Österreich
IV-Präsident Sorger begrüßt Bestellung von Christian Kern
Als "Chance, die es im Sinne des gesamten Industrie- und Arbeitsstandortes
zu nutzen gilt" bezeichnete der Präsident der Industriellenvereinigung
(IV) Dr. Veit Sorger am 09.03.10 die personelle Neuaufstellung der Österreichischen
Bundesbahnen (ÖBB) im Rahmen der jüngsten Aufsichtsratssitzung.
Der IV-Präsident begrüßte die Bestellung von Mag. Christian Kern zum Vorstandssprecher
der ÖBB-Holding. Dieser habe sich beim Verbund als Manager "ein klares
Profil erarbeitet, das ihn auf die neuen Herausforderungen zweifellos
gut vorbereitet".
Sorger betonte, es gelte, "Infrastrukturausbau als Zukunftsinvestition
zu verstehen, die strategisch anzulegen und mit dem notwendigen Commitment
auch der Politik mittel- und langfristig umzusetzen ist. Dies kommt -
richtig gemacht - der Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft
zugute."
Der IV-Präsident würdigte in diesem Zusammenhang auch den scheidenden
ÖBB-Chef DI Peter Klugar, der das Unternehmen in schwierigen Zeiten geführt
und für die Bahn wesentliche Fragen adressiert habe (Pressemeldung Industriellenvereinigung,
10.03.10).
Kern
und Seiser als neue ÖBB-Vorstände bestellt
Der ÖBB-Aufsichtsrat hat Christian Kern soeben zum neuen ÖBB-Chef bestellt,
das berichtet oe24.at unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.
Der jetzige Verbund-Vorstand Kern erhält bei den ÖBB einen Fünf-Jahres-Vertrag
und wird die Nachfolge von Peter Klugar antreten.
ÖBB-Werkstättenleiter Franz Seiser übernimmt das Vorstandsmandat von Gustav
Poschalko in der Holding (Pressemeldung ÖSTERREICH, 10.03.10).
Siemens
Österreich setzt auf Spirit Design bei Marktoffensive

Siemens Österreich hat mit Viaggio Comfort eine neue Eisenbahnplattform
entwickelt, die nun weltweit vermarktet werden soll. Dazu bedarf es überzeugender
Gestaltungsvorschläge für das Exterior und Interior Design möglicher
Zugkonfigurationen, um potentielle Kunden auf den ersten Blick zu begeistern.
Diesbezüglich verlässt sich Siemens Österreich auf Spirit
Design aus Wien.
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen hat sich schon bei
früheren Zugprojekten bewährt, z. B. dem Wiener CAT City Airport
Train und dem ÖBB railjet. Beide Züge wurden mehrfach bei internationalen
Designpreisen ausgezeichnet.
Daniel Huber, Managing Partner Product bei Spirit Design, erklärt
zur Zusammenarbeit: „Wir konnten hier unsere Ideen zum Thema Zukunft
der Bahn sehr gut einbringen: Der Fokus ist auf Qualität ausgerichtet,
im Sinne von Komfort und Geschwindigkeit, bei gleichzeitig hoher ökologischer
und ökonomischer Effizienz. Der Viaggio Comfort stellt im Gegensatz
zu anderen Hochgeschwindigkeitszügen kein reines Prestigeobjekt dar;
die Sinnhaftigkeit steht klar im Vordergrund, ebenso wie der Nutzen für
Betreiber, Passagiere und die Umwelt. Ich denke, das zeigt den Weg in
die Zukunft und wird die Bahn auf internationaler Ebene wesentlich wettbewerbsfähiger
machen.“
Das Design hat nicht nur die Aufgabe, optisch zu gefallen – seine
Funktion geht darüber weit hinaus. Es muss die oben genannten Attribute
in eine sichtbare Sprache übersetzen, sodass die Kunden die vorteilhaften
Eigenschaften des betreffenden Zuges emotional begreifen können.
Außerdem unterstützt das Design die Kosten- und Ressourceneffizienz
in der Produktion. Huber: „Wir arbeiten im Exterior Design mit einer
sehr dynamischen, klaren und schnörkellosen Formensprache –
fokussiert auf die aerodynamischen Erfordernisse und die Anforderungen
der Fertigungstechnik im Assembling. Dieses Prinzip setzt sich in der
Gestaltung des Innenaufbaus fort. Wir legen sehr großen Wert darauf,
dass unsere Entwicklungen Hand in Hand mit den Vorstellungen der Produzenten
gehen, vor allem in Bezug auf effiziente und aufwandsoptimierte Fertigung.
Design ist eben nicht nur Styling, sondern trägt auch zur Ressourcenschonung
und Reduzierung der Kosten bei.“ (Pressemeldung Spirit Design, 10.03.10).
Rail
Cargo Hungaria aus der Taufe gehoben
Vor rund 350 geladenen Gästen präsentierte gestern Abend die RCA-Tochter
MÁV Cargo ihren neuen Namen. Künftig wird das Unternehmen unter dem Namen
Rail Cargo Hungaria auftreten. Das ehemalige Güterverkehrsunternehmen
der staatlichen MÁV wurde 2008 privatisiert. Rail Cargo Austria bekam
damals als Höchstbieter den Zuschlag.
"Die Änderungen und Modernisierungen seit der Privatisierung führten unser
Unternehmen in eine neue Epoche seiner Geschichte. Die Qualität unserer
Dienstleistungen wurde stark verbessert, während gleichzeitig Betriebskosten
erheblich reduziert wurden. Wir setzten uns neue Ziele und formulierten
eine neue Mission. Struktur und Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens
unterscheiden sich heute wesentlich vom Stand vor der Privatisierung.
Diese positive Entwicklung nach dem Neustart unter Rail Cargo Austria
unterstreichen wir nun mit der Namens- und Markenänderung", betonte Imre
Kovács, Generaldirektor der Rail Cargo Hungaria Zrt. bei der feierlichen
Präsentation vor rund 350 geladenen Kunden und Partnern.
Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes Rail Cargo Austria, erklärte
in Budapest, dass der Konzern gemeinsam mit der ungarischen Tochtergesellschaft
zum führenden Güterverkehrsunternehmen auf dem südosteuropäischen Markt
wurde. Rail Cargo Austria ist mengenmäßig mittlerweile die Nummer 2 im
europäischen Schienengüterverkehr. "Rail Cargo Hungaria wird eine wesentliche
Rolle im kombinierten Verkehr in den Ländern Südosteuropas ausüben. Dies
bedeutet eine weitere Stärkung des RCA-Konzerns am Donaukorridor. Unsere
Züge fahren heute von Mailand und der Adria über Wien und Budapest bis
an das Schwarze Meer und die türkische Grenze.", erklärte Macher.
Der Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung von Rail Cargo Hungaria
wurde nach dem Kauf von MÁV Cargo Zrt. im Projekt "Joining Forces" gelegt.
Dort wurde eine Vielzahl an Einzelprojekten gestartet, um Organisation,
Prozesse und Strukturen zu optimieren, die bereits Synergieeffekte im
Wert von mehreren Millionen Euro brachten. Bis 2012 werden Struktur- und
Prozessverbesserungen in der Höhe von rund 50 Mio. Euro zu Buche schlagen,
das Neugeschäft noch nicht mitgerechnet.
Durch die Optimierung der Verkehrsrouten gelang es beispielsweise, die
Beförderungskilometer bis zu den Bestimmungsbahnhöfen um 17% zu reduzieren.
Das bedeutet signifikant niedrigere Traktions- und Infrastrukturkosten
und führte zu wesentlich kürzeren Beförderungszeiten. Auch die Grenzaufenthalte
konnten durch Vertrauenszüge von rund zwei Stunden auf wenige Minuten
reduziert werden.
Als Meilensteine müssen auch der Auf- und Ausbau einer eigenen ungarischen
Traktion und die Modernisierung der Informationssysteme hervorgehoben
werden. Die Rail Cargo Austria fördert die Entwicklung ihrer Tochter gemäß
den Verpflichtungen im Privatisierungsvertrag mit jährlich 8,7 Milliarden
HUF. In diesem Rahmen kamen 2009 11 Taurus-Lokomotiven nach Ungarn.
Das Unternehmen begann den Ausbau der SAP-Datenverwaltung und beteiligte
sich an der Errichtung des Terminals Rail Port Arad, der zur Markterweiterung
in Rumänien als Sprungbrett dient. Das Unternehmen wirbt seit Herbst vorigen
Jahres Lokführer an. So fuhr sein erster vollständig eigener Zug (mit
eigener Lokomotive und eigenem Lokführer) im Januar 2010. Im Laufe des
Jahres wird die Zahl der Lokführer 100 übersteigen und die Lokflotte wird
auf 29 moderne Loks erweitert (Pressemeldung ÖBB, 08.03.10).
Letzte
Gleistragplatte im Arlbergbahntunnel montiert
 
Martin Spiß (Baumanger) und Karl Hartleitner (Projektleiter) von den ÖBB
unterstützen die Verlegung der letzten Platte. Fotos Landeckfilm.
Eines der größten sicherheitstechnischen Projekte der ÖBB-Infrastruktur
AG wird im zehn Kilometer langen Arlbergbahntunnel zwischen Langen (Vorarlberg)
und St. Anton am Arlberg (Tirol) umgesetzt. Im zweigleisigen Tunnel steht
für den täglichen Zugfahrplan durch die Arbeiten lediglich ein
Streckengleis zur Verfügung.
Am zweiten Gleis wird weiter im 24 Stunden Schichtbetrieb mit Hochdruck
gearbeitet und ÖBB Projektleiter Mag. Karl Hartleitner kann heute
einen weiteren Etappenschritt erfolgreich abschließen. Für
die Herstellung einer festen Fahrbahn – um den Tunnel im Einsatzfall
auch für Straßenfahrzeuge befahrbar zu machen – wurden
in den letzten beiden Jahren je zehn m² große und rund 4,5
Tonnen schwere Einzelgleistragplatten montiert. „Mit der heutigen
Verlegung der 3.716en und letzten Gleistragplatte sind die gesamten 21.000
m² des Arlbergbahntunnels mit einem straßenbahnähnlichen
Gleis ausgestattet. Die Schienen liegen tiefer und können nach Fertigstellung
im Dezember von Einsatzstraßenfahrzeugen problemlos befahren werden“,
so ÖBB Projektleiter Karl Hartleitner.
Die Hauptvorteile einer Festen Fahrbahn sind zum bekannten und wichtigen
Sicherheitsaspekt zudem die gegenüber dem herkömmlichen Gleis
erheblich geringeren Erhaltungsaufwendungen. Weiters bringt diese Gleisform
eine längere Nutzungsdauer sowie eine verbesserte Genauigkeit der
Fahrspur und damit verbunden eine größere Laufruhe der Schienenfahrzeuge.
Für das Auslegen der einzelnen Gleistragplatten ist exaktes, millimetergenaues
Arbeiten erforderlich. „Vergleichbar mit dem Zusammenstecken der
einzelnen Gleisfelder bei der kleinen Modelleisenbahn im Wohnzimmer, machen
wir das XXL-Format im Arlbergeisenbahntunnel mit tonnenschweren Einzelstücken“,
so der ÖBB-Projektleiter. Im Vorfeld wird der Untergrund entsprechend
vorbereitet, die Tragplatten werden millimetergenau aufgelegt und mit
vier Spindeln pro Platte eingerichtet. Erst im Anschluss wird der Zwischenraum
vom Untergrund zur Gleistragplatte mit einer hochfließfähigen
Spezialbetonmasse ausgegossen. Die über 3.700 Einzelplatten wurden
in Rechnitz im Burgenland erzeugt. Umweltfreundlich per Bahn mit der Rail
Cargo Austria (ÖBB Güterverkehrssparte) erfolgte der Transport
in 310 Einzelwaggons aus dem Burgenland ins Arlberggebiet. Ein zusammengestellter
Zug mit den Gleistragplatten auf den Waggons würde eine beschauliche
Zuglänge von 6,2 km ergeben. Die Materialkosten der Betonteile liegen
bei rund 6,5 Mio. Euro.
Als nächster Schritt werden ab März auf dem derzeitigen Baugleis
die Signal-, Funk-, Beleuchtungs- und Telekomanlagen neu errichtet. Zudem
wird mit der Umsetzung zum Einbau einer „Stromschienenoberleitung“
begonnen. Die Stromschiene stellt eine neue Bauform dar, die erhaltungstechnische
Vorteile bietet, weil sie sowohl stabiler als auch pflegeleichter ist.
Die zusätzliche Stabilität gewinnt die Stromschiene durch mehr
Aufhängungspunkte der Fahrleitung. Trag- und Zugseile für die
Spannung der Fahrleitung fallen dabei weg. Außerordentliche Tunnelsperren
für Erhaltungsarbeiten (Wartung und Service) können entfallen.
Mit Anfang August wird das derzeitige Baugleis fertig sein und die Arbeiten
wechseln auf das zweite Gleis wo ebenfalls Stromschiene und technische
Anlagen bis zum Fahrplanwechsel Ende 2010 erneuert werden. Ab Mitte Dezember
soll der Arlbergtunnel erstmalig nach fast 5 Jahren wieder zweigleisig
befahrbar sein. Sämtliche Arbeiten finden bei laufendem Bahnbetrieb
statt, daher spielt die Sicherheit der Arbeiter eine sehr große
Rolle. So sind die Züge im Arbeitsbereich am Nachbargleis mit Geschwindigkeitsbeschränkung
unterwegs und eigene Sicherungsposten im Einsatz. Zudem werden die Arbeiter
durch eine optische und akustische Warnanlage auf herannahende Züge
aufmerksam gemacht (Pressemeldung ÖBB, 02.03.10).
Letzte
"aktive" HF 130 C vor Reaktivierung
 
Bei Gmeinder unter der Fab. Nr. 4199 im Jahr 1944 für die Deutsche
Wehrmacht gebaut, kam diese Lokomotive in Diensten der ÖBB erstmals
1950 als 2092.02 in Zell am See zum Einsatz. Obwohl seit Jahren nicht
mehr in Betrieb, blieb diese Lok im Stand der ÖBB und wurde zum 01.07.2008
an die Salzburger Lokalbahn verkauft.
Da für Zell a. See Tischlerhäusl im Verschub eine leistungsfähige
Rangierlok benötigt wird, fiel der Entscheid für die Aufarbeitung
dieser typischen Lokomotive. Neben der Hauptuntersuchung und einen neuen
Kleid in SLB-Norm erhält die aktuell einzig aktive HF 130 C auch
erstmals eine Vakuumbremsanlage - dies wird künftig auch den Bauzugeinsatz
ermöglichen.
Rechtzeitig vor der Bausaison 2010 soll dieses Schmuckstück - jetzt
als SLB Vs 51 bezeichnet - dem Betriebsdienst zur Verfügung stehen.
Nach Fertigstellung der Arbeiten soll auch die Vs 72 (ex ÖBB 2095.04)
final für den Einsatz im Pinzgau auf Hochglanz gebracht werden
(Gunter Mackinger, 01.03.10).
616
Millionen gemeinwirtschaftliche Leistungen der ÖBB im Jahr 2008
Auf rund 616 Mill. € beliefen sich im Jahr 2008 die vom Bund bestellten
gemeinwirtschaftlichen Leistungen der ÖBB, jene der Privatbahnen betrugen
knapp 44 Mill. €. Dies geht aus einem entsprechenden Bericht (III-115
d.B.) hervor, den Verkehrsministerin Doris Bures nun dem Parlament vorlegte.
347 Mill. € bezahlte demnach der Bund an die ÖBB für die unter dem Titel
Ökobonus zusammen-gefassten geförderten Zeitkarten und diversen Halbpreispässe,
der Kilometerleistungszuschuss des Quantitätsbonus wiederum schlug sich
mit rund 122 Mill. € zu Buche, für den Qualitätsbonus wurden 29 Mill.
€ ausgegeben.
4,6 Mill. € bezahlte der Bund an die ÖBB für die Aufrechterhaltung von
Nebenbahnen in Niederösterreich, im Wesentlichen die Mariazellerbahn und
die Ybbstalbahn, sowie für den Betrieb der Autoschleuse durch den Tauerntunnel.
Für Kombitickets, die im Rahmen der EURO 2008 zur kostenlosen Benützung
der ÖBB-Züge berechtigten, wurden 4,96 Mill. € vereinbart und abgerechnet.
Was den Güterverkehr betrifft, verfolgt der Bund mit den von ihm bestellten
gemeinwirtschaftlichen Leistungen das Ziel der Verlagerung des Verkehrs
von der Straße auf die Schiene. In diesem Sinn wurden im Rahmen des Kombinierten
Verkehrs 2008 seitens der Rail Cargo Austria AG 47,257 Mill. € und unter
dem Titel des Gefahrengutverkehrs 62,160 Mill. € abgerechnet.
Insgesamt lag die Summe aller vom Bund bei der ÖBB bestellten gesamtwirtschaftlichen
Leistungen für Personen- und Güterverkehr 2008 um rund 42 Mill. € über
dem Betrag des Jahres 2007 (Pressemeldung
Parlamentskorrespondenz, 26.02.10).
Aktuelle
Stunde zum Thema Bahnübernahme im NÖ Landtag
Der Landtag von Niederösterreich trat am 25.02.10 um 13 Uhr unter dem
Vorsitz von Präsident Ing. Hans Penz zu einer Sitzung zusammen. Zu Beginn
wurde eine Aktuelle Stunde zum Thema "Bahnübernahme - Chance für Niederösterreich"
abgehalten.
• Abgeordneter Mag. Karl W i l f i n g (VP) sprach von einem Verhandlungserfolg
von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Landesrat Mag. Johann Heuras.
So würden sich in der Verkehrspolitik des Landes neue Perspektiven eröffnen.
Jetzt gelte es, über die Gestaltung der 600 Kilometer Bahnstrecken nachzudenken.
Seitens des Landes, des Bundes und der ÖBB würden 140 Millionen Euro hier
investiert werden. Man wolle hier einen neuen Impuls geben und auch Wirtschaftsimpulse
setzen. Damit im Zusammenhang stehe auch eine Umstrukturierung der NÖVOG.
Organisatorisch und rechtlich würden alle Vorkehrungen getroffen, um die
Versäumnisse der ÖBB auszuräumen.
• Abgeordneter Erich K ö n i g s b e r g e r (FP) sprach im Gegensatz
zu seinem Vorredner von einem "enttäuschenden Übereinkommen", das nur
Lippenbekenntnisse enthalte. Die ÖBB hätten die Nebenbahnen zwar schlecht
geführt, seien aber "wenigstens gefahren". Von einem Erhalt der Nebenbahnen
sei man momentan "meilenweit entfernt". Zuletzt merkte er an, dass neue
Fahrzeuggarnituren nicht so rasch geliefert werden könnten, wie sie angekündigt
wurden.
• Abgeordneter Anton K a s s e r (VP) stellte fest, dass "Mobilität"
früher anders definiert wurde als es heute zu definieren sei. Der öffentliche
Verkehr stehe immer in Konkurrenz mit dem Individualverkehr. Es sei ein
zeitgemäßer und attraktiver öffentlicher Verkehr gefordert; es gebe nun
Anlass zur Hoffnung auf eine derartige Attraktivierung.
• Abgeordneter Gerhard R a z b o r c a n (SP) meinte, dass auch
er froh sei, dass in dieser Causa Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und
Bundesministerin Doris Bures voriges Jahr die "Notbremse gezogen" hätten.
So könne man jetzt im eigenen Land die eigene Verkehrspolitik gestalten.
Allerdings sei fraglich, ob die bestehenden Chancen auch genutzt werden
können und wie viele Nebenbahnen am Ende fahren werden. Seiner Meinung
nach sollten Gespräche mit den MitarbeiterInnen geführt werden.
• Abgeordneter Amrita E n z i n g e r (G) betonte, dass die Bahnübernahme
"noch lange keine Chance für Niederösterreich" darstelle. Die CO2-Reduktion
sei der VP NÖ egal. Bezüglich der Ybbstalbahn stelle sich die Frage, wer
den Bedarf erhebe. Die Antwort auf viel Verkehr könne nicht noch mehr
Straße heißen. Die Überlegungen zum öffentlichen Verkehr seien in Niederösterreich
"in der Steinzeit stehen geblieben". Die Petition der Bürgerinitiative
mit 11.000 Unterschriften müsse ernst genommen werden.
• Klubobmann Gottfried W a l d h ä u s l (FP) meinte, die Bahnübernahme
sei sehr wohl eine Chance. Die Bevölkerung habe das auch geglaubt. In
Wahrheit gehe es aber auch dem Land Niederösterreich wie dem Bund nur
ums Zusperren. Die Zeit, in der es nur um Wirtschaftlichkeit gehe, müsse
vorbei sein. Mit dem Geld, das bei der Hypo "verzockt" worden sei, könnten
alle Bahnen erhalten bleiben. Das Ziel müsste die beste Lösung für alle
Pendler sein.
• Abgeordneter Ing. Johann H o f b a u e r (VP) betonte, man brauche
keine 11.000 Unterschriften, um etwas zu unternehmen. Niederösterreich
befinde sich bereits in der Umsetzung des Pakts. Man werde individuelle
Lösungen für alle Strecken anbieten. Auf der Waldviertler Schmalspurbahn
etwa habe sich die wirtschaftliche Lage trotz weniger Betriebstage verbessert.
• Abgeordneter Herbert T h u m p s e r (SP) sagte, es gehe offensichtlich
nicht um Ausbau und Attraktivierung, sondern um eine Politik des Zusperrens.
Das sei aber ein "Holzweg", wie die Investitionen in den öffentlichen
Verkehr in anderen Bundesländern zeigten. Die Bürgerinitiativen brächten
Wissen, Engagement und Kreativität ein. Wenn einmal der Personenverkehr
weggenommen werde, falle bald auch der Güterverkehr weg.
• Landesrat Mag. Johann H e u r a s (VP) führte aus, diese polemische
Diskussion hätten sich die Menschen nicht verdient. Das Gesamtpaket sei
ein riesiger Erfolg für Niederösterreich. Er bekenne sich uneingeschränkt
dazu, dass es mehr Geld nur für mehr Qualität gebe. Niederösterreich habe
die Nebenbahnen nicht übernommen, um sie zu sperren. Das ergebe ja keinen
Sinn. Abschließend kündigte er an, in die Regionen gehen zu wollen, um
gemeinsam mit den Betroffenen bestmögliche Lösungen zu finden.
• Abgeordnete Dr. Helga K r i s m e r - H u b e r (G) meinte, es
seien die Mitglieder des Landtages niemals eingeladen worden, um sie über
die Verhandlungen zu informieren.
• Abgeordneter Martin S c h u s t e r (VP) berichtete zu einem Antrag
betreffend Änderung des NÖ Straßengesetzes 1999.
• Abgeordnete Amrita E n z i n g e r (G) kündigte an, dass die Grünen
dem Antrag nicht zustimmen werden, weil hier wieder der Schwerpunkt auf
den Straßen liege.
• Abgeordneter Erich K ö n i g s b e r g e r (FP) sagte, die Aufgaben
für das Land hätten sich verschoben und eine Anpassung sei nötig geworden.
Außerdem müssten EU-Richtlinien umgesetzt werden. Seine Fraktion halte
die Novellierung für notwendig und werde ihr die Zustimmung erteilen.
• Abgeordneter Josef J a h r m a n n (SP) sprach von einer Anpassung
an die Bundesregelung. Das NÖ Straßengesetz trage dem bei dieser Novelle
Rechnung. Hinzu komme die Umsetzung der Richtlinien des Europäischen Parlaments.
Dies sei ein notwendiger Schritt, die SP werde dem zustimmen.
• Abgeordneter DI Willibald E i g n e r (VP) betonte, seit der letzten
Novellierung im Jahr 1999 habe sich die Straßenerhaltung stark verändert.
Darum solle das NÖ Straßengesetz ergänzt und klarer formuliert werden.
Dies betreffe z. B. die Planung von Straßen oder das Bewilligungsverfahren.
Der Antrag wurde mit Mehrheit ohne die Stimmen der Grünen angenommen (Pressemeldung
Niederösterreichische Landesregierung, 26.02.10).
Arbeiterkammer
will dranbleiben bei den Investitionen ins Schienennetz
"Dranbleiben bei den Investitionen ins Schienennetz", fordert AK Präsident
Herbert Tumpel. "Jetzt ist nicht die Zeit für verfrühte Sparprogramme.
Wer beim Ausbau der Schiene bremst, bremst auch die Erholung der Volkswirtschaft
aus. Gerade in der Krise zahlen sich Investitionen ins Schienennetz dreifach
aus: Sie sichern und schaffen tausende Arbeitsplätze. Ein gut ausgebautes
Schienennetz sorgt für mehr Sicherheit im Schienenverkehr und gewährleistet
eine effiziente Infrastruktur. Schließlich ist ein gutes öffentliches
Verkehrsnetz ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz und eine Entlastung
für den Straßenverkehr," betont AK Präsident Herbert Tumpel. "Deshalb
muss gerade jetzt mehr und nicht weniger in die Schiene investiert werden.
Die Krise ist noch nicht vorbei. Wer jetzt zu früh spart, würgt den gerade
erst angesprungenen Konjunkturmotor wieder ab."
Die vorgestellte Studie des Verkehrsministeriums zeigt: 80 Prozent der
Investitionskosten kommen über Steuern wieder zurück und das ausgelöste
Wirtschaftswachstum ist mehr als doppelt so hoch wie die Investitionssumme.
Tumpel wendet sich entschieden gegen Vorschläge der jüngsten Zeit, die
Bahn zum "Sparschwein der Nation" zu machen.
Eine klare Absage erteilte der AK Präsident auch den Vorschlägen des Wirtschaftsforschungsinstitutes
Wifo, möglicherweise Teile der Bahn zu privatisieren. "Vorschläge, etwa
Teile der Bahn in die Abhängigkeit privater Investoren zu überführen,
kann nicht im Interesse der Bevölkerung sein", so Tumpel. "Auch private
Investoren wollen Geld verdienen. Für die öffentliche Hand würde das langfristig
höhere Kosten bedeu-ten, die noch dazu vor allem zu Lasten der künftigen
Mobilität ginge.
"Es ist kurzsichtig, wegen ein paar schneller Einnahmen wichtige Zukunftsbereichen
zu verscherbeln", betonte Tumpel. Der Staat muss auch in Zukunft für die
Finanzierung des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur sorgen. Die Erfahrungen
mit dem PPP-Modell bei der Autobahn A5 zeigen laut Rechnungshofbericht,
dass die erhofften Vorteile ausbleiben und Risiken für die Öffentliche
Hand deutlich größer als erwartet sind.
Außerdem gilt: Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur wirken besser
und rascher als andere Maßnahmen als Jobmotor, weil sie unmittelbar vor
Ort wirken und Arbeitsplätze in der österreichischen Bauwirtschaft schaffen.
Diese Investitionen erzeugen aber auch zusätzliche Wertschöpfung, schaffen
Nachfrage und sie rechnen sich auch im Budget durch zusätzliche Steuereinnahmen.
"Der Ausbau des Schienennetzes muss langfristig außer Streit gestellt
werden", so Tumpel. "Denn nur ein lückenloses, leistungsfähiges Netz kann
sicherstellen, dass der Öffentliche Verkehr weiter verbessert und damit
auch Klimaschutz- und Energiesparziele erreicht werden können." (Pressemeldung
Arbeiterkammer Wien, 26.02.10).
Rechnungshof
kritisiert Höhe der ÖBB-Sonderaktionen
Die ÖBB-Personenverkehr Aktiengesellschaft bot dem am 25.02.10 veröffentlichten
Bericht "Sonderpreisangebote
der ÖBB–Personenverkehr Aktiengesellschaft" des Österreichischen
Rechnungshofs zufolge eine für den Kunden schwer überschaubare
Anzahl von Sonderpreisprodukten - allein im Jahr 2008 241 verschiedene
Angebote - an.
Ein wirtschaftlicher Nutzen dieser Produkte für die ÖBB-Personenverkehr
Aktiengesellschaft war mangels Planungsrechnungen und aussagekräftiger
Evaluierungen nicht nachweisbar (Pressemeldung ÖBB, 26.02.10).
Überzogene
ÖBB Kritik nützt niemandem
Der Vorstandssprecher der ÖBB Holding, DI Peter Klugar, verwehrt sich
am 25.2.2010 gegen Vorwürfe, dass die ÖBB "ein finanzpolitischer Moloch"
seien und dass "es in der ÖBB keine wirtschaftlichen Kriterien" gäbe.
Gerade am 24.02.10 haben die ÖBB gemeinsam mit BM Doris Bures in einer
Pressekonferenz mit einer Studie des Wirtschaftsforschungsforschungsinstitutes
Wifo, des Institutes für höhere Studien IHS sowie von Joanneum Research
festgestellt, dass die Infrastrukturausgaben der ÖBB volkswirtschaftlich
für jeden eingesetzten Euro 2,1 Euro an zusätzlicher Wertschöpfung bringen
(Der LOK Report berichtete). Außerdem wurde klargestellt, dass von den
Investitionen der ÖBB 80 % über Steuern an den Staat zurückfließen.
Der Ausbau der Schieneninfrastruktur wird für Österreich über die ÖBB
abgewickelt. Dafür gibt es eine klare Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung
mit dem BMF und BMVIT. Die Infrastrukturinvestitionen, die die Verschuldung
in den nächsten Jahren erhöhen werden, sind durch diese Vereinbarung auf
Basis des Rahmenplans gesichert. Mit dem aktuellen Rahmenplan sind sämtliche
Investitionen bis 2014 festgeschrieben und auch ausfinanziert.
Das Unternehmen ÖBB agiert am Markt und mehr als 50% der Umsätze im Personen-
und Güterverkehr stammen aus Einnahmen aus den Ticketverkäufen und Einnahmen
aus Frachttransporten. Daneben erfüllen die ÖBB in den genannten Bereichen
auch gemeinwirtschaftliche Aufgaben, die von der öffentlichen Hand (Bund
und Länder) bestellt und finanziert werden, u.a. für günstige Pendlerkarten
und für Verkehrsverlagerungen auf die Schiene im Güterverkehr.
Die Zahl der Pensionierungen ist seit 2006 deutlich gesunken. Für die
Zukunft hat der Vorstand der ÖBB Vorschläge zur Anhebung des durchschnittlichen
Pensionsantrittsalters gemacht. Weiters wurden Maßnahmen zur Verringerung
der progniostizierten Pensionsausfwendungen vorgeschlagen.
"Diese politisch motivierten Angriffe auf die ÖBB schaden dem gesamten
Wirtschaftstandort Österreich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
ÖBB, die täglich rund um die Uhr ihren Dienst versehen, verdienen sich
solche Aussagen nicht," hält der Vorstandssprecher der ÖBB fest (Pressemeldung
ÖBB, 26.02.10).
ÖBB-Bauprojekte
kurbeln die Wirtschaft an
 
 
Peter Koren (IV-Vize-Generalsekretär), Peter Klugar
(Vorstandsdirektor der ÖBB-Holding AG), Bundes-ministerin Doris Bures,
Andreas Matthä (Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG), Franz Sinabell
(Stv. Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung) und Richard Sellner
(Institut für Höhere Studien) während der Pressekonferenz, Projekte
Unterinntal und Hauptbahnhof und regionale Wachstumseffekte nach dem IHS-EAR-Modell,
2009. Fotos ÖBB/Wieser, ÖBB.
Die
Bauprojekte
der ÖBB bringen nicht nur mehr Komfort und ein besseres Angebot für
Bahnkunden, sie sind auch für Österreichs Wirtschaft enorm wichtig. Das
belegen neue
Untersuchungen des Instituts für Höhere Studien (IHS), des Wirtschaftsforschungsinstituts
(WIFO) und von Joanneum Research.
Die Studienautoren präsentierten am 24.02.10 gemeinsam mit Infrastrukturministerin
Doris Bures und Vorständen der ÖBB die zentralen Ergebnisse: eine Milliarde
an Investitionen sichert 17.000 Arbeitsplätze. Die Infrastruktur-Investitionen
der ÖBB schaffen durchschnittlich das Doppelte an Wertschöpfung und Großbauprojekte
wie der Hauptbahnhof Wien haben sogar einen Multiplikatoreffekt von bis
zu 8. Das heißt, ein investierter Euro bringt der Wirtschaft bis zu 8
Euro an zusätzlichen Einnahmen.
"Investitionen in die Bahninfrastruktur zahlen sich mehrfach aus: für
die ÖBB-Kunden, für den Wirtschaftsstandort Österreich, für den Arbeitsmarkt
und für die Umwelt", so Infrastrukturministerin Bures. "Wir forcieren
den Ausbau der Bahninfrastruktur in Österreich, weil wir ein starkes Bahnnetz
brauchen. Mit diesen Investitionen schaffen wir die Basis für die effiziente
und umweltfreundliche Mobilität von morgen."
Derzeit entsteht ein Netz an europäischen Hochleistungsstrecken, das direkte
und schnellere Verbindungen quer durch ganz Europa ermöglichen wird. Durch
große Ausbauprojekte wie die Westbahn, Unterinntalstrecke, Koralmbahn
und Semmering Basistunnel wird Österreich perfekt in diese internationalen
Bahnachsen eingebunden.
Neben dem Ausbau der großen Verkehrsachsen investiert die ÖBB-Infrastruktur
AG aber auch laufend in die Erhaltung und Verbesserung der bereits bestehenden
Bahn-Infrastruktur. Um Bahnhöfe zu modernisieren und das Streckennetz
in Stand zu halten, werden jährlich Projekte mit einem Investitionsvolumen
von rund 900 Mio. Euro umgesetzt. Ein bisher jedoch wenig beachteter Aspekt
aller dieser Infrastruktur-Investitionen ist ihr volkswirt-schaftlicher
Nutzen.
Die Highlights der Studien im Detail: Pro investierter Milliarde Euro
werden in der Planungs- und Bauphase insgesamt 17.000 Arbeitsplätze geschaffen
und gesichert. Rund 2,3 Mrd. Euro investieren die ÖBB jährlich in die
Infrastruktur - das bedeutet rund 40.000 Arbeitsplätze pro Jahr. Neben
den Unternehmen in Bauindustrie und Ziviltechnik profitieren vor allem
das Baunebengewerbe und die Erzeugung elektronischer und elektrischer
Ausrüstungen direkt von den Investitionen in die Bahn-Infrastruktur.
Indirekt nützen diese Investitionen aber noch viel mehr Betrieben, wie
eine volkswirtschaftliche Analyse zeigt. Vor allem der Konsumgüter-Handel,
weitere Dienstleistungsbereiche und Sachgütererzeuger wie etwa die Baustoffindustrie
gewinnen in Folge von Infrastruktur-Projekten zusätzliche Kunden und Einnahmen.
Bahn-Infrastruktur wirkt aber weit über die Bauphase hinaus nachhaltig
positiv als umweltfreundlicher und effizienter Verkehrsträger. Im Zeitraum
von 30 Jahre ab Inbetriebnahme einer Bahnstrecke haben die großen Infrastruktur-Projekte
der ÖBB laut der aktuellen IHS Untersuchung das Potenzial 48.500 Arbeitsplätze
dauerhaft zu sichern und zu schaffen. Diese werden in Schritten je nach
Fertigstellung der Projekte gesichert und geschaffen.
Auch abseits vom Arbeitsmarkt zeigen die ÖBB-Investitionen eindrucksvolle
positive Effekte: leistungs-fähige Bahnstrecken bieten mehr Mobilität
für Menschen und Unternehmen in den Regionen. So können überregionale
Märkte erschlossen werden, was wiederum Wohlstand und Wachstum in der
Region sichert. Vorhandene Infrastruktur vergünstigt Transportkosten,
wodurch neue Betriebsansiedelungen angezogen werden. Dementsprechend stellt
die aktuelle Studie des IHS auch einen klaren Zusammenhang zwischen verringerten
Bahn-Fahrzeiten und Transportkosten einerseits und gesteigertem Wirtschaftswachstum
andererseits her.
Darüber hinaus wachsen mit dem Ausbau der ÖBB-Infrastruktur auch die Exportchancen
heimischer Betriebe. Denn die intermodale Verknüpfung von Straße, Schiene
und Wasserwegen über ÖBB-Güterterminals bietet effizienten und kostengünstigen
Zugang zum gesamten europäischen Markt.
Mit ihren Infrastruktur-Investitionen lösen die ÖBB umfangreiche Investitionen
bei Unternehmen und in der Folge auch Konsumausgaben bei deren Mitarbeitern
aus. Zudem entstehen durch den Betrieb der neuen Infrastruktur beachtliche
Wertschöpfungspotenziale. Ein investierter Euro erzielt dadurch eine volkswirtschaftliche
Wertschöpfung von 2 Euro."Betrachtet man das gesamte Investitionsprogramm
der ÖBB werden gemäß Rahmenplan 2009 - 2014 rund 34 Mrd. Euro investiert.
Durch den Bau und Betrieb dieser Investitionen entsteht eine Steigerung
des Bruttoinlandsprodukts um 72 Mrd. Euro", erläutert IHS-Studienautor
Richard Sellner.
Neben den positiven Effekten auf das BIP und dem Multiplikator-Effekt
in der Wirtschaft bewirken die ÖBB-Investitionen auch hohe Rückflüsse
an Steuern und Sozialabgaben. Bereits während der Bauphase fließen 50
bis 55 Prozent der Investitionssumme als Einnahmen (Steuern, Abgaben und
Sozialversicherungsbeiträge) in den Staatshaushalt zurück. Die steuerlichen
Rückflüsse in der Bau- und Betriebsphase von ÖBB-Anlagen liegen bei ca.
80 Prozent. Das heißt, dass mehr als drei Viertel der Investitionen über
das Steuersystem wieder an die öffentliche Hand zurück fließen.
Betrachtet man die Neu- und Ausbauprojekte der ÖBB, betragen die steuerlichen
Rückflüsse ca. 100 %. Bei einzelnen Projekten, etwa dem Hauptbahnhof Wien
oder dem Semmering Basistunnel Neu liegen die steuerlichen Rückflüsse
sogar über 100 Prozent der Investitionssumme, weil durch diese Projekte
nachhaltige Wettbewerbsvorteile für die Wirtschaft in der Region entstehen
- zum Beispiel durch bessere Markterschließung oder verstärkte Kapazitäten
im internationalen Gütertransport (Pressemeldung ÖBB, 25.02.10).
Bau
der neuen Unterinntalbahn liegt exakt im Zeitplan
Mehr als 21 Kilometer der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Kundl und Baumkirchen
sind im Rohbau fertig. Die eisenbahtechnische Ausrüstung läuft
auf Hochtouren. Betriebsbeginn im Dezember 2012 ist gesichert.
„Der Bahnbau im Tiroler Unterinntal ist voll auf Schiene!“
ÖBB-Geschäftsbereichsleiter Johann Herdina freut sich anlässlich
der Fachmesse VIATEC über die Arbeitsfortschritte im Unterinntal.
„Nachdem im vergangenen Jahr alle Hauptvortriebsarbeiten abgeschlossen
wurden ist nun die eisenbahntechnische Ausrüstung voll im Gange.“
Mehr als 21 Kilometer der neuen Tunnelstrecke werden bereits zu einer
der modernsten Bahnen Europas ausgebaut. Höchste Sicherheitsmaßstäbe
für Reisende und Bedienstete werden dabei realisiert. Mit bis zu
230 km/h werden die Fernreisezüge ab Ende 2012 durch die Tunnels
brausen, knappe Zugfolgen im Güterverkehr sichern zudem der Transportwirtschaft
eine optimale Schienenverkehrskapazität.
Um höchste Sicherheitsstandards und die wirtschaftliche Nutzung der
zukünftigen Trassenkapazität zu garantieren wird die Neubaustrecke
mit modernster Technik ausgestattet. Dabei kommt das Zugsicherungssystem
ETCS Level 2 (European Train Control System) zum Einsatz.
Alle Fahr- und Haltebefehle werden dabei per GSM-R Zugfunk von den Rechnern
der Betriebsführungszentrale aus Innsbruck direkt in die Lokomotiven
übertragen. Der für ganz Europa zukunftsweisende technische
Standard unterstützt vor allem auch die Flüssigkeit des grenzüberschreitenden
Bahnverkehrs.
Die Arbeiten zum Einbau von Erschütterungs- schutzmaßnahmen,
Fahrweg, Fahrleitung und anderen Komponenten weitet die ÖBB im laufenden
Jahr massiv aus. Mehrere Hundert Mitarbeiter von zwei Österreichischen
Bauunternehmen sind bis 2012 für die fristgerechte Fertigstellung
des Vorhabens im Einsatz. Rohbauarbeiten gibt es noch in Stans, Jenbach,
Münster, Wiesing, Radfeld und Kundl. Bereits fertig ausgebrochene
Tunnels sind dabei mit Brandschutzbeton zu versehen, in Radfeld wird noch
an einem Tunnelabschnitt in offener Bauweise gearbeitet. Die Verknüpfung
von Neubaustrecke und Bestandstrecke ist in Baumkirchen bereits abgeschlossen,
in Kundl und Stans werden diese Arbeiten 2011 fertig sein. Abgestimmt
auf den Baufortschritt im Unterinntal laufen sowohl in Deutschland als
auch in Italien Vorarbeiten zur weiteren Ertüchtigung der Achse München
– Verona.
Auf der diesjährigen Fachmesse für Verkehrsinfrastruktur VIATEC
in Innsbruck präsentiert die ÖBB Infrastruktur AG am 25. und
26. Februar 2010 die aktuellen Arbeitsfortschritte. Ergänzt wird
die Präsentation der laufenden Arbeiten durch einen Ausblick auf
die zukünftige Entwicklung der Eisenbahnachse Brenner (Pressemeldung
ÖBB-Infrastruktur AG, 24.02.10).
Mehr
als tausend Zugfahrten täglich im Stellwerk Wien Hauptbahnhof
Im neuen Stellwerk in der Laxenburger Straße in Wien werden die
Weichen und Signale für über tausend Zugfahrten täglich
gestellt. Es ist somit österreichweit das Stellwerk mit der höchsten
Zugfrequenz. Auch die Verkehrsleitzentrale hat ihren neuen Sitz am Standort
Laxenburger Straße und überwacht von dort aus rund um die Uhr
den heimischen Eisenbahnverkehr.
„Gegenwärtig
werden vom Stellwerk Wien Hauptbahnhof aus 210 Weichen und 310 Signale
für mehr als tausend Zugfahrten und etwa zweitausend Verschubfahrten
per Mausklick gesteuert. Und das täglich, innerhalb von 24 Stunden.
In dieser Dimension ist das einzigartig in Österreich. Im Endausbau
werden dann täglich sogar mehr als 500 Signale fernbedient werden“,
so DI Herwig Wiltberger, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur
AG.
Am
6. Dezember letzten Jahres wurde das Stellwerk Wien Matzleinsdorf durch
das neue Stellwerk in der Laxenburger Straße abgelöst. Neu
errichtete Teile des zukünftigen Hauptbahnhofs – etwa Gleisneulagen
und Oberleitungen – werden laufend ins neue Stellwerk Wien Hauptbahnhof
integriert. Bis 2012 wird auch das Stellwerk Wien Südbahnhof (Ost)
zur Gänze in das Stellwerk Wien Hauptbahnhof integriert sein.
Das
Stellwerk Wien Hauptbahnhof steuert die Signale und Weichen ab Haltestelle
Rennweg über Matzleinsdorf und Meidling bis Wien Atzgersdorf im Süden,
sowie bis Maxing (Verbindungsbahn) im Westen und Wien Inzersdorf (Donauländebahn)
im Osten.
Im
Endausbau werden 375 Weichen und 514 Signale fernbedient – dann
sind auch die Bereiche Wien Hauptbahnhof bis Erdberg einschließlich
neuer Abstell- und Waschanlagen sowie Autoreisezuganlage inkludiert.
Das
Stellwerk Wien Hauptbahnhof wird rund um die Uhr von sieben Mitarbeitern
an Arbeitsplätzen zu je zehn Monitoren überwacht. Fünf
davon dienen zur Information über Zugbewegungen, die anderen sind
für den operativen Einsatz gedacht. Damit ist einerseits jederzeit
ein perfekter Überblick gewährleistet, anderseits können
auch dispositive Aufgaben (Stellen von Weichen und Signalen) durchgeführt
werden.
Neuer Sitz der Verkehrsleitzentrale
Ebenfalls
am Standort Wien Laxenburger Straße befindet sich seit kurzem der
Sitz der Verkehrsleitzentrale (VLZ) der ÖBB, die zuvor am Westbahnhof
untergebracht war. Deren Aufgabe ist die lückenlose Rund-um-die-Uhr-Steuerung
des heimischen Eisenbahnverkehrs.
In
der Verkehrsleitzentrale ist nicht nur die ÖBB-Infrastruktur AG als
Schienennetzbetreiber vertreten, sondern es sind auch Mitarbeiter
der Firma Mungos Sicher & Sauber GmbH und von Eisenbahnverkehrsunternehmen
– Kunden der ÖBB-Infrastruktur AG – vor Ort. Für
alle seine Kunden stellt die Infrastruktur AG Arbeitsplätze zur Verfügung
– derzeit sind dies die ÖBB-Personenverkehr AG, die Rail Cargo
Austria AG und die ÖBB-Produktion GmbH. Somit konzentrieren sich
die operativen Entscheidungsträger in der VLZ und können im
Störungsfall rasch Ersatzmaßnahmen beschließen. Damit
ist sichergestellt, dass bei Behinderungen die Auswirkungen auf den Bahnkunden
so gering wie möglich gehalten werden können (Pressemeldung
ÖBB, 22.02.10).
ÖBB-Railjet
mit "Kinderkrankheiten"
ÖBB-Personenverkehrsvorstand Gabriele Lutter muss beim ganzen Stolz der
ÖBB, dem Renommierprodukt "railjet", "Kinderkrankheiten" diagnostizieren.
"Es gibt Probleme mit der Klimaanlage und Türstörungen. Wir haben jede
Woche intensive Sitzungen mit Siemens, wo diese Fragen strukturiert werden",
wird Lutter im kommenden Montag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend"
zitiert.
Auch spontane, ungewollte Notbremsungen auf freier Strecke kamen in den
ersten Monaten des Betriebes vor. Lutter: "Solche Sicherheitsbremsungen
wurden von der Software ausgelöst. Ein neues Softwarepaket befindet sich
bereits im Testbetrieb. Wir hoffen, bis Juni die dafür nötigen Zulassungen
zu erhalten und die Umrüstung abzuschließen."
Siemens-Sprecher Harald Stockbauer bestätigt, an der Problembehebung zu
arbeiten: "Die Software wird nachgerüstet, wir sind dabei im Plan, das
läuft alles ganz normal." Der Zug, der seit Fahrplanwechsel im Dezember
von Wien bis Zürich fährt, kommt dort häufig mit großer Verspätung an,
Grund ist, laut "trend" eine häufig verzögerte Übergabe des Zuges am Grenzbahnhof
Buchs, die zu einer Nachreihung des Zuges hinter Schweizer Nahverkehrszüge
führt. Nicht zuletzt dadurch ist der railjet laut "trend" wesentlich häufiger
verspätet als andere ÖBB-Züge, Verspätungen um die dreißig Minuten sind
an der Tagesordnung.
Lutter weiß um das Problem: "Die Verspätungen ergeben sich überwiegend
aus etlichen Baustellen, die die Kapazität einschränken. Wir sind jedoch
froh, dass überhaupt gebaut wird, wir sind froh, dass die Regierung Geld
in die Hand genommen hat, wir bauen für die Zukunft. Einige Minuten Verspätung
sichern tausende Arbeitsplätze am Bau."
Nun wird überlegt, die ambitionierten Fahrpläne den Gegebenheiten anzupassen.
Lutter: "Das ist eine Möglichkeit".
Im Bahnland Schweiz rümpft man mittlerweile die Nase über den "railjet".
Edwin Dutler, Präsident der Fahrgastvereinigung "pro Bahn Schweiz", nennt
den Zug insgesamt "billig und lieblos gemacht"; er bemängelt unter anderem,
dass die luxuriöse "Premium class" - noch über der ersten Klasse angesiedelt
- "nicht premium" sei.
Die Auslastung dieser Klasse liegt, laut Lutter, bei zwanzig Prozent,
das 3-Klassen-Konzept werde beibehalten. Insgesamt, so Lutter, sei sie
mit dem Railjet zufrieden: "Der Zug funktioniert, kleine Fehler gibt es
bei jeden Launch. Der Railjet ist am besten Weg, ein Top-Produkt zu werden."
Im Übrigen hofft sie, dass alle bestellten Züge im Gegenwert von rund
817 Millionen Euro auch tatsächlich in Dienst gestellt werden. "Die Entscheidungen
sind in den nächsten Monaten in den entsprechenden Gremien zu treffen.
Ich gehe davon aus, dass alle 67 bestellten Garnituren auch gekauft werden."
(Pressemeldung Trend Redaktion GmbH, 22.02.10).
Zielnetzdefiniton
2025 + will Netz auf wenige Hauptstrecken reduzieren
Es ist das Papier einer ÖBB-internen Arbeitsgruppe, heißt "Zielnetzdefiniton
2025 +" und macht eine absolut schlanke Figur: Das Netz der Bahn soll
aus Kostengründen auf wenige Hauptstrecken reduziert werden.
In diesem Konzept fehlt, so berichtet das am Montag erscheinende Wirtschaftsmagazin
"trend", beispielsweise die Franz-Josefs-Bahn nach Gmünd ebenso wie die
Strecke von Wien nach Krems. Der angedachte Kahlschlag betrifft aber alle
Bundesländer.
Formuliert wurde das Konzept von Vertretern der Holding AG und der Infrastruktur
AG unter der Leitung der Netz- und Streckenentwicklungs Gmbh. Die Vorstände
sind ebenso informiert wie das Finanz- und Infrastrukturministerium.
Kern der Überlegungen: "Schiene soll nur dort angeboten werden, wo ein
Fit von Angebots- und Nachfragemerkmalen besteht". Ziel sei die "Anpassung
der Anlagemenge (Strecken, Haltestellen, Bedienstellen) an die Marktnachfrage."
So sollen Strecken, auf denen nicht mindestens sechzig Stundenkilometer
Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht wird, nicht ausgebaut, sondern aufgegeben
werden. Stundentakt im Personenfernverkehr soll es nur mehr von 8000 Fahrgästen
pro Tag aufwärts geben, Zweistundentakt ab 4000 Personen. Elektrifizierungen
sollen nur mehr im Fall von dringenden Lückenschlüssen stattfinden, ansonsten
gilt: "Entfall aller anderen Elektrifizierungsprojekte."
Ein endgültiges Aus verlangen die Planer für den in die Jahre gekommenen
Nebenbahntriebwagen "5047", weil dieser die "Nachteile des Systems Schiene
mit jenen des Systems Bus (geringe Kapazität) verbindet".
Eine Nebenstrecke soll nur noch dann bedient werden, wenn an der Endstelle
"zumindest zweihundert Aus- und Einsteiger pro Tag" vorhanden sind. Zahlreiche
"Projekte mit Potenzial für Reduzierung" werden aufgelistet - was einem
Investitionsstopp gleich kommt.
So wird es laut "Zielnetzdefinition 2025+" die geplante Zweigleisigkeit
auf der Schnellbahn nach Hollabrunn nicht geben, ebenso nicht nach Krems.
Die Verlängerung der innerstädtischen Schnellbahnlinie S45 entfällt "aufgrund
geringen Fahrgastpotenzials".
Diverse Maßnahmen auf Regionalbahnen sind ohnedies perdu: "Vorhaben, auf
Strecken, auf denen gemäß Strategie eins kein Personenverkehr mehr angeboten
werden soll, entfallen." (Pressemeldung Trend Redaktion GmbH, 22.02.10).
Andreas
Fuchs neuer Finanzvorstand der ÖBB Personenverkehr AG
In der Aufsichtratssitzung vom 17. Februar 2010 wurde Andreas Fuchs, bisher
Leiter der Abteilung Strategie in der ÖBB Holding AG, als neuer Finanzvorstand
der ÖBB Personenverkehr AG bestellt. Andreas Fuchs wird seine neue Position
mit 1. März 2010 antreten. "Ich freue mich auf die Aufgaben und Herausforderungen
beim größten österreichischen Mobilitätsanbieter. Dabei werde ich auf
meine langjährigen Erfahrungen in der Personenverkehrsbranche und im ÖBB-Konzern
zurückgreifen" (Pressemeldung ÖBB, 18.02.10).
97 Prozent Pünktlichkeit bei der Wiener S-Bahn
Die Wiener S-Bahn war im Jänner zu 96,8 Prozent pünktlich unterwegs
– trotz einiger extrem kalter und schneereicher Tage, die auch eine
sehr hohe Belastung für die Weichen darstellten. Im Februar beträgt
die Pünktlichkeit bisher sogar über 98 Prozent.
Die Pünktlichkeit auf der Stammstrecke der Wiener S-Bahn –
also jener Strecke zwischen den Bahnhöfen Floridsdorf und Meidling
– hat sich auf hohem Niveau stabilisiert: Mit einer durchschnittlichen
Pünktlichkeit von fast 97 Prozent im Jänner konnte das festgelegte
Ziel einer mindestens 90-prozentigen Pünktlichkeit im Nahverkehr
mehr als erreicht werden. Seit 1. Februar beträgt die durchschnittliche
Pünktlichkeit sogar 98,6 Prozent – ein Spitzenwert, auch im
internationalen Vergleich.
„Natürlich werden wir alles dran setzen, auch weiterhin einen
stabilen Pünktlichkeitsgrad jenseits der 90 Prozent und idealerweise
auch jenseits der 95 Prozent zu bieten – trotz Teil-Sperre des Südbahnhofs
seit Fahrplanwechsel und den damit verbundenen betrieblichen Herausforderungen
und Einschränkungen“, so Herwig Wiltberger, Vorstandsdirektor
der ÖBB-Infrastruktur AG. Im Sommer und Herbst letzten Jahres kam
es bedingt durch den Ausfall des Stellwerks Süßenbrunn und
bauliche Maßnahmen zu Qualitätseinbußen im S-Bahn Verkehr.
Auch Michael Fröhlich, ÖBB-Personenverkehr AG, Leitung Regionalmanagement
Ost, freut sich: „Das ist ein toller Pünktlichkeitswert und
ganz im Sinne unsere Kunden, weil es zeigt dass die Bahn ein verlässliches
Mobilitätsangebot auf die Schienen gestellt hat.“ Mehr als
600 Züge fahren täglich zwischen Floridsdorf und Meidling –
und davon waren im Jänner durchschnittlich 97 von 100 Zügen
pünktlich.
Die Stammstrecke ist die meist frequentierte Strecke Österreichs.
Auf ihr fahren die Züge zur Hauptverkehrszeit im 3,5 Minuten-Takt,
aber auch sonst muss durchschnittlich niemand länger als 7–8
Minuten warten. Frühaufsteher unter den rund 270.000 Fahrgästen,
die werktags täglich auf der Strecke unterwegs sind, können
ab 4.30 h, Nachtschwärmer bis etwa 1.30 h fahren. Sechs der insgesamt
zehn Verkehrsstationen entlang der Stammstrecke garantieren Umsteigemöglichkeiten
in jede U-Bahn-Linie (Pressemeldung ÖBB, 11.02.10).
RCA-Tochter
ChemFreight übernimmt Standort Krems
Die ChemFreight Transport, Logistik & Waggonvermietung GmbH hat nach
Prüfung durch die Wettbewerbsbehörde den Logwin-Standort Krems
übernommen.
Die Übernahme des Teilbetriebes von Logwin ist die Weiterentwicklung
der engen Vernetzung und langjährigen Geschäftsbeziehung der
ChemFreight mit den Kunden am Chemiestandort Krems. Das Unternehmen wird
dadurch zum integrierten Gefahrgutlogistiker am Standort und bietet die
gesamte Logisktikspalette von Bahn, LKW, Schiff, Warehousing, Value added
services (Zoll, Abfallmanagement) aus einer Hand an. Der Standort ist
technisch auf dem neuesten Stand und bietet für die geplante Geschäftsexpansion
optimale Voraussetzungen.
ChemFreight beförderte pro Jahr rund sieben Millionen Tonnen Produkte
der Mineralöl-, Gas-, Chemie- und Düngemittelindustrie. Gesellschafter
sind zu je 50 Prozent die RCA-Tochter Express-Interfracht und die Ermewa
Schweiz. ChemFreight erwirtschaftete 2008 mit 38 Mitarbeitern einen Umsatz
von 131 Mio. Euro (Pressemeldung ÖBB, 10.02.10).
SPÖ
fordert landesweites Verkehrskonzept für Niederösterreich
"Es gilt, aus allen Detailstrecken das Beste zu machen. Ein wichtiger
Schritt dazu ist die Einrichtung eines Regionalbahnenausschusses auf Landesebene
unter Einbindung aller Betroffenen - Landtagsfraktionen, Gemeinden, BürgerInnen
und regionale Initiativen. Diese sollen in beratender Funktion eingebunden
werden", fordert LHStv. Dr. Sepp Leitner in einer Pressekonferenz und
kündigt an, die Gründung eines solchen Gremiums intensiv zu betreiben:
"Man muss die Regionen vor Ort einbinden und darf die Bevölkerung nicht
vor vollendete Tatsachen stellen. Es wurde lange genug geschlafen, jetzt
haben wir die historische Chance etwas zu verändern."
Außerdem solle ein landesweites Verkehrskonzept ausgearbeitet werden,
um sowohl den Personen-, als auch den Güterverkehr zu attraktivieren.
"Kein anderes Bundesland weist so ein dichtes Regionalbahnnetz auf, wie
Niederösterreich. Das bringt zwar Verpflichtungen mit sich, aber auch
Möglichkeiten, die man im Sinne der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs
nutzen sollte", so der Verkehssprecher der SPÖ NÖ, LAbg. Gerhard Razborcan.
Durch die Übernahme der Regionalbahnstrecken durch das Land NÖ dürfe es
zu keiner Verschlechterung im öffentlichen Verkehr kommen, so Razborcan:
"Es müssen klare Konzepte zur Modernisierung der Bahnen bzw. zur Attraktivierung
des Fahrplanangebots erstellt werden, die anschließend ein gesamtheitliches
Konzept für Niederösterreich bilden." Zahlreiche Beispiele aus der Ost-Region
würden zeigen, dass der Personenverkehr entweder eingestellt oder wenig
benützt wird, so LAbg. Razborcan weiter: "Im Zuge einer verantwortungsvollen
Verkehrspolitik muss der öffentliche Verkehr für die PendlerInnen entsprechend
verbessert werden. Der Beitrag zur CO2-Entlastung wäre enorm - das wäre
auch ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des Kyoto-Zieles!"
"Ein wichtiger Aspekt bei den Regionalbahnen ist neben dem Personen- auch
der Güterverkehr - es müssen Überlegungen angestellt werden, in wie weit
beide Bereiche gebündelt werden können", so SPÖ-NÖ-Verkehrssprecher Gerhard
Razborcan. Als Beispiele nannte er die Strecken Fischamend - Götzendorf
und Kledering - Felixdorf, die im Güterverkehr stark genutzt werden, im
Personenverkehr durch Langsamfahrstrecken aber wenig Bedeutung haben.
"Hier soll in die Infrastruktur investiert werden, um eine Attraktivierung
in beiden Bereichen zu erzielen!"
In NÖ nutzen laut einer aktuellen Studie des VCÖ rund 55 % der Bevölkerung
keine öffentlichen Verkehrsmittel: "Das bedeutet, dass das Angebot nicht
attraktiv genug ist", so Leitner: "Die ÖBB haben viele Nebenbahnstrecken
jahrelang vernachlässigt, es ist klar, dass wir hier einen Lückenschluss
brauchen, um bestehende Bahnlinien nicht nur zu erhalten, sondern auch
zu modernisieren." Ein Beispiel sei die Verbindung von Wr.Neustadt/Leobersdorf
nach St. Pölten betroffen, "hier ist eine Studie notwendig, um alle Potenziale
aufzudecken", erklärt LHStv. Sepp Leitner: "Und die Franz-Josefs-Bahn
ist ein wesentlicher Verkehrsstrang ins Waldviertel und daher für die
PendlerInnen von großer Wichtigkeit." Er kündigte an, einen langfristigen
Dialog mit Infrastrukturministerin Bures zu führen, um durch eine entsprechende
Attraktivierung der Öffis in den Regionen die Abwanderung aus diesen Teilen
Niederösterreichs aufgrund mangelnder Verbindungen zum Arbeitsplatz zu
stoppen (Pressemeldung SPÖ-Niederösterreich, 05.02.10).
Konjunkturpaket
Schiene wirkt
Das Konjunkturpaket Schiene wurde von Infrastrukturministerin Doris Bures
gleich nach Amtsantritt in enger Abstimmung mit den Österreichischen
Bundesbahnen (ÖBB) und den Bundesländern fixiert. Für die
Jahre 2009 bis 2012 sind damit 700 Millionen Euro zusätzlich für
Schienenprojekte verfügbar, um den wirtschaftlichen Einbruch infolge
der Krise zu dämpfen und Beschäftigung zu sichern. Die Bilanz
nach einem Jahr fällt positiv aus: Plangemäß wurden im
Jahr 2009 100 Millionen Euro in mehr als 80 Einzelprojekte in allen österreichischen
Bundesländern investiert.
"Mit
diesen Investitionen sichern wir heute Arbeitsplätze und legen die
Grundlage für neues Wachstum und die Arbeitsplätze von morgen",
sagt Infrastrukturministerin Doris Bures. Sie hebt die Leitlinien für
das Konjunkturpaket Schiene hervor: "Rasch, regional und mit maximaler
Beschäftigungswirkung und Verkehrswirkung sowie möglichst großem
Kundennutzen."
Die
Umsetzung des Konjunkturpakets Schiene läuft auf Hochtouren. Derzeit
wird in allen Bundesländern an rund 60 Einzelprojekten gearbeitet:
Das reicht von Bahnhofsumbauten, über die Erneuerung von Gleisanlagen
bis hin zur Absicherung von Eisenbahnkreuzungen und zur thermischen Sanierung
von ÖBB-Hochbauten. 26 Einzelprojekte sind im Jahr 2009 bereits fertig
gestellt worden (zum Beispiel Gleis- und Weichenerneuerungen, Einbau von
Blindenleitsystemen an Bahnhöfen wie zum Beispiel Floridsdorf, Auflassung
von Eisenbahnkreuzungen zum Beispiel Herzogenburg Stadt, et cetera).
Besonders
wichtig ist für die Ministerin, dass angesichts der derzeitigen Lage
am Arbeitsmarkt mit mehr als 400.000 Jobsuchenden Ende Jänner, die
meisten Projekte des Konjunkturpakets - und übrigens auch die vom
ÖBB-Rahmenplan - ohne die im Bau oft übliche Winterpause weiterlaufen.
Mit Ausnahme von Streckenbaustellen (Sanierungen) werden die Ausbauvorhaben
ohne Unterbrechung fortgesetzt. Das gilt für die Projekte vom Konjunkturpaket
genauso wie für den Rahmenplan: siehe Westbahnhof, Abriss Südbahnhof
(Hauptbahnhof), die Bahnhöfe Liezen, Leibnitz, Seekirchen, Salzburg,
St. Pölten, Graz, Wien Mitte et cetera. Auch der Neubau von Strecken
hat keine Winterpause, siehe Wien-St. Pölten, Lainzer Tunnel, Ybbs-Amstetten,
Unterinntal, Koralmbahn.
Mit
dem Konjunkturpaket Schiene werden 700 Millionen Euro von 2009 bis einschließlich
2012 in Schienenprojekte investiert (zusätzlich zu den 13,2 Milliarden
Euro, die gemäß Rahmenplan bis 2014 investiert werden; in Summe
2009 bis 2014 also 13,9 Milliarden Euro). Investitionsplan: 100 Millionen
Euro 2009, in den drei Folgejahren jeweils 200 Millionen Euro.
•
54 Bahnhöfe und Haltestellen werden modernisiert.
•
Streckensanierungen, insbesondere Beseitigung von Langsamfahrstellen.
•
Lückenschluss der 4-gleisigen Westbahn im Raum St. Pölten
(Güterzugumfahrung) wurde eingeleitet.
•
26 Eisenbahnkreuzungen werden durch Unterführungen sicherer
gemacht.
•
ÖBB-Hochbauten werden thermisch saniert.
Das
Konjunkturpaket Schiene ist eingebettet in die Generalerneuerung der österreichischen
Schieneninfrastruktur. Noch nie zuvor wurde so viel in die Schiene investiert.
Insgesamt fließen in den Jahren 2009 bis 2014 13,9 Milliarden Euro,
davon 700 Millionen aus dem Konjunkturpaket, in die Modernisierung des
gesamten Bahnnetzes und der Bahnhöfe.
Infrastrukturministerin
Bures weist auf den dreifachen Nutzen dieser Investitionen hin. Im Mittelpunkt
steht natürlich die Tatsache, dass der Ausbau aus verkehrspolitischer
Sicht notwendig ist. "Die Schiene ist das umweltfreundlichste und
sicherste Verkehrsmittel", sagt die Ministerin, "mit dem Ausbau
sorgen wir dafür, dass sie noch schneller und leistungsfähiger
wird." Daneben ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur
für den Wirtschaftsstandort unverzichtbar. Und schließlich
sind die Infrastrukturinvestitionen ein entscheidender Faktor für
die Konjunkturbelebung. Insgesamt sichern die derzeitigen Rekordinvestitionen
in Schiene und hochrangiges Straßennetz mehr als 50.000 Arbeitsplätze.
Generell
bestätigen Wirtschaftsforscher, den außerordentlichen gesamtwirtschaftlichen
Effekt dieser Investitionen: Investitionen in die Infrastruktur haben
eine stärkere Auswirkung auf das Bruttoinlandsprodukt als andere
Maßnahmen, weil sie schneller und ohne Abfluss an das Ausland wirken,
sie bringen unmittelbar Beschäftigungseffekte und langfristig mehr
Wettbewerbsfähigkeit (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 04.02.10).
Siemens-Metro
aus Wien mit Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet
Die in Wien von Siemens Österreich gefertigte U-Bahn für die norwegische
Hauptstadt Oslo wurde mit dem Nachhaltigkeitspreis "Sustainable Product
Austria 2009" der TU Wien und des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung
ausgezeichnet. Ausschlaggebend für den Sieg in der Kategorie "Nutzungsintensive
Gebrauchsprodukte" waren das regenerative Bremssystem, das Entsorgungskonzept
und die hohe Energieeinsparung. Insgesamt haben 15 Firmen mit 19 Produkten
an diesem Wettbewerb teilgenommen.
Die Siemens-Metro in Oslo ist mittlerweile seit vier Jahren in Betrieb
und wurde, wie die neue U-Bahn-Generation der Wiener Linien (V-Wagen),
im Werk der Siemens AG Österreich in Wien Simmering gefertigt. Die Metro
Oslo ist ein wirtschaftliches und ökologisches Vorzeigeprojekte sowie
ein Musterbeispiel für umweltgerechtes und nachhaltiges Design von Schienenfahrzeugen.
Die Züge der Osloer Metro zeichnen sich durch besonders hohe Energieeffizienz
und Umweltfreundlichkeit aus. Die Fahrzeuge können mehr als ein Drittel
der beim Bremsen anfallenden Bremsenergie ins Netz zurückspeisen. Das
energieeffiziente Antriebssystem weist einen um 30 Prozent geringeren
Energieverbrauch gegenüber den Vorgängerfahrzeugen auf. Der Umwelt zu
Gute kommt nach Ablauf der 35 bis 40-jährigen Einsatzdauer auch die hohe
Recyclingfähigkeit der Fahrzeuge von bis zu 90 Prozent und die Verwendung
von umweltverträglichen Materialien.
Im Zuge einer Neustrukturierung wurden im vergangenen Jahr die Mobility-Werke
in Wien und Graz in die Siemens AG Österreich integriert und damit die
Werkskapazitäten der Siemens AG Österreich ausgeweitet. Mit 1. Oktober
2009 wurde das Siemens-Werk Wien-Simmering zum World Headquarter für Metros
und Reisezüge. Das Weltkompetenzzentrum für Drehgestelle im Siemens-Konzern
befindet sich in Graz. Dort werden High-Tech-Fahrwerken für Schienenfahrzeuge
auf der ganzen Welt entwickelt und produziert. Siemens gehört zu den größten
Schienenfahrzeug-Herstellern der Welt (Pressemeldung Siemens, 30.01.10).
Spirit
Design entwickelte Innen- und Außengestaltung der neuen Westbahn-Züge
Das strategische Designunternehmen Spirit Design aus Wien kann einen weiteren
namhaften Kunden im Bereich Schienenverkehr nennen: Nach CAT City Airport
Train und ÖBB railjet wurde nun auch die neue, privat geführte Westbahn
von Spirit Design gestaltet. Westbahn ist ein Unternehmen des ehemaligen
ÖBB-Personenverkehr-Vorstands Stefan Wehinger sowie des Bauindustriellen
und Strabag-Vorstands Hans-Peter Haselsteiner. Gefahren wird ab Dezember
2011.
Spirit Design mit Sitz in Wien hat ein weiteres spannendes Eisenbahnprojekt
an Land gezogen: Das strategische Designunternehmen entwickelt das Interior
und Exterior Design der neuen Westbahn-Züge, die ab Dezember 2011 den
ÖBB auf der Strecke Wien-Salzburg Konkurrenz machen werden. Daniel Huber,
Managing Partner für den Bereich Product bei Spirit Design: "Entsprechend
der Positionierung des Unternehmens Westbahn - serviceorientiert, komfortabel,
kundenfreundlich, effizient - haben wir eine frische, moderne Gestaltungslinie
entworfen."
Die Hauptfarben sind Weiß, Hellblau und Gelbgrün. Die Doppelstockwagen
der Westbahn erhalten dadurch ein junges, innovatives Erscheinungsbild,
wie es auch dem Auftreten des Unternehmens gegenüber den Kunden entspricht.
Dazu Westbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger: "Mit einem Zugbegleiter
in jedem Waggon, vier Caféterias pro Zug sowie durchgehender Lederbestuhlung
setzen unsere Züge ein bisher nicht gekanntes Qualitätsniveau im österreichischen
Schienen-Fernverkehr."
Die Sitze der Westbahn-Züge werden von einem der führenden Sitzhersteller
Europas gebaut, dem spanischen Unternehmen FAINSA. Sie werden baugleich
im spanischen Hochgeschwindigkeitszug TALGO eingesetzt und haben sich
dort bereits erfolgreich bewährt. Alle Sitze sind echtlederbezogen und
zeichnen sich durch weiche Polsterung sowie extragroße Klapptische aus,
die Platz für PC und Getränk bieten. Außerdem ist jeder Stuhl vollverstellbar,
ohne dabei die Rückenschale im Winkel zu verändern. Der Sitzkomfort für
den dahinter reisenden Passagier ist dadurch in jeder Sitzposition gewährt.
Von außen sind die Westbahn-Züge an der unverwechselbaren, hellen und
freundlichen Gestaltung in den Farben Weiss, Hellblau sowie Gelbgrün zu
erkennen.
Die neue Westbahn des Ex-ÖBB-Personenverkehr-Vorstands Stefan Wehinger
und des Bauunternehmers Hans-Peter Haselsteiner wird ab Dezember 2011
stündlich die Strecke Wien-Salzburg bedienen. Dabei kommen moderne Doppelstockzüge
zum Einsatz, hergestellt von einem der führenden Schweizer Eisenbahnproduzenten.
Jede Garnitur hat eine Länge von 150 m, leistet eine Höchstgeschwindigkeit
von 200 km/h und bietet über 560 Sitzplätze - ausschließlich in 1. Klasse-Qualität.
Die Fahrpreise sind an die 2. Klasse-Tarife des Mitbewerbs angeglichen,
die Fahrkarten unkompliziert und kundenfreundlich im Zug oder per Internet
erhältlich. Dazu wird jeder Waggon mit einem Kundenbegleiter besetzt sein
(sechs pro Zug-Garnitur).
Mit dem Westbahn-Auftrag entwickelt sich Spirit Design im Bereich Eisenbahn-Fernverkehr
zum führenden heimischen Designunternehmen: Die Gestaltung der drei wichtigsten
Projekte der letzten Jahre auf diesem Gebiet - CAT City Airport Train,
ÖBB railjet sowie Westbahn - stammt von dem Wiener Team um die Gründer
Daniel Huber, Georg Wagner und Ralf Christoffer (Pressemeldung Spirit
Design, 30.01.10).
Geheimes
Zusperrprogramm für NÖ Nebenbahnen
Die bejubelte NÖ Nebenbahneinigung zwischen dem Land NÖ/Bures und ÖBB
vom 14.01.(Der LOK Report berichtete) ist nur die halbe Wahrheit, wie
die grüne Verkehrssprecherin Amrita Enzinger nun von einem Verhandlungsinsider
erfahren musste.
"Landeshauptmann Pröll und Ministerin Bures haben neben der offiziellen
"Grundsatzübereinkunft" ein geheimes Zusperr-Programm für NÖ Nebenbahnen
vereinbart", so Enzinger. Laut Insiderinformationen existieren so genannte
"Side-Letter", die dokumentieren, dass der Zugsverkehr noch heuer auf
mehreren Schienenstrecken eingestellt werden soll, u.a. im Traisen- und
Erlauftal und beim Linienzugsbetrieb in der Wachau.
Und: "Noch heuer sollen fast 1,5 Millionen Zugkilometer im Nah- und Regionalverkehr
in NÖ gestrichen werden", so Enzinger entsetzt.
"Die Öffentlichkeit wird von Bures und Pröll mit Halbwahrheiten hinters
Licht geführt. PendlerInnen, Touristen und Umwelt bleiben auf der Strecke.
Das Vorhaben während des Gemeinderatswahlkampfes zu präsentieren, geht
natürlich nicht - auch da sind sich Bures und Pröll einig."
Deswegen fordert die grüne Verkehrssprecherin Amrita Enzinger: "Sofort
auf den Tisch mit Geheim-Absprachen, kein Beschluss dieses Lügen-Paktes
in der NÖ Landesregierung und im Ministerrat!"
Mehr noch: Enzinger fordert von Pröll und Heuras eine schriftliche Absichtserklärung,
die Regionalbahnen in Niederösterreich zu modernisieren bzw. zu reaktivieren:
"Jene Strecken, die saniert und weitergeführt werden sollen, sollen namentlich
aufgelistet werden. Geplante Streckeneinstellungen sollen ebenfalls dokumentiert
und begründet sein. Darüber hinaus verlange ich die Vorlage des Finanzierungskonzepts,
damit auch der Landtag erfährt, welche Prioritäten das Land gesetzt hat
und wie die Regionalbahnen dauerhaft finanziert sein sollen", so die grüne
Abgeordnete.
Die Veröffentlichung dieser Absichtserklärung samt Finanzierungskonzept
fordert Enzinger noch vor dem Wahltermin am 14. März (Pressemeldung
Grüner Klub im NÖ Landtag, 27.01.10).
Eröffnung
Hightech-Stützpunkt Matzleinsdorf
 
Bundesministerin Doris Bures mit VD Klugar, DI Judith
Engel, VD Andreas Matthä, VD Werner Kovarik, GF Bernhard Benes, GF
Franz Seiser (alle ÖBB). Fotos ÖBB, Roman Boensch 2009/10.
Am Stützpunkt Matzleinsdorf konzentrieren die ÖBB Technik, Service
und Personalgebäude für drei verschiedene ÖBB-Gesellschaften:
ÖBB-Personenverkehr AG, ÖBB Technische Services GmbH und ÖBB-Produktion
GmbH. Die völlig neue Infrastruktur ermöglicht nicht nur die
Instandhaltung ganzer Züge am letzten Stand der Technik, sondern
im Sinne einer effizienten Betriebsführung auch Planung, Reinigung
und Versorgung der Garnituren.
Gleichzeitig erfolgt hier auch die Einsatzplanung von rund 400 TriebfahrzeugführerInnen.
Um ca.177 Millionen Euro wurden Gebäude und Gleisanlagen , als Herzstück
eine 240 m lange und 15.000m² große Werkstättenhalle errichtet,
in der auch Verwaltungs-, Lager-, Personal- und Technikräume der
genannten ÖBB Gesellschaften untergebracht sind. Künftig werden
hier rund 1000 MitarbeiterInnen mitsamt Geräten und Maschinen am
Areal arbeiten und ihren Dienstantrittsort haben. Im Beisein von Bundesministerin
Doris Bures und hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und ÖBB
wurde der Standort am 20.01.10 feierlich eröffnet.
Am
ehemaligen Frachtenbahnhof Wien Matzleinsdorf, wo früher die LKW-Bahngut-Verladung
angesiedelt war, wurden mehrere veraltete und verstreut angesiedelte Betriebsstandorte
der ÖBB zu einem modernen Standort zusammengefasst. Rund 350 Personen
haben in Rekordzeit von 23 Monaten diesen Stützpunkt errichtet, der
sowohl durch Größe als auch durch technische Ausrüstung
besticht. Vor allem die bisher wegen der beiden Kopfbahnhöfe Süd-
und Ostbahnhof in zweifacher Ausfertigung notwendigen Anlagen (Werkstättenhallen,
Rüst- und Abstellgleise) sind hier in einer modernen Anlage konzentriert.
Bereits
mit Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wurden die umfangreichen Anlagen
fertiggestellt. An diesem modernen Standort werden Instandhaltungsarbeiten
von Lokomotiven und Reisezugwagen, Wagen-Innenreinigung und die Vorbereitung
der Züge für ihre nächste Fahrt (Beladung mit Speisen,
Getränken und Ausstattung für Schlafwagen) zentral in dieser
modernen Anlage abgewickelt. Das Besondere daran ist, dass in der Anlage
all diese Services an einem Ort und „quasi im Durchfahren“
erledigt werden können. Auch wird am Stützpunkt Matzleinsdorf
bereits jetzt die Einsatzplanung für mehr als 500 Reisezug- und Triebwagen
durchgeführt.
Der
Stützpunkt besteht aus einem Betriebsgebäude, Werkstätten
für ÖBB-Technische Services und ÖBB-Produktion, einer Halle
für den Hilfszug, einer Halle mit Österreichs einziger Tandem-Unterflurradsatzdrehbank,
einer Tankstelle und sieben Rüstgleisen mit je 700 Meter Länge,
Abstellgleisen sowie 41 Abstellplätzen für Lokomotiven.
Die
Hallen für Blockzugwartung, Instandhaltung von Reisezugwagen und
Triebfahrzeugen, technische Reinigung sowie Lokabstellung sind zu einem
Hallenverband zusammengeführt. Die 240 m lange Blockzughalle umfasst
unter anderem fünf durchgehende, aufgeständerte Gleise zur Instandhaltung
von Fern- und Nahverkehrszügen sowie drei Gleise mit Einzelarbeitsständen
für Reisezugwagen und Lokomotiven.
Das
gesamte Areal ist 1,4 km lang und an der breitesten Stelle 180 Meter breit.
Die Bauarbeiten haben Mitte Jänner 2008 begonnen und waren im Dezember
2009 weitgehend abgeschlossen. Einige kleinere Fertigungstätigkeiten
laufen noch bis April 2010.
Ab 2012 werden in diesen neuen Betriebsanlagen alle genannten Services
für die Züge, die am Hauptbahnhof abfahren/ankommen, erledigt
(Pressemeldung
ÖBB, 25.01.10).
ÖBB-Ausstieg
aus Spekulationsgeschäften wäre billiger möglich gewesen
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe
berichtet, hätten die ÖBB möglicherweise zu einem früheren Zeitpunkt billiger
aus den Spekulationsgeschäften mit der Deutschen Bank aussteigen können.
Ein Totalausfall der bis 2015 laufenden Papiere wäre mit 612,9 Millionen
zu Buche geschlagen, Ende der vorvergangenen Woche hatten sich ÖBB und
das deutsche Kreditinstitut darauf geeinigt, dass die Bahn gegen eine
Zahlung von 295 Millionen Euro aus den umstrittenen Finanzderivaten aussteigen
kann.
Wie aus einem "profil" vorliegenden Protokoll einer ÖBB-Aufsichtsratssitzung
vom 14. August 2008 hervorgeht, waren die Kosten vor eineinhalb Jahren
noch deutlich niedriger eingeschätzt worden. "Bei der Auflösung der bestehenden
Position erwartet Morgan Stanley einen Verlust von etwa 40 % des Volumens
", steht dazu unter Berufung auf die beigezogene Investmentbank Morgan
Stanley im Sitzungsprotokoll. Der Ausstieg hätte demnach 245 Millionen
Euro gekostet, 50 Millionen Euro weniger als nun tatsächlich abgeschrieben
werden mussten (Pressemeldung "profil"-Redaktion, 25.01.10).
Stellungnahme
„Pro Bahn Vorarlberg“ zum Railjet
Grundsätzlich begrüßt unser Verein „Pro Bahn Vorarlberg“
Investitionen im schienengebundenen Personenverkehr sowohl in Nah- als
auch im Fernverkehr. Eine weitere Qualitätssteigerung in den ÖBB-Zügen
wäre grundsätzlich wünschenswert. Allerdings müssten
Verbesserungen auch in der Realität Platz greifen und nicht nur durch
gut gestaltete Werbespots vorgegaukelt werden.
Nach Ansicht von „Pro Bahn Vorarlberg“ stellt der von der
ÖBB PV AG so hochgejubelte „Railjet“ einen eklatanten
Komfortverlust im Vergleich zu den bisherigen Fernzügen der ÖBB
dar. Ein Zug ohne Speisewagen für ein achtstündige Fahrt von
Wien nach Zürich ist letztklassig. Das im Railjet bestehende Bistro
kann kein Ersatz für einen Speisewagen sein, der ja auch von den
Fahrgästen aus der Schweiz sehr geschätzt wird. Die bisherigen
Reaktionen der Fahrgäste dazu sind auch eindeutig negativ! Leider
sind die Bediensteten des Bistros oft der „Prellbock“ für
die unzufriedenen Reisenden. In diesem Bisto finden maximal sechs Reisende
einen Sitzplatz vor, Kleiderhaken oder Hutablagen fehlen in diesem Bereich
völlig.
In der 2. Klasse (jetzt „Economy“) gibt es keine Wahlmöglichkeit
zwischen Abteil- und Großraumwagen, diese Wahl gibt es allerdings
auch in der „First“ nicht mehr. Der ganze Großraumbereich
der Economy-Class könnte man auf neudeutsch auch als „High-density-class“
bezeichnen. Hier wird nur versucht, möglichst viele Fahrgäste
auf möglichst geringem Platz unterzubringen. Die Fenstereinteilung
passt nicht zu den Sitzplätzen, in der 1. Klasse gibt es sogar einen
Einzelplatz, der nur den Blick auf eine Wand ermöglicht. Auch die
über die Fenster laufenden Aufschriften „Railjet“ behindern
den Blick nach draußen. Wie in einem derartigen Ambiente bei einer
bis zu acht Stunden dauernden Fahrt beim Fahrgast ein angenehmes Reisegefühl
aufkommen soll, ist für uns nicht nachvollziehbar.
Es gibt – durch den Verzicht auf Abteilwagen – auch keine
gesonderten Abteile für Eltern mit Kleinkindern mehr. Auch der Bereich
der „Premium“ kann mit den bisher angebotenen „Business-Abteilen“
nicht mithalten. Man mag über die neuen „Zahnarzt-Behandlungsstühle“
durchaus geteilter Meinung sein, aber nachdem nicht einmal in diesem Bereich
wirkliche Abteile existieren, sind auch geschäftliche Telefonate
(in der Premium-Class nicht ganz abwegig) unmöglich, ohne dass sämtliche
Mitreisenden vom Inhalt des Telefonates Kenntnis erlangen. Die an diesen
Plätzen angebrachten Arbeits- oder Esstische sind ausgesprochen eng
gehalten.
Auch auf die Möglichkeit einer Fahrradbeförderung wurde im Railjet
nicht Bedacht genommen. Mit der Umstellung des jetzigen OEC 162/163 „Transalpin“
ab 14. Juni 2010 auf Railjet-Garnituren wird es im Fernverkehr Österreich
– Schweiz und umgekehrt keine Fahrradbeförderung in den Reisezügen
mehr geben. Gerade für ein Tourismusland wie Österreich stellt
dies einen eklatanten Rückschritt in der Qualität des Eisenbahnverkehrs
dar.
Durch den vermehrten Einsatz der Railjet-Züge wird das dem früheren
Vorstands-Vorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, zugeschriebene
Zitat Realität, dass Bahnfahrten über vier Stunden eine Tortur
seien. Offensichtlich will die ÖBB PV AG ihre Kunden im Fernverkehr
mit allen Mitteln zum Flugverkehr bringen (darauf weist ja auch der Name
„Jet“ schon hin) (Pressemeldung Pro Bahn Vorarlberg, 23.01.10).
Bures
bestellt Paul Blumenthal in Aufsichtsrat der ÖBB-Holding
Doris Bures hat am Montag den früheren Personenverkehrschef der Schweizerischen
Bundesbahnen SBB, Paul Blumenthal, in den Aufsichtsrat der ÖBB-Holding
AG berufen. "Paul Blumenthal ist ein international anerkannter, unabhängiger
Experte mit jahrzehntelanger operativer Erfahrung in Führungsfunktionen
bei einer der erfolgreichsten Bahnen der Welt", so die Ministerin.
"Seine Bestellung ist ein Ausdruck für die klare Ausrichtung
der ÖBB auf die Absatzgesellschaften, die Offensive im Personen-
und Güterverkehr. Qualität, Kundennutzen, Verlässlichkeit
und Pünktlichkeit stehen im Mittelpunkt. Paul Blumenthal wird mit
seinem Know-how und seiner Expertise dabei einen wichtigen Beitrag leisten
können."
Paul
Blumenthal, 55, ist selbständiger Berater im Bahn- und Verkehrsbereich.
Bis September 2009 war er Leiter der Division Personenverkehr der SBB
und Mitglied der Konzernleitung. In den zehn Jahren, die Blumenthal den
Personenverkehr der SBB geleitet hat, war er unter anderem verantwortlich
für die Umsetzung von "Bahn 2000", der großangelegten
Modernisierung, Beschleunigung und Verdichtung des Schweizer Bahnverkehrs.
Zuvor war er sechs Jahre lang Direktor des Personenverkehrs der SBB. Insgesamt
verfügt der studierte Betriebswirt, der 1981 seine Karriere bei der
SBB begann, über knapp drei Jahrzehnte Bahnerfahrung (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 20.01.10).
Alstom
rüstet für die ÖBB 449 Fahrzeuge mit Zugsicherungssystem
aus
Alstom wird ab 2010 im Auftrag der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB)
449 Fahrzeuge mit dem ERTMS -basierten Zugsicherungssystem ATLASTM200
ausrüsten. Der Auftrag hat einen Wert in Höhe von rund 90 Mio. Euro, in
dem weitere Optionen, wie die Instandhaltung der Fahrzeuge über die nächsten
25 Jahre, noch nicht inbegriffen sind. Alstom baut damit seine Marktführerschaft
im Bereich ETCS Level 2 Fahrzeugausrüstung weiter aus.
„Mit der Ausrüstung dieser Fahrzeuge machen wir einen weiteren Schritt
in Richtung Vereinheitlichung des europäischen Schienenverkehres“, sagt
Dr. Martin Lange, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Alstom Transport
Deutschland. Österreich ist durch seine geografische Lage ein Kernmarkt
für ETCS. Die ÖBB wird am Ende dieses Projektes eine der größten Fahrzeugflotten
mit ETCS Level 2 Ausrüstung betreiben
„Dies ist der erste große Auftrag, den wir in Österreich gewinnen konnten.
Wir freuen uns, auf diesem hochinteressanten Markt Fuß zu fassen und werden
Anfang 2010 in Wien ein Büro eröffnen. Durch die Kundennähe können wir
den reibungslosen Ablauf des Projektes gewährleisten und schaffen uns
einen Standort für weitere Aktivitäten in der Region“, sagt Lange. Die
Entwicklung des Systems für die ÖBB erfolgt im Alstoms ETCS-Kompetenzzentrum
in Charleroi (Belgien).
Die Installation wird durch die ÖBB TS in deren Werkstätten in Wien und
Linz erfolgen. Es werden insgesamt 332 Lokomotiven der Baureihen 1016
und 1116 (Taurus, ES64U2), 50 Dreisystemlokomotiven der Baureihe 1216
(ES64U4) und 67 Steuerwagen der Baureihe 8090 (railjet) mit ATLASTM200
ausgerüstet. Eine weitere Herausforderung bei der Erfüllung dieses Auftrages
resultiert aus der zentraleuropäischen Lage Österreichs.
Ein großer Teil des europäischen Transitverkehrs verläuft durch Österreich.
Die Fahrzeuge müssen nach der umfangreichen Umrüstung nicht nur in Österreich
ihren Betrieb wieder aufnehmen, sondern auch in den Nachbarländern Deutschland,
der Schweiz, Italien, Slowenien, Tschechien und Ungarn sowie in anderen
osteuropäischen Ländern, in denen sie grenzüberschreitend verkehren. Für
die entsprechenden nationalen Systeme dieser Länder an Bord der Fahrzeuge
wird Alstom im Laufe des Projektes sogenannte STM-Lösungen implementieren
(STM = Specific Transmission Module).
Ein erster vollständig ausgerüsteter Prototyp soll Ende 2010 an die ÖBB
übergeben werden. Der Beginn der Serienausrüstung ist für Mitte 2011 geplant.
Das letzte der insgesamt 449 Fahrzeuge wird voraussichtlich Ende 2014
übergeben. Wichtiger Meilenstein des Projektes ist der Fahrplanwechsel
im Dezember 2012. Zu diesem Zeitpunkt sollen mit 238 Fahrzeugen genügend
wiederzugelassene Fahrzeuge zur Verfügung stehen, um einen zuverlässigen
kommerziellen Betrieb unter ETCS Level 2 Überwachung auf den Neubaustrecken
Wien-St.Pölten und der Brenner Zulaufstrecke anbieten zu können. Ab 2011
sollen die ersten Fahrzeuge zudem auf fünf Strecken in Österreich und
einer Strecke in Ungarn mit ETCS Level 1 fahren (Pressemeldung Alstom,
19.01.10).
Infopoint
zum Brenner Basistunnel
 
Am 14.01.10 öffnete der Infopoint der Brenner Basistunnel Gesellschaft
seine Türen für Anrainer und Interessierte. Somit bietet die
Brenner Basistunnel Gesellschaft die Möglichkeit sich rund um das
Tunnelprojekt zu informieren.
In einem Ausstellungsraum im zentralen Eingangsbereich des Hauptbahnhofes
kann man sich spielerisch mit den Themen Tunnelbau, Geologie, Natur und
Umweltschutz auseinandersetzen. Aktuelle Updates von den Baustellen gewähren
zudem einen Blick über die Schultern der Tunnelbauer. Die Arbeiten
an den Erkundungsstollen laufen nun auch in Österreich.
„Der neue Infopoint dient der Bevölkerung als Informationszentrum“,
gibt Konrad Bergmeister, Vorstand der Brenner Basistunnel Gesellschaft,
die Ausrichtung des Serviceangebotes vor. „Wir möchten den
Bürgern und Reisenden aktuelle Informationen aus erster Hand von
einem der größten Infrastrukturprojekte Europas unterbreiten“.
Mit Beginn der Bautätigkeiten wird Dipl.Ing. Monika Sock (Foto rechts)
zur Ombudsfrau nominiert. Die Ombudsfrau wird in der Bauphase die betroffenen
Gemeinden über bevorstehende Bauaufnahmen oder Änderungen von
Bauarbeiten informieren. Sie wird Auskunft über Umweltinformationsgesetze
und sonstige Bestimmungen oder behördliche Anordnungen geben.
Die
Aufgabe der Ombudsfrau wird genauso die Entgegennahme von Beschwerden
an den Baustellen sein. Die Überprüfung dieser Beschwerden und
die rasche Behandlung mit den zuständigen BBT SE Stellen werden so
gewährleistet. Die Ombudsfrau ist für die Überprüfung
und Überwachung der durch Bescheid oder Gesetz vorgesehenen Veröffentlichung
von Umweltdaten betreffend Luft, Lärm, Erschütterung, Referenzquellen,
Niederschläge zuständig (Pressemeldung
BAV, 19.01.10).
ÖBB
beenden Risikogeschäft mit fast 300 Mio. EUR Verlust
Mit der Auflösung des CDO Portfolios am 15.01.10 haben die ÖBB einen endgültigen
Schlussstrich unter ein Veranlagungsinstrument gezogen, dass 2005 abgeschlossen
wurde. Damit sind sämtliche Risiken aus dem Produkt beseitigt.
Die ÖBB haben damit in Zukunft drohende Verluste bis zu einem Totalausfall
von Euro 612,9 Mio. abgewendet. Der Auflösungspreis wird von Experten
als marktgerecht bezeichnet und liegt mit Euro 295 Mio. deutlich unter
der Hälfte des drohenden Gesamtverlustes.
Durch bereits umfangreich getroffene Maßnahmen, die im Einklang zwischen
Management und dem Aufsichtsrat getroffen wurden, kann ausgeschlossen
werden, dass es in Zukunft zu derartigen Vertragsabschlüssen und damit
Belastungen für die ÖBB kommt.
In der Bilanz 2008 haben die ÖBB für dieses Risikogeschäft bereits eine
Vorsorge in Form einer Rückstellung von Euro 578,2 Mio getroffen. Durch
die Beendigung des CDO Portfolios kommt es in der Bilanz 2009 zu einer
Auflösung in der Höhe von Euro 280 Mio. Euro, die sich positiv auf das
Ergebnis 2009 auswirken werden.
Die ÖBB haben mit der Auflösung eine Marktchance genutzt und eine wirtschaftlich
sinnvolle Entscheidung im Interesse des Unternehmens getroffen. Es wurden
drohende Verluste abgewendet und zukünftige Risiken ausgeschaltet (Pressemeldung
ÖBB, 18.01.10).
Die
Verkehrssprecherin der Grünen, Gabriele Moser, fordert Konsequenzen nach
den jetzt feststehenden fast 300 Millionen Euro an Spekulationsverlusten
der ÖBB. "Der Rechnungshofbericht, den die Grünen in dieser Causa veranlasst
haben und der seit Monaten intern vorliegt, muss endlich veröffentlicht
werden", so Moser.
"Zusätzlich fordern die Grünen, dass der Golden Handshake für Ex-Chef
Huber in der Höhe von mindestens 800.000 Euro zurück gefordert werden
muss." (Pressemeldung Die Grünen, 18.01.10).
ÖBB
railjet auf der Vienna Auto Show 2010
 
Seit Donnerstag bis einschließlich Sonntag 17. Jänner 2010 findet in Wien
auf dem Gelände der Messe Wien die Vienna Autoshow statt. Als absolute
Premiere präsentieren die ÖBB erstmals einen Zug auf einer Automesse (!)
und positionieren ihr jüngstes Flottenmitglied – den railjet – damit als
umweltfreundliche Mobilitäts-Ergänzung zu mehr als 300 Neuwagen von über
30 in Österreich gehandelten Marken.
Über den ÖBB railjet: Der ÖBB railjet steht für Komfort, zeitgemäßes Design,
modernste Ausstattung und ein unvergleichliches Servicekonzept. Mittels
moderner Ausstattung und großzügigem Service- sowie Raumangebot vermittelt
er seinen Gästen ein völlig neues Reisegefühl. Der ÖBB railjet besticht
durch seine Länge von 205 Metern, beeindruckt durch seine Höchstgeschwindigkeit
von 230 Stundenkilometern und bewegt durch sein Gewicht von 330 Tonnen.
Er bietet 408 Sitzplätze: 16 in der Premium Class, 76 in der First Class
und 316 in der Economy Class. Zudem ist der ÖBB railjet eines der umweltfreundlichsten
und damit zeitgemäßesten Verkehrsmittel in Österreich!
Auf dem neuen ÖBB railjet YouTube Channel wurde ein
exklusives Video veröffentlicht, das den spektakulären Messeauftritt
des ÖBB railjet dokumentiert. Live und exklusiv wird auch von
der Autoshow getwittert (Pressemeldung ÖBB railjet YouTube Team,
16.01.10).
Einigung
über die Übergabe von Nebenbahnen an das Land Niederösterreich
Infrastrukturministerin Doris Bures, Niederösterreichs Landeshauptmann
Erwin Pröll und ÖBB-Holding-Vorstandssprecher Peter Klugar präsentierten
am Donnerstag die Einigung über die Übergabe von Nebenbahnen
an das Land Niederösterreich und zur Finanzierung des Schienennahverkehrs.
Bis zuletzt war über Detailfragen verhandelt worden, jetzt wurde
die Grundsatzvereinbarung unterzeichnet. "Mit diesem Gesamtpaket
haben wir für beide Bereiche, Finanzierung des Nahverkehrs und Nebenbahnen,
endlich eine klare und langfristig tragfähige Lösung gefunden",
so die Infrastruktur-ministerin.
Mit der am 14.01.10 in Wien unterzeichneten Vereinbarung werden alle strittigen
Punkte in der Diskussion um die Finanzierung des Schienennahverkehrs in
Niederösterreich ausgeräumt. Und darin wird die Übertragung
von 28 Bahnstrecken in Niederösterreich an das Land vereinbart.
Durch die Vereinbarung wird der Schienennahverkehr in Niederösterreich
auf einem hohen Niveau abgesichert. "Ein gutes Ergebnis für
die 200.000 Pendlerinnen und Pendler in Niederösterreich", betont
Bures. Bund und Land erhöhen den finanziellen Beitrag für den
Schienennahverkehr stufenweise um 4,5 Mio. bzw. 8,8 Mio. Euro, sodass
im Jahr 2013 vom Bund rund 178 Mio. und vom Land Niederösterreich
26,8 Mio. Euro für den Nahverkehr auf der Schiene bereitgestellt
werden. Das Grundangebot des Bundes, das den überwiegenden Teil der
täglichen Nahverkehrsleistungen ermöglicht, wird mit 22,9 Mio.
Zugkilometern pro Jahr außer Streit gestellt.
Für die ÖBB heißt das: Sie bekommen in Zukunft alle Leistungen,
die sie im Nahverkehr erbringen, auch im vollen Umfang abgegolten. Zugleich
verpflichten sich die ÖBB, die Infrastruktur auf der Erlauftalbahn
und Traisentalbahn zu verbessern. "Nach jahrelanger Diskussion gibt
es jetzt eine gute, zukunftsträchtige Lösung. Damit haben wir
für alle österreichischen Bundesländer klare und verbindliche
Vereinbarungen", fasst Bures zusammen.
Mit der Grundsatzvereinbarung wurde auch für die seit annähernd
30 Jahren diskutierte Frage der Nebenbahnen eine Lösung gefunden.
Das Land Niederösterreich übernimmt insgesamt 28 Bahnstrecken
mit rund 600 km Gleis bzw. rund 10 Mio. m2 Grund.
Darunter befinden sich sämtliche bereits eingestellten Strecken,
die Schmalspurbahnen (Mariazellerbahn, Waldviertler Schmalspurbahnen,
Ybbstalbahn), drei normalspurige Bahnstrecken (Donauuferbahn zwischen
Krems und Sarmingstein, Retz - Drosendorf, Schwarzenau - Waidhofen a.d.T.)
sowie die Schneeberg-Zahnradbahn.
Zugleich wird kräftig in den Ausbau jener Strecken investiert, die
als Privatbahn weitergeführt werden. Insgesamt 140 Mio. Euro sind
für die kommenden Jahre vorgesehen. Davon kommen jeweils 45 Mio.
Euro von Bund und Land NÖ. Die ÖBB-Infrastruktur AG leistet
einen Investitionszuschuss in der Höhe von 50 Mio. Euro.
Infrastrukturministerin Bures erläutert dazu, dass man sich bei der
Organisation der Nebenbahnen am Schweizer Vorbild orientiert. "Die
Schweiz ist nicht überall ein Vorbild, aber die Schweizer Bahn ist
internationale Spitze. Auch in unserem Nachbarland sind die Kantone für
die Nebenbahnen zuständig. Das hat sich seit vielen Jahren bewährt."
Bures abschließend: "Die langen und von allen Seiten engagiert
geführten Verhandlungen waren immer getragen von der Überzeugung,
dass es eine gemeinsame Verantwortung von Bund und Land gibt. Das Ziel
war, das hohe Niveau im öffentlichen Schienennahverkehr in Niederösterreich
zu erhalten, zugleich eine langfristige Lösung für die Finanzierung
zu finden und eine tragfähige Organisation für die Nebenbahnen
zu erreichen. Heute kann man sagen: Der gemeinsame Einsatz von Bund, Land
und ÖBB hat sich ausgezahlt, für die Fahrgäste im Schienennahverkehr
und für die Regionen, die lokale Wirtschaft und die Fremdenverkehrsgemeinden."
(Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie,
15.01.10).
AKNÖ
begrüßt Ende des niederösterreichischen Bahnstreits
Die niederösterreichische Arbeiterkammer begrüßt das Ende des Streits
zwischen ÖBB und Landesregierung um den niederösterreichischen Nahverkehr.
Jetzt könne man an Lösungen für die niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen
und SchülerInnen arbeiten, sagte AKNÖ-Präsident Hermann Haneder in einer
ersten Reaktion.
"Es ist gut, dass es offenbar eine Grundsatzlösung gibt", kommentiert
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder die heute bekannt gewordene Einigung zwischen
Landesregierung und ÖBB. "Wir haben immer gesagt: Es muss sichergestellt
werden, dass die niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen zu vertretbaren
Bedingungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arbeit und wieder
nachhause kommen." Es sei zu hoffen, dass die Grundsatzeinigung das erleichtere.
"Mehr können wir derzeit nicht sagen, unsere ExpertInnen werden die Details
des Konzepts prüfen, sobald sie bekannt sind."
AKNÖ-Verkehrsexperte Thomas Kronister verweist auf die teils jahrzehntealten
Forderungen und Konzepte der Niederösterreichischen Arbeiterkammer. "Wenn
die Landesregierung Unterstützung für ein pendlerInnenfreundliches Nahverkehrskonzept
braucht, stehen wir gerne zur Zusammenarbeit zur Verfügung", sagt Kronister.
Er warnt vor zu großer Einseitigkeit. "Die ersten Ankündigungen sind sehr
in Richtung Tourismus gegangen. Das alleine wird zu wenig sein: Erstens
für die ArbeitnehmerInnen und SchülerInnen, die auf öffentlichen Nahverkehr
angewiesen sind und zweitens auch, um die Bahnen einigermaßen wirtschaftlich
zu betreiben". Das gelte auch für die stillgelegten Bahnstrecken, die
die Landesregierung übernehmen wird.
Positiv sieht Kronister die angekündigten Investitionen: "Jeder Cent,
der in diese Bahnen fließt, wird dringend gebraucht." Waggons und Strecken
seien zum Teil veraltet. Vor allem bei der Traisental- und der Erlauftalbahn
seien die angekündigten Investitionen dringend notwendig. "Wenn diese
Strecken saniert werden, sind häufigere und vor allem schnellere Verbindungen
in die Landeshauptstadt möglich", sagt Kronister. Notwendig sei auch,
dass mit den angekündigten Mitteln ein attraktives Angebot auf hochfrequentierten
Strecken wie Gänserndorf-Wien gemacht werde.
Beim Nahverkehrskonzept werde die niederösterreichische Arbeiterkammer
darauf achten, dass die Interessen der PendlerInnen berücksichtigt werden.
Das gelte auch für die Preispolitik der Landesbahnen (Pressemeldung Bundesministerium
für Verkehr, Innovation und Technologie, 15.01.10).
Neue
Millionenbelastungen für ÖBB wegen Freifahrtberechtigungen
Das Finanzamt fordert von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die
Nachzahlung von Steuern und Sozialversicherungsabgaben. Denn Freifahrtberechtigungen
("Gratistickets") für tausende ÖBB-Mitarbeiter und deren Familien sowie
von rund 89.000 Pensionisten wurden in den vergangenen vier Jahren nicht
ordnungsgemäß als Sachbezug versteuert.
Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden
Ausgabe. Für den "Worst Case" rechnen die ÖBB-Buchhalter laut FORMAT exklusiv
vorliegenden Informationen mit Kostenbelastungen von rund 400 Millionen
Euro. Weil die Wirtschaftsprüfer nicht vom schlimmsten Fall, sondern vom
wahrscheinlichen Vorsorgebedarf ausgehen, muss laut FORMAT lediglich die
Hälfte, also mindestens 200 Millionen Euro, als Rückstellung gebildet
werden
. In den ÖBB werden Strategien überlegt, wie das Problem künftig gelöst
werden soll. Viele Eisenbahner werden laut FORMAT gezwungen sein, entweder
auf ihr Freifahrt-Ticket oder (wegen der zwingenden Versteuerung) auf
Nettolohn zu verzichten (Pressemeldung FORMAT Business, 08.01.10).
GSV
beurteilt österreichische Verkehrspolitik "im wesentlichen positiv"
Eine im wesentlichen positive Bilanz über die österreichische Verkehrspolitik
im abgelaufenen Jahr zieht der Präsident der Österreichischen Gesellschaft
für Straßen-und Verkehrswesen (GSV), Richard Schenz. Das ambitionierte
Infrastruktur-Ausbauprogramm für Schiene und Straße werde zügig umgesetzt,
wodurch der Rezession in der Wirtschaft erfolgreich gegengesteuert werde.
Eine "weise Entscheidung" sei auch die Bereitstellung von Finanzmittel
für regionale und lokale Projekte - etwa die Erneuerung von Bahnhöfen
-, weil dies vor allem den örtlichen Klein- und Mittelbetrieben zugute
komme.
"Zukunftsweisend und zukunftssichernd" nennt Schenz den von Infrastrukturministerin
Doris Bures auf den Weg gebrachten "automotiven Strategieprozess", der
die österreichische Automobil- und Zulieferindustrie als wesentlichem
Segment der heimischen Wirtschaft stärken soll.
Es sei "der richtige Ansatz", parallel zur Förderung der Entwicklung von
Null-Emissions-Fahrzeugen die konventionellen Verbrennungsmotoren weiter
zu optimieren, da auf sie noch längere Zeit nicht verzichtet werden könne.
Als "Meilenstein" in der österreichischen Verkehrspolitik bezeichnet der
GSV-Präsident das von der Infrastrukturministerin initiierte Projekt eines
"Nationalen Aktionsplans zur Verkehrstelematik". Dieser könne- im Zusammenwirken
mit gut dotierten Förderprogrammen - Österreich bei der Entwicklung und
Anwendung von Verkehrsmanagement- und -informationssystemen international
einen Platz "in der ersten Liga" sichern. Zur gezielten Weiterentwicklung
der Stärken wolle auch die GSV beitragen, die schon 2008 einen "Arbeitskreis
Verkehrstelematik" eingerichtet habe, an dem Experten aus der Öffentlichen
Verwaltung, der Wissenschaft und der Wirtschaft mitwirken.
Zu wenig getan werde laut Schenz indes noch für den Ausbau von Güterterminals:
"Wenn der Kombinierte Verkehr als Alternative zum reinen Transport auf
der Straße attraktiver werden soll, brauchen wir ein dichteres Netz zentraler
und regionaler Umschlageinrichtungen".
Mehr politisches Engagement wünscht sich Schenz auch für den Güterverkehr
auf der Donau. Sonst werde das Ziel schwer zu erreichen sein, das Transportaufkommen
mit dem Binnenschiff von gegenwärtig jährlich etwa 12 auf 25 Millionen
Tonnen im Jahr 2015 zu steigern.
Mit Nachdruck werde sich die GSV weiterhin für die Regionalisierung des
Schienenpersonennahverkehrs und die vollständige Marktöffnung für private
Verkehrsunternehmen einsetzen. Dies würde hunderttausenden Berufspendlern
und Schülern einen Qualitätssprung bringen. Gleichzeitig müssten die Besteller
von Verkehrsdienstleistungen - wie das Beispiel Deutschland zeige - voraussichtlich
deutlich geringere Zuschüsse zahlen, weil die Mitbewerber sparsamer als
die ÖBB wirtschaften könnten, so Schenz (Pressemeldung Österreichische
Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, 05.01.10).
Wer
zahlt 1,2 Mrd. für Eisenbahnkreuzungen?
Am 03.01.2010 wurde in der Tageszeitung Kurier über die Pläne des Verkehrsministeriums
zur neuen Eisenbahnkreuzungsverordnung informiert, unter anderem, dass
etwa 2000 Eisenbahnkreuzungen technisch aufgerüstet werden müssen und
an Stelle der aufgestellten Stopp-Tafel ein Lichtzeichen- und/oder Schrankenanlage
angebracht werden muss. Diese vom Verkehrsministerium vorgeschriebene
"Maßnahme" würde die Bahnbetreiber und Straßenerhalter etwa 1,2 Mrd. Euro
kosten. Die Hälfte dieses enormen Betrages müssten die österr. Eisenbahnunternehmen
aufbringen. Vor allem kleine Eisenbahnunternehmen wie z.B. Privatbahnen
oder Anschlussbahnen, könnten durch diese plötzliche enorme finanzielle
Bürde überfordert und zur Aufgabe gezwungen werden.
Die österreichischen Eisenbahnunternehmen waren bei der Erstellung der
Verordnung nicht eingebunden und wurden mit einem kurzen Begutachtungsverfahren
regelrecht überfahren. Bei einer Regelung mit derart weitreichenden Folgen
ist eine Ausgrenzung der Betroffenen eine ungewöhnliche Vorgangsweise.
Im VO-Entwurf wurden die voraussichtlichen Kosten nicht einmal behandelt,
es wurde nur auf "voraussichtliche erhebliche Kosten" für die Eisenbahnunternehmen
hingewiesen, erläutert der Branchensprecher aus der WKO, Thomas Scheiber.
Die Kosten für die Straßenerhalter wurden gar nicht erwähnt. Nicht nachvollziehbar
ist die im Artikel des Kurier vom 03.01.2010 zitierte Stellungnahme des
Verkehrsministeriums, wonach nur rund 100 Eisenbahnkreuzungen vom VO-Entwurf
betroffen seien.
Erst im Jahr 2006 hat das Verkehrsministerium unter Verkehrsminister Hubert
Gorbach die Zusatztafel "Auf Pfeifsignal achten" für all jene Eisenbahnkreuzungen
vorgeschrieben, die durch Pfeifsignale vom Zug aus gesichert sind. In
den Aussendungen des Verkehrsministeriums wurden damals 3.500 betroffene
Eisenbahnkreuzungen genannt. Genau diese Eisenbahnkreuzungen müssen nach
dem jetzt vorliegenden Entwurf durch Lichtzeichen- und/oder Schrankenanlagen
gesichert werden. Ausgenommen sind nur Geh- und Radwege, also nur ein
Bruchteil dieser 3.500 Eisenbahnkreuzungen. Diese Zahlen müssten den Verkehrsministerium
zumindest seit dem Jahr 2006 bestens bekannt sein, die "rund 100 betroffenen
Eisenbahnkreuzungen" sind daher nicht nachvollziehbar.
Es kann aber nicht so sein, dass der Bund sich etwas wünscht, das 1,2
Mrd. Euro kostet und die Unternehmungen diese Kosten zahlen sollen, stellt
Scheiber fest. Diese Kosten liegen völlig außerhalb der finanziellen Möglichkeiten
der Unternehmungen, weshalb bei einer Realisierung der Pläne der Bund
die Kosten übernehmen müsse nach dem Grundsatz "wer anschafft muss auch
zahlen" fordert Scheiber.
Der Fachverband der Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer fordert daher
Frau Bundesministerin Doris Bures auf, das Begutachtungsverfahren zu unterbrechen,
damit die finanziellen Auswirkungen genau ermittelt werden und eine Kostenübernahme
durch den Bund vorab geregelt werden kann. Dabei wäre neben den betroffenen
Eisenbahnunternehmen für die derzeit inhaltlich missglückten Regelungen
im Entwurf auch die betroffenen Bundesländer und Straßenerhalter einzubinden
(Pressemeldung Wirtschaftskammer Österreich - Fachverband der Schienenbahnen,
05.01.10).
Erfolgreiche
Jahresbilanz der Rollenden Landstraße über den Brenner
Die ÖKOMBI - eine 100% Tochter der Rail Cargo Austria AG (die Güterverkehrssparte
des ÖBB-Konzerns) - ist der Experte und Marktführer in ganz Europa bei
der Abwicklung der Rollenden Landstraße. Nachdem der letzte ROLA-Zug des
Jahres 2009 pünktlich um 10:30 Uhr von Wörgl in Richtung Brenner abgefahren
ist steht die erfreuliche Transportbilanz fest. Mit 226.000 beförderten
LKW-Einheiten hat die Rollende Landstraße am Brenner einen neuen Beförderungsrekord
aufgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr - hier waren auf der Brennerachse
206.000 LKW per Bahn unterwegs - konnte neuerlich ein Zuwachs von +20.000
LKW oder fast 10% erreicht werden.
Insgesamt sind auf der Brennerachse täglich 54 Züge unterwegs (38 Wörgl
- Brenner, 10 Wörgl - Trient, 6 Regensburg - Trient). Die durchschnittliche
Auslastung der Züge lag im abgelaufenen Jahr bei respektablen 83%, damit
waren mehr als acht von zehn Stellplätzen mit einem LKW belegt. Im abgelaufenen
Jahr haben diese Gütertransporte auf der Schiene der Umwelt rund 25.000
Tonnen CO2 erspart - ein wichtiger Beitrag in Zeiten des Klimaschutzes.
Für das kommende Jahr 2010 will ÖKOMBI Geschäftsführer Franz Dirnbauer
die Kapazitäten auf 300.000 Stellplätze und das Transportvolumen auf 250.000
LKW weiter ausbauen.
Der Marktanteil der ROLA am gesamten Transitverkehr von schweren LKW über
den Brenner liegt im abgelaufenen Jahr 2009 bei erfreulichen 15%, eine
starke Steigerung denn im vergangenen Jahr war dieser Wert noch bei 10%.
In Summe stehen jeden Tag über 1.000 LKW-Stellplätze auf den 54 Zügen
der Brenner ROLA zur Verfügung - im gesamten Jahr 2009 waren es 280.000
Stellplätze. Das SFV (sektorale Fahrverbot) der Stufe 3 sowie die umfassenden
Marketingmaßnahmen und die gute Zusammenarbeit mit den Transportunternehmen
sollen auch in Zukunft für eine gute Auslastung sorgen. Für 2010 wird
die Stellplatzkapazität auf 300.000 Plätze ausgeweitet unter anderem sollen
einige Züge von Wörgl die bisher am Brenner endeten weiter bis Trient
geführt werden. Durch die längeren Terminalgleise in Trient können bis
zu 21 LKW auf einen Zug gestellt werden. Damit sollte es möglich sein
im kommenden Jahr auf über 250.000, auf der Rollenden Landstraße beförderte
LKW, zu kommen. Franz Dirnbauer der Geschäftsführer der ÖKOMBI formuliert
sein ehrgeiziges Ziel für das kommende Jahr: "Wir wollen 2010 noch mehr
LKW per Bahn durch Tirol befördern und streben eine Steigerung der Transporte
um bis zu 10% an." Die ROLA hat nach wie vor am Brenner eine sehr große
Bedeutung, da rund 85% der dort fahrenden LKW und Sattelauflieger nicht
kranbar (kodifiziert) sind. Das bedeutet sie sind für eine Abwicklung
im UKV (Unbegleiteter Kombinierter Verkehr wie Container oder Wechselaufbauten)
nicht geeignet. Ist eine Ladung einmal am LKW verladen, gibt es nur mehr
zwei Varianten: Entweder eine 100%ige Straßenfahrt oder passende, bis
zu 460 km lange Teilstücke, umweltfreundlich und sicher auf der ROLA zurücklegen.
Im vergangenen Jahr haben sich immerhin 10.000 Transportunternehmen aus
ganz Europa für die ROLA entschieden.
Zuwächse auf der Rollenden Landstraße bedeuten gleichermaßen auch eine
Entlastung für die Umwelt. Auf Basis einer Studie des Umweltbundesamtes,
stößt ein 40-Tonnen-Lkw im Schnitt 813 Gramm CO2 pro Kilometer aus - so
blieben im heurigen Jahr rund 25.000 Tonnen CO2 der Umwelt und der Tiroler
Luft erspart - um fast 3.000 Tonnen mehr als 2008. Im Jänner 2010 wird
ÖKOMBI allen Transportunternehmen, welche die ROLA 2009 genutzt haben,
erstmals eine Auswertung über die dadurch ersparte CO2 Mengen zusenden.
"Jeder voll beladene Zug erspart den Anrainern und der Umwelt eine bedeutende
Menge an CO2. Die Fahrer der LKW können zudem während der Bahnfahrt im
Liegewagen ausspannen und ihre gesetzlichen Ruhezeiten konsumieren. Auch
für den Unternehmer ergeben sich mit Mautersparnis, Dieseleinsparung,
niedrigeren Wartungskosten und geringerer Abnützung gleich mehrere monetäre
Vorteile bei jeder einzelnen ROLA-Fahrt", so Franz Dirnbauer abschließend
(Pressemeldng ÖBB, 01.01.10).
Waldviertel-Bus
bringt mehr Mobilität
Für insgesamt 200.000 Menschen bzw. 50.000 PendlerInnen im Waldviertel
und darüber hinaus fährt seit Mitte Dezember der "Waldviertel-Bus", mit
dem der Bevölkerung werktags eine öffentliche Verkehrsversorgung auf rund
zwei Millionen Fahrplankilometern angeboten wird. "Mit dem Waldviertel-Bus
werden die Mobilität der Menschen erhöht und Erleichterungen für die vielen
PendlerInnen geschaffen. Außerdem wird der Wirtschaftsstandort gesichert
sowie nachhaltige und sozial verträgliche Mobilität angeboten. Den Waldviertel-Bus
kann man noch bis Jahresende gratis testen", betont dazu Landesrat Mag.
Johann Heuras.
Der Waldviertel-Bus bietet mit in Summe 21 neuen Linien Anschlussverbindungen
an den hochrangigen öffentlichen Verkehr wie etwa die Franz-Josefs-Bahn
oder die Westbahn. Nicht nur die Zentren des Waldviertels können mittels
dieses neuen Mobilitätsangebotes im Eiltempo erreicht werden, sondern
auch Krems, Hollabrunn, Melk oder Retz. Der Waldviertel-Bus, der erstmals
eine öffentliche Verkehrsversorgung an Werktagen bietet und auch während
der Schulferien von Montag bis Freitag verkehrt, soll die innere Erschließung
des Waldviertels wesentlich verbessern.
Das bisherige Wochenendangebot bleibt von dem neuen Konzept unberührt;
die Fahrpläne aller Linien wurden aufeinander abgestimmt, und Wartezeiten
beim Umsteigen sollen möglichst kurz gehalten werden. Bei den Knotenpunkten
werden die Anschlüsse abgewartet. Die Streckenführungen sind auf wichtige,
zentrale Haltestellen ausgerichtet, was die Fahrzeiten besonders kurz
hält.
Das Konzept beinhaltet im Wesentlichen die zwei Hauptachsen Krems - Zwettl
und Horn - Waidhofen an der Thaya mit Taktverkehr und 19 Zubringerlinien.
Sämtliche Fahrpläne und weitere Informationen sowie Ticketpreise gibt
es auf www.noe.gv.at/waldviertelbus
(Pressemeldung Niederösterreichische Landesregierung, 29.12.09).
Franz
Nigl verlässt ÖBB mit Ende des Jahres
Der Vertrag von Franz Nigl als Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs
GmbH (DLG) läuft mit Ende des Jahres aus. Um eine geordnete Übergabe seiner
zahlreichen Aufgaben zu ermöglichen, hat Nigl am 17.12.09 seinen Rücktritt
als Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs GmbH erklärt.
Mit Zurücklegung der operativen Geschäftsführung und Übergabe der Agenden
wird Nigl auch zu einer funktionierenden Überführung der DLG in eine ÖBB
Shared Services Center GmbH aktiv beitragen.
Franz Nigl hat im Rahmen seines Auftrages als DLG-Geschäftsführer die
vorgegebenen Ziele mehr als erreicht. Er hat durch die Neuorganisation
des zentralen Einkaufs und die Konsolidierung der konzernweiten IT sowie
die Schaffung der Voraussetzungen für die "Shared Services" die Basis
für beträchtliche Einsparungen gelegt. "
Nigl ist ein zielorientierter Sanierungsmanager, weshalb ich es grundsätzlich
bedaure, dass er sich aus dem ÖBB-Konzern völlig zurückzieht", stellt
Pöchhacker fest.
Franz Nigl ist seit November 2004 Geschäftsführer der ÖBB-Dienstleistungs
GmbH. Neben Einkauf und IT war er bis Juni dieses Jahres für das Personalmanagement
verantwortlich. In diesem Bereich hat er inÜbereinstimmung mit der Konzernstrategie
laufend Rationalisierungen vorgenommen, aber auch das gesamte Personalentwicklungswesen
sowie die Entlohnungssysteme modernisiert und auf neue betriebswirtschaftlich
ausgerichtete Zielerreichungskriterien umgestellt.
Nigl wird sich im nächsten Jahr neuen Managementaufgaben widmen (Pressemeldung
ÖBB, 21.12.09).
ÖBB-Nachhaltigkeitsbericht
CO2-Emissionen 2008 im Gütertransport
(oben links) und Personenverkehr (oben rechts). Vergleich der Anteile
erneuerbarer Energien bei ÖBB, DB und SBB (unten). Grafiken ÖBB.
Die ÖBB wollen bis 2015 eines der nachhaltigsten Mobilitätsunternehmen
Europas sein. Denn der Erfolg eines Unternehmens kann heute nicht mehr
nur unter rein ökonomischen Aspekten gesehen werden. Die ÖBB
sind Österreichs größter Mobilitätsanbieter und einer
der größten Arbeitgeber – und sind sich der Verantwortung
gegenüber der Gesellschaft bewusst.
Alle zwei Jahre präsentieren die ÖBB den Nachhaltigkeitsbericht
und binden dazu viele ihrer Partner ein – unter anderem auch das
Umweltbundesamt, das die CO2-Bilanz errechnet. Der Nachhaltigkeitsbericht
ist nur ein Teil des Beitrages, den die ÖBB leisten. Die Bandbreite
reicht von Arbeitsplätzen, Impulsen für den Wirtschaftsstandort
Österreich, über Lehrlingsausbildung, Barrierefreiheit und Kundenbindungs-programmen
bis hin zu Energiespartrainings bei Lokführern und Buslenkern.
Der ÖBB-Bahnverkehr erspart Österreich jährlich bis zu
3,4 Mio Tonnen CO2. Würden die ÖBB-Bahnverkehrsleistungen nämlich
ersatzweise nur mit Pkw und Lkw durchgeführt werden, so hätte
das einen massiven Anstieg der CO2-Emissionen zur Folge. So gesehen kann
das Zielnetz der ÖBB, mit dem 30% mehr Fahrgäste erreicht werden,
zusätzlich für weitere CO2-Einsparungen von etwa 1. Mio Tonnen
CO2 sorgen.
Der
zweite Nachhaltigkeitsbericht zeigt klar: die ÖBB sind der klimafreundlichste
Mobilitätsanbieter Österreichs und hängen ihre größten
Konkurrenten – Straße und Flugzeug – in der Klimabilanz
deutlich ab. Nachhaltig zeigen sich die ÖBB aber auch als Wirtschaftsmotor
und in ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und MitarbeiterInnen.
Der
Nachhaltigkeitsbericht 2008 wurde nach den Indikatoren der Global Reporting
Initiative (GRI) im Anwendungsniveau „G3“ erstellt. Die GRI
wurde 1997 mit dem Ziel gegründet, einen weltweit anerkannten Leitfaden
für die freiwillige Berichterstattung über ökonomische,
ökologische und soziale Aktivitäten von Organisationen und Unternehmen
zu entwickeln. Durch diesen Standard ist eine Vergleichbarkeit von Unternehmen
gegeben.
Aus
ökonomischer Sicht sind steigende Reisendenzahlen und höhere
Tonnagen wichtig. „Uns geht es aber auch darum, die Menschen für
klimafreundliche Mobilität und entsprechendes Verhalten zu begeistern“,
so ÖBB-Vorstandssprecher Klugar. Zielgruppengerechte Angebote wie
die Seniorenaktion oder das Sommer- und Jugendticket waren 2008 ein voller
Erfolg. 2008 konnten auch um 19% mehr VORTEILScard-KundInnen gewonnen
werden (Pressemeldung
ÖBB, 21.12.09).
Gewerkschaft
vida fordert Stopp weiterer Liberalisierungen im Bahnsektor
Im
Hinblick auf das im Jahr 2010 geplante neue Weißbuch der EU zur europäischen
Transportpolitik in den kommenden zehn Jahren übergaben die Eisenbahngewerkschaften
in der Europäischen Transportarbeiterföderation (ETF) am 16.12.09 ein
Memorandum für eine nachhaltige Zukunft der Bahnen an den EU-Verkehrsministerrat.
Die Forderungen der ETF-Gewerkschaften, dass die Europäische Kommission
auf den Weg eines integrierten, technologieorientierten und nutzerfreundlichen
Eisenbahnsystems zurückfinden müsse, werden vor Ort in Brüssel auch von
AktivistInnen der Gewerkschaft vida unterstützt.
"In den letzten Jahren hat der Eisenbahnsektor massiv unter den Folgen
des neoliberalen Mainstreams gelitten, der von der Prämisse ausgeht, dass
die Einführung von Wettbewerb und die Zerschlagung staatlicher Monopole
zu einem nachhaltigen Transportsystem führen würde", erklärte dazu der
stellvertretende vida-Vorsitzende, ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender
Wilhelm Haberzettl. Die Fakten würden aber eine andere Sprache sprechen,
so Haberzettl weiter, weil der Anteil des Schienenverkehrs an Transportinvestitionen
in den letzten zehn Jahren nämlich deutlich gesunken sei und andere Verkehrsträger,
insbesondere die Straße, massiv bevorzugt worden seien. Dazu komme noch,
dass das erklärte Ziel des EU-Verkehrsweißbuches von 2001, die Güterströme
auf umweltfreundliche Verkehrsträger zu verlagern, aufgegeben wurde.
Die Entwicklungen im Bahnsektor in den letzten zehn Jahren zeigten klar,
so Haberzettl, dass eine Marktöffnung sowie Wettbewerb und Liberalisierung
um jeden Preis schädlich für die Entwicklung der Bahnen gewesen sei. Das
bedeute konkret: die Beschäftigtenzahl im Schienenverkehr haben dramatisch
abgenommen; Einbußen bei der Sicherheit auf der Schiene; Zunahme an prekärer
Beschäftigung und Sozialdumping.
"Eine Wettbewerbsspirale nach unten hat in nahezu allen Verkehrssektoren
bereits erschreckende Ausmaße angenommen und nur negative Auswirkungen
auf die Arbeitsplätze im Verkehrsbereich mit sich gebracht", kritisiert
der Gewerkschafter. Die Gewerkschaften fordern deshalb eine ernsthafte
Befassung mit den Auswirkungen der Bahnliberalisierung, -deregulierung,
-fragmentierung und -privatisierung auf die Arbeitsplätze und -bedingungen
im Bahnsektor, betont Haberzettl, und verlangen im Detail von der Union
ein eindeutiges Bekenntnis zur umweltfreundlichen Eisenbahn und eine Sicherstellung
der Finanzierung des öffentlichen Verkehrs sowie substanzielle Investitionen
in die Eisenbahninfrastruktur. Darüber hinaus sei der Erhalt einer ausreichenden
flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit Schieneninfrastruktur
sowie eine einheitliche Preisgestaltung für alle Verkehrsträger unerlässlich:
Alle von einem Verkehrsträger verursachten Kosten müssten in weiterer
Folge auch von diesem getragen werden - unter Berücksichtigung der Infrastrukturgebühren,
Umweltbelastung, Energiekosten und der steuerlichen Gleichbehandlung,
erörterte Haberzettl.
"Wir fordern ein Moratorium bestehender Liberalisierungsbeschlüsse und
einen Stopp weiterer Liberalisierungsmaßnahmen, sprich weiterer diesbezüglicher
EU-Richtlinien. Der Eisenbahnsektor darf nicht weiter aufgesplittert werden.
Das heißt, wir wollen keine Trennung von Infrastruktur und Betrieb sowie
keine Politik, die Auslagerung und Privatisierung von eisenbahnbezogenen
Dienstleistungen den Weg ebnet", schloss Haberzettl (Pressemeldung Gewerkschaft
vida, 18.12.09).
Erste
Variobahn an die Graz AG übergeben
„Wir danken der Graz AG für das uns entgegengebrachte Vertrauen“,
erläutert Michael Daum, Vorsitzender der Geschäftsführung
der Stadler Pankow GmbH, „Wir haben sehr erfolgreich zusammengearbeitet
und können nun das erste Fahrzeug pünktlich übergeben.
Jeder Betreiber hat verständlicherweise seine eigenen Vorstellungen,
wie seine zukünftigen Straßenbahnen aussehen sollen“,
so Michael Daum weiter, „unsere Kompetenz liegt unter anderem darin,
diese Bedürfnisse in Optik und Funktionalität umzusetzen.“
In
der Straßenbahn für Graz wurden speziell die Belange der in
ihrer Mobilität eingeschränkten Personen berücksichtigt.
So verfügt die Variobahn zum Beispiel über spezielle optische
und akustische Hilfestellungen im Informationsbereich. Die Haltestangen
und Türen sind kontrastreich in ihrer Farbgestaltung und im Einstiegsbereich
der zweiten Tür befindet sich eine Klapprampe.
„Die
enge Zusammenarbeit mit den Behindertenverbänden haben uns ein Umsetzen
der Belange sehr erleichtert“, so Annegret Schulz, Projektleiterin
Stadler Pankow GmbH.
Die
Variobahn für Graz ist zu 100 % niederflurig, verfügt über
einen hellen, freundlichen Innenraum, der Platz für 145 Fahrgäste
bietet. Die Einrichtungsfahrzeuge verfügen weiterhin über zwei
Mehrzweckbereiche, die ein problemloses Rangieren von Rollstühlen
und Kinderwagen im Innenraum ermöglichen (Pressemeldung
Stadler, 17.12.09).
Wachauerbahn
wieder bis Emmersdorf an der Donau befahrbar
Mit Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 ist die Wachauerbahn nach dem
Felssturz bei Dürnstein wieder bis Emmersdorf an der Donau befahrbar.
Von den ursprünglichen Planungen einer Einschränkung des Verkehrs auf
den Abschnitt Krems an der Donau - Spitz an der Donau wurde von Seiten
der ÖBB-Personenverkehr AG für die Fahrplanperiode 2010 Abstand genommen.
In der Winterfahrplanperiode bis 26. März 2010 besteht zwischen Krems
und Spitz ein Stundentakt von 7 bis 20 Uhr mit 26 Minuten Fahrzeit bis
Spitz, mit einer Angebotsverdichtung auf einen Halbstundentakt in den
Morgenstunden und Nachmittagsstunden. Durch kurze Wendezeiten von vier
Minuten in Krems und Spitz wird für den Stundentakt ein Triebwagen der
Baureihe 5047 benötigt.
Für die Verstärkerzüge in der Hauptverkehrszeit kommt ein zweiter Triebwagen
Verwendung. Emmersdorf an der Donau wird in den Morgenstunden mit dem
Schülerzug R 6102 - R 6103 mit zwei Triebwagen der Reihe 5047 erreicht.
Nachmittags verkehrt der Schülerzug ab Krems um 13.33 (R 6106 - R 6107)
nur bis Aggsbach Markt (ebenfalls zwei Triebwagen der Reihe 5047).
Im Anschluss an den Bahnstundentakt Krems - Spitz verkehren Busse von
Spitz über Emmersdorf an der Donau nach Melk Bahnhof mit Anschluss an
den Regionalverkehr der Westbahn. Für die Sommerfahrplanperiode verkehrt
ab Wien Franz-Josefs-Bahnhof der Radtramper-Wachau bis Emmersdorf an der
Donau und einem Triebfahrzeugwechsel in Krems an der Donau. Die Rückfahrt
erfolgt in den Abendstunden.
Auf dem Abschnitt Emmersdorf an der Donau . Sarmingstein findet leider
in der Fahrplanperiode 2010 kein Verkehr statt. Nähere Informationen über
die aktuellen Entwicklungen auf der Wachauerbahn sind auf der Homepage
www.wachauerbahn.at
abrufbar (Paul G. Liebhart, 16.12.09).
Pinzgauer
Lokalbahn-Verlängerung in Betrieb gegangen
 
Der Wendezug mit VSs 101 + VBs 201 + Vs 82 bei der
Einfahrt in den neuen Kreuzungsbahnhof Dorf-Paßthurn auf der Fahrt
nach Zell am See im dichten Schneetreiben. VTs 12 in Bramberg mit den
österreichischen Nationalfarben geschmückt - bei der Abfahrt als erster
Planzug (Zg. 3301) über die Neubaustrecke nach Mittersill, rechts davon
die bereitgestellte Garnitur VSs 102 + VBs 202 + Vs 81 für Zug 3307.
Was viele nicht für möglich gehalten haben, wurde am 13. Dezember
- mit Fahrplanwechsel 2009 - Wirklichkeit. Die Salzburger Lokalbahn konnte
ihre schmalspurige Neubaustrecke von Mittersill nach Bramberg planmäßig
und ohne Einschränkungen in Betrieb nehmen.
Die 11 km Neubaustrecke ist dzt. für eine V/max von 80 km/h zugelassen
und verfügt über 2 Bahnhöfe ( Dorf-Paßthurn und Bramberg)
sowie 5 Haltestellen (Rettenbach, Hollersbach, Hollersbach Panoramabahn,
Mühlbach im Pinzgau und Wenns). 3 Eisenbahnkreuzungen sind technisch
mit Lichtzeichenanlagen gesichert. Die Neubaustrecke wird in 16 Minuten
durchfahren und dabei im Stundentakt bedient. Der Schienenersatzverkehr
wurde bis Bramberg zurückgezogen und der PostBusverkehr zwischen
Zell am See und Krimml weitgehend vom Bahnbetrieb entflochten
(Gunter Mackinger, 15.12.09).
Erster
ICE-Zug auf der Karwendelbahn in Tirol auf "Innsbruck" getauft

 
Die imposante Karwendelbahnstrecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und
dem Innsbrucker Hauptbahnhof wurde im Jahre 1912 als eine der ersten elektrifizierten
Strecken in Betrieb genommen. Noch vor dem 100. Geburtstag fährt
ab Fahrplanwechsel am 13.12. erstmalig der Hightechzug ICE von Berlin
kommend über München und dann die steile und kurvenreiche Strecke
nach Seefeld bis nach Innsbruck.
Die neue Wochenendverbindung soll vor allem ein Angebot für die Gäste
aus Deutschland sein um umweltfreundlich und direkt per Bahn nach Tirol
zu kommen. Als sichtbares Zeichen fährt die moderne ICE-Garnitur
zudem mit dem Schriftzug "Innsbruck" sowie dem Stadtwappen als
Botschafter durch ganz Deutschland. Die offizielle Zugtaufe führte
Innsbrucks Bürgermeisterin Hilde Zach, im Beisein vom DB-Konzernvertreter
aus Berlin Ingulf Leuschel sowie Tirols ÖBB-Regionalleiter Alexander
Jug, persönlich durch.
Rund 50.000 Kunden werden pro Tag die "Innsbrucker ICE-Garnitur"
auf den verschiedensten Strecken in ganz Deutschland und Österreich
(Linie München - Leipzig - Berlin, Frankfurt - Dresden oder Frankfurt
- Wien) zu sehen bekommen. Komfortabel für die Kunden und modernes
Design sind die Qualitätskriterien des ICE-Zuges. Außen aerodynamisch
gestaltet - der Zug fährt bis zu 230 km/h - dominieren innen Holz,
Leder, Glas und Edelstahl. Gemeinsam stellen ÖBB und Deutsche Bahn
für die Tourismusregion ein attraktives Angebot zur Verfügung.
Bisher kam der ICE bereits viermal täglich nach Innsbruck (Strecke
Wien - Bregenz - Wien) sowie (Innsbruck - Kufstein - München - Berlin).
Ab Fahrplanwechsel wird der moderne Fernverkehrszug der Deutschen Bahn
erstmalig die Tourismusregion Seefeld und den Innsbrucker Hbf. über
die imposante Karwendelbahnstrecke erreichen. Am Bahnhof Seefeld erreicht
der Zug seinen höchsten Punkt (1.185 m Seehöhe) und fährt
an sehenswerten Stellen wie der Schlossbachklamm oder dem Vorberg Viadukt
vorbei. Zum Einsatz kommt der Hightech Zug an Wochenenden. So fährt
er an Freitagen ab Berlin und an Samstagen ab Hamburg nach Tirol - in
der Gegenrichtung fahren die ICE-Züge an Samstagen und Sonntagen
in die Deutsche Hauptstadt. Eine neue, attraktive Anbindung für die
Tourismusregionen am Seefelder Plateau sowie rund um Innsbruck (Pressemeldung
ÖBB, Fotos Wucherer, 14.12.09).
Letzte
lokbespannte Züge im Ybbstal
 
Für den verbleibenden Rest der Ybbstalbahn von Waidhofen a.d.Ybbs nach
Gstadt soll in Zukunft mit den Triebwagen der Baureihe 5090 das Auslangen
gefunden werden. Das letzte, planmäßig mit Lok bespannte Zugpaar verkehrte
am 11. Dezember 2009 als Schülerzug mit 2095.10 und 6 vierachsigen Reisezugwaggons.
Mit der Umstationierung von Lokomotiven der Baureihe 2095 von Waidhofen
a.d. Ybbs nach St. Pölten wurde bereits begonnnen
(Gunter Mackinger, 14.12.09).
Elektrifizierte
Strecke Wulkaprodersdorf - Neusiedl am See eröffnet
Ab 13. Dezember wird die 34 Kilometer lange Strecke mit modernen elektrischen
Nahverkehrszügen befahren werden - ein starker Akzent in Richtung mehr
Umweltschutz. Weniger als eineinhalb Jahre nach Beginn der Bauarbeiten
konnte am Freitag die elektrifizierte Strecke Wulkaprodersdorf - Neusiedl
am See eröffnet werden.
Das Projekt "Elektrifizierung Wulkaprodersdorf - Neusiedl am See" sah
nicht nur die Errichtung einer Oberleitung für die Stromversorgung der
Züge vor. Im Rahmen dieses Bauvorhabens erfolgten auch Korrekturen der
Trassenführung sowie umfassende Erneuerungen der Gleisanlagen und die
Sanierung von Brücken und Durchlässen. Durch die Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit
von 80 km/h auf 120 km/h wird die Fahrzeit Eisenstadt - Neusiedl am See
wesentlich verkürzt. Ab 13. Dezember gibt es eine Direktverbindung nach
Wien über die Ostbahn.
"Infrastruktur-Investitionen wie die Elektrifizierung lohnen sich grundsätzlich
mehrfach: Sie schaffen und sichern Jobs in den Regionen, sie bringen hohen
Nutzen für die Umwelt und sorgen für mehr Sicherheit, nicht zuletzt durch
die technische Sicherung der Eisenbahnkreuzungen entlang dieser Strecke",
so Doris Bures, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie.
Im Rahmen der Elektrifizierung wurden u.a. 820 Fahrleitungsmaste gesetzt.
Die Fundierung erfolgte mit modernster in Österreich patentierter Rammtechnik.
Dabei wird ein rechteckiger Stahlbauteil zur Aufnahme des Mastes in den
Boden gerammt. Der Mast kann damit innerhalb einer Stunde fundiert, aufgestellt
und belastet werden.
Der Vorteil dieser Methode: Sie ist extrem umweltfreundlich - keine Entsorgung
von Abraummaterial - und die Montagezeiten können auf die Hälfte der herkömmlichen
Zeit reduziert werden. Das bedeutet, dass auch die Einschränkungen des
Zugverkehrs halbiert werden konnten.
Im Zusammenhang mit der Modernisierung des Sicherungssystems zwischen
Eisenstadt und Neusiedl am See wurden, neben der Errichtung von drei Stellwerken,
auch 39 Eisenbahnkreuzungen technisch gesichert - 34 davon mit Lichtzeichenanlagen,
fünf mit Vollschrankenanlagen. Fünf Anlagen konnten aufgelassen werden.
Im Rahmen des Projektes "Elektrifizierung Wulkaprodersdorf - Neusiedl
am See" wurden insgesamt rund 50 Mio. Euro investiert. Diese Investitionen
umfassen Elektrifizierung, Streckenverbesserung, Einrichtung eines Fernsteuerbetriebes
und die technische Sicherung aller Eisenbahnkreuzungen. Von den Planungskosten
für die Elektrifizierung und Streckenverbesserung trägt 40% das Land Burgenland
und 60 % die ÖBB-Infrastruktur AG. Von den Baukosten trägt das Burgenland
20 % und 80 % hat die ÖBB-Infrastruktur AG übernommen. Die Kosten für
die Errichtung des Fernsteuerbetriebes und für die technische Sicherung
von 39 Eisenbahnkreuzungen werden ausschließlich von der ÖBB-Infrastruktur
AG getragen (Pressemeldung ÖBB, 12.12.09).
Abnahme
der Pinzgauer Lokalbahn zwischen Mittersill und Bramberg
 
Am 9. Dezember 2009 konnte die zuständige Eisenbahnbehörde
die schmalspurige Neubaustrecke der Pinzgauer Lokalbahn zwischen Mittersill
und Bramberg abnehmen. Somit seht eine (Teil-) Inbetriebnahme der 2005
vom Hochwasser zerstörten Schmalspurbahn Zell a. See - Krimml zum
Fahrplanwechsel am 13.12.2009 nichts mehr im Wege.
Ab diesem Tag bietet der Betreiber Salzburger Lokalbahn (SLB) einen 60
Minuten Takt zwischen Zell am See und Bramberg sowie an Werktagen (Mo-Fr)
einen weitgehenden 30 Minuten Takt zwischen Zell a. See und Niedernsill.
Erstmals gibt es auch eine Fahrplanabstimmung mit dem bahnparallelen ÖBB
PostBus - dieser verkehrt neu um 30 Minuten versetzt zum Zug.
Der Schienenersatzverkehr beschränkt sich bis Sommer 2010 auf die
Strecke Bramberg - Krimml
(Gunter Mackinger, 11.12.09).
ÖBB-Rheinbrücke
Lustenau zwischen Vision und Realität
Grafik
Inititiative Bodensee-S-Bahn, Grundlage Bundesamt für Landestopographie
Schweiz.
Die ÖBB stellte kürzlich in Lustenau ihr Neubau-Projekt der
Eisenbahnbrücke über den Alpenrhein vor. Die Brücke für
den Hochwasserschutz wird ergänzt durch einen Ausbau der Strecke
vor und nach der Brücke. Die Vision ist eine internationale Hochleistungsstrecke
für den regionalen und den interregionalen Verkehr mit attraktivem
Fahrplan und kürzeren Fahrzeiten. Die Realität ist eine neue
Einspurbrücke an einer der wichtigsten Hauptstrecken am Bodensee.
Diese wird schon in 10 bis 20 Jahren mit dem heute absehbaren Verkehr
überlastet sein. Deshalb wiederholt die „Initiative Bodensee-S-Bahn“
ihren Appell vom letzten August an die zuständigen Behörden:
Dieser Steilpass des Hochwasserschutzes muss für die Bahn besser
genutzt werden: ohne Mehrkosten eine Doppelspurbrücke.
Über
das ÖBB-Projekt „St. Margrethen - Lustenau“ wurde kürzlich
an einer öffentlichen Veranstaltung informiert. Das kündigte
die ÖBB in ihrer Presseinformation
vom 3. November an und die Gemeinde
Lustenau berichtete darüber am 11. November. Eine neue, zwei
Meter höher gelegte Brücke über den Alpenrhein ist für
den Hochwasserschutz notwendig. Die Strecken vor und nach der Brücke
und die Haltestellen werden ausgebaut. Die Vision ist eine internationale
Hochleistungsstrecke für den regionalen und den interregionalen Verkehr
mit attraktivem Fahrplan. Das erklärte Ziel ist eine echte Alternative
zum Auto. Die umweltfreundlichere Bahn soll komfortabler und schneller
werden, um noch mehr Menschen zum Umsteigen auf die Bahn zu bewegen.
Die Realität ist eine neue, jedoch wiederum einspurige Brücke
auf einer der wichtigsten Hauptstrecken in der Euregio Bodensee. Diese
Tatsache ist weder aus dem Bild der futuristischen Brücke noch aus
den offiziellen Informationen zu erkennen. Nach Auffassung der „Initiative
Bodensee-S-Bahn“ muss die neue Brücke künftig viel mehr
Interregio-, Regional- und Güterverkehr bewältigen können
als heute. Sie muss deshalb möglichst flexible Lösungen ermöglichen
für die grossen Koordinationsprobleme zwischen den Fahrplänen
in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese Ziele sind nur
mit einer Doppelspurbrücke erreichbar.
Die Bahn war vor wenigen Jahren für viele Autofahrer ein Auslaufmodell.
Damals wurde das heutige Projekt geplant. Inzwischen hat sich die Bahn
wieder zum favorisierten Verkehrsmittel gemausert. Diese Zu(g)kunft darf
nicht verbaut werden. Eine Einspurbrücke kann die absehbaren Anforderungen
schon in den nächsten 10 – 20 Jahren nicht mehr erfüllen.
Ein so teures Bauwerk wird aber in den nächsten 30 – 50 Jahren
weder erneuert noch erweitert. Die Fahrplangestaltung wäre auf dem
einspurigen Brückenengpass stark eingeschränkt, selbst wenn
die Strecke vor und nach der Brücke zweispurig ausgebaut wird. Die
Auswirkungen würden sich international auswirken – bis weit
nach Deutschland und in die Schweiz. Deshalb müssen früher oder
später auch die anderen Engpässe zwischen St. Margrethen und
Lindau auf Doppelspur ausgebaut werden.
Die Vorgabe der Projektanten, d.h. der „Internationalen Rheinregulierung“,
war offenbar, dass die Eisenbahnbrücke den Rheinhauptkanal ohne Stützen
überqueren muss. Hingegen haben alle Strassenbrücken über
den Rhein-Hauptkanal Stützen im Flussbett. Eine stützenlose
Bahnbrücke ist deshalb eine unverhältnismässig teure Forderung.
Eine Bogenbrücke mit so grosser Spannweite ist viel aufwendiger als
eine Brücke mit kürzeren Pfeilerabständen und kürzeren
Brückenfeldern. Deshalb sollte es möglich sein, zu den gleichen
Kosten von 40 Millionen Euro (60 Millionen Franken) eine Doppelspurbrücke
zu bauen.
Die Nachteile des heutigen Projekts sind gravierend: ein späterer
Ausbau auf Doppelspur ist schwierig und aufwendig, die zulässigen
Geschwindigkeiten bleiben tief und die Lage der beiden Lustenauer Haltestellen
ist nicht optimal. Deshalb sollte die bestehende, enge Kurve noch stärker
gestreckt werden, wie das im beigelegten Plan eingezeichnet ist. Damit
wäre auch das Umsteigen zwischen Bahn und Bus einfacher. An der Eisenbahnbrücke
über die Hauptstrasse werden Bahnsteige erstellt und darunter an
der Hauptstrasse die Bushaltestellen.
Die „Initiative Bodensee-S-Bahn“ wiederholt deshalb ihren
Apell vom letzten August an die zuständigen Behörden. Die notwendige
Verbesserung des Hochwasserschutzes ist ein Steilpass für den Ausbau
der Bahn. Dieser muss für die visionären Ziele besser genutzt
werden als mit dem heutigen Projekt: Ohne Mehrkosten für eine Doppelspurbrücke
(Pressemeldung
Inititiative Bodensee-S-Bahn, www.bodensee-s-bahn.org,
11.12.09).
Interner
Arbeitsmarkt bei ÖBB
Bereits im August starteten die ÖBB ein internes Projekt, das den Arbeitstitel
"Konzernarbeitsmarkt" trägt. Mit diesem Projekt werden verschiedene Ziele
verfolgt - vom strategischen Personaleinsatz bis hin zur Erhöhung des
durchschnittlichen Pensionsantrittsalters. Im Frühjahr 2010 soll der interne
Arbeitsmarkt starten.
Mit Frühjahr 2010 soll der Konzernarbeitsmarkt seine Tätigkeit aufnehmen.
Die Details zu Strukturen und rechtlicher Ausgestaltung werden aktuell
erarbeitet. Mit dem Projekt werden verschiedene Ziele verfolgt:
• Stärkung des konzerninternen Personalausgleiches
• Schaffung der dafür erforderlichen Strukturen
• Erhöhung der Vermittlungsrate auf 75%
• Sicherung der Finanzierungsbasis
Die ÖBB haben rund 42.000 Mitarbeiter, die alle über sehr viel internes,
eisenbahn- spezifisches Know-how verfügen, das nicht auf dem freien Markt
zugekauft werden kann. Auf dieses Know-how will man mit dem internen Arbeitsmarkt
zurückgreifen. Schon derzeit gibt es interne Maßnahmen. Das System soll
nun verstärkt und verbessert werden, um den wirtschaftlichen Anforderungen
noch besser gerecht werden zu können. Dadurch wird auch erreicht, dass
das Pensionsantrittsalter steigt und somit den Forderungen nach Einsparungen
Rechnung getragen.
Personalbedarf besteht vor allem im Kunden- und Servicebereich. Dieser
Bereich könnte mit Arbeitskräften aus dem internen Arbeitsmarkt ausgebaut
werden. Denkbar ist auch eine interne Weiterentwicklung vom Verschieber
zum Lokführer oder Zugbegleiter. Das sind nur exemplarische Beispiele.
Ziel ist es, aus den Mengen "Arbeitskraft" und "Arbeitsplatz" möglichst
viele Synergien zu gewinnen. Ziel ist es, das vorhandene Arbeitskräftepotential
für neue Aufgaben zu rüsten (Pressemeldung ÖBB, 10.12.09).
Fahrgastrechte
werden auch im Regional- und Nahverkehr gestärkt
Im Ministerrat am Mittwoch steht das von Verkehrsministerin Doris Bures
vorgelegte Gesetz zur EU-Verordnung über die Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr
auf der Tagesordnung. Die EU-Verordnung zu den Fahrgastrechten sichert
den Bahnkunden im Fernverkehr einen Entschädigungsanspruch bei Verspätungen
von mehr als einer Stunde zu.
Über diese hinaus gehend bringt Bures aber am Mittwoch ein Gesetz
ein, das auch im Regional- und Nahverkehr die Fahrgastrechte stärkt.
So haben künftig tausende JahreskartenbesitzerInnen ein Recht auf
finanzielle Entschädigung, wenn die Verspätungen ein bestimmtes
Ausmaß überschreiten. Im ÖBB-Regionalverkehr soll dieser
Anspruch bereits ab 2010 schon bei einer Unterschreitung einer 90-prozentigen
Pünktlichkeit fällig werden.
"Die
Interessen der Fahrgäste rücken noch stärker ins Zentrum.
Für die Bahnunternehmen wird das ein wichtiger Ansporn sein, die
Kundenorientierung weiter auszubauen. Qualität, Verlässlichkeit
und Pünktlichkeit müssen im öffentlichen Verkehr im Vordergrund
stehen", betont Verkehrsministerin Doris Bures.
Weil
die EU-Verordnung auf den Fernverkehr zugeschnitten ist, hat sich die
Verkehrsministerin dafür entschieden, auch für den Regionalverkehr
eine eigene Regelung zu erarbeiten, die vor allem den Pendlerinnen und
Pendlern zugute kommt. Durch Bures? Vorstoß erhalten Inhaber von
Jahreskarten ab Inkrafttreten des Gesetzes mindestens 10 Prozent Entschädigung
für jene Monate, in denen Bahnunternehmen auf einer Strecke den festgelegten
Pünktlichkeitsgrad unterschreiten.
Im
Fernverkehr werden die Entschädigungsansprüche durch die EU-Verordnung
normiert. Ab 60 Minuten Verspätung erhält der Fahrgast eine
Entschädigung von 25 Prozent des Fahrkartenpreises. Ab 120 Minuten
sind es 50 Prozent des Fahrkartenpreises.
Generell,
also sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr, werden die Informations-
und Hilfeleistungspflichten ausgeweitet. Die Bahnunternehmen sind verpflichtet,
bei Verspätungen von mehr als einer Stunde den Fahrgästen Erfrischungen
und Mahlzeiten anzubieten, sofern sie im Zug oder im Bahnhof verfügbar
oder vernünftigerweise lieferbar sind.
Besteht
infolge einer Verspätung keine Möglichkeit zur Fortsetzung eines
Verkehrsdienstes mehr, so muss das Eisenbahnunternehmen einen alternativen
Beförderungsdienst für die Fahrgäste organisieren (finanzielle
Obergrenze: 50 Euro). Wenn infolge von Verspätungen von mehr als
60 Minuten eine Übernachtung notwendig wird, ist den Fahrgästen
die Unterbringung in einem Hotel oder einer anderweitigen Unterkunft kostenlos
anzubieten (finanzielle Obergrenze: 80 Euro).
Bahnkunden
können ihre Ansprüche direkt beim Verkehrsbetreiber geltend
machen. Für strittige Angelegenheiten wird für die Bahnkunden
eine eigene Schlichtungsstelle bei der Regulierungsbehörde Schienen
Control GmbH eingerichtet. (Darüber hinaus steht natürlich auch
der Gerichtsweg offen.)
Parallel
zur Neuregelung der Fahrgastrechte wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet,
die die Qualität des Nahverkehrs (Pünktlichkeit, Information,
Sauberkeit etc.) insgesamt verbessern helfen soll. Unter der Leitung des
Verkehrsministeriums nehmen die Arbeiterkammer, die Wirtschaftskammer,
der Schienen-Fachverband, sämtliche Verkehrsverbünde und der
Schienenregulator an dieser Arbeitsgruppe teil (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 09.12.09).
Endzeitstimmung
bei der Lokalbahn Lambach - Haag a.H.
 
 
Das trübe Winterwetter verstärt die Endzeitstimung bei der Lokalbahn
Lambach - Haag a.H. welche am kommenden Samstag - mit Fahrplanwechsel
- ihre letzte Fahrt antreten soll. Eröffnet im Jahr 1901 als typisch
österreichische Lokalbahn mit Dampftraktion tauchten bereits in den
1930er Jahren wirtschaftliche Probleme auf.
Die Firma Stern & Hafferl erklärte sich bereit den Betrieb dieser
BBÖ Strecke zu übernehmen und die Bahn zu elektrifizieren. Ab
1933 wurde der wirtschaftliche Gleichstrombetrieb eingeführt - mit
Elektrifizierung der Westbahn mußten sich die Gleichstromtriebfahrzeuge
auch unter Wechselspannung bewegen können und so wurde 1950 der legendäre
Betrieb mit Gleichrichterwagen eingeführt.
1989 beschaffte der Eigentümer der LB Lambach - Haag a.H. - die ÖBB
- für Stern & Hafferl zwei moderne Zweisystemtriebwagen
der Baureihe 4855 . Damit wurde der Lauf mancher Züge bis Wels über
die Westbahn verlängert. Trotz vielfältiger Bemühungen
des Betreibers - der Fa. Stern & Hafferl, Gmunden - beenden die ÖBB
mit Fahrplanwechsel den Betrieb dieser interessanten und landschaftlich
reizvollen, elektrischen Lokalbahn am 12.12.2009
(Gunter Mackinger, 08.12.09).
Erneuerung
Bf. Schafbergalpe
 
Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen für die Infrastruktur der Schafbergbahn
wurde als eine der ersten Maßnahmen die Galerie im Bereich der Ausweiche
Schafbergalpe abgetragen. Das Bauwerk wurde in den 1960er Jahren errichtet
und trug nicht zum Schmuck dieses hochgelegenen Kreuzungsbahnhofs bei.
Der Hang wird nun mittels Steinschlichtung gesichert - das Bf. Gebäude
soll wieder im alten Glanz von 1893 entstehen und wie bereits vor ca.
100 Jahren wird ein Holzsteg die Bahntrasse überbrücken. Rund herum ein
Gewinn für Bahn und Landschaft
(Gunter Mackinger, Fotos Wolfgang
Tonis, 08.12.09).
110
Jahre Schienen-Partnerschaft von ÖBB und voestalpine
Auf eine in der österreichischen Industriegeschichte wohl
einzigartige Partnerschaft blicken die Österreichischen Bundesbahnen
(ÖBB) und die voestalpine zurück. Seit 110 Jahren, dem Beginn
der Schienenproduktion in Leoben-Donawitz im Jahr 1899, liefert die voestalpine
qualitativ höchstwertige Schienen an die ÖBB. Sogar noch länger,
nämlich seit 1881, ist die österreichische Bahn bereits der
Logistikpartner des steirischen Traditionsstandortes.
Die langjährige und erfolgreiche Kunden-/Lieferantenbeziehung dieser
beiden bedeutenden österreichischen Unternehmensgruppen (beziehungsweise
ihrer Vorgängerunternehmen) wurde nun im Rahmen einer Partnerschaftsfeier
in Leoben-Donawitz gewürdigt, an der Vorstände der ÖBB-Infrastruktur
AG und der Rail Cargo Austria AG (RCA) einerseits sowie der Division Bahnsysteme
des voestalpine-Konzerns und die Geschäftsführung dervoestalpine
Schienen GmbH andererseits teilnahmen.
Die Geschäftsbeziehung gestaltete sich für beide Seiten positiv:
Schienen und andere höchstwertige Stahlprodukte der steirischen voestalpine-Standorte
sind qualitativ international führend und erzielen seit Jahrzehnten
entsprechend steigenden Absatz. Damit einhergehend hat sich der Gütertransport
der Rail Cargo Austria von und nach Donawitz bislang verzehnfacht.
Darüber hinaus ist eine weitere voestalpine Konzerngesellschaft,
nämlich die VAE in Zeltweg, auch jahrzehntelanger Produktions- und
Entwicklungspartner von hochmodernen Weichensystemen und Überwachungsanlagen
für die ÖBB.
Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde die besondere Bedeutung der hohen
Innovationskraft der voestalpine als globaler Technologieführer im
Schienen-Bereich hervorgehoben, die in enger technischer Kooperation mit
Bahnkunden, vor allem auch den ÖBB, Weltruf erlangt hat.
Den ÖBB-Vertretern bot der festliche Anlass gleichzeitig auch die
Gelegenheit, das derzeit modernste Schienenwalzwerk der Welt in Leoben-Donawitz
mit der erst zur Jahreswende 2008/09 in Betrieb genommenen leistungsstärksten
Schienen-Härtungsanlage zu besichtigen. Damit ist die voestalpine
in der Lage, die weltweit stark steigenden Kundenwünsche nach kopfgehärteten
Premium-Schienen auch in Lieferlängen bis zu 120 m zu erfüllen.
Davon profitieren nicht zuletzt auch die ÖBB.
Die Geschäftsführungen beider Firmengruppen versprachen daher
abschließend, „die erfolgreiche Partnerschaft auch in den
nächsten 110 Jahren fortzusetzen“ (Pressemeldung Voestalpine,
07.12.09).
Spatenstich
für Erkundungsstollen zum Brenner-Basistunnel
 
Unter dem Schutz der heiligen Barbara und der Segnung
vom Abt Schreier starten die Bauarbeiten zum BBT- Im Bild vlnr : Guenther
Platter (LH), Maya Tilg (Patronin), Doris Bures (Infrastruckturministerin),
Konrad Bergmeister (Vorstand BBT SE).
Verkehrsministerin Doris Bures nahm am 04.12.09, dem Tag der Heiligen
Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und Mineure, den Spatenstich
für die entscheidende Phase des Projekts Brenner-Basistunnel (BBT)
vor. "Der Baubeginn des Erkundungsstollens Innsbruck/Ahrental ist
ohne Übertreibung ein Ereignis von historischem Ausmaß. Denn
nach beinahe 30 Jahren Planungen und Verhandlungen sind wir jetzt tatsächlich
dabei, den längsten Eisenbahntunnel der Welt zu verwirklichen",
erklärte die Ministerin.
Dieses von Österreich, Italien und der Europäischen Union (EU)
betriebene Gemeinschaftsprojekt werde zu einer deutlichen Verlagerung
des Güterverkehrs auf die Schiene führen, die Bevölkerung
entlang der Transitstrecke und die Umwelt entlasten und die Verkehrssicherheit
erhöhen.
Der Erkundungsstollen Innsbruck/Ahrental weist eine Gesamtlänge von 5,6
km auf und wird im Sprengvortrieb hergestellt. Ähnlich dem Erkundungsstollen
Aicha (Südtirol) beträgt der Tunnelquerschnitt sechs Meter. Im Bereich
Ahrental wird, analog zu Mauls (Südtirol), ein seitlicher Fensterstollen
errichtet. Der Fensterstollen Ahrental wird auf einer Gesamtlänge von
2,4 Kilometern bergmännisch vorgetrieben und trifft auf die Achse des
zukünftigen Bahntunnels.
Der Erkundungsstollen Innsbruck/Ahrental bringt wertvolle Erkenntnisse
über die Gebirgseigenschaften und das Gebirgsverhalten im Bereich des
Innsbrucker Quarzphyllits. Durch diese Erkenntnisse werden wertvolle Informationen
für den Haupttunnelbau gewonnen. Der Erkundungsstollen dient in der Bauphase
des zweiröhrigen Bahntunnelsystems zum Abtransport des Ausbruchmaterials
und in der Betriebsphase als Entwässerungsstollen. Unabhängig vom Bahnbetrieb
können zukünftig jederzeit Inspektions- und Wartungsarbeiten durchgeführt
werden.
Mit
der Verwirklichung des BBT wird die Fahrzeit von Innsbruck nach Bozen
von derzeit zwei Stunden auf 50 Minuten reduziert. Der BBT ist das Herzstück
des vorrangigen Transeuropäische Netze- (TEN-) Vorhabens Nummer 1,
der von Berlin über München, Innsbruck, Bozen, Verona und Mailand
nach Neapel, Messina und Palermo führt und verbindet damit die wichtigen
Wirtschaftszentren Nord- und Südeuropas. "Der nunmehrige Baubeginn
des BBT ist ein Beweis dafür, dass wir es ernst meinen mit umweltfreundlicher
Mobilität und die Bahn das Verkehrsmittel der Zukunft ist",
betonte die Verkehrsministerin.
Eine
ganz wesentliche Weichenstellung für dieses Projekt wurde im Mai
dieses Jahres in Rom mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung
gesetzt. Darin wurden die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen festlegt,
die bis zur Fertigstellung umgesetzt sein müssen und ein Bekenntnis
aller Staaten und Regionen, sowie der Bahnen zum Brenner-Basistunnel und
dessen Finanzierung abgelegt. In dem Zusammenhang bedankte sich Bures
bei jenem Mann, der maßgeblich verantwortlich für die Umsetzung
des Projekts ist: Dem früheren BBT-Koordinator Karel van Miert, der
im Juni dieses Jahres völlig unerwartet verstorben ist: "Ohne
ihn stünden wir heute wahrscheinlich nicht hier, sein Einsatz für
dieses visionäre Projekt bleibt unvergessen", hielt die Ministerin
fest (Pressemeldungen
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie/BBT, 05.12.09).
Neue
Eisenbahn-Kreuzungsverordnung für mehr Verkehrssicherheit
Die neue Eisenbahn-Kreuzungsverordnung bedeutet eine grundlegende
Neufassung der 1960 erlassenen und zuletzt 1988 novellierten Bestimmungen
über die Sicherung und Benützung von Eisenbahnkreuzungen.
Verkehrsministerin Doris Bures schickt ihren Entwurf dazu am 03.12.09
in Begutachtung. Ein unmittelbares Ergebnis der neuen Verordnung: Deutlich
mehr Eisenbahnkreuzungen werden technisch, also durch Lichtzeichenanlagen
oder Lichtzeichenanlagen mit Schranken, gesichert. Für die nicht-technische
Sicherung durch Gewährleistung des erforderlichen Sichtraums sowie
durch Abgabe akustischer Signale vom Schienenfahrzeug aus werden die Bedingungen
entsprechend enger gefasst. Die
Neuerungen im Überblick:
•
Mehr Bahnkreuzungen werden technisch gesichert durch Lichtsignalanlage
oder Schranken.
• Jede Kreuzung zwischen Bahn und Straße kriegt das neue,
besser sichtbare Andreaskreuz.
• Alle Geschwindigkeitslimits vor Eisenbahnkreuzungen bekommen die
Zusatztafel "Auf Züge achten".
• Das rot leuchtende Signal wird bei allen neuen Lichtsignalanlagen
Standard.
• Für alle Züge gilt Licht am Tag zur eindeutigen Unterscheidbarkeit
von Kfz.
• Bei Ausfällen von Sicherungsanlagen raschere Absicherung
durch Bewachung vor Ort.
• Generalinventur bei allen Eisenbahnkreuzungen in den kommenden
zwei Jahren.
Für
Verkehrsministerin Doris Bures ist der Schwerpunkt auf Verkehrssicherheit
an Eisenbahnkreuzungen deswegen so wichtig, weil die Unfallfolgen in der
Regel sehr schwer sind. Im vergangenen Jahr starben bei 151 Eisenbahnkreuzungsunfällen
17 Menschen, 59 Personen wurden leicht, 28 schwer verletzt. "Wir
setzen deshalb einerseits auf die technische Sicherung und andererseits
auf klare Verhaltensregeln für die Straßenverkehrsteilnehmer",
betont die Ministerin.
Im
Folgenden die wichtigsten Neuerungen im Detail:
•
Entgegen den bisher allgemein gehaltenen Vorgaben (örtliche Verhältnisse,
Verkehrserfordernisse auf der Straße und auf der Bahn) gibt es zukünftig
eindeutige und strenge Kriterien, wann eine technische Sicherung durch
Lichtzeichenanlagen oder durch Lichtzeichenanlagen mit Schranken geboten
ist bzw. wann eine nicht-technische Sicherung durch Gewährleisten
des erforderlichen Sichtraums bzw. durch Abgabe akustischer Signale vom
Schienenfahrzeug ausreicht:
Eine
nicht-technische Sicherung ist künftig generell beschränkt auf
Eisenbahnkreuzungen mit weniger als 3.000 Kfz im Tagesdurchschnitt. Darüber
hinaus ist eine Sicherung durch Gewährleisten des erforderlichen
Sichtraumes künftig beschränkt auf Kreuzungen mit eingleisigen
Bahnstrecken und auf Kreuzungen mit nicht mehr als einem Fahrstreifen
in jeder Fahrtrichtung. Eine Sicherung durch Abgabe akustischer Signale
vom Schienenfahrzeug aus ist künftig beschränkt auf Eisenbahnkreuzungen
mit Gehwegen, Radwegen und mit Geh- und Radwegen.
•
Die Verhaltensbestimmungen für die Straßenverkehrsteilnehmer
werden in einem eigenen Abschnitt zusammengefasst und konkretisiert. Geschwindigkeitslimits
vor Eisenbahnkreuzungen werden die Zusatztafeln "Auf Züge achten"
erhalten, alle Kreuzungen zwischen Eisenbahn und Straße (Ausnahme:
Gehwege, Radwege und Geh- und Radwege) werden mit den neuen, besser sichtbaren
Andreaskreuzen auf Tafeln ausgerüstet.
•
Für die Züge gilt in Zukunft Licht am Tag. Das Zugspitzensignal
muss sich von den im Straßenverkehr üblichen Frontlichtern
unterscheiden und muss künftig auch tagsüber eingeschaltet sein.
•
Neu geregelt werden auch die Pflichten von Eisenbahnunternehmen bei Störungen
von Eisenbahnkreuzungssicherungsanlagen (z.B. Ausfall der Lichtzeichenanlage).
In diesen Fällen gilt, solange die Eisenbahnkreuzung nicht bewacht
wird, grundsätzlich folgendes: Der Zug muss vor der Eisenbahnkreuzung
anhalten und darf die Fahrt erst nach Abgabe von akustischen Signalen
fortsetzen. Neu ist, dass das Eisenbahnunternehmen binnen zwei Stunden
ab Vorliegen einer Anzeige über einer Störung die Kreuzung zu
bewachen hat (bisher 24 Stunden). Wenn innerhalb von zwei Stunden eine
Bewachung der Eisenbahnkreuzung nicht möglich ist, ist bis zu dem
Zeitpunkt, zu dem eine Bewachung möglich ist und es die Verkehrsverhältnisse
auf der Straße zulassen, die Anbringung einer Stopptafel vor der
Eisenbahnkreuzung zulässig. Dabei muss der Zug weiterhin vor der
Eisenbahnkreuzung anhalten hat und darf die Fahrt erst nach Abgabe von
akustischen Signalen fortsetzen.
•
Für das Zusammenwirken von Eisenbahnkreuzungssicherungsanlagen mit
Ampelanlagen an nahegelegenen Straßenkreuzungen werden einheitliche
Vorschriften in die Verordnung aufgenommen.
•
Schließlich werden die Eisenbahnbehörden und die Eisenbahnunternehmen
zur Überprüfung der Eisenbahnkreuzungen ausdrücklich verpflichtet.
Die Eisenbahnbehörden haben in Abständen von jeweils fünf
Jahren eine Überprüfung vorzunehmen. Dabei sind der Straßenerhalter
und die zuständige Polizeidienststelle einzubeziehen. Die Eisenbahnunternehmen
haben die Eisenbahnkreuzungen jährlich auf den bescheidgemäßen
Zustand hin zu überprüfen. Nach Inkrafttreten der Verordnung
haben die Eisenbahnbehörden die Eisenbahnkreuzungen binnen zwei Jahren
einer erstmaligen Überprüfung zu unterziehen (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 04.12.09).
RCA
hält Einzelwagenladungsverkehre in der Steiermark auf der Schiene
Die Ausgangssituation war nicht einfach: Die im Qualitätsnetz
geführten Einzelwagenladungsverkehre von und zu den steirischen Logistikcentern
Graz-Werndorf und St. Michael sind für Rail Cargo Austria spätestens mit
der Wirtschaftskrise ein massives Verlustgeschäft. Zuletzt waren die Steiermark-Verkehre
im Stückgutbereich nur zu 30 bis 50 % ausgelastet.
Entgegengesetzten Medienberichten zufolge, RCA verlagere diese Verkehre
komplett von der Schiene auf die Straße, erarbeitete RCA alternative Verkehrslösungen.
Lösung In einem ersten Schritt wurden die Verkehre im Qualitätsnetz und
im Basisnetz analysiert und zur jeweiligen optimalen Auslastung adaptiert.
Zusätzlich wurden die Anbindungen der Logistikcenter Graz-Werndorf und
St. Michael neu konzipiert. Ladezeiten wurden zeitlich neu geregelt, Mengen
gebündelt und zwei zusätzlich geführte Züge in den Betrieb aufgenommen.
Dieses Bündel an Maßnahmen führt dazu, dass die Frachtverkehre der RCA-Logistikstandorte
in der Steiermark zum überwiegenden Teil weiterhin auf der klimafreundlichen
Schiene abgewickelt werden. Zwei LKW-Fahrten pro Tag müssen kurzfristig
auf die Straße verlagert werden. RCA ist aber zuversichtlich, dass auch
diese beiden LKWs 2010 wieder auf die Schiene gebracht werden.
Das Ziel, die Schienentransporte im Einzelwagenladungsverkehr wirtschaftlich
vertretbar zu führen, hat RCA erreicht: einige Millionen Euro werden durch
diese Maßnahmen künftig bei RCA im Ergebnis wirksam. "Transport und Logistik
lassen sich nicht in ein starres System zwängen. Warenströme verändern
sich, das Netzwerk muss atmen können. Mit der Lösung für die Stückguttransporte
in der Steiermark haben wir bewiesen, dass RCA problemlösungsorientiert
an Dinge herangeht - zum Wohle unserer Kunden, der Wirtschaftlichkeit
und des Klimaschutzes", erklärt Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes
von Rail Cargo Austria.
Klar ist, dass die verkehrspolitischen Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlich
vertretbaren Schienengütertransport gegeben sein müssen. Diese Grundsatz-Entscheidungen
können nur auf höchster Ebene getroffen werden. "Brüssel muss den europäischen
Schienengütertransport besser fördern. Fromme Wünsche, Forderungen und
Lippenbekenntnisse helfen nicht, wenn weiterhin massiv in die Straße investiert
wird und die Schiene das Nachsehen hat", fordert Macher eine nachhaltige
und zukunftsorientierte europäische Schienenverkehrspolitik von der Europäischen
Union (Pressemeldung ÖBB, 04.12.09).
Mehr
Rechte für Bahnreisende
Die ÖBB haben bereits 2004 auf freiwilliger Basis Kunden bei Zugsverspätungen
im Fernverkehr (durch Unternehmensschuld) von mindestens 60 Minuten finanziell
entschädigt.
Am 03.12.09 wird die EU-Verordnung 1371/2007 in Kraft gesetzt, die den
Bahnkunden noch mehr Rechte im Falle von Verspätungen bringt. Gabriele
Lutter, Vorstandssprecherin ÖBB-Personenverkehr AG: "Kunden haben ein
Recht auf Entschädigung bei groben Verspätungen, die das Unternehmen verschuldet.
Wir werden die Vorgaben der EU punktgenau umsetzen und damit einen klaren
Impuls in Richtung Kundenfreundlichkeit setzen."
Bislang wurden bei Tageszügen ab 60, und bei Nachtzügen ab 120 Minuten
Verspätung Kunden ausschließlich mit Gutscheinen entschädigt. Mindestfahrpreis
war bisher 20 EUR im nationalen bzw. 50 EUR im internationalen Fernverkehr,
entschädigt wurden 20% des Fahrpreises - maximal jedoch 80 EUR. Seit heute
werden Kunden ohne Mindestfahrpreis und ohne Grenze nach oben entschädigt
- wahlweise per Gutschein oder mit Bargeld.
Und auch die Höhe der Gutschrift wurde deutlich angehoben. Aktuell bekommen
die Kunden bei mehr als 60 Minuten Verspätung 25% des Fahrpreises erstattet,
bei mehr als 120 Minuten 50%. Wird der letzte Anschlusszug versäumt, werden
Taxikosten bis max. Euro 50,- und/oder Hotelkosten bis max. Euro 80,-
gegen Vorlage der Rechnung unbürokratisch ersetzt.
Das Formular zur Erstattung ist an allen Personenkassen und beim Zugbegleiter
erhältlich, und unter www.oebb.at downloadbar. Gemeinsam mit dem Original-Ticket
muss es an: ÖBB-Personenverkehr, Fahrgastrechte, Postfach 75, 1020 Wien
gesendet werden, kann aber auch bei einer Personenkasse abgegeben werden.
Jahreskarten sind die einzigen Zeitkarten im Nahverkehr, die personenbezogen
sind - darum profitieren auch ausschließlich diese - rund 40.000 Kunden
von der neuen Regelung. Die ÖBB haben sich verpflichtet im Regionalverkehr
eine Pünktlichkeit von mindestens 85% zu erreichen. Dieser Wert wird monatlich
evaluiert; wird er (auch punktuell) nicht erreicht, bekommen alle Kunden,
die den betroffenen Strecken- abschnitt fahren, 10% des Wertes einer Monatskarte
zurück - als Gutschein oder auf das Konto überwiesen; und das geschieht
automatisch am Jahresende bzw. mit dem Ablauf der Jahreskarte. Für Nah-
und Fernverkehr gilt: Ab 5 Minuten gilt ein Zug als verspätet, gemessen
wird bei jedem planmäßigen Halt. Der Entschädigungswert muss mindestens
4 EUR betragen; es wird keine Bearbeitungsgebühr verrechnet. Für Schlichtungsfälle
ist die Schienen-Control GmbH als unabhängige Instanz zuständig.
Wann kommt die neue Regelung nicht zur Anwendung:
• Wenn die Zugverspätung bzw. der -ausfall auf das Verschulden des
Reisenden oder eines Dritten oder einen, außerhalb des Eisenbahnbetriebes
liegenden Umstandes zurückzuführen ist (z.B. Naturkatastrophen, Behördliche
Einsätze, etc.)
• Wenn der Reisende rechtzeitig vor dem Kauf des Tickets über mögliche
Verspätungen informiert wurde (Pressemeldung ÖBB, 03.12.09).
Klagenfurter
Flughafen erhält Anbindung an öffentliches Eisenbahnnetz
Über Antrag von Finanzreferent Harald Dobernig wurde am 01.12.09 in der
Regierungssitzung die Anbindung des Kärnten Airports in Klagenfurt an
das öffentliche Eisenbahnnetz beschlossen. Die Projektkosten in Höhe von
1,04 Millionen Euro werden vom Land mitfinanziert.
"Durch die Anbindung des Flughafens an das Eisenbahnnetz schaffen wir
eine wichtige Voraussetzung für die Ansiedelung des Logistikunternehmens
Schenker", erklärt Dobernig.
Schenker plant die Verlegung des bisherigen Standortes am Klagenfurter
Südring zum Flughafen. Mit einem Investitionsvolumen in Höhe von über
zehn Millionen Euro soll auch ein neues Logistikzentrum gebaut und damit
die Präsenz am Wirtschaftsstandort Kärnten weiter gestärkt werden. "Dadurch
können wir die 96 bestehenden Arbeitsplätze absichern und mittelfristig
40 neue schaffen", so Dobernig.
Der geplante Gleisanschluss kann aber auch für das Tanklager der Firma
Shell am Flughafen sowie von weiteren Interessenten genutzt werden. "Damit
wird die Attraktivität des Standortes weiter gesteigert", ist sich Dobernig
sicher (Pressemeldung
Kärntner Landesregierung, 02.12.09).
Siemens
liefert Zugsicherungstechnik für die Wiener U-Bahn
Siemens Mobility hat von dem Nahverkehrsbetreiber Wiener Linien einen
Auftrag zur Lieferung von Zugsicherungssystemen für die vierte Ausbaustufe
der Wiener U-Bahn erhalten. Das Auftragsvolumen beträgt rund 25 Millionen
Euro. Die Installation wird bis 2015 abgeschlossen sein.
Die
Wiener Linien sind der Nahverkehrsbetreiber in Wien und befördern
etwa 800 Millionen Passagiere mit U-Bahn, Straßenbahn und Bussen
pro Jahr. Die Wiener U Bahn zählt zu den modernsten und sichersten
Metro-Systemen der Welt. Ein Grund dafür ist die Signal- und Zugsicherungstechnik.
Das Wiener U-Bahnnetz besteht zurzeit aus fünf Linien mit einer Streckenlänge
von 70 Kilometern und 85 Stationen. Jährlich werden rund 500 Millionen
Passagiere befördert. Erklärtes Ziel der Stadt Wien für
2020 ist, den so genannten Modalsplit so aufzuteilen, dass 40 Prozent
aller Fahrten in der Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln getätigt
werden und der Anteil des motorisierten Individualverkehrs von derzeit
35 Prozent auf 25 Prozent sinkt.
Um
dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, wird die vierte Ausbaustufe der
U Bahn im Zeitraum von 2010 bis 2015 umgesetzt. Die Linie U1 wird um circa
sechs Kilometer nach Süden, die Linie U2 um vier Kilometer nach Osten
verlängert. Damit werden wichtige Stadtentwicklungsräume an
das leistungsfähige U-Bahnnetz angeschlossen. Der Lieferumfang von
Siemens beinhaltet neben zwei elektronischen Stellwerken (ESTW) für
die Linienverlängerungen auch den Ausbau des ältesten Betriebshofes
der U-Bahn mit einem neuen ESTW sowie die Integration dieser neuen Stellwerke
in die zentrale Leitstelle. Eingesetzt wird Sicas ECC (Siemens Computer
Aided Signaling Element Control Computer) mit dem linearen Zugbeeinflussungssystem
LZB513 sowie das Betriebsleitsystem Vicos OC111. Diese Produkte sind bereits
beim Kunden auf den Linien U1 und U2 zugelassen und seit Jahren in Betrieb.
Weiterhin werden für Aus- und Weiterbildungszwecke ein Musterstellwerk
für das Wartungspersonal sowie Fahrdienstleiterschulungsplätze
für das Bedienpersonal geliefert.
Der
Auftrag wurde nach einer zweistufigen, öffentlichen EU-Ausschreibung
an Siemens vergeben. Neben der modernen und bewährten Technik wie
Sicas ECC, Vicos OC111 und LZB513 überzeugte den Kunden das perfekte,
aufeinander abgestimmte Zusammenspiel aller wesentlichen Komponenten wie
Stellwerke, Zugbeeinflussung und Bedienplätze im Betriebsleitzentrum.
Auch die einfache Integration in die bestehenden Anlagen war ausschlaggebend
(Pressemeldung
Siemens, 01.12.09).
Planungsstart
für ÖBB-Konzernzentrale am neuen Hauptbahnhof Wien
 
Nach den Projekten „ÖBB-Traktionszentrale am Westbahnhof“,
„ÖBB-Infrastrukturzentrale am Praterstern“ und „Rail
Cargo Austria - Niederlassung am Erdberg“, ist die neue ÖBB-Konzernzentrale
beim Hauptbahnhof Wien der erfolgreiche Abschluss einer Standortkonzentration
innerhalb des gesamten Unternehmens in Wien. Unter der Prämisse der
Wirtschaftlichkeit fasst die für Gebäudeverwaltung, Entwicklung
und Verwertung zuständige Gesellschaft der ÖBB, die Immobilienmanagement
GmbH, damit definierte Organisationseinheiten der ÖBB zusammen. An
vier Standorten erhalten insgesamt 4.500 Mitarbeiter ein neues Dach über
dem Kopf.
„Bei neuen Gebäuden können wir eine weit höhere Effizienz
erzielen als bei unzähligen Standorten, mit zum Teil in alter Bausubstanz
untergebrachten Arbeitsplätzen“, betont Claus Stadler, Geschäftsführer
der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH. Und die räumliche Neuorganisation
bringt natürlich auch eine Erleichterung für die Zusammenarbeit
in diesen Bereichen.
Am
Standort südlich des geplanten Wiener Hauptbahnhofes realisiert die
ÖBB-Infrastrukturtochter die Konzernzentrale, in der ab 2014 primär
die ÖBB-Personenverkehr AG und die Holding AG untergebracht werden
sollen. „Es lag natürlich nahe, dass dieses neue Konzerngebäude
am derzeit zu entwickelnden Areal des Hauptbahnhofes gebaut wird. Der
Sitz des Hauptquartiers hat auch etwas Symbolhaftes und steht für
das ganze Unternehmen, ebenso wie der neue Hauptbahnhof selbst, er läutet
eine moderne Ära des Bahnverkehrs ein“, unterstreicht Stadler
die Wahl des Standortes.
„Die
neue Konzernzentrale der ÖBB zieht in einen der beiden markanten
Türme, die den Bahnhof künftig flankieren. Die Signalwirkung
erfordert in besonderem Maße qualitativ hochwertige Architektur.
Die Architekten Zechner & Zechner haben die anspruchsvolle Aufgabe
sehr gut gelöst. Wir haben uns auch davon überzeugt, dass der
Blick zum Belvedere frei bleibt“, betont Stadtrat Rudi Schicker
(Pressemeldung ÖBB, Fotos Zechner & Zechner ZT GmbH, 30.11.09).
Ybbstalbahn
nur mehr ein nostalgisches Spielzeug?
Als "grobe Fahrlässigkeit und gegen die Interessen der Region und der
Gemeinden gerichtet" bezeichnet am 27.11.09 der Hollensteiner Bürgermeister
und SP-LAbg. Ing. Franz Gratzer die Aussagen von LHStv. Sobotka, wonach
eine Weiterführung der Ybbstalbahn "nur geringe Chancen hätte und die
Bahn nur mehr ein nostalgisches Spielzeug sei".
"Laufende Verhandlungen, die ja noch zwischen Bund, ÖBB und Land NÖ laufen,
derart zu torpedieren, zeugt nicht nur von Inkompetenz, sondern lässt
auch hinsichtlich der Ehrlichkeit der VPNÖ tief blicken. Offenbar geht
es Heuras, Sobotka & C. nur mehr um Scheinverhandlungen, die Ybbstalbahn
soll, auch wenn es gute und sinnvolle Konzepte betreffend eine Fortführung
gibt, von vornherein totgeredet werden. Man fragt sich zudem, was denn
die VPNÖ die vergangenen Jahre und VP-Regierungen in Sachen Nebenbahnen
weitergebracht hat bzw. wann sie die damaligen Verkehrsminister in die
Pflicht zu nehmen versucht hat. Da gab es offensichtlich ein Stillhalteabkommen
- zwischen dem Missmanagement betreibenden VP-Bahnmanagement und dem damaligen
Verkehrsreferenten Erwin Pröll. Dieser jahrelange Winterschlaf rächt sich
nun", so Gratzer (Pressemeldung SPÖ-Niederösterreich, 28.11.09).
Konstruktives
Gespräch mit dem Land NÖ über Angebot der ÖBB im Nahverkehr
Das Treffen von Infrastrukturministerin Doris Bures und dem niederösterreichischen
Verkehrslandesrat Johann Heuras am 25.11.09 verlief "sehr konstruktiv",
wie die Ministerin im Anschluss betonte. Gegenstand des Gesprächs
war das Angebot der ÖBB im Nahverkehr in Niederösterreich. "Wir
haben sehr intensiv die Fragen der Nebenbahnen, Schmalspurbahnen, Sanierung
von Langsamfahrstellen zur Verbesserung des Angebots für die PendlerInnen
und alle Fragen rund um die Finanzierung erörtert", so Bures.
Es gibt das klare Bekenntnis von beiden Seiten, dass die Erbringung der
Leistung im Nah- und Regionalverkehr in der gemeinsamen Verantwortung
von Bund und Land Niederösterreich liegt.
Nachdem noch nicht alle Punkte abschließend behandelt werden konnten,
werden die Gespräche so rasch wie möglich fortgesetzt. Die Infrastrukturministerin
ist zuversichtlich, dass im Interesse der Zigtausenden Menschen, die täglich
mit der Bahn fahren, eine gemeinsame, tragfähige Lösung gefunden
werde (Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und
Technologie, 26.11.09).
RCA
lädt Niederösterreichische Industrie zu Gesprächen ein
In einer Aussendung der Wirtschaftskammer Niederösterreich vom 21.11.2009
wurden die Ergebnisse einer "Umfrage" zur Zusammenarbeit zwischen ÖBB-Güterverkehr
und den niederösterreichischen Industriebetrieben präsentiert (Der LOK
Report berichtete).
Die Rail Cargo Austria hat nun die konkreten Ergebnisse in Form von sechs
Diagrammen vorliegen. Die Niederösterreichische Industrie umfasst insgesamt
1800 Betriebe, befragt wurden 114 so genannte NÖ-Leitbetriebe. Von 69
Betrieben kam keine, von 45 Betrieben eine Rückmeldung - es handelt sich
also offenbar um eine Stichprobe und nicht um eine repräsentative Umfrage.
Die Kritik von Dieter Lutz, Spartenobmann der niederösterreichischen Industrie,
ist etwas einseitig: Er kritisiert medial, dass die Anzahl der Unternehmen,
die ein Sehr gut vergeben haben geringer ist als jene, die ein Genügend
bzw. Nicht genügend gegeben haben. Verschwiegen hat Lutz, dass 22 Betriebe
die Leistungen von RCA mit Sehr gut und Gut bewertet haben - neun Betriebe
gaben ein Genügend und lediglich zwei ein Nicht genügend.
Weiters schreibt die Wirtschaftskammer von einem "langen Sündenregister
der Bahn". Eine Wortwahl, die eher politisch motivierte Kampfrhetorik,
denn konstruktive Lösungsfindung als Leitmotiv vermuten lässt. Deshalb
lädt die Rail Cargo Austria direkt all jene niederösterreichischen Industriebetriebe
zu Gesprächen ein, die an der Stichprobe teilgenommen haben und Handlungsbedarf
in der Zusammenarbeit orten.
"Wir verstehen uns als Partner der Wirtschaft und Industrie. Sollten Kunden
mit unserer Dienstleistung nicht zufrieden sein, sehen wir dies als Chance
und Auftrag für konstruktive Lösungen", erklärt Christoph Preininger,
Leiter Customer Service bei Rail Cargo Austria.
Abschließend ist festzuhalten: Rail Cargo Austria nimmt jede konstruktive
und fundierte Kritik zur permanenten Verbesserung sehr ernst. Wenn die
Wirtschaftskammer Niederösterreich jedoch einseitige Pauschalkritik medial
verbreitet, geht dies wohl am Anspruchsniveau einer Interessensvertretung
vorbei (Pressemeldung ÖBB, 26.11.09).
Gespräche
mit Niederösterreich über Leistungen im Schienennahverkehr
Infrastrukturministerin Doris Bures ist zuversichtlich, dass die Gespräche
mit dem Land Niederösterreich über die Sicherstellung der Leistungen
im Schienennahverkehr zu einem guten Ergebnis führen. "Die Versorgung
der Bevölkerung mit umweltfreundlicher Mobilität muss das gemeinsame
Anliegen von Bund und Ländern sein", so die Ministerin, "ich
gehe eigentlich davon aus, dass die Gespräche auch von niederösterreichischer
Seite verantwortungsvoll und im Interesse der zigtausenden PendlerInnen
und SchülerInnen geführt werden."
Die Leistungen im Schienennahverkehr müssen gemeinsam von Bund und
Ländern gewährleistet werden, erläutert Bures. Dabei stehe
die Qualität der Dienstleistung, also Pünktlichkeit, Verlässlichkeit
und Service, genauso im Mittelpunkt wie der Umfang der Leistungen. Die
Qualität der Leistungen wird durch das von Bures vorgelegte Gesetz
über die Fahrgastrechte mit Anspruch auf Entschädigung bei Verspätungen
besonders unterstrichen.
Das konkrete Leistungsangebot im Regional- und Nahverkehr, also wie viele
Züge auf welchen Strecken fahren, sei im Grunde sehr klar geregelt,
erläutert die Ministerin: Der Bund kommt für den ganz überwiegenden
Teil auf, indem er das Grundangebot finanziert, darüber hinaus gehende
Leistungen müssen von den Ländern bestellt und auch finanziert
werden.
Nachdem sich auch alle anderen Bundesländer dazu bekennen, für
ihre Pendlerinnen und Pendler ein anspruchsvolles Angebot zu schaffen,
liege hier auch beim Land Niederösterreich eine klare Verantwortung.
"Die Leistungsbestellung ist der Kernpunkt", betont die Ministerin,
denn keine Bahn der Welt ist im Nahverkehr kostendeckend unterwegs. Bei
dieser Leistungsbestellung können klarerweise Qualitätskriterien
vereinbart werden, "aber Leistungen zum Nulltarif lassen sich in
keiner seriösen Kalkulation darstellen", so Bures.
Die Ministerin weist in dem Zusammenhang auch darauf hin, dass in den
kommenden Jahren bis 2014 von Seiten des Bundes und der ÖBB 2,3 Mrd.
Euro in die Schieneninfrastruktur in Niederösterreich investiert
werden. "Das ist das größte Erneuerungsprogramm für
die Schiene in Niederösterreich seit Bestehen der Zweiten Republik",
betont Bures.
Die
Ministerin will das Gespräch mit dem niederösterreichischen
Landesrat Heuras am 25.11.09 darüber hinaus auch dazu nutzen, um
ihn, was den öffentlichen Zuschuss zum Unternehmen ÖBB angeht,
auf den letzten Stand zu bringen. "Hier dürfte Herr Heuras einer
Fehlinformation aufgesessen sein", bemerkt Bures (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 25.11.09).
Land
verhandelt mit ÖBB den Nahverkehr in Niederösterreich
Einen Tag vor seinem Gespräch mit Infrastrukturministerin Doris Bures
informierte Landesrat Mag. Johann Heuras am 24. November in St. Pölten
über den aktuellen Stand der Verhandlungen. Er verhandle das Gesamtpaket
in Bezug auf die Neben- und Schmalspurbahnen sowie die Verkehrsdienstverträge
vor allem für die vielen Pendler Niederösterreichs, unterstrich der Landesrat
dabei.
"Die Situation der Pendler muss sich klar verbessern", erneuerte Heuras
dabei die Forderung nach einem Ende der Streichung von Pendlerzügen, einer
sofortigen Investition in Langsamfahrstrecken, mehr Transparenz bei den
Kosten im Vergleich zwischen einem Bus- und Bahnkilometer sowie deutlichen
Verbesserungen bei Qualität, Service, Kundenorientierung, Baustellenmanagement
und Informationsleistungen bei Verspätungen etc.
"Wenn es zu keiner klaren Verbesserung des Leistungsangebotes der ÖBB
kommt, wird es kein Verhandlungsergebnis und in Folge überhaupt kein Geld
des Landes mehr für die ÖBB geben", stellte Heuras fest. Angesichts weiterer
Pläne für die Streichung von 5 Millionen Bahnkilometern in Niederösterreich
und des Umstandes, dass der Steuerzahler 7 Milliarden Euro pro Jahr für
die ÖBB aufwende, die beim Personenverkehr noch dazu Gewinne schrieben,
werde man so nicht weiterkommen: "Für weniger Qualität und Kundenorientierung
mehr Geld zu fordern, wird kein Pendler verstehen. Auch das Land Niederösterreich
ist dazu nicht bereit", so Heuras abschließend (Pressemeldung
Niederösterreichische Landesregierung, 25.11.09).
75%
des Sicherheitsprojektes im Arlbergtunnel umgesetzt
 
Projektleiter Karl Hartleitner und Baumanager Georg
Klobucaric (beide ÖBB) beim Einsatz im Tunnel. Fotos ÖBB.
Eines der größten sicherheitstechnischen Projekte der ÖBB-Infrastruktur
AG wird im 10 Kilometer langen Arlbergbahntunnel zwischen Langen und St.
Anton am Arlberg umgesetzt. Im zweigleisigen Tunnel steht für den
täglichen Zugfahrplan durch die Arbeiten nur ein Streckengleis zur
Verfügung.
Am zweiten Gleis laufen die umfangreichen Einsätze von Spezialmaschinen
und zahlreiche Arbeiter sorgen für einen raschen Fortgang der verschiedensten
Vorhaben. So wurden bereits das Tunnelgewölbe erweitert und die Innenschale
mit Spritzbeton erneuert sowie acht Weichen getauscht.
Jetzt wird die gesamte Tunnelsohle durchgehend um ca. 30 Zentimeter abgesenkt.
Durch den Einbau einer Festen Fahrbahn ist der Bahntunnel nach Fertigstellung
auch für Einsatzfahrzeuge der Straße befahrbar. Von den acht
realisierten Flucht- und Rettungswegeverbindungen liegen sechs zwischen
dem Bahn- und dem Straßentunnel der ASFINAG.
Weiters wurden zudem bereits sechs geräumige Wendenischen (für
Einsatzfahrzeuge) errichtet. Lichtleitlinien zur Orientierung an der Tunnelwand
und eine fixe Löschwasserleitung mit Unterflurhydranten runden das
Sicherheitspaket im 125 Jahre alten Bahntunnel ab.
Zusätzlich wird im kommenden Jahr die bestehende Fahrleitung durch
eine so genannte „Stromschiene“ ersetzt, welche vor allem
erhaltungstechnisch viele Vorteile bringt. „Mit einem Umsetzungsstand
von 75% gehen wir ab sofort ins letzte Viertel dieses Großprojektes.
Bis Ende 2010 werden wir alle sicherheitstechnischen Ausrüstungen
abschließen können und der Bahnverkehr kann durch das Nadelöhr
Arlbergbahntunnel wieder zweigleisig geführt werden“, so ÖBB-Projektleiter
Mag. Karl Hartleitner.
Im kommenden Jahr startet die Projektleitung der ÖBB-Infrastruktur
mit der Umsetzung zum Einbau einer „Stromschienenoberleitung“.
Die Stromschiene stellt eine neue Bauform dar, die erhaltungstechnische
Vorteile bietet, weil sie sowohl stabiler als auch pflegeleichter ist.
Die zusätzliche Stabilität gewinnt die Stromschiene durch mehr
Aufhängungspunkte der Fahrleitung. Trag- und Zugseile für die
Spannung der Fahrleitung fallen dabei weg. Außerordentliche Tunnelsperren
für Erhaltungsarbeiten (Wartung und Service) können entfallen.
Der Zeitraum der Bauarbeiten erstreckt sich von März bis November
2010. Die Inbetriebnahme der Stromschiene erfolgt zum Fahrplanwechsel
Ende 2010 und bildet somit den generellen Abschluss der Projektarbeiten
im Arlbergeisenbahntunnel. Nach der festen Fahrbahn erfolgt Mitte 2010
zudem die Streckenausrüstung, bei der Signal-, Telekom- und Funkanlagen
neu errichtet werden. Sämtliche Arbeiten finden bei laufendem Bahnbetrieb
statt, daher spielt die Sicherheit der Arbeiter eine sehr große
Rolle. So sind die Züge im Arbeitsbereich am Nachbargleis mit Geschwindigkeitsbeschränkung
unterwegs und eigene Sicherungsposten im Einsatz. Zudem werden die Arbeiter
durch eine optische und akustische Warnanlage auf herannahende Züge
aufmerksam gemacht (Pressemeldung
ÖBB, 24.11.09).
Schienen-Control
feiert 10 jähriges Jubiläum
Schienen-Control, die österreichische Eisenbahnregulierungsbehörde, feierte
am 23.11.2009 ihr 10-Jähriges Bestehen im Rahmen eines Festakts im BMVIT.
Dabei wurde Bilanz über Wettbewerb und Kundenzufriedenheit auf Österreichs
Schienen gezogen und mit internationalen Experten über Entwicklungschancen
diskutiert.
Österreich sei in Sachen Eisenbahnliberalisierung seit 10 Jahren Vorreiter,
mit entsprechend erfreulichen Ergebnissen für die Bahn und ihre Kunden,
freut sich Schienen-Control Geschäftsführer Georg Fürnkranz Erstmals habe
die Eisenbahn- Regulierungsbehörde Schienen-Control im Zuge ihrer 10-Jahresfeier
einen gedruckten
Bericht ihrer Schlichtungsstelle vorgelegt. Geschäftsführer Fürnkranz:
Damit zeigt die Schienen-Control, dass Österreich in Sachen Fahrgastrechte
aber auch Bahnliberalisierung allgemein immer seiner Zeit voraus war und
ist!
Die zahlreichen Verfahren, in denen Wettbewerbern der Staatsbahn zu ihrem
Recht verholfen wurde, resümierte der Vorsitzende der Schienen-Control
Kommission, Senatspräsident i.R Hofrat Dr. Gerhard Hellwagner im Rahmen
seiner Festansprache. Obwohl für den Großteil der Österreicher Eisenbahn
immer noch gleich ÖBB sei, hätten Güterverkehrskunden schon seit einem
Jahrzehnt die Wahl zwischen einer steigenden Zahl verschiedener Anbieter,
die mittlerweile über 10% der Transporte durchführen. Im Personenverkehr
kündige sich gerade eine ähnliche Revolution an, erklärte Fürnkranz. Wichtig
sei aber unterm Strich vor allem, dass die Kunden im Güter- wie Personenverkehr
zufrieden sind.
Die EU-Passagierrechteverordnung schaffe ab Dezember klare Verhältnisse,
aber Österreich sei auch hier schon vorangegangen: seit 2006/07 gebe es
eine Schlichtungsstelle für Eisenbahnkunden, die ihre erste Bilanz legte:
Hunderte Beschwerden, die nicht einvernehmlich gelöst werden konnten,
habe die Schienen-Control einer gütlichen Lösung zugeführt. Mit vielen
sachkundigen Analysen seien objektive Beiträge zu Fragen wie Fahrpreisenwicklung
und Kundenzufriedenheit untersucht und jetzt der Öffentlichkeit vorgelegt
worden, resümierte Fürnkranz.
Mit der Festveranstaltung am Montag dem 23.11.2009 nachmittags im Bundesministerium
für Verkehr, Innovation und Technologie, bei der mit internationalen Experten
Perspektiven der Bahnentwicklung diskutiert werden, sei eine würdige Bilanz
über ein Jahrzehnt der Tätigkeit dieser bislang im Vergleich zu den Schwesterorganisationen
RTR und e-control relativ unbekannten Regulierungsbehörde gezogen worden,
freute sich Fürnkranz (Pressemeldung Schienen-Control Gmbh, 24.11.09).
"trend"
meldet Neuausschreibung des ÖBB-Vorstandes am 1. Dezember
Am 1. Dezember soll endgültig die Neubesetzung eines Vorstandspostens
in der ÖBB-Holding Gesellschaft ausgeschrieben werden, berichtet das Wirtschaftsmagazin
"trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.
Die Vorstandsverträge von Holdingsprecher Peter Klugar und Gustav Poschalko
laufen 2010 aus. Zunächst wird nur für Poschalko ein Nachfolger gesucht.
Dieser, so die interne Abmachung, soll aber 2010, wenn Klugars Vertrag
ausläuft, ihn als Sprecher der Holding beerben. Zwei Namen sind dabei
aus Kreisen des Aufsichtrats zu hören: Norbert Bensel, der ehemalige CEO
der DB-Logistics und Wolfgang Niessner, Vorstandsvorsitzender des Transportunternehmens
Gebrüder Weiss. Wobei Bensel leicht bessere Chancen eingeräumt werden.
Bensel wurde 2005 vom Deutsche Bahn Chef Hartmut Mehdorn zum Chef der
Logistik-Sparte gekürt und leitete diese bis vor kurzem höchst erfolgreich.
Er hatte zu den streikfreudigen Gewerkschaften der DB ein konstruktives
Verhältnis aufgebaut. Bensel schied im heurigen Sommer bei der Deutschen
Bahn aus und stieg im Oktober bei einem Logistik-Consulter ein.
Wolfgang Niessner ist zwar erfolgreicher Manager bei Gebrüder Weiss, doch
im Vorstand des Logistik-Unternehmens sitzen auch die beiden Söhne der
Eigentümerfamilie, Wolfram und Heinz Senger-Weiss. Es wird erwartet, dass
einer der beiden in absehbarer Zeit den Vorstandsvorsitz für sich beanspruchen
wird.
Die häufig genannten bahninternen Kandidaten Infrastruktur-Bau-Chef Andreas
Matthä und Rail Cargo Austria-Boss Friedrich Macher dürften aus dem Rennen
sein. Macher, der die Gütersparte im europaweiten Vergleich sehr gut führt,
hatte zuletzt hoch gepokert. Obwohl er der ÖVP zugerechnet wird und somit
von der Farbenlehre benachteiligt ist, wollte er bei einem Einzug in die
Holding seinen RCA-Vorstandsposten nicht aufgeben (Pressemeldung trend
Redaktion, 23.11.09).
ÖNiederösterreichische
Industrie kritisiert ÖBB
Die Zusammenarbeit mit dem ÖBB-Güterverkehr verläuft nach Meinung der
niederösterreichischen Industriebetriebe keineswegs zufriedenstellend.
Wie eine von der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich
(WKNÖ) durchgeführte Befragung ergeben hat, orten viele Unternehmen ein
enormes Verbesserungspotential bei der ÖBB.
So zeigt die Umfrage, dass neben der Nutzung des Personenverkehrs vor
allem der Gütertransport für die Betriebe von großer Bedeutung ist. Über
zwei Drittel der befragten Unternehmen geben an, diesen Dienstleistungsbereich
der ÖBB zu nutzen. Allerdings könnte das Zeugnis der blaugelben Industriebetriebe
deutlich besser ausfallen. "Die Noten sind wahrlich nicht berühmt", bedauert
Wirtschaftskammer Präsidentin Sonja Zwazl. Dieter Lutz, Spartenobmann
der niederösterreichischen Industrie, weist zudem darauf hin, dass "den
ÖBB-Verantwortlichen zu denken geben sollte, dass der Anteil der Unternehmen,
die mit "Sehr Gut" beurteilt haben, geringer ist, als jener, die der Bahn
ein "Genügend" bzw. ein "Nicht Genügend" geben".
In der Befragung kommt auch deutlich zu Tage, dass viele Betriebe verstärkt
auf die Dienstleistungen der Bahn zurückgreifen würden, sofern es bessere
Rahmenbedingungen gäbe. Das Interesse der NÖ Industriebetriebe zum Service
der Bahn war jedenfalls sehr groß: Von insgesamt an 114 NÖ-Leitbetriebe
ausgeschickten Fragebögen wurden innerhalb kürzester Zeit 45 beantwortet,
was einer Rücklaufquote von fast 40 Prozent entspricht!
Das Sündenregister der Bahn ist lang: Generell halten viele Betriebe die
Bahn aufgrund ihrer mangelnden Kundeorientierung für unattraktiv. Weiters
zählen ein schlechtes Preis/Leistungsverhältnis, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit
und nicht durchsichtige Kostensteigerungen zu den Top-Gründen, die viele
Betriebe davon abhalten, die Leistungen der Bahn überhaupt in Anspruch
zu nehmen.
Ferner empfinden viele Betriebe den Zeitaufwand für den Transport sowie
die mangelnde Flexibilität der ÖBB als große Barriere. Dazu fehlt es an
einer bedarfsgerechten Um- und Verlade Infrastruktur: Z. B. mangelt es
an Waggons für Spezialtransporte. Schäden beim Transport, die Sorge um
das Weiterbestehen von Nebenstrecken sowie der derzeit nicht gegebene
verstärkte Umschlag bei der Binnenschifffahrt sind nur weitere Faktoren,
die einer stärkeren Nutzung entgegenstehen (Pressemeldung Wirtschaftskammer
Niederösterreich, 23.11.09).
Chancen
in Tunesien, Algerien und Libyen für österreichische Betriebe
Österreich hat im Eisenbahnbereich traditionell schon seit Jahrzehnten
einen guten Ruf im Maghreb-Raum. Einige österreichische Unternehmen sind
in den Bereichen Planung, Vermessung, Bau, Signalanlagen und Nicht Rollendes
Material bereits seit Jahren in Algerien und Tunesien erfolgreich.
Im Rahmen einer Marktsondierungsreise mit dem Themenschwerpunkt Eisenbahn
der Außenhandelsstellen Algier und Tripolis nützten 12 österreichische
Unternehmen vom 16. -19.11. die Möglichkeit, sich und ihre Leistungen
vor lokalen Behörden und Organisationen zu präsentieren und aus erster
Hand über aktuelle Marktentwicklungen und neue Projekte zu erfahren.
Gerade im Eisenbahnbereich stehen in naher Zukunft etliche Ausschreibungen
an. "So wird etwas in Tunis eine neue Schnellbahnverbindung gebaut, in
Algerien stehen verschiedenste Erneuerungsarbeiten im Eisenbahnnetz bevor",
berichtet Andreas Meindl von der Außenwirtschaft Österreich (AWO). Auch
in Libyen werde ein großangelegtes Projekt, das jahrelang auf Eis gelegt
war, nun mit voller Kraft vorangetrieben, so Meindl: Knapp 3000 km Bahnstrecke
sollen von Grund auf gebaut und Rollendes Material für Güter- und Personentransport
erworben werden. Vorgesehen sind zwei Hauptstrecken: das Verbindungsglied
zwischen Ägypten und Tunesien entlang der Küste, sowie eine Strecke Richtung
Süden, die langfristig den afrikanischen Markt anbinden soll.
Die Teilnehmer an der Marktsondierungsreise hatten in Tripolis die Gelegenheit,
bei der staatlichen Eisenbahnbehörde in Anwesenheit von deren Vorsitzenden
und aller Einkäufer ihre Firmen zu präsentieren und sich zu Gesprächen
mit Vertretern bereits vor Ort aktiver Unternehmen zu treffen. "Die Generalunternehmer-Aufträge
für zwei Teilstrecken sind bereits vergeben, die libysche Seite meldete
großes Interesse an einer möglichen Zusammenarbeit mit österreichischen
Unternehmen als Zulieferer an", erklärt Meindl. Bedarf besteht vor allem
in den Bereichen Signal- und Sensortechnik, Schienen und Zubehör, zudem
läuft derzeit eine Ausschreibung für rollendes Material (Pressemeldung
Wirtschaftskammer Österreich, 20.11.09).
Voestalpine
im 2. Quartal 2009/10 mit deutlichem Gewinn
Nachdem das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 krisenbedingt
auch in der voestalpine AG zu einem – überschaubaren –
negativen Ergebnis geführt hat, meldet sich der Konzern mit
den Zahlen zum 2. Quartal wieder zurück in der Gewinnzone, und
zwar deutlich:
Denn neben einem EBITDA von über 230 Mio. EUR ist nicht nur das operative
Ergebnis für die letzten drei Monate mit mehr als 70 Mio. EUR positiv,
sondern auch in sämtlichen anderen Ergebniskategorien wurde der Turnaround
geschafft – bis zu einem Gewinn nach Steuern von annähernd
30 Mio. EUR.
Damit liegt auch das 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit
einem EBITDA von knapp 370 Mio. EUR bzw. einem EBIT von mehr als 45 Mio.
EUR operativ in der Gewinnzone. Das Ergebnis vor bzw. nach Steuern blieb
für diese Periode zwar noch negativ, der Verlust konnte aber in beiden
Kategorien gegenüber dem 1. Quartal in etwa halbiert werden (Pressemeldung
Wirtschaftskammer Österreich, 20.11.09).
Bahnhof
Wien Meidling übernimmt Funktionen des Südbahnhofs
 
Dr. Werner Kovarik (Vorstandsdirektor
ÖBB-Personenverkehr AG), Promotorin und DI Herwig Wiltberger (Vorstandsdirektor
ÖBB-Infrastruktur AG) mit Fahrgastinfo-Foldern. Fotos ÖBB.
Am Sonntag, den 13. Dezember 2009, schließt der Südbahnhof
seine Pforten. Die große Bahnhofshalle und die Gleise Richtung Südbahn
werden stillgelegt, ab Jänner 2010 wird der Bahnhof im Zuge des Baus
des neuen Hauptbahnhofs abgetragen.
Um
die Fahrgäste über die kommenden Änderungen bestmöglich
zu informieren, starten die ÖBB eine groß angelegte Informationsoffensive.
Auf größeren Bahnhöfen der S-Bahn-Stammstrecke in Wien
sowie in den wichtigsten Fernverkehrs-Halten der Südbahn werden Fahrgastinfo-Folder
verteilt, die einen Überblick über die Änderungen geben.
Die
Maßnahmen umfassen neben dem Verteilen von Info-Foldern die Aufhängung
von Plakaten in Bahnhöfen und Zügen, Durchsagen in den Stationen,
in Zügen und Infos im Internet. Online sind unter dem Titel „Countdown
für Wiener Südbahnhof“ auf der Startseite unter www.oebb.at
umfassende Infos u.a. zu den Themen "Was ändert sich für
die Fahrgäste, Wie ist die Situation am Bf. Meidling" abrufbar.
Im scotty - dem mobilen ÖBB-Routenplaner - sind alle Züge, die
über Südbahnhof fahren, mit einem Hinweis versehen.
"Wir
möchten damit die Fahrgäste über alle Änderungen und
mögliche Einschränkungen informieren", so Dr. Werner Kovarik,
Vorstandsdirektor der ÖBB-Personenverkehr AG. "Wir wollen, dass
unsere Kunden gerne mit der Bahn fahren. Eine umfangreiche Informationskampagne
ist ein wichtiger Schritt dazu - denn nur informierte Kunden sind auch
zufriedene Kunden".
Fünf unterschiedliche Plakat-Sujets von "Der Südbahnhof
macht jetzt Station in Wien Meidling. Umleitung - mit Meidlinger L"
bis zu "Wir bauen vor. Info für ein zügiges Weiterkommen:
Jeder Zug hält nur kurz in diesem Bahnhof" informieren und beziehen
die Kunden zugleich mit ein: "Um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten,
hält jeder Zug nur einige Minuten. Beachten Sie bitte bei Ihrer Reiseplanung,
dass die Züge auch nur wenige Minuten vor Abfahrt am Bahnsteig bereit
stehen."
Am Dreh- und Angelpunkt der Änderungen, dem Bahnhof Wien Meidling,
sind ab Ende November außerdem Sonderinformations-Teams bei Bedarf
im Einsatz. Diese Mitarbeiter in auffälligen gelben Jacken stehen
den Fahrgästen für Fragen zur Verfügung. "Wir haben
auch die Zahl der Info-Monitore, die die Abfahrt und Ankunft von Zügen
anzeigen, deutlich erhöht", so DI Herwig Wiltberger, Vorstandsdirektor
der ÖBB-Infrastruktur AG. "70 Monitore zusätzlich stehen
ab Fahrplanwechsel für die Fahrgastinformation bereit".
Der
Bahnhof Wien Meidling wurde in den vergangenen Jahren umgebaut, modernisiert
und erweitert. Ein neues Reisezentrum, ein Info Point und eine ÖBB-Club
Lounge sorgen für Service und Komfort. Um dem verstärkten Kundenzustrom
gerecht zu werden, stehen ab Fahrplanwechsel zehn Personenkassen
(bisher drei) und 14 Fahrkartenautomaten (bisher acht) zur Verfügung.
Trotz der umfangreichen Modernisierungs- und Umbauarbeiten wird es auch
gewisse Komforteinschränkungen während der nächsten drei
Jahre bis zur Teilinbetriebnahme des Hauptbahnhofs geben, etwa hinsichtlich
Gepäcktransport oder den zukünftig nur noch kurzen Abfertigungszeiten.
Auch darüber wird im Zuge der Informationskampagne informiert (Pressemeldung
ÖBB, 19.11.09).
Linie
26 in Wien mit zehn neuen Stationen
Gleichzeitig mit der Verlängerung der U2 zur Seestadt Aspern Ende 2013
erhält auch die Straßenbahnlinie 26 eine mehr als 4,6 km lange Neubaustrecke
mit zehn neuen Haltestellen. Die neue Linienführung wird dieser Tage bei
Bürgerversammlungen vorgestellt.
In wenigen Jahren wird die Linie 26 zwar wie bisher von Strebersdorf über
Floridsdorf zum Kagraner Platz fahren, von dort geht es dann aber auf
einer Neubaustrecke weiter bis zur zukünftigen U2-Station Hausfeldstraße.
Durch die Verlängerung der Linie 26 wird eine Querverbindung geschaffen,
die alle Hauptachsen des öffentlichen Verkehrs im Norden und Nordosten
Wiens sowie die dortigen Ortsteilzentren umsteigefrei miteinander verknüpft.
Die neue 26er-Strecke ist rund 4,7 Kilometer lang und erhält zehn neue
Stationen. Die Neubaustrecke beginnt beim Kagraner Platz, führt querfeldein
auf einer Hochtrasse über den Gewerbepark Stadlau bis zur Oberfeldgasse,
dann entlang der Oberfeldgasse durch die Siedlung Ziegelhofstraße/Quadenstraße
(eine "Kleinstadt" mit ca. 20.000 Einwohnern), über Prinzengasse, Pirquetgasse,
Zanggasse, Am Heidjöchl, Hausfeldstraße bis zur zukünftigen U2-Station
Hausfeldstraße.
Im Bereich des Gewerbepark Stadlau wird die Linie 26 im Gewerbegebiet
einige hundert Meter auf einer Hochstrecke fahren. In allen anderen Streckenabschnitten
wird sie über einen eigenen Gleiskörper am Boden verfügen und somit als
unabhängig von Individualverkehr schnell und zügig geführt werden können.
Die neue Linie 26 wird dann auf den schon jetzt bestehenden Gleisen von
Strebersdorf über Floridsdorf (U6-Station) zum Kagraner Platz und von
da aus auf der neu errichteten Strecke bis zur Hausfeldstraße fahren.
Die Linie 26 wird eine für die Fahrgäste höchst attraktive Tangentialverbindung
zwischen den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt. Vor allem durch die
Verknüpfung mit allen hochrangigen radialen Hauptachsen des öffentlichen
Verkehrs in diesen Bezirken (U6- und S-Bahn-Station Floridsdorf, U1-Station
Kagraner Platz und U2-Station Hausfeldstraße) wird sich die Attraktivität
der Linie nochmals erhöhen. Insbesondere für das Gebiet Am Heidjöchl und
den Gewerbepark Stadlau wird sich die Erschließung durch den öffentlichen
Verkehr deutlich verbessern.
Ab sofort beginnen die Wiener Linien den betroffenen BürgerInnen das neue
Projekt im Rahmen von Bürgerinformations-Veranstaltungen vorzustellen.
Ab Mitte 2010 erfolgen dann im Rahmen von bauvorbereitenden Maßnahmen
die ersten Umsetzungsschritte, im Frühjahr 2011 die ersten Bauarbeiten
an der neuen Straßenbahnstrecke. Ende 2013 wird die Linie 26 zeitgleich
mit der verlängerten U2 ihren Betrieb auf der neuen Strecke aufnehmen
(Pressemeldung Wiener Linien GmbH & Co KG, 17.11.09).
Pendlerzug
kommt pünktlich, 16 Personen unter Schock!
Völlig gemäß dem vorgesehenen Fahrplan fuhr gestern um 17:17 Uhr ein ÖBB-Personenzug
in die Haltestelle Kaiserebersdorf kurz vor Schwechat ein. Nachdem der
Vorfall erst von der ÖBB-Zentrale dementiert wurde, gab man in der Konzernleitung
schließlich die Unregelmäßigkeit zu und entschuldige sich bei den Fahrgästen
für die Unannehmlichkeiten, die durch die pünktliche Ankunft und Abfahrt
des Zuges verursacht wurden.
"Das so etwas passieren kann, war von unserer Seite nicht abzusehen, denn
die Chance liegt bei weniger als 0.001 Prozent", rechtfertigte sich ein
ÖBB-Sprecher in einer ersten Stellungnahme und sicherte gleichzeitig größtmögliche
Unterstützung für alle Betroffenen zu.
Derzeit versuchen die Experten der neurologischen Abteilung des SMZ Ost
alles, um mögliche Spätfolgen des komplett unerwarteten Ereignisses von
den Opfern abzuwenden. Angehörige der behandelten Pendler kritisieren,
dass die Erstbetreuer erst viel zu spät vor Ort eintrafen. "Wir sind auf
diverse Notsituationen vorbereitet, von Asteroideneinschlägen bis zu Erdbeben",
so Primar Dr. Peter Klingelmüller, der die Betreuung der Geschädigten
überwacht."Die Wahrscheinlichkeit einer planmäßigen Abfahrt der ÖBB ist
aber einfach zu gering, als dass wir uns dafür in irgendeiner Weise wappnen
hätten können", erklärte er das verzögerte Eintreffen der Hilfskräfte.
"Wie jeden Tag war ich kurz nach fünf auf meinem Nachhause-Weg" berichtete
Gerlinde Müller, eine Augenzeugin des tragischen Vorfalls, die sich zum
Zeitpunkt des Geschehens am Bahnhof Kaiserebersdorf befand. "Also ich
hätte mit vielem gerechnet, aber sicher nicht damit, dass um Punkt 17.17
ein Zug einfährt", so die kaufmännische Angestellte, die froh darüber
war nur mit einem großen Schrecken davongekommen zu sein.
Andere, wie Rudi Kovac, hatten weniger Glück: "Die Unberechenbarkeit der
Zugabfahrten war das einzige was ich noch hatte", so der pathologisch
spielsüchtige Arbeiter. Der Nervenkitzel, den es bedeutet hatte, nie zu
wissen ob er den Zug nach Hause erwischen, oder eine ganze Stunde am Bahnhof
ausharren werde müssen, sei für den 47-jährigen "das Salz in der Suppe
des Lebens" gewesen. Nun da ihm auch sein letzter Strohhalm genommen wurde,
begreife er erst, wie sinnlos das Leben eigentlich sei, so ein resignierender
Kovac.
Ein Ermittlungsteam der ÖBB-Fahrdienstleitung versuchte unterdessen die
Ursache für das exakte Eintreffen des Zuges in Kaiserebersdorf herauszufinden.
"Es gibt noch mehrere Theorien, aber ich kann soviel sagen, dass wir von
einer extrem seltenen Planetenkonstellation ausgehen, die eine ganz bestimmte
kosmische Strahlung erzeugt, wie sie nur alle 1.000 Jahre vorkommt", so
Teamleiter Manuel Grablechner, der angab, dass dies momentan die einzige
logische Erklärung für die Pünktlichkeit sein könne (Pressemeldung salamiNEWS
- Die Nachrichtenagentur für Satire, www.salamiNEWS.at,
14.11.09).
Neue
Diesellok für den Pinzgau eingetroffen
 
Am 11.11.2009 traf die nunmehr zweite Großdiesellok (Vs 82) für 760mm
Spurweite auf der SLB Basis in Zell am See ein. Vom Hersteller Gmeinder
in Moosbach kommend, wurde die mit der bereits vorhandenen Lok Vs 81 weitgehend
typengleiche Lok, mittels zweier Autokräne abgeladen und auf die heimatlichen
Gleise gesetzt.
Mit diesem Ankauf ist es der Salzburger Lokalbahn möglich bereits zwei
typengleiche Wendezüge mit Niederflurwaggons und einer V/max von 80 km/h
dem Betriebsdienst zuzuführen
(Gunter Mackinger, 13.11.09).
Keine
Privatisierung der ÖBB, aber klare Vorgaben an das Management
Infrastrukturministerin Doris Bures stellt klar, dass die Zufriedenheit
der Bahnkunden erhöht werden müsse. "Das hat absolute Priorität",
so Bures, die dem Management der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB)
bereits den Auftrag erteilt hat, im Zuge ihrer neu zu definierenden Unternehmensstrategie,
erstens den Servicecharakter für die Bahnkundinnen und -kunden in
den Mittelpunkt zu rücken, zweitens mehr Güter auf die Schiene
zu bekommen und drittens das Unternehmen mittelfristig operativ in die
schwarzen Zahlen zu bringen. "Das sind meine Ziele für das wichtige
österreichische Unternehmen ÖBB", so Bures.
Eine Absage erteilt die Ministerin dem ÖVP-Finanzstaatssekretär
Lopatka: "Mit mir wird es keinen Privatisierungsgipfel geben und
schon gar keine Zerschlagung und Privatisierung der ÖBB." Österreich
werde nicht dem Beispiel Großbritanniens folgen, das nach der (mittlerweile
wieder rückgängig gemachten) Bahn-Privatisierung mehr als 20
große Unfälle, enorm gestiegene staatliche Subventionen und
einen Einbruch beim Schienengüterverkehr zu verkraften hatte.
Bures erwartet außerdem vom Koalitionspartner, dass er seine "Negativ-Kampagne
gegen das wichtige österreichische Unternehmen ÖBB" einstellt,
und das Management an der Neuaufstellung des Unternehmens nicht behindert.
Die alte Struktur, die für viele der heutigen Probleme verantwortlich
sei, sei bereits auf gesetzlicher Ebene reformiert und verbessert worden
- und müsse nun vom Management zügig umgesetzt werden. Der jahrelange
Investitionsstopp sei beendet, nun wird wieder kräftig in die Beschleunigung
und Attraktivierung der Bahn investiert. "Ich stehe zu diesen in
der Regierung gemeinsam beschlossenen Rekordinvestitionen, weil sie das
Schienennetz endlich auf Vordermann bringen und der Bahn dadurch wieder
einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Straße verschaffen",
so Bures. "Ich stehe aber auch zu den Investitionen, weil sie gerade
jetzt in der Krise 50.000 Arbeitsplätze pro Jahr sichern. Ich finde,
wir können uns einen Innovationsstopp gar nicht leisten."
Die Ministerin legt dem Koalitionspartner auch nahe, statt dauernd nur
über einen "dringend notwendigen Reformbedarf bei den Pensionen"
zu reden, das umzusetzen, was er angekündigt hat (APA-Pressemitteilung
413 vom 6. Oktober) - nämlich, dass die Verwaltungsreform-Arbeitsgruppe
an Vorschlägen für die Pensionsregelungen des Öffentlichen
Dienstes und der ÖBB, die sich beide im Budget des Finanzministers
befinden, arbeiten werde. Und natürlich sei davon auszugehen, dass
dabei mit den Betroffenen der Dialog gesucht werde (Pressemeldung Bundesministerium
für Verkehr, Innovation und Technologie, 06.11.09).
Verschwenkung
der Trasse zum Semmering-Basistunnel nach Süden
Die Erkundungsphase II entlang der Auswahltrasse Pfaffensattel konnte
im September 2009 abgeschlossen werden. Die aus dem Erkundungsprogramm
gewonnenen Erkenntnisse führten zu einer an die geologischen und
hydrogeologischen Verhältnisse angepassten Optimierung der Trassenführung.
Während im niederösterreichischen Abschnitt diese Optimierung
nur geringfügig erfolgte, haben die geologischen Verhältnisse
im steirischen Bereich des "Semmering-Kristallins" zwischen
dem Fröschnitzgraben und dem Grautschenhof zu einer Verschwenkung
der Trasse nach Süden geführt.
Durch die Verschwenkung werden die auf Tunnelniveau angetroffenen wasserführenden
Karbonatgesteine in ausreichendem Abstand umfahren. So können mögliche
Beeinträchtigungen des Bergwasser-haushaltes und ein erhöhtes
Risiko beim Tunnelvortrieb minimiert werden.
Aufgrund der wechselhaften Beschaffenheit des Gebirges am Eichberg wird
der Semmering-Basistunnel neu von Gloggnitz aus mittels konventionellem
Vortrieb (NÖT = Neue Österreichische Tunnelbaumethode) aufgefahren,
wodurch sehr flexibel auf die unterschiedlichen geologischen Verhältnisse
reagiert werden kann.
Die Querung der "Schlaglstörung" zwischen dem Grasberg
und dem Großen Otter muss konventionell aufgefahren werden. Aufgrund
der hier vorhandenen Topografie und der Überlagerung, d.h. Tiefenlage
der Tunnelröhren von ca. 500 m unter Gelände, ist die Herstellung
dieses Streckenabschnittes nur über einen zusätzlichen Zwischenangriff
in der Göstritz möglich. Dazu wird ein rd. 1000 m langer Stollen
in den Berg vorgetrieben, am Stollenende ein 250 m tiefer "Schacht
im Berg" bis auf Tunnelniveau errichtet und von dort die Störungszone
in beide Richtungen aufgefahren.
In der Fröschnitz wird mit zwei über 400 m tiefen Schächten
die für die Tunnelsicherheit erforderliche Nothaltestelle errichtet
und in weiterer Folge der Vortrieb in das Wechselkristallin Richtung
Niederösterreich und auch nach Westen begonnen. In beide Tunnelrichtungen
sind aus geologischer Sicht sowohl ein konventioneller, als auch ein maschineller
Vortrieb möglich. Bei einem maschinellen Vortrieb kommen - entsprechend
dem Tunnelsystem von zwei parallelen Tunnelröhren - auch zwei Vortriebsmaschinen
zum Einsatz.
Die beiden westlichen Vortriebe verlaufen ungefähr bis zur Störungszone
östlich der Querung der Fröschnitz im Bereich Grautschenhof,
diese Störzone muss über einen hier situierten Zwischenangriff,
einem rd. 1 km langen Zugangstollen, aufgefahren werden. Von diesem Zwischenangriff,
wird der SBTn auch Richtung Mürzzuschlag vorgetrieben.
Im Portalbereich Gloggnitz sind durch die beengte Situation und die Querung
der Bahntrasse mit der Schwarza umfangreiche wasserbauliche Maßnahmen
notwendig.
Die hydraulischen Untersuchungen der Hochwasserabflüsse haben gezeigt,
dass bei einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) rd. 30 % des
Abflusses derzeit vom Flussbett der Schwarza nicht aufgenommen werden
können. Die für die Hochwassersicherheit der künftigen
Eisenbahnanlagen erforderlichen Maßnahmen sichern deren Hochwasserschutz
und verbessern gleichzeitig auch die Hochwassersicherheit der Stadt und
deren Bewohner.
Neben der Erhöhung bestehender und dem Neubau zusätzlicher Hochwasserschutzdämme
werden in ökologisch vertretbarem Maß Flussaufweitungen, die
Errichtung zusätzlicher Retentionsräume für die Hochwasserspitzen
und der Um- bzw. Neubau bestehender Brücken notwendig sein.
Zwischenangriff Fröschnitzgraben
Wichtiger Projektsbestandteil ist hier eine lokale Ablagerung des Ausbruchsmaterials
in Nahelage zur Baustelle. Aus ursprünglich fünf möglichen
Standorten ist nach intensiven vergleichenden Untersuchungen (Infrastruktur,
Kapazität, Ökologie und Deponietechnik, etc.) ein Standort im
Longsgraben als sinnvollste Variante hervorgegangen. Dieses Seitental
des Fröschnitzgrabens wird mit dem Ausbruchsmaterial verfüllt,
nach Ende des Vortriebs erfolgt eine Rekultivierung und Wieder-aufforstung
des "neugestalteten" Longsgrabens.
Durch diese Maßnahme können die Baustellentransporte und somit
auch die Umweltauswirkungen erheblich reduziert werden. Die verbleibenden
Transporte werden während der Baudauer über eine eigens zu errichtende
Umfahrungsstraße südöstlich der Ortschaft Steinhaus mit
Anschluss an die Semmering - Schnellstrasse geführt.
Entlang der gesamten Trasse und bei allen Anlagen werden mit den Grundeigentümern
die Grundgrenzen in der Natur festgestellt, vermessen und in einen gesicherten
Grenzkataster umgewandelt. Dadurch ist sichergestellt, dass für die
kommenden Behördenverfahren alle Grundeigentümer, die bei den
Verfahren Parteienstellung haben, berücksichtigt werden.
Das Projekt wird im Frühjahr 2010 zu den Behördenverfahren eingereicht.
Der Baubeginn ist für die zweite Jahreshälfte 2012 vorgesehen.
Die ersten Baumaßnahmen werden in den Freistreckenbereichen durchgeführt
und umfassen u.a. die Errichtung von Brücken und Straßen, sowie
flussbauliche Maßnahmen etc (Pressemeldung ÖBB, 06.11.09).
ÖBB
nehmen Urteil ernst
Der ÖBB-Konzern nimmt das ergangene Urteil des Arbeits- und Sozialgerichtes
sehr ernst und wird es ausführlich analysieren. Inwieweit anstehende Beförderungen
auch von der Krankenstandsdauer abhängig zu machen sind, ist unabhängig
vom Datenschutz zu sehen und Gegenstand einer nicht rechtskräftigen arbeitsgerichtlichen
Entscheidung.
Den Datenschutz haben die ÖBB inzwischen voll im Griff. Bereits kurz nach
dem Auftreten der Probleme mit dem betrieblichen Datenschutz wurden viele
Maßnahmen unter Einbindung des Betriebsrates eingeleitet.
Sowohl das ÖBB-Management als auch der Betriebsrat haben ein klares Interesse,
die medial erhobenen Vorwürfe bezüglich der Krankenstandsdaten von ÖBB-MitarbeiterInnen
rasch und effektiv aufzuklären und für eine uneingeschränkte Wahrung der
datenschutzrechtlichen Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der ÖBB-Unternehmensgruppe zu sorgen.
Mittlerweile sind die Maßnahmen unter Mitwirkung renommierter externer
sowie interner Experten großteils umgesetzt. Durch die Sofortmaßnahmen
konnte vor allem sichergestellt werden, dass die für Personalmaßnahmen
in Verwendung stehenden Formate, auf die sich die medialen Vorwürfe hauptsächlich
bezogen, bereits dahingehend angepasst sind, dass die Eingabe von datenschutzrechtlich
relevanten Anmerkungen im System nicht mehr möglich sind. Dazu werden
begleitend eingehende Schulungsmaßnahmen der mit den Systemanwendungen
befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgen. Zur Unterstützung
bei der Umsetzung der kurz- und mittelfristigen Datenschutzmaßnahmen wurde
der renommierte Experte, Prof. Kurt. Judmann, als Datenkommissär eingesetzt
(Pressemeldung ÖBB, 05.11.09).
Urteil
gegen ÖBB wegen Krankendaten-Skandal
In der am 05.11.09 erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS
wird das Urteil (21 Cga 90/08w) vom 30. Oktober 2009 gegen die ÖBB (ÖBB-Teilgesellschaft
Traktion) veröffentlicht, wonach der gesamte ÖBB-Datenskandal, den NEWS
vor knapp zwei Monaten aufdeckte, vollinhaltlich bestätigt wird. Der Richter
des Arbeits- und Sozialgerichts Wien Andreas Freundorfer dokumentiert,
dass die ÖBB von Mitarbeitern ab Erreichung von gewissen Schwellwerten
die Diagnosen bei Krankenständen verlangt und aufgezeichnet haben.
"Dieses Verfahren wird automationsunterstützt mittels des Computerprogramms
SAP durchgeführt. Alle Personaldaten sind im SAP gespeichert. Bei Überschreitung
der Schwellwerte leuchten die entsprechenden Felder in diesem Workflow
rot auf, damit nicht übersehen wird, dass die Gründe (Diagnosen) der Krankenstände
zu erforschen sind", so Freundorfer in seinem Urteil weiter.
Wie NEWS weiter aus dem Urteil zitiert: "Zunächst führt der unmittelbare
Vorgesetzte ein Gespräch mit dem Mitarbeiter und erfragt die Gründe (Diagnosen)
der Krankenstände. ... In anderen Fällen wird der Mitarbeiter zu weiteren
Gesprächen mit dem jeweils übergeordneten Vorgesetzten, bis zum Betriebsleiter,
eingeladen, bis er die Gründe (Diagnosen) der Krankenstände bekannt gibt.
Diese Vorgangsweise wird seit Jahren so gepflogen", so das erstinstanzliche
Urteil, gegen das die ÖBB noch Einspruch erheben könnten.
Erfreut über das Urteil zeigen sich die ÖBB-Gewerkschafter Roman Hebenstreit
und Gerhard Tauchner. "Jetzt ist es gerichtlich bestätigt, dass es Rechts-
und Dienstpflichtverletzungen gab", so Hebenstreit. Tauchner, der das
Urteil auch der Staatsanwaltschaft Wien übermitteln wird: "Jetzt muss
es endlich Konsequenzen für die Verantwortlichen geben." (Pressemeldung
NEWS, 05.11.09).
40
Jahre erfolgreicher U-Bahn-Bau in Wien
Am 26. Jänner 1968 legte der Wiener Gemeinderat den Grundstein für die
lange Erfolgsgeschichte des Wiener U-Bahn-Baus. Am 8. Mai 1976 ging die
U-Bahn schließlich regulär erstmals in Betrieb. Heute nutzen bereits mehr
als 1,3 Millionen Fahrgäste das U-Bahn-Netz, das mittlerweile fünf Linien
mit 95 Haltestellen und einer Länge von insgesamt 69,5 Kilometer erfasst.
Mittlerweile befindet man sich in der vierten Ausbaustufe, die in drei
Etappen erfolgt: U2 bis zum Flugfeld Aspern bis 2013, U1 nach Rothneusiedl
bis 2015, U2-Verlängerung in Richtung Arsenal bis 2019. Insgesamt wurden
für den Bau der U-Bahn von 1967 bis 2008 7,5 Milliarden Euro investiert
und rund 24.000 Arbeitsplätze geschaffen.
Heute sichert der U-Bahn-Bau direkt oder indirekt 5.000 bis 6.000 Arbeitsplätze
pro Jahr und ist somit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für an die
1000 Firmen aus Bauwirtschaft und Industrie, die während der vergangenen
vier Jahrzehnte davon profitiert haben.
Für das große Know-how im U-Bahn-Bau ist Wien auch international angesehen
und hat somit eine Vorbildfunktion für viele andere Länder. Stets ist
man bemüht gewesen, technisch bedeutsame Neuentwicklungen beim U-Bahn-Bau
einzusetzen, besondere Beachtung fanden unter anderem sehr komplizierte
Tunnelbaustrecken oder die erst letztes Jahr in Betrieb genommene U2-Verlängerung,
wo man für die Station Schottenring das Erdreich unter dem Flussbett des
Donaukanals vereisen musste, um den Bau im Trockenen zu ermöglichen.
Auch in den Fuhrpark investieren die Wiener Linien laufend, so sind auf
der Linie U6 schon seit einigen Monaten nur noch die neuen Niederflurgarnituren
unterwegs und die bekannten "Silberpfeile" auf den Linien U1, U2, U3 und
U4 wurden mittlerweile ebenso durch neue, moderne Züge der Type "V" ersetzt.
Zum heurigen 40. Jubiläumsjahr ist jetzt das neue Wiener Linien Buch "Das
Wiener U-Bahnnetz - 200 Jahre Planungs- und Verkehrsgeschichte" erschienen,
ebenso gibt es eine DVD-Kollektion "40 Jahre U-Bahn-Bau".
Buch und DVD sind ab Mitte November an allen Vorverkaufsstellen der Wiener
Linien erhältlich (Pressemeldung Stadt Wien, 03.11.09).
Innovatives
Service- Konzept für Linzer FLEXITY Outlook Straßenbahnen
Bombardier Transportation hat vom österreichischen Verkehrsbetrieb LINZ
AG LINIEN einen Serviceauftrag für 23 BOMBARDIER FLEXITY Outlook-Straßenbahnen
erhalten. Der Auftrag hat einen Gesamtwert von rund 29 Millionen Euro
(43 Millionen US-Dollar). Der Vertrag hat eine Laufzeit von 16 Jahren.
Der Vertrag basiert auf einem innovativen Wartungskonzept, welches in
enger Zusammenarbeit zwischen Bombardier und LINZ AG LINIEN entwickelt
wurde. Das technische Wissen zur Serviceoptimierung wird von Bombardier
eingebracht, die Wartungsarbeiten selbst werden von Mitarbeitern der LINZ
AG LINIEN im eigenen Betriebshof vorgenommen.
Michael Fohrer, Vice President Services Northern Europe, Bombardier Transportation,
sagt: „Dies ist ein großer Erfolg für uns. Mit diesem Auftrag zeigen die
LINZ AG LINIEN erneut Ihr Vertrauen in Bombardiers Qualitäten. Zunächst
haben wir als Hersteller den Auftrag für die FLEXITY Outlook-Flotte erhalten.
Nun können wir uns auch als Dienstleister einbringen. Unser gemeinsam
erarbeitetes, innovatives Instandhaltungsprogramm wird Maßstäbe im Markt
setzen.“
Christian Diewald, Country Coordinator Austria, Bombardier Transportation,
fügte hinzu: „Dieser erste Serviceauftrag in Österreich ist ein großer
Schritt in der Partnerschaft zwischen Bombardier und LINZ AG LINIEN. Maximale
Verfügbarkeit der Flotte für den Fahrgastbetrieb ist unser gemeinsames
Ziel. Das neue Konzept ist dafür die optimale Basis.“
Dipl.-Ing. Walter Rathberger, Geschäftsführer LINZ AG erklärte: „Die Erhöhung
der Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Straßenbahnen wird zu einer
Steigerung der Kundenzufriedenheit der Reisenden und damit auch zu einer
Steigerung der Fahrgastzahlen führen. Wir sind davon überzeugt, dass uns
dies mit unserem Partner Bombardier gelingen wird. Für unsere Mitarbeiter
ist dieser Servicevertrag eine Bestätigung ihres hohen technischen Könnens
und eine Herausforderung zur ständigen Weiterentwicklung.“ (Pressemeldung
Bombardier, 28.10.09).
ÖBB
planen Alkohlverbot in Regionalzügen
Da sich immer mehr Fahrgäste bei den ÖBB darüber beschweren, dass sie
von Betrunkenen angepöbelt werden und dass es in Züge nach Alkohol stinkt,
planen die ÖBB ab Jänner 2010 ein Alkoholverbot in Regionalzügen, und
zwar im Sinne eines Pilotprojekts zunächst nur in Tirol und Vorarlberg.
Laut Tiroler Tageszeitung vom Sonntag, 25.10.2009, ist derzeit noch unklar,
ob dieses Verbot nur an Wochenenden oder auch wochentags gilt und ob es
nur in den Abendstunden oder auch tagsüber gilt.
Klar ist allerdings bereits jetzt, dass sich ein Alkoholverbot tagsüber
nicht effektiv überwachen lässt, weil es keine ZugbegleiterInnen mehr
gibt. Denn die von den Ländern Tirol und Vorarlberg mit den ÖBB abgeschlossenen
Verkehrsdiensteverträge sehen vor, dass Regionalzüge erst ab 20 Uhr mit
ZugbegleiterInnen besetzt sein müssen.
Der "ArbeitsKreis FAHRGAST Tirol" hat bereits am 20.09.2007 mit dem für
den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Tirol zuständigen Landeshauptmannstellvertreter
Ök.-Rat Anton Steixner (ÖVP) ein Gespräch geführt und dabei gefordert,
ALLE Tiroler Regionalzüge wieder mit ZugbegleiterInnen zu besetzen. Der
"ArbeitsKreis FAHRGAST Tirol" hat schon damals darauf hingewiesen, dass
ZugbegleiterInnen im Sinne der Sicherheit immer wieder ZeitgenossInnen
"aus dem Verkehr ziehen", welche z.B. alkoholisiert randalieren.
Landeshauptmannstellvertreter Ök.-Rat Steixner hat am 20.09.2007 betont,
dass der schaffnerlose Betrieb vorerst im Sinne eines Probebetriebes zu
verstehen sei und dass er die Tiroler ÖBB-Talent-Triebwagen wieder mit
ZugbegleiterInnen besetzen lassen werde, falls während der Probezeit Beschwerden
von Fahrgästen eingehen sollten
Angesichts oben angeführter Beschwerden, erlaubt sich der "ArbeitsKreis
FAHRGAST Tirol" Landeshauptmannstellvertreter Ök.-Rat Steixner an seine
damaligen Zusagen zu erinnern. Nachdem das Land Tirol kurz vor dem Abschluss
eines neuen Verkehrsdienstevertrages mit den ÖBB steht, sei auch noch
an jenes Schreiben erinnert, welches Landeshauptmannstellvertreter Ök.-Rat
Steixner dem "ArbeitsKreis FAHRGAST Tirol" am 11.04.2006 übermittelt hat.
Darin heißt es u.a. wörtlich: "Ich danke Ihnen für Ihre Anfrage und Ihre
umfangreichen und wertvollen Schilderungen . . . Sie wissen, dass es bei
den derzeit laufenden Gesprächen zum Abschluss eines neuen Verkehrdienstvertrages
unter anderem auch um das Thema ZugbegleiterInnen geht. Die Zugbegleitung
ist eine Serviceeinrichtung, den Entfall derselben sollte man sich gut
überlegen. Aus Vorarlberg weiß ich, dass man über den eingeschränkten
Zugbegleiterbetrieb nicht so recht glücklich ist. Ich will und kann den
Verhandlungen nicht vorgreifen, werde mich aber bemühen, dass im Verkehrsdienstevertrag
eine durchgehende Zugbegleitung vorgesehen ist. Nochmals dankend für Ihre
Schilderungen und ihr 'Feedback' verbleibt mit freundlichen Grüßen LR
Anton Steixner".
Was die Finanzierung einer durchgehenden Besetzung aller Regionalzüge
mit ZugbegleiterInnen angeht, sollte das Land Tirol durch geeignete Verhandlungen
auch den Bund in Wien in die Pflicht nehmen. Denn die derzeitige Strategie
von Verkehrsministerin Doris Bures unser Steuergeld mit größter Selbstverständlichkeit
in den Brenner Basistunnel, welcher laut Rechnungshof-Prüfbericht bei
50-jährigen Annuitäten 12 Milliarden Euro kosten wird, zu schmeißen und
als Ausgleich den ÖBB beim laufenden Betrieb ein Sparprogramm zu verordnen,
welches einen rigorosen Abbau des Kundenservices nach sich zieht und zu
einer immer größeren Anzahl von personallos geführten "Geisterzügen" und
"Geisterbahnhöfen" führt, steht nicht im Interesse der Fahrgäste.
Dass "Geisterzüge" und "Geisterbahnhöfe" zum tödlichen Verhängnis werden
können, wurde erst kürzlich in München bewiesen, als ein Reisender, welcher
ein Kind schützen wollte, zu Tode geprügelt wurde. Dass die am Brenner
geplante Steuergeldverschwendung jedweder Grundlage entbehrt, weil es
zum Brenner Basistunnel weitaus billigere Alternativen gibt, sei mit Nachdruck
angemerkt.
Da man sich die horrende Summe von 12 Milliarden Euro nicht mehr vorstellen
kann, sei abschließend auf ein ANSCHAULICHES BEISPIEL hingewiesen. Bekanntlich
haben die ÖBB zur Einsparung von Kosten den defizitären Personenverkehr
auf der Bahnstrecke durch das Gesäuse im September 2009 faktisch eingestellt.
Denn durch das Gesäuse verkehrt seither nur noch an Samstagen, Sonn- und
Feiertagen ein einziges Personen beförderndes Zugpaar, und zwar von Wien
nach Schladming und retour. Der Autor Martin Lischka weist in der Zeitschrift
"Drahtesel, Ausgabe 4-2009" im Artikel "Die Gesäusebahn" nach, dass Defizit
des zwischenzeitlich eingestellten Personenverkehrs auf der Bahnstrecke
durch das Gesäuse noch 5.500 Jahre (!) lang abgedeckt werden könnte, wenn
man jenes Geld verwenden würde, welches der Bau des Brenner Basistunnels
verschlingen wird (Nebenbemerkung des "ArbeitsKreises FAHRGAST Tirol":
Wenn es beim Bau des Brenner Basistunnels zu denselben Kostenüberschreitungen
wie beim Schweizer Gotthard-Basistunnel kommen wird, könnte das angesprochene
Defizit noch einige 1000 Jahre länger abgedeckt werden). Herr Lischka
weist richtigerweise natürlich auch noch darauf hin, dass das sauteure
Loch aufgrund der verkehrten EU-Verkehrspolitik die betroffene Bevölkerung
vom Lkw-Verkehr nicht entlasten wird, weil es wegen fehlender verkehrspolitischer
Rahmenbedingungen zu keiner Verlagerung der Transporte von der Straße
auf die Schiene kommen wird. Die Steuermilliarden werden also "in den
Sand gesetzt" (Pressemeldung ArbeitsKreis FAHRGAST Tirol, 28.10.09).
Staatssekretär
im Finanzministerium fordert Bahn-Gipfel zur Zukunft der ÖBB
Damit bei den ÖBB nicht weiter Milliarden versickern, müsse raschest gehandelt
werden. Darum fordert Reinhold Lopatka, Staatssekretär im Finanzministerium,
nun einen ÖBB-Gipfel. Lopatka: "Es müssen Regierungsvertreter und Sozialpartner
gemeinsam mit Experten wie Prof. Karl Bruckner oder Prof. Wolfgang Mazal
an einen Tisch, um die Zukunft der ÖBB zu sichern."
Handlungsbedarf sieht Lopatka dabei bei drei Themenbereichen: - bei den
ungerechtfertigten Sonderregelungen beim Dienst- und Pensionsrecht, die
Milliarden an Zusatzkosten verursachen - beim unzulänglichen Service und
mangelnden Kundenleistungen, die zurecht auf massive Kritik der Arbeiterkammer
gestoßen sind - bei der Umsetzung des ÖBB-Gesetzes zur Neustrukturierung
des Unternehmens und der Optimierung der Infra- und Eigentümerstruktur
der ÖBB, die rasch in Angriff genommen werden müssen.
"Bei dem Gipfel, der so rasch wie möglich stattfinden soll, ist ein Zeitplan
mit konkreten Umsetzungs-schritten festzulegen, bis wann Lösungen auf
dem Tisch liegen müssen", so Lopatka.
Die Fakten:
• Allein die pensionsbegründenden Nebengebühren bei den ÖBB-Pensionen
belasten den Bund in den kommenden Jahren laut Rechnungshof mit zumindest
2,2 Milliarden Euro.
• Dazu kommt, dass die öffentlichen Zuschüsse ständig steigen: Derzeit
belaufen sich die öffentlichen Zuschüsse inklusive Haftungen von 2,1 Milliarden
Euro auf 6,5 Milliarden Euro. Bis 2013 wird dieser Berg auf 7,4 Milliarden
Euro anwachsen. "Wenn weiter bei den ÖBB so wenig Reformbereitschaft besteht,
werden die Haftungen schlagend", so Lopatka.
• Bis zum Jahr 2013 wird die Verschuldung der ÖBB dann sogar bereits
bei 20 Milliarden Euro liegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 waren es 13
Milliarden Euro
(Pressemeldung Büro des Staatssekretärs für Finanzen, 27.10.09).
ÖBB
gewinnen Big Brother Awards 2009

Die Jury der Big Brother Awards 2009. Foto Joanna
Pianka.
Alle mögen Überwachung, doch bei der Big Brother Awards Gala werden die
größten Datenkraken und Diebe unserer Privatsphäre aus Ihren dunklen Hinterzimmerchen
ins Licht der Bühne gezerrt. Die Gewinner der jeweiligen Kategorie bekommen
einen Preis und ihren verdienten Platz in der Hall of Shame zugewiesen.
Moderiert von Thomas Rottenberg und Dagmar Streicher helfen uns die aus
den Serien bekannten TV-Komissare Katerina Jacob und Lilian Klebow die
aktuellen Fälle vorzustellen. Wie Katerina Jacob durch ihr forsches Agieren
im "Bullen von Tölz" selbst Benno immer wieder das Fürchten lehrt, werden
die Nominees aus "Behörden und Verwaltung" ihr beharrliches Eingreifen
im Rabenhof Theater zu spüren bekommen.
Die Aufrüstung der Bahnhöfe mit überdimensionierten, vernetzten
Kamerasystemen, die mindestens 20 Millionen Euro teure Aufrüstung
von hunderten Nahverkehrszügen des Typs "Talent" mit Video-Aufzeichnungsanlagen
waren nur die nach außen sichtbaren Symptome. Im Jahr 2009 kam heraus,
dass der ÖBB-Konzern zur gleichen Zeit auch intern auf totale Überwachung
setzte, die Frage der Legalität war sekundär. Systematisch wurden
Krankenakten über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angelegt, erst
geschah das relativ offen durch ein entsprechendes Feld in der Personaldatenbank.
Nach einem Einspruch des Betriebsrats gingen dieselben Praktiken auch
unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Peter Klugar unverändert weiter,
nur eben verdeckt.
Sehr
schön in dieses unternehmenskulturelle Sittenbild passt da ein Leitfaden
für den ÖBB-internen Gebrauch. Verschärfte Krankenstandskontrollen
durch Detektivbüros sind da ebenso vorgesehen wie Tipps zur Befragung
der Lebensgefährten von Beschäftigten mit langen Fehlzeiten.
Als das durch Medienberichte bekannt wurde, hat das ÖBB-Management
blitzschnell reagiert, um den Fall aus der Welt zu schaffen. Dies geschah
nicht etwa durch eine genaue Untersuchung der Umstände und Verantwortlichkeiten,
sondern durch das Tilgen aller Spuren. Laut Aussagen der ÖBB wurde
die illegale Datensammlung gelöscht (Pressemeldung
Big Brother Awards Austria, 27.10.09).
Fertigstellung
Streckenausbau Schärding - Wernstein
Die
Bahnnetze Europas wachsen zusammen und erhalten enorme Bedeutung im Rahmen
der Transeuropäischen Schienennetze (TEN). Definierte Eisenbahnachsen
sind hierbei von besonderer Wichtigkeit, die rund vier Kilometer lange
Strecke zwischen Schärding und Wernstein liegt auf solch einer Achse.
Sie gehört zur Strecke Wels - Passau, welche sowohl im Nord-Süd-Verkehr
als auch auf der Donauachse eine große Rolle spielt. Damit die Stecke
sowohl den europäischen, als auch den österreichischen Anforderungen
gerecht wird, wurde anstatt einer Hochgeschwindigkeitsstrecke eine Hochleistungsstrecke
gebaut, welche sich für den Güterverkehr ebenso eignet wie für
den Personenfernverkehr und den Personennahverkehr.
Viele
der Baumaßnahmen kommen direkt den Menschen zu Gute, die zwischen
Schärding und Wernstein verkehren. Durch die Auflassung von zwei
Eisenbahnkreuzungen entlang der Strecke wird die Sicherheit wesentlich
erhöht. Um die Lebensqualität der Anrainer deutlich zu erhöhen
wurden Lärmschutzwände entlang der Strecke errichtet. Diese
so genannte „schalltechnische Bestandslärmsanierung“
wurde zwischen Bund, Land und Gemeinden vereinbart. Dies gilt sowohl für
die österreichischen, als auch für die deutschen Anrainer. Weiters
können nun Züge mit 120 km/h fahren, anstatt mit 100 km/h wie
es vor dem Umbau der Fall war.
Der
Schutz der Umwelt hatte bei diesem Projekt einen besonders hohen Stellenwert.
Der Umbau wurde auf Basis einer umfangreichen Variantenuntersuchung in
Bezug auf die Begradigung der Trasse im Bereich der Taxengrabenbrücke
durchgeführt. Neben einem technischen Vergleich wurde auch das Landschaftsbild
bezüglich Brückenlänge und erforderliche Dammschüttungen,
Bestand von Rad- und Wanderwegen, sowie hinsichtlich Biotopflächen,
Vogel- und Amphibienlebensräumen verglichen. Von den zuständigen
Behörden wurde das durchgeführte Projekt als ökologisch
verträglichste Lösung genehmigt. Zusätzlich erfolgte der
gesamte Bau unter ständiger externer ökologischer Aufsicht.
Die
Taxengrabenbrücke ist ein wichtiger Abschnitt der Strecke. Zum Bau
dieser Brücke musste ein Teil des Auwaldes gerodet werden und ein
Teil des Inn aufgeweitet werden. Im Herbst 2006 begann der Bau der Brücke.
Als erstes mussten Fundamente für Brückenwiderlager und Baupfeiler
gelegt werden. In den Baugrund mussten Pfähle gebohrt werden, bis
eine tragfähige Schicht, in diesem Fall Granit, erreicht wurde. Diese
Pfähle haben einen Durchmesser von 120 cm und eine Länge von
11,12 Meter. Als Bauweise für die Brücke hat man sich für
die Spannbetonbauweise entschieden.
Durch
diese Bauweise verringerte sich die Anzahl der Pfeiler, welche im erweiterten
Inn stehen. Außerdem konnten die Tragwerke schlank gestaltet werden,
um das Landschaftsbild möglichst wenig zu beeinträchtigen. Die
Belastung, die eine Eisenbahnbrücke zu tragen hat, ist rund doppelt
so hoch, wie die Belastung einer Straßenbrücke. Die Spannbetonbauweise
wird dieser Belastung bestens gerecht. Zusätzlich entsteht auf dieser
Art von Brücken weniger Lärm (Pressemeldung
ÖBB, 26.10.09).
ÖBB
suchen Lehrlinge
Seit
kurzem läuft die Bewerbungsfrist um einen ÖBB-Lehrplatz im Herbst
2010. Und eines steht jetzt schon fest: Die Nachfrage ist enorm! Die ÖBB
erwarten einen ähnlichen Andrang auf die Lehrstellenplätze wie
in der letzten Bewerbungsphase Anfang 2009 als sich 4.700 Jugendliche
für einen von 500 Lehrplätzen im September beworben haben. Lehrstellen
bei den ÖBB sind heiß begehrt, schließlich gilt eine
erfolgreich abgeschlossene Lehrausbildung bei den ÖBB als hervorragende
Basis für den Start ins Berufsleben.
Seit September 2009 stehen nun 1.870 Lehrlinge bei den ÖBB in Ausbildung
- das ist ein historischer Höchststand. Grundlage für die Schaffung
all dieser Lehrplätze ist auch das breite Lehrstellenangebot. Die
bestehenden klassischen Lehrberufe wurden um drei neue verkehrs- und drei
neue technikorientierte Eisenbahnlehrberufe ergänzt. Somit stehen
den Jugendlichen folgende Lehrberufe zur Auswahl:
•
Kaufmännische Lehrberufe: Bürokaufmann/-frau, Immobilienkaufmann/-frau,
Lagerlogistik, Mobilitätsservice, Speditionskaufmann/-frau
•
Technische Lehrberufe: Anlagen- und Betriebstechniker, Elektronik, Elektro-
und Gebäudetechnik, Karosseriebautechnik, Kommunikationstechnik -
Nachrichtenelektronik, Kraftfahrzeugtechnik - Systemelektronik, Maschinenbautechnik,
Mechatronik, Metallbearbeitung, Metalltechnik - Metallbearbeitungstechnik,
Denkmal - Fassaden - Gebäudereinigung
•
Eisenbahnlehrberufe: Eisenbahnbetriebstechnik, Eisenbahntransporttechnik,
Eisenbahnfahrzeugtechnik, Eisenbahnelektrotechnik, Eisenbahnfahrzeuginstandhaltungstechnik,
Eisenbahnsicherungstechnik
Vorteile der ÖBB-Lehrausbildung
Die ÖBB betreiben bundesweit elf Lehrwerkstätten (Wien, Niederösterreich,
Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg). Dort
werden den Lehrlingen ideale Rahmenbedingungen für eine fundierte
Ausbildung geboten: Fachlich und pädagogisch bestens geschulte Ausbilder,
modernste Geräte und hochwertige Arbeitsmaterialien. Neben der beruflichen
Ausbildung wird auch Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung gelegt.
Projektarbeiten zu gesellschaftsspezifischen Themen, gruppendynamisches
Arbeiten sowie kulturelle und historische Exkursionen bzw. Sportaktivitäten
runden dieses Angebot ab. Für Lehrlinge, die weiter von ihrem Wohnort
entfernt ihre Ausbildung absolvieren, betreiben die ÖBB fünf
moderne Lehrlingsheime in Wien, Sankt Pölten, Linz, Knittelfeld und
Salzburg.
Seit
einem Jahr bieten die ÖBB ihren Lehrlingen die Chance der Lehre mit
Matura. Bei dieser Ausbildungsform liegt die dominierende Qualifikationskomponente
in der Fach- und Praxiskompetenz, die theoretischen Fächer stellen
flankierende Wissensbereiche dar. Mit der „Lehre mit Matura“
verfügen die AbsolventInnen sowohl über theoretische als auch
praktische Kenntnisse, die in der Berufswelt verstärkt gefragt sind.
Die ÖBB unterstützen jene Lehrlinge, die sich für die Lehre
mit Matura entscheiden durch eine Ausbildungsentschädigung und bei
erfolgreichem Abschluss mit einer Prämie.
Bis
26. Februar 2010 läuft die Bewerbung für alle Mädchen und
Burschen, die sich für eine Ausbildung bei den ÖBB interessieren.
Los geht es für die neuen Lehrlinge dann im September 2010. Weitere
Infos rund um eine Lehre bei den ÖBB gibt es im Jobcorner unter http://www.oebb.at/lehrlingsbewerbung
(Pressemeldung
ÖBB, 26.10.09).
Priorität
auf umweltfreundlichen, öffentlichen Verkehr
Österreich nimmt in Europa bei den Schienen-Investitionen einen Spitzenplatz
ein. Mit 205 Euro pro Kopf rangiert Österreich nach der Schweiz (284
Euro pro Person) an zweiter Stelle im Europa-Vergleich, was die Investitionen
der öffentlichen Hand in die Schienen-Infrastruktur betrifft. Und
im Verhältnis zur Straße liegt Österreich bei den Investitionen
in die Schieneninfrastruktur (144 Prozent) sogar deutlich vor der Schweiz
(115 Prozent) und noch klarer vor Deutschland (77 Prozent). Das geht aus
einer ganz aktuellen Studie der deutschen "Allianz pro Schiene"
hervor.
Für Infrastrukturministerin Doris Bures zeigen die Ergebnisse dieser
Untersuchung, dass Österreich die richtigen Prioritäten in der
Verkehrspolitik setzt. "Wir setzen ganz deutliche Akzente beim Ausbau
des öffentlichen und umweltfreundlichen Verkehrs und zählen
damit mit unseren Anstrengungen für die Verlagerung von Güterverkehr
auf die Schiene zu den führenden Nationen in Europa. Damit leisten
wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und erhöhen gleichzeitig
auch die Verkehrssicherheit", betonte die Ministerin.
Die
Bundesregierung habe sich aus guten Gründen zu der Bahn-Infrastrukturoffensive
entschlossen und gemeinsam die Finanzierung dafür vereinbart, hielt
Bures fest. Berechnungen des Instituts für Höhere Studien (IHS)
zeigen, dass ein Euro an Investition eine Wertschöpfung (Anstieg
des Bruttoinlandsprodukts (BIP)) von zwei Euro bringt. Darüber hinaus
werden mit Investitionen in die Infrastruktur in der Höhe von einer
Milliarde Euro 17.000 Arbeitsplätze geschaffen beziehungsweise gesichert.
Die Investitionen in die Infrastruktur leisten also einen erheblichen
Beitrag zur Bewältigung der Wirtschaftskrise. "Es handelt sich
um gut investiertes Geld. Denn damit sichern wir heute Arbeitsplätze
und legen die Grundlage für neues Wachstum und die Arbeitsplätze
von morgen", unterstrich die Ministerin.
Bis
2014 investieren die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) 13,2
Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Streckennetzes
und den Umbau von rund 100 Bahnhöfen. Hinzu kommen noch 700 Millionen
Euro aus dem Konjunkturpaket, im Rahmen dessen baureife und beschäftigungsintensive
Arbeiten, wie Bahnhofssanierungen oder die Entschärfung von gefährlichen
Kreuzungen vorgezogen werden. Seit Jahresbeginn wurden bereits 100 Millionen
verbaut und 260 Millionen Euro konkret für die Projekte gebunden.
Von den rund 70 Einzelprojekten wurde demnach bereits mehr als die Hälfte
begonnen oder sind unmittelbar vor dem Start.
Die
Investitionen in den Ausbau der Bahn sind aus Sicht von Bures alternativenlos.
Die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) und die Österreichische
Volkspartei (ÖVP) hätten sich daher auch bei den Budgetverhandlungen
darauf geeinigt, die längst notwendige Modernisierung der Schieneninfrastruktur
in Österreich durch den Einsatz von 13,2 Milliarden Euro bis 2014
voranzutreiben. Dieses klare Bekenntnis und die damit verbundene Finanzierung
dieser wichtigen Investitionen seien durch den Ministerratsbeschluss vom
31. März 2009 und die mehrheitliche Beschlussfassung im österreichischen
Nationalrat auch mehrfach dokumentiert. Im Juli 2009 wurde auch eine entsprechende
Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Finanzminister und der Verkehrsministerin
gemeinsam mit der ÖBB über die Höhe der Investitionen und
die damit verbundene Erhöhung der Verschuldung inklusive der Rückzahlung
dieser Schulden durch den Bund unterfertigt. "In der Verkehrspolitik
ist, gerade was die Umsetzung von Großprojekten betrifft, Verlässlichkeit
oberstes Gebot. Als Verkehrsministerin stehe ich zu dem von uns eingeschlagenen
Weg und für eine moderne Infrastruktur - damit wir den Anforderungen
des 21. Jahrhunderts gerecht werden", so Bures (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 24.10.09).
Bures
gibt klares Bekenntnis zum Ausbau der Schiene
Verkehrsministerin Doris Bures sieht eine klare Absicht, warum diese Debatte
um die ÖBB vom BZÖ vom Zaun gebrochen wurde: Eine österreichische Marke,
ein Unternehmen werde permanent kritisiert und schlecht gemacht. Man möchte
das Unternehmen ÖBB nachhaltig ruinieren, um es danach billig, am besten
an Freunde, verscherbeln zu können. "Dieses System wird es aber mit den
Sozialdemokraten in der Regierung nicht geben", so Bures am 21,10.09 im
Nationalrat.
"Ja, es gibt Probleme in den ÖBB, die wir diskutieren und meistern müssen",
erklärt Bures. Die ÖBB müsse pünktlicher und kundenfreundlicher werden.
Daran werde das Management der ÖBB gemessen. "Traurig ist, dass das BZÖ,
ein bisschen begleitet von der ÖVP, die ÖBB permanent kritisiert, obwohl
gerade die Minister und Politiker aus den Reihen des BZÖ und der ÖVP die
Verursacher der Probleme sind, die die ÖBB heute zu meistern haben. Sieben
Jahre wurden die ÖBB totgespart und durch Spekulationen 600 Millionen
Euro in den Sand gesetzt. Zum Glück ist diese Zeit vorbei", so die Verkehrsministerin.
Bures forderte den Regierungspartner und die Opposition auf, zu den Investitionen
in die Infrastruktur der ÖBB zu stehen und nicht "wie Heckenschützen"
gegen das Unternehmen und den Schienenausbau zu agieren.
"Ich stehe zur ÖBB. Denn die ÖBB hat auch ein Gesicht - 40.000 Menschen
arbeiten täglich hart und geben ihr Bestes zum Wohle der Fahrgäste, das
ist das Gesicht der ÖBB", so Bures. Auch würden dank der ÖBB jedes Monat
neun Millionen Tonnen Güter auf der Schiene transportiert. Damit würden
im Vergleich zum Transport auf der Straße 3,4 Millionen Tonnen an CO2
eingespart. "Das ist das größte Klimaprojekt der Gegenwart und der Zukunft",
lobte die Verkehrsministerin.
"Ich stehe für das größte Investitionsvolumen der 2. Republik, denn dies
sichert Arbeitsplätze, sichert ein modernes Schienennetz für den Güter-
und Personenverkehr, ermöglicht die Renovierung von 100 Bahnhöfen, macht
die Bahnübergänge sicherer und die Verbindungen schneller. Als Verkehrsministerin
stehe ich zur ÖBB, für eine moderne Infrastruktur und für den von uns
eingeschlagenen Weg, damit die ÖBB den Anforderungen des 21. Jahrhunderts
gerecht wird", erklärte Bures abschließend (Pressemeldung SPÖ-Bundesorganisation,
22.10.09).
Eigentümervertreterin
und Management sind am ÖBB-Desaster verantwortlich
Wir üben nicht Kritik an den 40.000 Mitarbeitern der Bahn, sondern vielmehr
an der Eigentümervertreterin und dem Management. Hier liegt die Wurzel
für das Desaster der ÖBB, stellte heute, Mittwoch, ÖVP-Konsumentenschutzsprecherin
Abg. Gabriele Tamandl klar und wies die Anschuldigungen der Ministerin
und der roten Gewerkschafter massiv zurück. "Nicht die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sind an den Missständen schuld, sondern das Management,
das diese schließlich führt. Allerdings trägt die politische Verantwortung
dafür Bundesministerin Bures."
"Tausende Pendler sind tagtäglich mit Verspätungen, eingestellten Zügen
und verdreckten Wagonen konfrontiert und wissen oft nicht, ob sie ihren
Arbeitsplatz zeitgerecht erreichen. Hier muss endlich gehandelt werden",
betonte die Abgeordnete.
Die Bahnreform 2003 unter der Regierung Schüssel sei mehr als notwendig
gewesen, hob Tamandl hervor und verwies darauf, dass unter roten Verkehrsministern
diese notwendigen Maßnahmen jahrelang verschlafen wurden. Die Schweizer
und die Deutsche Bahn hätten hingegen bereits Mitte der 80er Jahre mit
der Bahnreform begonnen.
In Zeiten, in denen das Pensionsantrittsalter verstärkt diskutiert werde,
müsse man auch die Frage stellen, wie es sein kann, dass Bahnbedienstete
bereits mit 52 Jahren in Pension gehen können. "Wie erklärt das der SPÖ-Gewerkschafter
Haberzettl jenen Pendlern, die bis 62 oder 65 arbeiten müssen, jahrzehntelang
mit der Bahn fahren und fürchten müssen, dass diese ausfällt und sie nicht
an ihren Arbeitsplatz kommen?"
"Wenn seitens der SPÖ-Datenschützer immer der Ruf nach der Installierung
von betrieblichen Datenschutzbeauftragten in Österreich kommt, dann sollten
sie sich zunächst einmal an ihre SP-Kollegen wenden. Denn wenn ein Betriebsrat
selbst beim Ausspionieren von Krankenstandsdaten involviert ist, dann
nützt auch kein Datenschutzbeauftragter. Wenn aber Haberzettl seine Rolle
als Personalvertreter nicht korrekt wahrnimmt, dann sollte er die politische
Verantwortung übernehmen", schloss die ÖVP-Konsumentensprecherin (Pressemeldung
ÖVP-Parlamentklub, 22.10.09).
Datenschutzkommisär
nimmt Arbeit auf
In der außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates
am 19.10.2009, die auf Verlangen der Belegschaftsvertretung stattfand,
ist die Frage der Krankenstandsdaten ausführlich erörtert worden. Im Zusammenhang
damit informiert der Vorstand der ÖBB Holding, dass die Sachverhaltsdarstellung
der renommierten Arbeitsrechtlerin Dr. Sieglinde Gahleitner der Staatsanwaltschaft
Wien in den nächsten Tagen zugeleitet wird.
Weiters informiert der Vorstand der ÖBB Holding AG, dass Prof. DI Dr.
Kurt Judmann, als staatlich befugter und beeideter Ziviltechniker, der
auch als Vizepräsident des Hauptverbandes der Gerichtssachverständigen
tätig ist, zum unabhängigen Datenkommisär bestellt wurde. In einem konzernweiten
Schreiben wurde festgelegt, dass die weiteren Datenbereinigungen unter
der Aufsicht und Anleitung von Prof. Judmann vorgenommen werden.
Das ÖBB-Management dokumentiert damit, dass die medial erhobenen Vorwürfe
bezüglich der Krankenstandsdaten von ÖBB-MitarbeiterInnen rasch und effektiv
aufgeklärt werden und für eine uneingeschränkte Wahrung der datenschutzrechtlichen
Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ÖBB-Unternehmensgruppe
gesorgt wird.
In der medialen Debatte sind in der letzten Zeit auch mehrfach die Krankenstände
in den ÖBB thematisiert worden: Dem Management war es deshalb auch ein
Anliegen, festzustellen, dass die durchschnittliche Krankenstandsdauer
der MitarbeiterInnen des ÖBB-Konzerns bei Anwendung der Berechung wie
im ASVG, auf vergleichbarem Niveau mit den österreichischen ArbeitnehmerInnen
liegt. Dies in Anbetracht der im Eisenbahndienst vergleichsweise hohen
körperlichen und psychischen Belastungen im Turnus- und Schichtdienst.
Für die ÖBB-Dienstleistungs GmbH wurde mit dem Dienstrechtsspezialisten
Mag. Emmerich Bachmayer, der vor seiner Berufung in den ÖBB-Konzern als
Sektionschef im Bundeskanzleramt tätig war, bereits zu Monatsende September
2009 ein zweiter Geschäftsführer bestellt. Weitere personelle Entscheidungen
sind nach Abschluss der laufenden Erhebungen zu treffen.
Unmittelbar nach dem Aufkommen erster medial erhobener Vorwürfe wurde
eine Kommission aus renommierten externen sowie internen Experten formiert
und am 21.09.2009 die Konzernrevision mit einer unternehmensweiten Sonderprüfung
beauftragt. Bereits lange vor der Erhebung medialer Vorwürfe wurde eine
umfassende Neustrukturierung der Personalagenden für den Unternehmensbereich
der ÖBB-Holding AG in Angriff genommen, wobei in dem Zusammenhang eine
Evaluierung der wesentlichen Personalprozesse durchgeführt wird.
Durch Sofortmaßnahmen konnte zudem sichergestellt werden, dass die für
Personalmaßnahmen (insbesondere Beförderungen) in Verwendung stehenden
Formate, auf die sich die medialen Vorwürfe hauptsächlich bezogen, bereits
dahingehend angepasst sind, dass die Eingabe von datenschutzrechtlich
relevanten Anmerkungen im System nicht möglich ist. Dazu werden begleitend
eingehende Schulungsmaßnahmen der mit den Systemanwendungen befassten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgen (Pressemeldung ÖBB-Holding
AG, 21.10.09).
Längstes
Tunnelbaulos der Koralmbahn geht in Ausschreibung
 
Seit 2001 laufen die Arbeiten an der Koralmbahn Graz - Klagenfurt auf
Hochtouren. Am ersten von insgesamt drei Baulosen des 32,9 km langen Koralmtunnels
wird bereits seit Ende 2008 gebaut. Nun steht die ÖBB-Infrastruktur
AG unmittelbar vor der Ausschreibung des zweiten und längsten Bauloses
(KAT 2) des Koralmtunnels. Dies gaben die beiden Vorstände Andreas
Matthä, Sprecher des Vorstandes der ÖBB-Infrastruktur AG und
Georg-Michael Vavrovsky, für die Projektabwicklung zuständiges
Vorstandsmitglied, heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Graz bekannt.
"Damit
ist das Jahrhundertprojekt Koralmbahn in der entscheidenden Phase. Wir
stellen das Projekt fertig, ein Projekt, das wichtig ist für Europa,
für Österreich, aber vor allem für Kärnten und die
Steiermark", so Andreas Matthä. "Rund ein Fünftel
der vollkommen ausfinanzierten Gesamtinvestition von über 5 Mrd.
EUR, nämlich 1,1 Mrd. EUR, sind bereits investiert. Oder in Baudimensionen
ausgedrückt: Mehr als die Hälfte der 130 km langen Neubaustrecke
ist in Bau bzw. sogar schon fertig gestellt. Mit der Ausschreibung für
das Baulos KAT 2 sind nun endgültig die Weichen für das Herzstück
des Tunnels zwischen Kärnten und der Steiermark gestellt".
Bei
der Ausschreibung des rund 20 km langen Bauloses (KAT 2), die innerhalb
der nächsten Wochen erfolgen sollte, handelt es sich im Hinblick
auf den Tiefbau um eine der größten Einzelausschreibungen der
Zweiten Republik. "Einer Bauausschreibung dieser Dimension geht eine
intensive, detaillierte Ausschreibungsplanung voraus", so Georg-Michael
Vavrovsky. "Je besser ein Projekt dieser Größenordnung
im Vorfeld aufbereitet wird, desto reibungsloser ist dessen Abwicklung.
Bei einem der größten Tunnelbauwerke Europas ist uns das ein
besonderes Anliegen."
Dabei
stand nicht nur die möglichst genaue Erfassung der geologischen
Risken im Vordergrund, sondern sind auch Aspekte zur Bauabwicklung, Baulogistik
oder Sicherheit von ganz entscheidender Bedeutung. Im Rahmen der
Ausschreibungsplanung für KAT 2 wurden die bisher gewonnenen Erkenntnisse
aus den geologischen Erkundungen, die daraus abgeleiteten bautechnischen
Erfordernisse und die seitens der Behörde im Rahmen von Genehmigungs-
und UVP-Verfahren eingebrachten Vorgaben soweit in Einklang gebracht,
um die logistisch sinnvollste und ökonomisch beste Bauumsetzung festzulegen.
Im Sinne einer technischen und kaufmännischen Sorgfaltspflicht wurde
die Ausschreibungsplanung von externen Experten überprüft.
"Heute
haben wir Kenntnisse darüber, wie sich der Berg voraussichtlich verhält,
welche Baumethode gewählt werden soll, wie die Baumaschinen beschaffen
und wie die Baulogistik gestaltet sein sollten. Kurz: es liegen die Grundlagen
für eine Bauausschreibung nun vor. Damit ist das bedeutende Tunnelbauprojekt
sowohl aus finanzieller als auch aus bauplanerischer Sicht auf eine solide
Basis gestellt und wir sind auch erstmals in der Lage einen detaillierten
Gesamtablauf abschätzen zu können", so Georg-Michael Vavrovsky.
Auf
Basis der Erkenntnisse aus der detaillierten Ausschreibungsplanung ergibt
sich folgender Bauablauf:
•
Baubeginn KAT 2: September 2010
• Tunneldurchschlag erste Röhre zum Baulos KAT 3: erste Hälfte
2016
• Fertigstellung Rohbau: Ende des ersten Quartals 2018 sollte nach
derzeitiger Prognose der Rohbau fertig gestellt sein
• Bis Frühjahr 2020 Ausrüstung des Tunnels: Fertigung
der "festen Fahrbahn" sowie der umfangreichen eisenbahntechnischen
Ausrüstung
"Der Koralmtunnel sollte damit aus heutiger Sicht im Frühjahr
2020 fertig gestellt sein und nach einer entsprechenden Inbetriebsetzungsphase
Ende 2020 mit Fahrplanwechsel in Betrieb genommen werden können,"
so Georg-Michael Vavrovsky weiter. "Selbst Mehrinvestitionen in Milliardenhöhe
könnten den Bau nicht beschleunigen." (Pressemeldung ÖBB,
Fotos ÖBB, Haslebner, 20.10.09).
Bauarbeiten
für Erkundungsstollen des Brenner-Basistunnels starten jetzt
Die Arbeiten am Brenner-Basistunnel auf österreichischer Seite beginnen
noch in diesem Jahr. Vor zwei Wochen hat der Aufsichtsrat der BBT SE den
Auftrag für den Erkundungsstollen an ein Bieterkonsortium vergeben.
Nachdem gestern die gesetzliche Stillhaltepflicht ohne Einsprüche
abgelaufen ist, wird jetzt umgehend mit den Bauvorbereitungen begonnen,
informiert Infrastrukturministerin Doris Bures. "Noch in diesem Jahr
beginnt der Tunnelvortrieb für den Probestollen."
"Nach
29-jähriger Vorbereitungszeit starten jetzt die Bauarbeiten in Tirol.
Das ist ohne Übertreibung ein historisches Ereignis", betont
die Ministerin zum bevorstehenden Baubeginn für den 7 Kilometer langen
Erkundungsstollen Innsbruck und den 2,4 Kilometer langen Fensterstollen
Ahrental.
"Wir
haben in den vergangenen Monaten mit sehr viel Nachdruck an diesem Jahrhundertprojekt
der österreichischen und europäischen Verkehrspolitik gearbeitet",
erläutert Bures. "Die Finanzierung ist gesichert, alle Genehmigungen
für den Bau liegen vor. Und wir haben im Mai die verkehrspolitischen
Rahmenbedingungen beschlossen, damit sichergestellt ist, dass der Verkehr
auf die Schiene verlagert wird."
Denn
das ist das zentrale Ziel dieses Großprojekts. "Mit der Verlagerung
des Verkehrs auf die Schiene entlasten wir die Tiroler Bevölkerung
und die Umwelt entlang der Transitstrecke", so die Ministerin. Und
sie hebt überdies hervor, dass eine moderne Verkehrsinfrastruktur
Arbeitsplätze schafft, sowohl durch die Investition in den Bau selbst
als auch durch die Aufwertung des Wirtschaftsstandorts.
Mit
Verwirklichung des mit insgesamt 62 Kilometer längsten Eisenbahntunnels
der Welt wird die Fahrzeit von Innsbruck nach Bozen von derzeit 2 Stunden
auf 50 Minuten reduziert. Der BBT (Brenner Basistunnel) ist das Herzstück
des vorrangigen TEN-Vorhabens Nummer 1, das von Berlin über München,
Innsbruck, Bozen, Verona und Mailand nach Neapel, Messina und Palermo
führt und damit die wichtigen Wirtschaftszentren Nord- und Südeuropas
verbindet (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 17.10.09).
ÖBB-Sonderaufsichtsrat
am Montag
Am Montag, den 19. Oktober, gibt es eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung
der ÖBB-Holding. Thema ist nicht nur die Krankendatenaffäre. Auch zu einem
Rohbericht des Rechnungshofes sollen Fragen gestellt werden. Dies berichtet
das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.
In dem unter Verschluss gehaltenen Roh-Dokument werden die glücklosen
Spelukationsgeschäfte der Bahn behandelt. Der Rechnungshof erhebt darin
schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten des Aufsichtsrats, Horst Pöchhacker.
Er soll bei der Ablöse der zwei ÖBB-Vorstände Martin Huber und Erich Söllinger
im Vorjahr den Aufsichtsrat nicht gebührend informiert haben. Laut Rechnungshof
hätte die Ablöse der beiden Manager deutlich billiger kommen können. Huber
beispielsweise wurden 836.654,52 versprochen, da es bei den Zahlungen
allerdings zum Verzug kam, erstritt er sich vor Gericht 367.200 Euro fix.
Sollten die Derivatgeschäfte der Bahn nicht in einem Totalausfall enden,
könnte Huber als Prämie nochmals rund 360.000 Euro kassieren.
Derzeit noch nicht auf der Tagesordnung stehen Personal-Angelegenheiten.
Dieser Punkt könnte aber kurzfristig noch auf die Agenda kommen, wenn
nämlich Holding-Vorstand Gustav Poschalko seinem Abschied zustimmt. Der
68-Jährige hat einen Vertrag, der es ihm erlaubt, per Ende des heurigen
oder des kommenden Jahres die Bahn zu verlassen. Erfolgt sein Ausscheiden
aus der Bahn heuer, wird sofort die Suche nach einem neuen Bahn-Vorstand
eingeleitet. Der ideale Kandidat für diesen Posten sollte von außerhalb
der ÖBB kommen und in einem weiteren Schritt auch gleich den obersten
Bahn-Boss Peter Klugar beerben (Pressemeldung
FORMAT Business, 16.10.09).
Bahn
fährt am Kunden vorbei
Die
hehren verkehrspolitischen Ziele scheitern an der tristen Realität
der ÖBB: Ein Kommentar von Roman David-Freihsl im Standard vom 13.10.09:
Die ÖBB könnte wunderbar funktionieren, wenn nicht ständig die Fahrgäste
stören würden." Dieses schon in die Jahre gekommene Bonmot eines leidenschaftlichen,
aber leidgeprüften Bahnfahrers wird einem seit Wochen tagtäglich schmerzhaft
in Erinnerung gerufen. Chaos in der gesamten Ostregion, verwirrte und
heillos verspätete Fahrgäste, dann endlich Gegenmaßnahmen - und flugs
neues Baustellenchaos.
"Die ÖBB befördern täglich rund 1,2 Millionen Menschen, da muss die Kundenorientierung
klar im Mittelpunkt stehen. Hier ist noch einiges zu tun", verkündete
am Montag Infrastrukturministerin Doris Bures. Kann man unterschreiben.
Aber wer muss da tätig werden? Das Bahnmanagement, sagt Bures. Aber die
Ursachen sind vielschichtiger. Vor dem großen Kunden-Bekenntnis pries
die Ministerin die derzeitige Bauoffensive als wichtigen Konjunkturmotor.
Stimmt schon. Aber wenn man, wie derzeit in Wien, alle wichtigen Bahnhöfe
gleichzeitig in eine Baustelle verwandelt, braucht man sich wirklich nicht
zu wundern, dass der Betrieb zusammenbricht. Und wenn, muss man sich schon
Maßnahmen überlegen - und nicht erst reagieren, wenn schon wochenlang
fast gar nichts mehr geht.
Eine andere Baustelle: Zu den jüngsten Meldungen, dass die ÖBB plant,
Güterverkehr von Lastzügen auf Lkws umzuladen, ruft Bures aus: "Wir wollen
von der Straße auf die Schiene verlagern und nicht umgekehrt." Klingt
auch gut. Schließlich muss es vor allem aus ökologischer Sicht das oberste
Ziel sein, Straßenverkehr möglichst einzudämmen und den umweltverträglichen
Bahnverkehr so attraktiv wie möglich zu gestalten. Werden sich hier die
nüchternen wirtschaftlichen Überlegungen durchsetzen oder die politischen
Zielsetzungen? Man wird sehen, wer in dieser Frage am Ende des Tages wedelt:
der Hund mit dem Schwanz oder vielleicht gar der Hund mit dem Frauerl?
Aber gilt das Credo "Schiene statt Straße" auch für die Nebenbahnen, die
wieder einmal eingestellt und durch Busse ersetzt werden sollen? Und was
ist mit der Verbindung Wien-Venedig, die künftig auch kein Zug, sondern
ein Bus bedienen soll?
Dazu heißt es zunächst einmal scheinheilig, dass sich die Italiener aus
dem Fernverkehr zurückziehen und dass deshalb die Schiene leider das Nachsehen
habe. Tatsächlich hört man aber hinter gar nicht so vorgehaltener Hand:
Der wirkliche Grund, warum die ÖBB nicht mehr mit dem Zug nach Venedig
fahren will, sei die hohe "Schienenmaut", die Trenitalia verlangt. Die
will man sich sparen, weil die Straßenmaut niedriger ist. Man muss ja
sparen. Ist das die großartige Förderung der Kundenzufriedenheit? Geht
da "Schiene statt Straße" über alles?
Es geht aber noch besser: Seitens des ÖBB-Personenverkehrs heißt es, dass
man mittelfristig - also ab 2014 - daran denke, die Pontebbana-Achse wieder
zu attraktivieren. Der Treppenwitz: Die Pontebbana ist genau die zur Hochleistungsstrecke
ausgebaute Bahnstrecke durchs Kanaltal bis Venedig, die die ÖBB ab Dezember
mit dem Bus bedienen will. Das ist entweder die blanke Verhöhnung der
Bahnkunden oder schlicht Management per Chaos.
Zurück zu den kundenminimierenden Zuständen in Wien - wie reagiert die
ÖBB? Am Montag mit einer Aussendung: "Die ÖBB starteten 2009 eine Informationsoffensive,
um die Kunden auf das Baustellenjahr vorzubereiten. Gleichzeitig wurden
interne Prozesse gestartet, um alle Informationskanäle zu verbessern."
Da weiß der gelernte Bahnfahrer: Jetzt kann's ja nur besser werden, wenn
sich die ÖBB auf die "internen Prozesse" konzentriert. Ab jetzt werden
die Fahrgäste ganz sicher mit "verbesserten Kanälen" beglückt. Und sei
es im Bus durch das Kanaltal (Pressemeldung Der Standard, 14.10.09).
Eröffnung
des ÖBB-Umrichterwerkes Timelkam
Aufgrund des Ausbaus der Westbahn und
des daraus resultierenden steigenden Leistungs- und Bahnstromverbrauchs
wird für eine sichere Energieversorgung ein zusätzlicher Einspeisepunkt
ins ÖBB-Stromnetz erforderlich. Die ÖBB-Infrastruktur AG errichtete
daher in Timelkam ihr erstes Umrichterwerk.
In
einem Umformerwerk wird Bahnstrom mit einem 16,7 Hertz-Einphasensynchrongenerator
erzeugt. Der Antrieb dieses Generators erfolgt aber nicht – wie
bei einem Kraftwerk - durch eine Turbine, sondern durch einen Drehstromasynchronmotor,
der aus dem öffentlichen 50 Hertz-Netz gespeist wird.
Eine
andere Methode der Umwandlung ist die Verwendung von Leistungselektronik,
wobei hier keine drehenden Maschinen zum Einsatz kommen, sondern zuerst
der 50 Hz-Strom gleichgerichtet und anschließend in 16,7 Hz-Strom
wechselgerichtet wird. Eine derartige Umwandlungseinrichtung wird als
"vollstatischer Umrichter" oder kurz Umrichter bezeichnet.
Ein
großer Vorteil des im Umrichterwerk Timelkam verwendeten „statischen
Umrichters“ liegt vor allem in der hohen Verfügbarkeit sowie
einem hohen Wirkungsgrad im gesamten Betriebsbereich. Der Platzbedarf
des statischen Umrichters ist wesentlich geringer als der eines rotierenden
Umformersatzes.
Der
statische Umrichter erzielt auch im Teillastbereich einen deutlich besseren
Wirkungsgrad als der rotierende Umformer. Der Wirkungsgradverlauf ist
also somit im gesamten Betriebsbereich von kleiner bis zur vollen Leistung
deutlich besser ausgeprägt. Auch die Kosten fallen im direkten Vergleich
- bei gleicher Maschinenleistung - wesentlich geringer aus.
Mit
den bestehenden Kraft- und Umformerwerken der ÖBB kann die benötigte
Energie nur unter entsprechend großen Spannungsverlusten in den
Bereich Oberösterreich transportiert werden, wodurch in weiterer
Folge die elektrische Spannung des Fahrleitungsnetzes ein zu geringes
Niveau für den regulären Zugbetrieb aufweisen würde.
Eine
Einspeisung im Lastschwerpunkt Oberösterreich führt zu einer
Reduktion der Transportverluste im Hochspannungsnetz, da die elektrische
Energie nahe dem Verbraucher „erzeugt“ wird. Die Lage des
Umrichterwerkes ist ideal, da es sich unmittelbar an der bestehenden 110
kV-Bahnstromleitungstrasse „Unterwerk Attnang - Unterwerk Steindorf“
im Gewerbepark Ader in der Gemeinde Timelkam befindet.
Mit
einer unterirdisch verlaufenden Kabelstrecke wird die Verbindung zu einer
modernen, neu errichteten Gas- und Dampfanlage der Energie AG hergestellt.
Der 50 Hertz-Strom wird auf elektronischer Basis in 16,7 Hertz-Bahnstrom
umgewandelt. Die Beeinflussung des Landschaftsbildes ist dadurch kaum
gegeben.
Im Normalfall wird, da die Anlage Timelkam unbesetzt ist, die Bedienung
aus der Ferne (Zentrale Leitstelle Innsbruck - ZLI) erfolgen. Nur im Bedarfsfall
(z.B. bei Wartungsarbeiten) kann die Bedienung in der Schaltwarte des
Umrichterwerkes oder überhaupt an je einem zugeordneten Bedienplatz
eines Umrichters durchgeführt werden (Pressemeldung
ÖBB, 14.10.09).
Konjunkturpaket
Schiene läuft auf Hochtouren
Die Umsetzung des Konjunkturpakets Schiene
läuft auf Hochtouren und ganz nach Plan. Bisher sind 75 Millionen
Euro in Bauleistung umgesetzt worden, bis Jahresende werden es 100 Millionen
sein, weitere 260 Millionen Euro sind bereits in Projekten gebunden. In
den kommenden drei Jahren werden jeweils 200 Millionen Euro in vorgezogene
Schienenprojekte - insbesondere Sanierung von Bahnhöfen, Streckensanierungen,
die Güterzugsumfahrung St. Pölten, Auflassung beziehungsweise
Absicherung von Eisenbahnkreuzungen und in die thermische Sanierung von
Hochbauten der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) - investiert.
"Rasch,
regional und mit maximaler Beschäftigungswirkung und Verkehrswirkung
sowie möglichst großem Kundennutzen" - das sind, wie Infrastrukturministerin
Doris Bures betont, die Leitlinien für das Konjunkturpaket Schiene.
Für das Konjunkturpaket wurden Projekte ausgewählt, die für
einen späteren Zeitpunkt vorgesehen waren und jetzt durch die zusätzlichen
Mittel schnell und konjunkturwirksam realisiert werden können.
"Bei der Umsetzung drücken wir auf Tempo", betont Bures.
Von den rund 70 größeren Einzelprojekten des Konjunkturpakets
Schiene ist rund die Hälfte der Projekte schon in Bau beziehungsweise
steht kurz vor Baubeginn. Der Vorteil des Konjunkturpakets Bahn: Die Arbeiten
können im Winter fortgesetzt werden (thermische Sanierungen, Bahnhofsumbauten,
Eisenbahnunterführungen). Folgende Bahnhöfe sind bereits in
Bau oder haben den Baubeginn noch im Jahr 2009: Melk, Leibnitz, Graz Hauptbahnhof,
Seekirchen, Liezen, Floridsdorf, Kitzbühel, Rosenbach, Grieskirchen-Gallspach,
Steyr, St. Valentin. Heuer starten auch die Arbeiten für die Güterzugsumfahrung
St. Pölten. Bis Jahresende werden 100 Millionen Euro bereits in Bauleistung
umgesetzt sein und weitere 260 Millionen Euro in Projekten gebunden sein.
Das Konjunkturpaket ist für Bures deswegen so wichtig, weil es in
den schwierigen Jahren Planungssicherheit für viele Klein- und Mittelständische
Betriebe (KMU) und sichere Jobs für ihre Beschäftigten bringt.
Denn gerade die Jahre 2010 und 2011 werden für den Arbeitsmarkt besonders
kritisch. Hier liefern die Konjunkturpakete ganz gezielte Hilfe für
die Arbeitnehmer und die Unternehmen.
IHS-Experte Ulrich Schuh hat gestern in der Pressekonferenz mit Ministerin
Doris Bures die positive Wirkung von Infrastrukturinvestitionen hervorgehoben.
Diese haben eine stärkere Auswirkung auf das Bruttoinlandsprodukt
als andere Maßnahmen, weil sie schneller und ohne Abfluss an das
Ausland wirken. Infrastrukturinvestitionen bringen kurzfristig Beschäftigungseffekte
und langfristig mehr Wettbewerbsfähigkeit. Dazu kommt, dass 1 Euro
an Investitionen in die Infrastruktur zu unmittelbar (im selben Jahr)
budgetwirksamen Einnahmen von 50 Cent führt.
54 Bahnhöfe und Haltestellen werden saniert und modernisiert. Das
reicht vom Umbau auf Barrierefreiheit (zum Beispiel durch Einbau von Liften
und Blindenleitsystemen), Bahnsteiganhebungen, Erneuerung der Gleisanlagen
bis zur Generalerneuerung. Insgesamt fließen 460 Millionen Euro
des Konjunkturpakets in die Bahnhofsoffensive. In Streckensanierungen,
insbesondere die Beseitigung von Langsamfahrstellen zur Erhöhung
der Pünktlichkeit, und den Lückenschluss der 4-gleisigen Westbahn
im Raum St. Pölten durch die Güterzugumfahrung werden 185 Millionen
Euro des Konjunkturpakets investiert.
Für die weitere Erhöhung der Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen
werden 40 Millionen Euro aufgewendet; damit werden 26 Eisenbahnkreuzungen
aufgelassen und durch Unterführungen ersetzt, weitere werden durch
technische Aufrüstung wie Schranken und Signalanlagen sicherer gemacht.
Und schließlich werden 15 Millionen Euro für die thermische
Sanierung von ÖBB-Hochbauten, also von Bahnhöfen, Betriebsgebäuden,
Lehrlingswerstätten, investiert.
Das Konjunkturpaket ist Teil der Investitionsoffensive des Bundesministeriums
für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) - heuer und in den
kommenden Jahren wird so viel wie nie zuvor in der 2. Republik in die
Erneuerung der Infrastruktur investiert. Im aktuellen Rahmenplan für
die Schiene, der die Investitionen von 2009 bis 2014 festlegt, sind inklusive
den 700 Millionen für das Konjunkturpaket 13,9 Milliarden Euro für
den Ausbau der Schiene vorgesehen. Die Umsetzung dieses Modernisierungsprogramms
sichert im Durchschnitt jährlich rund 40.000 Arbeitsplätze.
Die massiven Investitionen in die Infrastruktur leisten einen sehr erheblichen
zur Bewältigung der Wirtschaftskrise, betont die Ministerin: "Mit
diesen Investitionen sichern wir heute Arbeitsplätze und legen die
Grundlage für neues Wachstum und die Arbeitsplätze von morgen."
(Pressemeldung Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie,
14.10.09).
Bures
zur Effizienz der Konjunkturmaßnahmen in der Infrastruktur
Infrastrukturministerin Doris Bures unterstrich am 12.10.09 bei einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Wirtschaftsforscher Ulrich Schuh vom
Institut für Höhere Studien (IHS) die Effizienz der Konjunkturmaßnahmen
in der Infrastruktur - vor allem im Bereich der Schiene. In der sich im
Umbau befindlichen Kassenhalle des Westbahnhofs zog Bures Resümee über
die kurz- und langfristigen Nutzen sowie die positiven Auswirkungen der
massiven Investitionen ihres Ressorts in die heimische Infrastruktur:
"Mit den Investitionen konnte der Krise erfolgreich entgegengesteuert
werden. 700 Millionen Euro werden von 2009 bis 2012 in Schienenprojekte
investiert - zusätzlich zu den 13,2 Milliarden Euro, die gemäß Rahmenplan
bis 2014 investiert werden."
Schuh lobte in diesem Zusammenhang das "rasche und entschlossene Handeln
der Bundesregierung gegen die Krise". Damit konnte der Anstieg der Arbeitslosigkeit
im europäischen Vergleich sehr gering gehalten werden. Nach den Niederlanden
habe Österreich den zweitniedrigsten Anstieg zu verzeichnen - die Konjunkturpakete
leisten einen wichtigen Beitrag dafür.
54 Bahnhöfe und Haltestellen werden modernisiert - Volumen: 460 Millionen
Euro, 185 Millionen Euro fließen in Streckensanierungen, 26 Eisenbahnkreuzungen
werden saniert. "Energieeffizienz und der Ansatz der grünen Technologien
sind uns hierbei besonders wichtig", hob Bures hervor. "Die wachstumsfördernden
Zukunftsinvestitionen" in die Schiene sollen auch dafür Sorge tragen,
dass Österreich nach der Wirtschaftskrise im globalen und europäischen
Wettbewerb die Nase vorne hat", so Bures, die weiters die Auswirkungen
auf die Beschäftigung hervorhob:
"Wir konnten damit die kleinen und mittleren Unternehmen stärken, was
ganz konkrete Auswirkungen auf die Beschäftigung zur Folge hat." Bis Jahresende
werden vom Konjunkturpaket Schiene 100 Millionen Euro in Bauprojekte umgesetzt.
Zu den jüngsten Vorwürfen rund um die illegale Speicherung von Krankenstandsdaten
seitens der ÖBB, meinte Bures: "Jedes Unternehmen muss daran interessiert
sein, gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben. Hier ist es wichtig,
dass man sich vor allem in Bereichen mit hohem Gesundheitsrisiko Gedanken
macht - allerdings nur mit Mitteln die mit den rechtlichen Regeln konform
sind." Bures sieht die Staatsanwaltschaft daher gefordert die jüngsten
Vorwürfe zu untersuchen, deswegen habe sie den Aufsichtsratpräsidenten
der ÖBB aufgefordert, der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung
zu übermitteln .
Zur angeblichen Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die
Straße, ließ Bures wissen, dass es eine klare Eigentümerstrategie gebe:
"Wir wollen von der Straße auf die Schiene verlagern und nicht umgekehrt.
Das ist unsere klare verkehrspolitische Zielsetzung."
Die Kundenkritik an den ÖBB kann Bures nachvollziehen: "Die ÖBB befördern
täglich rund 1,2 Millionen Menschen, da muss die Kundenorientierung klar
im Mittelpunkt stehen. Hier ist noch einiges zu tun." Vor allem auf die
Interessen und Problemlagen der PendlerInnen müsse künftig stärker geachtet
werden. Zu den Ursachen der Kritik stellte Bures klar, dass hier die alte
Struktur der ÖBB maßgeblich verantwortlich zu machen sei: "Verantwortlichkeiten
wurden hin und her geschoben - die Struktur war untauglich, wurde leider
vom Koalitionspartner mitgetragen, hier war einiges an Überzeugungsarbeit
zu leisten, um im Sommer die Strukturen reformieren zu können." Jetzt
sei das Management gefordert, die Strukturreform umzusetzen. Nur mit einer
effizienten Struktur könne man im internationalen Wettbewerb mithalten
und die ÖBB zu einem kundenorientierten Unternehmen machen (Pressemeldung
SPÖ, 13.10.09).
Zusätzliches
Personal und neue Technik für ÖBB Reisendeninformation
Ende Oktober setzt die ÖBB-Infrastruktur AG auf neue Funktionen im System.
Mit dem neuen Programm werden noch mehr Informationen als bisher automatisch
verarbeitet und weitergegeben. Das Programm greift auf verschiedene Daten
aus dem Zugsteuerungssystem zurück und gibt diese über Schnittstellen
auf die Anzeigesysteme weiter.
Das Informationssystem, das die Zugzielanzeigen am Bahnhof "füttert",
bekommt Daten vom Zuglauf. Es bezieht Informationen darüber, wo auf der
Strecke der Zug ist und kann daraus eventuelle Verspätungen und ähnliches
berechnen und weitergeben.
Wenn dieser Informationsfluss wegen Störungen unterbrochen wird müssen
die Informationen von Mitarbeitern in das Kundeninformationssystem manuell
eingepflegt werden. Das dauert länger, als der automatisierte Prozess
und ist eine extreme Herausforderung.
Nach dem Unfall vom Freitag in Wien Matzleinsdorf mussten alle Informationen
manuell in die Zugzielanzeigen eingegeben werden. Vom Unfall war auch
das Zuginformationssystem betroffen. Auf den Bahnhöfen Meidling, Matzleinsdorferplatz,
Reumannplatz und am Südbahnhof wurden Mitarbeiter der ÖBB-Tochter Mungos
eingesetzt, um die Reisenden zu informieren. "Wenn Strecken blockiert
sind, muss im komplexen System Bahnverkehr nach möglichen Umleitungsmöglichkeiten
und Alternativen gesucht werden. Am Freitag wurden innerhalb von 90 Minuten,
für alle sechs betroffenen Strecken Alternativen berechnet. Ich bitte
unsere Kunden um Verständnis, dass in solchen Situationen die lückenlose
Information zu jeder Zeit und an jedem Ort extrem schwierig ist" so DI
Herwig Wiltberger, Vorstand ÖBB-Infrastruktur AG und fährt fort: "Wir
tun aktuell alles, was uns möglich ist. Zusätzlich investieren wir in
die modernste Technologie, um den Rahmen des Möglichen deutlich zu erweitern
(Pressemeldung ÖBB, 13.10.09).
Erste
Ergebnisse schließen menschliches Versagen aus
 
Der auslösende Fehler der Kollision einer S-Bahn mit Oberbauwagen am 09.10.09
waren ersten Informationen der ÖBB zufolge vorherige Bauarbeiten.
Die ÖBB werden erst dann Ergebnisse kommunizieren, wenn die Fakten endgültig
geklärt sind - und nicht mit Halbwahrheiten an die Öffentlichkeit gehen.
Ausdrücklich falsch sind zum Teil die Aussagen
von FPÖ-Lausch. DI Herwig Wiltberger, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur
AG: "Wir haben den Vormittag des 10.10.09 damit verbracht, die Privatssphäre
des Lokführers und der Familie zu schützen. Die ÖBB sind eine der sichersten
Bahnen Europas. Wir setzen bei Sicherheit alles ein, was möglich ist,
sind Vorreiter bei GSM-R und ETCS. Ich bin zutiefst betroffen darüber,
dass einige wenige mit unerlaubter Weitergabe von Halbwahrheiten den Ruf
der ÖBB als sicheren, zuverlässigen Mobilitätsdienstleister zerstören
wollen. Unser Dank gilt hier der erstklassigen Leistung der Teams vor
Ort."
Die Baustelle war korrekt abgesichert. Der entsprechende Fahrweg der Schnellbahn
ist durch ein Signal abgesichert. Die laufenden Untersuchungen haben ergeben,
dass dieses Signal in Freistellung war, obwohl der Fahrweg nicht zur Gänze
frei war. Ursache ist eine nach Bauarbeiten falsch positionierte "Isolierstelle".
Eine Isolierstelle meldet dem Stellwerk die freie Befahrbarkeit des Fahrweges.
Wie es zu dieser "Fehlpositionierung" kommen konnte ist derzeit Gegenstand
von Erhebungen. Es wurden bereits Ersatzmaßnahmen angeordnet, sodass auch
in diesem Bereich die Sicherheit gewährleistet ist.
Der nachfolgende Zug war durch ein "Halt" zeigendes Signal von der Schnellbahn
getrennt. Die technischen Sicherheitseinrichtungen haben gewährleistet,
dass nichts geschieht. Zudem haben sich alle Beteiligten, alle ÖBB-Mitarbeiter,
vorbildlich und korrekt verhalten.
Was den deutschen Standard anbelangt: Eine Schutzweiche hat eine völlig
andere Funktion und hätte diesen Unfall nicht verhindert.
Die Fahrleitung war von dem Ereignis nicht betroffen. Es bestand keinerlei
Gefahr bei der Bergung der Verletzten. Ein Zug ist wie ein Faradayscher
Käfig, wenn Reisende aus einem Zug außerhalb des Bahnsteigs evakuiert
werden müssen, muss die Fahrleitung nicht abgeschaltet werden (Pressemeldung
ÖBB, Fotos Ulrich Hoesch,
www.eisenbahnfreunde.at,
12.10.09).
100.000
Euro für Waldviertler Schmalspurbahnen
"Die Waldviertler Schmalspurbahnen sind eine wichtige touristische Einrichtung",
betont Verkehrs-Landesrat Mag. Johann Heuras. Das Land Niederösterreich
trage deshalb mit einem Fünftel zur Erhaltung dieser Infrastruktur bei.
Die Schmalspurstrecken Gmünd - Litschau und Gmünd - Groß Gerungs werden
mit insgesamt knapp 100.000 Euro gefördert.
Die Waldviertler Schmalspurbahnen stehen im Eigentum der Österreichischen
Bundesbahnen (ÖBB) und werden während des Sommerhalbjahrs touristisch
betrieben. Mit derzeit etwa 25.000 Fahrgästen jährlich leisten diese Schmalspurbahnen
einen spürbaren Beitrag zur Belebung des regionalen Tourismus. Um diese
Entwicklung zu unterstützen, leistet das Land Niederösterreich seit 2004
regelmäßige Erhaltungskostenbeiträge, die den Weiterbestand dieser Bahnstrecken
sichern.
Mit der Genehmigung des Erhaltungskostenbeitrages für das Jahr 2008 durch
Landesrat Heuras hat das Land Niederösterreich in Summe bereits fast 800.000
Euro in die Waldviertler Schmalspurbahnen investiert (Pressemeldung Niederösterreichische
Landesregierung, 10.10.09).
Geheimakte
zur Stillegung aller Nebenbahnen in Niederösterreich
Schockierend sind die neuesten Informationen der Grünen Niederösterreich
zum Öffentlichen Verkehr in Niederösterreich. Aus dem engsten Vertrautenkreis
des zuständigen VP-Verkehrslandesrats wurde den Grünen die Information
zugespielt, dass Heuras nach einer "Geheimakte" agiert.
"Die Stillegung der Ybbstalbahn war also nur der Anfang vom Ende aller
Nebenbahnen in Niederösterreich. Die Mariazellerbahn ist genau so gefährdet,
wie die restlichen Nebenbahnen in Niederösterreich. Busse sollen die Züge
ersetzen", gibt die Verkehrssprecherin der Grünen Niederösterreich, Amrita
Enzinger die aktuellen Infos weiter.
Geht es nach den Grünen verhärtet sich nun auch der Verdacht, dass ein
stilles Abkommen mit einem Busunternehmen existiert, das sukzessive in
ganz Niederösterreich tätig sein will und mit Hilfe von Heuras vermutlich
sein wird. Enzinger richtet daher einen Appell an die übrigen Parteien,
aber vor allem an die BürgerInnen und darunter die vielen, vielen PendlerInnen,
die auf attraktivere Zugverbindungen pochen und auf die Bahn nicht verzichten
können und wollen.
"Busse sind keine Lösung - weder im Sinne der Flexibilität für die PendlerInnen,
noch im Sinne des Klima- und Umweltschutzes. Darüber hinaus bezweifle
ich, dass Busse um so viel wirtschaftlicher sein werden, wie eine Bahn,
deren Zugverbindungen mit Herz und Hirn gestaltet wurden. Nur wenn die
BürgerInnen und die politischen VertreterInnen jetzt vehement und fordernd
an einem Strang ziehen, können die Pläne von Heuras durchkreuzt werden",
so Enzinger abschließend (Pressemeldung Grüner Klub im NÖ Landtag,
10.10.09).
Kollision
einer S-Bahn mit Oberbauwagen
Am 09.10.09, um 12.15 Uhr, kam es zu einem Zusammenprall eines Oberbauwagens
mit einer S-Bahn. Deswegen musste die S-Bahn-Strecke vorübergehend gesperrt
werden. Der Fernverkehr nach und von Kärnten wurde ab bzw. bis Wien Südbf
(Bstg1-9) geführt, alle übrigen Züge begainnen bzw. endeten in Wien Meidling.
Die Unfallursache kann erst endgültig geklärt werden, wenn der Lokführer
einvernommen wurde. Die technischen Ursachen sollten bis zum Abend geklärt
sein. Bei dem Zusammenprall wurden 13 Reisende leicht, der Triebfahrzeugführer
des Oberbauwagens schwer verletzt (Pressemeldung ÖBB, 10.10.09).
Gunter
Mackinger mit dem Großen Verdienstzeichen ausgezeichnet
 
"Millionen Touristen entscheiden sich alljährlich dafür,
ihre Sehnsucht nach einer attraktiven Stadt gerade in Salzburg zu stillen.
Wir leben und arbeiten in einer der attraktivsten Städte Europas,
in einer Region, in der andere Urlaub machen."
Dies betonte Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller am Donnerstag, 8. Oktober,
bei der Eröffnung der 7. Internationalen Verkehrstage unter dem Titel
"Sehnsucht nach attraktiven Städten" im Brunauer-Zentrum.
Dabei zeichnete Burgstaller den Verkehrsdirektor der Salzburg AG Gunter
Mackinger für seine großartigen Leistungen für den öffentlichen
Nahverkehr in Salzburg mit dem Großen Verdienstzeichen des Landes
Salzburg aus.
Burgstaller
legte einmal mehr ein klares Bekenntnis zur Stadt-Regionalbahn ab. Bereits
der seinerzeitige Regierungsbeschluss zum S-Bahn-Projekt sah als logischen
nächsten Schritt die Verlängerung der Lokalbahn durch das Stadtzentrum
vor. "Ich freue mich daher, dass wir in dieser Legislaturperiode
diesen logischen nächsten Schritt ganz oben auf unserer Agenda haben.
Auch wenn da noch manche Fragen offen und eine Reihe von Verhandlungen
zu führen sein werden, lade ich dazu ein, jetzt schon den übernächsten
Schritt zu denken: Das ist – langfristig – die Verknüpfung
der Lokalbahnverlängerung mit den Schienen-Ästen der ÖBB
aus drei Richtungen", so die Landeshauptfrau.
Die
Stadt-Regionalbahn sei somit – genau wie die S-Bahn – ganz
eindeutig ein überregionales Schienen-Nahverkehrsprojekt mit freilich
eminenter innerstädtischer Bedeutung. "Man wird diese auf der
Hand liegenden, größeren regionalen Zusammenhänge auch
bei der Festlegung des Finanzierungsschlüssels berücksichtigen
müssen", sagte die Landeshauptfrau.
Als
drei "Fixsterne" der Infrastruktur am Nahverkehrshimmel im Zentralraum
bezeichnete Burgstaller das moderne O-Busnetz in der Stadt mit immer mehr
direkten Anbindungen des Umlandes (Hallwang, Wals-Siezenheim), die Salzburger
Lokalbahn, eine der erfolgreichsten Privatbahnen Österreichs, als
sehr gut angenommene Schienenanbindung bis hinaus ins oberösterreichische
Einzugsgebiet und die attraktive Schienenerschließung mit der S-Bahn
im "goldenen" Dreieck zwischen Golling, Freilassing und Straßwalchen.
"Dass der S-Bahn eine weitere große Karriere bevorsteht, wenn
heuer die zusätzlichen innerstädtischen Haltestellen in Betrieb
genommen werden, gilt als sicher. Mit der erforderlichen Verkehrsbestellung
steht hier freilich noch eine Aufgabe zur Bewältigung an. Auch diese
Aufgabe werden wir lösen", gab sich Burgstaller zuversichtlich.
Anschließend
hielt Burgstaller eine Laudatio auf Gunter Mackinger, den sie persönlich
für das Große Verdienstzeichen vorgeschlagen hatte. Er sei
über die Jahre zu einer höchst lebendigen und stets umtriebigen
Symbolfigur für ein großes Anliegen unserer Zeit geworden.
"Rund um die Uhr und mindestens acht Tage in der Woche beseelt von
der Sehnsucht nach attraktiven Lebensräumen. Die Liste seiner Verdienste
um den öffentlichen Personennahverkehr ist lang, viel länger
als die längste S-Bahn-Garnitur oder der längste Güterzug,
dem er selber jemals – bildhaft gesprochen – Dampf gemacht
hat. Und er war oft erfolgreich, die öffentliche Hand von der Notwendigkeit
aktiver, das heißt in der Regel: finanzieller Unterstützung
für ein Verkehrsprojekt zu überzeugen."
Der
1956 geborene Mackinger ist Verkehrsdirektor der Salzburg AG und als solcher
seit 2000 für die Salzburger Lokalbahn, seit 2003 für den Stadtbus
und seit März 2006 auch für die Schafbergbahn und Wolfgangsee-Schifffahrt
verantwortlich. Die Pinzgaubahn steht seit Juli 2008 als weitere Lokalbahn
unter seinem Kommando.
Mackinger ist unter anderem Autor des 2005 im Verlag Kenning erschienenen
Buches "Der Obus in Salzburg". Mackinger beging 2008 sein 30-Jahre-Dienstjubiläum.
"Er hat für den öffentlichen Nahverkehr in Salzburg viel
geleistet und als Direktor der Salzburger Lokalbahnen die Weichen für
die positive Entwicklung des Nahverkehrs in der Zukunft richtig gestellt.
Durch die Übernahme der Verantwortung für die Schafbergbahn
und die Wolfgangsee-Schifffahrt sowie für die Pinzgauer Lokalbahn
hat Verkehrsdirektor Gunter Mackinger in den vergangenen Jahren nicht
nur als Verantwortlicher in der Salzburg AG viel geleistet, sondern auch
sein Talent für die Lösung schwieriger Aufgaben im öffentlichen
Verkehr unter Beweis gestellt. Auch dem Tourismus in Salzburg hat er damit
wertvolle Dienste erwiesen", so Burgstaller (Pressemeldung
Salzburg AG, 09.10.09).
Arbeitskammer
empfindet ÖBB-Streichpläne als falsches Signal
"Die ÖBB-Streichpläne sind genau das falsche
Signal. Weitere Zugverbindungen in der Ostregion dürfen nicht gestrichen
werden", sagt AK Präsident Herbert Tumpel.
Nach den Einsparungen im Fahrplan 2009 wurden den PendlerInnen Nachbesserungen
versprochen. "Darauf warten die 60.00 BahnpendlerInnen nach Wien noch
heute", sagt Tumpel. Sie brauchen ihre Zugverbindungen, um in die Arbeit
zu kommen." Bund und Länder müssen ausreichend Geld für eine Offensive
im Regionalverkehr zur Verfügung stellen.
Die Personenverkehrs- AG würde für attraktive Fahrpläne in der Ostregion
jährlich rund 40 Millionen Euro mehr brauchen. "Im Vergleich zu einem
100 Milliarden-Bankenpaket ist das keine aufregende Summe und dringend
nötig für die Pendler", sagt Tumpel.
Der Wiener AK Präsident fordert daher einen raschen Abschluss der Verhandlungen
zwischen dem Land Niederösterreich und der ÖBB Personenverkehr AG. "Es
darf nicht hingenommen werden, dass Niederösterreich pro Pendler bis zu
fünfmal weniger Geld für den öffentlichen Verkehr zur Verfügung stellt,
als andere Bundesländer", so Tumpel. Die Ausbauvorhaben in der Ostregion
dürfen nicht zu noch mehr Zugausfällen und Verspätungen führen und müssen
entsprechend den Bedürfnissen des Nahverkehrs überarbeitet und optimiert
werden. Im Hinblick auf die Liberalisierung im Personenverkehr stellt
die AK klar: Der Nah- und Regionalverkehr muss gegenüber dem Fern- und
Güterverkehr einen klaren Vorrang haben.
"Die BahnpendlerInnen brauchen rechtzeitige Informationen, verlässliche
Verbindungen und pünktliche Züge", fordert Tumpel. Das sei nur mit ausreichend
ausgebildetem Personal erreichbar. Daher müsse ein weiterer Abbau von
Personal im Bereich des Kundencenters, des Beschwerdemanag
(Pressemeldung AK Wien, 08.10.09).
Grüne
zum neuen ÖBB-Fahrplan
Die grüne Verkehrssprecherin Amrita Enzinger
findet die Zustände des öffentlichen Verkehrs in Niederösterreich skandalös.
Der neue ÖBB-Fahrplan zeige erneut, dass die ÖBB ihre ursprünglichen Aufgaben
komplett aus den Augen verloren hat - "und die NÖ Landesregierung sieht
dabei genüsslich zu, wie der Bahbetrieb in Niederösterreich verkommt",
so Enzinger.
Das Beispiel Tirol zeige, was möglich ist, wenn sich die Landesregierung
für öffentlichen Verkehr einsetzt."Dort hat die Regierung mehr Verbindungen
erreicht. In Niederösterreich werden es immer weniger", weiß Enzinger.
Für Enzinger sind bei der ÖVP die Prioritäten klar ersichtlich: "Straße
statt Schiene. Busse statt Bahn. Die Landesregierung ist für den Nah-
und Regionalverkehr zuständig, braucht demnach Verschlechterungen für
die PendlerInnen durch die ÖBB nicht fürchten, sondern kann sie verhindern,
wenn sie will. Natürlich spielt Geld dabei eine Rolle. Das Bahnnetz zu
attraktivieren, um eine höhere Auslastung zu erreichen, kostet Geld. Geld,
das das Land schleunigst investieren sollte, um das niederösterreichische
Bahnnetz nicht endgültig dem Verfall frei zu geben", fordert Enzinger.
Und abschließend: "Haben Land und Bund kein Interesse am Erhalt und der
Attraktivierung des Bahnbetriebs in Niederösterreich, dann besteht die
Möglichkeit nach dem Eisenbahngesetz, private Interessenten den Betrieb
anzubieten. Es gibt genügend private Interessenten, die wissen, wie Service
für PendlerInnen gestaltet sein muss, dass der Betrieb wirtschaftlich
geführt werden kann", so Enzinger abschließend
(Pressemeldung Grüner Klub im NÖ Landtag, 08.10.09).
ÖBB
stellen neuen Fahrplan vor
Am 13. Dezember tritt der neue Fahrplan
in Kraft, und der hat einiges zu bieten: Neben neuen Angeboten von Schiene
und Bus sowie neuen Taktknoten startet das größte Projekt der
nächsten Jahre: Der Bau des Wiener Hauptbahnhofes.
Im
Laufe des Fahrplanjahrs 2010 fährt der Railjet nicht nur bis Zürich,
sondern zwischen Wien und Salzburg auch im Stundentakt. Auf dieser Strecke
werden außerdem täglich zwei zusätzliche schnelle IC-Zugpaare
unterwegs sein, ein zusätzliches IC-Zugpaar auch zum Wochenende.
Von Salzburg Richtung Westen wird mit Fahrplanwechsel aufgrund der Bauarbeiten
der DB auf der Korridorstrecke nicht der endgültige railjet-Fahrplan
gefahren. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der railjet-Takt dann auch
von Salzburg Richtung Westen verdichtet.
Der im vergangenen Jahr gestartete integrierte Taktfahrplan wird auch
heuer konsequent weiterentwickelt. Aus den anfänglichen 20 Taktknoten,
die Beschleunigungen und optimale Anschlüsse zwischen Fernverkehr,
Nahverkehr und Postbus, sowie ein einfaches, leicht merkbares Fahrplanschema
durch fixe Abfahrtsminuten bringen, stehen im neuen Fahrplanjahr 36 Taktknoten
zur Verfügung, womit wir dem österreichweiten Taktfahrplan wieder
ein Stück näher kommen.
Die ÖBB-Postbus GmbH behauptet sich bereits seit 2006 erfolgreich
am liberalisierten Busmarkt und ist mit 70% am Regionalbusverkehr Marktführer
in Österreich. Jetzt wird auch der österreichische Schienenpersonenverkehr
2010 liberalisiert. Die ÖBB sind darauf gut vorbereitet. Mag. Gabriele
Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehr AG: "Konkurrenz
belebt den Markt und wird mehr Menschen auf die Schiene bringen. Das ist
gut für die Kunden, für die Umwelt und unser Unternehmen!"
Die ÖBB werden die Vorteile der Liberalisierung nutzen - sowohl im
In- als auch im benachbarten Ausland. Bereits mit diesem Fahrplanwechsel
startet die ÖBB-Personenverkehr AG gemeinsam mit der DB und FNM (Ferrovie
Nord Milano) in Italien in den Wettbewerb.
Die ÖBB-Postbus GmbH konzentriert sich verstärkt auf das Kerngeschäft,
den Linienverkehr, und mögliche neue, alternative Verkehrskonzepte.
Ing.Mag. Christian Eder, Geschäftsführer der ÖBB-Postbus
GmbH: "Gemeinsam mit unseren Bestellern entwickeln wir bedarfsgerechte
Konzepte - zum Wohle der Kunden." So fahren wir je nach Frequenz
mit Midibussen, die bis zu 20 Fahrgästen Sitzplätze bieten,
mit Doppelstockbussen oder mit Anhängerbussen. Insgesamt legen die
Postbuslenker mit den 2.200 Postbusse mehr als 2 Millionen zusätzliche
Kilometer im neuen Fahrplanjahr zurück. Spitzenreiter bei den Bundesländern
ist Tirol mit mehr als einer Million Kilometer zusätzlich, gefolgt
von Oberösterreich und Vorarlberg.
2009 war das Jahr mit dem größten Bauvolumen in der Geschichte
der ÖBB (2,1 Mrd. Euro). Und auch im kommenden Jahr hält die
Bautätigkeit für die Kunden unvermindert an. Auf Grund der Sperre
des Wiener Südbahnhofes im Zusammenhang mit der Errichtung des Hauptbahnhofes
Wien wird Wien Meidling die Funktion des Südbahnhofes übernehmen.
Auch der Salzburger Hauptbahnhof wird - mit stark veränderten Infrastrukturvoraussetzungen
- umgebaut und modernisiert, sowie weitere Bahnhöfe und Streckenabschnitte
im Österreichischen Schienennetz. Für die Möglichkeiten
der Fahrplangestaltung für den Personen- und Güterverkehr herrschen
stark veränderte Rahmenbedingungen. Die größte Herausforderung
dabei ist, dass das Bauen bei weiterlaufendem Bahnverkehr für die
Kunden möglichst unbemerkt bleibt. "Wir werden mit gezielten
Maßnahmen trotz der zahlreichen Bautätigkeiten auf unserem
Schienennetz die Qualität und Pünktlichkeit für die Kunden
sicherstellen", so DI Herwig Wiltberger, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur
AG (Pressemeldung ÖBB, 08.10.09).
ÖVP
will Fahrplanausdünnung nicht als gegeben hinnehmen
"Dass die ÖBB, die letztendlich dem SPÖ
geführten Infrastrukturministerium unterstehen, jetzt 40 Zugsverbindungen
aus dem Fahrplan streichen, ist an Unverfrorenheit nicht mehr zu überbieten",
so ÖVP Wien Verkehrssprecher LAbg. Wolfgang Gerstl.
Ständig wettere die Wiener SPÖ auf der einen Seite gegen den Individualverkehr,
jetzt aber streicht sie auf der anderen Seite dringend notwendige Öffi-Angebote.
"Wie sollen denn die Menschen in Wien - besonders aus den Randbezirken
aber auch die Pendler - da noch mobil sein?", fragt Gerstl.
Müssen die Wienerinnen und Wiener angesichts des Neubaus des Hauptbahnhofes
in den nächsten Jahren ohnedies mit massiven Behinderungen beim Zugsverkehr
zurechtkommen, so wird ihnen die Benutzung von Öffis auch auf Strecken,
die nicht vom Umbau betroffen sind, jetzt noch unattraktiver gemacht.
"Die Folgen der Fahrplanausdünnungen sind vorprogrammiert: überfüllte
Züge und damit eine starke Zunahme insbesondere beim Pendlerverkehr, da
viele von den Öffis wieder auf das eigene Fahrzeug umsteigen werden. Damit
verbunden täglich noch mehr Verkehrsstau, Lärm und Gestank an den Wiener
Stadtgrenzen. Das kann nicht Ziel der SPÖ Verantwortungsträger gewesen
sein und ihre vollmundigen Sonntagreden entlarven sich einmal mehr als
heiße Luft", so der VP-Verkehrssprecher.
"Wiens SP-Verkehrsstadtrat Schicker ist aufgefordert, sich bei seiner
Liesinger Parteigenossin, Bundesministerin Bures, stark zu machen und
eine Rücknahme der Fahrplanausdünnungen einzufordern. Die Wiener SPÖ darf
eine derartige Mobilitätseinschränkung, wie sie die ÖBB jetzt vor hat,
nicht als gegeben hinnehmen", schließt Gerstl
(Pressemeldung ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien, 08.10.09).
Umweltminister
sieht Bankrotterklärung einer nachhaltigen Verkehrspolitik
"Der geplante Abbau des Gütertransports
der ÖBB ist ein Verrat an der seit 20 Jahren politisch im Konsens angestrebten
Verlagerung von der Straße auf die Schiene. Diese Verlagerung war das
politische Hauptargument auch für den Ausbau der Schiene, Milliarden Steuergelder
sind dort in den letzten Jahren hineingeflossen.
Der ÖBB-Plan wäre definitiv ein Rückschritt und eine Bankrotterklärung
einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Verkehrspolitik, die den Anspruch
hat, CO2-Ausstoss zu vermindern. Verkehr ist bereits jetzt der Bremsklotz
auf dem Weg zur Erreichung der Kyotoziele, mit 14.000 zusätzlichen LKW
Fahrten kommen wir vom Kyotopfad ab", erklärt Umweltminister Berlakovich
zu den geplanten Frachtverlagerungen aufgrund der Einstellung von einzelnen
Bahnstrecken in Österreich.
"Die zuständige Kollegin, Verkehrsministerin Doris Bures hat gesagt, das
letzte Wort dabei wäre noch nicht gesprochen und daher erwarte ich mir,
dass das letzte Wort ein anderes ist. Ich appelliere eindringlich, die
Sparpotenziale der ÖBB anderswo zu suchen. Wir können nicht nach einer
globalen Klimastrategie rufen und gleichzeitig im eigenen Haus die Verursacher
von Treibhausgasen fördern. Das macht uns gerade zwei Monate vor der Klimakonferenz
in Kopenhagen unglaubwürdig", so Umweltminister Berlakovich abschließend
(Pressemeldung Lebensministerium, 08.10.09).
Aus
für Ybbstalbahn gesetzeswidrig?
Die Klubobfrau der Grünen Niederösterreich,
Madeleine Petrovic, ortet beim ÖBB-Management einen Gesetzesbruch, der
vorschnell zum Aus der Ybbstalbahn geführt hat. Der Paragraph 28 Abs 4
des Eisenbahngesetzes sieht nämlich vor, dass vor der Bewilligung einer
dauernden Einstellung des Betriebs wegen wirtschaftlicher Unzumutbarkeit
der Weiterführung nachzuweisen ist, dass Bemühungen des Eisenbahnunternehmens
zum Weiterbetrieb erfolglos blieben. "Die Erfolglosigkeit der Bemühungen
ist anhand der Ergebnisse einer Interessentensuche mit Einholung verbindlicher
Angebote zu belegen" heißt es im Gesetzestext.
Petrovic erinnert, dass die Ybbstalbahn Entwicklungsgesellschaft (YEG)
von sich aus ein Angebot für den weiteren Betrieb der Ybbstalbahn gestellt
- inklusive Finanzplan. Dieses Angebot des privaten Interessenten wurde
von ÖBB und Land ignoriert."Und wo ist der behördliche Bescheid, der die
Einstellung der Ybbstalbahn genehmigt", fragt sich Petrovic.
Die grüne Klubobfrau wird nun den Landtag informieren und in Form einer
parlamentarischen Anfrag den zuständigen Landesrat Heuras befragen, wie
das Land gewährleistet, dass die ÖBB sich an Gesetze hält. "Die ÖBB sollten
sich wieder ihrer ursprünglichen Aufgaben besinnen. Geld verzocken gehört
nicht dazu. Güter auf die Straße verlagern auch nicht. Ebenso wenig Preise
erhöhen bei gleichzeitiger Verschlechterung der Leistungen, wie es mit
dem neuen ÖBB-Fahrplan gerade wieder passiert. Wenn die ÖBB schon hart
daran arbeitet, sich selbst zu vernichten, dann muss sie gemäß § 28 des
Eisebahngesetzes wenigestens private Interessenten wortwörtlich zum Zug
kommen lassen", fordert Petrovic abschließend (Pressemeldung
Grüner Klub im NÖ Landtag, 07.10.09).
Brenner
Eisenbahn GmbH geht in ÖBB-Infrastruktur AG über
Im Oktober 2009 geht ein Kapitel Tiroler
Eisenbahngeschichte zu Ende. Die Brenner Eisenbahn GmbH stellt im Zuge
der laufenden ÖBB-Reform ihre Tätigkeit ein. 90 Mitarbeiter
sind nun für die neue ÖBB-Infrastruktur AG tätig.
Seit
1996 war die Brenner Eisenbahn GmbH für den Bahnausbau im Tiroler
Unterinntal tätig. Die BEG hat mit einem schlagkräftigen Team
alle Planungen für die neue Eisenbahntrasse zwischen Kundl und Baumkirchen
veranlasst, die erforderlichen Genehmigungen eingeholt und die Bauarbeiten
beauftragt. Durch die Vorgaben des aktuellen Bundesbahngesetzes wird die
BEG mit Oktober 2009 mit der neuen ÖBB-Infrastruktur AG verschmolzen.
Das Projektteam für den Bau der neuen Unterinntalbahn ist dann Teil
eines 18.000-Mitarbeiter-Betriebes, der die Bereitstellung einer bedarfsgerechten
und zuverlässigen Bahninfrastruktur sowie den sicheren und pünktlichen
Betrieb des Eisenbahnverkehrs verantwortet. Das Projektteam wird innerhalb
dieses Betriebes weiterhin für die Umsetzung der Projektziele verantwortlich
sein.
Für die laufenden Arbeiten im Unterinntal erfolgt die volle Integration
in die ÖBB zu einem günstigen Zeitpunkt. Alle Rohbaumaßnahmen
an der 40 Kilometer langen Neubautrasse sind weit fortgeschritten oder
bereits abgeschlossen. Die eisenbahntechnische Ausrüstung läuft
auf Hochtouren. In den kommenden Jahren sind komplexe Aufgaben zur Vernetzung
mit der bestehenden Eisenbahninfrastruktur zu bewältigen. Stromversorgung,
Signal- und Fernmeldetechnik, Stellwerke sowie Gleisanlagen werden verknüpft
und anschließend als Einheit betrieben. In der „heißen
Phase“ der Betriebsaufnahme ist es für das laufende Projekt
von großem Vorteil, Teil der „ÖBB-Struktur“ zu
sein. Ab Fahrplanwechsel 2012 wird die Neubaustrecke zur Verfügung
stehen. Der Schienengüterverkehr wird dann überwiegend unterirdisch
durch das Unterland rollen und zu einer merklichen Verbesserung der Lärmsituation
in den Nachtstunden führen.
Gemeinden, Anrainer und Ausführende auf den Baustellen im Unterinntal
sind von der neuen Projektstruktur kaum betroffen. Ihre ehemaligen BEG-Ansprechpartner
sind als ÖBB-Mitarbeiter weiterhin tätig und unter den bekannten
Adressdaten erreichbar. Derzeit sind 20 Mitarbeiter am Standort Innsbruck
und rund 70 am Standort in Vomp beschäftigt.
Die Beendigung der BEG-Aktivitäten ist Teil von Umstrukturierungsmaßnahmen
im ÖBB-Konzern. Das Bundesbahngesetz 2009 führt die ÖBB
Infrastruktur Bau AG und Infrastruktur Betrieb AG zur neuen ÖBB Infrastruktur
AG zusammen. Kürzere Wege und klare Entscheidungsstrukturen sichern
so auch in Zukunft die Wirtschaftlichkeit und Kundenorientierung aller
Unternehmensbereiche (Pressemeldung ÖBB-Infrastruktur AG, 07.10.09).
Kerngeschäft
ist und bleibt für RCA der Schienengüterverkehr
Österreich ist Europaspitze im Schienengüterverkehr - 33 Prozent
des Güterverkehrs werden auf der Schiene abgewickelt! Der europäische
Durchschnitt liegt bei rund 15 Prozent. Die Strategie von Rail Cargo Austria
basiert auf einem weiteren Ausbau dieses Wertes im Modalsplit.
Der Vorwurf, RCA wolle den Güterverkehr von der Schiene auf die Straße
verlagern, ist daher falsch. Im Gegenteil, Rail Cargo Austria arbeitet
weiterhin intensiv daran, den Güterverkehr von der Straße auf die klimafreundliche
Schiene zu holen. Zwei aktuelle Beispiele:
• Ab Mitte Oktober rollen die Schottertransporte der Firma Asamer
in Oberösterreich zwischen Roitham und Linz auf der Schiene. Unter dem
Strich sind das 800 Tonnen täglich und 14.000 LKWs im Jahr, die von der
Straße auf die Schiene verlagert werden.
• Mit den Transporten für die Firma Streng Bau GmbH holte sich RCA
einen weiteren Großauftrag, der ab Mitte Oktober auf Schiene gebracht
wird. Täglich rollen dann zwei Ganzzüge von Schönwies nach Dornbirn. Das
bedeutet, 200.000 Tonnen und 14.000 LKWs werden jedes Jahr nicht auf der
Straße, sondern auf der Schiene transportiert.
Rail Cargo Austria ist heute ein Gesamtlogistikanbieter, dessen Kerngeschäft
im Schienengütertransport liegt und damit im Interesse des Eigentümers
- der Republik Österreich - handelt. Und das wird auch in Zukunft, zum
Wohle des Wirtschaftsstandortes Österreich, so bleiben. Rail Cargo Austria
hat zudem den Auftrag, wirtschaftlich zu arbeiten. Denn das Unternehmen
ist es jedem einzelnen Steuerzahler schuldig, seine Transportstrategie
auf Wirtschaftlichkeit auszurichten.
Einzelwagenverkehre des Qualitätsnetzes (Nachtsprung) mit einer Auslastung
von nur 30 % bis knapp 50 % sind von einer Kostendeckung meilenweit entfernt.
Hier müssen alternative Logistiklösungen unter Berücksichtigung aller
Kundenanforderungen angedacht werden.
Der konkrete Fall - Steiermark: Rail Cargo Austria betreibt in Österreich
zur Versorgung im Stückgutbereich 13 Logistik-Center. Zwei dieser Standorte
liegen in der Steiermark, in St. Michael und Graz-Werndorf. Die jüngsten
Überlegungen gehen dahin, einen Teil dieser Stückguttransporte auf die
Straße zu verlagern. Denn derzeit werden einzelne Güterwagen - die nicht
einmal halb voll sind - von St. Michael und Graz-Werndorf quer durch Österreich
transportiert.
Um anschaulich zu machen, um welche Größenordnungen es geht: RCA transportiert
jeden Tag in Österreich rund 285.000 Tonnen auf der Schiene. Über die
Standorte St. Michael und Werndorf rollen im angesprochenen Stückgutbereich
täglich nicht einmal 700 Tonnen - das sind hochgerechnet 0,25 % der täglich
beförderten Gesamttonnage.
Die RCA ist in Europa das einzige Eisenbahnverkehrsunternehmen, das im
Stückgutbereich noch einen derartigen 24-Stunden-Service auf der Schiene
anbietet. Damit dieser Service weiterhin angeboten werden kann, müssen
jene Fahrten reduziert werden, die weniger als 50 % Kostendeckung bringen
(Pressemeldung
ÖBB, 07.10.09).
Spatenstich
für renovierte Hauptwerkstätte der Wiener Linien
163 Mio. Euro investieren die Wiener Linien in einem bis 2013
dauernden Umbauzeitraum, um die Hauptwerkstätte im 11. Wiener Gemeindebezirk
auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Gleichzeitig mit der technischen
Adaptierung wird die Hauptwerkstätte der Wiener Linien (HW) auch hinsichtlich
MitarbeiterInnenschutz und Arbeitsergonomie auf die neuesten Erkenntnisse
und Vorschriften angepasst.
Die vor 35 Jahren, am 29. Mai 1974, vom damaligen Wiener Bürgermeister
Leopold Gratz eröffnete Hauptwerkstätte der Wiener Linien an der Simmeringer
Hauptstraße 252 umfasst eine Fläche von 264.000 Quadratmetern. Nicht weniger
als 760 MitarbeiterInnen sorgen dafür, dass die 130 U-Bahn-Züge, 526 Straßenbahngarnituren
und 478 Autobusse der Wiener Linien optimal gewartet werden.
"Die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien feiern Erfolge wie kaum in einer
anderen Stadt. 35% aller zurückgelegten Wege entfallen auf die öffentlichen
Verkehrsmittel - damit wurde selbst das Auto in Wien überholt.", so Wiens
Bürgermeister Dr. Michael Häupl.
35 Jahre Dauerbetrieb haben Spuren in manchen Ecken der Hauptwerkstätte
hinterlassen und gleichzeitig entsprechen die Baulichkeiten nicht mehr
hundertprozentig den heutigen Ansprüchen. 35 Jahre technischer Fortschritt
haben sich aber auch in der Fahrzeugentwicklung stark bemerkbar gemacht:
Niederflurbusse oder -straßenbahnen waren beispielsweise vor 35 Jahren
Utopie. Gleichzeitig stellen die MitarbeiterInnen, aber auch geänderte
Arbeitnehmerschutz-bestimmungen heute neue Ansprüche an die Arbeitsumgebung.
Diese Ansprüche und Bestimmungen sind bei Neu- oder Fast-Neubauten zwingend
zu berücksichtigen.
Generell kommt der Umbau der Hauptwerkstätte größtenteils einem Neubau
nach modernsten Gesichtspunkten gleich. Zur Erfüllung neuester Brandschutzvorschriften
werden Wände, welche einzelne Hallenbereiche voneinander trennen, höher,
d.h. über die Dachhöhe der Halle gezogen, um im Falle des Falles das Übergreifen
der Flammen zuverlässig zu verhindern. Das Dach der Halle wird größtenteils
abgetragen und neu errichtet. Das gesamte Hallendach wird neu gedeckt,
dabei kommen neue Glasflächen, welche mehr Tageslicht einfallen lassen,
zur Anwendung. Gleichzeitig wird das Dach, genauso wie die Außenisolierung
der Hauptwerkstätte, nach neuestem technischen Stand ausgeführt - wodurch
jährlich rund 270.000 Euro an Betriebskosten eingespart werden.
Die MitarbeiterInnen erhalten durch den Umbau auch neue Sanitär- und Umkleideanlagen.
Den Vorschriften entsprechend werden unter dem bestehenden Erdgeschoß
neue, belüftete Fluchttunnel errichtet. In den Hallenbereichen gelangen
Brandmeldeanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie eine Sprinkleranlage
zum Einbau. Neben der Maxime, den MitarbeiterInnen wieder ein zeitgemäßes
Arbeitsumfeld anbieten zu können, haben natürlich auch die technisch notwendig
gewordenen Umbauten gewaltige Dimensionen: Für die vermehrt eingesetzten
ULF-Fahrzeuge werden aufgrund ihrer größeren Länge 16 neue Universalhebestände
in zwei Reihen eingebaut, welche aber auch für die Servicierung der Fahrzeugtypen
E1 und E2 verwendet werden können. Zwischen den beiden Reihen kommt eine
Schiebeplatte zum Einsatz, sodass die ULF-Garnituren in ihrer Gesamtlänge
an jeden beliebigen, freien Arbeitsplatz verschoben werden können. Um
die Tragfähigkeit der Schiebeplatte zu gewährleisten, ist ein neues Fundament
in diesem Bereich notwendig.
Ganz dem Umweltgedanken verpflichtet errichten die Wiener Linien auch
im Kellergeschoß eine neue Haustechnikzentrale, welche die gesamte Heizungs-
und Warmwasserversorgung der "HW neu" übernimmt. Ähnlich wie bereits in
den Tiefstationen der U2, wo die Erdwärme für die Beheizung bzw. Kühlung
genutzt wird, wird beim Projekt HW neu die Wärme bzw. Kälte des Grundwassers
mittels Wärmepumpen genutzt. Selbst der Abluft der verschiedenen Arbeitsbereiche
wird mittels Wärmetauschern nochmals Energie entzogen und somit erneut
verfügbar gemacht. Die Hauptwerkstätte der Wiener Linien wird sich mit
Fertigstellung dieser Umbauten wieder am aktuellsten technischen Stand
befinden und die höchsten Standards im Bereich ArbeitnehmerInnenschutz
erfüllen.
"Den hervorragenden Ruf, den die Hauptwerkstätte der Wiener Linien auch
bei Schienenfahrzeugherstellern genießt, können wird damit sicherlich
noch ausbauen.", so der Leiter der Hauptwerkstätte Ing. Rudolf Hauenschild
und der Leiter des Umbauprojektes, DI Thomas Unger (Pressemeldung
Wiener Linien GmbH & Co KG, 07.10.09).
Bures
legt Gesetzesentwurf zu Fahrgastrechten im Eisenbahnverkehr vor
Verkehrsministerin Doris Bures wird am 06.10.09 das Gesetz zur Verordnung
der Europäischen Gemeinschaft (EG-Verordnung) über die Fahrgastrechte
im Eisenbahnverkehr in die Begutachtung schicken. Damit bekommen Fahrgäste
im Fernverkehr und Jahreskarteninhaber im Regionalverkehr einen verbindlichen
Anspruch auf finanzielle Entschädigung bei Verspätungen und
die Informations- und Hilfeleistungspflichten von Bahnunternehmen werden
erweitert.
Bures: "Die Interessen der Fahrgäste rücken stärker
ins Zentrum. Für die Bahnunternehmen ist das ein Signal, die Kundenorientierung
weiter auszubauen. Qualität, Verlässlichkeit und Pünktlichkeit
müssen im öffentlichen Verkehr im Vordergrund stehen."
Die EG-Verordnung tritt am 3. Dezember in Kraft; das dazugehörige
Bundesgesetz zur EG-Verordnung, mit dem die spezielle Ausgestaltung geregelt
wird, soll noch heuer beschlossen werden und wird ab Jahresbeginn 2010
anzuwenden sein. Inhaltlich gibt es jeweils auf den Fernverkehr und den
Nahverkehr abgestimmte Regelungen.
Im Fernverkehr erhält der Fahrgast ab 60 Minuten Verspätung
eine Entschädigung von 25 Prozent des Fahrkartenpreises, ab 120 Minuten
sind es 50 Prozent des Fahrkartenpreises. Weiters sind Bahnunternehmen
zu Hilfeleistungen verpflichtet. So müssen sie bei Verspätungen
von mehr als einer Stunde den Fahrgästen Erfrischungen und Mahlzeiten
anzubieten, sofern sie im Zug oder im Bahnhof verfügbar oder vernünftigerweise
lieferbar sind.
Außerdem gibt es die Verpflichtung, wenn infolge von Verspätungen
von mehr als 60 Minuten eine Übernachtung notwendig wird, den Fahrgästen
die Unterbringung in einem Hotel oder einer anderweitigen Unterkunft kostenlos
anzubieten. Und: Besteht keine Möglichkeit zur Fortsetzung eines
Verkehrsdienstes mehr, so muss das Eisenbahnunternehmen einen alternativen
Beförderungsdienst für die Fahrgäste organisieren.
Weil die EG-Verordnung auf den Fernverkehr zugeschnitten ist, hat sich
Österreich dafür entschieden, für den Regionalverkehr eine
eigene Regelung zu erlassen, die vor allem den Pendlerinnen und Pendlern
zugute kommt. Demnach erhalten Inhaber von Jahreskarten eine Entschädigung,
wenn das Bahnunternehmen auf einer Strecke den vorher festgelegten Pünktlichkeitsgrad
unterschreitet. Der jeweils für eine Strecke geltende Pünktlichkeitsgrad
wird von den Eisenbahnunternehmen festgesetzt und vom Schienenregulator
(Schienen Control Kommission) nach strengen Kriterien überprüft.
Die Pünktlichkeit wird laufend erfasst. Mit Ablauf der Jahreskarte
bekommen die Inhaber von Jahreskarten automatisch für jene Monate,
in denen der festgesetzte Pünktlichkeitsgrad unterschritten wurde,
eine mindestens 10-prozentige Entschädigung, und zwar in Form eines
Gutscheins oder einer Gutschrift auf die nächste Jahreskarte.
Angelegenheiten wird für die Bahnkunden eine eigene Schlichtungsstelle
bei der Regulierungsbehörde Schienen Control GmbH eingerichtet. Darüber
hinaus steht natürlich auch der Gerichtsweg offen.
Breite Zusammenarbeit zur Verbesserung der Qualität im Nahverkehr
Parallel zur Neuregelung der Fahrgastrechte wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet,
die die Qualität des Nahverkehrs, insbesondere im Hinblick auf Pünktlichkeit,
Information und Service, verbessern helfen soll. Unter der Leitung des
Verkehrsministeriums nehmen die Arbeiterkammer, die Wirtschaftskammer,
der Schienen-Fachverband, sämtliche Verkehrsverbünde und der
Schienenregulator an dieser Arbeitsgruppe teil. Dieses Gremium hat auch
die Aufgabe, die Wirksamkeit der neuen gesetzlichen Bestimmungen zu den
Fahrgastrechten in der Praxis zu bewerten und gegebenenfalls Vorschläge
für weitere Verbesserungen auszuarbeiten (Pressemeldung BAV, 06.10.09).
Neoliberalismus
bringt die ÖBB ernsthaft in Gefahr
"Dass der neoliberale Wahnsinn bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB)
Einzug gefunden hat, ist der schwarz/blauen Koalition zu verdanken. Dass
man jetzt aber, wo man die negativen Auswirkungen bereits deutlich spürt,
weiterhin einen solchen Kurs fährt, schlägt dem Fass den Boden aus", so
Robert Bruckner, stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Generation
zu den Plänen der ÖBB die Stückguttransporte der Rail Cargo Austria auf
die Straße zu verlegen.
"Abgesehen von der Perspektive des Umweltschutzes ist dieses Vorgehen
vor allem aus wirtschaftlicher Hinsicht bedenklich. Die Schienennetze
verursachen schließlich Kosten allein aufgrund der Instandhaltung, egal
ob die Stückguttransporte transportiert werden oder nicht. Somit wird
es langfristig zu höheren Kosten kommen, welche sich auf den Personenverkehr
niederschlagen könnten", sieht Tina Tauß, Bundesvorsitzende der Jungen
Generation eine negative Auswirkung.
In schlechter Tradition habe man wieder einmal auf ein Beratungsunternehmen
gesetzt. Diesmal soll Roland Berger die ÖBB in die Gewinnzone zaubern.
Die Tageszeitung
"Der Standard" berichtete am Montag, wie sie dieses Ziel erreichen
will: Ganz ihren neoliberalen Grundsätzen treu, schlägt Roland Berger
ernsthaft vor, die Stückguttransporte der Rail Cargo Austria auf die Straße
zu verlagern, anstatt sie, wie bisher, mit der Bahn zu transportieren.
Die Einsparungen würden sagenhafte 7,9 bis 8,6 Millionen Euro ergeben
und man bräuchte ja nur 14.000 zusätzliche LKW-Fahrten. Die, weil es damit
noch billiger kommt, nicht von den ÖBB eigenen Speditionen abgewickelt
werden, sondern von privaten Frächtern. Dazu zieht man sich gleichzeitig
auch aus der Fläche zurück und zentralisiert die Logistikcenter, damit
man noch mehr LKW-Fahrten braucht.
"Diesem Schildbürgerstreich gehört unbedingt Einhalt geboten. Die Österreichischen
Bundesbahnen müssen wieder zu einem Unternehmen werden, indem klar der
volkswirtschaftliche Auftrag im Vordergrund steht und nicht neoliberale
Gewinnmaximierung. Denn die Österreichischen Bundesbahnen stehen im Eigentum
der österreichischen BürgerInnen und haben daher auch diese zu bedienen",
so Bruckner weiter.
"Bei solchen Aktionen darf man nicht nur an die Einsparungen denken, die
man in einem Jahr erzielt sondern auch an die Kosten die durch solch eine
Umstellung in fünf Jahren entstehen. Solche Ansätze aufzugreifen zeugt
von hilflosen Rundumschlägen. Es fehlt ein langfristiges Nutzungskonzept
für die ÖBB, welches schnellstmöglich entwickelt werden muss", so Tauß
weiter. Abschließend gab sie zu bedenken: "Sonst haben wir in 10 Jahren
- abgesehen von der Westbahn - auf allen Strecken nur noch Nostalgiefahrten."
(Pressemeldung SPÖ-Bundesorganisation, 06.10.09).
ÖBB-Infrastruktur
AG im Firmenbuch eingetragen
Basierend auf dem neuen Bundesbahngesetz, das im Sommer beschlossen wurde,
sind nun alle formalrechtlichen Voraussetzung für die Verschmelzung
der beiden Infrastrukturgesellschaften der ÖBB geschaffen. Mit der
Bestätigung des Firmenbucheintrags gibt es in Fragen der Bahninfrastruktur
ab sofort nur noch einen Ansprechpartner: die ÖBB-Infrastruktur AG.
Das Kerngeschäft der ÖBB-Infrastruktur AG besteht im Bereitstellen
einer bedarfsgerechten und zuverlässigen Bahninfrastruktur sowie
dem sicheren und pünktlichen Betrieb des Eisenbahnverkehrs.
Durch die Zusammenlegung wird die Verantwortung für die Infrastruktur
gebündelt, Schnittstellenprobleme und Reibungsverluste beseitigt.
Die Aufgabengebiete der beiden Gesellschaften haben sich teilweise überschnitten.
Das ist weder sparsam noch kundenfreundlich.
Die gebündelte Verantwortung führt nun zu bestmöglicher
Wirtschaftlichkeit, Kosteneinsparung durch die Reduktion von internen
Schnittstellen sowie zu kürzeren Entscheidungsfindungsprozessen.
Das Management der ÖBB-Infrastruktur AG hat sich zum Ziel gesetzt,
das Unternehmen bis Ende des Jahres so auszurichten, dass es am 01.01.2010
über neue, funktionsfähige Strukturen verfügt.
Parallel zum Gesetzwerdungsprozess begannen daher die verschmelzenden
Gesellschaften, ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG und ÖBB-Infrastruktur
Bau AG, mit ersten Vorbereitungsschritten. Es gilt rund 18.000 MitarbeiterInnen
in eine gemeinsame Zukunft zu führen.
Dabei wird ein zentrales Anlagenmanagement geschaffen, wodurch die Beauftragung
von Instandhaltungs- sowie Neu- und Ausbauarbeiten in einer Hand liegt.
Auch die Dienstleistungen werden in einem Bereich gebündelt, dem
Anlagen Services.
Die Entstehung der neuen Infrastrukturgesellschaft erfolgte schrittweise:
Im Mai 2009 wurde von Infrastrukturministerin Doris Bures die notwendige
Novelle des Bundesbahngesetzes im Ministerrat eingebracht. Es regelt,
dass es künftig unter der ÖBB-Holding nur mehr drei operative
Aktiengesellschaften (ÖBB-Personenverkehr AG, Rail Cargo Austria
AG und ÖBB-Infrastruktur AG) geben wird. Weiters ist hinkünftig
eine Weiterentwicklung des ÖBB- Konzerns durch die Aufsichtsorgane,
ohne gesetzliche Änderung, möglich.
Diese von den Infrastrukturgesellschaften seit langem angestrebte Reform
bringt die Installation eines „Anlagenmanagements aus einer Hand“.
Damit gibt es nur noch eine Verantwortung für Planung und Steuerung
der Anlagen. Eine Streckensicht – eine Streckenverantwortung! Planung,
Bau und Betrieb in einer Firma organisiert, das schafft zudem Synergien,
sowohl beim Bereitstellen als auch beim Nutzen der Anlagen (Pressemeldung
ÖBB, 06.10.09).
Verlagerungspläne
von Schiene auf Straße sofort stoppen
"Verkehrsministerin Doris Bures muss jetzt sofort handeln und die Pläne
der Rail Cargo Austria, Güter nicht mehr mit ÖBB-Zügen, sondern per Lkw
zu transportieren, sofort stoppen", verlangt Gerhard Heilingbrunner,
Präsident des Umweltdachverbandes.
"Das Kyoto-Ziel ist für Österreich schon jetzt in weiter Ferne - zurzeit
liegen wir 24 % über dem Zielwert. Der Verkehr ist dabei Österreichs größtes
Sorgenkind. Wenn jetzt im nächsten Jahr allein in der Steiermark 20.000
zusätzliche Lkws durchs Land rollen, bedeutet das das endgültige Ende
für den Klimaschutz in Österreich", so Heilingbrunner.
Der Umweltdachverband appelliert an BM Bures, die Einsparungspotenziale
in ihrem Ressort sofort sicher zu stellen und umweltschädliche Verkehrsprojekte
unverzüglich zu streichen. "Für Tunnelprojekte, wie den völlig entbehrlichen
Koralmtunnel oder den Brennerbasistunnel fällt sowieso jegliches "öffentliche
Interesse" weg, jetzt erst Recht, wenn die ÖBB plant, den gesamten Gütertransport
auf die Straße zu verlagern", so Heilingbrunner. Der UWD fordert nun das
endgültige AUS für Koralm- und Brennerbasistunnel, sowie für millionenschwere
Straßenprojekte, wie etwa die A26-Westring in Linz und die S 31 Schnellstraße,
die die Klimaschutzziele torpedieren, ökologisch sensible Gebiete zerstören,
die Gesundheit der Bevölkerung beeinträchtigen und den Staatshaushalt
bis zur Handlungsunfähigkeit verschulden.
"Außerdem fordern wir das AUS für das 220 Millionen teure "Donaukanal"-Projekt
der via donau zwischen Wien und Bratislava. Bures muss im Verkehrsressort
für derartige geld- und umweltvernichtende Projekte jegliche Mittel -
die sie ohnehin nicht hat - unverzüglich streichen, weil dieses Projekt
vor allem auch für die Schifffahrt völlig daneben ist", so Heilingbrunner.
"BM Bures muss jetzt rasch handeln, sonst wird sie zur "Megaschulden-Doris".
Der Umweltdachverband wird eine Liste von umweltschädlichen und Steuergeld
vernichtenden Projekten erarbeiten, die vom Verkehrsministerium und von
Frau BM Doris Bures subventioniert werden", so Heilingbrunner abschließend
(Pressemeldung Umweltdachverband, 06.10.09).
Sachverhaltsdarstellung
des ÖBB-Aufsichtsrats geht an die Staatsanwaltschaft
ÖBB-Aufsichtsratspräsident Horst Pöchhacker bekräftigt, dass von Seiten
des Unternehmens alles unternommen wird, um den Datenmissbrauch transparent
und nachvollziehbar aufzuarbeiten. "Und wir haben sichergestellt, dass
solche Praktiken abgestellt wurden und für die Zukunft ausgeschlossen
sind", betont Pöchhacker. Er kündigte an, dass die Sachverhaltsdarstellung,
die vor kurzem im Aufsichtsrat beschlossen wurde, in der kommenden Woche
an die Staatsanwaltschaft übermittelt wird.
Das Unternehmen hat jedes Interesse an einer restlosen Klärung der Vorwürfe,
so Pöchhacker. Daher hat man sich dafür entschieden, sowohl bei der Sachverhaltsdarstellung
als auch bei der Untersuchungs-kommission unabhängige, externe Experten
beizuziehen.
Weiters macht der Aufsichtsratsvorsitzende klar, dass auch alle Vorwürfe
im Hinblick auf dienstrechtliche Verfehlungen genau untersucht werden.
Zur derzeitigen parteipolitischen Diskussion merkte Pöchhacker an: "Wir
sind dabei, mit einer offensichtlich rechtswidrigen Praxis aufzuräumen,
die vor etlichen Jahren ihren Anfang genommen hat. Dass jetzt ausgerechnet
die in der Kritik stehen, die das Problem lösen, und nicht die, die es
verursacht haben, erscheint einigermaßen paradox."
Grundsätzlich hält der ÖBB-Aufsichtsratspräsident fest, "dass jedes Unternehmen
etwas tun muss, wenn die Krankenstandszeiten seiner Mitarbeiter überdurchschnittlich
hoch sind. Aber dass dies natürlich rechtskonform sein muss, ist keine
Frage".
Abschließend betonte Pöchhacker, dass es sehr bedauerlich sei, dass die
aktuelle Debatte mitunter auf Kosten der 42.000 MitarbeiterInnen, die
tagtäglich hervorragende und verantwortungsvolle Arbeit leisten, ausgetragen
werde (Pressemeldung ÖBB, 05.10.09).
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