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Bahnhof
Sargans wird weiter ausgebaut
Am 15. März 2010 beginnt im Bahnhof Sargans die erste grosse Bauetappe.
Unter anderem werden die Publikums- und Gleisanlagen modernisiert. Reisende
benützen bis Ende Jahr zum Ein- und Aussteigen in die Züge
den provisorischen Perron am Gleis 8.
Im
und um den Bahnhof Sargans wird umgebaut. Der Auftakt dazu ist der offizielle
Spatenstich am 18. März. Der erste Ausbauschritt zur Weiterentwicklung
des Bahnhofs selbst beginnt bereits am 15. März. Die Bahnausbauten
dauern bis voraussichtlich Mitte 2012 und haben keinen Einfluss auf
den Zugfahrplan.
Im
Rahmen der ersten Bauetappe werden im Bahnhof Sargans die Publikums-
und Gleisanlagen auf der Seite Rheintal modernisiert und behindertengerecht
ausgebaut. So werden die Perronkante am Gleis 6 um 55 cm angehoben und
der Perron auf 300 Meter verlängert, wovon 93 Meter überdacht
werden. Weiter wird eine 300 Meter lange Perronkante am Gleis 7 gebaut
und mit einem Dach von 71 Metern Länge versehen.
Die
neuen, erhöhten Perrons sind behindertengerecht und ermöglichen
den Bahnkundinnen und Bahnkunden das stufenfreie Eintreten in die Züge.
Zusätzlich zu den Arbeiten an den Perrons wird als Zugang zum Gleis
7 und zur neuen P+Rail-Anlage eine neue Personenunterführung gebaut.
Reisende
werden ab dem 15. März 2010 statt wie bisher am Gleis 6 neu am
provisorischen Perron am Gleis 8 in die Züge ein- und aussteigen.
Bereits Ende Jahr wird dann der neue Perron am Gleis 6 in Betrieb genommen.
Die
Arbeiten im Bahnhof sind mit 26 Mio. Franken budgetiert und sind Teil
verschiedener Bahnausbauten zwischen Sargans und St. Margrethen, die
eine Umsetzung der künftigen Angebote des Hochgeschwindigkeitsanschlusses
Ostschweiz und der S-Bahn St. Gallen ermöglichen (Pressemeldung
SBB, 11.03.10).
0,5
Prozent Lohnerhöhungen und 650 Franken für jeden Mitarbeitenden
Die SBB stellt in diesem Jahr 0,5 Prozent der Lohnsumme für individuelle
Lohnerhöhungen zur Verfügung. Zudem erhalten die Mitarbeitenden
als Dank und Anerkennung für die guten Leistungen 2009 einmalig
eine Prämie in der Höhe von 650 Franken. Das hat das paritätische
Schiedsgericht entschieden, nachdem die Gewerkschaften Ende 2009 die
Lohnverhandlungen abgebrochen hatten. Insgesamt folgte das Schiedsgericht
der Argumentation der SBB.
«Das ist ein guter, ausgewogener Entscheid. Er trägt der
Lage der SBB und ihres Umfeldes Rechnung», erklärt SBB Personalchef
Markus Jordi. Generelle Lohnerhöhungen wären bei einer Nullteuerung
unangemessen gewesen: «Wir sind froh, dass das Schiedsgericht
zum gleichen Schluss kam und den überrissenen Forderungen der Gewerkschaften
nicht folgte.» Mit Lohnerhöhungen honoriert die SBB gute
Leistungen individuell; mit der Prämie von 650 Franken für
alle dankt die SBB ihren Mitarbeitenden für die guten Leistungen
– namentlich in den Bereichen Pünktlichkeit/Qualität,
Sicherheit und Jahresergebnis – im Jahr 2009.
Gemäss dem Urteil des Schiedsgerichts stellt die SBB 0,5 Prozent
der Lohnsumme, umgerechnet rund 11 Millionen Franken, für individuelle
Lohnerhöhungen zur Verfügung. Zudem erhalten alle Mitarbeitenden
eine Prämie in der Höhe von 650 Franken. Mitarbeitende mit
einem Beschäftigungsgrad unter 50 Prozent erhalten 325 Franken.
Insgesamt beläuft sich die Summe für die Prämie auf rund
16 Millionen Franken; sie wird einmalig ausbezahlt und ist nicht versichert.
Generelle Lohnerhöhungen sieht das Schiedsgericht nicht vor. Die
Entscheidung gilt für alle rund 27 000 SBB-Mitarbeitenden, die
nach dem Gesamtarbeitsvertrag angestellt sind.
Die diesjährigen Lohnverhandlungen standen von Beginn weg unter
einem schwierigen Stern, nachdem die Gewerkschaften zunächst Lohnerhöhungen
von insgesamt 4,5 Prozent verlangt hatten. Bei den Lohnverhandlungen
bestätigte sich, dass die Gewerkschaften die wirtschaftliche Lage
wie auch die finanziellen Möglichkeiten der SBB angesichts des
hohen Finanzierungsbedarfs für die Sanierung der Pensionskasse,
der Erneuerung des Rollmaterials und des Nachholbedarfs im Unterhalt
unrealistisch beurteilten und schliesslich die Lohnverhandlungen abbrachen.
«Nach diesem Urteil hoffen wir, dass die nächsten Lohnverhandlungen
auf einer realistischen Basis starten werden», hält Personalchef
Markus Jordi fest.
Das Schiedsgericht wurde nach 2006 zum zweiten Mal einberufen. SBB und
Gewerkschaften stellten je vier Mitglieder, präsidiert wurde es
vom St. Galler CVP-Ständerat Eugen David (Pressemeldung SBB, 09.03.10).
SEV
sieht keine nachhaltige Lohnerhöhung bei SBB
Das Schiedsgericht in Lohnfragen hat entschieden, dass die SBB für
2010 keine generelle Lohnerhöhung ausrichten muss. Es stehen somit
nur bescheidene 0,5 Lohnprozent für individuelle Anpassungen zur
Verfügung. Immerhin hat das Schiedsgericht die Prämie fürs
gute Geschäftsjahr 2009 auf 650 Franken pro Mitarbeitenden erhöht.
SEV-Vizepräsident Manuel Avallone, der die Verhandlungsgemeinschaft
der Gewerkschaften angeführt hat, beurteilt das Resultat zwiespältig:
«Das Schiedsgericht hat die faktische Nullrunde bestätigt,
aber die Erhöhung der Prämie bringt immerhin gerade für
Leute mit tiefen Löhnen etwas hinzu. Insofern war es richtig, das
Schiedsgericht anzurufen.» Dennoch kann der SEV mit dem gesamten
Resultat nicht zufrieden sein: «Es ist unpassend, dass die SBB
so gut abschliesst und überhaupt keine generelle Lohnerhöhung
spricht», findet Avallone. Das Personal ist ohnehin schon stark
belastet, trägt es doch seit Anfang Jahr zusätzlich zwei Lohnprozent
an die Sanierung der Pensionskasse bei. Der SEV war mit dem Ziel in
die Lohnverhandlungen gegangen, einen Kaufkraftverlust fürs Personal
zu vermeiden; dies ist nun unter diesen Umständen nicht gelungen
(Pressemeldung SEV, 09.03.10).
Bundesrat
erweitert Genfer Tram-Konzession um Neubaustrecke im Vorort Bernex
Der Bundesrat hat die Tramkonzession der Genfer Verkehrsbetriebe TPG
für den Bau und den Betrieb der neuen Verlängerung im Vorort
Bernex erweitert. Dank der 2,3 Kilometer langen Neubaustrecke können
zwei neue Tramlinien in Betrieb gehen. Die eine führt von Bernex
via den Hauptbahnhof Cornavin nach Meyrin, die zweite von Bernex zum
SNCF-Bahnhof Eaux-Vives.
Die neue Tramstrecke ist Bestandteil des Projekts Tramway Cornavin –
Onex – Bernex (TCOB). Sie ist Teil einer umfassenden Angebotsverbesserung
des öffentlichen Verkehrs in der Genfer Agglomeration. Das Projekt
wird vom Bund mit Mitteln aus dem Infrastrukturfonds unterstützt.
Im kommenden Jahr ist das Plangenehmigungsverfahren vorgesehen. Die
Bauarbeiten sollen spätestens im Jahr 2013 beginnen, die Inbetriebnahme
bis 2015 erfolgen (Pressemeldung BAV, 08.03.10).
Bundesrat
genehmigt Richtplan des Kantons Basel-Stadt
Der Bundesrat hat den Richtplan des Kantons Basel-Stadt genehmigt. Mit
dem gesamthaft überarbeiteten Richtplan legt der Kanton die Stossrichtung
der künftigen räumlichen Entwicklung fest.
Mit seiner Strategie und den erläuternden Konzeptkarten schafft
der Kanton Basel-Stadt gute Voraussetzungen für die Steuerung der
räumlichen Entwicklung in den nächsten 15 bis 20 Jahren. Als
Stadtkanton misst Basel-Stadt dem Bereich Siedlung in seinem Richtplan
besondere Bedeutung bei und behandelt die dazu gehörenden Fragen
umfassend. Er bekennt sich klar zur Siedlungsentwicklung nach innen
und zu einem sorgfältigen Umgang mit Siedlungserweiterungen. Beim
Verkehr kommt dem Langsamverkehr als stadtgerechte Mobilitätsform
besonderes Gewicht zu. Die örtlichen Festlegungen zu den Fliessgewässern,
dem Natur- und Landschaftsschutz sowie der Land- und Waldwirtschaft
bilden einen guten Rahmen für räumliche Tätigkeiten auch
im Bereich Natur und Landschaft.
Der überarbeitete Richtplan verstärkt und ergänzt die
bestehenden Instrumente, namentlich das Agglomerationsprogramm Siedlung
und Verkehr, die Nutzungsplanung der drei Gemeinden des Kantons und
die Planung des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB) (Pressemeldung
SEV, 08.03.10).
Sanierungskonzept
für die Pensionskasse SBB genehmigt
Bei der Sanierung der Pensionskasse SBB sollen die Versicherten sowie
die SBB den Hauptteil der Kosten tragen. An diese Bedingung ist der
Bundesbeitrag von 1,148 Milliarden Franken geknüpft, den der Bundesrat
an seiner heutigen Sitzung mit der Botschaft zur Sanierung der Pensionskasse
SBB gutgeheissen hat. Die Bundeshilfe wird zudem nur geleistet, wenn
die SBB und die PK SBB auf sämtliche Forderungen gegenüber
dem Bund als Träger und Leistungsgarant der ehemaligen PHK definitiv
verzichten.
Die Pensionskasse SBB (PK SBB) befindet sich bereits seit einigen Jahren
in Unterdeckung. Ende 2009 belief sich diese auf rund 2,2 Milliarden
Franken, was einem Deckungsgrad von 84,4 Prozent entspricht. Dazu
kommt, dass die Kasse einen hohen Rentneranteil aufweist,
was sie schwieriger sanierbar macht.
Die vom Bundesrat verabschiedete Botschaft sieht vor, dass der Bund
die Unterdeckung der Altersrentner per Ende 2006 sowie die Kosten der
Senkung des technischen Zinssatzes von 4 auf 3,5 Prozent bezahlt. Davon
werden die von der Pensionskasse erlittenen Verluste aus nicht finanzierten
Leistungen (wie z.B. aus freiwilligen vorzeitigen Pensionierungen)
abgzogen.
Die beantragte Lösung orientiert sich am Vorgehen bei der Bundespensionskasse
PUBLICA. Sie trägt auch der Tatsache Rechnung, dass knapp 80 Prozent
der Altersrentner der PK SBB ehemalige Bundesrentner sind, für
die der Bund nach wie vor eine besondere Verantwortung trägt. Gleichzeitig
wird mit dieser Variante sichergestellt, dass die Steuerpflichtigen
nicht für Verluste aus freiwilligen vorzeitigen Pensionierungen
oder aus den Börsenverlusten, die infolge der Finanzmarktkrise
entstanden sind, aufkommen müssen.
Sanierungskonzept
Mit dem Bundesbeitrag von 1,148 Milliarden Franken allein kann die PK
SBB nicht saniert werden. Daher haben der Stiftungsrat der PK SBB und
der Verwaltungsrat der SBB im Sommer 2009 weitere Sanierungsmassnahmen
beschlossen. Deren Eckwerte sehen wie folgt aus:
Die SBB als Arbeitgeberin kommt für einen weiteren Einschuss in
der Höhe von 938 Millionen Franken per 1. Januar 2010 auf und trägt
bis zum Erreichen des Deckungsgrads von 100 Prozent weitere Sanierungsbeiträge
zwischen 2 und 2,5 Prozent.
Die Versicherten ihrerseits haben eine Erhöhung des Rücktrittsalters
von 63,5 auf 65 Jahre sowie ebenfalls Sanierungsbeiträge zwischen
2 und 2,5 Prozent zu tragen. Ihre Altersguthaben werden zudem ab dem
Jahr 2010 bis zu einem Deckungsgrad von 107,5 Prozent nur noch mit dem
BVG-Mindestzins verzinst. Weiter erhalten die Rentner bis voraussichtlich
2019 keinen Teuerungsausgleich. 2009 haben die Versicherten bereits
eine Nullverzinsung der Altersguthaben getragen.
Den Hauptteil der Sanierung tragen damit nicht die Steuerpflichtigen,
sondern das Unternehmen SBB und sein Personal. Mit den Sanierungsmassnahmen
der SBB und unter Einbezug des Bundeseinschusses von 1,148 Milliarden
Franken liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die PK SBB bis Ende
2019 einen Deckungsgrad von 100 Prozent erreicht, immerhin bei 74 Prozent.
Das zeigt eine vom Bundesrat in Auftrag gegeben externe Expertise.
Verzicht auf alte Ausfinanzierungsbegehren
Die Bundeshilfe wird nur dann geleistet, wenn die SBB und die PK SBB
auf sämtliche Forderungen gegenüber dem Bund als Träger
und Leistungsgarant der ehemaligen Pensions- und Hilfskasse der
SBB (PHK) definitiv verzichten. Die beiden Ausfinanzierungsbegehren
der SBB und der PK SBB gegenüber dem Bund vom 16. Mai 2008 in der
Höhe von 3,276 bzw. 2,715 Milliarden Franken würden damit
gegenstandslos (Pressemeldung Eidgenössisches Finanzdepartement,
08.03.10).
SEV
verlangt korrekte Ausfinanzierung der PK SBB
Nach unverständlich langem Zögern hat der Bundesrat heute
endlich entschieden, dem Parlament einen Beitrag an die Pensionskasse
(PK) SBB zu beantragen. Für eine korrekte Ausfinanzierung wären
aber nicht 1,148 Milliarden Franken nötig, sondern 3,4 Milliarden.
Dafür wird sich der SEV weiterhin stark machen.
«Wir sind keine Bank: wir wollen keine Geschenke – aber
wir wollen, was uns zusteht», kommentiert SEV-Präsident Giorgio
Tuti den Entscheid des Bundesrats, lediglich 1,148 Milliarden Franken
an die Sanierung der PK SBB beizutragen. Zwar anerkennt der Bundesrat
damit, dass die Ausfinanzierung im Jahr 1999 nicht korrekt war, aber
er begleicht seine Schuld dennoch nur unvollständig.
Selbst das Bundesamt für Sozialversicherungen anerkennt heute,
dass die korrekte Ausfinanzierung einer Pensionskasse eine Wertschwankungsreserve
in der Grössenordnung von 15 % umfasst. Doch genau diese verweigert
der Bundesrat der PK SBB weiterhin, wie schon bei deren Gründung:
Er korrigiert mit den beantragten 1,148 Milliarden lediglich die Lücken
der damaligen Ausfinanzierung, nicht aber die fehlenden Schwankungsreserven.
Nun liegt der Ball beim Parlament. Der SEV hofft, dass es trotz Finanz-
und Wirtschaftskrise, Sparplänen des Bundes und zusätzlichem
Finanzbedarf für die Bahninfrastruktur eine korrekte Ausfinanzierung
der PK SBB beschliessen wird. «Wie schon mit unserer Grosskundgebung
im letzten Herbst werden wir uns weiterhin sicht- und hörbar machen,
um den Parlamentariern den gerechten Anspruch der Betroffenen aufzuzeigen»,
kündigt Tuti an.
«Die aktiven Eisenbahnerinnen und Eisenbahner leisten seit Anfang
Jahr einen zusätzlichen Sanierungsbeitrag von 2 Lohnprozenten;
sie verstehen nicht, dass der Bund seine Schulden nicht begleicht»,
gibt er die Stimmung an der Basis wieder. Auch die Rentnerinnen und
Rentner, die entgegen klaren Versprechen seit 2004 keinen Teuerungsausgleich
mehr erhalten haben, sind empört und zunehmend kämpferisch.
Nach wie vor hält der SEV daran fest, dass eine geschlossene Rentnerkasse
mit Bundesgarantie die beste Lösung wäre.
Unbefriedigend ist zudem, dass der Bundesrat keine Aussagen macht, wie
er zur Sanierung der Pensionskasse Ascoop beitragen will. Dabei muss
er zumindest als Miteigentümer betroffener Verkehrsunternehmen
mithelfen, zusammen mit den andern Eigentümern (Kantone, Gemeinden,
Private), da sonst im schlimmsten Fall Betriebskonkurse drohen (Pressemeldung
SEV, 08.03.10).
Internetseite
optimiert den Firmenverkehr nach ökologischen Kriterien
Die Internetseite mobitool.ch
sensibilisiert Unternehmen für den von ihnen verursachten Verkehr
und zeigt konkrete Beispiele für nachhaltige Mobilitätslösungen
auf. Die von SBB, Swisscom, BKW FMB Energie AG (BKW) und Öbu entwickelte
Plattform wurde am 01.03.10 lanciert.
Die
Emissionen aus dem Verkehr gefährden die Einhaltung der Schweizer
Klimaschutzziele: Insgesamt stehen 55 bis 60 Prozent des Treibstoffverbrauches
und der damit verbundenen Emissionen in direktem oder indirektem Zusammenhang
mit Unternehmensentscheiden. Etwa einen Fünftel der Verkehrsemissionen
verursacht der Güterverkehr.
Trotzdem
beziehen viele Firmen beispielsweise den Pendlerverkehr ihrer Mitarbeiter
oder die Anfahrt der Kunden zum Firmenstandort nicht in ihre Umweltbilanz
mit ein. Hier setzt die neue Internetplattform «mobitool.ch»
an: Sie zeigt den Firmen, wie gross der Hebel zur Verbesserung der eigenen
Umweltleistung gerade im Mobilitätsbereich ist. «mobitool.ch»
lädt ein, die betriebliche Mobilität auf den ökologischen
Prüfstand zu stellen, die unternehmerischen Verkehrsprozesse zu
optimieren und damit die Verkehrsemissionen in der Schweiz zu reduzieren.
Die
Plattform «mobitool.ch» bietet den Unternehmen hilfreiche
Instrumente:
•
Ein Kurzcheck erlaubt, mit wenigen Klicks die Umweltrelevanz des betrieblichen
Verkehrs im Vergleich zu sonstigen Umweltauswirkungen des Unternehmens
abzuschätzen. Zudem werden Tipps und Tricks für Massnahmen
im Verkehrsbereich vorgestellt.
•
Zu finden sind darüber hinaus Bilanzierungshilfen für ein
effektives Umweltmanagement des betrieblichen Verkehrs sowie aktuelle
Umweltdaten von 84 verschiedenen Verkehrsmitteln. Im Regionalverkehr
wird beispielsweise das Elektrovelo oder der Trolleybus angeboten; im
nationalen und internationalen Verkehr lassen sich unter anderem die
Bahn, das Auto mit verschiedenen Antriebstechnologien oder das Flugzeug
auswählen. Auch der Güterverkehr und die «virtuelle»
Mobilität in Form von Videokonferenzen und Teleworking ist abgebildet.
•
Ein interaktiver Vergleich stellt die Umweltbilanz zweier Verkehrsmittel
einander gegenüber: Damit können nachhaltige Mobilitätslösungen
für Firma und Umwelt identifiziert werden. Wie schneidet beispielsweise
ein Personenwagen mit besonders niedrigem Treibstoffverbrauch im Vergleich
mit einem Regionalzug ab? Wieviel effizienter sind Videokonferenzen?
Dank der individuell anpassbaren Parameter «Auslastung»,
«Durchschnittsverbrauch» und «Fahrzeuggewicht»
lassen sich beliebige Umweltvergleiche anstellen. Alle Umweltdaten und
Berechnungsgrundlagen wurden durch das Paul-Scherrer-Institut (PSI)
geprüft.
«mobitool.ch»
wurde von SBB, Swisscom, BKW FMB Energie AG (BKW) und dem Netzwerk für
nachhaltiges Wirtschaften (Öbu) mit Fördermitteln des Bundesamtes
für Energie entwickelt und heute in Bern offiziell lanciert (Pressemeldung
SBB, 02.03.10).
Pro
Bahn Schweiz sagt nein zu den bundesrätlichen Sparvorschlägen
Pro Bahn Schweiz sagt nein zu den bundesrätlichen Sparvorschlägen.
Im öffentlichen Regionalverkehr zu sparen ist falsch. Das führt
letztendlich zu einem ausgedünnten Angebot, wie es in Frankreich
ausserhalb der Zentren anzutreffen ist. Eine massive Zunahme des Autoverkehrs
wird die Folge sein.
Der Bundesrat hat ein Sparpaket vorgestellt, das wesentliche Abstriche
an der Finanzierung des Regionalverkehrs durch den Bund vorsieht. Das
heisst nichts anderes, als dass der Bund den einzelnen Kantonen überlassen
will, wie stark diese den öffentlichen Verkehr auf den Zubringerlinien
zu den Hauptverkehrsachsen noch unterstützen will.
Diese Politik weist in eine komplett falsche Richtung. Es führt
zur Aushungerung von Bahnlinien wie La Chaux-de-Fonds – Les Ponts-de-Martel,
Wattwil – Nesslau, Zweisimmen – Lenk und dürfte für
zahlreiche Postauto-Linien im Berggebiet schlicht das Aus bedeuten.
Damit wird der öffentliche Verkehr als Ganzes geschwächt,
denn wer für die ersten oder letzten Kilometer seiner Reise auf
das Auto angewiesen ist, steigt nicht plötzlich in Neuchâtel,
Wil oder Thun auf den Interregio-Zug um.
Pro
Bahn Schweiz wehrt sich entschieden gegen solche Beschlüsse, die
einseitig die Benützerinnen und Benützer der öffentlichen
Verkehrsmittel benachteiligen durch Ausdünnung des Angebotes in
Randregionen.
Nicht
alle Kantone werden diese Finanzlücken stopfen wollen und so würde
sich die Schweiz französischen Verhältnissen nähern,
wo der Bahnverkehr in der Fläche durch die Regionen finanziert
wird und die Standards landesweit deshalb sehr differenzieren.
Gar
nicht nachvollziehen kann Pro Bahn Schweiz, weshalb die geforderten
CHF 850 Mio für den Unterhalt der SBB-Infrastruktur im Sparpaket
mit keinem Wort erwähnt wurden. Zu einem funktionierenden öV
gehört auch eine intakte Infrastruktur. Bahnreisende sind nicht
gewillt, deswegen Verspätungen und Zugsausfälle hinzunehmen.
Auf
den Verzicht von höheren Unterhaltsbeiträgen, verbunden mit
dem gleichzeitigen Abbau der Leistungen im Regionalverkehr ist schlicht
zu verzichten, sonst kann die Politik auch auf alle Diskussionen zu
neuen Bahninvestitionen für ZEB und Bahn 2030 schlicht verzichten!
Bitte so nicht (Pressemeldung Pro Bahn Schweiz,
27.02.10).
Bernhard
Rytz wird neuer Leiter Architektur und Qualität.
Die SBB Konzernleitung hat Bernhard Rytz per 1. Juni 2010 zum Informatik-Chefarchitekten
und neuen Leiter des Informatikbereiches Architektur & Qualität
ernannt.
Seit 1. Oktober 2009 führt Bernhard Rytz interimistisch die Unternehmensentwicklung
der Informatik, nachdem er als Projektleiter die IT-Strategie betreut
und seit 2006 den Bereich Unternehmensarchitektur bei SBB IT aufgebaut
hatte. Bernhard Rytz war 2005 als Unternehmensarchitekt der Division
Infrastruktur in die SBB eingetreten. Vorher war er als Entwickler,
Projektleiter und Architekt während zwölf Jahren bei einem
Schweizer Informatikdienstleister für Kunden aus den Bereichen
Finanz, Telecom, Aerospace und Verwaltung tätig gewesen.
Bernhard Rytz studierte an der ETH Lausanne und Carnegie-Mellon-University
(Pittsburgh, USA) Informatik.
Letztes Jahr hat er ein Executive MBA in Business Engineering an der
Universität St. Gallen (HSG) erfolgreich abgeschlossen.
Als neuer Leiter wird Bernhard Rytz seine Schwerpunkte in erster Linie
auf die kontinuierliche Weiterentwicklung in den Themen Unternehmensarchitektur,
Technologiemanagement, Identity und Access Management (IAM) und Qualität
legen (Pressemeldung SBB, 26.02.10).
Reto
Baumgartner neuer Finanzchef der BLS AG
Der Verwaltungsrat der BLS AG hat Reto Baumgartner zum neuen Leiter
Finanzen und Mitglied der Geschäftsleitung der BLS AG gewählt.
Er tritt seine neue Stelle am 1. Juni 2010 an. Baumgartner löst
bei der BLS Hans Flury ab, der wie bereits bekannt für die BLS
verstärkt strategische Beratungsaufgaben wahrnehmen und dafür
nach 18jähriger Tätigkeit die operative Leitung Finanzen abgeben
wird.
Reto
Baumgartner leitet heute den Bereich Kurier, Innight und Systemlösungen
von PostLogistics und ist Mitglied deren Geschäftsleitung. In dieser
Funktion verantwortete er u.a. die Migration von Tochtergesellschaften
auf SAP, ihre Integration in eine gemeinsame Systemplattform sowie die
Zusammenführung von operativen Betriebsteilen in den Bereich Güter
und Nachtlogistik (Innight). Zuvor war Baumgartner seit 1990 bei verschiedenen
Geschäftsbereichen der Schweizerischen Post in leitenden Positionen
in den Bereichen Informatik und Finanzen tätig.
Reto
Baumgartner schloss 1997 sein Fachhochschulstudium als Betriebswirtschafter
an der Höheren Fachschule für Wirtschaft in Bern ab. An der
Graduate School of Business Administration in Zürich (GSBA) absolvierte
er ein vierjähriges Weiterbildungsstudium, das er 2003 mit dem
EMBA abschloss.
Reto
Baumgartner ist 43 Jahre alt und lebt in Münchenbuchsee bei Bern.
Er wird seine Stelle am 1.Juni 2010 antreten (Pressemeldung
BLS, 23.02.10).
Bund
will die Finanzierung der gesamten Eisenbahn-Infrastruktur sicherstellen
Die Kosten für den Substanzerhalt der Eisenbahn-Infrastruktur von
SBB und Privatbahnen sind aufgrund des Netzausbaus und der stärkeren
Netzauslastung deutlich angestiegen. Der Bund setzt nun eine verwaltungsinterne
Expertengruppe „Finanzierung Bahninfrastruktur“ unter der
Leitung des BAV ein, welche Lösungen für die mittel- und langfristige
Sicherung der Finanzierung der Bahninfrastruktur ausarbeiten wird. Dies
gab BAV-Direktor Max Friedli heute an einer gemeinsamen Medienkonferenz
mit der SBB bekannt.
Die von den Bahnen gemeldeten Kosten für Unterhalt und Erneuerung
der Infrastruktur liegen deutlich über den im Finanzplan des Bundes
eingestellten Beträgen für die Infrastruktur der SBB (Leistungsvereinbarung)
und der Privatbahnen. Der Bundesrat hat am 16. Dezember 2009 entschieden,
dass kurzfristig die Finanzierung der Bahninfrastruktur den allgemeinen
Bundeshaushalt nicht zusätzlich belasten soll. Dies bedeutet, dass
zusätzliche Mittel für den Substanzerhalt der Bahnen in anderen
Bereichen des öffentlichen Verkehrs kompensiert werden müssen.
Der Bundesrat beabsichtigt, im Sommer eine Botschaft für die Finanzierung
der Bahninfrastruktur in den kommenden zwei Jahren an das Parlament
zu verabschieden. Das UVEK wurde beauftragt, einen entsprechenden Entwurf
auszuarbeiten, der auch die Vorentscheide des Bundesrates zum Konsolidierungsprogramm
2011-2013 (KOP 11/13) berücksichtigt.
Die mittel- und langfristige Sicherung der Finanzierung der Bahninfrastruktur
(Ausbau und Substanzerhalt) wird von einer interdepartementalen Arbeitsgruppe
BAV/EFV unter Leitung des Bundesamtes für Verkehr untersucht.
Dabei sollen ausgehend vom Ist-Zustand und unter Berücksichtigung
des Willens des Parlaments betreffend Finanzierung von Bahn 2030 der
künftige Finanzierungsbedarf ermittelt und Lösungsvorschläge
für die Finanzierung entwickelt werden. Die bis Herbst 2010 vorliegenden
Ergebnisse dieser Arbeiten werden die laufenden Arbeiten, die Entscheidfindung
für die Weiterentwicklung der Bahninfrastruktur (Bahn 2030), das
nächste Teilpaket der Bahnreform 2 und die übernächste
Leistungsvereinbarung 2013-16 entscheidend beeinflussen.
Das durch die SBB in Auftrag gegebene Netzaudit, dessen Ergebnisse heute
veröffentlicht wurden, geht für die Jahre 2010–16 von
einem zusätzlichen durchschnittlichen Mittelbedarf von 850 Millionen
pro Jahr aus. Angesichts der finanziellen Tragweite hat das BAV im Einverständnis
mit der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV) eine unabhängige
Zweitmeinung zum Netzaudit in Auftrag gegeben. Darin soll insbesondere
die angewandte Methodik und die Berechnung des ausgewiesenen Mittelbedarfs
für den Substanzerhalt überprüft werden. Nach Vorliegen
dieser Erkenntnisse wird festzulegen sein, ab wann und in welcher Höhe
der Bund zusätzliche Mittel für den Substanzerhalt der SBB
Infrastruktur zur Verfügung stellen kann.
Das Eisenbahnnetz kann auch ohne sofortige Aufstockung des Zahlungsrahmens
für die SBB weiterhin sicher betrieben werden. Mittelfristig würde
ein vernachlässigter Unterhalt aber zu mehr Störungen, Langsamfahrstellen
und somit zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Fahrplanstabilität
führen.
Weitere Informationen:
• Pressemeldung
SBB
• Bericht
zum Netz-Audit (Pressemeldung BAV, 20.02.10).
SEV
erwartet schnelle Zusage des Bundes
Die Bahninfrastruktur darf nicht weiter vernachlässigt werden.
Das zeigt die Untersuchung von SBB Infrastruktur deutlich; sie bestätigt
Befürchtungen, die der SEV seit langem äussert. Der Bund als
Eigentümer ist in der Pflicht, die erforderlichen Mittel umgehend
zu sprechen. Der Nachholbedarf betrifft nicht nur Stahl und Beton, sondern
auch Personal.
«Seit
vielen Jahren weist der SEV, die Gewerkschaft des Verkehrspersonals
darauf hin, dass die SBB zu wenig Zeit und Geld in den Netzunterhalt
steckt», betont SEV-Präsident Giorgio Tuti. Die anhaltende
Verkehrszunahme bewirkt sowohl eine stärkere Abnützung der
Infrastruktur als auch verkürzte Zeitintervalle für deren
Unterhalt. So mussten die Arbeiten auf den Baustellen auf das absolut
Notwendige beschränkt werden.
Das
heute präsentierte Netzaudit bestätigt diese Erkenntnisse.
Der Bund als Eigentümer (sowohl des Bahnnetzes als auch der SBB)
ist verpflichtet, sofort Abhilfe zu schaffen. Der SEV zeigte sich schon
irritiert, als der Bundesrat bei der Erneuerung der Leistungsvereinbarung
im letzten Dezember die erforderlichen Mittel nicht sprach. «Zusätzliche
Mittel sind unumgänglich; diese können auch nicht einfach
andernorts beim öffentlichen Verkehr eingespart werden, denn das
gesamte System läuft bereits an seinen Grenzen», erläutert
Tuti. Bei der Finanzierung müsse in jedem Fall im Vordergrund stehen,
dass der öffentliche Verkehr weiterhin gefördert wird; die
Massnahmen dürfen nicht zu einer Verlagerung von Passagieren oder
Gütern von der Schiene auf die Strasse führen.
Auf
SBB Infrastruktur kommen grosse Aufgaben zu. «Es wird äusserst
anspruchsvoll sein, den ausgewiesenen, höheren Unterhalt zu leisten»,
erklärt SEV-Vizepräsident Manuel Avallone und ergänzt:
«Die Division Infrastruktur ist dabei auf qualifiziertes Personal
angewiesen, das sich stark mit dem Unternehmen identifiziert. Dementsprechend
sind klare, langfristig angelegte Strukturen erforderlich, um mit hoher
Qualität arbeiten zu können.» Der SEV fordert, dass
die SBB sofort die Rekrutierung von zusätzlichem Personal angeht
und zudem die Anstrengungen verstärkt, das bestehende Personal
auf die kommenden Herausforderungen weiter zu qualifizieren (Pressemeldung
SEV, 20.02.10).
Familienzone
für IC und ICN
Die SBB legt Wert darauf, dass auch Eltern mit ihren Kindern die Reise
im Zug noch mehr geniessen können. Zurzeit werden alle IC- und
ICN-Kompositionen mit Familienzonen nachgerüstet. Ausserdem werden
ab Sommer 2010 schrittweise sämtliche IC-Doppelstock-Steuerwagen
zu Familienwagen erweitert.
Alle
InterCity- (IC) und InterCity-Neigezüge (ICN) der SBB werden voraussichtlich
bis im Frühling 2010 über eine Familienzone verfügen.
Diese werden seit dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2009 schrittweise
eingeführt. Sie befinden sich jeweils im Steuerwagen und bieten
unter anderem genügend Platz für Kinderwagen. Durch ein Bär-
und ein Kinderwagen-Piktogramm im und am Wagen werden Reisende darauf
aufmerksam gemacht, dass es im Familien-Abteil etwas lauter zu- und
hergehen kann. Für die jüngsten Fahrgäste stellt die
SBB in den Familienzonen neu auch die beliebten Spiele «Eile mit
Weile» und «Leiterlispiel» zur Verfügung. Dafür
beklebt sie Seitenwandtische mit speziellen Spielfolien. Spielfiguren
können beim Steward der SBB Minibar sowie im SBB Restaurant für
zwei Franken gekauft oder von zu Hause mitgenommen werden. Im elektronischen
Fahrplan sind diese Züge mit einem «FZ» für Familienzone
gekennzeichnet.
Neben
den Familienzonen gehören auch die beliebten Familienwagen mit
Spielabteil im Oberdeck der Doppelstockzüge zum Angebot für
Familien. In den Globi- und Dino-Wagen stehen verschieden Möglichkeiten
für kurzweilige Reisen mit Kindern, von Rutschbahnen bis zu Spieltischen,
zur Verfügung. Neben den 20 bereits bestehenden Familienwagen werden
ab Ende Juni 2010 die restlichen 20 IC-Doppelstock-Steuerwagen in Familienwagen
mit Spielgeräten umgebaut. Bis Ende 2011 werden dann alle 40 Doppelstockzüge
mit einem Spielabteil unterwegs sein.
Die
Bezeichnung «IC» stellt künftig ein Produktversprechen
dar, das dem Kunden neben Familienzonen in der 2. Klasse noch weitere
Vorteile bietet. So hat jeder IC-Zug bereits jetzt Verpflegungsmöglichkeiten
(Bistro, Restaurant, Minibar) sowie – in der 1. Klasse –
Business- und Ruhezonen garantiert. Zu den Business-zonen gehören
auch Steckdosen. Bis jetzt sind 20 Prozent der Wagen aller Züge
der 1. und 2. Klasse mit solchen ausgestattet, bis 2013 rüstet
die SBB zusätzlich 1200 Fahrzeuge mit insgesamt über 35'000
Steckdosen aus (Pressemeldung
SBB, 19.02.10).
SEV
begrüsst die Gründung der Güterverkehrs-Allianz Xrail
Nach Jahren des ruinösen Konkurrenzkampfs haben am 18.02.10 grosse
Güterbahnen Europas eine Zusammenarbeit vereinbart. Der SEV, die
Gewerkschaft des Verkehrspersonals, sieht darin eine gute Basis für
weitere Kooperationen.
Der SEV begrüsst die Gründung der Güterverkehrs-Allianz
Xrail als Schritt der Vernunft. «In den vergangenen Jahren haben
die Güterbahnen Europas in blinder Konkurrenzwut gegeneinander
gearbeitet ohne zu realisieren, dass sie damit ihrem grössten Konkurrenten,
der Strasse in die Hand spielen», erklärt SEV-Vizepräsident
Manuel Avallone.
Die Bahnen müssen ihre Stärken gemeinsam ausspielen, um möglichst
viele Güter auf die Schienen zu holen. Dazu gehören Pünktlichkeit,
Zuverlässigkeit und Sicherheit. Sind diese gewährleistet,
sind Kunden auch bereit, beim Preis Zugeständnisse zu machen, denn
die Unsicherheiten der Strasse fliessen in diesem Fall in die Berechnungen
ein.
Vorerst geht es bei der Allianz um den Wagenladungsverkehr, doch fordert
der SEV die Bahnen auf, sich auch beim lukrativeren kombinierten und
Ganzzugsverkehr auf die Gemeinsamkeiten zu besinnen. Mit der Wettbewerbsstrategie
der letzten Jahre wurden zwar die Preise gedrückt, nicht aber der
Modal Split zugunsten der Schiene verbessert.
«Wenn es gemeinsam gelingt, mehr Güter auf die Schiene zu
holen, fördert dies auch die Rentabilität der Bahnen, was
letztlich Arbeitsplätze sichert und schafft», unterstreicht
Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn, der beim SEV für Cargo
zuständig ist. Dies alles sei im Interesse der Staaten, die nach
wie vor Eigentümer der Unternehmen und der Infrastruktur sind (Pressemeldung
SEV, 19.02.10).
Alpen-Initiative
zeigt Europa, was Alpenschutz ist

Auf Einladung der Alpen-Initiative besuchten Mitte Februar zum ersten
Mal EU-Abgeordnete, Mitarbeitende des neuen EU-Verkehrskommissars und
Vize-Präsidenten der EU Kommission Siim Kallas sowie Vertreterinnen
und Vertreter des Sekretariats des Verkehrsausschusses das Schwerverkehrszentrum
in Ripshausen bei Erstfeld, UR.
Während einer zweitägigen Tour durch die Schweiz informierte
die Alpen-Initiative die Gäste aus dem Europäischen Parlament
und der EU-Kommission über die Verlagerungspolitik in der Schweiz.
Als Abschluss zeigten der Urner Polizeikommandant Reto Habermacher und
seine Mitarbeiter, wie sie in Ripshausen die Lastwagen auf der Gotthardroute
kontrollieren. Die praxisnahen Ausführungen stiessen auf grosses
Interesse.
Neben
dem Schwerverkehrszentrum standen die Besichtigung der NEAT Baustelle
in Erstfeld und verschiedene Referate zur Verlagerungspolitik auf dem
Programm. Gestartet wurde die Informationsreise in Basel, wo Stadtpräsident
Guy Morin die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüsste und über
die Bedeutung Basels im Güterverkehr sprach. Basel stellt das Tor
für über die Hälfte der im Norden in die Schweiz ein-
und ausfahrenden Lastwagen dar. Markus Liechti, Stellvertreter der Leiterin
Direktionsgeschäfte des Bundesamts für Verkehr, und Werner
Marti, Verwaltungsratspräsident der AlpTransit Gotthard, erläuterten
ihre Position zur Schweizer Verlagerungspolitik.
Die
Schweiz ist dank der Unterstützung des Volks und dem Ja zur Alpen-Initiative
1994 in Europa in der Verlagerungspolitik vorausgegangen. Um das Ziel
der Verlagerung der Güter von der Strasse auf die Schiene zu erreichen,
ist ein Mitgehen der EU von hoher Wichtigkeit. Nebst einer guten Infrastruktur
braucht es für eine zielführende Verlagerungspolitik die entsprechende
Software, die Alpentransitbörse. Die Alpen-Initiative forderte
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Schluss der Reise auf, sich auf
europäischer Ebene für eine ökologischere Verkehrspolitik
einzusetzen und die alpenweite Einführung der Alpentransitbörse
zu unterstützen (Pressemeldung
Alpen-Initiative, 18.02.10).
Roll-out
des ersten Vorortszuges der Lausanne – Echallens – Bercher
Bahn
Heute haben Regierungsrat François Marthaler, Vorsteher des Departements
für Infrastruktur, Verwaltungsratspräsident der Lausanne –
Echallens – Bercher Bahn (LEB), Yvan Nicolier, und Peter Spuhler,
Inhaber und CEO von Stadler Rail, gemeinsam mit weiteren Gästen
im Bahnhof Echallens den Roll-out des ersten von sechs neuen Triebzügen
des Typs RBe 4/8 gefeiert.
Bei dieser Gelegenheit konnten sich die geladenen Gäste auf der
ersten Fahrt von Echallens nach Bercher und zurück gleich selber
von den Vorzügen des neuen Fahrzeuges überzeugen. Die neuen
Züge kommen ab Mai 2010 in den fahrplanmässigen Einsatz. Bis
dahin muss die Flotte die verschiedenen Tests für die Zulassung
bestehen. Der Auftrag hat inklusive Reservematerial einen Wert von rund
CHF 41 Mio. Die Fahrzeuge werden im Werk Altenrhein gefertigt, womit
rund 80% der Wertschöpfung in der Schweiz er-bracht wird.
Die
LEB und Stadler haben den Lieferungsvertrag kurz vor Weihnachten 2008
unterschrieben und schon 14 Monate später kann der erste dieser
massgeschneiderten Vororts-Triebzüge dem Publikum vorgestellt und
zu seiner Jungfernfahrt von Echallens nach Bercher und zurück eingesetzt
werden. Das freut Peter Spuhler, Inhaber und CEO der Stader Rail Gruppe,
ganz besonders: „Dieser ehrgei-zige Zeitplan konnte nur eingehalten
werden dank der guten Zusammenarbeit zwischen den beiden Projektteams.
Allen Beteiligten gilt deshalb mein ganz besonderer Dank. Ausserdem
konnte Stadler einen weiteren Auftrag mit 80% Wertschöpfung in
der Schweiz abwickeln und dabei ihre hohe Kompetenz bei der Entwicklung
und Herstellung massgeschneideter Fahrzeuge unter Beweis stellen.“
Die
neuen Züge kommen auf der LEB-Strecke Lausanne – Echallens
– Bercher zum Einsatz. Diese Strecke verbindet das Stadtzentrum
von Lausanne mit den Agglomerationsgemeinden im Raum. Echallens
sowie der landschaftlich reizvollen Region Richtung Bercher im Herzen
der Waadt. Die LEB verzeichnet dadurch sowohl einen starken Pendlerverkehr
wie auch touristischen Verkehr.
Bis zum fahrplanmässigen Einsatz im Mai 2010 werden die Fahrzeuge
getestet und zur Zulassung gebracht.
„Dieses Rollmaterial, für welches der Kanton eine Darlehensgarantie
von über CHF 40 Mio. gewährt hat, bietet den Benutzern sowohl
bezüglich Komfort als auch Zugänglichkeit ein klares „Mehr“.
Im Weiteren sind diese Triebzüge unerlässlich für den
Viertelstundentakt zwischen Cheseaux und Lausanne und dank ihrer Modernität
können bestimmt neue Kunden für den öffentlichen Agglomerations-verkehr
von Lausanne gewonnen werden. Im Übrigen gehört diese Angebotsverbesserung
zu den Zielen des kantonalen Richtplans und des Agglomerationsprojektes
Lausanne-Morges sowie des Massnahmeplanes ‚OPair’ “,
sagt Regierungsrat François Marthaler.
Yvan Nicolier, Verwaltungsratspräsident der LEB, ergänzt:
„Die LEB erlebt einen rasanten Anstieg ihres Verkehrs: + 100%
in weniger als 10 Jahren! Wir erwarten viel von diesem neuen Rollmaterial:
eine Verbesserung der Betriebsbedingungen dank höherer Leistung
sowie einen zuverlässigen Be-trieb. Insbesondere wird der Niederflureinstieg
einen zügigen Fahrgastwechsel erlauben und damit zur Fahrplanstabilität
während der Stosszeiten beitragen. Die erleichterte Mitnahme von
Velos beim Ein- und Aussteigen dürfte weitere Pendler und Ausflugreisende
anziehen.“
Basierend auf bewährten Modulen konnte der RBe 4/8 auf die Bedürfnisse
der LEB massgeschnei-dert werden. So konnten die unterschiedlichen Einstiegshöhen
in den Haltepunkten (vom Gleis bis 550mm über Schienenoberkante)
mittels zwei übereinanderliegenden Schiebetritten ausgeglichen
werden. Beim RBe 4/8 handelt es sich um einen meterspurigen Triebzug
mit mehr als 60% Nieder-fluranteil. Das Fahrzeug ist 42.1 m lang, bietet
306 Plätze, davon 118 Sitzplätze. Klimaanlage und luftgefederte
Drehgestelle verbessern den Passagierkomfort. Acht Türen mit einer
Lichtweite von 140 cm erlauben einen schnellen Fahrgastwechsel. Der
Zug kann bei Bedarf um einen Zwischenwagen verlängert werden (Pressemeldung
Stadler, 18.02.10).
Jungfraubahn
Gruppe erzielt hohen Ertrag
Im am 16.02.10 verschickten Brief an ihre Aktionäre teilt die Jungfraubahn
Gruppe mit, dass sie im Jahr 2009 einen Verkehrsertrag von CHF 102 Millionen
erreichte - den zweithöchsten in der Geschichte des Unternehmens. Nur
im Jahr 2008 wurde dieser übertroffen, nämlich um 1,1 Prozent. Den Gewinn
und Einzelheiten zum Ergebnis werden an der Bilanzmedienkonferenz am
15. April 2010 bekanntgegeben.
Die hochalpine Welt rund um den Aletschgletscher zog 2009 mehr Gäste
an als im Jahr zuvor. 651'000 Personen besuchten das Jungfraujoch -
Top of Europe. Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds verlief
das Geschäftsjahr deutlich besser als erwartet. Die Unsicherheit wegen
der Schweinegrippe, die Wirtschaftskrise und der starke Schweizer Franken
führten dazu, dass viele asiatische Gäste fernblieben. Den Einbruch
konnte die Jungfraubahn Gruppe dank Aktionen in der Schweiz und in Europa
wettmachen.
Neben dem Jungfraujoch - Top of Europe waren auch die anderen Ausflugsziele,
zu denen Kleine Scheidegg, First, Harder Kulm und Winteregg gehören,
gut besucht. Die Firstbahn erzielte sogar einen Rekord: Sie verzeichnete
2009 den besten Sommer in ihrer Geschichte.
Die Generalversammlung der Jungfraubahn Holding AG findet am 17. Mai
in Interlaken statt. Der Verwaltungsrat wird beantragen, Peter Baumann
als zusätzliches Mitglied in den Verwaltungsrat zu wählen. Baumann ist
Ingenieur ETH. Er wohnt in Grindelwald, womit die Vertretung dieser
wichtigen Standortgemeinde im Verwaltungsrat der Jungfraubahn Holding
AG wieder gewährleistet wird. Seit dem Jahr 2002 ist Baumann als Verwaltungsratsmitglied
und Direktor Marketing und Verkauf für die Garaventa AG tätig. Er wird
seine Erfahrung als international tätiger Unternehmer und sein fachspezifisches
Wissen einbringen können.
Der vollständige Aktionärsbrief ist auf der Internetseite www.jungfraubahn.ch
unter den Navigationspunkten "Investor Relations - Ad hoc Mitteilungen"
einsehbar (Pressemeldung Jungfraubahn Holding AG , 17.02.10).
Bahnhofumbau
Olten verzögert
Die Eröffnungsfeierlichkeiten für den umgebauten Bahnhof Olten
finden neu am 25. und 26. Juni 2010 statt. Das aussergewöhnlich
kalte Winterwetter hat die Fertigstellung des Glaskubus’ verzögert.
Das betrifft auch nachfolgende Arbeiten. Der moderne Personenlift im
Kubus soll ab Mai in Betrieb gehen und mit den zwei neuen Treppen den
Zugang zum Inselperron verbessern. Dank erhöhten Perrons treten
zudem Reisende ab Juni ebenerdig in die Züge ein.
Das aussergewöhnlich kalte Winterwetter wirkt sich auf die Umbauarbeiten
im Bahnhof Olten aus. Die Stahlkonstruktion für den neuen Glaskubus
auf dem Inselperron ist fertig gestellt, doch wegen der tiefen Temperaturen
können die Bauteams die bereitstehenden Glaselemente noch nicht
montieren. Alle Folgearbeiten, die vom fertigen Kubus abhängen,
können deshalb erst mit Verzug ausgeführt werden.
Die Eröffnungsfeierlichkeiten für den umgebauten Bahnhof finden
darum nicht Ende März, sondern neu am 25. und 26. Juni 2010 statt.
Voraussichtlich ab Mai steht im Kubus, neben den zwei Treppen –
einer neuen und einer verbreiterten – der neue Personenlift von
der Unterführung Martin-Disteli zum Inselperron bereit. Bis dahin
stellt die SBB weiterhin sicher, dass gehbehinderte Menschen mit Hilfe
von Securitrans-Mitarbeitenden ab dem Bahnhofplatz via Zulieferungslifte
stufenfrei zum Inselperron gelangen. Auch die Perronerhöhungsarbeiten
haben mehr Komfort für die Kundinnen und Kunden zum Ziel: Ab Juni
können Reisende in Olten an allen Perrons bequem und ebenerdig
in die Züge eintreten.
Im Rahmen der Umbauarbeiten hat die SBB zudem die Gebäude auf dem
Inselperron aufgefrischt und den heutigen Kundenbedürfnissen angepasst.
So eröffneten im Juni 2009 das öffentliche Personalrestaurant
«Chez SBB» und das moderne Bahnreisezentrum, im November
eine Drogerie, ein Multimediashop und das umgebaute Aperto-Lebensmittelgeschäft.
Die Investitionen belaufen sich auf rund 27 Millionen Franken.
Weitere Informationen sind unter www.sbb.ch/olten
zu finden (Pressemeldung SBB, 13.02.10).
40
Prozent des Gotthard-Basistunnels bereit für Einbau der Bahntechnik
Im Herbst 2010 wird der Hauptdurchschlag im Gotthard-Basistunnel (GBT)
stattfinden. Bereits im Frühjahr 2010 erfolgt mit dem Einbau der
Bahntechnik ab dem Südportal ein grosser Schritt auf dem Weg zur
Inbetriebnahme 2017. Der Einbau der Bahntechnik ist komplex und mit
Risiken für die Kosten- und Termineinhaltung verbunden. Die NEAT-Aufsichtsdelegation
(NAD) verfolgt sehr aufmerksam, wie diese Aufgabe kosten- und termingerecht
erfüllt wird.
Anfang
Februar 2010 sind von insgesamt 151.84 Kilometer Tunnel, Schächte
und Stollen des Gotthard-Basistunnels rund 142 Kilometer oder 94 Prozent
ausgebrochen. Der Hauptdurchschlag zwischen Sedrun und Faido wird voraussichtlich
im Herbst 2010 stattfinden. Noch müssen in beiden Tunnelröhren
noch rund je 4 Kilometer ausgebrochen werden. Die Tunnelabschnitte Amsteg,
Sedrun Nord und Bodio West sind bereits heute bereit für den Einbau
der bahntechnischen Ausrüstung (Fahrbahn, Fahrstrom, Energieversorgung,
Kommunikation und Sicherungsanlagen). Der Einbau ab dem Südportal
in Bodio beginnt voraussichtlich im Mai 2010. Im 15 Kilometer langen
südlichen Tunnelabschnitt wird ab Mitte 2011 ein Versuchsbetrieb
stattfinden. Anfang 2012 soll der Einbau der gesamten bahntechnischen
Ausrüstung von Norden, Anfang 2015 von Süden her erfolgen.
Die
NAD hat sich eingehend mit der aktualisierten Risikoanalyse Bahntechnik
der Alptransit Gotthard AG (ATG) und dem Management der Schnittstellen
zwischen dem Bundesamt für Verkehr (BAV) als Aufsicht, der SBB
als künftiger Betreiberin und der ATG als Projektverantwortliche
auseinandergesetzt. Deren Vertreter wiesen darauf hin, dass die gewichtigen
Risikofaktoren erkannt und entsprechende Massnahmen für den Ereignisfall
geplant seien. Zwischen ATG, SBB und BAV sei ein konsequentes Änderungsmanagement
mit klaren Verfahrensabläufen vereinbart und die Koordination verstärkt
worden. Die Erfahrungen aus dem Lötschberg-Basistunnel würden
wo immer möglich miteinbezogen. Die kommende Ausschreibung der
Bahntechnik beim Ceneri-Basistunnel (CBT) werde zudem die Erfahrungen
bei der Bahntechnik Gotthard berücksichtigen.
Der
Werkvertrag für die Bahntechnik Gotthard mit einer Summe von rund
1,69 Milliarden Franken war am 29. April 2008 zwischen der ATG und der
Arbeitsgemeinschaft Transtec Gotthard (TTG) unterzeichnet worden. Er
umfasst u.a. die Planung der Sicherungsanlagen; die Ausführung
mit ETCS wurde hingegen nur als Option ausgeschrieben. Diese Option
wurde Ende 2009 ausgelöst und dem Bund damit ein Pauschalrabatt
von 20 Millionen Franken gesichert. Gleichzeitig haben unter anderem
neue Erkenntnisse aus dem Einsatz von ETCS beim Lötschberg-Basistunnel
und der Neubaustrecke Bahn 2000 sowie das neue Fahrplankonzept ZEB zu
Projektänderung im Bereich der Sicherungsanlagen geführt,
die mit Mehrkosten von rund 33 Millionen Franken verbunden sind.
Die
Delegation hat sich ferner mit den Antworten des Bundesrats auf zwei
Empfehlungen der NAD vom November 2009 befasst. Ihre Bedenken bezüglich
der zeitgerechten Realisierung der nördlichen Zufahrten zur NEAT
in Deutschland (Rheintalachse) werden vom UVEK geteilt. Der Departementschef
will sie bei seinem Treffen mit dem neuen Bundesminister für Verkehr,
Bau und Wohnungswesen, Herrn Peter Ramsauer, zur Sprache bringen. Die
Auswirkungen des Bundesverwaltungsgerichtsentscheids zur Leistungsabhängigen
Schwerverkehrsabgabe (LSVA) vom 21. Oktober 2009 auf den FinöV-Fonds
– und damit auf die NEAT – werden zurzeit durch das EFD
und das UVEK vertieft abgeklärt. Die NAD erwartet, vom Vorsteher
UVEK an ihrer März-Sitzung über die substanziellen Fortschritte
bei den beiden Dossiers orientiert zu werden (Pressemeldung NAD, 12.02.10).
BLS
sichert 146 Bahnübergänge
Auf dem Streckennetz der BLS Netz AG gibt es 431 Bahnübergänge.
Davon erfüllen 285 Übergänge die erhöhten Anforderungen
der revidierten Eisenbahnverordnung. Die übrigen 146 sollen bis
Ende 2014 saniert oder aufgehoben werden. Damit verbessert die BLS die
Sicherheit und Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs weiter. Der Verwaltungsrat
der BLS Netz AG hat dafür einen Kredit von 16,8 Millionen Franken
bewilligt.
Die
BLS Netz AG betreibt ein Schienennetz von rund 440 Kilometern. Darauf
befinden sich 431 niveaugleiche Kreuzungen mit einer Strasse oder einem
Weg. Bahnübergänge bergen Sicherheitsrisiken und sind bedeutende
Quellen von betrieblichen Störungen.
Die
BLS hat 242 Übergänge (56%) mit Schranken gesichert und 21
Übergänge (5%) mit Blinklichtsignalen ausgerüstet. Ein
Übergang ist in eine Verkehrsregelungsanlage integriert. Die übrigen
167 Übergänge (39%) fallen in die Kategorie der unbewachten
Bahnübergänge. Sie betreffen überwiegend Privatwege im
ländlichen Raum, die als Zufahrten zu einzelnen Häusern oder
Höfen dienen bzw. zu land- und forstwirtschaftlichen Zwecken benützt
werden.
Die
BLS konnte bisher pro Jahr rund 10 Übergänge sanieren oder
aufheben, oft im Zusammenhang mit Streckenausbauten. Von den verbliebenen
167 unbewachten Bahnübergängen sind deren 21 auch künftig
verordnungskonform, dank schwachem Verkehr, guten Sichtverhältnissen
und weiteren Kriterien wie z.B. reinem Fussgängerverkehr oder tiefer
Streckengeschwindigkeit. Demgegenüber entsprechen 146 Übergänge
den erhöhten Anforderungen der Eisenbahnverordnung nicht mehr.
Sie sollen innerhalb von fünf Jahren saniert oder geschlossen werden.
Der
Verwaltungsrat der BLS Netz AG hat für das Sanierungsprogramm für
die Jahre 2010 bis 2014 einen Kredit von 16,8 Millionen Franken bewilligt.
Damit bezweckt er, 105 dieser Übergänge zu sanieren bzw. aufzuheben.
Weitere 13 Übergänge werden im Rahmen von Infrastrukturprojekten
angepasst. 9 Bahnübergänge betreffen ein Anschlussgleis, ihre
Sanierung liegt somit in der Verantwortung der entsprechenden Eigentümer.
Bei den 19 Übergängen auf der Strecke Sumiswald–Huttwil,
die seit dem Fahrplanwechsel 2009 nicht mehr fahrplanmässig befahren
wird, werden die zu treffenden Massnahmen im Rahmen der Überlegungen
zur Zukunft der Strecke definiert.
Unter
dem Aspekt der Sicherheit gibt die BLS bei der Lösungssuche der
Aufhebung von Bahnübergängen oberste Priorität. Dabei
stehen der Bau von Unter- oder Überführungen bzw. die rückwärtige
Erschliessung im Vordergrund. Wo dies aus finanziellen Überlegungen
nicht möglich ist oder zu unzumutbaren Umwegen führt, wird
die Ausrüstung des Bahnübergangs mit einer aktiven Sicherungsanlage
ins Auge gefasst. Ab Mitte 2010 steht dazu auch eine neue, kostengünstige
Lösung zur Verfügung, an deren Entwicklung sich die BLS aktiv
beteiligt hatte. Diese sogenannten Micro-Anlagen sind nur für den
Einsatz an sehr schwach frequentierten Bahnübergängen konzipiert
und zugelassen.
Die
Kosten für die Sanierung von Bahnübergängen sind in jedem
Fall zwischen Bahn und Strassen-eigentümern auszuhandeln, wobei
das Eisenbahngesetz Richtlinien vorgibt. Die Realisierung der Projekte
erfolgt in der Regel nach Eisenbahnrecht mit einem ordentlichen Plangenehmigungsverfahren
(Pressemeldung
BLS AG, 11.02.10).
Kundenzufriedenheit
2009 praktisch konstant
Über 900 000 Kundinnen und Kunden reisen täglich mit der SBB.
Um zu wissen, was die Fahrgäste bewegt, misst die SBB kontinuierlich
die Kundenzufriedenheit. Sie befragt jedes Jahr 20 000 Reisende per
Telefon. 2009 lag die Gesamtzufriedenheit der Reisenden praktisch auf
dem Vorjahresniveau: Hatte der Gesamtzufriedenheitswert 2008 bei 75,7
Punkten gelegen, lag er 2009 0,1 Punkt darunter bei 75,6 Punkten. Veränderungen
nach oben und unten gab es in einzelnen Unterkategorien.
Der
Grossteil der über 900 000 Kundinnen und Kunden stellt der SBB
und ihren Mitarbeitenden ein gutes Zeugnis aus. Dies zeigt sich in der
kontinuierlichen Kundenbefragung der SBB. Die sogenannte «Kontinuierliche
Erhebung Personenverkehr KEP» misst seit 1983 die Mobilität
und Zufriedenheit der Schweizerinnen und Schweizer mit der Bahn. Jeden
Monat befragt ein Marktforschungsinstitut im Auftrag der SBB telefonisch
gegen 2000 Personen.
Im
zurückliegenden Geschäftsjahr belief sich der Wert der so
gemessenen Gesamtzufriedenheit der Kunden auf 75,6 Punkte. Im Vorjahr
hatte dieser Wert 75,7 Punkte betragen. Damit zeigte sich die Gesamtzufriedenheit
der Kundinnen und Kunden stabil mit einer minimalen Veränderung
um 0,1 Punkt.
Positiv
entwickelten sich in den Augen der Kunden 2009 die Zufriedenheit mit
dem (Fahrplan-) Angebot und der Leistung der SBB: Der Wert stieg von
73,0 Punkten (2008) auf 73,5 Punkte. Die Zufriedenheit mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis
stieg von 59,8 Punkten (2008) auf 61,3 Punkte. Weiter beurteilten die
Kunden die Bahnreisezeit und den Fahrplan ebenfalls besser.
Ebenfalls
besser schnitt die SBB bei der Kundeninformation ab, die von 79,2 (2008)
auf 79,4 Punkte anstieg. Insbesondere die Information bei Störungsfällen
(2008: 69,2 Punkte, 2009: 69,8 Punkte) und die Information im Zug (2008:
81,1 Punkte, 2009: 81,5 Punkte) wurden besser beurteilt.
Auf
der anderen Seite beurteilten die Kunden verschiedene Aspekte kritischer
als im Vorjahr. Die «Freundlichkeit und Kompetenz» des Personals
wurde zwar weiterhin mit einem guten Wert von 81,9 Punkten beurteilt;
im Vergleich zum Vorjahr lag dieser Wert indes um 0,3 Punkte tiefer.
Deutlich zurück ging das «Wohlbefinden» der Reisenden
mit einem Wert von 71,8 Punkten (2008: 72,8). In der Kategorie «Wohlbefinden»
eingeschlossen sind die Unterkategorien «Klima im Zug» (2008:
75,4 Punkte, 2009: 74,0 Punkte), «Sicherheit im Zug» (2008:
79,4 Punkte, 2009: 79,4 Punkte), «Sitzplatzangebot im Zug»
(2008: 69,5 Punkte, 2009: 67,9 Punkte), die «Sauberkeit im Zug»
(2008: 70,5 Punkte, 2009: 69,0 Punkte) sowie die «Sauberkeit am
Bahnhof» (2008: 69,4 Punkte, 2009: 68,7 Punkte).
Die
SBB unternimmt grosse Anstrengungen, die Qualität ihrer Leistungen
trotz stark wachsender Kundenströme im dicht genutzten SBB-Netz
hoch zu halten und nach Möglichkeit zu verbessern.
In
ihrem Bemühen, den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden noch
besser zu entsprechen, setzt die SBB seit Mitte April 2009 zudem 20
Testkunden ein. Diese beurteilen im Auftrag des Unternehmens Aufenthaltsqualität
und Kundeninformation am Bahnhof und im Zug nach festgelegten Kriterien.
Aus diesen Berichten werden die nötigen Massnahmen abgeleitet.
Zudem
lancierte die SBB im Herbst 2009 einen Kundenbeirat mit 29 Mitgliedern.
Diese bringen ihre Erfahrungen mit der SBB und ihre Erwartungen an das
Unternehmen in die Diskussion ein. Gemeinsam wird nach Ideen und Lösungen
gesucht, um die Leistungen für die Kundinnen und Kunden und damit
auch die Kundenzufriedenheit weiter zu verbessern (Pressemeldung
SBB, 11.02.10).
SBB
modernisiert Bpm 51 und beschafft GTW
Angesichts der sich in den nächsten Jahren abzeichnenden Engpässe
beim Rollmaterial treibt die SBB den Erneuerungsprozess von bestehenden
Fahrzeugen weiter voran. Für 86 Mio. Franken saniert und klimatisiert
die SBB bis 2013 180 einstöckige Reisezugwagen 2. Klasse des Typs
Bpm 51. Damit wird deren schweizweiter Einsatz bis über 2020 hinaus
möglich.
Weiter übernimmt die SBB 13 GTW-Triebzüge der BLS, um im Berner
und Solothurner Jura ein Flügelzug-Konzept umzusetzen.
Der Rollmaterialpark des SBB Fernverkehrs stösst mit dem aktuellen
Angebot an seine Kapazitätsgrenzen. Die Nachfrage steigt in den
nächsten Jahren weiter an und erfordert Angebots-ausbauten. Die
SBB ergreift zahlreiche Massnahmen, um die sich abzeichnenden Engpässe
beim Rollmaterial zu beseitigen. Bis 2030 investiert die SBB rund 20
Mia. Franken eigener Mittel in moderne Züge. Im Frühsommer
löst sie mit der Vergabe von neuen Doppelstockzügen für
den Fernverkehr die grösste Rollmaterialbestellung ihrer Geschichte
aus.
Die SBB wertet 180 ihrer 203 einstöckigen Reisezugwagen 2. Klasse
des Typs Bpm 51 auf. Die SBB Industriewerke Olten und Bellinzona sanieren
und klimatisieren die Wagen in den nächsten drei Jahren für
86 Mio. Franken. Die Fahrzeuge sind durchschnittlich 35 Jahre alt; dank
der Aufwertung können sie weitere acht bis zehn Jahre auf Schweizer
Schienen rollen. Auch künftig werden die Bpm 51 zwischen Genf und
Brig, auf der Linie Basel–Aarau–Zürich–Ziegelbrücke–Chur,
am Gotthard sowie je nach Bedarf zusätzlich eingesetzt.
Die Arbeiten umfassen den Einbau von Klimaanlagen, die Aufarbeitung
der Drehgestelle, eine neue Notbremsanforderung, die Automatisierung
der Einstiegstüren sowie den Einbau der seitenselektiven Türöffnung
und die Rostsanierung der Wagenkasten. Die Wagen werden innen aufgefrischt
und aussen neu lackiert. Dank der aufgewerteten Fahrzeuge macht die
SBB einen weiteren Schritt in Richtung Qualitätssteigerung für
den Fahrgast.
Die SBB setzt in ihrer Flottenstrategie nicht nur auf Modernisierungen,
sondern beschafft auch zusätzliche Fahrzeuge. Von der BLS übernimmt
sie 13 GTW-Züge des Herstellers Stadler Rail und richtet sie stärker
auf die Kundenanforderungen aus. Der Verwaltungsrat der SBB hat den
dafür nötigen Kredit von 61,9 Mio. Franken genehmigt.
Die GTW-Züge hat die BLS 2004 beschafft. Sie eignen sich bestens,
um im Berner Jura – wie vom Besteller gefordert – ab dem
Fahrplanwechsel 2013 ein Flügelzug-Konzept einzuführen. Ab
diesem Zeitpunkt verkehren die Züge von Biel nach Sonceboz-Sombeval
und werden dort getrennt: Ein Teil des Zuges fährt anschliessend
nach La Chaux-de-Fonds weiter, der andere via Moutier nach Solothurn.
SBB und BLS haben bereits über das neue Linienmanagement ab Dezember
2010 im Raum Luzern West sowie im Berner und Solothurner Jura informiert.
Bis das Flügelzug-Konzept mit den 13 GTW-Zügen umgesetzt wird,
kommen im Jura zwischenzeitlich Domino-Züge zum Einsatz. Die GTW
fahren während dieser Zeit in Luzern West (Pressemeldung SBB, 10.02.10).
Publikation
«Verkehrspolitik des Bundes» in neuer Form erschienen
Die Publikation «Faktenblätter
zur Verkehrspolitik des Bundes» ist in diesen Tagen auf dem
Webportal des UVEK aufgeschaltet worden. Die Faktenblätter dokumentieren
den Stellenwert der einzelnen Verkehrsträger in der Schweiz und
zeigen auf, wie sich die Verkehrspolitik aus Sicht des Bundes entwickeln
soll.
Neben
den Verkehrsträgern selbst werden nach einer einheitlichen Systematik
alle relevanten verkehrspolitischen Themen aufgeführt. Vorgestellt
werden beispielsweise das Instrument der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe
(LSVA) sowie Projekte wie die Alpentransitbörse oder das Europäische
Zugsicherungssystem (ETCS). Schliesslich wird detailliert auf die gegenseitige
Abhängigkeit von Verkehr einerseits sowie den Politikfeldern Raumordnung
und Umwelt andererseits eingegangen.
Der
modulare Aufbau in Form von Faktenblättern erlaubt es, der Öffentlichkeit
ein aktuelles verkehrspolitisches Handbuch zur Verfügung zu stellen.
An Stelle der früheren isolierten Berichte wurde nun eine verkehrsübergreifende
Internetpublikation zur Verkehrspolitik des Bundes entwickelt. Diese
wird periodisch auf den neuesten Stand gebracht (Pressemeldung
Eurotunnel, 08.02.10).
Werkvertrag
für das Hauptlos der AlpTransit-Baustelle in Vezia unterzeichnet
Die AlpTransit Gotthard AG und die Arbeitsgemeinschaft CPV haben am
5. Februar 2010, den Werkvertrag für die Bauarbeiten am Hauptlos
in Vezia bei Lugano unterzeichnet.
In der Arbeitsgemeinschaft CPV haben sich die Unternehmungen CSC SA
aus Lugano und Pizzarotti SA aus Bellinzona zusammengeschlossen. Das
Auftragsvolumen für das Baulos in Vezia (Los 854) beträgt
rund 63 Millionen Franken. Die Arbeiten umfassen in erster Linie die
Realisierung des Südportals des Ceneri-Basistunnels, den Bau von
200 Metern Tagbautunnel, Sprengvortrieb und die Verkleidung der beiden
Röhren auf einer Länge von 300 Metern.
Die Vortriebsarbeiten beginnen in Vezia im März 2010 und enden
im Jahr 2016. Der kommerzielle fahrplanmässige Betrieb des Ceneri-Basistunnels
ist auf Ende 2019 geplant. „Die Unterzeichnung dieses Werkvertrages
stellt einen weiteren wichtigen Schritt zur Realisierung der Flachbahn
durch die Alpen dar”, sagte Renzo Simoni, Vorsitzender der Geschäftsleitung
von AlpTransit Gotthard AG.
Mit einer Länge von 15.4 km zwischen dem Nordportal Vigana bei
Camorino und dem Südportal in Vezia ist der Ceneri-Basistunnel
nach dem Gotthard- und dem Lötschberg-Basistunnel das drittgrösste
Tunnelprojekt in der Schweiz. Nur mit dem Ceneri-Basistunnel als Fortsetzung
und Ergänzung des Gotthard-Basistunnels wird die neue Gotthardbahn
zu einer durchgehenden Flachbahn für den Güterverkehr durch
die Schweiz. Im Personenverkehr werden die Fahrzeiten zwischen der Deutschschweiz,
dem Tessin und Italien beträchtlich verkürzt (Pressemeldung
AlpTransit Gotthard AG, 06.02.10).
Aufspaltung
und Fokussierung der beiden Geschäftsfelder von SBB Cargo
Die SBB hat die strategischen Stossrichtungen für die Entwicklung
ihres Güterbereiches weiter konkretisiert. Die internationalen
Ganzzugsverkehre im alpenquerenden Transitverkehr werden in eine separate
Gesellschaft ausgegliedert mit dem Ziel, dank schlanken Strukturen kostengünstiger
produzieren zu können. Im Schweizer Wagenladungsverkehr will SBB
Cargo ihre Dienstleistungen in Zukunft stärker standardisieren
und ihr Angebot enger mit ihren Kunden verzahnen. Die Entscheide zur
weiteren Umsetzung fallen im Laufe des Sommers.
Mit
dem Entscheid zur Trennung und Fokussierung der beiden Geschäftsfelder
hat die SBB die zukünftige strategische Stossrichtung ihres Güterbereichs
festgelegt. Sie schafft damit die Voraussetzung, dass SBB Cargo die
Zukunft des Unternehmens wirtschaftlich verbessern kann. Mit der strategischen
Stossrichtung erfüllt SBB Cargo die berechtigten Interessen der
Kunden nach einem verlässlichen, langfristig orientierten Partner.
Die Umsetzung der Entscheide zur Weiterentwicklung von SBB Cargo wird
wesentliche Schritte zur Kostensenkung und zur Verbesserung des Ergebnisses
notwendig machen.
Im
Schweizer Wagenladungsverkehr (WLV) wird SBB Cargo weiterhin ein vollständiges
Produktportfolio für den Transport von Einzelwagen, Wagengruppen
und Ganzzügen innerhalb der Schweiz anbieten. Die grosse Stärke
von SBB Cargo ist dabei neben dem dichten Netzwerk die enge logistische
Verzahnung mit den Grosskunden. Diese soll in Zukunft noch besser strukturiert
und ausgebaut werden. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit über
eine Standardisierung und eine Optimierung des auf die verladende Wirtschaft
ausgerichteten Netzwerks mit zentralen Netzknoten zu verbessern. Ferner
werden zusätzliche Leistungen verursachergerecht verrechnet.
Da der Wagenladungsverkehr stark von Import-/Exportverkehren primär
von/nach Deutschland, Italien und Frankreich, abhängig ist, sollen
diese Transportvolumen über bilaterale Kooperationsabkommen mit
DB, SNCF und weiteren Partnern abgesichert werden. Zur Sicherstellung
der Wettbewerbsfähigkeit werden dabei Standards für Qualität
und Pünktlichkeit vereinbart. Zusätzlich soll die Qualität
der Transporte mit X-Rail, einer Allianz von sieben europäischen
Güterbahnen, verbessert und damit die Wettbewersbfähigkeit
gegenüber der Strasse gestärkt werden.
Voraussetzung für den Erfolg dieser Stossrichtung sind zudem gesicherte,
günstige und stabile Rahmenbedingungen (darunter das Nachtfahrverbot,
Subventionen, Trassenpreise) und die Sicherung der notwendigen Kapazitäten
auch während der Hauptverkehrszeit bei der Infrastruktur (Verfügbarkeit
Trassen).
Bei den internationalen Ganzzugsverkehren – insbesondere im Transport
von Containern und Wechselbehältern – konzentriert sich SBB
Cargo in Zukunft auf die Rolle als Traktionär auf dem Nord-Süd
Korridor zwischen den Nordseehäfen und Norditalien. Insbesondere
der Kombinierte Verkehr (KV) ist ein langfristiger Wachstumsmarkt im
internationalen Güterverkehr, wird aber auch in Zukunft ein niedermargiges
Geschäft bleiben. Ziel ist es daher, mit einer schlanken, auf Kostenführerschaft
abzielenden internationalen Güterbahn in diesem Bereich wirtschaftlich
bestehen zu können, ohne dabei auf die Schweizer Qualität
zu verzichten. Diese Weiterentwicklung ist notwendig, um auch in Zukunft
auf der zentralen europäischen Güterachse tätig zu bleiben
und einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrsverlagerung leisten zu können.
Die Bahnproduktion umfasst die Traktion von Kombinierten Verkehren auf
der Nord-Süd-Achse sowie die Traktion von Ganzzugsverkehren mit
engem Bezug zur Nord-Süd-Achse (hauptsächlich Transit und
Im-/Export-Verkehre für Schweiz).
Im Rahmen der Ausarbeitung der eigenständigen Weiterentwicklung
wurde deutlich, dass sich die Geschäftsfelder WLV Schweiz und «International»
strukturell klar voneinander getrennt weiterentwickeln sollten. Während
es sich beim Kombinierten Verkehr auf der internationalen Nord-Süd-Achse
um ein niedermargiges Liniengeschäft handelt, basiert der Wagenladungsverkehr
auf einer komplexen Netzwerkstruktur.
Der internationale Bereich von SBB Cargo wird in eine separate Gesellschaft
überführt mit dem Ziel der Kostenführerschaft, schlanken
Prozessen und Strukturen sowie einfachem IT-System. Der Standort der
neuen Gesellschaft ist noch offen. Mit dem in Chiasso domizilierten
Schweizer Kombioperateur Hupac laufen zurzeit Gespräche zur Beteiligung
an der neuen Gesellschaft. Zudem wird geprüft, wie die Tochtergesellschaften
von SBB Cargo in Deutschland und Italien in die neue Gesellschaft integriert
werden.
Die eigenständige Weiterentwicklung von SBB Cargo wird zu Restrukturierungen
führen. Dabei wird es auch zum Abbau von Stellen kommen. Der Stellenabbau
wird sozialverträglich gestaltet werden. Die SBB wird dabei im
Rahmen des Gesamtunternehmens Möglichkeiten zur Umqualifizierung
anbieten und kann dank starkem Wachstum in anderen Bereichen auch neue
Anstellungsschancen anbieten. Hierbei werden alle zur Verfügung
stehenden Lösungen des konzernweiten Arbeitsmarktes inkl. Angebote
in anderen Bereichen der SBB, Ausnutzen der Fluktuation, Frühpensionierungen
und ggf. Outplacement (NOA) auszunutzen. In den kommenden Monaten werden
die einzelnen strategischen Stossrichtungen im Detail ausgearbeitet.
Entscheide zur konkreten Umsetzung sind im Laufe des Sommers zu erwarten
(Pressemeldung SBB, 05.02.10).
Aufspaltung
von SBB Cargo wirft Fragen auf
Die Aufspaltung von SBB Cargo kommt für den SEV, die Gewerkschaft
des Verkehrspersonals überraschend. Die Trennung wäre nicht
nur wirtschaftlich, sondern auch rechtlich fragwürdig. Der SEV
erwartet, dass die SBB und ihr Eigentümer Bund vor dem definitiven
Entscheid nochmals über die Bücher gehen.
Es ist nur wenige Jahre her, dass SBB Cargo mit viel Aufwand (und dem
Opfer Dutzender von Arbeitsstellen) die Geschäftsbereiche Schweiz
und International operativ zusammenlegte – um Synergien zu nutzen.
Nun heisst es: Rechtsumkehrt, alles wieder wie vorher, nur noch weiter
auseinander. Für den SEV ist der Zeitpunkt unpassend: Bereits zeichnet
sich die Trendwende beim Güterverkehr ab; den Tiefpunkt als Mass
zu nehmen, ist verfehlt.
«Ein Slalomkurs ist das Einzige, das die SBB im Güterverkehr
seit der Bahnliberalisierung erkennen lässt», hält SEV-Präsident
Giorgio Tuti fest und ergänzt: «Immer hat das Personal den
Preis bezahlt!» Er erwartet von der SBB, dass sie vor einem definitiven
Entscheid nochmals über die Bücher geht und weitere Varianten
einbezieht. Dabei ist auch der Bund als Eigentümer gefordert, der
mit dem Verlagerungsauftrag klare Vorstellungen über die Zukunft
des Güterverkehrs haben sollte. Diese gilt es hier in den Vordergrund
zu stellen und dafür zu sorgen, dass die SBB einen beträchtlichen
Beitrag an die Verlagerung leistet. Eine offensive Strategie sowohl
für den Inland- als auch für den internationalen Güterverkehr
ist erforderlich, wobei der SEV weiterhin Kooperationen – ohne
die Firmenstruktur zu verändern – als geeignet erachtet.
Der Erhalt der Arbeitsplätze und die Qualität der Arbeitsbedingungen:
Dies sind die Anliegen, die der SEV als die Gewerkschaft des Verkehrspersonals
bei allen Richtungsentscheiden in den Vordergrund stellt. «Wir
werden uns mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass diese Werte
beim bevorstehenden Entscheid geachtet werden», betont der für
die SBB zuständige Vizepräsident Manuel Avallone. Er warnt
die SBB besonders davor, unter dem Eindruck des letztjährigen Verkehrseinbruchs
(der notabene bei SBB Cargo recht moderat ausgefallen ist) Abbaupläne
zu schmieden. Sämtliche europäischen Verkehrsexperten sind
sich einig, dass der Güterverkehr auf der Schiene nach wie vor
ein lang anhaltendes, massives Wachstum vor sich hat. Darauf haben sich
die Bahnen vorzubereiten. Statt sich untereinander einen ruinösen
Wettbewerb zu liefern, müssen sie sich in Kooperationen gemeinsam
gegen den Konkurrenten Strasse stark machen (Pressemeldung SEV, 05.02.10).
Pro
Bahn zur Reorganisation von SBB Cargo
Mit einer Reorganisation wollen die SBB ihrem Güterverkehr zu neuen
Höhenflügen verhelfen. Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung
der Bahn- Bus- und Trambenützer, steht diesen Massnahmen nicht
negativ gegenüber.
Das klare Bekenntnis der SBB zum Wagenladungsverkehr tönt ermutigend,
auch wenn in diesem Bereich nur sogenannte standardisierte Lösungen
angeboten werden. Ansprüche, welchen diesen Standard überschreiten,
müssen Kunden besonders bezahlen. Dieses Konzept ist aber nur dann
anwendbar, solange der Verkehrsträger „Schiene“ konkurrenzfähig
ist. Wenn nicht, ist vorgesehen, den konkreten Fall dem Bund zu unterbreiten,
damit er über eine allfällige Subventionierung entscheiden
kann. Pro Bahn Schweiz legt Wert darauf, dass SBB Cargo im Wagenladungsverkehr
flexibel in Bezug auf Leistung und Konditionen ist. Es darf nicht mehr
vorkommen, dass bestehende Güter-Anschluss-Geleise nicht mehr genutzt
werden, weil die Zusammenarbeit mit den Bahnorganen unergiebig oder
die Preise zu hoch waren.
Gegen die im Transitverkehr vorgesehene Konzentration auf die Nord –
Süd Achse hat Pro Bahn nichts einzuwenden. Ebenso wenig gegen die
vorgesehene Errichtung einer Tochterfirma mit einer Minderheitsbeteiligung
der Hupac AG, welche nicht nur auf der Nord – Süd –
Achse sondern auch in West- und Osteuropa erfolgreich tätig ist.
Dank der Erfahrung beider Partner wird SBB Cargo im harten europäischen
Konkurrenzkampf des Güterverkehrs vermehrt bestehen und konkurrenzfähige
Tür-zu-Tür Lösungen anbieten können.
Die Auswirkungen werden sich nach den Aussagen von CEO Andreas Meyer
in Grenzen halten: Dank dem Wachstum der SBB in den Bereichen „Infrastruktur“
und „Personenverkehr“ werden sich für die betroffenen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Möglichkeiten ergeben.
Nachdem weder eine Kooperation mit der deutschen oder französischen
Bahn machbar ist, ist auch für Pro Bahn Schweiz der Alleingang
mit einem starken Partnern der richtige Weg in eine hoffentlich defizitfreie
Zukunft bei SBB Cargo (Pressemeldung Pro Bahn Schweiz, 05.02.10).
SBB
testet neues System für kürzere Wartezeiten
Die SBB testet in der Halle im Bahnhof Basel SBB ein neues Bediensystem
vor den Billettschaltern. Ab Montag, 8. Februar, bis Sonntag, 21. Februar
2010, stehen Kundinnen und Kunden nicht mehr je Schalter an, sondern
bei einer von zwei «englischen» Warteschlangen. Diese werden
mittels Absperrbändern im Reissverschlusssystem zusammengeführt.
Der Versuch soll zeigen, ob sich die Wartezeiten für die Kundinnen
und Kunden so verkürzen lassen.
Vom
Montag, 8. Februar, bis Sonntag, 21. Februar 2010, testet die SBB im
Bahnhof Basel SBB ein neues Bediensystem. Kundinnen und Kunden stehen
nicht mehr an einem der fünf Schalter in der Bahnhofshalle an,
sondern bei einer von zwei Warteschlangen. Diese werden mittels Absperrbändern
im Reissverschlusssystem zusammengeführt. Wer in der vereinigten
Schlange zuvorderst steht, wird am nächsten frei gewordenen Schalter
bedient.
Der
Test soll aufzeigen, ob das neue System die Wartezeiten für die
Kundinnen und Kunden verkürzt. Dahinter steht das «englische»
Prinzip «first come, first served», sprich wer zuerst ansteht,
soll auch zuerst bedient werden. Zudem prüft die SBB, ob das neue
Bediensystem mit einer anstelle von mehreren Wartschlangen den Personenfluss
in der Bahnhofshalle verbessert. Die Akzeptanz des neuen Systems ermittelt
die SBB mit Kunden- und Mitarbeiterbefragungen. Zudem misst sie die
Wartezeiten und vergleicht diese mit den bisherigen Wartezeiten.
Wie
bisher stehen den Reisenden im Bahnhof Basel SBB neben den Billettschaltern
23 Billettautomaten mit Berührungsbildschirm zur Verfügung.
Neben Tickets nach über 4500 Ortschaften können an diesen
auch Mehrfahrtenkarten und Tageskarten gekauft werden, zahlbar mit Bargeld,
EC- und Kreditkarten, Reka-Checks oder Postcard.
Für
Beratung und Bestellungen ist zudem der Rail Service rund um die Uhr
unter der Telefonnummer 0900 300 300 (CHF 1.19/Min.) erreichbar. Über
Internet sind sowohl Fahrplanauskünfte im Online-Fahrplan als auch
Billette (www.sbb.ch/ticketshop)
erhältlich. Neu können Billette nach einmaliger Registrierung
auch direkt via Handy bezogen werden (www.sbb.ch/mobileworld)
(Pressemeldung
SBB, 03.02.10).
Peter
Kummer ist neuer Leiter der SBB Informatik
Der neue Leiter der SBB Informatik heisst Peter Kummer. Als CIO gehört
Kummer der erweiterten Konzernleitung der SBB an. Seit 1. November 2009
hatte Kummer diese Funktion bereits interimistisch inne und führte
die SBB Informatik mit seinen rund 600 Vollzeitstellen.
Vor der Übernahme der interimistischen Leitung stand Peter Kummer
seit 2007 als Chief Architect dem Bereich «Architecture &
Quality» von SBB IT vor. Dieser umfasst neben den Architekturleistungen
(EAM) auch ein Qualitätsmanagement, eine zentrale Testfactory und
den Bereich IT-Plattformen. Projekte wie die Einführung von Outlook
im 2008, die Bebauungsplanung zur Steuerung der IT-Landschaft, die Modernisierung
und Konsolidierung der Plattformen sowie die Entwicklung des künftigen
IT-Arbeitsplatzes der SBB (AQUA) fielen in seinen Verantwortungsbereich.
2009 wurde unter seiner Leitung die IT-Strategie überarbeitet.
Vor seinem Wechsel zur SBB im 2007 war Kummer bei einer Versicherungsgesellschaft
als Bereichsleiter Unternehmensarchitektur tätig. Kummer, lic.
rer. pol., studierte an der Universität Bern Betriebswirtschaft
und Informatik. Der 44-Jährige ist verheiratet und Vater von vier
Kindern.
Die Wahl von Peter Kummer steht für Kontinuität und Verlässlichkeit
bei der Umsetzung der IT-Strategie und eine konsequente Ausrichtung
der IT-Dienstleistungen auf die Bedürfnisse des Business und der
SBB Kunden (Pressemeldung SBB, 01.02.10).
Im
Zug ans WEF
Gleich zwei ausländische Delegationen reisten dieses Jahr per Zug nach
Davos und haben damit die Empfehlung des WEF, ökologisch anzureisen,
mehr als eingehalten.
Lange bevor der Schnee kam, haben sich zwei ausländische Delegationen
für die Anreise ans diesjährige WEF nach Davos mit dem Zug entschieden.
Damit entgingen diese nicht nur den Unsicherheitsfaktoren „schwierige
Strassenverhältnisse“ oder „schlechtem Flugwetter“, sondern konnten
die Reise zusammen als ganze Delegation in ungestörter Atmosphäre geniessen,
sich im Zug verpflegen und zudem dem Appell der WEF-Organisatioren folgen,
nicht nur vom Klimawandel zu sprechen sondern auch etwas dagegen zu
tun.
Ob in einem speziellen Extrazug mit den edel ausgestatteten Konferenzwagen
Salon de Luxe oder in den noblen „Bundesratssalonwagen“ aus den 60er-Jahren
– SBB RailAway nahm in Zusammenarbeit mit der RhB und der Polizei die
Herausforderung solcher Transporte mit erhöhter Sicherheitsstufe an
und fuhr sowohl den koreanischen Ministerpräsident als auch den chinesischen
Vizepremierminister mit den entsprechenden Delegationen sicher und pünktlich
nach Davos. Weitere Infos zu den Extrawagen finden Sie unter www.sbb.ch/charter
(Pressemeldung SBB RailAway, 30.01.10).
Kollision
zweier Güterzüge bei Brig
Bei
der Kollision zweier Güterzüge zwischen dem Bahnhof Brig und
dem Tunnelportal des Simplon sind heute morgen mehrere Wagen entgleist.
Es gab keine Verletzten. Die Güterzüge transportierten kein
Gefahrgut. Die Bahnstrecke durch den Simplontunnel ist derzeit unterbrochen.
Reisende nach Italien fahren über den Gotthard, Fahrgäste
des Regionalverkehrs benützen die Bahnersatzbusse zwischen Brig
und Iselle über den Simplonpass. Die SBB hat bei Fragen von Reisenden
die kostenlose Hotline unter der Nummer 0800 99 66 33 aufgeschaltet.
Am
Donnerstagmorgen um 2.40 Uhr kollidierten zwei Güterzüge zwischen
dem Bahnhof Brig und dem Tunnelportal des Simplontunnels. Mehrere Wagen
entgleisten, niemand wurde verletzt. Die Güterzüge transportierten
kein Gefahrgut. Die Strecke zwischen Brig und Dommodossola ist für
den Bahnverkehr unterbrochen. Die zwei betroffenen Güterzüge
wurden geführt durch die BLS und Crossrail. Die unabhängige
Unfalluntersuchungsstelle des Bundes ist vor Ort.
Die
Dauer der Störung ist unbestimmt. Reisende nach Italien benützen
mit Vorteil die Zugsverbindungen über den Gotthard. Zwischen Brig
und Iselle verkehren Bahnersatzbusse. Der Autoverlad durch den Simplontunnel
ist eingestellt (Pressemeldung
TPG, 29.01.10).
Bundesrat
unterstützt Vorschlag für neues Bahnpolizeigesetz
Der Bundesrat unterstützt den Vorschlag aus dem Parlament für
ein neues Bundesgesetz über die Sicherheitsorgane der Transportunternehmen
im öffentlichen Verkehr (BGST). Den Gesetzesentwurf hat die Kommission
für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates (KVF-N) ausgearbeitet,
nachdem der erste Vorschlag des Bundesrates vom Parlament zurückgewiesen
worden war.
Das
BGST soll das aus dem Jahr 1878 stammende Bahnpolizeigesetz ablösen.
Nachdem der Entwurf des Bundesrates für ein neues Gesetz am 9.
März 2009 abgelehnt worden war, arbeitete die KVF-N einen neuen
Vorschlag aus.
Dieser
beruht auf der ursprünglichen Bundesratsversion, modifiziert ihn
aber in einigen Punkten. So wird klar zwischen einer mit polizeilichen
Funktionen ausgestatteten Transportpolizei und einem Sicherheitsdienst
mit weniger Kompetenzen unterschieden. Während die Transportpolizei
in der Regel uniformiert ist und beispielsweise verdächtige Personen
vorläufig festnehmen kann, darf der Sicherheitsdienst Personen
zwar kontrollieren, aber nicht festnehmen. Nur die Aufgaben des Sicherheitsdienstes,
nicht aber jene der Transportpolizei, können an private Organisationen
übertragen werden. Während die SBB auf eine Transportpolizei
setzt, können kleinere Verkehrsbetriebe sich mit einem Sicherheitsdienst
begnügen.
Der
Bundesrat hat nun seine Stellungnahme zur Parlamentarischen Initiative
BGST der KVF-N verabschiedet. Er unterstützt den Gesetzesentwurf
und begrüsst, dass die wesentlichen Ziele des Bundesrates mit der
neuen Vorlage gewahrt bleiben. Der Gesetzesentwurf wird nun vom Parlament
behandelt werden und soll auf den 1. Januar 2011 in Kraft treten (Pressemeldung
BAV, 28.01.10).
Lukas
Bruhin wird neuer stellvertretender Generalsekretär des UVEK
Der neue stellvertretende Generalsekretär des Eidgenössischen
Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)
heisst Lukas Bruhin. Der 41-jährige Fürsprecher tritt sein
Amt am 1. Juni 2010 an und löst Hans Rudolf Dörig ab, der
Ende Mai in den Ruhestand tritt.
Lukas
Bruhin hat sein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität
Bern 1997 mit der Patentierung zum Fürsprecher abgeschlossen. Nach
einer zweijährigen Assistenz an der gleichen Hochschule arbeitete
er ab 1999 als Jurist im Amt für Raumordnung und Gemeinden des
Kantons Bern. Er leitete dort das Projekt ,Gemeindereformen im Kanton
Bern". Im Jahr 2000 wechselte Bruhin ins Generalsekretariat des
UVEK, wo er im Stab des Generalsekretärs zuständig war für
die öffentlichen Unternehmungen des Bundes, namentlich Post und
Skyguide. 2004 trat er in die Dienste der Post, zuerst als Leiter der
Regulierungsstrategie, ab 2005 als Leiter Internationales und Regulierungsfragen.
Seit September 2009 ist er persönlicher Mitarbeiter des Konzernchefs.
Lukas
Bruhin verfügt neben einer fundierten Ausbildung auf Universitätsstufe
über eine erfolgreiche Berufs- und Führungserfahrung in verschiedenen
Funktionen im Verwaltungsbereich sowie bei einem Unternehmen des Bundes.
Mit diesem Leistungsausweis erfüllt er das Anforderungsprofil in
allen Teilen. Zudem erzielte er in einem von einer externen Agentur
durchgeführten Assessment ausgezeichnete Resultate.
Der
neue stellvertretende Generalsekretär des UVEK nimmt seine Arbeit
am 1. Juni 2010 auf. Er löst mit Hans Rudolf Dörig einen der
beiden aktuellen stellvertretenden Generalsekretäre ab; dieser
tritt per Ende Mai nach insgesamt 38 Dienstjahren in der Bundesverwaltung,
davon 14 im Generalsekretariat des UVEK, in den Ruhestand. Der Bundesrat
bedankt sich bereits jetzt bei Hans Rudolf Dörig für die geleisteten
Dienste und seine ausgezeichnete Arbeit im Dienste der Eidgenossenschaft
(Pressemeldung
UVEK, 28.01.10).
Vorbereitungsarbeiten
zur Anbindung des Ceneri-Basistunnels
Im Raum Camorino zwischen Giubiasco und Cadenazzo haben am 25. Januar
2010 bei der bestehenden SBB-Linie Anpassungen an den bahntechnischen
Installationen begonnen. Dabei handelt es sich um erste Vorbereitungsmassnahmen
zur Anbindung des Ceneri-Basistunnels an das bereits bestehende Bahnnetz.
Unter anderem werden auf den neu erstellten Brückenbauwerken Morobbia
und A2 Gleise verlegt und Fahrleitungen errichtet. Diese Arbeiten sind
sehr anspruchsvoll, da sie den laufenden Bahnbetrieb nicht einschränken
dürfen.
Mit den Ausführungsarbeiten für die Verlegung der Stammlinie
Giubiasco – Cadenazzo hat die AlpTransit Gotthard AG die SBB beauftragt.
Sie werden etappenweise realisiert und mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels
im Jahr 2019 abgeschlossen (Pressemeldung AlpTransit Gotthard AG, 27.01.10).
Aufrichtefeier
für den Erweiterungsbau im Ausbildungszentrum in Murten
Das Centre Löwenberg in Murten ist das zentrale Ausbildungszentrum
der SBB für die interne Aus- und Weiterbildung. Das 1984 eröffnete
Zentrum wurde inzwischen zu klein und muss ausgebaut werden. Heute Montag
feierte die SBB in Murten das Aufrichtefest des neuen Gebäudes
M. Der Bau kostete 6 Millionen Franken.
Das Centre Löwenberg beherbergt einen Grossteil der internen Fachausbildung
und der Weiterbildung innerhalb der SBB. Die SBB hatte anfangs der achtziger
Jahre die Anlage mitsamt dem herrschaftlichen Manoir und Wirtschaftsgebäuden
erworben, um hier die zuvor dezentrale Aus- und Weiterbildung des Unternehmens
zusammenzubringen an einem zentralen Ort praktisch auf der Sprachgrenze
zwischen Deutschschweiz und Romandie. Die SBB erstellte neue Gebäude
für Ausbildung, Restaurant und Beherbergung der Kursteilnehmer.
Seit 1984 ist das Centre Löwenberg in Betrieb.
Jetzt wird die Anlage ausgebaut. Ab kommendem Sommer steht in dem Gebäude
M, dessen Aufrichte am Montag gefeiert wurde, auf zwei Etagen mit insgesamt
1200 m² zusätzlicher Raum zur Verfügung. Namentlich die
Ausbildung der Fachleute der Bahninfrastruktur wird immer anspruchsvoller.
Die Technologien etwa im Bereich Sicherheitseinrichtungen (Signalisation,
Steuerung etc.) hätten sich in den letzten Jahren rasant weiter
entwickelt, sagte Rainer Ducrey, Personalverantwortlicher von SBB Infrastruktur,
am Montag anlässlich der Aufrichtefeier in Murten: «Auf dem
SBB-Netz wird es immer enger: Mit gegen 9000 Zügen täglich
ist das Netz in hohem Masse ausgelastet. Entsprechend anspruchsvoller
wird der Unterhalt des Streckennetzes. Mit dem neuen Gebäude M
erhalten wir die Kapazität für die nötige zusätzliche
Ausbildung unsere Fachleute.» In den nächsten Monaten werden
deshalb spezifische Infrastruktureinrichtungen in das neue Gebäude
eingebaut für die Schulung der Infrastruktur-Fachleute: Sicherheits-
und Stellwerkanlagen, ein Modell für die ETCS-Steuerung sowie eine
Werkstätte für Weichenmechanik.
Die Bauarbeiten für das neue Gebäude wurden im Frühjahr
2009 aufgenommen und stehen mit der heutigen Aufrichte kurz vor dem
Abschluss. «Das Gebäude wurde nach dem Minergie-Standard
errichtet und schafft den dringend nötigen zusätzlichen Platz.
Damit können die bestehenden Bauten entlastet werden. Davon profitieren
die SBB-Mitarbeitenden ebenso wie die externen Teilnehmer von Kursen
im Centre Löwenberg», erklärte Remo Zberg von SBB Immobilien.
Die Kosten für den Neubau inklusive der technischen Installationen
belaufen sich auf rund 6 Millionen Franken (Pressemeldung SBB, 26.01.10).
Rail
Service ab Ende Juni 2011 vollständig in Brig
Die SBB konzentriert die Contact-Center-Aktivitäten des Personenverkehrs
per Ende Juni 2011 vollständig im SBB Contact Center in Brig, da
die Zahl der Anrufe rückläufig ist. Die Aussenstellen in Zürich,
Genève und Lugano werden in Brig zusammengeführt. Allen
Mitarbeitenden wird eine neue Stelle in den Verkaufsregionen angeboten.
Heute werden Anrufe auf die Nummer 0900 300 300 (CHF 1.19/Min.) im SBB
Contact Center in Brig sowie in den Aussenstellen Genève, Lugano
und Zürich beantwortet. In Brig bietet die SBB einen 24-Stunden-Betrieb
an, die Aussenstellen unterstützen tagsüber.
Die Zahl der Anrufe geht jährlich um rund zehn Prozent zurück,
der Aufwand pro Anruf steigt hingegen etwas an, allerdings nicht im
selben Ausmass: Einfache Fahrplanauskünfte werden nicht mehr über
den Rail Service, sondern über elektronische Medien wie Internet
oder Handy eingeholt, intensive Beratungen dagegen telefonisch.
Aus Kosten- und Effizienzgründen werden die Aussenstellen in Genève,
Lugano und Zürich per Ende Juni 2011 zu einem einzigen Rail Service
Schweiz in Brig zusammengeführt. Dadurch werden 31 Vollzeitstellen
nach Brig verlegt. Die SBB nimmt keine Entlassungen vor, den rund 50
betroffenen Mitarbeitenden wird in den Verkaufsregionen eine neue Stelle
angeboten. Die Direktbetroffenen wurden informiert, ebenso die Sozialpartner
(Pressemeldung SBB, 26.01.10).
SBB
Infrastruktur konzentriert sich auf Kernaufgaben
Angesichts des stark gestiegenen Mittelbedarfs für die Bahninfrastrukturen
setzt die SBB ein Kostensenkungsprogramm um. In der Verwaltung und Führung
der Division Infrastruktur werden rund 60 Mio. Franken jährlich
eingespart; betroffen sind 300 bis 350 Stellen. Der Stellenabbau erfolgt
GAV-konform, das heisst, ohne Entlassungen und in enger Zusammenarbeit
mit den Sozialpartnern.
Die
SBB will die Verwaltungskosten in der Division Infrastruktur nachhaltig
senken und so Mittel für die Kernaufgaben wie Substanzerhalt oder
Netzausbau freispielen. Diese Mittel werden dringend benötigt:
Das Verkehrsaufkommen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen,
ebenso die Unterhaltskosten. Hinzu kommen grosse Investitionen in den
Ausbau des Schienennetzes. Die SBB will ihren Beitrag an den steigenden
Mittelbedarf leisten und reduziert wo immer möglich Kosten.
Die
Supportorganisationen von SBB Infrastruktur werden künftig auf
allen Stufen schlanker und leistungsfähiger gestaltet und die Verwaltungskosten
um jährlich CHF 60 Mio. gesenkt. Das entspricht 300 bis 350 Stellen
in Verwaltung und Führung sowie Einsparungen bei den Sachkosten
(Mieten, Büroinfrastruktur etc.). In den vergangen Jahren sind
die Verwaltungskosten bei SBB Infrastruktur stark angestiegen.
Der
Stellenabbau erfolgt gemäss dem geltenden Gesamtarbeitsvertrag
(GAV), es gibt keine Entlassungen. Die Umsetzung erfolgt gestaffelt
im Jahr 2010 und in enger Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern nach
dem gemeinsamen Leitfaden für Reorganisationen. Nicht vom Stellenabbau
betroffen sind die direkt produktiven Stellen.
Bereits
auf Anfang 2010 hat SBB Infrastruktur eine neue Organisation in Kraft
gesetzt: Mit dem Programm „Infrastruktur 2014“ wird die
Division auf eine starke Kundenorientierung und standardisierte Arbeitsweisen
ausgerichtet; mittelfristig strebt sie das Erreichen von Business Exzellenz
nach dem EFQM-Modell an (European Foundation for Quality Management).
Trotz
schwieriger Wirtschaftslage hat die SBB 2009 neue Stellen geschaffen
und beschäftigt heute mehr Mitarbeitende als vor Jahresfrist. Sie
ist eine attraktive Arbeitgeberin für 28'000 Menschen in der Schweiz
(Pressemeldung
SBB, 23.01.10).
SBB
übernimmt Instandhaltung von Crossrail-Loks
Der SBB ist seit anfangs Jahr für die Instandhaltung der Lokomotiv-Flotte
der Schweizer Crossrail AG zuständig. Der schwere Unterhalt (Revisionen,
Reparaturen) der fünf Lokomotiven des Typs Re 436 wird im SBB Industriewerk
Bellinzona durchgeführt, die leichteren Wartungsarbeiten finden
in den Serviceanlagen Basel, Brig und Zürich statt.
Die private Crossrail AGNeues Fenster mit Sitz in Muttenz BL fährt
im europäischen Schienengüterverkehr Ganzzüge im transalpinen
Korridor zwischen Italien, Deutschland, Belgien und Holland. In Italien
betreibt das Unternehmen die Tochtergesellschaft Crossrail Italia S.r.l.
Per 1. Januar 2010 hat Crossrail die SBB mit der Instandhaltung ihrer
Lokomotiv-Flotte betraut. Die über fünf Jahre laufende Vereinbarung
sieht vor, dass die Revisionen und Reparaturen – der sogenannt
«schwere Unterhalt» – der fünf Re 436-Lokomotiven
im Industriewerk der SBB in Bellinzona durchgeführt werden. Die
leichte Wartung findet in den Serviceanlagen der SBB in Basel, Brig
und Zürich statt.
«Wir haben uns aus Qualitäts- und Kostengründen für
die SBB entschieden», sagt Jeroen Le Jeune von Crossail. «Die
SBB, die auch im Fahrzeugunterhalt für hohe Qualität steht,
übernimmt die Wartung unserer Lokomotiven zu Konditionen, die absolut
marktfähig sind.»
Die SBB verfügt über 265 baugleiche Lokomotiven: «Wir
verfügen mit unserer eigenen grossen Flotte über die technischen
Voraussetzzungen und das Knowhow. Damit konnten wir Crossrail ein attraktives
Gesamtpaket anbieten», sagt Manfred Haller, Leiter Operating a.i.
beim Personenverkehr SBB. «Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung
erlaubt uns, das Geschäftsvolumen mit Drittkunden auszuweiten»,
freut sich Sergio Pedrazzini, Leiter des Industriewerks Bellinzona (Pressemeldung
SBB, 23.01.10).
Stellenabbau
bei der Infrastruktur der SBB macht der SEV Sorgen
Der angekündigte Stellenabbau bei der Infrastrukturdivision der
SBB macht der Gewerkschaft SEV Sorgen. Der SEV befürchtet einen
Knowhow-Verlust, den die SBB bald bereuen könnte. Er begleitet
das Projekt deshalb konstruktiv, aber kritisch.
Im
letzten Herbst hatte der SEV, die Gewerkschaft des Verkehrspersonals,
die Abbaupläne bei SBB Infrastruktur publik gemacht und damit erreicht,
dass ein Marschhalt erfolgt. In der Zwischenzeit haben zahlreiche Sitzungen
stattgefunden, in welchen sich die SBB zu einem differenzierten, schrittweisen
Vorgehen bereit erklärt hat. «Dem SEV und den betroffenen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht dies eine kritische
Begleitung des Projekts», hält SEV-Vizepräsident Manuel
Avallone fest und ergänzt: «Der SEV wird seine Fachleute
an der Basis in die kommenden Konsultationen der SBB einbeziehen, um
die Optimierung der Division Infrastruktur zukunftsorientiert zu begleiten.»
Insgesamt
wird die Division Infrastruktur in absehbarer Zeit grossen Rekrutierungsbedarf
haben, dies angesichts des ausgewiesenen massiven Nachholbedarfs beim
Netzunterhalt. «Der SEV legt grössten Wert darauf, dass die
SBB jetzt nicht in einem Schnellschuss Stellen abbaut und damit Knowhow
vernichtet, das ihr bald einmal schmerzhaft fehlen wird», betont
der zuständige Gewerkschaftssekretär Urs Huber. Den betroffenen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind langfristige Perspektiven aufzuzeigen,
statt sie aus dem Arbeitsprozess auszugliedern und anschliessend mit
grossem Aufwand neu zu integrieren.
Der
SEV anerkennt allerdings, dass gerade angesichts der bevorstehenden
Herausforderungen eine Überprüfung der Organisation angebracht
ist. Dies muss aber gleichzeitig auch das Ende der sich in letzter Zeit
mehrfach aufeinander folgenden Restrukturierungen bedeuten. Das Personal
muss arbeiten können, ohne sich laufend in Reorganisationen zu
verzetteln und sich dauernd um den Arbeitsplatz zu sorgen (Pressemeldung
SEV, 23.01.10).
Zertifizierungen
beim Güterwagenunterhalt
Stellen, die den Unterhalt von Güterwagen planen und steuern, können
sich auf freiwilliger Basis zertifizieren lassen. Um diese Vorteile
auch für Schweizer Unternehmen im internationalen Güterverkehr
nutzbar zu machen, schliesst sich die Schweiz einer Vereinbarung mehrerer
EU-Länder an.
BAV-Direktor Max Friedli hat am 22.01.10 ein entsprechendes Memorandum
of Understanding (MoU ECM) bei der zwischenstaatlichen Organisation
für den internationalen Eisenbahnverkehr (OTIF) in Bern unterzeichnet.
Das unterzeichnete Memorandum (MoU ECM) beabsichtigt die Harmonisierung
eines minimalen Qualitätslevels beim Unterhalt von Güterwagen
in ganz Europa. Dazu werden die organisatorischen Anforderungen definiert,
die eine Stelle, die für den Unterhalt von Güterwagen zuständig
ist, erfüllen soll. Zudem werden die Bedingungen und Verfahren
für die Zertifizierung einer solchen Stelle festgelegt. International
bezeichnet man solche Stellen mit Entity in Charge of Maintenance, daher
die Abkürzung ECM.
Mit der Unterzeichnung des MoU ECM wird sicher gestellt, dass die Zertifizierungen
von den unterzeichnenden Ländern gegenseitig anerkannt werden.
Das Memorandum of Understanding gilt als Übergangslösung auf
freiwilliger Basis, bis ein EU-weites Zertifizierungssystem für
Stellen, die mit der Instandhaltung von Güterwagen betraut sind,
in Kraft tritt. Die Übergangslösung wurde auf Anregung der
Güterwagen-Branche geschaffen (Pressemeldung BAV, 23.01.10).
32
neue Tango-Trams für die Genfer Verkehrsbetriebe TPG
Tango. So lautet der vielversprechende Name der neuen Trams, die ab
Ende 2011 auf dem öffentlichen Verkehrsnetz der Region Genf unterwegs
sein werden.
Im Juni 2009 wurden die Neuanschaffungen, die für die Umsetzung
des kantonalen Richtplans für den öffentlichen Verkehr 2011–2014
nötig sind, öffentlich ausgeschrieben. Gewonnen hat die Ausschreibung
das Schweizer Unternehmen Stadler Rail. Der Auftrag umfasst die Lieferung
von 32 neuen Fahrzeugen im Zeitraum von 2011 bis 2014 und hat ein Gesamtvolumen
von 154 Millionen Franken, exklusive Mehrwertsteuer. Die neuen Trams
ergänzen die bestehende Fahrzeugflotte der TPG für das grosszügig
ausgebaute Meterspurnetz und werden den Anforderungen einer zukunftsfähigen
Mobilität in der Wachstumsregion Genf-Waadt-Frankreich gerecht.
Seit 2003 wurde das Genfer Tramnetz fast jedes Jahr um eine Linie oder
eine Teilstrecke erweitert. Bereits Ende 2010 wird nun der Ausbau der
Linien 14 und 16 bis zum CERN fertiggestellt (Projekt TCMC, 3. Etappe),
und 2011 soll nach zwei intensiven Baujahren die Linie nach Bernex (Projekt
TCOB) eröffnet werden. In diese letzte Etappe fällt die Lieferung
der von TPG neu erworbenen Tango-Trams. Dieser Fahrzeugtyp des Schweizer
Unternehmens Stadler Rail kommt unter anderem im Basler Tramnetz zum
Einsatz.
Mit dem Ausbau ihrer Tramflotte reagieren die TPG auf die steigende
Nachfrage und das vom Kanton Genf definierte Ziel, das Angebot im Zeitraum
2011 bis 2014 um 30 % zu erhöhen. Zusammen mit dem permanent verbesserten
Tramnetz bietet sie somit der Bevölkerung eine noch leistungsfähigere
öffentliche Infrastruktur. Das Schweizer Unternehmen Stadler Rail
erhielt vom Verwaltungsrat der Genfer Verkehrsbetriebe am 21. Dezember
2009 den Zuschlag für die Lieferung von 32 neuen Fahrzeugen mit
zwei Optionen für 14 bzw. 10 zusätzliche Trams. Das Angebot
des Schweizer Herstellers über 154 Millionen Franken exklusive
Mehrwertsteuer wurde ausgewählt, weil es die wirtschaftlichste
Variante war (in Übereinstimmung mit der interkantonalen Vereinbarung
über das öffentliche Beschaffungswesen, BoeB/VoeB).
Die neuen Trams für TPG sind als Zweirichtungsfahrzeuge mit 5 Gelenken
ausgelegt, 44 Meter lang, 2,30 Meter breit sowie 57 Tonnen schwer und
verfügen über 261 Plätze, davon 88 Sitzplätze. Die
7 Niederflureingänge mit Flügeltüren bieten ausreichend
Platz für Rollstühle und erfüllen so die gesetzlichen
Anforderungen für einen behindertengerechten öffentlichen
Verkehr.
Die neuen Fahrzeuge sind als Trams der neusten Generation mit allem
Komfort ausgestattet: Klimaanlage, Heizung, Klapprampen zwischen Fahrzeug
und Perron, Kundeninformationssystem und Videoüberwachung. Sie
bieten für Fahrgäste und Tramführer höchsten Komfort
dank luftgefederter Drehgestelle mit ausgezeichneten Laufeigenschaften.
Die Genfer Verkehrsbetriebe freuen sich über diese neue Zusammenarbeit
mit einem Unternehmen aus der Region. Die Schweizer Unternehmensgruppe
Stadler Rail Group wurde 1942 gegründet und beschäftigt heute
rund 2400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an acht Standorten, davon
drei in der Schweiz (Bussnang, Altenrhein und Winterthur). Sie ist auf
die Bereiche Regional- und Vorortsverkehr, Stadtbahnen (S-Bahn), Strassen-
und Zahnradbahnen spezialisiert (Pressemeldung TPG, 22.01.10).
SBB
sucht 90 neue Zugbegleiterinnen und -begleiter
Ab Juni 2011 werden Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter der SBB auf den
Strecken Lausanne–Paris, Genf–Paris und Bern–Paris
ihre Kolleginnen und Kollegen der französischen Bahngesellschaft
SNCF durchgehend begleiten. Die SBB schreibt für die interessante
Aufgabe 90 neue Stellen aus.
Auf den TGV-Strecken Genf–Paris, Lausanne–Paris und Bern–Paris
werden sich ab Juni 2011 neben den SNCF-Zugbegleitenden auch Zugbegleiterinnen
und Zugbegleiter der SBB um das Wohl der Fahrgäste kümmern.
Mit der Einführung der Hochgeschwindigkeitsstrecke «Rhin-Rhône»
in Frankreich folgt ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2011 auch die
Linie Zürich–Basel–Paris. Die SBB sucht für die
neue Aufgabe 90 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Tochtergesellschaft von SBB und SNCF, TGV Lyria, hat der SBB die
Zustimmung zum Aufbau der durchgehenden Zugbegleitung nach Paris gegeben.
«Dass wir von unserem Partner Lyria den Auftrag zur Begleitung
erhalten haben, stellt den Servicegedanken zu Gunsten unserer Kunden
unter Beweis», sagt Toni Häne, Leiter Verkehrsmanagement
Personenverkehr der SBB.
«Wir legen grossen Wert auf die "Swissness" im grenzüberschreitenden
TGV-Verkehr», sagte Christian Rossi, Direktor von TGV Lyria. Die
Kundinnen und Kunden sollen in ihrer Muttersprache begrüsst und
betreut werden. Der Servicegedanke ist zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit
zwischen SBB und TGV Lyria. Gleichzeitig erschliesst sich für das
Zugpersonal der SBB ein neues und attraktives Einsatzgebiet im Ausland,
wenn sie die TGV-Züge gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen
der französischen Staatsbahnen SNCF durchgehend bis Paris begleiten
(Pressemeldung SBB, 22.01.10).
Neue
Webseite der S-Bahn Bern
Die
Betreiber der S-Bahn Bern, BLS AG und Regionalverkehr Bern–Solothurn
RBS, haben die Website www.s-bahn-bern.ch
neu aufgebaut. Die jährlich rund 50 Millionen Pendlerinnen
und Pendler erhalten damit die Möglichkeit, mit wenigen Klicks
zu wichtigen aktuellen Informationen zu gelangen. Themen wie Fahrpläne
nach Linien, Fahrpläne nach einzelnen Haltepunkten, Netzplan, Tarife
und Informationen zur aktuellen Verkehrslage sind direkt ab der Startseite
zugänglich.
Wer
sich in Themen wie kombinierte Mobilität, Rollmaterialeinsatz,
Freizeitangebote, den Kinderhütedienst «Chinderbahnhof»
oder das Pendlervelo «S-Bike» vertiefen will, nimmt am «Beratungsschalter»
Platz. Dort können die Besucherinnen und Besucher der Website am
Bildschirm die Welt des regionalen öffentlichen Verkehrs erkunden.
Schliesslich verdient auch die Link-Liste Beachtung: Anhand dieser Zusammenstellung
wird deutlich, wie vernetzt und komplex die S-Bahn Bern ist. Der Bogen
spannt sich von den Bestellern zu den Nutzern, von den Ämtern zu
den Verbänden, von den Tarifverbunden zum Tourismus – und
das in alle Himmelsrichtungen.
Die
S-Bahn Bern wird betrieben durch die BLS AG (Linien S1 – S6) und
den Regionalverkehr Bern–Solothurn RBS (Linien S7 – S9)
(Pressemeldung
BLS, 21.01.10).
Megatrucks
bedrohen die Nord-Süd-Achse
Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und die Alpen-Initiative, der
Verein zum Schutz des Alpengebietes vor dem Transitverkehr, haben am
Montag zeitgleich Medienkonferenzen in Basel und in Chiasso abgehalten.
An den beiden Enden der Gotthardachse – symbolische Orte des Widerstands
gegen den überbordenden Schwerverkehr – haben die zwei Organisationen
vor den Gefahren einer erneuten Erhöhung der Gewichtslimite für
Lastwagen gewarnt.
„Die 60-Tonnen-Lastwagen würden die Verlagerungspolitik gefährden
und somit einen Eckpfeiler der Schweizer Verkehrspolitik. Es wird eine
Verlagerung von der Bahn zu der Strasse stattfinden – ein Blödsinn!“,
sagte Anita Lachenmeier-Thüring, Vorstandsmitglied der Alpen-Initiative
und Basler Nationalrätin. „Sollten die 60-Tönner in
Europa zugelassen werden, so wird der Bundesrat versucht sein, diese
Regelung autonom nachzuvollziehen. Was uns aber mit den 40-Tönnern
passiert ist, darf uns nicht nochmals passieren. Dies hätte katastrophale
Folgen“, so Patrizia Bernasconi, Mitglied des Zentralvorstands
des VCS und Basler Grossrätin: „Die Sicherheit der anderen
Verkehrsteilnehmer würde stark gefährdet.“
Per Video wurden die Teilnehmer an den Pressekonferenzen in Basel und
Chiasso zusammengeschaltet. Luigi Rigamenti, Gemeinderat von Chiasso,
übermittelte dabei seine Opposition gegen die 60-Tonnen-Lastwagen
nach Basel. Dabei lud er die Basler Regierung ein, sich ebenfalls offiziell
gegen die Megatrucks auszusprechen.
Inzwischen wurden in allen Kantonen entlang der Nord-Süd-Achse
parlamentarische Vorstösse vorbereitet, eingereicht oder verabschiedet.
In ihnen wird der Bundesrat aufgefordert, gegen eine Zulassung der 60-Tonnen-Lastwagen
Stellung zu beziehen. Laut einer Umfrage der Alpen-Initiative wollen
80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer keine Megatrucks auf den
Strassen. Auch in Europa ergaben verschiedene Umfragen eine breite Ablehnung
der Megatrucks.
In Basel sowie im Tessin sind die kantonalen Vorstösse gegen die
Megatrucks hängig. Für Guido Vogel, Basler Grossrat und Mitunterzeichner
der Basler Standesinitiative „Keine Gigaliner in der Schweiz“,
ist klar: „Das Schweizer Strassennetz ist nicht geeignet für
60 Tonnen schwere Lastwagen. Eine Anpassung durch Ausbauten würde
sehr hohe Kosten verursachen. Die Kantone müssten davon einen grossen
Teil selber zahlen.“ (Pressemeldung BAV, 19.01.10).
Zwischenfall
mit einer Gondel der Rougemont-Videmanette-Bahn
Die Betreiber der Kabinenbahn Rougemont-Videmanette haben das Bundesamt
für Verkehr (BAV, Aufsichtsbehörde) über den Absturz
einer leeren Gondel am 16. Januar um 11.50 Uhr orientiert. Die unabhängige
Unfall-Untersuchungsstelle (UUS) des UVEK hat sich am Sonntag vor Ort
begeben. Die Abklärungen über die Ursache des Zwischenfalls
sind zurzeit noch im Gang.
Die vom Zwischenfall betroffene Bahn verfügt über eine Betriebsbewilligung
und Konzession bis Ende April 2016. Die Anlage wurde 1959 erstellt und
1984 umgebaut. Bis auf weiteres haben die Betreiber den Betrieb der
Anlage eingestellt. Gestützt auf seine Eigenverantwortung wird
das Bahnunternehmen über den Zeitpunkt der Wieder-Inbetriebnahme
entscheiden.
Die Aufsichtsbehörde - bei Seilbahnen mit Bundeskonzession das
BAV - überwacht Bau, Betrieb und Instandhaltung der Seilbahnen
risikoorientiert. Die Mittel dazu sind Betriebskontrollen und Audits.
Die Sicherheitsaufsicht des BAV gliedert sich in Prävention und
Überwachung. Für die Sicherheit des Betriebs von Seilbahnen
ist nach dem Seilbahngesetz (SebG) der Inhaber der Betriebsbewilligung
verantwortlich. Er muss die Bahn so betreiben und instand halten, dass
die Sicherheit jederzeit gewährleistet ist (Art. 18 SebG) (Pressemeldung
BAV, 19.01.10).
Tariferhöhungen
bei Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs
Der stetige Angebotsausbau im öffentlichen Verkehr führt zu
höheren Kosten beim Personal, bei der Sicherheit, der Energie und
dem Unterhalt. Zusätzlich sind hohe Investitionen für neues
Rollmaterial nötig, alleine die SBB investiert in den nächsten
Jahren über 20 Milliarden Franken in das Rollmaterial. Deshalb
haben die Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs auf 12.
Dezember 2010 eine allgemeine Preiserhöhung von durchschnittlich
6,4 Prozent beschlossen. Darin enthalten ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer
von 0,4 Prozent.
Am
5. März 2009 haben die Schweizer Transportunternehmungen aus Rücksicht
auf die damalige Wirtschaftslage auf die ursprünglich geplanten
Preiserhöhungen per Dezember 2009 verzichtet. Dies obwohl die Transportunternehmen
des öffentlichen Verkehrs ihre Angebote (seit Fahrplanwechsel Dezember
2007 beispielsweise SBB +6 Prozent Zugkilometer, BLS +13,5 Prozent,
Postauto +14 Prozent Jahreskilometer) und den Service laufend ausbauen.
Zudem belasten die Engpässe beim Rollmaterial und der Infrastrukturunterhalt
die Budgets der einzelnen Unternehmen immer stärker. Damit die
steigenden Kosten für den Betrieb gedeckt und die zukünftigen
Investitionen gesichert werden können, sind die Transportunternehmungen
zwingend auf mehr Erträge angewiesen.
Angesichts
der angespannten Finanzlage von Bund und Kantonen muss davon ausgegangen
werden, dass die öffentliche Hand nicht alle zusätzlichen
Kostenfaktoren ausgleichen wird. Eine Preiserhöhung ist daher unvermeidlich.
Deshalb hat das zuständige Organ der Schweizer Transportunternehmen
des öffentlichen VerkehrsNeues Fenster beschlossen, die Tarife
auf den kommenden 12. Dezember zu erhöhen.
Dabei
sind sich die Transportunternehmungen ihrer sozialpolitischen Verantwortung
bewusst und belassen die Tarife für GA Behinderte, GA Kind, GA
Plus Familia Kind sowie für das GA Plus Familia Jugend auf dem
heutigen Stand.
Gemäss
den geltenden Bestimmungen läuft ab heute während 30 Tagen
die Gesamtabstimmung bei über 200 am Tarif beteiligten Transportunternehmungen.
Danach sind die Tarife definitiv und gelten ab Fahrplanwechsel vom 12.
Dezember 2010 (Pressemeldung
SBB, 15.01.10).
Treue
Kunden extrem zur Kasse bitten ...
... lautet das neueste Motto der Bahnen in Zusammenhang mit den vorgeschlagenen
Preiserhöhungen des Verbandes öffentlicher Verkehr. Ausgerechnet
treue Kunden – also beispielsweise Inhaber eines 2 Jahre lang
gültigen Halbtaxabonnements – müssen künftig fünfzig
Franken oder 20 % mehr für ein neues Abonnement bezahlen. Kauft
der oder die Kundin ein Halbtaxabonnement für ein Jahr, dann macht
es nur noch 10 % aus. Fährt er oder sie noch seltener, beträgt
der Aufschlag für ein normales Billet 3,4 %. Mit andern Worten:
Je weniger man Bahn fährt, desto besser.
Für
Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Bahn- Bus- und Trambenützer,
ist diese Haltung nicht verständlich. Pro Bahn anerkennt zwar,
dass die Preise angepasst werden müssen. dass aber ausgerechnet
die treuen Stammkunden überdurchschnittlich belastet werden sollen,
ist schlechter Stil. Kommt dazu, dass auch die Tageskarten und die beliebten
Tageskarten Gemeinde verteuert werden, ihre Gültigkeit aber verkompliziert
und eingeschränkt wird. Die neuen Bestimmungen der Tageskarten
sind total misslungen und extrem kundenunfreundlich.
Pro
Bahn hofft, dass die von den SBB vorgestellten Sicherheitsmassnahmen
sowie die geplanten Rollmaterialmodernisierungen und –Investitionen
im vorgesehenen Umfang mit den erhöhten Billettkosten auch zeitgerecht
realisiert werden und die Kunden wenigstens davon profitieren können
(Pressemeldung Pro
Bahn Schweiz,
15.01.10).
Anna
Barbara Remund verlässt die BLS
Anna Barbara Remund, Leiterin Personenverkehr und Mitglied der Geschäftsleitung
der BLS AG, verlässt das Unternehmen nach gut acht Jahren erfolgreicher
Tätigkeit.
Seit Anfang Dezember 2001 leitete und prägte Anna Barbara Remund
den Geschäftsbereich Personenverkehr der BLS mit den fünf
Geschäftsfeldern Regionalverkehr Bahn, Regionalverkehr Bus, Schifffahrt
Berner Oberland, Autoverlad Lötschberg und Reisezentren.
Anna Barbara Remund gelang es in dieser Zeit, die S-Bahn Bern weiterzuentwickeln,
die Verkehrs-leistung in mehreren Etappen erfolgreich auszubauen und
die Qualität zu steigern. Das Angebot des ehemaligen Regionalverkehrs
Mittelland wurde dabei nahtlos in die BLS integriert. Unter ihrer Federführung
erfuhr die Fahrzeugflotte eine Modernisierung und Erneuerung. Die einst
chronisch defizitäre Schifffahrt Berner Oberland richtete sie neu
aus und verbesserte das Ergebnis dank neuen Angeboten deutlich. Auch
das Busangebot des von Anna Barbara Remund präsidierten Tochterunternehmens
Busland AG wurde per Ende 2009 stark ausgebaut.
Anna Barbara Remund verlässt die BLS, weil sie eine neue berufliche
Herausforderung in der Branche öffentlicher Verkehr angenommen
hat (Pressemeldung BLS, 14.01.10).
Anna
Barbara Remund wechselt zur SBB
Anna Barbara Remund, Leiterin Personenverkehr der BLS, wechselt zur
SBB. Sie übernimmt von Martin Bütikofer die Leitung des SBB
Regionalverkehrs. Martin Bütikofer hat sich entschieden, eine neue
Herausforderung ausserhalb der SBB anzunehmen.
Der SBB Regionalverkehr erhält eine neue Leitung: Anna Barbara
Remund, Leiterin Personenverkehr der BLSNeues Fenster, wechselt zur
SBB und tritt die Nachfolge von Martin Bütikofer an. Während
über acht Jahren prägte Anna Barbara Remund als Mitglied der
Geschäftsleitung BLS massgeblich deren Personenverkehr. Die 46-jährige
diplomierte Forstingenieurin ETH ist in Bern wohnhaft und absolvierte
an der Hochschule St. Gallen ein Executive MBA. Vor ihrer Tätigkeit
bei der BLS war sie beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft
(BUWAL, heute BAFU) und als Leiterin des Kreisforstamtes See- und unterer
Broyebezirk im Kanton Freiburg engagiert. Sie bringt langjährige
Erfahrung im Personenverkehr mit und ist mit den heutigen und künftigen
Herausforderungen des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz bestens
vertraut. Das Datum ihres Übertritts zur SBB ist noch offen.
Der bisherige Leiter des SBB Regionalverkehrs, Martin Bütikofer,
hat sich nach viereinhalb Jahren Tätigkeit entschieden, per Ende
Februar 2010 die SBB zu verlassen und eine neue Herausforderung ausserhalb
des Unternehmens anzunehmen. Mit grossem Einsatz prägte er den
öffentlichen Verkehr im Allgemeinen und den SBB Regionalverkehr
im Speziellen. Dank seiner grossen Fachkompetenz in Aufbau und Betrieb
von Regionalverkehrsnetzen setzte er in der ganzen Schweiz Akzente.
Unter seiner Federführung wurden die Regionalverkehrsflotte erneuert,
grosse Angebotsschritte unter anderem bei den S-Bahnen in Basel und
Zürich realisiert und Tochtergesellschaften wie ThurboNeues Fenster,
ZentralbahnNeues Fenster oder die SBB GmbH Deutschland weiterentwickelt.
Konzern- und Divisionsleitung der SBB bedauern den Austritt von Martin
Bütikofer, danken ihm für sein grosses Engagement und wünschen
ihm für seine weitere berufliche Karriere alles Gute (Pressemeldung
SBB, 14.01.10).
Funkwerk
IT steuert Baulokomotiven im Gotthard-Basistunnel
Die Arbeitsgemeinschaft Transtec Gotthard (TTG), Generalunternehmer
für die Bahntechnik im Gotthard Basistunnel, hat die Funkwerk Information
Technologies GmbH mit der Lieferung eines Systems zur automatischen
Standorterkennung und Steuerung von Bauzügen im Tunnel beauftragt.
Das System überwacht und steuert den Zugverkehr in der Bauphase
von Europas größtem und anspruchsvollsten Eisenbahnprojekt
und sorgt für eine sichere und effiziente Abwicklung aller Schienentransporte
für dieses große Bauvorhaben. Das Gesamtvolumen des bis 2017
laufenden Auftrags beträgt mehr als 8 Millionen CHF und damit über
5 Mio Euro.
Die automatische Standorterkennung und Steuerung der Baulokomotiven
von Funkwerk IT ist ein wesentlicher Bestandteil der Logistikleistungen
beim Einbau der Bahntechnik in den Tunnel. Die Anlage überwacht
während der gesamten Bauphase den Bahnbetrieb auf den Installationsplätzen
im Norden und Süden, den Zulaufstrecken zum Tunnel sowie in den
beiden jeweils 57 km langen Tunnelröhren. Die Bedienung des Systems
erfolgt zentral in den Leitstellen, die sich auf den Installationsplätzen
Rynächt und Biasca befinden. Das System basiert auf dem elektronischen
Stellwerk AlisterCargo von Funkwerk, das vielfach erfolgreich in Rangieranlagen
eingesetzt wird, und bewährte Komponenten der Industrieautomatisierung
mitbenutzt.
Die entwickelte Lösung erfüllt die hohen Anforderungen des
Auftraggebers hinsichtlich der Flexibilität des eingesetzten Systems
und berücksichtigt, dass sich der überwachte und gesteuerte
Bereich in der Bauphase analog zum Baufortschritt vergrößern
wird.
Die Fahrten auf den Installationsplätzen und in den temporären
Bahnanlagen erfolgen auf Sicht, die Höchstgeschwindigkeit für
Bauzüge beträgt dann 40 km/h. Im Zulauf und innerhalb des
Tunnels erfolgt der Zugverkehr - sofern nicht anders angeordnet –
signalisiert. Unter besonderen Bedingungen kann hier auf Basis einer
Abschnittssignalisierung eine höhere Maximalgeschwindigkeit für
einzelne Zugfahrten festgelegt werden.
Der erste Bauabschnitt, der Installationsplatz Biasca am Südportal
des Tunnels, geht bis Mitte 2010 in Betrieb. Danach folgen gemäß
Baufortschritt Streckensegmente im Zulauf und im Tunnel sowie auch der
Installationsplatz Rynächt im Norden. Der Unterhalt der temporären
Bahnanlagen ist für die gesamte Bauzeit vorgesehen. Zur geplanten
Inbetriebnahme des Gotthard Basistunnels Ende 2017 werden alle Einrichtungen
der Standorterkennung wieder vollständig zurückgebaut (Pressemeldung
Funkwerk, 14.01.10).