Russland
/ Rossija
Alstom
erwirbt 25% des Kapitals der Transmashholding
Am 1. März 2010 haben Alstom und Transmashholding (TMH) in Anwesenheit
von Dmitri Anatoljewitsch Medwedew, Präsident der Russischen Föderation,
und Nicolas Sarkozy, Präsident von Frankreich, drei Dokumente
zur Umsetzung der am 31.03.09 vereinbarten strategischen Partnerschaft
unterzeichnet:
• Ein Aktienübertragungsvertrag, der Alstom 25%
+ 1 Aktie der Transmashholding-Dachgesellschaft, Breakers Investment
BV, überträgt.
• Ein Änderungsvertrag für die gegenwärtigen
Aktionäre zur Struktur und dem Management des Unternehmen.
• Ein Rahmenkooperationsabkommen zwischen Transmashholding
und Alstom Transport zur Regelung gemeinsamer Aktivitäten in der
Entwicklung und Herstellung neuer Fahrzeuge und Komponenten für
rollendes Material.
Alstoms
Beteiligung an der TMH ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Sobald
diese Bedingungen erfüllt sind, wird Alstom innerhalb von höchstens
sechs Monaten eine erste Zahlung über 75 Millionen US-$ an TMH
durchführen. Der Restbetrag wird im Jahr 2012 bezahlt werden, der
genaue Betrag hängt von den Ergebnissen der Transmashholding für
den Zeitraum 2008-2011 ab.
Unter
den Bedingungen der Vereinbarung einer strategischen Partnerschaft am
31. März 2009 wird ein Vertreter von Alstom Transport als neuer
stellvertretender Geschäftsführer der Transmashholding ernannt
werden. Er führt in Russland ein Team französischer Experten
als Spezialisten in der Produktion, der Technik sowie der Personal-
und Finanzkontrolle.
Ein
gemeinsames Engineering-Unternehmen - "Tekhnologii Relsovogo Transporta
- TRT" wurde bereits in Russland eingerichtet und registriert.
Diese Firma ist mit dem Aufbau russischer "Centres of Excellence"
für die Entwicklung und Herstellung von Fahrzeugen und Schlüsselkomponenten
beauftragt, die die Integration der neuesten Technologien von Alstom
Transport und TMH zusammenfügen.
Das Engineering-Zentrum arbeitet bereits an der Gestaltung der elektrischen
Personenzuglokomotive EP-20, die für Züge mit Geschwindigkeiten
von bis zu 200 Stundenkilometer ein künftiges Angebot an neuen
russischen Lokomotiven für verschiedene Verwendungszwecke bereitstellen
soll (WKZ, Quelle Pressemeldung Transmashholding, 03.03.10).
"Kalinka"
auf dem Abstellgleis
Das Zugpaar 7/8 Gdynia – Kaliningrad fuhr am 07.02.2010 vorerst letztmalig.
Damit ist ein Teil der „Ostbahn“ inklusive des Grenzübergangs Braniewo/Braunsberg
– Mamonovo/Heiligenbeil ohne Personenzugverkehr, und das Königsberger
Gebiet nur noch über den zeitraubenden Umweg über Litauen erreichbar.
Bereits zum Fahrplanwechsel am 14.12.2009 wurden die von diesem Zugpaar
beförderten durchgehenden Kurswagen Berlin - Königsberg abgeschafft.
Lediglich im Sommer soll das Zugpaar vom 30.05. bis 04.10.2010 wieder
verkehren (Hans-Jürgen
Schulz, 08.02.10).
Siemens
erhält Aufträge über bis zu 54 Desiro
Siemens hat von der Russischen Eisenbahn AG (RZD) einen Auftrag zur
Lieferung von bis zu 54 Regionalzügen für die Olympischen
Winterspiele 2014 in Sotschi erhalten. Die Vereinbarung hat ein Volumen
von bis zu 580 Millionen Euro.
Die ersten 38 Züge vom Typ Desiro im Wert von rund 410 Millionen
Euro wurden fest bestellt und werden komplett im deutschen Siemens-Werk
in Krefeld gefertigt. Für weitere 16 Einheiten wurde ein Vorvertrag
unterzeichnet. Diese Züge sollen dann teilweise in Russland gebaut
werden. Die Vereinbarungen wurden wenige Tage nach dem offiziellen Start
des ebenfalls von Siemens gebauten Hochgeschwindigkeitszugs Velaro RUS
unterzeichnet. Der Zug nahm am 17. Dezember den Fahrgastbetrieb zwischen
Moskau und Sankt Petersburg auf.
In Russland sind die Bauarbeiten für die olympischen Winterspiele
rund um Sotschi am Schwarzen Meer bereits in vollem Gange. So sollen
der Flughafen, der Olympiapark und die Sportstätten umweltfreundlich
über eine Bahnverbindung zu erreichen sein. Die Siemens-Züge
vom Typ Desiro für den Regionalverkehr können eine Geschwindigkeit
von bis zu 160 km/h erreichen und sollen im Herbst 2013 in Betrieb gehen.
„Russland ist für Bahntechnik ein riesiger Wachstumsmarkt.
Mit unserem kompletten Portfolio für umweltfreundliche Verkehrstechnik
sind wir bei Schienenfahrzeugen und Bahninfrastruktur bestens positioniert
und wollen der wichtigste ausländische Partner der RZD bleiben“,
sagte Hans-Jörg Grundmann, CEO von Siemens Mobility. Die russische
Bahn betreibt das längste Streckennetz in Europa.
Die Siemens-Division Mobility konnte in den letzten Jahren eine Reihe
wichtiger Aufträge in Russland gewinnen. Erst kürzlich bestellte
die RZD bei Siemens und einem russischen Partner 200 moderne Schlafwagen
mit einem Auftragswert von rund 320 Millionen Euro für Siemens.
Mit dem neuen Hochgeschwindigkeitszug „Sapsan“ verkehrt
seit dem 17.Dezember das russische Modell des Velaro-Hochgeschwindigkeitszuges
von Siemens auf der Strecke zwischen Moskau und Sankt Petersburg im
Passagierbetrieb. Acht zehnteilige Züge und den Service für
30 Jahre im Wert von insgesamt 600 Millionen Euro hatte die Russische
Bahn bei Siemens geordert (Pressemeldung Siemens, 31.12.09).
"Sapsan"-Einsatz
zwischen St. Petersburg und Moskau
Am 18.12.2009 wird der Hochgeschwindigkeitsverkehr mit den
bei Siemens beschafften Triebzügen vom Typ Velaro RUS zwischen St. Petersburg
und Moskau aufgenommen. Der russische ICE, welcher den Markennamen "Sapsan"
(Wanderfalke) trägt, verkehrt ab dem 18.12.2009 auf der Strecke mit
täglich drei Zugpaaren.
Die Fahrzeit für die 645 Kilometer lange Strecke beträgt ohne Zwischenhalte
3 Stunden und 45 Minuten. Das Nachmittagszugpaar legt Halte in Okulovka,
Bologoe, Vysnij Volocek und Tver' ein und braucht daher eine halbe Stunde
länger.
Der Basistarif beträgt in der 2. Klasse 3300 Rubel (ca. 75 EUR) und
in der 1. Klasse 5300 Rubel (ca. 120 EUR). Zur Einführung gibt es bis
zum 15. April 2010 Rabatte.
Fahrplan:
• 151 St. Petersburg 6.45 - Moskau 10.30 Uhr
• 152 Moskau 6.45 - St. Petersburg 10.30 Uhr
• 155 St. Petersburg 13.00 - Moskau 17.15 Uhr
• 156 Moskau 13.00 - St. Petersburg 17.15 Uhr
• 157 St. Petersburg 19.00 - Moskau 22.45 Uhr
• 158 Moskau 19.00 - St. Petersburg 22.45 Uhr (Hans-Jürgen
Schulz, 30.11.09).
Russland:
Jekaterienburg








Gibt
man in die DB-Fahrplanauskunft "Jekaterienburg" ein, so erscheint "Swerdlowsk
Pass" als Bahnhofsname. Ein Kuriosum, welches schon sehr ungewöhnlich
ist. Von 1924 bis 1991 trug die wichtige Industrie- und Universitätsstadt
den Namen "Swerdlowsk" und der Bahnhof hat diesen Namen bis heute behalten.
Jekaterienburg, gut 40 Kilometer östlich der durch den Ural verlaufenden
imaginären Grenze zwischen Europa und Asien gelegen, zählt mit rund
1,3 Mio Einwohnern zur dritt wichtigsten Region Russlands. Daraus und
durch die Lage an der Transsobirischen Eisenbahn ist hier viel auf der
Schiene los. Schwere Güterzüge mit sehr leistungsfähigen E-Loks rollen
Richtung Moskau (1816 km entfernt) oder Wladiwostok (7472 km entfernt).
Zudem kreuzen sich hier Strecken in den nördlichen Ural, nach Tscheljabinsk
und Orsk. Lange Schlaf- und Liegewagenzüge im Fernverjehr, Triebwagen
im Nahverkehr und auf OPNV mit Straßenbahn, Bus und O-Bussen sin zudem
zu sehen.
Zwischen meinen Vorleseungen an der Ural-Universität und am Wochenende
ist der Besuch der durch die Stadt führenden Strecken sehr lohnenswert.
Mit dem neuen Outfit der russischen Staatsbahn (RZD) verschwindet nach
und nach das alte grüne Farbschema im Wagenpark.
Dabei wirkt eine Rangierlok im neuen Look (der russischen Flagge mit
den panslawischen Farben nachempfunden) doch schon ein wenig gewöhungsbedürftigt.
Bevor in den nächsten Tagen der Winter mit bis zu 35Grad Minus hier
im Osten Einzug hält, anbei einige Motive aus den letzten Tagen des
Herbstes 2009 für die User des Lok-Reports (Rico
Emersleben, 26.10.09).
Transmashholding
liefert noch vor 2011 bis zu 100 neue Lokomotiven 2TE25A
Die
Gesellschaften Transmashholding und Russische Eisenbahnen (RZD) haben
eine Vereinbarung beschlossen, wonach in den Jahren 2009 und 2010 eine
große Zahl neuer Diesellokomotiven der Baureihe 2TE25A (mit dem
Beinamen “Witjas”, engl. "Vityaz") geliefert werden
sollen.
Bei den Lokomotiven der Baureihe 2TE25A handelt es sich um zweiteilige,
zwölfachsige Diesellokomotiven mit einer Leistung von 2 x 2500
kW, einem Dienstgewicht von 2 x 144 t und einer Höchstgeschwindigkeit
von 120 km/h für Betrieb auf 1.520 mm Spurweite.
Aus gut unterrichteter Quelle wurde bestätigt, dass der Vertrag
die Lieferung von zunächst 25 Lokomotiven vorsieht mit der Option,
diese auf 100 Lokomotiven zu erhöhen, wobei der Preis für
eine Lokomotive nach Expertenangaben bei etwa 3,5 Mio. EUR liegt. Ein
Rahmenabkommen über die Lieferung von 100 Lokomotiven der Baureihe
2TE25A war bereits im Mai 2008 zwischen TMH und RZD abgeschlossen worden.
Die Lokomotiv- und Maschinenbaufabrik Brjansk (BMZ) erhielt bereits
das Konformitätszertifikat für die Herstellung der Vorserienlokomotiven.
Sobald das Werk in Brjansk das Zertifikat für die Serienlieferung
erhalten hat, soll die Produktion aufgenommen werden.
Die Lokomotiven der Baureihe 2TE25A sind die ersten Güterzuglokomotiven
in Russland mit Asynchronfahrmotoren aus einheimischer Entwicklung und
Produktion. Das Kernstück dieser Diesellokomotiven bildet der von
"VNIKTI” entwickelte und durch die Firma "Electro SI"
in Moskau hergestellte Traktionsumrichter. Die Dieselmotoren stammen
aus der bekannten Fabrik in Kolomna, ebenfalls einem Betrieb der Transmashholding.
Auf der Basis der Baureihe 2TE25A soll eine ganze Familie von ein- und
zweiteiligen Diesellokomotiven entstehen, darunter die leistungsstarke
neue Baureihe TE35.
Die Baureihe 2TE25A erfüllt und überschreitet jetzt schon
die Anforderungen der RZD. Bereits im Jahre 2007 konnte ein Prototyp
während der Erprobung einen 7800-Tonnen-Güterzug ziehen, während
die aktuelle Anforderung an eine 2TE10M-Diesellok nur bei 5200 Tonnen
lag (Rüdiger Lüders, Quelle www.interfax.ru, Foto Transmashholding,
10.09.09).
Siemens
als Lieferant der Vorortzüge für die Olymiade in Sotschi 2014
bestätigt
Die russische Staatsbahn RD und Siemens haben einen Vorvertrag
über die Lieferung und Wartung von Voortzügen unterzeichet,
die während der Olymischen Spiele im Jahr 2014 auf der Strecke
Adler - Krasnaja Poljana eingesetzt werden sollen, wie die Zeitung “Vedomosti”
berichtet. Nach Angaben der RD umfasst der Vertag die Lieferung
von 38 Zügen, für deren Erwerb die RD einen staatlichen
Zuschuss von 41,5 Mio. Rubel erhalten soll. Darüberhinaus kann
die RD weitere Züge erwerben, diese jedoch auf eigene Rechnung.
Die russische Tageszeitung “Kommersant” bestätigt,
dass die Zusammenarbeitsvereinbarung die Lieferung von 54 Zügen
durch Siemens beinhaltet, von denen 38 Züge in Deutschland, die
restlichen 16 Züge in Russland gebaut werden sollen. Der Preis
eines Zuges liegt laut Dietrich Möller, Leiter der russischen Vertretung
von Siemens in Russland, bei etwa 10 Mio. EURO, während der gesamte
Vertrag einen Wert von ca. 600 Mio. EURO ausmacht.
Im Februar 2009 hatten die RD eine Auschreibung für die Lieferung
der Züge veröffentlicht. Zur gleichen Zeit hatte bereits der
Vizepräsident der RD, Valentin Gaspanowitsch, angekändigt,
dass der Wettbewerb von der kanadischen Gesellschaft Bombardier gewonnen
wäre. Laut “Vedomosti” konnte Bombardier bis Ende Juli
davon ausgehen, den Auftrag zu gewinnen, doch nun sei die Entscheidung
- zur Überraschung der Kanadier - zugunsten von Siemens gefallen.
Bombardier will allerdings die Verhandlungen mit den RD fortsetzen.
Aus einer anderen Quelle verlautete, dass Siemens der Vorzug gegeben
sei, weil sie die Forderung nach einer Höchstgeschwindigkeit von
160 km/h erfüllen könnten. Der von Bombardier angebotenen
„Spacium“-Triebzug erreicht maximal 140 km/h, wohingegen
die Höchstgeschwindigkeit des „Desiro“ von Siemens
bei 160 km/h liegt (Quelle: www.lenta.ru,
05.08.09).
Neue
Schlafwagen für russische Bahn
Die Russische Eisenbahn AG (RZD) hat bei Siemens und dem lokalen Waggonbauer
Tverskoy Vagonostroitelny Zavod AG (TVZ) 200 moderne Schlafwagen bestellt.
Auf Siemens entfällt ein Auftragsvolumen von rund 320 Mio. EUR. Aufgrund
besonderer technischer Ausstattung können die Wagen von der RZD im grenzüberschreitenden
Verkehr und in ganz Mittel- und Westeuropa eingesetzt werden.
Die entsprechenden Verträge wurden am 30.07.09 zwischen dem Präsidenten
der RZD, Vladimir Yakunin, dem Generaldirektor der TVZ, Alexandr Vasilenko,
sowie Hans-Jörg Grundmann, dem CEO der Mobility-Sparte von Siemens unterzeichnet.
„Wir haben das klare Ziel, der bedeutendste ausländische Partner der
RZD zu werden. Mit dem heutigen Auftrag sind wir diesem Ziel wieder
einen Schritt näher gekommen“, sagte Grundmann bei der Vertragsunterzeichnung.
Diese fand im Rahmen einer VIP-Fahrt mit dem von Siemens gelieferten
Hochgeschwindigkeitszug Velaro RUS statt, der bald in den regulären
Fahrgastbetrieb geht.
Gebaut werden die Fahrzeuge ab 2010 im Siemens-Werk in Wien, Österreich,
und im Wagonbauwerk der TVZ in Tver, nordwestlich von Moskau. Siemens
liefert die für das europäische Bahnnetz benötigten Drehgestelle in
Normalbreite, wesentliche Teile des Wagenkastens und Teile für den Innenausbau
als Unterlieferant an die TVZ. Die Fertigung der Drehgestelle für die
Fahrt auf der russischen Breitspur sowie den Rohbau der Waggons im Serienbetrieb
übernimmt TVZ. Die neuen Schlafwagen gehören zu den international einsatzfähigen
Reisezugwagen vom Typ RIC (Regolamento Internazionale delle Carrozze)
und dürfen damit ohne gesonderte Zulassung bei allen diesem Abkommen
angehörenden Bahnen verkehren.
Die TVZ mit Sitz in Tver ist ein führender Fahrzeughersteller in Russland,
der sich auf die Großserienfertigung verschiedener Wagentypen – Abteilwagen,
Schlafwagen, Großraumwagen – sowie die Lieferung von Bauteilen spezialisiert
hat. Das Unternehmen gehört zur russischen ZAO Tansmashholding, dem
mit mehr als 60.000 Mitarbeitern größten Bahntechnikunternehmen im Land
(Pressemeldung Siemens, 31.07.09).
Siemens
will mit Sinara Joint Venture gründen
Siemens, die Russischen Eisenbahnen AG (RZD) sowie der russische Hersteller
von Frachtlokomotiven OJSC Sinara Transport Machines haben heute eine
Grundsatzvereinbarung (Memorandum of Understanding) zur Fertigung und
Lieferung moderner E Lokomotiven unterzeichnet. Ein Gemeinschaftsunternehmen
von Siemens und Sinara soll jährlich etwa 100 Doppel-Lokomotiven
für die RZD bauen.
Im
Rahmen des Forums „Strategische Partnerschaft 1520“ in Sotschi
haben sich der CEO der Mobility-Sparte von Siemens, Hans-Jörg Grundmann,
der Präsident der RZD, Vladimir Jakunin, sowie Dmitriy Pumpyanskiy,
Präsident der Sinara Group, heute auf die grundsätzlichen
Punkte einer Zusammenarbeit verständigt. Danach sollen ab 2010
in einem gemeinsamen Werk in der Nähe von Jekaterinburg etwa 100
elektrische Doppel-Lokomotiven pro Jahr für die RZD gefertigt werden.
Details der Vereinbarung sollen in den kommenden Wochen zwischen den
beteiligten Partnern ausgehandelt werden.
Für
Siemens ist Russland einer der wichtigsten und zukunftsträchtigsten
Märkte. Der Bahnmarkt Russland ist mit 85.000 Gleiskilometern,
1,3 Milliarden Fahrgästen jährlich und einer Jahresfracht
von insgesamt 1,3 Milliarden Tonnen der mit Abstand größte
in Europa.
Die
geplante Fertigung und Lieferung von modernen E-Lokomotiven in Kooperation
zwischen Siemens und Sinara ist ein wichtiger Schritt zur Erweiterung
der strategischen Partnerschaft von Siemens mit der RZD, die zunächst
im Bereich des Hochgeschwindigkeitsverkehrs begann. Ende 2008 übergab
Siemens den ersten Hochgeschwindigkeitszug Sapsan (Velaro RUS) an die
RZD (Pressemeldung Siemens, 29.05.09).
SNCF
und RZD unterzeichnen Vereinbarung zur Zusammenarbeit
Eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit der französischen und russischen
Bahnen wurde von Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, und Vladimir
Yakounine, Präsident der russischen Eisenbahn (RZD), am 28. Mai
in Sotschi in Russland unterzeichnet.
Die vorrangigen Maßnahmen für die Zusammenarbeit betreffen
mehrere Bereiche, darunter:
• Fahrscheindistribution;
• Ausbildung russischer Eisenbahner;
• Entwicklung des Gütertransports per Bahn, insbesondere
für die Automobilindustrie zwischen Europa, Russland und Asien;
• Zusammenarbeit im Bereich der Organisation und Verwaltung der
Bahnhöfe, beispielsweise durch die Einrichtung von Partnerschaften
zwischen russischen und französischen Bahnhöfen und die Ausbildung
der Bahnhofsvorstände;
• Zusammenarbeit im Bereich des Hochgeschwindigkeitsverkehrs,
insbesondere bei der Durchführung der künftigen Hochgeschwindigkeitslinie
zwischen Moskau und St. Petersburg.
Die Eröffnung einer Repräsentanz der SNCF in Moskau im vergangenen
März ist als Zeichen für den Willen zu sehen, neue Ziele der
Zusammenarbeit zwischen der SNCF und RZD zu entwickeln (WKZ, Pressemeldung
SNCF, 29.05.09).
Mit
281 km/h zwischen Moskau und Sankt Petersburg


Der Hochgeschwindigkeitszug Velaro RUS von Siemens Mobility hat einen
Geschwindigkeitsrekord auf russischen Gleisen aufgestellt. Bei Tests
des Fahrwerks und der elektrischen Systeme passierte der in Russland
„Sapsan“ (Wanderfalke) genannte Hochgeschwindigkeitszug
am 2. Mai den Streckenabschnitt Okulowka – Mstinski Most zwischen
Moskau und Sankt Petersburg mit der Geschwindigkeit von 281 km/h. „Eine
solche Geschwindigkeit ist auf den Gleisen der russischen Eisenbahn
zum ersten Mal erreicht worden“, sagte Valentin Gapanovich, Vize-Präsident
der staatlichen Bahngesellschaft RZD.
Die bisher durchgeführten Tests ergaben, dass der Zug im regulären
Betrieb mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h fahren kann. Nach der
Modernisierung der Infrastruktur auf einem Großteil der 645-Kilometer
Strecke zwischen Moskau und Sankt Petersburg kann die Geschwindigkeit
sogar auf 230 km/h erhöht werden.
Im Rahmen der Prüfungen erfolgt das „Einfahren“ des
Zuges auch auf zwei weiteren Strecken. So finden zusätzlich Probefahrten
auf der Prüfstrecke Belorechenskaya – Maikop der Nord-Kaukasus-Eisenbahn
statt, danach sind Probefahrten auf den Gleisen der Gorkovskaya-Eisenbahnstrecke
geplant.
Die Prüfungen sollen bis November dieses Jahres abgeschlossen sein.
Danach findet die erste reguläre Fahrt zwischen Moskau und Sankt
Petersburg statt. Die Fahrgäste werden dann nur noch 3 Stunden
45 Minuten für die Fahrt zwischen den beiden Metropolen benötigen.
Das bedeutet eine Zeitersparnis von fast einer Stunde. Die durchschnittliche
Umlaufzeit wird acht Stunden betragen.
Der Termin für die Vertragsabnahme und Start des kommerziellen
Betriebs ist auf Dezember 2009 gelegt. Siemens Mobility liefert acht
Züge des Typs Velaro RUS an die RZD bis 2010. Den Auftrag für
die Züge und deren Wartung über 30 Jahre hatte Siemens im
Mai 2006 erhalten (Pressemeldung Siemens, 11.05.09).
Alstom
und Transmashholding unterzeichnen strategischen Partnerschaftsvertrag
Alstom
und Transmashholding (TMH), der größte Schienenfahrzeughersteller in
Russland, unterzeichneten am 31. März 2009 eine technologische, industrielle
und finanzielle strategische Vereinbarung. Gemäß dieser Vereinbarung,
die an eine Absichtserklärung von Oktober 2008 anschließt, wird Alstom
Transport die Modernisierung der Fertigungsstandorte von TMH und die
Entwicklung einer neuen, an den russischen Markt angepassten Schienenfahrzeug-Generation
unterstützen. Außerdem wird Alstom 25% (+ 1 Anteil) des Kapitals der
TMH-Holdinggesellschaft zu einem Preis kaufen, der nach dem Finanzergebnis
der TMH über den Zeitraum 2008-2011 festgelegt wird.
Der Vertrag beinhaltet zunächst die Unterstützung, die Alstom Transport
bei der Modernisierung der Fertigungsstätten von TMH geben soll. Alstom
Transport wird dabei technologische sowie methodische Unterstützung
in punkto Fertigungsprozesse und Kompetenz leisten und wird einen stellvertretenden
Generaldirektor zur Überwachung der internen Betriebsabläufe bei TMH
ernennen. Die Anfangsphase dieser technologischen Kooperation, die bereits
im März 2008 eingeleitet wurde, hat schon die Modernisierungsplanung
von drei TMH-Werken in Demikhovo, Bryansk und Tsentrovarmash ermöglicht.
Diese Planung wird noch auf neun weitere TMH-Werke ausgeweitet.
Alstom und TMH haben auch vereinbart, ein Joint Venture für die Entwicklung
neuer Schienenfahrzeugmodelle zu gründen, die auf Alstom Transports
sowie TMHs neuester Technik basieren - angepasst an den russischen Schienenfahrzeugmarkt.
Dieses Unternehmen, das zu gleichen Teilen Alstom und TMH gehört, hat
die Aufgabe, russische Kompetenzzentren zu schaffen, die das Fachwissen
beider Parteien für die Konstruktion neuer Produkte einbringen.
TMHs Fertigung neuer Produkte für die Märkte Russlands und der GUS-Länder
wird zu 75 bis 80% in Russland erfolgen. Das erste Produkt, das von
dem neuen Joint Venture auf den Markt kommt, soll in TMHs Werk in Novotcherkassk
gefertigt werden. Es handelt sich dabei um eine Elektrolokomotive auf
Basis eines Plattformkonzeptes. Nach Planung der Partner soll die erste
Lokomotive Mitte 2010 ausgeliefert werden.
Beide Unternehmen beabsichtigen auch, ihre Kooperation mit der Fertigung
von doppelstöckigen Reisezugwagen fortzusetzen. Alstom und TMH nahmen
im Oktober 2008 an einer Ausschreibung der Russischen Bahn (RZD) für
die Konstruktion und Fertigung von Reisezugwagen in Russland teil und
befinden sich zur Zeit in Verhandlungen mit dem Kunden, um zu einem
endgültigen Vertrag zwischen den Parteien zu gelangen. Bei diesen Fahrzeugen
handelt es sich um Doppelstockwagen mit Schlaf- und Sitzabteilen, die
mit einer Reihe von Annehmlichkeiten (Bar, Restaurant, Duschen) ausgestattet
sind. Sie werden in der Region Tver gebaut.
Mit über 85.000 Gleiskilometern, 1,3 Mrd. Fahrgästen jährlich und einer
Jahresfracht von insgesamt 1,3 Mrd. Tonnen ist der russische Schienenfahrzeugmarkt
der größte in Europa. Mit dieser strategischen Partnerschaft wollen
Alstom Transport und TMH ihre Stärken - höchstes technisches Fachwissen
und beste Kenntnisse des russischen Marktes - vereinen, um so die Anforderungen
dieses Marktes optimal zu erfüllen, zu seiner schnellen Modernisierung
beizutragen und zusammen zum Marktführer in der russischen Schienenfahrzeugindustrie
zu werden (Pressemeldung Alstom, 01.04.09).
Lokwechsel
in Vladimir




In Russland gibt es zwei unterschiedliche Stromsysteme, das Gebiet um
Moskau ist mit 3 kV Gleichstrom elektrifiziert, viele weitere Strecken
mit 25 kV 50 Hz Wechselstrom. Auf der Strecke Moskau - Nishnij Novgorod
(eine Zufuhrstrecke zur Transsib) ist im Bahnhof Vladimir 190 km östlich
von Moskau Systemwechsel. Die Bahnsteiggleise sind umschaltbar für
den Lokwechsel.
Am 19.02.09 konnte ich den Lokwechsel beim Schnellzug Nr 62 Moskva -
Nishnij Novgorod festhalten. CS7-276 hat den Zug mit Gleichstrom aus
Moskau gebracht und übergibt an die CS4T-274 zur Weiterfahrt unter
Wechselstrom. Die imposanten Loks beider Reihen stammen von Skoda aus
der damaligen Tschechoslowakei (Jörg
Krüger, 19.03.09).
Transmashholding
und Alstom unterstützen Eisenbahn in Kasachstan
Transmashholding und JSC National Company Kazakh Railways (KTZh)
unterzeichneten am 30.10.08 ein Memorandum der Zusammenarbeit für
den Bau elektrischer Lokomotiven und von Reisezugwagen. Das Dokument
wurde von Andrey Bokarev, Transmashholding-Vorsitzender, und Askar Mamin,
Präsident der KTZh, in Anwesenheit der russischen und kasachischen
Ministerpräsidenten unterzeichnet. Zwei neue Werke für Fahrzeuge
sollen in Kasachstan errichtet werden.
Bis zu 100 moderne Reisezugwagen soll die jährliche Produktion
im Werk Alma-Aty umfassen. Das Werk JSC Baiterek A ist für die
Einführung der Produktion von 150 Hauptstrecken-Fracht-AC-Lokomotiven
pro Jahr vorgesehen.
Eine weitere Zusammenarbeit kann sowohl durch eine erhöhte Produktion
als auch eine Diversifizierung des gemeinsamen Projekt-Portfolios erfolgen.
Zusätzlich sind Service-Center für die Instandhaltung der
gemeinsam hergestellten Maschinen in Kasachstan vorgesehen.
Die französische Firma Alstom Transport wurde in die Projekte als
strategischer Partner mit einbezogen. Ein Aktionsplan auf der Grundlage
der Vereinbarung soll bis Ende 2008 ausgearbeitet werden (Pressemeldung
Transmashholding, 03.11.08).
Alstom
Transport und Transmashholding gründen strategische Partnerschaft
Alstom Transport und die russische Firma Transmashholding (TMH) geben
die Unterzeichnung eines "Memorandum of Understanding" über
eine strategische Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen bekannt.
Darüber hinaus wollen Alstom Transport und TMH ein Joint-Venture
zur Fertigung von Doppelstock-Wagen für den russischen Markt bilden.
Das Memorandum sieht die technische Zusammenarbeit zwischen den beiden
Unternehmen vor und für Alstom Transport die Möglichkeit für
den Kauf von 25 Prozent plus einer Transmash-Aktie (plus one share).
Darüber hinaus haben Alstom Transport und TMH ein Joint Venture
im Bereich der Doppelstock-Wagen beschlossen. TMH wird eine 51%-Beteiligung
an der neuen Firma unter dem Namen "TMH-Alstom DV" besitzen,
Alstom Transport eine 49%-Beteiligung.
Das gemeinsame Unternehmen wurde zum Zweck der Beteiligung an einer
Ausschreibung der Russischen Eisenbahn (RZD) zur Lieferung von 1210
Doppelstockwagen im Oktober 2008 gegründet. Als im Mai 2008 vorqualifizierter
Partner hat TMH Alstom als technologischen Partner bei der Einführung
einer modernen, innovativen Lösung für die RZD ausgesucht.
Die Fahrzeuge von TMH-DV Alstom wurden nie zuvor in Russland hergestellt.
Es handelt sich um Doppelstock-"Hotel"-Wagen mit allem Komfort
wie Liegemöglichkeiten, Restaurant und Duschen für den Personenverkehr
über sehr lange Strecken. Wenn TMH-Alstom DV den Auftrag gewinnt,
sollen diese Züge in der russischen Region Twer, nordwestlich von
Moskau, hergestellt werden. Die Verbindung der Städte Sankt Petersburg,
Moskau und Sotschi soll bei Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h ermöglicht
werden.
In der Zukunft planen Alstom Transport und TMH eine gemeinsame Plattform
für die Herstellung von Güter- und Personenzuglokomotiven.
Diese Plattform wird an russischen Eisenbahn-Standards angepasst und
das Know-how von beiden Partnern in der Entwicklung und Herstellung
von Lokomotiven umfassen. Russland hat bis 2030 einen potenziellen Markt
von 1000 Lokomotiven jährlich.
Erst kürzlich waren Verhandlungen zwischen dem Bahn-Hersteller
Bombardier aus Kanada und der Transmashholding über einen Einstieg gescheitert.
Als Grund wurde der hohe Einstiegspreis für Bombardier genannt.
Auch Siemens meldete Interesse an einer Zusammenarbeit an (WKZ, Quelle
Pressemeldung Transmashholding, 07.10.08).
Transmashholding
steigert Umsatz um 36% im ersten Halbjahr 2008
Der Umsatz des russischen Bahnfahrzeugherstellers CJSC Transmashholding
belief sich im ersten Halbjahr 2008 auf fast 42 Milliarden russische
Rubel, was einen Anstieg um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2007
entspricht.
Das
Umsatzwachstum schloss alle Produktgruppen der Holding ein. Der Lokomotivumsatz
erfuhr eine deutliche Steigerung: Der Umsatz an elektrischen Hauptstreckenlokomotiven
stieg von 96 auf 159 Einheiten (+66%), bei dieselelektrischen Hauptstreckenlokomotiven
und Rangierlokomotiven wuchs der Umsatz von 27 auf 43 (+ 59%) bzw. von
74 auf 94 Einheiten (+27%). Der Umsatz an Schienenbussen erfuhr eine
79%-ige Steigerung von 14 auf 25 Einheiten, während Reisezugwagen
ein 30%-iges Wachstum von 445 auf 579 an den Tag legten. Kunden erhielten
im ersten Halbjahr 2008 imsgesamt 1240 Güterwagen im Vergleich
zu 967 im Frühjahr 2007 (+28%). Bei Dieselmotoren stieg der Umsatz
um 27%, insgesamt wurden 334 Lokomotiv- und Schiffsdiesel-Motoren verkauft.
CJSC
Transmashholding zahlte in der ersten Jahreshälfte 2008 insgesamt
rund 4 Milliarden russische Rubel an Steuern und Extra-Finanzmitteln
(Pressemeldung
Transmashholding, 29.08.08).
DC-Lokomotive
2ES4K "Donchak" geht in Betrieb
Die
erste
russische vom Lokomotivwerk Nowotscherkassk entwickelte Hauptstrecken-DC-Güterzuglokomotive
2ES4K "Donchak" Nr. 001 hat das Fließband verlassen
und nimmt im Lok-Depot Belovo der Westsibirischen Eisenbahn den Betrieb
auf.
Das
Lokomotivwerk in Nowotscherkassk fertigte 2006 den ersten Prototyp der
Reihe 2ES4K. Im Juni 2008 erhielt das Werk eine Konformitätsbescheinigung
für eine Pilotserie von 30 Lokomotiven 2ES4K. Das Werk Nowotscherkassk
erwartet den Auftrag über 14 elektrischen Lokomotiven 2ES4K, die
jeweils aus zwei Einheiten bestehen, im Jahr 2008.
Die DC-Lokomotive 2ES4K "Donchak" entspricht weitgehend der
AC-Lokomotive 2ES5K "Ermak", die ebenfalls in Nowotscherkassk
gebaut wird. Die 2ES4K besitzt aber den neuen Gleichrichter PSN235 U2
der Transconverter Limited Liability Company, einem Joint Venture zwischen
Transmashholding und Siemens Aktiengesellschaft (Siemens AG, Deutschland).
Die
Produktion der wichtigen Hauptstrecken-DC-Güterzuglokomotiven für
die russische Eisenbahn wurde nun nach einer 27-jährigen Pause
wieder aufgenommen. Die Werkstatt Nowotscherkassk beendete im Jahr 1981
die Produktion der vorherigen Generation VL10U (Pressemeldung
Transmashholding, 25.07.08).
Funkwerk
modernisiert Technik in großem Moskauer Fernbahnhof
Wer von Moskau mit dem Zug nach Südrussland, zum Beispiel auf die
Krim, oder in die Ukraine fährt, der steigt am so genannten Kursker
Bahnhof ein, einem der größten Fernbahnhöfe in der russischen
Hauptstadt. Seit 1896 ist der Bahnhof Startpunkt für die beiden
Hauptstrecken in Richtung Süden und Westen und bietet bis zu 11.000
Menschen gleichzeitig Platz.
Funkwerk
sorgt jetzt dafür, dass die Informations- und Kommunikationstechnik
in diesem bedeutenden Bahnhof auf dem neusten Stand der Technik ist.
„Mit diesem Auftrag sind wir erfolgreich in den russischen Bahnmarkt
eingestiegen“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Funkwerk, Dr.
Hans Grundner, und ergänzte: „Und die Zeichen stehen gut,
dass wir diesen Erfolg auch bei anderen Bahnhöfen in Russland wiederholen
können.“
Der
Kursker Bahnhof ist der erste von einer Vielzahl russischer Bahnhöfe,
der im Rahmen eines breit angelegten Modernisierungsprogramms durch
einen Generalunternehmer erneuert wird. Die Informations- und Kommunikationstechnik
dazu liefert Funkwerk.
So
bekommt jeder Fahrgast über eine Fahrgastinformationsanlage von
Funkwerk auf großen Übersichtstafeln im Bahnhof und auf Anzeigern
auf dem Bahnsteig stets alle wichtigen Informationen auf Basis des aktuellen
Fahrplans. So findet er immer das richtige Gleis und wird rechtzeitig
über Verspätungen oder Störungen informiert.
Über
die komplett neue Beschallungsanlage für alle Bereiche des Kursker
Bahnhofs erreichen diese Informationen die Fahrgäste auch per Lautsprecher.
Standardansagen werden dabei auf Basis des Fahrplans über ein automatisches
Ansagesystem gesteuert. Außerdem liefert Funkwerk Messagingserver,
DECT-Basisstationen sowie Handsets und Systemtelefone für die Kommunikation
der Mitarbeiter des Bahnhofes untereinander (Pressemeldung
Funkwerk, 28.05.08).
Bombardier
und Transmashholding gründen drittes Joint Venture
Bombardier Transportation und Transmashholding haben die Gründung
eines neuen Joint Ventures zur Entwicklung einer neuen Generation von
Lokomotiven mit asynchroner Antriebstechnologie unterzeichnet. Das neue
Joint Venture ist bereits das dritte Gemeinschaftsunternehmen von Bombardier
Transportation, dem Weltmarktführer in der Produktion von elektrischen
Lokomotiven, und der Transmashholding, dem Hauptlieferanten von Schienenfahrzeugen
für die Russische Eisenbahn.
Der
Vertrag wurde auf dem 3. Internationalen Eisenbahnforum in Sotschi von
Wolfgang Tölsner, Chief Operating Officer von Bombardier Transportation,
und Andrej Andreev, stellvertretender Generaldirektor der ZAO Transmashholding,
in Gegenwart des Präsidenten von OAO Russian Railways (RZD), Vladimir
Yakunin, unterzeichnet.
Das
neue gemeinsame Unternehmen wird seinen Sitz in Russland haben. Die
Vertragsparteien sind zu gleichen Teilen und mit gleichen Rechten an
dem Unternehmen beteiligt. Hauptaufgabe ist die Entwicklung von neuen
Lokomotiven für die Märkte in Russland und der GUS sowie für
den Export in neue Märkte. Die beiden Partner bringen ihre jeweiligen
Stärken in das Projekt ein: Transmashholding die langjährige
und bewährte russische Konstruktionserfahrung und Bombardier das
technologische Know-how als Weltmarktführer in der Entwicklung
und Produktion von Schienenfahrzeugen.
Die
Gründung des neuen Joint Ventures zur Entwicklung von Lokomotiven
ist eine konsequente Weiterführung der Zusammenarbeit, die im letzten
Jahr zwischen den beiden Unternehmen begann: Am 25. Mai 2007 war ein
Vertrag über die Gründung von zwei Joint Ventures unterzeichnet
worden. Hierzu gehören die Entwicklung von fortschrittlichen Antriebstechnologien
für Schienenfahrzeuge und die Produktion von Kernkomponenten für
elektrische Lokomotiven – vor allem Traktionsstromrichter, die
auf Bombardiers bewährtem MITRAC-Antriebssystem basieren.
Im
Laufe des Jahres 2007 wurde die Bombardier Transportation Transmashholding
AG als Dach der beiden Tochterunternehmen „Transmashholding Bombardier
Transportation (Engineering) Rus" (Konstruktionszentrum) und „Transmashholding
Bombardier Transportation (Industrial) Rus" (Joint Venture zur
Fertigung von Traktionsstromrichtern) gegründet.
Der
russische Markt für angetriebene Schienenfahrzeuge ist einer der
größten weltweit. Im Jahr 2007 hatten 72,5% bzw. 84,2% der
elektrischen bzw. Diesellokomotiven der Russischen Eisenbahn (RZD) ihre
vorgesehene Betriebsdauer überschritten. Daraus ergibt sich ein
voraussichtlicher Bedarf der RZD an Lokomotiven aller Art von 11.675
Fahrzeugen im Zeitraum von 2008 bis 2015 und weiteren 11.722 Fahrzeugen
im Zeitraum 2016 bis 2030.
„OAO
RZD stellt strikte Anforderungen an seine Lieferanten, die sich an den
neuesten technischen Lösungen orientieren“, so Andrej Andreev,
stellvertretender Generaldirektor von ZAO Transmashholding. „Wir
hoffen, dass unsere Kooperation mit Bombardier Transportation das Unternehmen
in die Lage versetzt, Produkte herzustellen, die den aktuellen und zukünftigen
Bedürfnissen der Bahnbetreiber entsprechen.“
André
Navarri, President von Bombardier Transportation, sagte: „Bombardier
kann auf langjährige und erfolgreiche strategische Partnerschaften
in Russland zurückblicken. Wir haben mit der Russischen Eisenbahn
und Transmashholding bereits eine Reihe von sehr produktiven Joint Ventures
gegründet. Die Gründung eines neuen Unternehmens zur Entwicklung
von Lokomotiven der neuen Generation ist ein weiterer Beweis für
unsere Absicht, die langfristigen Partnerschaften mit russischen Unternehmen
auszubauen." (Pressemeldung
Bombardier/Transmashholding, 22.05.08).
Transmashholding
steigerte 2007 den Umsatz um 19,9%
Die Produkte und Dienstleistungen der Transmashholding haben im Jahr
2007 einen Umsatz von rund 66 Milliarden Rubel ($ 2,7 Milliarden) erbracht.
Wie in den vorangegangenen Jahren stieg der Umsatz in allen wichtigen
Produktlinien der Transmashholding. Reisezugwagen brachten 17%, U-Bahn-Fahrzeuge
12%, Elektrotriebwagen 10%, und Lokomotiven verschiedener Arten 11%
mehr Umsatz. Die Firma modernisierte und verkaufte für 10% mehr
Umsatz verschiedenen Diesellokomotiven.
Die Bandbreite der Produkte wurde deutlich erweitert. Die Güterzuglokomotiven
3ES5K und E5K, neue Bauarten EP1M und EP1P von AC-Passagierlokomotiven
und die Diesellokomotive 2TE70 sind 2007 in die Produktion gegangen.
Die Güterzuglok 2TE25K, die DC-Personenzuglokomotive EP2K und die
Zementwagen 19-3018 wurden Testreihen unterzogen. Die RA-2 Schienenbusse
mit glattem Gehäuse werden demnächst ausgeliefert.
2007 hat auch die Entwicklung einer Plattform für russische Lokomotiven
der neuen Generation begonnen. Ein Projekt für eine neue Zweisystem-Elektrolokomotive
EP20 für den Personenverkehr wurde entwickelt, um die Grundlagen
für eine neue Familie an Lokomotiven für verschiedene Anwendungen
zu bilden.
Transmashholding verstärkte die Zusammenarbeit mit seinem wichtigsten
Partner JSC RZD und ging Kooperationen mit ausländischen Top-Unternehmen
wie Bombardier Transportation und Alstom ein (Pressemeldung Transmashholding,
04.03.08).
Bombardier
bestätigt Gespräche mit Transmashholding
Wie bereits in zahlreichen Medien berichtet, bestätigt Bombardier
laufende Gespräche mit dem größten russischen Hersteller
von Schienenverkehrstechnik, der Transmashholding. Da sich diese Gespräche
in einem sehr frühen Stadium befinden und deren Ausgang noch völlig
offen ist, macht Bombardier zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Aussagen
dazu.
Der
Weltmarktführer in der Schienenverkehrstechnik kann auf eine über
50-jährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit russischen Partnern
zurückblicken und wird auch weiterhin Wachstumsmöglichkeiten
in diesem wichtigen Markt prüfen.
Bombardier
Transportation und Transmashholding haben bereits am 25. Mai 2007 eine
Vereinbarung über ein gemeinsames Investment von insgesamt 12,5
Mio. Euro in zwei Joint Ventures verkündet. Während das eine
gemeinschaftliche Unternehmen hochmoderne Antriebstechnologien entwickelt,
produziert das andere Joint Venture Traktionsstromrichter auf der Basis
des Bombardier MITRAC-Antriebssystems. Darüber hinaus diskutieren
beide Partner über weitere Felder der Zusammenarbeit (Pressemeldung
Bombardier, 04.12.07).
RZD
gibt Serienzulassung für Simis-Stellwerkstechnik
Nach einjährigem Probebetrieb ist die elektronische Stellwerkstechnik
Simis von Siemens Transportation Systems (TS) und dem russischen Partner
Foratec AT vom russischen Bahnbetreiber RZD zugelassen worden.
In enger vierjähriger Zusammenarbeit haben russische und deutsche Fachleuten
ein Produkt entwickelt, das Siemens TS in die Lage versetzt, die russische
Eisenbahngesellschaft RZD bei ihren Modernisierungsaufgaben mit modernster
Technik zu unterstützen. Kernbestandteil dieses Stellwerktyps ist der
von Siemens TS gelieferte, weltweit eingesetzte Simis-Rechner.
Das erste mit dieser Technik ausgerüstete Stellwerk mit dem Namen Rozhdestwo,
was so viel wie „Geburt“ oder „Weihnachten“ bedeutet, kommt bei der
Jugo-Wostochnaja-Eisenbahn etwa 450 Kilometer südlich von Moskau zum
Einsatz.
Das Projekt umfasst neben dem Herzstück Simis die Stellwerkssoftware,
das Bedien- und Anzeige-Interface, die Anlagenstromversorgung sowie
die Anpassung der Außenanlage aus russischer Herstellung an die neue
Technik. Diese Arbeiten wurden vom russischen Partner Foratec AT durchgeführt,
der auch die Projektierung und die Montage übernommen hat.
Die Zulassung des Gesamtsystems erfolgte durch das Prüfzentrum für Sicherungstechnik
der staatlichen Eisenbahnuniversität in St. Petersburg (PGUPS). Für
die Zulassung zur Serienproduktion war es unter anderem notwendig, für
den von Siemens TS gelieferten Teil Sicherheitsnachweise gemäß den russischen
Vorschriften zu erbringen.
Weitere Projekte, wie Stellwerke für die Stationen Ajdyrlja und Nikulino
sind bereits von der RZD in Auftrag gegeben und in Planung. Außerdem
wird weiter daran gearbeitet, die Anbindung der Außenanlagen zu optimieren
(Pressemeldung Siemens, 16.10.07).