News - Europa
Schicken Sie eine Meldung

Flagge OesterreichÖsterreich

RechteckÖBB lassen die Senioren einfach links liegen
"Sie kennen alle diese oder ähnliche Berichte: 'Senioren sind die am stärksten wachsende Konsumenten-Gruppe'. Sie wissen auch, dass viele Unternehmen entschlossen an der Entwicklung eigener Senioren-Angebote arbeiten, um dieses wichtige Kunden-Potential zu nutzen. Nur die ÖBB haben das nicht nötig: Seit zwei Jahren verzichten sie auf ein eigenes Senioren-Angebot und gefährden damit ihren eigenen (!) Geschäftserfolg", erklärt Heinz K. Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes und selbst anerkannter Werbefachmann.
Hintergrund: Von 2005 bis 2008 boten die ÖBB mit dem '7-Euro-Senioren-Ticket' den älteren Generationen ein besonders beliebtes und erfolgreiches Produkt an. Rund 150.000 dieser Tickets wurden in dieser Zeit jährlich von den österreichischen Seniorinnen und Senioren gekauft. Aber 2008 jedoch erfolgte die plötzliche Abschaffung.
"Auch durch hartnäckige Anfragen war von den ÖBB nicht zu erfahren, was zur Abschaffung dieser Aktion geführt hatte. Erst heuer enthüllte ein Rechnungshof-Bericht die Gründe: Die Aktion war 2008 mit einer - vom Vorstand nicht einmal genehmigten - Werbeaktion um mehr als 900.000 Euro begleitet worden. Aufgrund dieser unverhältnismäßig hohen Werbekosten war die Aktion dann natürlich nicht mehr wirtschaftlich", erklärt Becker zu den Hintergründen. Und schlussfolgert kühl: "Nicht das Produkt hätte abgeschafft werden müssen sondern die für diese extrem hohen Werbeausgaben verantwortlichen Manager!"
"Es war also Misswirtschaft, die der beliebtesten ÖBB-Aktion aller Zeiten ein Ende bereitet hat. Ein Umstand, für den die Senioren heute noch den Schaden haben: Denn außer einem kläglich gescheiterten Versuch aus dem Vorjahr - die Senioren-Aktion im November 2009 brachte nur etwas mehr als 6.000 verkaufte Tickets - lassen die ÖBB die Senioren einfach links liegen", kritisiert der Seniorenbund-Generalsekretär.
"Jährlich unterstützen die Steuerzahler die ÖBB mit vielen Milliarden Euro. Da könnte man doch wenigstens erwarten, dass diese alles unternehmen, um wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. Und dass ohne die Senioren-Zielgruppe heute im Marketing keiner mehr weit kommt, sollte sogar den ÖBB klar sein", ärgert sich Becker über die völlig verantwortungslose Vorgangsweise des staatsnahen Unternehmens.
"Jetzt reicht's den großen und treuen Kundengruppen in der älteren Bevölkerung: Wir wollen unser '7-Euro-Senioren-Ticket' zurück. Und verlangen eine ernst zu nehmende aktive Beschäftigung mit passenden Angeboten für die wichtige - und stetig wachsende - Zielgruppe der Senioren. Und: Zum Nutzen unserer Senioren stehen wir als große Seniorenorganisation für Kooperationen jederzeit zur Verfügung!", so Becker abschließend
(Pressemeldung Österreichischer Seniorenbund, 31.07.10).

RechteckKatharina Günther wird neue Leiterin der Rechtsabteilung der ÖBB-Holding
Ab 1. August wird Dr. Katharina Günther (31) die Abteilung Recht der ÖBB-Holding AG übernehmen. Zuvor leitete Günther die Abteilung Recht und Immobilien der ÖBB-Postbus GmbH.
Bereits jetzt sind fünf Frauen in Toppositionen im ÖBB Konzern Sabine Greiner, Geschäftsführerin ÖBB-Shared Service Center GmbH, Kristin Hanusch Linser, Leiterin Konzerkommunikation und -marketing, Gabriele Lutter, Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG und Birgit Wagner, Geschäftsführerin der ÖBB-Immobilien GmbH.
Damit wird eine weitere wichtige weibliche Führungskraft das Team von Christian Kern, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, verstärken (Pressemeldung ÖBB, 30.07.10).

RechteckSteiermärkischen Landesbahnen betreiben den Terminal Graz Süd
Foto STLBFoto STLB
Die Steiermärkischen Landesbahnen (STLB) haben mit 01.Juli.2010 die Containerumschlag- und Eisen-bahninfrastrukturanlagen des Güterterminals Graz Süd übernommen. Dieses Güterverkehrszentrum wird weiterhin als öffentliche Infrastruktureinrichtung geführt. Die Eisenbahnanlagen liegen auf einer Fläche von rund 500.000 m², verkehrsgünstig südlich der steirischen Landeshauptstadt Graz, zwischen der Südbahn Graz – Spielfeld/Straß und der Autobahn A9.
Der bisherige Betreiber, die Cargo Center Graz BetriebsgmbH (CCG) wird sich in Hinkunft auf die Halleninfrastruktur und die Weiterentwicklung des Güterverkehrszentrums konzentrieren. Die STLB ihrerseits wollen den Güterterminal als Zentrum der Logistik und des Eisenbahnbetriebes ausbauen. Erklärtes Ziel ist die Schaffung zusätzlicher Verbindungen von Container-Ganzzügen zu den Seehäfen und anderen Güterterminals.
Damit sollen neben den kommerziellen Zielen auch dem politischen Willen zur Verlagerung von Transporten auf die Schiene und der Stärkung der Schienentransportleistungen Rechnung getragen werden. Die Betriebsleistungen der STLB umfassen Container-Umschlag und –Lagerung sowie Container-Reparatur und –Wartung. Für alle interessierten Eisenbahnverkehrsunternehmen werden Verschubleistungen für die Zugbildung und Zugauflösung angeboten. Auf dem Gelände befindet sich auch eine STLB-Werkstätte, die Instandhaltungsleistungen für Schienenfahrzeuge (primär Güterwagen) anbietet. Eine Dieseltankstelle für Eisenbahnfahrzeuge rundet das Servicespektrum ab.
Die Eisenbahninfrastruktur umfasst eine Gesamtgleislänge von 17,3 km Länge und 53 Weichen. Die Abstellfläche für Container umfasst ungefähr 25.000 m². Die beiden Portalkräne bestreichen vier Gleise zu je 700 m Länge. Daneben stehen noch zwei Freiladegleise mit 750 m Länge sowie ein Stammgleis mit rund 800 m Länge zur Verfügung. Für die Abfertigung der“ Rollenden Landstraße“ steht außerdem ein eigenes Gleis mit über 600 m Länge zur Verfügung (Pressemeldung Steiermärkische Landesbahnen, 30.07.10).

RechteckBessere Auskunft zu Grund und Dauer von Störungen gewünscht
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat einen Monat lang Rückmeldungen von Fahrgästen zum Störungsmanagement der ÖBB eingeholt. Die ausführlichen Ergebnisse gibt es ab morgen im August-"Konsument".
Insgesamt 94 Personen gaben detaillierte Rückmeldungen ab, wodurch sich zumindest eine Tendenz ablesen lässt, die durch Statistiken der Schienen Control GmbH (SCG) untermauert wird: Größtes Ärgernis ist die mangelhafte Auskunft. Jeder dritte Befragte erhielt etwa keine Informationen. 35 Prozent wurden zwar nicht direkt vom Personal oder via Lautsprecher über die Störung informiert, konnten diese aber zumindest auf den Monitoren erkennen. In lediglich 13 Prozent der Fälle nannte das ÖBB-Personal den Grund für die Störung.
Auch die Dauer der Wartezeit erfuhr nur jeder zweite Fahrgast. Insgesamt wird deutlich, dass sich die Befragten bessere Angaben zu Grund und Dauer der Störung wünschen. 16 Prozent würden sich darüber hinaus bessere Informationen zu Fahralternativen erwarten. 18 Prozent der Umfrage-Teilnehmer waren hingegen mit den gegebenen Informationen vollauf zufrieden.
Welche Rechte aber hat man nun als Konsument im Fall von extremen oder wiederholten Verspätungen? Im Dezember 2009 trat die EU-Fahrgastrechte-Verordnung in Kraft, die dem Kunden bei einem Verschulden der ÖBB mehr Rechte bei Zugverspätungen einräumt, z.B.:
• Entschädigung bei großer Verspätung: Bei Verspätungen ab 60 Minuten stehen dem Kunden 25 Prozent, ab 120 Minuten 50 Prozent des Fahrpreises zu.
• Entschädigung für Dauerkartenbesitzer: Bei wiederholten Verspätungen erhalten Fahrgäste mit Wochen-, Monats-, und Jahreskarten eine Entschädigung. Diese muss in den Entschädigungsbedingungen der Bahngesellschaft geregelt sein.
• Betreuungsleistungen: Bei einer Verspätung von mehr als 60 Minuten ist - so notwendig und praktisch machbar - die kostenlose Unterbringung in einem Hotel oder einer anderweitigen Unterkunft anzubieten.
Ein Wermutstropfen: Aus diesen Regelungen können allerdings die regionalen Zugverbindungen ausgeklammert werden. Details zu dieser Erhebung gibt es ab sofort auf www.konsument.at und ab dem 29.7. im August-"Konsument".
Weitere Informationen zu den Fahrgastrechten gibt es auch auf der Homepage des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ): www.europakonsument.at
(WKZ, Quelle Pressemeldung Eurotunnel, 29.07.10).

RechteckWeniger Züge für Niederösterreich
Was bereits im Jänner dieses Jahres zwischen dem Land Niederösterreich und den ÖBB vereinbart wurde, wird mit dem Sommerfahrplan 2010 nun teilweise umgesetzt. Mit Wirksamkeit 2. August werden in Niederösterreich rund 200.000 Fahrplankilometer von insgesamt ca. 22 Millionen km, also 0,01 Prozent weniger angeboten. In Zügen gerechnet, werden 34 Züge weniger; im Gegenzug dazu 11 Züge mehr im Fahrplan zu finden sein.
Insgesamt verkehren alleine in NÖ täglich rund 2.100 Züge. Mit Ende des Jahres soll das Fahrplan-angebot um weitere 450.000 km reduziert werden. Grund für die Fahrplanrücknahmen ist die fehlende Finanzierung des Landes für diese Züge. Die ÖBB bedauern diese Rücknahme außerordentlich, weisen aber darauf hin, dass im Nahverkehr die Unterstützung der Länder unumgänglich ist.
Konkret heißt das für die Bahnnutzer in NÖ, dass weniger Züge zur Verfügung stehen werden, obwohl ein Großteil des gesamten Nahverkehrs (20 von 22 Mio. Fahrplan-km) ohnehin seitens Bund finanziert werden.
Für die Bahnkunden bedeutet dies sicher eine Erschwernis; bei der Auswahl der Züge wurde aber auf eine größtmögliche Verträglichkeit (zeitnahe Ersatzverbindungen) für die Kunden zum einen, und auf möglichst frequenzschwache (wenig Fahrgäste) Züge zum anderen, geachtet. Für das Land NÖ gibt es aber jederzeit die Möglichkeit wieder mehr Züge für die Bahnkunden zu bestellen (Pressemeldung ÖBB, 28.07.10).

RechteckEröffnung des neuen Bahn-Busterminals in Telc
Grafik NÖ LR
Grafik NÖ LRGrafik NÖ LR
Während auf der österreichische Seite der Thayatalbahn die Abwrackung der Schienen unter tatkräftiger Mitwirkung von einigen Lokalpolitikern und dem Bruch aller Zusagen, nicht nur gegenüber den eigenen Bürgern der Region, sondern auch den tschechischen Nachbarn gegenüber, immer wahrscheinlicher wird, geht der Ausbau der Bahn auf tschechischer Seite, wie mit Österreich vereinbart, weiter.
So wurde am Samstag, dem 24. Juli 2010, auf der Anschlussstrecke der Thayatalbahn auf tschechischer Seite, in Telc, dem Austragungsort der NÖ Landesausstellung 2009 und Partnerstadt von Waidhofen/Thaya, ein neues kombiniertes Bahn-Busterminal und der auf neusten Stand gebrachte Bahnhof feierlich eröffnet. Neben den hunderten tschechischen Festgästen, darunter viele Familien mit Kindern, reisten neben tschechischen Besuchern, über 50 österreichische Bahnfreunde dazu mit der Dampflock ab Dacice an. Organisiert wurde diese von der EU geförderte Sonderdampfzugfahrt vom Verein „Neue Thayatalbahn“ sowie dem Regionalbahnverein Telc.
Die Investitionskosten von 45 Millionen Kronen (ca. 2 Millionen Euro) wurden von Stadt und Tschechi-schen Bahn unter Einbeziehung von EU-Geldern gemeinsam aufgebracht.
Bei der Eröffnung fielen auch kritische Worte in Richtung Österreich. So forderten Mgr. Václav Jehlacka, als Senator und ehemaliger Kulturminister wesentlich verantwortlich für die grenzüberschreitende NÖ Landesausstellung 2009, und der Telcer Bürgermeister Mgr. Roman Fabeš in ihren Ansprachen erneut die Verantwortlichen in Österreich auf, zu ihren Worten und den bilateralen Verträgen zu stehen und den Lückenschluss der Bahnlinie 20 Jahre nach der Grenzöffnung zu realisieren. Auch hätte man gerne gewusst, welche Nachnutzung für den Streckenabschnitt der Thayatalbahn Waidhofen/Th. - Fratres geplant sei – laut Land sei diese Nachnutzung ja bereits „geklärt". Die tschechischen Partner wissen jedoch nichts davon.
Parallelen zu den Problemen des Lückenschluss der Thayatalbahn zog Ph.Dr. Jiri Kacetl, Stadtrat in Znaim, bei einem runden Tisch mit Mgr. Václav Jehlacka, Senator und ehemaliger Kulturminister, Mgr. Roman Fabeš, Bürgermeister von Telc sowie Egon Schmidt, Obmann des Vereins „Neue Thayatalbahn“. Auch beim grenzüberschreitenden Lückenschluss Laa an der Thaya und Hevlin (CZ) gäbe es ähnliche Schwierigkeiten. Bei dem konstruktiven Strategiegespräch wurden regelmäßige bilaterale Treffen sowie eine intensivere Zusammenarbeit, nach dem Vorbild von Außenminister Spindelegger und Karl zu Schwarzenberg, vereinbart.
„Der tschechische und österreichische Außenminister haben nun halbjährliche Treffen in Grenznähe vereinbart. Dies begrüßen wir als grenzüberschreitende Bürgerinitiative sehr. Daher möchten wir herzlich dazu einladen, das nächste bilaterale Treffen in Slavonice abzuhalten, um auf die Wichtigkeit des Lückenschlusses der Thayatalbahn sowie auf die Einhaltung der bilateral abgeschlossenen Verträge hinzuweisen. Weiters gibt es am “ so Egon Schmidt.
Indes wird auch in den tschechischen Medien der Ton schärfer. Kritisiert wird, dass in Österreich die Straße bis zur Grenze ausgebaut wurde, obwohl der Bahnausbau mit Tschechien vereinbart ist (Pressemeldung Bürgerinitiative „Pro Thayatalbahn“ und Unterstützer, 22.07.10).

RechteckMontage der Wolkenspange am Wiener Westbahnhof beendet
Foto ÖBBFoto ÖBB
Am 22.07.10 wurde der letzte Teil der Wolkenspange, dem zukünftigen Erkennungsmerkmal der BahnhofCity, eingefügt.
Der Wiener Westbahnhof wird seit September 2008 unter laufendem Betrieb modernisiert und zur ersten BahnhofCity Österreichs, der BahnhofCity Wien West, umgebaut. Das zukünftige, markante Erkennungsmerkmal der BahnhofCity Wien West ist mehr als „nur“ ein Wahrzeichen, denn darin werden auch Büroräume untergebracht sein. Die Spange wurde von beiden Seiten des neuen Gebäudes (zwei Gebäudeteile, die durch die Wolkenspange miteinander verbunden sind) an der Ecke Äußere Mariahilfer Straße/Neubaugürtel montiert.
Das Bauwerk wiegt gewaltige 430 Tonnen: Das entspricht exakt dem Gewicht der gesamten Stahlkonstruktion des Wiener Riesenrads – das Rad selbst bringt es auf „nur“ 245 to. Der längere, gürtelseitige Teil der L-förmigen Konstruktion ist 52 m lang und 13,6 m breit; der kürzere, der Äußeren Mariahilfer Straße zugewandte Teil 32 m (bei 12 m Breite). Die Konstruktion ist 4,9 m hoch. Die Montagearbeiten konnten früher als ursprünglich vorgesehen mit dem heutigen Tag weitgehend abgeschlossen werden. Die Fertigstellung der BahnhofCity Wien West ist im Herbst 2011 geplant. Der nächsteMeilenstein ist die Rohbaufertigstellung im September dieses Jahres (Pressemeldung ÖBB, 26.07.10).

RechteckTschechische Seite hält sich an Vereinbarungen
Grafik NÖ LR
„Es geht auch anders – nicht nur die Schweiz macht es uns vor, auch unsere tschechischen Nachbarn.“ so Obmann Egon Schmidt. „Die Tschechische Seite hat die in Abkommen vereinbarten Ausbau der Bahn eingehalten und umgesetzt. Nun wird eine Erklärung über die angebliche 'Nachnutzung' der Thayatalbahn erwartet. Die Eröffnung des Telcer Bahnterminals gäbe eine gute Gelegenheit dazu.“ berichtet Schmidt. Besorgt zeigt sich Schmidt über die gebrochenen Versprechen insbesondere vom Land NÖ: „Die abgegebenen Versprechen seitens des Landes NÖ wurden in Tschechien sehr ernst genommen – nun sollen sie augenscheinlich nicht eingehalten werden. Dies wird von unseren Nachbarn sehr wohl negativ aufgenommen – verständlicherweise.“
Auf tschechischer Seite wurden die Verabredungen (Anm.: bilaterale Abkommen, Versprechen von Bund und Land, Informationen und Dokumente siehe www.thayatalbahn.at Rubrik "Dokumente") mit der österreichischen Seite ernst genommen und wie vereinbart massiv in den Ausbau der Bahn nach Slavonice/Fratres sowie des Südböhmischen Streckennetzes investiert.
Im Gegensatz dazu wurde in Österreich die Straße bis zum Grenzübergang Fratres anlässlich der grenzüberschreitenden Landesausstellung 2009 still und heimlich ausgebaut - entgegen geltender Abmachungen konnte keiner der Besucher mit der Bahn nach Telc reisen - eine historische Chance wurde 2009 damit vertan.
Überhaupt sind die mittlerweile jahrzehntelangen Entwicklungen rund um die Thayatalbahn eine Aneinanderreihung von Chancen die nicht genutzt wurden. Nähere Informationen zu der über 20 Jahre dauernden Geschichte unter www.thayatalbahn.at Rubrik „Geschichte“. Ein wahres Zeitzeugnis österreichischer Geschichte.Auf der anderen Seite, der leider noch in so manchen Lokal- und Landespolitikergehirn bestehender Grenze, wurde jedoch - wie mit Österreich vereinbart - in die Bahninfrastruktur investiert.
Nun zeigt sich das Bild: auf österreichischer Seite ausgebaute Straßen - auf tschechischer weiterhin massive Investitionen in die Bahn - wie die Eröffnung des Telcer Bahnterminals am 24. Juli 2010 beweist.Auch weiterhin wird die Tschechische Seite auf die nachhaltigere Bahn setzen und die Einhaltung der bilateral geschlossenen Vereinbarungen fordern.
Dass lt. Aussendung LR Heuras vom 20.6.2010 die „Nachnutzung“ der Thayatalbahn ab Waidhofen nach Slavonice "geklärt" und die Strecke Waidhofen - Zwettl noch "im Gespräch" begriffen sei, verwundert nicht nur unsere Nachbarn. Besonders interessiert an dieser „Nachnutzung“ und den „Gesprächen“ zeigt sich der Telcer Bürgermeister Mgr. Roman Fabes der anlässlich der Eröffnung des Bahnterminals auch eine Festrede halten wird.
Die nächste grenzüberschreitende Zusammenarbeit findet am 1. August 2010 statt. An diesem Datum starten die Feierlichkeiten zu 750 Jahre (!) Slavonice. Auch hier gibt es wieder einen vom Verein „Neue Thayatalbahn“ mit den tschechischen Kollegen des Telcer Lokalbahnvereins (Spolecnost telcské mistni dráhy) unter Mitwirkung der Waidhofner Partnerstadt Telc und Slavonice organisierten Sonderdampfzug, welcher von Telc nach Slavonice dampfen wird.
Wäre der versprochene Lückenschluss bereits getätigt, könnten diese Veranstaltungen bereits durchgängig geführt werden
(Pressemeldung Verein "Neue Thayatalbahn", Bürgerinitiative „Pro Thayatalbahn“, 22.07.10).

RechteckÖVP will Sicherheits-Schleusen für Wiener U-Bahn
Im Rahmen einer Pressekonferenz der Wiener ÖVP am Montag Vormittag präsentierte Landespartei-obfrau Christine Marek die Forderung nach einem E-Ticketingsystem und Sicherheitsschleusen für die Wiener U-Bahn.
In vielen Städten Europas wie Amsterdam, Paris und London würde das System schon lange erfolgreich praktiziert und brächte viele Vorteile für die BenutzerInnen mit sich. Die personalisierten Chipkarten versprechen mehr Sicherheit, die automatische Verbuchung des günstigsten Preises und eine Papiereinsparung zugunsten der Umwelt. Auch die Wiener Linien könnten so mit langfristigen Kosteneinsparungen rechnen.
Die konkreten Forderungen der ÖVP sind die Einführung von Personenschleusen bei den U-Bahnen, Videoüberwachung in den Stationen und die Kombination aller Verkehrssysteme durch ein E-Ticketingsystem. Die Wiener Linien sollten eine dementsprechende Machbarkeitsstudie ausarbeiten, nachdem sich laut einer aktuellen Studie 57 Prozent der WienerInnen klar für eine Umsetzung des Systems aussprechen und weitere 50 Prozent darin Sicherheitsvorteile sehen würden, betonte Marek (Pressemeldung ÖVP, 20.07.10).

RechteckPräsentation des Wirtschaftsberichts
"Laut einem aktuellen Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind zwei Faktoren für Beschäftigung und Wachstum ausschlaggebend: Investitionen in eine moderne, ökologische Infrastruktur sowie in Forschung und Entwicklung", sagte Infrastrukturministerin Doris Bures bei der Präsentation des Wirtschaftsberichts. Ihr geht es darum, einen Weg, der sich als richtig abzeichnet, eben weil Österreich die Krise besser als andere bewältigt, mit Beharrlichkeit fortzusetzen. Im Hinblick auf Unternehmen des Bundes betonte Bures, wichtig sei hier nicht nur, punktuell zu investieren und in einzelnen Bereichen Kapital zuzuschießen, sondern ein Gesamtkonzept zu Stärkung der österreichischen Unternehmen. "Wir brauchen ein gesamtes Wirtschaftskonzept, um die Unternehmen, an denen der Bund Anteile hält, zu stärken."
Der Wirtschaftsbericht 2009 wurde am Mittwoch von Bundeskanzler Werner Faymann, Finanzministerin Josef Pröll, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Infrastrukturministerin Doris Bures vorgestellt. "Ein Schlüssel, um das zarte Pflänzchen Wachstum zum Blühen zu bringen, ist, in angewandte Forschung und Technologieentwicklung investieren", so die Ministerin. Die sich bei aller Vorsicht nach dem Krisenjahr 2009 optimistisch zeigte, dass die Maßnahmen, die von der Bundesregierung getroffen wurden, wirken.
Die Ministerin ging auch auf die globalen Hintergründe ein, vor denen sich das österreichische Wirtschaftsgeschehen abspielt. Man müsse erkennen, dass sich die Welt massiv verändern werde, so Bures mit dem Hinweis auf Finanzmarktkrise, Klimawandel, Ressourcenverknappung, die steigenden Risken bei der Erdölförderung, die jetzt gerade im Golf von Mexiko dramatisch vor Augen geführt werden. Entscheidend sei - und darüber ist man sich in der Bundesregierung einig -, dass man die neuen Herausforderung nicht mit alten Antworten zu bewältigen sind.
Entscheidend sei allerdings auch die Erkenntnis, dass die Krise nicht schicksalhaft über die Welt hereingebrochen ist, sondern eine Ursache hat in den ausufernden, schrankenlosen Finanzspekulation, die vom Volumen her Transaktionen in der Realwirtschaft weit hinter sich lassen. Die Ministerin sieht in diesem Bereich nicht nur globale Antworten und solche auf Ebene der Europäischen Union (EU) gefragt, sondern auch österreichische. Und sie betont: "Geschwindigkeit zählt."
In dieser Hinsicht waren die Konjunkturmaßnahmen in Österreich wesentlich. So wie zuvor schon das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo), das Wiener Institut für Höhere Studien (IHS) und Joanneum bestätigt jetzt auch der Wirtschaftsbericht, dass die Investitionen in Schiene und Straße gewirkt und Beschäftigung gesichert haben. Die Kombination von Investitionen mit der aktiven Arbeitsmarktpolitik hat dazu geführt, dass Österreich heute in der EU die geringste Arbeitslosigkeit hat. Zum Vergleich: Vor der Krise, im Jahr 2008 lag Österreich bei der Arbeitslosenquote an viertbester Stelle in der EU, jetzt, nach den neuesten Daten von Eurostat von Mai 2010, ist Österreichs Arbeitslosenquote EU-weit die niedrigste.
Bures hält deswegen die klare Entscheidung der Regierung für so wichtig, dass es trotz Konsolidierung des Haushalts "keinen Investitionsstopp in Österreich gibt". Für den Bereich Schieneninfrastruktur führte sie dazu aus, dass das Investitionsvolumen in den Jahren 2010 bis 2015 trotz Sparmaßnahmen wird doppelt so hoch sein wird, wie es 2001 bis 2006 war.
Ihr geht es darum, die regionale Wirtschaft zu unterstützen und Beschäftigung zu sichern, nicht Arbeitslosigkeit zu verwalten, sagte Bures. Deswegen lege sie den Schwerpunkt auf Zukunftsthemen wie umweltfreundliche Mobilität; deswegen werde so intensiv in die Entwicklung von Elektro-Mobilität (E-Mobilität) investiert und zugleich die umweltfreundliche Infrastruktur für die Bahn ausgebaut. Denn mit der Bahn habe man schon heute "eine marktfähige E-Mobilitätsflotte".
Neben dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sei die Kommunikationsinfrastruktur ein wesentlicher Standortfaktor. Stichwort Breitbandnetze - die einzigen Autobahnen, wo die Verkehrsministerin nichts gegen das Rasen hat, sind die Datenautobahnen. In Summe werden in ihrem Bereich 3,8 Milliarden Euro in die "Hardware", also in Infrastruktur Schiene, Straße, Schifffahrt und Kommunikationsnetze in investiert. "Und zur Hardware braucht es auch eine Software: Forschung, Innovation und Entwicklung sind für die Zeit nach der Krise von großer Bedeutung", so die Ministerin. Ihr Ressort investiert gut 400 Millionen Euro pro Jahr in die angewandte Forschung, zwei Drittel davon kommen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zugute (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 16.07.10).

RechteckFernverkehrsverbindung Linz-Graz in Frage gestellt
Den ÖBB ist es wichtig, ihren Kunden bestmögliche Verbindungen anzubieten, sind aber in vielen Fällen, wie bei der aktuell diskutierten Verbindung Linz - Graz, auf die Finanzierung von Bestellern angewiesen. Wenn die Partner gewisse - für die ÖBB verlustbringende - Verbindungen nicht unterstützen, können diese nicht aufrecht erhalten werden.
Die ÖBB bedauern die Rücknahme von Bestellungen durch Bundesländer außerordentlich, sehen sich aber außer Stande, diese bisher bestellten und somit bezahlten Strecken eigenwirtschaftlich weiter zu führen (Pressemeldung ÖBB, 14.07.10).

RechteckÖBB bedauern Zwischenfall in Italien
Die ÖBB bedauern den Vorfall in einem Nachtzug von Rom nach Wien. Ein Schüler und ein Lehrer waren wegen zu hoher Temperaturen kollabiert. Nach Bekanntwerden dieses bedauerlichen Zwischenfalls nahmen die ÖBB Kontakt mit der betroffenen Schule auf. Gemeinsam wurde der Zwischenfall analysiert und nach einer Lösung gesucht. Leider gab es seitens der Italienischen Staatsbahn keine Informationen. Dennoch ist es selbstverständlich, dass der Schulklasse im Kulanzweg die Kosten für die Rückfahrt erstattet werden. Die ÖBB-Personenverkehr AG bedauert diesen Zwischenfall, der sich im italienischen Netz ereignete.
Nach Schilderungen der betroffenen Schulklasse wurde am 6.7.2010 in Rom ein Reisezugswaggon ohne funktionsfähige Klimaanlage für die Fahrt in Richtung Österreich bereitgestellt. Die angetroffenen Temperaturen im Fahrzeug waren derart hoch, dass sie den Fahrgästen nicht zugemutet werden konnten. Zwischen Rom und Florenz kollabierten zwei Fahrgäste einer Reisegruppe. Im Bahnhof Florenz wurden die beiden betroffenen Fahrgäste ambulant versorgt und konnten die Weiterreise in Richtung Österreich dennoch antreten. Es ist völlig unverständlich, warum die Verantwortlichen der Italienischen Eisenbahnen einen schadhaften Waggon für die Fahrgäste zum Einsatz brachten.
Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr AG: "Unsere Mitarbeiter haben die Anweisung, in solchen Situationen den Waggon zu sperren und wenn es gar nicht mehr anders geht den Zug zu stoppen. Denn eines muss klar sein: Die Gesundheit und die Sicherheit unserer Fahrgäste hat immer Vorrang!"
Der Zugführer der Italienischen Staatsbahnen ist im Italienischen Streckennetz für die Sicherheit im gesamten Wagenzug verantwortlich und hätte demnach das schadhafte Fahrzeug räumen und versperren sowie für einen Ersatzwaggon sorgen müssen. Dies ist vertraglich zwischen ÖBB und Italienischer Staatsbahn geregelt. Warum dieser Prozess am 6.7.2010 von den Italienischen Staatsbahnen nicht eingehalten wurde entzieht sich unserer Kenntnis. Die Italienischen Staatsbahnen wurden von den ÖBB zur Stellungnahme aufgefordert (Pressemeldung ÖBB, 14.07.10).

RechteckJahresbericht 2009 der Schienen-Control GmbH
Die Netz-Aufsichtsbehörde Schienen-Control GmbH hat ihren Jahresbericht 2009 herausgegeben, der unter anderem Angaben über die verschiedenenm Bahnbetreiber auf dem österreichischen Schienennetz enthält (WKZ, 14.07.10).

RechteckHauptversammlung der voestalpine AG beschließt Dividende und Aktienrückkauf
Im Rahmen der 18. ordentlichen Hauptversammlung der voestalpine AG wurde heute, Mittwoch, für das Geschäftsjahr 2009/10 eine Dividende von 0,50 EUR je dividendenberechtigter Aktie beschlossen. Die Aktionäre folgten damit einem entsprechenden Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Dividende gelangt ab 19. Juli zur Auszahlung.
Die Hauptversammlung hat den Vorstand zudem zum Rückerwerb eigener Aktien im Ausmaß von höchstens 10 Prozent des Grundkapitals der voestalpine AG ermächtigt. Dabei handelt es sich um eine Erneuerung der bereits auch im Jahr 2008 erteilten Rückkaufermächtigung, die unter anderem zum Ausbau von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen, zur Bedienung des Stock-Option-Programmes sowie zur Bedienung von Wandelanleihen, zu deren Ausgabe der Vorstand in der Hauptversammlung 2009 ermächtigt wurde, vorgesehen ist. Die Geltungsdauer der Rückkaufermächtigung beträgt 30 Monate. In diesem Zusammenhang wurde der Vorstand der voestalpine AG auch zur Einziehung eigener Aktien im Ausmaß von höchstens 10 Prozent des Grundkapitals der voestalpine AG und somit zur Herabsetzung des Grundkapitals in diesem Ausmaß ermächtigt.
Die Hauptversammlung hat überdies Änderungen der Satzung im Wesentlichen zur Anpassung an geänderte gesetzliche Bestimmungen, insbesondere an das Aktienrechts-Änderungsgesetz 2009, beschlossen (Pressemeldung Voestalpine, 09.07.10).

RechteckLetzte vier T400 an die Wiener Lokalbahnen ausgeliefert
Foto Wiener StadtwerkeFoto Wiener Stadtwerke
Foto Wiener StadtwerkeFoto Wiener Stadtwerke
Auslieferung der letzten vier T400 an die Wiener Lokalbahnen. v.l.: Germar Wacker, President, Light Rail Vehicles bei Bombardier, Wiener Stadtwerke Generaldirektorin Dr. Gabriele Payr, Gemeinderat Karlheinz Hora, Vorstand der Wiener Lokalbahnen MMag. Dr. Harald Brock. Fotos Wiener Stadtwerke.
Mit der Übernahme von vier weiteren Niederflur-Triebwagen des Typs "T400" von Bombardier Transportation sind die Wiener Lokalbahnen mit 14 Niederflur-Triebwagen unterwegs. Die im Bombardier Werk in Wien-Donaustadt hergestellten Triebwagen wurden an Wiener Lokalbahnen-Vorstand Harald Brock übergeben, im Beisein von Wiener Stadtwerke-Generaldirektorin Gabriele Payr und Gemeinderat Karlheinz Hora, der in Vertretung von Vizebürgermeisterin und für die Wiener Stadtwerke zuständigen Stadträtin Renate Brauner die enge Zusammenarbeit des Wiener Stadtwerke-Konzerns mit regionalen Zulieferbetrieben positiv hervorhob.
Hora: "Lokal vergebene Aufträge sichern nicht nur zehntausende Arbeitsplätze, sondern setzen wichtige Impulse für den gesamten Wirtschaftsstandort Wien. Eine aktuelle Studie des WIFO & Joanneum Research hat ergeben, dass jeder in Infrastruktur investierte Euro 1,2 Euro an Wertschöpfung generiert."
Wiener Stadtwerke-Generaldirektorin Gabriele Payr sieht den Öffentlichen Nahverkehr auf dem Vormarsch: "Heute werden bereits mehr als ein Drittel aller Wege in Wien mit Straßenbahn, Autobus und U-Bahn zurückgelegt werden. Damit sind die Öffis noch vor dem Auto das beliebteste Verkehrsmittel der Wienerinnen und Wiener. Mit kontinuierlichen Investitionen und dem weiteren Ausbau des Streckennetzes wollen wir diesen internationalen Spitzenwert in den nächsten Jahren noch steigern und bieten mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch für Pendler ein attraktives Angebot", betont Payr.
Wiener Lokalbahnen-Vorstand Harald Brock: "Die Wiener Lokalbahnen befördern täglich mehr als 30.000 Fahrgäste. Die Badner Bahn fährt im Viertelstundentakt zwischen den Stationen Staatsoper/Wien und Josefsplatz/Baden. Mit den vier neuen Niederflurtriebwagen können wir das Angebot für die Wiener und Niederösterreichische Bevölkerung auch im Hinblick auf Barrierefreiheit und Komfort weiter ausbauen. Die Niederflur-Triebwagen sind mit einem Hublift ausgestattet und entsprechen den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetztes".
Die von Bombardier entwickelten Niederflurfahrzeuge des Typs "T400", erfüllen mit einer Wagenbreite von 2,5 Meter die Rahmenbedingungen einer Straßenbahn. Fahrzeugstabilität, die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und das Sitzplatzangebot entsprechen dem Komfort einer Stadtbahn. Lifte für Rollstuhlfahrer und Signalfarben machen die Fahrzeuge noch benutzerfreundlicher.
"In der perfekten Kombination von Eigenschaften einer Stadt- und Straßenbahn in einem Fahrzeug, maßgeschneidert für die Anforderungen der Wiener Lokalbahnen" sieht Germar Wacker, President, Light Rail Vehicles bei Bombardier Transportation, die Erfolgsfaktoren dieser Fahrzeugreihe. Wacker ergänzte: "Diese positiven Eigenschaften waren wohl auch im Jahr 2008 für die Wiener Lokalbahnen ausschlaggebend den vier Fahrzeuge umfassenden und jetzt abgeschlossenen Auftrag an Bombardier zu vergeben. An dieser Stelle möchte ich mich für die vielen Jahre der guten Zusammenarbeit herzlich bedanken."
Der ursprüngliche Auftrag für die Lieferung von sechs dreiteiligen Stadtbahnfahrzeugen mit einer Option für weitere acht wurde im Jahr 1998 an Bombardier Transportation vergeben. Siemens und Elin EBG zeichnen für Teile der elektrischen Ausstattung verantwortlich. Das Konzept des Vorgängermodells "T 2500" basierte auf dem Niederflur-Stadtbahnwagen vom Typ "T" der Wiener Linien, der bereits seit 1993 erfolgreich auf der Linie U6 im Einsatz war. Der in Wien entwickelte "T 2500" für die Wiener Lokalbahnen war ein weiteres Produkt aus der erfolgreichen Familie der Stadtbahnwagen von Bombardier Transportation. Ausgehend vom Wiener Typ "T" wurden damals die Stadtbahnen für Köln, London-Croydon, Stockholm aber auch die Zweisystem Tram-Train für Saarbrücken entwickelt ( Pressemeldung Wiener Stadtwerke, 09.07.10).

RechteckPünktlichkeitsgrade bei Bahnen festlegen
Bahn-PendlerInnen, die mit einer Jahreskarte unterwegs sind, haben jetzt endlich mehr Fahrgastrechte. "Immer wieder haben sich die BerufpendlerInnen über unpünktliche Züge beschwert. Da ist vor allem das Recht auf eine teilweise Erstattung des Fahrpreises bei gravierenden Verspätungen und Zugausfällen ein großer Fort-schritt", sagt Doris Unfried, Verkehrsexpertin der AK.
"Aber damit diese greifen, müssen die Bahn-Unternehmen Pünktlichkeitsgrade festlegen. Denn laut Gesetz gibt es nur Geld zurück, wenn diese Pünktlichkeitsgrade nicht eingehalten werden." Die ÖBB haben sich schon auf die Zielmarke 90 Prozent festgelegt.
"Aber von den Privatbahnen muss rasch auch eine solche Vorgabe kommen. Es kann nicht sein, dass dieses wichtige Fahrgastrecht für Nahverkehrskunden nur auf dem Papier besteht, aber in der Umsetzung verschleppt wird", kritisiert Unfried.
Die AK-Verkehrsexpertin hofft, dass die PendlerInnen ab Anfang nächsten Jahres endlich von der neuen Regelung profitieren können. Alle Pendler und Pendlerinnen, mit Verbund-Jahreskarten, die auf Strecken unterwegs waren, bei denen der Pünktlichkeitsgrad nicht erreicht worden ist, erhalten von den ÖBB oder der Privatbahn eine Information über die Nichterreichung des Pünktlichkeitsgrades.
Diese Pünktlichkeitsgarantie bedeutet, dass bei Nichterreichen des Pünktlichkeitsgrades auf der vom Fahrgast gewählten Strecke ein Entschädigungsanspruch für den erlittenen Zeitverlust in Form von Gutscheinen oder als Preisminderung auf die nächste Jahreskarte entsteht. Und zwar in der Höhe von mindestens 10 Prozent des Monatskartenpreises.
Die AK hat Wissenwertes für Bahnkunden in der AK-Broschüre "Gut informiert unterwegs" zusammengestellt: Neben den Informationen zu neuen Fahrgastrechten gibt es dazu alles über den Ticketkauf, die Online-Buchung, den Umtausch und die Rückerstattung des Fahrpreises von ÖBB-Tickets, das Ticketangebot der Wiener Linien, die Schülerfreifahrt, Angebote für mobilitätseingeschränkte Personen, Informationen zu den Zonen und dem Zeitkarten-Angebot des VOR, Selbstbedienungs-strecken, Fahrradmitnahme, Anrufsammeltaxis, das Park & Ride-Angebot in Wien und in der Ost-Region. "Gut informiert unterwegs" erhalten Sie über das AK Bestelltelefon: (01) 310 00 10 451, E-Mail: bestellservice@akwien.at (Pressemeldung Arbeiterkammer Wien, 08.07.10).

RechteckRCA legt bei strategischer Mittelfristplanung nach
Die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria hat während der Wirtschaftskrise im nationalen und internationalen Konkurrenzvergleich gewonnen. Während der Schienengüterverkehr in Österreich um insgesamt 19 % zurückgegangen ist, verzeichnet RCA ein Minus von rund 16 %. Das bedeutet, dass RCA 2009 Marktanteile in Österreich gewinnen konnte.
Gemessen an den wesentlichen betriebswirtschaftlichen Indikatoren - Geschäftsrückgang im Jahresvergleich, Kompensation des entgangenen Umsatzes durch Anpassungsmaßnahmen und daraus resultierender Verlust in Prozent des Umsatzes (11 %) - hat RCA das Krisenjahr 2009 am besten von den europäischen Güterverkehrsbahnen bewältigt. RCA ist heute die zweitstärkste Güterbahn Europas und die Nummer 1 in Mittel- und Südosteuropa.
2011 will RCA mit dem nationalen und internationalen Teil des Geschäftes in die schwarzen Zahlen fahren, 2012 soll RCA-Tochter Rail Cargo Hungaria ebenfalls positiv bilanzieren. Ab 2013 strebt RCA eine angemessene Umsatzrentabilität und eine entsprechende Verzinsung des Eigenkapitals an. Diesem Mittelfristplan liegen Maßnahmen mit einem Ergebnisvolumen von über 200 Mio. Euro zu Grunde. Dabei handelt es sich um Innovationen in den Geschäftsaktivitäten von RCA, Prozessinnovationen in der Produktion und unverändert Synergien aus dem Zusammenwachsen von Rail Cargo Austria mit Rail Cargo Hungaria, an denen konsequent seit 2009 gearbeitet wird. Zudem werden die verlustreichsten Verkehre im nationalen unbegleiteten kombinierten Verkehr (nationaler UKV) saniert, die rund 4 % des 200 Mio. Euro Maßnahmenpakets ausmachen.
Der nationale unbegleitete kombinierte Verkehr (nationaler UKV) ist wegen hoher Kosten für das flächendeckende Netzwerk seit jeher nur bedingt kostendeckend zu führen. Bisher konnte diese mangelnde Kostendeckung durch positive Erträge bei den internationalen Verbindungen einigermaßen ausgeglichen werden. Durch die Liberalisierung und dem in der Wirtschaftskrise noch intensiver geführten Wettbewerb mit der Straße wurden auch die Erträge im internationalen Geschäft geringer.
Die nicht kostendeckenden Verkehre im nationalen UKV müssen nun mit 1. August 2010 durch eine Tariferhöhung im Ausmaß von 9 bis 14 % an ein betriebswirtschaftlich vertretbares Maß herangeführt werden. Die Tariferhöhung betrifft rund 1% des Gesamtverkehrsaufkommens bei Rail Cargo Austria. "Der kombinierte Verkehr ist strategischer Bestandteil unserer Planungen und trägt dazu bei, dass wir rund 30 % aller Güter in Österreich auf der Schiene transportieren. Wir stehen aber auch jederzeit im harten Wettkampf mit der Straße und müssen betriebswirtschaftlich agieren. Die mit 1. August durchgeführte Tarifanpassung für den nichtkostendeckenden Teil des nationalen unbegleiteten Kombiverkehrs ist notwendig. Wir können es uns nicht mehr leisten, Transporte abzuwickeln, die uns ein Loch in die Bilanz schlagen", erläutert Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes Rail Cargo Austria.
Vorwürfe, dass durch die Tarifanhebung Transporte von der Schiene auf die Straße verlagert werden könnten, lässt Macher nicht gelten. "Jeder Kunde trifft selbst die Entscheidung, ob seine Transporte auf der umweltfreundlichen Schiene oder der Straße rollen. Rail Cargo Austria versucht alles, um Transporte auf die Schiene zu verlagern, muss aber auch betriebswirtschaftlich denken. Wir können unrentable Transporte nicht mehr führen, nur damit sich irgendjemand auf unsere Kosten ein grünes Mäntelchen umhängen kann. Wirtschaft, Politik, Interessensvertretungen müssen europaweit vernetzt denken und mitarbeiten, damit die Schiene als Transportmittel forciert wird.
Anfang 2009 wäre bereits eine längst überfällige Tariferhöhung im nationalen UKV geplant gewesen. Zur Unterstützung - so zu sagen als "Krisenbeitrag" - der verladenden Wirtschaft in der Wirtschaftskrise wurde diese Preisanpassung ausgesetzt und um ein halbes Jahr auf Juli 2009 verschoben. Zudem erhöhte Rail Cargo Austria die Tarife nicht im betriebswirtschaftlich erforderlichen Umfang. Mit der nunmehr zweiten Tariferhöhung für bislang unrentable Transporte im nationalen UKV nähert sich der Preis in diesem Segment der wirtschaftlichen Vertretbarkeit. Darüber hinaus gibt es positive Gespräche mit dem BMVIT über eine allfällige Verschiebung von bestehenden Transportförderungen für den UKV.
Die betroffenen Kunden im rein nationalen UKV sind über die Tariferhöhungen bereits informiert worden - Vor- und Nachlaufverbindungen zu internationalen Verkehren sind nur marginal, die Rollende Landstraße ist davon gar nicht betroffen. Aktuell umfasst das gesamte Aufkommen des unbegleiteten Kombinierten Verkehrs der RCA rund 800.000 Ladeeinheiten (Container, etc.); davon sind rund 60.000 Ladeeinheiten im relevanten Segment unterwegs
(Pressemeldung Rail Cargo Austria AG, 07.07.10).

RechteckFranz Dirnbauer neuer Leiter Intermodal bei RCA
Im Geschäftsbereich Intermodal kam es bei Rail Cargo Austria (RCA) mit 1. Juli zu einem Wechsel im Management. Franz Dirnbauer (47) übernimmt von Erich Rohrhofer (45) die Leitung des Geschäftsbereiches Intermodal. Rohrhofer leitete diesen Bereich seit 2005 und wechselt als Senior Adviser in die Strategieabteilung der ÖBB-Holding AG. Franz Dirnbauer ist seit 1980 bei den ÖBB und seit Juni 2007 als Geschäftsführer der RCA-Tochter ÖKOMBI unter anderem für die Rollende Landstraße (ROLA) zuständig. RCA sieht den Bereich Intermodal als strategischen Wachstumsmarkt, der allerdings betriebswirtschaftlich stets unter Druck steht. „Mit Franz Dirnbauer haben wir einen erfahrenen Experten aus den eigenen Reihen als Nachfolger für Erich Rohrhofer. Wir wollen den Geschäftsbereich Intermodal betriebswirtschaftlich auf stabilere Beine stellen, dazu muss die strategische Ausrichtung neu geplant werden. Franz Dirnbauer hat mein vollstes Vertrauen, diese Herausforderung optimal umzusetzen. Erich Rohrhofer gratuliere ich zu seiner neuen, herausfordernden Aufgabe und möchte mich für seine hervorragende Arbeit bedanken“, erklärt Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes, Rail Cargo Austria.
Intermodale Logistik bei RCA
Rail Cargo Austria vereint beim Intermodalen Verkehr die Vorteile der Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasser in einer Transportkette. Die Pünktlichkeit und Sicherheit des Schienentransportes gepaart mit der Flexibilität des Straßenverkehrs ergibt in Summe eine zuverlässige und umweltfreundliche Transportlösung, die Ihnen alle Vorteile der Verkehrsträger verpackt in einem Produkt bietet. Beim Intermodalen Verkehr handelt es sich um den Transport von Gütern in ein - und derselben Intermodalen Transporteinheit (ITE) oder demselben Straßenfahrzeug mit verschiedenen Verkehrsträgern. Dabei erfolgt ein Umladen der Ladeeinheit, jedoch kein Umschlag der transportierten Güter selbst (Pressemeldung Rail Cargo Austria, 05.07.10).

RechteckGraz Hauptbahnhof 2020 startet in die 2. Phase
Foto ÖBBFoto ÖBB
Gesamtansicht Graz Hauptbahnhof 2020 und Promotionsteam. Fotos ÖBB.
Immer mehr Menschen in der Steiermark fahren Bahn! Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wird der Hauptbahnhof Graz jetzt fit für die zukünftigen Anforderungen gemacht. Stadt Graz und Land Steiermark investieren zudem massiv in den Infrastruktur-Ausbau der Nahverkehrsdrehscheibe. Mit der Sperre des Personentunnels Nord ab 12. Juli werden die Umbauarbeiten nun so richtig sicht- und spürbar. Das Gemeinschaftsprojekt von ÖBB und GVB startet damit in die 2. Phase.
Breite Aufmerksamkeit wird dabei der Information von Fahrgästen und Anrainern gewidmet, denn der Erfolg großer Infrastrukturprojekte hängt von der Unterstützung der Bevölkerung ab. ÖBB und GRAZ AG starten gemeinsam mit den Partnern Stadt Graz und Land Steiermark ab heute, Freitag 2. Juli, eine Informationsoffensive am Grazer Hauptbahnhof.
Heute sind es bereits mehr als 30.000 Fahrgäste, die täglich mit der S-Bahn, den Regional- oder Fernverkehrszügen fahren. „Künftig werden es mehr als 40.000 pro Tag sein“, freut sich Andreas Matthä, Vorstandssprecher der ÖBB-Infrastruktur AG, auf die prognostizierten Zuwächse. „Das bringt aber auch höhere Anforderungen an die Infrastruktur und den Bahnbetrieb. Dafür müssen wir den Hauptbahnhof Graz entsprechend rüsten.“ 167 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren in die Bahnhof-Infrastruktur investiert, vieles davon wird bei den Kunden unbemerkt bleiben, wie die Errichtung des Elektronischen Stellwerks, die neue TS-Halle (Technische Services) oder der neue Produktionsstandort für die Zusammenstellung von Zügen.
„Nach entsprechendem Ausbau der S-Bahn und Fertigstellung der Koralmbahn brauchen wir eine künftig optimale Infrastruktur, um die weiter steigenden Fahrgastströme auch leistungsfähig, effizient und sicher bewältigen zu können. Zusätzlich schaffen wir mit der Nahverkehrsdrehscheibe eine rasche und attraktive Umsteigemöglichkeit auf die innerstädtischen Verkehrsmittel“, so Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder.
Die Neuerrichtung des Personentunnels Nord startet ab 12. Juli – der Zugang zu den Bahnsteigen kann nur noch über den Tunnel Süd (von der Haupthalle) erfolgen. Von 13. September bis 8. Oktober wird der Bahnsteig 21 gesperrt, teilweise auch der Bahnsteig 1a - es kann in diesem Zeitraum keine Autoverladung erfolgen.
In den kommenden Jahren werden Gleise ausgetauscht, neue Weichen eingebaut, dann alle Bahnsteige erneuert, entsprechend modern ausgestattet und auf 55 Zentimeter ab Schienenoberkante angehoben. Damit wird ein komfortabler, barrierefreier Einstieg in die Züge möglich. Zusätzlich werden die Bahnsteige neu überdacht.
Auf Hochtouren laufen unterdessen die Vorarbeiten für und erste Teilprojekte der Nahverkehrsdrehscheibe. Der Sperre der Annenstraße vor der Gürtelkreuzung folgte bereits der Start der Arbeiten an der neuen Wendeschleife in der Asperngasse (bis Jahresende). Die Errichtung der Straßenbahn-Unterführung zum Bahnhofsvorplatz ist in Vorbereitung. „Durch die Neuorganisation des Straßenbahnverkehrs am Bahnhofsvorplatz wird die Verknüpfung sämtlicher hier angebundener Straßenbahnlinien sowie des Zug- und Busverkehrs verbessert, sodass die Fahrgäste besser und schneller an ihr Ziel kommen“, so die beiden GRAZ AG-Vorstandsdirektoren Wolfgang Malik und Wolfgang Messner. Zudem können die Fahrgaststeigerungen (2009 waren es knapp 99 Millionen, heuer bis Ende Mai erneute Zunahme um eine Million Fahrgäste im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres) nur mit einer Angebots- und Frequenzverbesserung bewältigt werden, sieht Verkehrsstadträtin Lisa Rücker keine Alternative zu Investitionen in die sanfte Mobilität.
Beide Projekte gemeinsam haben ein Volumen von knapp 260 Millionen Euro. Die Kosten für die Erneuerung der Bahninfrastruktur betragen dabei etwa 167 Millionen Euro, der Rest entfällt auf die Nahverkehrsdrehscheibe. Die einzelnen Baumaßnahmen der beiden Projekte werden von Maskottchen begleitet – Erich Emsig und Karla Klug sollen, für alle Altersstufen, die Baumaßnahmen verständlich erklären (Pressemeldung ÖBB, 05.07.10).

RechteckÖBB und Digitales Österreich präsentieren neue E-Services
Die ÖBB als größter Mobilitätsanbieter Österreichs wird E-Service Allianzpartner der Plattform Digitales Österreich. Mit dem ÖBB online und mobile Routenplaner "SCOTTY", können BürgerInnen und Unter-nehmen schnell und einfach die optimale öffentliche Verkehrsverbindung zu den nächstgelegenen Servicestellen von Bund, Länder und Gemeinden ermitteln.
Damit wurde ein weiterer Schritt zum bürgernahen E-Government gesetzt. Dieses Tool steht ab sofort auch allen Kommunen kostenlos zur Verfügung. Durch den Beitritt der ÖBB in die e-Service Allianz der Plattform Digitales Österreich erfolgt künftig auch eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich E-Infrastruktur.
Der Routenplaner "SCOTTY" greift auf Fahrpläne aller öffentlichen Verkehrsunternehmen in Österreich (Bahn, Bus und städtische Verkehrsunternehmen) zurück. Benötigen BürgerInnen und Unternehmen Auskunft über die schnellste und einfachste Route zum benötigten Amt, können sie dies künftig online auf HELP.gv.at über den Routenplaner "SCOTTY" ausrechnen lassen. Dazu muss man lediglich auf das gewünschte Amt klicken und die Startadresse eingeben. In kürzester Zeit wird der schnellste Weg berechnet und die für die Fahrt nötigen öffentlichen Verkehrsmittel, die Umstiegsstellen und -zeiten sowie verbindende Fußwege angezeigt. "SCOTTY" zeigt auch den ergänzenden Fußweg zur Starthaltestelle bzw. den Weg ab der Zielhaltestelle zum gewünschten Ziel, veranschaulicht durch zoombare Umgebungspläne, an. Darüber hinaus erhalten die KundInnen der ÖBB Auskunft über den aktuellen Status des Zuges. Die Information in Echtzeit kann - egal ob der Zug Verspätung hat, oder pünktlich ist - jederzeit abgefragt werden (Pressemeldung ÖBB, 05.07.10).

RechteckPolitisches Ränkespiel um die Thayatalbahn
Foto Verein Neue ThayatalbahnFoto Verein Neue Thayatalbahn
Neben der bereits bekannten Einstellung der Ybbstalbahn ist seit Mitte Juni nun auch das Schicksal der Thayatalbahn besiegelt (Der LOK Report berichtete).
Während in Tschechien in den Ausbau der anschließenden Lokalbahn Slavonice – Telc - Kostelec u Jihlavy investiert wird, will Niederösterreich einen Radweg auf der Bahnstrecke errichten und den Personenverkehr mit einer grenzüberschreitende Buslinie bewältigen.
Dagegen kämpft der Verein "Neue Thayatalbahn", der außerdem auf eine Wiederbelebung des stillgelegten Abschnitts Waidhofen - Waldkirchen und den Anschluss an die tschechische Strecke Slavonice - Kotelec anstrebt. Selbst die Generaldirektion Regionalpolitik der Europäische Kommission schreibt, das Vorhaben "hätte das Potential, den öffentlichen Verkehr in der österreichisch-tschechischen Grenzregion weiter zu fördern", sieht aber die Region als verantwortlich an.
Österreichs Verkehrspolitiker sind Pressemeldungen zufolge an ernshaften Lösungen zum Weiterbetrieb der Bahn wenig interessiert, vielmehr treiben sie mit Aussprüchen wie "Geisterfahrer der Verkehrspolitik" ein parteipolitisches Spiel.
Überdimensionale Plakate sollen die Bevölkerung auf den Zustand der Bahnen aufmerksam machen. Bei Dobersberg und Thaya wurden diese Plakate aber inzwischen wieder entfernt. Im Internet sind sie aber weiterhin zu finden, und jederman weiss inzwischen: Was einmal im Internet ist, bleibt dort auch ... (WKZ, Quelle Verein Neue Thayatalbahn und diverse Zeitungsartikel , 05.07.10).

RechteckGreenpeace fordert Regionalbahnen statt Brennerbasistunnel
Für Greenpeace bestätigt der heute erschienene Umweltkontrollbericht für 2009 das Bild, dass in Österreichs Klima- und Energiepolitik völliger Stillstand herrscht. Im schlimmsten Fall bedeutet das Scheitern am Kyoto-Ziel Kosten von mehr als einer Milliarde Euro für die Alpenrepublik. "Wir ernten nach wie vor die sauren Früchte der Jahren unter Pröll, und Umweltminister Berlakovich scheint außerstande zu sein, etwas daran zu ändern", so die Kritik von Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.
Vor allem im Verkehrssektor ist die Abweichung von den ohnehin nicht sehr ambitionierten Emissionszielen besonders groß, und die Gründe dafür sind auch ziemlich einfach auszu-machen: Der Straßenverkehr wird nach wie vor mit viel zu billigem Diesel gefördert, es gibt noch immer keine flächendeckende Lkw-Maut, auf Wunsch der Landeskaiser werden ohne absehbares Ende Autobahnen gebaut, und die Investitionen in die Bahn beschränken sich auf Milliarden verschlingende, doch letztlich weitgehend sinnlose, Großprojekte. "Nirgendwo ist die absolute Visionslosigkeit der heimischen Politik sichtbarer als im Verkehrsbereich", konstatiert Westerhof. "Wir zahlen jetzt dafür, das Kyoto-Ziel zu verfehlen, und noch unsere Enkelkinder werden für die Schulden aus dem gegenwärtigen Straßenbauprogramm aufkom-men müssen", so der Greenpeace-Sprecher.
Das von Umweltminister Berlakovich gebetsmühlenartig wiederholte Lob für Agrartreibstoffe ändert jedenfalls nur sehr wenig an den hohen Verkehrsemissionen im Land. "Es gibt ein Potenzial für Agrartreibstoffe, doch dieses ist äußerst beschränkt", weiß Westerhof. Derzeit wird ein Großteil der diesbezüglichen Rohstoffe importiert, wodurch die Emissionen aus dem österreichischen Verkehrssektor an diese auswärtigen Landwirtschaften verlagert werden - was mit tatsächlichem Klimaschutz so gut wie nichts zu tun hat.
Greenpeace fordert daher einen Planungs- und Baustopp von Infrastrukturprojekten wie der Nordost-Umfahrung von Wien, Lobautunnel und anschließende Autobahnen inklusive, und vom Koralm- sowie dem Brenner-Basistunnel. Die so eingesparten Milliarden sollten dann in eine Verbesserung der Regionalbahnen investiert werden, um den Pendlerverkehr auf diese Weise endlich von der Straße wegzubringen. "Vor allem an der Verkehrspolitik wird zu messen sein, ob die Regierung tatsächlich die Ambition aufbringt, eine ernsthafte Klimapolitik auf den Weg zu bringen", verdeutlicht Greenpeace-Sprecher Westerhof abschließend (Pressemeldung Grennpeace, 01.07.10).

RechteckÖBB sehen CO2-Werte der Bahn deutlich verbessert
Die aktuellen, vom Umweltbundesamt durchgeführten Berechnungen zur Klimabilanz stellen den ÖBB ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. Die Ergebnisse zeigen einen weiteren Ausbau der deutlichen CO2-Vorteile der Bahn gegenüber dem Güter- und Personentransport auf der Straße.
Die Bahn arbeitet in punkto Kohlendioxid-Emissionen (CO2) vorbildlich, wie die Klimabilanz aufzeigt: Im direkten Vergleich zum PKW verursachten die ÖBB 2009 je Personenkilometer (Pkm) rund 10-mal weniger CO2-Emissionen, im Vergleich zum LKW je Tonnenkilometer (tkm) sogar 21-mal weniger. Das bedeutet eine deutliche Verbesserung gegenüber 2008, als die Bahn 9-mal besser im Vergleich mit dem Pkw bzw. 15-mal besser im Vergleich mit dem Lkw abgeschnitten hat.
Bei einem CO2-Ausstoß von 161,9 g/Pkm je Pkw gegenüber nur 16,4 g/Pkm beim Bahnfahren bedeutet das eine Reduktion von 145,5g CO2 je km und Person. In anderen Worten: Eine Fahrt mit der Bahn von Wien nach Bregenz auf der 770 km langen Strecke belastet die Umwelt um ganze 112 kg CO2 pro Person weniger. Bahnfahrer, insbesondere Pendler, helfen daher mit, die Klimabilanz nachhaltig zu verbessern -auch bei relativ kurzen Strecken. Die CO2-Vorteile der Bahn gegenüber dem LKW sind noch um ein Vielfaches höher (5,4 g/tkm gegenüber 112 g/tkm).
Gerade im für den Klimaschutz auschlaggebenden Bereich der Energiewirtschaft sind die ÖBB nachhaltig unterwegs. Denn neben der Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energien und der eigenen Stromproduktion durch Wasserkraft setzen die ÖBB auf effizientere Nutzung der vorhandenen Energie, etwa durch die bessere Auslastung von Güterzügen und durch optimale Gestaltung von Fahrplänen. Außerdem wird die Lok- und Wagen-Flotte der ÖBB laufend modernisiert und mit energieeffizienten Technologien nachgerüstet (Pressemeldung ÖBB, 01.07.10).

RechteckVCÖ sieht Verkehr als größtes Umweltproblem
Der von Umweltminister Niki Berlakovich präsentierte Umweltkontrollbericht zeigt, dass der Verkehr Österreichs größtes Umweltproblem ist. Der Verkehr verursacht hohe CO2-Emissionen, verbraucht viel Fläche und ist stärkster Verursacher giftiger Stickoxide. Der VCÖ fordert eine stärkere Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf den Umweltverbund von Öffentlicher Verkehr, Radfahren und Gehen.
"Man braucht gar nichts zu beschönigen: Tatsache ist, dass der Verkehr Österreichs größtes Umweltproblem ist. Es wird zu viel Auto gefahren, zu viele Güter werden auf der Straße transportiert. Die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene muss Vorrang bekommen", stellt der VCÖ fest.
Der VCÖ fordert einen Autobahn-Baustopp, die Ökologisierung des Steuersystems und ein dichteres Öffentliches Verkehrsnetz. Bestehende Bahnstrecken sind zu modernisieren, die Radfahrinfrastruktur rasch auszubauen. "Mit der 3V-Formel kann Österreich die Kyoto-Ziele erreichen: Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern und Verbrauch verringern", so der VCÖ (Pressemeldung VCÖ, 01.07.10).

RechteckAusbau des GSM-R Zugfunknetzes auf das Know-how von Kapsch CarrierCom
Der Ausbau des digitalen Zugfunks (GSM-R) in Österreich schreitet zügig voran: Bis 2013 wird die ÖBB ihre Funksysteme auf diese Technologie umstellen. Durch den neuen europaweiten Standard für die drahtlose Informationsübertragung entfälllt der aufwendige Betrieb unterschiedlicher, nationaler Systeme, zudem werden ein dichterer Fahrplan und neue Serviceangebote für Reisende ermöglicht. Gemeinsam mit Kapsch CarrierCom, dem weltweiten Marktführer im Bereich GSM-R, und Alpine Energie setzen die ÖBB dieses zukunftsweisende Technologieprojekt um und schaffen rund 100 qualifizierte Arbeitsplätze. Nach Pilotstrecke Wels-Passau, der Umfahrung Innsbruck finalisierte Kapsch CarrierCom nun auch die Digitalfunkanlage der mit dem Lainzertunnel verbundene Weichenhalle Purkersdorf. Österreich ist nach der Slowakei und Tschechien das dritte Land in Zentraleuropa, das auf die Kompetenz und das technische Know-how von Kapsch setzt.
GSM-R revolutioniert den Bahnverkehr. Durch den Einsatz international spezifizierter Endgeräte und der Verbindung der europäischen GSM-R-Netze ist für internationale Züge grenzüberschreitende Kommunikation mit demselben Equipment möglich. Der aufwändige Betrieb unterschiedlicher, nationaler Systeme entfällt. GSM-R erhöht auch die Wettbewerbsfähigkeit des Schienentransports gegenüber dem Straßenverkehr: Mit dem neuen System können Güter- und Personenzüge an der Grenze schneller abgefertigt und an die Bahngesellschaft des Nachbarlandes übergeben werden. "Wir unterstützen unseren langjährigen Partner ÖBB auf dem Weg zu einer neuen, internationaleren Zugfunk Kommunikation. Dabei kommt der ÖBB ganz besonders unsere führende Rolle am internationalen GSM-R Markt zu Gute: Rund um den Globus setzen Bahnbetreiber auf das Know-how und die Kompetenz von Kapsch CarrierCom", so Thomas Schöpf, COO Kapsch CarrierCom.
Seit 2008 wird die Kommunikation im österreichischen Bahnnetz schrittweise auf digitalen Zugfunk umgestellt. Bis 2013 soll das gesamte Kernnetz der ÖBB auf einer Länge von rund 3.500 km (Gesamtnetz: rd. 5.700 km) mit GSM-R ausgerüstet werden. Insgesamt investiert die ÖBB-Infrastruktur AG rund 82 Mio. Euro in dieses ambitionierte Programm zum Ausbau der mobilen Kommunikation. Der Anfang wurde mit dem GSM-R Ausbau der Strecke Wels - Passau gemacht, wo bereits seit Sommer 2008 das System in Betrieb ist. In dieses Pilotprojekt wurden 7 Mio. Euro investiert. Der Testbetrieb auf der Strecke Wels - Passau hat sich bewährt und hat wertvolle Erkenntnisse für den weiteren Streckenausbau geliefert. Davon ausgehend soll dementsprechend der weitere Ausbau realisiert werden. "Mit unserem GSM-R Programm sind wir auf dem richtigen Weg in die technologische Zukunft", erklärt Herwig Wiltberger, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG. "Wir werden in den nächsten Jahren den digitalen Zugfunk auf unser gesamtes Kernnetz ausdehnen und damit insbesondere unsere Hauptverkehrsadern, die Westbahn und die Südbahn, stärken."
GSM-R wurde in einem europaweiten Übereinkommen (Agreement on Implementation zur Spezifikation Eirene) als zukünftiges einheitliches Funksystem der Europäischen Bahnen definiert. Der GSM-R Funkstandard wird künftig die gesamte betriebliche Daten- und Sprachkommunikation im ÖBB-Kernnetz und im grenzüberschreitenden Bahnverkehr abdecken. GSM-R bietet nicht nur die Sicherheit eines millionenfach bewährten technischen Systems (GSM), sondern liefert auch noch eine Reihe von Zusatzfunktionen, wie Rottenwarnsysteme oder elektronische Fahrgastinformationen im Zug. Durch ein installiertes GSM-R System lassen sich - in einem nächsten Schritt - auch eine Reihe zusätzlicher Anwendungen abwickeln, wie "Ticketing" im Zug, elektronische Fahrgastinformationen, Platzreservierungen aber auch "Freight Tracking" für den Güterverkehr.
Kapsch CarrierCom konnte in Rekordzeit die Digitalfunkanlage in der Weichenhalle Purkersdorf fertig stellen. Diese Funkanlage umfasst GSM-R sowie die Versorgung mit analogem Zugfunk, zudem befindet sich die Einbindung von Public Safety Diensten (TETRA) in Vorbereitung. Durch die von Kapsch CarrierCom installierte Anlage ist der Tunnelabschnitt auch in den Wiener Feuerwehrfunk eingebunden. Darüber hinaus werden im Tunnel GSM900/1800 und UMTS-Verbindungen für die Reisenden zur Verfügung stehen.
In einem Transitland wie Österreich hat der interoperable Personen- und Güterverkehr besonders hohe Bedeutung, weshalb sich die ÖBB seit Jahren aktiv an der Einführung eines European Rail Traffic Management System (ERTMS) beteiligt. Damit ist eine umfassende technische Aufrüstung der Strecken verbunden. Bis 2013 soll das ambitionierte Programm zum GSM-R Ausbau auf ÖBB-Strecken umgesetzt werden. Als Generalunternehmer ist Kapsch CarrierCom im Auftrag der ÖBB-Infrastruktur AG für die Funknetzplanung, für die Implementierung und Funktionalität der GSM-R Technologie und für den Nachweis der lückenlosen Funkversorgung verantwortlich. "Mit Kapsch CarrierCom hat die ÖBB-Infrastruktur AG ein führendes heimisches Technologieunternehmen als Partner gewonnen. Gemeinsam wollen wir mit einem Technologieschub die Position der Bahn in Österreich und die Position der ÖBB in Europa weiter stärken", so Herwig Wiltberger abschließend (Pressemeldung Kapsch CarrierCom AG, 29.06.10).

RechteckWirtschaft kann auf Schlüsselprojekt Brennertunnel nicht verzichten
"Der rot-weiß-rote Wirtschaftsstandort kann auf das Schlüsselprojekt Brenner-Basistunnel nicht verzichten", erteilt Martha Schultz, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, Überlegungen nach einer möglichen Verzögerung oder eines Baustopp des Projekts eine klare Absage:
"Wenn es seitens der Infrastrukturministerin Bures ein Ja zur Finanzierung des Koralmtunnels gibt, sollte das Ja zum Brennertunnel unverzüglich folgen. Immerhin ist der Brennertunnel eines der bedeutendsten österreichischen und europäischen verkehrs- sowie umweltpolitischen Infrastrukturprojekte."
"Die Wirtschaft bekennt sich zur Konsolidierung des Staatsbudgets. Doch bei wichtigen Investitionen in die Infrastruktur des Landes- wie dem Brenner-Basistunnel - zu sparen, wäre ein verheerendes umwelt,- verkehrs-, und wirtschaftspolitisches Signal ", so Schultz: "Im Sinne einer umweltbewussten Politik - gerade in Hinblick auf die verkehrspolitische Situation in meinem Heimatbundesland Tirol - bekennt sich die Wirtschaft dazu, den Verkehr unter anderem mit dem Bau des Brennertunnels von der Straße auf die Schiene zu verlagern."
Der Brenner-Basistunnel ist das wichtigste Teilstück des geplanten Ausbaus der rund 2.200 Kilometer langen Bahnlinie von Berlin nach Palermo, die nicht zuletzt auf Betreiben Österreichs von der EU-Kommission als prioritäres TEN-Projekt Nr. 1 im Rahmen der Transeuropäischen Netze eingestuft wurde. "Jede Verzögerung des Baubeginns könnte die von der EU-Kommission bereits vertraglich zugesicherte Kofinanzierung in Höhe von 786 Mio. Euro bis zum Jahr 2013 ernsthaft gefährden", warnt die WKÖ-Vizepräsidentin.
"Die Europäische Union ist bereit zu investieren. Österreich muss ein verlässlicher internationaler Partner bleiben und kann sich kein Ausscheren bei einem der wichtigsten europäischen Zukunftsprojekte im Infrastrukturbereich erlauben. Der Standort braucht den Brenner-Basistunnel. Wir dürfen unsere Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel setzen, sondern müssen entschlossen für dieses Projekt eintreten", unterstreicht Schultz.
"In wirtschaftlich angespannten Zeiten sichern Infrastrukturinvestitionen nicht nur Arbeitsplätze sondern auch den internationalen Wettbewerbsvorteil des heimischen Standorts", betont Schultz. Die österreichische Wirtschaft fordere daher ein klares Bekenntnis des österreichischen Verkehrsministeriums zum Brenner-Basistunnel, zumal erst dadurch die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und Palermo für den Personenverkehr und die notwendigen Kapazitäten für die Verlagerung von Straßentransportleistungen auf die Schiene möglich gemacht werden (Pressemeldung Wirtschaftskammer Österreich, 29.06.10).

RechteckSchienen-Control zu EU-Klage wegen mangelnden Bahn-Wettbewerbs
Mag. Ursula Zechner, Geschäftsführerin der Schienen-Control, des österreichischen Regulators für den Schienenverkehr, nimmt zu heutigen Medienberichten über eine Klage der EU-Kommission gegen Österreich wegen mangelnden Bahnwettbewerbs wie folgt Stellung:
Der Schienen-Control liegen die Unterlagen mit den konkreten Vorwürfen der Klage gegen Österreich vor:
1. Zum Vorwurf der mangelnden Unabhängigkeit der Trassenzuweisungsstelle des österreichischen Infrastrukturbetreibers innerhalb des ÖBB-Konzerns: Diesbezüglich läuft bereits seit 2008 ein wettbewerbsaufsichtsbehördliches Verfahren vor dem Regulator, das noch nicht abgeschlossen wurde.
2. Zum Vorwurf des Fehlens eines Bonus-/Malussystems (Performanceregime) für die Infrastrukturbenützungsgebühren im Fall von Verspätungen: Dieser Mangel wurde auf Grund eines Verfahrens vor dem Regulator mittlerweile behoben. Ein entsprechendes Bonus-/Malussystem tritt im Dezember 2010 in Kraft.
Der Vorwurf, dass keine unabhängige Regulierungsstelle mit ausreichenden Kompetenzen eingerichtet wurde, trifft einige andere Mitgliedstaaten, aber nicht Österreich. Der Vorwurf wurde schon vor einiger Zeit ausgeräumt und ist kein Thema mehr. Die Schienen-Control als unabhängiger Regulator ist etabliert und von der EU anerkannt (Pressemeldung Schienen-Control Gmbh, 26.06.10).

RechteckJugend-Sommerticket der ÖBB
Bereits zum sechsten Mal gibt es das beliebte Sommerticket der ÖBB. Jugendliche sind eine wichtige Zielgruppe, daher bieten die ÖBB auch heuer diese tolle Möglichkeit zur günstigen Freizeitgestaltung. Mit dem ÖBB Sommerticket sind Inhaber einer VORTEILScard <26 um 39,- Euro (für Jugendliche unter 20 Jahren) bzw. 69,- Euro (für junge Erwachsene von 20 bis unter 26 Jahren) mit der Bahn in ganz Österreich unterwegs. Das Ticket gilt von 3. Juli bis inkl. 12. September 2010 - also vom ersten bis zum letzten Ferientag - auf allen Strecken der ÖBB und der Raaberbahn (ausgenommen weitere Privatbahnen, Zahnradbahnstrecken und Sonderverkehr) sowie im Intercitybus zwischen Graz und Klagenfurt. Und das Ganze jeweils von Montag bis Freitag, 8.00 bis 24.00 Uhr, sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ganztägig - österreichweit in der 2. Klasse.
Die VORTEILScard <26 gilt für alle unter 26, kostet 19,90 Euro und gilt ein Jahr ab Ausstellung. Mit dieser VORTEILScard gibt es bis zu 50 Prozent Ermäßigung in allen Zügen der ÖBB sowie der Privatbahnen mit Ausnahme der Zahnradbahnen und Sonderverkehre. Die VORTEILScard <26 ist bei den Personenkassen oder bei den ZugbegleiterInnen erhältlich.
Beworben wird das Jugend- Sommerticket mit einem speziellen Song. "Das eigens für die Jugend-Sommerkampagne produzierte Musikvideo trifft genau den Sound und den Look von Österreichs Jugend", so Lutter. "Sommerparty" heißt der Song, der mit den in der Jugendszene bestens bekannten Rappern Serial G und Edelmacho aufgenommen wurde. Der Anklang ist schon jetzt so groß, dass das Label EMI sich bereit erklärt hat, die Single professionell zu vermarkten. "Sommerparty, alle tanzen mit! Der Name des Tracks ist Programm. Ein Song wie der Sommer selbst: Heiß, euphorisierend, sexy, für alle da und man ärgert sich, wenn er vorbei ist", so die beiden Rapper unisono (Pressemeldung ÖBB, 23.06.10).

RechteckTiefgreifende Veränderungen in der ÖBB Führung
Der Vorstandsvorsitzende der ÖBB, Christian Kern gibt heute folgende Veränderungen in der ÖBB Führung bekannt: "Die ÖBB stehen in den kommenden Monaten vor wesentlichen Herausforderungen. Besseres Kundenservices und höhere Wirtschaftlichkeit fordern unsere volle Aufmerksamkeit. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir effiziente Führungsstrukturen und ein kompetentes Managementteam. Neben bewährten Managern und Experten aus den ÖBB, werden neue Kräfte von außen das Team verstärken. Die neuen Kolleginnen und Kollegen wurden ausschließlich von mir persönlich vorgeschlagen und besitzen mein volles Vertrauen."
Folgende erste Schritte wurden am 22.06.10 im Aufsichtsrat der ÖBB-Infrastruktur AG beschlossen:
Der Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG wird ab 1. Juli 2010 von fünf auf drei reduziert. Gleichzeitig wird die nächste Ebene bis Oktober von 34 auf 20 Führungskräfte verkleinert.
Weitere Veränderungen wird Kern beim kommenden Aufsichtsrat vorschlagen: Den Bereich Konzernkommunikation und -marketing in der ÖBB-Holding AG wird Kristin Hanusch-Linser (46) übernehmen. Hanusch-Linser war davor als Vorstandsmitglied der RMA Regionalmedien Austria AG bzw. u.a. als Geschäftsführerin der Verlagsgruppe Manz bzw. der Tageszeitung "Heute" tätig. Christian Kern: "Ich bin sehr froh mit Kristin Hanusch-Linser einedynamische Frau mit strategischem Weitblick und operativem Tiefgang inmeinem engsten Team zu haben. Sie wird für ihre anspruchsvolle Aufgabe mit den nötigen Vollmachten ausgestattet und unter anderem auch die Geschäftsführung der konzerneigenen Werbeagentur CI&M übernehmen".
Innerhalb des neu ausgerichteten Gesamtbereiches wird Mag. Michael Wimmer (45) wie bisher zentrale Aufgaben wahrnehmen und Kristin Hanusch-Linser in maßgeblichen Bereichen verantwortlich unterstützen.
In der ÖBB-Holding AG wird die Position Strategie/Unternehmensentwicklung mit Georg Lauber (34) besetzt. Lauber war bislang Geschäftsführer der VERBUND-International GmbH. Er verantwortete in dieser Position die VERBUND-Auslandsbeteiligungen mit einer Bilanzsumme von 2 Milliarden Euro. Davor war er als Investor Relations Manager im Konzern tätig.
In den kommenden Wochen werden weiters die Positionen Corporate Affairs/Recht sowie Kundenbeziehungsmanagement besetzt. Im Rahmen von Corporate Affairs/Recht wird auch die Funktion Lobbying eingerichtet. Die ÖBB haben seit langem - so wie jedes größere Unternehmen - eine Public Affairs Einheit. Ähnlich wie bei OMV, Telekom, VERBUND oder Magna ist sie für den Kontakt mit politischen Parteien, Ministerien, Bundesländern, internationalen und europäischen Institutionen sowie für Interessenvertretungen und NGOs zuständig. Bevorzugt werden deshalb Mitarbeiter engagiert, die Kontakte in diese Bereiche haben. Nikolaus Pelinka (24), der früherer Pressesprecher von Unterrichtsministerin Claudia Schmied, verfügt über diese Kontakte und wird hier für die ÖBB tätig werden. Ebenso wird Philipp Ita (37), der schon seit 2007 für das Unternehmen tätig ist, und für 240 Mitarbeiter Verantwortung trägt, den Vorstandsvorsitzenden Kern im Bereich Lobbying unterstützen. Entgegen anderslautender Berichte wird Nikolaus Pelinka keine Abteilung übernehmen (Pressemeldung ÖBB, 23.06.10).

RechteckVorstand der ÖBB-Infrastruktur auf drei Mitglieder reduziert
"Der Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG wird von fünf auf drei Mitglieder verringert", berichtet der Aufsichtsratsvorsitzende der ÖBB-Infrastruktur AG, Franz Seiser. Das sei ein klares Signal, dass der ÖBB-Konzern effizientere und schlankere Strukturen einführe und dabei bei der Spitze beginne.
Möglich wird die Reduktion von Vorstandsfunktionen durch eine Neuverteilung von Ressorts und Aufgaben.
Vorstandssprecher Andreas Matthä übernimmt ab 1. Juli 2010 zu seinen bisherigen Aufgaben künftig auch die Funktion des CFO. Vorstand Georg-Michael Vavrovsky wird zusätzlich zum bisherigen Bereich Neu- und Ausbau auch den Bereich Anlagenservice übernehmen. Das Mandat von Herwig Wiltberger, bereits bisher für den Netzbetrieb zuständig, wird verlängert. Er übernimmt zusätzlich den Geschäftsbereich Kraftwerke.
Arnold Schiefer, bisher für Interne Dienstleistungen zuständig, hat sein Vorstandsmandat zurückgelegt. Er wird eine neue Stabstelle Change Management aufbauen und führen und so die im Vorjahr formal durchgeführte Zusammenlegung der beiden ÖBB-Infrastrukturgesellschaften inhaltlich und strukturell vorantreiben, vor allem auch die Restrukturierung im Bereich Anlagen Services.
Der bisherige Finanzvorstand Gilbert Trattner hat ebenfalls sein Mandat zurück gelegt. Er wird mit dem Beteiligungsmanagement sowie mit der Geschäftsführung von RailEquipment und Mungos Sicher & Sauber GmbH betraut. Beide Gesellschaften sind Töchter der ÖBB-Infrastruktur AG.
Diese neue Ressortverteilung wirkt sich auch auf die Strukturen und Abläufe aus und wird durch die Zusammenführung von Stäben und Geschäftsbereichen zu einer Verschlankung der internen Organisation führen. "Im Jahr 2009 war das vorrangige Ziel, die beiden Infrastrukturgesellschaften formal zusammenzuführen und eine gemeinsame Geschäftslogik für die Infrastruktur - von Planung und Erhaltung über den Betrieb - zu schaffen. Dieses Ziel wurde konsequent erfüllt. Jetzt geht es darum, die Effizienzgewinne aus der Fusion zu heben. Mit der neuen Ressortverteilung im Vorstand haben wir dafür die notwendigen Voraussetzungen geschaffen", so Aufsichtsratsvorsitzender Franz Seiser.
Weiters beschloss der Aufsichtsrat, den zentralen IT-Provider für den gesamten ÖBB-Konzern als Tochtergesellschaft innerhalb der ÖBB-Infrastruktur AG einzurichten. Damit sollen die auf mehrere Konzernteile verstreuten Zuständigkeiten für diesen wichtigen Bereich zusammengeführt und die Qualität der IT-Dienstleistung weiter gesteigert werden.
Ebenfalls beschlossen wurde die schrittweise Überführung des Bereichs Verschub in die ÖBB-Produktion GmbH. In einem ersten Schritt wird das Management dieses Bereichs der ÖBB-Produktion GmbH unterstellt. Die ÖBB-Produktion GmbH ist ein Tochterunternehmen der Absatz-Gesellschaften ÖBB-Personenverkehr AG und Rail Cargo Austria.
"Mit allen diesen Beschlüssen setzt der Aufsichtsrat und das Management des Konzerns die Eigentümervorgaben konsequent um. Einerseits sparen wir an der Spitze und bei den Overhead-Kosten, andererseits forcieren wir Qualität und Effizienz", so Franz Seiser abschließend (Pressemeldung ÖBB, 23.06.10).

RechteckBremsanlage als Unfallursache am Arlberg in Verdacht

Nach und nach verdichten sich die Hinweise, dass die Zugentgleisung am Bahnhof Braz in Vorarlberg durch ein Versagen der Bremsanlage hervorgerufen wurde. Die Tageszeitung "Österreich" berichtet einerseits, dass in der Lok nur drei von vier Motoren funktioniert hätten. Dies wurde von den ÖBB auch bestätigt, ein Motorausfall hätte aber keine Auswirkung auf die Bremsleistung des Zuges. Vielmehr habe die Lokomotive die maximale E-Bremsleistung von 150 Kilonewton erbracht.
Einer dem LOK Report vorliegenden fahrzeugtechnische Anweisung der ÖBB vom 15.06.10 zufolge steht der Riss einer Bremsleitung möglicherweise mit einem fehlenden oder schadhaften Stahlseil zur Aufhängung und Befestigung der Bremskupplung zwischen den Teilen der ständig gekuppelten Wageneinheiten im Verdacht.
In der Anweisung heisst es: Beim Einsatz von Autotransportwagen der Type 23 87 437x xxx-x und ständig gekuppelten Wageneinheiten, die eine ähnliche Ausführung der Verbindung und Aufhängung der Bremskupplung zwischen den beiden Teilen der ständig gekuppelten Wageneinheiten haben (Bild) ist sicherzustellen, dass:
- eine ordnungsgemäße und sichere Aufhängung und Befestigung der Bremskupplung gegeben ist
- die Einhaltung des Mindestabstandes von 140 mm über SOK für die Teile der Schraubenkupplungen und Teile der Bremskupplungen gegeben sind (LR, Quellen "Österreich", "Standard" sowie ÖBB-Anweisung, 22.06.10).

RechteckLand NÖ hat kein Geld für Straße und Schiene
30 Millionen Euro für den gesamten Öffentlichen Verkehr - so steht es im Landes-Budget für 2011. 20 Millionen davon für die Weiterentwicklung des ÖVP-Wieselbusnetzes. "Man braucht nicht viel Hintergrundinformation, um zu erkennen, dass dies das Aus für die Regionalbahnen bedeutet", weiß die grüne Verkehrssprecherin im NÖ Landtag, Amrita Enzinger.
Abgesehen davon gibt es freilich auch kein Geld, um bestehende Schienennetze auszubauen bzw. Bahnlinien zu attraktivieren. "Soviel zu der oft bejubelten Grundsatzvereinbarung zwischen Land, Bund und ÖBB", so Enzinger sarkastisch.
Aber für die BürgerInnen Niederösterreichs kommt es noch dicker: "Schnellstraßenprojekte wie die S8 und Autobahnen wie die A5 wackeln. Das Land und die Asfinag können sich den Straßenbau schlichtweg nicht leisten.
Die dadurch versprochene Verkehrsentlastung für die betroffenen BürgerInnen ist daher in weite Ferne gerückt", weiß Enzinger. Selbst die fixfertigen Pläne für kostengünstigere Umfahrungsstraßen, die eine rasche Entlastung bringen könnten, will das Land aus Spargründen nicht umsetzen. "Die ÖVP hat damit Versprechen an die BürgerInnen gebrochen"
Hätte Landeshauptmannstellvertreter Sobotka nicht eine Milliarde Euro an der Börse verzockt, könnten nicht nur Regionalbahnen wie die Ybbstalbahn, Wachauerbahn und Thayatalbahn gerettet, sondern auch Projekte wie Wolkersdorfer Express, Schwechat Express, die Stammersdorfer Linie, der zweigleisige Ausbau zwischen Wolkersdorf und Mistelbach, die Kaltenleutgeberbahn und viele Ausbauten mehr realisiert werden.
"Und das von der ÖVP so hochgelobte Busnetz ginge sich auch noch aus", weiß die Verkehrssprecherin der Grünen. Enzinger ist überzeugt: "1 Milliarde mehr und Niederösterreich hätte ein Verkehrsnetz aus Straße und Schiene, das Vorbildwirkung hätte, die Wirtschaft ankurble und den Bedürfnissen der BürgerInnen wirklich gerecht wäre - und die Instandhaltungskosten wären dabei auch schon kalkuliert!" (Pressemeldung Grüner Klub im NÖ Landtag, 22.06.10).

RechteckÖBB-Infrastruktur AG begibt weitere Anleihe am internationalen Kapitalmarkt
Die ÖBB-Infrastruktur AG hat am 21. Juni 2010 eine Anleihe in Höhe von 1,25 Mrd. Euro am internationalen Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit beträgt 15 Jahre, der Kupon wurde in Höhe von 3,875 % festgelegt. Als Bookrunner agierten Citi, Erstebank, HSBC, Morgan Stanley.
Das Orderbuch entwickelte sich äußerst positiv und war gekennzeichnet von höchster Qualität, sodass eine Aufstockung der ursprünglich angepeilten 1 Mrd. Euro auf 1,25 Mrd. Euro vorgenommen wurde. Damit setzt die ÖBB-Infrastruktur AG ihr seit 2005 laufendes Finanzierungsprogramm fort. Bisher wurden insgesamt 6 syndizierte Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 7,1 Mrd. Euro begeben. Die ÖBB-Infrastruktur AG zählt zu den größten und erfolgreichsten Anleihenemittenten Österreichs.
Gerade angesichts der immer noch volatilen Lage auf den Finanzmärkten sind nachhaltige Investments besonders gefragt. Das große Interesse der Investoren an unserer Anleihe bestätigt einmal mehr das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Zukunftsorientierung der ÖBB-Infrastruktur AG."
Basis für das laufende Finanzierungsprogramm ist die hervorragende Bonität der ÖBB-Infrastruktur AG, belegt durch ein AAA/Aaa-Rating von Standard & Poor sowie Moody. Die Erlöse aus der Emission werden in den Ausbau der heimischen Schieneninfrastruktur investiert. Die Republik Österreich unterstützt diese volkswirtschaftlich wichtigen Leistungen, indem sie die Finanzierung der Bahninfrastrukturprojekte mit einer Bundeshaftung absichert.
Im Jahr 2009 investierte die ÖBB-Infrastruktur AG rund 2,250 Mrd. Euro in den Ausbau und die Erhaltung der Bahninfrastruktur in Österreich. Mit diesen Investitionen werden u. a. Großprojekte wie etwa der viergleisige Ausbau der Westbahn oder der Bau des neuen Hauptbahnhofs Wien realisiert. Das Unternehmen trägt damit nachhaltig zur Entwicklung der heimischen Verkehrsinfrastruktur und des Wirtschaftsstandorts Österreich bei (Pressemeldung ÖBB, 22.06.10).

RechteckMariazeller Bahn durch das Land NÖ gerettet
"Die Mariazeller Bahn wurde durch das Land Niederösterreich gerettet", stellt der St. Pöltener VP-Landtagsabgeordnete Martin Michalitsch anlässlich der Budgetdebatte fest. "Jahrzehntelang wurde die traditionelle Bahnstrecke von Bund und ÖBB vernachlässigt und der Weiterbetrieb stand mehrmals an der Kippe. Doch durch den Einsatz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und dem zuständigen Verkehrslandesrat Mag. Johann Heuras brauchen sich die betroffenen Pendlerinnen und Pendler keine Sorgen mehr um die Bahnstrecke machen, denn der Betrieb ist mit der Übernahme der Bahn durch das Land gesichert", so Michalitsch.
"Das unterscheidet uns von der Politik der Leitner-SPÖ: Statt ständig den Menschen Sand in die Augen zu streuen und nur mit Lippenbekenntnissen einen landesfeindlichen Dauerwahlkampf zu führen, arbeiten wir von der VP Niederösterreich für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. Was hat die St. Pöltener Genossen Jahrzehnte lang daran gehindert bei ihren sozialistischen Verkehrsministern wie zuletzt Faymann und Bures ein klares Bekenntnis für den Betrieb der Mariazeller Bahn zu erreichen", stellt Michalitsch klar.
"Doch nicht nur der Erhalt der Mariazeller Bahn ist gesichert, auch der Komfort für die Pendlerinnen und Pendler wird ab der Übernahme mit 1. Jänner 2011 verbessert: So sollen die Fahrzeuge der Mariazeller Bahn durch modernere Garnituren ersetzt werden. Insgesamt werden rund 68 Millionen Euro für die Erneuerung des Fuhrparks vom Land in die Hand genommen. Damit wird die Bahnlinie auch für den Tourismus in der Region wieder attraktiver", weiß Michalitsch
(Pressemeldung Volkspartei Niederösterreich, 21.06.10).

RechteckÖsterreich: VPNÖ ist der Totengräber der Nebenbahnen
"Zuerst übernehmen, dann zusperren. Das ist keine Verkehrspolitik, die das Land Niederösterreich braucht", kommentiert der Verkehrssprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Gerhard Razborcan, heutige Aussagen der VPNÖ zu den Nebenbahnen.
"Die Thayatalbahn soll zugesperrt werden, die Donauuferbahn aufgelassen und auf der Ybbstalbahn stehen dank dem 'Nichtengagement' des verantwortlichen Verkehrsreferenten Johann Heuras schon die Grabkerzen. Auch die Mariazellerbahn wird praktisch filetiert, der Betrieb auf der Bergstrecke soll ja nur mehr in den Sommermonaten aufrecht bleiben. Die VPNÖ ist, entgegen aller ihrer früheren Versicherungen der Totengräber der NÖ-Nebenbahnen", erinnert Razborcan an die vielen Aussagen von ÖVP-Politikern, das Land wäre ja sicher ein besserer Betreiber der Bahnen und der Bund solle dem Land die Verantwortung über die Nebenbahnen übergeben.
Razborcan: "Jetzt sehen wir, dass dies alles nur Schall und Rauch war - Verantwortung übernehmen heißt nicht zusperren, sondern für die PendlerInnen, SchülerInnen und die Tausenden Touristen, welche alljährlich die NÖ Nebenbahnen benutzt haben, modernisieren und attraktivieren. Das ist der VPNÖ aber offenbar kein Anliegen."
(Pressemeldung SPNÖ-Landesregierungsfraktion, 21.06.10).

RechteckZugunglück am Arlberg
Foto Sammlung LRFoto Sammlung LR
Foto Sammlung LRFoto Sammlung LR
Foto Sammlung LRFoto Sammlung LR
Die Lokomotive des im Brazer Bogen in der Nacht auf Mittwoch entgleisten Autozuges ist am Freitagnachmittag zum Güterbahnhof Wolfurt gebracht worden. Hier soll entschieden werden, was mit der Lok geschieht.
Zurzeit werden die Gleise wieder hergestellt. Am Samstag sollen dann die Fahrleitungsmasten gesetzt werden.
Die unabhängige Unfallkommission des Verkehrsministeriums kam einem Bericht des ORF zufolge inzwischen zu dem Ergebnis, dass ein technischer Defekt die Unfallursache sei. Der Zug mit der nicht mehr steuerbaren Lok hätte der ausgewerteten Black-Box zufolge innerhalb von vier Minuten von 60 auf 125 km/h beschleunigt und sei dann aus der Kurve geworfen worden. Der Lokführer habe sich völlig korrekt verhalten (Sammlung LR, 19.06.10).

RechteckCESAR für RCA-Containerverkehre
Die Sendungsverfolgungs- und Kommunikationsplattform CESAR (Co-operative European System for Advanced Information Redistribution) hat sich zu einem europäischen Informationsnetzwerk im Bereich des Containertransportes entwickelt.
"Die erfolgreiche Integration von CESAR bei Intercontainer Austria rundet unser umfassendes Angebot im supply chain management ab. So haben unsere Kunden nun entlang der gesamten Transportkette stets den Überblick, wo sich ihre Sendung gerade befindet", erklärt Wilhelm Patzner, Geschäftsführer von Intercontainer Austria. CESAR ermöglicht künftig die Darstellung einer operateurübergreifenden Informationskette für Container-Transporte von, nach und durch Österreich.
CESAR liefert dem Kunden den aktuellen Status der Sendungen, wobei der Umfang der Angaben von der Anlieferung einer Ladeeinheit über die Abfahrt bis zur Bereitstellung/Abholung abgedeckt wird. Derzeit verwendet ICA das Service von CESAR für die Mozart-Express-Verkehre (Containerverkehre Wels - Duisburg/Neuss/Ludwigshafen, einschließlich Vor- und Nachläufe). In Kürze werden auch nationale Verkehre und die Südhafen-Verbindungen (Koper und Triest) an die Sendungsverfolgungs- und Kommunikationsplattform angebunden.
An der Plattform CESAR sind die Güterverkehrsunternehmen Cemat (Italien), Hupac (Schweiz), Kombiverkehr (Deutschland), Adriakombi (Slowenien), Hungaria Intermodal (Ungarn), IFB (Belgien), Novatrans (Frankreich) und jetzt Intercontainer Austria beteiligt (Pressemeldung ÖBB, 18.06.10).

RechteckThayatalbahn ohne Zukunft
Nach der Grundsatzvereinbarung mit Bund und ÖBB vom 14. Jänner 2010 wird das Land NÖ bekanntlich bis Jahresende die ÖBB-Schmalspurbahnen und einige ÖBB-Nebenbahnen übernehmen. VP-Verkehrs-landesrat Mag. Johann Heuras erinnert daran, dass bereits vor der Unterzeichnung dieser Vereinbarung "rund zwei Drittel dieser ÖBB-Strecken durch Bund und ÖBB eingestellt worden waren". Auf der Thayatalbahn wird gerade noch auf einem rund zehn Kilometer langen Stück zwischen Schwarzenau und Waidhofen/Thaya gefahren. "Das ist kein umfassendes Mobilitätsangebot, wie wir es uns vorstellen", so Heuras.
Daher werde auf ein vernünftiges Angebot durch Busse umgestellt, sowie dem Wunsch der Region nachgekommen und ein grenzübergreifender Radrundweg geschaffen. Eine spätere Revitalisierung dieser Bahn sei weiter möglich, betont Heuras, allerdings aufgrund der hohen Kosten von rund 28 Millionen Euro den NÖ Steuerzahlern "einfach nicht zuzumuten".
Harte Kritik äußerte der Verkehrslandesrat auch an der SP-NÖ und "Pro Bahn". "Die Thayatalbahn ist in einem derart schlechtem Zustand, dass eine Sanierung bereits heute einen kompletten Neubau bedeuten würde", erklärt Heuras weiter. Die jetzt auf dem Tisch liegende Lösung sei nicht nur viel kostengünstiger, sondern werde auch von der Region voll mitgetragen. Denn so stehe es auch in der Resolution des Vereins Zukunftsraum Thayaland, einem Zusammenschluss aller Gemeinden des Bezirkes Waidhofen/T., die am 31. Mai dieses Jahres beschlossen wurde. Unter anderem heißt es dort:
1. Gemeinsame Planung und Errichtung eines grenzüberschreitenden Rundweges (Radweges, Anm.) zur touristischen Nutzung auf den stillgelegten Bahnstrecken Waidhofen/T. - Slavonice und Göpfritz - Raabs/T.
2. Erhaltung der Bahntrasse und damit die Sicherung der langfristigen Option.
3. Realisierung einer Busverbindung Waidhofen/T. - Telc.
In dieselbe Richtung geht auch ein Positionspapier, welches seitens des Landes NÖ gemeinsam mit den Bürgermeistern der tschechischen Seite vergangenen Freitag aufgesetzt wurde:
1. Revitalisierung ... bleibt das erklärte Ziel der betroffenen Regionen...
2. Kurzfristig wird eine Busverbindung von Waidhofen/T. nach Telc eingerichtet und damit erstmals eine Einbindung in das Netz der Waldviertellinie ... ermöglicht...
Das Land NÖ werde sich jedenfalls weiter darum bemühen, die Mobilität der Bevölkerung, nicht nur im Waldviertel, zu erhöhen, wie der Verkehrslandesrat festhält. "Weiters werden wir auch in Zukunft die beste Lösung in Abstimmung mit den Regionen suchen um diesen nach der Übernahme der ÖBB-Nebenbahnen durch das Land neue Chancen zu ermöglichen", erklärt Heuras. Dass das auch einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit Steuergeldern der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher beinhalte "steht außer Frage" (Pressemeldung Volkspartei Niederösterreich, 18.06.10).

RechteckHafen Freudenau jetzt komplett vor Hochwasser sicher
Die Arbeiten am riesigen Hafentor, das den Hafen Freudenau künftig vor Hochwasser schützen wird, wurden erfolgreich abgeschlossen. Am Mittwoch wurde das Hafentor im Beisein von Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner erstmals geöffnet und damit offiziell in Betrieb genommen.
Bei der Eröffnung des Hafentores ebenfalls mit dabei waren Wien Holding-Geschäftsführer Komm.-Rat. Peter Hanke, die Geschäftsführer des Hafen Wien, Ing. Rudolf Mutz und Dr. Herbert Szirota, sowie Dipl.-Ing. Dr. Peter Preindl von der Alpine Bau GmbH und der Bezirksvorsteher der Leopoldstadt, Gerhard Kubik.
"Über 22 Millionen Euro haben wir im Hafen Wien investiert, um künftig auch bei Hochwasser auf der Donau den Warenumschlag im Hafen Freudenau ungestört weiter abwickeln zu können. Dieses Hochwasserschutz-Projekt ist ein ganz wichtiger Schritt, um den Hafen Wien als europäischen Logistik- und Umschlagknoten weiter aufzuwerten, neue Betriebe anzusiedeln und die Einrichtungen für den Warenumschlag auszubauen", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner bei der Eröffnung.
"Szenarien wie beim Hochwasser im Jahr 2002, wo das Hafengelände in der Freudenau über einen Meter unter Wasser stand, gehören nun der Vergangenheit an, genauso die damit verbundenen Schäden in Millionenhöhe. Davon profitieren nicht nur der Hafen Wien selbst, sondern auch die rund 50 Unternehmen mit ihren rund 1.000 Beschäftigten, die sich im Hafen Freudenau angesiedelt haben. Im nächsten Schritt investieren wir rund 35 bis 40 Millionen Euro, um nun auch den Hafen Albern bis zum Jahr 2013 mit einem Hafentor auszustatten und das Dammsystem zu verstärken und zu erneuern", so Wien Holding Geschäftsführer Komm.-Rat. Peter Hanke.
Rund 15 Mann haben in den vergangenen dreißig Monaten auf der Großbaustelle täglich, oft auch rund um die Uhr daran gearbeitet, das Hafentor planmäßig fertig zu stellen. 26,5 Meter lang, 13,5 Meter hoch und 200 Tonnen schwer ist das neue, komplett aus Stahl gefertigte Hafentor. Um dem riesigen Druck Stand zu halten, der mit einem Hochwasser verbunden ist, hat der Stahlkörper eine Stärke von knapp zwei Metern und entspricht der Größe eines halben Tennisplatzes im Längsschnitt.
Im Prinzip funktioniert das Hafentor wie ein Schiebetor: Noch bevor das Hochwasser Wien erreicht hat, wird das Hafentor geschlossen. Je nach Wasserstand dauert es 20 bis 30 Minuten, bis das mächtige Tor den Hafen dicht macht. Den Wasserstand innerhalb des geschützten Hafenbeckens regelt ein eigenes Pumpwerk. Drei große Tauchpumpen ermöglichen ein Abpumpen von über drei Kubikmeter Wasser pro Sekunde (Pressemeldung Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien, 17.06.10).

RechteckModernisierung Bahnhof Bichlbach-Berwang startet
Foto ÖBBFoto ÖBB
ÖBB Projektleiter Günter Oberhauser und Bichlbachs Bürgermeister Klaus Ziernhöld stellen die Weichen zum Umbau. Robert Possenig ÖBB-Infrastruktur AG, Bgm Klaus Ziernhöld, ÖBB-Projektleiter Günter Oberhauser mit den Plänen zum Großumbau am Bahnhof. Fotos ÖBB.
Der Bahnhof Bichlbach-Berwang auf der eingleisigen Außerfernbahn ist ein wichtiger Punkt an dem Züge aus beiden Richtungen ihre Begegnungen abwickeln können. Nun startet die ÖBB-Infrastruktur AG mit den intensiven Bauvorhaben, um die Verkehrsstation und die für den Betrieb notwendige Infrastruktur neu zu errichten.
Die umfangreichen Arbeiten gehen vom Neubau der Fahrleitung über die Gleise bis zu den Signalen und Weichen. Zudem wird ein 55 cm hoher Inselbahnsteig mit zwei Bahnsteigkanten errichtet um stufenlos in die Nahverkehrszüge einzusteigen. Durch die Verlängerung eines Bahnhofgleises muss zusätzlich eine bestehende Unterführung um mehrere Meter verlängert werden. Bis Ende Oktober laufen die ehrgeizigen Vorhaben, unter anderem ist für die Bauarbeiten vom 15.08. bis 06.09. der Zugverkehr auf der Außerfernbahn gesperrt und die Kunden müssen auf Busse umsteigen. In Summe werden rund 2,5 Mio. € investiert.
Bereits abgetragen wurde die ehemalige Magazinrampe und eine Baustraße wurde errichtet. Aktuell erfolgt in Tag- und Nachtarbeit die Fundierung der neuen Fahrleitungsmastfundamente sowie das lärmintensive versetzen der neuen Masten. Durch die Verlängerung eines Bahnhofgleises muss eine bestehende Unterführung im Bahnhofsbereich um mehrere Meter verlängert werden. Ab Mitte August bis zum 06. September wird die Außerfernbahn zwischen Reutte und Garmisch für den Zugverkehr gesperrt. Als nächster Schritt erfolgt der Abtrag der alten Fahrleitung, sowie die Komplettsanierung von 400 Meter Bahnhofsgleis und der Tausch einer Weiche. Ein neuer 100 Meter langer Inselbahnsteig mit 55 cm Kantenhöhe sorgt für ein stufenloses Einsteigen in die Züge.
Für die Kunden wird beim Bahnhofsgebäude eine neuer witterungsgeschützter Wartebereich errichtet, die Verkehrsstation bekommt außerdem noch neue Signale. Bei den kundenrelevanten Einrichtungen finanziert das Land Tirol über den Verkehrsverbund Tirol 20% der Kosten mit. Ab September werden am Bahnhof Bichlbach Kabeltröge verlegt und die Bahnsteigausrüstung hergestellt. Weiters werden Baustraßen rückgebaut und Rekultivierungsarbeiten erledigt.
Bis Ende Oktober sollten die Arbeiten abgeschlossen sein und ein neuer, moderner Bahnhof zur Verfügung stehen. Projektleiter Günter Oberhauser von der ÖBB-Infrastruktur AG bittet um Verständnis: „Wir haben eine Vielzahl an Arbeiten die zudem eine Streckensperre sowie Nachtarbeiten beinhalten. Ich ersuche die Anrainer und Bahnkunden schon jetzt um Verständnis für etwaige Einschränkungen.“ (Pressemeldung ÖBB, 17.06.10).

RechteckFLEXITY Outlook für Linz mit red dot Design Award ausgezeichnet
Die FLEXITY Outlook Straßenbahn für Linz wurde mit dem renommierten red dot Design Award „honourable mention“ in der Kategorie Automobile & Transportation ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde an den Linzer Designer Peter Döllmann vergeben.
Die preisgekrönte Gestaltung der Niederflurstraßenbahn hat Peter Döllmann gemeinsam mit LINZ AG LINIEN und Bombardier Transportation entwickelt und für die Stadt und die vorhandene Infrastruktur maßgeschneidert. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um eine Weiterentwicklung jener 33 Straßenbahnen vom Typ Cityrunner, die bereits seit 2001 erfolgreich in der Stadt in Betrieb sind.
Der red dot design award, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1955 zurückreichen, ist heute mit mehr als 12.000 Anmeldungen aus über 60 Nationen einer der größten und renommiertesten Designwettbewerbe im deutschsprachigen Raum. Die red dot-Expertenjury vergibt die Auszeichnung „honourable mention“, um Detailleistungen eines Produktes hervorzuheben. Ziel ist es, die Designer zu ermutigen, den ausgezeichneten Gestaltungsweg weiter zu verfolgen.
Germar Wacker, President Light Rail Vehicles, Bombardier Transportation sagte: „Der Name Bombardier steht für zukunftsorientiertes Design. Wir sind auf diese Auszeichnung für unser Linzer Fahrzeug sehr stolz. Es zeichnet sich aus durch seine auffällige Frontgestaltung und sein ansprechendes Innendesign. Für das neue Design haben wir auch konsequent die Erfahrungen ausgewertet, die wir mit den Fahrzeugen gewonnen haben, die bereits in Linz in Betrieb sind. Die Auszeichnung wird auch durch Designpreise unterstrichen, die wir für unsere Fahrzeuge für Berlin, Brüssel und Frankfurt bereits erhalten haben.“
Diplom-Ingenieur Walter Rathberger, Vorstandsdirektor der LINZ AG sagte: „Die seit 2001 in Linz eingesetzten FLEXITY Outlook-Straßenbahnen waren die ersten 100% Niederflur- Straßenbahnen mit konventionellen Achsfahrwerken. Sie bieten einen durchgängig stufenlosen Innenraum und sehr viel Fahrgastkomfort. Wir sind stolz darauf, mit der neuen ‚ausgezeichneten’ Fahrzeuggeneration weiterhin das Unternehmen mit dem modernsten 2/3 Fuhrpark zu bleiben und einen wichtigen Beitrag zum Erscheinungsbild von Linz, der Kulturhauptstadt 2009, leisten zu können.“ (Pressemeldung Bombardier, 12.06.10).

RechteckSiemens City in Wien offiziell eröffnet
Foto SiemensFoto Siemens
Foto SiemensFoto Siemens
Josef Pröll, Vizekanzler, Brigitte Ederer, Generaldirektorin der Siemens AG Österreich, Peter Löscher, Vorsitzender des Vorstands Siemens AG, Michael Häupl, Bürgermeister Wien, mit dem Kind eines Siemens-Mitarbeiters, das die Zeichnung der Siemens City gemacht hat.
Am 11. Juni 2010 wurde in Wien im Beisein hochrangiger VertreterInnen aus Politik und Wirtschaft die neue Unternehmenszentrale der Siemens AG Österreich eröffnet. „Die Siemens City ist ein klares Bekenntnis zum Standort Wien und zu Österreich“, sagte Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG bei der Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung der Siemens City.
„Die Siemens City ist ein Vorzeigebeispiel für Nachhaltigkeit. Außerdem schaffen wir durch die Integration der Standorte in Wien nicht nur eine neue Unternehmenszentrale für Siemens Österreich,sondern auch eine neue, kraftvolle Siemens-Identität, für den gesamten Wirtschaftsraum Mittel- und Osteuropa“, so Brigitte Ederer, Generaldirektorin von Siemens Österreich, bei der Pressekonferenz.
Mit einem Investitionsvolumen von 150 Millionen Euro ist die Siemens City das derzeit weltweit größte Immobilenprojekt im gesamten Siemens-Konzern. An der Festveranstaltung nahmen als Ehrengäste Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll, Wiens Bürgermeister Michael Häupl sowie Valentin Inzko, Hoher Repräsentant und EU-Sonderbeauftragter für Bosnien und Herzegowina, teil. Bundespräsident Heinz Fischer wird den MitarbeiterInnenevent am Nachmittag besuchen.
Die Siemens City befindet sich am traditionsreichen Standort Siemensstraße im 21. Wiener Gemeindebezirk, Floridsdorf. Das neue Gebäude zeichnet sich durch eine besonders nachhaltige Bauweise und den Einsatz modernster und hocheffizienter Gebäudetechnik aus.
In der Siemens City wird etwa auf Erdwärmenutzung gesetzt. 120 Tiefenpfähle mit einem Meter Durchmesser, die sich 30 Meter tief im Erdreich befinden, werden im Winter zum Heizen und im Sommer zum Kühlen der Büros genutzt. Die in den Pfählen und Decken der Büros verlegten Leitungen machen die Betonkernaktivierung möglich, die für ein angenehmes Raumklima sorgt.
200 Quadratmeter Sonnenkollektorenfläche sorgen für eine solare Warmwassergewinnung, die Wärmetauscher in der Haustechnikzentrale am Dach der Siemens City ermöglichen eine Wärmerückgewinnung von 75 Prozent aus der Abluftenergie. Durch alle Energieeffizienzmaßnahmen können jährlich rund 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Siemens City gehört daher auch zum Kreis der von der EU ausgezeichneten Green Buildings.
Am Standort Siemensstraße sind derzeit rund 3.000 Siemensianer beschäftigt. Durch die Zusammenlegung von Standorten in Wien werden es bis Herbst 2010 etwa 6.000 sein – 3.000 davon haben ihren Arbeitsplatz in den Neubauten der Siemens City. Startschuss für die Besiedlung der Siemens City war im Dezember 2009. Die Siemens City besteht aus den beiden neu errichteten Gebäudeteilen Tower und Nordspange sowie aus umliegenden Gebäuden am Firmengelände an der Siemensstraße, die schon bisher genutzt wurden.
Ein wichtiger konzeptioneller Gedanke ist Vernetzung – einerseits durch die Verschränkung der neuen Gebäude mit dem umgebenden Naturraum sowie durch das Zusammentreffen der KollegInnen aus den verschiedenen Geschäftsbereichen an einem Ort. Begünstigt werden sollen diese Prozesse durch eine auf Offenheit und Kommunikation ausgelegte Orientierung des Gebäudes. Am besten sichtbar wird das durch die Communication Line, die „Verbindungslinie“ zwischenden Gebäudeteilen, die als zentraler Treffpunkt konzipiert ist.
Den städtebaulichen Akzent der Siemens City setzt der 55 Meter hohe Tower. Die architektonische Form des 12-geschoßigen Gebäudes ergibt sich aus einer einladenden, sich öffnenden Geste zur Hauptzuzugsrichtung Siemensstraße (S-Bahn-Station). Die Gestik stellt den Zusammenhang zwischen offener transparenter Unternehmenskultur und zukunftsorientiertem Mut und Pioniergeist dar. Die architektonische Planung der Siemens City stammt vom Wiener Architekturbüro Soyka/Silber/Soyka, das nach einem internationalen Wettbewerb gemeinsam mit der Stadt Wien beauftragt wurde (Pressemeldung Siemens, 12.06.10).

RechteckYbbstalbahn - Ein Spiel mit falschen Zahlen?
"Ein Spiel mit falschen Zahlen" ortet SPNÖ-Mandatar und Bürgermeister der Gemeinde Hollenstein LAbg. Ing. Franz Gratzer von Seiten des zuständigen Verkehrlandesrates Heuras in Sachen Ybbstalbahn. "Wenige Tage waren die Angebote privater Betreiber für die Weiterführung der Bahn jung, da verkündete Heuras über die Medien schon das endgültige Aus für die Bahnstrecke.
Von ernsthaften Verhandlungen war weit und bereit keine Spur, das mangelnde Interesse an einem Fortbestand offenkundig. Im Nachhinein kristallisiert sich nun heraus, dass allem Anschein nach damals Heuras nicht mit offenen Karten gespielt hat, sondern bewusst das Ende der Ybbstalbahn mit 'verdrehten Fakten' zu rechtfertigen versuchte", kritisiert LAbg. Gratzer die unglaubliche Ignoranz des zuständigen NÖ Verkehrsreferenten.
"Die laufenden Kosten für den jährlichen Betrieb der 5 Kilometer langen Teilstrecke der Ybbstalbahn bis Waidhofen/Ybbs belaufen sich einschließlich des Busverkehrs auf 3,8 Mio. Euro. Für den Betrieb des weiteren 20 Kilometer langen Teilstücks bis Hollenstein wäre bloß ein zusätzlicher Betrag von 1,2 Mio. Euro einschließlich des Busverkehrs notwendig. Würde man die Busverbindung nach Hollenstein weglassen, dann könnten diese 20 km wirtschaftlich vertretbar betrieben werden. Zumal die Errichtungs-kosten für die Busbuchten die notwendigen Reparaturkosten bei der Ybbstalbahn um ein Vielfaches übersteigen.
Außerdem sind die in den Angeboten der privaten Betreiber bezifferten Mittel für die Verbesserung der Infrastruktur und der Betriebsmittel in Höhe 44 Mio. Euro einfach der für die Ybbstalbahn linear berechnete Anteil jener Gelder, die das Land NÖ ohnehin längst vom Bund und ÖBB anlässlich der Grundsatz-vereinbarung für die NÖ Schmalspurbahnen zugesprochen bekommen hat und keine zusätzlichen utopischen Forderungen", rechnet LAbg. Gratzer vor.
"Den Betrieb bis Waidhofen will man sich politisch leisten, für die viel günstiger zu betreibende Teilstrecke bis Hollenstein sieht man keine Zukunft. Es ist offensichtlich, dass die NÖ Volkspartei die Weiterführung der Ybbstalbahn mit aller Macht verhindern will. Vermutlich auch deshalb, damit die dadurch freiwerdenden Mittel, die zum Teil eigentlich für Investitionen in die Infrastruktur der NÖ Schmalspurbahnen zweckgebunden sind, in das NÖ Landesbudget verschoben werden können, um hier die durch die hochriskanten Spekulationsgeschäfte im Zuge der Veranlagungen der NÖ Wohnbaugelder entstandenen budgetären Löcher zu stopfen", so Gratzer (Pressemeldung SPÖNÖ-Landtagsklub, 12.06.10).

RechteckVerlagerung des Gütertransports muss europäische Zielsetzung sein
Verkehrsministerin Doris Bures nahm die Konferenz der Trans-Europäischen Verkehrs-Netze (TEN-T) in Saragossa zum Anlass für ein bilaterales Gespräch mit dem Verkehrskommissar der Europäischen Union (EU) Siim Kallas über die Zukunft der europäischen Verkehrspolitik, den Brenner-Basistunnel sowie den baltisch-adriatischen Korridor mit Koralm- und Semmering-Basistunnel. Bures forderte dabei gestern abend nachdrücklich ein Umdenken der europäischen Verkehrspolitik in Richtung Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.
Dieses Bekenntnis müsse im von der EU-Kommission für Herbst geplanten Weißbuch Verkehr klar zum Ausdruck kommen. "Wir müssen wissen, woran wir sind", so Bures. "Die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit sich die Milliarden-Investitionen in die Schieneninfrastruktur rentieren und tatsächlich zu einer spürbaren Entlastung der Bevölkerung führen." Außerdem führte Bures Gespräche mit dem italienischen Verkehrsminister Altero Matteoli und dem neuen Brenner-Koordinator Pat Cox.
Verkehrsministerin Bures sieht die verkehrspolitische Entwicklung auf europäischer Ebene mit großer Besorgnis. Zahlreiche Initiativen zur Einführung von 60-Tonnen-Lastkraftwagen (Lkw), den sogenannten Gigalinern, Berichte des Europäischen Parlaments, die die Verlagerung auf die Schiene als obsolet bezeichnen, und die von der schwedischen Präsidentschaft Ende vergangenen Jahres vorgelegten Schlussfolgerungen für einen "Güterverkehr ohne Beschränkungen" seien klare Schritte zurück. Bures hatte den Schlussfolgerungen als einzige nicht zugestimmt; sie forderte damals wie heute eine "klare Präferenz für die Schiene" - aus Gründen der Ökologie, der Verkehrssicherheit und der Entlastung der lärm- und transitgeplagten Bevölkerung.
Als Voraussetzung für den Bau des Brennerbasistunnels müsste es neben einem europäischen Bekenntnis zu einer ökologischeren EU-Verkehrspolitik - "der Tunnel muss auch sinnvoll genutzt werden" - auch langfristige Finanzierungszusagen geben. "Für große Infrastrukturprojekte braucht es national und europäisch langfristige Finanzierungszusagen", so Bures. Eine Finanzierung über fünf Jahre sei bei Projekten mit 30- bis 50-jähriger Laufzeit viel zu kurz gegriffen. "Ich könnte schon sagen, die nächsten drei bis fünf Jahre kommen wir irgendwie über die Runden. Aber es wäre verantwortungslos zu riskieren, dass dann die Finanzierung kippt und die Bagger wieder abziehen müssen. Das wäre ja ein Schildbürgerstreich", so Bures.
Ein weiteres zentrales Gesprächsthema mit dem EU-Verkehrskommissar war die Forderung der Ministerin nach Aufwertung der Südstrecke beziehungsweise des gesamten baltisch-adriatischen Korridors zur prioritären TEN-Strecke. Damit wäre einen finanzielle Beteiligung der EU zum Bau des Koralm- und Semmeringbasistunnels verbunden (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 10.06.10).

RechteckKoralmbahn-Gipfel ist wichtiges Signal
Für Landeshauptmann Gerhard Dörfler ist die Ankündigung von Landeshauptmann Franz Voves, es werde noch im Juni einen Koralmbahn-Gipfel in der Steiermark, gemeinsam mit Bundeskanzler Werner Faymann, Infrastrukturministerin Doris Bures dem steirischen Landeshauptmann sowie ihm persönlich geben, ein sehr erfreuliches und zu begrüßendes Signal.
"Ich nehme die Einladung zur Besichtigung der Koralmbahn mit großer Freude zur Kenntnis und werde selbstverständlich auch sehr gerne daran teilnehmen", reagiert Dörfler auf die heute, Montag, angekündigte Baustellenbesichtigung.
Eine Besichtigung des Jahrhundertprojektes Koralmtunnel gemeinsam mit Bundeskanzler Werner Faymann und der Infrastrukturministerin Doris Bures würde zeigen, dass beide dem Koralmtunnel-Projekt sehr positiv gegenüber stehen und sie sich für dessen Realisierung einsetzen. "Ich werde dieses Treffen aber gleichzeitig dazu nutzen, um den Bundeskanzler über aktuelle, besonders im oberitalienischen Raum entstandene Sorgen bezüglich der Koralmbahn zu informieren", so Dörfler.
Besonders die Entscheidungsträger aus Oberitalien hätten nämlich artikuliert, dass es in der derzeitigen Phase eine gewisse Verunsicherung rund um das Koralmprojekt bzw. die Baltisch-Adriatische Hochleistungsachse gebe. Zudem hofft Dörfler, dass beim Koralmbahn-Gipfel klare Zeichen gesetzt werden, dass sich die Lobbying-Bemühungen in Brüssel ausgezahlt haben, und sich dieses Projekt in der TEN-Prioritätenreihung wiederfinden wird. "Ich würde mich zudem sehr freuen, wenn ich an diesem Tag den Bundeskanzler und die Infrastrukturministerin auch auf die Kärntner Baustelle des Koralmtunnels einladen könnte", spricht Dörfler eine Einladung nach Kärnten aus.
Denn gerade in unserem Bundesland sei der Baufortschritt der Koralmbahn schon sehr groß. So ist der Bau im Bereich des künftigen Europa-Bahnhofs St. Paul sehr weit fortgeschritten und der fast sieben Kilometer lange Sondierungstunnel bereits abgeschlossen.
"Ein Besuch des Bundeskanzlers auf Kärntner Seite der Großbaustelle im Bereich dieses europäischen Infrastrukturprojektes wäre sehr begrüßenswert", so Dörfler, der diesen gemeinsamen Termin mit dem Bundeskanzler, der Infrastrukturministerin sowie dem steirischen Landeshauptmann als sehr positives Signal bewertet, mit dem die Verunsicherung zur Koralmbahn der letzten Tage wieder beigelegt werden könnten
(Pressemeldung Kärntner Landesregierung, 09.06.10).

RechteckSchotterzug in die Grazer Schleppbahn
Foto Markus BehrlaFoto Markus Behrla
Für die Wiederinbetriebnahme der Grazer Schleppbahn lieferte die STEIERMARKBAHN termingerecht Gleisbauschotter in Ganzzügen. Zum Einsatz kamen STB-eigene Güterwagen sowie solche vom Mutterunternehmen Steiermärkische Landesbahnen. Auch die Lokomotiven wurden vom Mutter-unternehmen gestellt.
Um einen raschen Umlauf gewährleisten zu können, wurde der Entladeverschub sofort nach Beistellung auf die Grazer Schleppbahn zwischen den Haltestellen Don Bosco und Graz Ostbahnhof vorgenommen. Durch die Kombination Transport und Entladung konnte in relativ kurzer Zeit mit nur einer Wagengarnitur die benötigte Menge an Schotter angeliefert werden.
Die Anschlussbahn der Grazer Schleppbahn GmbH zweigt zwischen den Haltestellen Don Bosco und Graz Ostbahnhof ab. Die Grazer Schleppbahn wird nach Beendigung der Bauarbeiten auf der ursprünglichen Länge bis nach Rudersdorf befahren werden können (Pressemeldung STEIERMARKBAHN Transport und Logistik GmbH, 09.06.10).

RechteckÖBB mit neuer Ressortverteilung und Aufsichtsratsbeschickung
Aufsichtsrat und Hauptversammlung des ÖBB Konzerns haben am Montag, 07.Juni 2010 eine neue Ressortverteilung für die Konzernspitze und die Beschickung der Aufsichtsräte der Teilkonzerne beschlossen.
Der neue Vorstandsvorsitzende, Christian Kern, wird den Aufsichtsratsvorsitz in den Absatzgesellschaften Personenverkehr und Güterverkehr (ÖBB-Personenverkehr AG und Rail Cargo Austria AG) übernehmen. Im Konzern wird Kern für die Bereiche Strategie/Unternehmensentwicklung, für Strategisches Personalmanagement, für Unternehmenskommunikation und -marketing sowie für Recht und die Konzernrevision zuständig sein. Als Ausdruck einer verstärkten Serviceorientierung wird eine neue Abteilung für Kundenzufriedenheit und Qualitätsmanagement geschaffen.
Vorstandsdirektor Franz Seiser wird Aufsichtsratsvorsitzender der ÖBB-Infrastruktur AG und ist für Produktion, Systemtechnik, Strategischen Einkauf sowie für Strategisches IT-Management zuständig sein.
Vorstandsdirektor Josef Halbmayr wird den Vorsitz in der Shared Service Center GmbH übernehmen und für die Bereiche Konzernrechnungswesen- und Bilanzierung, das Konzerncontrolling, das Konzernrisikomanagement sowie für die Konzernfinanzern zuständig sein.
Alle drei Holding-Vorstände werden Aufsichtsratsmandate in den Tochtergesellschaften ÖBB-Personenverkehr AG, Rail Cargo Austria AG und ÖBB-Infrastruktur AG übernehmen. "Mit dieser Aufgabenverteilung an der Konzernspitze und der Verankerung in den Aufsichtsräten der Teilkonzerne können wir in dieser schwierigen Situation voll durchstarten," zeigt sich Aufsichtsratsvorsitzender Horst Pöchhacker erfreut (Pressemeldung ÖBB, 08.06.10).

RechteckRechnungshof legt Bericht zu ÖBB-Finanztransaktionen vor
Der Rechnungshof hat am Montag, den 7. Juni 2010, den Bericht Bund 2010/7 vorgelegt. Darin enthalten sind die Berichtsbeiträge "Finanztransaktionen der Österreichischen Bundesbahnen-Holding Aktienge-sellschaft und einzelner Konzerngesellschaften mit der Deutsche Bank AG", "Infrastrukturbeiträge für die Privatbahnen; Follow-Up Überprüfung", "Verwendung der Mehreinnahmen aus der Mineralölsteuer-erhöhung" und "Universitäten für Musik und darstellende Kunst Graz und Wien, Universität Mozarteum Salzburg: Vorbereitungslehrgänge; Follow-Up Überprüfung".
Im Bericht zu den Finanztransaktionen der ÖBB stellte der RH fest, dass den ÖBB–Gesellschaften aus dem derivativen Finanzinstrument (Hybrid–CDO2) mit Stand Ende 2008 Verluste von 578,16 Mill. EUR drohten. Es war von der Organisationseinheit Corporate Treasury der Österreichische Bundesbahnen–Holding Aktiengesellschaft eigenmächtig und unter Verstoß gegen bestehende Regelungen abgeschlossen worden. Aufgrund der Auflösung der Hybrid– CDO2–Verträge im Jänner 2010 wurden davon letztlich 295 Mill. EUR schlagend und als Verlust realisiert.
Zur MÖSt–Erhöhung 2007 und 2008 stellte der RH fest, dass zusätzlich 391 Mill. EUR eingenommen wurden. Die Umsetzung des Ziels, diese Mehreinnahmen aus der Erhöhung der Mineralölsteuer ab 1. Juli 2007 für Infrastrukturmaßnahmen und klimarelevante Projekte zu verwenden, war allerdings nicht ausreichend konkretisiert. Interne oder nach außen hin transparente Vorgaben, welche konkreten Maßnahmen oder Programme aus den Mehreinnahmen finanziert werden sollten, fehlten. Eine Evaluierung der tatsächlichen Mehreinnahmen fehlte ebenso wie die Festlegung konkreter Wirkungsziele und Steuerungsmaßnahmen zur Evaluierung der Zielerreichung.
Das BMVIT kam dem überwiegenden Teil der Empfehlungen des RH, die er im Jahr 2006 bezüglich Infrastrukturbeiträge für die Privatbahnen veröffentlicht hatte, nicht oder nur in geringem Ausmaß nach. Das Ressort erstellte das mittelfristige Investitions– und Erhaltungsprogramm 2005 bis 2009 ohne Bezugnahme auf verkehrspolitisch übergeordnete Zielsetzungen und ohne Festlegung von Verteilungsprioritäten. Förderungsmittel wurden teilweise vor Abschluss der Verträge ausbezahlt und auch für nicht ausführungsreife Projekte zugesagt. Die Prüfung der widmungsgemäßen Verwendung der Förderungsmittel erfolgte nicht systematisch (Pressemeldung Rechnungshof, 08.06.10).
RechteckDie ÖBB werden den Bericht des Bundesrechnungshofes über die "Finanztransaktionen der ÖBB-Holding AG und einzelner Konzerngesellschaften mit der "Deutsche Bank AG" eingehend prüfen, so die ÖBB in einer ersten Reaktionam 7.Juni 2010.
Soweit aus dem vorliegenden Bericht ersichtlich, beruht er auf bekannten Informationen und Sachverhalten. Die ÖBB weisen darauf hin, dass bereits schon organisatorische und personelle Konsequenzen gezogen wurden, um weitere Spekulationen zu verunmöglichen.
Der Bericht wird Anlass sein, zu überprüfen, ob weitere organisatorische Schritte vorgenommen werden müssen. Es werde weiters eine ausführliche offizielle Stellungnahme an den Bundesrechnungshof übermittelt (Pressemeldung ÖBB, 08.06.10).

RechteckVerlegung der Unterinnbahn aus dem Ortsgebiet von Stans
Foto ÖBB
Die Arbeiten an der neuen Haltestelle Stans sind weit fortgeschritten. Foto ÖBB.
Derzeit fährt jeder Zug im Unterinntal direkt durch Stans Unterdorf. Mit dem Bau der neuen Unterinntalbahn wird auch die bestehende Bahn an den Ortsrand verlegt.
Die neue Unterinntalbahn wird die Lebensqualität in Stans deutlich verbessern. Wesentlich dafür ist die Verlegung der bestehenden ÖBB-Bestandsstrecke von Stans Unterdorf direkt an die Inntal Autobahn A12. Die Arbeiten werden im Zuge des Baus der neuen Unterinntalbahn durchgeführt. Der Verkehrslärm im Siedlungsgebiet Stans Unterdorf wird deutlich vermindert
In den vergangenen Jahren hat die ÖBB in Stans umfassende Tunnelbauarbeiten durchgeführt. Neben dem Neubaustreckentunnel unter der Inntal Autobahn A12 und dem Stanserbach errichteten die Projektingenieure auch einen neuen Bestandsstreckentunnel bis an den östlichen Ortsrand. Der Siedlungsbereich ist dadurch künftig vom Verkehrslärm weitgehend abgeschirmt. Die neue Haltestelle Stans und die verlegten Streckengleise werden im Herbst 2011 in Betrieb gehen.
In den kommenden Monaten führt die ÖBB Arbeiten für die Bestandsstreckenverlegung zwischen dem Firmengelände Darbo bis in den Bereich westlich des Bahnhofes Jenbach durch. Dabei wird zuerst der sogenannte Oberbau hergestellt. Hauptarbeitsschritte dabei sind das Einbringen des Gleisschotters, die Verlegung der Schwellen sowie die Gleismontage. Insgesamt werden bis September 2011 mehr als 5,2 Kilometer neue zweigleisige Bestandsstrecke gebaut.
Besonders gefordert auf der Baustelle bei Stans sind auch die für Baulogistik zuständigen Mitarbeiter der ÖBB. Schienen und Baustoffe werden täglich umweltfreundlich per Bahn angeliefert. Über mehrere Monate dürfen dabei die Versorgungsketten nicht abreisen, allein vom Gleisschotter werden im Herbst täglich 880 Tonnen auf die Baustelle gebracht. Trotz der umfangreichen Arbeiten haben es sich die Projektingenieure im Geschäftsbereich Unterinntal der ÖBB-Infrastruktur AG zur Aufgabe gemacht, alle Bautätigkeiten umweltschonend durchzuführen. Sollte es trotz großer Umsicht zu Belästigungen kommen, so ersuchen die Projektverantwortlichen die Bevölkerung um Verständnis (Pressemeldung ÖBB-Infrastruktur AG, 08.06.10).

RechteckLückenschluss für dreigleisigen Ausbau Salzburg – Freilassing gestartet
Foto ÖBB/Repolusk
ÖBB-Projektleiter Thomas Wördl, Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, Landeshauptmann-Stv. Wilfried Haslauer und Bgm. von Wals-Siezenheim Ludwig Bieringer beim Spatenstich. Foto ÖBB/Repolusk.
Im Erfolgsprojekt S-Bahn Salzburg wird ein weiterer wichtiger Schritt umgesetzt. Heute erfolgte in Anwesenheit von Landeshauptmann-Stv. Wilfried Haslauer, Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, dem Bürgermeister der Gemeinde Wals-Siezenheim Ludwig Bieringer und dem S-Bahn Projektleiter Thomas Wörndl der Spatenstich zum letzten Bauabschnitt beim dreigleisigen Ausbau zwischen Salzburg Hauptbahnhof und Freilassing.
Der eineinhalb Kilometer lange Bauabschnitt Liefering umfasst den dreigleisigen Ausbau von der Autobahn bis zur Saalachbrücke und ist Teil des 200 Mio.-Projekts S-Bahn Westast. Für das Baulos werden 65 Mio. Euro veranschlagt. Die Baukosten werden von den Partnern ÖBB-Infrastruktur AG (80%) und dem Land Salzburg (20%) übernommen. Zudem wird das Projekt von der Europäischen Union kofinanziert. Der dreigleisige Ausbau macht den Neubau der Eisenbahnbrücke über den Walserweg notwendig.
Am Westast sind bereits drei Haltestellen in Betrieb, die alle drei von den Kunden sehr gut angenommen werden. „Salzburg Taxham Europark“ wird schon seit Mitte 2006 von den S-Bahn Zügen angefahren. „Salzburg Aiglhof“ und „Salzburg Mülln-Altstadt“ wurden im Dezember 2009 in Betrieb genommen. In „Salzburg Liefering“ werden Ende 2013 die ersten S-Bahn Züge halten und somit wird der ÖBB-Westast komplettiert sein. Die neue Haltestelle enspricht selbstverständlich dem hohen S-Bahn Standard und wird über zwei Lifte barrierefrei erreichbar sein.
Neben der bestehenden zweigleisigen Saalachbrücke wird ein zusätzliches Brückentragwerk für das dritte Gleis errichtet. Die Gemeinschaftsbrücke der Deutschen Bahn und der ÖBB sowie die knapp einen Kilometer lange Weiterführung des dritten Gleises von der Staatsgrenze bis Freilassing werden laut Angaben des DB-Konzerns bis 2015 umgesetzt sein. Die Bauausführung liegt bei der DB. Auch für diesen Abschnitt wird duch die EU eine Kofinanzierung gewährt.
Die neue Gleisinfrastruktur bringt auch für den Container Terminal Salzburg (CTS) einen großen Vorteil: bisher war es wegen fehlender Infrastrukturvoraussetzungen nicht möglich, dass Containerzüge direkt von und nach Deutschland in den Terminal einfahren konnten. Das aktuelle ÖBB-Infrastrukturpaket inkludiert auch neue Weichenverbindungen und Signalanlagen, welche eine direkte Ein- und Ausfahrt ermöglichen. Vom Container Terminal Salzburg aus verkehren unter anderem direkte Containerzüge zu den Nordseehäfen. Die Direktverbindung kann ab Ende 2013 genutzt werden (Pressemeldung ÖBB, 06.05.10).

RechteckMontage der Wolkenspange am Wiener Westbahnhof
Foto Beyer&Co
Der Wiener Westbahnhof wird seit September 2008 unter laufendem Betrieb modernisiert und zur ersten BahnhofCity Österreichs, der BahnhofCity Wien West, umgebaut.
Vor kurzem hat die Montage der Wolkenspange, dem zukünftigen markanten Erkennungsmerkmal der BahnhofCity, begonnen. Sie ist aber mehr als „nur“ ein Wahrzeichen, denn darinwerden auch Büroräume untergebracht sein. Die Spange wird von beiden Seiten des neuen Gebäudes (zwei Gebäudeteile, die durch die Wolkenspange miteinander verbunden sind) an der Ecke Äußere Mariahilfer Straße/Neubaugürtel im sogenannten „freien Brückenvorbau“ montiert.
Das Bauwerk wiegt gewaltige 430 Tonnen: Das entspricht exakt dem Gewicht der gesamten Stahlkonstruktion des Wiener Riesenrads – das Rad selbst bringt es auf „nur“ 245 to. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Anfang August abgeschlossen sein.
Daten und Fakten der Wolkenspange:
• Gesamtgewicht der Stahlkonstruktion: ca. 430 to
• Anzahl der benötigen Schrauben: ca. 3.200 Stk.
• Abmessungen: L-Förmig 13,6 m x 52 m und 12 m x 32 m
• Höhe: 4,9 m; Gewicht der einzelnen Teile: max. 15 to; Länge: max. 12 m
Ab 2. Juni ist der Eingang „Äußere Mariahilfer Straße“ wieder geöffnet. Damit stehen den Kunden der ÖBB alle drei Zugänge - unverändert weiterhin auch „Europaplatz“ und „Gerstnerstraße“ - wieder zur Verfügung: Die Fertigstellung der BahnhofCity Wien West ist im Herbst 2011 geplant
(Pressemeldung ÖBB, Foto Beyer&Co, 04.06.10).

RechteckTalgo liefert Unterflurdrehmaschine 2112 und EVA-Messanlage für Innsbruck
Foto TalgoFoto Talgo
Die von der IVB (Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH) beauftragten Anlagen stehen seit Januar pünktlich zur Inbetriebnahme neuer Straßenbahnzüge des Bombardier-Typs Flexity der Werkstatt zur Verfügung. Beide Anlagen sind für die meterspurigen Straßenbahnen der IVB individuell angepasst.
Die im Werkstattgleis eingelassene Unterflurdrehmaschine Bauart 2112 erlaubt die hochpräzise Bearbeitung der Radprofile in bei kurzen Zykluszeiten. Zur automatisierten Überwachung aller Straßenbahnen wurde zudem die vollautomatisch arbeitende EVA-Radparametermessanlage installiert, welche die Fahrzeuge erkennt und die Messwerte den Rädern zuordnet.
Die Messung kann bei variablen Durchfahrgeschwindigkeiten von bis zu 15 km/h mit einer Genauigkeit von ±0,1 mm erfolgen.
Anhand der mitgelieferten Datenbank können Prognosen für die gesamte Flotte erstellt und die Instandhaltungsabläufe optimiert werden. Zudem ist die Historie der einzelnen Räder zurückverfolgbar. Im Falle der Annäherung an Grenzmaße erfolgt eine automatische Warnung für das betroffene Rad bzw. die Achse.
Talgo-Anlagen sind im deutschen Sprachraum unter anderem bei der DB (Hamburg), der BLS (Bern), der SOB (Herisau), dem RBS (Bern), der Bogestra (Bochum), der VAG (Freiburg) und der Matterhorn-Gotthard-Bahn (Brig) im Einsatz (Pressemeldung Talgo, 04.06.10).

RechteckKärntner Landesregierung fordert klares Bekenntnis zur Koralmbahn
Die erneute Evaluierung und Infragestellung der Koralmbahn durch Infrastrukturministerin Doris Bures stößt bei Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler auf großes Unverständnis. "Wir befinden uns mitten im Bau der Koralmbahn. Es gibt für alle Vertragspartner - Bund und Länder - bindende Verträge, an die sich alle Beteiligten zu halten haben. Auch Infrastrukturministerin Doris Bures muss das endlich zur Kenntnis nehmen", reagiert Dörfler verärgert. Diese Diskussionen um die Koralmbahn seien gegenüber der EU sehr kontraproduktiv, da dort momentan die Revision der TEN-Leitlinien laufe.
Während diesen Jahres werden nämlich die Bahnachsen ausgewählt, die zusätzlich zu den bestehenden prioritären Achsen als weitere dieses Typs aufgenommen werden. Die EU fördert prioritäre Achsen mit bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten. "Die Österreichische Bundesregierung - und ich entbinde hier niemanden der Damen und Herren aus ihrer Verantwortung - sollte diese Chance nicht verschenken und gemeinsam für die Realisierung dieses österreichweit wie auch international definitiv prioritären Projekts kämpfen", fordert Dörfler heute, Mittwoch, zum wiederholten Male.
In Kärnten seien sich alle Parteien über die Bedeutung der Koralmbahn einig und würden hier an einem Strang ziehen. "Leider ist dies auf Bundesebene nicht der Fall", bedauert Dörfler und fordert die ÖVP hier explizit VP-Verkehrssprecher Ferry Maier auf, nicht die Wirtschaftsentwicklung des Südens zu blockieren. "Ich lade Maier gerne nach Kärnten ein, um sich über die Bedeutung dieses Projektes selbst ein Bild zu machen."
Darüber hinaus hätte ein Baustopp fatale Folgen für die Konjunktur und den Arbeitsmarkt in Südösterreich. Seitens des WIFO wurde errechnet, dass im Streckenbau der Bahninfrastruktur jede investierte Milliarde Euro Beschäftigungseffekte von ca. 17.000 Personenarbeitsjahren hervorruft. Auch nach der Fertigstellung besteht ein Potential von ca. 6.100 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Region. Die Kosten für die Errichtung der Koralmbahn von Graz bis Klagenfurt belaufen sich auf ca. 5,2 Milliarden Euro, wovon bisher bereits über 1,2 Milliarden Euro verbaut wurden.
Die ÖROK (Österreichische Raumordnungskonferenz) hat zusätzlich errechnet, dass für den gesamten südösterreichischen Raum durch den Ausbau der Schieneninfrastruktur ein Wertschöpfungspotential von 210 Millionen Euro pro Jahr besteht. Die heimische Wirtschaft profitiert enorm vom Bau der Koralmbahn. So sind Kärntner Firmen wie Kostmann, Massivbau oder Haslinger beim Bau der bereits umgesetzten Abschnitte involviert.
Neben der Verkürzung der Fahrzeiten in die benachbarten Zentren und somit der Verbesserung der Erreichbarkeit wird durch die vermehrte Nutzung der Bahn ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz erzielt. In Zukunft wird durch die absehbare Steigerung der Treibstoffpreise ein Zugang zum hochrangigen Eisenbahnnetz von noch größerer Bedeutung sein, was klar für den Ausbau der Koralmbahn spricht.
Dörfler: "Ich fordere daher ein klares Bekenntnis der Verkehrsministerin und der gesamten Bundesregierung zum Bau der Koralmbahn und zur Einhaltung des im Jahre 2004 zwischen den Ländern Kärnten und Steiermark und dem Bund geschlossenen Vertrages zu ihrer Errichtung"
(Pressemeldung Kärntner Landesregierung, 03.06.10).

RechteckNeues Mobilitätskonzept für die Wachau präsentiert
In Weißenkirchen präsentierte Landesrat Mag. Johann Heuras am 2. Juni gemeinsam mit Niederösterreichs oberstem Verkehrsplaner Dr. Friedrich Zibuschka und Mag. Barbara Schwarz, der Vorsitzenden des Arbeitskreises Wachau, das neue Mobilitätskonzept für die Wachau.
"Das von den 13 Wachaugemeinden im Rahmen von ?Wachau 2010+? erarbeitete Konzept stellt einen Quantensprung für den öffentlichen Verkehr in der Wachau dar. Die Vision dahinter ist, dass eine autofreie Region für Pendler und Touristen möglich ist", betonte dabei Heuras.
Als wesentlichste Punkte sprach der Verkehrs-Landesrat die öffentliche Erreichbarkeit aller Wachau-Gemeinden inklusive jeder Katastralgemeinde ohne Auto, eine direkte Verbindung von Melk nach Krems durch einen Schnellbus und eine optimale Vernetzung von Bahn, Bus, Schiff und Rad an. Zudem soll vor allem im Bereich Krems-Emmersdorf die Bahn als Touristikelement stärker positioniert und vor allem am Südufer der Schülerverkehr optimiert werden.
Parallel dazu wird beim Regionalverband eine Mobilitätszentrale als Drehscheibe für Kommunikation und Kundenservice eingerichtet.
Zibuschka präzisierte, dass das Bussystem jetzt vom VOR ausgeschrieben und über den Sommer Gespräche mit potenziellen Bahnbetreibern geführt werden. Beide Konzepte sollen im Frühjahr 2011 umgesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt soll auch ein Gesamtpaket für die Verbindung mit dem Tourismus vorliegen. Die Kosten liegen bei insgesamt rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr, davon 1,2 Millionen Euro für den Bus und 1,3 Millionen Euro für Verkehrsdienst und Bahnstreckenerhaltung
(Pressemeldung Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, 03.06.10).

RechteckZugbegleiter drucken Entschädigungsgutscheine aus
Wenn man eine Reise tut, kann schon die eine oder andere Kleinigkeit mal nicht so laufen wie geplant. Für die Bahnreisenden wurde jetzt Abhilfe geschaffen. Alle 1.500 ÖBB-ZugbegleiterInnen haben nun die Möglichkeit schnell und unkompliziert Entschädigungsgutscheine auszudrucken. "Für unsere Kunden ist es wichtig rasche und unbürokratische Lösungen für kleine Mängel zu finden. Das setzen wir nun punktgenau um", so Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin ÖBB-Personenverkehr AG.
Kunden können in mehreren Fällen in den Genuss eines Gutscheins kommen. "Kleine Mängel wurden schon bislang mit 4-Euro - Gutscheinen entschädigt; im Zuge der Fahrgastrechte NEU kamen Gutscheine für Taxis und Hotelübernachtung hinzu.
Bis April wurden 1.470 Gutscheine über unsere ZugbegleiterInnen an Fahrgäste übergeben." Neu ist seit 1.6. ein 15-Euro - Gutschein für ein fehlendes Business-Abteil. "Wir reden hier von gelebter Service-orientierung und Kundenfreundlichkeit", so Lutter.
Egal ob man Kunden oder die ZugbegleiterInnen fragt - das Feedback auf die Gutscheinlösung ist einhellig mehr als positiv. Auf Kundenseite wird die rasche und unbürokratische Lösung eines Problems vor Ort sehr befürwortet und auch immer mit einem "Danke schön, sehr nett" quittiert.
Auf Unternehmerseite ist die jederzeitige Verfügbarkeit dieser Art der Entschädigung auf der Haben-Seite, genauso wie die Wiederherstellung der Kundenzufriedenheit. "Die Möglichkeit eigenständig und sofort Abhilfe zu schaffen ist für alle Beteiligten die ideale Lösung", so Lutter abschließend (Pressemeldung ÖBB, 03.06.10).

RechteckAsamer Kieswerk Roitham ist offiziell auf Schiene
Foto AsamerFoto Asamer
Foto AsamerFoto Asamer
Das oberösterreichische Familienunternehmen Asamer transportiert ab sofort Rohstoffe aus dem Kieswerk Roitham umweltfreundlich per Bahn ins Asamer-Betonwerk nach Linz. Asamer investierte acht Millionen Euro in den Ausbau und spart jährlich 1.920 Tonnen CO2 ein. Das Kieswerk Roitham wurde für seine Umweltfreundlichkeit bereits mit zwei Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnet.
Alles auf Schiene im Asamer Kieswerk Roitham bei Gmunden/Oberösterreich. Ab sofort rollen die Rohstoff-Transporte per Bahn aus dem Werk Roitham nach Linz in das Asamer-Betonwerk und entlasten dadurch den Verkehr, insbesondere südlich von Linz.
"Asamer befasst sich intensiv mit dem Problem der steigenden Umweltbelastung und sucht nach Möglichkeiten zur Reduktion der Schadstoffemissionen. Gemeinsam mit der Rail Cargo Austria haben wir zwei Bahnanschlüsse an das öffentliche Bahnnetz errichtet, um wahlweise per Bahn zu transportieren", erklärt Asamer Vorstand Manfred Asamer.
80 bis 90 Prozent der in Roitham gewonnenen Rohstoffe werden per Bahn abtransportiert, der Rest wird aus logistischen Gründen weiterhin per Lkw befördert.
Die Anschlussstellen befinden sich beim Standort Roitham (Anschlussstelle Steyrermühl) und dem Asamer-Betonwerk Linz (Anschlussbahn Bahnhof Kleinmünchen). Die Rail Cargo Austria bringt ihre innovative MOBILER-Logistik ein und transportiert im Auftrag von Asamer jährlich 180.000 Tonnen Schotter und Kies von Roitham nach Linz.
Dort werden die mit Zuschlagstoffen beladenen Container vom Waggon direkt auf einen Lkw geladen, zur Entladestation gefahren, entladen und retour zum Bahnhof gebracht. Die MOBILER Logistik der Rail Cargo Austria verfügt über rund 550 Behälter und 30 MOBILER-Fahrzeuge - sie kreiert und steuert die gesamte Logistikkette, der Kunde hat nur einen Ansprechpartner.
Asamer spart durch den Schienentransport jährlich 14.500 LKW-Fahrten und somit 1.920 Tonnen CO2 ein. Diese 14.500 Fahrbewegungen weniger bedeuten 850.000 LKW-Kilometer, für die 350.000 Liter Diesel verbraucht würden.
Auch sonst wird im Kieswerk Roitham besonders auf Nachhaltigkeit geachtet: das Grundwasser für die Kieswäsche wird zu 80 Prozent recycelt. Eine schnellere ökologische Rekultivierung wird durch eingedickten Schlamm, der Fläche und Raum spart, erzielt (Pressemeldung Asamer Holding, 02.06.10).

RechteckFranz Rotter zum neuen Vorstandsmitglied der voestalpine AG bestellt
Der Aufsichtsrat der voestalpine AG hat am Montag, 31. Mai 2010, Herrn Dipl.-Ing. Franz Rotter mit Wirkung vom 1. Jänner 2011 zum Vorstandsmitglied der voestalpine AG bestellt. Das Vorstandsmandat läuft analog zu dem aller anderen Vorstandsmitglieder bis 31. März 2014. Im Konzernvorstand übernimmt Franz Rotter die Leitung der Division Edelstahl und folgt damit Dkfm. Dr. Claus J. Raidl nach, dessen Vorstandsmandat per 31. Dezember 2010 altersbedingt planmäßig ausläuft.
Dipl-Ing. Franz Rotter, geboren am 30. Juli 1957, ist seit 2007 Mitglied des Vorstandes der Böhler-Uddeholm AG (Division Edelstahl der voestalpine AG) und war zunächst für die Bereiche Welding Consumables, Special Forgings und Precision Strip zuständig. Im Zuge der strukturellen Veränderung in der Division Edelstahl übernahm Franz Rotter im Februar 2010 die Verantwortung für die Produktion des Bereiches High Performance Metals.
Nach dem Abschluss des Studiums des Montanmaschinenwesens an der Montanuniversität Leoben startete Franz Rotter seinen beruflichen Werdegang im Jahr 1981 bei der (früheren) VOEST-ALPINE AG als Konstrukteur in Zeltweg. 1986 übernahm er die Produktionsleitung des Bereiches Eisenbahnsysteme, 1989 die Leitung des Bereiches Technik der Division Bergtechnik. 1990 wird die VOEST-ALPINE Bergtechnik GmbH. eine eigenständige Gesellschaft und Rotter zunächst stellvertretendes Mitglied der Geschäftsführung, ab 1992 ihr Sprecher. Nach der Privatisierung des Unternehmens im Wege eines Verkaufes an das US-Unternehmen Tamrock (heute gehört die Gesellschaft zum schwedischen Sandvik-Konzern) scheidet er Ende 1996 aus der VOEST-ALPINE Bergtechnik GmbH aus.
1997 wird Franz Rotter Mitglied des Vorstandes der Iso-Holding AG für den Bereich Technik, 1998 übernimmt er den Vorstandsvorsitz der ATB Austria Antriebstechnik AG. Im Jahr 2000 wechselt er in die Geschäftsführung der Aluminium Ranshofen Walzwerk Ges.m.b.H., wird ab 2002 Sprecher der Geschäftsführung der AMAG rolling GmbH und Vorstandsmitglied der Austria Metall AG sowie ab 2005 deren Chief Operating Officer (COO). Per Jahresbeginn 2007 wird Franz Rotter in den Vorstand der Böhler-Uddeholm AG berufen, mit 1. Jänner 2011 übernimmt er dort den Vorstandsvorsitz und wird damit auch Mitglied des Konzernvorstandes der voestalpine AG.
Franz Rotter ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder
(Pressemeldung Voestalpine, 02.06.10).

RechteckGrenzüberschreitende Verbindungen zwischen Udine und Klagenfurt
Derzeit gibt es tagsüber keine grenzüberschreitenden Bahnverbindungen zwischen Udine und Klagenfurt. "Das wollen wir gemeinsam ändern", berichtet Verkehrsreferent LH Gerhard Dörfler am 31.05.10. Die Regionalzüge aus Udine enden am Bahnhof Tarvis und die Züge aus Österreich in Arnoldstein. Daher habe das Land Kärnten gemeinsam mit der Region Friaul-Julisch Venetien, den ÖBB, der Verkehrsverbund Kärnten GmbH und der Società Ferrovie Udine Cividale das Projekt MICOTRA (Miglioramento Collegamento Transfrontaliero) initiiert, das mit EU-Mitteln cofinanziert wird, so der Landeshauptmann.
Ziel des Projektes sei die Aufnahme des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs zwischen Klagenfurt und Udine, um das Verkehrsangebot für die Bevölkerung in der Grenzregion zu verbessern und den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel interessant zu machen. "Darüber hinaus ist ein gutes Bahnangebot wichtig für den Tourismus in der Region, so verläuft hier beispielsweise der stark frequentierte Fernradweg Salzburg - Grado und viele Radfahrer nützen die öffentlichen Verkehrsmittel für den Rücktransport", sagt Dörfler.
Im Rahmen des EU-Projekts werden die Rahmenbedingungen für die grenzüberschreitende Bahnverbindung untersucht, eine gemeinsame Planung durchgeführt und ein gemeinsamer Probebetrieb gestartet. Ebenfalls gemeinsam soll diese grenzüberschreitende Bahnverbindung evaluiert und vermarktet werden. "Nach der Probephase soll der Betrieb dauerhaft geführt werden, davon werden Kärnten und Friaul-Julisch Venetien profitieren", ist sich der Landeshauptmann sicher. Er bedankt sich in diesem Zusammenhang bei allen Projektpartnern für die gute Zusammenarbeit (Pressemeldung Kärntner Landesregierung, 01.06.10).

RechteckTestbetrieb für Anschlusssicherung zwischen Bahn und Bus
Wer öffentlich unterwegs ist, für den sind zwei Dinge besonders wichtig: Kurze Umsteigezeiten von einem Verkehrsmittel auf das nächste sowie schnelle und zuverlässige Information, sollte mal etwas anders laufen als geplant. Anschlusssicherung heißt das Zauberwort, das künftig mehr Sicherheit und Information für die KundInnen der ÖBB bringen soll.
Getestet wird ab sofort in Kärnten. Der Anschluss wartet "Anschlusssicherung, das ist die Sicherheit, dass der Bus auch dann auf mich wartet, wenn mein Zug Verspätung hat" so Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr AG, zum Pilotprojekt, das gemeinsam mit der ÖBB-Postbus GmbH nun in Kärnten startet.
Dazu wurden Busse und Züge mit moderner Technik ausgestattet. Auf der Pilotstrecke zwischen Klagenfurt und Völkermarkt-Kühnstdorf stehen den Fahrgästen in Desiro-Nahverkehrszügen Monitore zur Verfügung, die über die nächsten Halte sowie Bahn- und Busanschlüsse informieren. Dank Anschlusssicherung sieht der Kunde nun auch, ob man den Bus oder die Bahn für die Weiterreise erreichen kann, was die Reise für die Fahrgäste wesentlich entspannter macht. Fährt ein Buslenker einen Bahnhof an, sieht er auf seinem eigens dafür programmierten Smartphone automatisch, welche Züge in den nächsten Minuten ankommen und ob diese pünktlich sind.
Christian Eder, Geschäftsführer der ÖBB-PostbusGmbH: "Im Fall des Falles kann der Lenker aufgrund dieser Information entscheiden, ob er auf einen verspäteten Zug wartet." Wenn er wartet, bestätigt er das per Knopfdruck. Diese Bestätigung geht direkt an die Monitore im Zug und an die Fahrgäste. "Das Pilotprojekt soll neue Wege aufzeigen und die Anschlusssicherung in Zukunft zur Selbstverständlichkeit werden lassen - zum Wohle unserer Kunden", so Lutter abschließend (Pressemeldung ÖBB, 01.06.10).

RechteckSchwerpunktaktion zur Sicherheit in Wien gestartet
Die ÖBB-Personenverkehr AG ist ein sicheres Verkehrsunternehmen. Um diesen Standard halten und weiterentwickeln zu können wird auf jede Veränderung sofort reagiert.
Aufgrund eingelangter Kundenbeschwerden und eigener Wahrnehmungen wurde durch die Konzernsicherheit der ÖBB in Abstimmung mit der Bundespolizeidirektion Wien am 28.05.10 im Bereich der S-Bahn eine Schwerpunkaktion gestartet.
Mehrere Teams aus Mitarbeitern der Kontrollteams der ÖBB-PV AG, des bahneigenen Sicherheitsdienst der Firma Mungos und uniformierten Kräfte der Wiener Polizei bestreiften gemeinsam Züge und Bahnhöfe im Bereich der S-Bahn Wien.
Ziel der Schwerpunktaktion ist bei Verstößen gegen die Tarif- und Beförderungs- bestimmungen sowie das Eisenbahngesetz einzuschreiten, und durch sichtbare Präsenz das subjektive Sicherheitsgefühl der Kunden zu heben.
Nebeneffekte der Schwerpunktaktion waren u.a. auch das Antreffen von hunderten Reisenden ohne gültigen Fahrausweis.Darüber hinaus wurde auch dem immer wieder aufkeimenden Suchtmittelhandel ein Riegel vorgeschoben.
Die ÖBB-Personenverkehr AG plant nach Evaluierung der Schwerpunktaktion diese im Sinne ihrer Kunden auch im erforderlichen Ausmaß fortzusetzen (Pressemeldung ÖBB, 31.05.10).

RechteckBelastungstest für die neue Murbrücke mit drei Taurus-Lokomotiven
Foto ÖBB/WallnerFoto ÖBB/Wallner
Ganz schön schwer kann so eine Lokomotive sein – doch auch drei Triebfahrzeuge der Baureihe 1016/1116 (Taurus) machten der neuen Murbrücke in Leoben beim abschließenden Belastungstest am Mittwoch natürlich keine Probleme. Mehr als 250 Tonnen rollten zwischen 10 und 14 Uhr mehrmals über das neue Bauwerk, das nun für den Bahnverkehr freigegeben werden kann.
Geprüft wurde das neue Tragwerk auf zwei Arten – ob das Tragverhalten auch ordnungsgemäß ist, einerseits augenscheinlich, und andererseits mittels statischer Messungen. Dabei wurden mittels Nivellierlatte, Messuhr, Wegaufnehmer und Laser die Durchbiegungen gemessen und mit den zuvor rechnerisch ermittelten Werten verglichen. Nach knapp eineinhalb Stunden stand dann fest: Die neue Eisenbahn-Murbrücke in Leoben hält allen Tests locker stand und ist bereit für den regelmäßigen Eisenbahnverkehr. 25 Millimeter hatten die Experten als normale Durchbiegung der Brücke errechnet. „Knapp 23 Millimeter waren es bei den Haupttests“, konnte Projektverantwortlicher Ewald Jantscher danach bestätigen und gab das endgültige „Go“. Ab 15 Uhr war die neue Murbrücke sodann für den Eisenbahnverkehr freigegeben.
Notwendig wurde der Neubau der Brücke, weil die alte am Ende ihrer Lebensdauer angelangt war, wie Regionalleiter Helfried Bretterebner bestätigte. Im Mai 2009 begannen die Vorarbeiten am neuen Tragwerk, bis Dezember wurden die beiden Stahlfachwerkshälften montiert, im Februar schließlich beide der jeweils 133 Tonnen schweren Tragwerkshälften per Spezialkran eingehoben. In den vergangenen beiden Wochen wurden schließlich die Arbeiten an Oberleitung und Oberbau finalisiert.
Die Bauweise der Brücke – Betonschwellengleise auf einem Schotterbett – wird künftig zusätzlich zum Lärmschutz auf 110 Metern Länge auch für mehr Lebensqualität in Leoben sorgen. Die Geräuschentwicklung wird um 8 bis 10 Dezibel verringert, was einer Lärmreduktion um etwa die Hälfte entspricht. Die Gesamtinvestitionskosten für die neue Murbrücke betragen etwa 3,2 Millionen Euro (Pressemeldung ÖBB, Fotos ÖBB/Wallner, 28.05.10).

RechteckWirtschaftskammer fordert klares Bekenntnis zum Brenner-Basistunnel
"Die Wirtschaft bekennt sich zur Konsolidierung des Staatshaushaltes. Den Rotstift allerdings ausgerechnet bei der Verkehrsinfrastruktur anzusetzen, wäre ein völlig falsches Signal für den Wirtschaftsstandort Österreich", kommentiert der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, die plötzlichen Zweifel der Verkehrsministerin an der Notwendigkeit des Brenner-Basistunnels.
Der Brenner-Basistunnel ist das wichtigste Teilstück des geplanten Ausbaus der rund 2.200 km langen Bahnlinie von Berlin nach Palermo, die nicht zuletzt auf Betreiben Österreichs von der EU-Kommission als prioritäres TEN-Projekt Nr. 1 im Rahmen der Transeuropäischen Netze eingestuft wurde.
"Jede Verzögerung des Baubeginns könnte die von der EU-Kommission bereits vertraglich zugesicherte Kofinanzierung in Höhe von 786 Mio. Euro bis zum Jahr 2013 ernsthaft gefährden - vor allem, da derzeit eine Revision der TEN-Prioritätenliste ansteht. Das jetzige Zögern der Verkehrsministerin ist für andere Länder ein gefundener Anlass, nun wieder ihre Projekte ins Spiel zu bringen", warnt Leitl.
Die österreichische Wirtschaft fordere daher ein klares Bekenntnis der österreichischen Regierung zum Brenner-Basistunnel, zumal erst dadurch die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und Palermo für den Personenverkehr und die notwendigen Kapazitäten für die Verlagerung von Straßentransportleistungen auf die Schiene möglich gemacht werden.
"Letztlich geht es hier nicht nur um ein zukunftsweisendes grenzüberschreitendes Projekt, sondern generell um die Glaubwürdigkeit und Kontinuität der österreichischen Verkehrs- und Infrastrukturpolitik im europäischen Kontext. Die EU ist bereit mitzufinanzieren, ebenso Italien - da kann Österreich nicht plötzlich ausscheren und eines der wichtigsten europäischen Zukunftsprojekte im Infrastrukturbereich aufs Spiel setzen", so Leitl abschließend (Pressemeldung Wirtschaftskammer Österreich, 27.05.10).

Rechteck5 Milliarden für den Koralmtunnel ist Torheit der Regierenden
"Österreich betreibt geradezu das Gegenteil von zukunftsorientierter Politik!" wirft Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, den politischen Entscheidungsträgern vor: Während der mehr als 5 Milliarden Euro teure und in dieser Form völlig überflüssige Eisenbahntunnel für die Koralmbahn durchgepeitscht und der Tunnelanstich feierlich zelebriert wird, kündigen Regierung und Parlament massive Budgetkürzungen für Bildung, Forschung und Kunst an.
Dann kann man mit Hochgeschwindigkeitszügen zwischen den Metropolen Graz und Klagenfurt hin und her rasen. Nach Norden geht's leider etwas langsamer, weil da der Semmering (ohne Tunnel) dazwischen liegt.
Würde Barbara Tuchmann noch leben, hätte sie damit ein weiteres Kapitel für eine Neuauflage ihres berühmten Buches "Die Torheit der Regierenden".
In Zeiten wie diesen solche politischen Schwerpunktsetzungen zu machen ist mehr als absurd - das ist zerstörerisch! Die Gefahr, dass Österreich und Europa, in den nächsten Jahrzehnten im globalen Wettbewerb zu Entwicklungsländern zu degenerieren, ist real. Diesem Schicksal können wir nur dann entgehen, wenn politische Entscheidungen getroffen werden, die nicht von Denkstrukturen des Industriezeitalters dominiert werden.
Kreativität und Innovation sind die Schlüsselbegriffe und Schlüsselkriterien für die nächsten Jahrzehnte. Alle wissen das. Wir brauchen jetzt auch die notwendigen politischen Schwerpunktsetzungen. "Wenn Österreich das Zeitalter von Kreativität und Innovation erleben will, dann müssen die Milliarden für das quantitativ und intellektuell dinosaurierhafte Koralmtunnel-Projekt sofort und zur Gänze umgewidmet werden für Projekte zur Stimulierung von Innovation und Kreativität in den Bereichen Bildung, Forschung und Kunst!" fordert Gerald Bast (Pressemeldung Universität für angewandte Kunst Wien, 25.05.10).
RechteckErgänzende Informationen zur Koralmbahn:
TU Wien: Stellungnahme zu den Entscheidungsgrundlagen der Koralmbahn (LOK Report, 25.05.10).

RechteckFinanzierung des Brennerbasistunnels "derzeit nicht gegeben"
Infrastrukturministerin Doris Bures präsentiert im kommenden Dienstag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend" eine überraschende Zahl: Sie will bei den ÖBB drei Milliarden Euro weniger investieren als das bislang geplant war.
"Wir haben im Ressort einen Konsolidierungsbedarf von rund 500 Millionen Euro, was bedeutet, dass um 500 Millionen Euro weniger Annuitäten fließen. Und das heißt gleichzeitig, dass die ÖBB rund drei Milliarden Euro weniger investieren können."
Sie sei, sagt sie auf die Frage nach der Notwendigkeit des Brennerbasistunnel-Projekts, "überzeugt, dass wir die Investitionen in die Schieneninfrastruktur brauchen, um den Verkehr zu verlagern, aber die Konsolidierungsnotwendigkeit geht auch am Infrastrukturministerium nicht spurlos vorüber." Man könne von Projekten überzeugt sein, "muss aber die langfristige Finanzierung sicherstellen. Und die ist derzeit nicht gegeben."
Die Finanzierung des Brennerbasistunnels müsse langfristig sichergestellt werden, sagt Bures dem "trend". "Ich könnte natürlich sagen, die nächsten zwei, drei Jahre werden wir schon über die Bühne bringen. Aber wenn man verantwortungsbewusst an die Sache herangeht, brauchen wir langfristige Finanzierungssicherheit. Wir haben den Finanzrahmenplan bis 2014 verhandelt, für den Brenner wird aber fünfzig Jahre lang bezahlt. Wir brauchen keinen Finanzrahmenplan über fünf Jahre, sondern über diesen engen Horizont hinaus. Wenn man so ein Projekt beginnt, kann man es ja nicht mehr stoppen. Wir können nicht auf halbem Weg sagen: so, jetzt ziehen wir wieder ab. Das wäre ja ein Schildbürgerstreich! Das Allerteuerste ist doch, die Projekte ein bissl zu beginnen und dann wieder damit aufzuhören. Das kostet das meiste Geld."
Die Ministerin verlangt explizit "eine Verpflichtung des Bundes auf die Dauer der Laufzeit der Annuitäten" (fünfzig Jahre, Anm.) denn "ich kann nicht jedes Jahr den Anteil, den ich zurückzahle, kürzen".
Vorerst, so kündigt die Ressortchefin an, werde es zu Umreihungen von diversen Bahn-Projekten kommen: "Wir werden die Projekte so reihen, dass die ganz wichtigen Projekte - zum Beispiel Bahnhofssanierungen - außer Streit gestellt werden. Bei den anderen großen Vorhaben reden wir über einen geänderten Zeitrahmen. Sicher ist: Es wird bei diversen Projekten Veränderungen geben."
Auch die Quersubventionierung aus dem Straßengütertransit für das Megaprojekt Basistunnel lässt aus Sicht der Verkehrsministerin zu wünschen übrig. Die Einnahmen aus dem LKW-Transit sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen; bislang wurden erst rund 80 Millionen Euro für das Tunnelprojekt "angespart". Eine Erweiterung der Mauteinnahmen - und damit der Quersubventionierung - sei aber derzeit nicht abzusehen.
Die EU-Wegekostenrichtlinie, die dies bewirken sollte, liegt derzeit in Brüssel auf Eis. Bures im "trend": "In Brüssel hat die Idee der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene an Bedeutung verloren." Es bräuchte, so Bures, "mehr Kostenwahrheit. Doch dieses Bewusstsein ist bei mehreren meiner Verkehrsminister-Kollegen nicht so verankert, wie ich mir das wünschen würde" (Pressemeldung trend Redaktion, 25.05.10).

RechteckÖBB-Tauruslokomotive auf Premierenfahrt nach Mailand
Die modernen DB-ÖBB Eurocityzüge sind seit Mitte Dezember auf der Bahnstrecke zwischen München - Innsbruck - Bozen - Verona - Bologna und Mailand unterwegs. Täglich bieten zehn Züge mit einladendem Zugrestaurant, Businessabteilen, Steckdosen in allen Waggons und einem Service am Sitzplatz ein bequemes Reiseangebot für Bahnkunden von und nach Italien.
Im Gesamtprojekt können die Partner nun einen weiteren Erfolg verzeichnen - ab sofort sind statt den bisherigen gemieteten Güterzugloks die modernen "Taurus" an der Spitze. Nach der Erteilung der offiziellen Zulassung durch die italienischen Behörden wird ab sofort die 10.000 PS starke Tauru-slokomotive im auffälligen "Italiendesign" erstmalig einen DB-ÖBB Eurocityzug bis nach Verona und Mailand ziehen. In den nächsten Wochen wird die für die Lokdisposition zuständige ÖBB-Produktion GmbH die Zulassung für insgesamt zehn Maschinen bekommen.
Die Italienzüge der Partner von DB und ÖBB werden damit neben den komfortablen EC-Waggons auch durch den roten ÖBB-Taurus an der Zugspitze klar erkennbar sein. Das bekannte dunkle Taurusrot als Außenfläche bleibt bestehen, zudem ist eine geschwungene Italienfahne sichtbar, welche den Bezug zum Verkehr herstellen soll.
Genutzt werden die Seitenfläche der Loks auch als prominente Werbefläche, so sind auf einer Seite mit www.obb-italia.com die ÖBB- und mit www.bahn.com/it. die DB-Homepage angeführt. Ziel ist es, die Infos zum Angebot und die Möglichkeiten des Ticketverkaufs in Italien noch bekannter zu machen.
Für Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr AG ein wichtiger Schritt im Italienverkehr: "Unser Ziel ist, mit Sauberkeit, Pünktlichkeit und Komfort im Italienverkehr zu punkten. Die modernen Lokomotiven im Italiendesign werden sicher für Aufsehen sorgen." Erfreut zeit sich auch Bernhard Benes, Geschäftsführer der ÖBB-Produktions GmbH: "Die ÖBB haben eine der modernsten Lokflotten Europas; dass wir jetzt nach Bozen, Verona und Mailand fahren, ist ein weiterer Meilenstein im Sinne unserer Kunden.
Insgesamt haben die ÖBB 382 Stück der modernen Taurusloks im Einsatz, dabei gibt es drei verschie-dene Generationen in der ÖBB-Flotte:
• Taurus 1016: Ein-Systemlok, ausgerichtet auf Bahn-Stromnetz in Österreich und Deutschland
• Taurus 1116: Zwei-Systemlok, ausgerichtet auf Bahn-Stromnetz mit 50 Hertz z.B. in Ungarn.
• Taurus 1216: Mehr-Systemlok, zusätzlich ausgerichtet auf Bahn-Stromnetz mit Gleichstrom, z.B. in Italien, Tschechien, Slowenien, Slowakei (Pressemeldung ÖBB/DB AG, 24.05.10).

RechteckBergmännischer Tunnelanschlag beim Koralmtunnel 1
Und jetzt geht es hinein in den Berg! Mit der weitgehenden Fertigstellung der etwa 3,2 Kilometer langen Freistrecke im Baulos Koralmtunnel 1 (KAT 1) Ende April, kann nun der bergmännische Vortrieb vom Ostportal in Frauental in Richtung Kärnten beginnen. Der offizielle Tunnelanschlag erfolgte am 21.05.10 mit einem Festakt im Sinne der bergmännischen Tradition mit Dr Georg-Michael Vavrovsky (ÖBB-Infrastruktur-Vorstand AG) und Siegfried Currle (Vorstandsvorsitzender Wayss & Freytag). EU-Abge-ordnete Hella Ranner übernahm dabei die Tunnelpatenschaft für den "Hella Tunnel". "Ein Freudentag" war der Freitag auch für die steirische Politik, wie Landeshauptmann Franz Voves und Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder unisono betonten.
Das bergmännische Tunnelbaulos hat eine Länge von 2,3 Kilometern, errichtet werden zwei Tunnelröhren mit einem Durchmesser von etwa zehn Meter.Mehr als sechs Jahre lang wurden die geologischen Verhältnisse von den Experten erkundet, um eine sichere, wirtschaftliche und umweltfreundliche Durchführung der Tunnelarbeiten zu gewährleisten. Die Vorarbeiten für dieses Baulos begannen bereits im Dezember 2008 mit Arbeiten an der Freistrecke im Baulos KAT 1. Jetzt wird der erste Tunnelabschnitt des Koralmtunnels vom Ostportal bei Frauental aus bis in den Bereich Leibenfeld in den Berg vorgetrieben.
Der Vortrieb erfolgt überwiegend nach der so genannten Neuen Österreichischen Tunnelbauweise (NÖT) hauptsächlich durch Baggervortrieb. Das Ausbruchmaterial wird für Dammschüttungen und Landschafts-gestaltung verwendet, nicht verwendbares Material kann ohne Benützung öffentlicher Strassen auf der trassennahen Bodenaushubdeponie Grub gelagert werden.
Der Rohbau des Haupttunnels erfolgt in drei Hauptbaulosen:
• Baulos Koralmtunnel 1 (KAT1) vom Ostportal bei Frauental bis in den Bereich Leibenfeld
• Baulos Koralmtunnel 2 (KAT2) von Leibenfeld bis zum Durchschlag zu den Baulosen KAT1 und KAT3 über die Lan?desgrenze Steiermark/Kärnten
• Baulos Koralmtunnel 3 (KAT3) vom Westportal bei Mitterpichling bis zum Durchschlag mit dem Baulos KAT2
Der insgesamt 32,9 Kilometer lange Tunnel durchquert das Gebirgsmassiv der Koralpe mit einer maximalen Überdeckung von etwa 1250 Metern. Die beiden Tunnelröhren verlaufen in einem Achsabstand von ca. 40 Metern und sind alle 500 Meter durch so genannte Querschläge miteinander verbunden. In diesen Querschlägen sind bahntechnische Einrichtungen enthalten, sie dienen im Gefahrenfall aber auch als Fluchtwege in die jeweils andere Röhre. In der Tunnelmitte wird sich eine Nothaltestelle befinden.
Mit der Koralmbahn als Teil der Neuen Südbahn und des Baltisch-Adriatischen Achse entsteht eine neue 130 Kilometer lange, zweigleisige Hochleistungstrecke zwischen Graz und Klagenfurt. Reisezüge werden künftig nur mehr knapp eine Stunde Reisezeit benötigen, aktuell dauert die Fahrt drei Stunden. Die Koralmbahn ist Teil der Baltisch-Adriatischen Achse, die von Danzig über Warschau und Wien nach Triest, Venedig und Bologna führt und somit die Ostsee mit dem Mittelmeer verbindet. Das Herzstück der in sieben Abschnitte unterteilten Koralmbahn bildet der 32,9 Kilometer lange Koralmtunnel. Die Gesamtkosten der 130 km langen Koralmbahn belaufen sich auf etwa 5,2 Milliarden Euro. Rund 65 km der Koralmbahn sind in Bau bzw. in Teilen fertig gestellt. Darüber hinaus wurden seit 2001 acht Bahnhöfe und Haltestellen, 87 Eisenbahnbrücken bzw. Straßenunter- /überführungen umgebaut bzw. neu errichtet und insgesamt 16,4 km Tunnel vorgetrieben (Pressemeldung ÖBB, 22.05.10).

RechteckKlima:aktiv - Auszeichnungen für ÖBB
Bei der heutigen "klima:aktiv" - Auszeichnungsveranstaltung des Lebensministeriums wurden die ÖBB-Holding AG (stellvertretend für den ÖBB-Konzern) und die ÖBB-Postbus GmbH für spezielle Klimaschutzleistungen ausgezeichnet. Die Preisverleihung erfolgte im Zuge der Auftaktveranstaltung der "klima:aktiv mobil-Tour". Damit werden die ÖBB als klimafreundlichster Mobilitätsanbieter Österreichs weiter eindrucksvoll bestätigt.
Ein wichtiger Punkt in der ÖBB Klimacharta, die 2009 veröffentlicht wurde, ist ein energieeffizientes, ökologisches Mobilitätsmanagement. In diesen Schwerpunkt fallen u.a. auch die Maßnahmen "Spritsparen und energieeffizientes Fahren" - beides wird bei den ÖBB seit mehreren Jahren praktiziert. Seit 2008 werden die Spritspartrainings für PKW und LKW vom Nachhaltigkeitsmanagement der ÖBB-Holding AG konzernweit koordiniert. Die Trainings finden an verschiedenen Standorten in Österreich statt und es nehmen Fahrer aus verschiedenen Gesellschaften des ÖBB-Konzerns (ÖBB-Infrastruktur AG, ÖBB-Postbus GmbH, Rail Cargo Austria) teil.
Durch die Anwendung von Spritspartipps waren bei allen Teilnehmern beachtliche Einsparungen möglich. Die Vergleichsmethode anhand der mit Board-Computern ausgestatteten Fahrzeuge ermöglicht eine präzise Dokumentation der realen Einsparung. In den vergangenen Jahren lagen diese Einsparungen beim PKW im Schnitt bei mehr als 10 Prozent. 2009 wurden 153 PKW Lenker geschult, heuer werden es voraussichtlich sogar noch mehr sein.
"Mit der Durchführung der Spritspartrainings ergab sich im Jahr 2009 eine CO2 Reduktion von 47 Tonnen pro Jahr, was einer Spritmenge von mehr als 17.000 Liter entspricht" so Leopold Cecil, ÖBB-Programmmanager für CO2/Klima/Energie, der den Preis für die Holding entgegen genommen hat. ÖBB-Nachhaltigkeitskoordinator Herbert Minarik erklärt: "Die Spritspartrainings werden auch heuer weitergeführt - im Herbst werden weitere 160 PKW Lenker Ecodriving-Schulungen absolvieren. Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen wollen die ÖBB ihre Spitzenposition als umweltfreundlichster Mobilitätsanbieter weiter ausbauen!" (Pressemeldung ÖBB, 21.05.10).

RechteckBlick über die größte Baustelle Wiens ab 19. August 2010
Mit der Bezeichnung bahnorama wird in genau drei Monaten das Informationszentrum zum Hauptbahnhof Wien eröffnet. Standort des Gemeinschaftsprojektes der ÖBB und der Stadt Wien ist die Favoritenstraße 51, am Rande des Südtiroler Platzes. Die Baufortschritte sind schon am über 66 Meter hohen Holzturm erkennbar, einem neuen Wahrzeichen in Favoriten.
Auf dem Areal rund um den ehemaligen Südbahnhof (mit 109 Hektar etwa so groß wie die Josefstadt) entsteht nicht nur ein neuer Bahnhof, sondern auch ein neuer Stadtteil. Grund genug, die umfangreichen Informationen zum Projekt an alle interessierten WienerInnen zu vermitteln. Das bahnorama wird eine Ausstellung, Turmfahrt und die Möglichkeit einer Pause im Café bieten. "Das bahnorama wird spannende Aus- und Einblicke in das Jahrhundertprojekt Hauptbahnhof geben. Dieser Blick vom Turm auf die Großbaustelle und über Wien wird alle begeistern. Das Jahrhundertprojekt Hauptbahnhof wird damit für alle Interessierten erlebbar", ist Bundesministerin Doris Bures überzeugt.
Stadtrat Rudi Schicker: "Mit dem neuen Informationszentrum entsteht nicht nur ein architektonisch interessantes Bauwerk. Wir sehen schon jetzt anhand von zahlreichen Nachfragen, dass sich das bahnorama zum Besuchermagnet entwickeln wird. In der Ausstellung findet man alle Infos rund um das Großprojekt. Und vom Turm kann man die Entwicklung des neuen Stadtviertels von oben verfolgen - Erlebnis Hauptbahnhof pur. Was will man mehr?"
Genau 66,72 m hoch ist der Turm aus Holz. Im Rahmen der Gleichenfeier wird er erstmals von prominenten VertreterInnen und JournalistInnen bestiegen. Kreiert wurde das Bauwerk vom Team der RAHM architekten, unter dem Motto "Sehen und Gesehen werden". Hans Schartner von RAHM architekten: "Assoziationen mit einem Jägerhochstand für die Stadt sind erwünscht. Es wird ein Rundblick auf das Projekt Hauptbahnhof möglich gemacht. Der Turm erlaubt ein sich Herausheben aus dem Geschehen und eröffnet einen ahnenden Blick auf Zukünftiges."
Als Material wurde heimisches, unbehandeltes Fichtenholz verwendet. Holz steht für einen umweltfreundlichen Rohstoff und für einfache Montage und Demontage der Konstruktion. Der Aufbau des Turms fand Ende März innerhalb von zwei Wochen statt. Gearbeitet wurde mit Hilfe eines 400 Tonnen Krans und 15 Arbeitern. In vier "Schüssen" wurden die vier vor Ort vorgefertigten Module von jeweils 15 Metern hochgehoben und montiert. Die Module wurden nacheinander auf den Sockel aus Stahl gesetzt und mit Konstruktionsschrauben verbunden. Die Arbeit im städtisch dicht bebauten Raum war nicht einfach, vor allem wetterabhängig. Beim dritten Schuss machte ein heftiger Sturm das Aufstellen zu einer echten Herausforderung für Kranführer und Monteure. 1.600 Arbeitsstunden wurden für den Zusammenbau und die Montage aufgewendet. 135 Tonnen wiegt die gesamte Konstruktion. Der Turm misst am Boden 8x7 m und verjüngt sich nach oben auf zwei Hölzer zu 20x20cm. 160 m3 Brettschichtholz (= zu Vierkanthölzern verleimte Bretter) der Fichte wurden hier verbaut. Zwei Panoramalifte führen ab 19. August 2010 auf eine Plattform in ca. 40 Meter Höhe (Pressemeldung Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien, 20.05.10).

RechteckÖBB startet Gleisbau für die Unterinntaltrasse
Foto ÖBB
Täglich werden bis zu 150 Meter Gleise verlegt. Foto ÖBB.
Die erste Lieferung der modernen 120-Meter-Langschienen ist am vergangenen Wochenende gut in Baumkirchen angekommen. Ab sofort bringen Speziallastzüge jede zweite Woche 24 Stück Schienen auf die Baustelle. Im Herbst kommen dann auch Betonfertigteile täglich per Bahn von Jenbach nach Baumkirchen. Nur die Bahn kann derart unhandliche Güter problemlos ohne Störung anderer Verkehrsteilnehmer bewältigen.
In Baumkirchen wurde für die Lastzüge ein provisorischer Bahnhof errichtet. Versteckt in einer überdimensionalen Betonwanne werden die Transporte ohne Störung der Anrainer entladen. In den kommenden Wochen erfolgt der Einbau der Gleise auf der Richtungsfahrbahn Innsbruck zwischen Baumkirchen und Stans. Fertigteile, Beton und Stahlschienen werden dabei noch mit LKW und Spezialfahrzeugen in die Tunnels gebracht. Spezielle Bauzüge montieren anschließend ab September das zweite Tunnelgleis.
Beim Bau der neuen Unterinntalbahn kommt das sogenannte System „Feste Fahrbahn“ zum Einsatz. Wesentlicher Unterschied zu den herkömmlichen auf Schotter gelagerten Gleisen besteht darin, dass die Schienen fix auf eine Betonplatte verschraubt sind. Der Vorteil liegt in der längeren Lebensdauer, den geringen Wartungserfordernis und den damit niedrigeren Wartungskosten. Das Know-How dazu kommt aus Österreich.
Der Gleisbau zwischen Stans und Baumkirchen ist voraussichtlich im März 2011 abgeschlossen, zwischen Kundl und Stans werden im Februar 2012 alle Schienen fertig verlegt sein. Die Gleisbauarbeiten laufen rund um die Uhr.
Die bestehende zweigleisige Bahnstrecke wird derzeit in einem 40 Kilometer langen Abschnitt auf einen viergleisigen Querschnitt ausgebaut. Mehr als 32 Kilometer Tunnels sind bereits fertig gebaut. 2012 nimmt die ÖBB zwischen Kundl und Baumkirchen die Trasse in Betrieb.
Neben den starken wirtschaftlichen Impulsen sowohl für die Region als auch für die Bauwirtschaft bietet das Projekt zahlreiche Vorteile für die Anrainer im Raum Innsbruck bis Wörgl:
• Chance für weitere Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr
• Entlastung der Bevölkerung vom Verkehrslärm
• umweltfreundliches Verkehrsangebot für die Transportwirtschaft
(Pressemeldung ÖBB, 20.05.10).

Rechteck20 Jahre Arbeitsgemeinschaft Donauländer
Foto media wienFoto media wien
LH Dr. Michael Häupl, LH Dr. Erwin Pröll, StR Rudolf Schicker, Hubert von Goisern. Foto media wien.
Auf den Tag genau vor 20 Jahren wurde in Niederösterreich die Arbeitsgemeinschaft der Donauländer gegründet, der heute etwa 40 Regionen aus den Anrainerstaaten Deutschland, Österreich, der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine und die Republik Moldau angehören. Da Wien erneut nach 1996 und 2005 die Präsidentschaft innehat, wurde am 17. Mai 2010 in feierlichem Rahmen im Festsaal des Wiener Rathauses dieses Jubiläum gefeiert.
Die Arbeitsgemeinschaft Donauländer wurde unmittelbar nach dem Fall des Eisernen Vorhangs mit dem Ziel gegründet, einen Beitrag zur friedlichen Entwicklung des Donauraumes zu leisten. Das General-sekretariat befindet sich in St. Pölten. In zahlreich Arbeitskreisen werden Strategien zur wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit über die Staatsgrenzen hinweg erarbeitet und umgesetzt. So konnte die Donau in den beiden Jahrzehnten erheblich als europäischer Transportsweg an Bedeutung gewinnen. Der Wiener Hafen, als sogenannter trimodaler Verkehrsknotenpunkt mit Anbindung an den Schiffs-, Bahn- und LKW-Transport, zählt mittlerweile zu den bedeutendsten in Europa. Für einen Binnenhafen besonders herausragend ist die große Zahl von verschifften PKWs.
Auch als einigender Kulturraum hat die Donau die Menschen in den angrenzenden Regionen näher zueinander rücken lassen. Jugendcamps, wie z.B. im Wiener Nationalpark Lobau, haben Brücken zu Menschen geschlagen und eine verbindende Identität entstehen lassen.
Touristische Konzepte werden mittlerweile zwischen den Donauanrainer-Regionen abgestimmt und ermöglichen ein Kennenlernen der Naturschönheiten dieses europäischen Stroms entlang seines gesamten Verlaufs. Sogar die lukullische Verbundenheit entlang der Donau wird erlebbar. Das im Residenz-Verlag erschienene Kochbuch "Daheim in Nachbars Küche" lädt zu einer kulinarischen Entdeckungsreise durch Mittel- und Osteuropa ein.
Landeshauptmann Dr. Michael Häupl nannte in seiner Festrede als wichtigste Herausforderungen für die Donauregionen Umwelt und Hochwasserschutz, Verkehr und Mobilität, Wirtschaft und Innovation sowie Tourismus und Freizeit. Der nachmittäglichen Regierungskonferenz saß der Amtsführende Stadtrat DI Rudolf Schicker vor, der über die EU-Strategie für den Donauraum sprach und die von den TeilnehmerInnen angenommene ARGE Donauländer Resolution zum Donauraum als gemeinsamen europäischen Zukunftsraum präsentierte. Die Resolution fordert die Einbindung von Gemeinden, Städten und Regionen in die EU-Donauraumstrategie.
Den neugeschaffenen Ehrenring der ARGE Donauländer erhielten Landeshauptmann Dr. Michael Häupl und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, dessen Bundesland der Initiator der ARGE Donauländer war. Wiens Magistratsdirektor Dr. Ernst Theimer wurde für seine langjährige Tätigkeit für den Donauraum mit einem Ehrengeschenk ausgezeichnet. Zu den weiteren Ausgezeichneten gehörten der Vorsitzende des besonders aktiven ungarischen Komitats Bács-Kiskun Dr. István Ferenczi, der Präsident der Internationalen Touristischen Werbegemeinschaft Prof. Gerhard Skoff und der niederösterreichische Landesamtsdirektor Dr. Werner Seif.
Ehrengast der Festsitzung war Hubert von Goisern, der über seine Donaureise von Linz (europäische Kulturhauptstadt 2009) bis zum Delta berichtete. Passend zum Thema wurde auch die berühmte Statue des Donauweibchens im Rathaus ausgestellt. Im Arkadenhof des Rathauses wird bis 13. Juni die Ausstellung "Donau Ansichten vom Ursprung bis zum Ausflusse ins Meer 1826" mit 26 Lithographien, Stichen und Bildern gezeigt (Pressemeldung Rathauskorrespondenz Wien, 19.05.10).

RechteckForschungsprojekt EcoTram startet
Straßenbahnen werden immer bequemer - doch für Heizung und Kühlung muss viel Energie aufgewendet werden. Im neuen Forschungsprojekt EcoTram wird versucht, Komfort und Energiesparen zu verbinden. Dazu haben sich Rail Tec Arsenal, die SCHIG mbH, Siemens, die Technische Universität (TU) Wien, Vossloh Kiepe und die Wiener Linien in einem Konsortium zusammengefunden. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Klima- und Energiefonds von der österreichischen Forschungsförderungs-gesellschaft (FFG) im Rahmen von "Neue Energien 2020".
Zu Beginn startet ein ausführliches Testprogramm: ein Zug der Wiener Niederflurstraßenbahn ULF wird im Klima-Wind-Kanal der Rail Tec Arsenal geprüft. Bei unterschiedlichen Wetterzuständen und Szenarien wird der Verbrauch der Nebenaggregate genau festgehalten. Mit den Daten soll ein Simulationsmodell erstellt werden, das es möglich macht, einzelne Optimierungsschritte auf Aufwand und Wirtschaftlichkeit zu testen. Schließlich geht es um den wirtschaftlichen Nutzen von Adaptierungsmaßnahmen - Energiesparen soll sich auch auszahlen.
Bus, Bim und U-Bahn in Wien benötigen viel weniger Energie als der Pkw-Individualverkehr. Mit dem Projekt EcoTram soll der Energiebedarf öffentlicher Verkehrsmittel im Hinblick auf Klimaschutz weiter gedrückt werden. Auf eine Flotte von 300 Fahrzeugen und ein energetisches Einsparungspotential von 10 Prozent hochgerechnet, ist eine Reduktion von bis zu 3.000 MWh pro Jahr für die Wiener Linien möglich - das ist der Stromverbrauch einer kleineren Ortschaft oder die Leistung einiger Windräder. Mit der Senkung des Energieverbrauchs könnten jedes Jahr bis zu 600.000 kg CO2 vermieden werden (Pressemeldung Wiener Linien GmbH & Co KG, 19.05.10).

RechteckWaldbahn Reichraming der Österreichischen Bundesforste
Foto Dieter ZoubekFoto Dieter Zoubek
An die bis 1971 im Betrieb gestandene Waldbahn Reichraming der Österreichischen Bundesforste sind in der Region noch einige Erinnerungsstücke erhalten geblieben. In Reichraming steht wohl aufgearbeitet die Originalwaldbahnlok Gmeinder 4267/1945 in einer kleinen Waldbahnerinnerungsfläche auf einen kurzen Gleisstück und wird dem Vernehmen nach gelegentlich auch auf diesem hin- und her bewegt. Hier gibt es auch einige Schautafeln und manche Originalfotos zu sehen.
Heute wird die Region wird von den Bundesforsten als Nationalpark Kalkalpen bewirtschaftet. Tief im Nationalpark befindet sich im ehemaligen Weiler Brunnbach eine 1:1 Waldbahninstallation, bestehend aus wohl verlegten Gleisen, einer Weiche, Waldbahntrucks und einer allerdings nicht von einer Waldbahn stammenden Dampflok (nominell WLF 9485/1943, vermutlich aber von Slawonski Brod gebaut, Details siehe http://www.dampflok.at/411.htm).
In Brunnbach gibt es auch einen Nationalpark-Infostand, der auch manche Infos und einige Bilder über die Waldbahn bietet. Waldfreunden, die auch am Wandern oder Mountainbiken Freude finden, kann einen Ausflug nach Brunnbach wärmestens empfohlen werden. Geolokation siehe hier (Dieter Zoubek, Austrian Steam Base, 17.05.10).

RechteckMag. Dr. Karl Schwaha neuer Präsident der VPTÖ
Mag. Dr. Karl Schwaha wurde von der Generalversammlung der Vereinigung zur Förderung der Modernisierung der Produktionstechnologie in Österreich (VPTÖ) zum neuen Präsident bestellt. Der gebürtige Oberösterreicher wird die Arbeit von DI Wolfgang Kropf fortführen und hat sich zum Ziel gesetzt, die heimischen Betriebe bei der Absicherung des Produktionsstandortes Österreich zu unterstützen und das Forschungsunternehmen PROFACTOR daraufhin auszurichten.
Nicht zuletzt die Finanz- und Wirtschaftskrise haben zu einem Umdenken der Innovationspolitik geführt. Erste Förderungen der F&E-Tätigkeit in Richtung Sachgüterproduktion werden gesetzt. Fokus sind Themen wie zum Beispiel höchste Ressourceneffizienz, Flexibilität und Nachhaltigkeit im Bereich der Werkstoffe.
„Die VPTÖ versteht sich als Informationsdrehscheibe und Ideenplattform und hat zum Ziel, Forschung und Entwicklung im Bereich innovativer Produktionstechnologien voranzutreiben und zu fördern“, beschreibt Schwaha die Zielsetzung der VPTÖ. „In Ergänzung zur Produktion brauchen wir auch ein Angebot an Dienstleistungen, die aber an die Realwirtschaft, das heißt an Betriebe mit eigener Innovation und Produktion, gekoppelt sein müssen. Nur so kann die erforderliche Wissensbasis gehalten und ausgebaut werden. Die Mitgliedsfirmen der VPTÖ zeigen, dass es in Österreich genügend Beispiele für erfolgreiche Produktionsunternehmen gibt, die dem Globalisierungsdruck mit innovativen Lösungen standhalten können“, so Schwaha.
Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Politik gründeten bereits vor 16 Jahren die VPTÖ. Seit dieser Zeit wird daran gearbeitet, den Standort Österreich durch anwendungsorientierte Forschungsarbeit im Bereich der Produktionstechnologien langfristig abzusichern. Aus diesem Bewusstsein heraus entstand 1995 PROFACTOR – heute Österreichs führende Unternehmensgruppe für angewandte Produktions-forschung. Die Steyrer Unternehmensgruppe mit nahezu 100 Forschern hat ein Netzwerk zu internationalen Universitäten und industriellen Weltmarktführern aufgebaut. Die Kernkompetenzen liegen in den Bereichen Produktionstechnik, Nanotechnologie und Energiesysteme.
Seit 11. Mai 2010 unterstützen weitere renommierte Industrievertreter die VPTÖ. Neu im Vorstand sind Dr. Franz Freudhofer der MAN Nutzfahrzeuge Österreich AG, DI Roland Heiml der STIWA Holding, DI Werner Freilinger der SKF Österreich AG, Dr. Norbert Schrüfer der Miba AG und Dr. Christian Hinteregger von Magna Powertrain.
Mag. Dr. Karl Schwaha ist 1949 in Haag am Hausruck (OÖ) geboren und promovierte 1977 an der Universität Innsbruck zum Doktor der Chemie. Nach seiner Tätigkeit als Universitätsassistent an den Universitäten Innsbruck und Cambridge wechselte Schwaha 1978 zur VAI-Linz, wo er zuletzt von 1999 bis 2008 Vorstandsmitglied war. Seit April 2008 arbeitet Schwaha als selbstständiger Berater für Unternehmen aus der Eisen- und Stahlindustrie (Pressemeldung VPTÖ, 12.05.10).

RechteckZillertalbahn - Dir. W.Holub feiert runden Geburtstag
Foto Gunter MackingerFoto Gunter Mackinger
Foto Gunter MackingerFoto Gunter Mackinger
Foto Gunter MackingerFoto Gunter Mackinger
Der Aufsichtsrat gratuliert dem Jubilar - Dir. Holub in der Mitte. Der Festakt wurde symbolisch mit Lok 2 und VS 7 umrahmt; eine unvergleichliche Entwicklung für diese kleine Bahn. Für die Ehrengäste ging es dann zum Feiern mit diesem schönen Oldtimer der Zilllertalbahn ... diesmal auf Gummirädern. Die Blasmusik der Zillertalbahn brachte natürlich "Ihrem" Chef ein Ständchen.
Eisenbahndirektor DI Wolfgang Holub feierte am 7. Mai 2010 im Kreis seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Eisenbahnwesen seinen 60. Geburtstag. Als Sohn des seinerzeitigen Werkstattleiters der Zillertalbahn in Jenbach aufgewachsen, prägt Dir. Holub seit bald 3 Jahrzehnten maßgeblich die Entwicklung diesr Schmalspurbahn zum modernen Eisenbahnbetrieb.
Untrennbar sind mit seinem Namen der zweigleisige Ausbau von Teilstrecken, das neue Zugleitsystem, eine neue Fahrzeuggeneration, der 30 Minuten Takt aber auch die Liebe zur Dampflok (die Zillertalbahn unterhält 5 betriebsfähige Dampflokomotiven !) verbunden.
Alle Gratulanten waren sich in dem wunsch einig, dass Dir. holub noch viele aktive und kreative Jahre an der Spitze der Zillertalbahn vergönnt sein mögen. Am Rande des Festes war zu hören, dass die Zillertalbahn in den nächsten Jahren weiterhin Schritte setzten wird, welche in der Fachwelt Aufsehen erregen werden - mehr sei noch nicht verraten
(Gunter Mackinger, 10.05.10).

RechteckVoestalpine errichtet neues Weichenwerk in der Türkei
Foto Voestalpine
Die VAE Gruppe, ein Unternehmen des börsennotierten voestalpine Konzerns, hat einen wichtigen Schritt gesetzt, um am boomenden Eisenbahnmarkt in der Türkei noch stärker als bisher zu partizipieren. Gestern wurde in der Türkei ein Vertrag über den Bau eines neuen Weichenwerks im Beisein des Türkischen Ministers für Verkehr und Kommunikation, Binali Yildirim, und weiterer hochrangiger Vertreter aus der Verwaltung und der Staatsbahn unterzeichnet. Das Werk ist ein Joint-Venture zwischen den Türkischen Staatsbahnen (TCDD), dem türkischen Stahlproduzenten Karabuk Demir Celik Sanayi ve Ticaret A.S. (Kardemir) und der voestalpine Konzerngesellschaft VAE. Der Standort des Werkes wird in der zentraltürkischen Provinz Cankiri liegen, wo die Staatsbahn bereits ein Weichenwerk unterhält. Die neue Produktionsstätte wird Hochgeschwindigkeitsweichen und Weichen für die Modernisierung bestehender Strecken herstellen.
Die Türkischen Staatsbahnen wollen mit enormen Ausbauplänen den rapid ansteigenden Transportbedürfnissen des Landes in Folge des starken Wirtschaftswachstums nachkommen und setzen auf zukunftsweisende Hochtechnologie für ihr Schienennetz. Für das neue Weichenwerk ist im ersten Schritt ein Investment von 10 Mio. EUR vorgesehen. Es werden bereits im ersten Ausbauschritt 140 Mitarbeiter beschäftigt werden. VAE wird am Joint Venture 51% halten und die hochwertige Technologie einbringen. Der türkische Schienenhersteller Kardemir ist mit 34 % und die Türkische Staatsbahn mit 15 % beteiligt.
Somit hat die voestalpine einen wichtigen Schritt realisiert am boomenden Eisenbahnmarkt in der Türkei noch stärker als bisher zu partizipieren (Pressemeldung Voestalpine, 06.05.10).

RechteckRaffaele Zurlo ersetzt Ezio Facchin im BBT-Vorstand
Am 03.05.10 wurde Raffaele Zurlo im Rahmen der Aufsichtsratssitzung in Innsbruck zum Vorstandsdirektor der Europäischen Brenner Basistunnel Gesellschaft ernannt. Er ersetzt somit Ezio Facchin und vertritt an seiner Stelle den italienischen Gesellschafter TFB Holding.
Die Geschicke der BBT SE werden in den kommenden 3 Jahren von Raffaele Zurlo und Konrad Bergmeister, dem Vorstandsdirektor für Österreich, gemeinsam geleitet.
Die Ernennung Zurlos zum Vorstandsdirektor wurde seitens des Aufsichtsrates in Innsbruck bestätigt.
Raffaele Zurlo konnte im Zuge seiner Tätigkeit bei Italferr (Gruppe Ferrovie dello Stato) eine langjährige internationale Erfahrung im Ausschreibungssektor sammeln. Seine ersten Bemühungen werden der Anbahnung der Phase 3 bzw. der Einleitung der Bauphase für die Hauptwerke gelten, sowie der Verlegung des Rechtssitzes nach Italien, welche gemäß Unternehmensatzung bei Beginn der Arbeiten zu Phase 3 erfolgen soll (Pressemeldung Brenner Basistunnel BBT SE, 05.05.10).

RechteckÖBB trotz Gegenwind gut unterwegs - Verlagerungskonzept im Personalbereich
Die Wirtschaftskrise hat auch vor den ÖBB nicht Halt gemacht. Im Personenverkehr konnte aufgrund massiver Anstrengungen die Anzahl der Reisenden, bereinigt um die EURO-Verkehre, nahezu stabil auf dem hohen Vorjahresniveau gehalten werden. Im Güterverkehr gab es einen Rückgang von fast 10 % gegenüber dem Vorjahr.
Eine Infrastrukturoffensive inkl. einem Konjunkturbelebungsprogramm der Bundesregierung mit Investitionen von mehr als 2 Milliarden EUR in den Ausbau der Schiene - das sind die ÖBB-Highlights des Jahres 2009. Die Beendigung der hochriskanten Finanzgeschäfte aus der Vergangenheit wirkten sich mit 306,9 Mio. EUR positiv auf das Ergebnis aus, Einmaleffekte für Rückstellungen, vor allem für die außertarifarische Fahrbegünstigung und für das Pflegegeld beeinträchtigten das Ergebnis um 145,0 Mio. EUR. Das Ergebnis des Konzerns ist mit 121 Mio. EUR positiv.
Die Bilanz des ÖBB-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 weist einen Ertragszuwachs im Personenverkehr, aber bedingt durch die Wirtschaftskrise Rückgänge im Güterverkehr auf. Die Rail Cargo Austria AG konnte vom Umsatzrückgang in Höhe von rd. 500 Mio. EUR ca. 400 Mio. EUR durch Maßnahmen auffangen. "Die Anzahl der Reisenden ist, bereinigt um die EURO-Verkehre, nahezu unverändert geblieben, die Erträge konnten im Teilkonzern Personenverkehr um 36,7 Mio. EUR auf 2.140,4 Mio. EUR gesteigert werden. Im Güterverkehr mussten wir aufgrund der Wirtschaftskrise einen Rückgang von rd. 10 Mio. Tonnen auf 88,4 Mio. Tonnen hinnehmen. Das Ergebnis des Konzerns ist mit rd. 121 Mio. EUR positiv", sagt Peter Klugar, Sprecher des Vorstandes der ÖBB-Holding AG. Die ÖBB-Infrastruktur AG hat 2009 soviel wie nie zuvor in den Erhalt und Ausbau des Schienennetzes investiert. Insgesamt wurden rd. 2,2 Mrd. EUR in die Bahn-Infrastruktur investiert, davon rd. 1,6 Mrd. EUR in Neu- und Ausbauprojekte und rd. 570 Mio. EUR für die Verbesserung und Beschleunigung des bestehenden Streckennetzes.
"Im Personenverkehr konnten", bereinigt um die Verkehre während der EURO 2008, "im Vorjahr in etwa die gleichen Fahrgastzahlen verzeichnet werden. Dies ist aufgrund der Wirtschaftskrise sehr erfreulich" berichtet Franz Seiser, Vorstandsdirektor der ÖBB-Holding AG für die Bereiche Personen- und Güterverkehr.
Auf den Nahverkehr entfielen 173 Mio. Reisende, auf den Fernverkehr 33 Mio. Reisende. Die Fahrgastzahlen der ÖBB-Postbus GmbH blieben mit 247 Mio. Passagieren stabil auf dem bereits hohen Vorjahresniveau. Davon wurden 9 Mio. Reisende in Tschechien durch das Postbus-Tochterunternehmen CSAD transportiert.
Der Marktanteil der ÖBB im öffentlichen Personenverkehr belief sich ohne Berücksichtigung des innerstädtischen Verkehrs auf rund 90 %. Besonders deutliche Steigerungen von bis zu plus 18 % gab es durch die neue Angebote in Tirol, Oberösterreich und Salzburg und im EURregio-Verkehr in die östlichen Nachbarstaaten mit bis zu plus 34 %. Beim gemeinsam mit der Flughafen Wien AG betriebenen City Airport Train (CAT) wurden die Fahrgastzahlen auf rd. 1,2 Mio. gesteigert. Die Zahl der VORTEILScard-Kunden ist 2009 von 1,69 Mio. auf über 1,73 Mio. Personen gestiegen.
Im Laufe des Jahres 2009 kamen insgesamt 19 railjet-Garnituren auf Schiene. Damit konnten zusätzliche Verbindungen von Budapest nach München und erstmalig von Wien nach Zürich angeboten werden. Das neue Premium-Produkt findet bei den ÖBB-Kunden großen Anklang.
Im Jahr 2009 wurden mehr als 200 Mio. EUR in die Modernisierung des Fuhrparks investiert, um Bahn­fahren noch attraktiver für die Kunden zu machen.
Trotz Umsatzeinbußen hat die Rail Cargo Austria AG im internationalen Vergleich gewonnen. Die ÖBB-Güterverkehrstochter hat von allen europäischen Bahnen im Jahr der Wirtschaftskrise das beste Ergebnis geliefert. RCA ist heute die zweitstärkste Güterbahn Europas und die Nummer 1 in Mittel- und Südosteuropa. Die Internationalisierung wurde und wird weiter voran getrieben: neben Österreich fährt RCA in Ungarn, Italien, Slowenien und Rumänien mittlerweile mit eigenen Zügen. Mit dem Projekt "Joining Forces" wurde die MAV Cargo optimal in den Konzern eingebunden und im März 2010 in Rail Cargo Hungaria Zrt. umbenannt. Die Synergieeffekte zwischen Rail Cargo Austria und Rail Cargo Hungaria haben 2009 rd. 20 Mio. EUR gebracht und werden in den nächsten Jahren auf bis zu 50 Mio. EUR wachsen. Sehr erfreulich war das Ergebnis auf der rollenden Landstraße (ROLA) am Brenner: 225.000 LKW wurden dort auf der Schiene 2009 transportiert – das bedeutet ein Plus von 12,5 % zum Rekordjahr 2008.
Rail Cargo Austria hat die Krise als Chance genutzt, interne Strukturen verbessert, die internationale Produktion ausgeweitet und sich am Markt optimal positioniert. Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2010 sind optimistisch. So konnte beispielsweise die ROLA am Brenner im ersten Quartal 2010 eine Steigerung von 17 % im Vergleich zu 2009 verbuchen. Im konventionellen Wagenladungsverkehr zeichnet sich im strategischen Geschäftsfeld Cargo & Logistik in Teilbereichen ein starker Aufwärtstrend ab. Alleine im Monat April konnte im Bereich Montan ein Anstieg des Transportvolumens von über 40% im Vergleich zum Vorjahr registriert werden. Zurückzuführen ist dies zum Teil auch auf massive Lageraufstockungen mit Rohstoffen.
Rückwirkend mit 1. Jänner 2009 wurden die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG und die ÖBB-Infrastruktur Bau AG in eine gemeinsame Gesellschaft – die ÖBB-Infrastruktur AG – verschmolzen. Damit wurde zusammengeführt, was aus der Logik des Systems Bahn zusammengehört: die Planung und Finanzierung, der Bau, die Bereitstellung, die Betriebsführung und die Erhaltung des gesamten ÖBB-Streckennetzes erfolgen jetzt aus einer Hand. Knapp 18.000 Mitarbeiter sind für 5.700 km Bahnstrecken, fast 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen, über 200 Mio. m2 Grundstücksflächen und zehn Wasserkraftwerke des ÖBB-Konzerns im Einsatz. Sie leiten täglich mehr als 4.500 Personenzüge und über 2.000 Güterzüge sicher und effizient durch das Streckennetz der ÖBB-Infrastruktur AG.
Die ÖBB-Infrastruktur AG (vormals: die ÖBB-Infrastruktur Bau AG und ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG) zählt seit 2005 zu den größten Anleihenemittenten Österreichs. Zur Finanzierung der Infrastruktur-Investitionen wurden in Summe wurden seither 23 Anleihen in Höhe von insgesamt 7,2 Mrd. EUR erfolgreich am Kapitalmarkt begeben. Im Jahr 2009 wurden Anleihen in Höhe von rd. 1,4 Mrd. EUR platziert. Aufgrund der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Bahn-Infrastruktur sichert die Republik Österreich die Finanzierung der Investitionen mit einer Bundeshaftung ab und trägt 70 % der Zinsen und Tilgung, verteilt auf Annuitäten von 30 Jahren. Dank der Bundeshaftung genießt die ÖBB-Infrastruktur AG hervorragende Bonität und ein Top-Rating (AAA bzw. Aaa).
Im Netz der ÖBB-Infrastruktur AG waren 2009 23 Eisenbahnverkehrsunternehmen unterwegs, wovon 19 nicht dem ÖBB-Konzern angehören. Die Wirtschaftskrise führte im Geschäftsjahr 2009 zu einem Rückgang von Transportaufträgen und Tonnagen im Güterverkehr, der nur teilweise durch Zuwächse im Personenverkehr kompensiert werden konnte. Das führte zu einem Rückgang des Infrastruktur-benutzungsentgelts auf 422,0 Mio. EUR (2008: 439,0 Mio. EUR). Der Ergebnisrückgang konnte durch umfangreiche Sparmaßnahmen großteils ausgeglichen werden.
Per Jahresende 2009 arbeiteten 45.186 MitarbeiterInnen im ÖBB-Konzern, um 1.114 Mitarbeiter unter Berücksichtigung der Rail Cargo Hungaria Zrt. und sonstiger neuen Beteiligungen weniger als Ende 2008. Die Zahl der Lehrlinge stieg von 1.424 auf 1.581 zu Jahresende 2009 (+11 %). Insgesamt bildet der ÖBB-Konzern Jugendliche in 22 Lehrberufen aus. Von den technischen Lehrlingen konnten nach Abschluss der Ausbildung rund 60% in ein fixes Dienstverhältnis übernommen werden, bei den kaufmännischen Lehrlingen waren es rund 90%.
Die Wirtschaftskrise wird sich aus derzeitiger Sicht auch im heurigen Jahr stark bemerkbar machen. Die Talsohle im Güterverkehr ist durchschritten, die Rail Cargo Austria AG wird ihre Südosteuopa-Strategie weiterführen und neue Märkte erschließen und Marktchancen nutzen. Das Bündeln von Zügen führt zu einer besseren Auslastung in Österreich. Im Personenverkehr wird die Qualitätsoffensive fortgesetzt und das Produkt railjet ausgeweitet. Ein besonderes Augenmerk wird im Jahr 2010 auf Qualität und Kundeninformation gelegt. Im gesamten Konzern wird das 2009 beschlossene Restrukturierungsprogramm umgesetzt.
Wichtig wird auch die Möglichkeit zum flexiblen Einsatz von Mitarbeitern sein. In Abstimmung mit dem Betriebsrat wird daher an einem Verlagerungskonzept im Personalbereich gearbeitet (Pressemeldung ÖBB, 04.05.10).

RechteckIntercontainer Austria übenimmt Transporte von LKW Walter
RCA geht mit dem Tochterunternehmen Intercontainer Austria (ICA) im Kombinierten Verkehr in die Offensive und erweiterte im April das Netzwerk zwischen Deutschland, Österreich und Ungarn deutlich. Im konkreten Fall geht es um Transporte von LKW Walter, die bislang primär mit Sattelschleppern auf der Straße transportiert wurden und künftig umweltfreundlich auf der Schiene rollen. Die Anzahl der verlagerten Transporte ist beachtlich: RCA und LKW WALTER bringen in enger Zusammenarbeit 450 LKW pro Woche, das sind rund 22.500 LKW pro Jahr, zusätzlich auf die Schiene.
Das Zusatzgeschäft erfordert eine Erweiterung des Netzwerks und der Frequenzen bei Rail Cargo Austria. So werden zwischen Deutschland (Ruhrgebiet und Ludwigshafen), Österreich (Wels und Wien) und Ungarn (Budapest) 18 neue Kombiverkehrszüge pro Woche verkehren. "Wir holen täglich 90 Sattelschlepper auf die Schiene, das bedeutet eine erhebliche Entlastung für den Straßenverkehr und die Umwelt", erklärt Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes Rail Cargo Austria.
LKW WALTER - Pionier im Kombinierten Verkehr
Die Zusammenarbeit mit LKW WALTER ist kein Zufall, ist doch das Wiener Neudorfer Unternehmen - mit einem weiteren Standort in Kufstein - einer der Pioniere im Kombinierten Verkehr in Europa. Bereits seit Beginn der 80iger-Jahre beschäftigt sich LKW WALTER damit, unterschiedliche Verkehrsträger wie LKW, Bahn und Schiff intelligent miteinander zu kombinieren, um seinen Kunden neue, konkurrenzfähige und gleichzeitig umweltverträgliche Transportalternativen anbieten zu können.
Inzwischen hat LKW WALTER ein leistungsfähiges Netzwerk intermodaler Verkehre aufgebaut. Ein beträchtlicher Teil des Transportaufkommens der Kunden wird heute effizient und umweltverträglich im Kombinierten Verkehr abgewickelt.
Allein in den letzten vier Jahren hat LKW WALTER mehr als 342.000 Straßentransporte auf Kombiverkehrsverbindungen verlagert und damit einen enormen Beitrag zur Reduktion von Schadstoff-Emissionen, insbesondere des Treibhausgases CO² geleistet. Die CO²-Emissionen wurden in diesem Zeitraum um 142.217 Tonnen reduziert."
Das Kerngeschäft von LKW WALTER ist die Organisation von Komplettladungs-transporten auf der Straße und im Kombinierten Verkehr innerhalb Europas, nach den GUS-Staaten und dem Nahen Osten. Im Auftrag seiner internationalen Kunden werden täglich mehr als 3900 Komplettladungstransporte organisiert.
In einer zweiten Phase wird RCA weitere 100 Intermodal-Züge pro Woche in die Wirtschaftszentren nach Italien, Rumänien, Griechenland, die Türkei sowie in die Slowakei, Polen, die Ukraine und nach Russland auf Schiene bringen. Die Umsetzung dieser zweiten Phase wird noch 2010 stattfinden. "Diese Intermodal-Verkehre (Kombination mehrerer Verkehrsträger) bilden die Basis für das erweiterte CEE-Konzept von Rail Cargo Austria. Wir haben die Wirtschaftskrise als Chance genutzt, um die Internationalisierung voranzutreiben. Die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria ist 2010 europaweit das zweitstärkste und in CEE das stärkste Gütertransportunternehmen auf der Schiene - ein toller Erfolg für Österreich", freut sich Macher.
Die europäische Verkehrspolitik ist gefordert, Grundsatz-Entscheidungen zu treffen: Geht die Reise in Richtung umweltfreundlicher Schiene oder wird weiterhin die kostengünstigere Straße subventioniert. Sollte die Entscheidung pro Schiene fallen, müssen zügig die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlich vertretbaren europäischen Schienengütertransport geschaffen werden. "Brüssel muss endlich verkehrspolitische Entscheidungen für die klima- und umweltfreundliche Schiene treffen. Fromme Wünsche, Forderungen und Lippenbekenntnisse helfen nicht, wenn weiterhin massiv in die Straße investiert wird und die Schiene das Nachsehen hat", fordert Macher eine nachhaltige und zukunftsorientierte europäische Schienenverkehrspolitik von der Europäischen Union (Pressemeldung ÖBB, 30.04.10).

RechteckSchneebergbahn startet in ihre 114. Saison
Am morgigen Samstag, 24. April, startet die Schneebergbahn in ihre 114. Saison. Die BesucherInnen, die sich in dieser Saison auf dem Weg zum höchsten Berg Niederösterreichs machen, erwartet sowohl ein neues Fahrgastinformationssystem als auch die neue "Buchtel-Station Baumgartner".
"Die Schneebergbahn ist die erste der touristischen Bahnen in Niederösterreich, die in die neue Saison startet. Mit dem neuen Fahrgastinformationssystem wird die Fahrt noch kurzweiliger, der neue Bergbahnhof bietet Komfort auf buchstäblich höchstem Niveau, aber auch ein neuer Salamander-Zug wird im Frühling den Betrieb aufnehmen", so Verkehrs-Landesrat Mag. Johann Heuras zum Saison-Auftakt.
Bereits 1997 hat das Land Niederösterreich in einer Kooperation mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) Verantwortung für die Schneebergbahn übernommen. Seither ging es mit der Schneebergbahn steil bergauf. Die beliebten Salamanderzüge oder der neue, preisgekrönte Bergbahnhof sind nur zwei Meilensteine auf dem erfolgreichen Weg der Schneebergbahn, der durch das Engagement des Landes Niederösterreich ermöglicht wurde.
In den vergangenen Tagen und Wochen wurde die steile Zahnradbahnstrecke von Puchberg auf den Hochschneeberg von den Schneemassen befreit. Durch die meterhohen Schneefelder wurden Schneisen gefräst, durch die die Salamander-Züge wie durch einen Tunnel zur Bergstation auf 1.800 Metern Seehöhe hinauf klettern.
Eine spezielle Verbesserung stellt in der neuen Saison ein neues Fahrgast-Informationssystem mit Bildschirmen in den Zügen dar. Auf diesen Schirmen erhalten die Fahrgäste während der Fahrt Informationen über die Bahn und die Umgebung. Ein kulinarischer Höhepunkt ist die neu gestaltete "Station Baumgartner" auf 1.400 Metern Seehöhe; hier kann eine Auswahl von fünf verschiedenen Buchtelvariationen verkostet werden. Darüber hinaus wurden ein neuer Ticketschalter und ein Souvenirshop eingerichtet. Im Laufe des Frühlings wird die Salamander-Familie des Weiteren durch eine zusätzliche Garnitur vergrößert. Dadurch kann der Fahrplan verdichtet und die Wartezeiten für die Fahrgäste können reduziert werden (Pressemeldung Niederösterreichische Schneebergbahn GmbH, 26.04.10).

RechteckStudie über Breitspurbahn nach Wien
Verkehrsministerin Doris Bures berichtet nach einem Arbeitsessen mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin von positiven Gesprächen zur Verlängerung der Eisenbahnbreitspur von der Ostslowakei in den Raum Wien. Bures hat für dieses Projekt nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.
Dabei sollen die offenen Fragen wie Streckenführung, Kapazitäten, Terminalstandort, etc. in enger Abstimmung mit der Slowakei und Russland untersucht werden. Aus österreichischer und russischer Sicht gehe es bei diesem Projekt um die gemeinsame Zielsetzung der stärkeren Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.
Außerdem hat die Verkehrsministerin heute nachmittag mit dem russischen Ministerpräsidenten über die laufenden Luftverkehrsverhandlungen gesprochen. Beide von Ministerin Bures angesprochenen Projekte können einen wichtigen Beitrag zur Stärkung Österreichs als Wirtschaftsstandort leisten und außerdem Österreich als Drehscheibe in Europa stärken (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 26.04.10).

RechteckLokalbahn Retz - Drosendorf wird im August 2010 einhundert Jahre alt
Der den, in seiner heurigen Saison von 1. Mai bis 31. Okt., verkehrenden "Reblaus Express" betreuende "Verein zur Erhaltung und Betrieb des Reblaus Express", hat dies zum Anlass genommen, gemeinsam mit den sechs Anrainergemeinden, den beiden Tourismusregionen "Waldviertler Wohlviertel" und "Retzer Land", sowie dem Land NÖ (repräsentiert durch den künftigen Eigentümer NÖVOG), umfangreiche Veranstaltungen zu koordinieren:
• So soll am Fr, den 14. Mai 2010 ein eigener Foto-Dampfzug für eingefleischte "Eisenbahnfreunde" geführt werden. Dieser Zug, kann wegen der sehr hohen Kosten für den Verein, nur bei genügend Buchungen bestellt werden. Die Buchungsfrist wurde bis zum Di, 4. Mai erstreckt. "Es wäre schade, wenn dieses einmalige Erlebnis nicht zustande kommen könnte! Gilt es ja, die seltene Gelegenheit zu nützen, in diesen Tagen eine Dampflok in der Gegend zu haben!"
• Denn bereits an den nächsten beiden Tagen (Sa, 15. u. So, 16. Mai), wird das jeweils erste und dritte Zugpaar vom "Reblaus Express" mit einer Dampflok bespannt. Als Beitrag der NÖVOG zum Jubiläum werden erstmals wieder Planzüge mit einer Dampflokomotive geführt. Es gilt ein geringfügig angepasster Sonderfahrplan und, in diesen Dampflok-Zügen, auch ein Sondertarif. Und nur das, zwischenzeitlich von einer Diesellok geführte, Zugpaar, kann ganz normal auch mit der "Niederösterreich-CARD" benutzt werden. Wegen des erhofften, großen Interesses an diesen spektakulären Dampfzügen, gilt Reservierungspflicht auch für einzelne Personen.
• Der Unterschied zum Fotozug besteht beim "Reblaus Express"-Dampfzug darin, dass eine voll ausgelastete Dampflok den knappen Fahrplan einhalten muss und noch zusätzlich der Fahrradtransportwaggon angehängt ist. Natürlich wird auch heuer wieder der äußerst beliebte "Heurigenwagen" - welcher ja von verschiedenen Winzerfamilien und Vereinen aus der Umgebung bewirtschaftet wird - mitgenommen. Die Führung eines Personenzuges nach öffentlichem Fahrplan, mit einer Dampflok, hat es seit 1973 nicht mehr auf dieser Strecke gegeben und wird auch so schnell nicht wieder möglich sein!
• Für das Wochenende 21. / 22. August wird bereits in RETZ das "Bahnhofsfest" vorbereitet. Neben einem attraktiven Rahmenprogramm, das die Retzer Eisenbahner gestalten, wird es dabei am Samstag auch ein Sonderpostamt geben. Ob auch es auch möglich sein wird, die Führerstände einiger Lokomotiven und Triebwagen zu besichtigen, muss noch mit den zuständigen Stellen der "ÖBB- Produktion" geklärt werden.
• Für Sonntagvormittag (22. 8.) ist dann der offizielle Festakt, bei dem zahlreiche um die Lokalbahn verdiente Persönlichkeiten geladen sind, geplant. Gleich anschließend soll sich dann der, mit einer feierlich geschmückten Dampflokomotive bespannte Festzug, mit den geladenen Ehrengästen, auf seinen Weg zu den anderen Gemeinden machen.
• Schließlich wird die heurige Jubiläumssaison um ein Wochenende länger, nämlich bis So, 31. Oktober, dauern. Die rührigen Mitglieder des Vereins werben schon jetzt recht tüchtig für die Hauptsaison, rund um die Weinlese im Spätsommer und einen beschaulichen Ausklang, umrahmt von den stimmungsvollen Farben des Herbstes, im schönen Norden NIEDERÖSTERREICHS.
"Alles in Allem wird es wieder eine sehr arbeitsreiche Zeit, und wir freuen uns bereits darauf, wieder zahlreiche Gäste, nicht nur im "Reblaus Express", für uns begeistern zu dürfen! Als modernes Info-Medium haben wir heuer auch schon unsere sehr informative Homepage http://www.reblaus-express.at mit erweitertem Inhalt und neuem Design ausgestattet. Und sie wird ständig aktualisiert. Damit haben auch potentielle GÄSTE aus unserem Nachbarland, der Tschechischen Republik und sogar aus weit entfernten Ländern, die Möglichkeit sich einen ersten, umfassenden Eindruck von unserer lebendigen Lokalbahn zu vermitteln."
(Pressemeldung Reblaus Express, 22.04.10).

RechteckModernstes DB Schenker-Terminal nimmt Betrieb auf
Foto DB AG/Michael NeuhausFoto DB AG/Michael Neuhaus
Im österreichischen Bergheim bei Salzburg hat das modernste Speditionsterminal im europäischen Landverkehrsnetz von DB Schenker den Betrieb aufgenommen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 26 Millionen Euro ist eine Anlage entstanden, die als Drehscheibe für die Güterströme in Europa dient und Verkehrsträger wirkungsvoll verbindet.
Auf einem Gesamtareal von rund 80.000 Quadratmetern wurden eine 10.000 Quadratmeter große Umschlaghalle, eine 4.250 Quadratmeter große Logistikhalle sowie ein fast 5.000 Quadratmeter großes Bürogebäude errichtet. Über den eigenen Anschluss an das Schienennetz werden Bahnverkehre nahtlos in Logistiklösungen integriert.
"Salzburg wird in unserem europäischen Standortnetz eine besondere Rolle als Drehscheibe einnehmen. Diese Investition trägt schon jetzt dazu bei, Kunden in ganz Europa neue wirtschaftlich interessante Lösungen bieten zu können", betont Karl Nutzinger, CEO Europe der Schenker AG. "Und mit den Kapazitäten in Salzburg sind wir auch für die Zeit nach der Krise hervorragend aufgestellt."
Die modernst ausgestattete Umschlaghalle verfügt über 125 Be- und Entladetore; 115 Andocktore sind mit Niveauausgleich ausgerüstet. Für einen ruhigen, sauberen Betrieb werden ausschließlich 30 elektrisch angetriebene Flurfördergeräte eingesetzt.
Die Anlage ist mit einer Unterflurförderkette ausgestattet. Ihre Kapazität von durchschnittlich 400 Tonnen pro Stunde entspricht einem Durchsatz von 680 Paletten. Sie befördert die Ware durch zwei automatische Mess- und Wiegeanlagen. Diese gewährleisten die korrekte Sendungsdatenerfassung nach Abmessung und Gewicht bei deutlich gesteigerter Effizienz sowie erhöhter Qualität und Sicherheit. Ein System von 190 Innen- und 50 Außenkameras ermöglicht es, Barcode-Informationen mit Videodaten zu verknüpfen; so lässt sich jede Sendung im Lagerbereich exakt verfolgen.
Über Salzburg laufen aktuell 120 Export- sowie 145 Importlinien im europäischen Landverkehr. Zur Verfügung steht das gesamte Spektrum an Dienstleistungen, von Paketversendungen über Stückgutverkehre nach Fahrplan bis hin zu direkten Teil- und Komplettladungsverkehren. Darüber hinaus fungiert DB Schenker in Salzburg als Drehscheibe für das innerösterreichische Transportsystem mit Nachtsprung-Verbindungen in alle Regionen (Pressemeldung Deutsche Bahn, Fotos DB AG/Michael Neuhaus, 22.04.10).

RechteckCapaCity - Die Straßenbahn auf Gummirädern im Testeinsatz
Die ÖBB-Postbus GmbH, als Marktführer für den Linienverkehr in Vorarlberg, ist sich seiner Verantwortung bewusst und sucht ständig nach neuen Innovationen. So präsentiert ÖBB-Postbus Geschäftsführer Christian Eder gemeinsam mit Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser und Vorarlbergs Regionalleiter Gerhard Mayer als erstes Verkehrsunternehmen in Österreich einen überlangen Linienbus der Firma EvoBus. Das Fahrzeug kann durch eine Sondergenehmigung der Vorarlberger Landesregierung im Testbetrieb präsentiert werden. Der 19,54 Meter lange Bus mit dem klingenden Namen "CapaCity" ist wie eine Straßenbahn auf Gummirädern und bietet bis zu 193 Fahrgästen Platz. Im Einsatz steht das moderne Fahrzeug unter anderem in Großstädten wie Istanbul mit 12 Mio. Einwohnern oder der Slowakischen Hauptstadt Bratislava. In näherer Zukunft sollen auch Einsatzgebiete in Deutschland hinzukommen. Auch für Vorarlberg stehen mit den Ballungsräumen im Unteren Rheintal, oder im Oberland mit dem Bereich Götzis, Rankweil und Feldkirch interessante Einsatzgebiet zur Disposition. Mehrere Tage wird der Mega-Bus in Vorarlberg im Probeeinsatz stehen. Der ÖBB-Postbus will dabei die Umwelteffekte und die Handhabung in der Praxis feststellen und dann für einen zukünftigen Einsatz bewerten.
ÖBB-Postbus Geschäftsführer Christian Eder sieht große Chancen für den Einsatz des "Capacity": "Dieser Linienbus lässt jede Straßenbahn alt aussehen, weil er genau so leistungsfähig und dabei wesentlich wirtschaftlicher ist. Die Infrastruktur ist mit den bestehenden Straßen und Haltestellen vorhanden." Landesrat Karlheinz Rüdisser zeigt sich von der Initiative der ÖBB-Postbus GmbH erfreut: "Im Rahmen des konsensorientierten Planungsverfahrens für eine Verkehrslösung im Unteren Rheintal suchen wir nach sinnvollen Verkehrsalternativen zum Individualverkehr. Dieser CapaCity mit seinem immensen Platzangebot kann dabei ein sinnvoller Lösungsansatz sein", so Rüdisser. Regionalmanager Gerhard Mayer betont den Innovationsdrang des ÖBB-Postbus in Vorarlberg: "Nach dem Einsatz von Hybrid- und Doppelstockbus bringen wir unseren Fahrgästen das dritte innovative Fahrzeug zum Testen. Als größter und wichtigster Mobilitätsanbieter wollen wir im Ländle auch Vorreiter sein für zukunftsweisende Lösungen und sehen das auch als unsere Verantwortung an", so Mayer.
So einladend kann öffentlicher Personennahverkehr sein, denn mit einer Kapazität für bis zu 193 Fahrgäste macht der CapaCity sogar Straßenbahnen Konkurrenz. Zudem ist der "Riesenwurm" überraschend wendig und lässt sich sogar im Rückwärtsgang rangieren. Der Einsatz ist problemlos und bringt viele Vorteile wenn in kurzer Zeit eine hohe Anzahl an Fahrgästen befördert werden muss. Ob als Linienbus auf frequentierten Hauptstrecken oder als attraktiver Shuttlebus bei Events - sein Einsatzspielraum ist breitgefächert. Der leistungsstarke und umweltfreundliche Antrieb mit 260 kW (354 PS) geht besonders sparsam mit dem Kraftstoff um. Vier breite Einstiegstüren mit einer lichten Breite von 125 cm sorgen für einen raschen Fahrgastwechsel - Klimatisierung und ein durchgehender Niederflurbereich sind für eine angenehme Busfahrt enorm wichtig. Auch wirtschaftlich bringt der Einsatz Vorteile, denn im Unterschied zu einer Straßenbahn muss hier keine teure Infrastruktur errichtet werden - Haltestellen und Busstraßen sind sofort nutzbar
(Pressemeldung ÖBB, 21.04.10).

RechteckSiemens liefert 200 Desiro ML an ÖBB
Foto Siemens
Siemens hat mit der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) vereinbart, innerhalb der nächsten fünf Jahre bis zu 200 Regionalverkehrszüge zu liefern. Die Triebfahrzeuge vom Typ Desiro ML können von der ÖBB während dieses Zeitraums bedarfsgerecht abgerufen werden. Die entsprechende Rahmenvereinbarung beinhaltet die Option, dass Siemens die Wartung der bestellten Züge übernimmt. Bei Abruf sämtlicher Leistungen ergibt sich ein Gesamtauftragsvolumen von rund einer Milliarde Euro. Die Fahrzeuge sollen in den Siemens-Werken in Wien, Österreich, oder Krefeld, Deutschland, gefertigt werden. Die Vereinbarung kann von ÖBB auch über 2015 hinaus verlängert werden.
"Wir freuen uns, den Zuschlag bei einer der größten europaweiten Ausschreibungen für elektrische Regionalzüge erhalten zu haben. Dies zeigt, dass unsere Neuentwicklungen auf dem Markt erfolgreich sind und bestätigt unsere Innovationsstärke“, sagte Hans-Jörg Grundmann, CEO der Siemens-Sparte Mobility. Die Desiro-Züge für ÖBB erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde und sollen in Deutschland und Österreich verkehren. Zuletzt hatte die belgische Staatsbahn mehr als 300 Fahrzeuge dieses Typs bei Siemens bestellt.
Triebzüge vom Typ Desiro ML sind flexible und zuverlässige Fahrzeuge, die sich durch die Konzeption als Einzelwagenzug individuell an das jeweilige Fahrgastaufkommen anpassen lassen. Dank verbesserter Antriebe, mit denen der Energieverbrauch im Vergleich zu Vorgängermodellen nochmals gesenkt werden konnte, sind sie besonders umweltfreundlich. Auch das Zugdesign setzt auf umweltfreundliche Materialien, zum Beispiel bei der Lackierung und Innenausstattung.
Die ÖBB entschied sich für ein Basisfahrzeug des Typs Desiro ML bestehend aus einer dreiteiligen Grundeinheit mit 217 Sitzplätzen in der 2. Klasse. Es verfügt über eine hohe Anzahl vordefinierter Ausstattungsvarianten und eignet sich dadurch für die verschiedensten Betriebsanforderungen im S-Bahn- und Regionalverkehr. Werner Kovarik, Vorstandsdirektor der ÖBB-Personenverkehr AG: „Siemens hat im Rahmen eines objektiven Vergabeverfahrens als Bestbieter mit dem angebotenen Desiro ML den Zuschlag erhalten. Dieses Fahrzeug zeichnet sich durch ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis aus und wird den Anforderungen für unsere Bewerbung im deutschen Werdenfels-Netz vollinhaltlich gerecht. Für unsere Kunden wird der Desiro ML alle Erwartungen hinsichtlich Komfort und Geschwindigkeit mehr als erfüllen.“ (Pressemeldung Siemens, 21.04.10).

RechteckWeiterentwicklung der Baltisch-Adriatischen Achse mit Herzstück Koralmbahn
Die Baltisch-Adriatische Verkehrsachse ist ein europäisches Hochleistungsbahnprojekt von Danzig in Polen bis nach Bologna in Italien, es enthält das Herzstück der Koralmbahn von Graz über Klagenfurt, Villach und weiter nach Udine. Ziel ist es, die prioritäre TEN-Reihung für diese Achse zu erreichen, um EU-Mittel lukrieren zu können. Heute, Freitag, wurde das EU-Projekt BATCo (Baltic- Adriatic Transport Cooperation) im Rahmen eines Kickoff-Meetings in Klagenfurt gestartet. Bei BATCo geht es um die Bedeutung und Weiterentwicklung der Baltisch-Adriatischen Achse als Verkehrs-, Kooperations- und Wirtschaftsraum.
Die Abteilung 7, Wirtschaftsrecht und Infrastruktur, des Landes Kärnten unter der Leitung von Abteilungschef Albert Kreiner hat BATCo mit Vertretern von insgesamt 18 Organisationen bzw. den betroffenen Ländern (Italien, Österreich, Slowakei, Tschechien, Polen) entlang der Achse entwickelt und wird es in den nächsten drei Jahren mit einem Gesamtbudget von 3,7 Mio. Euro (davon 2,9 Mio. EU-Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung) vorantreiben.
Wie Landeshauptmann Gerhard Dörfler im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Riccardo Riccardi (Friaul-Julisch Venetien), Andreas Tropper (Land Steiermark), Harald Eicher (Uni Graz) und Ursula Kowalczyk (Polen) betonte, sei BATCo ein großer Schritt der europäischen Kooperation und in eine europäische Verkehrszukunft. Durch die Verbindung der Verkehrssysteme (Bahn/Schiff) sowie der Länder entlang der Achse werde großer Nutzen gezogen. Die Wirtschafts-, Logistik- und Entwicklungspotentiale werden mit dem EU-Projekt erarbeitet und entwickelt, wodurch sich viele neue Chancen auftun, die es für Kärnten bislang nicht gegeben habe. Die Verkehrs- und Standortqualität von Kärnten könne damit stark verbessert werden, so Dörfler.
Infrastruktur-Landesrat Riccardi von Friaul-Julisch Venetien sagte, dass man die bestehenden Bahnnetze und Häfen ausbauen werde. Man glaube sehr stark an die Umsetzung des Projektes und werde alles tun, um dies zu ermöglichen. Die gute Freundschaft mit Kärnten werde durch dieses europäische Projekt weiter unterstützt, so Riccardi.
Auch die steirische Landesregierung stehe voll hinter der Baltisch-Adriatischen Achse mit der Koralmbahn, sagte der steirische Landesbaudirektor Andreas Tropper, der heute als Vertreter von Landeshauptmann Voves die Bedeutung und Unterstützung des Projektes unterstrich.
Ursula Kowalczyk vom Infrastrukturministerium Polen wies ebenfalls auf die Wichtigkeit dieser europäischen Verkehrsachse für Polen und Danzig hin. Es brauche Kooperation und Vernetzung der beteiligten Länder und ein starkes Lobbying auf EU-Ebene, so Kowalczyk.
Universitätsprofessor Harald Eicher (Graz) ist seit Jahren wissenschaftlicher Begleiter der Baltisch-Adriatischen Achse und insbesondere des Koralmbahnprojektes. Er wies auf den großen Nutzen dieses Projektes sowohl in ökologischer als auch touristischer Hinsicht, speziell auch für Kärnten und Steiermark, hin. Verkehrswege seien Wohlstandsachsen, so Eicher.
Kärnten ist Lead-Partner von BATCo, bei der heutigen Auftaktveranstaltung im Verwaltungszentrum waren Vertreter aller 18 Projektpartner aus den fünf Ländern anwesend. Der Landeshauptmann dankte allen Teilnehmern fürs Kommen und drückte gegenüber den Vertretern aus Polen auch seine Betroffenheit und Anteilnahme angesichts des jüngsten Flugzeugunglücks aus. BATCo sei eine Zukunftsreise nach Europa, so Dörfler.
Alle Vertreter beim Meeting betonten die Wichtigkeit und Vorteile der Weiterentwicklung der Baltisch-Adriatischen Achse. Dies würde sowohl in den jeweiligen Staaten und Regionen als auch für Europa einen großen Mehrwert bringen, waren sie sich einig. Unter den Teilnehmer befand sich auch Abteilungsleiter Thomas Spiegel vom Infrastrukturministerium (Wien) und Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher (Pressemeldung Kärntner Landesregierung, 19.04.10).

RechteckÖBB verstärken Angebot aufgrund von Einschränkungen im Flugverkehr
Der Flugverkehr in Teilen Europas ist aufgrund der Aschewolke aus Island eingestellt - die Bahnen fahren planmäßig und setzen darüber hinaus noch zusätzliches Material ein, um auch die Fluggäste schnell, sicher und umweltfreundlich an ihr Ziel zu bringen.
Deutschland ist jener Flugraum, der für die österreichischen Fluggäste am meisten von den Einschränkungen betroffen ist. Die ÖBB haben sich daher kurzerhand entschlossen einen Sonderzug nach München anzubieten. Eine railjet-Garnitur mit 14 Wagen fährt heute mit der Planabfahrt 14:30 Uhr von Wien West nach München mit Aufenthalt in Linz und Salzburg.
Darüber hinaus werden noch einige Züge mit zusätzlichen Wagen verstärkt. Am Westbahnhof wurde das Personal verstärkt, alle Kassen sind besetzt und zusätzliche Kundenlenker werden aufgeboten. "Mit diesen Maßnahmen zeigen wir, dass die ÖBB schnell und flexibel auf neue Situationen reagieren; und vielleicht können wir ja den einen oder anderen Fluggast auch langfristig als Kunden gewinnen", so Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr AG
(Pressemeldung ÖBB, 17.04.10).

RechteckMehr Langsamfahrstellen und Unpünktlichkeit bis 2009
"Der Rechnungshof belegt mit seinem neuen Bericht zu den Langsamfahrstellen im ÖBB-Netz jahrelange Grüne Kritik an den VerkehrsministerInnen von FPÖ, BZÖ und nicht zuletzt SPÖ: Um Großprojekte nach Baulobby- und Landeskaiser-Wunsch durchzuziehen, wurde das Bahn-Bestandsnetz heruntergewirtschaftet. Die Zeche zahlen noch jahrelang die Fahrgäste, denen Bummelzüge, dauernde Unpünktlichkeit und verlorene Anschlüsse zugemutet werden, und das bei steigenden ÖBB-Tarifen. Die Verantwortung dafür kann die SPÖ mit Verkehrsministerin Bures aber nicht wegschieben, denn der RH-Bericht belegt, dass die Langsamfahrstellen nach SPÖ-Machtübernahme im Infrastrukturministerium noch jahrelang massiv zunahmen", betont Gabriela Moser, Verkehrssprecherin der Grünen.
"Sehr bedauerlich ist, dass BM Bures und ihr Ministerium nicht nur diese Tatsache zu leugnen versuchen, sondern auch weiterhin die Auseinandersetzung mit der vom RH angesprochenen Kernfrage verweigern: Es stand laut RH in den prüfgegenständlichen Jahren - also auch unter den Ministern Faymann und Bures - ausreichend viel Steuergeld für das Schienennetz zur Verfügung, dennoch stieg die Zahl der Langsamfahrstellen und der unpünktlichen Züge. Es war also nicht zu wenig Geld da, sondern es wurden völlig falsche, kundenfeindliche Prioritäten bei der Mittelverwendung gesetzt. Dies muss Bures endlich ändern, nicht stur ableugnen. Der Beton muss aus den Köpfen. Statt unwirksamen Riesenprojekten a la Brennerbasistunnel muss die Schiene schnellstens für die Kunden hier und heute wieder funktionieren."
Dass laut BMVIT bis 2014 die Sanierung im 'Kernnetz' der ÖBB abgeschlossen sein soll, ist keine Frohbotschaft, sondern eine gefährliche Drohung für sehr viele PendlerInnen, die nicht nur auf der West- oder Südbahn unterwegs sind. Moser: "Da die ÖBB mit ihrem Zielnetz-2025-Projekt ja zügig weite Teile des Netzes einstellen bzw. wie zuletzt in NÖ mit dem Ziel der Einstellung billig loswerden wollen, gehen diese heutigen Beschwichtigungsversuche des Bures-BMVIT völlig ins Leere. Dass nur im Kernnetz wenigstens 2015 wieder alles halbwegs laufen soll, ist für die Pendler im großen Rest Österreichs kein Trost. Bures muss diesem unerträglichen Rückzugs-Strategie der ÖBB dringend Einhalt gebieten, wenn sie nicht als Totengräberin des Schienenverkehrs in die Geschichte eingehen will."
(Pressemeldung Die Grünen, 16.04.10).

RechteckRechnungshof veröffentlicht Langsamfahrstellenbericht
Grafik RH
Grafik RH
Anzahl anlagenbedingter Langsamfahrstellen nach Netzkategorien (oben) und anlagenbedingte Verspätungen im Schienen–Personenverkehr (unten). Grafik: RH.
Der Rechnungshof Österreich hat am 15.04.10 den Bericht ÖBB:Langsamfahrstellen veröffentlicht. Der Anstieg von anlagenbedingten Langsamfahrstellen um 65 % (bzw. um 45 % in der kumulierten Gesamtlänge) im Zeitraum 2005 bis April 2009 verdeutlichte, dass sich die Substanz der bestehenden Schieneninfrastruktur abschnittsweise verschlechtert hatte, und beeinträchtigte zunehmend die Netz- und Betriebsqualität.
Langsamfahrstellen betrafen rd. 5,5 % des ÖBB-Streckennetzes und blieben durchschnittlich 2,55 Jahre bestehen. Sie entstanden durch Alterung und Verschleiß sowie durch nicht rechtzeitig und nicht im erforderlichen Umfang gesetzte Instandhaltungsmaßnahmen.
Träge und mehrstufige Prozessabläufe erschwerten den Abbau von Langsamfahrstellen. Anlagenbedingte Verspätungen (verursacht durch Langsamfahrstellen, Baustellen und Anlagenstörungen) nahmen im Schienen-Personenverkehr von 2006 bis 2008 um rd. 29 % zu und waren für rd. 64 % der Verspätungen im Nahverkehr und für rd. 40 % der Verspätungen im Fernverkehr verantwortlich (Pressemeldung Rechnungshof, 16.04.10).

RechteckGespräche zwischen ÖBB und den Alpvertretern
Konstruktive Gespräche zwischen den Alpvertretern und den ÖBB gab es bei der heutigen Sitzung unter der Leitung des Vorarlberger Landesrates Erich Schwärzler in Bregenz. Die ÖBB streben beim geplanten Projekt "Beileitung Ost" am Spullersee eine positive Einigung an, um mit bestehenden Kraftwerksanlagen mehr Bahnstrom für mehr Zugfahrten produzieren zu können. ÖBB-Kraftwerkschef Johann Pluy betont nach dem Gespräch, dass eine positive Einigung in den nächsten Monaten das erklärte gemeinsame Ziel ist. Die ÖBB werden ihre Vorschläge und Vertragsentwürfe nun entsprechend den Themen des Gesprächs überarbeiten. Zudem will man die nächsten Wochen und Monate nützen, um weitere vertrauensbildende Maßnahmen gegenüber den Alpvertretern zu setzen. "Für uns ist es wichtig, das Projekt im Konsens mit den regionalen Vertretern umzusetzen. Daher werden wir in den nächsten Wochen intensiv an einer positiven Gesamtlösung arbeiten", so Johann Pluy. Im Detail werden Antworten zu einzelne Fragen, z. B. betreffend die weiterhin gesicherte Trinkwasserversorgung im Alpgebiet sowie Details zu möglichen Pachtvarianten erarbeitet. Diese werden den Entscheidungsträgern vorgelegt. "Bei diesem für die Bahnstromversorgung der Zukunft so wichtigen Projekt kommt es nicht auf einen Monat mehr oder weniger an - wichtig ist, dass am Ende des Tages für alle Beteiligten etwas Gutes heraus kommt", so Pluy abschließend.
Insgesamt geht es den ÖBB, die mit 456 Mio. Fahrgästen und über 98 Mio. Tonnen beförderten Gütern im Jahr 2008 der größte Mobilitätsanbieter im Land sind, um den Ausbau der Eigenversorgung durch Bahnstrom. Der Bahnstrombedarf beträgt aktuell rund 2 Mio. Megawattstunden pro Jahr, rund 1/3 davon wird in eigenen ÖBB-Kraftwerken erzeugt. Um europäische Klimaschutzziele zu erreichen, muss mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden.
Der Treibstoff für die umweltfreundliche Mobilität der täglich rund 7.500 Züge im ÖBB-Netz ist der Strom aus heimischer Wasserkraft. Bis 2016 werden insgesamt 700 Mio. Euro in den Ausbau und die Effizienzsteigerung der ÖBB Kraftwerke investiert. Mit der zusätzlichen Produktion soll in den nächsten Jahren die Hälfte des zukünftigen Bahnstrombedarfs aus eigener Kraft abgedeckt werden. Ein Nebeneffekt der Investitionen: Laut Berechnungen des IHS (Institut für Höhere Studien) entstehen mit den gesamten Investitionen bis 2016 zusätzlich 570 neue Arbeitsplätze.
Der Überleitungsstollen wird rund 5,4 Kilometer lang sein. Das Wasser wird durch die Beileitung, die unterirdisch verläuft, in den bestehenden Speicher Spullersee geleitet und mit einer Fallhöhe von insgesamt 1.100 Meter über Druckrohrleitungen dem Kraftwerk Spullersee zur Bahnstromproduktion zugeführt. Damit wird in punkto Umwandlungseffizienz einer der besten Werte aller aktuellen Kraftwerksprojekte in Österreich erzielt. Das durch die Beileitung Ost in den Spullersee zugeleitete Wasser stammt aus dem Pazuelbach und dem Zürsbach. Mit dem zusätzlichen Wasser kann mit bestehenden Kraftwerksanlagen um 50 GWh mehr Strom erzeugt werden. Damit können 6.000 Züge von Innsbruck nach Wien mit Strom aus heimischer Wasserkraft geführt werden
(Pressemeldung ÖBB, 14.04.10).

RechteckGreenpeace-Aktivisten beenden Besetzung der ÖBB-Zentrale
Die Umweltorganisation Greenpeace beendete am 13.04.10 die Besetzung der ÖBB-Zentrale am Wienerberg. Seit 12.04.10 hielten Aktivisten der Umweltorganisation die ÖBB-Zentrale besetzt, um gegen den Ausbau des ÖBB-Kraftwerks Spullersee in Vorarlberg und die dafür geplante Enteignung von hundert Bergbauern zu protestieren.
Der Protest fand nun ein Ende, nachdem bei den am 13.04.10 in Vorarlberg geführten Verhandlungen zwischen den Vertretern der Grundbesitzer und den ÖBB ein erster Etappensieg errungen wurde. Die ÖBB und die Grundbesitzer vereinbaren eine Nachdenkpause über sechs bis zwölf Monate. Das beim Lebensministerium bereits eingereichte Enteignungsverfahren nach dem Wasserrecht wurde nach der heutigen Verhandlungen ruhend gestellt.
"Der Ball zur endgültigen Rettung des Lech liegt trotz allem bei Umwelt- und Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich. Wir fordern ihn auf, nicht gegen Natur und Bergbauern zu entscheiden, sondern dem Antrag auf Enteignung eine klare Absage zu erteilen und das Kraftwerksprojekt unwiderruflich zu stoppen", so Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl.
Die Umweltorganisation entlässt den Landwirtschaftsminister nicht aus seiner Verantwortung. "Wenn der Minister Berlakovich glaubt, ein Kraftwerksprojekt, das ein Naturschutzgebiet in arge Mitleidenschaft zieht, unterstützen und dazu noch seine eigenen Bauern enteignen zu können, dann wird er mit massivem Widerstand rechnen müssen", erklärt Niklas Schinerl abschließend
(Pressemeldung Greenpeace, 14.04.10).

RechteckWWF sieht Kraftwerk Spullersee vorerst vom Tisch
Im Zuge des Gespräches zwischen den ÖBB und den Grundbesitzern der Lech-Quellbäche haben die betroffenen Bauern ihre Ablehnung der Beileitung Ost nochmals bekräftigt. ÖBB, Grundbesitzer und Landesrat Erich Schwärzler haben sich darauf geeinigt, dass es keine Enteignungen geben wird. Die ausstehenden Verfahren (Wasserrechtsverfahren sowie Naturschutzverfahren in Vorarlberg), die zur Genehmigung des Kraftwerks nötig sind, werden indes ruhend gestellt, bis es eine Einigung zwischen ÖBB und Grundbesitzern gibt.
"Wir werden diese Nachdenkpause nützen, um das endgültige Aus für dieses katastrophale Kraftwerksvorhaben zu erreichen", erklärt Christoph Walder vom WWF.
Der WWF ließ vor dem Landhaus symbolisch mannshohe Silhouetten der betroffenen Bauern aufmarschieren. "Enteignung nie!" oder "Unser Wasser gehört uns" stand darauf zu lesen. Mit der Installation sollte verdeutlicht werden, dass 100 Grundbesitzern ihre Wasserrechte zwangsweise entzogen werden und wertvolle Natur zerstört wird, wenn die Bundesbahnen am Projekt festhalten. "Die heutige Entscheidung ist ein wichtiger Meilenstein im Kampf um die Erhaltung des Wildflusssystems Lech", erklärt Christoph Walder vom WWF. In Wien besetzte die Umweltschutzorganisation Greenpeace indes seit Montag Vormittag die ÖBB-Zentrale.
Die ÖBB haben im Gespräch in Bregenz erklärt, ein neues Angebot an die Alpgemeinschaften zu stellen, um die Wasserrechte doch noch zu erlangen. "Jedes Angebot wird selbstverständlich geprüft", erklärt Bauernvertreter Josef Nessler von der Alpgemeinschaft Pazüel-Tritt. "Da wir das Kraftwerksprojekt der ÖBB aber grundsätzlich ablehnen, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Vollversammlung der Grundbesitzer diesem neuen Angebot zustimmen wird", so Nessler.
Vielmehr zeigte man sich sehr überrascht, dass die ÖBB ein eindeutiges Nein nicht akzeptieren könne. "Solange die ÖBB-Konzernleitung den Spullersee-Plänen nicht endgültig einen Riegel vorschiebt, geht unser Widerstand weiter!", sind sich WWF und Greenpeace einig
(Pressemeldung Greenpeace, 14.04.10).

RechteckGreenpeace besetzt ÖBB-Zentrale - Hände weg vom Lech
Foto GreenpeaceFoto Greenpeace
Dreißig Greenpeace-Aktivisten besetzen seit heute Früh die Zentrale der ÖBB-Holding AG am Wienerberg. Grund für die Protestaktion sind der Ausbau des ÖBB Kraftwerks Spullersee in Vorarlberg und die dafür geplante Enteignung von hundert Bergbauern. Um dieses Vorhaben zu verhindern haben sich die Aktivisten als Bergbauern verkleidet und das Betriebsgebäude der ÖBB symbolisch enteignet. "Mit dieser Aktion soll die Enteignung auch für die Bundesbahnen fühlbar werden", erklärt Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl. "Schließlich versucht das Unternehmen, die Grundbesitzer mit einem Butterbrot abzuspeisen. Anders kann es nicht verstanden werden, dass die ÖBB den Bauern ursprünglich eine einmalige Zahlung von 250 Euro angeboten haben. Sollten die Bauern dies nicht akzeptieren, werden sie gezwungen die Wasserrechte abzutreten", so Schinerl weiter. Um den ÖBB das gleiche Recht zuteil werden zu lassen, verteilen die Aktivisten Butterbrote und Vorarlberger Bergkäse an die Angestellten der ÖBB Holding AG.
Schon seit Beginn des Jahres protestieren Greenpeace, WWF und viele andere Naturschutzorganisationen gegen die von der ÖBB-Bau AG beabsichtigte Kraftwerkserweiterung, mit welcher das Unternehmen einigen Zubringerbächen des Lech das Wasser zu entziehen plant. Diese Gebirgsbäche sollen das notwendige Wasser für den Speicher-Ausbau für das Kraftwerk Spullersee in Vorarlberg liefern. Werden die Pläne ausgeführt, dann landen 24 Millionen Kubikmeter Wasser nicht mehr im Lech, sondern fließen stattdessen über das Kraftwerk Spullersee in den Rhein. "So wird einem der letzten noch weitgehend intakten alpinen Flüsse wortwörtlich das Wasser abgegraben. Die erzeugte Menge Strom macht hingegen lediglich ein Vierzigstel des ÖBB-Strombedarfs aus. Die wenigen Kilowattstunden sind es nicht wert, dem letzten wilden Alpenfluss das Wasser zu nehmen", rechnet Schinerl vor.
Der Lech ist europaweit Referenz für ein alpines Wildflusssystem mit natürlichen und naturnahen Gewässerabschnitten, Au-Landschaften und Schluchten. Er ist durch nationales und internationales Naturschutzrecht streng geschützt - das Projekt Spullersee würde zusätzlich gegen Flora-Fauna-Habitatrichtlinie, EU-Vogelschutzrichtlinie, Aarhus-Konvention und Alpenkonvention verstoßen. "Die geplante Erweiterung des Spullersee-Kraftwerks würde einen Präzedenzfall für den weiteren rücksichtslosen energiewirtschaftlichen Ausbau des Lech und seines Einzugsgebiets schaffen", befürchtet Niklas Schinerl. Derzeit verfügen zwei Alpgemeinschaften mit über hundert Bauern über die Wasserrechte für die betroffenen Lechquellen. Diese Bauern sollen jetzt zwangsenteignet werden. Wird die Enteignung eingeleitet, so ist das ein unwiderruflicher Schritt. Dann wird es kaum noch zu verhindern sein, dass dem Lech Millionen von Kubikmetern an Wasser entzogen werden. "Soll das Flussjuwel Lech tatsächlich Stromexporten ins Ausland zum Opfer fallen?", fragt Schinerl. "Die ÖBB berichten in ihrem heurigen Nachhaltigkeitsbericht, dass sie bis 2015 das nachhaltigste Unternehmen Europas sein wollen. Die Erweiterung des Kraftwerks Spullersee steht diesem Anspruch diametral gegenüber", moniert Schinerl. "Die ÖBB müssen aus dem Projekt Spullersee aussteigen und von der Enteignung der Grundstücksbesitzer Abstand nehmen", lautet die abschließende Forderung des Greenpeace-Sprechers. (Pressemeldung Greenpeace, 13.04.10).

RechteckUmbau Bahnhof Kitzbühel
Foto  ÖBBÖBB
Bgm. Klaus Winkler und Günther Oberhauser auf der Baustelle in Kitzbühel.
Der im Herbst letzten Jahres gestartete Umbau des Bahnhofes Kitzbühel ist Teil des Konjunktur-belebungsprogramms der Bundesregierung und so werden bis 2011 rund 15 Mio. € in die Modernisierung investiert. Kundenrelevante Einrichtungen wie Bahnsteige oder Lifte werden seitens des Landes Tirol mit einem Kostenbeitrag von 20% unterstützt. Nach der Winterpause startet nun die Intensivbauphase, wo an Bahnsteigen und Gleisanlagen gearbeitet wird. In sieben Etappen bei denen mehrere, schwere Gleisbaumaschinen zum Einsatz kommen erfolgen die Hauptarbeiten im Bahnhofsbereich bis Mitte September 2010.
Der laufende Zugverkehr bleibt während der gesamten Bauzeit in vollem Umfang aufrecht. Für die täglichen Bahnkunden gibt es je nach Umsetzungsstand geänderte Zugänge oder andere Abfahrtsbahnsteige als gewohnt. Aufgrund des engen Zeitplanes wird es auch zu Nacht- und Wochenendarbeiten kommen. Die ÖBB-Projektleitung ersucht schon jetzt die Anrainer für etwaige Beeinträchtigungen durch Lärm oder Staub um Verständnis.
„Bevor wir den Kitzbüheler Bürgern einen modernen Bahnhof präsentieren, bitten wir um etwas Geduld und Nachsicht für die baubedingten Einschränkungen“, so Projektleiter Günter Oberhauser von der ÖBB-Infrastruktur AG.
Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler freut sich über den guten Verlauf der Bauarbeiten: „Jeden Tag kommen wir dem gemeinsamen Ziel einer modernen Verkehrsstation einen Schritt näher. Dieser Umbau wertet unsere Stadt und die gesamte Region spürbar auf.“ Insgesamt erhält die Verkehrsstation ein neues, modernes Gesicht. Es entstehen höhere Bahnsteige mit Überdachung, ein heller Personentunnel und kundenfreundliche Personenlifte. Auf den neuesten Stand gebracht werden zudem die in die Jahre gekommenen Bahnhofgleisanlagen inklusive der Weichen.
Bereits letztes Jahr wurden die Grabungsarbeiten für die breitere Personenunterführung abgewickelt und auch erste Bahnhofgleise wurden erneuert. Aktuell gestartet werden nun die exakt geplanten und mit dem Bahnbetrieb abgestimmten Bauabläufe. Bis Mitte September werden rund 4.000 Meter Bahnhofgleise und 18 Weichen komplett erneuert.
Die Kunst liegt dabei im Detail, denn Schritt für Schritt werden die Gleise so bearbeitet, dass einerseits die baulichen Vorhaben nach Plan vorangehen und gleichzeitig die täglichen Züge für die Kunden weiter fahren können. Im Zuge der Bauphasen werden beide Bahnsteige mit einer Länge von 320 Metern (davon rund 70 Meter überdacht) neu errichtet. Durch die Anpassung der Höhe auf 55 cm ist zukünftig ein stufenloser Einstieg in die modernen Nahverkehrsgarnituren sichergestellt. Noch im heurigen Jahr werden auch die drei Personenlifte eingebaut. Vor allem für Eltern mit Kinderwagen, Reisende mit schwerem Gepäck oder Menschen im Rollstuhl eine enorme Erleichterung. An den beiden Bahnsteigen werden windgeschützte Wartebereiche mit Sitzbänken sowie Infomonitore, welche die nächsten Zugabfahrten anzeigen, installiert (Pressemeldung ÖBB
, 12.04.10).

RechteckUmfassende Sanierungsarbeiten im Jahr 2010 auf der Schafbergbahn
Foto Ferdinand JackschFoto Ferdinand Jacksch
SchafbergBahn& WolfgangseeSchifffahrt setzen die qualitätssteigernden Maßnahmen bei der Infrastruktur fort. Die Sanierungsarbeiten der 117 Jahre alten Strecke sind ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt im Jahr 2010.
Erste sichtbare Erneuerung ist die Abtragung der Galerie bei der Haltestelle Schafbergalpe.
Gunter Mackinger, Geschäftsführer der Salzkammergut GmbH, ist mit dem Betriebsergebnis 2009 zufrieden. Der Rückgang bei den Fahrgastzahlen im Krisenjahr 2009 entspricht im Wesentlichen den Erwartungen: "Es hätte durch das unerfreuliche Wetter in den Monaten Mai, Juni und Oktober noch schlechter ausfallen können. Völlig krisenresistent und wetterunabhängig erwiesen sich hingegen die Adventveranstaltungen mit Advent-Dampfzug, Advent übern See und die Schifffahrt."
Die Züge der Schafbergbahn waren bisher auf den Originalgleisen aus 1893 unterwegs. "Ein Investitionspaket von Bund und Ländern ermöglicht es uns, in den nächsten drei Jahren die Infrastruktur zu sanieren und den Betrieb für weitere Hundert Jahre zu sichern", erläutert Gunter Mackinger das umfangreiche Arbeitsprogramm. Eine erste auch für Fahrgäste sichtbare Maßnahme ist die Abtragung der Galerie bei der Schafbergalpe. Auch das Bahnhofsgebäude Schafbergalpe soll wieder im alten Glanz von 1893 entstehen.
"In den Wintermonaten stellen unsere Mitarbeiter ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in der Werksatt unter Beweis", ist Mackinger stolz. "Wir erledigen die Reparatur- und Sanierungsarbeiten zum größten Teil selbst." Sämtliche Zahnrad-Lokomotiven werden gerade für ihren Einsatz in zwei Monaten vorbereitet. Bis Ende April erhalten zwei weitere Waggons neue Anstriche in der Hausfarbe. Darüber hinaus werden sie mit Lautsprecheranlagen ausgestattet. Auch bei der Schifffahrt fallen jährlich Renovierungsarbeiten an. Beispielsweise wurden in die "Österreich" ein neuer Motor und Generator eingebaut. Die Anlegestelle Fürberg wird in den kommenden Wochen generalsaniert und der Winterhafen in Ried muss den aktuellen Anforderungen angepasst werden.
Auch bei den Gebäuden müssen jährlich Substanz erhaltende Arbeiten durchgeführt werden So wird das Dach des Bahnhofs in St. Wolfgang ausgebessert, Brandschutzmaßnahmen für das Hotel Schafbergspitze werden ebenso durchgeführt (Pressemeldung Salzkammergutbahn GmbH, Fotos Ferdinand Jacksch, 10.04.10).

RechteckÖBB erweitern Fahrradangebot im Fernverkehr
Noch nie war es so leicht, mit Bahn und Fahrrad zu verreisen. Die ÖBB erweitern die Fahrradmitnahme im Fernverkehr erheblich und folgen damit dem Trend zu mehr emissionsfreier Mobilität.

Mit Abschluss des Fuhrpark- Modernisierungsprogrammes verfügen die ÖBB nun - zusätzlich zum railjet - über mehr als adäquates Wagenmaterial im Fernverkehr. Im Zuge der Umbauten wurden in jedem Großraumwagen je zwei Plätze für die Fahrradmitnahme geschaffen. Jene Züge, die auch schon bislang mit einem eigenen Gepäckwagen ausgestattet waren, stehen auch weiterhin für den Fahrradtransport zur Verfügung. Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr AG: "Die Anzahl der Züge im Fernverkehr mit Fahrradmitnahmemöglichkeit wurde gegenüber 2009 um mehr als ein Drittel erhöht. Nun stehen täglich mehr als 150 Eurocity- und Intercity-Züge zur Verfügung; viele Züge können bis zu 30 Fahrräder mitnehmen."
Nach wie vor wird es aber nicht bei allen Fernverkehrszügen die Möglichkeit der Fahrradmitnahme geben, da viele Züge mit internationalem Wagenmaterial (auf das die ÖBB keinen Einfluss haben) unterwegs sind, und nicht über Fahrradstellplätze verfügen. Der railjet ist ebenfalls nicht für die Fahrradbeförderung zugelassen, da die kurzen Reise- und Haltezeiten keine Ein- und Ausladen ermöglichen.
Das IC-Biking ermöglicht ohne weitere Kosten auch den Vor- und Nachlauf des Radtransports im Nahverkehr. Das heißt, es ist kein Problem, mit dem Ticket z. B. die S-Bahn nach Meidling zu nutzen, von dort mit einem Intercity nach Graz zu fahren und in Graz auch noch das Rad im ÖBB-Nahverkehr weiter nach Spielfeld zu befördern - alles zu einem Preis.
Übrigens - demontierte und verpackte Räder oder zusammengeklappte Klappräder gelten als Gepäckstück, werden also gratis befördert!
Das Online-Buchungssystem wurde deutlich einfacher gestaltet und ist weitaus intuitiver. Auch eine zweite Neuerung wurde eingeführt: Erstmals kann auch noch NACH Abfahrt des Zuges im Ausgangsbahnhof (nach Verfügbarkeit) ein Fahrradstellplatz reserviert werden. Weil aber die Fahrrad-Reservierungen (auch international) jederzeit möglich sind, gilt für die Fahrradmitnahme in Fernverkehrszügen Reservierungspflicht. "Ein weiterer Vorteil ist die kostenlose Sitzplatzreservierung, natürlich im selben Wagen. Für jede Intercity-Biking-Buchung gibt es die Sitzplatzreservierung gratis dazu", so Lutter abschließend (Pressemeldung ÖBB, 09.04.10).

RechteckBetrieb der Eisenbahnbrücke Urfahr bis 2012 ist möglich
Das Gutachten der Technischen Universität Wien über den Zustand der Eisenbahnbrücke Urfahr liegt der ÖBB-Infrastruktur AG jetzt vor. Das Gutachten bescheinigt der Brücke eine "als ausreichend angesehene Tragfähigkeit bis zu einer Windgeschwindigkeit von max. 85 km/h" sofern kurzfristige Sanierungsmaßnahmen gesetzt werden. Damit kann die Nutzung der Eisenbahnbrücke bis Ende 2012 ermöglicht werden.
Die ÖBB-Infrastruktur AG hat das gesamte Gutachten heute an das Land Oberösterreich und die Stadt Linz weitergeleitet und wird sich darum bemühen, die notwendigen Sanierungsmaßnahmen gemeinsam mit den Partnern möglichst rasch einzuleiten.
Das Gutachten über den Zustand der Eisenbahnbrücke Linz wurde von Prof. Josef Fink vom Institut für Tragkonstruktionen/Stahlbau gemeinsam mit der StahlVerbundBau Consulting GmbH im Auftrag der ÖBB-Infrastruktur AG erstellt, um zuverlässige Aussagen über die weitere Benutzbarkeit der Brücke zu erhalten.
Die Brücke ist eine denkmalgeschützte Stahlkonstruktion aus 1899 und durch Korrosion, welche durch die Salzstreuung auf der Straßenfahrbahn verursacht wurde, mittlerweile massiv geschädigt. Insbesondere die Windverbände - d.h. die Teile, welche die Brücke gegen den Wind stabilisieren - sind stark angegriffen. Dadurch ist die Brücke durch Windböen gefährdet.
Im Gutachten sieht Prof. Fink eine weitere Nutzung der Eisenbahnbrücke Urfahr bis maximal Ende 2012 als möglich an, sofern kurzfristige Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden und ein umfassendes Monitoringsystem eingerichtet wird.
Dazu zählen die sofortige Sanierung von Teilen des Windverbandes, verkürzte Brückenuntersuchungsintervalle und regelmäßige Messung der Spannungen sowie regelmäßige Analyse und Bewertungen der Messergebnisse zur Sicherstellung der Tragfähigkeit der Brücke. Eine Belastungsprobe erfolgte bereits in der Nacht vom 1.3.2010 auf 2.3.2010. Die Messergebnisse aus der Belastungsprobe werden derzeit ausgewertet und mit den errechneten Werten verglichen. Das Monitoringsystem wurde von den ÖBB bereits in Folge des Zwischenberichts zum Gutachten von Prof. Fink im Juni 2009 eingerichtet. Mit diesen Sofortmaßnahmen ist die eingeschränkte Benützung der Eisenbahnbrücke für den Bahnverkehr bis zu einer Windgeschwindigkeit von maximal 75 km/h und für den Straßenverkehr bis maximal 85 km/h Windgeschwindigkeit möglich.
Die weitere Nutzungsdauer wird im Gutachten aber für jegliche Nutzungsart (Eisenbahnbetrieb, Straßenverkehr, Fußgänger) jedenfalls mit Ende 2012 begrenzt. Die ÖBB-Infrastruktur AG wird sich bemühen, die von Prof. Fink geforderten Sofortmaßnahmen möglichst schnell gemeinsam mit dem Land OÖ und der Stadt Linz einzuleiten. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist, den Verkehr über die Eisenbahnbrücke Urfahr bis Ende 2012 aufrecht zu erhalten und bis dahin zeitgerecht passende Ersatzlösungen bereit zu stellen
(Pressemeldung ÖBB, 08.04.10).

RechteckBiber bauen im Unterinntal
Nahe der Bahnbaustelle bei Kundl hat sich auf der ökologischen Ausgleichsfläche eine Biberfamilie häuslich eingerichtet.
Ökoflächen dienen als begleitende Maßnahmen bei Bauprojekten, um verursachte Beeinträchtigungen der Natur auszugleichen. Für den Bau der neuen Unterinntalbahn wurden 30 solcher Flächen per Bescheid vorgeschrieben. Oberstes Ziel ist, standorttypische Bedingungen zu schaffen. Das heißt, Flusslandschaften nachzubilden, die mit ihren kargen Böden vor allem widerstandsfähigen Pionierpflanzen sowie seltenen Amphibien und Insekten als Lebensraum dienen. Seit 2003 arbeitet der Geschäftsbereich Unterinntal (UI) an der Umsetzung, damit die Tier- und Pflanzenwelt die Biotope schon vor Beginn der Hauptbaumaßnahmen besiedeln kann.
Bereits letzten Herbst hat Christina Mayer von der Umweltschutzabteilung bei UI erste Biberspuren entdeckt. „Vermutlich sind die Tiere unbemerkt schon 2007 auf die Ausgleichsfläche gekommen“, meint Nadine Egger, Biberbeauftrage des Landes Tirol, die uns die Ansiedlung der Biber bestätigt hat. Aufgrund der idealen Bedingungen hat sich dann gleich Nachwuchs eingestellt.
Die Biber auf der Ökofläche Kundl haben für die ÖBB-Infrastruktur AG durchaus Vorteile. Als Vegetarier ernähren sie sich von Schilf, Wasserpflanzen und Rinden. Nagen sie an Sträuchern und kleinen Bäumen, so dient dies der natürlichen Verjüngung des Pflanzenbestands und senkt langfristig die Bewirtschaftungskosten der Flächen.
Außerdem treten Biber als Pioniere auf. Sie „gestalten“ aktiv ihren Lebensraum und ziehen viele andere Tier- und Pflanzenarten an. „Und das hilft wiederum, die im Baubescheid formulierten Ziele bestmöglich zu erreichen“, erklärt Christina Mayer
(Pressemeldung ÖBB-Infrastruktur AG, 07.04.10).

RechteckRollende Landstraße am Brenner mit +17% im ersten Quartal
Foto ÖBB
Die Züge der Rollenden Landstraße am Brenner - hier bei der Einfahrt in den Inntaltunnel bei Hall in Tirol - sind stark ausgelastet. Foto ÖBB.
Im Jahr 2009 hat die ROLA auf der Brennerachse mit rund 226.000 beförderten LKW auf der Schiene einen neuen Beförderungsrekord aufgestellt. Die Bilanz nach dem ersten Quartal im neuen Jahr zeigt weiterhin nach oben. Mit 60.547 beförderten LKW-Einheiten waren um +9.039 oder +17,5% mehr LKW auf der ROLA unterwegs als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt sind auf der Brennerachse täglich 54 Züge auf Schiene (38 Wörgl - Brenner, 10 Wörgl - Trient, 6 Regensburg - Trient). Verantwortlich für den tollen Start ins Jahr 2010 ist unter anderem die hohe Kapazitätsauslastung der Züge, die bei allen Relationen bei 86,3% liegt, die Rola Wörgl - Brenner ist dabei mit über 90% Spitzenreiter.
Ab Mitte April sollen die Züge nach Trient/Trento um einen weiteren Niederflurwagen auf 21 erhöht werden. Das bringt pro Jahr 4.000 zusätzliche LKW-Stellplätze. Bei den Rola-Zügen von und nach Trento erhöht sich dabei das maximale Gesamtzuggewicht auf 1.300 Tonnen. Für den sicheren und kraftvollen Transport über den Brennerpass sorgen bei jedem Zug zwei je 10.000 PS starke Lokomotiven der Marke "Taurus". Neu ist zudem, dass seit kurzem die ROLA-Kunden bei den Sammelrechnungen ihren Beitrag zum Klimaschutz durch das eingesparte CO2 je ROLA-Fahrt ausgewiesen bekommen. "Transporte auf der Schiene sind ein aktiver Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele. Es ist uns daher enorm wichtig den Partnern diese Werte plakativ darzustellen", so ÖKOMBI Geschäftsführer Franz Dirnbauer. Das erklärte Ziel für das heurige Geschäftsjahr ist die Erreichung von 248.000 beförderten LKW auf der Brenner-ROLA, was bei 1,6 Mio. schweren LKW im Brenner-Straßentransit einem Marktanteil von über 15 % entspricht.
Im Jahr 2009 wurden mit 226.000 LKW so viele wie nie zuvor auf der Brennerachse befördert und die RCA-Tochter konnte ihre eindrucksvolle Marktführerrolle in Europa weiter ausbauen. Zuwächse auf der ROLA bedeuten gleichermaßen auch eine Entlastung für die Umwelt und so blieben im vergangenen Jahr rund 25.000 Tonnen CO2 der Umwelt und der Bevölkerung erspart.
Allein ein LKW Transport auf der Rolllenden Landstraße von Regensburg nach Trient/Trento erspart der Umwelt rund 250 kg CO2 auf der 460 km langen Strecke. Die Kunden bekommen am Ende des Monats auf ihrer Sammelrechnung die gesamte Menge an eingespartem CO2 als Info plakativ dargestellt. Basis für die Errechnung dieser Werte ist eine Studie des Umweltbundesamtes - Details dazu unter www.oekombi.at Die LKW-Fahrer können zudem während der Bahnfahrt im Liegewagen ausspannen und ihre gesetzlichen Ruhezeiten konsumieren. Auch für den Unternehmer ergeben sich mit Mautersparnis, Dieseleinsparung, niedrigen Wartungskosten und geringerer Abnützung gleich mehrere finanzielle Vorteile bei jeder ROLA-Fahrt.
Der Marktanteil der ROLA am gesamten Transitverkehr von schweren LKW über den Brenner lag 2009 bei erfreulichen 15% eine Steigerung von +5 Prozentpunkten zum Jahr 2008. In Summe stehen jeden Tag über 1.000 LKW-Stellplätze auf den 54 Zügen der Brenner ROLA zur Verfügung. Das Sektorale Fahrverbot (SFV) in Tirol, die umfassenden Maßnahmen im Marketingbereich und die gute Zusammenarbeit mit den Transportunternehmen sind die Gründe für eine hohe Auslastung.
Im heurigen Jahr stellt ÖKOMBI eine Stellplatzkapazität von 300.000 LKW-Plätzen für die ROLA am Brenner auf Schiene. Das Transportsystem hat weiterhin eine sehr große Bedeutung denn rund 85% der am Brenner fahrenden LKW und Sattelauflieger sind nicht kranbar (kodifiziert). Das bedeutet fast neun von 10 LKW die am Brenner fahren sind für eine Abwicklung im UKV (Unbegleiteter Kombinierter Verkehr, Container od. Wechselaufbauten) nicht geeignet. So gibt es für diese LKW nur zwei Varianten - eine reine Straßenfahrt oder einen Teilabschnitt von 100 bis 460 Kilometer ihrer Fahrt umweltfreundlich und sicher auf der ROLA zurückzulegen (Pressemeldung ÖBB, 06.04.10).

RechteckSLB übernimmt Industriebahn Kleßheim
Foto Gunter MackingerFoto Gunter Mackinger
1954/55 errichtete die US-Army in Zusammenhang mit dem Bau der flächenmäßig größten Kaserne Europas in Wals-Siezenheim bei Salzburg auch eine ca. 2 km lange Anschlußbahn zur Abwicklung militärischer Transporte. 1956 übernahm das Österreichische Bundesheer diese Einrichtung wobei die ÖBB den Betrieb führte.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Gebiet um die Anschlußbahn zum Industrieschwerpunkt und so mutierte diese einst auschließlich militärischen Zwecken dienende Strecke zum Industrie-stammgleis über welches jährlich bis zu 800.000 Güter-Tonnen an- und abgefahren werden.
2009 wurde - weil nicht zu den Kernaufgaben des Österreichischen Bundesheeres gehörig - diese Bahnstrrecke zum Verkauf ausgeschrieben. Bestbieter und Käufer war die Salzburg AG welche mit 01. 04.2010 die Bahnstrecke erworben hat und durch die Salzburger Lokalbahn betreibt. Für die Bedienung der zahlreichen Anschlußbahnen setzt ÖBB Cargo eine Lokomotive der Baureihe 2068 in Zweischichtbetrieb ein
(Gunter Mackinger, 02.04.10).

RechteckItalienischer Vorstandsdirektor verlässt die BBT
Foto Network Rail
Innocenzo Cipolletta (RFI) und Ezio Facchin (BBT). Foto BBT.
Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung am 26.03.10 hat Ezio Facchin, der vom italienischen Gesellschafter der BBT SE ernannte Vorstand, seinen Rücktritt angekündigt. Viele Thematiken wurden während der Sitzung behandelt, jedoch wird wohl keine den Eindruck hinterlassen, wie diese Ankündigung.
Ezio Facchin übernahm diese prestigevolle Position im Januar 2007 und war bis dahin als Verantwortlicher der Abteilung Investitionen Nord-West in Mailand tätig. Facchin folgte auf Gianluigi De Carlo, der die für die Projektphase I anstehenden Genehmigungen erwirkt und die Europäische Aktiengesellschaft mitgegründet hatte (vorher tätigte die Gesellschaft ihre Geschäfte unter Form einer EWIV).
Facchin kam mit klaren und konkreten Vorgaben zur BBT: Beginn der Vortriebsarbeiten für den Erkundungsstollen (unter seiner Leitung fand auch die Andrehfeier im Beisein des italienischen Staatspräsidenten Napolitano statt), die Erwirkung der CIPE-Genehmigung zur Genehmigung und Finanzierung des Projektes (am 05.02.2010 im Amtsblatt der Italienischen Republik veröffentlicht), welche auch die Phase III einläutet, was „grünes Licht“ für den Bau der Hauptwerke bedeutet.
Zusammen mit Konrad Bergmeister konnte Facchin, dank auch der wertvollen Unterstützung von Karel Van Miert, einen Finanzierungsbetrag der EU von rund 800 Millionen Euro sichern und weiters ein kompaktes Team von hochqualifizierten Mitarbeitern zusammenstellen.
Mit großer Genugtuung, aber auch etwas bewegt, hat Ezio Facchin nun angekündigt, dass seine Ziele erreicht seien und dass er somit das Amt niederlegen würde. Er erklärte sich sehr stolz, am Erfolg einiger Etappen der Brenner Basistunnel Gesellschaft mitgewirkt zu haben. Facchin verlässt das Unternehmen mit dem 30.04.2010, ein schicksalsträchtiges Datum in seinem Leben, wie es scheint: am 30. April feiert Facchin auch seinen Geburtstag, weiters wurde am 30.04.2004 der Staatsvertrag zwischen Italien und Österreich unterzeichnet.
Die Ankündigung seines Rücktrittes überrascht nur zum Teil: “Ziele und Termine waren vorgegeben”, erklärt Facchin. Über mögliche Nachfolger wird noch nicht gesprochen. „Zu gegebener Zeit wird der italienische Aktionär meinen Nachfolger bekannt geben. Ich habe meine Ziele erreicht und somit meinen Auftrag erfüllt. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich neuen Projekten, beruflichen wie privat zu widmen“, so Facchin (Pressemeldung Brenner Basistunnel BBT SE, 29.03.10).

RechteckÖVP rückt von ÖBB-Großprojekten ab
ÖVP-Verkehrssprecher Ferry Maier zieht die großen Bahntunnel-Projekte der ÖBB grundsätzlich in Zweifel und gibt damit einen neuen verkehrspolitischen Kurs seiner Partei vor. "Ich halte die derzeit gültigen Investitionsplanungen und Rahmenpläne für nicht finanzierbar, nicht leistbar und damit höchst problematisch. Ich meine damit den Brenner-Basistunnel, Koralmtunnel und auch einige andere Projekte", sagt Maier im kommenden Montag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend".
Konkret verlangt er vom neuen ÖBB-Vorstand Christian Kern, "dass diese Projekte nochmals nach betriebwirtschaftlichen Überlegungen durchgedacht werden", denn: "Es stellt sich die Frage, wer nach Fertigstellung die laufenden Betriebskosten zahlt. Das ist doch eine tickende Zeitbombe - ebenso wie die Tatsache, dass bei Großbauvorhaben die prognostizierten Kosten locker um sechzig bis achtzig Prozent überschritten wurden. Das was da passiert, ist höchst fahrlässig", sagt Maier, neben seiner Funktion als ÖVP-Verkehrssprecher auch Raiffeisen-Generalsekretär.
"Wenn Kern keine Antworten auf diese Fragen findet, sollte er seinen Job besser gleich wieder zurücklegen", rät Maier. Die Entscheidungen zum Bau seien in einer Zeit gefallen, in der man von anderen Wirtschaftsprognosen ausgegangen sei, jetzt sollten aber "in den AGs der ÖBB derartige Projekte nochmals auf den Prüfstand gestellt werden".
Das Projekt Brennerbasistunnel, bei dem laut offiziellen Schätzungen mittlerweile von acht Milliarden Euro Baukosten und 3,5 Milliarden Finanzierungskosten ausgegangen wird, zieht Maier auch aus bilateralen Gründen in Zweifel. "In Wahrheit herrscht in Italien totale Ratlosigkeit punkto Finanzierung. Die Italienische Bahn soll auch wirtschaftliche Probleme haben. Der deutsche Verkehrsminister will nicht mitzahlen und nicht einmal die Anschlussstrecken bereitstellen. Der Schweizer Lötschbergtunnel zieht das Geschäft ab und wird eine bedeutende Konkurrenz sein."
Kein gutes Haar lässt Maier auch am Management der Bahn. "Kern tut mir leid" sagt er, denn "er muss mit einer Mannschaft arbeiten, die den hohen Ansprüchen nicht gerecht wird. Es sind nicht die besten Leute auf den wichtigen Posten, viele Jobs sind nur mittelmäßig besetzt. Es ist auch unverständlich, dass im vergangenen Jahr insgesamt 1700 Leute abgebaut und gleichzeitig 2200 eingestellt wurden. Umschulungen wurden scheinbar gar nicht angedacht. Unter den 42.000 Eisenbahnern müssten sich doch etliche finden, die sich gern umschulen lassen", glaubt Maier, der die ÖBB schon - fast - aufgegeben hat: "Dass wir uns aus dem Aufsichtsrat zurückziehen, ist durchaus in Diskussion. Das steht im Raum. Schließlich gehen die Entwicklungen in eine andere Richtung als ursprünglich beschlossen." (Pressemeldung trend Redaktion, 29.03.10).

RechteckSchienen-Control begrüßt NR-Beschluss zu mehr Rechten für Bahnkunden
Mit dem Beschluss des Nationalrats wird Opfern von Verspätungen im Bahnverkehr das Recht auf Entschädigung zugestanden. Weiterer Effekt des Beschlusses: Die unabhängige Regulierungsbehörde für den Eisenbahnverkehr, die Schienen-Control GmbH, kann die betroffenen Fahrgäste nun auch stärker dabei unterstützen, dieses Recht durchzusetzen. Denn der unabhängigen Regulierungsbehörde wurde neben ihrer bisherigen Aufgabe als Schlichtungsstelle auch die Funktion der staatlichen Beschwerdestelle übertragen.
Mag. Ursula Zechner, neue Geschäftsführerin der Schienen-Control GmbH, begrüßt die zusätzlichen Kompetenzen: „So sind wir die Schlichter am Markt, aber auch die Ombudsleute der Fahrgäste. Die Fahrgäste ersparen sich den kostspieligen und zeitaufwendigen Gerichtsweg“.
Dies entspreche ihrem Selbstverständnis als Eisenbahnregulator: „Will die Schiene als Verkehrsträger attraktiv sein, dann braucht sie zufriedene Kunden. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, an der Steigerung von Qualität, Service, Pünktlichkeit und Effizienz der Bahn mitzuarbeiten“, betont Zechner. Österreich zählte mit der Einführung der Schlichtungsstelle für Bahnkunden schon im Jahr 2006 zu den europäischen Vorreitern bei den Fahrgastrechten. Das jetzt beschlossene Gesetz sei ein absolut notwendiger Schritt für eine bessere rechtliche Stellung der Fahrgäste, so Zechner weiter. Dem Schritt nach vorn sollen weitere folgen. Nach ersten Erfahrungen mit den neuen Fahrgastrechten in der Praxis sei noch Raum für weitere Verbesserungen.“ (Pressemeldung Schienen-Control Gmbh, 29.03.10).

RechteckRail Cargo Austria fährt in Slowenien
Rail Cargo Austria (RCA) ist mittlerweile, was die beförderten Gesamtgütermengen betrifft, die Nummer 2 unter den Europäischen Güterbahnen. Durch die strategisch geplante Internationalisierung fahren eigene Züge von RCA heute in Österreich, Ungarn, Italien, Deutschland, Rumänien und Slowenien. In Bulgarien und in der Slowakei verfügt RCA bereits über notwendige Sicherheitsbescheinigungen.
Die ÖBB-Güterverkehrstochter ist die in Mittel- und Südosteuropa die Nummer 1 im Schienengüterverkehr.
Seit Ende 2008 betreibt RCA in Laibach eine eigene Niederlassung. Bereits im März 2009 hat RCA mit der Ausstellung der Sicherheitsbescheinigung in Slowenien den Betrieb als Eisenbahnverkehrsunternehmen aufgenommen. Eine externe Auditierung durch Quality Austria bestätigt nun die hervorragende Arbeit von RCA in Slowenien. Das Unternehmen erhielt vier Zertifikate für die Bereiche Qualität, Umwelt, Arbeitsmedizin und Sicherheitsmanagementsystem (ISO 9001:2008, OHSAS 18001:2007, ISO 14001:2004 und SMS gem. EU Richtlinie 2004/49/EG).
"Die externe Auditierung in Slowenien ist für uns der Beweis, dass unsere Internationalisierungsstrategie erfolgreich umgesetzt wird. Die 23 Mitarbeiter am Standort Laibach haben bisher hervorragende Arbeit geleistet und RCA in Slowenien auf Schiene gebracht", freut sich RCA-Vorstand Ferdinand Schmidt bei der Zertifikatsverleihung durch Quality Austria am 24. März in Laibach.
Elektrotriebfahrzeuge der Reihe 1216 und Dieseltriebfahrzeuge der Reihe 2016 Hercules sind in Slowenien für RCA im Einsatz. 23 Mitarbeiter –Triebfahrzeugführer, Wagenmeister, Techniker und Ingenieure - sorgen für einen reibungslosen Betrieb. Als 2009 der eigenständige Schienengüterverkehr in Slowenien aufgenommen wurde, verfügte RCA über täglich acht internationale Zugtrassen auf der Relation Villach - Jesenice - Koper und retour. Die Leistung im Vorjahr in Zahlen: 280.000 gefahrene Zugkilometer und 677.000 Tonnen transportierte Fracht, das ergibt gesamt 149.000.000 Nettotonnenkilometer.
2010 wurde bei der Agentur für Eisenbahnverkehr der Republik Slowenien 22 Zugtrassen erfolgreich beantragt. Neue Relationen sind: Koper - Hodoš - Budapest und retour, Koper - Šentilj/Österreich und retour, Villach - Rijeka und retour, Verona, Cervignano/Italien - Hodoš - Budapest und retour sowie Cervignano (Italien) - Dobova und retour. RCA bereitet in Richtung Osten über Zagreb und Belgrad weiter nach Griechenland, die Türkei und das Schwarze Meer weitere Transportrouten vor (Pressemeldung ÖBB, 26.03.10).

RechteckKinder laufen über die Inntalbahn-Baustelle
Foto ÖBB
„Mir stehen die Haare zu Berge“, zeigt sich Roland Vogltanz fassungslos. Vogltanz betreut als Umweltkontrolleur die Baustellen für die neue Unterinntalbahn. „Sogar Kinder am Weg zur Schule haben wir in den vergangenen Tagen zwischen den Schwerfahrzeugen von der Baustraße bei Baumkirchen geholt.
Das schöne Wetter und die vermeintlich unspektakuläre Bautätigkeit verleiten viele, nördlich der Bahngleise über die Baustraße eine Abkürzung zwischen Baumkirchen und Fritzens zu nehmen. Doch Roland Vogltanz warnt: „Der Schein trügt, die Rampe in Baumkirchen ist eine Hauptschlagader der Baustellenversorgung.“
Betonfahrzeuge und schwere Baumaschinen sind zu jeder Tageszeit auf den Baustraßen unterwegs. Die Lenker der Baufahrzeuge rechnen allerdings nicht mit Privatverkehr und Fußgängern, heikle Situationen sind so praktisch vorprogrammiert. Vogltanz: „Wer die Hinweisschilder missachtet und die Baustelle betritt, der gefährdet sich und andere.“ Die ÖBB ersucht auch die Eltern, ihre Kinder auf die Gefahren der Baustelle hinzuweisen.
In wenigen Wochen ist bei Baumkirchen nochmals vorübergehend mit intensiver Bautätigkeit und entsprechendem Verkehr zu rechnen. Die ersten Gleisbauarbeiten im Tunnel Fritzens – Baumkirchen erfordern einen permanenten Zulieferbetrieb. Die Wegverbindung nördlich der Gleise wird noch bis 2012 für die Baustellenversorgung benötigt. Die ehemalige Baustraße südlich der Gleise wird voraussichtlich ab Ende Sommer für Radfahrer und Fußgänger freigegeben.
2012 wird die neue Unterinntalbahn zwischen Kundl und Baumkirchen in Betrieb gehen. Als Teil des Brenner Korridors München – Verona bietet die neue Bahn der Transportwirtschaft zusätzliche Kapaziäten für umweltfreundliche Schienentransporte. Der Schienengüterverkehr wird überwiegend unterirdisch geführt. Anrainer der bestehenden Bahnanlagen können eine wirksame Entlastung vom Verkehrslärm erwarten. Neue Chancen ergeben sich auch für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (Pressemeldung ÖBB-Infrastruktur AG, 25.03.10).

RechteckMehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen durch Überwachungskameras
Die Novelle zum Eisenbahngesetz, die am 24.03.10 im Nationalrat zum Beschluss vorliegt, bringt auch Verbesserungen für die Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen. Es wird analog zur StVO die rechtliche Möglichkeit für den Einsatz von Überwachungskameras geschaffen. Konkret sind in Zukunft in zwei Fällen Aufzeichnungen erlaubt: bei Übertretung des Anhaltegebots durch Rotlicht und bei Überschreitung von Geschwindigkeitslimits.
Für Infrastrukturministerin Doris Bures ist die Erhöhung der Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen nach wie vor ein Schwerpunktthema. Im Vorjahr kam es zu 167 Unfällen auf Eisenbahnkreuzungen, dabei starben 14 Menschen, 35 wurden schwer, 56 leicht verletzt. "Immer noch passieren zu viele Unfälle auf Eisenbahnkreuzungen. Daher dürfen wir hier nicht nachlassen. Das ist eine gemeinsame Verantwortung von Bund und Eisenbahnunternehmen, Ländern und Gemeinden", betont die Ministerin.
Das ist ein weiterer Schritt zu mehr Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen, nachdem bis Ende 2009 52 Kreuzungen mit besonderer Unfallhäufigkeit ("Hot spots") abgesichert wurden. Neben dem Hot-spot-Programm wurden 2009 über den ÖBB-Rahmenplan 37 Eisenbahnkreuzungen aufgelassen und 18 technisch gesichert. Außerdem sind im Vorjahr 1.900 nicht-technisch gesicherte Eisenbahnkreuzungen mit den neuen, reflektierenden und damit besser sichtbaren Andreaskreuzen ausgerüstet worden.
Der Abänderungsantrag ist mit Gemeindebund, Wirtschaftskammer und Eisenbahnunternehmen sowie mit dem Innenministerium, was das Strafgeld betrifft, und dem BKA hinsichtlich Datenschutz abgestimmt. Analog zur StVO gelten bei der Überwachung von Eisenbahnkreuzungen strenge datenschutzrechtliche Bestimmungen.
Hintergrund: Österreich weist einen außerordentlich hohen Bestand an Eisenbahnkreuzungen auf, durchschnittlich gibt es pro Schienenkilometer eine Kreuzung mit einer Straße, auf dem Nebenbahnnetz sogar alle 500 Meter. Im EU-Schnitt quert alle 2 Kilometer eine Straße die Schiene.
Die ganz überwiegende Unfallursache auf Eisenbahnkreuzungen ist Unachtsamkeit der Straßenverkehrsteilnehmer. Und: Wie aus einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit vom Juni des Vorjahrs hervorgeht, ist den Straßenverkehrsteilnehmern die Gefahr noch zu wenig bewusst.
Laut KfV-Umfrage würde jeder Dritte trotz geschlossener Halbschranken die Eisenbahnkreuzung überqueren, wobei 36 Prozent davon nicht länger als fünf Minuten warten würden. Bei rotem Lichtsignal ist sogar beinahe jeder Zweite (45%) bereit, die Wartepflicht vor der Eisenbahnkreuzung zu missachten und die Eisenbahnkreuzung dennoch zu überfahren. Mehr als ein Drittel (35%) hat bereits einmal einen Bahnübergang bei sich senkendem Schranken überquert (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 25.03.10).

RechteckNationalrat diskutiert über mehr Rechte für Fahrgäste im Eisenbahnverkehr
Am 24.03.10 stand im Nationalrat das von Verkehrsministerin Doris Bures vorgelegte Gesetz zur Verbesserung der Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr auf der Tagesordnung. Im Fernverkehr gibt es durch die Verordnung der Europäischen Union (EU) ab einer Verspätung von einer Stunde 25 Prozent des Fahrpreises retour, ab zwei Stunden 50 Prozent. Die österreichische Regelung, die über die EU-Verordnung hinausgeht, sieht nun auch im Regionalverkehr für alle Jahreskartenbesitzer eine finanzielle Entschädigung bei Verspätungen vor. "Mit der Umsetzung dieses Gesetzes rücken die Interessen der Fahrgäste stärker ins Zentrum. Qualität, Verlässlichkeit und Pünktlichkeit müssen im öffentlichen Verkehr im Vordergrund stehen", betonte die Ministerin.
Konkret gibt es für Jahreskartenbesitzer mindestens zehn Prozent Entschädigung, wenn im Jahresschnitt auf der jeweiligen Strecke nicht mindestens 90 Prozent Pünktlichkeit erreicht wird. Als pünktlich gilt ein Zug, wenn er nicht mehr als 5 Minuten vom Fahrplan abweicht. Mit Ablauf der Jahreskarte bekommen die Fahrgäste automatisch für jene Monate, in denen die vorgegebene Pünktlichkeit nicht eingehalten wurde, eine Gutschrift oder einen Gutschein.
Die Infrastrukturministerin sieht in dieser Regelung einen starken Anreiz für die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), Pünktlichkeit und Serviceleistungen zu steigern. Vor allem nach den Problemen im Vorjahr auf der Wiener Schnellbahn sei es wichtig, das Vertrauen der Fahrgäste wieder zu gewinnen. Dahin gehen auch die Vorgaben der Ministerin an das Management der ÖBB:
1. Pünktlichkeit erhöhen (Nahverkehr 90 Prozent, Fernverkehr 80), mehr Sauberkeit, Verlässlichkeit;
2. mehr Güterverkehr auf die umweltfreundliche Schiene (von 30 auf 40 Prozent mit großen Achsen);
3. zügige Umsetzung der Investitionen in die Infrastruktur - beschäftigungswirksam, mit geringstmöglichen Auswirkungen auf den Bahnverkehr.
Die Regelungen im Detail:
• Laut EU-Verordnung erhält der Fahrgast ab 60 Minuten Verspätung eine Entschädigung von 25 Prozent des Fahrkartenpreises. Ab 120 Minuten sind es 50 Prozent des Fahrkartenpreises.
• Die Bahnunternehmen im Fernverkehr sind überdies verpflichtet, bei Verspätungen von mehr als einer Stunde den Fahrgästen Erfrischungen und Mahlzeiten anzubieten, sofern sie im Zug oder im Bahnhof verfügbar oder vernünftigerweise lieferbar sind.
• Weil die EU-Verordnung auf den Fernverkehr zugeschnitten ist, hat sich die Verkehrsministerin dafür entschieden, für den Regionalverkehr eine eigene Regelung zu erlassen, die vor allem den Pendlerinnen und Pendlern zugute kommt.
• Inhaber von Jahreskarten erhalten mindestens 10 Prozent Entschädigung, wenn das Bahnunternehmen auf einer Strecke den vorher festgelegten Pünktlichkeitsgrad unterschreitet.
• Der jeweils für eine Strecke geltende Pünktlichkeitsgrad wird von den Eisenbahnunternehmen festgesetzt und vom Schienenregulator (Schienen Control Kommission) nach strengen Kriterien überprüft.
• Auf den Strecken der ÖBB wird 2010 der Pünktlichkeitsgrad mit 90 Prozent festgelegt.
• Die Pünktlichkeit wird laufend erfasst. Mit Ablauf der Jahreskarte bekommen die Inhaber von Jahreskarten automatisch für jene Monate, in denen der festgesetzte Pünktlichkeitsgrad unterschritten wurde, eine mindestens 10-prozentige Entschädigung
(Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 25.03.10).

RechteckSchutz für Pendlerzüge auch nach Liberalisierung im Personenverkehr
Auf der Schiene gibt es schon seit längerem einen EU-weit offenen Marktzugang im Güterverkehr. Eine EU-Richtlinie schreibt die Liberalisierung auch für den Personenverkehr vor. Die Umsetzung in Österreich erfolgt durch die heutige Novelle zum Eisenbahngesetz.
Im Kern geht es dabei um den diskriminierungsfreien Zugang zum Schienennetz für grenzüberschreitende Personenzüge.
In der Novelle zum Eisenbahngesetz werden jetzt die Rahmenbedingungen so festgelegt, dass neue grenzüberschreitende Personenzüge die Leistungen der Pendlerzüge nicht beeinträchtigen dürfen. Die Regulierungsbehörde (Schienen Control Kommission mit Hilfe der Schienen Control GmbH) muss darauf achten, dass nicht das wirtschaftliche Gleichgewicht für die Züge mit gemeinwirtschaftlichem Auftrag gestört wird und sie somit ihre Leistungen unvermindert erbringen können (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 25.03.10).

RechteckTriebwagen der Haager-Lies sind startklar
Foto Andreas Stahrl
Vertreter der ARGE HAAGER-LIES statteten dem Technischen Service Werk der ÖBB in Linz einen Besuch ab, und überzeugten sich von der baldigen Fertigstellung des bei einem Unfall am 12. Jänner 2009 schwer beschädigten Haager-Lies Triebwagen.
Der Triebwagen wird bald wieder einsatzbereit sein, und somit stehen der Haager-Lies in Kürze wieder zwei aufbereitete Triebwagen zur Verfügung. Es fehlt einzig und allein am politischen Willen, sich für die Haager-Lies einzusetzen und Schienenverkehr in der Hausruckregion wieder möglich zu machen. Mit Investitionen in der Höhe von 1 Mio. EURO + Taktverkehr könnte sie sogar in kürzester Zeit attraktiviert und beschleunigt werden, und man würde eine Fahrgaststeigerung wie auf der Vorchdorfer- oder Attergaubahn erreichen.
Geld, von dem die gesamte Hausruckregion profitiert und sanften Tourismus wieder ermöglicht: Hausruckexpress zur Landesausstellung 2010, Bahnradrundreisen, Westernüberfälle, Messeverkehr, u.a.m.
(Pressemeldung Arge Haager-Lies, 25.03.10).

RechteckUniversal-Servicearbeitsstand für Schienenfahrzeuge im ÖBB-Werk Jedlersdorf
Foto ÖBBFoto ÖBB
Franz Seiser, Geschäftsführer ÖBB-Technische Services und Gerald Anderwald, Standortleiter TS-Werk Jedlersdorf (von rechts) vor dem neuen Universal-Servicearbeitsstand. Fotos ÖBB.
Mit Jahresbeginn wurden in der hochmodernen ÖBB-Multifunktionswerkstätte in Wien Jedlersdorf weltweit die beiden ersten Universal-Servicearbeitsstände in Betrieb genommen. „Der erste Entwurf entstand auf einem simplen Tischtuch, das Resultat ist beeindruckend. Mit den gemeinsam von der ÖBB-Technische Services GmbH und Windhoff Bahn- und Anlagentechnik GmbH entwickelten Universal-Servicearbeits-ständen wird ein neues Kapitel der Instandhaltung von Schienenfahrzeugen aufgeschlagen“, so Franz Seiser, Geschäftsführer der ÖBB-Technische Services GmbH.
Der neu entwickelte Arbeitsstand kann einen vierteiligen, 116-Tonnen schweren Talent-Nahverkehrszug mühelos anheben und auch trennen. Das Besondere daran: Ein moderner Talent-Triebwagen verfügt über so genannte Jakobs-Drehgestelle, auf die sich zwei aufeinanderfolgende Fahrzeuge gleichzeitig abstützen. Dieses Drehgestell befindet sich direkt unter dem Übergang zweier fest verbundener Fahrzeuge, wodurch beim Anheben und anschließendem Trennen der Wagen neue Techniken angewendet werden müssen. Selbstverständlich kann der neue Arbeitsstand aber auch Schienenfahrzeuge mit zwei Drehgestellen pro Wagen heben und trennen.
Der Universal-Servicearbeitsstand ermöglicht wirtschaftliches, ergonomisches und sicheres Arbeiten auf drei Ebenen gleichzeitig – unterhalb des Wagens, im Wagen sowie am Dach. Diese Arbeitsstände sind weltweit einzigartig und schaffen die Voraussetzung für optimale Instandhaltung und höchstmögliche Verfügbarkeit der Schienenfahrzeuge durch kürzere Standzeiten. Die ersten beiden Anlagen weltweit wurden Anfang 2010 im ÖBB-Werk Jedlersdorf in Betrieb genommen.
Das Werk Jedlersdorf ist der drittgrößte Standort der ÖBB-TS GmbH österreichweit und der größte in Wien. Mit einem Investitionsvolumen von 16,4 Millionen Euro wurde aus einer reinen Güterwagenwerkstätte eine moderne Multifunktionswerkstätte geschaffen, in der Züge am aktuellsten Stand der Technik gewartet werden.
Neben der Wartung und Instandhaltung von Güterwagen und der kompletten S-Bahn-Flotte österreichweit (188 Talent-Nahverkehrszüge, 119 S-Bahn-Garnituren der Reihe 4020) gehört zu den Aufgaben dieses Standorts auch die Wartung von Komponenten (Klimaanlagen, Fahrzeugelektronik, Vacuum-WCs und Bremsbauteile) und die Fertigung der railjet-Kabelkanäle (Pressemeldung ÖBB, 19.03.10).

RechteckBericht über "Gemeinwirtschaftliche Leistungen der ÖBB und Privatbahnen 2008"
Verkehrsministerin Doris Bures hat am Mittwoch im parlamentarischen Verkehrsausschuss den Bericht über "Gemeinwirtschaftliche Leistungen der ÖBB und Privatbahnen 2008" erläutert. Diese gemeinwirtschaftlichen Leistungen dienen dazu, die Tarife für die KundInnen attraktiv und leistbar zu gestalten, das hohe Niveau im öffentlichen Schienennahverkehr aufrecht zu erhalten sowie den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern - und die Bahn somit zu DEM umweltfreundlichen Verkehrsmittel der Zukunft zu machen. 2008 hat der Bund gemeinwirtschaftliche Leistungen von ÖBB und Privatbahnen in der Höhe von 674 Mio. Euro bestellt.
Mit diesen Mitteln werden konkret finanziert: - bestellte gemeinwirtschaftliche Leistungen wie gestützte Pendlertarife, gestützte Vorteilskarten (dzt. 1,8 Mio. Karten) für SeniorInnen, StudentInnen, Familien und Menschen mit besonderen Bedürfnissen - eines der wichtigsten Projekte zur Verlagerung des Güterverkehr von der Straße auf die Schiene - die Rollende Landstraße - Förderungen für spezielle Güterverkehre wie gefährliche Gütertransporte.
"Attraktive Tarife für die KundInnen und eine weitere Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die umweltfreundliche Schiene - das sind ganz zentrale Vorhaben für den öffentlichen Verkehr, die wir seitens des Bundes auch mit der Finanzierung gemeinwirtschaftlicher Leistungen sicherstellen", so die Verkehrsministerin (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 18.03.10).

RechteckÖBB-Investitionspaket ist eine Konjunkturlokomotive in Salzburg
Foto ÖBB
Investitionen in die S-Bahn Salzburg bringen eine enorme Wertschöpfung für die Region: jeder investierte Euro rollt 4,6 mal in die regionale Wirtschaft zurück. Föto ÖBB.
Die Bauprojekte der ÖBB bringen nicht nur mehr Komfort und ein besseres Angebot für Bahnkunden, sie sind auch für Österreichs Wirtschaft enorm wichtig. Das belegen neue Untersuchungen des Instituts für Höhere Studien (IHS), des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) und von Joanneum Research, die am 16.03.10 in Salzburg von Andreas Matthä, Vorstandssprecher der ÖBB-Infrastruktur AG, und Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, präsentiert wurden.
Die zentralen Ergebnisse: Die ÖBB-Investitionen für Neubauprojekte belaufen sich im Bundesland Salzburg auf rund 590 Mio. Euro. Zusätzliche werden laufend Instandhaltungsarbeiten in Millionenhöhe durchgeführt. Diese Investitionen sichern und schaffen jährlich rund 2.500 Arbeitsplätze. Mit der Bahninfrastruktur erhalten die Kunden ein modernes, komfortables Verkehrsangebot, es werden nachhaltige Werte geschaffen und die Salzburger Wirtschaft bekommt wichtige Impulse.
Die ÖBB investieren in laufende Großprojekte im Bundesland Salzburg mehr als eine halbe Milliarde Euro. Der Umbau des Salzburger Hauptbahnhofs mit einem Investitionsvolumen von 275 Mio. Euro führt die Liste an, gefolgt von dem S-Bahn Ausbau zwischen Hauptbahnhof und Freilassing. Alleine für den „Westast“ der S-Bahn werden 202 Mio. Euro investiert. Das Land Salzburg beteiligt sich an den Kosten mit 20 Prozent.
Aber auch die Baumaßnahmen im Rahmen des Konjunkturpakets, wie der geplante Bau der Haltestellen in Hallwang-Elixhausen und die Unterführung in Seekirchen, haben positive Auswirkungen nicht nur auf die Bahnkunden, sondern auf die gesamte Region. Alleine für Instandhaltungsarbeiten werden heuer im Bundesland rund 68 Mio. Euro investiert.
Heuer werden in Salzburg 2.500 Arbeitsplätze durch ÖBB-Investitionen gesichert. Die neue Studie zeigt, dass die Investitionen während der Bauphase, aber auch in der Betriebszeit eine enorme Auswirkung auf den Arbeitsmarkt haben. Betrachtet man die Periode von 2009-2013, so schafft bzw. sichert der Umbau des Hauptbahnhofs jährlich 750 Arbeitsplätze. Der Westast der S-Bahn gibt immerhin mehr als 300 Menschen pro Jahr einen Arbeitsplatz. Die Neubauprojekte der ÖBB sind Grund dafür, dass 1.150 Menschen im Bundesland ein Beschäftigungsverhältnis haben. „Die ÖBB-Investitionen in Neubau, Ausbau und Instandhaltung sichern oder schaffen heuer im Bundesland Salzburg rund 2.500 Arbeitsplätze“, so ÖBB-Vorstand Andreas Matthä.
Die Infrastruktur-Investitionen stärken den arbeitsmarktpolitischen Kurs des Landes Salzburg, die Wirtschaft bestmöglich bei der Sicherung bestehender und der Schaffung neuer Arbeitsplätze zu unterstützen", erklärte Landeshauptfrau Burgstaller. Es sei daher auch kein Zufall, dass Salzburg bei den Arbeitsmarktdaten seit Jahren immer an vorderster Stelle liege und mittlerweile im Österreichvergleich wieder an erster Stelle liege, so Burgstaller.
Die beiden Großprojekte S-Bahn Salzburg und Umbau Hauptbahnhof befinden sich im Zentralraum. Doch auch im Pinzgau stehen wichtige Wirtschaftsimpulse durch ÖBB-Projekte bevor. „Wir haben das Wasserkraftwerksprojekt Tauernmoos bereits zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Wenn das Verfahren rasch abgewickelt wird, könnten wir ab dem kommenden Jahr 170 Mio. Euro in den Kraftwerksbau investieren“, so Andreas Matthä. Die beiden Pinzgauer Bahnhöfe Bruck-Fusch und Taxenbach-Rauris werden um insgesamt 15 Mio. Euro bis Jahresende erneuert.
Mit ihren Infrastruktur-Investitionen lösen die ÖBB umfangreiche Investitionen bei Unternehmen und in der Folge auch Konsumausgaben bei deren Mitarbeitern aus. Zudem entstehen durch den Betrieb der neuen Infrastruktur beachtliche Wertschöpfungspotenziale. Ein investierter Euro erzielt dadurch eine volkswirtschaftliche Wertschöpfung von 2 Euro. Betrachtet man das gesamte Investitionsprogramm der ÖBB werden gemäß Rahmenplan 2009 – 2014 rund 34 Mrd. Euro investiert. Durch den Bau und Betrieb dieser Investitionen entsteht eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 72 Mrd. Euro.
Neben den positiven Effekten auf das BIP und dem Multiplikator-Effekt in der Wirtschaft bewirken die ÖBB-Investitionen auch hohe Rückflüsse an Steuern und Sozialabgaben. Bereits während der Bauphase fließen 50 bis 55 Prozent der Investitionssumme als Einnahmen (Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge) in den Staatshaushalt zurück. Die steuerlichen Rückflüsse in der Bau- und Betriebsphase von ÖBB-Anlagen liegen bei ca. 80 Prozent. Das heißt, dass mehr als drei Viertel der Investitionen über das Steuersystem wieder an die öffentliche Hand zurück fließen (Pressemeldung ÖBB, 18.03.10).

RechteckMillionster Container mit Holzhackschnitzeln in Gratkorn
In Gratkorn befindet sich Österreichs bedeutendster Umschlagplatz der Papierindustrie. Holzhack-schnitzel sind der wichtigste Rohstoff für die Produktion von Papier. Seit 2004 setzt die Firma Sappi am Standort Gratkorn auf den innovativen Spezialcontainer der steirischen Innofreight-Gruppe. Rail Cargo Austria wickelt die Schienengütertransporte ab.
Am Freitag wurde der millionste Container mit Holzhackschnitzel entladen. Beim Jubiläum waren Infrastrukturministerin Doris Bures und der steirische Landeshauptmann Franz Voves als Ehrengäste dabei. "Österreich zählt in der EU heute schon zu den Besten im Schienengüterverkehr. Und wir wollen noch besser werden, noch mehr Transporte von der Straße auf die umweltfreundliche Schiene holen. Innovative Transportsysteme wie der WoodTainer leisten dazu einen wertvollen Beitrag", erklärte Bures in Gratkorn.
Landeshauptmann Voves: "Es freut mich, mit dem heutigen Jubiläumstransport zu sehen, dass steirische Unternehmen, national und international gut vernetzt, durch Forschung, Entwicklung und Innovation wirtschaftlich höchst erfolgreich in die Zukunft gehen. Nicht nur im Bereich Beschäftigung, sondern auch im Klima- und Umweltschutz wird hier ein vorbildlicher Beitrag geleistet."
Für Sappi, dem weltweit führenden Hersteller von gestrichenen Feinpapieren, hat Umweltschutz - und somit auch der Bahntransport - seit jeher hohe Priorität! Um diese Unternehmensleitlinie zukunftssicher zu gestalten, war man in Gratkorn gemeinsam mit der Papierholz Austria GmbH schon seit Längerem auf der Suche nach einem Transportsystem für Hackschnitzel, das den zukünftigen Anforderungen gerecht werden konnte: Umweltfreundlich, flexibel und robust. Nach umfangreichen Tests und Analysen von verschiedenen Systemen und Anbietern kristallisierte sich der WoodTainer von Innofreight als optimale Lösung heraus.
Nach der Grundsatzentscheidung war es notwendig, auch die werkseigenen Gleisanlagen entsprechend zu adaptieren und zu erweitern. Eine Entscheidung, die Sappi trotz erheblicher Investitionen leicht gefallen ist, da schnell klar war, welches Potenzial im Verkehr mit Containertransporten steckt. Ein Potenzial, das Sappi Gratkorn heute ermöglicht, mehr als 90 Prozent der schienenrelevanten Hackguttransporte mit der Bahn abzuwickeln.
Die steirische Innofreight-Gruppe hat vor acht Jahren mit der Entwicklung des Spezialcontainers "WoodTainer" begonnen und verfügt derzeit über 2.500 Behälter im Fuhrpark, die bei Güterbahnen wie Rail Cargo Austria, DB Schenker Rail oder SBB Cargo erfolgreich im Einsatz stehen. Allein bei RCA werden derzeit 1.200 WoodTainer im kombinierten Verkehr eingesetzt. Der Spezialcontainer ist auf die Transportbedürfnisse der Papier-, Energie-, Zellstoff- und Holzindustrie zugeschnitten und bringt durch die Kombination von Schiene und Straße als Verkehrsträger nachweisbare Leistungs- und Kostenvorteile.
"Die gute Partnerschaft zwischen den Bahnen und Innofreight macht den Erfolg aus. Die Güterbahnen können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, wir entwickeln die passenden Transportmittel und stellen diese zur Verfügung", so Wanek-Pusset, Geschäftsführer von Innofreight.
In ganz Europa wurden im Vorjahr mit dem WoodTainer vier Millionen Tonnen Schüttgüter transportiert. 200.000 Lkw-Fahrten konnten dadurch vermieden werden - mit positiven Auswirkungen auf die Umweltbilanz.
Innofreight bringt in diesem Jahr mit dem ArgoTainerXXXL und WoodTainer XS zwei weitere Spezialbehälter auf den Markt, die für nässeempfindliche Güter geeignet sind (Pressemeldung ÖBB, 15.03.10).

Rechteck IV-Präsident Sorger begrüßt Bestellung von Christian Kern
Als "Chance, die es im Sinne des gesamten Industrie- und Arbeitsstandortes zu nutzen gilt" bezeichnete der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger am 09.03.10 die personelle Neuaufstellung der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) im Rahmen der jüngsten Aufsichtsratssitzung.
Der IV-Präsident begrüßte die Bestellung von Mag. Christian Kern zum Vorstandssprecher der ÖBB-Holding. Dieser habe sich beim Verbund als Manager "ein klares Profil erarbeitet, das ihn auf die neuen Herausforderungen zweifellos gut vorbereitet".
Sorger betonte, es gelte, "Infrastrukturausbau als Zukunftsinvestition zu verstehen, die strategisch anzulegen und mit dem notwendigen Commitment auch der Politik mittel- und langfristig umzusetzen ist. Dies kommt - richtig gemacht - der Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft zugute."
Der IV-Präsident würdigte in diesem Zusammenhang auch den scheidenden ÖBB-Chef DI Peter Klugar, der das Unternehmen in schwierigen Zeiten geführt und für die Bahn wesentliche Fragen adressiert habe (Pressemeldung Industriellenvereinigung, 10.03.10).

RechteckKern und Seiser als neue ÖBB-Vorstände bestellt
Der ÖBB-Aufsichtsrat hat Christian Kern soeben zum neuen ÖBB-Chef bestellt, das berichtet oe24.at unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.
Der jetzige Verbund-Vorstand Kern erhält bei den ÖBB einen Fünf-Jahres-Vertrag und wird die Nachfolge von Peter Klugar antreten.
ÖBB-Werkstättenleiter Franz Seiser übernimmt das Vorstandsmandat von Gustav Poschalko in der Holding (Pressemeldung ÖSTERREICH, 10.03.10).

RechteckSiemens Österreich setzt auf Spirit Design bei Marktoffensive
Foto Spirit Design
Siemens Österreich hat mit Viaggio Comfort eine neue Eisenbahnplattform entwickelt, die nun weltweit vermarktet werden soll. Dazu bedarf es überzeugender Gestaltungsvorschläge für das Exterior und Interior Design möglicher Zugkonfigurationen, um potentielle Kunden auf den ersten Blick zu begeistern. Diesbezüglich verlässt sich Siemens Österreich auf Spirit Design aus Wien.
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen hat sich schon bei früheren Zugprojekten bewährt, z. B. dem Wiener CAT City Airport Train und dem ÖBB railjet. Beide Züge wurden mehrfach bei internationalen Designpreisen ausgezeichnet.
Daniel Huber, Managing Partner Product bei Spirit Design, erklärt zur Zusammenarbeit: „Wir konnten hier unsere Ideen zum Thema Zukunft der Bahn sehr gut einbringen: Der Fokus ist auf Qualität ausgerichtet, im Sinne von Komfort und Geschwindigkeit, bei gleichzeitig hoher ökologischer und ökonomischer Effizienz. Der Viaggio Comfort stellt im Gegensatz zu anderen Hochgeschwindigkeitszügen kein reines Prestigeobjekt dar; die Sinnhaftigkeit steht klar im Vordergrund, ebenso wie der Nutzen für Betreiber, Passagiere und die Umwelt. Ich denke, das zeigt den Weg in die Zukunft und wird die Bahn auf internationaler Ebene wesentlich wettbewerbsfähiger machen.“
Das Design hat nicht nur die Aufgabe, optisch zu gefallen – seine Funktion geht darüber weit hinaus. Es muss die oben genannten Attribute in eine sichtbare Sprache übersetzen, sodass die Kunden die vorteilhaften Eigenschaften des betreffenden Zuges emotional begreifen können. Außerdem unterstützt das Design die Kosten- und Ressourceneffizienz in der Produktion. Huber: „Wir arbeiten im Exterior Design mit einer sehr dynamischen, klaren und schnörkellosen Formensprache – fokussiert auf die aerodynamischen Erfordernisse und die Anforderungen der Fertigungstechnik im Assembling. Dieses Prinzip setzt sich in der Gestaltung des Innenaufbaus fort. Wir legen sehr großen Wert darauf, dass unsere Entwicklungen Hand in Hand mit den Vorstellungen der Produzenten gehen, vor allem in Bezug auf effiziente und aufwandsoptimierte Fertigung. Design ist eben nicht nur Styling, sondern trägt auch zur Ressourcenschonung und Reduzierung der Kosten bei.“ (Pressemeldung Spirit Design, 10.03.10).

RechteckRail Cargo Hungaria aus der Taufe gehoben
Vor rund 350 geladenen Gästen präsentierte gestern Abend die RCA-Tochter MÁV Cargo ihren neuen Namen. Künftig wird das Unternehmen unter dem Namen Rail Cargo Hungaria auftreten. Das ehemalige Güterverkehrsunternehmen der staatlichen MÁV wurde 2008 privatisiert. Rail Cargo Austria bekam damals als Höchstbieter den Zuschlag.
"Die Änderungen und Modernisierungen seit der Privatisierung führten unser Unternehmen in eine neue Epoche seiner Geschichte. Die Qualität unserer Dienstleistungen wurde stark verbessert, während gleichzeitig Betriebskosten erheblich reduziert wurden. Wir setzten uns neue Ziele und formulierten eine neue Mission. Struktur und Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens unterscheiden sich heute wesentlich vom Stand vor der Privatisierung. Diese positive Entwicklung nach dem Neustart unter Rail Cargo Austria unterstreichen wir nun mit der Namens- und Markenänderung", betonte Imre Kovács, Generaldirektor der Rail Cargo Hungaria Zrt. bei der feierlichen Präsentation vor rund 350 geladenen Kunden und Partnern.
Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes Rail Cargo Austria, erklärte in Budapest, dass der Konzern gemeinsam mit der ungarischen Tochtergesellschaft zum führenden Güterverkehrsunternehmen auf dem südosteuropäischen Markt wurde. Rail Cargo Austria ist mengenmäßig mittlerweile die Nummer 2 im europäischen Schienengüterverkehr. "Rail Cargo Hungaria wird eine wesentliche Rolle im kombinierten Verkehr in den Ländern Südosteuropas ausüben. Dies bedeutet eine weitere Stärkung des RCA-Konzerns am Donaukorridor. Unsere Züge fahren heute von Mailand und der Adria über Wien und Budapest bis an das Schwarze Meer und die türkische Grenze.", erklärte Macher.
Der Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung von Rail Cargo Hungaria wurde nach dem Kauf von MÁV Cargo Zrt. im Projekt "Joining Forces" gelegt. Dort wurde eine Vielzahl an Einzelprojekten gestartet, um Organisation, Prozesse und Strukturen zu optimieren, die bereits Synergieeffekte im Wert von mehreren Millionen Euro brachten. Bis 2012 werden Struktur- und Prozessverbesserungen in der Höhe von rund 50 Mio. Euro zu Buche schlagen, das Neugeschäft noch nicht mitgerechnet.
Durch die Optimierung der Verkehrsrouten gelang es beispielsweise, die Beförderungskilometer bis zu den Bestimmungsbahnhöfen um 17% zu reduzieren. Das bedeutet signifikant niedrigere Traktions- und Infrastrukturkosten und führte zu wesentlich kürzeren Beförderungszeiten. Auch die Grenzaufenthalte konnten durch Vertrauenszüge von rund zwei Stunden auf wenige Minuten reduziert werden.
Als Meilensteine müssen auch der Auf- und Ausbau einer eigenen ungarischen Traktion und die Modernisierung der Informationssysteme hervorgehoben werden. Die Rail Cargo Austria fördert die Entwicklung ihrer Tochter gemäß den Verpflichtungen im Privatisierungsvertrag mit jährlich 8,7 Milliarden HUF. In diesem Rahmen kamen 2009 11 Taurus-Lokomotiven nach Ungarn.
Das Unternehmen begann den Ausbau der SAP-Datenverwaltung und beteiligte sich an der Errichtung des Terminals Rail Port Arad, der zur Markterweiterung in Rumänien als Sprungbrett dient. Das Unternehmen wirbt seit Herbst vorigen Jahres Lokführer an. So fuhr sein erster vollständig eigener Zug (mit eigener Lokomotive und eigenem Lokführer) im Januar 2010. Im Laufe des Jahres wird die Zahl der Lokführer 100 übersteigen und die Lokflotte wird auf 29 moderne Loks erweitert (Pressemeldung ÖBB, 08.03.10).

RechteckLetzte Gleistragplatte im Arlbergbahntunnel montiert
Foto LandeckfilmFoto Landeckfilm
Martin Spiß (Baumanger) und Karl Hartleitner (Projektleiter) von den ÖBB unterstützen die Verlegung der letzten Platte. Fotos Landeckfilm.

Eines der größten sicherheitstechnischen Projekte der ÖBB-Infrastruktur AG wird im zehn Kilometer langen Arlbergbahntunnel zwischen Langen (Vorarlberg) und St. Anton am Arlberg (Tirol) umgesetzt. Im zweigleisigen Tunnel steht für den täglichen Zugfahrplan durch die Arbeiten lediglich ein Streckengleis zur Verfügung.
Am zweiten Gleis wird weiter im 24 Stunden Schichtbetrieb mit Hochdruck gearbeitet und ÖBB Projektleiter Mag. Karl Hartleitner kann heute einen weiteren Etappenschritt erfolgreich abschließen. Für die Herstellung einer festen Fahrbahn – um den Tunnel im Einsatzfall auch für Straßenfahrzeuge befahrbar zu machen – wurden in den letzten beiden Jahren je zehn m² große und rund 4,5 Tonnen schwere Einzelgleistragplatten montiert. „Mit der heutigen Verlegung der 3.716en und letzten Gleistragplatte sind die gesamten 21.000 m² des Arlbergbahntunnels mit einem straßenbahnähnlichen Gleis ausgestattet. Die Schienen liegen tiefer und können nach Fertigstellung im Dezember von Einsatzstraßenfahrzeugen problemlos befahren werden“, so ÖBB Projektleiter Karl Hartleitner.
Die Hauptvorteile einer Festen Fahrbahn sind zum bekannten und wichtigen Sicherheitsaspekt zudem die gegenüber dem herkömmlichen Gleis erheblich geringeren Erhaltungsaufwendungen. Weiters bringt diese Gleisform eine längere Nutzungsdauer sowie eine verbesserte Genauigkeit der Fahrspur und damit verbunden eine größere Laufruhe der Schienenfahrzeuge.
Für das Auslegen der einzelnen Gleistragplatten ist exaktes, millimetergenaues Arbeiten erforderlich. „Vergleichbar mit dem Zusammenstecken der einzelnen Gleisfelder bei der kleinen Modelleisenbahn im Wohnzimmer, machen wir das XXL-Format im Arlbergeisenbahntunnel mit tonnenschweren Einzelstücken“, so der ÖBB-Projektleiter. Im Vorfeld wird der Untergrund entsprechend vorbereitet, die Tragplatten werden millimetergenau aufgelegt und mit vier Spindeln pro Platte eingerichtet. Erst im Anschluss wird der Zwischenraum vom Untergrund zur Gleistragplatte mit einer hochfließfähigen Spezialbetonmasse ausgegossen. Die über 3.700 Einzelplatten wurden in Rechnitz im Burgenland erzeugt. Umweltfreundlich per Bahn mit der Rail Cargo Austria (ÖBB Güterverkehrssparte) erfolgte der Transport in 310 Einzelwaggons aus dem Burgenland ins Arlberggebiet. Ein zusammengestellter Zug mit den Gleistragplatten auf den Waggons würde eine beschauliche Zuglänge von 6,2 km ergeben. Die Materialkosten der Betonteile liegen bei rund 6,5 Mio. Euro.
Als nächster Schritt werden ab März auf dem derzeitigen Baugleis die Signal-, Funk-, Beleuchtungs- und Telekomanlagen neu errichtet. Zudem wird mit der Umsetzung zum Einbau einer „Stromschienenoberleitung“ begonnen. Die Stromschiene stellt eine neue Bauform dar, die erhaltungstechnische Vorteile bietet, weil sie sowohl stabiler als auch pflegeleichter ist. Die zusätzliche Stabilität gewinnt die Stromschiene durch mehr Aufhängungspunkte der Fahrleitung. Trag- und Zugseile für die Spannung der Fahrleitung fallen dabei weg. Außerordentliche Tunnelsperren für Erhaltungsarbeiten (Wartung und Service) können entfallen. Mit Anfang August wird das derzeitige Baugleis fertig sein und die Arbeiten wechseln auf das zweite Gleis wo ebenfalls Stromschiene und technische Anlagen bis zum Fahrplanwechsel Ende 2010 erneuert werden. Ab Mitte Dezember soll der Arlbergtunnel erstmalig nach fast 5 Jahren wieder zweigleisig befahrbar sein. Sämtliche Arbeiten finden bei laufendem Bahnbetrieb statt, daher spielt die Sicherheit der Arbeiter eine sehr große Rolle. So sind die Züge im Arbeitsbereich am Nachbargleis mit Geschwindigkeitsbeschränkung unterwegs und eigene Sicherungsposten im Einsatz. Zudem werden die Arbeiter durch eine optische und akustische Warnanlage auf herannahende Züge aufmerksam gemacht (Pressemeldung ÖBB, 02.03.10).

RechteckLetzte "aktive" HF 130 C vor Reaktivierung
Foto Gunter MackingerFoto Gunter Mackinger
Bei Gmeinder unter der Fab. Nr. 4199 im Jahr 1944 für die Deutsche Wehrmacht gebaut, kam diese Lokomotive in Diensten der ÖBB erstmals 1950 als 2092.02 in Zell am See zum Einsatz. Obwohl seit Jahren nicht mehr in Betrieb, blieb diese Lok im Stand der ÖBB und wurde zum 01.07.2008 an die Salzburger Lokalbahn verkauft.
Da für Zell a. See Tischlerhäusl im Verschub eine leistungsfähige Rangierlok benötigt wird, fiel der Entscheid für die Aufarbeitung dieser typischen Lokomotive. Neben der Hauptuntersuchung und einen neuen Kleid in SLB-Norm erhält die aktuell einzig aktive HF 130 C auch erstmals eine Vakuumbremsanlage - dies wird künftig auch den Bauzugeinsatz ermöglichen.
Rechtzeitig vor der Bausaison 2010 soll dieses Schmuckstück - jetzt als SLB Vs 51 bezeichnet - dem Betriebsdienst zur Verfügung stehen.
Nach Fertigstellung der Arbeiten soll auch die Vs 72 (ex ÖBB 2095.04) final für den Einsatz im Pinzgau auf Hochglanz gebracht werden
(Gunter Mackinger, 01.03.10).

Rechteck616 Millionen gemeinwirtschaftliche Leistungen der ÖBB im Jahr 2008
Auf rund 616 Mill. € beliefen sich im Jahr 2008 die vom Bund bestellten gemeinwirtschaftlichen Leistungen der ÖBB, jene der Privatbahnen betrugen knapp 44 Mill. €. Dies geht aus einem entsprechenden Bericht (III-115 d.B.) hervor, den Verkehrsministerin Doris Bures nun dem Parlament vorlegte.
347 Mill. € bezahlte demnach der Bund an die ÖBB für die unter dem Titel Ökobonus zusammen-gefassten geförderten Zeitkarten und diversen Halbpreispässe, der Kilometerleistungszuschuss des Quantitätsbonus wiederum schlug sich mit rund 122 Mill. € zu Buche, für den Qualitätsbonus wurden 29 Mill. € ausgegeben.
4,6 Mill. € bezahlte der Bund an die ÖBB für die Aufrechterhaltung von Nebenbahnen in Niederösterreich, im Wesentlichen die Mariazellerbahn und die Ybbstalbahn, sowie für den Betrieb der Autoschleuse durch den Tauerntunnel. Für Kombitickets, die im Rahmen der EURO 2008 zur kostenlosen Benützung der ÖBB-Züge berechtigten, wurden 4,96 Mill. € vereinbart und abgerechnet.
Was den Güterverkehr betrifft, verfolgt der Bund mit den von ihm bestellten gemeinwirtschaftlichen Leistungen das Ziel der Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene. In diesem Sinn wurden im Rahmen des Kombinierten Verkehrs 2008 seitens der Rail Cargo Austria AG 47,257 Mill. € und unter dem Titel des Gefahrengutverkehrs 62,160 Mill. € abgerechnet.
Insgesamt lag die Summe aller vom Bund bei der ÖBB bestellten gesamtwirtschaftlichen Leistungen für Personen- und Güterverkehr 2008 um rund 42 Mill. € über dem Betrag des Jahres 2007
(Pressemeldung Parlamentskorrespondenz, 26.02.10).

RechteckAktuelle Stunde zum Thema Bahnübernahme im NÖ Landtag
Der Landtag von Niederösterreich trat am 25.02.10 um 13 Uhr unter dem Vorsitz von Präsident Ing. Hans Penz zu einer Sitzung zusammen. Zu Beginn wurde eine Aktuelle Stunde zum Thema "Bahnübernahme - Chance für Niederösterreich" abgehalten.
• Abgeordneter Mag. Karl W i l f i n g (VP) sprach von einem Verhandlungserfolg von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Landesrat Mag. Johann Heuras. So würden sich in der Verkehrspolitik des Landes neue Perspektiven eröffnen. Jetzt gelte es, über die Gestaltung der 600 Kilometer Bahnstrecken nachzudenken. Seitens des Landes, des Bundes und der ÖBB würden 140 Millionen Euro hier investiert werden. Man wolle hier einen neuen Impuls geben und auch Wirtschaftsimpulse setzen. Damit im Zusammenhang stehe auch eine Umstrukturierung der NÖVOG. Organisatorisch und rechtlich würden alle Vorkehrungen getroffen, um die Versäumnisse der ÖBB auszuräumen.
• Abgeordneter Erich K ö n i g s b e r g e r (FP) sprach im Gegensatz zu seinem Vorredner von einem "enttäuschenden Übereinkommen", das nur Lippenbekenntnisse enthalte. Die ÖBB hätten die Nebenbahnen zwar schlecht geführt, seien aber "wenigstens gefahren". Von einem Erhalt der Nebenbahnen sei man momentan "meilenweit entfernt". Zuletzt merkte er an, dass neue Fahrzeuggarnituren nicht so rasch geliefert werden könnten, wie sie angekündigt wurden.
• Abgeordneter Anton K a s s e r (VP) stellte fest, dass "Mobilität" früher anders definiert wurde als es heute zu definieren sei. Der öffentliche Verkehr stehe immer in Konkurrenz mit dem Individualverkehr. Es sei ein zeitgemäßer und attraktiver öffentlicher Verkehr gefordert; es gebe nun Anlass zur Hoffnung auf eine derartige Attraktivierung.
• Abgeordneter Gerhard R a z b o r c a n (SP) meinte, dass auch er froh sei, dass in dieser Causa Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Bundesministerin Doris Bures voriges Jahr die "Notbremse gezogen" hätten. So könne man jetzt im eigenen Land die eigene Verkehrspolitik gestalten. Allerdings sei fraglich, ob die bestehenden Chancen auch genutzt werden können und wie viele Nebenbahnen am Ende fahren werden. Seiner Meinung nach sollten Gespräche mit den MitarbeiterInnen geführt werden.
• Abgeordneter Amrita E n z i n g e r (G) betonte, dass die Bahnübernahme "noch lange keine Chance für Niederösterreich" darstelle. Die CO2-Reduktion sei der VP NÖ egal. Bezüglich der Ybbstalbahn stelle sich die Frage, wer den Bedarf erhebe. Die Antwort auf viel Verkehr könne nicht noch mehr Straße heißen. Die Überlegungen zum öffentlichen Verkehr seien in Niederösterreich "in der Steinzeit stehen geblieben". Die Petition der Bürgerinitiative mit 11.000 Unterschriften müsse ernst genommen werden.
• Klubobmann Gottfried W a l d h ä u s l (FP) meinte, die Bahnübernahme sei sehr wohl eine Chance. Die Bevölkerung habe das auch geglaubt. In Wahrheit gehe es aber auch dem Land Niederösterreich wie dem Bund nur ums Zusperren. Die Zeit, in der es nur um Wirtschaftlichkeit gehe, müsse vorbei sein. Mit dem Geld, das bei der Hypo "verzockt" worden sei, könnten alle Bahnen erhalten bleiben. Das Ziel müsste die beste Lösung für alle Pendler sein.
• Abgeordneter Ing. Johann H o f b a u e r (VP) betonte, man brauche keine 11.000 Unterschriften, um etwas zu unternehmen. Niederösterreich befinde sich bereits in der Umsetzung des Pakts. Man werde individuelle Lösungen für alle Strecken anbieten. Auf der Waldviertler Schmalspurbahn etwa habe sich die wirtschaftliche Lage trotz weniger Betriebstage verbessert.
• Abgeordneter Herbert T h u m p s e r (SP) sagte, es gehe offensichtlich nicht um Ausbau und Attraktivierung, sondern um eine Politik des Zusperrens. Das sei aber ein "Holzweg", wie die Investitionen in den öffentlichen Verkehr in anderen Bundesländern zeigten. Die Bürgerinitiativen brächten Wissen, Engagement und Kreativität ein. Wenn einmal der Personenverkehr weggenommen werde, falle bald auch der Güterverkehr weg.
• Landesrat Mag. Johann H e u r a s (VP) führte aus, diese polemische Diskussion hätten sich die Menschen nicht verdient. Das Gesamtpaket sei ein riesiger Erfolg für Niederösterreich. Er bekenne sich uneingeschränkt dazu, dass es mehr Geld nur für mehr Qualität gebe. Niederösterreich habe die Nebenbahnen nicht übernommen, um sie zu sperren. Das ergebe ja keinen Sinn. Abschließend kündigte er an, in die Regionen gehen zu wollen, um gemeinsam mit den Betroffenen bestmögliche Lösungen zu finden.
• Abgeordnete Dr. Helga K r i s m e r - H u b e r (G) meinte, es seien die Mitglieder des Landtages niemals eingeladen worden, um sie über die Verhandlungen zu informieren.
• Abgeordneter Martin S c h u s t e r (VP) berichtete zu einem Antrag betreffend Änderung des NÖ Straßengesetzes 1999.
• Abgeordnete Amrita E n z i n g e r (G) kündigte an, dass die Grünen dem Antrag nicht zustimmen werden, weil hier wieder der Schwerpunkt auf den Straßen liege.
• Abgeordneter Erich K ö n i g s b e r g e r (FP) sagte, die Aufgaben für das Land hätten sich verschoben und eine Anpassung sei nötig geworden. Außerdem müssten EU-Richtlinien umgesetzt werden. Seine Fraktion halte die Novellierung für notwendig und werde ihr die Zustimmung erteilen.
• Abgeordneter Josef J a h r m a n n (SP) sprach von einer Anpassung an die Bundesregelung. Das NÖ Straßengesetz trage dem bei dieser Novelle Rechnung. Hinzu komme die Umsetzung der Richtlinien des Europäischen Parlaments. Dies sei ein notwendiger Schritt, die SP werde dem zustimmen.
• Abgeordneter DI Willibald E i g n e r (VP) betonte, seit der letzten Novellierung im Jahr 1999 habe sich die Straßenerhaltung stark verändert. Darum solle das NÖ Straßengesetz ergänzt und klarer formuliert werden. Dies betreffe z. B. die Planung von Straßen oder das Bewilligungsverfahren.
Der Antrag wurde mit Mehrheit ohne die Stimmen der Grünen angenommen
(Pressemeldung Niederösterreichische Landesregierung, 26.02.10).

RechteckArbeiterkammer will dranbleiben bei den Investitionen ins Schienennetz
"Dranbleiben bei den Investitionen ins Schienennetz", fordert AK Präsident Herbert Tumpel. "Jetzt ist nicht die Zeit für verfrühte Sparprogramme. Wer beim Ausbau der Schiene bremst, bremst auch die Erholung der Volkswirtschaft aus. Gerade in der Krise zahlen sich Investitionen ins Schienennetz dreifach aus: Sie sichern und schaffen tausende Arbeitsplätze. Ein gut ausgebautes Schienennetz sorgt für mehr Sicherheit im Schienenverkehr und gewährleistet eine effiziente Infrastruktur. Schließlich ist ein gutes öffentliches Verkehrsnetz ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz und eine Entlastung für den Straßenverkehr," betont AK Präsident Herbert Tumpel. "Deshalb muss gerade jetzt mehr und nicht weniger in die Schiene investiert werden. Die Krise ist noch nicht vorbei. Wer jetzt zu früh spart, würgt den gerade erst angesprungenen Konjunkturmotor wieder ab."
Die vorgestellte Studie des Verkehrsministeriums zeigt: 80 Prozent der Investitionskosten kommen über Steuern wieder zurück und das ausgelöste Wirtschaftswachstum ist mehr als doppelt so hoch wie die Investitionssumme. Tumpel wendet sich entschieden gegen Vorschläge der jüngsten Zeit, die Bahn zum "Sparschwein der Nation" zu machen.
Eine klare Absage erteilte der AK Präsident auch den Vorschlägen des Wirtschaftsforschungsinstitutes Wifo, möglicherweise Teile der Bahn zu privatisieren. "Vorschläge, etwa Teile der Bahn in die Abhängigkeit privater Investoren zu überführen, kann nicht im Interesse der Bevölkerung sein", so Tumpel. "Auch private Investoren wollen Geld verdienen. Für die öffentliche Hand würde das langfristig höhere Kosten bedeu-ten, die noch dazu vor allem zu Lasten der künftigen Mobilität ginge.
"Es ist kurzsichtig, wegen ein paar schneller Einnahmen wichtige Zukunftsbereichen zu verscherbeln", betonte Tumpel. Der Staat muss auch in Zukunft für die Finanzierung des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur sorgen. Die Erfahrungen mit dem PPP-Modell bei der Autobahn A5 zeigen laut Rechnungshofbericht, dass die erhofften Vorteile ausbleiben und Risiken für die Öffentliche Hand deutlich größer als erwartet sind.
Außerdem gilt: Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur wirken besser und rascher als andere Maßnahmen als Jobmotor, weil sie unmittelbar vor Ort wirken und Arbeitsplätze in der österreichischen Bauwirtschaft schaffen. Diese Investitionen erzeugen aber auch zusätzliche Wertschöpfung, schaffen Nachfrage und sie rechnen sich auch im Budget durch zusätzliche Steuereinnahmen. "Der Ausbau des Schienennetzes muss langfristig außer Streit gestellt werden", so Tumpel. "Denn nur ein lückenloses, leistungsfähiges Netz kann sicherstellen, dass der Öffentliche Verkehr weiter verbessert und damit auch Klimaschutz- und Energiesparziele erreicht werden können." (Pressemeldung Arbeiterkammer Wien, 26.02.10).

RechteckRechnungshof kritisiert Höhe der ÖBB-Sonderaktionen
Die ÖBB-Personenverkehr Aktiengesellschaft bot dem am 25.02.10 veröffentlichten Bericht "Sonderpreisangebote der ÖBB–Personenverkehr Aktiengesellschaft" des Österreichischen Rechnungshofs zufolge eine für den Kunden schwer überschaubare Anzahl von Sonderpreisprodukten - allein im Jahr 2008 241 verschiedene Angebote - an.
Ein wirtschaftlicher Nutzen dieser Produkte für die ÖBB-Personenverkehr Aktiengesellschaft war mangels Planungsrechnungen und aussagekräftiger Evaluierungen nicht nachweisbar (Pressemeldung ÖBB, 26.02.10).

RechteckÜberzogene ÖBB Kritik nützt niemandem
Der Vorstandssprecher der ÖBB Holding, DI Peter Klugar, verwehrt sich am 25.2.2010 gegen Vorwürfe, dass die ÖBB "ein finanzpolitischer Moloch" seien und dass "es in der ÖBB keine wirtschaftlichen Kriterien" gäbe.
Gerade am 24.02.10 haben die ÖBB gemeinsam mit BM Doris Bures in einer Pressekonferenz mit einer Studie des Wirtschaftsforschungsforschungsinstitutes Wifo, des Institutes für höhere Studien IHS sowie von Joanneum Research festgestellt, dass die Infrastrukturausgaben der ÖBB volkswirtschaftlich für jeden eingesetzten Euro 2,1 Euro an zusätzlicher Wertschöpfung bringen (Der LOK Report berichtete). Außerdem wurde klargestellt, dass von den Investitionen der ÖBB 80 % über Steuern an den Staat zurückfließen.
Der Ausbau der Schieneninfrastruktur wird für Österreich über die ÖBB abgewickelt. Dafür gibt es eine klare Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung mit dem BMF und BMVIT. Die Infrastrukturinvestitionen, die die Verschuldung in den nächsten Jahren erhöhen werden, sind durch diese Vereinbarung auf Basis des Rahmenplans gesichert. Mit dem aktuellen Rahmenplan sind sämtliche Investitionen bis 2014 festgeschrieben und auch ausfinanziert.
Das Unternehmen ÖBB agiert am Markt und mehr als 50% der Umsätze im Personen- und Güterverkehr stammen aus Einnahmen aus den Ticketverkäufen und Einnahmen aus Frachttransporten. Daneben erfüllen die ÖBB in den genannten Bereichen auch gemeinwirtschaftliche Aufgaben, die von der öffentlichen Hand (Bund und Länder) bestellt und finanziert werden, u.a. für günstige Pendlerkarten und für Verkehrsverlagerungen auf die Schiene im Güterverkehr.
Die Zahl der Pensionierungen ist seit 2006 deutlich gesunken. Für die Zukunft hat der Vorstand der ÖBB Vorschläge zur Anhebung des durchschnittlichen Pensionsantrittsalters gemacht. Weiters wurden Maßnahmen zur Verringerung der progniostizierten Pensionsausfwendungen vorgeschlagen.
"Diese politisch motivierten Angriffe auf die ÖBB schaden dem gesamten Wirtschaftstandort Österreich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ÖBB, die täglich rund um die Uhr ihren Dienst versehen, verdienen sich solche Aussagen nicht," hält der Vorstandssprecher der ÖBB fest (Pressemeldung ÖBB, 26.02.10).

RechteckÖBB-Bauprojekte kurbeln die Wirtschaft an
Foto ÖBB/WieserFoto ÖBB
Foto ÖBB/WieserFoto ÖBB
Peter Koren (IV-Vize-Generalsekretär), Peter Klugar (Vorstandsdirektor der ÖBB-Holding AG), Bundes-ministerin Doris Bures, Andreas Matthä (Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG), Franz Sinabell (Stv. Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung) und Richard Sellner (Institut für Höhere Studien) während der Pressekonferenz, Projekte Unterinntal und Hauptbahnhof und regionale Wachstumseffekte nach dem IHS-EAR-Modell, 2009. Fotos ÖBB/Wieser, ÖBB.
Die Bauprojekte der ÖBB bringen nicht nur mehr Komfort und ein besseres Angebot für Bahnkunden, sie sind auch für Österreichs Wirtschaft enorm wichtig. Das belegen neue Untersuchungen des Instituts für Höhere Studien (IHS), des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) und von Joanneum Research.
Die Studienautoren präsentierten am 24.02.10 gemeinsam mit Infrastrukturministerin Doris Bures und Vorständen der ÖBB die zentralen Ergebnisse: eine Milliarde an Investitionen sichert 17.000 Arbeitsplätze. Die Infrastruktur-Investitionen der ÖBB schaffen durchschnittlich das Doppelte an Wertschöpfung und Großbauprojekte wie der Hauptbahnhof Wien haben sogar einen Multiplikatoreffekt von bis zu 8. Das heißt, ein investierter Euro bringt der Wirtschaft bis zu 8 Euro an zusätzlichen Einnahmen.
"Investitionen in die Bahninfrastruktur zahlen sich mehrfach aus: für die ÖBB-Kunden, für den Wirtschaftsstandort Österreich, für den Arbeitsmarkt und für die Umwelt", so Infrastrukturministerin Bures. "Wir forcieren den Ausbau der Bahninfrastruktur in Österreich, weil wir ein starkes Bahnnetz brauchen. Mit diesen Investitionen schaffen wir die Basis für die effiziente und umweltfreundliche Mobilität von morgen."
Derzeit entsteht ein Netz an europäischen Hochleistungsstrecken, das direkte und schnellere Verbindungen quer durch ganz Europa ermöglichen wird. Durch große Ausbauprojekte wie die Westbahn, Unterinntalstrecke, Koralmbahn und Semmering Basistunnel wird Österreich perfekt in diese internationalen Bahnachsen eingebunden.
Neben dem Ausbau der großen Verkehrsachsen investiert die ÖBB-Infrastruktur AG aber auch laufend in die Erhaltung und Verbesserung der bereits bestehenden Bahn-Infrastruktur. Um Bahnhöfe zu modernisieren und das Streckennetz in Stand zu halten, werden jährlich Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 900 Mio. Euro umgesetzt. Ein bisher jedoch wenig beachteter Aspekt aller dieser Infrastruktur-Investitionen ist ihr volkswirt-schaftlicher Nutzen.
Die Highlights der Studien im Detail: Pro investierter Milliarde Euro werden in der Planungs- und Bauphase insgesamt 17.000 Arbeitsplätze geschaffen und gesichert. Rund 2,3 Mrd. Euro investieren die ÖBB jährlich in die Infrastruktur - das bedeutet rund 40.000 Arbeitsplätze pro Jahr. Neben den Unternehmen in Bauindustrie und Ziviltechnik profitieren vor allem das Baunebengewerbe und die Erzeugung elektronischer und elektrischer Ausrüstungen direkt von den Investitionen in die Bahn-Infrastruktur.
Indirekt nützen diese Investitionen aber noch viel mehr Betrieben, wie eine volkswirtschaftliche Analyse zeigt. Vor allem der Konsumgüter-Handel, weitere Dienstleistungsbereiche und Sachgütererzeuger wie etwa die Baustoffindustrie gewinnen in Folge von Infrastruktur-Projekten zusätzliche Kunden und Einnahmen.
Bahn-Infrastruktur wirkt aber weit über die Bauphase hinaus nachhaltig positiv als umweltfreundlicher und effizienter Verkehrsträger. Im Zeitraum von 30 Jahre ab Inbetriebnahme einer Bahnstrecke haben die großen Infrastruktur-Projekte der ÖBB laut der aktuellen IHS Untersuchung das Potenzial 48.500 Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern und zu schaffen. Diese werden in Schritten je nach Fertigstellung der Projekte gesichert und geschaffen.
Auch abseits vom Arbeitsmarkt zeigen die ÖBB-Investitionen eindrucksvolle positive Effekte: leistungs-fähige Bahnstrecken bieten mehr Mobilität für Menschen und Unternehmen in den Regionen. So können überregionale Märkte erschlossen werden, was wiederum Wohlstand und Wachstum in der Region sichert. Vorhandene Infrastruktur vergünstigt Transportkosten, wodurch neue Betriebsansiedelungen angezogen werden. Dementsprechend stellt die aktuelle Studie des IHS auch einen klaren Zusammenhang zwischen verringerten Bahn-Fahrzeiten und Transportkosten einerseits und gesteigertem Wirtschaftswachstum andererseits her.
Darüber hinaus wachsen mit dem Ausbau der ÖBB-Infrastruktur auch die Exportchancen heimischer Betriebe. Denn die intermodale Verknüpfung von Straße, Schiene und Wasserwegen über ÖBB-Güterterminals bietet effizienten und kostengünstigen Zugang zum gesamten europäischen Markt.
Mit ihren Infrastruktur-Investitionen lösen die ÖBB umfangreiche Investitionen bei Unternehmen und in der Folge auch Konsumausgaben bei deren Mitarbeitern aus. Zudem entstehen durch den Betrieb der neuen Infrastruktur beachtliche Wertschöpfungspotenziale. Ein investierter Euro erzielt dadurch eine volkswirtschaftliche Wertschöpfung von 2 Euro."Betrachtet man das gesamte Investitionsprogramm der ÖBB werden gemäß Rahmenplan 2009 - 2014 rund 34 Mrd. Euro investiert. Durch den Bau und Betrieb dieser Investitionen entsteht eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 72 Mrd. Euro", erläutert IHS-Studienautor Richard Sellner.
Neben den positiven Effekten auf das BIP und dem Multiplikator-Effekt in der Wirtschaft bewirken die ÖBB-Investitionen auch hohe Rückflüsse an Steuern und Sozialabgaben. Bereits während der Bauphase fließen 50 bis 55 Prozent der Investitionssumme als Einnahmen (Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge) in den Staatshaushalt zurück. Die steuerlichen Rückflüsse in der Bau- und Betriebsphase von ÖBB-Anlagen liegen bei ca. 80 Prozent. Das heißt, dass mehr als drei Viertel der Investitionen über das Steuersystem wieder an die öffentliche Hand zurück fließen.
Betrachtet man die Neu- und Ausbauprojekte der ÖBB, betragen die steuerlichen Rückflüsse ca. 100 %. Bei einzelnen Projekten, etwa dem Hauptbahnhof Wien oder dem Semmering Basistunnel Neu liegen die steuerlichen Rückflüsse sogar über 100 Prozent der Investitionssumme, weil durch diese Projekte nachhaltige Wettbewerbsvorteile für die Wirtschaft in der Region entstehen - zum Beispiel durch bessere Markterschließung oder verstärkte Kapazitäten im internationalen Gütertransport (Pressemeldung ÖBB, 25.02.10).

RechteckBau der neuen Unterinntalbahn liegt exakt im Zeitplan
Mehr als 21 Kilometer der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Kundl und Baumkirchen sind im Rohbau fertig. Die eisenbahtechnische Ausrüstung läuft auf Hochtouren. Betriebsbeginn im Dezember 2012 ist gesichert.
„Der Bahnbau im Tiroler Unterinntal ist voll auf Schiene!“ ÖBB-Geschäftsbereichsleiter Johann Herdina freut sich anlässlich der Fachmesse VIATEC über die Arbeitsfortschritte im Unterinntal. „Nachdem im vergangenen Jahr alle Hauptvortriebsarbeiten abgeschlossen wurden ist nun die eisenbahntechnische Ausrüstung voll im Gange.“ Mehr als 21 Kilometer der neuen Tunnelstrecke werden bereits zu einer der modernsten Bahnen Europas ausgebaut. Höchste Sicherheitsmaßstäbe für Reisende und Bedienstete werden dabei realisiert. Mit bis zu 230 km/h werden die Fernreisezüge ab Ende 2012 durch die Tunnels brausen, knappe Zugfolgen im Güterverkehr sichern zudem der Transportwirtschaft eine optimale Schienenverkehrskapazität.
Um höchste Sicherheitsstandards und die wirtschaftliche Nutzung der zukünftigen Trassenkapazität zu garantieren wird die Neubaustrecke mit modernster Technik ausgestattet. Dabei kommt das Zugsicherungssystem ETCS Level 2 (European Train Control System) zum Einsatz.
Alle Fahr- und Haltebefehle werden dabei per GSM-R Zugfunk von den Rechnern der Betriebsführungszentrale aus Innsbruck direkt in die Lokomotiven übertragen. Der für ganz Europa zukunftsweisende technische Standard unterstützt vor allem auch die Flüssigkeit des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs.
Die Arbeiten zum Einbau von Erschütterungs- schutzmaßnahmen, Fahrweg, Fahrleitung und anderen Komponenten weitet die ÖBB im laufenden Jahr massiv aus. Mehrere Hundert Mitarbeiter von zwei Österreichischen Bauunternehmen sind bis 2012 für die fristgerechte Fertigstellung des Vorhabens im Einsatz. Rohbauarbeiten gibt es noch in Stans, Jenbach, Münster, Wiesing, Radfeld und Kundl. Bereits fertig ausgebrochene Tunnels sind dabei mit Brandschutzbeton zu versehen, in Radfeld wird noch an einem Tunnelabschnitt in offener Bauweise gearbeitet. Die Verknüpfung von Neubaustrecke und Bestandstrecke ist in Baumkirchen bereits abgeschlossen, in Kundl und Stans werden diese Arbeiten 2011 fertig sein. Abgestimmt auf den Baufortschritt im Unterinntal laufen sowohl in Deutschland als auch in Italien Vorarbeiten zur weiteren Ertüchtigung der Achse München – Verona.
Auf der diesjährigen Fachmesse für Verkehrsinfrastruktur VIATEC in Innsbruck präsentiert die ÖBB Infrastruktur AG am 25. und 26. Februar 2010 die aktuellen Arbeitsfortschritte. Ergänzt wird die Präsentation der laufenden Arbeiten durch einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Eisenbahnachse Brenner (Pressemeldung ÖBB-Infrastruktur AG, 24.02.10).

RechteckMehr als tausend Zugfahrten täglich im Stellwerk Wien Hauptbahnhof
Im neuen Stellwerk in der Laxenburger Straße in Wien werden die Weichen und Signale für über tausend Zugfahrten täglich gestellt. Es ist somit österreichweit das Stellwerk mit der höchsten Zugfrequenz. Auch die Verkehrsleitzentrale hat ihren neuen Sitz am Standort Laxenburger Straße und überwacht von dort aus rund um die Uhr den heimischen Eisenbahnverkehr.
„Gegenwärtig werden vom Stellwerk Wien Hauptbahnhof aus 210 Weichen und 310 Signale für mehr als tausend Zugfahrten und etwa zweitausend Verschubfahrten per Mausklick gesteuert. Und das täglich, innerhalb von 24 Stunden. In dieser Dimension ist das einzigartig in Österreich. Im Endausbau werden dann täglich sogar mehr als 500 Signale fernbedient werden“, so DI Herwig Wiltberger, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG.
Am 6. Dezember letzten Jahres wurde das Stellwerk Wien Matzleinsdorf durch das neue Stellwerk in der Laxenburger Straße abgelöst. Neu errichtete Teile des zukünftigen Hauptbahnhofs – etwa Gleisneulagen und Oberleitungen – werden laufend ins neue Stellwerk Wien Hauptbahnhof integriert. Bis 2012 wird auch das Stellwerk Wien Südbahnhof (Ost) zur Gänze in das Stellwerk Wien Hauptbahnhof integriert sein.
Das Stellwerk Wien Hauptbahnhof steuert die Signale und Weichen ab Haltestelle Rennweg über Matzleinsdorf und Meidling bis Wien Atzgersdorf im Süden, sowie bis Maxing (Verbindungsbahn) im Westen und Wien Inzersdorf (Donauländebahn) im Osten.
Im Endausbau werden 375 Weichen und 514 Signale fernbedient – dann sind auch die Bereiche Wien Hauptbahnhof bis Erdberg einschließlich neuer Abstell- und Wasch­anlagen sowie Autoreisezuganlage inkludiert.
Das Stellwerk Wien Hauptbahnhof wird rund um die Uhr von sieben Mitarbeitern an Arbeitsplätzen zu je zehn Monitoren überwacht. Fünf davon dienen zur Information über Zugbewegungen, die anderen sind für den operativen Einsatz gedacht. Damit ist einerseits jederzeit ein perfekter Überblick gewährleistet, anderseits können auch dispositive Aufgaben (Stellen von Weichen und Signalen) durchgeführt werden.
Neuer Sitz der Verkehrsleitzentrale
Ebenfalls am Standort Wien Laxenburger Straße befindet sich seit kurzem der Sitz der Verkehrsleitzentrale (VLZ) der ÖBB, die zuvor am Westbahnhof untergebracht war. Deren Aufgabe ist die lückenlose Rund-um-die-Uhr-Steuerung des heimischen Eisenbahnverkehrs.
In der Verkehrsleitzentrale ist nicht nur die ÖBB-Infrastruktur AG als Schienennetz­betreiber vertreten, sondern es sind auch Mitarbeiter der Firma Mungos Sicher & Sauber GmbH und von Eisenbahnverkehrs­unternehmen – Kunden der ÖBB-Infrastruktur AG – vor Ort. Für alle seine Kunden stellt die Infrastruktur AG Arbeitsplätze zur Verfügung – derzeit sind dies die ÖBB-Personenverkehr AG, die Rail Cargo Austria AG und die ÖBB-Produktion GmbH. Somit konzentrieren sich die operativen Entscheidungsträger in der VLZ und können im Störungsfall rasch Ersatzmaßnahmen beschließen. Damit ist sichergestellt, dass bei Behinderungen die Auswirkungen auf den Bahnkunden so gering wie möglich gehalten werden können (Pressemeldung ÖBB, 22.02.10).

RechteckÖBB-Railjet mit "Kinderkrankheiten"
ÖBB-Personenverkehrsvorstand Gabriele Lutter muss beim ganzen Stolz der ÖBB, dem Renommierprodukt "railjet", "Kinderkrankheiten" diagnostizieren. "Es gibt Probleme mit der Klimaanlage und Türstörungen. Wir haben jede Woche intensive Sitzungen mit Siemens, wo diese Fragen strukturiert werden", wird Lutter im kommenden Montag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend" zitiert.
Auch spontane, ungewollte Notbremsungen auf freier Strecke kamen in den ersten Monaten des Betriebes vor. Lutter: "Solche Sicherheitsbremsungen wurden von der Software ausgelöst. Ein neues Softwarepaket befindet sich bereits im Testbetrieb. Wir hoffen, bis Juni die dafür nötigen Zulassungen zu erhalten und die Umrüstung abzuschließen."
Siemens-Sprecher Harald Stockbauer bestätigt, an der Problembehebung zu arbeiten: "Die Software wird nachgerüstet, wir sind dabei im Plan, das läuft alles ganz normal." Der Zug, der seit Fahrplanwechsel im Dezember von Wien bis Zürich fährt, kommt dort häufig mit großer Verspätung an, Grund ist, laut "trend" eine häufig verzögerte Übergabe des Zuges am Grenzbahnhof Buchs, die zu einer Nachreihung des Zuges hinter Schweizer Nahverkehrszüge führt. Nicht zuletzt dadurch ist der railjet laut "trend" wesentlich häufiger verspätet als andere ÖBB-Züge, Verspätungen um die dreißig Minuten sind an der Tagesordnung.
Lutter weiß um das Problem: "Die Verspätungen ergeben sich überwiegend aus etlichen Baustellen, die die Kapazität einschränken. Wir sind jedoch froh, dass überhaupt gebaut wird, wir sind froh, dass die Regierung Geld in die Hand genommen hat, wir bauen für die Zukunft. Einige Minuten Verspätung sichern tausende Arbeitsplätze am Bau."
Nun wird überlegt, die ambitionierten Fahrpläne den Gegebenheiten anzupassen. Lutter: "Das ist eine Möglichkeit".
Im Bahnland Schweiz rümpft man mittlerweile die Nase über den "railjet". Edwin Dutler, Präsident der Fahrgastvereinigung "pro Bahn Schweiz", nennt den Zug insgesamt "billig und lieblos gemacht"; er bemängelt unter anderem, dass die luxuriöse "Premium class" - noch über der ersten Klasse angesiedelt - "nicht premium" sei.
Die Auslastung dieser Klasse liegt, laut Lutter, bei zwanzig Prozent, das 3-Klassen-Konzept werde beibehalten. Insgesamt, so Lutter, sei sie mit dem Railjet zufrieden: "Der Zug funktioniert, kleine Fehler gibt es bei jeden Launch. Der Railjet ist am besten Weg, ein Top-Produkt zu werden."
Im Übrigen hofft sie, dass alle bestellten Züge im Gegenwert von rund 817 Millionen Euro auch tatsächlich in Dienst gestellt werden. "Die Entscheidungen sind in den nächsten Monaten in den entsprechenden Gremien zu treffen. Ich gehe davon aus, dass alle 67 bestellten Garnituren auch gekauft werden." (Pressemeldung Trend Redaktion GmbH, 22.02.10).

RechteckZielnetzdefiniton 2025 + will Netz auf wenige Hauptstrecken reduzieren
Es ist das Papier einer ÖBB-internen Arbeitsgruppe, heißt "Zielnetzdefiniton 2025 +" und macht eine absolut schlanke Figur: Das Netz der Bahn soll aus Kostengründen auf wenige Hauptstrecken reduziert werden.
In diesem Konzept fehlt, so berichtet das am Montag erscheinende Wirtschaftsmagazin "trend", beispielsweise die Franz-Josefs-Bahn nach Gmünd ebenso wie die Strecke von Wien nach Krems. Der angedachte Kahlschlag betrifft aber alle Bundesländer.
Formuliert wurde das Konzept von Vertretern der Holding AG und der Infrastruktur AG unter der Leitung der Netz- und Streckenentwicklungs Gmbh. Die Vorstände sind ebenso informiert wie das Finanz- und Infrastrukturministerium.
Kern der Überlegungen: "Schiene soll nur dort angeboten werden, wo ein Fit von Angebots- und Nachfragemerkmalen besteht". Ziel sei die "Anpassung der Anlagemenge (Strecken, Haltestellen, Bedienstellen) an die Marktnachfrage."
So sollen Strecken, auf denen nicht mindestens sechzig Stundenkilometer Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht wird, nicht ausgebaut, sondern aufgegeben werden. Stundentakt im Personenfernverkehr soll es nur mehr von 8000 Fahrgästen pro Tag aufwärts geben, Zweistundentakt ab 4000 Personen. Elektrifizierungen sollen nur mehr im Fall von dringenden Lückenschlüssen stattfinden, ansonsten gilt: "Entfall aller anderen Elektrifizierungsprojekte."
Ein endgültiges Aus verlangen die Planer für den in die Jahre gekommenen Nebenbahntriebwagen "5047", weil dieser die "Nachteile des Systems Schiene mit jenen des Systems Bus (geringe Kapazität) verbindet".
Eine Nebenstrecke soll nur noch dann bedient werden, wenn an der Endstelle "zumindest zweihundert Aus- und Einsteiger pro Tag" vorhanden sind. Zahlreiche "Projekte mit Potenzial für Reduzierung" werden aufgelistet - was einem Investitionsstopp gleich kommt.
So wird es laut "Zielnetzdefinition 2025+" die geplante Zweigleisigkeit auf der Schnellbahn nach Hollabrunn nicht geben, ebenso nicht nach Krems. Die Verlängerung der innerstädtischen Schnellbahnlinie S45 entfällt "aufgrund geringen Fahrgastpotenzials".
Diverse Maßnahmen auf Regionalbahnen sind ohnedies perdu: "Vorhaben, auf Strecken, auf denen gemäß Strategie eins kein Personenverkehr mehr angeboten werden soll, entfallen." (Pressemeldung Trend Redaktion GmbH, 22.02.10).

RechteckAndreas Fuchs neuer Finanzvorstand der ÖBB Personenverkehr AG
In der Aufsichtratssitzung vom 17. Februar 2010 wurde Andreas Fuchs, bisher Leiter der Abteilung Strategie in der ÖBB Holding AG, als neuer Finanzvorstand der ÖBB Personenverkehr AG bestellt. Andreas Fuchs wird seine neue Position mit 1. März 2010 antreten. "Ich freue mich auf die Aufgaben und Herausforderungen beim größten österreichischen Mobilitätsanbieter. Dabei werde ich auf meine langjährigen Erfahrungen in der Personenverkehrsbranche und im ÖBB-Konzern zurückgreifen" (Pressemeldung ÖBB, 18.02.10).

Rechteck 97 Prozent Pünktlichkeit bei der Wiener S-Bahn
Foto ÖBB
Die Wiener S-Bahn war im Jänner zu 96,8 Prozent pünktlich unterwegs – trotz einiger extrem kalter und schneereicher Tage, die auch eine sehr hohe Belastung für die Weichen darstellten. Im Februar beträgt die Pünktlichkeit bisher sogar über 98 Prozent.
Die Pünktlichkeit auf der Stammstrecke der Wiener S-Bahn – also jener Strecke zwischen den Bahnhöfen Floridsdorf und Meidling – hat sich auf hohem Niveau stabilisiert: Mit einer durchschnittlichen Pünktlichkeit von fast 97 Prozent im Jänner konnte das festgelegte Ziel einer mindestens 90-prozentigen Pünktlichkeit im Nahverkehr mehr als erreicht werden. Seit 1. Februar beträgt die durchschnittliche Pünktlichkeit sogar 98,6 Prozent – ein Spitzenwert, auch im internationalen Vergleich.
„Natürlich werden wir alles dran setzen, auch weiterhin einen stabilen Pünktlichkeitsgrad jenseits der 90 Prozent und idealerweise auch jenseits der 95 Prozent zu bieten – trotz Teil-Sperre des Südbahnhofs seit Fahrplanwechsel und den damit verbundenen betrieblichen Herausforderungen und Einschränkungen“, so Herwig Wiltberger, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG. Im Sommer und Herbst letzten Jahres kam es bedingt durch den Ausfall des Stellwerks Süßenbrunn und bauliche Maßnahmen zu Qualitätseinbußen im S-Bahn Verkehr.
Auch Michael Fröhlich, ÖBB-Personenverkehr AG, Leitung Regionalmanagement Ost, freut sich: „Das ist ein toller Pünktlichkeitswert und ganz im Sinne unsere Kunden, weil es zeigt dass die Bahn ein verlässliches Mobilitätsangebot auf die Schienen gestellt hat.“ Mehr als 600 Züge fahren täglich zwischen Floridsdorf und Meidling – und davon waren im Jänner durchschnittlich 97 von 100 Zügen pünktlich.
Die Stammstrecke ist die meist frequentierte Strecke Österreichs. Auf ihr fahren die Züge zur Hauptverkehrszeit im 3,5 Minuten-Takt, aber auch sonst muss durchschnittlich niemand länger als 7–8 Minuten warten. Frühaufsteher unter den rund 270.000 Fahrgästen, die werktags täglich auf der Strecke unterwegs sind, können ab 4.30 h, Nachtschwärmer bis etwa 1.30 h fahren. Sechs der insgesamt zehn Verkehrsstationen entlang der Stammstrecke garantieren Umsteigemöglichkeiten in jede U-Bahn-Linie (Pressemeldung ÖBB, 11.02.10).

RechteckRCA-Tochter ChemFreight übernimmt Standort Krems
Die ChemFreight Transport, Logistik & Waggonvermietung GmbH hat nach Prüfung durch die Wettbewerbsbehörde den Logwin-Standort Krems übernommen.
Die Übernahme des Teilbetriebes von Logwin ist die Weiterentwicklung der engen Vernetzung und langjährigen Geschäftsbeziehung der ChemFreight mit den Kunden am Chemiestandort Krems. Das Unternehmen wird dadurch zum integrierten Gefahrgutlogistiker am Standort und bietet die gesamte Logisktikspalette von Bahn, LKW, Schiff, Warehousing, Value added services (Zoll, Abfallmanagement) aus einer Hand an. Der Standort ist technisch auf dem neuesten Stand und bietet für die geplante Geschäftsexpansion optimale Voraussetzungen.
ChemFreight beförderte pro Jahr rund sieben Millionen Tonnen Produkte der Mineralöl-, Gas-, Chemie- und Düngemittelindustrie. Gesellschafter sind zu je 50 Prozent die RCA-Tochter Express-Interfracht und die Ermewa Schweiz. ChemFreight erwirtschaftete 2008 mit 38 Mitarbeitern einen Umsatz von 131 Mio. Euro (Pressemeldung ÖBB, 10.02.10).

RechteckSPÖ fordert landesweites Verkehrskonzept für Niederösterreich
"Es gilt, aus allen Detailstrecken das Beste zu machen. Ein wichtiger Schritt dazu ist die Einrichtung eines Regionalbahnenausschusses auf Landesebene unter Einbindung aller Betroffenen - Landtagsfraktionen, Gemeinden, BürgerInnen und regionale Initiativen. Diese sollen in beratender Funktion eingebunden werden", fordert LHStv. Dr. Sepp Leitner in einer Pressekonferenz und kündigt an, die Gründung eines solchen Gremiums intensiv zu betreiben: "Man muss die Regionen vor Ort einbinden und darf die Bevölkerung nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Es wurde lange genug geschlafen, jetzt haben wir die historische Chance etwas zu verändern."
Außerdem solle ein landesweites Verkehrskonzept ausgearbeitet werden, um sowohl den Personen-, als auch den Güterverkehr zu attraktivieren. "Kein anderes Bundesland weist so ein dichtes Regionalbahnnetz auf, wie Niederösterreich. Das bringt zwar Verpflichtungen mit sich, aber auch Möglichkeiten, die man im Sinne der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs nutzen sollte", so der Verkehssprecher der SPÖ NÖ, LAbg. Gerhard Razborcan.
Durch die Übernahme der Regionalbahnstrecken durch das Land NÖ dürfe es zu keiner Verschlechterung im öffentlichen Verkehr kommen, so Razborcan: "Es müssen klare Konzepte zur Modernisierung der Bahnen bzw. zur Attraktivierung des Fahrplanangebots erstellt werden, die anschließend ein gesamtheitliches Konzept für Niederösterreich bilden." Zahlreiche Beispiele aus der Ost-Region würden zeigen, dass der Personenverkehr entweder eingestellt oder wenig benützt wird, so LAbg. Razborcan weiter: "Im Zuge einer verantwortungsvollen Verkehrspolitik muss der öffentliche Verkehr für die PendlerInnen entsprechend verbessert werden. Der Beitrag zur CO2-Entlastung wäre enorm - das wäre auch ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des Kyoto-Zieles!"
"Ein wichtiger Aspekt bei den Regionalbahnen ist neben dem Personen- auch der Güterverkehr - es müssen Überlegungen angestellt werden, in wie weit beide Bereiche gebündelt werden können", so SPÖ-NÖ-Verkehrssprecher Gerhard Razborcan. Als Beispiele nannte er die Strecken Fischamend - Götzendorf und Kledering - Felixdorf, die im Güterverkehr stark genutzt werden, im Personenverkehr durch Langsamfahrstrecken aber wenig Bedeutung haben. "Hier soll in die Infrastruktur investiert werden, um eine Attraktivierung in beiden Bereichen zu erzielen!"
In NÖ nutzen laut einer aktuellen Studie des VCÖ rund 55 % der Bevölkerung keine öffentlichen Verkehrsmittel: "Das bedeutet, dass das Angebot nicht attraktiv genug ist", so Leitner: "Die ÖBB haben viele Nebenbahnstrecken jahrelang vernachlässigt, es ist klar, dass wir hier einen Lückenschluss brauchen, um bestehende Bahnlinien nicht nur zu erhalten, sondern auch zu modernisieren." Ein Beispiel sei die Verbindung von Wr.Neustadt/Leobersdorf nach St. Pölten betroffen, "hier ist eine Studie notwendig, um alle Potenziale aufzudecken", erklärt LHStv. Sepp Leitner: "Und die Franz-Josefs-Bahn ist ein wesentlicher Verkehrsstrang ins Waldviertel und daher für die PendlerInnen von großer Wichtigkeit." Er kündigte an, einen langfristigen Dialog mit Infrastrukturministerin Bures zu führen, um durch eine entsprechende Attraktivierung der Öffis in den Regionen die Abwanderung aus diesen Teilen Niederösterreichs aufgrund mangelnder Verbindungen zum Arbeitsplatz zu stoppen (Pressemeldung SPÖ-Niederösterreich, 05.02.10).

RechteckKonjunkturpaket Schiene wirkt
Das Konjunkturpaket Schiene wurde von Infrastrukturministerin Doris Bures gleich nach Amtsantritt in enger Abstimmung mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und den Bundesländern fixiert. Für die Jahre 2009 bis 2012 sind damit 700 Millionen Euro zusätzlich für Schienenprojekte verfügbar, um den wirtschaftlichen Einbruch infolge der Krise zu dämpfen und Beschäftigung zu sichern. Die Bilanz nach einem Jahr fällt positiv aus: Plangemäß wurden im Jahr 2009 100 Millionen Euro in mehr als 80 Einzelprojekte in allen österreichischen Bundesländern investiert.
"Mit diesen Investitionen sichern wir heute Arbeitsplätze und legen die Grundlage für neues Wachstum und die Arbeitsplätze von morgen", sagt Infrastrukturministerin Doris Bures. Sie hebt die Leitlinien für das Konjunkturpaket Schiene hervor: "Rasch, regional und mit maximaler Beschäftigungswirkung und Verkehrswirkung sowie möglichst großem Kundennutzen."
Die Umsetzung des Konjunkturpakets Schiene läuft auf Hochtouren. Derzeit wird in allen Bundesländern an rund 60 Einzelprojekten gearbeitet: Das reicht von Bahnhofsumbauten, über die Erneuerung von Gleisanlagen bis hin zur Absicherung von Eisenbahnkreuzungen und zur thermischen Sanierung von ÖBB-Hochbauten. 26 Einzelprojekte sind im Jahr 2009 bereits fertig gestellt worden (zum Beispiel Gleis- und Weichenerneuerungen, Einbau von Blindenleitsystemen an Bahnhöfen wie zum Beispiel Floridsdorf, Auflassung von Eisenbahnkreuzungen zum Beispiel Herzogenburg Stadt, et cetera).
Besonders wichtig ist für die Ministerin, dass angesichts der derzeitigen Lage am Arbeitsmarkt mit mehr als 400.000 Jobsuchenden Ende Jänner, die meisten Projekte des Konjunkturpakets - und übrigens auch die vom ÖBB-Rahmenplan - ohne die im Bau oft übliche Winterpause weiterlaufen. Mit Ausnahme von Streckenbaustellen (Sanierungen) werden die Ausbauvorhaben ohne Unterbrechung fortgesetzt. Das gilt für die Projekte vom Konjunkturpaket genauso wie für den Rahmenplan: siehe Westbahnhof, Abriss Südbahnhof (Hauptbahnhof), die Bahnhöfe Liezen, Leibnitz, Seekirchen, Salzburg, St. Pölten, Graz, Wien Mitte et cetera. Auch der Neubau von Strecken hat keine Winterpause, siehe Wien-St. Pölten, Lainzer Tunnel, Ybbs-Amstetten, Unterinntal, Koralmbahn.
Mit dem Konjunkturpaket Schiene werden 700 Millionen Euro von 2009 bis einschließlich 2012 in Schienenprojekte investiert (zusätzlich zu den 13,2 Milliarden Euro, die gemäß Rahmenplan bis 2014 investiert werden; in Summe 2009 bis 2014 also 13,9 Milliarden Euro). Investitionsplan: 100 Millionen Euro 2009, in den drei Folgejahren jeweils 200 Millionen Euro.
54 Bahnhöfe und Haltestellen werden modernisiert.
Streckensanierungen, insbesondere Beseitigung von Langsamfahrstellen.
Lückenschluss der 4-gleisigen Westbahn im Raum St. Pölten (Güterzugumfahrung) wurde eingeleitet.
26 Eisenbahnkreuzungen werden durch Unterführungen sicherer gemacht.
ÖBB-Hochbauten werden thermisch saniert.
Das Konjunkturpaket Schiene ist eingebettet in die Generalerneuerung der österreichischen Schieneninfrastruktur. Noch nie zuvor wurde so viel in die Schiene investiert. Insgesamt fließen in den Jahren 2009 bis 2014 13,9 Milliarden Euro, davon 700 Millionen aus dem Konjunkturpaket, in die Modernisierung des gesamten Bahnnetzes und der Bahnhöfe.
Infrastrukturministerin Bures weist auf den dreifachen Nutzen dieser Investitionen hin. Im Mittelpunkt steht natürlich die Tatsache, dass der Ausbau aus verkehrspolitischer Sicht notwendig ist. "Die Schiene ist das umweltfreundlichste und sicherste Verkehrsmittel", sagt die Ministerin, "mit dem Ausbau sorgen wir dafür, dass sie noch schneller und leistungsfähiger wird." Daneben ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur für den Wirtschaftsstandort unverzichtbar. Und schließlich sind die Infrastrukturinvestitionen ein entscheidender Faktor für die Konjunkturbelebung. Insgesamt sichern die derzeitigen Rekordinvestitionen in Schiene und hochrangiges Straßennetz mehr als 50.000 Arbeitsplätze.
Generell bestätigen Wirtschaftsforscher, den außerordentlichen gesamtwirtschaftlichen Effekt dieser Investitionen: Investitionen in die Infrastruktur haben eine stärkere Auswirkung auf das Bruttoinlandsprodukt als andere Maßnahmen, weil sie schneller und ohne Abfluss an das Ausland wirken, sie bringen unmittelbar Beschäftigungseffekte und langfristig mehr Wettbewerbsfähigkeit (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 04.02.10).

RechteckSiemens-Metro aus Wien mit Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet
Foto Siemens
Die in Wien von Siemens Österreich gefertigte U-Bahn für die norwegische Hauptstadt Oslo wurde mit dem Nachhaltigkeitspreis "Sustainable Product Austria 2009" der TU Wien und des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung ausgezeichnet. Ausschlaggebend für den Sieg in der Kategorie "Nutzungsintensive Gebrauchsprodukte" waren das regenerative Bremssystem, das Entsorgungskonzept und die hohe Energieeinsparung. Insgesamt haben 15 Firmen mit 19 Produkten an diesem Wettbewerb teilgenommen.
Die Siemens-Metro in Oslo ist mittlerweile seit vier Jahren in Betrieb und wurde, wie die neue U-Bahn-Generation der Wiener Linien (V-Wagen), im Werk der Siemens AG Österreich in Wien Simmering gefertigt. Die Metro Oslo ist ein wirtschaftliches und ökologisches Vorzeigeprojekte sowie ein Musterbeispiel für umweltgerechtes und nachhaltiges Design von Schienenfahrzeugen. Die Züge der Osloer Metro zeichnen sich durch besonders hohe Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit aus. Die Fahrzeuge können mehr als ein Drittel der beim Bremsen anfallenden Bremsenergie ins Netz zurückspeisen. Das energieeffiziente Antriebssystem weist einen um 30 Prozent geringeren Energieverbrauch gegenüber den Vorgängerfahrzeugen auf. Der Umwelt zu Gute kommt nach Ablauf der 35 bis 40-jährigen Einsatzdauer auch die hohe Recyclingfähigkeit der Fahrzeuge von bis zu 90 Prozent und die Verwendung von umweltverträglichen Materialien.
Im Zuge einer Neustrukturierung wurden im vergangenen Jahr die Mobility-Werke in Wien und Graz in die Siemens AG Österreich integriert und damit die Werkskapazitäten der Siemens AG Österreich ausgeweitet. Mit 1. Oktober 2009 wurde das Siemens-Werk Wien-Simmering zum World Headquarter für Metros und Reisezüge. Das Weltkompetenzzentrum für Drehgestelle im Siemens-Konzern befindet sich in Graz. Dort werden High-Tech-Fahrwerken für Schienenfahrzeuge auf der ganzen Welt entwickelt und produziert. Siemens gehört zu den größten Schienenfahrzeug-Herstellern der Welt (Pressemeldung Siemens, 30.01.10).

RechteckSpirit Design entwickelte Innen- und Außengestaltung der neuen Westbahn-Züge
Foto Spirit Design
Das strategische Designunternehmen Spirit Design aus Wien kann einen weiteren namhaften Kunden im Bereich Schienenverkehr nennen: Nach CAT City Airport Train und ÖBB railjet wurde nun auch die neue, privat geführte Westbahn von Spirit Design gestaltet. Westbahn ist ein Unternehmen des ehemaligen ÖBB-Personenverkehr-Vorstands Stefan Wehinger sowie des Bauindustriellen und Strabag-Vorstands Hans-Peter Haselsteiner. Gefahren wird ab Dezember 2011.
Spirit Design mit Sitz in Wien hat ein weiteres spannendes Eisenbahnprojekt an Land gezogen: Das strategische Designunternehmen entwickelt das Interior und Exterior Design der neuen Westbahn-Züge, die ab Dezember 2011 den ÖBB auf der Strecke Wien-Salzburg Konkurrenz machen werden. Daniel Huber, Managing Partner für den Bereich Product bei Spirit Design: "Entsprechend der Positionierung des Unternehmens Westbahn - serviceorientiert, komfortabel, kundenfreundlich, effizient - haben wir eine frische, moderne Gestaltungslinie entworfen."
Die Hauptfarben sind Weiß, Hellblau und Gelbgrün. Die Doppelstockwagen der Westbahn erhalten dadurch ein junges, innovatives Erscheinungsbild, wie es auch dem Auftreten des Unternehmens gegenüber den Kunden entspricht.
Dazu Westbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger: "Mit einem Zugbegleiter in jedem Waggon, vier Caféterias pro Zug sowie durchgehender Lederbestuhlung setzen unsere Züge ein bisher nicht gekanntes Qualitätsniveau im österreichischen Schienen-Fernverkehr."
Die Sitze der Westbahn-Züge werden von einem der führenden Sitzhersteller Europas gebaut, dem spanischen Unternehmen FAINSA. Sie werden baugleich im spanischen Hochgeschwindigkeitszug TALGO eingesetzt und haben sich dort bereits erfolgreich bewährt. Alle Sitze sind echtlederbezogen und zeichnen sich durch weiche Polsterung sowie extragroße Klapptische aus, die Platz für PC und Getränk bieten. Außerdem ist jeder Stuhl vollverstellbar, ohne dabei die Rückenschale im Winkel zu verändern. Der Sitzkomfort für den dahinter reisenden Passagier ist dadurch in jeder Sitzposition gewährt.
Von außen sind die Westbahn-Züge an der unverwechselbaren, hellen und freundlichen Gestaltung in den Farben Weiss, Hellblau sowie Gelbgrün zu erkennen.
Die neue Westbahn des Ex-ÖBB-Personenverkehr-Vorstands Stefan Wehinger und des Bauunternehmers Hans-Peter Haselsteiner wird ab Dezember 2011 stündlich die Strecke Wien-Salzburg bedienen. Dabei kommen moderne Doppelstockzüge zum Einsatz, hergestellt von einem der führenden Schweizer Eisenbahnproduzenten. Jede Garnitur hat eine Länge von 150 m, leistet eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und bietet über 560 Sitzplätze - ausschließlich in 1. Klasse-Qualität. Die Fahrpreise sind an die 2. Klasse-Tarife des Mitbewerbs angeglichen, die Fahrkarten unkompliziert und kundenfreundlich im Zug oder per Internet erhältlich. Dazu wird jeder Waggon mit einem Kundenbegleiter besetzt sein (sechs pro Zug-Garnitur).
Mit dem Westbahn-Auftrag entwickelt sich Spirit Design im Bereich Eisenbahn-Fernverkehr zum führenden heimischen Designunternehmen: Die Gestaltung der drei wichtigsten Projekte der letzten Jahre auf diesem Gebiet - CAT City Airport Train, ÖBB railjet sowie Westbahn - stammt von dem Wiener Team um die Gründer Daniel Huber, Georg Wagner und Ralf Christoffer (Pressemeldung Spirit Design, 30.01.10).

RechteckGeheimes Zusperrprogramm für NÖ Nebenbahnen
Die bejubelte NÖ Nebenbahneinigung zwischen dem Land NÖ/Bures und ÖBB vom 14.01.(Der LOK Report berichtete) ist nur die halbe Wahrheit, wie die grüne Verkehrssprecherin Amrita Enzinger nun von einem Verhandlungsinsider erfahren musste.
"Landeshauptmann Pröll und Ministerin Bures haben neben der offiziellen "Grundsatzübereinkunft" ein geheimes Zusperr-Programm für NÖ Nebenbahnen vereinbart", so Enzinger. Laut Insiderinformationen existieren so genannte "Side-Letter", die dokumentieren, dass der Zugsverkehr noch heuer auf mehreren Schienenstrecken eingestellt werden soll, u.a. im Traisen- und Erlauftal und beim Linienzugsbetrieb in der Wachau.
Und: "Noch heuer sollen fast 1,5 Millionen Zugkilometer im Nah- und Regionalverkehr in NÖ gestrichen werden", so Enzinger entsetzt.
"Die Öffentlichkeit wird von Bures und Pröll mit Halbwahrheiten hinters Licht geführt. PendlerInnen, Touristen und Umwelt bleiben auf der Strecke. Das Vorhaben während des Gemeinderatswahlkampfes zu präsentieren, geht natürlich nicht - auch da sind sich Bures und Pröll einig."
Deswegen fordert die grüne Verkehrssprecherin Amrita Enzinger: "Sofort auf den Tisch mit Geheim-Absprachen, kein Beschluss dieses Lügen-Paktes in der NÖ Landesregierung und im Ministerrat!"
Mehr noch: Enzinger fordert von Pröll und Heuras eine schriftliche Absichtserklärung, die Regionalbahnen in Niederösterreich zu modernisieren bzw. zu reaktivieren: "Jene Strecken, die saniert und weitergeführt werden sollen, sollen namentlich aufgelistet werden. Geplante Streckeneinstellungen sollen ebenfalls dokumentiert und begründet sein. Darüber hinaus verlange ich die Vorlage des Finanzierungskonzepts, damit auch der Landtag erfährt, welche Prioritäten das Land gesetzt hat und wie die Regionalbahnen dauerhaft finanziert sein sollen", so die grüne Abgeordnete.
Die Veröffentlichung dieser Absichtserklärung samt Finanzierungskonzept fordert Enzinger noch vor dem Wahltermin am 14. März
(Pressemeldung Grüner Klub im NÖ Landtag, 27.01.10).

RechteckEröffnung Hightech-Stützpunkt Matzleinsdorf
Foto ÖBBFoto Roman Boensch 2009/10
Bundesministerin Doris Bures mit VD Klugar, DI Judith Engel, VD Andreas Matthä, VD Werner Kovarik, GF Bernhard Benes, GF Franz Seiser (alle ÖBB). Fotos ÖBB, Roman Boensch 2009/10.
Am Stützpunkt Matzleinsdorf konzentrieren die ÖBB Technik, Service und Personalgebäude für drei verschiedene ÖBB-Gesellschaften: ÖBB-Personenverkehr AG, ÖBB Technische Services GmbH und ÖBB-Produktion GmbH. Die völlig neue Infrastruktur ermöglicht nicht nur die Instandhaltung ganzer Züge am letzten Stand der Technik, sondern im Sinne einer effizienten Betriebsführung auch Planung, Reinigung und Versorgung der Garnituren.
Gleichzeitig erfolgt hier auch die Einsatzplanung von rund 400 TriebfahrzeugführerInnen. Um ca.177 Millionen Euro wurden Gebäude und Gleisanlagen , als Herzstück eine 240 m lange und 15.000m² große Werkstättenhalle errichtet, in der auch Verwaltungs-, Lager-, Personal- und Technikräume der genannten ÖBB Gesellschaften untergebracht sind. Künftig werden hier rund 1000 MitarbeiterInnen mitsamt Geräten und Maschinen am Areal arbeiten und ihren Dienstantrittsort haben. Im Beisein von Bundesministerin Doris Bures und hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und ÖBB wurde der Standort am 20.01.10 feierlich eröffnet.
Am ehemaligen Frachtenbahnhof Wien Matzleinsdorf, wo früher die LKW-Bahngut-Verladung angesiedelt war, wurden mehrere veraltete und verstreut angesiedelte Betriebsstandorte der ÖBB zu einem modernen Standort zusammengefasst. Rund 350 Personen haben in Rekordzeit von 23 Monaten diesen Stützpunkt errichtet, der sowohl durch Größe als auch durch technische Ausrüstung besticht. Vor allem die bisher wegen der beiden Kopfbahnhöfe Süd- und Ostbahnhof in zweifacher Ausfertigung notwendigen Anlagen (Werkstättenhallen, Rüst- und Abstellgleise) sind hier in einer modernen Anlage konzentriert.
Bereits mit Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wurden die umfangreichen Anlagen fertiggestellt. An diesem modernen Standort werden Instandhaltungsarbeiten von Lokomotiven und Reisezugwagen, Wagen-Innenreinigung und die Vorbereitung der Züge für ihre nächste Fahrt (Beladung mit Speisen, Getränken und Ausstattung für Schlafwagen) zentral in dieser modernen Anlage abgewickelt. Das Besondere daran ist, dass in der Anlage all diese Services an einem Ort und „quasi im Durchfahren“ erledigt werden können. Auch wird am Stützpunkt Matzleinsdorf bereits jetzt die Einsatzplanung für mehr als 500 Reisezug- und Triebwagen durchgeführt.
Der Stützpunkt besteht aus einem Betriebsgebäude, Werkstätten für ÖBB-Technische Services und ÖBB-Produktion, einer Halle für den Hilfszug, einer Halle mit Österreichs einziger Tandem-Unterflurradsatzdrehbank, einer Tankstelle und sieben Rüstgleisen mit je 700 Meter Länge, Abstellgleisen sowie 41 Abstellplätzen für Lokomotiven.
Die Hallen für Blockzugwartung, Instandhaltung von Reisezugwagen und Triebfahrzeugen, technische Reinigung sowie Lokabstellung sind zu einem Hallenverband zusammengeführt. Die 240 m lange Blockzughalle umfasst unter anderem fünf durchgehende, aufgeständerte Gleise zur Instandhaltung von Fern- und Nahverkehrszügen sowie drei Gleise mit Einzelarbeitsständen für Reisezugwagen und Lokomotiven.
Das gesamte Areal ist 1,4 km lang und an der breitesten Stelle 180 Meter breit. Die Bauarbeiten haben Mitte Jänner 2008 begonnen und waren im Dezember 2009 weitgehend abgeschlossen. Einige kleinere Fertigungstätigkeiten laufen noch bis April 2010.
Ab 2012 werden in diesen neuen Betriebsanlagen alle genannten Services für die Züge, die am Hauptbahnhof abfahren/ankommen, erledigt
(Pressemeldung ÖBB, 25.01.10).

RechteckÖBB-Ausstieg aus Spekulationsgeschäften wäre billiger möglich gewesen
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hätten die ÖBB möglicherweise zu einem früheren Zeitpunkt billiger aus den Spekulationsgeschäften mit der Deutschen Bank aussteigen können. Ein Totalausfall der bis 2015 laufenden Papiere wäre mit 612,9 Millionen zu Buche geschlagen, Ende der vorvergangenen Woche hatten sich ÖBB und das deutsche Kreditinstitut darauf geeinigt, dass die Bahn gegen eine Zahlung von 295 Millionen Euro aus den umstrittenen Finanzderivaten aussteigen kann.
Wie aus einem "profil" vorliegenden Protokoll einer ÖBB-Aufsichtsratssitzung vom 14. August 2008 hervorgeht, waren die Kosten vor eineinhalb Jahren noch deutlich niedriger eingeschätzt worden. "Bei der Auflösung der bestehenden Position erwartet Morgan Stanley einen Verlust von etwa 40 % des Volumens ", steht dazu unter Berufung auf die beigezogene Investmentbank Morgan Stanley im Sitzungsprotokoll. Der Ausstieg hätte demnach 245 Millionen Euro gekostet, 50 Millionen Euro weniger als nun tatsächlich abgeschrieben werden mussten (Pressemeldung "profil"-Redaktion, 25.01.10).

RechteckStellungnahme „Pro Bahn Vorarlberg“ zum Railjet
Grundsätzlich begrüßt unser Verein „Pro Bahn Vorarlberg“ Investitionen im schienengebundenen Personenverkehr sowohl in Nah- als auch im Fernverkehr. Eine weitere Qualitätssteigerung in den ÖBB-Zügen wäre grundsätzlich wünschenswert. Allerdings müssten Verbesserungen auch in der Realität Platz greifen und nicht nur durch gut gestaltete Werbespots vorgegaukelt werden.
Nach Ansicht von „Pro Bahn Vorarlberg“ stellt der von der ÖBB PV AG so hochgejubelte „Railjet“ einen eklatanten Komfortverlust im Vergleich zu den bisherigen Fernzügen der ÖBB dar. Ein Zug ohne Speisewagen für ein achtstündige Fahrt von Wien nach Zürich ist letztklassig. Das im Railjet bestehende Bistro kann kein Ersatz für einen Speisewagen sein, der ja auch von den Fahrgästen aus der Schweiz sehr geschätzt wird. Die bisherigen Reaktionen der Fahrgäste dazu sind auch eindeutig negativ! Leider sind die Bediensteten des Bistros oft der „Prellbock“ für die unzufriedenen Reisenden. In diesem Bisto finden maximal sechs Reisende einen Sitzplatz vor, Kleiderhaken oder Hutablagen fehlen in diesem Bereich völlig.
In der 2. Klasse (jetzt „Economy“) gibt es keine Wahlmöglichkeit zwischen Abteil- und Großraumwagen, diese Wahl gibt es allerdings auch in der „First“ nicht mehr. Der ganze Großraumbereich der Economy-Class könnte man auf neudeutsch auch als „High-density-class“ bezeichnen. Hier wird nur versucht, möglichst viele Fahrgäste auf möglichst geringem Platz unterzubringen. Die Fenstereinteilung passt nicht zu den Sitzplätzen, in der 1. Klasse gibt es sogar einen Einzelplatz, der nur den Blick auf eine Wand ermöglicht. Auch die über die Fenster laufenden Aufschriften „Railjet“ behindern den Blick nach draußen. Wie in einem derartigen Ambiente bei einer bis zu acht Stunden dauernden Fahrt beim Fahrgast ein angenehmes Reisegefühl aufkommen soll, ist für uns nicht nachvollziehbar.
Es gibt – durch den Verzicht auf Abteilwagen – auch keine gesonderten Abteile für Eltern mit Kleinkindern mehr. Auch der Bereich der „Premium“ kann mit den bisher angebotenen „Business-Abteilen“ nicht mithalten. Man mag über die neuen „Zahnarzt-Behandlungsstühle“ durchaus geteilter Meinung sein, aber nachdem nicht einmal in diesem Bereich wirkliche Abteile existieren, sind auch geschäftliche Telefonate (in der Premium-Class nicht ganz abwegig) unmöglich, ohne dass sämtliche Mitreisenden vom Inhalt des Telefonates Kenntnis erlangen. Die an diesen Plätzen angebrachten Arbeits- oder Esstische sind ausgesprochen eng gehalten.
Auch auf die Möglichkeit einer Fahrradbeförderung wurde im Railjet nicht Bedacht genommen. Mit der Umstellung des jetzigen OEC 162/163 „Transalpin“ ab 14. Juni 2010 auf Railjet-Garnituren wird es im Fernverkehr Österreich – Schweiz und umgekehrt keine Fahrradbeförderung in den Reisezügen mehr geben. Gerade für ein Tourismusland wie Österreich stellt dies einen eklatanten Rückschritt in der Qualität des Eisenbahnverkehrs dar.
Durch den vermehrten Einsatz der Railjet-Züge wird das dem früheren Vorstands-Vorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, zugeschriebene Zitat Realität, dass Bahnfahrten über vier Stunden eine Tortur seien. Offensichtlich will die ÖBB PV AG ihre Kunden im Fernverkehr mit allen Mitteln zum Flugverkehr bringen (darauf weist ja auch der Name „Jet“ schon hin) (Pressemeldung Pro Bahn Vorarlberg, 23.01.10).

RechteckBures bestellt Paul Blumenthal in Aufsichtsrat der ÖBB-Holding
Doris Bures hat am Montag den früheren Personenverkehrschef der Schweizerischen Bundesbahnen SBB, Paul Blumenthal, in den Aufsichtsrat der ÖBB-Holding AG berufen. "Paul Blumenthal ist ein international anerkannter, unabhängiger Experte mit jahrzehntelanger operativer Erfahrung in Führungsfunktionen bei einer der erfolgreichsten Bahnen der Welt", so die Ministerin.
"Seine Bestellung ist ein Ausdruck für die klare Ausrichtung der ÖBB auf die Absatzgesellschaften, die Offensive im Personen- und Güterverkehr. Qualität, Kundennutzen, Verlässlichkeit und Pünktlichkeit stehen im Mittelpunkt. Paul Blumenthal wird mit seinem Know-how und seiner Expertise dabei einen wichtigen Beitrag leisten können."
Paul Blumenthal, 55, ist selbständiger Berater im Bahn- und Verkehrsbereich. Bis September 2009 war er Leiter der Division Personenverkehr der SBB und Mitglied der Konzernleitung. In den zehn Jahren, die Blumenthal den Personenverkehr der SBB geleitet hat, war er unter anderem verantwortlich für die Umsetzung von "Bahn 2000", der großangelegten Modernisierung, Beschleunigung und Verdichtung des Schweizer Bahnverkehrs. Zuvor war er sechs Jahre lang Direktor des Personenverkehrs der SBB. Insgesamt verfügt der studierte Betriebswirt, der 1981 seine Karriere bei der SBB begann, über knapp drei Jahrzehnte Bahnerfahrung (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 20.01.10).

RechteckAlstom rüstet für die ÖBB 449 Fahrzeuge mit Zugsicherungssystem aus
Alstom wird ab 2010 im Auftrag der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) 449 Fahrzeuge mit dem ERTMS -basierten Zugsicherungssystem ATLASTM200 ausrüsten. Der Auftrag hat einen Wert in Höhe von rund 90 Mio. Euro, in dem weitere Optionen, wie die Instandhaltung der Fahrzeuge über die nächsten 25 Jahre, noch nicht inbegriffen sind. Alstom baut damit seine Marktführerschaft im Bereich ETCS Level 2 Fahrzeugausrüstung weiter aus.
„Mit der Ausrüstung dieser Fahrzeuge machen wir einen weiteren Schritt in Richtung Vereinheitlichung des europäischen Schienenverkehres“, sagt Dr. Martin Lange, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Alstom Transport Deutschland. Österreich ist durch seine geografische Lage ein Kernmarkt für ETCS. Die ÖBB wird am Ende dieses Projektes eine der größten Fahrzeugflotten mit ETCS Level 2 Ausrüstung betreiben
„Dies ist der erste große Auftrag, den wir in Österreich gewinnen konnten. Wir freuen uns, auf diesem hochinteressanten Markt Fuß zu fassen und werden Anfang 2010 in Wien ein Büro eröffnen. Durch die Kundennähe können wir den reibungslosen Ablauf des Projektes gewährleisten und schaffen uns einen Standort für weitere Aktivitäten in der Region“, sagt Lange. Die Entwicklung des Systems für die ÖBB erfolgt im Alstoms ETCS-Kompetenzzentrum in Charleroi (Belgien).
Die Installation wird durch die ÖBB TS in deren Werkstätten in Wien und Linz erfolgen. Es werden insgesamt 332 Lokomotiven der Baureihen 1016 und 1116 (Taurus, ES64U2), 50 Dreisystemlokomotiven der Baureihe 1216 (ES64U4) und 67 Steuerwagen der Baureihe 8090 (railjet) mit ATLASTM200 ausgerüstet. Eine weitere Herausforderung bei der Erfüllung dieses Auftrages resultiert aus der zentraleuropäischen Lage Österreichs.
Ein großer Teil des europäischen Transitverkehrs verläuft durch Österreich. Die Fahrzeuge müssen nach der umfangreichen Umrüstung nicht nur in Österreich ihren Betrieb wieder aufnehmen, sondern auch in den Nachbarländern Deutschland, der Schweiz, Italien, Slowenien, Tschechien und Ungarn sowie in anderen osteuropäischen Ländern, in denen sie grenzüberschreitend verkehren. Für die entsprechenden nationalen Systeme dieser Länder an Bord der Fahrzeuge wird Alstom im Laufe des Projektes sogenannte STM-Lösungen implementieren (STM = Specific Transmission Module).
Ein erster vollständig ausgerüsteter Prototyp soll Ende 2010 an die ÖBB übergeben werden. Der Beginn der Serienausrüstung ist für Mitte 2011 geplant. Das letzte der insgesamt 449 Fahrzeuge wird voraussichtlich Ende 2014 übergeben. Wichtiger Meilenstein des Projektes ist der Fahrplanwechsel im Dezember 2012. Zu diesem Zeitpunkt sollen mit 238 Fahrzeugen genügend wiederzugelassene Fahrzeuge zur Verfügung stehen, um einen zuverlässigen kommerziellen Betrieb unter ETCS Level 2 Überwachung auf den Neubaustrecken Wien-St.Pölten und der Brenner Zulaufstrecke anbieten zu können. Ab 2011 sollen die ersten Fahrzeuge zudem auf fünf Strecken in Österreich und einer Strecke in Ungarn mit ETCS Level 1 fahren (Pressemeldung Alstom, 19.01.10).

RechteckInfopoint zum Brenner Basistunnel
Foto BBTFoto BBT
Am 14.01.10 öffnete der Infopoint der Brenner Basistunnel Gesellschaft seine Türen für Anrainer und Interessierte. Somit bietet die Brenner Basistunnel Gesellschaft die Möglichkeit sich rund um das Tunnelprojekt zu informieren.
In einem Ausstellungsraum im zentralen Eingangsbereich des Hauptbahnhofes kann man sich spielerisch mit den Themen Tunnelbau, Geologie, Natur und Umweltschutz auseinandersetzen. Aktuelle Updates von den Baustellen gewähren zudem einen Blick über die Schultern der Tunnelbauer. Die Arbeiten an den Erkundungsstollen laufen nun auch in Österreich.
„Der neue Infopoint dient der Bevölkerung als Informationszentrum“, gibt Konrad Bergmeister, Vorstand der Brenner Basistunnel Gesellschaft, die Ausrichtung des Serviceangebotes vor. „Wir möchten den Bürgern und Reisenden aktuelle Informationen aus erster Hand von einem der größten Infrastrukturprojekte Europas unterbreiten“.

Mit Beginn der Bautätigkeiten wird Dipl.Ing. Monika Sock (Foto rechts) zur Ombudsfrau nominiert. Die Ombudsfrau wird in der Bauphase die betroffenen Gemeinden über bevorstehende Bauaufnahmen oder Änderungen von Bauarbeiten informieren. Sie wird Auskunft über Umweltinformationsgesetze und sonstige Bestimmungen oder behördliche Anordnungen geben.
Die Aufgabe der Ombudsfrau wird genauso die Entgegennahme von Beschwerden an den Baustellen sein. Die Überprüfung dieser Beschwerden und die rasche Behandlung mit den zuständigen BBT SE Stellen werden so gewährleistet. Die Ombudsfrau ist für die Überprüfung und Überwachung der durch Bescheid oder Gesetz vorgesehenen Veröffentlichung von Umweltdaten betreffend Luft, Lärm, Erschütterung, Referenzquellen, Niederschläge zuständig (Pressemeldung BAV, 19.01.10).

RechteckÖBB beenden Risikogeschäft mit fast 300 Mio. EUR Verlust
Mit der Auflösung des CDO Portfolios am 15.01.10 haben die ÖBB einen endgültigen Schlussstrich unter ein Veranlagungsinstrument gezogen, dass 2005 abgeschlossen wurde. Damit sind sämtliche Risiken aus dem Produkt beseitigt.
Die ÖBB haben damit in Zukunft drohende Verluste bis zu einem Totalausfall von Euro 612,9 Mio. abgewendet. Der Auflösungspreis wird von Experten als marktgerecht bezeichnet und liegt mit Euro 295 Mio. deutlich unter der Hälfte des drohenden Gesamtverlustes.
Durch bereits umfangreich getroffene Maßnahmen, die im Einklang zwischen Management und dem Aufsichtsrat getroffen wurden, kann ausgeschlossen werden, dass es in Zukunft zu derartigen Vertragsabschlüssen und damit Belastungen für die ÖBB kommt.
In der Bilanz 2008 haben die ÖBB für dieses Risikogeschäft bereits eine Vorsorge in Form einer Rückstellung von Euro 578,2 Mio getroffen. Durch die Beendigung des CDO Portfolios kommt es in der Bilanz 2009 zu einer Auflösung in der Höhe von Euro 280 Mio. Euro, die sich positiv auf das Ergebnis 2009 auswirken werden.
Die ÖBB haben mit der Auflösung eine Marktchance genutzt und eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung im Interesse des Unternehmens getroffen. Es wurden drohende Verluste abgewendet und zukünftige Risiken ausgeschaltet (Pressemeldung ÖBB, 18.01.10).
RechteckDie Verkehrssprecherin der Grünen, Gabriele Moser, fordert Konsequenzen nach den jetzt feststehenden fast 300 Millionen Euro an Spekulationsverlusten der ÖBB. "Der Rechnungshofbericht, den die Grünen in dieser Causa veranlasst haben und der seit Monaten intern vorliegt, muss endlich veröffentlicht werden", so Moser.
"Zusätzlich fordern die Grünen, dass der Golden Handshake für Ex-Chef Huber in der Höhe von mindestens 800.000 Euro zurück gefordert werden muss." (Pressemeldung Die Grünen, 18.01.10).

RechteckÖBB railjet auf der Vienna Auto Show 2010
Videocapture ÖBBVideocapture ÖBB
Seit Donnerstag bis einschließlich Sonntag 17. Jänner 2010 findet in Wien auf dem Gelände der Messe Wien die Vienna Autoshow statt. Als absolute Premiere präsentieren die ÖBB erstmals einen Zug auf einer Automesse (!) und positionieren ihr jüngstes Flottenmitglied – den railjet – damit als umweltfreundliche Mobilitäts-Ergänzung zu mehr als 300 Neuwagen von über 30 in Österreich gehandelten Marken.
Über den ÖBB railjet: Der ÖBB railjet steht für Komfort, zeitgemäßes Design, modernste Ausstattung und ein unvergleichliches Servicekonzept. Mittels moderner Ausstattung und großzügigem Service- sowie Raumangebot vermittelt er seinen Gästen ein völlig neues Reisegefühl. Der ÖBB railjet besticht durch seine Länge von 205 Metern, beeindruckt durch seine Höchstgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometern und bewegt durch sein Gewicht von 330 Tonnen. Er bietet 408 Sitzplätze: 16 in der Premium Class, 76 in der First Class und 316 in der Economy Class. Zudem ist der ÖBB railjet eines der umweltfreundlichsten und damit zeitgemäßesten Verkehrsmittel in Österreich!
Auf dem neuen ÖBB railjet YouTube Channel wurde ein exklusives Video veröffentlicht, das den spektakulären Messeauftritt des ÖBB railjet dokumentiert. Live und exklusiv wird auch von der Autoshow getwittert (Pressemeldung ÖBB railjet YouTube Team, 16.01.10).

RechteckEinigung über die Übergabe von Nebenbahnen an das Land Niederösterreich
Infrastrukturministerin Doris Bures, Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll und ÖBB-Holding-Vorstandssprecher Peter Klugar präsentierten am Donnerstag die Einigung über die Übergabe von Nebenbahnen an das Land Niederösterreich und zur Finanzierung des Schienennahverkehrs.
Bis zuletzt war über Detailfragen verhandelt worden, jetzt wurde die Grundsatzvereinbarung unterzeichnet. "Mit diesem Gesamtpaket haben wir für beide Bereiche, Finanzierung des Nahverkehrs und Nebenbahnen, endlich eine klare und langfristig tragfähige Lösung gefunden", so die Infrastruktur-ministerin.
Mit der am 14.01.10 in Wien unterzeichneten Vereinbarung werden alle strittigen Punkte in der Diskussion um die Finanzierung des Schienennahverkehrs in Niederösterreich ausgeräumt. Und darin wird die Übertragung von 28 Bahnstrecken in Niederösterreich an das Land vereinbart.
Durch die Vereinbarung wird der Schienennahverkehr in Niederösterreich auf einem hohen Niveau abgesichert. "Ein gutes Ergebnis für die 200.000 Pendlerinnen und Pendler in Niederösterreich", betont Bures. Bund und Land erhöhen den finanziellen Beitrag für den Schienennahverkehr stufenweise um 4,5 Mio. bzw. 8,8 Mio. Euro, sodass im Jahr 2013 vom Bund rund 178 Mio. und vom Land Niederösterreich 26,8 Mio. Euro für den Nahverkehr auf der Schiene bereitgestellt werden. Das Grundangebot des Bundes, das den überwiegenden Teil der täglichen Nahverkehrsleistungen ermöglicht, wird mit 22,9 Mio. Zugkilometern pro Jahr außer Streit gestellt.
Für die ÖBB heißt das: Sie bekommen in Zukunft alle Leistungen, die sie im Nahverkehr erbringen, auch im vollen Umfang abgegolten. Zugleich verpflichten sich die ÖBB, die Infrastruktur auf der Erlauftalbahn und Traisentalbahn zu verbessern. "Nach jahrelanger Diskussion gibt es jetzt eine gute, zukunftsträchtige Lösung. Damit haben wir für alle österreichischen Bundesländer klare und verbindliche Vereinbarungen", fasst Bures zusammen.
Mit der Grundsatzvereinbarung wurde auch für die seit annähernd 30 Jahren diskutierte Frage der Nebenbahnen eine Lösung gefunden. Das Land Niederösterreich übernimmt insgesamt 28 Bahnstrecken mit rund 600 km Gleis bzw. rund 10 Mio. m2 Grund.
Darunter befinden sich sämtliche bereits eingestellten Strecken, die Schmalspurbahnen (Mariazellerbahn, Waldviertler Schmalspurbahnen, Ybbstalbahn), drei normalspurige Bahnstrecken (Donauuferbahn zwischen Krems und Sarmingstein, Retz - Drosendorf, Schwarzenau - Waidhofen a.d.T.) sowie die Schneeberg-Zahnradbahn.
Zugleich wird kräftig in den Ausbau jener Strecken investiert, die als Privatbahn weitergeführt werden. Insgesamt 140 Mio. Euro sind für die kommenden Jahre vorgesehen. Davon kommen jeweils 45 Mio. Euro von Bund und Land NÖ. Die ÖBB-Infrastruktur AG leistet einen Investitionszuschuss in der Höhe von 50 Mio. Euro.
Infrastrukturministerin Bures erläutert dazu, dass man sich bei der Organisation der Nebenbahnen am Schweizer Vorbild orientiert. "Die Schweiz ist nicht überall ein Vorbild, aber die Schweizer Bahn ist internationale Spitze. Auch in unserem Nachbarland sind die Kantone für die Nebenbahnen zuständig. Das hat sich seit vielen Jahren bewährt."
Bures abschließend: "Die langen und von allen Seiten engagiert geführten Verhandlungen waren immer getragen von der Überzeugung, dass es eine gemeinsame Verantwortung von Bund und Land gibt. Das Ziel war, das hohe Niveau im öffentlichen Schienennahverkehr in Niederösterreich zu erhalten, zugleich eine langfristige Lösung für die Finanzierung zu finden und eine tragfähige Organisation für die Nebenbahnen zu erreichen. Heute kann man sagen: Der gemeinsame Einsatz von Bund, Land und ÖBB hat sich ausgezahlt, für die Fahrgäste im Schienennahverkehr und für die Regionen, die lokale Wirtschaft und die Fremdenverkehrsgemeinden." (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 15.01.10).

RechteckAKNÖ begrüßt Ende des niederösterreichischen Bahnstreits
Die niederösterreichische Arbeiterkammer begrüßt das Ende des Streits zwischen ÖBB und Landesregierung um den niederösterreichischen Nahverkehr. Jetzt könne man an Lösungen für die niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen und SchülerInnen arbeiten, sagte AKNÖ-Präsident Hermann Haneder in einer ersten Reaktion.
"Es ist gut, dass es offenbar eine Grundsatzlösung gibt", kommentiert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder die heute bekannt gewordene Einigung zwischen Landesregierung und ÖBB. "Wir haben immer gesagt: Es muss sichergestellt werden, dass die niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen zu vertretbaren Bedingungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arbeit und wieder nachhause kommen." Es sei zu hoffen, dass die Grundsatzeinigung das erleichtere. "Mehr können wir derzeit nicht sagen, unsere ExpertInnen werden die Details des Konzepts prüfen, sobald sie bekannt sind."
AKNÖ-Verkehrsexperte Thomas Kronister verweist auf die teils jahrzehntealten Forderungen und Konzepte der Niederösterreichischen Arbeiterkammer. "Wenn die Landesregierung Unterstützung für ein pendlerInnenfreundliches Nahverkehrskonzept braucht, stehen wir gerne zur Zusammenarbeit zur Verfügung", sagt Kronister. Er warnt vor zu großer Einseitigkeit. "Die ersten Ankündigungen sind sehr in Richtung Tourismus gegangen. Das alleine wird zu wenig sein: Erstens für die ArbeitnehmerInnen und SchülerInnen, die auf öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind und zweitens auch, um die Bahnen einigermaßen wirtschaftlich zu betreiben". Das gelte auch für die stillgelegten Bahnstrecken, die die Landesregierung übernehmen wird.
Positiv sieht Kronister die angekündigten Investitionen: "Jeder Cent, der in diese Bahnen fließt, wird dringend gebraucht." Waggons und Strecken seien zum Teil veraltet. Vor allem bei der Traisental- und der Erlauftalbahn seien die angekündigten Investitionen dringend notwendig. "Wenn diese Strecken saniert werden, sind häufigere und vor allem schnellere Verbindungen in die Landeshauptstadt möglich", sagt Kronister. Notwendig sei auch, dass mit den angekündigten Mitteln ein attraktives Angebot auf hochfrequentierten Strecken wie Gänserndorf-Wien gemacht werde.
Beim Nahverkehrskonzept werde die niederösterreichische Arbeiterkammer darauf achten, dass die Interessen der PendlerInnen berücksichtigt werden. Das gelte auch für die Preispolitik der Landesbahnen (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 15.01.10).

RechteckNeue Millionenbelastungen für ÖBB wegen Freifahrtberechtigungen
Das Finanzamt fordert von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die Nachzahlung von Steuern und Sozialversicherungsabgaben. Denn Freifahrtberechtigungen ("Gratistickets") für tausende ÖBB-Mitarbeiter und deren Familien sowie von rund 89.000 Pensionisten wurden in den vergangenen vier Jahren nicht ordnungsgemäß als Sachbezug versteuert.
Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. Für den "Worst Case" rechnen die ÖBB-Buchhalter laut FORMAT exklusiv vorliegenden Informationen mit Kostenbelastungen von rund 400 Millionen Euro. Weil die Wirtschaftsprüfer nicht vom schlimmsten Fall, sondern vom wahrscheinlichen Vorsorgebedarf ausgehen, muss laut FORMAT lediglich die Hälfte, also mindestens 200 Millionen Euro, als Rückstellung gebildet werden
. In den ÖBB werden Strategien überlegt, wie das Problem künftig gelöst werden soll. Viele Eisenbahner werden laut FORMAT gezwungen sein, entweder auf ihr Freifahrt-Ticket oder (wegen der zwingenden Versteuerung) auf Nettolohn zu verzichten (Pressemeldung FORMAT Business, 08.01.10).

RechteckGSV beurteilt österreichische Verkehrspolitik "im wesentlichen positiv"
Eine im wesentlichen positive Bilanz über die österreichische Verkehrspolitik im abgelaufenen Jahr zieht der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Straßen-und Verkehrswesen (GSV), Richard Schenz. Das ambitionierte Infrastruktur-Ausbauprogramm für Schiene und Straße werde zügig umgesetzt, wodurch der Rezession in der Wirtschaft erfolgreich gegengesteuert werde. Eine "weise Entscheidung" sei auch die Bereitstellung von Finanzmittel für regionale und lokale Projekte - etwa die Erneuerung von Bahnhöfen -, weil dies vor allem den örtlichen Klein- und Mittelbetrieben zugute komme.
"Zukunftsweisend und zukunftssichernd" nennt Schenz den von Infrastrukturministerin Doris Bures auf den Weg gebrachten "automotiven Strategieprozess", der die österreichische Automobil- und Zulieferindustrie als wesentlichem Segment der heimischen Wirtschaft stärken soll.
Es sei "der richtige Ansatz", parallel zur Förderung der Entwicklung von Null-Emissions-Fahrzeugen die konventionellen Verbrennungsmotoren weiter zu optimieren, da auf sie noch längere Zeit nicht verzichtet werden könne.
Als "Meilenstein" in der österreichischen Verkehrspolitik bezeichnet der GSV-Präsident das von der Infrastrukturministerin initiierte Projekt eines "Nationalen Aktionsplans zur Verkehrstelematik". Dieser könne- im Zusammenwirken mit gut dotierten Förderprogrammen - Österreich bei der Entwicklung und Anwendung von Verkehrsmanagement- und -informationssystemen international einen Platz "in der ersten Liga" sichern. Zur gezielten Weiterentwicklung der Stärken wolle auch die GSV beitragen, die schon 2008 einen "Arbeitskreis Verkehrstelematik" eingerichtet habe, an dem Experten aus der Öffentlichen Verwaltung, der Wissenschaft und der Wirtschaft mitwirken.
Zu wenig getan werde laut Schenz indes noch für den Ausbau von Güterterminals: "Wenn der Kombinierte Verkehr als Alternative zum reinen Transport auf der Straße attraktiver werden soll, brauchen wir ein dichteres Netz zentraler und regionaler Umschlageinrichtungen".
Mehr politisches Engagement wünscht sich Schenz auch für den Güterverkehr auf der Donau. Sonst werde das Ziel schwer zu erreichen sein, das Transportaufkommen mit dem Binnenschiff von gegenwärtig jährlich etwa 12 auf 25 Millionen Tonnen im Jahr 2015 zu steigern.
Mit Nachdruck werde sich die GSV weiterhin für die Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs und die vollständige Marktöffnung für private Verkehrsunternehmen einsetzen. Dies würde hunderttausenden Berufspendlern und Schülern einen Qualitätssprung bringen. Gleichzeitig müssten die Besteller von Verkehrsdienstleistungen - wie das Beispiel Deutschland zeige - voraussichtlich deutlich geringere Zuschüsse zahlen, weil die Mitbewerber sparsamer als die ÖBB wirtschaften könnten, so Schenz (Pressemeldung Österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, 05.01.10).

RechteckWer zahlt 1,2 Mrd. für Eisenbahnkreuzungen?
Am 03.01.2010 wurde in der Tageszeitung Kurier über die Pläne des Verkehrsministeriums zur neuen Eisenbahnkreuzungsverordnung informiert, unter anderem, dass etwa 2000 Eisenbahnkreuzungen technisch aufgerüstet werden müssen und an Stelle der aufgestellten Stopp-Tafel ein Lichtzeichen- und/oder Schrankenanlage angebracht werden muss. Diese vom Verkehrsministerium vorgeschriebene "Maßnahme" würde die Bahnbetreiber und Straßenerhalter etwa 1,2 Mrd. Euro kosten. Die Hälfte dieses enormen Betrages müssten die österr. Eisenbahnunternehmen aufbringen. Vor allem kleine Eisenbahnunternehmen wie z.B. Privatbahnen oder Anschlussbahnen, könnten durch diese plötzliche enorme finanzielle Bürde überfordert und zur Aufgabe gezwungen werden.
Die österreichischen Eisenbahnunternehmen waren bei der Erstellung der Verordnung nicht eingebunden und wurden mit einem kurzen Begutachtungsverfahren regelrecht überfahren. Bei einer Regelung mit derart weitreichenden Folgen ist eine Ausgrenzung der Betroffenen eine ungewöhnliche Vorgangsweise. Im VO-Entwurf wurden die voraussichtlichen Kosten nicht einmal behandelt, es wurde nur auf "voraussichtliche erhebliche Kosten" für die Eisenbahnunternehmen hingewiesen, erläutert der Branchensprecher aus der WKO, Thomas Scheiber.
Die Kosten für die Straßenerhalter wurden gar nicht erwähnt. Nicht nachvollziehbar ist die im Artikel des Kurier vom 03.01.2010 zitierte Stellungnahme des Verkehrsministeriums, wonach nur rund 100 Eisenbahnkreuzungen vom VO-Entwurf betroffen seien.
Erst im Jahr 2006 hat das Verkehrsministerium unter Verkehrsminister Hubert Gorbach die Zusatztafel "Auf Pfeifsignal achten" für all jene Eisenbahnkreuzungen vorgeschrieben, die durch Pfeifsignale vom Zug aus gesichert sind. In den Aussendungen des Verkehrsministeriums wurden damals 3.500 betroffene Eisenbahnkreuzungen genannt. Genau diese Eisenbahnkreuzungen müssen nach dem jetzt vorliegenden Entwurf durch Lichtzeichen- und/oder Schrankenanlagen gesichert werden. Ausgenommen sind nur Geh- und Radwege, also nur ein Bruchteil dieser 3.500 Eisenbahnkreuzungen. Diese Zahlen müssten den Verkehrsministerium zumindest seit dem Jahr 2006 bestens bekannt sein, die "rund 100 betroffenen Eisenbahnkreuzungen" sind daher nicht nachvollziehbar.
Es kann aber nicht so sein, dass der Bund sich etwas wünscht, das 1,2 Mrd. Euro kostet und die Unternehmungen diese Kosten zahlen sollen, stellt Scheiber fest. Diese Kosten liegen völlig außerhalb der finanziellen Möglichkeiten der Unternehmungen, weshalb bei einer Realisierung der Pläne der Bund die Kosten übernehmen müsse nach dem Grundsatz "wer anschafft muss auch zahlen" fordert Scheiber.
Der Fachverband der Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer fordert daher Frau Bundesministerin Doris Bures auf, das Begutachtungsverfahren zu unterbrechen, damit die finanziellen Auswirkungen genau ermittelt werden und eine Kostenübernahme durch den Bund vorab geregelt werden kann. Dabei wäre neben den betroffenen Eisenbahnunternehmen für die derzeit inhaltlich missglückten Regelungen im Entwurf auch die betroffenen Bundesländer und Straßenerhalter einzubinden (Pressemeldung Wirtschaftskammer Österreich - Fachverband der Schienenbahnen, 05.01.10).

RechteckErfolgreiche Jahresbilanz der Rollenden Landstraße über den Brenner
Die ÖKOMBI - eine 100% Tochter der Rail Cargo Austria AG (die Güterverkehrssparte des ÖBB-Konzerns) - ist der Experte und Marktführer in ganz Europa bei der Abwicklung der Rollenden Landstraße. Nachdem der letzte ROLA-Zug des Jahres 2009 pünktlich um 10:30 Uhr von Wörgl in Richtung Brenner abgefahren ist steht die erfreuliche Transportbilanz fest. Mit 226.000 beförderten LKW-Einheiten hat die Rollende Landstraße am Brenner einen neuen Beförderungsrekord aufgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr - hier waren auf der Brennerachse 206.000 LKW per Bahn unterwegs - konnte neuerlich ein Zuwachs von +20.000 LKW oder fast 10% erreicht werden.
Insgesamt sind auf der Brennerachse täglich 54 Züge unterwegs (38 Wörgl - Brenner, 10 Wörgl - Trient, 6 Regensburg - Trient). Die durchschnittliche Auslastung der Züge lag im abgelaufenen Jahr bei respektablen 83%, damit waren mehr als acht von zehn Stellplätzen mit einem LKW belegt. Im abgelaufenen Jahr haben diese Gütertransporte auf der Schiene der Umwelt rund 25.000 Tonnen CO2 erspart - ein wichtiger Beitrag in Zeiten des Klimaschutzes. Für das kommende Jahr 2010 will ÖKOMBI Geschäftsführer Franz Dirnbauer die Kapazitäten auf 300.000 Stellplätze und das Transportvolumen auf 250.000 LKW weiter ausbauen.
Der Marktanteil der ROLA am gesamten Transitverkehr von schweren LKW über den Brenner liegt im abgelaufenen Jahr 2009 bei erfreulichen 15%, eine starke Steigerung denn im vergangenen Jahr war dieser Wert noch bei 10%. In Summe stehen jeden Tag über 1.000 LKW-Stellplätze auf den 54 Zügen der Brenner ROLA zur Verfügung - im gesamten Jahr 2009 waren es 280.000 Stellplätze. Das SFV (sektorale Fahrverbot) der Stufe 3 sowie die umfassenden Marketingmaßnahmen und die gute Zusammenarbeit mit den Transportunternehmen sollen auch in Zukunft für eine gute Auslastung sorgen. Für 2010 wird die Stellplatzkapazität auf 300.000 Plätze ausgeweitet unter anderem sollen einige Züge von Wörgl die bisher am Brenner endeten weiter bis Trient geführt werden. Durch die längeren Terminalgleise in Trient können bis zu 21 LKW auf einen Zug gestellt werden. Damit sollte es möglich sein im kommenden Jahr auf über 250.000, auf der Rollenden Landstraße beförderte LKW, zu kommen. Franz Dirnbauer der Geschäftsführer der ÖKOMBI formuliert sein ehrgeiziges Ziel für das kommende Jahr: "Wir wollen 2010 noch mehr LKW per Bahn durch Tirol befördern und streben eine Steigerung der Transporte um bis zu 10% an." Die ROLA hat nach wie vor am Brenner eine sehr große Bedeutung, da rund 85% der dort fahrenden LKW und Sattelauflieger nicht kranbar (kodifiziert) sind. Das bedeutet sie sind für eine Abwicklung im UKV (Unbegleiteter Kombinierter Verkehr wie Container oder Wechselaufbauten) nicht geeignet. Ist eine Ladung einmal am LKW verladen, gibt es nur mehr zwei Varianten: Entweder eine 100%ige Straßenfahrt oder passende, bis zu 460 km lange Teilstücke, umweltfreundlich und sicher auf der ROLA zurücklegen. Im vergangenen Jahr haben sich immerhin 10.000 Transportunternehmen aus ganz Europa für die ROLA entschieden.
Zuwächse auf der Rollenden Landstraße bedeuten gleichermaßen auch eine Entlastung für die Umwelt. Auf Basis einer Studie des Umweltbundesamtes, stößt ein 40-Tonnen-Lkw im Schnitt 813 Gramm CO2 pro Kilometer aus - so blieben im heurigen Jahr rund 25.000 Tonnen CO2 der Umwelt und der Tiroler Luft erspart - um fast 3.000 Tonnen mehr als 2008. Im Jänner 2010 wird ÖKOMBI allen Transportunternehmen, welche die ROLA 2009 genutzt haben, erstmals eine Auswertung über die dadurch ersparte CO2 Mengen zusenden. "Jeder voll beladene Zug erspart den Anrainern und der Umwelt eine bedeutende Menge an CO2. Die Fahrer der LKW können zudem während der Bahnfahrt im Liegewagen ausspannen und ihre gesetzlichen Ruhezeiten konsumieren. Auch für den Unternehmer ergeben sich mit Mautersparnis, Dieseleinsparung, niedrigeren Wartungskosten und geringerer Abnützung gleich mehrere monetäre Vorteile bei jeder einzelnen ROLA-Fahrt", so Franz Dirnbauer abschließend (Pressemeldng ÖBB, 01.01.10).

RechteckWaldviertel-Bus bringt mehr Mobilität
Für insgesamt 200.000 Menschen bzw. 50.000 PendlerInnen im Waldviertel und darüber hinaus fährt seit Mitte Dezember der "Waldviertel-Bus", mit dem der Bevölkerung werktags eine öffentliche Verkehrsversorgung auf rund zwei Millionen Fahrplankilometern angeboten wird. "Mit dem Waldviertel-Bus werden die Mobilität der Menschen erhöht und Erleichterungen für die vielen PendlerInnen geschaffen. Außerdem wird der Wirtschaftsstandort gesichert sowie nachhaltige und sozial verträgliche Mobilität angeboten. Den Waldviertel-Bus kann man noch bis Jahresende gratis testen", betont dazu Landesrat Mag. Johann Heuras.
Der Waldviertel-Bus bietet mit in Summe 21 neuen Linien Anschlussverbindungen an den hochrangigen öffentlichen Verkehr wie etwa die Franz-Josefs-Bahn oder die Westbahn. Nicht nur die Zentren des Waldviertels können mittels dieses neuen Mobilitätsangebotes im Eiltempo erreicht werden, sondern auch Krems, Hollabrunn, Melk oder Retz. Der Waldviertel-Bus, der erstmals eine öffentliche Verkehrsversorgung an Werktagen bietet und auch während der Schulferien von Montag bis Freitag verkehrt, soll die innere Erschließung des Waldviertels wesentlich verbessern.
Das bisherige Wochenendangebot bleibt von dem neuen Konzept unberührt; die Fahrpläne aller Linien wurden aufeinander abgestimmt, und Wartezeiten beim Umsteigen sollen möglichst kurz gehalten werden. Bei den Knotenpunkten werden die Anschlüsse abgewartet. Die Streckenführungen sind auf wichtige, zentrale Haltestellen ausgerichtet, was die Fahrzeiten besonders kurz hält.
Das Konzept beinhaltet im Wesentlichen die zwei Hauptachsen Krems - Zwettl und Horn - Waidhofen an der Thaya mit Taktverkehr und 19 Zubringerlinien. Sämtliche Fahrpläne und weitere Informationen sowie Ticketpreise gibt es auf www.noe.gv.at/waldviertelbus (Pressemeldung Niederösterreichische Landesregierung, 29.12.09).

RechteckFranz Nigl verlässt ÖBB mit Ende des Jahres
Der Vertrag von Franz Nigl als Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs GmbH (DLG) läuft mit Ende des Jahres aus. Um eine geordnete Übergabe seiner zahlreichen Aufgaben zu ermöglichen, hat Nigl am 17.12.09 seinen Rücktritt als Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs GmbH erklärt.
Mit Zurücklegung der operativen Geschäftsführung und Übergabe der Agenden wird Nigl auch zu einer funktionierenden Überführung der DLG in eine ÖBB Shared Services Center GmbH aktiv beitragen.
Franz Nigl hat im Rahmen seines Auftrages als DLG-Geschäftsführer die vorgegebenen Ziele mehr als erreicht. Er hat durch die Neuorganisation des zentralen Einkaufs und die Konsolidierung der konzernweiten IT sowie die Schaffung der Voraussetzungen für die "Shared Services" die Basis für beträchtliche Einsparungen gelegt. "
Nigl ist ein zielorientierter Sanierungsmanager, weshalb ich es grundsätzlich bedaure, dass er sich aus dem ÖBB-Konzern völlig zurückzieht", stellt Pöchhacker fest.
Franz Nigl ist seit November 2004 Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs GmbH. Neben Einkauf und IT war er bis Juni dieses Jahres für das Personalmanagement verantwortlich. In diesem Bereich hat er inÜbereinstimmung mit der Konzernstrategie laufend Rationalisierungen vorgenommen, aber auch das gesamte Personalentwicklungswesen sowie die Entlohnungssysteme modernisiert und auf neue betriebswirtschaftlich ausgerichtete Zielerreichungskriterien umgestellt.
Nigl wird sich im nächsten Jahr neuen Managementaufgaben widmen (Pressemeldung ÖBB, 21.12.09).

RechteckÖBB-Nachhaltigkeitsbericht
Grafik ÖBB
Grafik ÖBB
CO2-Emissionen 2008 im Gütertransport (oben links) und Personenverkehr (oben rechts). Vergleich der Anteile erneuerbarer Energien bei ÖBB, DB und SBB (unten). Grafiken ÖBB.
Die ÖBB wollen bis 2015 eines der nachhaltigsten Mobilitätsunternehmen Europas sein. Denn der Erfolg eines Unternehmens kann heute nicht mehr nur unter rein ökonomischen Aspekten gesehen werden. Die ÖBB sind Österreichs größter Mobilitätsanbieter und einer der größten Arbeitgeber – und sind sich der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst.
Alle zwei Jahre präsentieren die ÖBB den Nachhaltigkeitsbericht und binden dazu viele ihrer Partner ein – unter anderem auch das Umweltbundesamt, das die CO2-Bilanz errechnet. Der Nachhaltigkeitsbericht ist nur ein Teil des Beitrages, den die ÖBB leisten. Die Bandbreite reicht von Arbeitsplätzen, Impulsen für den Wirtschaftsstandort Österreich, über Lehrlingsausbildung, Barrierefreiheit und Kundenbindungs-programmen bis hin zu Energiespartrainings bei Lokführern und Buslenkern.
Der ÖBB-Bahnverkehr erspart Österreich jährlich bis zu 3,4 Mio Tonnen CO2. Würden die ÖBB-Bahnverkehrsleistungen nämlich ersatzweise nur mit Pkw und Lkw durchgeführt werden, so hätte das einen massiven Anstieg der CO2-Emissionen zur Folge. So gesehen kann das Zielnetz der ÖBB, mit dem 30% mehr Fahrgäste erreicht werden, zusätzlich für weitere CO2-Einsparungen von etwa 1. Mio Tonnen CO2 sorgen.
D
er zweite Nachhaltigkeitsbericht zeigt klar: die ÖBB sind der klimafreundlichste Mobilitätsanbieter Österreichs und hängen ihre größten Konkurrenten – Straße und Flugzeug – in der Klimabilanz deutlich ab. Nachhaltig zeigen sich die ÖBB aber auch als Wirtschaftsmotor und in ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und MitarbeiterInnen.
Der Nachhaltigkeitsbericht 2008 wurde nach den Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) im Anwendungsniveau „G3“ erstellt. Die GRI wurde 1997 mit dem Ziel gegründet, einen weltweit anerkannten Leitfaden für die freiwillige Berichterstattung über ökonomische, ökologische und soziale Aktivitäten von Organisationen und Unternehmen zu entwickeln. Durch diesen Standard ist eine Vergleichbarkeit von Unternehmen gegeben.
Aus ökonomischer Sicht sind steigende Reisendenzahlen und höhere Tonnagen wichtig. „Uns geht es aber auch darum, die Menschen für klimafreundliche Mobilität und entsprechendes Verhalten zu begeistern“, so ÖBB-Vorstandssprecher Klugar. Zielgruppengerechte Angebote wie die Seniorenaktion oder das Sommer- und Jugendticket waren 2008 ein voller Erfolg. 2008 konnten auch um 19% mehr VORTEILScard-KundInnen gewonnen werden (Pressemeldung ÖBB, 21.12.09).

RechteckGewerkschaft vida fordert Stopp weiterer Liberalisierungen im Bahnsektor
Im Hinblick auf das im Jahr 2010 geplante neue Weißbuch der EU zur europäischen Transportpolitik in den kommenden zehn Jahren übergaben die Eisenbahngewerkschaften in der Europäischen Transportarbeiterföderation (ETF) am 16.12.09 ein Memorandum für eine nachhaltige Zukunft der Bahnen an den EU-Verkehrsministerrat. Die Forderungen der ETF-Gewerkschaften, dass die Europäische Kommission auf den Weg eines integrierten, technologieorientierten und nutzerfreundlichen Eisenbahnsystems zurückfinden müsse, werden vor Ort in Brüssel auch von AktivistInnen der Gewerkschaft vida unterstützt.
"In den letzten Jahren hat der Eisenbahnsektor massiv unter den Folgen des neoliberalen Mainstreams gelitten, der von der Prämisse ausgeht, dass die Einführung von Wettbewerb und die Zerschlagung staatlicher Monopole zu einem nachhaltigen Transportsystem führen würde", erklärte dazu der stellvertretende vida-Vorsitzende, ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender Wilhelm Haberzettl. Die Fakten würden aber eine andere Sprache sprechen, so Haberzettl weiter, weil der Anteil des Schienenverkehrs an Transportinvestitionen in den letzten zehn Jahren nämlich deutlich gesunken sei und andere Verkehrsträger, insbesondere die Straße, massiv bevorzugt worden seien. Dazu komme noch, dass das erklärte Ziel des EU-Verkehrsweißbuches von 2001, die Güterströme auf umweltfreundliche Verkehrsträger zu verlagern, aufgegeben wurde.
Die Entwicklungen im Bahnsektor in den letzten zehn Jahren zeigten klar, so Haberzettl, dass eine Marktöffnung sowie Wettbewerb und Liberalisierung um jeden Preis schädlich für die Entwicklung der Bahnen gewesen sei. Das bedeute ko