörfler, der diesen gemeinsamen Termin mit dem Bundeskanzler, der Infrastrukturministerin
sowie dem steirischen Landeshauptmann als sehr positives Signal bewertet,
mit dem die Verunsicherung zur Koralmbahn der letzten Tage wieder beigelegt
werden könnten (Pressemeldung
Kärntner Landesregierung, 09.06.10).
Schotterzug
in die Grazer Schleppbahn
 
Für die Wiederinbetriebnahme der Grazer Schleppbahn lieferte die STEIERMARKBAHN
termingerecht Gleisbauschotter in Ganzzügen. Zum Einsatz kamen STB-eigene
Güterwagen sowie solche vom Mutterunternehmen Steiermärkische Landesbahnen.
Auch die Lokomotiven wurden vom Mutter-unternehmen gestellt.
Um einen raschen Umlauf gewährleisten zu können, wurde der Entladeverschub
sofort nach Beistellung auf die Grazer Schleppbahn zwischen den Haltestellen
Don Bosco und Graz Ostbahnhof vorgenommen. Durch die Kombination Transport
und Entladung konnte in relativ kurzer Zeit mit nur einer Wagengarnitur
die benötigte Menge an Schotter angeliefert werden.
Die Anschlussbahn der Grazer Schleppbahn GmbH zweigt zwischen den Haltestellen
Don Bosco und Graz Ostbahnhof ab. Die Grazer Schleppbahn wird nach Beendigung
der Bauarbeiten auf der ursprünglichen Länge bis nach Rudersdorf befahren
werden können (Pressemeldung STEIERMARKBAHN Transport und Logistik GmbH,
09.06.10).
ÖBB
mit neuer Ressortverteilung und Aufsichtsratsbeschickung
Aufsichtsrat und Hauptversammlung des ÖBB Konzerns haben am Montag, 07.Juni
2010 eine neue Ressortverteilung für die Konzernspitze und die Beschickung
der Aufsichtsräte der Teilkonzerne beschlossen.
Der neue Vorstandsvorsitzende, Christian Kern, wird den Aufsichtsratsvorsitz
in den Absatzgesellschaften Personenverkehr und Güterverkehr (ÖBB-Personenverkehr
AG und Rail Cargo Austria AG) übernehmen. Im Konzern wird Kern für die
Bereiche Strategie/Unternehmensentwicklung, für Strategisches Personalmanagement,
für Unternehmenskommunikation und -marketing sowie für Recht und die Konzernrevision
zuständig sein. Als Ausdruck einer verstärkten Serviceorientierung wird
eine neue Abteilung für Kundenzufriedenheit und Qualitätsmanagement geschaffen.
Vorstandsdirektor Franz Seiser wird Aufsichtsratsvorsitzender der ÖBB-Infrastruktur
AG und ist für Produktion, Systemtechnik, Strategischen Einkauf sowie
für Strategisches IT-Management zuständig sein.
Vorstandsdirektor Josef Halbmayr wird den Vorsitz in der Shared Service
Center GmbH übernehmen und für die Bereiche Konzernrechnungswesen- und
Bilanzierung, das Konzerncontrolling, das Konzernrisikomanagement sowie
für die Konzernfinanzern zuständig sein.
Alle drei Holding-Vorstände werden Aufsichtsratsmandate in den Tochtergesellschaften
ÖBB-Personenverkehr AG, Rail Cargo Austria AG und ÖBB-Infrastruktur AG
übernehmen. "Mit dieser Aufgabenverteilung an der Konzernspitze und der
Verankerung in den Aufsichtsräten der Teilkonzerne können wir in dieser
schwierigen Situation voll durchstarten," zeigt sich Aufsichtsratsvorsitzender
Horst Pöchhacker erfreut (Pressemeldung ÖBB, 08.06.10).
Rechnungshof
legt Bericht zu ÖBB-Finanztransaktionen vor
Der Rechnungshof hat am Montag, den 7. Juni 2010, den Bericht
Bund 2010/7 vorgelegt. Darin enthalten sind die Berichtsbeiträge
"Finanztransaktionen der Österreichischen Bundesbahnen-Holding
Aktienge-sellschaft und einzelner Konzerngesellschaften mit der Deutsche
Bank AG", "Infrastrukturbeiträge für die Privatbahnen;
Follow-Up Überprüfung", "Verwendung der Mehreinnahmen
aus der Mineralölsteuer-erhöhung" und "Universitäten
für Musik und darstellende Kunst Graz und Wien, Universität
Mozarteum Salzburg: Vorbereitungslehrgänge; Follow-Up Überprüfung".
Im Bericht zu den Finanztransaktionen der ÖBB stellte der RH fest,
dass den ÖBB–Gesellschaften aus dem derivativen Finanzinstrument
(Hybrid–CDO2) mit Stand Ende 2008 Verluste von 578,16 Mill. EUR
drohten. Es war von der Organisationseinheit Corporate Treasury der Österreichische
Bundesbahnen–Holding Aktiengesellschaft eigenmächtig und unter
Verstoß gegen bestehende Regelungen abgeschlossen worden. Aufgrund
der Auflösung der Hybrid– CDO2–Verträge im Jänner
2010 wurden davon letztlich 295 Mill. EUR schlagend und als Verlust realisiert.
Zur MÖSt–Erhöhung 2007 und 2008 stellte der RH fest, dass
zusätzlich 391 Mill. EUR eingenommen wurden. Die Umsetzung des Ziels,
diese Mehreinnahmen aus der Erhöhung der Mineralölsteuer ab
1. Juli 2007 für Infrastrukturmaßnahmen und klimarelevante
Projekte zu verwenden, war allerdings nicht ausreichend konkretisiert.
Interne oder nach außen hin transparente Vorgaben, welche konkreten
Maßnahmen oder Programme aus den Mehreinnahmen finanziert werden
sollten, fehlten. Eine Evaluierung der tatsächlichen Mehreinnahmen
fehlte ebenso wie die Festlegung konkreter Wirkungsziele und Steuerungsmaßnahmen
zur Evaluierung der Zielerreichung.
Das BMVIT kam dem überwiegenden Teil der Empfehlungen des RH, die
er im Jahr 2006 bezüglich Infrastrukturbeiträge für die
Privatbahnen veröffentlicht hatte, nicht oder nur in geringem Ausmaß
nach. Das Ressort erstellte das mittelfristige Investitions– und
Erhaltungsprogramm 2005 bis 2009 ohne Bezugnahme auf verkehrspolitisch
übergeordnete Zielsetzungen und ohne Festlegung von Verteilungsprioritäten.
Förderungsmittel wurden teilweise vor Abschluss der Verträge
ausbezahlt und auch für nicht ausführungsreife Projekte zugesagt.
Die Prüfung der widmungsgemäßen Verwendung der Förderungsmittel
erfolgte nicht systematisch (Pressemeldung Rechnungshof, 08.06.10).
Die
ÖBB werden den Bericht des Bundesrechnungshofes über die "Finanztransaktionen
der ÖBB-Holding AG und einzelner Konzerngesellschaften mit der "Deutsche
Bank AG" eingehend prüfen, so die ÖBB in einer ersten Reaktionam 7.Juni
2010.
Soweit aus dem vorliegenden Bericht ersichtlich, beruht er auf bekannten
Informationen und Sachverhalten. Die ÖBB weisen darauf hin, dass bereits
schon organisatorische und personelle Konsequenzen gezogen wurden, um
weitere Spekulationen zu verunmöglichen.
Der Bericht wird Anlass sein, zu überprüfen, ob weitere organisatorische
Schritte vorgenommen werden müssen. Es werde weiters eine ausführliche
offizielle Stellungnahme an den Bundesrechnungshof übermittelt (Pressemeldung
ÖBB, 08.06.10).
Verlegung
der Unterinnbahn aus dem Ortsgebiet von Stans

Die Arbeiten an der neuen Haltestelle Stans sind
weit fortgeschritten. Foto ÖBB.
Derzeit fährt jeder Zug im Unterinntal direkt durch Stans Unterdorf.
Mit dem Bau der neuen Unterinntalbahn wird auch die bestehende Bahn an
den Ortsrand verlegt.
Die neue Unterinntalbahn wird die Lebensqualität in Stans deutlich
verbessern. Wesentlich dafür ist die Verlegung der bestehenden ÖBB-Bestandsstrecke
von Stans Unterdorf direkt an die Inntal Autobahn A12. Die Arbeiten werden
im Zuge des Baus der neuen Unterinntalbahn durchgeführt. Der Verkehrslärm
im Siedlungsgebiet Stans Unterdorf wird deutlich vermindert
In den vergangenen Jahren hat die ÖBB in Stans umfassende Tunnelbauarbeiten
durchgeführt. Neben dem Neubaustreckentunnel unter der Inntal Autobahn
A12 und dem Stanserbach errichteten die Projektingenieure auch einen neuen
Bestandsstreckentunnel bis an den östlichen Ortsrand. Der Siedlungsbereich
ist dadurch künftig vom Verkehrslärm weitgehend abgeschirmt.
Die neue Haltestelle Stans und die verlegten Streckengleise werden im
Herbst 2011 in Betrieb gehen.
In den kommenden Monaten führt die ÖBB Arbeiten für die
Bestandsstreckenverlegung zwischen dem Firmengelände Darbo bis in
den Bereich westlich des Bahnhofes Jenbach durch. Dabei wird zuerst der
sogenannte Oberbau hergestellt. Hauptarbeitsschritte dabei sind das Einbringen
des Gleisschotters, die Verlegung der Schwellen sowie die Gleismontage.
Insgesamt werden bis September 2011 mehr als 5,2 Kilometer neue zweigleisige
Bestandsstrecke gebaut.
Besonders gefordert auf der Baustelle bei Stans sind auch die für
Baulogistik zuständigen Mitarbeiter der ÖBB. Schienen und Baustoffe
werden täglich umweltfreundlich per Bahn angeliefert. Über mehrere
Monate dürfen dabei die Versorgungsketten nicht abreisen, allein
vom Gleisschotter werden im Herbst täglich 880 Tonnen auf die Baustelle
gebracht. Trotz der umfangreichen Arbeiten haben es sich die Projektingenieure
im Geschäftsbereich Unterinntal der ÖBB-Infrastruktur AG zur
Aufgabe gemacht, alle Bautätigkeiten umweltschonend durchzuführen.
Sollte es trotz großer Umsicht zu Belästigungen kommen, so
ersuchen die Projektverantwortlichen die Bevölkerung um Verständnis
(Pressemeldung ÖBB-Infrastruktur AG, 08.06.10).
Lückenschluss
für dreigleisigen Ausbau Salzburg – Freilassing gestartet

ÖBB-Projektleiter Thomas Wördl, Salzburgs
Bürgermeister Heinz Schaden, Landeshauptmann-Stv. Wilfried Haslauer
und Bgm. von Wals-Siezenheim Ludwig Bieringer beim Spatenstich. Foto ÖBB/Repolusk.
Im Erfolgsprojekt S-Bahn Salzburg wird ein weiterer wichtiger Schritt
umgesetzt. Heute erfolgte in Anwesenheit von Landeshauptmann-Stv. Wilfried
Haslauer, Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, dem Bürgermeister
der Gemeinde Wals-Siezenheim Ludwig Bieringer und dem S-Bahn Projektleiter
Thomas Wörndl der Spatenstich zum letzten Bauabschnitt beim dreigleisigen
Ausbau zwischen Salzburg Hauptbahnhof und Freilassing.
Der eineinhalb Kilometer lange Bauabschnitt Liefering umfasst den dreigleisigen
Ausbau von der Autobahn bis zur Saalachbrücke und ist Teil des 200
Mio.-Projekts S-Bahn Westast. Für das Baulos werden 65 Mio. Euro
veranschlagt. Die Baukosten werden von den Partnern ÖBB-Infrastruktur
AG (80%) und dem Land Salzburg (20%) übernommen. Zudem wird das Projekt
von der Europäischen Union kofinanziert. Der dreigleisige Ausbau
macht den Neubau der Eisenbahnbrücke über den Walserweg notwendig.
Am Westast sind bereits drei Haltestellen in Betrieb, die alle drei von
den Kunden sehr gut angenommen werden. „Salzburg Taxham Europark“
wird schon seit Mitte 2006 von den S-Bahn Zügen angefahren. „Salzburg
Aiglhof“ und „Salzburg Mülln-Altstadt“ wurden im
Dezember 2009 in Betrieb genommen. In „Salzburg Liefering“
werden Ende 2013 die ersten S-Bahn Züge halten und somit wird der
ÖBB-Westast komplettiert sein. Die neue Haltestelle enspricht selbstverständlich
dem hohen S-Bahn Standard und wird über zwei Lifte barrierefrei erreichbar
sein.
Neben der bestehenden zweigleisigen Saalachbrücke wird ein zusätzliches
Brückentragwerk für das dritte Gleis errichtet. Die Gemeinschaftsbrücke
der Deutschen Bahn und der ÖBB sowie die knapp einen Kilometer lange
Weiterführung des dritten Gleises von der Staatsgrenze bis Freilassing
werden laut Angaben des DB-Konzerns bis 2015 umgesetzt sein. Die Bauausführung
liegt bei der DB. Auch für diesen Abschnitt wird duch die EU eine
Kofinanzierung gewährt.
Die neue Gleisinfrastruktur bringt auch für den Container Terminal
Salzburg (CTS) einen großen Vorteil: bisher war es wegen fehlender
Infrastrukturvoraussetzungen nicht möglich, dass Containerzüge
direkt von und nach Deutschland in den Terminal einfahren konnten. Das
aktuelle ÖBB-Infrastrukturpaket inkludiert auch neue Weichenverbindungen
und Signalanlagen, welche eine direkte Ein- und Ausfahrt ermöglichen.
Vom Container Terminal Salzburg aus verkehren unter anderem direkte Containerzüge
zu den Nordseehäfen. Die Direktverbindung kann ab Ende 2013 genutzt
werden (Pressemeldung ÖBB, 06.05.10).
Montage
der Wolkenspange am Wiener Westbahnhof
Der Wiener Westbahnhof wird seit September 2008 unter laufendem
Betrieb modernisiert und zur ersten BahnhofCity Österreichs, der
BahnhofCity Wien West, umgebaut. Vor
kurzem hat die Montage der Wolkenspange, dem zukünftigen markanten
Erkennungsmerkmal der BahnhofCity, begonnen. Sie ist aber mehr als „nur“
ein Wahrzeichen, denn darinwerden auch Büroräume untergebracht
sein. Die Spange wird von beiden Seiten des neuen Gebäudes (zwei
Gebäudeteile, die durch die Wolkenspange miteinander verbunden sind)
an der Ecke Äußere Mariahilfer Straße/Neubaugürtel
im sogenannten „freien Brückenvorbau“ montiert.
Das
Bauwerk wiegt gewaltige 430 Tonnen: Das entspricht exakt dem Gewicht der
gesamten Stahlkonstruktion des Wiener Riesenrads – das Rad selbst
bringt es auf „nur“ 245 to. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich
Anfang August abgeschlossen sein.
Daten
und Fakten der Wolkenspange:
•
Gesamtgewicht der Stahlkonstruktion: ca. 430 to
• Anzahl der benötigen Schrauben: ca. 3.200 Stk.
• Abmessungen: L-Förmig 13,6 m x 52 m und 12 m x 32 m
• Höhe: 4,9 m; Gewicht der einzelnen Teile: max. 15 to; Länge:
max. 12 m
Ab 2. Juni ist der Eingang „Äußere Mariahilfer Straße“
wieder geöffnet. Damit stehen den Kunden der ÖBB alle drei Zugänge
- unverändert weiterhin auch „Europaplatz“ und „Gerstnerstraße“
- wieder zur Verfügung: Die Fertigstellung der BahnhofCity Wien West
ist im Herbst 2011 geplant (Pressemeldung
ÖBB, Foto Beyer&Co, 04.06.10).
Talgo
liefert Unterflurdrehmaschine 2112 und EVA-Messanlage für Innsbruck
 
Die von der IVB (Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn
GmbH) beauftragten Anlagen stehen seit Januar pünktlich zur Inbetriebnahme
neuer Straßenbahnzüge des Bombardier-Typs Flexity der Werkstatt
zur Verfügung. Beide Anlagen sind für die meterspurigen Straßenbahnen
der IVB individuell angepasst.
Die im Werkstattgleis eingelassene Unterflurdrehmaschine Bauart 2112 erlaubt
die hochpräzise Bearbeitung der Radprofile in bei kurzen Zykluszeiten.
Zur automatisierten Überwachung aller Straßenbahnen wurde zudem
die vollautomatisch arbeitende EVA-Radparametermessanlage installiert,
welche die Fahrzeuge erkennt und die Messwerte den Rädern zuordnet.
Die Messung kann bei variablen Durchfahrgeschwindigkeiten von bis zu 15
km/h mit einer Genauigkeit von ±0,1 mm erfolgen.
Anhand der mitgelieferten Datenbank können Prognosen für die
gesamte Flotte erstellt und die Instandhaltungsabläufe optimiert
werden. Zudem ist die Historie der einzelnen Räder zurückverfolgbar.
Im Falle der Annäherung an Grenzmaße erfolgt eine automatische
Warnung für das betroffene Rad bzw. die Achse.
Talgo-Anlagen sind im deutschen Sprachraum unter anderem bei der DB (Hamburg),
der BLS (Bern), der SOB (Herisau), dem RBS (Bern), der Bogestra (Bochum),
der VAG (Freiburg) und der Matterhorn-Gotthard-Bahn (Brig) im Einsatz
(Pressemeldung Talgo, 04.06.10).
Kärntner
Landesregierung fordert klares Bekenntnis zur Koralmbahn
Die erneute Evaluierung und Infragestellung der Koralmbahn durch Infrastrukturministerin
Doris Bures stößt bei Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler auf großes
Unverständnis. "Wir befinden uns mitten im Bau der Koralmbahn. Es gibt
für alle Vertragspartner - Bund und Länder - bindende Verträge, an die
sich alle Beteiligten zu halten haben. Auch Infrastrukturministerin Doris
Bures muss das endlich zur Kenntnis nehmen", reagiert Dörfler verärgert.
Diese Diskussionen um die Koralmbahn seien gegenüber der EU sehr kontraproduktiv,
da dort momentan die Revision der TEN-Leitlinien laufe.
Während diesen Jahres werden nämlich die Bahnachsen ausgewählt, die zusätzlich
zu den bestehenden prioritären Achsen als weitere dieses Typs aufgenommen
werden. Die EU fördert prioritäre Achsen mit bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten.
"Die Österreichische Bundesregierung - und ich entbinde hier niemanden
der Damen und Herren aus ihrer Verantwortung - sollte diese Chance nicht
verschenken und gemeinsam für die Realisierung dieses österreichweit wie
auch international definitiv prioritären Projekts kämpfen", fordert Dörfler
heute, Mittwoch, zum wiederholten Male.
In Kärnten seien sich alle Parteien über die Bedeutung der Koralmbahn
einig und würden hier an einem Strang ziehen. "Leider ist dies auf Bundesebene
nicht der Fall", bedauert Dörfler und fordert die ÖVP hier explizit VP-Verkehrssprecher
Ferry Maier auf, nicht die Wirtschaftsentwicklung des Südens zu blockieren.
"Ich lade Maier gerne nach Kärnten ein, um sich über die Bedeutung dieses
Projektes selbst ein Bild zu machen."
Darüber hinaus hätte ein Baustopp fatale Folgen für die Konjunktur und
den Arbeitsmarkt in Südösterreich. Seitens des WIFO wurde errechnet, dass
im Streckenbau der Bahninfrastruktur jede investierte Milliarde Euro Beschäftigungseffekte
von ca. 17.000 Personenarbeitsjahren hervorruft. Auch nach der Fertigstellung
besteht ein Potential von ca. 6.100 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der
Region. Die Kosten für die Errichtung der Koralmbahn von Graz bis Klagenfurt
belaufen sich auf ca. 5,2 Milliarden Euro, wovon bisher bereits über 1,2
Milliarden Euro verbaut wurden.
Die ÖROK (Österreichische Raumordnungskonferenz) hat zusätzlich errechnet,
dass für den gesamten südösterreichischen Raum durch den Ausbau der Schieneninfrastruktur
ein Wertschöpfungspotential von 210 Millionen Euro pro Jahr besteht. Die
heimische Wirtschaft profitiert enorm vom Bau der Koralmbahn. So sind
Kärntner Firmen wie Kostmann, Massivbau oder Haslinger beim Bau der bereits
umgesetzten Abschnitte involviert.
Neben der Verkürzung der Fahrzeiten in die benachbarten Zentren und somit
der Verbesserung der Erreichbarkeit wird durch die vermehrte Nutzung der
Bahn ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz erzielt.
In Zukunft wird durch die absehbare Steigerung der Treibstoffpreise ein
Zugang zum hochrangigen Eisenbahnnetz von noch größerer Bedeutung sein,
was klar für den Ausbau der Koralmbahn spricht.
Dörfler: "Ich fordere daher ein klares Bekenntnis der Verkehrsministerin
und der gesamten Bundesregierung zum Bau der Koralmbahn und zur Einhaltung
des im Jahre 2004 zwischen den Ländern Kärnten und Steiermark und dem
Bund geschlossenen Vertrages zu ihrer Errichtung" (Pressemeldung
Kärntner Landesregierung, 03.06.10).
Neues
Mobilitätskonzept für die Wachau präsentiert
In Weißenkirchen präsentierte Landesrat Mag. Johann Heuras am 2. Juni
gemeinsam mit Niederösterreichs oberstem Verkehrsplaner Dr. Friedrich
Zibuschka und Mag. Barbara Schwarz, der Vorsitzenden des Arbeitskreises
Wachau, das neue Mobilitätskonzept für die Wachau.
"Das von den 13 Wachaugemeinden im Rahmen von ?Wachau 2010+? erarbeitete
Konzept stellt einen Quantensprung für den öffentlichen Verkehr in der
Wachau dar. Die Vision dahinter ist, dass eine autofreie Region für Pendler
und Touristen möglich ist", betonte dabei Heuras.
Als wesentlichste Punkte sprach der Verkehrs-Landesrat die öffentliche
Erreichbarkeit aller Wachau-Gemeinden inklusive jeder Katastralgemeinde
ohne Auto, eine direkte Verbindung von Melk nach Krems durch einen Schnellbus
und eine optimale Vernetzung von Bahn, Bus, Schiff und Rad an. Zudem soll
vor allem im Bereich Krems-Emmersdorf die Bahn als Touristikelement stärker
positioniert und vor allem am Südufer der Schülerverkehr optimiert werden.
Parallel dazu wird beim Regionalverband eine Mobilitätszentrale als Drehscheibe
für Kommunikation und Kundenservice eingerichtet.
Zibuschka präzisierte, dass das Bussystem jetzt vom VOR ausgeschrieben
und über den Sommer Gespräche mit potenziellen Bahnbetreibern geführt
werden. Beide Konzepte sollen im Frühjahr 2011 umgesetzt werden. Zu diesem
Zeitpunkt soll auch ein Gesamtpaket für die Verbindung mit dem Tourismus
vorliegen. Die Kosten liegen bei insgesamt rund 2,5 Millionen Euro pro
Jahr, davon 1,2 Millionen Euro für den Bus und 1,3 Millionen Euro für
Verkehrsdienst und Bahnstreckenerhaltung (Pressemeldung
Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, 03.06.10).
Zugbegleiter
drucken Entschädigungsgutscheine aus
Wenn man eine Reise tut, kann schon die eine oder andere Kleinigkeit
mal nicht so laufen wie geplant. Für die Bahnreisenden wurde jetzt
Abhilfe geschaffen. Alle 1.500 ÖBB-ZugbegleiterInnen haben nun die
Möglichkeit schnell und unkompliziert Entschädigungsgutscheine
auszudrucken. "Für unsere Kunden ist es wichtig rasche und unbürokratische
Lösungen für kleine Mängel zu finden. Das setzen wir nun
punktgenau um", so Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin ÖBB-Personenverkehr
AG.
Kunden können in mehreren Fällen in den Genuss eines Gutscheins
kommen. "Kleine Mängel wurden schon bislang mit 4-Euro - Gutscheinen
entschädigt; im Zuge der Fahrgastrechte NEU kamen Gutscheine für
Taxis und Hotelübernachtung hinzu.
Bis April wurden 1.470 Gutscheine über unsere ZugbegleiterInnen an
Fahrgäste übergeben." Neu ist seit 1.6. ein 15-Euro - Gutschein
für ein fehlendes Business-Abteil. "Wir reden hier von gelebter
Service-orientierung und Kundenfreundlichkeit", so Lutter.
Egal ob man Kunden oder die ZugbegleiterInnen fragt - das Feedback auf
die Gutscheinlösung ist einhellig mehr als positiv. Auf Kundenseite
wird die rasche und unbürokratische Lösung eines Problems vor
Ort sehr befürwortet und auch immer mit einem "Danke schön,
sehr nett" quittiert.
Auf Unternehmerseite ist die jederzeitige Verfügbarkeit dieser Art
der Entschädigung auf der Haben-Seite, genauso wie die Wiederherstellung
der Kundenzufriedenheit. "Die Möglichkeit eigenständig
und sofort Abhilfe zu schaffen ist für alle Beteiligten die ideale
Lösung", so Lutter abschließend (Pressemeldung ÖBB,
03.06.10).
Asamer
Kieswerk Roitham ist offiziell auf Schiene
 
 
Das oberösterreichische Familienunternehmen Asamer transportiert ab sofort
Rohstoffe aus dem Kieswerk Roitham umweltfreundlich per Bahn ins Asamer-Betonwerk
nach Linz. Asamer investierte acht Millionen Euro in den Ausbau und spart
jährlich 1.920 Tonnen CO2 ein. Das Kieswerk Roitham wurde für seine Umweltfreundlichkeit
bereits mit zwei Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnet.
Alles auf Schiene im Asamer Kieswerk Roitham bei Gmunden/Oberösterreich.
Ab sofort rollen die Rohstoff-Transporte per Bahn aus dem Werk Roitham
nach Linz in das Asamer-Betonwerk und entlasten dadurch den Verkehr, insbesondere
südlich von Linz.
"Asamer befasst sich intensiv mit dem Problem der steigenden Umweltbelastung
und sucht nach Möglichkeiten zur Reduktion der Schadstoffemissionen. Gemeinsam
mit der Rail Cargo Austria haben wir zwei Bahnanschlüsse an das öffentliche
Bahnnetz errichtet, um wahlweise per Bahn zu transportieren", erklärt
Asamer Vorstand Manfred Asamer.
80 bis 90 Prozent der in Roitham gewonnenen Rohstoffe werden per Bahn
abtransportiert, der Rest wird aus logistischen Gründen weiterhin per
Lkw befördert.
Die Anschlussstellen befinden sich beim Standort Roitham (Anschlussstelle
Steyrermühl) und dem Asamer-Betonwerk Linz (Anschlussbahn Bahnhof Kleinmünchen).
Die Rail Cargo Austria bringt ihre innovative MOBILER-Logistik ein und
transportiert im Auftrag von Asamer jährlich 180.000 Tonnen Schotter und
Kies von Roitham nach Linz.
Dort werden die mit Zuschlagstoffen beladenen Container vom Waggon direkt
auf einen Lkw geladen, zur Entladestation gefahren, entladen und retour
zum Bahnhof gebracht. Die MOBILER Logistik der Rail Cargo Austria verfügt
über rund 550 Behälter und 30 MOBILER-Fahrzeuge - sie kreiert und steuert
die gesamte Logistikkette, der Kunde hat nur einen Ansprechpartner.
Asamer spart durch den Schienentransport jährlich 14.500 LKW-Fahrten und
somit 1.920 Tonnen CO2 ein. Diese 14.500 Fahrbewegungen weniger bedeuten
850.000 LKW-Kilometer, für die 350.000 Liter Diesel verbraucht würden.
Auch sonst wird im Kieswerk Roitham besonders auf Nachhaltigkeit geachtet:
das Grundwasser für die Kieswäsche wird zu 80 Prozent recycelt. Eine schnellere
ökologische Rekultivierung wird durch eingedickten Schlamm, der Fläche
und Raum spart, erzielt (Pressemeldung Asamer Holding, 02.06.10).
Franz
Rotter zum neuen Vorstandsmitglied der voestalpine AG bestellt
Der Aufsichtsrat der voestalpine AG hat am Montag, 31. Mai 2010, Herrn
Dipl.-Ing. Franz Rotter mit Wirkung vom 1. Jänner 2011 zum Vorstandsmitglied
der voestalpine AG bestellt. Das Vorstandsmandat läuft analog zu
dem aller anderen Vorstandsmitglieder bis 31. März 2014. Im Konzernvorstand
übernimmt Franz Rotter die Leitung der Division Edelstahl und folgt
damit Dkfm. Dr. Claus J. Raidl nach, dessen Vorstandsmandat per 31. Dezember
2010 altersbedingt planmäßig ausläuft.
Dipl-Ing.
Franz Rotter, geboren am 30. Juli 1957, ist seit 2007 Mitglied des Vorstandes
der Böhler-Uddeholm AG (Division Edelstahl der voestalpine AG) und
war zunächst für die Bereiche Welding Consumables, Special Forgings
und Precision Strip zuständig. Im Zuge der strukturellen Veränderung
in der Division Edelstahl übernahm Franz Rotter im Februar 2010 die
Verantwortung für die Produktion des Bereiches High Performance Metals.
Nach
dem Abschluss des Studiums des Montanmaschinenwesens an der Montanuniversität
Leoben startete Franz Rotter seinen beruflichen Werdegang im Jahr 1981
bei der (früheren) VOEST-ALPINE AG als Konstrukteur in Zeltweg. 1986
übernahm er die Produktionsleitung des Bereiches Eisenbahnsysteme,
1989 die Leitung des Bereiches Technik der Division Bergtechnik. 1990
wird die VOEST-ALPINE Bergtechnik GmbH. eine eigenständige Gesellschaft
und Rotter zunächst stellvertretendes Mitglied der Geschäftsführung,
ab 1992 ihr Sprecher. Nach der Privatisierung des Unternehmens im Wege
eines Verkaufes an das US-Unternehmen Tamrock (heute gehört die Gesellschaft
zum schwedischen Sandvik-Konzern) scheidet er Ende 1996 aus der VOEST-ALPINE
Bergtechnik GmbH aus.
1997
wird Franz Rotter Mitglied des Vorstandes der Iso-Holding AG für
den Bereich Technik, 1998 übernimmt er den Vorstandsvorsitz der ATB
Austria Antriebstechnik AG. Im Jahr 2000 wechselt er in die Geschäftsführung
der Aluminium Ranshofen Walzwerk Ges.m.b.H., wird ab 2002 Sprecher der
Geschäftsführung der AMAG rolling GmbH und Vorstandsmitglied
der Austria Metall AG sowie ab 2005 deren Chief Operating Officer (COO).
Per Jahresbeginn 2007 wird Franz Rotter in den Vorstand der Böhler-Uddeholm
AG berufen, mit 1. Jänner 2011 übernimmt er dort den Vorstandsvorsitz
und wird damit auch Mitglied des Konzernvorstandes der voestalpine AG.
Franz Rotter ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder (Pressemeldung
Voestalpine, 02.06.10).
Grenzüberschreitende
Verbindungen zwischen Udine und Klagenfurt
Derzeit gibt es tagsüber keine grenzüberschreitenden Bahnverbindungen
zwischen Udine und Klagenfurt. "Das wollen wir gemeinsam ändern", berichtet
Verkehrsreferent LH Gerhard Dörfler am 31.05.10. Die Regionalzüge aus
Udine enden am Bahnhof Tarvis und die Züge aus Österreich in Arnoldstein.
Daher habe das Land Kärnten gemeinsam mit der Region Friaul-Julisch Venetien,
den ÖBB, der Verkehrsverbund Kärnten GmbH und der Società Ferrovie Udine
Cividale das Projekt MICOTRA (Miglioramento Collegamento Transfrontaliero)
initiiert, das mit EU-Mitteln cofinanziert wird, so der Landeshauptmann.
Ziel des Projektes sei die Aufnahme des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs
zwischen Klagenfurt und Udine, um das Verkehrsangebot für die Bevölkerung
in der Grenzregion zu verbessern und den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel
interessant zu machen. "Darüber hinaus ist ein gutes Bahnangebot wichtig
für den Tourismus in der Region, so verläuft hier beispielsweise der stark
frequentierte Fernradweg Salzburg - Grado und viele Radfahrer nützen die
öffentlichen Verkehrsmittel für den Rücktransport", sagt Dörfler.
Im Rahmen des EU-Projekts werden die Rahmenbedingungen für die grenzüberschreitende
Bahnverbindung untersucht, eine gemeinsame Planung durchgeführt und ein
gemeinsamer Probebetrieb gestartet. Ebenfalls gemeinsam soll diese grenzüberschreitende
Bahnverbindung evaluiert und vermarktet werden. "Nach der Probephase soll
der Betrieb dauerhaft geführt werden, davon werden Kärnten und Friaul-Julisch
Venetien profitieren", ist sich der Landeshauptmann sicher. Er bedankt
sich in diesem Zusammenhang bei allen Projektpartnern für die gute Zusammenarbeit
(Pressemeldung Kärntner Landesregierung, 01.06.10).
Testbetrieb
für Anschlusssicherung zwischen Bahn und Bus
Wer öffentlich unterwegs ist, für den sind zwei Dinge besonders wichtig:
Kurze Umsteigezeiten von einem Verkehrsmittel auf das nächste sowie schnelle
und zuverlässige Information, sollte mal etwas anders laufen als geplant.
Anschlusssicherung heißt das Zauberwort, das künftig mehr Sicherheit und
Information für die KundInnen der ÖBB bringen soll.
Getestet wird ab sofort in Kärnten. Der Anschluss wartet "Anschlusssicherung,
das ist die Sicherheit, dass der Bus auch dann auf mich wartet, wenn mein
Zug Verspätung hat" so Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr
AG, zum Pilotprojekt, das gemeinsam mit der ÖBB-Postbus GmbH nun in Kärnten
startet.
Dazu wurden Busse und Züge mit moderner Technik ausgestattet. Auf der
Pilotstrecke zwischen Klagenfurt und Völkermarkt-Kühnstdorf stehen den
Fahrgästen in Desiro-Nahverkehrszügen Monitore zur Verfügung, die über
die nächsten Halte sowie Bahn- und Busanschlüsse informieren. Dank Anschlusssicherung
sieht der Kunde nun auch, ob man den Bus oder die Bahn für die Weiterreise
erreichen kann, was die Reise für die Fahrgäste wesentlich entspannter
macht. Fährt ein Buslenker einen Bahnhof an, sieht er auf seinem eigens
dafür programmierten Smartphone automatisch, welche Züge in den nächsten
Minuten ankommen und ob diese pünktlich sind.
Christian Eder, Geschäftsführer der ÖBB-PostbusGmbH: "Im Fall des Falles
kann der Lenker aufgrund dieser Information entscheiden, ob er auf einen
verspäteten Zug wartet." Wenn er wartet, bestätigt er das per Knopfdruck.
Diese Bestätigung geht direkt an die Monitore im Zug und an die Fahrgäste.
"Das Pilotprojekt soll neue Wege aufzeigen und die Anschlusssicherung
in Zukunft zur Selbstverständlichkeit werden lassen - zum Wohle unserer
Kunden", so Lutter abschließend (Pressemeldung ÖBB, 01.06.10).
Schwerpunktaktion
zur Sicherheit in Wien gestartet
Die ÖBB-Personenverkehr AG ist ein sicheres Verkehrsunternehmen.
Um diesen Standard halten und weiterentwickeln zu können wird auf
jede Veränderung sofort reagiert.
Aufgrund
eingelangter Kundenbeschwerden und eigener Wahrnehmungen wurde durch die
Konzernsicherheit der ÖBB in Abstimmung mit der Bundespolizeidirektion
Wien am 28.05.10 im Bereich der S-Bahn eine Schwerpunkaktion gestartet.
Mehrere
Teams aus Mitarbeitern der Kontrollteams der ÖBB-PV AG, des bahneigenen
Sicherheitsdienst der Firma Mungos und uniformierten Kräfte der Wiener
Polizei bestreiften gemeinsam Züge und Bahnhöfe im Bereich der
S-Bahn Wien.
Ziel
der Schwerpunktaktion ist bei Verstößen gegen die Tarif- und
Beförderungs- bestimmungen sowie das Eisenbahngesetz einzuschreiten,
und durch sichtbare Präsenz das subjektive Sicherheitsgefühl
der Kunden zu heben.
Nebeneffekte
der Schwerpunktaktion waren u.a. auch das Antreffen von hunderten Reisenden
ohne gültigen Fahrausweis.Darüber hinaus wurde auch dem immer
wieder aufkeimenden Suchtmittelhandel ein Riegel vorgeschoben.
Die
ÖBB-Personenverkehr AG plant nach Evaluierung der Schwerpunktaktion
diese im Sinne ihrer Kunden auch im erforderlichen Ausmaß fortzusetzen
(Pressemeldung
ÖBB, 31.05.10).
Belastungstest
für die neue Murbrücke mit drei Taurus-Lokomotiven
 
Ganz schön schwer kann so eine Lokomotive sein – doch auch
drei Triebfahrzeuge der Baureihe 1016/1116 (Taurus) machten der neuen
Murbrücke in Leoben beim abschließenden Belastungstest am Mittwoch
natürlich keine Probleme. Mehr als 250 Tonnen rollten zwischen 10
und 14 Uhr mehrmals über das neue Bauwerk, das nun für den Bahnverkehr
freigegeben werden kann.
Geprüft wurde das neue Tragwerk auf zwei Arten – ob das Tragverhalten
auch ordnungsgemäß ist, einerseits augenscheinlich, und andererseits
mittels statischer Messungen. Dabei wurden mittels Nivellierlatte, Messuhr,
Wegaufnehmer und Laser die Durchbiegungen gemessen und mit den zuvor rechnerisch
ermittelten Werten verglichen. Nach knapp eineinhalb Stunden stand dann
fest: Die neue Eisenbahn-Murbrücke in Leoben hält allen Tests
locker stand und ist bereit für den regelmäßigen Eisenbahnverkehr.
25 Millimeter hatten die Experten als normale Durchbiegung der Brücke
errechnet. „Knapp 23 Millimeter waren es bei den Haupttests“,
konnte Projektverantwortlicher Ewald Jantscher danach bestätigen
und gab das endgültige „Go“. Ab 15 Uhr war die neue Murbrücke
sodann für den Eisenbahnverkehr freigegeben.
Notwendig wurde der Neubau der Brücke, weil die alte am Ende ihrer
Lebensdauer angelangt war, wie Regionalleiter Helfried Bretterebner bestätigte.
Im Mai 2009 begannen die Vorarbeiten am neuen Tragwerk, bis Dezember wurden
die beiden Stahlfachwerkshälften montiert, im Februar schließlich
beide der jeweils 133 Tonnen schweren Tragwerkshälften per Spezialkran
eingehoben. In den vergangenen beiden Wochen wurden schließlich
die Arbeiten an Oberleitung und Oberbau finalisiert.
Die Bauweise der Brücke – Betonschwellengleise auf einem Schotterbett
– wird künftig zusätzlich zum Lärmschutz auf 110
Metern Länge auch für mehr Lebensqualität in Leoben sorgen.
Die Geräuschentwicklung wird um 8 bis 10 Dezibel verringert, was
einer Lärmreduktion um etwa die Hälfte entspricht. Die Gesamtinvestitionskosten
für die neue Murbrücke betragen etwa 3,2 Millionen Euro (Pressemeldung
ÖBB, Fotos ÖBB/Wallner, 28.05.10).
Wirtschaftskammer
fordert klares Bekenntnis zum Brenner-Basistunnel
"Die Wirtschaft bekennt sich zur Konsolidierung des Staatshaushaltes.
Den Rotstift allerdings ausgerechnet bei der Verkehrsinfrastruktur anzusetzen,
wäre ein völlig falsches Signal für den Wirtschaftsstandort Österreich",
kommentiert der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph
Leitl, die plötzlichen Zweifel der Verkehrsministerin an der Notwendigkeit
des Brenner-Basistunnels.
Der Brenner-Basistunnel ist das wichtigste Teilstück des geplanten Ausbaus
der rund 2.200 km langen Bahnlinie von Berlin nach Palermo, die nicht
zuletzt auf Betreiben Österreichs von der EU-Kommission als prioritäres
TEN-Projekt Nr. 1 im Rahmen der Transeuropäischen Netze eingestuft wurde.
"Jede Verzögerung des Baubeginns könnte die von der EU-Kommission bereits
vertraglich zugesicherte Kofinanzierung in Höhe von 786 Mio. Euro bis
zum Jahr 2013 ernsthaft gefährden - vor allem, da derzeit eine Revision
der TEN-Prioritätenliste ansteht. Das jetzige Zögern der Verkehrsministerin
ist für andere Länder ein gefundener Anlass, nun wieder ihre Projekte
ins Spiel zu bringen", warnt Leitl.
Die österreichische Wirtschaft fordere daher ein klares Bekenntnis der
österreichischen Regierung zum Brenner-Basistunnel, zumal erst dadurch
die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und Palermo für den Personenverkehr
und die notwendigen Kapazitäten für die Verlagerung von Straßentransportleistungen
auf die Schiene möglich gemacht werden.
"Letztlich geht es hier nicht nur um ein zukunftsweisendes grenzüberschreitendes
Projekt, sondern generell um die Glaubwürdigkeit und Kontinuität der österreichischen
Verkehrs- und Infrastrukturpolitik im europäischen Kontext. Die EU ist
bereit mitzufinanzieren, ebenso Italien - da kann Österreich nicht plötzlich
ausscheren und eines der wichtigsten europäischen Zukunftsprojekte im
Infrastrukturbereich aufs Spiel setzen", so Leitl abschließend (Pressemeldung
Wirtschaftskammer Österreich, 27.05.10).
5
Milliarden für den Koralmtunnel ist Torheit der Regierenden
"Österreich betreibt geradezu das Gegenteil von zukunftsorientierter Politik!"
wirft Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, den
politischen Entscheidungsträgern vor: Während der mehr als 5 Milliarden
Euro teure und in dieser Form völlig überflüssige Eisenbahntunnel für
die Koralmbahn durchgepeitscht und der Tunnelanstich feierlich zelebriert
wird, kündigen Regierung und Parlament massive Budgetkürzungen für Bildung,
Forschung und Kunst an.
Dann kann man mit Hochgeschwindigkeitszügen zwischen den Metropolen Graz
und Klagenfurt hin und her rasen. Nach Norden geht's leider etwas langsamer,
weil da der Semmering (ohne Tunnel) dazwischen liegt.
Würde Barbara Tuchmann noch leben, hätte sie damit ein weiteres Kapitel
für eine Neuauflage ihres berühmten Buches "Die Torheit der Regierenden".
In Zeiten wie diesen solche politischen Schwerpunktsetzungen zu machen
ist mehr als absurd - das ist zerstörerisch! Die Gefahr, dass Österreich
und Europa, in den nächsten Jahrzehnten im globalen Wettbewerb zu Entwicklungsländern
zu degenerieren, ist real. Diesem Schicksal können wir nur dann entgehen,
wenn politische Entscheidungen getroffen werden, die nicht von Denkstrukturen
des Industriezeitalters dominiert werden.
Kreativität und Innovation sind die Schlüsselbegriffe und Schlüsselkriterien
für die nächsten Jahrzehnte. Alle wissen das. Wir brauchen jetzt auch
die notwendigen politischen Schwerpunktsetzungen. "Wenn Österreich das
Zeitalter von Kreativität und Innovation erleben will, dann müssen die
Milliarden für das quantitativ und intellektuell dinosaurierhafte Koralmtunnel-Projekt
sofort und zur Gänze umgewidmet werden für Projekte zur Stimulierung von
Innovation und Kreativität in den Bereichen Bildung, Forschung und Kunst!"
fordert Gerald Bast (Pressemeldung Universität für angewandte
Kunst Wien, 25.05.10).
Ergänzende
Informationen zur Koralmbahn:
• TU
Wien: Stellungnahme zu den Entscheidungsgrundlagen der Koralmbahn
(LOK Report, 25.05.10).
Finanzierung
des Brennerbasistunnels "derzeit nicht gegeben"
Infrastrukturministerin Doris Bures präsentiert im kommenden Dienstag
erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend" eine überraschende Zahl: Sie
will bei den ÖBB drei Milliarden Euro weniger investieren als das bislang
geplant war.
"Wir haben im Ressort einen Konsolidierungsbedarf von rund 500 Millionen
Euro, was bedeutet, dass um 500 Millionen Euro weniger Annuitäten fließen.
Und das heißt gleichzeitig, dass die ÖBB rund drei Milliarden Euro weniger
investieren können."
Sie sei, sagt sie auf die Frage nach der Notwendigkeit des Brennerbasistunnel-Projekts,
"überzeugt, dass wir die Investitionen in die Schieneninfrastruktur brauchen,
um den Verkehr zu verlagern, aber die Konsolidierungsnotwendigkeit geht
auch am Infrastrukturministerium nicht spurlos vorüber." Man könne von
Projekten überzeugt sein, "muss aber die langfristige Finanzierung sicherstellen.
Und die ist derzeit nicht gegeben."
Die Finanzierung des Brennerbasistunnels müsse langfristig sichergestellt
werden, sagt Bures dem "trend". "Ich könnte natürlich sagen, die nächsten
zwei, drei Jahre werden wir schon über die Bühne bringen. Aber wenn man
verantwortungsbewusst an die Sache herangeht, brauchen wir langfristige
Finanzierungssicherheit. Wir haben den Finanzrahmenplan bis 2014 verhandelt,
für den Brenner wird aber fünfzig Jahre lang bezahlt. Wir brauchen keinen
Finanzrahmenplan über fünf Jahre, sondern über diesen engen Horizont hinaus.
Wenn man so ein Projekt beginnt, kann man es ja nicht mehr stoppen. Wir
können nicht auf halbem Weg sagen: so, jetzt ziehen wir wieder ab. Das
wäre ja ein Schildbürgerstreich! Das Allerteuerste ist doch, die Projekte
ein bissl zu beginnen und dann wieder damit aufzuhören. Das kostet das
meiste Geld."
Die Ministerin verlangt explizit "eine Verpflichtung des Bundes auf die
Dauer der Laufzeit der Annuitäten" (fünfzig Jahre, Anm.) denn "ich kann
nicht jedes Jahr den Anteil, den ich zurückzahle, kürzen".
Vorerst, so kündigt die Ressortchefin an, werde es zu Umreihungen von
diversen Bahn-Projekten kommen: "Wir werden die Projekte so reihen, dass
die ganz wichtigen Projekte - zum Beispiel Bahnhofssanierungen - außer
Streit gestellt werden. Bei den anderen großen Vorhaben reden wir über
einen geänderten Zeitrahmen. Sicher ist: Es wird bei diversen Projekten
Veränderungen geben."
Auch die Quersubventionierung aus dem Straßengütertransit für das Megaprojekt
Basistunnel lässt aus Sicht der Verkehrsministerin zu wünschen übrig.
Die Einnahmen aus dem LKW-Transit sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen;
bislang wurden erst rund 80 Millionen Euro für das Tunnelprojekt "angespart".
Eine Erweiterung der Mauteinnahmen - und damit der Quersubventionierung
- sei aber derzeit nicht abzusehen.
Die EU-Wegekostenrichtlinie, die dies bewirken sollte, liegt derzeit in
Brüssel auf Eis. Bures im "trend": "In Brüssel hat die Idee der Verlagerung
des Güterverkehrs auf die Schiene an Bedeutung verloren." Es bräuchte,
so Bures, "mehr Kostenwahrheit. Doch dieses Bewusstsein ist bei mehreren
meiner Verkehrsminister-Kollegen nicht so verankert, wie ich mir das wünschen
würde" (Pressemeldung trend Redaktion, 25.05.10).
ÖBB-Tauruslokomotive
auf Premierenfahrt nach Mailand
Die modernen DB-ÖBB Eurocityzüge sind seit Mitte Dezember
auf der Bahnstrecke zwischen München - Innsbruck - Bozen - Verona
- Bologna und Mailand unterwegs. Täglich bieten zehn Züge mit
einladendem Zugrestaurant, Businessabteilen, Steckdosen in allen Waggons
und einem Service am Sitzplatz ein bequemes Reiseangebot für Bahnkunden
von und nach Italien.
Im Gesamtprojekt können die Partner nun einen weiteren Erfolg verzeichnen
- ab sofort sind statt den bisherigen gemieteten Güterzugloks die
modernen "Taurus" an der Spitze. Nach der Erteilung der offiziellen
Zulassung durch die italienischen Behörden wird ab sofort die 10.000
PS starke Tauru-slokomotive im auffälligen "Italiendesign"
erstmalig einen DB-ÖBB Eurocityzug bis nach Verona und Mailand ziehen.
In den nächsten Wochen wird die für die Lokdisposition zuständige
ÖBB-Produktion GmbH die Zulassung für insgesamt zehn Maschinen
bekommen.
Die Italienzüge der Partner von DB und ÖBB werden damit neben
den komfortablen EC-Waggons auch durch den roten ÖBB-Taurus an der
Zugspitze klar erkennbar sein. Das bekannte dunkle Taurusrot als Außenfläche
bleibt bestehen, zudem ist eine geschwungene Italienfahne sichtbar, welche
den Bezug zum Verkehr herstellen soll.
Genutzt werden die Seitenfläche der Loks auch als prominente Werbefläche,
so sind auf einer Seite mit www.obb-italia.com
die ÖBB- und mit www.bahn.com/it.
die DB-Homepage angeführt. Ziel ist es, die Infos zum Angebot und
die Möglichkeiten des Ticketverkaufs in Italien noch bekannter zu
machen.
Für Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr
AG ein wichtiger Schritt im Italienverkehr: "Unser Ziel ist, mit
Sauberkeit, Pünktlichkeit und Komfort im Italienverkehr zu punkten.
Die modernen Lokomotiven im Italiendesign werden sicher für Aufsehen
sorgen." Erfreut zeit sich auch Bernhard Benes, Geschäftsführer
der ÖBB-Produktions GmbH: "Die ÖBB haben eine der modernsten
Lokflotten Europas; dass wir jetzt nach Bozen, Verona und Mailand fahren,
ist ein weiterer Meilenstein im Sinne unserer Kunden.
Insgesamt haben die ÖBB 382 Stück der modernen Taurusloks im
Einsatz, dabei gibt es drei verschie-dene Generationen in der ÖBB-Flotte:
• Taurus 1016: Ein-Systemlok, ausgerichtet auf Bahn-Stromnetz in
Österreich und Deutschland
• Taurus 1116: Zwei-Systemlok, ausgerichtet auf Bahn-Stromnetz mit
50 Hertz z.B. in Ungarn.
• Taurus 1216: Mehr-Systemlok, zusätzlich ausgerichtet auf
Bahn-Stromnetz mit Gleichstrom, z.B. in Italien, Tschechien, Slowenien,
Slowakei (Pressemeldung ÖBB/DB AG, 24.05.10).
Bergmännischer
Tunnelanschlag beim Koralmtunnel 1
Und jetzt geht es hinein in den Berg! Mit der weitgehenden Fertigstellung
der etwa 3,2 Kilometer langen Freistrecke im Baulos Koralmtunnel 1 (KAT
1) Ende April, kann nun der bergmännische Vortrieb vom Ostportal in Frauental
in Richtung Kärnten beginnen. Der offizielle Tunnelanschlag erfolgte am
21.05.10 mit einem Festakt im Sinne der bergmännischen Tradition mit Dr
Georg-Michael Vavrovsky (ÖBB-Infrastruktur-Vorstand AG) und Siegfried
Currle (Vorstandsvorsitzender Wayss & Freytag). EU-Abge-ordnete Hella
Ranner übernahm dabei die Tunnelpatenschaft für den "Hella Tunnel". "Ein
Freudentag" war der Freitag auch für die steirische Politik, wie Landeshauptmann
Franz Voves und Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder unisono betonten.
Das bergmännische Tunnelbaulos hat eine Länge von 2,3 Kilometern, errichtet
werden zwei Tunnelröhren mit einem Durchmesser von etwa zehn Meter.Mehr
als sechs Jahre lang wurden die geologischen Verhältnisse von den Experten
erkundet, um eine sichere, wirtschaftliche und umweltfreundliche Durchführung
der Tunnelarbeiten zu gewährleisten. Die Vorarbeiten für dieses Baulos
begannen bereits im Dezember 2008 mit Arbeiten an der Freistrecke im Baulos
KAT 1. Jetzt wird der erste Tunnelabschnitt des Koralmtunnels vom Ostportal
bei Frauental aus bis in den Bereich Leibenfeld in den Berg vorgetrieben.
Der Vortrieb erfolgt überwiegend nach der so genannten Neuen Österreichischen
Tunnelbauweise (NÖT) hauptsächlich durch Baggervortrieb. Das Ausbruchmaterial
wird für Dammschüttungen und Landschafts-gestaltung verwendet, nicht verwendbares
Material kann ohne Benützung öffentlicher Strassen auf der trassennahen
Bodenaushubdeponie Grub gelagert werden.
Der
Rohbau des Haupttunnels erfolgt in drei Hauptbaulosen:
• Baulos Koralmtunnel 1 (KAT1) vom Ostportal bei Frauental bis in
den Bereich Leibenfeld
• Baulos Koralmtunnel 2 (KAT2) von Leibenfeld bis zum Durchschlag
zu den Baulosen KAT1 und KAT3 über die Lan?desgrenze Steiermark/Kärnten
• Baulos Koralmtunnel 3 (KAT3) vom Westportal bei Mitterpichling
bis zum Durchschlag mit dem Baulos KAT2
Der insgesamt 32,9 Kilometer lange Tunnel durchquert das Gebirgsmassiv
der Koralpe mit einer maximalen Überdeckung von etwa 1250 Metern. Die
beiden Tunnelröhren verlaufen in einem Achsabstand von ca. 40 Metern und
sind alle 500 Meter durch so genannte Querschläge miteinander verbunden.
In diesen Querschlägen sind bahntechnische Einrichtungen enthalten, sie
dienen im Gefahrenfall aber auch als Fluchtwege in die jeweils andere
Röhre. In der Tunnelmitte wird sich eine Nothaltestelle befinden.
Mit der Koralmbahn als Teil der Neuen Südbahn und des Baltisch-Adriatischen
Achse entsteht eine neue 130 Kilometer lange, zweigleisige Hochleistungstrecke
zwischen Graz und Klagenfurt. Reisezüge werden künftig nur mehr knapp
eine Stunde Reisezeit benötigen, aktuell dauert die Fahrt drei Stunden.
Die Koralmbahn ist Teil der Baltisch-Adriatischen Achse, die von Danzig
über Warschau und Wien nach Triest, Venedig und Bologna führt und somit
die Ostsee mit dem Mittelmeer verbindet. Das Herzstück der in sieben Abschnitte
unterteilten Koralmbahn bildet der 32,9 Kilometer lange Koralmtunnel.
Die Gesamtkosten der 130 km langen Koralmbahn belaufen sich auf etwa 5,2
Milliarden Euro. Rund 65 km der Koralmbahn sind in Bau bzw. in Teilen
fertig gestellt. Darüber hinaus wurden seit 2001 acht Bahnhöfe und Haltestellen,
87 Eisenbahnbrücken bzw. Straßenunter- /überführungen umgebaut bzw. neu
errichtet und insgesamt 16,4 km Tunnel vorgetrieben (Pressemeldung ÖBB,
22.05.10).
Klima:aktiv
- Auszeichnungen für ÖBB
Bei der heutigen "klima:aktiv" - Auszeichnungsveranstaltung
des Lebensministeriums wurden die ÖBB-Holding AG (stellvertretend
für den ÖBB-Konzern) und die ÖBB-Postbus GmbH für
spezielle Klimaschutzleistungen ausgezeichnet. Die Preisverleihung erfolgte
im Zuge der Auftaktveranstaltung der "klima:aktiv mobil-Tour".
Damit werden die ÖBB als klimafreundlichster Mobilitätsanbieter
Österreichs weiter eindrucksvoll bestätigt.
Ein wichtiger Punkt in der ÖBB Klimacharta, die 2009 veröffentlicht
wurde, ist ein energieeffizientes, ökologisches Mobilitätsmanagement.
In diesen Schwerpunkt fallen u.a. auch die Maßnahmen "Spritsparen
und energieeffizientes Fahren" - beides wird bei den ÖBB seit
mehreren Jahren praktiziert. Seit 2008 werden die Spritspartrainings für
PKW und LKW vom Nachhaltigkeitsmanagement der ÖBB-Holding AG konzernweit
koordiniert. Die Trainings finden an verschiedenen Standorten in Österreich
statt und es nehmen Fahrer aus verschiedenen Gesellschaften des ÖBB-Konzerns
(ÖBB-Infrastruktur AG, ÖBB-Postbus GmbH, Rail Cargo Austria)
teil.
Durch die Anwendung von Spritspartipps waren bei allen Teilnehmern beachtliche
Einsparungen möglich. Die Vergleichsmethode anhand der mit Board-Computern
ausgestatteten Fahrzeuge ermöglicht eine präzise Dokumentation
der realen Einsparung. In den vergangenen Jahren lagen diese Einsparungen
beim PKW im Schnitt bei mehr als 10 Prozent. 2009 wurden 153 PKW Lenker
geschult, heuer werden es voraussichtlich sogar noch mehr sein.
"Mit der Durchführung der Spritspartrainings ergab sich im Jahr
2009 eine CO2 Reduktion von 47 Tonnen pro Jahr, was einer Spritmenge von
mehr als 17.000 Liter entspricht" so Leopold Cecil, ÖBB-Programmmanager
für CO2/Klima/Energie, der den Preis für die Holding entgegen
genommen hat. ÖBB-Nachhaltigkeitskoordinator Herbert Minarik erklärt:
"Die Spritspartrainings werden auch heuer weitergeführt - im
Herbst werden weitere 160 PKW Lenker Ecodriving-Schulungen absolvieren.
Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen wollen die ÖBB ihre Spitzenposition
als umweltfreundlichster Mobilitätsanbieter weiter ausbauen!"
(Pressemeldung ÖBB, 21.05.10).
Blick
über die größte Baustelle Wiens ab 19. August 2010
Mit der Bezeichnung bahnorama wird in genau drei Monaten das Informationszentrum
zum Hauptbahnhof Wien eröffnet. Standort des Gemeinschaftsprojektes der
ÖBB und der Stadt Wien ist die Favoritenstraße 51, am Rande des Südtiroler
Platzes. Die Baufortschritte sind schon am über 66 Meter hohen Holzturm
erkennbar, einem neuen Wahrzeichen in Favoriten.
Auf dem Areal rund um den ehemaligen Südbahnhof (mit 109 Hektar etwa so
groß wie die Josefstadt) entsteht nicht nur ein neuer Bahnhof, sondern
auch ein neuer Stadtteil. Grund genug, die umfangreichen Informationen
zum Projekt an alle interessierten WienerInnen zu vermitteln. Das bahnorama
wird eine Ausstellung, Turmfahrt und die Möglichkeit einer Pause im Café
bieten. "Das bahnorama wird spannende Aus- und Einblicke in das Jahrhundertprojekt
Hauptbahnhof geben. Dieser Blick vom Turm auf die Großbaustelle und über
Wien wird alle begeistern. Das Jahrhundertprojekt Hauptbahnhof wird damit
für alle Interessierten erlebbar", ist Bundesministerin Doris Bures überzeugt.
Stadtrat Rudi Schicker: "Mit dem neuen Informationszentrum entsteht nicht
nur ein architektonisch interessantes Bauwerk. Wir sehen schon jetzt anhand
von zahlreichen Nachfragen, dass sich das bahnorama zum Besuchermagnet
entwickeln wird. In der Ausstellung findet man alle Infos rund um das
Großprojekt. Und vom Turm kann man die Entwicklung des neuen Stadtviertels
von oben verfolgen - Erlebnis Hauptbahnhof pur. Was will man mehr?"
Genau 66,72 m hoch ist der Turm aus Holz. Im Rahmen der Gleichenfeier
wird er erstmals von prominenten VertreterInnen und JournalistInnen bestiegen.
Kreiert wurde das Bauwerk vom Team der RAHM architekten, unter dem Motto
"Sehen und Gesehen werden". Hans Schartner von RAHM architekten: "Assoziationen
mit einem Jägerhochstand für die Stadt sind erwünscht. Es wird ein Rundblick
auf das Projekt Hauptbahnhof möglich gemacht. Der Turm erlaubt ein sich
Herausheben aus dem Geschehen und eröffnet einen ahnenden Blick auf Zukünftiges."
Als Material wurde heimisches, unbehandeltes Fichtenholz verwendet. Holz
steht für einen umweltfreundlichen Rohstoff und für einfache Montage und
Demontage der Konstruktion. Der Aufbau des Turms fand Ende März innerhalb
von zwei Wochen statt. Gearbeitet wurde mit Hilfe eines 400 Tonnen Krans
und 15 Arbeitern. In vier "Schüssen" wurden die vier vor Ort vorgefertigten
Module von jeweils 15 Metern hochgehoben und montiert. Die Module wurden
nacheinander auf den Sockel aus Stahl gesetzt und mit Konstruktionsschrauben
verbunden. Die Arbeit im städtisch dicht bebauten Raum war nicht einfach,
vor allem wetterabhängig. Beim dritten Schuss machte ein heftiger Sturm
das Aufstellen zu einer echten Herausforderung für Kranführer und Monteure.
1.600 Arbeitsstunden wurden für den Zusammenbau und die Montage aufgewendet.
135 Tonnen wiegt die gesamte Konstruktion. Der Turm misst am Boden 8x7
m und verjüngt sich nach oben auf zwei Hölzer zu 20x20cm. 160 m3 Brettschichtholz
(= zu Vierkanthölzern verleimte Bretter) der Fichte wurden hier verbaut.
Zwei Panoramalifte führen ab 19. August 2010 auf eine Plattform in ca.
40 Meter Höhe (Pressemeldung Presse- und Informationsdienst der Stadt
Wien, 20.05.10).
ÖBB
startet Gleisbau für die Unterinntaltrasse
Täglich werden bis zu 150 Meter Gleise verlegt.
Foto ÖBB.
Die erste Lieferung der modernen 120-Meter-Langschienen ist am vergangenen
Wochenende gut in Baumkirchen angekommen. Ab sofort bringen Speziallastzüge
jede zweite Woche 24 Stück Schienen auf die Baustelle. Im Herbst
kommen dann auch Betonfertigteile täglich per Bahn von Jenbach nach
Baumkirchen. Nur die Bahn kann derart unhandliche Güter problemlos
ohne Störung anderer Verkehrsteilnehmer bewältigen.
In
Baumkirchen wurde für die Lastzüge ein provisorischer Bahnhof
errichtet. Versteckt in einer überdimensionalen Betonwanne werden
die Transporte ohne Störung der Anrainer entladen. In den kommenden
Wochen erfolgt der Einbau der Gleise auf der Richtungsfahrbahn Innsbruck
zwischen Baumkirchen und Stans. Fertigteile, Beton und Stahlschienen werden
dabei noch mit LKW und Spezialfahrzeugen in die Tunnels gebracht. Spezielle
Bauzüge montieren anschließend ab September das zweite Tunnelgleis.
Beim
Bau der neuen Unterinntalbahn kommt das sogenannte System „Feste
Fahrbahn“ zum Einsatz. Wesentlicher Unterschied zu den herkömmlichen
auf Schotter gelagerten Gleisen besteht darin, dass die Schienen fix auf
eine Betonplatte verschraubt sind. Der Vorteil liegt in der längeren
Lebensdauer, den geringen Wartungserfordernis und den damit niedrigeren
Wartungskosten. Das Know-How dazu kommt aus Österreich.
Der
Gleisbau zwischen Stans und Baumkirchen ist voraussichtlich im März
2011 abgeschlossen, zwischen Kundl und Stans werden im Februar 2012 alle
Schienen fertig verlegt sein. Die Gleisbauarbeiten laufen rund um die
Uhr.
Die
bestehende zweigleisige Bahnstrecke wird derzeit in einem 40 Kilometer
langen Abschnitt auf einen viergleisigen Querschnitt ausgebaut. Mehr als
32 Kilometer Tunnels sind bereits fertig gebaut. 2012 nimmt die ÖBB
zwischen Kundl und Baumkirchen die Trasse in Betrieb.
Neben
den starken wirtschaftlichen Impulsen sowohl für die Region als auch
für die Bauwirtschaft bietet das Projekt zahlreiche Vorteile für
die Anrainer im Raum Innsbruck bis Wörgl:
•
Chance für weitere Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr
• Entlastung der Bevölkerung vom Verkehrslärm
• umweltfreundliches Verkehrsangebot für die Transportwirtschaft
(Pressemeldung
ÖBB, 20.05.10).
20
Jahre Arbeitsgemeinschaft Donauländer
 
LH Dr. Michael Häupl, LH Dr. Erwin Pröll,
StR Rudolf Schicker, Hubert von Goisern. Foto media wien.
Auf den Tag genau vor 20 Jahren wurde in Niederösterreich die Arbeitsgemeinschaft
der Donauländer gegründet, der heute etwa 40 Regionen aus den Anrainerstaaten
Deutschland, Österreich, der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien,
Bulgarien, der Ukraine und die Republik Moldau angehören. Da Wien erneut
nach 1996 und 2005 die Präsidentschaft innehat, wurde am 17. Mai 2010
in feierlichem Rahmen im Festsaal des Wiener Rathauses dieses Jubiläum
gefeiert.
Die Arbeitsgemeinschaft Donauländer wurde unmittelbar nach dem Fall des
Eisernen Vorhangs mit dem Ziel gegründet, einen Beitrag zur friedlichen
Entwicklung des Donauraumes zu leisten. Das General-sekretariat befindet
sich in St. Pölten. In zahlreich Arbeitskreisen werden Strategien zur
wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit über die Staatsgrenzen
hinweg erarbeitet und umgesetzt. So konnte die Donau in den beiden Jahrzehnten
erheblich als europäischer Transportsweg an Bedeutung gewinnen. Der Wiener
Hafen, als sogenannter trimodaler Verkehrsknotenpunkt mit Anbindung an
den Schiffs-, Bahn- und LKW-Transport, zählt mittlerweile zu den bedeutendsten
in Europa. Für einen Binnenhafen besonders herausragend ist die große
Zahl von verschifften PKWs.
Auch als einigender Kulturraum hat die Donau die Menschen in den angrenzenden
Regionen näher zueinander rücken lassen. Jugendcamps, wie z.B. im Wiener
Nationalpark Lobau, haben Brücken zu Menschen geschlagen und eine verbindende
Identität entstehen lassen.
Touristische Konzepte werden mittlerweile zwischen den Donauanrainer-Regionen
abgestimmt und ermöglichen ein Kennenlernen der Naturschönheiten dieses
europäischen Stroms entlang seines gesamten Verlaufs. Sogar die lukullische
Verbundenheit entlang der Donau wird erlebbar. Das im Residenz-Verlag
erschienene Kochbuch "Daheim in Nachbars Küche" lädt zu einer kulinarischen
Entdeckungsreise durch Mittel- und Osteuropa ein.
Landeshauptmann Dr. Michael Häupl nannte in seiner Festrede als wichtigste
Herausforderungen für die Donauregionen Umwelt und Hochwasserschutz, Verkehr
und Mobilität, Wirtschaft und Innovation sowie Tourismus und Freizeit.
Der nachmittäglichen Regierungskonferenz saß der Amtsführende Stadtrat
DI Rudolf Schicker vor, der über die EU-Strategie für den Donauraum sprach
und die von den TeilnehmerInnen angenommene ARGE Donauländer Resolution
zum Donauraum als gemeinsamen europäischen Zukunftsraum präsentierte.
Die Resolution fordert die Einbindung von Gemeinden, Städten und Regionen
in die EU-Donauraumstrategie.
Den neugeschaffenen Ehrenring der ARGE Donauländer erhielten Landeshauptmann
Dr. Michael Häupl und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, dessen Bundesland
der Initiator der ARGE Donauländer war. Wiens Magistratsdirektor Dr. Ernst
Theimer wurde für seine langjährige Tätigkeit für den Donauraum mit einem
Ehrengeschenk ausgezeichnet. Zu den weiteren Ausgezeichneten gehörten
der Vorsitzende des besonders aktiven ungarischen Komitats Bács-Kiskun
Dr. István Ferenczi, der Präsident der Internationalen Touristischen Werbegemeinschaft
Prof. Gerhard Skoff und der niederösterreichische Landesamtsdirektor Dr.
Werner Seif.
Ehrengast der Festsitzung war Hubert von Goisern, der über seine Donaureise
von Linz (europäische Kulturhauptstadt 2009) bis zum Delta berichtete.
Passend zum Thema wurde auch die berühmte Statue des Donauweibchens im
Rathaus ausgestellt. Im Arkadenhof des Rathauses wird bis 13. Juni die
Ausstellung "Donau Ansichten vom Ursprung bis zum Ausflusse ins Meer 1826"
mit 26 Lithographien, Stichen und Bildern gezeigt (Pressemeldung Rathauskorrespondenz
Wien, 19.05.10).
Forschungsprojekt
EcoTram startet
Straßenbahnen werden immer bequemer - doch für Heizung und Kühlung muss
viel Energie aufgewendet werden. Im neuen Forschungsprojekt EcoTram wird
versucht, Komfort und Energiesparen zu verbinden. Dazu haben sich Rail
Tec Arsenal, die SCHIG mbH, Siemens, die Technische Universität (TU) Wien,
Vossloh Kiepe und die Wiener Linien in einem Konsortium zusammengefunden.
Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Klima- und Energiefonds von
der österreichischen Forschungsförderungs-gesellschaft (FFG) im Rahmen
von "Neue Energien 2020".
Zu Beginn startet ein ausführliches Testprogramm: ein Zug der Wiener Niederflurstraßenbahn
ULF wird im Klima-Wind-Kanal der Rail Tec Arsenal geprüft. Bei unterschiedlichen
Wetterzuständen und Szenarien wird der Verbrauch der Nebenaggregate genau
festgehalten. Mit den Daten soll ein Simulationsmodell erstellt werden,
das es möglich macht, einzelne Optimierungsschritte auf Aufwand und Wirtschaftlichkeit
zu testen. Schließlich geht es um den wirtschaftlichen Nutzen von Adaptierungsmaßnahmen
- Energiesparen soll sich auch auszahlen.
Bus, Bim und U-Bahn in Wien benötigen viel weniger Energie als der Pkw-Individualverkehr.
Mit dem Projekt EcoTram soll der Energiebedarf öffentlicher Verkehrsmittel
im Hinblick auf Klimaschutz weiter gedrückt werden. Auf eine Flotte von
300 Fahrzeugen und ein energetisches Einsparungspotential von 10 Prozent
hochgerechnet, ist eine Reduktion von bis zu 3.000 MWh pro Jahr für die
Wiener Linien möglich - das ist der Stromverbrauch einer kleineren Ortschaft
oder die Leistung einiger Windräder. Mit der Senkung des Energieverbrauchs
könnten jedes Jahr bis zu 600.000 kg CO2 vermieden werden (Pressemeldung
Wiener Linien GmbH & Co KG, 19.05.10).
Waldbahn
Reichraming der Österreichischen Bundesforste
 
An die bis 1971 im Betrieb gestandene Waldbahn Reichraming der Österreichischen
Bundesforste sind in der Region noch einige Erinnerungsstücke erhalten
geblieben. In Reichraming steht wohl aufgearbeitet die Originalwaldbahnlok
Gmeinder 4267/1945 in einer kleinen Waldbahnerinnerungsfläche auf einen
kurzen Gleisstück und wird dem Vernehmen nach gelegentlich auch auf diesem
hin- und her bewegt. Hier gibt es auch einige Schautafeln und manche Originalfotos
zu sehen.
Heute wird die Region wird von den Bundesforsten als Nationalpark Kalkalpen
bewirtschaftet. Tief im Nationalpark befindet sich im ehemaligen Weiler
Brunnbach eine 1:1 Waldbahninstallation, bestehend aus wohl verlegten
Gleisen, einer Weiche, Waldbahntrucks und einer allerdings nicht von einer
Waldbahn stammenden Dampflok (nominell WLF 9485/1943, vermutlich aber
von Slawonski Brod gebaut, Details siehe http://www.dampflok.at/411.htm).
In Brunnbach gibt es auch einen Nationalpark-Infostand, der auch manche
Infos und einige Bilder über die Waldbahn bietet. Waldfreunden, die auch
am Wandern oder Mountainbiken Freude finden, kann einen Ausflug nach Brunnbach
wärmestens empfohlen werden. Geolokation
siehe hier (Dieter Zoubek,
Austrian Steam Base,
17.05.10).
Mag.
Dr. Karl Schwaha neuer Präsident der VPTÖ
Mag. Dr. Karl Schwaha wurde von der Generalversammlung der Vereinigung
zur Förderung der Modernisierung der Produktionstechnologie in Österreich
(VPTÖ) zum neuen Präsident bestellt. Der gebürtige Oberösterreicher
wird die Arbeit von DI Wolfgang Kropf fortführen und hat sich zum
Ziel gesetzt, die heimischen Betriebe bei der Absicherung des Produktionsstandortes
Österreich zu unterstützen und das Forschungsunternehmen PROFACTOR
daraufhin auszurichten.
Nicht
zuletzt die Finanz- und Wirtschaftskrise haben zu einem Umdenken der Innovationspolitik
geführt. Erste Förderungen der F&E-Tätigkeit in Richtung
Sachgüterproduktion werden gesetzt. Fokus sind Themen wie zum Beispiel
höchste Ressourceneffizienz, Flexibilität und Nachhaltigkeit
im Bereich der Werkstoffe.
„Die
VPTÖ versteht sich als Informationsdrehscheibe und Ideenplattform
und hat zum Ziel, Forschung und Entwicklung im Bereich innovativer Produktionstechnologien
voranzutreiben und zu fördern“, beschreibt Schwaha die Zielsetzung
der VPTÖ. „In Ergänzung zur Produktion brauchen wir auch
ein Angebot an Dienstleistungen, die aber an die Realwirtschaft, das heißt
an Betriebe mit eigener Innovation und Produktion, gekoppelt sein müssen.
Nur so kann die erforderliche Wissensbasis gehalten und ausgebaut werden.
Die Mitgliedsfirmen der VPTÖ zeigen, dass es in Österreich genügend
Beispiele für erfolgreiche Produktionsunternehmen gibt, die dem Globalisierungsdruck
mit innovativen Lösungen standhalten können“, so Schwaha.
Vertreter
aus Industrie, Wissenschaft und Politik gründeten bereits vor 16
Jahren die VPTÖ. Seit dieser Zeit wird daran gearbeitet, den Standort
Österreich durch anwendungsorientierte Forschungsarbeit im Bereich
der Produktionstechnologien langfristig abzusichern. Aus diesem Bewusstsein
heraus entstand 1995 PROFACTOR – heute Österreichs führende
Unternehmensgruppe für angewandte Produktions-forschung. Die Steyrer
Unternehmensgruppe mit nahezu 100 Forschern hat ein Netzwerk zu internationalen
Universitäten und industriellen Weltmarktführern aufgebaut.
Die Kernkompetenzen liegen in den Bereichen Produktionstechnik, Nanotechnologie
und Energiesysteme.
Seit
11. Mai 2010 unterstützen weitere renommierte Industrievertreter
die VPTÖ. Neu im Vorstand sind Dr. Franz Freudhofer der MAN Nutzfahrzeuge
Österreich AG, DI Roland Heiml der STIWA Holding, DI Werner Freilinger
der SKF Österreich AG, Dr. Norbert Schrüfer der Miba AG und
Dr. Christian Hinteregger von Magna Powertrain.
Mag.
Dr. Karl Schwaha ist 1949 in Haag am Hausruck (OÖ) geboren und promovierte
1977 an der Universität Innsbruck zum Doktor der Chemie. Nach seiner
Tätigkeit als Universitätsassistent an den Universitäten
Innsbruck und Cambridge wechselte Schwaha 1978 zur VAI-Linz, wo er zuletzt
von 1999 bis 2008 Vorstandsmitglied war. Seit April 2008 arbeitet Schwaha
als selbstständiger Berater für Unternehmen aus der Eisen- und
Stahlindustrie (Pressemeldung
VPTÖ, 12.05.10).
Zillertalbahn
- Dir. W.Holub feiert runden Geburtstag
 
 
 
Der Aufsichtsrat gratuliert dem Jubilar - Dir. Holub
in der Mitte. Der Festakt wurde symbolisch mit Lok 2 und VS 7 umrahmt;
eine unvergleichliche Entwicklung für diese kleine Bahn. Für die Ehrengäste
ging es dann zum Feiern mit diesem schönen Oldtimer der Zilllertalbahn
... diesmal auf Gummirädern. Die Blasmusik der Zillertalbahn brachte natürlich
"Ihrem" Chef ein Ständchen.
Eisenbahndirektor DI Wolfgang Holub feierte am 7. Mai 2010 im Kreis seiner
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft
und Eisenbahnwesen seinen 60. Geburtstag. Als Sohn des seinerzeitigen
Werkstattleiters der Zillertalbahn in Jenbach aufgewachsen, prägt Dir.
Holub seit bald 3 Jahrzehnten maßgeblich die Entwicklung diesr Schmalspurbahn
zum modernen Eisenbahnbetrieb.
Untrennbar sind mit seinem Namen der zweigleisige Ausbau von Teilstrecken,
das neue Zugleitsystem, eine neue Fahrzeuggeneration, der 30 Minuten Takt
aber auch die Liebe zur Dampflok (die Zillertalbahn unterhält 5 betriebsfähige
Dampflokomotiven !) verbunden.
Alle Gratulanten waren sich in dem wunsch einig, dass Dir. holub noch
viele aktive und kreative Jahre an der Spitze der Zillertalbahn vergönnt
sein mögen. Am Rande des Festes war zu hören, dass die Zillertalbahn in
den nächsten Jahren weiterhin Schritte setzten wird, welche in der Fachwelt
Aufsehen erregen werden - mehr sei noch nicht verraten
(Gunter Mackinger, 10.05.10).
Voestalpine
errichtet neues Weichenwerk in der Türkei

Die VAE Gruppe, ein Unternehmen des börsennotierten voestalpine Konzerns,
hat einen wichtigen Schritt gesetzt, um am boomenden Eisenbahnmarkt in
der Türkei noch stärker als bisher zu partizipieren. Gestern
wurde in der Türkei ein Vertrag über den Bau eines neuen Weichenwerks
im Beisein des Türkischen Ministers für Verkehr und Kommunikation,
Binali Yildirim, und weiterer hochrangiger Vertreter aus der Verwaltung
und der Staatsbahn unterzeichnet. Das Werk ist ein Joint-Venture zwischen
den Türkischen Staatsbahnen (TCDD), dem türkischen Stahlproduzenten
Karabuk Demir Celik Sanayi ve Ticaret A.S. (Kardemir) und der voestalpine
Konzerngesellschaft VAE. Der Standort des Werkes wird in der zentraltürkischen
Provinz Cankiri liegen, wo die Staatsbahn bereits ein Weichenwerk unterhält.
Die neue Produktionsstätte wird Hochgeschwindigkeitsweichen und Weichen
für die Modernisierung bestehender Strecken herstellen.
Die Türkischen Staatsbahnen wollen mit enormen Ausbauplänen
den rapid ansteigenden Transportbedürfnissen des Landes in Folge
des starken Wirtschaftswachstums nachkommen und setzen auf zukunftsweisende
Hochtechnologie für ihr Schienennetz. Für das neue Weichenwerk
ist im ersten Schritt ein Investment von 10 Mio. EUR vorgesehen. Es werden
bereits im ersten Ausbauschritt 140 Mitarbeiter beschäftigt werden.
VAE wird am Joint Venture 51% halten und die hochwertige Technologie einbringen.
Der türkische Schienenhersteller Kardemir ist mit 34 % und die Türkische
Staatsbahn mit 15 % beteiligt.
Somit hat die voestalpine einen wichtigen Schritt realisiert am boomenden
Eisenbahnmarkt in der Türkei noch stärker als bisher zu partizipieren
(Pressemeldung Voestalpine, 06.05.10).
Raffaele
Zurlo ersetzt Ezio Facchin im BBT-Vorstand
Am 03.05.10 wurde Raffaele Zurlo im Rahmen der Aufsichtsratssitzung in
Innsbruck zum Vorstandsdirektor der Europäischen Brenner Basistunnel
Gesellschaft ernannt. Er ersetzt somit Ezio Facchin und vertritt an seiner
Stelle den italienischen Gesellschafter TFB Holding.
Die Geschicke der BBT SE werden in den kommenden 3 Jahren von Raffaele
Zurlo und Konrad Bergmeister, dem Vorstandsdirektor für Österreich,
gemeinsam geleitet.
Die
Ernennung Zurlos zum Vorstandsdirektor wurde seitens des Aufsichtsrates
in Innsbruck bestätigt.
Raffaele
Zurlo konnte im Zuge seiner Tätigkeit bei Italferr (Gruppe Ferrovie
dello Stato) eine langjährige internationale Erfahrung im Ausschreibungssektor
sammeln. Seine ersten Bemühungen werden der Anbahnung der Phase 3
bzw. der Einleitung der Bauphase für die Hauptwerke gelten, sowie
der Verlegung des Rechtssitzes nach Italien, welche gemäß Unternehmensatzung
bei Beginn der Arbeiten zu Phase 3 erfolgen soll (Pressemeldung
Brenner Basistunnel BBT SE, 05.05.10).
ÖBB
trotz Gegenwind gut unterwegs - Verlagerungskonzept im Personalbereich
Die Wirtschaftskrise hat auch vor den ÖBB nicht Halt gemacht. Im
Personenverkehr konnte aufgrund massiver Anstrengungen die Anzahl der
Reisenden, bereinigt um die EURO-Verkehre, nahezu stabil auf dem hohen
Vorjahresniveau gehalten werden. Im Güterverkehr gab es einen Rückgang
von fast 10 % gegenüber dem Vorjahr.
Eine Infrastrukturoffensive inkl. einem Konjunkturbelebungsprogramm der
Bundesregierung mit Investitionen von mehr als 2 Milliarden EUR in den
Ausbau der Schiene - das sind die ÖBB-Highlights des Jahres 2009.
Die Beendigung der hochriskanten Finanzgeschäfte aus der Vergangenheit
wirkten sich mit 306,9 Mio. EUR positiv auf das Ergebnis aus, Einmaleffekte
für Rückstellungen, vor allem für die außertarifarische
Fahrbegünstigung und für das Pflegegeld beeinträchtigten
das Ergebnis um 145,0 Mio. EUR. Das Ergebnis des Konzerns ist mit 121
Mio. EUR positiv.
Die Bilanz
des ÖBB-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 weist
einen Ertragszuwachs im Personenverkehr, aber bedingt durch die Wirtschaftskrise
Rückgänge im Güterverkehr auf. Die Rail Cargo Austria AG
konnte vom Umsatzrückgang in Höhe von rd. 500 Mio. EUR ca. 400
Mio. EUR durch Maßnahmen auffangen. "Die Anzahl der Reisenden
ist, bereinigt um die EURO-Verkehre, nahezu unverändert geblieben,
die Erträge konnten im Teilkonzern Personenverkehr um 36,7 Mio. EUR
auf 2.140,4 Mio. EUR gesteigert werden. Im Güterverkehr mussten wir
aufgrund der Wirtschaftskrise einen Rückgang von rd. 10 Mio. Tonnen
auf 88,4 Mio. Tonnen hinnehmen. Das Ergebnis des Konzerns ist mit rd.
121 Mio. EUR positiv", sagt Peter Klugar, Sprecher des Vorstandes
der ÖBB-Holding AG. Die ÖBB-Infrastruktur AG hat 2009 soviel
wie nie zuvor in den Erhalt und Ausbau des Schienennetzes investiert.
Insgesamt wurden rd. 2,2 Mrd. EUR in die Bahn-Infrastruktur investiert,
davon rd. 1,6 Mrd. EUR in Neu- und Ausbauprojekte und rd. 570 Mio. EUR
für die Verbesserung und Beschleunigung des bestehenden Streckennetzes.
"Im Personenverkehr konnten", bereinigt um die Verkehre während
der EURO 2008, "im Vorjahr in etwa die gleichen Fahrgastzahlen verzeichnet
werden. Dies ist aufgrund der Wirtschaftskrise sehr erfreulich" berichtet
Franz Seiser, Vorstandsdirektor der ÖBB-Holding AG für die Bereiche
Personen- und Güterverkehr.
Auf den Nahverkehr entfielen 173 Mio. Reisende, auf den Fernverkehr 33
Mio. Reisende. Die Fahrgastzahlen der ÖBB-Postbus GmbH blieben mit
247 Mio. Passagieren stabil auf dem bereits hohen Vorjahresniveau. Davon
wurden 9 Mio. Reisende in Tschechien durch das Postbus-Tochterunternehmen
CSAD transportiert.
Der Marktanteil der ÖBB im öffentlichen Personenverkehr belief
sich ohne Berücksichtigung des innerstädtischen Verkehrs auf
rund 90 %. Besonders deutliche Steigerungen von bis zu plus 18 % gab es
durch die neue Angebote in Tirol, Oberösterreich und Salzburg und
im EURregio-Verkehr in die östlichen Nachbarstaaten mit bis zu plus
34 %. Beim gemeinsam mit der Flughafen Wien AG betriebenen City Airport
Train (CAT) wurden die Fahrgastzahlen auf rd. 1,2 Mio. gesteigert. Die
Zahl der VORTEILScard-Kunden ist 2009 von 1,69 Mio. auf über 1,73
Mio. Personen gestiegen.
Im Laufe des Jahres 2009 kamen insgesamt 19 railjet-Garnituren auf Schiene.
Damit konnten zusätzliche Verbindungen von Budapest nach München
und erstmalig von Wien nach Zürich angeboten werden. Das neue Premium-Produkt
findet bei den ÖBB-Kunden großen Anklang.
Im Jahr 2009 wurden mehr als 200 Mio. EUR in die Modernisierung des Fuhrparks
investiert, um Bahnfahren noch attraktiver für die Kunden zu
machen.
Trotz Umsatzeinbußen hat die Rail Cargo Austria AG im internationalen
Vergleich gewonnen. Die ÖBB-Güterverkehrstochter hat von allen
europäischen Bahnen im Jahr der Wirtschaftskrise das beste Ergebnis
geliefert. RCA ist heute die zweitstärkste Güterbahn Europas
und die Nummer 1 in Mittel- und Südosteuropa. Die Internationalisierung
wurde und wird weiter voran getrieben: neben Österreich fährt
RCA in Ungarn, Italien, Slowenien und Rumänien mittlerweile mit eigenen
Zügen. Mit dem Projekt "Joining Forces" wurde die MAV Cargo
optimal in den Konzern eingebunden und im März 2010 in Rail Cargo
Hungaria Zrt. umbenannt. Die Synergieeffekte zwischen Rail Cargo Austria
und Rail Cargo Hungaria haben 2009 rd. 20 Mio. EUR gebracht und werden
in den nächsten Jahren auf bis zu 50 Mio. EUR wachsen. Sehr erfreulich
war das Ergebnis auf der rollenden Landstraße (ROLA) am Brenner:
225.000 LKW wurden dort auf der Schiene 2009 transportiert – das
bedeutet ein Plus von 12,5 % zum Rekordjahr 2008.
Rail Cargo Austria hat die Krise als Chance genutzt, interne Strukturen
verbessert, die internationale Produktion ausgeweitet und sich am Markt
optimal positioniert. Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2010
sind optimistisch. So konnte beispielsweise die ROLA am Brenner im ersten
Quartal 2010 eine Steigerung von 17 % im Vergleich zu 2009 verbuchen.
Im konventionellen Wagenladungsverkehr zeichnet sich im strategischen
Geschäftsfeld Cargo & Logistik in Teilbereichen ein starker Aufwärtstrend
ab. Alleine im Monat April konnte im Bereich Montan ein Anstieg des Transportvolumens
von über 40% im Vergleich zum Vorjahr registriert werden. Zurückzuführen
ist dies zum Teil auch auf massive Lageraufstockungen mit Rohstoffen.
Rückwirkend mit 1. Jänner 2009 wurden die ÖBB-Infrastruktur
Betrieb AG und die ÖBB-Infrastruktur Bau AG in eine gemeinsame Gesellschaft
– die ÖBB-Infrastruktur AG – verschmolzen. Damit wurde
zusammengeführt, was aus der Logik des Systems Bahn zusammengehört:
die Planung und Finanzierung, der Bau, die Bereitstellung, die Betriebsführung
und die Erhaltung des gesamten ÖBB-Streckennetzes erfolgen jetzt
aus einer Hand. Knapp 18.000 Mitarbeiter sind für 5.700 km Bahnstrecken,
fast 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen, über 200 Mio. m2 Grundstücksflächen
und zehn Wasserkraftwerke des ÖBB-Konzerns im Einsatz. Sie leiten
täglich mehr als 4.500 Personenzüge und über 2.000 Güterzüge
sicher und effizient durch das Streckennetz der ÖBB-Infrastruktur
AG.
Die ÖBB-Infrastruktur AG (vormals: die ÖBB-Infrastruktur Bau
AG und ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG) zählt seit 2005 zu den
größten Anleihenemittenten Österreichs. Zur Finanzierung
der Infrastruktur-Investitionen wurden in Summe wurden seither 23 Anleihen
in Höhe von insgesamt 7,2 Mrd. EUR erfolgreich am Kapitalmarkt begeben.
Im Jahr 2009 wurden Anleihen in Höhe von rd. 1,4 Mrd. EUR platziert.
Aufgrund der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Bahn-Infrastruktur
sichert die Republik Österreich die Finanzierung der Investitionen
mit einer Bundeshaftung ab und trägt 70 % der Zinsen und Tilgung,
verteilt auf Annuitäten von 30 Jahren. Dank der Bundeshaftung genießt
die ÖBB-Infrastruktur AG hervorragende Bonität und ein Top-Rating
(AAA bzw. Aaa).
Im Netz der ÖBB-Infrastruktur AG waren 2009 23 Eisenbahnverkehrsunternehmen
unterwegs, wovon 19 nicht dem ÖBB-Konzern angehören. Die Wirtschaftskrise
führte im Geschäftsjahr 2009 zu einem Rückgang von Transportaufträgen
und Tonnagen im Güterverkehr, der nur teilweise durch Zuwächse
im Personenverkehr kompensiert werden konnte. Das führte zu einem
Rückgang des Infrastruktur-benutzungsentgelts auf 422,0 Mio. EUR
(2008: 439,0 Mio. EUR). Der Ergebnisrückgang konnte durch umfangreiche
Sparmaßnahmen großteils ausgeglichen werden.
Per Jahresende 2009 arbeiteten 45.186 MitarbeiterInnen im ÖBB-Konzern,
um 1.114 Mitarbeiter unter Berücksichtigung der Rail Cargo Hungaria
Zrt. und sonstiger neuen Beteiligungen weniger als Ende 2008. Die Zahl
der Lehrlinge stieg von 1.424 auf 1.581 zu Jahresende 2009 (+11 %). Insgesamt
bildet der ÖBB-Konzern Jugendliche in 22 Lehrberufen aus. Von den
technischen Lehrlingen konnten nach Abschluss der Ausbildung rund 60%
in ein fixes Dienstverhältnis übernommen werden, bei den kaufmännischen
Lehrlingen waren es rund 90%.
Die Wirtschaftskrise wird sich aus derzeitiger Sicht auch im heurigen
Jahr stark bemerkbar machen. Die Talsohle im Güterverkehr ist durchschritten,
die Rail Cargo Austria AG wird ihre Südosteuopa-Strategie weiterführen
und neue Märkte erschließen und Marktchancen nutzen. Das Bündeln
von Zügen führt zu einer besseren Auslastung in Österreich.
Im Personenverkehr wird die Qualitätsoffensive fortgesetzt und das
Produkt railjet ausgeweitet. Ein besonderes Augenmerk wird im Jahr 2010
auf Qualität und Kundeninformation gelegt. Im gesamten Konzern wird
das 2009 beschlossene Restrukturierungsprogramm umgesetzt.
Wichtig wird auch die Möglichkeit zum flexiblen Einsatz von Mitarbeitern
sein. In Abstimmung mit dem Betriebsrat wird daher an einem Verlagerungskonzept
im Personalbereich gearbeitet (Pressemeldung ÖBB, 04.05.10).
Intercontainer
Austria übenimmt Transporte von LKW Walter
RCA geht mit dem Tochterunternehmen Intercontainer Austria (ICA) im Kombinierten
Verkehr in die Offensive und erweiterte im April das Netzwerk zwischen
Deutschland, Österreich und Ungarn deutlich. Im konkreten Fall geht
es um Transporte von LKW Walter, die bislang primär mit Sattelschleppern
auf der Straße transportiert wurden und künftig umweltfreundlich
auf der Schiene rollen. Die Anzahl der verlagerten Transporte ist beachtlich:
RCA und LKW WALTER bringen in enger Zusammenarbeit 450 LKW pro Woche,
das sind rund 22.500 LKW pro Jahr, zusätzlich auf die Schiene.
Das
Zusatzgeschäft erfordert eine Erweiterung des Netzwerks und der Frequenzen
bei Rail Cargo Austria. So werden zwischen Deutschland (Ruhrgebiet und
Ludwigshafen), Österreich (Wels und Wien) und Ungarn (Budapest) 18
neue Kombiverkehrszüge pro Woche verkehren. "Wir holen täglich
90 Sattelschlepper auf die Schiene, das bedeutet eine erhebliche Entlastung
für den Straßenverkehr und die Umwelt", erklärt Friedrich
Macher, Sprecher des Vorstandes Rail Cargo Austria.
LKW WALTER - Pionier im Kombinierten Verkehr
Die
Zusammenarbeit mit LKW WALTER ist kein Zufall, ist doch das Wiener Neudorfer
Unternehmen - mit einem weiteren Standort in Kufstein - einer der Pioniere
im Kombinierten Verkehr in Europa. Bereits seit Beginn der 80iger-Jahre
beschäftigt sich LKW WALTER damit, unterschiedliche Verkehrsträger
wie LKW, Bahn und Schiff intelligent miteinander zu kombinieren, um seinen
Kunden neue, konkurrenzfähige und gleichzeitig umweltverträgliche
Transportalternativen anbieten zu können.
Inzwischen
hat LKW WALTER ein leistungsfähiges Netzwerk intermodaler Verkehre
aufgebaut. Ein beträchtlicher Teil des Transportaufkommens der Kunden
wird heute effizient und umweltverträglich im Kombinierten Verkehr
abgewickelt.
Allein
in den letzten vier Jahren hat LKW WALTER mehr als 342.000 Straßentransporte
auf Kombiverkehrsverbindungen verlagert und damit einen enormen Beitrag
zur Reduktion von Schadstoff-Emissionen, insbesondere des Treibhausgases
CO² geleistet. Die CO²-Emissionen wurden in diesem Zeitraum
um 142.217 Tonnen reduziert."
Das
Kerngeschäft von LKW WALTER ist die Organisation von Komplettladungs-transporten
auf der Straße und im Kombinierten Verkehr innerhalb Europas, nach
den GUS-Staaten und dem Nahen Osten. Im Auftrag seiner internationalen
Kunden werden täglich mehr als 3900 Komplettladungstransporte organisiert.
In
einer zweiten Phase wird RCA weitere 100 Intermodal-Züge pro Woche
in die Wirtschaftszentren nach Italien, Rumänien, Griechenland, die
Türkei sowie in die Slowakei, Polen, die Ukraine und nach Russland
auf Schiene bringen. Die Umsetzung dieser zweiten Phase wird noch 2010
stattfinden. "Diese Intermodal-Verkehre (Kombination mehrerer Verkehrsträger)
bilden die Basis für das erweiterte CEE-Konzept von Rail Cargo Austria.
Wir haben die Wirtschaftskrise als Chance genutzt, um die Internationalisierung
voranzutreiben. Die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria
ist 2010 europaweit das zweitstärkste und in CEE das stärkste
Gütertransportunternehmen auf der Schiene - ein toller Erfolg für
Österreich", freut sich Macher.
Die
europäische Verkehrspolitik ist gefordert, Grundsatz-Entscheidungen
zu treffen: Geht die Reise in Richtung umweltfreundlicher Schiene oder
wird weiterhin die kostengünstigere Straße subventioniert.
Sollte die Entscheidung pro Schiene fallen, müssen zügig die
verkehrspolitischen Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlich vertretbaren
europäischen Schienengütertransport geschaffen werden. "Brüssel
muss endlich verkehrspolitische Entscheidungen für die klima- und
umweltfreundliche Schiene treffen. Fromme Wünsche, Forderungen und
Lippenbekenntnisse helfen nicht, wenn weiterhin massiv in die Straße
investiert wird und die Schiene das Nachsehen hat", fordert Macher
eine nachhaltige und zukunftsorientierte europäische Schienenverkehrspolitik
von der Europäischen Union (Pressemeldung
ÖBB, 30.04.10).
Schneebergbahn
startet in ihre 114. Saison
Am morgigen Samstag, 24. April, startet die Schneebergbahn in ihre 114.
Saison. Die BesucherInnen, die sich in dieser Saison auf dem Weg zum höchsten
Berg Niederösterreichs machen, erwartet sowohl ein neues Fahrgastinformationssystem
als auch die neue "Buchtel-Station Baumgartner".
"Die Schneebergbahn ist die erste der touristischen Bahnen in Niederösterreich,
die in die neue Saison startet. Mit dem neuen Fahrgastinformationssystem
wird die Fahrt noch kurzweiliger, der neue Bergbahnhof bietet Komfort
auf buchstäblich höchstem Niveau, aber auch ein neuer Salamander-Zug wird
im Frühling den Betrieb aufnehmen", so Verkehrs-Landesrat Mag. Johann
Heuras zum Saison-Auftakt.
Bereits 1997 hat das Land Niederösterreich in einer Kooperation mit den
Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) Verantwortung für die Schneebergbahn
übernommen. Seither ging es mit der Schneebergbahn steil bergauf. Die
beliebten Salamanderzüge oder der neue, preisgekrönte Bergbahnhof sind
nur zwei Meilensteine auf dem erfolgreichen Weg der Schneebergbahn, der
durch das Engagement des Landes Niederösterreich ermöglicht wurde.
In den vergangenen Tagen und Wochen wurde die steile Zahnradbahnstrecke
von Puchberg auf den Hochschneeberg von den Schneemassen befreit. Durch
die meterhohen Schneefelder wurden Schneisen gefräst, durch die die Salamander-Züge
wie durch einen Tunnel zur Bergstation auf 1.800 Metern Seehöhe hinauf
klettern.
Eine spezielle Verbesserung stellt in der neuen Saison ein neues Fahrgast-Informationssystem
mit Bildschirmen in den Zügen dar. Auf diesen Schirmen erhalten die Fahrgäste
während der Fahrt Informationen über die Bahn und die Umgebung. Ein kulinarischer
Höhepunkt ist die neu gestaltete "Station Baumgartner" auf 1.400 Metern
Seehöhe; hier kann eine Auswahl von fünf verschiedenen Buchtelvariationen
verkostet werden. Darüber hinaus wurden ein neuer Ticketschalter und ein
Souvenirshop eingerichtet. Im Laufe des Frühlings wird die Salamander-Familie
des Weiteren durch eine zusätzliche Garnitur vergrößert. Dadurch kann
der Fahrplan verdichtet und die Wartezeiten für die Fahrgäste können reduziert
werden (Pressemeldung Niederösterreichische Schneebergbahn GmbH,
26.04.10).
Studie
über Breitspurbahn nach Wien
Verkehrsministerin Doris Bures berichtet nach einem Arbeitsessen mit dem
russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin von positiven Gesprächen
zur Verlängerung der Eisenbahnbreitspur von der Ostslowakei in den
Raum Wien. Bures hat für dieses Projekt nun eine Machbarkeitsstudie
in Auftrag gegeben.
Dabei sollen die offenen Fragen wie Streckenführung, Kapazitäten,
Terminalstandort, etc. in enger Abstimmung mit der Slowakei und Russland
untersucht werden. Aus österreichischer und russischer Sicht gehe
es bei diesem Projekt um die gemeinsame Zielsetzung der stärkeren
Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.
Außerdem hat die Verkehrsministerin heute nachmittag mit dem russischen
Ministerpräsidenten über die laufenden Luftverkehrsverhandlungen
gesprochen. Beide von Ministerin Bures angesprochenen Projekte können
einen wichtigen Beitrag zur Stärkung Österreichs als Wirtschaftsstandort
leisten und außerdem Österreich als Drehscheibe in Europa stärken
(Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie,
26.04.10).
Lokalbahn
Retz - Drosendorf wird im August 2010 einhundert Jahre alt
Der den, in seiner heurigen Saison von 1. Mai bis 31. Okt.,
verkehrenden "Reblaus Express" betreuende "Verein zur Erhaltung und Betrieb
des Reblaus Express", hat dies zum Anlass genommen, gemeinsam mit den
sechs Anrainergemeinden, den beiden Tourismusregionen "Waldviertler Wohlviertel"
und "Retzer Land", sowie dem Land NÖ (repräsentiert durch den künftigen
Eigentümer NÖVOG), umfangreiche Veranstaltungen zu koordinieren:
• So soll am Fr, den 14. Mai 2010 ein eigener Foto-Dampfzug für
eingefleischte "Eisenbahnfreunde" geführt werden. Dieser Zug, kann wegen
der sehr hohen Kosten für den Verein, nur bei genügend Buchungen bestellt
werden. Die Buchungsfrist wurde bis zum Di, 4. Mai erstreckt. "Es wäre
schade, wenn dieses einmalige Erlebnis nicht zustande kommen könnte! Gilt
es ja, die seltene Gelegenheit zu nützen, in diesen Tagen eine Dampflok
in der Gegend zu haben!"
• Denn bereits an den nächsten beiden Tagen (Sa, 15. u. So, 16.
Mai), wird das jeweils erste und dritte Zugpaar vom "Reblaus Express"
mit einer Dampflok bespannt. Als Beitrag der NÖVOG zum Jubiläum werden
erstmals wieder Planzüge mit einer Dampflokomotive geführt. Es gilt ein
geringfügig angepasster Sonderfahrplan und, in diesen Dampflok-Zügen,
auch ein Sondertarif. Und nur das, zwischenzeitlich von einer Diesellok
geführte, Zugpaar, kann ganz normal auch mit der "Niederösterreich-CARD"
benutzt werden. Wegen des erhofften, großen Interesses an diesen spektakulären
Dampfzügen, gilt Reservierungspflicht auch für einzelne Personen.
• Der Unterschied zum Fotozug besteht beim "Reblaus Express"-Dampfzug
darin, dass eine voll ausgelastete Dampflok den knappen Fahrplan einhalten
muss und noch zusätzlich der Fahrradtransportwaggon angehängt ist. Natürlich
wird auch heuer wieder der äußerst beliebte "Heurigenwagen" - welcher
ja von verschiedenen Winzerfamilien und Vereinen aus der Umgebung bewirtschaftet
wird - mitgenommen. Die Führung eines Personenzuges nach öffentlichem
Fahrplan, mit einer Dampflok, hat es seit 1973 nicht mehr auf dieser Strecke
gegeben und wird auch so schnell nicht wieder möglich sein!
• Für das Wochenende 21. / 22. August wird bereits in RETZ das "Bahnhofsfest"
vorbereitet. Neben einem attraktiven Rahmenprogramm, das die Retzer Eisenbahner
gestalten, wird es dabei am Samstag auch ein Sonderpostamt geben. Ob auch
es auch möglich sein wird, die Führerstände einiger Lokomotiven und Triebwagen
zu besichtigen, muss noch mit den zuständigen Stellen der "ÖBB- Produktion"
geklärt werden.
• Für Sonntagvormittag (22. 8.) ist dann der offizielle Festakt,
bei dem zahlreiche um die Lokalbahn verdiente Persönlichkeiten geladen
sind, geplant. Gleich anschließend soll sich dann der, mit einer feierlich
geschmückten Dampflokomotive bespannte Festzug, mit den geladenen Ehrengästen,
auf seinen Weg zu den anderen Gemeinden machen.
• Schließlich wird die heurige Jubiläumssaison um ein Wochenende
länger, nämlich bis So, 31. Oktober, dauern. Die rührigen Mitglieder des
Vereins werben schon jetzt recht tüchtig für die Hauptsaison, rund um
die Weinlese im Spätsommer und einen beschaulichen Ausklang, umrahmt von
den stimmungsvollen Farben des Herbstes, im schönen Norden NIEDERÖSTERREICHS.
"Alles in Allem wird es wieder eine sehr arbeitsreiche Zeit, und wir freuen
uns bereits darauf, wieder zahlreiche Gäste, nicht nur im "Reblaus Express",
für uns begeistern zu dürfen! Als modernes Info-Medium haben wir heuer
auch schon unsere sehr informative Homepage http://www.reblaus-express.at
mit erweitertem Inhalt und neuem Design ausgestattet. Und sie wird ständig
aktualisiert. Damit haben auch potentielle GÄSTE aus unserem Nachbarland,
der Tschechischen Republik und sogar aus weit entfernten Ländern, die
Möglichkeit sich einen ersten, umfassenden Eindruck von unserer lebendigen
Lokalbahn zu vermitteln."
(Pressemeldung Reblaus Express, 22.04.10).
Modernstes
DB Schenker-Terminal nimmt Betrieb auf
 
Im österreichischen Bergheim bei Salzburg hat das modernste
Speditionsterminal im europäischen Landverkehrsnetz von DB Schenker
den Betrieb aufgenommen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 26 Millionen
Euro ist eine Anlage entstanden, die als Drehscheibe für die Güterströme
in Europa dient und Verkehrsträger wirkungsvoll verbindet.
Auf einem Gesamtareal von rund 80.000 Quadratmetern wurden eine 10.000
Quadratmeter große Umschlaghalle, eine 4.250 Quadratmeter große
Logistikhalle sowie ein fast 5.000 Quadratmeter großes Bürogebäude
errichtet. Über den eigenen Anschluss an das Schienennetz werden
Bahnverkehre nahtlos in Logistiklösungen integriert.
"Salzburg wird in unserem europäischen Standortnetz eine besondere
Rolle als Drehscheibe einnehmen. Diese Investition trägt schon jetzt
dazu bei, Kunden in ganz Europa neue wirtschaftlich interessante Lösungen
bieten zu können", betont Karl Nutzinger, CEO Europe der Schenker
AG. "Und mit den Kapazitäten in Salzburg sind wir auch für
die Zeit nach der Krise hervorragend aufgestellt."
Die modernst ausgestattete Umschlaghalle verfügt über 125 Be-
und Entladetore; 115 Andocktore sind mit Niveauausgleich ausgerüstet.
Für einen ruhigen, sauberen Betrieb werden ausschließlich 30
elektrisch angetriebene Flurfördergeräte eingesetzt.
Die Anlage ist mit einer Unterflurförderkette ausgestattet. Ihre
Kapazität von durchschnittlich 400 Tonnen pro Stunde entspricht einem
Durchsatz von 680 Paletten. Sie befördert die Ware durch zwei automatische
Mess- und Wiegeanlagen. Diese gewährleisten die korrekte Sendungsdatenerfassung
nach Abmessung und Gewicht bei deutlich gesteigerter Effizienz sowie erhöhter
Qualität und Sicherheit. Ein System von 190 Innen- und 50 Außenkameras
ermöglicht es, Barcode-Informationen mit Videodaten zu verknüpfen;
so lässt sich jede Sendung im Lagerbereich exakt verfolgen.
Über Salzburg laufen aktuell 120 Export- sowie 145 Importlinien im
europäischen Landverkehr. Zur Verfügung steht das gesamte Spektrum
an Dienstleistungen, von Paketversendungen über Stückgutverkehre
nach Fahrplan bis hin zu direkten Teil- und Komplettladungsverkehren.
Darüber hinaus fungiert DB Schenker in Salzburg als Drehscheibe für
das innerösterreichische Transportsystem mit Nachtsprung-Verbindungen
in alle Regionen (Pressemeldung Deutsche Bahn, Fotos DB AG/Michael Neuhaus,
22.04.10).
CapaCity
- Die Straßenbahn auf Gummirädern im Testeinsatz
Die ÖBB-Postbus GmbH, als Marktführer für den Linienverkehr in Vorarlberg,
ist sich seiner Verantwortung bewusst und sucht ständig nach neuen Innovationen.
So präsentiert ÖBB-Postbus Geschäftsführer Christian Eder gemeinsam mit
Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser und Vorarlbergs Regionalleiter Gerhard
Mayer als erstes Verkehrsunternehmen in Österreich einen überlangen Linienbus
der Firma EvoBus. Das Fahrzeug kann durch eine Sondergenehmigung der Vorarlberger
Landesregierung im Testbetrieb präsentiert werden. Der 19,54 Meter lange
Bus mit dem klingenden Namen "CapaCity" ist wie eine Straßenbahn auf Gummirädern
und bietet bis zu 193 Fahrgästen Platz. Im Einsatz steht das moderne Fahrzeug
unter anderem in Großstädten wie Istanbul mit 12 Mio. Einwohnern oder
der Slowakischen Hauptstadt Bratislava. In näherer Zukunft sollen auch
Einsatzgebiete in Deutschland hinzukommen. Auch für Vorarlberg stehen
mit den Ballungsräumen im Unteren Rheintal, oder im Oberland mit dem Bereich
Götzis, Rankweil und Feldkirch interessante Einsatzgebiet zur Disposition.
Mehrere Tage wird der Mega-Bus in Vorarlberg im Probeeinsatz stehen. Der
ÖBB-Postbus will dabei die Umwelteffekte und die Handhabung in der Praxis
feststellen und dann für einen zukünftigen Einsatz bewerten.
ÖBB-Postbus Geschäftsführer Christian Eder sieht große Chancen für den
Einsatz des "Capacity": "Dieser Linienbus lässt jede Straßenbahn alt aussehen,
weil er genau so leistungsfähig und dabei wesentlich wirtschaftlicher
ist. Die Infrastruktur ist mit den bestehenden Straßen und Haltestellen
vorhanden." Landesrat Karlheinz Rüdisser zeigt sich von der Initiative
der ÖBB-Postbus GmbH erfreut: "Im Rahmen des konsensorientierten Planungsverfahrens
für eine Verkehrslösung im Unteren Rheintal suchen wir nach sinnvollen
Verkehrsalternativen zum Individualverkehr. Dieser CapaCity mit seinem
immensen Platzangebot kann dabei ein sinnvoller Lösungsansatz sein", so
Rüdisser. Regionalmanager Gerhard Mayer betont den Innovationsdrang des
ÖBB-Postbus in Vorarlberg: "Nach dem Einsatz von Hybrid- und Doppelstockbus
bringen wir unseren Fahrgästen das dritte innovative Fahrzeug zum Testen.
Als größter und wichtigster Mobilitätsanbieter wollen wir im Ländle auch
Vorreiter sein für zukunftsweisende Lösungen und sehen das auch als unsere
Verantwortung an", so Mayer.
So einladend kann öffentlicher Personennahverkehr sein, denn mit einer
Kapazität für bis zu 193 Fahrgäste macht der CapaCity sogar Straßenbahnen
Konkurrenz. Zudem ist der "Riesenwurm" überraschend wendig und lässt sich
sogar im Rückwärtsgang rangieren. Der Einsatz ist problemlos und bringt
viele Vorteile wenn in kurzer Zeit eine hohe Anzahl an Fahrgästen befördert
werden muss. Ob als Linienbus auf frequentierten Hauptstrecken oder als
attraktiver Shuttlebus bei Events - sein Einsatzspielraum ist breitgefächert.
Der leistungsstarke und umweltfreundliche Antrieb mit 260 kW (354 PS)
geht besonders sparsam mit dem Kraftstoff um. Vier breite Einstiegstüren
mit einer lichten Breite von 125 cm sorgen für einen raschen Fahrgastwechsel
- Klimatisierung und ein durchgehender Niederflurbereich sind für eine
angenehme Busfahrt enorm wichtig. Auch wirtschaftlich bringt der Einsatz
Vorteile, denn im Unterschied zu einer Straßenbahn muss hier keine teure
Infrastruktur errichtet werden - Haltestellen und Busstraßen sind sofort
nutzbar (Pressemeldung
ÖBB, 21.04.10).
Siemens
liefert 200 Desiro ML an ÖBB
Siemens hat mit der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) vereinbart,
innerhalb der nächsten fünf Jahre bis zu 200 Regionalverkehrszüge
zu liefern. Die Triebfahrzeuge vom Typ Desiro ML können von der ÖBB
während dieses Zeitraums bedarfsgerecht abgerufen werden. Die entsprechende
Rahmenvereinbarung beinhaltet die Option, dass Siemens die Wartung der
bestellten Züge übernimmt. Bei Abruf sämtlicher Leistungen
ergibt sich ein Gesamtauftragsvolumen von rund einer Milliarde Euro. Die
Fahrzeuge sollen in den Siemens-Werken in Wien, Österreich, oder
Krefeld, Deutschland, gefertigt werden. Die Vereinbarung kann von ÖBB
auch über 2015 hinaus verlängert werden.
"Wir freuen uns, den Zuschlag bei einer der größten europaweiten
Ausschreibungen für elektrische Regionalzüge erhalten zu haben.
Dies zeigt, dass unsere Neuentwicklungen auf dem Markt erfolgreich sind
und bestätigt unsere Innovationsstärke“, sagte Hans-Jörg
Grundmann, CEO der Siemens-Sparte Mobility. Die Desiro-Züge für
ÖBB erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern
pro Stunde und sollen in Deutschland und Österreich verkehren. Zuletzt
hatte die belgische Staatsbahn mehr als 300 Fahrzeuge dieses Typs bei
Siemens bestellt.
Triebzüge vom Typ Desiro ML sind flexible und zuverlässige Fahrzeuge,
die sich durch die Konzeption als Einzelwagenzug individuell an das jeweilige
Fahrgastaufkommen anpassen lassen. Dank verbesserter Antriebe, mit denen
der Energieverbrauch im Vergleich zu Vorgängermodellen nochmals gesenkt
werden konnte, sind sie besonders umweltfreundlich. Auch das Zugdesign
setzt auf umweltfreundliche Materialien, zum Beispiel bei der Lackierung
und Innenausstattung.
Die ÖBB entschied sich für ein Basisfahrzeug des Typs Desiro
ML bestehend aus einer dreiteiligen Grundeinheit mit 217 Sitzplätzen
in der 2. Klasse. Es verfügt über eine hohe Anzahl vordefinierter
Ausstattungsvarianten und eignet sich dadurch für die verschiedensten
Betriebsanforderungen im S-Bahn- und Regionalverkehr. Werner Kovarik,
Vorstandsdirektor der ÖBB-Personenverkehr AG: „Siemens hat
im Rahmen eines objektiven Vergabeverfahrens als Bestbieter mit dem angebotenen
Desiro ML den Zuschlag erhalten. Dieses Fahrzeug zeichnet sich durch ein
hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis aus und wird den Anforderungen
für unsere Bewerbung im deutschen Werdenfels-Netz vollinhaltlich
gerecht. Für unsere Kunden wird der Desiro ML alle Erwartungen hinsichtlich
Komfort und Geschwindigkeit mehr als erfüllen.“ (Pressemeldung
Siemens, 21.04.10).
Weiterentwicklung
der Baltisch-Adriatischen Achse mit Herzstück Koralmbahn
Die Baltisch-Adriatische Verkehrsachse ist ein europäisches Hochleistungsbahnprojekt
von Danzig in Polen bis nach Bologna in Italien, es enthält das Herzstück
der Koralmbahn von Graz über Klagenfurt, Villach und weiter nach Udine.
Ziel ist es, die prioritäre TEN-Reihung für diese Achse zu erreichen,
um EU-Mittel lukrieren zu können. Heute, Freitag, wurde das EU-Projekt
BATCo (Baltic- Adriatic Transport Cooperation) im Rahmen eines Kickoff-Meetings
in Klagenfurt gestartet. Bei BATCo geht es um die Bedeutung und Weiterentwicklung
der Baltisch-Adriatischen Achse als Verkehrs-, Kooperations- und Wirtschaftsraum.
Die Abteilung 7, Wirtschaftsrecht und Infrastruktur, des Landes Kärnten
unter der Leitung von Abteilungschef Albert Kreiner hat BATCo mit Vertretern
von insgesamt 18 Organisationen bzw. den betroffenen Ländern (Italien,
Österreich, Slowakei, Tschechien, Polen) entlang der Achse entwickelt
und wird es in den nächsten drei Jahren mit einem Gesamtbudget von 3,7
Mio. Euro (davon 2,9 Mio. EU-Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung) vorantreiben.
Wie Landeshauptmann Gerhard Dörfler im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz
mit Riccardo Riccardi (Friaul-Julisch Venetien), Andreas Tropper (Land
Steiermark), Harald Eicher (Uni Graz) und Ursula Kowalczyk (Polen) betonte,
sei BATCo ein großer Schritt der europäischen Kooperation und in eine
europäische Verkehrszukunft. Durch die Verbindung der Verkehrssysteme
(Bahn/Schiff) sowie der Länder entlang der Achse werde großer Nutzen gezogen.
Die Wirtschafts-, Logistik- und Entwicklungspotentiale werden mit dem
EU-Projekt erarbeitet und entwickelt, wodurch sich viele neue Chancen
auftun, die es für Kärnten bislang nicht gegeben habe. Die Verkehrs- und
Standortqualität von Kärnten könne damit stark verbessert werden, so Dörfler.
Infrastruktur-Landesrat Riccardi von Friaul-Julisch Venetien sagte, dass
man die bestehenden Bahnnetze und Häfen ausbauen werde. Man glaube sehr
stark an die Umsetzung des Projektes und werde alles tun, um dies zu ermöglichen.
Die gute Freundschaft mit Kärnten werde durch dieses europäische Projekt
weiter unterstützt, so Riccardi.
Auch die steirische Landesregierung stehe voll hinter der Baltisch-Adriatischen
Achse mit der Koralmbahn, sagte der steirische Landesbaudirektor Andreas
Tropper, der heute als Vertreter von Landeshauptmann Voves die Bedeutung
und Unterstützung des Projektes unterstrich.
Ursula Kowalczyk vom Infrastrukturministerium Polen wies ebenfalls auf
die Wichtigkeit dieser europäischen Verkehrsachse für Polen und Danzig
hin. Es brauche Kooperation und Vernetzung der beteiligten Länder und
ein starkes Lobbying auf EU-Ebene, so Kowalczyk.
Universitätsprofessor Harald Eicher (Graz) ist seit Jahren wissenschaftlicher
Begleiter der Baltisch-Adriatischen Achse und insbesondere des Koralmbahnprojektes.
Er wies auf den großen Nutzen dieses Projektes sowohl in ökologischer
als auch touristischer Hinsicht, speziell auch für Kärnten und Steiermark,
hin. Verkehrswege seien Wohlstandsachsen, so Eicher.
Kärnten ist Lead-Partner von BATCo, bei der heutigen Auftaktveranstaltung
im Verwaltungszentrum waren Vertreter aller 18 Projektpartner aus den
fünf Ländern anwesend. Der Landeshauptmann dankte allen Teilnehmern fürs
Kommen und drückte gegenüber den Vertretern aus Polen auch seine Betroffenheit
und Anteilnahme angesichts des jüngsten Flugzeugunglücks aus. BATCo sei
eine Zukunftsreise nach Europa, so Dörfler.
Alle Vertreter beim Meeting betonten die Wichtigkeit und Vorteile der
Weiterentwicklung der Baltisch-Adriatischen Achse. Dies würde sowohl in
den jeweiligen Staaten und Regionen als auch für Europa einen großen Mehrwert
bringen, waren sie sich einig. Unter den Teilnehmer befand sich auch Abteilungsleiter
Thomas Spiegel vom Infrastrukturministerium (Wien) und Wirtschaftskammerpräsident
Franz Pacher (Pressemeldung Kärntner Landesregierung, 19.04.10).
ÖBB
verstärken Angebot aufgrund von Einschränkungen im Flugverkehr
Der Flugverkehr in Teilen Europas ist aufgrund der Aschewolke aus Island
eingestellt - die Bahnen fahren planmäßig und setzen darüber
hinaus noch zusätzliches Material ein, um auch die Fluggäste
schnell, sicher und umweltfreundlich an ihr Ziel zu bringen.
Deutschland
ist jener Flugraum, der für die österreichischen Fluggäste
am meisten von den Einschränkungen betroffen ist. Die ÖBB haben
sich daher kurzerhand entschlossen einen Sonderzug nach München anzubieten.
Eine railjet-Garnitur mit 14 Wagen fährt heute mit der Planabfahrt
14:30 Uhr von Wien West nach München mit Aufenthalt in Linz und Salzburg.
Darüber hinaus werden noch einige Züge mit zusätzlichen
Wagen verstärkt. Am Westbahnhof wurde das Personal verstärkt,
alle Kassen sind besetzt und zusätzliche Kundenlenker werden aufgeboten.
"Mit diesen Maßnahmen zeigen wir, dass die ÖBB schnell
und flexibel auf neue Situationen reagieren; und vielleicht können
wir ja den einen oder anderen Fluggast auch langfristig als Kunden gewinnen",
so Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr AG
(Pressemeldung
ÖBB, 17.04.10).
Mehr
Langsamfahrstellen und Unpünktlichkeit bis 2009
"Der Rechnungshof belegt mit seinem neuen Bericht zu den Langsamfahrstellen
im ÖBB-Netz jahrelange Grüne Kritik an den VerkehrsministerInnen von FPÖ,
BZÖ und nicht zuletzt SPÖ: Um Großprojekte nach Baulobby- und Landeskaiser-Wunsch
durchzuziehen, wurde das Bahn-Bestandsnetz heruntergewirtschaftet. Die
Zeche zahlen noch jahrelang die Fahrgäste, denen Bummelzüge, dauernde
Unpünktlichkeit und verlorene Anschlüsse zugemutet werden, und das bei
steigenden ÖBB-Tarifen. Die Verantwortung dafür kann die SPÖ mit Verkehrsministerin
Bures aber nicht wegschieben, denn der RH-Bericht belegt, dass die Langsamfahrstellen
nach SPÖ-Machtübernahme im Infrastrukturministerium noch jahrelang massiv
zunahmen", betont Gabriela Moser, Verkehrssprecherin der Grünen.
"Sehr bedauerlich ist, dass BM Bures und ihr Ministerium nicht nur diese
Tatsache zu leugnen versuchen, sondern auch weiterhin die Auseinandersetzung
mit der vom RH angesprochenen Kernfrage verweigern: Es stand laut RH in
den prüfgegenständlichen Jahren - also auch unter den Ministern Faymann
und Bures - ausreichend viel Steuergeld für das Schienennetz zur Verfügung,
dennoch stieg die Zahl der Langsamfahrstellen und der unpünktlichen Züge.
Es war also nicht zu wenig Geld da, sondern es wurden völlig falsche,
kundenfeindliche Prioritäten bei der Mittelverwendung gesetzt. Dies muss
Bures endlich ändern, nicht stur ableugnen. Der Beton muss aus den Köpfen.
Statt unwirksamen Riesenprojekten a la Brennerbasistunnel muss die Schiene
schnellstens für die Kunden hier und heute wieder funktionieren."
Dass laut BMVIT bis 2014 die Sanierung im 'Kernnetz' der ÖBB abgeschlossen
sein soll, ist keine Frohbotschaft, sondern eine gefährliche Drohung für
sehr viele PendlerInnen, die nicht nur auf der West- oder Südbahn unterwegs
sind. Moser: "Da die ÖBB mit ihrem Zielnetz-2025-Projekt ja zügig weite
Teile des Netzes einstellen bzw. wie zuletzt in NÖ mit dem Ziel der Einstellung
billig loswerden wollen, gehen diese heutigen Beschwichtigungsversuche
des Bures-BMVIT völlig ins Leere. Dass nur im Kernnetz wenigstens 2015
wieder alles halbwegs laufen soll, ist für die Pendler im großen Rest
Österreichs kein Trost. Bures muss diesem unerträglichen Rückzugs-Strategie
der ÖBB dringend Einhalt gebieten, wenn sie nicht als Totengräberin des
Schienenverkehrs in die Geschichte eingehen will." (Pressemeldung
Die Grünen, 16.04.10).
Rechnungshof
veröffentlicht Langsamfahrstellenbericht
Anzahl anlagenbedingter Langsamfahrstellen nach
Netzkategorien (oben) und anlagenbedingte Verspätungen im Schienen–Personenverkehr
(unten). Grafik: RH.
Der Rechnungshof Österreich hat am 15.04.10 den Bericht ÖBB:Langsamfahrstellen
veröffentlicht. Der Anstieg von anlagenbedingten Langsamfahrstellen
um 65 % (bzw. um 45 % in der kumulierten Gesamtlänge) im Zeitraum
2005 bis April 2009 verdeutlichte, dass sich die Substanz der bestehenden
Schieneninfrastruktur abschnittsweise verschlechtert hatte, und beeinträchtigte
zunehmend die Netz- und Betriebsqualität.
Langsamfahrstellen betrafen rd. 5,5 % des ÖBB-Streckennetzes und
blieben durchschnittlich 2,55 Jahre bestehen. Sie entstanden durch Alterung
und Verschleiß sowie durch nicht rechtzeitig und nicht im erforderlichen
Umfang gesetzte Instandhaltungsmaßnahmen.
Träge und mehrstufige Prozessabläufe erschwerten den Abbau von
Langsamfahrstellen. Anlagenbedingte Verspätungen (verursacht durch
Langsamfahrstellen, Baustellen und Anlagenstörungen) nahmen im Schienen-Personenverkehr
von 2006 bis 2008 um rd. 29 % zu und waren für rd. 64 % der Verspätungen
im Nahverkehr und für rd. 40 % der Verspätungen im Fernverkehr
verantwortlich (Pressemeldung Rechnungshof, 16.04.10).
Gespräche
zwischen ÖBB und den Alpvertretern
Konstruktive Gespräche zwischen den Alpvertretern und den ÖBB gab es bei
der heutigen Sitzung unter der Leitung des Vorarlberger Landesrates Erich
Schwärzler in Bregenz. Die ÖBB streben beim geplanten Projekt "Beileitung
Ost" am Spullersee eine positive Einigung an, um mit bestehenden Kraftwerksanlagen
mehr Bahnstrom für mehr Zugfahrten produzieren zu können. ÖBB-Kraftwerkschef
Johann Pluy betont nach dem Gespräch, dass eine positive Einigung in den
nächsten Monaten das erklärte gemeinsame Ziel ist. Die ÖBB werden ihre
Vorschläge und Vertragsentwürfe nun entsprechend den Themen des Gesprächs
überarbeiten. Zudem will man die nächsten Wochen und Monate nützen, um
weitere vertrauensbildende Maßnahmen gegenüber den Alpvertretern zu setzen.
"Für uns ist es wichtig, das Projekt im Konsens mit den regionalen Vertretern
umzusetzen. Daher werden wir in den nächsten Wochen intensiv an einer
positiven Gesamtlösung arbeiten", so Johann Pluy. Im Detail werden Antworten
zu einzelne Fragen, z. B. betreffend die weiterhin gesicherte Trinkwasserversorgung
im Alpgebiet sowie Details zu möglichen Pachtvarianten erarbeitet. Diese
werden den Entscheidungsträgern vorgelegt. "Bei diesem für die Bahnstromversorgung
der Zukunft so wichtigen Projekt kommt es nicht auf einen Monat mehr oder
weniger an - wichtig ist, dass am Ende des Tages für alle Beteiligten
etwas Gutes heraus kommt", so Pluy abschließend.
Insgesamt geht es den ÖBB, die mit 456 Mio. Fahrgästen und über 98 Mio.
Tonnen beförderten Gütern im Jahr 2008 der größte Mobilitätsanbieter im
Land sind, um den Ausbau der Eigenversorgung durch Bahnstrom. Der Bahnstrombedarf
beträgt aktuell rund 2 Mio. Megawattstunden pro Jahr, rund 1/3 davon wird
in eigenen ÖBB-Kraftwerken erzeugt. Um europäische Klimaschutzziele zu
erreichen, muss mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert
werden.
Der Treibstoff für die umweltfreundliche Mobilität der täglich rund 7.500
Züge im ÖBB-Netz ist der Strom aus heimischer Wasserkraft. Bis 2016 werden
insgesamt 700 Mio. Euro in den Ausbau und die Effizienzsteigerung der
ÖBB Kraftwerke investiert. Mit der zusätzlichen Produktion soll in den
nächsten Jahren die Hälfte des zukünftigen Bahnstrombedarfs aus eigener
Kraft abgedeckt werden. Ein Nebeneffekt der Investitionen: Laut Berechnungen
des IHS (Institut für Höhere Studien) entstehen mit den gesamten Investitionen
bis 2016 zusätzlich 570 neue Arbeitsplätze.
Der Überleitungsstollen wird rund 5,4 Kilometer lang sein. Das Wasser
wird durch die Beileitung, die unterirdisch verläuft, in den bestehenden
Speicher Spullersee geleitet und mit einer Fallhöhe von insgesamt 1.100
Meter über Druckrohrleitungen dem Kraftwerk Spullersee zur Bahnstromproduktion
zugeführt. Damit wird in punkto Umwandlungseffizienz einer der besten
Werte aller aktuellen Kraftwerksprojekte in Österreich erzielt. Das durch
die Beileitung Ost in den Spullersee zugeleitete Wasser stammt aus dem
Pazuelbach und dem Zürsbach. Mit dem zusätzlichen Wasser kann mit bestehenden
Kraftwerksanlagen um 50 GWh mehr Strom erzeugt werden. Damit können 6.000
Züge von Innsbruck nach Wien mit Strom aus heimischer Wasserkraft geführt
werden (Pressemeldung
ÖBB, 14.04.10).
Greenpeace-Aktivisten
beenden Besetzung der ÖBB-Zentrale
Die Umweltorganisation Greenpeace beendete am 13.04.10 die Besetzung der
ÖBB-Zentrale am Wienerberg. Seit 12.04.10 hielten Aktivisten der Umweltorganisation
die ÖBB-Zentrale besetzt, um gegen den Ausbau des ÖBB-Kraftwerks Spullersee
in Vorarlberg und die dafür geplante Enteignung von hundert Bergbauern
zu protestieren.
Der Protest fand nun ein Ende, nachdem bei den am 13.04.10 in Vorarlberg
geführten Verhandlungen zwischen den Vertretern der Grundbesitzer und
den ÖBB ein erster Etappensieg errungen wurde. Die ÖBB und die Grundbesitzer
vereinbaren eine Nachdenkpause über sechs bis zwölf Monate. Das beim Lebensministerium
bereits eingereichte Enteignungsverfahren nach dem Wasserrecht wurde nach
der heutigen Verhandlungen ruhend gestellt.
"Der Ball zur endgültigen Rettung des Lech liegt trotz allem bei Umwelt-
und Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich. Wir fordern ihn auf,
nicht gegen Natur und Bergbauern zu entscheiden, sondern dem Antrag auf
Enteignung eine klare Absage zu erteilen und das Kraftwerksprojekt unwiderruflich
zu stoppen", so Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl.
Die Umweltorganisation entlässt den Landwirtschaftsminister nicht aus
seiner Verantwortung. "Wenn der Minister Berlakovich glaubt, ein Kraftwerksprojekt,
das ein Naturschutzgebiet in arge Mitleidenschaft zieht, unterstützen
und dazu noch seine eigenen Bauern enteignen zu können, dann wird er mit
massivem Widerstand rechnen müssen", erklärt Niklas Schinerl abschließend
(Pressemeldung
Greenpeace, 14.04.10).
WWF
sieht Kraftwerk Spullersee vorerst vom Tisch
Im Zuge des Gespräches zwischen den ÖBB und den Grundbesitzern der Lech-Quellbäche
haben die betroffenen Bauern ihre Ablehnung der Beileitung Ost nochmals
bekräftigt. ÖBB, Grundbesitzer und Landesrat Erich Schwärzler haben sich
darauf geeinigt, dass es keine Enteignungen geben wird. Die ausstehenden
Verfahren (Wasserrechtsverfahren sowie Naturschutzverfahren in Vorarlberg),
die zur Genehmigung des Kraftwerks nötig sind, werden indes ruhend gestellt,
bis es eine Einigung zwischen ÖBB und Grundbesitzern gibt.
"Wir werden diese Nachdenkpause nützen, um das endgültige Aus für dieses
katastrophale Kraftwerksvorhaben zu erreichen", erklärt Christoph Walder
vom WWF.
Der WWF ließ vor dem Landhaus symbolisch mannshohe Silhouetten der betroffenen
Bauern aufmarschieren. "Enteignung nie!" oder "Unser Wasser gehört uns"
stand darauf zu lesen. Mit der Installation sollte verdeutlicht werden,
dass 100 Grundbesitzern ihre Wasserrechte zwangsweise entzogen werden
und wertvolle Natur zerstört wird, wenn die Bundesbahnen am Projekt festhalten.
"Die heutige Entscheidung ist ein wichtiger Meilenstein im Kampf um die
Erhaltung des Wildflusssystems Lech", erklärt Christoph Walder vom WWF.
In Wien besetzte die Umweltschutzorganisation Greenpeace indes seit Montag
Vormittag die ÖBB-Zentrale.
Die ÖBB haben im Gespräch in Bregenz erklärt, ein neues Angebot an die
Alpgemeinschaften zu stellen, um die Wasserrechte doch noch zu erlangen.
"Jedes Angebot wird selbstverständlich geprüft", erklärt Bauernvertreter
Josef Nessler von der Alpgemeinschaft Pazüel-Tritt. "Da wir das Kraftwerksprojekt
der ÖBB aber grundsätzlich ablehnen, kann ich mir nicht vorstellen, dass
die Vollversammlung der Grundbesitzer diesem neuen Angebot zustimmen wird",
so Nessler.
Vielmehr zeigte man sich sehr überrascht, dass die ÖBB ein eindeutiges
Nein nicht akzeptieren könne. "Solange die ÖBB-Konzernleitung den Spullersee-Plänen
nicht endgültig einen Riegel vorschiebt, geht unser Widerstand weiter!",
sind sich WWF und Greenpeace einig (Pressemeldung
Greenpeace, 14.04.10).
Greenpeace
besetzt ÖBB-Zentrale - Hände weg vom Lech
 
Dreißig Greenpeace-Aktivisten besetzen seit heute Früh die Zentrale der
ÖBB-Holding AG am Wienerberg. Grund für die Protestaktion sind der Ausbau
des ÖBB Kraftwerks Spullersee in Vorarlberg und die dafür geplante Enteignung
von hundert Bergbauern. Um dieses Vorhaben zu verhindern haben sich die
Aktivisten als Bergbauern verkleidet und das
Betriebsgebäude der ÖBB symbolisch enteignet. "Mit dieser Aktion soll
die Enteignung auch für die Bundesbahnen fühlbar werden", erklärt Greenpeace-Sprecher
Niklas Schinerl. "Schließlich versucht das Unternehmen, die Grundbesitzer
mit einem Butterbrot abzuspeisen. Anders kann es nicht verstanden werden,
dass die ÖBB den Bauern ursprünglich eine einmalige Zahlung von 250 Euro
angeboten haben. Sollten die Bauern dies nicht akzeptieren, werden sie
gezwungen die Wasserrechte abzutreten", so Schinerl weiter. Um den ÖBB
das gleiche Recht zuteil werden zu lassen, verteilen die Aktivisten Butterbrote
und Vorarlberger Bergkäse an die Angestellten der ÖBB Holding AG.
Schon seit Beginn des Jahres protestieren Greenpeace, WWF und viele andere
Naturschutzorganisationen gegen die von der ÖBB-Bau AG beabsichtigte Kraftwerkserweiterung,
mit welcher das Unternehmen einigen Zubringerbächen des Lech das Wasser
zu entziehen plant. Diese Gebirgsbäche sollen das notwendige Wasser für
den Speicher-Ausbau für das Kraftwerk Spullersee in Vorarlberg liefern.
Werden die Pläne ausgeführt, dann landen 24 Millionen Kubikmeter Wasser
nicht mehr im Lech, sondern fließen stattdessen über das Kraftwerk Spullersee
in den Rhein. "So wird einem der letzten noch weitgehend intakten alpinen
Flüsse wortwörtlich das Wasser abgegraben. Die erzeugte Menge Strom macht
hingegen lediglich ein Vierzigstel des ÖBB-Strombedarfs aus. Die wenigen
Kilowattstunden sind es nicht wert, dem letzten wilden Alpenfluss das
Wasser zu nehmen", rechnet Schinerl vor.
Der Lech ist europaweit Referenz für ein alpines Wildflusssystem mit natürlichen
und naturnahen Gewässerabschnitten, Au-Landschaften und Schluchten. Er
ist durch nationales und internationales Naturschutzrecht streng geschützt
- das Projekt Spullersee würde zusätzlich gegen Flora-Fauna-Habitatrichtlinie,
EU-Vogelschutzrichtlinie, Aarhus-Konvention und Alpenkonvention verstoßen.
"Die geplante Erweiterung des Spullersee-Kraftwerks würde einen Präzedenzfall
für den weiteren rücksichtslosen energiewirtschaftlichen Ausbau des Lech
und seines Einzugsgebiets schaffen", befürchtet Niklas Schinerl. Derzeit
verfügen zwei Alpgemeinschaften mit über hundert Bauern über die Wasserrechte
für die betroffenen Lechquellen. Diese Bauern sollen jetzt zwangsenteignet
werden. Wird die Enteignung eingeleitet, so ist das ein unwiderruflicher
Schritt. Dann wird es kaum noch zu verhindern sein, dass dem Lech Millionen
von Kubikmetern an Wasser entzogen werden. "Soll das Flussjuwel Lech tatsächlich
Stromexporten ins Ausland zum Opfer fallen?", fragt Schinerl. "Die ÖBB
berichten in ihrem heurigen Nachhaltigkeitsbericht, dass sie bis 2015
das nachhaltigste Unternehmen Europas sein wollen. Die Erweiterung des
Kraftwerks Spullersee steht diesem Anspruch diametral gegenüber", moniert
Schinerl. "Die ÖBB müssen aus dem Projekt Spullersee aussteigen und von
der Enteignung der Grundstücksbesitzer Abstand nehmen", lautet die abschließende
Forderung des Greenpeace-Sprechers. (Pressemeldung Greenpeace, 13.04.10).
Umbau
Bahnhof Kitzbühel
 
Bgm. Klaus Winkler und Günther Oberhauser auf der
Baustelle in Kitzbühel.
Der im Herbst letzten Jahres gestartete Umbau des Bahnhofes Kitzbühel
ist Teil des Konjunktur-belebungsprogramms der Bundesregierung und so
werden bis 2011 rund 15 Mio. € in die Modernisierung investiert.
Kundenrelevante Einrichtungen wie Bahnsteige oder Lifte werden seitens
des Landes Tirol mit einem Kostenbeitrag von 20% unterstützt. Nach
der Winterpause startet nun die Intensivbauphase, wo an Bahnsteigen und
Gleisanlagen gearbeitet wird. In sieben Etappen bei denen mehrere, schwere
Gleisbaumaschinen zum Einsatz kommen erfolgen die Hauptarbeiten im Bahnhofsbereich
bis Mitte September 2010.
Der laufende Zugverkehr bleibt während der gesamten Bauzeit in vollem
Umfang aufrecht. Für die täglichen Bahnkunden gibt es je nach
Umsetzungsstand geänderte Zugänge oder andere Abfahrtsbahnsteige
als gewohnt. Aufgrund des engen Zeitplanes wird es auch zu Nacht- und
Wochenendarbeiten kommen. Die ÖBB-Projektleitung ersucht schon jetzt
die Anrainer für etwaige Beeinträchtigungen durch Lärm
oder Staub um Verständnis.
„Bevor wir den Kitzbüheler Bürgern einen modernen Bahnhof
präsentieren, bitten wir um etwas Geduld und Nachsicht für die
baubedingten Einschränkungen“, so Projektleiter Günter
Oberhauser von der ÖBB-Infrastruktur AG.
Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler freut sich über
den guten Verlauf der Bauarbeiten: „Jeden Tag kommen wir dem gemeinsamen
Ziel einer modernen Verkehrsstation einen Schritt näher. Dieser Umbau
wertet unsere Stadt und die gesamte Region spürbar auf.“ Insgesamt
erhält die Verkehrsstation ein neues, modernes Gesicht. Es entstehen
höhere Bahnsteige mit Überdachung, ein heller Personentunnel
und kundenfreundliche Personenlifte. Auf den neuesten Stand gebracht werden
zudem die in die Jahre gekommenen Bahnhofgleisanlagen inklusive der Weichen.
Bereits
letztes Jahr wurden die Grabungsarbeiten für die breitere Personenunterführung
abgewickelt und auch erste Bahnhofgleise wurden erneuert. Aktuell gestartet
werden nun die exakt geplanten und mit dem Bahnbetrieb abgestimmten Bauabläufe.
Bis Mitte September werden rund 4.000 Meter Bahnhofgleise und 18 Weichen
komplett erneuert.
Die Kunst liegt dabei im Detail, denn Schritt für Schritt werden
die Gleise so bearbeitet, dass einerseits die baulichen Vorhaben nach
Plan vorangehen und gleichzeitig die täglichen Züge für
die Kunden weiter fahren können. Im Zuge der Bauphasen werden beide
Bahnsteige mit einer Länge von 320 Metern (davon rund 70 Meter überdacht)
neu errichtet. Durch die Anpassung der Höhe auf 55 cm ist zukünftig
ein stufenloser Einstieg in die modernen Nahverkehrsgarnituren sichergestellt.
Noch im heurigen Jahr werden auch die drei Personenlifte eingebaut. Vor
allem für Eltern mit Kinderwagen, Reisende mit schwerem Gepäck
oder Menschen im Rollstuhl eine enorme Erleichterung. An den beiden Bahnsteigen
werden windgeschützte Wartebereiche mit Sitzbänken sowie Infomonitore,
welche die nächsten Zugabfahrten anzeigen, installiert (Pressemeldung
ÖBB,
12.04.10).
Umfassende
Sanierungsarbeiten im Jahr 2010 auf der Schafbergbahn
 
SchafbergBahn& WolfgangseeSchifffahrt setzen die qualitätssteigernden
Maßnahmen bei der Infrastruktur fort. Die Sanierungsarbeiten der
117 Jahre alten Strecke sind ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt im Jahr
2010.
Erste sichtbare Erneuerung ist die Abtragung der Galerie bei der Haltestelle
Schafbergalpe. Gunter
Mackinger, Geschäftsführer der Salzkammergut GmbH, ist mit dem
Betriebsergebnis 2009 zufrieden. Der Rückgang bei den Fahrgastzahlen
im Krisenjahr 2009 entspricht im Wesentlichen den Erwartungen: "Es
hätte durch das unerfreuliche Wetter in den Monaten Mai, Juni und
Oktober noch schlechter ausfallen können. Völlig krisenresistent
und wetterunabhängig erwiesen sich hingegen die Adventveranstaltungen
mit Advent-Dampfzug, Advent übern See und die Schifffahrt."
Die
Züge der Schafbergbahn waren bisher auf den Originalgleisen aus 1893
unterwegs. "Ein Investitionspaket von Bund und Ländern ermöglicht
es uns, in den nächsten drei Jahren die Infrastruktur zu sanieren
und den Betrieb für weitere Hundert Jahre zu sichern", erläutert
Gunter Mackinger das umfangreiche Arbeitsprogramm. Eine erste auch für
Fahrgäste sichtbare Maßnahme ist die Abtragung der Galerie
bei der Schafbergalpe. Auch das Bahnhofsgebäude Schafbergalpe soll
wieder im alten Glanz von 1893 entstehen.
"In den Wintermonaten stellen unsere Mitarbeiter ihre Fähigkeiten
und Kenntnisse in der Werksatt unter Beweis", ist Mackinger stolz.
"Wir erledigen die Reparatur- und Sanierungsarbeiten zum größten
Teil selbst." Sämtliche Zahnrad-Lokomotiven werden gerade für
ihren Einsatz in zwei Monaten vorbereitet. Bis Ende April erhalten zwei
weitere Waggons neue Anstriche in der Hausfarbe. Darüber hinaus werden
sie mit Lautsprecheranlagen ausgestattet. Auch bei der Schifffahrt fallen
jährlich Renovierungsarbeiten an. Beispielsweise wurden in die "Österreich"
ein neuer Motor und Generator eingebaut. Die Anlegestelle Fürberg
wird in den kommenden Wochen generalsaniert und der Winterhafen in Ried
muss den aktuellen Anforderungen angepasst werden.
Auch
bei den Gebäuden müssen jährlich Substanz erhaltende Arbeiten
durchgeführt werden So wird das Dach des Bahnhofs in St. Wolfgang
ausgebessert, Brandschutzmaßnahmen für das Hotel Schafbergspitze
werden ebenso durchgeführt (Pressemeldung
Salzkammergutbahn GmbH, Fotos Ferdinand Jacksch, 10.04.10).
ÖBB
erweitern Fahrradangebot im Fernverkehr
Noch nie war es so leicht, mit Bahn und Fahrrad zu verreisen. Die ÖBB
erweitern die Fahrradmitnahme im Fernverkehr erheblich und folgen damit
dem Trend zu mehr emissionsfreier Mobilität.
Mit Abschluss des Fuhrpark- Modernisierungsprogrammes verfügen die
ÖBB nun - zusätzlich zum railjet - über mehr als adäquates
Wagenmaterial im Fernverkehr. Im Zuge der Umbauten wurden in jedem Großraumwagen
je zwei Plätze für die Fahrradmitnahme geschaffen. Jene Züge,
die auch schon bislang mit einem eigenen Gepäckwagen ausgestattet
waren, stehen auch weiterhin für den Fahrradtransport zur Verfügung.
Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr AG:
"Die Anzahl der Züge im Fernverkehr mit Fahrradmitnahmemöglichkeit
wurde gegenüber 2009 um mehr als ein Drittel erhöht. Nun stehen
täglich mehr als 150 Eurocity- und Intercity-Züge zur Verfügung;
viele Züge können bis zu 30 Fahrräder mitnehmen."
Nach
wie vor wird es aber nicht bei allen Fernverkehrszügen die Möglichkeit
der Fahrradmitnahme geben, da viele Züge mit internationalem Wagenmaterial
(auf das die ÖBB keinen Einfluss haben) unterwegs sind, und nicht
über Fahrradstellplätze verfügen. Der railjet ist ebenfalls
nicht für die Fahrradbeförderung zugelassen, da die kurzen Reise-
und Haltezeiten keine Ein- und Ausladen ermöglichen.
Das
IC-Biking ermöglicht ohne weitere Kosten auch den Vor- und Nachlauf
des Radtransports im Nahverkehr. Das heißt, es ist kein Problem,
mit dem Ticket z. B. die S-Bahn nach Meidling zu nutzen, von dort mit
einem Intercity nach Graz zu fahren und in Graz auch noch das Rad im ÖBB-Nahverkehr
weiter nach Spielfeld zu befördern - alles zu einem Preis.
Übrigens - demontierte und verpackte Räder oder zusammengeklappte
Klappräder gelten als Gepäckstück, werden also gratis befördert!
Das
Online-Buchungssystem wurde deutlich einfacher gestaltet und ist weitaus
intuitiver. Auch eine zweite Neuerung wurde eingeführt: Erstmals
kann auch noch NACH Abfahrt des Zuges im Ausgangsbahnhof (nach Verfügbarkeit)
ein Fahrradstellplatz reserviert werden. Weil aber die Fahrrad-Reservierungen
(auch international) jederzeit möglich sind, gilt für die Fahrradmitnahme
in Fernverkehrszügen Reservierungspflicht. "Ein weiterer Vorteil
ist die kostenlose Sitzplatzreservierung, natürlich im selben Wagen.
Für jede Intercity-Biking-Buchung gibt es die Sitzplatzreservierung
gratis dazu", so Lutter abschließend (Pressemeldung
ÖBB, 09.04.10).
Betrieb
der Eisenbahnbrücke Urfahr bis 2012 ist möglich
Das Gutachten der Technischen Universität Wien über den Zustand der Eisenbahnbrücke
Urfahr liegt der ÖBB-Infrastruktur AG jetzt vor. Das Gutachten bescheinigt
der Brücke eine "als ausreichend angesehene Tragfähigkeit bis zu einer
Windgeschwindigkeit von max. 85 km/h" sofern kurzfristige Sanierungsmaßnahmen
gesetzt werden. Damit kann die Nutzung der Eisenbahnbrücke bis Ende 2012
ermöglicht werden.
Die ÖBB-Infrastruktur AG hat das gesamte Gutachten heute an das Land Oberösterreich
und die Stadt Linz weitergeleitet und wird sich darum bemühen, die notwendigen
Sanierungsmaßnahmen gemeinsam mit den Partnern möglichst rasch einzuleiten.
Das Gutachten über den Zustand der Eisenbahnbrücke Linz wurde von Prof.
Josef Fink vom Institut für Tragkonstruktionen/Stahlbau gemeinsam mit
der StahlVerbundBau Consulting GmbH im Auftrag der ÖBB-Infrastruktur AG
erstellt, um zuverlässige Aussagen über die weitere Benutzbarkeit der
Brücke zu erhalten.
Die Brücke ist eine denkmalgeschützte Stahlkonstruktion aus 1899 und durch
Korrosion, welche durch die Salzstreuung auf der Straßenfahrbahn verursacht
wurde, mittlerweile massiv geschädigt. Insbesondere die Windverbände -
d.h. die Teile, welche die Brücke gegen den Wind stabilisieren - sind
stark angegriffen. Dadurch ist die Brücke durch Windböen gefährdet.
Im Gutachten sieht Prof. Fink eine weitere Nutzung der Eisenbahnbrücke
Urfahr bis maximal Ende 2012 als möglich an, sofern kurzfristige Sanierungsmaßnahmen
eingeleitet werden und ein umfassendes Monitoringsystem eingerichtet wird.
Dazu zählen die sofortige Sanierung von Teilen des Windverbandes, verkürzte
Brückenuntersuchungsintervalle und regelmäßige Messung der Spannungen
sowie regelmäßige Analyse und Bewertungen der Messergebnisse zur Sicherstellung
der Tragfähigkeit der Brücke. Eine Belastungsprobe erfolgte bereits in
der Nacht vom 1.3.2010 auf 2.3.2010. Die Messergebnisse aus der Belastungsprobe
werden derzeit ausgewertet und mit den errechneten Werten verglichen.
Das Monitoringsystem wurde von den ÖBB bereits in Folge des Zwischenberichts
zum Gutachten von Prof. Fink im Juni 2009 eingerichtet. Mit diesen Sofortmaßnahmen
ist die eingeschränkte Benützung der Eisenbahnbrücke für den Bahnverkehr
bis zu einer Windgeschwindigkeit von maximal 75 km/h und für den Straßenverkehr
bis maximal 85 km/h Windgeschwindigkeit möglich.
Die weitere Nutzungsdauer wird im Gutachten aber für jegliche Nutzungsart
(Eisenbahnbetrieb, Straßenverkehr, Fußgänger) jedenfalls mit Ende 2012
begrenzt. Die ÖBB-Infrastruktur AG wird sich bemühen, die von Prof. Fink
geforderten Sofortmaßnahmen möglichst schnell gemeinsam mit dem Land OÖ
und der Stadt Linz einzuleiten. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist,
den Verkehr über die Eisenbahnbrücke Urfahr bis Ende 2012 aufrecht zu
erhalten und bis dahin zeitgerecht passende Ersatzlösungen bereit zu stellen
(Pressemeldung
ÖBB, 08.04.10).
Biber
bauen im Unterinntal
Nahe der Bahnbaustelle bei Kundl hat sich auf der ökologischen Ausgleichsfläche
eine Biberfamilie häuslich eingerichtet.
Ökoflächen
dienen als begleitende Maßnahmen bei Bauprojekten, um verursachte
Beeinträchtigungen der Natur auszugleichen. Für den Bau der
neuen Unterinntalbahn wurden 30 solcher Flächen per Bescheid vorgeschrieben.
Oberstes Ziel ist, standorttypische Bedingungen zu schaffen. Das heißt,
Flusslandschaften nachzubilden, die mit ihren kargen Böden vor allem
widerstandsfähigen Pionierpflanzen sowie seltenen Amphibien und Insekten
als Lebensraum dienen. Seit 2003 arbeitet der Geschäftsbereich Unterinntal
(UI) an der Umsetzung, damit die Tier- und Pflanzenwelt die Biotope schon
vor Beginn der Hauptbaumaßnahmen besiedeln kann.
Bereits
letzten Herbst hat Christina Mayer von der Umweltschutzabteilung bei UI
erste Biberspuren entdeckt. „Vermutlich sind die Tiere unbemerkt
schon 2007 auf die Ausgleichsfläche gekommen“, meint Nadine
Egger, Biberbeauftrage des Landes Tirol, die uns die Ansiedlung der Biber
bestätigt hat. Aufgrund der idealen Bedingungen hat sich dann gleich
Nachwuchs eingestellt.
Die
Biber auf der Ökofläche Kundl haben für die ÖBB-Infrastruktur
AG durchaus Vorteile. Als Vegetarier ernähren sie sich von Schilf,
Wasserpflanzen und Rinden. Nagen sie an Sträuchern und kleinen Bäumen,
so dient dies der natürlichen Verjüngung des Pflanzenbestands
und senkt langfristig die Bewirtschaftungskosten der Flächen.
Außerdem treten Biber als Pioniere auf. Sie „gestalten“
aktiv ihren Lebensraum und ziehen viele andere Tier- und Pflanzenarten
an. „Und das hilft wiederum, die im Baubescheid formulierten Ziele
bestmöglich zu erreichen“, erklärt Christina Mayer (Pressemeldung
ÖBB-Infrastruktur AG, 07.04.10).
Rollende
Landstraße am Brenner mit +17% im ersten Quartal

Die Züge der Rollenden Landstraße am
Brenner - hier bei der Einfahrt in den Inntaltunnel bei Hall in Tirol
- sind stark ausgelastet. Foto ÖBB.
Im Jahr 2009 hat die ROLA auf der Brennerachse mit rund 226.000 beförderten
LKW auf der Schiene einen neuen Beförderungsrekord aufgestellt. Die Bilanz
nach dem ersten Quartal im neuen Jahr zeigt weiterhin nach oben. Mit 60.547
beförderten LKW-Einheiten waren um +9.039 oder +17,5% mehr LKW auf der
ROLA unterwegs als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt sind
auf der Brennerachse täglich 54 Züge auf Schiene (38 Wörgl - Brenner,
10 Wörgl - Trient, 6 Regensburg - Trient). Verantwortlich für den tollen
Start ins Jahr 2010 ist unter anderem die hohe Kapazitätsauslastung der
Züge, die bei allen Relationen bei 86,3% liegt, die Rola Wörgl - Brenner
ist dabei mit über 90% Spitzenreiter.
Ab Mitte April sollen die Züge nach Trient/Trento um einen weiteren Niederflurwagen
auf 21 erhöht werden. Das bringt pro Jahr 4.000 zusätzliche LKW-Stellplätze.
Bei den Rola-Zügen von und nach Trento erhöht sich dabei das maximale
Gesamtzuggewicht auf 1.300 Tonnen. Für den sicheren und kraftvollen Transport
über den Brennerpass sorgen bei jedem Zug zwei je 10.000 PS starke Lokomotiven
der Marke "Taurus". Neu ist zudem, dass seit kurzem die ROLA-Kunden bei
den Sammelrechnungen ihren Beitrag zum Klimaschutz durch das eingesparte
CO2 je ROLA-Fahrt ausgewiesen bekommen. "Transporte auf der Schiene sind
ein aktiver Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele. Es ist uns daher
enorm wichtig den Partnern diese Werte plakativ darzustellen", so ÖKOMBI
Geschäftsführer Franz Dirnbauer. Das erklärte Ziel für das heurige Geschäftsjahr
ist die Erreichung von 248.000 beförderten LKW auf der Brenner-ROLA, was
bei 1,6 Mio. schweren LKW im Brenner-Straßentransit einem Marktanteil
von über 15 % entspricht.
Im Jahr 2009 wurden mit 226.000 LKW so viele wie nie zuvor auf der Brennerachse
befördert und die RCA-Tochter konnte ihre eindrucksvolle Marktführerrolle
in Europa weiter ausbauen. Zuwächse auf der ROLA bedeuten gleichermaßen
auch eine Entlastung für die Umwelt und so blieben im vergangenen Jahr
rund 25.000 Tonnen CO2 der Umwelt und der Bevölkerung erspart.
Allein ein LKW Transport auf der Rolllenden Landstraße von Regensburg
nach Trient/Trento erspart der Umwelt rund 250 kg CO2 auf der 460 km langen
Strecke. Die Kunden bekommen am Ende des Monats auf ihrer Sammelrechnung
die gesamte Menge an eingespartem CO2 als Info plakativ dargestellt. Basis
für die Errechnung dieser Werte ist eine Studie des Umweltbundesamtes
- Details dazu unter www.oekombi.at Die LKW-Fahrer können zudem während
der Bahnfahrt im Liegewagen ausspannen und ihre gesetzlichen Ruhezeiten
konsumieren. Auch für den Unternehmer ergeben sich mit Mautersparnis,
Dieseleinsparung, niedrigen Wartungskosten und geringerer Abnützung gleich
mehrere finanzielle Vorteile bei jeder ROLA-Fahrt.
Der Marktanteil der ROLA am gesamten Transitverkehr von schweren LKW über
den Brenner lag 2009 bei erfreulichen 15% eine Steigerung von +5 Prozentpunkten
zum Jahr 2008. In Summe stehen jeden Tag über 1.000 LKW-Stellplätze auf
den 54 Zügen der Brenner ROLA zur Verfügung. Das Sektorale Fahrverbot
(SFV) in Tirol, die umfassenden Maßnahmen im Marketingbereich und die
gute Zusammenarbeit mit den Transportunternehmen sind die Gründe für eine
hohe Auslastung.
Im heurigen Jahr stellt ÖKOMBI eine Stellplatzkapazität von 300.000 LKW-Plätzen
für die ROLA am Brenner auf Schiene. Das Transportsystem hat weiterhin
eine sehr große Bedeutung denn rund 85% der am Brenner fahrenden LKW und
Sattelauflieger sind nicht kranbar (kodifiziert). Das bedeutet fast neun
von 10 LKW die am Brenner fahren sind für eine Abwicklung im UKV (Unbegleiteter
Kombinierter Verkehr, Container od. Wechselaufbauten) nicht geeignet.
So gibt es für diese LKW nur zwei Varianten - eine reine Straßenfahrt
oder einen Teilabschnitt von 100 bis 460 Kilometer ihrer Fahrt umweltfreundlich
und sicher auf der ROLA zurückzulegen (Pressemeldung ÖBB, 06.04.10).
SLB
übernimmt Industriebahn Kleßheim
 
1954/55 errichtete die US-Army in Zusammenhang mit dem Bau der flächenmäßig
größten Kaserne Europas in Wals-Siezenheim bei Salzburg auch eine ca.
2 km lange Anschlußbahn zur Abwicklung militärischer Transporte. 1956
übernahm das Österreichische Bundesheer diese Einrichtung wobei die ÖBB
den Betrieb führte.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Gebiet um die Anschlußbahn
zum Industrieschwerpunkt und so mutierte diese einst auschließlich militärischen
Zwecken dienende Strecke zum Industrie-stammgleis über welches jährlich
bis zu 800.000 Güter-Tonnen an- und abgefahren werden.
2009 wurde - weil nicht zu den Kernaufgaben des Österreichischen Bundesheeres
gehörig - diese Bahnstrrecke zum Verkauf ausgeschrieben. Bestbieter und
Käufer war die Salzburg AG welche mit 01. 04.2010 die Bahnstrecke erworben
hat und durch die Salzburger Lokalbahn betreibt. Für die Bedienung der
zahlreichen Anschlußbahnen setzt ÖBB Cargo eine Lokomotive der Baureihe
2068 in Zweischichtbetrieb ein
(Gunter Mackinger, 02.04.10).
Italienischer
Vorstandsdirektor verlässt die BBT
Innocenzo Cipolletta (RFI) und Ezio Facchin (BBT).
Foto BBT.
Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung am 26.03.10 hat Ezio Facchin, der vom
italienischen Gesellschafter der BBT SE ernannte Vorstand, seinen Rücktritt
angekündigt. Viele Thematiken wurden während der Sitzung behandelt,
jedoch wird wohl keine den Eindruck hinterlassen, wie diese Ankündigung.
Ezio Facchin übernahm diese prestigevolle Position im Januar 2007
und war bis dahin als Verantwortlicher der Abteilung Investitionen Nord-West
in Mailand tätig. Facchin folgte auf Gianluigi De Carlo, der die
für die Projektphase I anstehenden Genehmigungen erwirkt und die
Europäische Aktiengesellschaft mitgegründet hatte (vorher tätigte
die Gesellschaft ihre Geschäfte unter Form einer EWIV).
Facchin kam mit klaren und konkreten Vorgaben zur BBT: Beginn der Vortriebsarbeiten
für den Erkundungsstollen (unter seiner Leitung fand auch die Andrehfeier
im Beisein des italienischen Staatspräsidenten Napolitano statt),
die Erwirkung der CIPE-Genehmigung zur Genehmigung und Finanzierung des
Projektes (am 05.02.2010 im Amtsblatt der Italienischen Republik veröffentlicht),
welche auch die Phase III einläutet, was „grünes Licht“
für den Bau der Hauptwerke bedeutet.
Zusammen mit Konrad Bergmeister konnte Facchin, dank auch der wertvollen
Unterstützung von Karel Van Miert, einen Finanzierungsbetrag der
EU von rund 800 Millionen Euro sichern und weiters ein kompaktes Team
von hochqualifizierten Mitarbeitern zusammenstellen.
Mit großer Genugtuung, aber auch etwas bewegt, hat Ezio Facchin
nun angekündigt, dass seine Ziele erreicht seien und dass er somit
das Amt niederlegen würde. Er erklärte sich sehr stolz, am Erfolg
einiger Etappen der Brenner Basistunnel Gesellschaft mitgewirkt zu haben.
Facchin verlässt das Unternehmen mit dem 30.04.2010, ein schicksalsträchtiges
Datum in seinem Leben, wie es scheint: am 30. April feiert Facchin auch
seinen Geburtstag, weiters wurde am 30.04.2004 der Staatsvertrag zwischen
Italien und Österreich unterzeichnet.
Die Ankündigung seines Rücktrittes überrascht nur zum Teil:
“Ziele und Termine waren vorgegeben”, erklärt Facchin.
Über mögliche Nachfolger wird noch nicht gesprochen. „Zu
gegebener Zeit wird der italienische Aktionär meinen Nachfolger bekannt
geben. Ich habe meine Ziele erreicht und somit meinen Auftrag erfüllt.
Jetzt ist die Zeit gekommen, sich neuen Projekten, beruflichen wie privat
zu widmen“, so Facchin (Pressemeldung Brenner Basistunnel BBT SE,
29.03.10).
ÖVP
rückt von ÖBB-Großprojekten ab
ÖVP-Verkehrssprecher Ferry Maier zieht die großen Bahntunnel-Projekte
der ÖBB grundsätzlich in Zweifel und gibt damit einen neuen verkehrspolitischen
Kurs seiner Partei vor. "Ich halte die derzeit gültigen Investitionsplanungen
und Rahmenpläne für nicht finanzierbar, nicht leistbar und damit höchst
problematisch. Ich meine damit den Brenner-Basistunnel, Koralmtunnel und
auch einige andere Projekte", sagt Maier im kommenden Montag erscheinenden
Wirtschaftsmagazin "trend".
Konkret verlangt er vom neuen ÖBB-Vorstand Christian Kern, "dass diese
Projekte nochmals nach betriebwirtschaftlichen Überlegungen durchgedacht
werden", denn: "Es stellt sich die Frage, wer nach Fertigstellung die
laufenden Betriebskosten zahlt. Das ist doch eine tickende Zeitbombe -
ebenso wie die Tatsache, dass bei Großbauvorhaben die prognostizierten
Kosten locker um sechzig bis achtzig Prozent überschritten wurden. Das
was da passiert, ist höchst fahrlässig", sagt Maier, neben seiner Funktion
als ÖVP-Verkehrssprecher auch Raiffeisen-Generalsekretär.
"Wenn Kern keine Antworten auf diese Fragen findet, sollte er seinen Job
besser gleich wieder zurücklegen", rät Maier. Die Entscheidungen zum Bau
seien in einer Zeit gefallen, in der man von anderen Wirtschaftsprognosen
ausgegangen sei, jetzt sollten aber "in den AGs der ÖBB derartige Projekte
nochmals auf den Prüfstand gestellt werden".
Das Projekt Brennerbasistunnel, bei dem laut offiziellen Schätzungen mittlerweile
von acht Milliarden Euro Baukosten und 3,5 Milliarden Finanzierungskosten
ausgegangen wird, zieht Maier auch aus bilateralen Gründen in Zweifel.
"In Wahrheit herrscht in Italien totale Ratlosigkeit punkto Finanzierung.
Die Italienische Bahn soll auch wirtschaftliche Probleme haben. Der deutsche
Verkehrsminister will nicht mitzahlen und nicht einmal die Anschlussstrecken
bereitstellen. Der Schweizer Lötschbergtunnel zieht das Geschäft ab und
wird eine bedeutende Konkurrenz sein."
Kein gutes Haar lässt Maier auch am Management der Bahn. "Kern tut mir
leid" sagt er, denn "er muss mit einer Mannschaft arbeiten, die den hohen
Ansprüchen nicht gerecht wird. Es sind nicht die besten Leute auf den
wichtigen Posten, viele Jobs sind nur mittelmäßig besetzt. Es ist auch
unverständlich, dass im vergangenen Jahr insgesamt 1700 Leute abgebaut
und gleichzeitig 2200 eingestellt wurden. Umschulungen wurden scheinbar
gar nicht angedacht. Unter den 42.000 Eisenbahnern müssten sich doch etliche
finden, die sich gern umschulen lassen", glaubt Maier, der die ÖBB schon
- fast - aufgegeben hat: "Dass wir uns aus dem Aufsichtsrat zurückziehen,
ist durchaus in Diskussion. Das steht im Raum. Schließlich gehen die Entwicklungen
in eine andere Richtung als ursprünglich beschlossen." (Pressemeldung
trend Redaktion, 29.03.10).
Schienen-Control
begrüßt NR-Beschluss zu mehr Rechten für Bahnkunden
Mit dem Beschluss des Nationalrats wird Opfern von Verspätungen im Bahnverkehr
das Recht auf Entschädigung zugestanden. Weiterer Effekt des Beschlusses:
Die unabhängige Regulierungsbehörde für den Eisenbahnverkehr, die Schienen-Control
GmbH, kann die betroffenen Fahrgäste nun auch stärker dabei unterstützen,
dieses Recht durchzusetzen. Denn der unabhängigen Regulierungsbehörde
wurde neben ihrer bisherigen Aufgabe als Schlichtungsstelle auch die Funktion
der staatlichen Beschwerdestelle übertragen.
Mag. Ursula Zechner, neue Geschäftsführerin der Schienen-Control GmbH,
begrüßt die zusätzlichen Kompetenzen: „So sind wir die Schlichter am Markt,
aber auch die Ombudsleute der Fahrgäste. Die Fahrgäste ersparen sich den
kostspieligen und zeitaufwendigen Gerichtsweg“.
Dies entspreche ihrem Selbstverständnis als Eisenbahnregulator: „Will
die Schiene als Verkehrsträger attraktiv sein, dann braucht sie zufriedene
Kunden. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, an der Steigerung von
Qualität, Service, Pünktlichkeit und Effizienz der Bahn mitzuarbeiten“,
betont Zechner. Österreich zählte mit der Einführung der Schlichtungsstelle
für Bahnkunden schon im Jahr 2006 zu den europäischen Vorreitern bei den
Fahrgastrechten. Das jetzt beschlossene Gesetz sei ein absolut notwendiger
Schritt für eine bessere rechtliche Stellung der Fahrgäste, so Zechner
weiter. Dem Schritt nach vorn sollen weitere folgen. Nach ersten Erfahrungen
mit den neuen Fahrgastrechten in der Praxis sei noch Raum für weitere
Verbesserungen.“ (Pressemeldung Schienen-Control Gmbh, 29.03.10).
Rail
Cargo Austria fährt in Slowenien
Rail Cargo Austria (RCA) ist mittlerweile, was die beförderten Gesamtgütermengen
betrifft, die Nummer 2 unter den Europäischen Güterbahnen. Durch
die strategisch geplante Internationalisierung fahren eigene Züge
von RCA heute in Österreich, Ungarn, Italien, Deutschland, Rumänien
und Slowenien. In Bulgarien und in der Slowakei verfügt RCA bereits
über notwendige Sicherheitsbescheinigungen.
Die ÖBB-Güterverkehrstochter ist die in Mittel- und Südosteuropa
die Nummer 1 im Schienengüterverkehr. Seit
Ende 2008 betreibt RCA in Laibach eine eigene Niederlassung. Bereits im
März 2009 hat RCA mit der Ausstellung der Sicherheitsbescheinigung
in Slowenien den Betrieb als Eisenbahnverkehrsunternehmen aufgenommen.
Eine externe Auditierung durch Quality Austria bestätigt nun die
hervorragende Arbeit von RCA in Slowenien. Das Unternehmen erhielt vier
Zertifikate für die Bereiche Qualität, Umwelt, Arbeitsmedizin
und Sicherheitsmanagementsystem (ISO 9001:2008, OHSAS 18001:2007, ISO
14001:2004 und SMS gem. EU Richtlinie 2004/49/EG).
"Die
externe Auditierung in Slowenien ist für uns der Beweis, dass unsere
Internationalisierungsstrategie erfolgreich umgesetzt wird. Die 23 Mitarbeiter
am Standort Laibach haben bisher hervorragende Arbeit geleistet und RCA
in Slowenien auf Schiene gebracht", freut sich RCA-Vorstand Ferdinand
Schmidt bei der Zertifikatsverleihung durch Quality Austria am 24. März
in Laibach.
Elektrotriebfahrzeuge
der Reihe 1216 und Dieseltriebfahrzeuge der Reihe 2016 Hercules sind in
Slowenien für RCA im Einsatz. 23 Mitarbeiter –Triebfahrzeugführer,
Wagenmeister, Techniker und Ingenieure - sorgen für einen reibungslosen
Betrieb. Als 2009 der eigenständige Schienengüterverkehr in
Slowenien aufgenommen wurde, verfügte RCA über täglich
acht internationale Zugtrassen auf der Relation Villach - Jesenice - Koper
und retour. Die Leistung im Vorjahr in Zahlen: 280.000 gefahrene Zugkilometer
und 677.000 Tonnen transportierte Fracht, das ergibt gesamt 149.000.000
Nettotonnenkilometer.
2010
wurde bei der Agentur für Eisenbahnverkehr der Republik Slowenien
22 Zugtrassen erfolgreich beantragt. Neue Relationen sind: Koper - Hodoš
- Budapest und retour, Koper - Šentilj/Österreich und retour,
Villach - Rijeka und retour, Verona, Cervignano/Italien - Hodoš -
Budapest und retour sowie Cervignano (Italien) - Dobova und retour. RCA
bereitet in Richtung Osten über Zagreb und Belgrad weiter nach Griechenland,
die Türkei und das Schwarze Meer weitere Transportrouten vor (Pressemeldung
ÖBB, 26.03.10).
Kinder
laufen über die Inntalbahn-Baustelle
„Mir stehen die Haare zu Berge“, zeigt sich Roland Vogltanz
fassungslos. Vogltanz betreut als Umweltkontrolleur die Baustellen für
die neue Unterinntalbahn. „Sogar Kinder am Weg zur Schule haben
wir in den vergangenen Tagen zwischen den Schwerfahrzeugen von der Baustraße
bei Baumkirchen geholt.
Das
schöne Wetter und die vermeintlich unspektakuläre Bautätigkeit
verleiten viele, nördlich der Bahngleise über die Baustraße
eine Abkürzung zwischen Baumkirchen und Fritzens zu nehmen. Doch
Roland Vogltanz warnt: „Der Schein trügt, die Rampe in Baumkirchen
ist eine Hauptschlagader der Baustellenversorgung.“
Betonfahrzeuge und schwere Baumaschinen sind zu jeder Tageszeit auf den
Baustraßen unterwegs. Die Lenker der Baufahrzeuge rechnen allerdings
nicht mit Privatverkehr und Fußgängern, heikle Situationen
sind so praktisch vorprogrammiert. Vogltanz: „Wer die Hinweisschilder
missachtet und die Baustelle betritt, der gefährdet sich und andere.“
Die ÖBB ersucht auch die Eltern, ihre Kinder auf die Gefahren der
Baustelle hinzuweisen.
In
wenigen Wochen ist bei Baumkirchen nochmals vorübergehend mit intensiver
Bautätigkeit und entsprechendem Verkehr zu rechnen. Die ersten Gleisbauarbeiten
im Tunnel Fritzens – Baumkirchen erfordern einen permanenten Zulieferbetrieb.
Die Wegverbindung nördlich der Gleise wird noch bis 2012 für
die Baustellenversorgung benötigt. Die ehemalige Baustraße
südlich der Gleise wird voraussichtlich ab Ende Sommer für Radfahrer
und Fußgänger freigegeben.
2012
wird die neue Unterinntalbahn zwischen Kundl und Baumkirchen in Betrieb
gehen. Als Teil des Brenner Korridors München – Verona bietet
die neue Bahn der Transportwirtschaft zusätzliche Kapaziäten
für umweltfreundliche Schienentransporte. Der Schienengüterverkehr
wird überwiegend unterirdisch geführt. Anrainer der bestehenden
Bahnanlagen können eine wirksame Entlastung vom Verkehrslärm
erwarten. Neue Chancen ergeben sich auch für den Ausbau des öffentlichen
Personennahverkehrs (Pressemeldung
ÖBB-Infrastruktur AG, 25.03.10).
Mehr
Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen durch Überwachungskameras
Die Novelle zum Eisenbahngesetz, die am 24.03.10 im Nationalrat zum Beschluss
vorliegt, bringt auch Verbesserungen für die Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen.
Es wird analog zur StVO die rechtliche Möglichkeit für den Einsatz
von Überwachungskameras geschaffen. Konkret sind in Zukunft in zwei
Fällen Aufzeichnungen erlaubt: bei Übertretung des Anhaltegebots
durch Rotlicht und bei Überschreitung von Geschwindigkeitslimits.
Für
Infrastrukturministerin Doris Bures ist die Erhöhung der Sicherheit
auf Eisenbahnkreuzungen nach wie vor ein Schwerpunktthema. Im Vorjahr
kam es zu 167 Unfällen auf Eisenbahnkreuzungen, dabei starben 14
Menschen, 35 wurden schwer, 56 leicht verletzt. "Immer noch passieren
zu viele Unfälle auf Eisenbahnkreuzungen. Daher dürfen wir hier
nicht nachlassen. Das ist eine gemeinsame Verantwortung von Bund und Eisenbahnunternehmen,
Ländern und Gemeinden", betont die Ministerin.
Das
ist ein weiterer Schritt zu mehr Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen, nachdem
bis Ende 2009 52 Kreuzungen mit besonderer Unfallhäufigkeit ("Hot
spots") abgesichert wurden. Neben dem Hot-spot-Programm wurden 2009
über den ÖBB-Rahmenplan 37 Eisenbahnkreuzungen aufgelassen und
18 technisch gesichert. Außerdem sind im Vorjahr 1.900 nicht-technisch
gesicherte Eisenbahnkreuzungen mit den neuen, reflektierenden und damit
besser sichtbaren Andreaskreuzen ausgerüstet worden.
Der
Abänderungsantrag ist mit Gemeindebund, Wirtschaftskammer und Eisenbahnunternehmen
sowie mit dem Innenministerium, was das Strafgeld betrifft, und dem BKA
hinsichtlich Datenschutz abgestimmt. Analog zur StVO gelten bei der Überwachung
von Eisenbahnkreuzungen strenge datenschutzrechtliche Bestimmungen.
Hintergrund:
Österreich weist einen außerordentlich hohen Bestand an Eisenbahnkreuzungen
auf, durchschnittlich gibt es pro Schienenkilometer eine Kreuzung mit
einer Straße, auf dem Nebenbahnnetz sogar alle 500 Meter. Im EU-Schnitt
quert alle 2 Kilometer eine Straße die Schiene.
Die
ganz überwiegende Unfallursache auf Eisenbahnkreuzungen ist Unachtsamkeit
der Straßenverkehrsteilnehmer. Und: Wie aus einer Umfrage des Kuratoriums
für Verkehrssicherheit vom Juni des Vorjahrs hervorgeht, ist den
Straßenverkehrsteilnehmern die Gefahr noch zu wenig bewusst.
Laut
KfV-Umfrage würde jeder Dritte trotz geschlossener Halbschranken
die Eisenbahnkreuzung überqueren, wobei 36 Prozent davon nicht länger
als fünf Minuten warten würden. Bei rotem Lichtsignal ist sogar
beinahe jeder Zweite (45%) bereit, die Wartepflicht vor der Eisenbahnkreuzung
zu missachten und die Eisenbahnkreuzung dennoch zu überfahren. Mehr
als ein Drittel (35%) hat bereits einmal einen Bahnübergang bei sich
senkendem Schranken überquert (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 25.03.10).
Nationalrat
diskutiert über mehr Rechte für Fahrgäste im Eisenbahnverkehr
Am 24.03.10 stand im Nationalrat das von Verkehrsministerin Doris Bures
vorgelegte Gesetz zur Verbesserung der Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr
auf der Tagesordnung. Im Fernverkehr gibt es durch die Verordnung der
Europäischen Union (EU) ab einer Verspätung von einer Stunde
25 Prozent des Fahrpreises retour, ab zwei Stunden 50 Prozent. Die österreichische
Regelung, die über die EU-Verordnung hinausgeht, sieht nun auch im
Regionalverkehr für alle Jahreskartenbesitzer eine finanzielle Entschädigung
bei Verspätungen vor. "Mit der Umsetzung dieses Gesetzes rücken
die Interessen der Fahrgäste stärker ins Zentrum. Qualität,
Verlässlichkeit und Pünktlichkeit müssen im öffentlichen
Verkehr im Vordergrund stehen", betonte die Ministerin.
Konkret
gibt es für Jahreskartenbesitzer mindestens zehn Prozent Entschädigung,
wenn im Jahresschnitt auf der jeweiligen Strecke nicht mindestens 90 Prozent
Pünktlichkeit erreicht wird. Als pünktlich gilt ein Zug, wenn
er nicht mehr als 5 Minuten vom Fahrplan abweicht. Mit Ablauf der Jahreskarte
bekommen die Fahrgäste automatisch für jene Monate, in denen
die vorgegebene Pünktlichkeit nicht eingehalten wurde, eine Gutschrift
oder einen Gutschein.
Die
Infrastrukturministerin sieht in dieser Regelung einen starken Anreiz
für die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), Pünktlichkeit
und Serviceleistungen zu steigern. Vor allem nach den Problemen im Vorjahr
auf der Wiener Schnellbahn sei es wichtig, das Vertrauen der Fahrgäste
wieder zu gewinnen. Dahin gehen auch die Vorgaben der Ministerin an das
Management der ÖBB:
1.
Pünktlichkeit erhöhen (Nahverkehr 90 Prozent, Fernverkehr 80),
mehr Sauberkeit, Verlässlichkeit;
2. mehr Güterverkehr auf die umweltfreundliche Schiene (von 30 auf
40 Prozent mit großen Achsen);
3. zügige Umsetzung der Investitionen in die Infrastruktur - beschäftigungswirksam,
mit geringstmöglichen Auswirkungen auf den Bahnverkehr.
Die
Regelungen im Detail:
•
Laut EU-Verordnung erhält der Fahrgast ab 60 Minuten Verspätung
eine Entschädigung von 25 Prozent des Fahrkartenpreises. Ab 120 Minuten
sind es 50 Prozent des Fahrkartenpreises.
• Die Bahnunternehmen im Fernverkehr sind überdies verpflichtet,
bei Verspätungen von mehr als einer Stunde den Fahrgästen Erfrischungen
und Mahlzeiten anzubieten, sofern sie im Zug oder im Bahnhof verfügbar
oder vernünftigerweise lieferbar sind.
• Weil die EU-Verordnung auf den Fernverkehr zugeschnitten ist,
hat sich die Verkehrsministerin dafür entschieden, für den Regionalverkehr
eine eigene Regelung zu erlassen, die vor allem den Pendlerinnen und Pendlern
zugute kommt.
• Inhaber von Jahreskarten erhalten mindestens 10 Prozent Entschädigung,
wenn das Bahnunternehmen auf einer Strecke den vorher festgelegten Pünktlichkeitsgrad
unterschreitet.
• Der jeweils für eine Strecke geltende Pünktlichkeitsgrad
wird von den Eisenbahnunternehmen festgesetzt und vom Schienenregulator
(Schienen Control Kommission) nach strengen Kriterien überprüft.
• Auf den Strecken der ÖBB wird 2010 der Pünktlichkeitsgrad
mit 90 Prozent festgelegt.
• Die Pünktlichkeit wird laufend erfasst. Mit Ablauf der Jahreskarte
bekommen die Inhaber von Jahreskarten automatisch für jene Monate,
in denen der festgesetzte Pünktlichkeitsgrad unterschritten wurde,
eine mindestens 10-prozentige Entschädigung (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 25.03.10).
Schutz
für Pendlerzüge auch nach Liberalisierung im Personenverkehr
Auf der Schiene gibt es schon seit längerem einen EU-weit offenen
Marktzugang im Güterverkehr. Eine EU-Richtlinie schreibt die Liberalisierung
auch für den Personenverkehr vor. Die Umsetzung in Österreich
erfolgt durch die heutige Novelle zum Eisenbahngesetz.
Im Kern geht es dabei um den diskriminierungsfreien Zugang zum Schienennetz
für grenzüberschreitende Personenzüge.
In
der Novelle zum Eisenbahngesetz werden jetzt die Rahmenbedingungen so
festgelegt, dass neue grenzüberschreitende Personenzüge die
Leistungen der Pendlerzüge nicht beeinträchtigen dürfen.
Die Regulierungsbehörde (Schienen Control Kommission mit Hilfe der
Schienen Control GmbH) muss darauf achten, dass nicht das wirtschaftliche
Gleichgewicht für die Züge mit gemeinwirtschaftlichem Auftrag
gestört wird und sie somit ihre Leistungen unvermindert erbringen
können (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 25.03.10).
Triebwagen
der Haager-Lies sind startklar
Vertreter der ARGE HAAGER-LIES statteten dem Technischen Service Werk
der ÖBB in Linz einen Besuch ab, und überzeugten sich von der baldigen
Fertigstellung des bei einem Unfall am 12. Jänner 2009 schwer beschädigten
Haager-Lies Triebwagen.
Der Triebwagen wird bald wieder einsatzbereit sein, und somit stehen der
Haager-Lies in Kürze wieder zwei aufbereitete Triebwagen zur Verfügung.
Es fehlt einzig und allein am politischen Willen, sich für die Haager-Lies
einzusetzen und Schienenverkehr in der Hausruckregion wieder möglich zu
machen. Mit Investitionen in der Höhe von 1 Mio. EURO + Taktverkehr könnte
sie sogar in kürzester Zeit attraktiviert und beschleunigt werden, und
man würde eine Fahrgaststeigerung wie auf der Vorchdorfer- oder Attergaubahn
erreichen.
Geld, von dem die gesamte Hausruckregion profitiert und sanften Tourismus
wieder ermöglicht: Hausruckexpress zur Landesausstellung 2010, Bahnradrundreisen,
Westernüberfälle, Messeverkehr, u.a.m. (Pressemeldung
Arge Haager-Lies, 25.03.10).
Universal-Servicearbeitsstand
für Schienenfahrzeuge im ÖBB-Werk Jedlersdorf
 
Franz Seiser, Geschäftsführer ÖBB-Technische Services und Gerald Anderwald,
Standortleiter TS-Werk Jedlersdorf (von rechts) vor dem neuen Universal-Servicearbeitsstand.
Fotos ÖBB.
Mit
Jahresbeginn wurden in der hochmodernen ÖBB-Multifunktionswerkstätte
in Wien Jedlersdorf weltweit die beiden ersten Universal-Servicearbeitsstände
in Betrieb genommen. „Der erste Entwurf entstand auf einem simplen
Tischtuch, das Resultat ist beeindruckend. Mit den gemeinsam von der ÖBB-Technische
Services GmbH und Windhoff Bahn- und Anlagentechnik GmbH entwickelten
Universal-Servicearbeits-ständen wird ein neues Kapitel der Instandhaltung
von Schienenfahrzeugen aufgeschlagen“, so Franz Seiser, Geschäftsführer
der ÖBB-Technische Services GmbH.
Der neu entwickelte Arbeitsstand kann einen vierteiligen, 116-Tonnen schweren
Talent-Nahverkehrszug mühelos anheben und auch trennen. Das Besondere
daran: Ein moderner Talent-Triebwagen verfügt über so genannte
Jakobs-Drehgestelle, auf die sich zwei aufeinanderfolgende Fahrzeuge gleichzeitig
abstützen. Dieses Drehgestell befindet sich direkt unter dem Übergang
zweier fest verbundener Fahrzeuge, wodurch beim Anheben und anschließendem
Trennen der Wagen neue Techniken angewendet werden müssen. Selbstverständlich
kann der neue Arbeitsstand aber auch Schienenfahrzeuge mit zwei Drehgestellen
pro Wagen heben und trennen.
Der Universal-Servicearbeitsstand ermöglicht wirtschaftliches, ergonomisches
und sicheres Arbeiten auf drei Ebenen gleichzeitig – unterhalb des
Wagens, im Wagen sowie am Dach. Diese Arbeitsstände sind weltweit
einzigartig und schaffen die Voraussetzung für optimale Instandhaltung
und höchstmögliche Verfügbarkeit der Schienenfahrzeuge
durch kürzere Standzeiten. Die ersten beiden Anlagen weltweit wurden
Anfang 2010 im ÖBB-Werk Jedlersdorf in Betrieb genommen.
Das Werk Jedlersdorf ist der drittgrößte Standort der ÖBB-TS
GmbH österreichweit und der größte in Wien. Mit einem
Investitionsvolumen von 16,4 Millionen Euro wurde aus einer reinen Güterwagenwerkstätte
eine moderne Multifunktionswerkstätte geschaffen, in der Züge
am aktuellsten Stand der Technik gewartet werden.
Neben der Wartung und Instandhaltung von Güterwagen und der kompletten
S-Bahn-Flotte österreichweit (188 Talent-Nahverkehrszüge, 119
S-Bahn-Garnituren der Reihe 4020) gehört zu den Aufgaben dieses Standorts
auch die Wartung von Komponenten (Klimaanlagen, Fahrzeugelektronik, Vacuum-WCs
und Bremsbauteile) und die Fertigung der railjet-Kabelkanäle (Pressemeldung
ÖBB, 19.03.10).
Bericht
über "Gemeinwirtschaftliche Leistungen der ÖBB und Privatbahnen
2008"
Verkehrsministerin Doris Bures hat am Mittwoch im parlamentarischen Verkehrsausschuss
den Bericht über "Gemeinwirtschaftliche Leistungen der ÖBB
und Privatbahnen 2008" erläutert. Diese gemeinwirtschaftlichen
Leistungen dienen dazu, die Tarife für die KundInnen attraktiv und
leistbar zu gestalten, das hohe Niveau im öffentlichen Schienennahverkehr
aufrecht zu erhalten sowie den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern
- und die Bahn somit zu DEM umweltfreundlichen Verkehrsmittel der Zukunft
zu machen. 2008 hat der Bund gemeinwirtschaftliche Leistungen von ÖBB
und Privatbahnen in der Höhe von 674 Mio. Euro bestellt.
Mit diesen Mitteln werden konkret finanziert: - bestellte gemeinwirtschaftliche
Leistungen wie gestützte Pendlertarife, gestützte Vorteilskarten
(dzt. 1,8 Mio. Karten) für SeniorInnen, StudentInnen, Familien und
Menschen mit besonderen Bedürfnissen - eines der wichtigsten Projekte
zur Verlagerung des Güterverkehr von der Straße auf die Schiene
- die Rollende Landstraße - Förderungen für spezielle
Güterverkehre wie gefährliche Gütertransporte.
"Attraktive Tarife für die KundInnen und eine weitere Verlagerung
des Güterverkehrs von der Straße auf die umweltfreundliche
Schiene - das sind ganz zentrale Vorhaben für den öffentlichen
Verkehr, die wir seitens des Bundes auch mit der Finanzierung gemeinwirtschaftlicher
Leistungen sicherstellen", so die Verkehrsministerin (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 18.03.10).
ÖBB-Investitionspaket
ist eine Konjunkturlokomotive in Salzburg

Investitionen in die S-Bahn Salzburg bringen eine enorme Wertschöpfung
für die Region: jeder investierte Euro rollt 4,6 mal in die regionale
Wirtschaft zurück. Föto ÖBB.
Die Bauprojekte der ÖBB bringen nicht nur mehr Komfort und ein besseres
Angebot für Bahnkunden, sie sind auch für Österreichs Wirtschaft
enorm wichtig. Das belegen neue Untersuchungen des Instituts für
Höhere Studien (IHS), des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) und
von Joanneum Research, die am 16.03.10 in Salzburg von Andreas Matthä,
Vorstandssprecher der ÖBB-Infrastruktur AG, und Landeshauptfrau Gabi
Burgstaller, präsentiert wurden.
Die zentralen Ergebnisse: Die ÖBB-Investitionen für Neubauprojekte
belaufen sich im Bundesland Salzburg auf rund 590 Mio. Euro. Zusätzliche
werden laufend Instandhaltungsarbeiten in Millionenhöhe durchgeführt.
Diese Investitionen sichern und schaffen jährlich rund 2.500 Arbeitsplätze.
Mit der Bahninfrastruktur erhalten die Kunden ein modernes, komfortables
Verkehrsangebot, es werden nachhaltige Werte geschaffen und die Salzburger
Wirtschaft bekommt wichtige Impulse.
Die
ÖBB investieren in laufende Großprojekte im Bundesland Salzburg
mehr als eine halbe Milliarde Euro. Der Umbau des Salzburger Hauptbahnhofs
mit einem Investitionsvolumen von 275 Mio. Euro führt die Liste an,
gefolgt von dem S-Bahn Ausbau zwischen Hauptbahnhof und Freilassing. Alleine
für den „Westast“ der S-Bahn werden 202 Mio. Euro investiert.
Das Land Salzburg beteiligt sich an den Kosten mit 20 Prozent.
Aber auch die Baumaßnahmen im Rahmen des Konjunkturpakets, wie der
geplante Bau der Haltestellen in Hallwang-Elixhausen und die Unterführung
in Seekirchen, haben positive Auswirkungen nicht nur auf die Bahnkunden,
sondern auf die gesamte Region. Alleine für Instandhaltungsarbeiten
werden heuer im Bundesland rund 68 Mio. Euro investiert.
Heuer werden in Salzburg 2.500 Arbeitsplätze durch ÖBB-Investitionen
gesichert. Die neue Studie zeigt, dass die Investitionen während
der Bauphase, aber auch in der Betriebszeit eine enorme Auswirkung auf
den Arbeitsmarkt haben. Betrachtet man die Periode von 2009-2013, so schafft
bzw. sichert der Umbau des Hauptbahnhofs jährlich 750 Arbeitsplätze.
Der Westast der S-Bahn gibt immerhin mehr als 300 Menschen pro Jahr einen
Arbeitsplatz. Die Neubauprojekte der ÖBB sind Grund dafür, dass
1.150 Menschen im Bundesland ein Beschäftigungsverhältnis haben.
„Die ÖBB-Investitionen in Neubau, Ausbau und Instandhaltung
sichern oder schaffen heuer im Bundesland Salzburg rund 2.500 Arbeitsplätze“,
so ÖBB-Vorstand Andreas Matthä.
Die
Infrastruktur-Investitionen stärken den arbeitsmarktpolitischen Kurs
des Landes Salzburg, die Wirtschaft bestmöglich bei der Sicherung
bestehender und der Schaffung neuer Arbeitsplätze zu unterstützen",
erklärte Landeshauptfrau Burgstaller. Es sei daher auch kein Zufall,
dass Salzburg bei den Arbeitsmarktdaten seit Jahren immer an vorderster
Stelle liege und mittlerweile im Österreichvergleich wieder an erster
Stelle liege, so Burgstaller.
Die beiden Großprojekte S-Bahn Salzburg und Umbau Hauptbahnhof befinden
sich im Zentralraum. Doch auch im Pinzgau stehen wichtige Wirtschaftsimpulse
durch ÖBB-Projekte bevor. „Wir haben das Wasserkraftwerksprojekt
Tauernmoos bereits zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht.
Wenn das Verfahren rasch abgewickelt wird, könnten wir ab dem kommenden
Jahr 170 Mio. Euro in den Kraftwerksbau investieren“, so Andreas
Matthä. Die beiden Pinzgauer Bahnhöfe Bruck-Fusch und Taxenbach-Rauris
werden um insgesamt 15 Mio. Euro bis Jahresende erneuert.
Mit
ihren Infrastruktur-Investitionen lösen die ÖBB umfangreiche
Investitionen bei Unternehmen und in der Folge auch Konsumausgaben bei
deren Mitarbeitern aus. Zudem entstehen durch den Betrieb der neuen Infrastruktur
beachtliche Wertschöpfungspotenziale. Ein investierter Euro erzielt
dadurch eine volkswirtschaftliche Wertschöpfung von 2 Euro. Betrachtet
man das gesamte Investitionsprogramm der ÖBB werden gemäß
Rahmenplan 2009 – 2014 rund 34 Mrd. Euro investiert. Durch den Bau
und Betrieb dieser Investitionen entsteht eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts
um 72 Mrd. Euro.
Neben
den positiven Effekten auf das BIP und dem Multiplikator-Effekt in der
Wirtschaft bewirken die ÖBB-Investitionen auch hohe Rückflüsse
an Steuern und Sozialabgaben. Bereits während der Bauphase fließen
50 bis 55 Prozent der Investitionssumme als Einnahmen (Steuern, Abgaben
und Sozialversicherungsbeiträge) in den Staatshaushalt zurück.
Die steuerlichen Rückflüsse in der Bau- und Betriebsphase von
ÖBB-Anlagen liegen bei ca. 80 Prozent. Das heißt, dass mehr
als drei Viertel der Investitionen über das Steuersystem wieder an
die öffentliche Hand zurück fließen (Pressemeldung
ÖBB, 18.03.10).
Millionster
Container mit Holzhackschnitzeln in Gratkorn
In Gratkorn befindet sich Österreichs bedeutendster Umschlagplatz der
Papierindustrie. Holzhack-schnitzel sind der wichtigste Rohstoff für die
Produktion von Papier. Seit 2004 setzt die Firma Sappi am Standort Gratkorn
auf den innovativen Spezialcontainer der steirischen Innofreight-Gruppe.
Rail Cargo Austria wickelt die Schienengütertransporte ab.
Am Freitag wurde der millionste Container mit Holzhackschnitzel entladen.
Beim Jubiläum waren Infrastrukturministerin Doris Bures und der steirische
Landeshauptmann Franz Voves als Ehrengäste dabei. "Österreich zählt in
der EU heute schon zu den Besten im Schienengüterverkehr. Und wir wollen
noch besser werden, noch mehr Transporte von der Straße auf die umweltfreundliche
Schiene holen. Innovative Transportsysteme wie der WoodTainer leisten
dazu einen wertvollen Beitrag", erklärte Bures in Gratkorn.
Landeshauptmann Voves: "Es freut mich, mit dem heutigen Jubiläumstransport
zu sehen, dass steirische Unternehmen, national und international gut
vernetzt, durch Forschung, Entwicklung und Innovation wirtschaftlich höchst
erfolgreich in die Zukunft gehen. Nicht nur im Bereich Beschäftigung,
sondern auch im Klima- und Umweltschutz wird hier ein vorbildlicher Beitrag
geleistet."
Für Sappi, dem weltweit führenden Hersteller von gestrichenen Feinpapieren,
hat Umweltschutz - und somit auch der Bahntransport - seit jeher hohe
Priorität! Um diese Unternehmensleitlinie zukunftssicher zu gestalten,
war man in Gratkorn gemeinsam mit der Papierholz Austria GmbH schon seit
Längerem auf der Suche nach einem Transportsystem für Hackschnitzel, das
den zukünftigen Anforderungen gerecht werden konnte: Umweltfreundlich,
flexibel und robust. Nach umfangreichen Tests und Analysen von verschiedenen
Systemen und Anbietern kristallisierte sich der WoodTainer von Innofreight
als optimale Lösung heraus.
Nach der Grundsatzentscheidung war es notwendig, auch die werkseigenen
Gleisanlagen entsprechend zu adaptieren und zu erweitern. Eine Entscheidung,
die Sappi trotz erheblicher Investitionen leicht gefallen ist, da schnell
klar war, welches Potenzial im Verkehr mit Containertransporten steckt.
Ein Potenzial, das Sappi Gratkorn heute ermöglicht, mehr als 90 Prozent
der schienenrelevanten Hackguttransporte mit der Bahn abzuwickeln.
Die steirische Innofreight-Gruppe hat vor acht Jahren mit der Entwicklung
des Spezialcontainers "WoodTainer" begonnen und verfügt derzeit über 2.500
Behälter im Fuhrpark, die bei Güterbahnen wie Rail Cargo Austria, DB Schenker
Rail oder SBB Cargo erfolgreich im Einsatz stehen. Allein bei RCA werden
derzeit 1.200 WoodTainer im kombinierten Verkehr eingesetzt. Der Spezialcontainer
ist auf die Transportbedürfnisse der Papier-, Energie-, Zellstoff- und
Holzindustrie zugeschnitten und bringt durch die Kombination von Schiene
und Straße als Verkehrsträger nachweisbare Leistungs- und Kostenvorteile.
"Die gute Partnerschaft zwischen den Bahnen und Innofreight macht den
Erfolg aus. Die Güterbahnen können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren,
wir entwickeln die passenden Transportmittel und stellen diese zur Verfügung",
so Wanek-Pusset, Geschäftsführer von Innofreight.
In ganz Europa wurden im Vorjahr mit dem WoodTainer vier Millionen Tonnen
Schüttgüter transportiert. 200.000 Lkw-Fahrten konnten dadurch vermieden
werden - mit positiven Auswirkungen auf die Umweltbilanz.
Innofreight bringt in diesem Jahr mit dem ArgoTainerXXXL und WoodTainer
XS zwei weitere Spezialbehälter auf den Markt, die für nässeempfindliche
Güter geeignet sind (Pressemeldung ÖBB, 15.03.10).
IV-Präsident Sorger begrüßt Bestellung von Christian Kern
Als "Chance, die es im Sinne des gesamten Industrie- und Arbeitsstandortes
zu nutzen gilt" bezeichnete der Präsident der Industriellenvereinigung
(IV) Dr. Veit Sorger am 09.03.10 die personelle Neuaufstellung der Österreichischen
Bundesbahnen (ÖBB) im Rahmen der jüngsten Aufsichtsratssitzung.
Der IV-Präsident begrüßte die Bestellung von Mag. Christian Kern zum Vorstandssprecher
der ÖBB-Holding. Dieser habe sich beim Verbund als Manager "ein klares
Profil erarbeitet, das ihn auf die neuen Herausforderungen zweifellos
gut vorbereitet".
Sorger betonte, es gelte, "Infrastrukturausbau als Zukunftsinvestition
zu verstehen, die strategisch anzulegen und mit dem notwendigen Commitment
auch der Politik mittel- und langfristig umzusetzen ist. Dies kommt -
richtig gemacht - der Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft
zugute."
Der IV-Präsident würdigte in diesem Zusammenhang auch den scheidenden
ÖBB-Chef DI Peter Klugar, der das Unternehmen in schwierigen Zeiten geführt
und für die Bahn wesentliche Fragen adressiert habe (Pressemeldung Industriellenvereinigung,
10.03.10).
Kern
und Seiser als neue ÖBB-Vorstände bestellt
Der ÖBB-Aufsichtsrat hat Christian Kern soeben zum neuen ÖBB-Chef bestellt,
das berichtet oe24.at unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.
Der jetzige Verbund-Vorstand Kern erhält bei den ÖBB einen Fünf-Jahres-Vertrag
und wird die Nachfolge von Peter Klugar antreten.
ÖBB-Werkstättenleiter Franz Seiser übernimmt das Vorstandsmandat von Gustav
Poschalko in der Holding (Pressemeldung ÖSTERREICH, 10.03.10).
Siemens
Österreich setzt auf Spirit Design bei Marktoffensive

Siemens Österreich hat mit Viaggio Comfort eine neue Eisenbahnplattform
entwickelt, die nun weltweit vermarktet werden soll. Dazu bedarf es überzeugender
Gestaltungsvorschläge für das Exterior und Interior Design möglicher
Zugkonfigurationen, um potentielle Kunden auf den ersten Blick zu begeistern.
Diesbezüglich verlässt sich Siemens Österreich auf Spirit
Design aus Wien.
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen hat sich schon bei
früheren Zugprojekten bewährt, z. B. dem Wiener CAT City Airport
Train und dem ÖBB railjet. Beide Züge wurden mehrfach bei internationalen
Designpreisen ausgezeichnet.
Daniel Huber, Managing Partner Product bei Spirit Design, erklärt
zur Zusammenarbeit: „Wir konnten hier unsere Ideen zum Thema Zukunft
der Bahn sehr gut einbringen: Der Fokus ist auf Qualität ausgerichtet,
im Sinne von Komfort und Geschwindigkeit, bei gleichzeitig hoher ökologischer
und ökonomischer Effizienz. Der Viaggio Comfort stellt im Gegensatz
zu anderen Hochgeschwindigkeitszügen kein reines Prestigeobjekt dar;
die Sinnhaftigkeit steht klar im Vordergrund, ebenso wie der Nutzen für
Betreiber, Passagiere und die Umwelt. Ich denke, das zeigt den Weg in
die Zukunft und wird die Bahn auf internationaler Ebene wesentlich wettbewerbsfähiger
machen.“
Das Design hat nicht nur die Aufgabe, optisch zu gefallen – seine
Funktion geht darüber weit hinaus. Es muss die oben genannten Attribute
in eine sichtbare Sprache übersetzen, sodass die Kunden die vorteilhaften
Eigenschaften des betreffenden Zuges emotional begreifen können.
Außerdem unterstützt das Design die Kosten- und Ressourceneffizienz
in der Produktion. Huber: „Wir arbeiten im Exterior Design mit einer
sehr dynamischen, klaren und schnörkellosen Formensprache –
fokussiert auf die aerodynamischen Erfordernisse und die Anforderungen
der Fertigungstechnik im Assembling. Dieses Prinzip setzt sich in der
Gestaltung des Innenaufbaus fort. Wir legen sehr großen Wert darauf,
dass unsere Entwicklungen Hand in Hand mit den Vorstellungen der Produzenten
gehen, vor allem in Bezug auf effiziente und aufwandsoptimierte Fertigung.
Design ist eben nicht nur Styling, sondern trägt auch zur Ressourcenschonung
und Reduzierung der Kosten bei.“ (Pressemeldung Spirit Design, 10.03.10).
Rail
Cargo Hungaria aus der Taufe gehoben
Vor rund 350 geladenen Gästen präsentierte gestern Abend die RCA-Tochter
MÁV Cargo ihren neuen Namen. Künftig wird das Unternehmen unter dem Namen
Rail Cargo Hungaria auftreten. Das ehemalige Güterverkehrsunternehmen
der staatlichen MÁV wurde 2008 privatisiert. Rail Cargo Austria bekam
damals als Höchstbieter den Zuschlag.
"Die Änderungen und Modernisierungen seit der Privatisierung führten unser
Unternehmen in eine neue Epoche seiner Geschichte. Die Qualität unserer
Dienstleistungen wurde stark verbessert, während gleichzeitig Betriebskosten
erheblich reduziert wurden. Wir setzten uns neue Ziele und formulierten
eine neue Mission. Struktur und Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens
unterscheiden sich heute wesentlich vom Stand vor der Privatisierung.
Diese positive Entwicklung nach dem Neustart unter Rail Cargo Austria
unterstreichen wir nun mit der Namens- und Markenänderung", betonte Imre
Kovács, Generaldirektor der Rail Cargo Hungaria Zrt. bei der feierlichen
Präsentation vor rund 350 geladenen Kunden und Partnern.
Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes Rail Cargo Austria, erklärte
in Budapest, dass der Konzern gemeinsam mit der ungarischen Tochtergesellschaft
zum führenden Güterverkehrsunternehmen auf dem südosteuropäischen Markt
wurde. Rail Cargo Austria ist mengenmäßig mittlerweile die Nummer 2 im
europäischen Schienengüterverkehr. "Rail Cargo Hungaria wird eine wesentliche
Rolle im kombinierten Verkehr in den Ländern Südosteuropas ausüben. Dies
bedeutet eine weitere Stärkung des RCA-Konzerns am Donaukorridor. Unsere
Züge fahren heute von Mailand und der Adria über Wien und Budapest bis
an das Schwarze Meer und die türkische Grenze.", erklärte Macher.
Der Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung von Rail Cargo Hungaria
wurde nach dem Kauf von MÁV Cargo Zrt. im Projekt "Joining Forces" gelegt.
Dort wurde eine Vielzahl an Einzelprojekten gestartet, um Organisation,
Prozesse und Strukturen zu optimieren, die bereits Synergieeffekte im
Wert von mehreren Millionen Euro brachten. Bis 2012 werden Struktur- und
Prozessverbesserungen in der Höhe von rund 50 Mio. Euro zu Buche schlagen,
das Neugeschäft noch nicht mitgerechnet.
Durch die Optimierung der Verkehrsrouten gelang es beispielsweise, die
Beförderungskilometer bis zu den Bestimmungsbahnhöfen um 17% zu reduzieren.
Das bedeutet signifikant niedrigere Traktions- und Infrastrukturkosten
und führte zu wesentlich kürzeren Beförderungszeiten. Auch die Grenzaufenthalte
konnten durch Vertrauenszüge von rund zwei Stunden auf wenige Minuten
reduziert werden.
Als Meilensteine müssen auch der Auf- und Ausbau einer eigenen ungarischen
Traktion und die Modernisierung der Informationssysteme hervorgehoben
werden. Die Rail Cargo Austria fördert die Entwicklung ihrer Tochter gemäß
den Verpflichtungen im Privatisierungsvertrag mit jährlich 8,7 Milliarden
HUF. In diesem Rahmen kamen 2009 11 Taurus-Lokomotiven nach Ungarn.
Das Unternehmen begann den Ausbau der SAP-Datenverwaltung und beteiligte
sich an der Errichtung des Terminals Rail Port Arad, der zur Markterweiterung
in Rumänien als Sprungbrett dient. Das Unternehmen wirbt seit Herbst vorigen
Jahres Lokführer an. So fuhr sein erster vollständig eigener Zug (mit
eigener Lokomotive und eigenem Lokführer) im Januar 2010. Im Laufe des
Jahres wird die Zahl der Lokführer 100 übersteigen und die Lokflotte wird
auf 29 moderne Loks erweitert (Pressemeldung ÖBB, 08.03.10).
Letzte
Gleistragplatte im Arlbergbahntunnel montiert
 
Martin Spiß (Baumanger) und Karl Hartleitner (Projektleiter) von den ÖBB
unterstützen die Verlegung der letzten Platte. Fotos Landeckfilm.
Eines der größten sicherheitstechnischen Projekte der ÖBB-Infrastruktur
AG wird im zehn Kilometer langen Arlbergbahntunnel zwischen Langen (Vorarlberg)
und St. Anton am Arlberg (Tirol) umgesetzt. Im zweigleisigen Tunnel steht
für den täglichen Zugfahrplan durch die Arbeiten lediglich ein
Streckengleis zur Verfügung.
Am zweiten Gleis wird weiter im 24 Stunden Schichtbetrieb mit Hochdruck
gearbeitet und ÖBB Projektleiter Mag. Karl Hartleitner kann heute
einen weiteren Etappenschritt erfolgreich abschließen. Für
die Herstellung einer festen Fahrbahn – um den Tunnel im Einsatzfall
auch für Straßenfahrzeuge befahrbar zu machen – wurden
in den letzten beiden Jahren je zehn m² große und rund 4,5
Tonnen schwere Einzelgleistragplatten montiert. „Mit der heutigen
Verlegung der 3.716en und letzten Gleistragplatte sind die gesamten 21.000
m² des Arlbergbahntunnels mit einem straßenbahnähnlichen
Gleis ausgestattet. Die Schienen liegen tiefer und können nach Fertigstellung
im Dezember von Einsatzstraßenfahrzeugen problemlos befahren werden“,
so ÖBB Projektleiter Karl Hartleitner.
Die Hauptvorteile einer Festen Fahrbahn sind zum bekannten und wichtigen
Sicherheitsaspekt zudem die gegenüber dem herkömmlichen Gleis
erheblich geringeren Erhaltungsaufwendungen. Weiters bringt diese Gleisform
eine längere Nutzungsdauer sowie eine verbesserte Genauigkeit der
Fahrspur und damit verbunden eine größere Laufruhe der Schienenfahrzeuge.
Für das Auslegen der einzelnen Gleistragplatten ist exaktes, millimetergenaues
Arbeiten erforderlich. „Vergleichbar mit dem Zusammenstecken der
einzelnen Gleisfelder bei der kleinen Modelleisenbahn im Wohnzimmer, machen
wir das XXL-Format im Arlbergeisenbahntunnel mit tonnenschweren Einzelstücken“,
so der ÖBB-Projektleiter. Im Vorfeld wird der Untergrund entsprechend
vorbereitet, die Tragplatten werden millimetergenau aufgelegt und mit
vier Spindeln pro Platte eingerichtet. Erst im Anschluss wird der Zwischenraum
vom Untergrund zur Gleistragplatte mit einer hochfließfähigen
Spezialbetonmasse ausgegossen. Die über 3.700 Einzelplatten wurden
in Rechnitz im Burgenland erzeugt. Umweltfreundlich per Bahn mit der Rail
Cargo Austria (ÖBB Güterverkehrssparte) erfolgte der Transport
in 310 Einzelwaggons aus dem Burgenland ins Arlberggebiet. Ein zusammengestellter
Zug mit den Gleistragplatten auf den Waggons würde eine beschauliche
Zuglänge von 6,2 km ergeben. Die Materialkosten der Betonteile liegen
bei rund 6,5 Mio. Euro.
Als nächster Schritt werden ab März auf dem derzeitigen Baugleis
die Signal-, Funk-, Beleuchtungs- und Telekomanlagen neu errichtet. Zudem
wird mit der Umsetzung zum Einbau einer „Stromschienenoberleitung“
begonnen. Die Stromschiene stellt eine neue Bauform dar, die erhaltungstechnische
Vorteile bietet, weil sie sowohl stabiler als auch pflegeleichter ist.
Die zusätzliche Stabilität gewinnt die Stromschiene durch mehr
Aufhängungspunkte der Fahrleitung. Trag- und Zugseile für die
Spannung der Fahrleitung fallen dabei weg. Außerordentliche Tunnelsperren
für Erhaltungsarbeiten (Wartung und Service) können entfallen.
Mit Anfang August wird das derzeitige Baugleis fertig sein und die Arbeiten
wechseln auf das zweite Gleis wo ebenfalls Stromschiene und technische
Anlagen bis zum Fahrplanwechsel Ende 2010 erneuert werden. Ab Mitte Dezember
soll der Arlbergtunnel erstmalig nach fast 5 Jahren wieder zweigleisig
befahrbar sein. Sämtliche Arbeiten finden bei laufendem Bahnbetrieb
statt, daher spielt die Sicherheit der Arbeiter eine sehr große
Rolle. So sind die Züge im Arbeitsbereich am Nachbargleis mit Geschwindigkeitsbeschränkung
unterwegs und eigene Sicherungsposten im Einsatz. Zudem werden die Arbeiter
durch eine optische und akustische Warnanlage auf herannahende Züge
aufmerksam gemacht (Pressemeldung ÖBB, 02.03.10).
Letzte
"aktive" HF 130 C vor Reaktivierung
 
Bei Gmeinder unter der Fab. Nr. 4199 im Jahr 1944 für die Deutsche
Wehrmacht gebaut, kam diese Lokomotive in Diensten der ÖBB erstmals
1950 als 2092.02 in Zell am See zum Einsatz. Obwohl seit Jahren nicht
mehr in Betrieb, blieb diese Lok im Stand der ÖBB und wurde zum 01.07.2008
an die Salzburger Lokalbahn verkauft.
Da für Zell a. See Tischlerhäusl im Verschub eine leistungsfähige
Rangierlok benötigt wird, fiel der Entscheid für die Aufarbeitung
dieser typischen Lokomotive. Neben der Hauptuntersuchung und einen neuen
Kleid in SLB-Norm erhält die aktuell einzig aktive HF 130 C auch
erstmals eine Vakuumbremsanlage - dies wird künftig auch den Bauzugeinsatz
ermöglichen.
Rechtzeitig vor der Bausaison 2010 soll dieses Schmuckstück - jetzt
als SLB Vs 51 bezeichnet - dem Betriebsdienst zur Verfügung stehen.
Nach Fertigstellung der Arbeiten soll auch die Vs 72 (ex ÖBB 2095.04)
final für den Einsatz im Pinzgau auf Hochglanz gebracht werden
(Gunter Mackinger, 01.03.10).
616
Millionen gemeinwirtschaftliche Leistungen der ÖBB im Jahr 2008
Auf rund 616 Mill. € beliefen sich im Jahr 2008 die vom Bund bestellten
gemeinwirtschaftlichen Leistungen der ÖBB, jene der Privatbahnen betrugen
knapp 44 Mill. €. Dies geht aus einem entsprechenden Bericht (III-115
d.B.) hervor, den Verkehrsministerin Doris Bures nun dem Parlament vorlegte.
347 Mill. € bezahlte demnach der Bund an die ÖBB für die unter dem Titel
Ökobonus zusammen-gefassten geförderten Zeitkarten und diversen Halbpreispässe,
der Kilometerleistungszuschuss des Quantitätsbonus wiederum schlug sich
mit rund 122 Mill. € zu Buche, für den Qualitätsbonus wurden 29 Mill.
€ ausgegeben.
4,6 Mill. € bezahlte der Bund an die ÖBB für die Aufrechterhaltung von
Nebenbahnen in Niederösterreich, im Wesentlichen die Mariazellerbahn und
die Ybbstalbahn, sowie für den Betrieb der Autoschleuse durch den Tauerntunnel.
Für Kombitickets, die im Rahmen der EURO 2008 zur kostenlosen Benützung
der ÖBB-Züge berechtigten, wurden 4,96 Mill. € vereinbart und abgerechnet.
Was den Güterverkehr betrifft, verfolgt der Bund mit den von ihm bestellten
gemeinwirtschaftlichen Leistungen das Ziel der Verlagerung des Verkehrs
von der Straße auf die Schiene. In diesem Sinn wurden im Rahmen des Kombinierten
Verkehrs 2008 seitens der Rail Cargo Austria AG 47,257 Mill. € und unter
dem Titel des Gefahrengutverkehrs 62,160 Mill. € abgerechnet.
Insgesamt lag die Summe aller vom Bund bei der ÖBB bestellten gesamtwirtschaftlichen
Leistungen für Personen- und Güterverkehr 2008 um rund 42 Mill. € über
dem Betrag des Jahres 2007 (Pressemeldung
Parlamentskorrespondenz, 26.02.10).
Aktuelle
Stunde zum Thema Bahnübernahme im NÖ Landtag
Der Landtag von Niederösterreich trat am 25.02.10 um 13 Uhr unter dem
Vorsitz von Präsident Ing. Hans Penz zu einer Sitzung zusammen. Zu Beginn
wurde eine Aktuelle Stunde zum Thema "Bahnübernahme - Chance für Niederösterreich"
abgehalten.
• Abgeordneter Mag. Karl W i l f i n g (VP) sprach von einem Verhandlungserfolg
von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Landesrat Mag. Johann Heuras.
So würden sich in der Verkehrspolitik des Landes neue Perspektiven eröffnen.
Jetzt gelte es, über die Gestaltung der 600 Kilometer Bahnstrecken nachzudenken.
Seitens des Landes, des Bundes und der ÖBB würden 140 Millionen Euro hier
investiert werden. Man wolle hier einen neuen Impuls geben und auch Wirtschaftsimpulse
setzen. Damit im Zusammenhang stehe auch eine Umstrukturierung der NÖVOG.
Organisatorisch und rechtlich würden alle Vorkehrungen getroffen, um die
Versäumnisse der ÖBB auszuräumen.
• Abgeordneter Erich K ö n i g s b e r g e r (FP) sprach im Gegensatz
zu seinem Vorredner von einem "enttäuschenden Übereinkommen", das nur
Lippenbekenntnisse enthalte. Die ÖBB hätten die Nebenbahnen zwar schlecht
geführt, seien aber "wenigstens gefahren". Von einem Erhalt der Nebenbahnen
sei man momentan "meilenweit entfernt". Zuletzt merkte er an, dass neue
Fahrzeuggarnituren nicht so rasch geliefert werden könnten, wie sie angekündigt
wurden.
• Abgeordneter Anton K a s s e r (VP) stellte fest, dass "Mobilität"
früher anders definiert wurde als es heute zu definieren sei. Der öffentliche
Verkehr stehe immer in Konkurrenz mit dem Individualverkehr. Es sei ein
zeitgemäßer und attraktiver öffentlicher Verkehr gefordert; es gebe nun
Anlass zur Hoffnung auf eine derartige Attraktivierung.
• Abgeordneter Gerhard R a z b o r c a n (SP) meinte, dass auch
er froh sei, dass in dieser Causa Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und
Bundesministerin Doris Bures voriges Jahr die "Notbremse gezogen" hätten.
So könne man jetzt im eigenen Land die eigene Verkehrspolitik gestalten.
Allerdings sei fraglich, ob die bestehenden Chancen auch genutzt werden
können und wie viele Nebenbahnen am Ende fahren werden. Seiner Meinung
nach sollten Gespräche mit den MitarbeiterInnen geführt werden.
• Abgeordneter Amrita E n z i n g e r (G) betonte, dass die Bahnübernahme
"noch lange keine Chance für Niederösterreich" darstelle. Die CO2-Reduktion
sei der VP NÖ egal. Bezüglich der Ybbstalbahn stelle sich die Frage, wer
den Bedarf erhebe. Die Antwort auf viel Verkehr könne nicht noch mehr
Straße heißen. Die Überlegungen zum öffentlichen Verkehr seien in Niederösterreich
"in der Steinzeit stehen geblieben". Die Petition der Bürgerinitiative
mit 11.000 Unterschriften müsse ernst genommen werden.
• Klubobmann Gottfried W a l d h ä u s l (FP) meinte, die Bahnübernahme
sei sehr wohl eine Chance. Die Bevölkerung habe das auch geglaubt. In
Wahrheit gehe es aber auch dem Land Niederösterreich wie dem Bund nur
ums Zusperren. Die Zeit, in der es nur um Wirtschaftlichkeit gehe, müsse
vorbei sein. Mit dem Geld, das bei der Hypo "verzockt" worden sei, könnten
alle Bahnen erhalten bleiben. Das Ziel müsste die beste Lösung für alle
Pendler sein.
• Abgeordneter Ing. Johann H o f b a u e r (VP) betonte, man brauche
keine 11.000 Unterschriften, um etwas zu unternehmen. Niederösterreich
befinde sich bereits in der Umsetzung des Pakts. Man werde individuelle
Lösungen für alle Strecken anbieten. Auf der Waldviertler Schmalspurbahn
etwa habe sich die wirtschaftliche Lage trotz weniger Betriebstage verbessert.
• Abgeordneter Herbert T h u m p s e r (SP) sagte, es gehe offensichtlich
nicht um Ausbau und Attraktivierung, sondern um eine Politik des Zusperrens.
Das sei aber ein "Holzweg", wie die Investitionen in den öffentlichen
Verkehr in anderen Bundesländern zeigten. Die Bürgerinitiativen brächten
Wissen, Engagement und Kreativität ein. Wenn einmal der Personenverkehr
weggenommen werde, falle bald auch der Güterverkehr weg.
• Landesrat Mag. Johann H e u r a s (VP) führte aus, diese polemische
Diskussion hätten sich die Menschen nicht verdient. Das Gesamtpaket sei
ein riesiger Erfolg für Niederösterreich. Er bekenne sich uneingeschränkt
dazu, dass es mehr Geld nur für mehr Qualität gebe. Niederösterreich habe
die Nebenbahnen nicht übernommen, um sie zu sperren. Das ergebe ja keinen
Sinn. Abschließend kündigte er an, in die Regionen gehen zu wollen, um
gemeinsam mit den Betroffenen bestmögliche Lösungen zu finden.
• Abgeordnete Dr. Helga K r i s m e r - H u b e r (G) meinte, es
seien die Mitglieder des Landtages niemals eingeladen worden, um sie über
die Verhandlungen zu informieren.
• Abgeordneter Martin S c h u s t e r (VP) berichtete zu einem Antrag
betreffend Änderung des NÖ Straßengesetzes 1999.
• Abgeordnete Amrita E n z i n g e r (G) kündigte an, dass die Grünen
dem Antrag nicht zustimmen werden, weil hier wieder der Schwerpunkt auf
den Straßen liege.
• Abgeordneter Erich K ö n i g s b e r g e r (FP) sagte, die Aufgaben
für das Land hätten sich verschoben und eine Anpassung sei nötig geworden.
Außerdem müssten EU-Richtlinien umgesetzt werden. Seine Fraktion halte
die Novellierung für notwendig und werde ihr die Zustimmung erteilen.
• Abgeordneter Josef J a h r m a n n (SP) sprach von einer Anpassung
an die Bundesregelung. Das NÖ Straßengesetz trage dem bei dieser Novelle
Rechnung. Hinzu komme die Umsetzung der Richtlinien des Europäischen Parlaments.
Dies sei ein notwendiger Schritt, die SP werde dem zustimmen.
• Abgeordneter DI Willibald E i g n e r (VP) betonte, seit der letzten
Novellierung im Jahr 1999 habe sich die Straßenerhaltung stark verändert.
Darum solle das NÖ Straßengesetz ergänzt und klarer formuliert werden.
Dies betreffe z. B. die Planung von Straßen oder das Bewilligungsverfahren.
Der Antrag wurde mit Mehrheit ohne die Stimmen der Grünen angenommen (Pressemeldung
Niederösterreichische Landesregierung, 26.02.10).
Arbeiterkammer
will dranbleiben bei den Investitionen ins Schienennetz
"Dranbleiben bei den Investitionen ins Schienennetz", fordert AK Präsident
Herbert Tumpel. "Jetzt ist nicht die Zeit für verfrühte Sparprogramme.
Wer beim Ausbau der Schiene bremst, bremst auch die Erholung der Volkswirtschaft
aus. Gerade in der Krise zahlen sich Investitionen ins Schienennetz dreifach
aus: Sie sichern und schaffen tausende Arbeitsplätze. Ein gut ausgebautes
Schienennetz sorgt für mehr Sicherheit im Schienenverkehr und gewährleistet
eine effiziente Infrastruktur. Schließlich ist ein gutes öffentliches
Verkehrsnetz ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz und eine Entlastung
für den Straßenverkehr," betont AK Präsident Herbert Tumpel. "Deshalb
muss gerade jetzt mehr und nicht weniger in die Schiene investiert werden.
Die Krise ist noch nicht vorbei. Wer jetzt zu früh spart, würgt den gerade
erst angesprungenen Konjunkturmotor wieder ab."
Die vorgestellte Studie des Verkehrsministeriums zeigt: 80 Prozent der
Investitionskosten kommen über Steuern wieder zurück und das ausgelöste
Wirtschaftswachstum ist mehr als doppelt so hoch wie die Investitionssumme.
Tumpel wendet sich entschieden gegen Vorschläge der jüngsten Zeit, die
Bahn zum "Sparschwein der Nation" zu machen.
Eine klare Absage erteilte der AK Präsident auch den Vorschlägen des Wirtschaftsforschungsinstitutes
Wifo, möglicherweise Teile der Bahn zu privatisieren. "Vorschläge, etwa
Teile der Bahn in die Abhängigkeit privater Investoren zu überführen,
kann nicht im Interesse der Bevölkerung sein", so Tumpel. "Auch private
Investoren wollen Geld verdienen. Für die öffentliche Hand würde das langfristig
höhere Kosten bedeu-ten, die noch dazu vor allem zu Lasten der künftigen
Mobilität ginge.
"Es ist kurzsichtig, wegen ein paar schneller Einnahmen wichtige Zukunftsbereichen
zu verscherbeln", betonte Tumpel. Der Staat muss auch in Zukunft für die
Finanzierung des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur sorgen. Die Erfahrungen
mit dem PPP-Modell bei der Autobahn A5 zeigen laut Rechnungshofbericht,
dass die erhofften Vorteile ausbleiben und Risiken für die Öffentliche
Hand deutlich größer als erwartet sind.
Außerdem gilt: Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur wirken besser
und rascher als andere Maßnahmen als Jobmotor, weil sie unmittelbar vor
Ort wirken und Arbeitsplätze in der österreichischen Bauwirtschaft schaffen.
Diese Investitionen erzeugen aber auch zusätzliche Wertschöpfung, schaffen
Nachfrage und sie rechnen sich auch im Budget durch zusätzliche Steuereinnahmen.
"Der Ausbau des Schienennetzes muss langfristig außer Streit gestellt
werden", so Tumpel. "Denn nur ein lückenloses, leistungsfähiges Netz kann
sicherstellen, dass der Öffentliche Verkehr weiter verbessert und damit
auch Klimaschutz- und Energiesparziele erreicht werden können." (Pressemeldung
Arbeiterkammer Wien, 26.02.10).
Rechnungshof
kritisiert Höhe der ÖBB-Sonderaktionen
Die ÖBB-Personenverkehr Aktiengesellschaft bot dem am 25.02.10 veröffentlichten
Bericht "Sonderpreisangebote
der ÖBB–Personenverkehr Aktiengesellschaft" des Österreichischen
Rechnungshofs zufolge eine für den Kunden schwer überschaubare
Anzahl von Sonderpreisprodukten - allein im Jahr 2008 241 verschiedene
Angebote - an.
Ein wirtschaftlicher Nutzen dieser Produkte für die ÖBB-Personenverkehr
Aktiengesellschaft war mangels Planungsrechnungen und aussagekräftiger
Evaluierungen nicht nachweisbar (Pressemeldung ÖBB, 26.02.10).
Überzogene
ÖBB Kritik nützt niemandem
Der Vorstandssprecher der ÖBB Holding, DI Peter Klugar, verwehrt sich
am 25.2.2010 gegen Vorwürfe, dass die ÖBB "ein finanzpolitischer Moloch"
seien und dass "es in der ÖBB keine wirtschaftlichen Kriterien" gäbe.
Gerade am 24.02.10 haben die ÖBB gemeinsam mit BM Doris Bures in einer
Pressekonferenz mit einer Studie des Wirtschaftsforschungsforschungsinstitutes
Wifo, des Institutes für höhere Studien IHS sowie von Joanneum Research
festgestellt, dass die Infrastrukturausgaben der ÖBB volkswirtschaftlich
für jeden eingesetzten Euro 2,1 Euro an zusätzlicher Wertschöpfung bringen
(Der LOK Report berichtete). Außerdem wurde klargestellt, dass von den
Investitionen der ÖBB 80 % über Steuern an den Staat zurückfließen.
Der Ausbau der Schieneninfrastruktur wird für Österreich über die ÖBB
abgewickelt. Dafür gibt es eine klare Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung
mit dem BMF und BMVIT. Die Infrastrukturinvestitionen, die die Verschuldung
in den nächsten Jahren erhöhen werden, sind durch diese Vereinbarung auf
Basis des Rahmenplans gesichert. Mit dem aktuellen Rahmenplan sind sämtliche
Investitionen bis 2014 festgeschrieben und auch ausfinanziert.
Das Unternehmen ÖBB agiert am Markt und mehr als 50% der Umsätze im Personen-
und Güterverkehr stammen aus Einnahmen aus den Ticketverkäufen und Einnahmen
aus Frachttransporten. Daneben erfüllen die ÖBB in den genannten Bereichen
auch gemeinwirtschaftliche Aufgaben, die von der öffentlichen Hand (Bund
und Länder) bestellt und finanziert werden, u.a. für günstige Pendlerkarten
und für Verkehrsverlagerungen auf die Schiene im Güterverkehr.
Die Zahl der Pensionierungen ist seit 2006 deutlich gesunken. Für die
Zukunft hat der Vorstand der ÖBB Vorschläge zur Anhebung des durchschnittlichen
Pensionsantrittsalters gemacht. Weiters wurden Maßnahmen zur Verringerung
der progniostizierten Pensionsausfwendungen vorgeschlagen.
"Diese politisch motivierten Angriffe auf die ÖBB schaden dem gesamten
Wirtschaftstandort Österreich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
ÖBB, die täglich rund um die Uhr ihren Dienst versehen, verdienen sich
solche Aussagen nicht," hält der Vorstandssprecher der ÖBB fest (Pressemeldung
ÖBB, 26.02.10).
ÖBB-Bauprojekte
kurbeln die Wirtschaft an
 
 
Peter Koren (IV-Vize-Generalsekretär), Peter Klugar
(Vorstandsdirektor der ÖBB-Holding AG), Bundes-ministerin Doris Bures,
Andreas Matthä (Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG), Franz Sinabell
(Stv. Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung) und Richard Sellner
(Institut für Höhere Studien) während der Pressekonferenz, Projekte
Unterinntal und Hauptbahnhof und regionale Wachstumseffekte nach dem IHS-EAR-Modell,
2009. Fotos ÖBB/Wieser, ÖBB.
Die
Bauprojekte
der ÖBB bringen nicht nur mehr Komfort und ein besseres Angebot für
Bahnkunden, sie sind auch für Österreichs Wirtschaft enorm wichtig. Das
belegen neue
Untersuchungen des Instituts für Höhere Studien (IHS), des Wirtschaftsforschungsinstituts
(WIFO) und von Joanneum Research.
Die Studienautoren präsentierten am 24.02.10 gemeinsam mit Infrastrukturministerin
Doris Bures und Vorständen der ÖBB die zentralen Ergebnisse: eine Milliarde
an Investitionen sichert 17.000 Arbeitsplätze. Die Infrastruktur-Investitionen
der ÖBB schaffen durchschnittlich das Doppelte an Wertschöpfung und Großbauprojekte
wie der Hauptbahnhof Wien haben sogar einen Multiplikatoreffekt von bis
zu 8. Das heißt, ein investierter Euro bringt der Wirtschaft bis zu 8
Euro an zusätzlichen Einnahmen.
"Investitionen in die Bahninfrastruktur zahlen sich mehrfach aus: für
die ÖBB-Kunden, für den Wirtschaftsstandort Österreich, für den Arbeitsmarkt
und für die Umwelt", so Infrastrukturministerin Bures. "Wir forcieren
den Ausbau der Bahninfrastruktur in Österreich, weil wir ein starkes Bahnnetz
brauchen. Mit diesen Investitionen schaffen wir die Basis für die effiziente
und umweltfreundliche Mobilität von morgen."
Derzeit entsteht ein Netz an europäischen Hochleistungsstrecken, das direkte
und schnellere Verbindungen quer durch ganz Europa ermöglichen wird. Durch
große Ausbauprojekte wie die Westbahn, Unterinntalstrecke, Koralmbahn
und Semmering Basistunnel wird Österreich perfekt in diese internationalen
Bahnachsen eingebunden.
Neben dem Ausbau der großen Verkehrsachsen investiert die ÖBB-Infrastruktur
AG aber auch laufend in die Erhaltung und Verbesserung der bereits bestehenden
Bahn-Infrastruktur. Um Bahnhöfe zu modernisieren und das Streckennetz
in Stand zu halten, werden jährlich Projekte mit einem Investitionsvolumen
von rund 900 Mio. Euro umgesetzt. Ein bisher jedoch wenig beachteter Aspekt
aller dieser Infrastruktur-Investitionen ist ihr volkswirt-schaftlicher
Nutzen.
Die Highlights der Studien im Detail: Pro investierter Milliarde Euro
werden in der Planungs- und Bauphase insgesamt 17.000 Arbeitsplätze geschaffen
und gesichert. Rund 2,3 Mrd. Euro investieren die ÖBB jährlich in die
Infrastruktur - das bedeutet rund 40.000 Arbeitsplätze pro Jahr. Neben
den Unternehmen in Bauindustrie und Ziviltechnik profitieren vor allem
das Baunebengewerbe und die Erzeugung elektronischer und elektrischer
Ausrüstungen direkt von den Investitionen in die Bahn-Infrastruktur.
Indirekt nützen diese Investitionen aber noch viel mehr Betrieben, wie
eine volkswirtschaftliche Analyse zeigt. Vor allem der Konsumgüter-Handel,
weitere Dienstleistungsbereiche und Sachgütererzeuger wie etwa die Baustoffindustrie
gewinnen in Folge von Infrastruktur-Projekten zusätzliche Kunden und Einnahmen.
Bahn-Infrastruktur wirkt aber weit über die Bauphase hinaus nachhaltig
positiv als umweltfreundlicher und effizienter Verkehrsträger. Im Zeitraum
von 30 Jahre ab Inbetriebnahme einer Bahnstrecke haben die großen Infrastruktur-Projekte
der ÖBB laut der aktuellen IHS Untersuchung das Potenzial 48.500 Arbeitsplätze
dauerhaft zu sichern und zu schaffen. Diese werden in Schritten je nach
Fertigstellung der Projekte gesichert und geschaffen.
Auch abseits vom Arbeitsmarkt zeigen die ÖBB-Investitionen eindrucksvolle
positive Effekte: leistungs-fähige Bahnstrecken bieten mehr Mobilität
für Menschen und Unternehmen in den Regionen. So können überregionale
Märkte erschlossen werden, was wiederum Wohlstand und Wachstum in der
Region sichert. Vorhandene Infrastruktur vergünstigt Transportkosten,
wodurch neue Betriebsansiedelungen angezogen werden. Dementsprechend stellt
die aktuelle Studie des IHS auch einen klaren Zusammenhang zwischen verringerten
Bahn-Fahrzeiten und Transportkosten einerseits und gesteigertem Wirtschaftswachstum
andererseits her.
Darüber hinaus wachsen mit dem Ausbau der ÖBB-Infrastruktur auch die Exportchancen
heimischer Betriebe. Denn die intermodale Verknüpfung von Straße, Schiene
und Wasserwegen über ÖBB-Güterterminals bietet effizienten und kostengünstigen
Zugang zum gesamten europäischen Markt.
Mit ihren Infrastruktur-Investitionen lösen die ÖBB umfangreiche Investitionen
bei Unternehmen und in der Folge auch Konsumausgaben bei deren Mitarbeitern
aus. Zudem entstehen durch den Betrieb der neuen Infrastruktur beachtliche
Wertschöpfungspotenziale. Ein investierter Euro erzielt dadurch eine volkswirtschaftliche
Wertschöpfung von 2 Euro."Betrachtet man das gesamte Investitionsprogramm
der ÖBB werden gemäß Rahmenplan 2009 - 2014 rund 34 Mrd. Euro investiert.
Durch den Bau und Betrieb dieser Investitionen entsteht eine Steigerung
des Bruttoinlandsprodukts um 72 Mrd. Euro", erläutert IHS-Studienautor
Richard Sellner.
Neben den positiven Effekten auf das BIP und dem Multiplikator-Effekt
in der Wirtschaft bewirken die ÖBB-Investitionen auch hohe Rückflüsse
an Steuern und Sozialabgaben. Bereits während der Bauphase fließen 50
bis 55 Prozent der Investitionssumme als Einnahmen (Steuern, Abgaben und
Sozialversicherungsbeiträge) in den Staatshaushalt zurück. Die steuerlichen
Rückflüsse in der Bau- und Betriebsphase von ÖBB-Anlagen liegen bei ca.
80 Prozent. Das heißt, dass mehr als drei Viertel der Investitionen über
das Steuersystem wieder an die öffentliche Hand zurück fließen.
Betrachtet man die Neu- und Ausbauprojekte der ÖBB, betragen die steuerlichen
Rückflüsse ca. 100 %. Bei einzelnen Projekten, etwa dem Hauptbahnhof Wien
oder dem Semmering Basistunnel Neu liegen die steuerlichen Rückflüsse
sogar über 100 Prozent der Investitionssumme, weil durch diese Projekte
nachhaltige Wettbewerbsvorteile für die Wirtschaft in der Region entstehen
- zum Beispiel durch bessere Markterschließung oder verstärkte Kapazitäten
im internationalen Gütertransport (Pressemeldung ÖBB, 25.02.10).
Bau
der neuen Unterinntalbahn liegt exakt im Zeitplan
Mehr als 21 Kilometer der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Kundl und Baumkirchen
sind im Rohbau fertig. Die eisenbahtechnische Ausrüstung läuft
auf Hochtouren. Betriebsbeginn im Dezember 2012 ist gesichert.
„Der Bahnbau im Tiroler Unterinntal ist voll auf Schiene!“
ÖBB-Geschäftsbereichsleiter Johann Herdina freut sich anlässlich
der Fachmesse VIATEC über die Arbeitsfortschritte im Unterinntal.
„Nachdem im vergangenen Jahr alle Hauptvortriebsarbeiten abgeschlossen
wurden ist nun die eisenbahntechnische Ausrüstung voll im Gange.“
Mehr als 21 Kilometer der neuen Tunnelstrecke werden bereits zu einer
der modernsten Bahnen Europas ausgebaut. Höchste Sicherheitsmaßstäbe
für Reisende und Bedienstete werden dabei realisiert. Mit bis zu
230 km/h werden die Fernreisezüge ab Ende 2012 durch die Tunnels
brausen, knappe Zugfolgen im Güterverkehr sichern zudem der Transportwirtschaft
eine optimale Schienenverkehrskapazität.
Um höchste Sicherheitsstandards und die wirtschaftliche Nutzung der
zukünftigen Trassenkapazität zu garantieren wird die Neubaustrecke
mit modernster Technik ausgestattet. Dabei kommt das Zugsicherungssystem
ETCS Level 2 (European Train Control System) zum Einsatz.
Alle Fahr- und Haltebefehle werden dabei per GSM-R Zugfunk von den Rechnern
der Betriebsführungszentrale aus Innsbruck direkt in die Lokomotiven
übertragen. Der für ganz Europa zukunftsweisende technische
Standard unterstützt vor allem auch die Flüssigkeit des grenzüberschreitenden
Bahnverkehrs.
Die Arbeiten zum Einbau von Erschütterungs- schutzmaßnahmen,
Fahrweg, Fahrleitung und anderen Komponenten weitet die ÖBB im laufenden
Jahr massiv aus. Mehrere Hundert Mitarbeiter von zwei Österreichischen
Bauunternehmen sind bis 2012 für die fristgerechte Fertigstellung
des Vorhabens im Einsatz. Rohbauarbeiten gibt es noch in Stans, Jenbach,
Münster, Wiesing, Radfeld und Kundl. Bereits fertig ausgebrochene
Tunnels sind dabei mit Brandschutzbeton zu versehen, in Radfeld wird noch
an einem Tunnelabschnitt in offener Bauweise gearbeitet. Die Verknüpfung
von Neubaustrecke und Bestandstrecke ist in Baumkirchen bereits abgeschlossen,
in Kundl und Stans werden diese Arbeiten 2011 fertig sein. Abgestimmt
auf den Baufortschritt im Unterinntal laufen sowohl in Deutschland als
auch in Italien Vorarbeiten zur weiteren Ertüchtigung der Achse München
– Verona.
Auf der diesjährigen Fachmesse für Verkehrsinfrastruktur VIATEC
in Innsbruck präsentiert die ÖBB Infrastruktur AG am 25. und
26. Februar 2010 die aktuellen Arbeitsfortschritte. Ergänzt wird
die Präsentation der laufenden Arbeiten durch einen Ausblick auf
die zukünftige Entwicklung der Eisenbahnachse Brenner (Pressemeldung
ÖBB-Infrastruktur AG, 24.02.10).
Mehr
als tausend Zugfahrten täglich im Stellwerk Wien Hauptbahnhof
Im neuen Stellwerk in der Laxenburger Straße in Wien werden die
Weichen und Signale für über tausend Zugfahrten täglich
gestellt. Es ist somit österreichweit das Stellwerk mit der höchsten
Zugfrequenz. Auch die Verkehrsleitzentrale hat ihren neuen Sitz am Standort
Laxenburger Straße und überwacht von dort aus rund um die Uhr
den heimischen Eisenbahnverkehr.
„Gegenwärtig
werden vom Stellwerk Wien Hauptbahnhof aus 210 Weichen und 310 Signale
für mehr als tausend Zugfahrten und etwa zweitausend Verschubfahrten
per Mausklick gesteuert. Und das täglich, innerhalb von 24 Stunden.
In dieser Dimension ist das einzigartig in Österreich. Im Endausbau
werden dann täglich sogar mehr als 500 Signale fernbedient werden“,
so DI Herwig Wiltberger, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur
AG.
Am
6. Dezember letzten Jahres wurde das Stellwerk Wien Matzleinsdorf durch
das neue Stellwerk in der Laxenburger Straße abgelöst. Neu
errichtete Teile des zukünftigen Hauptbahnhofs – etwa Gleisneulagen
und Oberleitungen – werden laufend ins neue Stellwerk Wien Hauptbahnhof
integriert. Bis 2012 wird auch das Stellwerk Wien Südbahnhof (Ost)
zur Gänze in das Stellwerk Wien Hauptbahnhof integriert sein.
Das
Stellwerk Wien Hauptbahnhof steuert die Signale und Weichen ab Haltestelle
Rennweg über Matzleinsdorf und Meidling bis Wien Atzgersdorf im Süden,
sowie bis Maxing (Verbindungsbahn) im Westen und Wien Inzersdorf (Donauländebahn)
im Osten.
Im
Endausbau werden 375 Weichen und 514 Signale fernbedient – dann
sind auch die Bereiche Wien Hauptbahnhof bis Erdberg einschließlich
neuer Abstell- und Waschanlagen sowie Autoreisezuganlage inkludiert.
Das
Stellwerk Wien Hauptbahnhof wird rund um die Uhr von sieben Mitarbeitern
an Arbeitsplätzen zu je zehn Monitoren überwacht. Fünf
davon dienen zur Information über Zugbewegungen, die anderen sind
für den operativen Einsatz gedacht. Damit ist einerseits jederzeit
ein perfekter Überblick gewährleistet, anderseits können
auch dispositive Aufgaben (Stellen von Weichen und Signalen) durchgeführt
werden.
Neuer Sitz der Verkehrsleitzentrale
Ebenfalls
am Standort Wien Laxenburger Straße befindet sich seit kurzem der
Sitz der Verkehrsleitzentrale (VLZ) der ÖBB, die zuvor am Westbahnhof
untergebracht war. Deren Aufgabe ist die lückenlose Rund-um-die-Uhr-Steuerung
des heimischen Eisenbahnverkehrs.
In
der Verkehrsleitzentrale ist nicht nur die ÖBB-Infrastruktur AG als
Schienennetzbetreiber vertreten, sondern es sind auch Mitarbeiter
der Firma Mungos Sicher & Sauber GmbH und von Eisenbahnverkehrsunternehmen
– Kunden der ÖBB-Infrastruktur AG – vor Ort. Für
alle seine Kunden stellt die Infrastruktur AG Arbeitsplätze zur Verfügung
– derzeit sind dies die ÖBB-Personenverkehr AG, die Rail Cargo
Austria AG und die ÖBB-Produktion GmbH. Somit konzentrieren sich
die operativen Entscheidungsträger in der VLZ und können im
Störungsfall rasch Ersatzmaßnahmen beschließen. Damit
ist sichergestellt, dass bei Behinderungen die Auswirkungen auf den Bahnkunden
so gering wie möglich gehalten werden können (Pressemeldung
ÖBB, 22.02.10).
ÖBB-Railjet
mit "Kinderkrankheiten"
ÖBB-Personenverkehrsvorstand Gabriele Lutter muss beim ganzen Stolz der
ÖBB, dem Renommierprodukt "railjet", "Kinderkrankheiten" diagnostizieren.
"Es gibt Probleme mit der Klimaanlage und Türstörungen. Wir haben jede
Woche intensive Sitzungen mit Siemens, wo diese Fragen strukturiert werden",
wird Lutter im kommenden Montag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend"
zitiert.
Auch spontane, ungewollte Notbremsungen auf freier Strecke kamen in den
ersten Monaten des Betriebes vor. Lutter: "Solche Sicherheitsbremsungen
wurden von der Software ausgelöst. Ein neues Softwarepaket befindet sich
bereits im Testbetrieb. Wir hoffen, bis Juni die dafür nötigen Zulassungen
zu erhalten und die Umrüstung abzuschließen."
Siemens-Sprecher Harald Stockbauer bestätigt, an der Problembehebung zu
arbeiten: "Die Software wird nachgerüstet, wir sind dabei im Plan, das
läuft alles ganz normal." Der Zug, der seit Fahrplanwechsel im Dezember
von Wien bis Zürich fährt, kommt dort häufig mit großer Verspätung an,
Grund ist, laut "trend" eine häufig verzögerte Übergabe des Zuges am Grenzbahnhof
Buchs, die zu einer Nachreihung des Zuges hinter Schweizer Nahverkehrszüge
führt. Nicht zuletzt dadurch ist der railjet laut "trend" wesentlich häufiger
verspätet als andere ÖBB-Züge, Verspätungen um die dreißig Minuten sind
an der Tagesordnung.
Lutter weiß um das Problem: "Die Verspätungen ergeben sich überwiegend
aus etlichen Baustellen, die die Kapazität einschränken. Wir sind jedoch
froh, dass überhaupt gebaut wird, wir sind froh, dass die Regierung Geld
in die Hand genommen hat, wir bauen für die Zukunft. Einige Minuten Verspätung
sichern tausende Arbeitsplätze am Bau."
Nun wird überlegt, die ambitionierten Fahrpläne den Gegebenheiten anzupassen.
Lutter: "Das ist eine Möglichkeit".
Im Bahnland Schweiz rümpft man mittlerweile die Nase über den "railjet".
Edwin Dutler, Präsident der Fahrgastvereinigung "pro Bahn Schweiz", nennt
den Zug insgesamt "billig und lieblos gemacht"; er bemängelt unter anderem,
dass die luxuriöse "Premium class" - noch über der ersten Klasse angesiedelt
- "nicht premium" sei.
Die Auslastung dieser Klasse liegt, laut Lutter, bei zwanzig Prozent,
das 3-Klassen-Konzept werde beibehalten. Insgesamt, so Lutter, sei sie
mit dem Railjet zufrieden: "Der Zug funktioniert, kleine Fehler gibt es
bei jeden Launch. Der Railjet ist am besten Weg, ein Top-Produkt zu werden."
Im Übrigen hofft sie, dass alle bestellten Züge im Gegenwert von rund
817 Millionen Euro auch tatsächlich in Dienst gestellt werden. "Die Entscheidungen
sind in den nächsten Monaten in den entsprechenden Gremien zu treffen.
Ich gehe davon aus, dass alle 67 bestellten Garnituren auch gekauft werden."
(Pressemeldung Trend Redaktion GmbH, 22.02.10).
Zielnetzdefiniton
2025 + will Netz auf wenige Hauptstrecken reduzieren
Es ist das Papier einer ÖBB-internen Arbeitsgruppe, heißt "Zielnetzdefiniton
2025 +" und macht eine absolut schlanke Figur: Das Netz der Bahn soll
aus Kostengründen auf wenige Hauptstrecken reduziert werden.
In diesem Konzept fehlt, so berichtet das am Montag erscheinende Wirtschaftsmagazin
"trend", beispielsweise die Franz-Josefs-Bahn nach Gmünd ebenso wie die
Strecke von Wien nach Krems. Der angedachte Kahlschlag betrifft aber alle
Bundesländer.
Formuliert wurde das Konzept von Vertretern der Holding AG und der Infrastruktur
AG unter der Leitung der Netz- und Streckenentwicklungs Gmbh. Die Vorstände
sind ebenso informiert wie das Finanz- und Infrastrukturministerium.
Kern der Überlegungen: "Schiene soll nur dort angeboten werden, wo ein
Fit von Angebots- und Nachfragemerkmalen besteht". Ziel sei die "Anpassung
der Anlagemenge (Strecken, Haltestellen, Bedienstellen) an die Marktnachfrage."
So sollen Strecken, auf denen nicht mindestens sechzig Stundenkilometer
Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht wird, nicht ausgebaut, sondern aufgegeben
werden. Stundentakt im Personenfernverkehr soll es nur mehr von 8000 Fahrgästen
pro Tag aufwärts geben, Zweistundentakt ab 4000 Personen. Elektrifizierungen
sollen nur mehr im Fall von dringenden Lückenschlüssen stattfinden, ansonsten
gilt: "Entfall aller anderen Elektrifizierungsprojekte."
Ein endgültiges Aus verlangen die Planer für den in die Jahre gekommenen
Nebenbahntriebwagen "5047", weil dieser die "Nachteile des Systems Schiene
mit jenen des Systems Bus (geringe Kapazität) verbindet".
Eine Nebenstrecke soll nur noch dann bedient werden, wenn an der Endstelle
"zumindest zweihundert Aus- und Einsteiger pro Tag" vorhanden sind. Zahlreiche
"Projekte mit Potenzial für Reduzierung" werden aufgelistet - was einem
Investitionsstopp gleich kommt.
So wird es laut "Zielnetzdefinition 2025+" die geplante Zweigleisigkeit
auf der Schnellbahn nach Hollabrunn nicht geben, ebenso nicht nach Krems.
Die Verlängerung der innerstädtischen Schnellbahnlinie S45 entfällt "aufgrund
geringen Fahrgastpotenzials".
Diverse Maßnahmen auf Regionalbahnen sind ohnedies perdu: "Vorhaben, auf
Strecken, auf denen gemäß Strategie eins kein Personenverkehr mehr angeboten
werden soll, entfallen." (Pressemeldung Trend Redaktion GmbH, 22.02.10).
Andreas
Fuchs neuer Finanzvorstand der ÖBB Personenverkehr AG
In der Aufsichtratssitzung vom 17. Februar 2010 wurde Andreas Fuchs, bisher
Leiter der Abteilung Strategie in der ÖBB Holding AG, als neuer Finanzvorstand
der ÖBB Personenverkehr AG bestellt. Andreas Fuchs wird seine neue Position
mit 1. März 2010 antreten. "Ich freue mich auf die Aufgaben und Herausforderungen
beim größten österreichischen Mobilitätsanbieter. Dabei werde ich auf
meine langjährigen Erfahrungen in der Personenverkehrsbranche und im ÖBB-Konzern
zurückgreifen" (Pressemeldung ÖBB, 18.02.10).
97 Prozent Pünktlichkeit bei der Wiener S-Bahn
Die Wiener S-Bahn war im Jänner zu 96,8 Prozent pünktlich unterwegs
– trotz einiger extrem kalter und schneereicher Tage, die auch eine
sehr hohe Belastung für die Weichen darstellten. Im Februar beträgt
die Pünktlichkeit bisher sogar über 98 Prozent.
Die Pünktlichkeit auf der Stammstrecke der Wiener S-Bahn –
also jener Strecke zwischen den Bahnhöfen Floridsdorf und Meidling
– hat sich auf hohem Niveau stabilisiert: Mit einer durchschnittlichen
Pünktlichkeit von fast 97 Prozent im Jänner konnte das festgelegte
Ziel einer mindestens 90-prozentigen Pünktlichkeit im Nahverkehr
mehr als erreicht werden. Seit 1. Februar beträgt die durchschnittliche
Pünktlichkeit sogar 98,6 Prozent – ein Spitzenwert, auch im
internationalen Vergleich.
„Natürlich werden wir alles dran setzen, auch weiterhin einen
stabilen Pünktlichkeitsgrad jenseits der 90 Prozent und idealerweise
auch jenseits der 95 Prozent zu bieten – trotz Teil-Sperre des Südbahnhofs
seit Fahrplanwechsel und den damit verbundenen betrieblichen Herausforderungen
und Einschränkungen“, so Herwig Wiltberger, Vorstandsdirektor
der ÖBB-Infrastruktur AG. Im Sommer und Herbst letzten Jahres kam
es bedingt durch den Ausfall des Stellwerks Süßenbrunn und
bauliche Maßnahmen zu Qualitätseinbußen im S-Bahn Verkehr.
Auch Michael Fröhlich, ÖBB-Personenverkehr AG, Leitung Regionalmanagement
Ost, freut sich: „Das ist ein toller Pünktlichkeitswert und
ganz im Sinne unsere Kunden, weil es zeigt dass die Bahn ein verlässliches
Mobilitätsangebot auf die Schienen gestellt hat.“ Mehr als
600 Züge fahren täglich zwischen Floridsdorf und Meidling –
und davon waren im Jänner durchschnittlich 97 von 100 Zügen
pünktlich.
Die Stammstrecke ist die meist frequentierte Strecke Österreichs.
Auf ihr fahren die Züge zur Hauptverkehrszeit im 3,5 Minuten-Takt,
aber auch sonst muss durchschnittlich niemand länger als 7–8
Minuten warten. Frühaufsteher unter den rund 270.000 Fahrgästen,
die werktags täglich auf der Strecke unterwegs sind, können
ab 4.30 h, Nachtschwärmer bis etwa 1.30 h fahren. Sechs der insgesamt
zehn Verkehrsstationen entlang der Stammstrecke garantieren Umsteigemöglichkeiten
in jede U-Bahn-Linie (Pressemeldung ÖBB, 11.02.10).
RCA-Tochter
ChemFreight übernimmt Standort Krems
Die ChemFreight Transport, Logistik & Waggonvermietung GmbH hat nach
Prüfung durch die Wettbewerbsbehörde den Logwin-Standort Krems
übernommen.
Die Übernahme des Teilbetriebes von Logwin ist die Weiterentwicklung
der engen Vernetzung und langjährigen Geschäftsbeziehung der
ChemFreight mit den Kunden am Chemiestandort Krems. Das Unternehmen wird
dadurch zum integrierten Gefahrgutlogistiker am Standort und bietet die
gesamte Logisktikspalette von Bahn, LKW, Schiff, Warehousing, Value added
services (Zoll, Abfallmanagement) aus einer Hand an. Der Standort ist
technisch auf dem neuesten Stand und bietet für die geplante Geschäftsexpansion
optimale Voraussetzungen.
ChemFreight beförderte pro Jahr rund sieben Millionen Tonnen Produkte
der Mineralöl-, Gas-, Chemie- und Düngemittelindustrie. Gesellschafter
sind zu je 50 Prozent die RCA-Tochter Express-Interfracht und die Ermewa
Schweiz. ChemFreight erwirtschaftete 2008 mit 38 Mitarbeitern einen Umsatz
von 131 Mio. Euro (Pressemeldung ÖBB, 10.02.10).
SPÖ
fordert landesweites Verkehrskonzept für Niederösterreich
"Es gilt, aus allen Detailstrecken das Beste zu machen. Ein wichtiger
Schritt dazu ist die Einrichtung eines Regionalbahnenausschusses auf Landesebene
unter Einbindung aller Betroffenen - Landtagsfraktionen, Gemeinden, BürgerInnen
und regionale Initiativen. Diese sollen in beratender Funktion eingebunden
werden", fordert LHStv. Dr. Sepp Leitner in einer Pressekonferenz und
kündigt an, die Gründung eines solchen Gremiums intensiv zu betreiben:
"Man muss die Regionen vor Ort einbinden und darf die Bevölkerung nicht
vor vollendete Tatsachen stellen. Es wurde lange genug geschlafen, jetzt
haben wir die historische Chance etwas zu verändern."
Außerdem solle ein landesweites Verkehrskonzept ausgearbeitet werden,
um sowohl den Personen-, als auch den Güterverkehr zu attraktivieren.
"Kein anderes Bundesland weist so ein dichtes Regionalbahnnetz auf, wie
Niederösterreich. Das bringt zwar Verpflichtungen mit sich, aber auch
Möglichkeiten, die man im Sinne der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs
nutzen sollte", so der Verkehssprecher der SPÖ NÖ, LAbg. Gerhard Razborcan.
Durch die Übernahme der Regionalbahnstrecken durch das Land NÖ dürfe es
zu keiner Verschlechterung im öffentlichen Verkehr kommen, so Razborcan:
"Es müssen klare Konzepte zur Modernisierung der Bahnen bzw. zur Attraktivierung
des Fahrplanangebots erstellt werden, die anschließend ein gesamtheitliches
Konzept für Niederösterreich bilden." Zahlreiche Beispiele aus der Ost-Region
würden zeigen, dass der Personenverkehr entweder eingestellt oder wenig
benützt wird, so LAbg. Razborcan weiter: "Im Zuge einer verantwortungsvollen
Verkehrspolitik muss der öffentliche Verkehr für die PendlerInnen entsprechend
verbessert werden. Der Beitrag zur CO2-Entlastung wäre enorm - das wäre
auch ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des Kyoto-Zieles!"
"Ein wichtiger Aspekt bei den Regionalbahnen ist neben dem Personen- auch
der Güterverkehr - es müssen Überlegungen angestellt werden, in wie weit
beide Bereiche gebündelt werden können", so SPÖ-NÖ-Verkehrssprecher Gerhard
Razborcan. Als Beispiele nannte er die Strecken Fischamend - Götzendorf
und Kledering - Felixdorf, die im Güterverkehr stark genutzt werden, im
Personenverkehr durch Langsamfahrstrecken aber wenig Bedeutung haben.
"Hier soll in die Infrastruktur investiert werden, um eine Attraktivierung
in beiden Bereichen zu erzielen!"
In NÖ nutzen laut einer aktuellen Studie des VCÖ rund 55 % der Bevölkerung
keine öffentlichen Verkehrsmittel: "Das bedeutet, dass das Angebot nicht
attraktiv genug ist", so Leitner: "Die ÖBB haben viele Nebenbahnstrecken
jahrelang vernachlässigt, es ist klar, dass wir hier einen Lückenschluss
brauchen, um bestehende Bahnlinien nicht nur zu erhalten, sondern auch
zu modernisieren." Ein Beispiel sei die Verbindung von Wr.Neustadt/Leobersdorf
nach St. Pölten betroffen, "hier ist eine Studie notwendig, um alle Potenziale
aufzudecken", erklärt LHStv. Sepp Leitner: "Und die Franz-Josefs-Bahn
ist ein wesentlicher Verkehrsstrang ins Waldviertel und daher für die
PendlerInnen von großer Wichtigkeit." Er kündigte an, einen langfristigen
Dialog mit Infrastrukturministerin Bures zu führen, um durch eine entsprechende
Attraktivierung der Öffis in den Regionen die Abwanderung aus diesen Teilen
Niederösterreichs aufgrund mangelnder Verbindungen zum Arbeitsplatz zu
stoppen (Pressemeldung SPÖ-Niederösterreich, 05.02.10).
Konjunkturpaket
Schiene wirkt
Das Konjunkturpaket Schiene wurde von Infrastrukturministerin Doris Bures
gleich nach Amtsantritt in enger Abstimmung mit den Österreichischen
Bundesbahnen (ÖBB) und den Bundesländern fixiert. Für die
Jahre 2009 bis 2012 sind damit 700 Millionen Euro zusätzlich für
Schienenprojekte verfügbar, um den wirtschaftlichen Einbruch infolge
der Krise zu dämpfen und Beschäftigung zu sichern. Die Bilanz
nach einem Jahr fällt positiv aus: Plangemäß wurden im
Jahr 2009 100 Millionen Euro in mehr als 80 Einzelprojekte in allen österreichischen
Bundesländern investiert.
"Mit
diesen Investitionen sichern wir heute Arbeitsplätze und legen die
Grundlage für neues Wachstum und die Arbeitsplätze von morgen",
sagt Infrastrukturministerin Doris Bures. Sie hebt die Leitlinien für
das Konjunkturpaket Schiene hervor: "Rasch, regional und mit maximaler
Beschäftigungswirkung und Verkehrswirkung sowie möglichst großem
Kundennutzen."
Die
Umsetzung des Konjunkturpakets Schiene läuft auf Hochtouren. Derzeit
wird in allen Bundesländern an rund 60 Einzelprojekten gearbeitet:
Das reicht von Bahnhofsumbauten, über die Erneuerung von Gleisanlagen
bis hin zur Absicherung von Eisenbahnkreuzungen und zur thermischen Sanierung
von ÖBB-Hochbauten. 26 Einzelprojekte sind im Jahr 2009 bereits fertig
gestellt worden (zum Beispiel Gleis- und Weichenerneuerungen, Einbau von
Blindenleitsystemen an Bahnhöfen wie zum Beispiel Floridsdorf, Auflassung
von Eisenbahnkreuzungen zum Beispiel Herzogenburg Stadt, et cetera).
Besonders
wichtig ist für die Ministerin, dass angesichts der derzeitigen Lage
am Arbeitsmarkt mit mehr als 400.000 Jobsuchenden Ende Jänner, die
meisten Projekte des Konjunkturpakets - und übrigens auch die vom
ÖBB-Rahmenplan - ohne die im Bau oft übliche Winterpause weiterlaufen.
Mit Ausnahme von Streckenbaustellen (Sanierungen) werden die Ausbauvorhaben
ohne Unterbrechung fortgesetzt. Das gilt für die Projekte vom Konjunkturpaket
genauso wie für den Rahmenplan: siehe Westbahnhof, Abriss Südbahnhof
(Hauptbahnhof), die Bahnhöfe Liezen, Leibnitz, Seekirchen, Salzburg,
St. Pölten, Graz, Wien Mitte et cetera. Auch der Neubau von Strecken
hat keine Winterpause, siehe Wien-St. Pölten, Lainzer Tunnel, Ybbs-Amstetten,
Unterinntal, Koralmbahn.
Mit
dem Konjunkturpaket Schiene werden 700 Millionen Euro von 2009 bis einschließlich
2012 in Schienenprojekte investiert (zusätzlich zu den 13,2 Milliarden
Euro, die gemäß Rahmenplan bis 2014 investiert werden; in Summe
2009 bis 2014 also 13,9 Milliarden Euro). Investitionsplan: 100 Millionen
Euro 2009, in den drei Folgejahren jeweils 200 Millionen Euro.
•
54 Bahnhöfe und Haltestellen werden modernisiert.
•
Streckensanierungen, insbesondere Beseitigung von Langsamfahrstellen.
•
Lückenschluss der 4-gleisigen Westbahn im Raum St. Pölten
(Güterzugumfahrung) wurde eingeleitet.
•
26 Eisenbahnkreuzungen werden durch Unterführungen sicherer
gemacht.
•
ÖBB-Hochbauten werden thermisch saniert.
Das
Konjunkturpaket Schiene ist eingebettet in die Generalerneuerung der österreichischen
Schieneninfrastruktur. Noch nie zuvor wurde so viel in die Schiene investiert.
Insgesamt fließen in den Jahren 2009 bis 2014 13,9 Milliarden Euro,
davon 700 Millionen aus dem Konjunkturpaket, in die Modernisierung des
gesamten Bahnnetzes und der Bahnhöfe.
Infrastrukturministerin
Bures weist auf den dreifachen Nutzen dieser Investitionen hin. Im Mittelpunkt
steht natürlich die Tatsache, dass der Ausbau aus verkehrspolitischer
Sicht notwendig ist. "Die Schiene ist das umweltfreundlichste und
sicherste Verkehrsmittel", sagt die Ministerin, "mit dem Ausbau
sorgen wir dafür, dass sie noch schneller und leistungsfähiger
wird." Daneben ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur
für den Wirtschaftsstandort unverzichtbar. Und schließlich
sind die Infrastrukturinvestitionen ein entscheidender Faktor für
die Konjunkturbelebung. Insgesamt sichern die derzeitigen Rekordinvestitionen
in Schiene und hochrangiges Straßennetz mehr als 50.000 Arbeitsplätze.
Generell
bestätigen Wirtschaftsforscher, den außerordentlichen gesamtwirtschaftlichen
Effekt dieser Investitionen: Investitionen in die Infrastruktur haben
eine stärkere Auswirkung auf das Bruttoinlandsprodukt als andere
Maßnahmen, weil sie schneller und ohne Abfluss an das Ausland wirken,
sie bringen unmittelbar Beschäftigungseffekte und langfristig mehr
Wettbewerbsfähigkeit (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 04.02.10).
Siemens-Metro
aus Wien mit Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet
Die in Wien von Siemens Österreich gefertigte U-Bahn für die norwegische
Hauptstadt Oslo wurde mit dem Nachhaltigkeitspreis "Sustainable Product
Austria 2009" der TU Wien und des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung
ausgezeichnet. Ausschlaggebend für den Sieg in der Kategorie "Nutzungsintensive
Gebrauchsprodukte" waren das regenerative Bremssystem, das Entsorgungskonzept
und die hohe Energieeinsparung. Insgesamt haben 15 Firmen mit 19 Produkten
an diesem Wettbewerb teilgenommen.
Die Siemens-Metro in Oslo ist mittlerweile seit vier Jahren in Betrieb
und wurde, wie die neue U-Bahn-Generation der Wiener Linien (V-Wagen),
im Werk der Siemens AG Österreich in Wien Simmering gefertigt. Die Metro
Oslo ist ein wirtschaftliches und ökologisches Vorzeigeprojekte sowie
ein Musterbeispiel für umweltgerechtes und nachhaltiges Design von Schienenfahrzeugen.
Die Züge der Osloer Metro zeichnen sich durch besonders hohe Energieeffizienz
und Umweltfreundlichkeit aus. Die Fahrzeuge können mehr als ein Drittel
der beim Bremsen anfallenden Bremsenergie ins Netz zurückspeisen. Das
energieeffiziente Antriebssystem weist einen um 30 Prozent geringeren
Energieverbrauch gegenüber den Vorgängerfahrzeugen auf. Der Umwelt zu
Gute kommt nach Ablauf der 35 bis 40-jährigen Einsatzdauer auch die hohe
Recyclingfähigkeit der Fahrzeuge von bis zu 90 Prozent und die Verwendung
von umweltverträglichen Materialien.
Im Zuge einer Neustrukturierung wurden im vergangenen Jahr die Mobility-Werke
in Wien und Graz in die Siemens AG Österreich integriert und damit die
Werkskapazitäten der Siemens AG Österreich ausgeweitet. Mit 1. Oktober
2009 wurde das Siemens-Werk Wien-Simmering zum World Headquarter für Metros
und Reisezüge. Das Weltkompetenzzentrum für Drehgestelle im Siemens-Konzern
befindet sich in Graz. Dort werden High-Tech-Fahrwerken für Schienenfahrzeuge
auf der ganzen Welt entwickelt und produziert. Siemens gehört zu den größten
Schienenfahrzeug-Herstellern der Welt (Pressemeldung Siemens, 30.01.10).
Spirit
Design entwickelte Innen- und Außengestaltung der neuen Westbahn-Züge
Das strategische Designunternehmen Spirit Design aus Wien kann einen weiteren
namhaften Kunden im Bereich Schienenverkehr nennen: Nach CAT City Airport
Train und ÖBB railjet wurde nun auch die neue, privat geführte Westbahn
von Spirit Design gestaltet. Westbahn ist ein Unternehmen des ehemaligen
ÖBB-Personenverkehr-Vorstands Stefan Wehinger sowie des Bauindustriellen
und Strabag-Vorstands Hans-Peter Haselsteiner. Gefahren wird ab Dezember
2011.
Spirit Design mit Sitz in Wien hat ein weiteres spannendes Eisenbahnprojekt
an Land gezogen: Das strategische Designunternehmen entwickelt das Interior
und Exterior Design der neuen Westbahn-Züge, die ab Dezember 2011 den
ÖBB auf der Strecke Wien-Salzburg Konkurrenz machen werden. Daniel Huber,
Managing Partner für den Bereich Product bei Spirit Design: "Entsprechend
der Positionierung des Unternehmens Westbahn - serviceorientiert, komfortabel,
kundenfreundlich, effizient - haben wir eine frische, moderne Gestaltungslinie
entworfen."
Die Hauptfarben sind Weiß, Hellblau und Gelbgrün. Die Doppelstockwagen
der Westbahn erhalten dadurch ein junges, innovatives Erscheinungsbild,
wie es auch dem Auftreten des Unternehmens gegenüber den Kunden entspricht.
Dazu Westbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger: "Mit einem Zugbegleiter
in jedem Waggon, vier Caféterias pro Zug sowie durchgehender Lederbestuhlung
setzen unsere Züge ein bisher nicht gekanntes Qualitätsniveau im österreichischen
Schienen-Fernverkehr."
Die Sitze der Westbahn-Züge werden von einem der führenden Sitzhersteller
Europas gebaut, dem spanischen Unternehmen FAINSA. Sie werden baugleich
im spanischen Hochgeschwindigkeitszug TALGO eingesetzt und haben sich
dort bereits erfolgreich bewährt. Alle Sitze sind echtlederbezogen und
zeichnen sich durch weiche Polsterung sowie extragroße Klapptische aus,
die Platz für PC und Getränk bieten. Außerdem ist jeder Stuhl vollverstellbar,
ohne dabei die Rückenschale im Winkel zu verändern. Der Sitzkomfort für
den dahinter reisenden Passagier ist dadurch in jeder Sitzposition gewährt.
Von außen sind die Westbahn-Züge an der unverwechselbaren, hellen und
freundlichen Gestaltung in den Farben Weiss, Hellblau sowie Gelbgrün zu
erkennen.
Die neue Westbahn des Ex-ÖBB-Personenverkehr-Vorstands Stefan Wehinger
und des Bauunternehmers Hans-Peter Haselsteiner wird ab Dezember 2011
stündlich die Strecke Wien-Salzburg bedienen. Dabei kommen moderne Doppelstockzüge
zum Einsatz, hergestellt von einem der führenden Schweizer Eisenbahnproduzenten.
Jede Garnitur hat eine Länge von 150 m, leistet eine Höchstgeschwindigkeit
von 200 km/h und bietet über 560 Sitzplätze - ausschließlich in 1. Klasse-Qualität.
Die Fahrpreise sind an die 2. Klasse-Tarife des Mitbewerbs angeglichen,
die Fahrkarten unkompliziert und kundenfreundlich im Zug oder per Internet
erhältlich. Dazu wird jeder Waggon mit einem Kundenbegleiter besetzt sein
(sechs pro Zug-Garnitur).
Mit dem Westbahn-Auftrag entwickelt sich Spirit Design im Bereich Eisenbahn-Fernverkehr
zum führenden heimischen Designunternehmen: Die Gestaltung der drei wichtigsten
Projekte der letzten Jahre auf diesem Gebiet - CAT City Airport Train,
ÖBB railjet sowie Westbahn - stammt von dem Wiener Team um die Gründer
Daniel Huber, Georg Wagner und Ralf Christoffer (Pressemeldung Spirit
Design, 30.01.10).
Geheimes
Zusperrprogramm für NÖ Nebenbahnen
Die bejubelte NÖ Nebenbahneinigung zwischen dem Land NÖ/Bures und ÖBB
vom 14.01.(Der LOK Report berichtete) ist nur die halbe Wahrheit, wie
die grüne Verkehrssprecherin Amrita Enzinger nun von einem Verhandlungsinsider
erfahren musste.
"Landeshauptmann Pröll und Ministerin Bures haben neben der offiziellen
"Grundsatzübereinkunft" ein geheimes Zusperr-Programm für NÖ Nebenbahnen
vereinbart", so Enzinger. Laut Insiderinformationen existieren so genannte
"Side-Letter", die dokumentieren, dass der Zugsverkehr noch heuer auf
mehreren Schienenstrecken eingestellt werden soll, u.a. im Traisen- und
Erlauftal und beim Linienzugsbetrieb in der Wachau.
Und: "Noch heuer sollen fast 1,5 Millionen Zugkilometer im Nah- und Regionalverkehr
in NÖ gestrichen werden", so Enzinger entsetzt.
"Die Öffentlichkeit wird von Bures und Pröll mit Halbwahrheiten hinters
Licht geführt. PendlerInnen, Touristen und Umwelt bleiben auf der Strecke.
Das Vorhaben während des Gemeinderatswahlkampfes zu präsentieren, geht
natürlich nicht - auch da sind sich Bures und Pröll einig."
Deswegen fordert die grüne Verkehrssprecherin Amrita Enzinger: "Sofort
auf den Tisch mit Geheim-Absprachen, kein Beschluss dieses Lügen-Paktes
in der NÖ Landesregierung und im Ministerrat!"
Mehr noch: Enzinger fordert von Pröll und Heuras eine schriftliche Absichtserklärung,
die Regionalbahnen in Niederösterreich zu modernisieren bzw. zu reaktivieren:
"Jene Strecken, die saniert und weitergeführt werden sollen, sollen namentlich
aufgelistet werden. Geplante Streckeneinstellungen sollen ebenfalls dokumentiert
und begründet sein. Darüber hinaus verlange ich die Vorlage des Finanzierungskonzepts,
damit auch der Landtag erfährt, welche Prioritäten das Land gesetzt hat
und wie die Regionalbahnen dauerhaft finanziert sein sollen", so die grüne
Abgeordnete.
Die Veröffentlichung dieser Absichtserklärung samt Finanzierungskonzept
fordert Enzinger noch vor dem Wahltermin am 14. März (Pressemeldung
Grüner Klub im NÖ Landtag, 27.01.10).
Eröffnung
Hightech-Stützpunkt Matzleinsdorf
 
Bundesministerin Doris Bures mit VD Klugar, DI Judith
Engel, VD Andreas Matthä, VD Werner Kovarik, GF Bernhard Benes, GF
Franz Seiser (alle ÖBB). Fotos ÖBB, Roman Boensch 2009/10.
Am Stützpunkt Matzleinsdorf konzentrieren die ÖBB Technik, Service
und Personalgebäude für drei verschiedene ÖBB-Gesellschaften:
ÖBB-Personenverkehr AG, ÖBB Technische Services GmbH und ÖBB-Produktion
GmbH. Die völlig neue Infrastruktur ermöglicht nicht nur die
Instandhaltung ganzer Züge am letzten Stand der Technik, sondern
im Sinne einer effizienten Betriebsführung auch Planung, Reinigung
und Versorgung der Garnituren.
Gleichzeitig erfolgt hier auch die Einsatzplanung von rund 400 TriebfahrzeugführerInnen.
Um ca.177 Millionen Euro wurden Gebäude und Gleisanlagen , als Herzstück
eine 240 m lange und 15.000m² große Werkstättenhalle errichtet,
in der auch Verwaltungs-, Lager-, Personal- und Technikräume der
genannten ÖBB Gesellschaften untergebracht sind. Künftig werden
hier rund 1000 MitarbeiterInnen mitsamt Geräten und Maschinen am
Areal arbeiten und ihren Dienstantrittsort haben. Im Beisein von Bundesministerin
Doris Bures und hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und ÖBB
wurde der Standort am 20.01.10 feierlich eröffnet.
Am
ehemaligen Frachtenbahnhof Wien Matzleinsdorf, wo früher die LKW-Bahngut-Verladung
angesiedelt war, wurden mehrere veraltete und verstreut angesiedelte Betriebsstandorte
der ÖBB zu einem modernen Standort zusammengefasst. Rund 350 Personen
haben in Rekordzeit von 23 Monaten diesen Stützpunkt errichtet, der
sowohl durch Größe als auch durch technische Ausrüstung
besticht. Vor allem die bisher wegen der beiden Kopfbahnhöfe Süd-
und Ostbahnhof in zweifacher Ausfertigung notwendigen Anlagen (Werkstättenhallen,
Rüst- und Abstellgleise) sind hier in einer modernen Anlage konzentriert.
Bereits
mit Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wurden die umfangreichen Anlagen
fertiggestellt. An diesem modernen Standort werden Instandhaltungsarbeiten
von Lokomotiven und Reisezugwagen, Wagen-Innenreinigung und die Vorbereitung
der Züge für ihre nächste Fahrt (Beladung mit Speisen,
Getränken und Ausstattung für Schlafwagen) zentral in dieser
modernen Anlage abgewickelt. Das Besondere daran ist, dass in der Anlage
all diese Services an einem Ort und „quasi im Durchfahren“
erledigt werden können. Auch wird am Stützpunkt Matzleinsdorf
bereits jetzt die Einsatzplanung für mehr als 500 Reisezug- und Triebwagen
durchgeführt.
Der
Stützpunkt besteht aus einem Betriebsgebäude, Werkstätten
für ÖBB-Technische Services und ÖBB-Produktion, einer Halle
für den Hilfszug, einer Halle mit Österreichs einziger Tandem-Unterflurradsatzdrehbank,
einer Tankstelle und sieben Rüstgleisen mit je 700 Meter Länge,
Abstellgleisen sowie 41 Abstellplätzen für Lokomotiven.
Die
Hallen für Blockzugwartung, Instandhaltung von Reisezugwagen und
Triebfahrzeugen, technische Reinigung sowie Lokabstellung sind zu einem
Hallenverband zusammengeführt. Die 240 m lange Blockzughalle umfasst
unter anderem fünf durchgehende, aufgeständerte Gleise zur Instandhaltung
von Fern- und Nahverkehrszügen sowie drei Gleise mit Einzelarbeitsständen
für Reisezugwagen und Lokomotiven.
Das
gesamte Areal ist 1,4 km lang und an der breitesten Stelle 180 Meter breit.
Die Bauarbeiten haben Mitte Jänner 2008 begonnen und waren im Dezember
2009 weitgehend abgeschlossen. Einige kleinere Fertigungstätigkeiten
laufen noch bis April 2010.
Ab 2012 werden in diesen neuen Betriebsanlagen alle genannten Services
für die Züge, die am Hauptbahnhof abfahren/ankommen, erledigt
(Pressemeldung
ÖBB, 25.01.10).
ÖBB-Ausstieg
aus Spekulationsgeschäften wäre billiger möglich gewesen
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe
berichtet, hätten die ÖBB möglicherweise zu einem früheren Zeitpunkt billiger
aus den Spekulationsgeschäften mit der Deutschen Bank aussteigen können.
Ein Totalausfall der bis 2015 laufenden Papiere wäre mit 612,9 Millionen
zu Buche geschlagen, Ende der vorvergangenen Woche hatten sich ÖBB und
das deutsche Kreditinstitut darauf geeinigt, dass die Bahn gegen eine
Zahlung von 295 Millionen Euro aus den umstrittenen Finanzderivaten aussteigen
kann.
Wie aus einem "profil" vorliegenden Protokoll einer ÖBB-Aufsichtsratssitzung
vom 14. August 2008 hervorgeht, waren die Kosten vor eineinhalb Jahren
noch deutlich niedriger eingeschätzt worden. "Bei der Auflösung der bestehenden
Position erwartet Morgan Stanley einen Verlust von etwa 40 % des Volumens
", steht dazu unter Berufung auf die beigezogene Investmentbank Morgan
Stanley im Sitzungsprotokoll. Der Ausstieg hätte demnach 245 Millionen
Euro gekostet, 50 Millionen Euro weniger als nun tatsächlich abgeschrieben
werden mussten (Pressemeldung "profil"-Redaktion, 25.01.10).
Stellungnahme
„Pro Bahn Vorarlberg“ zum Railjet
Grundsätzlich begrüßt unser Verein „Pro Bahn Vorarlberg“
Investitionen im schienengebundenen Personenverkehr sowohl in Nah- als
auch im Fernverkehr. Eine weitere Qualitätssteigerung in den ÖBB-Zügen
wäre grundsätzlich wünschenswert. Allerdings müssten
Verbesserungen auch in der Realität Platz greifen und nicht nur durch
gut gestaltete Werbespots vorgegaukelt werden.
Nach Ansicht von „Pro Bahn Vorarlberg“ stellt der von der
ÖBB PV AG so hochgejubelte „Railjet“ einen eklatanten
Komfortverlust im Vergleich zu den bisherigen Fernzügen der ÖBB
dar. Ein Zug ohne Speisewagen für ein achtstündige Fahrt von
Wien nach Zürich ist letztklassig. Das im Railjet bestehende Bistro
kann kein Ersatz für einen Speisewagen sein, der ja auch von den
Fahrgästen aus der Schweiz sehr geschätzt wird. Die bisherigen
Reaktionen der Fahrgäste dazu sind auch eindeutig negativ! Leider
sind die Bediensteten des Bistros oft der „Prellbock“ für
die unzufriedenen Reisenden. In diesem Bisto finden maximal sechs Reisende
einen Sitzplatz vor, Kleiderhaken oder Hutablagen fehlen in diesem Bereich
völlig.
In der 2. Klasse (jetzt „Economy“) gibt es keine Wahlmöglichkeit
zwischen Abteil- und Großraumwagen, diese Wahl gibt es allerdings
auch in der „First“ nicht mehr. Der ganze Großraumbereich
der Economy-Class könnte man auf neudeutsch auch als „High-density-class“
bezeichnen. Hier wird nur versucht, möglichst viele Fahrgäste
auf möglichst geringem Platz unterzubringen. Die Fenstereinteilung
passt nicht zu den Sitzplätzen, in der 1. Klasse gibt es sogar einen
Einzelplatz, der nur den Blick auf eine Wand ermöglicht. Auch die
über die Fenster laufenden Aufschriften „Railjet“ behindern
den Blick nach draußen. Wie in einem derartigen Ambiente bei einer
bis zu acht Stunden dauernden Fahrt beim Fahrgast ein angenehmes Reisegefühl
aufkommen soll, ist für uns nicht nachvollziehbar.
Es gibt – durch den Verzicht auf Abteilwagen – auch keine
gesonderten Abteile für Eltern mit Kleinkindern mehr. Auch der Bereich
der „Premium“ kann mit den bisher angebotenen „Business-Abteilen“
nicht mithalten. Man mag über die neuen „Zahnarzt-Behandlungsstühle“
durchaus geteilter Meinung sein, aber nachdem nicht einmal in diesem Bereich
wirkliche Abteile existieren, sind auch geschäftliche Telefonate
(in der Premium-Class nicht ganz abwegig) unmöglich, ohne dass sämtliche
Mitreisenden vom Inhalt des Telefonates Kenntnis erlangen. Die an diesen
Plätzen angebrachten Arbeits- oder Esstische sind ausgesprochen eng
gehalten.
Auch auf die Möglichkeit einer Fahrradbeförderung wurde im Railjet
nicht Bedacht genommen. Mit der Umstellung des jetzigen OEC 162/163 „Transalpin“
ab 14. Juni 2010 auf Railjet-Garnituren wird es im Fernverkehr Österreich
– Schweiz und umgekehrt keine Fahrradbeförderung in den Reisezügen
mehr geben. Gerade für ein Tourismusland wie Österreich stellt
dies einen eklatanten Rückschritt in der Qualität des Eisenbahnverkehrs
dar.
Durch den vermehrten Einsatz der Railjet-Züge wird das dem früheren
Vorstands-Vorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, zugeschriebene
Zitat Realität, dass Bahnfahrten über vier Stunden eine Tortur
seien. Offensichtlich will die ÖBB PV AG ihre Kunden im Fernverkehr
mit allen Mitteln zum Flugverkehr bringen (darauf weist ja auch der Name
„Jet“ schon hin) (Pressemeldung Pro Bahn Vorarlberg, 23.01.10).
Bures
bestellt Paul Blumenthal in Aufsichtsrat der ÖBB-Holding
Doris Bures hat am Montag den früheren Personenverkehrschef der Schweizerischen
Bundesbahnen SBB, Paul Blumenthal, in den Aufsichtsrat der ÖBB-Holding
AG berufen. "Paul Blumenthal ist ein international anerkannter, unabhängiger
Experte mit jahrzehntelanger operativer Erfahrung in Führungsfunktionen
bei einer der erfolgreichsten Bahnen der Welt", so die Ministerin.
"Seine Bestellung ist ein Ausdruck für die klare Ausrichtung
der ÖBB auf die Absatzgesellschaften, die Offensive im Personen-
und Güterverkehr. Qualität, Kundennutzen, Verlässlichkeit
und Pünktlichkeit stehen im Mittelpunkt. Paul Blumenthal wird mit
seinem Know-how und seiner Expertise dabei einen wichtigen Beitrag leisten
können."
Paul
Blumenthal, 55, ist selbständiger Berater im Bahn- und Verkehrsbereich.
Bis September 2009 war er Leiter der Division Personenverkehr der SBB
und Mitglied der Konzernleitung. In den zehn Jahren, die Blumenthal den
Personenverkehr der SBB geleitet hat, war er unter anderem verantwortlich
für die Umsetzung von "Bahn 2000", der großangelegten
Modernisierung, Beschleunigung und Verdichtung des Schweizer Bahnverkehrs.
Zuvor war er sechs Jahre lang Direktor des Personenverkehrs der SBB. Insgesamt
verfügt der studierte Betriebswirt, der 1981 seine Karriere bei der
SBB begann, über knapp drei Jahrzehnte Bahnerfahrung (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 20.01.10).
Alstom
rüstet für die ÖBB 449 Fahrzeuge mit Zugsicherungssystem
aus
Alstom wird ab 2010 im Auftrag der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB)
449 Fahrzeuge mit dem ERTMS -basierten Zugsicherungssystem ATLASTM200
ausrüsten. Der Auftrag hat einen Wert in Höhe von rund 90 Mio. Euro, in
dem weitere Optionen, wie die Instandhaltung der Fahrzeuge über die nächsten
25 Jahre, noch nicht inbegriffen sind. Alstom baut damit seine Marktführerschaft
im Bereich ETCS Level 2 Fahrzeugausrüstung weiter aus.
„Mit der Ausrüstung dieser Fahrzeuge machen wir einen weiteren Schritt
in Richtung Vereinheitlichung des europäischen Schienenverkehres“, sagt
Dr. Martin Lange, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Alstom Transport
Deutschland. Österreich ist durch seine geografische Lage ein Kernmarkt
für ETCS. Die ÖBB wird am Ende dieses Projektes eine der größten Fahrzeugflotten
mit ETCS Level 2 Ausrüstung betreiben
„Dies ist der erste große Auftrag, den wir in Österreich gewinnen konnten.
Wir freuen uns, auf diesem hochinteressanten Markt Fuß zu fassen und werden
Anfang 2010 in Wien ein Büro eröffnen. Durch die Kundennähe können wir
den reibungslosen Ablauf des Projektes gewährleisten und schaffen uns
einen Standort für weitere Aktivitäten in der Region“, sagt Lange. Die
Entwicklung des Systems für die ÖBB erfolgt im Alstoms ETCS-Kompetenzzentrum
in Charleroi (Belgien).
Die Installation wird durch die ÖBB TS in deren Werkstätten in Wien und
Linz erfolgen. Es werden insgesamt 332 Lokomotiven der Baureihen 1016
und 1116 (Taurus, ES64U2), 50 Dreisystemlokomotiven der Baureihe 1216
(ES64U4) und 67 Steuerwagen der Baureihe 8090 (railjet) mit ATLASTM200
ausgerüstet. Eine weitere Herausforderung bei der Erfüllung dieses Auftrages
resultiert aus der zentraleuropäischen Lage Österreichs.
Ein großer Teil des europäischen Transitverkehrs verläuft durch Österreich.
Die Fahrzeuge müssen nach der umfangreichen Umrüstung nicht nur in Österreich
ihren Betrieb wieder aufnehmen, sondern auch in den Nachbarländern Deutschland,
der Schweiz, Italien, Slowenien, Tschechien und Ungarn sowie in anderen
osteuropäischen Ländern, in denen sie grenzüberschreitend verkehren. Für
die entsprechenden nationalen Systeme dieser Länder an Bord der Fahrzeuge
wird Alstom im Laufe des Projektes sogenannte STM-Lösungen implementieren
(STM = Specific Transmission Module).
Ein erster vollständig ausgerüsteter Prototyp soll Ende 2010 an die ÖBB
übergeben werden. Der Beginn der Serienausrüstung ist für Mitte 2011 geplant.
Das letzte der insgesamt 449 Fahrzeuge wird voraussichtlich Ende 2014
übergeben. Wichtiger Meilenstein des Projektes ist der Fahrplanwechsel
im Dezember 2012. Zu diesem Zeitpunkt sollen mit 238 Fahrzeugen genügend
wiederzugelassene Fahrzeuge zur Verfügung stehen, um einen zuverlässigen
kommerziellen Betrieb unter ETCS Level 2 Überwachung auf den Neubaustrecken
Wien-St.Pölten und der Brenner Zulaufstrecke anbieten zu können. Ab 2011
sollen die ersten Fahrzeuge zudem auf fünf Strecken in Österreich und
einer Strecke in Ungarn mit ETCS Level 1 fahren (Pressemeldung Alstom,
19.01.10).
Infopoint
zum Brenner Basistunnel
 
Am 14.01.10 öffnete der Infopoint der Brenner Basistunnel Gesellschaft
seine Türen für Anrainer und Interessierte. Somit bietet die
Brenner Basistunnel Gesellschaft die Möglichkeit sich rund um das
Tunnelprojekt zu informieren.
In einem Ausstellungsraum im zentralen Eingangsbereich des Hauptbahnhofes
kann man sich spielerisch mit den Themen Tunnelbau, Geologie, Natur und
Umweltschutz auseinandersetzen. Aktuelle Updates von den Baustellen gewähren
zudem einen Blick über die Schultern der Tunnelbauer. Die Arbeiten
an den Erkundungsstollen laufen nun auch in Österreich.
„Der neue Infopoint dient der Bevölkerung als Informationszentrum“,
gibt Konrad Bergmeister, Vorstand der Brenner Basistunnel Gesellschaft,
die Ausrichtung des Serviceangebotes vor. „Wir möchten den
Bürgern und Reisenden aktuelle Informationen aus erster Hand von
einem der größten Infrastrukturprojekte Europas unterbreiten“.
Mit Beginn der Bautätigkeiten wird Dipl.Ing. Monika Sock (Foto rechts)
zur Ombudsfrau nominiert. Die Ombudsfrau wird in der Bauphase die betroffenen
Gemeinden über bevorstehende Bauaufnahmen oder Änderungen von
Bauarbeiten informieren. Sie wird Auskunft über Umweltinformationsgesetze
und sonstige Bestimmungen oder behördliche Anordnungen geben.
Die
Aufgabe der Ombudsfrau wird genauso die Entgegennahme von Beschwerden
an den Baustellen sein. Die Überprüfung dieser Beschwerden und
die rasche Behandlung mit den zuständigen BBT SE Stellen werden so
gewährleistet. Die Ombudsfrau ist für die Überprüfung
und Überwachung der durch Bescheid oder Gesetz vorgesehenen Veröffentlichung
von Umweltdaten betreffend Luft, Lärm, Erschütterung, Referenzquellen,
Niederschläge zuständig (Pressemeldung
BAV, 19.01.10).
ÖBB
beenden Risikogeschäft mit fast 300 Mio. EUR Verlust
Mit der Auflösung des CDO Portfolios am 15.01.10 haben die ÖBB einen endgültigen
Schlussstrich unter ein Veranlagungsinstrument gezogen, dass 2005 abgeschlossen
wurde. Damit sind sämtliche Risiken aus dem Produkt beseitigt.
Die ÖBB haben damit in Zukunft drohende Verluste bis zu einem Totalausfall
von Euro 612,9 Mio. abgewendet. Der Auflösungspreis wird von Experten
als marktgerecht bezeichnet und liegt mit Euro 295 Mio. deutlich unter
der Hälfte des drohenden Gesamtverlustes.
Durch bereits umfangreich getroffene Maßnahmen, die im Einklang zwischen
Management und dem Aufsichtsrat getroffen wurden, kann ausgeschlossen
werden, dass es in Zukunft zu derartigen Vertragsabschlüssen und damit
Belastungen für die ÖBB kommt.
In der Bilanz 2008 haben die ÖBB für dieses Risikogeschäft bereits eine
Vorsorge in Form einer Rückstellung von Euro 578,2 Mio getroffen. Durch
die Beendigung des CDO Portfolios kommt es in der Bilanz 2009 zu einer
Auflösung in der Höhe von Euro 280 Mio. Euro, die sich positiv auf das
Ergebnis 2009 auswirken werden.
Die ÖBB haben mit der Auflösung eine Marktchance genutzt und eine wirtschaftlich
sinnvolle Entscheidung im Interesse des Unternehmens getroffen. Es wurden
drohende Verluste abgewendet und zukünftige Risiken ausgeschaltet (Pressemeldung
ÖBB, 18.01.10).
Die
Verkehrssprecherin der Grünen, Gabriele Moser, fordert Konsequenzen nach
den jetzt feststehenden fast 300 Millionen Euro an Spekulationsverlusten
der ÖBB. "Der Rechnungshofbericht, den die Grünen in dieser Causa veranlasst
haben und der seit Monaten intern vorliegt, muss endlich veröffentlicht
werden", so Moser.
"Zusätzlich fordern die Grünen, dass der Golden Handshake für Ex-Chef
Huber in der Höhe von mindestens 800.000 Euro zurück gefordert werden
muss." (Pressemeldung Die Grünen, 18.01.10).
ÖBB
railjet auf der Vienna Auto Show 2010
 
Seit Donnerstag bis einschließlich Sonntag 17. Jänner 2010 findet in Wien
auf dem Gelände der Messe Wien die Vienna Autoshow statt. Als absolute
Premiere präsentieren die ÖBB erstmals einen Zug auf einer Automesse (!)
und positionieren ihr jüngstes Flottenmitglied – den railjet – damit als
umweltfreundliche Mobilitäts-Ergänzung zu mehr als 300 Neuwagen von über
30 in Österreich gehandelten Marken.
Über den ÖBB railjet: Der ÖBB railjet steht für Komfort, zeitgemäßes Design,
modernste Ausstattung und ein unvergleichliches Servicekonzept. Mittels
moderner Ausstattung und großzügigem Service- sowie Raumangebot vermittelt
er seinen Gästen ein völlig neues Reisegefühl. Der ÖBB railjet besticht
durch seine Länge von 205 Metern, beeindruckt durch seine Höchstgeschwindigkeit
von 230 Stundenkilometern und bewegt durch sein Gewicht von 330 Tonnen.
Er bietet 408 Sitzplätze: 16 in der Premium Class, 76 in der First Class
und 316 in der Economy Class. Zudem ist der ÖBB railjet eines der umweltfreundlichsten
und damit zeitgemäßesten Verkehrsmittel in Österreich!
Auf dem neuen ÖBB railjet YouTube Channel wurde ein
exklusives Video veröffentlicht, das den spektakulären Messeauftritt
des ÖBB railjet dokumentiert. Live und exklusiv wird auch von
der Autoshow getwittert (Pressemeldung ÖBB railjet YouTube Team,
16.01.10).
Einigung
über die Übergabe von Nebenbahnen an das Land Niederösterreich
Infrastrukturministerin Doris Bures, Niederösterreichs Landeshauptmann
Erwin Pröll und ÖBB-Holding-Vorstandssprecher Peter Klugar präsentierten
am Donnerstag die Einigung über die Übergabe von Nebenbahnen
an das Land Niederösterreich und zur Finanzierung des Schienennahverkehrs.
Bis zuletzt war über Detailfragen verhandelt worden, jetzt wurde
die Grundsatzvereinbarung unterzeichnet. "Mit diesem Gesamtpaket
haben wir für beide Bereiche, Finanzierung des Nahverkehrs und Nebenbahnen,
endlich eine klare und langfristig tragfähige Lösung gefunden",
so die Infrastruktur-ministerin.
Mit der am 14.01.10 in Wien unterzeichneten Vereinbarung werden alle strittigen
Punkte in der Diskussion um die Finanzierung des Schienennahverkehrs in
Niederösterreich ausgeräumt. Und darin wird die Übertragung
von 28 Bahnstrecken in Niederösterreich an das Land vereinbart.
Durch die Vereinbarung wird der Schienennahverkehr in Niederösterreich
auf einem hohen Niveau abgesichert. "Ein gutes Ergebnis für
die 200.000 Pendlerinnen und Pendler in Niederösterreich", betont
Bures. Bund und Land erhöhen den finanziellen Beitrag für den
Schienennahverkehr stufenweise um 4,5 Mio. bzw. 8,8 Mio. Euro, sodass
im Jahr 2013 vom Bund rund 178 Mio. und vom Land Niederösterreich
26,8 Mio. Euro für den Nahverkehr auf der Schiene bereitgestellt
werden. Das Grundangebot des Bundes, das den überwiegenden Teil der
täglichen Nahverkehrsleistungen ermöglicht, wird mit 22,9 Mio.
Zugkilometern pro Jahr außer Streit gestellt.
Für die ÖBB heißt das: Sie bekommen in Zukunft alle Leistungen,
die sie im Nahverkehr erbringen, auch im vollen Umfang abgegolten. Zugleich
verpflichten sich die ÖBB, die Infrastruktur auf der Erlauftalbahn
und Traisentalbahn zu verbessern. "Nach jahrelanger Diskussion gibt
es jetzt eine gute, zukunftsträchtige Lösung. Damit haben wir
für alle österreichischen Bundesländer klare und verbindliche
Vereinbarungen", fasst Bures zusammen.
Mit der Grundsatzvereinbarung wurde auch für die seit annähernd
30 Jahren diskutierte Frage der Nebenbahnen eine Lösung gefunden.
Das Land Niederösterreich übernimmt insgesamt 28 Bahnstrecken
mit rund 600 km Gleis bzw. rund 10 Mio. m2 Grund.
Darunter befinden sich sämtliche bereits eingestellten Strecken,
die Schmalspurbahnen (Mariazellerbahn, Waldviertler Schmalspurbahnen,
Ybbstalbahn), drei normalspurige Bahnstrecken (Donauuferbahn zwischen
Krems und Sarmingstein, Retz - Drosendorf, Schwarzenau - Waidhofen a.d.T.)
sowie die Schneeberg-Zahnradbahn.
Zugleich wird kräftig in den Ausbau jener Strecken investiert, die
als Privatbahn weitergeführt werden. Insgesamt 140 Mio. Euro sind
für die kommenden Jahre vorgesehen. Davon kommen jeweils 45 Mio.
Euro von Bund und Land NÖ. Die ÖBB-Infrastruktur AG leistet
einen Investitionszuschuss in der Höhe von 50 Mio. Euro.
Infrastrukturministerin Bures erläutert dazu, dass man sich bei der
Organisation der Nebenbahnen am Schweizer Vorbild orientiert. "Die
Schweiz ist nicht überall ein Vorbild, aber die Schweizer Bahn ist
internationale Spitze. Auch in unserem Nachbarland sind die Kantone für
die Nebenbahnen zuständig. Das hat sich seit vielen Jahren bewährt."
Bures abschließend: "Die langen und von allen Seiten engagiert
geführten Verhandlungen waren immer getragen von der Überzeugung,
dass es eine gemeinsame Verantwortung von Bund und Land gibt. Das Ziel
war, das hohe Niveau im öffentlichen Schienennahverkehr in Niederösterreich
zu erhalten, zugleich eine langfristige Lösung für die Finanzierung
zu finden und eine tragfähige Organisation für die Nebenbahnen
zu erreichen. Heute kann man sagen: Der gemeinsame Einsatz von Bund, Land
und ÖBB hat sich ausgezahlt, für die Fahrgäste im Schienennahverkehr
und für die Regionen, die lokale Wirtschaft und die Fremdenverkehrsgemeinden."
(Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie,
15.01.10).
AKNÖ
begrüßt Ende des niederösterreichischen Bahnstreits
Die niederösterreichische Arbeiterkammer begrüßt das Ende des Streits
zwischen ÖBB und Landesregierung um den niederösterreichischen Nahverkehr.
Jetzt könne man an Lösungen für die niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen
und SchülerInnen arbeiten, sagte AKNÖ-Präsident Hermann Haneder in einer
ersten Reaktion.
"Es ist gut, dass es offenbar eine Grundsatzlösung gibt", kommentiert
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder die heute bekannt gewordene Einigung zwischen
Landesregierung und ÖBB. "Wir haben immer gesagt: Es muss sichergestellt
werden, dass die niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen zu vertretbaren
Bedingungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arbeit und wieder
nachhause kommen." Es sei zu hoffen, dass die Grundsatzeinigung das erleichtere.
"Mehr können wir derzeit nicht sagen, unsere ExpertInnen werden die Details
des Konzepts prüfen, sobald sie bekannt sind."
AKNÖ-Verkehrsexperte Thomas Kronister verweist auf die teils jahrzehntealten
Forderungen und Konzepte der Niederösterreichischen Arbeiterkammer. "Wenn
die Landesregierung Unterstützung für ein pendlerInnenfreundliches Nahverkehrskonzept
braucht, stehen wir gerne zur Zusammenarbeit zur Verfügung", sagt Kronister.
Er warnt vor zu großer Einseitigkeit. "Die ersten Ankündigungen sind sehr
in Richtung Tourismus gegangen. Das alleine wird zu wenig sein: Erstens
für die ArbeitnehmerInnen und SchülerInnen, die auf öffentlichen Nahverkehr
angewiesen sind und zweitens auch, um die Bahnen einigermaßen wirtschaftlich
zu betreiben". Das gelte auch für die stillgelegten Bahnstrecken, die
die Landesregierung übernehmen wird.
Positiv sieht Kronister die angekündigten Investitionen: "Jeder Cent,
der in diese Bahnen fließt, wird dringend gebraucht." Waggons und Strecken
seien zum Teil veraltet. Vor allem bei der Traisental- und der Erlauftalbahn
seien die angekündigten Investitionen dringend notwendig. "Wenn diese
Strecken saniert werden, sind häufigere und vor allem schnellere Verbindungen
in die Landeshauptstadt möglich", sagt Kronister. Notwendig sei auch,
dass mit den angekündigten Mitteln ein attraktives Angebot auf hochfrequentierten
Strecken wie Gänserndorf-Wien gemacht werde.
Beim Nahverkehrskonzept werde die niederösterreichische Arbeiterkammer
darauf achten, dass die Interessen der PendlerInnen berücksichtigt werden.
Das gelte auch für die Preispolitik der Landesbahnen (Pressemeldung Bundesministerium
für Verkehr, Innovation und Technologie, 15.01.10).
Neue
Millionenbelastungen für ÖBB wegen Freifahrtberechtigungen
Das Finanzamt fordert von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die
Nachzahlung von Steuern und Sozialversicherungsabgaben. Denn Freifahrtberechtigungen
("Gratistickets") für tausende ÖBB-Mitarbeiter und deren Familien sowie
von rund 89.000 Pensionisten wurden in den vergangenen vier Jahren nicht
ordnungsgemäß als Sachbezug versteuert.
Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden
Ausgabe. Für den "Worst Case" rechnen die ÖBB-Buchhalter laut FORMAT exklusiv
vorliegenden Informationen mit Kostenbelastungen von rund 400 Millionen
Euro. Weil die Wirtschaftsprüfer nicht vom schlimmsten Fall, sondern vom
wahrscheinlichen Vorsorgebedarf ausgehen, muss laut FORMAT lediglich die
Hälfte, also mindestens 200 Millionen Euro, als Rückstellung gebildet
werden
. In den ÖBB werden Strategien überlegt, wie das Problem künftig gelöst
werden soll. Viele Eisenbahner werden laut FORMAT gezwungen sein, entweder
auf ihr Freifahrt-Ticket oder (wegen der zwingenden Versteuerung) auf
Nettolohn zu verzichten (Pressemeldung FORMAT Business, 08.01.10).
GSV
beurteilt österreichische Verkehrspolitik "im wesentlichen positiv"
Eine im wesentlichen positive Bilanz über die österreichische Verkehrspolitik
im abgelaufenen Jahr zieht der Präsident der Österreichischen Gesellschaft
für Straßen-und Verkehrswesen (GSV), Richard Schenz. Das ambitionierte
Infrastruktur-Ausbauprogramm für Schiene und Straße werde zügig umgesetzt,
wodurch der Rezession in der Wirtschaft erfolgreich gegengesteuert werde.
Eine "weise Entscheidung" sei auch die Bereitstellung von Finanzmittel
für regionale und lokale Projekte - etwa die Erneuerung von Bahnhöfen
-, weil dies vor allem den örtlichen Klein- und Mittelbetrieben zugute
komme.
"Zukunftsweisend und zukunftssichernd" nennt Schenz den von Infrastrukturministerin
Doris Bures auf den Weg gebrachten "automotiven Strategieprozess", der
die österreichische Automobil- und Zulieferindustrie als wesentlichem
Segment der heimischen Wirtschaft stärken soll.
Es sei "der richtige Ansatz", parallel zur Förderung der Entwicklung von
Null-Emissions-Fahrzeugen die konventionellen Verbrennungsmotoren weiter
zu optimieren, da auf sie noch längere Zeit nicht verzichtet werden könne.
Als "Meilenstein" in der österreichischen Verkehrspolitik bezeichnet der
GSV-Präsident das von der Infrastrukturministerin initiierte Projekt eines
"Nationalen Aktionsplans zur Verkehrstelematik". Dieser könne- im Zusammenwirken
mit gut dotierten Förderprogrammen - Österreich bei der Entwicklung und
Anwendung von Verkehrsmanagement- und -informationssystemen international
einen Platz "in der ersten Liga" sichern. Zur gezielten Weiterentwicklung
der Stärken wolle auch die GSV beitragen, die schon 2008 einen "Arbeitskreis
Verkehrstelematik" eingerichtet habe, an dem Experten aus der Öffentlichen
Verwaltung, der Wissenschaft und der Wirtschaft mitwirken.
Zu wenig getan werde laut Schenz indes noch für den Ausbau von Güterterminals:
"Wenn der Kombinierte Verkehr als Alternative zum reinen Transport auf
der Straße attraktiver werden soll, brauchen wir ein dichteres Netz zentraler
und regionaler Umschlageinrichtungen".
Mehr politisches Engagement wünscht sich Schenz auch für den Güterverkehr
auf der Donau. Sonst werde das Ziel schwer zu erreichen sein, das Transportaufkommen
mit dem Binnenschiff von gegenwärtig jährlich etwa 12 auf 25 Millionen
Tonnen im Jahr 2015 zu steigern.
Mit Nachdruck werde sich die GSV weiterhin für die Regionalisierung des
Schienenpersonennahverkehrs und die vollständige Marktöffnung für private
Verkehrsunternehmen einsetzen. Dies würde hunderttausenden Berufspendlern
und Schülern einen Qualitätssprung bringen. Gleichzeitig müssten die Besteller
von Verkehrsdienstleistungen - wie das Beispiel Deutschland zeige - voraussichtlich
deutlich geringere Zuschüsse zahlen, weil die Mitbewerber sparsamer als
die ÖBB wirtschaften könnten, so Schenz (Pressemeldung Österreichische
Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, 05.01.10).
Wer
zahlt 1,2 Mrd. für Eisenbahnkreuzungen?
Am 03.01.2010 wurde in der Tageszeitung Kurier über die Pläne des Verkehrsministeriums
zur neuen Eisenbahnkreuzungsverordnung informiert, unter anderem, dass
etwa 2000 Eisenbahnkreuzungen technisch aufgerüstet werden müssen und
an Stelle der aufgestellten Stopp-Tafel ein Lichtzeichen- und/oder Schrankenanlage
angebracht werden muss. Diese vom Verkehrsministerium vorgeschriebene
"Maßnahme" würde die Bahnbetreiber und Straßenerhalter etwa 1,2 Mrd. Euro
kosten. Die Hälfte dieses enormen Betrages müssten die österr. Eisenbahnunternehmen
aufbringen. Vor allem kleine Eisenbahnunternehmen wie z.B. Privatbahnen
oder Anschlussbahnen, könnten durch diese plötzliche enorme finanzielle
Bürde überfordert und zur Aufgabe gezwungen werden.
Die österreichischen Eisenbahnunternehmen waren bei der Erstellung der
Verordnung nicht eingebunden und wurden mit einem kurzen Begutachtungsverfahren
regelrecht überfahren. Bei einer Regelung mit derart weitreichenden Folgen
ist eine Ausgrenzung der Betroffenen eine ungewöhnliche Vorgangsweise.
Im VO-Entwurf wurden die voraussichtlichen Kosten nicht einmal behandelt,
es wurde nur auf "voraussichtliche erhebliche Kosten" für die Eisenbahnunternehmen
hingewiesen, erläutert der Branchensprecher aus der WKO, Thomas Scheiber.
Die Kosten für die Straßenerhalter wurden gar nicht erwähnt. Nicht nachvollziehbar
ist die im Artikel des Kurier vom 03.01.2010 zitierte Stellungnahme des
Verkehrsministeriums, wonach nur rund 100 Eisenbahnkreuzungen vom VO-Entwurf
betroffen seien.
Erst im Jahr 2006 hat das Verkehrsministerium unter Verkehrsminister Hubert
Gorbach die Zusatztafel "Auf Pfeifsignal achten" für all jene Eisenbahnkreuzungen
vorgeschrieben, die durch Pfeifsignale vom Zug aus gesichert sind. In
den Aussendungen des Verkehrsministeriums wurden damals 3.500 betroffene
Eisenbahnkreuzungen genannt. Genau diese Eisenbahnkreuzungen müssen nach
dem jetzt vorliegenden Entwurf durch Lichtzeichen- und/oder Schrankenanlagen
gesichert werden. Ausgenommen sind nur Geh- und Radwege, also nur ein
Bruchteil dieser 3.500 Eisenbahnkreuzungen. Diese Zahlen müssten den Verkehrsministerium
zumindest seit dem Jahr 2006 bestens bekannt sein, die "rund 100 betroffenen
Eisenbahnkreuzungen" sind daher nicht nachvollziehbar.
Es kann aber nicht so sein, dass der Bund sich etwas wünscht, das 1,2
Mrd. Euro kostet und die Unternehmungen diese Kosten zahlen sollen, stellt
Scheiber fest. Diese Kosten liegen völlig außerhalb der finanziellen Möglichkeiten
der Unternehmungen, weshalb bei einer Realisierung der Pläne der Bund
die Kosten übernehmen müsse nach dem Grundsatz "wer anschafft muss auch
zahlen" fordert Scheiber.
Der Fachverband der Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer fordert daher
Frau Bundesministerin Doris Bures auf, das Begutachtungsverfahren zu unterbrechen,
damit die finanziellen Auswirkungen genau ermittelt werden und eine Kostenübernahme
durch den Bund vorab geregelt werden kann. Dabei wäre neben den betroffenen
Eisenbahnunternehmen für die derzeit inhaltlich missglückten Regelungen
im Entwurf auch die betroffenen Bundesländer und Straßenerhalter einzubinden
(Pressemeldung Wirtschaftskammer Österreich - Fachverband der Schienenbahnen,
05.01.10).
Erfolgreiche
Jahresbilanz der Rollenden Landstraße über den Brenner
Die ÖKOMBI - eine 100% Tochter der Rail Cargo Austria AG (die Güterverkehrssparte
des ÖBB-Konzerns) - ist der Experte und Marktführer in ganz Europa bei
der Abwicklung der Rollenden Landstraße. Nachdem der letzte ROLA-Zug des
Jahres 2009 pünktlich um 10:30 Uhr von Wörgl in Richtung Brenner abgefahren
ist steht die erfreuliche Transportbilanz fest. Mit 226.000 beförderten
LKW-Einheiten hat die Rollende Landstraße am Brenner einen neuen Beförderungsrekord
aufgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr - hier waren auf der Brennerachse
206.000 LKW per Bahn unterwegs - konnte neuerlich ein Zuwachs von +20.000
LKW oder fast 10% erreicht werden.
Insgesamt sind auf der Brennerachse täglich 54 Züge unterwegs (38 Wörgl
- Brenner, 10 Wörgl - Trient, 6 Regensburg - Trient). Die durchschnittliche
Auslastung der Züge lag im abgelaufenen Jahr bei respektablen 83%, damit
waren mehr als acht von zehn Stellplätzen mit einem LKW belegt. Im abgelaufenen
Jahr haben diese Gütertransporte auf der Schiene der Umwelt rund 25.000
Tonnen CO2 erspart - ein wichtiger Beitrag in Zeiten des Klimaschutzes.
Für das kommende Jahr 2010 will ÖKOMBI Geschäftsführer Franz Dirnbauer
die Kapazitäten auf 300.000 Stellplätze und das Transportvolumen auf 250.000
LKW weiter ausbauen.
Der Marktanteil der ROLA am gesamten Transitverkehr von schweren LKW über
den Brenner liegt im abgelaufenen Jahr 2009 bei erfreulichen 15%, eine
starke Steigerung denn im vergangenen Jahr war dieser Wert noch bei 10%.
In Summe stehen jeden Tag über 1.000 LKW-Stellplätze auf den 54 Zügen
der Brenner ROLA zur Verfügung - im gesamten Jahr 2009 waren es 280.000
Stellplätze. Das SFV (sektorale Fahrverbot) der Stufe 3 sowie die umfassenden
Marketingmaßnahmen und die gute Zusammenarbeit mit den Transportunternehmen
sollen auch in Zukunft für eine gute Auslastung sorgen. Für 2010 wird
die Stellplatzkapazität auf 300.000 Plätze ausgeweitet unter anderem sollen
einige Züge von Wörgl die bisher am Brenner endeten weiter bis Trient
geführt werden. Durch die längeren Terminalgleise in Trient können bis
zu 21 LKW auf einen Zug gestellt werden. Damit sollte es möglich sein
im kommenden Jahr auf über 250.000, auf der Rollenden Landstraße beförderte
LKW, zu kommen. Franz Dirnbauer der Geschäftsführer der ÖKOMBI formuliert
sein ehrgeiziges Ziel für das kommende Jahr: "Wir wollen 2010 noch mehr
LKW per Bahn durch Tirol befördern und streben eine Steigerung der Transporte
um bis zu 10% an." Die ROLA hat nach wie vor am Brenner eine sehr große
Bedeutung, da rund 85% der dort fahrenden LKW und Sattelauflieger nicht
kranbar (kodifiziert) sind. Das bedeutet sie sind für eine Abwicklung
im UKV (Unbegleiteter Kombinierter Verkehr wie Container oder Wechselaufbauten)
nicht geeignet. Ist eine Ladung einmal am LKW verladen, gibt es nur mehr
zwei Varianten: Entweder eine 100%ige Straßenfahrt oder passende, bis
zu 460 km lange Teilstücke, umweltfreundlich und sicher auf der ROLA zurücklegen.
Im vergangenen Jahr haben sich immerhin 10.000 Transportunternehmen aus
ganz Europa für die ROLA entschieden.
Zuwächse auf der Rollenden Landstraße bedeuten gleichermaßen auch eine
Entlastung für die Umwelt. Auf Basis einer Studie des Umweltbundesamtes,
stößt ein 40-Tonnen-Lkw im Schnitt 813 Gramm CO2 pro Kilometer aus - so
blieben im heurigen Jahr rund 25.000 Tonnen CO2 der Umwelt und der Tiroler
Luft erspart - um fast 3.000 Tonnen mehr als 2008. Im Jänner 2010 wird
ÖKOMBI allen Transportunternehmen, welche die ROLA 2009 genutzt haben,
erstmals eine Auswertung über die dadurch ersparte CO2 Mengen zusenden.
"Jeder voll beladene Zug erspart den Anrainern und der Umwelt eine bedeutende
Menge an CO2. Die Fahrer der LKW können zudem während der Bahnfahrt im
Liegewagen ausspannen und ihre gesetzlichen Ruhezeiten konsumieren. Auch
für den Unternehmer ergeben sich mit Mautersparnis, Dieseleinsparung,
niedrigeren Wartungskosten und geringerer Abnützung gleich mehrere monetäre
Vorteile bei jeder einzelnen ROLA-Fahrt", so Franz Dirnbauer abschließend
(Pressemeldng ÖBB, 01.01.10).
Waldviertel-Bus
bringt mehr Mobilität
Für insgesamt 200.000 Menschen bzw. 50.000 PendlerInnen im Waldviertel
und darüber hinaus fährt seit Mitte Dezember der "Waldviertel-Bus", mit
dem der Bevölkerung werktags eine öffentliche Verkehrsversorgung auf rund
zwei Millionen Fahrplankilometern angeboten wird. "Mit dem Waldviertel-Bus
werden die Mobilität der Menschen erhöht und Erleichterungen für die vielen
PendlerInnen geschaffen. Außerdem wird der Wirtschaftsstandort gesichert
sowie nachhaltige und sozial verträgliche Mobilität angeboten. Den Waldviertel-Bus
kann man noch bis Jahresende gratis testen", betont dazu Landesrat Mag.
Johann Heuras.
Der Waldviertel-Bus bietet mit in Summe 21 neuen Linien Anschlussverbindungen
an den hochrangigen öffentlichen Verkehr wie etwa die Franz-Josefs-Bahn
oder die Westbahn. Nicht nur die Zentren des Waldviertels können mittels
dieses neuen Mobilitätsangebotes im Eiltempo erreicht werden, sondern
auch Krems, Hollabrunn, Melk oder Retz. Der Waldviertel-Bus, der erstmals
eine öffentliche Verkehrsversorgung an Werktagen bietet und auch während
der Schulferien von Montag bis Freitag verkehrt, soll die innere Erschließung
des Waldviertels wesentlich verbessern.
Das bisherige Wochenendangebot bleibt von dem neuen Konzept unberührt;
die Fahrpläne aller Linien wurden aufeinander abgestimmt, und Wartezeiten
beim Umsteigen sollen möglichst kurz gehalten werden. Bei den Knotenpunkten
werden die Anschlüsse abgewartet. Die Streckenführungen sind auf wichtige,
zentrale Haltestellen ausgerichtet, was die Fahrzeiten besonders kurz
hält.
Das Konzept beinhaltet im Wesentlichen die zwei Hauptachsen Krems - Zwettl
und Horn - Waidhofen an der Thaya mit Taktverkehr und 19 Zubringerlinien.
Sämtliche Fahrpläne und weitere Informationen sowie Ticketpreise gibt
es auf www.noe.gv.at/waldviertelbus
(Pressemeldung Niederösterreichische Landesregierung, 29.12.09).
Franz
Nigl verlässt ÖBB mit Ende des Jahres
Der Vertrag von Franz Nigl als Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs
GmbH (DLG) läuft mit Ende des Jahres aus. Um eine geordnete Übergabe seiner
zahlreichen Aufgaben zu ermöglichen, hat Nigl am 17.12.09 seinen Rücktritt
als Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs GmbH erklärt.
Mit Zurücklegung der operativen Geschäftsführung und Übergabe der Agenden
wird Nigl auch zu einer funktionierenden Überführung der DLG in eine ÖBB
Shared Services Center GmbH aktiv beitragen.
Franz Nigl hat im Rahmen seines Auftrages als DLG-Geschäftsführer die
vorgegebenen Ziele mehr als erreicht. Er hat durch die Neuorganisation
des zentralen Einkaufs und die Konsolidierung der konzernweiten IT sowie
die Schaffung der Voraussetzungen für die "Shared Services" die Basis
für beträchtliche Einsparungen gelegt. "
Nigl ist ein zielorientierter Sanierungsmanager, weshalb ich es grundsätzlich
bedaure, dass er sich aus dem ÖBB-Konzern völlig zurückzieht", stellt
Pöchhacker fest.
Franz Nigl ist seit November 2004 Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs
GmbH. Neben Einkauf und IT war er bis Juni dieses Jahres für das Personalmanagement
verantwortlich. In diesem Bereich hat er inÜbereinstimmung mit der Konzernstrategie
laufend Rationalisierungen vorgenommen, aber auch das gesamte Personalentwicklungswesen
sowie die Entlohnungssysteme modernisiert und auf neue betriebswirtschaftlich
ausgerichtete Zielerreichungskriterien umgestellt.
Nigl wird sich im nächsten Jahr neuen Managementaufgaben widmen (Pressemeldung
ÖBB, 21.12.09).
ÖBB-Nachhaltigkeitsbericht
CO2-Emissionen 2008 im Gütertransport
(oben links) und Personenverkehr (oben rechts). Vergleich der Anteile
erneuerbarer Energien bei ÖBB, DB und SBB (unten). Grafiken ÖBB.
Die ÖBB wollen bis 2015 eines der nachhaltigsten Mobilitätsunternehmen
Europas sein. Denn der Erfolg eines Unternehmens kann heute nicht mehr
nur unter rein ökonomischen Aspekten gesehen werden. Die ÖBB
sind Österreichs größter Mobilitätsanbieter und einer
der größten Arbeitgeber – und sind sich der Verantwortung
gegenüber der Gesellschaft bewusst.
Alle zwei Jahre präsentieren die ÖBB den Nachhaltigkeitsbericht
und binden dazu viele ihrer Partner ein – unter anderem auch das
Umweltbundesamt, das die CO2-Bilanz errechnet. Der Nachhaltigkeitsbericht
ist nur ein Teil des Beitrages, den die ÖBB leisten. Die Bandbreite
reicht von Arbeitsplätzen, Impulsen für den Wirtschaftsstandort
Österreich, über Lehrlingsausbildung, Barrierefreiheit und Kundenbindungs-programmen
bis hin zu Energiespartrainings bei Lokführern und Buslenkern.
Der ÖBB-Bahnverkehr erspart Österreich jährlich bis zu
3,4 Mio Tonnen CO2. Würden die ÖBB-Bahnverkehrsleistungen nämlich
ersatzweise nur mit Pkw und Lkw durchgeführt werden, so hätte
das einen massiven Anstieg der CO2-Emissionen zur Folge. So gesehen kann
das Zielnetz der ÖBB, mit dem 30% mehr Fahrgäste erreicht werden,
zusätzlich für weitere CO2-Einsparungen von etwa 1. Mio Tonnen
CO2 sorgen.
Der
zweite Nachhaltigkeitsbericht zeigt klar: die ÖBB sind der klimafreundlichste
Mobilitätsanbieter Österreichs und hängen ihre größten
Konkurrenten – Straße und Flugzeug – in der Klimabilanz
deutlich ab. Nachhaltig zeigen sich die ÖBB aber auch als Wirtschaftsmotor
und in ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und MitarbeiterInnen.
Der
Nachhaltigkeitsbericht 2008 wurde nach den Indikatoren der Global Reporting
Initiative (GRI) im Anwendungsniveau „G3“ erstellt. Die GRI
wurde 1997 mit dem Ziel gegründet, einen weltweit anerkannten Leitfaden
für die freiwillige Berichterstattung über ökonomische,
ökologische und soziale Aktivitäten von Organisationen und Unternehmen
zu entwickeln. Durch diesen Standard ist eine Vergleichbarkeit von Unternehmen
gegeben.
Aus
ökonomischer Sicht sind steigende Reisendenzahlen und höhere
Tonnagen wichtig. „Uns geht es aber auch darum, die Menschen für
klimafreundliche Mobilität und entsprechendes Verhalten zu begeistern“,
so ÖBB-Vorstandssprecher Klugar. Zielgruppengerechte Angebote wie
die Seniorenaktion oder das Sommer- und Jugendticket waren 2008 ein voller
Erfolg. 2008 konnten auch um 19% mehr VORTEILScard-KundInnen gewonnen
werden (Pressemeldung
ÖBB, 21.12.09).
Gewerkschaft
vida fordert Stopp weiterer Liberalisierungen im Bahnsektor
Im
Hinblick auf das im Jahr 2010 geplante neue Weißbuch der EU zur europäischen
Transportpolitik in den kommenden zehn Jahren übergaben die Eisenbahngewerkschaften
in der Europäischen Transportarbeiterföderation (ETF) am 16.12.09 ein
Memorandum für eine nachhaltige Zukunft der Bahnen an den EU-Verkehrsministerrat.
Die Forderungen der ETF-Gewerkschaften, dass die Europäische Kommission
auf den Weg eines integrierten, technologieorientierten und nutzerfreundlichen
Eisenbahnsystems zurückfinden müsse, werden vor Ort in Brüssel auch von
AktivistInnen der Gewerkschaft vida unterstützt.
"In den letzten Jahren hat der Eisenbahnsektor massiv unter den Folgen
des neoliberalen Mainstreams gelitten, der von der Prämisse ausgeht, dass
die Einführung von Wettbewerb und die Zerschlagung staatlicher Monopole
zu einem nachhaltigen Transportsystem führen würde", erklärte dazu der
stellvertretende vida-Vorsitzende, ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender
Wilhelm Haberzettl. Die Fakten würden aber eine andere Sprache sprechen,
so Haberzettl weiter, weil der Anteil des Schienenverkehrs an Transportinvestitionen
in den letzten zehn Jahren nämlich deutlich gesunken sei und andere Verkehrsträger,
insbesondere die Straße, massiv bevorzugt worden seien. Dazu komme noch,
dass das erklärte Ziel des EU-Verkehrsweißbuches von 2001, die Güterströme
auf umweltfreundliche Verkehrsträger zu verlagern, aufgegeben wurde.
Die Entwicklungen im Bahnsektor in den letzten zehn Jahren zeigten klar,
so Haberzettl, dass eine Marktöffnung sowie Wettbewerb und Liberalisierung
um jeden Preis schädlich für die Entwicklung der Bahnen gewesen sei. Das
bedeute ko
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