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Wiederandrehen
der TBM in der Weströhre in Faido
Eine geologische Störzone brachte im Frühling 2010 die Tunnelbohrmaschine
(TBM) in der Weströhre des Teilabschnitts Faido zum Stillstand.
Jetzt haben die Mineure den Bohrkopf des Riesenbohrers freigelegt. Damit
kann die TBM den Vortrieb Richtung Sedrun wieder aufnehmen.
Am 4. März 2010 ereignete sich in der Weströhre des Gotthard-Basistunnels
rund 9 km von der Multifunktionsstelle Faido entfernt ein Gesteinsniederbruch.
Der Vortrieb musste unterbrochen werden. Es wurden Sondierbohrungen
durchgeführt, um die Grösse des entstandenen Hohlraumes sowie
die Länge der Störzone zu ermitteln.
Damit die Tunnelbohrmaschine wieder andrehen kann, wurde im Verlauf
der letzten Monate der lockere Bereich vor und über dem Bohrkopf
der Maschine über eine Injektionsnische von der parallel verlaufenden
Oströhre aus mit Zement verfestigt. Ebenfalls von der Oströhre
aus wurde gleichzeitig ein weiterer Stollen zur Weströhre ausgebrochen
und anschliessend der Bohrkopf der Tunnelbohrmaschine bis am 22. Juli
2010 im Gegenvortrieb freigelegt. Am darauf folgenden Tag nahm die TBM
den Vortrieb in der Weströhre Richtung Sedrun wieder auf. Bis zu
den Betriebsferien Ende Juli 2010 wird die Störzone vollständig
durchfahren sein.
Die Baukosten zur Sanierung der Störzone sind zu einem grossen
Teil im Werkvertrag enthalten. Der Stillstand der Maschine in der Weströhre
bringt das Terminprogramm am Gotthard-Basistunnel nicht in Verzug. Auch
der geplante Hauptdurchschlag in der Oströhre des Gotthard-Basistunnel
am 15. Oktober 2010 ist dadurch nicht gefährdet (Pressemeldung
AlpTransit Gotthard, 28.07.10).
Kombinierter
Verkehr bei Hupac holt auf
Im ersten Halbjahr stieg das Verkehrsvolumen des Schweizer Kombi-Operateurs
Hupac um 17,4% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Engpässe
im Bahnsystem hemmen das weitere Wachstum. Der Ausbau der NEAT-Zulaufstrecken
bis 2018 ist unverzichtbar für die Verlagerung der hochvolumigen
Sattelauflieger.
Der
kombinierte Verkehr holt die Volumen auf, welche im Zuge der Wirtschaftskrise
verloren gingen. Im ersten Halbjahr 2010 beförderte Hupac 343.332
Strassensendungen auf der Schiene – das sind rund 50.000 Sendungen
mehr als im ersten Semester des Krisenjahres 2009, aber noch 30.000
Sendungen weniger als im gleichen Zeitraum des Rekordjahres 2008.
Das
Kerngeschäft des transalpinen Verkehrs durch die Schweiz verzeichnete
einen Zuwachs von 12,3%. Zahlreiche Sonderzüge wurden eingesetzt,
um das wieder ansteigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Im noch
jungen Geschäftsfeld des Transits via Brenner konnte Hupac das
Volumen durch die Einführung der Verbindungen Rotterdam <=>
Verona und Antwerpen <=> Verona fast verdoppeln. Dieser Leitungsweg
ist dank des durchgehenden 4-Meter-Profils für den Transport von
hochvolumigen Sattelaufliegern besonders attraktiv. Erfreulich entwickelte
sich auch der nicht-transalpine Verkehr auf der Ost-West-Achse mit einem
Zuwachs von 20,2%. Die Rollende Autobahn via Gotthard hat die eingebüssten
Volumen mit einem Zuwachs von 16,2% teilweise wieder erreicht.
Der
Aufschwung wird jedoch durch gravierende Engpässe im europäischen
Bahnsystem behindert. Mangelnde Lok- und Personalressourcen, Baustellen
und Unwetter führten in den letzten Monaten zu kritischen Situationen
mit erheblichen Verspätungen und Rückstaus in ganzen Wirtschaftsräumen.
„Wir arbeiten eng mit unseren Bahnpartnern zusammen, um die bestehenden
betrieblichen Probleme zu überwinden“, so Hupac Direktor
Bernhard Kunz. Die gegenwärtige Situation zeige aber auch, wie
wichtig die enge Verzahnung der Prozesse zwischen Bahn und Kombi-Operateur
ist. Die Minderheitsbeteiligung der Hupac an der neu zu gründenden
SBB Cargo International stellt somit eine Chance dar, um die Abläufe
strukturell zu optimieren.
Hupac
kooperiert mit verschiedenen Bahnunternehmen und setzt sich für
offene Bahnmärkte ein. Die Erfahrung zeigt, dass der Wettbewerb
zu einem positiven Wirkungskreis und zu besseren Konditionen im Schienengüterverkehr
führt. Im Kerngeschäft des Alpentransits durch die Schweiz
arbeitet Hupac zur Zeit mit SBB, DB/BLS, Trenitalia und Crossrail zusammen.
An der Privatbahn Crossrail, welche in den vergangenen Monaten erfolgreich
saniert werden konnte, hält Hupac weiterhin eine Beteiligung (25%).
Mit Crossrail sollen die Verkehre auf der Ost-West-Achse weiterentwickelt
werden.
Sorgen
bereitet Hupac der noch immer nicht in Angriff genommene Ausbau der
Zulaufstrecken zum Gotthard-Basistunnel. Das mit Abstand grösste
Verlagerungspotential im Transit durch die Schweiz liegt heute im Segment
der Sattelauflieger für Volumengüter. Die Basistunnels am
Gotthard und Ceneri sind zwar für den Bahntransport dieser sogenannten
P-400-Auflieger ausgelegt. Doch die Zulaufstrecken im Norden und im
Süden haben ein niedrigeres Profil und müssen angepasst werden.
„Während wir am Brenner zweistellige Zuwachsraten verzeichnen,
stagniert die Entwicklung im Transit durch die Schweiz“, so Kunz.
Wenn
die Mittel für den Ausbau der Zulaufstrecken erst mit Bahn 2030
zur Verfügung gestellt werden, können die Basistunnel für
Jahrzehnte nicht den erwarteten Nutzen für die Verkehrsverlagerung
bringen. Das prognostizierte Verkehrswachstum müsste auf der Strasse
anstatt auf der Schiene abgewickelt werden. „Wenn wir das angepeilte
Verlagerungsziel erreichen wollen, muss der gesamte Korridor bereits
zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2018 auf 4 Meter
ausgebaut sein“, schlussfolgert Kunz (Pressemeldung
Hupac, 27.07.10).
Spatenstich
Umbau Bahnhof Spiez
Die BLS modernisiert den Bahnhof Spiez und passt die Nutzung den neuen
Bedürfnis-sen der Kundinnen und Kunden an. Heute fand der Spatenstich
zum Baustart statt. Wegen der Bauarbeiten muss die Bahnhofsstrasse vom
22. Juli bis spätestens 24. September 2010 gesperrt werden.
„Der
BLS Bahnhof Spiez und die Gemeinde Spiez bilden als Verkehrsknotenpunkt
das Tor zur Ferienregion Lötschberg und des westlichen Berner Oberlandes“,
hält Daniel Wyder; Leiter der Infrastruktur der BLS Netz AG, fest.
Das denkmalpflegerisch wertvolle Aufnahmegebäude aus dem Jahr 1914
entspreche nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. „Die strukturellen
und bautechnischen Mängel erschweren den wirtschaftlichen Betrieb
dieses Verkehrsknotenpunkts“, so Wyder.
Deshalb
baut die BLS für rund CHF 10 Mio. den Bahnhof Spiez in einen attraktiveren
und kunden-orientierten Verkehrsknotenpunkt um. Im Erdgeschoss entsteht
ein modernes BLS-Reisezentrum. Gleichzeitig wird ein Avec-Verkaufsshop
integriert, während die Raiffeisenbank Thunersee Süd ihre
Räumlichkeiten im Ostflügel erneuert. Zudem setzt die BLS
ein Zeichen für den Erhalt eines der letzten Bahnhofbuffets der
Schweiz, indem moderne Kühl- und Nebenräume gebaut werden.
Das Restaurant wird ebenfalls baulich aufgefrischt, am Betriebskonzept
ändert sich nichts. In den Obergeschossen entstehen moderne Büroarbeitsplätze
mit neuen Sitzungs- und Schulungsräumen der BLS. Im Untergeschoss
bauen die BLS neue Garderoben- und Aufenthaltsräume für das
Zugs- und Lokpersonal mit allen dazugehörenden Nebenräumen.
In der ehemaligen Buffetküche im Untergeschoss ist die Strassendecke
stark sanierungsbedürftig und muss auch aus statischen Gründen
neu erstellt werden. Aus diesem Grund wird die Bahnhofsstrasse vom 22.
Juli bis spätestens 24. September 2010 gesperrt, ist aber am „Spiez-Märit“
von Ende September wieder befahrbar.
Die
Umgebung des Bahnhofs wird zusätzlich attraktiver durch die „Spiezer
Terrasse“. Durch den Bau der neuen Strassendecke wird das seeseitige
Trottoir um 1.80m verbreitert. Tritt der Ankommende in Spiez aus dem
Bahnhofsgebäude, eröffnet sich dem Betrachter ein überwältigendes
Bergpanorama mit Blick auf den wunderschönen Thunersee. Die Lebensqualität
in der Gemeinde wird somit offensichtlich weiter gesteigert.
Die
Sanierung am Aufnahmegebäude wird abgeschlossen mit den Arbeiten
am Dach und an der Fassade. Viele historisch wertvolle Elemente werden
im Rahmen der Fassadensanierung wieder hergestellt oder freigelegt.
Um auch Bahnkunden mit Handicap ein hindernisfreies und behindertengerechtes
Benützen der Bahn zu ermöglichen, wird anschliessend an die
Erneuerung des Aufnahmegebäudes die Erhöhnung der Perronkante
1 erfolgen. Der Abschluss der Umbauarbeiten ist auf den Herbst 2011
geplant (Pressemeldung
BLS, 24.07.10).
Unfall
Glacier-Express
Die Entgleisung der drei letzten Wagen des Glacier-Expresses 908 der
Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) in einer Kurve zwischen den Orten Fiesch
und Lax am 23.07.10 hat einen Toten gefordert. Drei Wagen sprangen aus
den Schienen, zwei kippten um. 42 Personen wurden verletztm davon sechs
schwer.
Über die Unglücksursache ist noch nichts bekannt. Die Ermittlungen
wurden aufgenommen.
Eine Informationshotline
für Reisende und Angehörige wurde unter +41 (0)27 923 13 33
errichtet (LR, 24.07.10).
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Migros und dem Öffentlichen Verkehr die Schweiz entdecken
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und wird gemeinsam von Migros, SBB und dem Öffentlichen Verkehr
durchgeführt. Diese SBB RailAway-Kombis können bis zum 2.
Oktober 2010 eingelöst werden (Pressemeldung SBB, 20.07.10).
Viertes
Gleis St. German - Visp wird gebaut
Nach eingehender Prüfung von Kosten und Nutzen eines 4. Gleises
zwischen St. German und Visp hat das BAV entschieden, am Projekt festzuhalten.
Die Arbeiten an der Projektplanung und -genehmigung werden fortgeführt.
Die Finanzierung ist über den NEAT-Kredit des FinöV-Fonds
sichergestellt.
Das
4. Gleis St. German - Visp ist Teil der Alptransit-Vereinbarung ,Streckenausbauten
SBB Achse Lötschberg" aus dem Jahr 2004. Um Fehlinvestitionen
zu vermeiden, hat das BAV unter Einbezug der SBB AG sowie der BLS Netz
AG, die für den Betrieb der Lötschberg-Basislinie verantwortlich
ist, die Vor- und Nachteile des Projekts erneut analysiert.
Es
hat sich gezeigt, dass mit dem vierten Gleis Verbesserungen bei der
Fahrplanstabilität insbesondere des Güterverkehrs erreicht
werden können. So wird es möglich sein, Güterzüge
Richtung Norden, die ihren Slot durch den Lötschberg-Basistunnel
verpasst haben, auf dem vierten Gleis aufzustellen und sobald möglich
durch den Basistunnel zu führen statt über die Bergstrecke.
Ebenfalls ergeben sich Verbesserungen beim Alarm- und Rettungskonzept
des Basistunnels: Der Lösch- und Rettungszug kann rascher in den
Basistunnel geleitet werden, was die Evakuierung beschleunigt und die
Sicherheit erhöht.
Die
integrale Realisierung des 4. Gleises bringt überdies für
die A9, welche durch den Bahnbau in südlicher Richtung verschoben
wird, weniger Schnittstellen und erhöht die Planungssicherheit.
Ebenso bleibt dadurch die Möglichkeit einer vertieften Prüfung
der Option eines Hochbahnhofs der Matterhorn Gotthard Bahn in Brig gewahrt.
Das
BAV wird zusammen mit dem Kanton Wallis und den Bahnen sowie weiteren
Interessierten im Herbst 2010 dazu Gespräche führen. Dabei
werden die Fragen zu Machbarkeit, Zweckmässigkeit und Finanzierung
im Zentrum stehen (Pressemeldung
BAV, 20.07.10).
Startschuss
Doppelspurausbau zwischen Jestetten Süd und Fischerhölzlitunnel
Am 15. Juli haben mit einer kleinen Feier die Bauarbeiten für
die Doppelspurausbauten Jestetten Süd–Fischerhölzlitunnel
bei Schaffhausen begonnen. Vertreter von Bund, kantonaler und lokaler
Politik aus Deutschland und der Schweiz sowie von der SBB waren beim
Baustart anwesend. Die Doppelspurausbauten erfolgen im Rahmen des Anschlusses
der Schweiz ans europäische Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetz
(HGV-A). Zudem ermöglichen sie den Halbstundentakt zwischen Schaffhausen
und Zürich. Im Rahmen der Arbeiten werden auch die Bahnhöfe
Jestetten und Lottstetten modernisiert und behindertengerecht gestaltet.
Mit
einer kleinen Feier im Bahnhof Jestetten begingen Ira Sattler, Bürgermeisterin
Jestetten, Dr. Reto Dubach, Regierungsrat Schaffhausen, Ronald Menzi,
Projektleiter HGV-A vom BAV und Georg Schmalz, SBB Projektleiter ZEB
& HGV-A, den symbolischen Spatenstich.
Die
Doppelspurausbauten zwischen Jestetten Süd und Fischerhölzlitunnel
sind Teil der HGV-Anschluss-Ausbauten. Das HGV-Anschlusskonzept beruht
auf einer Vielzahl von kleinen und mittleren Aus- und Neubauvorhaben,
um die Anbindung der Ost- und Westschweiz an das Bahn-Hochleistungsnetz
in Deutschland und Frankreich zu verbessern. Die Schweiz soll nach dem
Willen des Schweizer Volkes besser an diese Linien angeschlossen werden.
Die
Ausbauten ermöglichen – die entsprechenden Ausbauten in Deutschland
vorausgesetzt – eine Fahrzeitverkürzung von 20 Minuten zwischen
Zürich und Stuttgart. «Es braucht ein zweites Gleis für
die Verbindung zweier Metropolitanräume und von zwei Eisenbahnnetzen,
die stärker zusammenwachsen wollen. Mit dem Ausbau der Strecke
zwischen Zürich und Schaffhausen leistet die Schweiz einen wesentlichen
Beitrag», sagte Regierungsrat Dubach. Vom Ausbau profitiert jedoch
nicht nur der internationale, sondern auch der innerschweizerische Verkehr:
«Wir freuen uns schon heute, wenn wir Ende 2012 den lang ersehnten
Halbstundentakt von Zürich nach Schaffhausen einführen dürfen»,
ergänzte Ronald Menzi vom BAV in seiner Rede.
Im
Rahmen der Arbeiten werden zudem die Bahnhöfe Jestetten und Lottstetten
modernisiert und behindertengerecht gestaltet. «Die Perrons werden
erhöht und ermöglichen so den Reisenden das stufenfreie Eintreten
in den Zug. Dies ist insbesondere für Reisende mit Kinderwagen
oder Rollstuhlfahrende ein grosser Vorteil», so Georg Schmalz
von der SBB. Am Bahnhof Jestetten baut die SBB zudem einen Aussenperron
mit Personenunterführung als Zugang. «Für Jestetten
ergibt sich mit dem modernisierten Bahnhof ein Mehrwert. Wir erhalten
einen barrierefreien Bahnhof, der künftig auch von den nördlich
der Bahnlinie gelegenen Wohngebieten direkt zugänglich sein wird»,
sagte Bürgermeisterin Ira Sattler in ihrer Rede. Die Haltestelle
Altenburg-Rheinau wird, wie bereits bekannt, im Rahmen des HGV-A-Projekts
aufgehoben.
Der
Ausbau zwischen Jestetten Süd und Fischerhölzlitunnel dauert
voraussichtlich bis Ende 2012, im Jahr 2013 finden dann noch Abschlussarbeiten
statt. Es ist das zweite Teilprojekt im Doppelspurausbau zwischen Bülach
und Schaffhausen. Das erste Teilprojekt – der Ausbau zwischen
Hüntwangen und Rafz – begann 2009 und wird Ende dieses Jahres
fertig gestellt. Die Gesamtinvestitionen in die HGV-Anbindung zwischen
Bülach und Schaffhausen belaufen sich auf rund 155 Millionen Franken,
die Arbeiten am zweiten Abschnitt belaufen sich auf 107 Millionen Franken
(nach Preisstand 2010). Das Projekt wird weitgehend durch den Bund aus
dem Finöv-Fonds finanziert (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 16.07.10).
Fertigstellung
der Freiburger S-Bahn mit zahlreichen Problemen
Mit der Umsetzung der ersten Etappe für die Inbetriebnahme der
Freiburger S-Bahn beginnt ein wahres Wettrennen mit der Zeit, um das
Projekt innerhalb des vom Kanton Freiburg vorgesehenen Terminplans,
d. h. für Mitte Dezember 2011 zu verwirklichen. Der Projektleitungsausschuss
hat soeben seinen ersten Zwischenbericht zuhanden der Delegation des
Staatsrates vorgelegt, die für diesen Zweck ins Leben gerufen wurde.
Es gibt zahlreiche Probleme zu lösen, die Zeit drängt. Die
festgelegte Planung muss peinlich genau eingehalten werden, damit die
Freiburger S-Bahn im Dezember 2011 ihre Fahrt aufnehmen kann.
Die Aufgaben für die Umsetzung der ersten Etappe der Freiburger
S-Bahn wurden den Freiburgischen Transportunternehmen übertragen
und so ist es auch natürlich, dass der Verwaltungsratspräsident
der TPFNeues Fenster, Herr Christian Castella, den Leitungsausschuss
der Freiburger S-Bahn präsidiert. Dieser besteht aus Vertretern
der beiden Verkehrsbetrieben TPF und SBB. Das Amt für Verkehr und
Energie des Kantons Freiburg (VEA) und das Bundesamt für Verkehr
(BAV) sind ebenfalls vertreten. Seit seiner formellen Gründung
am 15. Januar 2010 hat dieser Ausschuss schon sechs Sitzungen abgehalten.
Um die auszuführenden Arbeiten im Rahmen der beiden Unternehmen
zu koordinieren, wurden auch sechs Ausschüsse ins Leben gerufen,
darunter drei für die administrativen und drei weitere für
die technischen Belange. Ein siebter Ausschuss ist mit der Kommunikation
beauftragt und ergänzt das eingesetzte Dispositiv sinnvoll.
Das Freiburger S-Bahn-Projekt, das der Freiburger Staatsrat am 4. Dezember
2009 der Öffentlichkeit vorstellte, sieht eine Inbetriebnahme in
verschiedenen Etappen mit einer erheblichen Steigerung des Leistungsangebots
vor, damit das von den notwendigen Infrastrukturen abhängige Projekt
im Jahre 2014 vollständig abgeschlossen werden kann. Die erste
Etappe ist für den Fahrplanwechsel von Dezember 2011 zu verwirklichen.
Es geht hier um die Einführung einer neuen und direkten Einbahnverbindung
zwischen Bulle–Romont–Freiburg–Bern, mit einem von
der SBB garantierten einstündigen Fahrplantakt, sowie die ebenfalls
mit einem einstündigen Fahrplantakt vorgesehene Bahnverbindung
Bulle–Romont–Freiburg durch die TPF. Während sich die
SBB noch die Möglichkeiten offen lassen entweder die Domino- oder
die Flirt-Zugkompositionen zu verwenden, werden die TPF ihrerseits die
Kundschaft mit den kürzlich bestellten Flirt-Zugkompositionen überraschen.
Zum gleichen Zeitpunkt werden die TPF die gegenwärtig durch die
SBB ausgeführten zusätzlichen Kursfahrten zwischen Estavayer-le-Lac–Yverdon-les-Bains–Freiburg
übernehmen, jedoch ohne Fahrplanerweiterung.
Die zweite Etappe ist für den Fahrplanwechsel 2014 mit der Einführung
eines halbstündigen Fahrplantaktes auf allen regionalen Eisenbahnlinien
von und in Richtung Freiburg vorgesehen, d. h. auf den Linien Freiburg–Bern,
Freiburg–Payerne–Estavayer-le-Lac–Yverdon-les-Bains,
Freiburg–Murten–Neuenburg/Kerzers und Freiburg–Romont.
Die verschiedenen seit anfangs des Jahres eingesetzten Ausschüsse
tagten schon mehrmals. Eine erste Evaluation der finanziellen Aspekte
der Freiburger S-Bahn wurde mithilfe einer Synthese der Projektionen
über die Anzahl der geschätzten Fahrgäste und der zu
erwartenden Einnahmen, der notwendigen Investitionen und der Betriebskosten
erstellt. Diese finanziellen Angaben werden mit dem Voranschreiten der
Projektelemente weiter ständig verfeinert.
Gemäss den am 14.07.10 festgelegten Vorgaben sollen auf beiden
direkten Bahnlinien Bulle–Bern und Bulle–Freiburg im Verlaufe
des ersten Betriebsjahres 2012 nahezu eine Million Fahrgäste befördert
werden. Die Mehrheit der Kundschaft wird hauptsächlich aus Fahrgästen
bestehen, die die heute bestehenden Strassen- und Bahnverbindungen verlassen
werden. Die direkten Leistungsangebote zwischen den Städten werden
dementsprechend aber auch einen Modaltransfer zugunsten des öffentlichen
Verkehrs erzeugen.
Die Umsetzung der ersten Etappe der Freiburger S-Bahn hängt ausserdem
direkt von den auf der Linie Bulle–Romont zu realisierenden Ausbau
der Infrastrukturen ab. Drei Kreuzungspunkte werden gegenwärtig
in Vaulruz, Sâles und Vuisternens-devant-Romont geprüft.
Es handelt sich hier um relativ umgangreiche Verfahren, die das BAV
durchzuführen hat, ehe die Tiefbauarbeiten und die Verlegung der
Sicherheitsinstallationen aufgenommen werden können. Die Abklärungen
für die Begrenzung der Anzahl Geleiseübergänge müssen
entlang dieser Achse ebenfalls verstärkt werden. Für die TPF
muss auch der Ausbau der Werkstatt Planchy sowie die Möglichkeit,
Eisenbahnkompositionen auf ihrem Grundstück in Givisiez abzustellen,
in Betracht gezogen werden.
Für die SBB geht es darum, die Planung für die Neugestaltung
der Bahnhöfe Cheyres, Grolley und Givisiez aufzunehmen. Weiter
sind zwischen Romont und Freiburg gewisse Verkehrsüberlastungsprobleme
mit der Realisierung einer Überholspur in Chénens und zwischen
Palézieux und Puidoux zu lösen.
Das Projekt kommt in zufriedenstellender Form voran, obwohl sich dessen
Arbeitsplanung als sehr anspruchsvoll erweist. Die beiden Eisenbahngesellschaften
sind ebenfalls von der Unterzeichnung der kantonalen Vereinbarungen
abhängig, mit welchen ihnen die Investitionsaufträge für
das Freiburger S-Bahnprojekt erteilt werden. Und sie sind heute besorgt
über die Kosteneinschränkungsbegehren, die ihnen die Bundesbehörden
im Rahmen der Verfügbarkeit der Kredite aufzwingen könnten.
Ein zweiter Zwischenbericht über den Projektverlauf ist für
Ende dieses Jahres vorgesehen (Pressemeldung SBB, 15.07.10).
Michail
Stahlhut wird Leiter von SBB Cargo International
Michail Stahlhut heisst der Leiter von SBB Cargo International, der
letzte Woche von SBB Cargo und dem Kombi-Operateur Hupac angekündeten
Gesellschaft für den alpenquerenden Transitverkehr zwischen Deutschland
und Italien.
Der
44-jährige Michail Stahlhut wird Leiter von SBB Cargo International.
In dieser Funktion wird er den Aufbau der neuen Nord–Süd-Tochter
von SBB Cargo und Hupac verantworten.
Michail
Stahlhut besitzt eine langjährige und fundierte Erfahrung im Eisenbahngüterverkehr.
Er ist seit 2006 Vorstand der Osthannoverschen Eisenbahnen AG. Mit dem
Anteilserwerb durch Arriva wurde er 2008 zum Geschäftsführer
Technik der Arriva Deutschland GmbH. In dieser Funktion verantwortete
er den Ausbau des Cargogeschäfts, die Werkstätten sowie die
Infrastruktur. Zuvor hatte er für eine private Firma ein Eisenbahnverkehrsunternehmen
aufgebaut und leitete bei der Railion AG den Cargobahnhof Mannheim (Pressemeldung
SBB, 15.07.10).
SBB
sortiert Gruppenreisegeschäft für Touristen neu
Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB haben ihr Gruppenreisegeschäft
für Touristen und Geschäftsreisende aus dem Ausland neu sortiert.
In einem ersten Schritt hatte Ende Mai 2010 die STC Switzerland Travel
Centre AG, eine Tochtergesellschaft von SBB und Schweiz Tourismus, die
LTI Tours Ltd. aus Kriens übernommen.
Vor wenigen Tagen, am 6. Juli 2010, wurden nun die Verträge für
die zweite Transaktion unterzeichnet: Mit der Übernahme der kompletten
Gruppen-Incoming-Aktivitäten der RailAway AG und durch die Akquisition
der deutschen RailAway GmbH hat die STC den Konzentrationsprozess des
Incoming-Geschäfts erfolgreich abgeschlossen. Das Beratungsunternehmen
Helbling Corporate Finance in Zürich hat alle Transaktionen als
Lead Advisor begleitet.
Während
die STC Switzerland Travel Centre AG bislang ausschließlich auf
Individualreisende ausgerichtet war, ist sie mit der Übernahme
der LTI Tours Ltd., einer Spezialistin im Bereich Gruppen-Incoming,
in das an Bedeutung gewinnende Gruppengeschäft eingestiegen. Dadurch
können Synergien zwischen den zwei Zielgruppen effizient genutzt
und die bestehende Nachfrage besser gedeckt werden. Im Rahmen der Akquisition
wechselt der bisherige Geschäftsführer der LTI, Beat Bächler,
in die Geschäftsleitung der STC.
Die
RailAway AG wird sich in Zukunft noch stärker auf den Markt Schweiz
fokussieren und von der SBB zusätzliche neue Vermarktungsaufgaben
übernehmen. Die RailAway AG ist eine Tochtergesellschaft der SBB
und der konzessionierten schweizerischen Bahntransportunternehmen Rhätische
Bahn, BLS (Bern-Lötschberg-Simplon), Matterhorn Gotthard Bahn,
Montreux-Oberland-Bernois-Bahn und Jungfraubahnen. Diese Gesellschaften
erhielten im Gegenzug von der SBB zehn Prozent ihrer STC-Beteiligung.
Neben
der Durchführung verschiedener Due Diligences und Bewertungen unterstützte
Helbling Corporate Finance die SBB und STC bei der Erarbeitung der Transaktionsstruktur
sowie der Gestaltung der Verträge. Michael R. Weindl, Mitglied
der Geschäftsleitung der Helbling Corporate Finance, betont das
Gewicht dieses Konzentrationsprozesses: "Das Geschäftsfeld
Incoming hat für die Schweiz - den Tourismus im Allgemeinen und
den öffentlichen Verkehr im Besonderen - eine grosse Bedeutung.
Wir sind sehr zufrieden, dass wir diese komplexe Transaktion jetzt abschließen
konnten. Sie wird für die STC nachhaltiges Wachstum generieren
und ihre Position als Schweiz-Spezialist ausbauen und festigen."
(Pressemeldung
Helbling Corporate Finance AG, 15.07.10).
SBB
Sparbillette für die Ferienzeit
Rechtzeitig
zum Ferienbeginn lanciert die SBB spezielle «Schnäppchen»
der bekannten Sparbillette.
Jeden Donnerstag bis am 5. August und zusätzlich am Nationalfeiertag
sparen die Kundinnen und Kunden bis zu 70% gegenüber dem Normalpreis.
Die «Schnäppchen» sind unter www.sbb.ch/sparbillette
erhältlich und nur für den gewählten Zug gültig.
Bei
den Angeboten handelt es sich um Billette für Züge, die hauptsächlich
in den Nebenverkehrszeiten zwischen 9 und 16 Uhr sowie ab 19 Uhr bis
Betriebsschluss verkehren. Aus diesem Grund sind Rabatte von bis zu
70 Prozent auf dem Normaltarif möglich.
Ausschlaggebend für die Höhe der Rabattstufe sind die Strecke,
die jeweilige Auslastung und die Abfahrtszeit des jeweiligen Zuges.
Es lohnt sich künftig, vor einer Zugfahrt den Computer hochzufahren
und auf www.sbb.ch/sparbillette die Verfügbarkeit von Sparbilletten
zu überprüfen – gerade zur Ferienzeit, wenn Ausflüge
zu den Schweizer Seen oder in die Berge locken.
In
der Ferienzeit sind Sparbillette besonders gefragt. Durchschnittlich
wurden seit Ferienbeginn täglich über 600 Sparbillette bezogen
– Tendenz steigend. Sparbillette sind vor allem für längere
Reisen sehr beliebt, lässt sich doch auf diese Weise besonders
viel sparen. Seit einiger Zeit sind auch zahlreiche Sparbillette in
der 1. Klasse erhältlich. Etwa die Hälfte der Sparbillett-Kunden
passte die Reisezeiten wegen des günstigeren Tarifs entsprechend
an. Damit leisteten sie einen Beitrag zur Entlastung der SBB-Züge
in den Hauptverkehrszeiten zugunsten der Pendlerinnen und Pendler, die
dann reisen müssen. Die Marktforschungsergebnisse zeigten klar,
dass dank den Sparbilletten im Freizeitverkehr neue Bahnkundinnen und
-kunden gewonnen werden konnten.
Die
SBB Sparbillette werden für Direktverbindungen der SBB (ohne Umsteigen)
und ausgewählte BLS-Strecken angeboten. Selbstverständlich
können für eine Reise einzelne Sparbillette kombiniert werden.
Wie schon bei den vorherigen Sparbillett-Wellen können diese Spezialtickets
nur online über den SBB Ticket Shop bezogen werden. Sie lassen
sich bequem mit Kredit- und Postkarte bezahlen, ausdrucken oder als
MMS-Ticket auf das Handy schicken. Am Schalter und am Automat sind die
Sparbillette nicht verfügbar. Die Tickets können frühestens
14 Tage und spätestens 12 Stunden vor der geplanten Abfahrtszeit
bezogen werden. Gekaufte Sparbillette werden nicht rückerstattet
oder umgetauscht (Pressemeldung
SBB, 15.07.10).
Bundesrat
Moritz Leuenberger tritt Ende des Jahres zurück
Der Schweizer Bundesrat Moritz Leuenberger im Eidgenössischen Departement
für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat am 09.07.10
auf
einer Pressekonferenz seinen Rücktritt zum Ende des Jahres angekündigt.
In seiner 15-jährigen Amtszeit hat er in den Nachbarländern
die Verkehrs- und Umweltminister bis zu sieben Mal wechseln gesehen,
während er für die Schweiz eine kontinuierlich auf die Verlagerung
gerichtete Verkehrspolitik betreiben konnte.
Es gäbe gute Gründe, jetzt aufzuhören: Mit dem Neat-Durchstich
am Gotthard schliesse sich für ihn ein verkehrspolitischer Zyklus,
und die Teilnahme an der Klima-Nachfolgekonferenz in Cancún runde
sein umweltpolitisches Wirken ab (WKZ, Quelle Pressekonferenz Bundesrat,
10.07.10).
Die
Schweizerischen Bundesbahnen SBB nehmen mit grossem Bedauern Kenntnis
vom Rücktritts-entscheid Bundesrat Moritz Leuenbergers. Bundesrat
Leuenberger hat mit seiner Arbeit für den Öffentlichen Verkehr
die Weichen gestellt für die erfolgreiche und leistungsfähige
Bahninfrastruktur von heute und für die Zukunft. Dafür gebührt
ihm der Dank der SBB und ihrer täglich 900 000 Kundinnen und Kunden.
Mit
grossem Bedauern haben Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und die
Mitarbeiterinnen der Mitarbeiter der SBB heute Kenntnis vom Rücktrittsentscheid
Bundesrat Moritz Leuenbergers genommen. Moritz Leuenberger kommen grosse
Verdienste an der Weiterentwicklung des Öffentlichen Verkehrs in
der Schweiz seit 1995 zu.
Namentlich
die Bahnreform und die Überführung der SBB von einem Regiebetrieb
in eine moderne Unternehmung in Form einer spezialrechtlichen Aktiengesellschaft
sind Resultate von Leuenbergers weitsichtigem Engagement. Auch die Weiterentwicklung
des Bahnangebots in der Schweiz mit Bahn 2000 und die zukunftsweisende
Verlagerungspolitik sind eng mit der Person Bundesrat Moritz Leuenbergers
verbunden. Die aktuellen strategischen Projekte ZEB und Bahn 2030 wurden
von ihm angestossen und aktiv vorangetrieben.
Mit
seiner Arbeit für den Öffentlichen Verkehr hat Bundesrat Moritz
Leuenberger die Weichen gestellt für die erfolgreiche und leistungsfähige
Bahninfrastruktur von heute und für die kommenden Generationen.
«Die SBB dankt Moritz Leuenberger für sein grosses und nachhaltiges
Engagement für den Öffentlichen Verkehr der Schweiz»,
sagt SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi. «Moritz Leuenberger
vertrat ein modernes Verständnis des Service Public und räumte
der SBB den Raum ein, diesen kundennah zu gestalten. Die SBB wünscht
dem scheidenden Bundesrat herzlich alles Gute und hofft, dass das für
den Öffentlichen Verkehr zuständige Departement auch in Zukunft
mit dem Willen geführt wird, die Bahninfrastruktur als tragende
Basis einer erfolgreichen Schweiz weiter zu entwickeln», so Gygi
weiter (Pressemeldung SBB,
10.07.10).
SBB
und DB unterzeichnen Memorandum of Understanding





Symbolik einer deutsch-schweizerischen Vertragsunterzeichnung.
Mit einem symbolischen Trommel-schlag wollen DB Vorstandsvorsitzender
Rüdiger Grube und CEO der SBB, Andreas Meyer, die Elektri- fizierung
der Verbindung München - Lindau - Zürich schneller voranzutreiben. Unterzeichnung
des "Memorandum of Understanding" für eine weiterreichende Kooperation
zwischen SBB und DB am 09.07.2010 im Bahnhof Basel SBB. Das Abkommen
ist unterzeichnet - symbolischer Handschlag im Anschluss vor deutschem
und schweizerischem Zug. Fotos Kai Michael Neuhold.
Mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding haben SBB Chef
Andreas Meyer und Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der
Deutschen Bahn AG und der DB Mobility Logistics AG, den gemeinsamen
Ausbau des Bahnverkehrs zwischen der Schweiz und Deutschland vereinbart.
Dank Infrastrukturausbauten, der Beschaffung neuer Fahrzeuge und kürzerer
Reisezeiten soll das Bahnfahren zwischen den beiden Ländern noch
attraktiver werden. Um den daraus resultierenden Verkehrszuwachs optimal
vermarkten zu können, beabsichtigen die beiden Bahnunternehmen
die Gründung einer neuen gemeinsamen Tochtergesellschaft.
SBB und die Deutsche Bahn (DB) stärken ihre Kooperation im grenzüberschreitenden
Fernverkehr. Ziel der Partner ist es, den Marktanteil der Schiene zwischen
Deutschland und der Schweiz weiter auszu-bauen. Dazu soll eine neue
gemeinsame Tochtergesellschaft geschaffen werden. Ein entsprechendes
Memorandum of Understanding haben heute SBB CEO Andreas Meyer und Dr.
Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der DB, in Basel unterzeichnet.
«Wir wollen das grosse Potenzial des Infrastrukturausbaus in Deutschland
und der Schweiz im Sinne unserer Kunden nutzen», betonte Dr. Rüdiger
Grube. «Das heisst: Mehr internationaler Schienenverkehr zwischen
Deutschland und der Schweiz mit höherem Komfort und kürzeren
Reisezeiten. Mit der SBB wissen wir dafür einen wichtigen und verlässlichen
Partner an unserer Seite.»
Zwei starke Marken und das beidseits hohe Qualitätsbewusstsein
bilden das Fundament der Zusammen-arbeit. Bereits heute bieten SBB und
DB täglich rund 35 Direktverbindungen im Fernverkehr zwischen beiden
Ländern an – im letzten Jahr wurden diese grenzüberschreitend
von über 4,5 Mio Fahrgästen genutzt. Zwischen 2006 und 2009
konnte trotz des zuletzt schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes die Zahl
beförderter Personen zwischen beiden Ländern pro Jahr um durchschnittlich
knapp 3 Prozent gesteigert werden.
Und der Trend hält an: Auch im ersten Halbjahr 2010 wurde eine
erfreuliche Steigerung um über 7 Prozent verzeichnet. SBB und DB
sind überzeugt, künftig weiter Boden gegenüber den Verkehrsträgern
Auto und Flugzeug gewinnen und noch mehr Reisende auf der Schiene befördern
zu können.
Auf Basis der seit 2006 bestehenden erfolgreichen Kooperation «Rheinalp»
wollen die Partner ein gemeinsames Korridormanagement einrichten. Damit
werden die Vermarktungsaktivitäten weiter gestärkt und ein
ganzheitliches Qualitätsmanagement der Verkehre ermöglicht.
Mit einem Anteil von 60 Prozent soll die SBB die Mehrheit an der neuen
Tochtergesellschaft halten. Der Sitz der Gesellschaft soll in der Schweiz
liegen.
Für den per Ende 2014 angepeilten Angebotsausbau ist eine moderne
und deutlich grössere Fahrzeugflotte erforderlich. Auch sollen
im Gegensatz zu heute wieder mehr SBB Züge in das nördliche
Nachbarland verkehren. Eine entsprechende Ausschreibung wird vorbereitet;
ein Ersteinsatz der Züge wird für Dezember 2014 angestrebt.
«Wir wollen über eine Milliarde Franken in neue Fernverkehrszüge
investieren», sagt SBB Chef Andreas Meyer, und ergänzt: «Das
Zusammengehen mit der DB verdeutlicht die Bedeutung unseres Marktes
und unseres Know-hows, stärkt gleichzeitig auch unser Selbstvertrauen
auf dem Parkett des internationalen Personenverkehrs.»
Das Zugangebot zwischen der Schweiz und Deutschland soll im Rahmen der
Kooperation weiter ausgebaut werden. Dank der grossen Infrastrukturausbauten
in der Schweiz sowie in Deutschland profitieren die Kundinnen und Kunden
künftig auch von kürzeren Fahrzeiten im grenzüberschreitenden
Verkehr. So sinkt die Reisedauer dank der voraussichtlich ab 2016 durchgehend
elektrifizierten Strecke Zürich–München um rund 40 Minuten;
die Zahl der Verbindungen zwischen den beiden Metropolen soll auf diesen
Zeitpunkt hin nahezu verdoppelt werden. Die bayrische Landeshauptstadt
wird dann ab Zürich in 3 Stunden und 30 Minuten zu erreichen sein,
was die Relation auch für Geschäftsreisende attraktiver macht.
Durch den geplanten Ausbau der Oberrheinstrecke bis 2022 versprechen
sich die beiden Bahnen zudem eine Reisezeitverkürzung von einer
halben Stunde zwischen Basel und Frankfurt. Statt der heutigen 3 Stunden
würde die Fahrt Basel–Frankfurt dann noch 2 Stunden und 30
Minuten dauern. Für deutsche Urlauber rücken auch die sehr
beliebten Reiseziele im Wallis, im Tessin oder in Graubünden näher.
Mit der vorgesehenen Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels ab 2018
ist beispielsweise Lugano von Stuttgart aus in weniger als fünf
Stunden erreichbar (Pressemeldung SBB/Deutsche Bahn, Fotos Kai
Michael Neuhold, www.kmn-network.de,
10.07.10).
Pro
Bahn zur Partnerschaft DB/SBB
Endlich, endlich kommt Bewegung in die Sache. Nach jahrelanger systematischer
Vernachlässigung des internationalen Personenfernverkehrs, ist
heute ein „Memorandum of Understanding“ zwischen SBB und
DB kommuniziert worden.
Pro Bahn Schweiz, die Vertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen
Verkehrs nimmt mit Befriedigung davon Kenntnis, dass es in dieser Beziehung
(endlich) einmal konkret vorwärts gehen und das Bahnangebot zwischen
den beiden Ländern ausgebaut werden soll.
Bis
2014 – also ganze fünf Jahre - soll es dauern, bis die von
den SBB neu zu beschaffende Schweizer Fahrzeugflotte schweizerische
Qualitätsusanzen bis nach München, Stuttgart und Frankfurt
bringen wird. Es gibt aber noch weitere Destinationen wie Hamburg, Berlin,
Köln oder Dresden – die zum Teil heute schon ohne Umsteigen
erreichbar sind. Auch hier darf es durchaus ein wenig mehr sein.
Dass dank der – auch von der Schweiz mitfinanzierten - Elektrifizierung
zwischen Lindau und Geltendorf bei München die bayrische Landeshauptstadt
rascher erreicht wird, ist positiv zu werten, aber auch zu fordern,
dass dort die schweizerischen Züge gute Anschlüsse im innerdeutschen
Netz vermittelt bekommen.
Pro
Bahn Schweiz wünscht sich aber vermehrt und sofort konkrete Taten
– die ohne Verzug in die Tat umgesetzt werden sollten. Beispielsweise
die heute unzureichende Verbindung nach Stuttgart oder die zu häufigen
Verspätungen im deutschen Bahnnetz. Das Gleiche gilt für die
Gültigkeit der Billette – internationale Fahrausweise sollten
analog des City-Tickets auch im Zielgebiet gültig sein.
Bei
der neuen Tochtergesellschaft beträgt der Anteil der SBB 60 % und
der Sitz der Gesellschaft wird sich in der Schweiz befinden. Es ist
zu wünschen, dass sie mit dem nötigen Einfluss ausgestattet
wird, um die Anliegen der schweizerischen Kunden zu vertreten. Wie auch
immer: Pro Bahn Schweiz wünscht der Kooperation viel Erfolg, damit
das Bahnfahren zwischen den beiden Ländern wirklich attraktiv wird
(Pressemeldung
Pro Bahn Schweiz, 10.07.10).
30
umweltfreundliche Stadler-Rangierloks für SBB Cargo

SBB Cargo erneuert ihre Flotte für den leichten Zustell- und Rangierdienst.
Sie bestellt bei der Stadler Winterthur AG für knapp CHF 88 Mio.
30 Hybridloks mit Optionen auf weitere Fahrzeuge. Insgesamt waren sechs
Anbieter zur Offertstellung eingeladen. Dank des Elektroantriebs und
dem ergänzenden Diesel-Hilfsmotor sind die neuen Fahrzeuge besonders
umweltfreundlich. Ausserdem weisen sie über die gesamte Lebensdauer
hinweg eine hohe Wirtschaftlichkeit auf.
SBB Cargo passt ihre Fahrzeugflotte für die regionale Cargo Produktion
laufend an die künftigen Bedürfnisse an. Für den leichten
Zustelldienst im Wagenladungsverkehr entsprechen die bestehenden Rangierloks
des Typs Bm 4/4 und diverse dreiachsige Rangierloktypen bezüglich
Alter, Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit nicht mehr den
heutigen Anforderungen.
Als Ersatz beschafft SBB Cargo bei der Stadler Winterthur AG 30 neue,
zweiachsige Hybridloks (Typ Eem 923 Hybrid). Sie kommen im leichten
Zustell- wie auch im Rangierdienst zum Zug. Die Investitionen belaufen
sich auf knapp CHF 88 Mio. Das neu entwickelte Modell basiert auf der
Rangierlok Ee 922, die bei der SBB bereits beim Personenverkehr für
Rangieraufgaben im Einsatz steht. Die Hybridversion für SBB Cargo
verfügt über zwei Elektromotoren sowie einen ergänzenden
Diesel-Hilfsantrieb für das Bedienen von Anschlussgleisen ohne
Fahrdraht. Die Eem 923 Hybrid erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von
100 km/h.
Mit diesem Innovationsschritt hat sich SBB Cargo bewusst für eine
besonders umweltfreundliche Rangierlokomotive entschieden. Insgesamt
waren sechs Anbieter zur Offertstellung eingeladen. Dabei wies das Angebot
der Hybridlok von Stadler Winterthur die tiefsten Investitions-, Betriebs-
und Unterhaltskosten aus. Auf die gesamte Lebensdauer gerechnet, ist
die Hybridlok für SBB Cargo mit Abstand am wirtschaftlichsten.
Im Vergleich zu konventionellen Dieselloks überzeugte die Eem 923
zudem durch ihre gute Ökobilanz, da sie deutlich weniger CO2 und
Lärmemissionen verursacht.
Gleichzeitig kann SBB Cargo mit der Neubeschaffung die Flottenvielfalt
im Rangier- und Zustelldienst weiter reduzieren, was einen effizienteren
Betrieb und Unterhalt der Fahrzeugflotte ermöglicht. Die neuen
Hybridloks werden in den Jahren 2012/2013 ausgeliefert. SBB Cargo hat
sich zudem Optionen auf weitere Fahrzeuge gesichert, welche bei Bedarf
in den nächsten Jahren eingelöst werden können (Pressemeldung
SBB, 09.07.10).
Sinkende
Rentabilität im Autoverlad Lötschberg
Die sinkende Rentabilität im Autoverlad Lötschberg und die
gleichzeitig anstehenden Investitionen von rund CHF 20 Mio. in den nächsten
fünf Jahren veranlassen die BLS zum Handeln. Sie leitet Kosten-senkungsmassnahmen
ein und passt die Verladetarife auf den Fahrplanwechsel vom 12. Dezember
2010 an. Bei den wichtigsten Kategorien werden die Preise zwischen einem
bis vier Franken pro Fahrt angehoben. Über alle Kategorien beträgt
die Erhöhung durchschnittlich 10,7 Prozent. Die BLS verzichtet
zu Gunsten des Oberwallis explizit auf eine lineare Tariferhöhung.
Das dichte Fahrplanangebot wird aufrecht erhalten.
Die Rentabilität des Autoverlads ist innert wenigen Jahren stark
gesunken. Hauptverantwortlich dafür sind zwei Faktoren: Erstens
verursachten die Tarifsenkungen per Ende 2004 einen markanten Umsatz-
und Ergebnisrückgang. Zweitens gingen die Verladefrequenzen mit
der Eröffnung des Lötschbergbasistunnels Ende 2007 zurück,
worauf der Autoverlad in die roten Zahlen rutschte.
Hinzu kommt nun, dass die BLS AG in den nächsten fünf Jahren
rund CHF 20 Mio. Franken in die Verbesserung des Autoverlads investieren
muss. Die Hälfte davon entfällt auf den Ersatz älterer
Autopendelzüge. Notwendig sind ausserdem Investitionen in Dachsanierungen
von Autopendelzügen, für Anpassungen der Zufahrtsstrassen
und Rampenanlagen sowie für neue Kassen- und Kundeninformationssysteme.
Die BLS hat verschiedene Möglichkeiten geprüft, die Wirtschaftlichkeit
des Autoverlads wieder zu verbessern. Eine Ausdünnung des Fahrplanangebotes
zur Senkung der Kosten kam für sie dabei allerdings nicht in Frage.
Die Autozüge verkehren weiterhin ganzjährig halbstündlich,
saisonal viertelstündlich und zu Spitzenzeiten alle 7,5 Minuten.
Umsetzen will die BLS dagegen Kostensenkungen mittels Effizienzsteigerungen
sowie eine Erhöhung der heute geltenden Verladepreise. Verschiedene
Massnahmen unter anderem im Bereich Zugförderung, im Ausbildungsbereich
oder bei der Reduktion von Leerfahrten sollen jährlich rund CHF
0,4 Mio. Kosten reduzieren. Offen und nicht unter dem Einfluss der BLS
sind allfällige politische Lösungen, wie kantonale Subventionen
oder die Aufnahme des Autoverlads in den Geltungsbereich der Autobahnvignette.
In Bezug auf die Preise hat die BLS zwei Varianten geprüft: eine
lineare Erhöhung um 10 bis 12 Prozent und eine differenzierte Erhöhung.
Die lineare Erhöhung hat sie schliesslich verworfen. Mit einer
differenzierten Tarifanpassung bezahlen Pendler und Fahrzeuglenker im
Berufsverkehr – vorwiegend aus dem Oberwallis – mit der
Punktekarte nur einen geringen Aufschlag. Der Rabatt gegenüber
den Normaltarifen erhöht sich sogar leicht auf bis zu 42 Prozent.
Dagegen wird bei den Vorverkaufstarifen für Tourismusgäste
und bei Einzelfahrten von sporadisch Verladenden ein höherer Aufschlag
vorgenommen. Im Durchschnitt über alle Kategorien beläuft
sich die Tariferhöhung auf 10,7 Prozent. Angepasst werden auch
Tarife in anderen Kategorien. Beibehalten wird die in Absprache mit
dem Preisüberwacher per Ende 2004 eingeführte Preisdifferenzierung
beim Einzelbillett zwischen Wochentagen und Wochenenden. Damals senkte
die BLS die Tarife um durchschnittlich 5,6 Prozent (Pressemeldung BLS,
08.07.10).
Cargo-Gründung
dank SEV mit GAV
Dank dem frühzeitigen Einsatz des SEV und seiner Mitglieder wird
auch die künftige Cargo-Gesellschaft mit einem Gesamtarbeitsvertrag
arbeiten. Der SEV begrüsst zudem die klaren Besitzverhältnisse,
was den Einfluss der SBB stärkt. Weitere Punkte sind jedoch noch
ungeklärt.
Die lange angekündigte Auslagerung des internationalen Gütergeschäfts
der SBB ist nun Tatsache. Der SEV, die Gewerkschaft des Verkehrspersonals,
steht der neuen Gesellschaft offen gegenüber, umso mehr, als letzte
Woche eine Vereinbarung unterzeichnet werden konnte, die einen Gesamtarbeitsvertrag
über die gesamte Gesellschaft vorsieht. Die Verhandlungen darüber
werden in der zweiten Jahreshälfte stattfinden. Weit über
1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SBB hatten die Forderung mit
einer Petition unterstützt. Der Druck hat sich ausgezahlt!
Der
SEV bedauert den massiven Stellenabbau; er fordert die SBB auf, die
angekündigten Massnahmen zur Arbeitsplatzsicherung im Interesse
der Betroffenen umzusetzen. Wenig Verständnis hat der SEV zudem
für die Ausschreibung sämtlicher Stellen: «Das ist ein
Zeichen des generellen Misstrauens, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
von SBB Cargo nicht verdient haben», stellt SEV-Präsident
Giorgio Tuti fest. Zumindest konnte der SEV eine Rückkehrgarantie
während 12 Monaten erreichen.
Giorgio Tuti kritisiert weiter die Haltung von SBB Cargo, es brauche
einen Kulturwandel: «Mit diesem Argument ist SBB Cargo bereits
nach Basel gezogen – nun zieht man mit dem gleichen Argument von
Basel weg; damit verursacht die SBB Kosten ohne Nutzen!»
Erfreulich
ist das klare Kräfteverhältnis innerhalb der neuen Gesellschaft,
die damit klar unter dem Einfluss der SBB steht und weiterhin eine Bahnmentalität
ausstrahlen wird. Der SEV wird die weiteren Schritte in der Gründungsphase
eng und konstruktiv begleiten mit dem Ziel, gute Arbeitsbedingungen
zu sichern, damit SBB Cargo International mit motiviertem Personal an
den Start gehen kann. Ein Anfang ist mit der Vereinbarung der letzten
Woche gemacht, nun gilt es, den Worten Taten folgen zu lassen.
Dies
gilt auch für den Punkt der Erklärung, die Arbeiten für
einen Rahmen-Gesamtarbeitsvertrag des Güterverkehrs wieder aufzunehmen.
Diese waren vor zwei Jahren auf Druck der Bahnen gestoppt worden, da
sie eine Benachteiligung gegenüber der ausländischen Konkurrenz
befürchteten.
Mit
der Unterzeichnung der Vereinbarung ist auch der Grundsatzkonflikt um
die Sozialpartnerschaft ausgeräumt, und die Gewerkschaften werden
die Verhandlungen um die Weiterentwicklung des GAV SBB und SBB Cargo
wieder aufnehmen (Pressemeldung
SEV, 06.07.10).
SBB
Cargo und Hupac gründen SBB Cargo International
SBB Cargo und der Kombi-Operateur Hupac gründen gemeinsam eine
eigenständige, neutrale Gesellschaft für den alpenquerenden
Transitverkehr zwischen Deutschland und Italien. Ein vertaktetes Produktionssystem
und schlanke Strukturen sollen das neue Unternehmen zum Kostenführer
auf der Nord-Süd-Achse machen.
Auf
Anfang 2011 gründen SBB Cargo und Hupac ein neues Eisenbahnverkehrsunternehmen,
das sich auf das Fahren von Ganzzügen und Zügen des Kombinierten
Verkehrs (KV) auf der europäischen Nord-Süd Achse zwischen
Deutschland und Italien fokussiert.
Damit hat der Verwaltungsrat der SBB seinen Stossrichtungsentscheid
vom Februar zur strategischen Neuausrichtung von SBB Cargo bestätigt.
Aktionäre
der Gesellschaft sind SBB Cargo (75%) und Hupac (25%), dem führenden
KV-Operateur auf der Nord-Süd-Achse. Die Beteiligung weiterer Partner
ist möglich. Über die neue Gesellschaft soll die jahrzehntelange
Partnerschaft der beiden Unternehmen vertieft werden. Ziel ist es, gemeinsam
ein starkes, marktnahes und neutrales Traktionsunternehmen aufzubauen
und zu entwickeln. Mit einer auf ausgewählte Relationen bezogenen
Optimierung der Ressourcen und der Halbierung der Strukturkosten soll
die Kostenführerschaft im KV-Segment erreicht werden. Als Schweizer
Firma wird die Qualität einen hohen Stellenwert haben.
Kunden
der neuen Gesellschaft sind primär Operateure des Kombinierten
Verkehrs, die vom geplanten Gesamtumsatz von CHF 300 Mio. rund 80% ausmachen
werden. Auch wenn die Hupac der grösste Einzelkunde sein wird,
ist das Angebot klar auf weitere Grosskunden ausgerichtet. Neben Operateuren
sind dies Bahnspeditionen, andere Bahnen und einzelne Grossverlader.
«Entscheidend ist, dass wir als unabhängiges und neutrales
Bahnunternehmen die Traktionsleistungen zwischen Deutschland und Italien
am Markt anbieten. Dies liegt im Interesse beider Aktionäre, erklärt
Nicolas Perrin, Leiter SBB Cargo.
Die
Nord-Süd-Achse wird von mehreren Cargo-Bahnen dominiert. Neben
SBB Cargo führen inzwischen einige Bahnen Güterzüge auf
dieser Achse. Die intensive Wettbewerbssituation führt zu einem
starken Druck auf die Preise und zu geringen Margen für die Traktionäre.
«Die jetzt beschlossene Weiterentwicklung ermöglicht es,
auch in Zukunft als Schweizer Unternehmen auf der zentralen europäischen
Güterachse tätig zu bleiben. Im Hinblick auf den Gotthard-Basistunnel
müssen die zwei stärksten Schweizer Akteure ihre Kräfte
bündeln. Nur so haben wir Chancen, dem Druck ausländischer
Bahnen aktiv eine eigene Lösung entgegen zu setzen», erklärt
Hans-Jörg Bertschi, Verwaltungsratspräsident der Hupac.
Das
Geschäftsmodell des neuen Carriers ist ein Novum im Schienengüterverkehr.
Über die Beteiligung von Hupac werden erstmals die Kunden des kombinierten
Verkehrs Mitverantwortung für die Strategie und die Entwicklung
eines Bahnunternehmens tragen. «Entgegen des europäischen
Trends haben wir ein Modell entwickelt, in dem nicht die Bahn den Kombi-Operateur
integriert und somit faktisch seine Handlungsfreiheit ausschaltet»,
so Hans-Jörg Bertschi. In der neuen Bahngesellschaft kommen zwei
unabhängige Partner zum Zuge: SBB Cargo bringt Traktionsressourcen
und bahntechnisches Know how ein, während Hupac über eine
europaweite Marktpräsenz verfügt und einen wichtigen Teil
des Transportvolumens beisteuert. Hupac wird auf strategischer Ebene
die marktorientierte Entwicklung der neuen Gesellschaft aktiv mitprägen,
was schliesslich allen Kunden des neuen Carriers zugute kommen wird.
Die Verladerschaft steht hinter dieser Art der Zusammenarbeit, denn
sie fördert Marktnähe und Effizienz und trägt zur Bahnliberalisierung
bei. SBB Cargo International wird eigenständig handeln und Neutralität
gegenüber allen Kunden wahren. Gemeinsames Ziel ist eine zuverlässige
Bedienung und eine verlässliche, kontinuierlich optimierte Auslastung
der Kapazitäten.
Das
neue Unternehmen wird rund 480 Stellen anbieten, davon 237 Lokführer
und 76 Stellen für operatives Personal. Die Planung, Disposition
und Administration werden rund 170 Stellen umfassen. SBB Cargo International
wird von Beginn an eigenes Lokpersonal in Deutschland und Italien haben.
In der Schweiz wird Lokpersonal vorerst von SBB Cargo angemietet.
Durch
die Ausgliederung des internationalen Verkehrs in die neue Gesellschaft
erfolgt bei SBB Cargo in den nächsten zwei Jahren ein Abbau von
157 Stellen. Der Stellenabbau wird sozialverträglich gestaltet.
Die SBB wird dabei im Rahmen des Gesamtunternehmens Möglichkeiten
zur Umqualifizierung anbieten und kann dank Wachstum in anderen Bereichen
auch neue Anstellungschancen anbieten. Hierbei werden alle zur Verfügung
stehenden Lösungen des konzernweiten Arbeitsmarktes der SBB genutzt,
inkl. Angebote in anderen Bereichen des Unternehmens, Ausnutzen der
Fluktuation, Frühpensionierungen und falls notwendig auch Outplacement.
Zu Entlassungen kommt es im GAV-Bereich nicht.
Der
Standort der neuen Gesellschaft wird voraussichtlich im Raum Basel-Olten-Luzern
sein. Die Suche nach einem geeigneten Bürogebäude läuft.
Die heute bestehenden Depotstandorte auf der Nord-Süd-Achse in
der Schweiz werden beibehalten. Neu werden die Lokführer vermehrt
innerhalb eines Landes eingesetzt. Basel wird dabei der zentrale Drehpunkt
des Produktionskonzeptes für Gotthard- und Lötschbergachse
sein. Die Zahl der Lokführerinnen und Lokführern an den Standorten
von SBB Cargo im Tessin und der Zentralschweiz wird im heutigen Umfang
beibehalten.
In Deutschland wird der heutige Personalstandort in Offenburg mittelfristig
nach Mannheim verlegt. Die übrigen Standorte in Deutschland und
Italien bleiben vorerst bestehen. Die heutigen Tochtergesellschaften
für die Produktion in Deutschland und Italien werden in die neue
Gesellschaft integriert. Chemoil, die auf den Transport von Mineralöl
und Chemieprodukten spezialisierte Tochtergesellschaft, bleibt Tochter
von SBB Cargo AG.
Die
neue Gesellschaft wird anfangs 2011 den Betrieb aufnehmen. Dazu werden
vorerst 109 Strecken-lokomotiven aus der bestehenden Flotte von SBB
Cargo angemietet, darunter 59 moderne Mehrsystem-loks für den grenzüberschreitenden
Einsatz. Kernelement der Unternehmensstrategie ist die Erhöhung
der Produktivität von Lokomotiven und Lokführern. Dies soll
über ein vertaktetes Produktionssystem mit hohen Lokumläufen
und reduzierten Standzeiten sowie über die Konzentration auf aufkommensstarke
Relationen erreicht werden. Bis 2013 soll das Unternehmen profitabel
werden und mittelfristig Investitionen aus eigener Kraft vornehmen.
«Mit SBB Cargo International schaffen wir einen starken Player
auf dieser Achse, unterstützen die Verkehrsverlagerung und tragen
zum Wachstum des Wirtschaftsstandorts Schweiz bei», unterstreicht
Nicolas Perrin, Leiter SBB Cargo (Pressemeldung
SBB, 06.07.10).
Abschied
von den Mirage-Trams in Zürich


Am 30. Juni 2010 verkehrte zum letzten Mal ein Tram der sogenannten
Mirage-Serie planmässig auf dem Netz der VBZ (Verkehrsbetriebe Zürich).
Die ab 1966 beschafften Fahrzeuge vom Typ Be 4/6 erhielten den Übernamen
Mirage wegen ihrer hohen Anschaffungskosten (in Anlehnung an ein damals
in der Schweiz beschafftes Kampfflugzeug vom Typ Mirage, welches ebenfalls
nicht billig war).
Von den ehemals 90 Trams verbleiben vorerst 13 Fahrzeuge als eiserne
Reserve in Zürich, 64 wurden der ukrainischen Stadt Vinnytsia geschenkt,
die sie weiterhin einsetzen wird. Das Tram 1626 macht derzeit noch Werbung
für die neue Tramlinie Züri-West, die ab Dezember 2011 in Betrieb genommen
wird. Es wurde im Verlauf der neuen Trasse in der Pfingstweidstrasse
aufgestellt.
Meinen persönlichen Abschied habe ich am 14. Juni genommen, an diesem
Tag entstand das Foto der Züge 1679 und 1677 auf der Quaibrücke (Reinhard
Reiss, www.reissweb.net,
03.07.10).
Berner
Oberland




Auf dem Weg zum Jungfraujoch kommen viele Besucher der Schweiz durch
Interlaken und fahren dann mit der Berner Oberlandbahn (BOB) nach Grindelwald
oder Lauterbrunnen. Viel weniger, doch immer noch zahlreiche Besucher
steigen in Lauterbrunnen nicht in die Wengernalpbahn (WAB in Richtung
Jungfraujoch) sondern in die BLM nach Mürren um. Dabei muss man heutzutage
zunächst mit einer modernen Seilbahn die Bergstation Grütschalp erreichen.
Bis 1996 führte hierher eine Standseilbahn, die jedoch inzwischen abgebaut
ist.
Von der Grütschalp geht dann mit einem Triebwagen im Adhäsionsbetrieb
über den Kreuzungsbahnhof Winteregg nach Mürren; unterwegs bieten sich
dem Besucher herrliche Ausblicke auf Eiger, Mönch und Jungfrau.
Eine weitere Schmalspurbahn in dieser Region ist die Schynige-Platte-Bahn,
welche im Bahnhof Wilderswil an die BOB anschließt, jedoch im Gegensatz
zu den Meterspurstrecken der BOB in 800 mm Spur angelegt ist. Auf der
Schynige Platte lädt ein wunderschöner Alpengarten zum Besuch
(Rüdiger Lüders,
03.07.10).
BLS
auf dem Weg zu vollklimatisierter Zugflotte
Die im letzten Jahr in Angriff genommene Modernisierung der BLS
Personenverkehrsflotte schreitet zügig voran. Die BLS investiert
insgesamt CHF 50 Mio. – mit rund CHF 24 Mio. macht der Einbau
leistungsfähiger Klimaanlagen den grössten Kostenanteil aus.
Rechtzeitig zu den ersten heissen Sommertagen befinden sich inzwischen
über 15`000 der rund 29`000 verfügbaren Sitzplätze in
klimatisierten Zügen.
In den BLS Werkstätten Bönigen, Oberburg und Spiez läuft
die Modernisierung der Züge auf Hochtouren. Wagen für Wagen
wird aufgerüstet. Dies betrifft 152 Fahrzeuge Niederflurtriebzüge
NINA und GTW, Pendelzüge RBDe565 und RBDe566II sowie Niederflurzwischenwagen
Jumbo) mit den Baujahren 1982 bis 2005, die noch mindestens 15 Jahre
fahren sollen. Im Zentrum der Arbeiten stehen der Einbau von Klimaanlagen
sowie die Montage von Schiebetritten. Auch dank neuen Stühlen,
neuer Beleuchtung oder Video-Überwachung erhalten die Fahrgäste
damit zeitgemässen Komfort und Sicherheit
Die Kosten des Refit- und Komfortsteigerungsprogramms KOMPAKT belaufen
sich auf rund CHF 50 Mio. Die Klimatisierung ist mit rund CHF 24 Mio.
die teuerste Neuerung. Per Ende Juni 2010 befinden sich bereits über
15`000 der rund 29`000 verfügbaren Sitzplätze der BLSFlotte
in klimatisierten Fahrzeugen. Nach Abschluss der über drei Jahre
laufenden Fahrzeugmodernisierung Ende 2011 werden drei Viertel aller
Sitzplätze klimatisiert sein. Mit der sukzessiven Ablieferung der
28 neuen Doppelstock-Triebzüge für die S-Bahn kann die BLS
zwischen Herbst 2012 und Ende 2014 älteres Rollmaterial aus dem
Verkehr nehmen. Damit wird die BLS Kundschaft weitgehend in Zügen
unterwegs sein, die mit Klimaanlagen ausgerüstet sind (rund 84
Prozent).
Mit der späteren Beschaffung von weiteren S-Bahn-Fahrzeugen (2019)
sind insgesamt 94 Prozent aller Sitzplätze klimatisiert. Das Ziel
einer vollklimatisierten Zugflotte wird die BLS ab Fahrplan 2025 erreicht
haben. Die gesamte Anzahl verfügbarer Sitzplätze liegt dann
dank den neuen S-Bahn-Zügen bei rund 36`000 (Pressemeldung BLS,
01.07.10).
Bundesrat
genehmigt sechstes Teilpaket für HVG-Anschluss der Ostschweiz
Der Bundesrat hat eine Finanzierungs-Vereinbarung mit der SBB für
den Doppelspurausbau zwischen Jestetten Süd und Fischerhölzlitunnel
(Strecke - Schaffhausen - Stuttgart) genehmigt. Es handelt sich um das
sechste Paket von Finanzierungs-Vereinbarungen für den Anschluss
der Ostschweiz an das europäische Hochleistungs-Eisenbahnnetz (HGV-Anschluss).
Der HGV-Anschluss wird über den FinöV-Fonds finanziert.
Der Doppelspurausbau zwischen Jestetten Süd und Fischerhölzlitunnel
wird auf total 93,6 Millionen Franken (Preisstand Oktober 2003) veranschlagt.
Davon werden 88,2 Millionen Franken über den FinöV-Fonds finanziert.
Ein Teil wird von der Gemeinde Jestetten (D) und vom Regierungspräsidium
Freiburg im Breisgau übernommen. Die SBB-Strecke Bülach?Schaffhausen
verläuft teilweise auf deutschem Boden. Der Rest wird über
die Leistungsvereinbarung Bund - SBB finanziert. Die Inbetriebnahme
ist auf Ende 2012 geplant (Pressemeldung BAV, 01.07.10).
SBB
Cargo wertet 440 Güterwagen auf
SBB Cargo lässt 440 offene vierachsige Güterwagen des
Typs Eaos umbauen und verstärken für den Transporte von Stahl
und Schrott. Damit verfügt die SBB in diesem wichtigen Geschäftssegment
künftig über eine leistungsfähige Flotte.
Die 440 Wagen des Typs Eaos erhalten einen neuen, verstärkten Wagenkasten
und einen Stahlboden eingebaut. Das Ladevolumen wird erhöht. Für
den Umbau und die Modernisierung dieser Wagen für den Transport
von Industriestahl und Schrott investiert die SBB rund 19 Millionen
Schweizer Franken. Dank der Verstärkungen rechnet SBB Cargo mittelfristig
mit spürbaren Reduktionen der Reparaturkosten. Diese haben sich
infolge der starken Beanspruchung dieser Wagen beim Be- und Entladen
von Schrott jährlich auf mehrere Millionen Franken belaufen. Gleichzeitig
kann SBB Cargo dank der Massnahme künftig ihren Kunden in diesem
wichtigen Geschäftssegment noch leistungsfähigeres Rollmaterial
zur Verfügung stellen.
Die Umsetzung erfolgt sehr rasch zwischen August 2010 und September
2011 durch die slowakische Firma OS in Trnava. Diese unterbreitete
der SBB von insgesamt 13 europäischen Anbietern das beste Preis-Leistungsangebot.
Aus der Schweiz war kein Angebot eingegangen. Die Firma OS Trnava
ist auf Reparaturen, Modernisierungen und Umbauten von Güterwagen
spezialisiert.
Nach dem Umbau lautet die Typenbezeichnung der Wagen neu «Fas»
(Pressemeldung SBB, 01.07.10).
Zeiger
der Bahnhofuhr in Aarau werden montiert.
Am 01.07.10 nimmt die SBB die neue Bahnhofuhr in Aarau in Betrieb. Die
bis zu 150 Kilogramm schweren Zeiger werden am Donnerstagmorgen mithilfe
von Hebebühnen montiert. Die ans klassische Bahnhofuhr-Design angelehnte,
transparente Uhr an der Aussenfassade des neuen Aarauer Bahnhofs ist
mit ihrem Durchmesser von rund 9 Metern die grösste Bahnhofuhr
in der Schweiz.
Ab
nächsten Donnerstagmittag, 1. Juli 2010, lesen die Aarauer und
Aarauerinnen die Zeit von der grössten Bahnhofuhr der Schweiz ab.
Dann nimmt die SBB, nach Montage von Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger,
die neue Bahnhofuhr an der Aussenfassade des
neuen Bahnhofgebäudes in Betrieb. Die bis zu 150 Kilogramm
schweren Zeiger müssen dazu am Donnerstagmorgen mithilfe von Hebebühnen
17 Meter hoch gehoben und montiert werden. Die Uhr ist Teil des siegreichen
Wettbewerbprojekts des Büros Theo Hotz Architekten. Das transparente
Zifferblatt, welches bereits im Frühjahr angebracht wurde, hat
einen Durchmesser von rund 9 Metern und erstreckt sich über drei
Stockwerke. Die Uhr mit der roten Kelle als Sekundenzeiger ist ans klassische
Design der SBB Bahnhofuhren angelehnt.
Das
neue Aarauer Bahnhofgebäude bietet ab 5. August 2010 ein breites
Dienstleistungsangebot sowie moderne Geschäfts- und Büroflächen.
Am Freitag und Samstag, 22. und 23. Oktober 2010, gibt es ein grosses
Eröffnungsfest für die Bevölkerung von Aarau und Umgebung
(Pressemeldung
SBB, 30.06.10).
Mittelbedarf
für Unterhalt des Bahnnetzes steigt
Das externe Netzaudit
der SBB kam im Februar 2010 zum Schluss, dass für die Substanzerhaltung
der bestehenden Anlagen bis zu 850 Mio. Franken pro Jahr benötigt
werden. Das BAV gab darauf eine Zweitmeinung in Auftrag; auch darin
kommen die Fachleute zum Schluss, dass die vorgesehenen Mittel nicht
ausreichen, um die Leistungsfähigkeit des bestehenden SBB Netzes
in der Zukunft zu gewährleisten. Vielmehr sei – nach Abzug
von Einsparungen dank Effizienzsteigerungen der SBB – ein Mehrbedarf
in der Höhe von bis zu 500 Mio. Fr. vorhanden. Grafik SBB.
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) bestätigt, gestützt auf
eine Zweitmeinung
zum SBB-Netzaudit,
dass künftig mehr Mittel für den Erhalt der Infrastruktur
nötig sind. Die Höhe wird von den Experten jedoch unterschiedlich
beurteilt. Vor diesem Hintergrund haben BAV und SBB vereinbart, eine
gemeinsame enge Überwachung des Netzzustandes einzuführen.
Um zusätzliche Grundlagen über den Zustand der Bahninfrastruktur
und die Auswirkungen des intensivierten Unterhalts zu erhalten, führen
BAV und SBB im Rahmen der neuen Leistungsvereinbarung bereits ab 2011
ein vertieftes Reporting über den Zustand des Netzes ein. So liefert
die SBB Kennzahlen zur Verfügbarkeit und Qualität des Netzes,
beispielsweise Angaben zu Schienenbrüchen, durch die Infra-struktur
verursachte Störungen oder zu Gleisdeformationen. Aufgrund dieses
jährlichen Netzzustand-berichts werden in Zukunft laufend aktualisierte
Daten zur Verfügung stehen.
Mit der am 23. Juni 2010 verabschiedeten Botschaft beantragt der Bundesrat
für die Jahre 2011/12, die Mittel für die SBB-Infrastruktur
pro Jahr um durchschnittlich 160 Mio. Fr. aufzustocken. Der Mittelbedarf
für die Substanzerhaltung der Bahninfrastruktur der SBB (aber auch
der Privatbahnen) wird nach Einschätzung des BAV auch in den folgenden
Jahren 2013 bis 2016 ansteigen. Diese zusätzlichen Mittel sind
bisher im Finanzplan des Bundes nicht eingestellt. Mit dem verbesserten
Controlling stehen zusätzlichen Informationen über die Entwicklung
des Netzzustands zur Verfügung, welche für die Bestimmung
des Mittelbedarfs ab 2013 eine wichtige Grundlage darstellen. Schon
heute zeichnet sich ab, dass für den Mehrbedarf zusätzliche
Einnahmen beschafft werden müssen.
Die Mittel für die Jahre 2011/12 werden durch tiefere Einlagen
in den FinöV-Fonds kompensiert. Die Finanzierung der zusätzlichen
Mittel für die Jahre ab 2013 ist Thema der vom BAV geleiteten verwaltungsinternen
Arbeitsgruppe "Finanzierung Bahninfrastruktur". Diese erarbeitet
derzeit Möglichkeiten für die mittel- und langfristige Finanzierung
von Substanzerhalt und auch Ausbau des Schienennetzes. Die Ergebnisse
werden im Herbst/Winter 2010 vorliegen.
An einer gemeinsamen Medienorientierung mit dem BAV hatte die SBB im
Februar 2010 die Resultate des so genannten externen Netzaudits präsentiert.
Dieser kam zum Schluss, dass es für die Substanzerhaltung der bestehenden
Anlagen grosse zusätzliche Anstrengungen im Umfang von bis zu 850
Mio. Franken pro Jahr braucht. Das BAV gab darauf eine Zweitmeinung
in Auftrag, was die SBB angesichts der Höhe der zusätzlich
benötigten Mittel begrüsste; diese liegt nun vor. Auch darin
kommen die Fachleute zum Schluss, dass die vorgesehenen Mittel nicht
ausreichen, um die Leistungsfähigkeit des bestehenden SBB Netzes
in der Zukunft zu gewährleisten. Vielmehr sei - nach Abzug von
Einsparungen dank Effizienzsteigerungen der SBB - ein Mehrbedarf in
der Höhe von bis zu 500 Mio. Fr. vorhanden.
Die Experten der Zweitmeinung beurteilen die Methodik des SBB-Netzaudits
als gut, stellten jedoch teilweise Vereinfachungen, ungenaue Datengrundlagen
oder etwa konservative Ansätze bei Lebensdauer von Infrastrukturelementen
oder beim Wiederbeschaffungswert fest. Die Differenz der Gesamtsummen
erklärt sich zu einem grossen Teil dadurch, dass in der Zweitmeinung
die Kosteneinsparungen aufgrund Effizienzmassnahmen der SBB bereits
in Abzug gebracht sind, während diese im Netzaudit zwar aufgelistet,
aber nicht in Abzug gebracht worden waren. Zudem schätzt die Zweitmeinung
die möglichen Effizienzgewinne höher ein. Die Zweitmeinung
beziffert den Bedarf auf bis zu 500 Mio Fr. pro Jahr. Mittels zeitlicher
Staffelung gewisser Aufgaben kann der Bedarf in der Vierjahresperiode
2013-16 überdies weiter gesenkt werden.
Netzaudit und Zweitmeinung bilden zusammen eine gute Basis für
die jetzt notwendigen Massnahmen. Angesichts der hohen Kosten, welche
der Substanzerhalt des SBB-Netzes verursacht, ist dies unerlässlich.
Gefordert sind dabei die SBB selbst, der Bund und auch die Bahnkundinnen
und -kunden.
Es ist das Ziel der SBB, den Eigenfinanzierungsgrad laufend weiter zu
steigern und so den notwendigen Einsatz der Mittel der öffentlichen
Hand möglichst tief zu halten.
Die SBB leistet in diesem Sinn einen gewichtigen Beitrag zur Bewältigung
der festgestellten Zusatzkosten im Substanzerhalt. Ein umfassendes Effizienzprogramm
soll jährlich wiederkehrende Kosteneinsparungen im Umfang eines
dreistelligen Millionenbetrags ermöglichen. Erste Massnahmen dieses
Pakets sind bereits in Umsetzung und erlauben Kosteneinsparungen im
Umfang von 50 Mio. Fr. ab 2011. Durch ein professionalisiertes Anlagenmanagement
wird die SBB die Substanzerhaltungskosten der Bahninfrastruktur so weit
wie möglich senken, etwa durch Zusammenfassung von Baustellen oder
Überprüfung technischer Standards.
Angesichts der grossen Bedeutung, welche eine gute funktionierende Bahninfrastruktur
für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Schweiz
hat, sind die Investitionen ins Bahnnetz Investitionen in die Zukunft
und in die weitere erfolgreiche Entwicklung des Landes (Pressemeldung
BAV, SBB, 29.06.10).
SEV
fordert genügend Personal für Bahnunterhalt
Der SEV unterstützt die Haltung von SBB und BAV, dass zusätzliche
Mittel für den Unterhalt des Bahnnetzes nötig sind. Er warnt
aber davor, Optimierungen zulasten des Personals zu planen – dort
besteht im Gegenteil ebenfalls Nachholbedarf.
Der SEV weist seit langem darauf hin, dass der Unterhalt der Bahninfrastruktur
vernachlässigt wird. Er hat wiederholt dazu aufgerufen, den so
genannten Präventivunterhalt wieder zu verstärken, um die
Qualität des Schienennetzes auf einem sicheren Stand zu erhalten.
Inzwischen hat sich ein Nachholbedarf angehäuft, den sowohl die
SBB als auch das Bundesamt für Verkehr bestätigen. Darüber
ist der SEV, die Gewerkschaft des Verkehrspersonals, erfreut. Das Ausmass
festzulegen ist Sache der Fachleute. Der SEV weist jedoch darauf hin,
dass Optimierungsmöglichkeiten nicht im Personalbestand zu finden
sein werden; im Gegenteil: Dort besteht ein deutlicher Ausbaubedarf.
Zudem hat der SEV die SBB bereits vor Monaten aufgerufen, einen Teil
der bisher extern vergebenen Arbeiten wieder mit eigenem Personal auszuführen,
um das entsprechende Fachwissen im Unternehmen zu halten (Pressemeldung
SEV, 29.06.10).
SEV
übergibt Petition für GAV im Güterverkehr
Die Gewerkschaft SEV hat der Führung von SBB Cargo eine Petition
mit deutlich über 1300 Unterschriften übergeben, die verlangt,
dass die neue Gesellschaft für den internationalen Güterverkehr
einen GAV für das gesamte Personal abschliessen muss. Weitere Forderungen
betreffen Arbeitsplatzgarantien und den Sitz des Unternehmens.
«Der Gesamtarbeitsvertrag ist die Basis der Sozialpartnerschaft»,
betonte SEV-Präsident Giorgio Tuti anlässlich der Petitionsübergabe
am Sitz von SBB Cargo in Basel. Innert kurzer Zeit haben deutlich über
1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Petition unterzeichnet, mit
der die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV ihre Forderungen unterstreicht.
Es kommt für den SEV nicht in Frage, dass eine Gesellschaft, die
eine Ausgliederung aus der SBB ist und auch mehrheitlich in SBB-Besitz
sein wird, Personal ohne Gesamtarbeitsvertrag anstellt. «Der SBB-GAV
hat sich bewährt; er bildet eine Grundlage der Sozialpartnerschaft,
die für beide Seite nur Vorteile bringt», erläutert
Tuti. «Gesamtarbeitsverträge sind nicht eine Belastung, sondern
eine Erleichterung der Beziehungen zwischen Unternehmen und Personal!»
Der SEV reagierte mit Empörung, als SBB Cargo im Rahmen des standardisierten
Konsultationsverfahrens bei Reorganisationen mitteilte, sie sei nicht
bereit, fürs Büropersonal der neuen Firma einen GAV abzuschliessen.
In der Folge sistierte der SEV die zurzeit laufenden Verhandlungen um
eine Weiterentwicklung des GAV für die gesamte SBB.
Die Petition nennt weitere Forderungen: So erwarten die Mitarbeitenden
bei SBB Cargo Arbeitsplatz-garantien, wenn sie von der Auslagerung betroffen
sind, und sie fordern zudem, dass die neue Gesellschaft ihren Sitz in
der Schweiz hat. Zudem soll sie die Bahndienstleistungen (Loks und Lokführer)
bei der SBB beziehen müssen (Pressemeldung SEV, 29.06.10).
Der
Einbau der Bahntechnik hat im Gotthard-Basistunnel begonnen
Beim Südportal des Gotthard-Basistunnels, zwischen Bodio und
Faido, hat der Einbau
der Bahntechnik in der Weströhre begonnen. Das ca. 16 Kilometer
lange Teilstück wird bis 2012 vollständig mit den bahntechnischen
Installationen wie Fahrbahn, Fahrdraht, Stromversorgung, Telekommunikations-
und Sicherungsanlagen ausgerüstet. 2017 wird der Gotthard-Basistunnel
für den fahrplanmässigen Bahnbetrieb bereit sein.
Als erste Strecke wird der Tunnelabschnitt Faido-Bodio West mit der
Bahntechnik ausgerüstet. Ab 2013 finden auf der ca. 16 km langen
Teilstrecke Testfahrten mit Geschwindigkeiten bis zu 230 km/h statt.
Dadurch kann das komplexe Zusammenspiel aller bahntechnischen Systeme
im Gotthard-Basistunnel ausgiebig getestet werden. Logistische Basis
für den bahntechnischen Einbau dieses Tunnelabschnitts ist der
Installationsplatz Süd in Biasca, der auf einer Fläche von
70'000 m2 errichtet wurde. Eine weitere Voraussetzung ist der Bau des
ca. 4.5 km langen Teilstücks der „Offenen Strecke Süd“
zwischen dem Installationsplatz und dem Tunnelportal in Bodio.
Ab 2011 erfolgt auch am Nordportal der Einbau der Bahntechnik. Zuerst
wird der Teilabschnitt Erstfeld-Amsteg-Sedrun Ost mit der Bahntechnik
ausgerüstet. Dafür wird ab Herbst 2010 in Rynächt der
Installationsplatz Bahntechnik Nord errichtet.
Die ersten bahntechnischen Einbauten in den Gotthard-Basistunnel erfolgen
somit parallel zur Fertigstellung des Rohbaus in anderen Tunnelabschnitten.
Der Einbau und die Inbetriebsetzung dauern insgesamt acht Jahre. Als
leistungsfähige Zugänge – auch zum Einbringen von Material
– stehen nur die beiden Portale zur Verfügung. „Die
noch nie dagewesene Tunnellänge von 57 km und die engen Platzverhältnisse
beschränken die Zufahrt für Pneufahrzeuge und stellen eine
grosse Herausforderungen dar“, sagt Oliver Bratschi, Leiter Bahntechnik
bei der Bauherrin AlpTransit Gotthard AG. Fast alle Transporte finden
deshalb auf der Schiene ab den beiden Haupt-installationsplätzen
im Norden und Süden statt. Als erste bahntechnische Installationen
werden Kabel eingezogen und die schotterlose Fahrbahn eingebracht.
Zu Spitzenzeiten werden über 700 Personen mit dem Einbau der Bahntechnik
beschäftigt sein. Die Komplexität ist hoch, eine detaillierte
Abstimmung mit allen Beteiligten ist unabdingbar. „Über 1000
technische Nahtstellen sind aufeinander abzustimmen, damit im Gotthard-Basistunnel
reibungsloser Bahnverkehr ermöglicht wird“, sagt Rolf Brunner,
Vorsitzender der Baukommission von Transtec Gotthard (Pressemeldung
AlpTransit Gotthard AG, 28.06.10).
Kofferschleppen
beim Zug zum Flug
Der Flughafen Zürich will die Gepäckrollwägeli
nicht mehr im Bereich des Flughafenbahnhofs akzeptieren. Zu diesem Zweck
sollen vor den entsprechenden Rolltreppen Pfosten angebracht werden,
um ein Durchkommen mit solchen Gefährten zu verhindern. Für
Bahnpassagiere ist also Kofferschleppen von Hand angesagt. Schöne
Aussichten auf die Ferienzeit!
Es
sei viel zu aufwändig, diese Wägelchen im Bahnhofsbereich
wieder einzusammeln – so die Begründung der Verantwortlichen.
Allerdings stehen diese Gefährte auch in den Parkhäusern herum,
dort macht das Einsammeln offensichtlich nichts aus. Gepäckwägelchen
auf Rolltreppen seien zu gefährlich und deshalb in der EU nicht
mehr zugelassen – so ein weiteres Argument. Mit Verlaub: Die Unfälle
halten sich in engsten Grenzen und die EU die Schweiz ist nicht in der
EU!
Was
hier der Flughafen Zürich vorhat, ist nichts anderes als eine Diskriminierung
der Zugpassagiere. Der Slogan „mit dem Zug zum Flug“ verkommt
zur Farce und einmal mehr übt sich ein schweizerisches Unternehmen
in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der Europäischen Union.
Pro
Bahn Schweiz, Pro Bahn Schweiz, die Vertretung der Kundinnen und Kunden
des öffentlichen Verkehrs protestiert energisch gegen dieses Vorhaben
und fordert, dass dieser Unsinn gar nicht erst angefangen wird. Ebenso
erwartet Pro Bahn, dass sich weitere Kreise – wie die SBB, die
Zürcher Regierung und Flughafenorganisation – dafür
einsetzen, dass diese Posse vor ihrem Beginn ein Ende hat (Pressemeldung
Pro Bahn Schweiz, 25.06.10).
SBB
gewinnt internationalen Nachhaltigkeitspreis
In Madrid erhielt die SBB letzte Woche den «UIC Sustainability
Award» der Union Internationale de Chemins de Fer (UIC). In ihrer
Laudatio würdigte die Jury die Perfektionierung «des Konzepts
zur verantwortungsbewussten Unternehmensführung» durch die
SBB.
Mitte
Juni traf sich in Madrid der Internationale Eisenbahnverband UICNeues
Fenster zu seiner 11. Nachhaltigkeitskonferenz. In deren Rahmen wurde
zum zweiten Mal der «UIC Sustainability Award» vergeben.
Die Auszeichnung soll herausragende und bahnbrechende Projekte des Bahnsektors
zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung honorieren.
Eine
unabhängige, internationale Jury sprach der SBB den ersten Preis
zu für ihr Programm, das Nachhaltigkeitsdenken bewusst in die Unternehmensorganisation
und -strategie einfliessen zu lassen und so eine dauerhaft verantwortungsvolle
Geschäftsführung zu gewährleisten. Besonders hervorgehoben
wurde dabei die Verankerung von Klimaschutz- und Energiesparzielen in
den persönlichen Zielen der Führungskräfte auf allen
Ebenen des Unternehmens. Damit sei eine praxisnahe Umsetzung des Programms
sichergestellt.
Der
Preis der UIC bestätigt die SBB in ihrem Bemühen, den Umweltvorteil
der Bahn weiter zu stärken und ihre damit verbundenen, ökologisch
nachhaltigen Leistungen auszubauen. Bis 2015 will die SBB dank ihres
Energiesparprogramms gegenüber heute 10 Prozent Energie oder rund
230 Gigawattstunden einsparen – dies entspricht dem jährlichen
Stromverbrauch von rund 60 000 Haushalten. Das Programm läuft seit
2008 und ist gut unterwegs: Dank Lokführerschulungen für eine
energiesparende Fahrweise (EcoDrive) sowie technischen Optimierungen
an Fahrzeugen und Gebäuden wurden bislang 65 Gigawattstunden eingespart.
Parallel will die SBB mit einem ergänzenden Klimaschutzprogramm
ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 30 Prozent reduzieren (Pressemeldung
SBB, 25.06.10).
Mehr
Geld und besseres Controlling für die Bahninfrastruktur
Der Bundesrat beantragt dem Parlament, für die Jahre 2011/12
die Finanzmittel für Betrieb und Substanz-erhaltung der Bahninfrastruktur
von SBB und Privatbahnen zu erhöhen. Damit trägt der Bundesrat
dem von der SBB und den Privatbahnen angemeldeten Mehrbedarf für
den Substanzerhalt des Netzes Rechnung. Zugleich soll aber auch das
Controlling verbessert werden. Die entsprechende Botschaft hat der Bundesrat
heute ans Parlament überwiesen.
Mit deram 23.06.10 vom Bundesrat verabschiedeten Botschaft beantragt
der Bundesrat für die beiden Jahre 2011 und 2012 insgesamt 4,542
Milliarden Franken in Form von Betriebs- und Investitionsbeiträgen:
1,220 Milliarden für die Infrastruktur der Privatbahnen und 3,322
Milliarden für die SBB-Infrastruktur. Für die SBB-Infrastruktur
stehen damit jährlich rund 160 Millionen Franken, für die
Privatbahninfrastruktur rund 50 Millionen Franken mehr zur Verfügung,
als in der Finanzplanung des Bundes bisher vorgesehen war. Gemäss
dem Bundesratsentscheid vom 16. Dezember 2009 müssen die zusätzlich
beantragten Mittel kompensiert werden.
Der Bundesrat schlägt vor, die Aufstockung der Substanzerhaltungsmittel
durch eine temporäre Reduktion der LSVA-Einlagen in den FinöV-Fonds
auszugleichen. Sofern sich die Reduktion der FinöV-Fonds-Einnahmen
auf die Jahre 2011 und 2012 beschränkt, ist aus heutiger Sicht
keine Anpassung des Bauprogramms der aktuell aus dem Fonds finanzierten
Projekte nötig.
Die Aufstockung der Kredite für die SBB und die Privatbahninfrastruktur
ermöglicht, die Substanzerhaltung 2011/2012 schrittweise zu intensivieren.
Ziel ist es, die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Anlangen
trotz der weiter steigenden Netzbelastung zu erhalten bzw. zu verbessern
Mit den beantragten Mitteln ist ebenfalls gewährleistet, dass alle
im Bau befindlichen, aus dem ordentlichen Bundesbudget finanzierten
Erweiterungsinvestitionen weiter geführt werden können. Angesichts
der angespannten Finanzlage des Bundes können 2011-2012 aber fast
keine neuen Erweiterungsinvestitionen in Angriff genommen werden, obwohl
die Kantone in der Anhörung die Dringlichkeit vieler Vorhaben unterstrichen
hatten, um schon länger geplante Angebotsverbesserungen realisieren
zu können.
Das Parlament wird die Botschaft voraussichtlich in der Herbst- und
der Wintersession 2010 behandeln, so dass Leistungsvereinbarung und
Verpflichtungskredit fristgerecht auf 1. Januar 2011 in Kraft treten
können.
Eine vom BAV geleitete verwaltungsinterne Arbeitsgruppe Finanzierung
Bahninfrastruktur erarbeitet derzeit mögliche Ansätze für
die mittel- und langfristige Finanzierung der Substanzerhaltung wie
auch des Ausbaus des Schienennetzes Die Ergebnisse werden im Herbst/Winter
2010 vorliegen (Pressemeldung BAV, 24.06.10).
Grosse
Allianz gegen grosse Lastwagen
47 Organisationen haben sich in der Schweiz zusammengeschlossen, um
gegen die Megatrucks zu kämpfen. Der Druck, dass die EU bis
zu 60 Tonnen schwere und über 25 Meter lange Lastwagen zulässt,
steigt. Zurzeit verfolgten die Transporteure mit faulen Kompromissen
eine Salamitaktik, sagt der deutsche Experte Martin Roggermann.
Martin Roggermann arbeitet bei der Allianz pro Schiene in Berlin, die
von Deutschland aus den internationalen Widerstand gegen die Megatrucks
koordiniert. „Die Debatte über die Megatrucks wird in Brüssel
massiv an Fahrt gewinnen“, sagte Roggermann an einer Medienkonferenz
in Bern. Belege für seine Aussage finden sich leicht. So evaluiert
beispielsweise die Generaldirektion Verkehr der EU-Kommission bereits
die Machbarkeit. Oder: Zwei deutsche Bundesländer führen derzeit
Versuche durch; möglicherweise fahren ab 2011 in ganz Deutschland
testweise 25 Meter lange Lastwagen mit einem Gewicht von bis zu 46 Tonnen.
Die 25 Meter langen Lastwagen werden als Türoffner für die
60-Tönner eingesetzt, davon ist Martin Roggermann überzeugt.
Eingeladen wurde Roggermann von den 47 Organisationen, die sich in der
Schweiz gegen die Zulassung von 60-Tonnen-Lastwagen wehren. Fabio Pedrina,
Tessiner Nationalrat und Präsident der Alpen-Initiative, sprach
im Namen der Koalition. Für die Koalition ist zentral, dass im
Strassenverkehrsgesetz (SVG) nicht nur das Maximalgewicht für Lastwagen
festgeschrieben wird, sondern auch deren Länge, Höhe und Breite.
Nur so könne garantiert werden, dass die Zulassung von Megatrucks
nicht am Volk vorbeigeschmuggelt werden könne, sagte Pedrina.
Matthias Knobloch, Generalsekretär des European Automobile Clubs
(EAC) in Brüssel, wies in Bern darauf hin, wie Megatrucks einerseits
Kosten für die Nachrüstung der Strasseninfrastruktur verursachen,
andererseits eine zusätzliche Gefahr für die übrigen
Verkehrsteilnehmenden darstellen (Pressemeldung Alpeninitiative, 22.06.10).
SEV
sistiert Verhandlungen mit der SBB
Der SEV sagt den nächsten Termin der Verhandlungen um eine Weiterentwicklung
des SBB-GAV ab. Grund dafür ist die Ankündigung von SBB Cargo,
bei der bevorstehenden Gründung einer neuen Gesellschaft für
das internationale Gütergeschäft keinen Gesamtarbeitsvertrag
fürs Büropersonal vorzusehen.
«Das
ist eine Kampfansage an die Sozialpartnerschaft», betont SEV-Vizepräsident
Manuel Avallone, der für alle SBB-Geschäfte zuständig
ist und auch die gewerkschaftliche Verhandlungsdelegation für den
GAV SBB leitet. Im Rahmen der standardisierten Konsultation bei Reorganisationen
hatte die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV der SBB klar und deutlich
mitgeteilt, dass ein Gesamtarbeitsvertrag für die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der neuen Gesellschaft zwingend ist, also auch fürs
Büropersonal.
«Solange
eine vertragliche Sozialpartnerschaft für die neue Gesellschaft
durch die SBB in Frage gestellt wird, macht es keinen Sinn, mit ihr
Verhandlungen über ein neues Lohnsystem zu führen»,
erläutert Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn. Der SEV hat
deshalb heute der SBB mitgeteilt, dass er den für kommenden Samstag
angesetzten Verhandlungstermin ausfallen lässt. «Wir stehen
jederzeit für klärende Gespräche zur Verfügung»,
ergänzt Manuel Avallone. «Wenn es bezüglich der neuen
Cargo-Gesellschaft zu einer Einigung kommt, können die Arbeiten
an der GAV-Weiterentwicklung fortgesetzt werden.»
Der
SEV hatte im Rahmen der Konsultation die Forderung nach einem GAV für
alle als wichtigsten Punkt aufgeführt. Weiter verlangt er Arbeitsplatzsicherheit
für alle Betroffenen und eine Ansiedlung der neuen Gesellschaft
in der Schweiz. Eine Petition zur Unterstützung dieser Forderungen
bei den Betroffenen wird demnächst der SBB übergeben (Pressemeldung
SEV, 22.06.10).
Variante
"Mitte" der Regio-S-Bahn Basel weist bestes Nutzen-Kosten-Verhältnis
aus
Für das Herzstück der Regio S-Bahn zeigt die erneute Überprüfung
eines umfangreichen Variantenfächers, dass die Variante "Mitte"
das beste Nutzen-Kosten-Verhältnis ausweist. Die Projektleitung
empfiehlt deshalb, diese Variante weiterzuverfolgen. Die zuständigen
Regierungsräte der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben
den Kommissionen der beiden Parlamente die Ergebnisse der neuen Studie
am letzten Freitag vorgestellt.
Mittelfristig soll die Region Basel durch die S-Bahn mit leistungsfähigen
Durchmesserlinien verbunden werden. Hiefür muss die trinationale
Bahninfrastruktur aus dem 19.Jahrhundert nach dem dringenden Ausbau
der Zulaufstrecken durch eine Neubaustrecke unter der Stadt Basel ("Herzstück")
ergänzt werden. Diese soll den Nachteil der dezentralen Bahnhofstandorte
minimieren und den S-Bahn-Verkehr vom Güter- und Fernverkehr im
Kern der Agglomeration trennen. Zur Diskussion stehen verschiedene Varianten.
Diese unterscheiden sich dadurch, dass sie das Umland mit der Basler
Innenstadt über einen neuen Tunnel verbinden oder diese umfahren.
Weiterer Baustein gewisser Varianten ist ein Bahntunnel unter Basel
Nord zur Anbindung der dortigen Entwicklungsgebiete.
Die Parlamente der beiden Basler Kantone haben bei der Bewilligung eines
Planungskredites im Herbst 2009 verlangt, dass die von den Regierungen
favorisierte Variante "Mitte" nochmals verifiziert werde.
Dabei sei der Einfluss einer verstärkten baulichen Verdichtung
im Norden zu berücksichtigen wie auch die Mitbenutzung der bestehenden
Bahnlinie zwischen Bahnhof SBB und Bahnhof St. Johann ("Elsässerbahn").
Mit den detaillierten Abklärungen wurden vier externe Büros
beauftragt. Die Ergebnisse der Studie zur Variantenwahl haben die beiden
Regierungsräte den zuständigen Kommissionen der beiden Parlamente
(BPK und UVEK) am vergangenen Freitag vorgestellt.
Die Expertenbüros wendeten für die Beurteilung der Varianten
bewusst eine andere Methodik an, als im Rahmen der 2004 veröffentlichten
Zweckmässigkeitsprüfung. Die Resultate dieser Prüfung
bestätigen, dass die Variante "Mitte" das beste Nutzen-Kosten-Verhältnis
aufweist, dies auch bei grösserer baulicher Verdichtung im Norden
Basels als für 2030 angenommen. Die sogenannten "Ring"-Varianten,
welche die Innenstadt via Elässerbahn umfahren, sind entweder sehr
teuer oder ihr Nutzen erweist sich als gering. Die bereits 2004 untersuchte
Variante "Nord" bietet zwar einen grossen Nutzen, die hohen
Bau- und Betriebskosten führen aber zu einem gegenüber Variante
"Mitte" schlechteren Nutzen-Kosten-Verhältnis.
Die Projektleitung aus Fachleuten der beiden Kantone und der SBB schlägt
deshalb vor, Variante "Mitte" weiterzuverfolgen. Diese Variante
ist zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Verbindung von Grossbasel
Richtung St. Johann (Variante "Y") ausbaubar. Auch bei der
Va-riante "Mitte" sind zahlreiche planerische Fragen weiter
zu vertiefen, von der Lage und Dimensionierung der Haltestellen, über
die bauliche Umsetzung bis zum Finanzierungsschlüssel.
Das Herzstück soll eine wichtige Lücke im trinationalen Bahnnetz
der Region schliessen und es ermöglichen die Regio-S-Bahn mittels
eines "Quantensprungs" auch zukünftig zum leistungsfähigen
Rückgrat des regionalen öffentlichen Verkehrs auszubauen.
Damit die Region Basel im Standortwettbewerb mit anderen Wirtschaftsräumen
bestehen kann, ist es aus Sicht der beiden Regierungen daher wichtig,
dass sich die Kantone nun auf eine Variante einigen und die weiteren
Planungen, auch auf den Zulaufstrecken, gemeinsam mit der SBB und den
benachbarten Partnern vorantreiben (Pressemeldung Regierungsräte
Kanton Basel-Stadt und Basel-Landschaft, 22.06.10).
Stellungnahme
von Pro Bahn NWCH zur Variantenwahl:
a) Pro Bahn NWCH begrüsst die Variante Mitte. Damit wird eine Infrastruktur
erstellt, bei der die Regio S-Bahn Basel nicht durch Güter- und überregionalen
Personenverkehr verdrängt wird. Der Bau des Herzstückes kann wie bei
der Durchmesserlinie in Zürich unterirdisch und ohne Beeinträchtigung
der Bevölkerung erfolgen.
b) Die Option einer späteren Tunnelverbindung zum St. Johann-Bahnhof
("Ypsilon") ist offen zu halten.
c) Ein eventueller Ausbau der Elsässerbahn auf vier Geleise halten wir
für nicht quartierverträglich. Der Zoologische Garten Basel wäre massiv
betroffen, die Schneise durch das Bachlettenquartier würde enorm vergrössert.
Die Ausweitung der Bahntunnels im Neubad und in der Strassburgerallee
hätte vermutlich ähnliche Emissionen zur Folge wie beim jahrelangen
Bau der Nordtangente (Pressemeldung Pro Bahn NWCH, 22.06.10).
Mister
Schweiz erfüllt sich Bubentraum


Sie ist blau (statt blond), wiegt 84 Tonnen, ihre Taille misst drei
Meter in der Breite und sie flirtet mit dem amtierenden Mister Schweiz:
Die RailAway-Lok RE 460 brachte Jan Bühlmann ins Staunen – zumal er
ganz vorne dabei war. Auf einer Führerstandsfahrt mit SBB RailAway ins
Tessin nahm er ihre Leistung unter die Lupe.
Jan Bühlmann hat jede Sekunde der gut zwei Stunden und zwanzig Minuten
dauernden Fahrt genossen. «Ich reise sehr viel mit dem Zug. Aber einen
solchen Einblick oder besser Ausblick hat man als Reisegast nicht»,
schwärmte der amtierende Mister Schweiz. An der Spitze des Zuges erkundete
er, was Bahnliebhaber schon lange für sich entdeckt hatten: Einmal Seite
an Seite mit dem Lokführer auf der Gotthardstrcke von Arth-Goldau nach
Locarno unterwegs sein.
«Man fährt viel aufmerksamer, wenn man vorausblicken kann. Auch im Gotthardtunnel.
Es wird einem bewusst, was für ein extrem aufwändiges Bauwerk das ist
und wie es zu Stande kam», sagte er im Anschluss an die Fahrt. Auch
die Kehrtunnels von Wassen oder auch jene auf der Südrampe zwischen
Airolo und Biasca interessierten ihn sehr. «Die Snow’n’Rail-Tickets
von SBB RailAway nutze ich regelmässig. Aber das hier übertrifft alles»,
sagt der bekennende Bahnliebhaber.
Er habe sich mit der Fahrt wohl einen Bubentraum erfüllt, erklärte er
in Locarno. Lokführer wolle er dennoch nicht werden. «Ich brauche viel
Abwechslung», gesteht er. Dies folgte im Anschluss an die Fahrt: Jan
Bühlmann genoss die Italianità in Locarno und den Ansturm der Autogramm-Fans
im Lido. Immerhin reichte die Zeit noch für einen Abstecher ins Hotel
Eden Roc in Ascona und für einen kurzen Anflug von Ferienstimmung.
«Im
Tessin fühlt man sich sofort in den Ferien. Es ist wärmer und der italienische
Touch entführt schon fast in eine andere Welt», sagt Jan Bühlmann bevor
ihn ein regulärer Zug mit Sitzplatz im Reisewagen zum nächsten Termin
in die Deutschschweiz chauffierte.
SBB RailAway bietet solche Fahrten Seite an Seite mit dem Lokführer
auf der Gotthardstrecke das ganze Jahr über an. Die gut zwei Stunden
und 20 Minuten dauernde Fahrt ist ein beliebtes Geschenk für Bahnliebhaber.
Die sagenhafte Gotthardstrecke ist nahezu prädestiniert für eine Fahrt
im Führerstand neben dem Lokführer.
SBB RailAway bietet die einzigartige Spezialreise an der Spitze des
InterRegios das ganze Jahr über an (08.52 Uhr Abfahrt ab Arth-Goldau
mit dem InterRegio 2163; 11.13 Uhr Ankunft in Locarno oder in umgekehrter
Richtung 12.45 Uhr Abfahrt in Locarno mit dem InterRegio 2282, 15.06
Ankunft in Arth- Goldau) Die „Co-Lokführer“ erhalten eine Streckenbeschreibung,
ein Erinnerungszertifikat sowie ein Anschlussticket (in der 1. Klasse)
ab Wohnort zum Einstiegsbahnhof und zurück. Ein zweiter Lokführer begleitet
die Führerstandsfahrt. Reservationen können bis sieben Tage vor Abreise
erfolgen. Tickets für die begehrten Plätze sind an den bedienten Verkaufsstellen
der SBB erhältlich (Pressemeldung SBB RailAway, 16.06.10).
Studie
zu Verkehrsmanagementsystemen im alpenquerenden Schwerverkehr
Eine Studie zur zukünftigen Einführung von Verkehrsmanagementsystemen
im alpenquerenden Schwerverkehr ist lanciert. Sie stützt sich auf
die Mandate und Schlussfolgerungen des Treffens der Verkehrsminister
der Alpenländer vom Mai 2009. Unter dem Schweizer Vorsitz des Suivi
de Zurich sind zwei weitere Studien geplant. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen
dienen dem nächsten Minister-treffen im Oktober 2011 als Entscheidungsgrundlage.
Mit dem Güterverkehrsgesetz erteilte das Parlament dem Bundesrat
die Kompetenz, internationale Vereinbarungen im Hinblick auf die Einführung
der Alpentransitbörse (ATB) abzuschliessen. Die Diskussion zur
ATB wird im Rahmen des sogenannten Suivi de Zurich, des Follow-up-Prozesses
der Konferenz der Verkehrsminister der Alpenländer geführt.
Neben der ATB gaben die Verkehrsminister auch vertiefte Analysen zum
Emissionshandelsystem (EHS) oder der nachfrageorientierten Differenzierung
der Abgabenhöhe (Toll+) in Auftrag.
Die soeben vergebene Studie soll nun für jede dieser drei Lenkungsinstrumente
vergleichbare Daten auf der wissenschaftlichen, technischen und betrieblichen
Ebene zusammentragen. Sie wird verschiedene Szenarien ausarbeiten und
die Auswirkungen der Einzel- oder kombinierten Anwendung der Systeme
auf die Entwicklung des Strassengüterverkehrs betrachten. Mitberücksichtigt
werden auch die finanziellen Folgen für den Staat (Kosten, Erlöse)
und die alpenquerende Fracht.
Noch vor Jahresende werden zwei weitere Studien in Angriff genommen.
Eine wird sich mit den rechtlichen Aspekten befassen. Dabei geht es
insbesondere um Vereinbarkeit der Verkehrsmanage-mentsysteme für
den alpenquerenden Verkehr mit dem europäischem Recht, dem bilateralen
Landverkehrsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Schweiz
sowie den nationalen Rechtsordnungen der betroffenen Staaten.
Die zweite Studie wird die Auswirkungen dieser Systeme einerseits auf
die nationalen Volkswirtschaften der Staaten im Alpenbogen und andererseits
auf die Regionen überprüfen. Sie wird die wirtschaftlichen,
logistischen, sozialen und beruflichen Folgen für die Transportbranche
und die Strassentransportbranche im Besonderen ausleuchten. Die Untersuchung
wird zwischen der Einführung eines einzelnen Instruments für
den ganzen Alpenraum und der Einführung von verschiedenen Instrumenten
in diesem Gebiet unterscheiden.
Diese drei Studien bilden die Grundlage für das Ausarbeiten der
Schlussfolgerungen, die den Vertreterinnen und Vertretern der Unterzeichnerstaaten
des Suivi de Zurich am nächsten Ministertreffen im Oktober 2011
vorgelegt werden sollen. Dieses Treffen wird unter Schweizer Vorsitz
stehen.
An der Sitzung vom 7. Mai 2009 in Wien nahmen die Verkehrsminister der
Alpenländer von den Ergebnissen einer Studie über die Voraussetzungen
für die Einführung neuer Systeme zur Regulierung des alpenquerenden
Güterverkehrs auf der Strasse Kenntnis. Sie vereinbarten eine allfällige,
schrittweise Einführung von entsprechenden Massnahmen.
Der Suivi de Zurich wurde auf Initiative des Vorstehers des Eidgenössischen
Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Umwelt (UVEK) im
November 2001 nach dem Brand im Gotthard-Strassentunnel und weiteren
Alpentunnels gegründet. Neben der Schweiz sind die Verkehrsminister
Deutschlands, Österreichs, Frankreichs, Italiens und Sloweniens
darin vertreten. Die Europäische Kommission ist als Beobachterin
dabei.
Die Teilnehmer am Suivi de Zurich erachten die Modelle ATB, EHS und
Toll+ als die am besten geeigneten Instrumente zur nachhaltigen Bewältigung
des alpenquerenden Schwerverkehrs. Dabei geht es namentlich um die Reduktion
der Umweltauswirkungen des Strassengüterverkehrs, die Verkehrsverlagerung
sowie die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf den Alpenstrassen.
Die Umsetzung dieser Systeme soll jedoch weder den Warenaustausch noch
das Wirtschaftswachstum behindern.
Das Konzept der Alpentransitbörse (ATB) beruht auf der Festlegung
einer bestimmten Anzahl erlaubter Durchfahrten im Jahr, während
das Emissionshandelssystem (EHS) Emissionsvorgaben für Schadstoffe,
beispielsweise CO2, definiert. Bei beiden Systemen können die Transitrechte
beziehungsweise die Emissionsberechtigungen verkauft oder gehandelt
werden. Wenn die Transportunternehmen nicht alle zugeteilten Rechte
ausschöpfen, können sie die Restmengen zum Marktpreis verkaufen.
Die nachfrageorientierte Differenzierung der Abgabenhöhe (Toll+)
berücksichtigt die Kapazitäten der Alpentransitachsen und
ihre Auslastung. Je höher die Auslastung - beispielsweise in den
Spitzenverkehrszeiten - umso höher soll die Abgabe ausfallen (Pressemeldung
BAV, 15.06.10).
Umweltorganisationen
mit AlpTransit Gotthard zufrieden
Die Zusammenarbeit zwischen den Schweizerischen Umweltschutzorganisationen
(USO) und der AlpTransit Gotthard AG (ATG) fand Anfang Juni 2010 im
Kanton Uri ihre Fortsetzung. An einem Informationstag orientierte die
ATG die USO über den Stand der Umweltmassnahmen auf den NEAT-Baustellen
in Amsteg, Erstfeld und Altdorf/Rynächt. Die USO zeigten sich erfreut
über die sorgfältige Umsetzung der einzelnen Massnahmen.
Seit
Beginn der Bauarbeiten führt die ATG mit den USO (Pro Natura, Rheinaubund,
Schweizer Heimatschutz, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Schweizer
Vogelschutz, Verkehrsclub der Schweiz und WWF Schweiz) auf den NEAT-Baustellen
regelmässig Begehungen durch. Diese Besichtigungen sind für
die ATG ein wichtiger Bestandteil der offenen und transparenten Information.
Die
Umwelt-Baubegleiter (UBB), die im Auftrag der ATG auf den Baustellen
für die Umsetzung der Umweltmassnahmen sorgen, präsentierten
am Informationstag am 1. Juni 2010 eine Auswahl der wesentlichen Auflagen,
welche mit den einzelnen Plangenehmigungsverfügungen (Baubewilligungen)
angeordnet wurden. Die Vertreterinnen und Vertreter der USO konnten
sich beim anschliessenden Baustellenrundgang zwischen dem Nordportal
des Gotthard-Basistunnels in Erstfeld und dem Bahnhof Altdorf von der
konkreten Umsetzung von Massnahmen zur Luftreinhaltung, zum Gewässerschutz
und der Bekämpfung von gebietsfremden Pflanzen (invasive Neophyten)
vor Ort überzeugen.
Besondere
Aufmerksamkeit wurde der Entwicklung des Walenbrunnens geschenkt, welcher
ein zentrales Element der im Zusammenhang mit dem Projekt AlpTransit
als Auflage angeordneten Umweltmass-nahmen ist. Die USO anerkannten,
dass der erste Teil der Renaturierung sorgfältig ausgeführt
wurde. Sie gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die weitere Etappe, aber
auch der Rückbau der Installationsplätze und die Endgestaltung
mit der gleichen Sorgfalt ausgeführt werden und die bisher gewonnenen
Erfahrungen auch zukünftig in die Behandlung von baubedingten Umweltanliegen
einfliessen werden (Pressemeldung
AlpTransit Gotthard AG, 14.06.10).
Wasserzutritte
beim Gotthard-Tunnelvortrieb
Seit Ende Mai 2010 sind in der Oströhre des Teilabschnittes
Faido vermehrte Wasserzutritte festzu-stellen. Das Wasser stammt aus
den beim Vortrieb durchfahrenen Klüften. Wegen der Wasserzutritte
muss ein erhöhter Maschinenunterhalt getätigt werden, insbesondere
bei den elektrischen Komponenten. Die Wasserzutritte behindern zudem
den Vortrieb, weil es zu vermehrten Stillständen für Sondier-bohrungen
kommt.
Wie
Renzo Simoni, Vorsitzender der Geschäftsleitung der AlpTransit
Gotthard AG, am 10.06.10 am Swiss Tunnel Congress 2010 in Luzern ausführte,
sei jedoch der geplante Hauptdurchschlag des Gotthard-Basistunnels am
15. Oktober 2010 zurzeit nicht gefährdet: „Ich habe aber
immer darauf hingewiesen, dass negative Überraschungen noch möglich
sind und den Termin verzögern könnten.“
Der
Wasserzufluss in der Oströhre schwankt zurzeit zwischen 30 und
90 Litern pro Sekunde. Das Bergwasser wird normal abgeleitet und durchläuft
die Wasseraufbereitungsanlagen. Falls das Wasser nach der Aufbereitung
eine übermässige Trübung aufweist, kann es nicht in den
Ticino abgeleitet werden. Es wird gemäss dem genehmigten Prozess
der Wasseraufbereitung auf den umliegenden Grünflächen zur
Versickerung gebracht.
Die
Kampagne zur Durchörterung des Niederbruchs in der Weströhre
ist in der Zwischenzeit weit fortgeschritten. Die Ausbruchs- und Sicherungsarbeiten
an der Injektionsnische wurden fertig gestellt. Die Gelinjektionen zum
Schutz der Tunnelbohrmaschine wurden erfolgreich eingebracht. Zurzeit
werden die Bohrungen für die Zementinjektionen erstellt. Der Gegenvortrieb
hat seine geplante Länge von 85 m erreicht. Läuft alles wie
geplant, wird die Tunnelbohrmaschine in der Weströhre ab Mitte
Juli 2010 wieder angedreht (Pressemeldung
AlpTransit Gotthard AG, 14.06.10).
Europäische
Infrastrukturen nach Schweizer Modell finanzieren
An der Konferenz über das Transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-T
Days) in Zaragoza (Spanien) plädierte Bundesrat Moritz Leuenberger
dafür, dass es für langfristige Infrastrukturprojekte stabile
Finanzierungs-quellen in Form von Fonds-Lösungen brauche, wie sie
die Schweiz kennt.
Die europäischen Verkehrsminister diskutierten an der zweitägigen
Konferenz darüber, wie man künftig die Finanzierung der wirtschaftlich
bedeutenden Güterverkehrskorridore bewerkstelligen will. Die Schweizer
Lösung mit dem Fonds für Schienengrossprojekte, aus welchem
auch die NEAT bezahlt wird, gilt in Europa als vorbildlich. In Zaragoza
gab es denn auch viele Stimmen, die zur Nachahmung der Schweizer Finanzierungslösung
aufgerufen haben. UVEK-Vorsteher Moritz Leuenberger ermunterte seine
Kollegen seinerseits, die Einführung einer Eurovignette (Strassenmaut)
voranzutreiben. Damit würde europaweit das Verursacherprinzip für
schwere Nutzfahrzeuge durchgesetzt. Dies könnte ähnlich wie
bei der LSVA in Form einer flächendeckenden Strassenmaut geschehen.
Damit liessen sich die grossen Ausbauprojekte innerhalb der EU finanzieren.
Gleichzeitig würde vermieden, dass der Verkehr auf Gebiete ohne
Mautsystem ausweicht.
Die TEN-T Days fanden zum dritten Mal statt und sollen künftig
zweimal pro Jahr durchgeführt werden (Pressemeldung UVEK, 12.06.10).
Vernehmlassungsbericht
zur Bahnreform 2 - Modelle der Trassenvergabe
Der Bundesrat will klare Regeln für den Wettbewerb im öffentlichen
Regionalverkehr schaffen und das Schweizer Bahnnetz an die europaweit
einheitlichen technischen Normen anpassen. Er will diese Teile des zweiten
Schritts der Bahnreform 2 rasch dem Parlament unterbreiten. Dies beschloss
der Bundesrat aufgrund der Ergebnisse der Vernehmlassung. Für die
Ausgestaltung des diskriminierungsfreien Netzzugangs insbesondere der
Trassenvergabestelle sollen hingegen verschiedene Modelle vertieft geprüft
werden. Anschliessend wird dazu eine separate Botschaft erarbeitet.
Zum zweiten Teilpaket der Bahnreform 2 (vgl. Kästchen) wurde im
vergangenen Herbst eine Vernehm-lassung durchgeführt. Der Bundesrat
hat am Freitag die Ergebnisse zur Kenntnis genommen und den
Vernehmlassungsbericht freigegeben. Nicht umstritten waren die Teile
Interoperabilität des europäischen Schienennetzes", "Ausschreibungen
im regionalen Personenverkehr" (nur Busse) und "Finanzierung
der Wehrdienste" (finanzielle Beteiligung der Bahnen an den Grundkosten,
die den Kantonen durch Bereitstellen von Feuerwehren und Rettungsdiensten
entstehen).
Diese Themen will der Bundesrat bis im Herbst 2010 in einer Botschaft
dem Parlament unterbreiten. Somit wird die Übernahme der Interoperbilitäts-Richtlinien
der Europäischen Union (EU) erfolgen können. Diese ermöglichen
mit einer technischen Vereinheitlichung des Eisenbahnsystems einen durchgehenden
und sicheren Verkehr durch den ganzen Kontinent und machen damit die
Bahnen gegenüber dem Strassenverkehr und der Luftfahrt konkurrenzfähiger.
Zudem wird die langjährige Ungerechtigkeit, dass die Bahnen sich
nicht an den Vorhaltekosten der Wehrdienste beteiligen, gelöst
werden können.
Nach der Vernehmlassung ist dagegen die Ausgestaltung der Trassenvergabe
(Stelle, welche die Nutzungsrechte für das Schienennetz während
eines bestimmten Zeitfensters vergibt) noch offen. Das UVEK wird vor
dem Hintergrund der Entwicklungen in der EU verschiedene Modelle vertieft
prüfen. Diese sollen anschliessend in einer eigenen Vorlage mit
ihren Vor- und Nachteilen dargestellt werden.
Der Bundesrat hält weiterhin am Ziel fest, die sogenannten Bahnpakete
der EU zu übernehmen. Diese verlangen unter anderem eine unabhängige
und diskriminierungsfreie Vergabe der Trassen. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass die EU selbst die entsprechenden Richtlinien und Verordnungen gegenwärtig
überarbeitet. Ziel ist es die Erkenntnisse aus dieser Überarbeitung
in die Vorlage mit aufzunehmen.
Die Bahnreform ist ein rollender Prozess. Das historisch gewachsene
System wurde mit der Revision des Eisenbahngesetzes (auf den 1. Januar
1996) und der Bahnreform 1 (1. Januar 1999) schrittweise umgestaltet.
Im Jahre 2005 beauftragten die Eidgenössischen Räte den Bundesrat
damit, die Bahnreform 2 in Teilpaketen vorzulegen. Der aktuelle Stand:
•
Das erste Teilpaket der Bahnreform 2 ist die Revision der Erlasse über
den öffentlichen Verkehr (RöVE). Sie wurde vom Parlament in
die Frühjahrsession 2009 verabschiedet und trat am 1. Januar 2010
in Kraft.
• Das zweite Teilpaket hat der Bundesrat in zwei weitere Teile
gesplittet. Der eine davon soll rasch dem Parlament vorgelegt werden,
der zweite beinhaltet zwei Modelle der Trassenvergabestelle, die nun
vertieft geprüft werden.
• Das dritte Teilpaket umfasst die Neuordnung der Infrastrukturfinanzierung.
Es soll im Jahr 2011 in die Vernehmlassung gehen (Pressemeldung
UVEK, 12.06.10).
Allegra
im Einsatz






Pünktlich zum 100-Jahr-Jubiläum der Bernina-Bahn sind die ersten 5 von
15 dreiteiligen Zweisystem-Zügen mit Niederflurteil 'Allegra' mit den
Betriebsnummer 3501-3505 erfolgreich in Betrieb gegangen. Davon sind
4 bereits im Plandienst eingeteilt und mit allen Arten von Leistungen
auf der Bernina-Bahn befasst.
Einzige Leistung mit Übergang ins Wechselstrom-Netz ist bisher der Bernina-Express
nach Davos. Das Foto zeigt diesen Zug im Wechselstrom-Bereich von St.
Moritz. Weitere Aufnahmen sind aus Poschiavo, Tirano und Brusio.
Zukünftig soll auch die Strecke nach Arosa befahren werden. Ein Fahrzeug
des Typs Allegra ziert auch die Jubiläumsmarke zum Bahnjubiläum 100
Jahre Bernina, welche wiederum auf Zug 3504 klebt.
Alle Allegras tragen Namen
bekannter Bündner Persönlichkeiten, es handelt sich auch aus Kundensicht
um ein sehr attraktives, leises Fahrzeug.
Trotz Klimaanlage lässt sich in jedem Abteil auf jeder Seite eines der
großen, leicht getönten Fenster öffnen. In der ersten Klasse gibt es
zusätzlich Streckensicht durch die verglaste Rückwand des Führerstands.
Die Bernina-Triebwagen 51 und 52 sind mit Werbefolien für die UNESCO-Weltkulturerbe-Strecken
Albula und Bernina beklebt (Jürgen
Recknagel, 07.06.10).
Ausblick
auf den Fahrplanwechsel
Ab dem 12. Dezember 2010 gilt der neue Fahrplan 2011. Im internationalen
Verkehr wird das Angebot vor allem Richtung Österreich und Frankreich
ausgebaut. Im nationalen Verkehr stehen punktuelle Veränderungen
an, die Reisenden profitieren beispielsweise auf der Strecke Zürich–Chur
von einem Angebotsausbau.
Für
den Fahrplan 2011 sind spürbare Angebotsverbesserungen vorgesehen.
Ab 12. Dezember wird auf der Strecke Zürich–Salzburg–Wien
das Angebot auf fünf Railjet und zwei Nachtzugpaare ausgebaut.
Bereits ab dem 13. Juni verkehrt der EuroCity «Transalpin»
als Railjet.
Ab
dem Fahrplanwechsel erreicht man Paris von Genf aus bereits in drei
Stunden und fünf Minuten, rund 25 Minuten schneller als bis anhin.
Der TGV verkehrt dann über die Teilstrecke Haut-Bugey. Der Fahrplan
ab Genf Richtung Frankreich ist entsprechend neu konzipiert. Das Angebot
wird von sieben auf neun Zugpaare erweitert, zudem werden die InterCity
und InterRegio-Anschlüsse aus Zürich nach Lyon und aus Brig
nach Paris optimiert.
Richtung
Mailand ist auf den Fahrplanwechsel ein zusätzliches, taktintegriertes
Zugpaar von Basel via Luzern geplant. Das Hauptziel im Nord-Süd-Verkehr
bleibt nach wie vor die Stabilisierung des Fahrplans. Die neu eingesetzten
Dispozüge ersetzen die regulären Züge, wenn diese verspätet
in Mailand respektive Zürich eintreffen, aber bereits für
die Rückfahrt bereit sein müssten. Liegt die Betriebsbewilligung
für das bogenschnelle Fahren für den neuen ETR 610 auch am
Gotthard vor, kommt dieser gemeinsam mit dem ETR 470 auf allen Nord-Süd-Strecken
zum Einsatz.
Zwischen
Zürich und Chur werden zusätzlich zwei Zugpaare eingesetzt.
Dadurch kann an den Vor- und Nachmittagen jeweils eine zweistündliche
IC-Verbindung gewährleistet werden.
Im
Regionalverkehr profitieren die Kunden auf verschiedenen Linien von
einem Angebotsausbau und von neuem Rollmaterial:
•
In der Region Zentralschweiz/Aargau stehen folgende Änderungen
an:
Alle Züge der S26 verkehren neu über Lenzburg. Neues Rollmaterial
des Typs FLIRT ersetzt die NPZ-Kompositionen.
• In der Westschweiz werden dank des neuen Trassees Haut-Bugey
die Angebote zwischen Genf und La Plaine besser vertaktet (RER, TER
und TGV).
Die Reisenden profitieren in der Romandie zudem von der kontinuierlichen
Erneuerung der Flotte durch Züge des Typs DOMINO und FLIRT.
• Die Strecken Moutier–Solothurn und Payerne–Murten
werden künftig von der SBB betrieben. Im Gegenzug übernimmt
die BLS die Leistungen auf den Strecken Luzern–Wolhusen–Langnau
i.E.
• Im Tessin werden die Linien der S10 und S20 von Bellinzona nach
Castione-Arbedo verlängert. Ab 14. Juni 2010 fahren Regionalverkehrszüge
nach Milano Centrale, ab Dezember 2010 folgen zusätzliche regionale
Verbindungen. Im Tessin nimmt TILO, eine regionale Betriebsgesellschaft
der beiden Mutterhäuser SBB und Trenitalia, nach und nach neue,
sechsteilige FLIRT-Züge in Betrieb (Pressemeldung
SBB, 07.06.10).
Bürgschaft
für Rollmaterial im Regionalverkehr
Bahn- und Busunternehmen des Regionalverkehrs in der Schweiz sollen
den Kauf ihres Rollmaterials zu
tieferen Zinssätzen finanzieren können. Diesen Grundsatz
hat das Eidgenössische Parlament bereits im Rahmen der Beratung
der Zusatzbotschaft zur Bahnreform 2 "Revision der Erlasse über
den öffentlichen Verkehr" (RöVE)" im März 2009
beschlossen. Erreicht werden soll ein Zinsvorteil dank einer Staats-garantie
für sämtliche Transportunternehmen. Der Bundesrat hat nun
die Botschaft
zum entsprechenden Bürgschaftsrahmenkredit ans Parlament überwiesen.
So kann die Vorlage noch dieses Jahr vom Par-lament verabschiedet werden.
Dank
der Bürgschaft können die Unternehmen von einer Zinsreduktion
um bis zu 0.5 Prozentpunkte profitieren. Da die Zinskosten für
das Fremdkapital von der öffentlichen Hand - über das Bestellverfahren
und Abgeltungszahlungen - finanziert werden, sind tiefere Kosten für
Fremdkapital im Interesse von Bund und Kantonen. Der Bundesrat sieht
vor, dass Bürgschaften sowohl für neu zu beschaffende als
auch bereits seit 2001 im Einsatz stehende Betriebsmittel gewährt
werden können. Der Bürgschaftsrahmen-kredit beläuft sich
auf 11 Milliarden Franken.
Die
Zinsersparnisse werden auf 8 Millionen Franken für 2012, 9 Millionen
für 2013 und 12 Millionen jährlich für die folgenden
Jahre geschätzt. Im Rahmen des Konsolidierungsprogramms 2011-13
sollen die gesamten Einsparungen für die Entlastung des Bundeshaushalts
dem Bund zukommen und nicht zweckgebunden für den öf-fentlichen
Verkehr verwendet werden.
Die
SBB kann bereits heute auf zinsgünstige Darlehen der Eurofima (Rollmaterialfinanzierungs-gesellschaft
der europäischen Staatsbahnen) zurück greifen. Der Bund leistet
hierfür gegenüber der Eurofima eine Staatsgarantie. Durch
die Bürgschaft für Rollmaterial profitieren künftig sämtliche
Transportunternehmen vom gleichen Zinsvorteil (Pressemeldung BAV, 06.05.10).
Präsentation
Stadler-Doppelstockzug


Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) präsentierte am 3. Juni
(einen Tag vor der Präsentation durch den Hersteller Stadler) in
Zürich den ersten Doppelstockzug der dritten Generation der Zürcher
S-Bahn-Züge. Dazu wurde das im Moment nur rollfähige Fahrzeug
in der Nacht vom 2. auf den 3. Juni nach Zürich überführt
und kehrte am späten Abend des 4. Juni nach Altenrhein zurück.
Hinter den Nachtfahrten steckte wohl die Absicht, Bilder des Fahrzeugs
möglichst zu verhindern.
Trotzdem
gelang am 2. Juni kurz vor Mitternacht bei einem zirka zehnminütigen
Aufenthalt in Weinfelden eine Aufnahme des sechsteiligen Fahrzeugs inklusive
der Anschriften (Reinhard
Reiss, www.reissweb.net,
06.05.10).
Zwei
neue Werke für die Stadler Rail Group


Regierungsrätin Dr. Ursula Gut-Winterberger, Finanzdirektorin
des Kantons Zürich, bei der Werksein-weihung in Oberwinterthur. Ernst
Wohlwend (rechts), Stadtpräsident von Winterthur und Peter Spuhler,
Inhaber und CEO der Stadler Rail Group, bei der Werkseinweihung in Oberwinterthur.
Fotos Stadler.
Am 04.06.10 wurden die zwei neuen Werke der Stadler Rail Group in Altenrhein
SG und Oberwinterthur feierlich eingeweiht. In Altenrhein eröffnet
Peter Spuhler, Inhaber und CEO der Stadler Rail Group, das neue Kompetenzzentrum
für Doppelstock-Triebzüge in Anwesenheit von Bundespräsidentin
Doris Leuthard und vielen weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft.
Gleichzeitig wird der Roll-out des ersten Doppelstock-Triebzugs (DOSTO)
für die S-Bahn Zürich gefeiert. Damit hat die Stadler Rail
Group in nur 21 Monaten seit der Vertragsunterzeichnung (August 2008)
das Fahrzeug entwickelt, konstruiert und gebaut. In Oberwinterthur nimmt
die Stadler Rail Group das neue Drehgestell-Kompetenzzentrum in Betrieb.
Die Investitionen an den beiden Standorten betrugen CHF 60 Mio. Zusammen
mit den laufenden Aus- und Neubauten in Bussnang und Erlen investiert
Stadler Rail über CHF 100 Mio. in den Werkplatz Schweiz.
Am 31. August 2008 hat Stadler Rail von den SBB den Auftrag für
50 sechsteilige Doppelstock-Triebzüge für die S-Bahn Zürich
im Wert von rund CHF 1 Mrd. erhalten. Seitdem sind bereits vier weitere
DOSTO-Aufträge eingegangen: Die private österreichische Westbahn
bestellte sieben Züge für den Intercity-Verkehr Wien - Salzburg,
die ODEG (Ostdeutsche Eisenbahn GmbH) gab 16 DOSTO für die S-Bahn
Berlin-Brandenburg in Auftrag, während vor wenigen Wochen die BLS
28 Züge für die S-Bahn Bern und die SBB weitere 24 DOSTO für
den Regio-Express-Verkehr bestellten. Insgesamt konnte Stadler Rail
seit der Lancierung des DOSTO bereits 125 Fahrzeuge in ihren beiden
Heimmärkten Schweiz und Deutschland sowie in Österreich verkaufen.
Mit Ausnahme der Fahrzeuge für die S-Bahn Berlin-Brandenburg, deren
Herstellung im Stadler-Werk Berlin-Pankow erfolgt, werden die DOSTO
im neuen Doppelstock-Kompetenzzentrum in Altenrhein gefertigt.
Dank dieser Aufträge drang Stadler Rail in die Marktsegmente des
schweren S-Bahn- und des Intercity-Verkehrs mit Höchstgeschwindigkeit
200 km/h ein. Diese Aufträge waren auch Auslöser für
die Neubauten in Altenrhein und Oberwinterthur.
Peter Spuhler freut sich sehr über die beiden Kompetenzzentren:
"Ich glaube an die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Schweiz,
weshalb Stadler Rail auch bereit war, in diesen wirtschaftlich schwierigen
Zeiten über CHF 100 Mio. zu investieren."
In Altenrhein wurden das Werk durch einen Neubau erweitert sowie die
bestehenden Hallen für den Bau von Doppelstöckern aufgerüstet.
Die neue Halle hat eine Länge von 136 m, eine Breite von 55 m bzw.
65 m und eine Gesamtfläche von 8'350 m2. Für die speziellen
Anforderungen von Doppelstockfahrzeugen wurde neben anderen Maschinen
und Einrichtungen eine Grossfräsmaschine mit zwei Fräsportalen
und einer Länge von 40 m eingebaut. Mittlerweile sind in Altenrhein
über 450 Mitarbeitende beschäftigt.
Damit hat Stadler Rail seit der Übernahme des Werkes von Schindler
1997 rund 400 neue Stellen geschaffen.
Der Standort Winterthur wurde zum Drehgestell-Kompetenzzentrum für
die gesamte Stadler Rail Group ausgebaut. Zu diesem Zweck wurde in Oberwinterthur
ein neues Werk erstellt, das pro Jahr 1'200 Drehgestelle fertigen kann.
In Winterthur sind rund 210 Mitarbeitende beschäftigt. Stadler
Winterthur ist aus dem Fertigungsbetrieb der ehemaligen SLM (Schweizerische
Lokomotiv- und Maschinenfabrik) hervorgegangen. Die Fertigung der SLM
wurde ab 1998 unter dem Namen Sulzer Winpro AG weitergeführt. Ab
2004 wurde die Winpro schrittweise von der Stadler Rail Group übernommen.
Seit 2006 tritt das Unternehmen unter dem Namen Stadler Winterthur AG
am Markt auf. Die neuen Werkhallen weisen eine Gesamtlänge von
119 m, eine Breite von 95 m und eine Grundfläche von 10'761 m2
auf. Am alten Standort auf dem Sulzer-Areal im Stadtzentrum verbleiben
die Service-Bereiche für Fahrzeuge und Subsysteme (Pressemeldung
Stadler, 06.05.10).
SBB
konzentriert neun Bürostandorte in Bern Wankdorf
Die SBB realisiert auf dem Areal
Bern Wankdorf City zwei neue Bürogebäude für die
zentralen Dienste des Konzerns, der Divisionen Infrastruktur und Immobilien
sowie für die Verkehrsmanagementzentrale. Dies hat der Verwaltungsrat
SBB an seiner letzten Sitzung beschlossen. Mit dem Zusammenführen
von bisher neun Bürostandorten im Raum Bern an einem zentralen
Ort senkt die SBB die Strukturkosten. Gleichzeitig erhöht die damit
verbundene Optimierung der Arbeits- und Kommunikationsprozesse die Produktivität.
Der Verwaltungsrat der SBB hat an seiner letzten Sitzung beschlossen,
das Projekt «Girasole» zu realisieren und damit neun über
die Stadt Bern verteilte SBB Standorte zusammenzuführen. Auf dem
Areal Bern Wankdorf CityNeues Fenster – in unmittelbarer Nähe
zur S-Bahn-Haltestelle – sollen bis im Jahr 2014 Arbeitsplätze
für insgesamt 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SBB Divisionen
Infrastruktur und Immobilien sowie der Zentralen Dienste des Konzerns
entstehen. Am selben Ort wird die SBB auch ihre Verkehrsmanagementzentrale
einrichten.
Durch die Konzentration dieser Büros an einem Standort senkt die
SBB die Struktur-, Betriebs- und Unterhaltskosten. Gleichzeitig ermöglicht
der Schritt eine Optimierung der Arbeits- und Kommunikationsprozesse
und damit eine weitere Steigerung der Produktivität. Der Neubau
erhöht zudem die Arbeitsplatzqualität für die rund 1700
Mitarbeitenden und erleichtert fortschrittliche Zusammenarbeitsformen.
Die SBB nimmt ihre ökologische und gesellschaftliche Verantwortung
wahr. Einerseits erfüllt sie beim Neubauprojekt die Nachhaltigkeitsanforderungen
nach Minergie P und plant auf dem Dach Solarzellen zur Energiegewinnung.
Andererseits wird sie während des ganzen Planungsprozesses von
einer spezialisierten Unternehmung hinsichtlich «Gendergerechtigkeit»
begleitet. Um das Kapital nicht zu binden, wird die SBB für den
Neubau einen Investor suchen und sich gleichzeitig langfristig einmieten.
Die Kosten des Projektes belaufen sich auf rund CHF 160 Mio. Die Büroraumstruktur
baut auf dem Konzept Multispace auf, das mehrheitlich Mehrplatzbüros
mit Rückzugsmöglichkeiten vorsieht. Im Weiteren bietet der
Neubau unter anderem zwei Gastrobereiche und eine Kinderkrippe. Der
Baubeginn ist für Sommer 2011 vorgesehen, der Bezug des Gebäudes
für Frühling 2014.
Die heutigen SBB Verwaltungsgebäude an der Hochschulstrasse 6 und
an der Mittelstrasse 43 sollen verkauft werden. Die denkmalgeschützten
Gebäude befinden sich in einer Zone für private Bauten und
Anlagen von allgemeinem Interesse. Der Kanton Bern hat die Absicht,
die beiden Liegenschaften zu kaufen, und plant, dem Grossen Rat einen
entsprechenden Kreditantrag zu unterbreiten. Im Vordergrund steht eine
künftige Nutzung durch die Universität Bern.
Um noch weitere Standorte ebenfalls im Perimeter Wankdorf konzentrieren
zu können, prüft die SBB Erweiterungsoptionen (Pressemeldung
SBB, 03.06.10).
Fahrplan-Teilentwurf
2011 auf dem Internet veröffentlicht
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat die Konsultation zum Fahrplan
2011 eröffnet, soweit die Angebote grössere Veränderungen
erfahren. Bis 14. Juni 2010 haben Interessierte die Möglichkeit,
zum Fahrplan-entwurf 2011 Stellung zu nehmen. Die Entwürfe für
den ab 12. Dezember 2010 gültigen neuen Fahrplan von Bahnen, Seilbahnen,
Schiffen und Autobussen sind auf dem Internet unter www.fahrplanentwurf.ch
veröffentlicht.
Im
Fahrplanverfahren geht es darum, eventuelle fahrplantechnische Unstimmigkeiten
zu verbessern. Konzeptionelle Anliegen wurden bereits früher im
Rahmen des Angebotskonzepts behandelt. Stellungnahmen sind mit dem vorbereiteten
Online-Formular direkt an die für den öffentlichen Verkehr
zuständigen Stellen der Kantone zu richten. Diese werden die Eingaben
prüfen und wenn möglich berücksichtigen oder als Planungsgrundlage
für die kommenden Fahrplanjahre vormerken.
Da
es 2010 nur um einen so genannten "kleinen Fahrplanwechsel"
geht, werden die Fahrpläne von Linien, die keine wesentlichen Veränderungen
erfahren, nicht veröffentlicht.
Der
Online-Fahrplan der SBB ist ab Ende Oktober 2010 verfügbar, der
erste Verkaufstag des Kursbuches ist der 27. November 2010. Der gesamte
Kursbuchinhalt in elektronischer Form wird ab dem 15. November 2010
auf www.fahrplanfelder.ch aufgeschaltet. Dort sind auch Angaben zu Reisemöglichkeiten
im Rollstuhl im öffentlichen Verkehr mit Bus, Tram, Eisenbahn,
Schiff und Seilbahn zu finden (Pressemeldung
BAV, 02.06.10).
VPI-Zertifizierung
für das Industriewerk Bellinzona
Das SBB Industriewerk in Bellinzona erhält die Zertifizierung der
Vereinigung der Privatgüterwagen-Interessenten VPI für die
Instandhaltung von Güterwagen.
Die
Vereinigung der Privatgüterwagen-Interessenten VPI ist ein Verband
mit über 100 Mitgliedern aus der Eisenbahn-Transportbranche. Zwei
Auditoren des Verbandes haben in den vergangenen Tagen das Werk Bellinzona
einer intensiven fachtechnischen Begutachtung unterzogen.
Die Auditoren werden beim VPI-Vorstand die Freigabe des IW Bellinzona
als geprüftes Fahrzeug-instandhaltungswerk beantragen.
Mit
der Zertifizierung hat das Tessiner SBB Industriewerk den Nachweis erbracht,
die gesamte Güterwagen-Instandhaltung entsprechend den Vorgaben
und Qualitätsstandards des VPI-Leitfadens zur Instandhaltung durchführen
zu können. Das Industriewerk Bellinzona hat die Freigabe für
alle Kapitel des Leitfadens, mit Ausnahme der Instandhaltung von Kesselwagen,
beantragt. Bedeutsam ist die Freigabe für die Radsatzinstandhaltung
inklusive Neubescheibung; sie wird nur von wenigen Werkstätten
angeboten.
«Die erfolgreiche Zertifizierung durch den VPI ermöglicht
dem Werk Bellinzona, mit markt- und konkurrenzfähigen Leistungen
verstärkt im privaten Güterwagenmarkt tätig zu werden.
Der Markt für die Instandhaltung von privaten Güterwagen in
Europa steht uns jetzt offen», freut sich Sergio Pedrazzini, Leiter
des SBB Industriewerkes Bellinzona (Pressemeldung
SBB, 02.06.10).
Bundesrat
befürwortet vorgezogene Einlage in den Infrastrukturfonds
Dem Infrastrukturfonds droht ab 2015 eine Liquiditätslücke.
Damit für beschlossene Projekte genügend Mittel zur Verfügung
stehen, fordern die Verkehrskommissionen von National- und Ständerat
eine vorge-zogene, einmalige Einlage in den Infrastrukturfonds in der
Höhe von 850 Millionen Franken. Unter der Voraussetzung, dass dadurch
keine sofortige Kompensationspflicht entsteht, schliesst sich der Bundes-rat
dieser Forderung an. Diese Einlage erhöht den Gesamtkredit des
Fonds nicht.
Ein Grund für die Liquiditätslücke ist die rasche Umsetzung
der dringlichen Projekte für den Agglome-rationsverkehr. Die für
diese Vorhaben bereits freigegebenen Mittel werden aus verschiedenen
Gründen rasch konsumiert. Einerseits hat bei allen dringenden Projekten
des Agglomerationsverkehrs der Baubeginn bis spätestens Ende 2008
erfolgen müssen. Anderseits wurden mit diesen Mitteln auch Projekte
finanziert, die bereits im Bau beziehungsweise bei denen die Bauarbeiten
bereits beendet waren (beispielsweise die Metro Lausanne oder die Durchmesserlinie
Zürich).
Für beschlossene Agglomerationsprojekte sollen weiterhin rechtzeitig
genügend Mittel zur Verfügung stehen, ohne die übrigen
Aufgaben des Infrastrukturfonds zu vernachlässigen. Deshalb fordern
die Verkehrskommissionen der eidgenössischen Räte, den Fonds
mit einer vorgezogenen, einmaligen Einlage von 850 Millionen Franken
aus den Rückstellungen der Spezialfinanzierung Strassenverkehr
zu alimentieren. Diese einmalige Einlage erlaubt es, sämtliche
Aufgaben des Infrastrukturfonds bedarfsgerecht auszuführen. Sie
erhöht den Gesamtkredit des Infrastrukturfonds von total 20,8 Milliarden
Franken nicht. Damit diese Gelder vorgezogen investiert werden können,
muss das Parlament eine entsprechende Änderung des Infrastrukturfondsgesetzes
beschliessen. Die Verkehrskommission des Ständerates hat eine entsprechende
parlamentarische Initiative lanciert.
Der Bundesrat unterstützt diese Forderung, namentlich vor dem Hintergrund
der Bedeutung von funktionierenden Verkehrsinfrastrukturen für
Wirtschaft und Gesellschaft im Grundsatz. Die Behandlung der ausserordentlichen
Einlage als verbuchungsbedingte Zahlungsspitze und somit das Abweichen
vom Prinzip des ausgeglichenen Haushalts ist für den Bundesrat
allerdings eine zwingende Voraussetzung für seine Zustimmung (Pressemeldung
BAV, 01.06.10).
BAV-Sicherheitsbericht
zum Öffentlichen Verkehr
Wie in den Vorjahren war der öffentliche Verkehr in der Schweiz
auch im Jahr 2009 sehr sicher. Dies zeigt der Sicherheitsbericht 2009
des Bundesamtes für Verkehr (BAV). Die Unfallzahlen bei Bahnen,
Bussen und Schiffen bewegen sich im Bereich der Vorjahre. Das BAV informiert
im Bericht auch über seine Tätigkeit als Aufsichtsbehörde
im Bereich Sicherheit im Jahr 2009.
Im
Jahr 2009 ereigneten sich im öffentlichen Verkehr in der Schweiz
220 Unfälle mit Toten und Schwerverletzten oder mit grossem Sachschaden,
rund die Hälfte davon bei den Eisenbahnen. Dies ist eine Abnahme
gegenüber den Vorjahren, als 260 (2008) und 254 (2007) Unfälle
gemeldet wurden.
Bei
diesen Ereignissen starben insgesamt 39 (im Vorjahr 41) Personen, davon
drei Fahrgäste. Die Zahl der schwer verletzten Personen sank gegenüber
dem Vorjahr um 50 auf 144. Die meisten Todesfälle und schweren
Verletzungen ereignen sich beim unberechtigten oder unvorsichtigen Überqueren
von Bahn- und Tramgeleisen.
Für
die verschiedenen Verkehrsträger des öffentlichen Verkehrs
sehen die Zahlen für 2009 wie folgt aus: 30 (Vorjahr: 24) Personen
starben bei Unfällen mit Eisenbahnen, 9 (16) Personen bei Unfällen
im Nahverkehr (Bus/Tram) und mit Autobussen. Keinen Todesfall gab es
bei Seilbahnen (2008: einen) und erneut keine Opfer in der Schifffahrt.
Eine
hundertprozentige Sicherheit gibt es indes bei keinem Verkehrsträger.
Ziel ist deshalb, das Sicherheitsniveau zu halten und wo möglich
zu verbessern. Um den hohen Sicherheitsstandard im öffentlichen
Verkehr der Schweiz zu halten und zu verbessern, hat das BAV auch 2009
zahlreiche Kontrollen vor Ort durchgeführt. Verordnungen und Regelwerke
wurden angepasst, Auflagen an Verkehrsunternehmungen ausgesprochen,
Bauprojekte oder Fahrzeuge wurden geprüft. Im Jahr 2009 reichte
das BAV wie im Vorjahr eine Strafanzeige ein, dieses Mal wegen Inbetriebnahme
eines Fahrzeuges ohne Betriebsbewilligung.
Das
BAV hatte für das Jahr 2007 erstmals einen Bericht über die
Sicherheit im öffentlichen Verkehr erarbeitet, der sich an die
Sicherheitsberichte der europäischen Eisenbahnbehörden anlehnt
(Pressemeldung
BAV, 31.05.10).
Tausende
wollten NEAT-Baustellen sehen


Der Tag der offenen Baustelle bei der NEAT im Kanton Uri ist ein Besuchermagnet.
Rund 3500 begeisterte Personen nutzten am Samstag, 29. Mai 2010 die
Gelegenheit, um sich auf den Baustellen der AlpTransit Gotthard AG in
Erstfeld und Altdorf/Rynächt über den Stand der Arbeiten am
längsten Eisenbahntunnel der Welt zu informieren. Hauptattraktionen
waren die Tunnelbesichtigungen und die Dampfbahnfahrten auf der offenen
Zufahrtsstrecke zwischen Altdorf und Erstfeld.
Rund
3500 Personen aus der ganzen Schweiz und den angrenzenden Ländern
zeigten grosses Interesse an den NEAT-Baustellen im Urner Reusstal.
Viele Familien zeigten ihren Kindern die Zukunft der Eisenbahn am Gotthard.
Für 1200 Personen bot sich die einmalige Möglichkeit, mit
der Stollenbahn die ersten sieben Kilometer des Gotthard-Basistunnels
zu befahren. Tief im Berg konnten die Besucher einen Rundgang durch
die Schächte und Stollen des längsten Tunnels der Welt absolvieren.
Die Besucher zeigten sich beeindruckt von den Leistungen der Tunnelbauer.
Auf
dem Installationsplatz Erstfeld hatten die Besucher die Gelegenheit,
das InfoCenter Erstfeld, die Materialbewirtschaftungsanlagen, den Tagbautunnel,
die Werkstätten und den Löschzug der SBB zu besichtigen. Baufachleute
und Ingenieure gaben den interessierten Besuchern Auskunft über
ihre Tätigkeit am Jahrhundertbauwerk.
Auf
der offenen Zufahrtsstrecke zwischen Altdorf und Erstfeld liess der
Dampfzug so manches Herz höher schlagen. Während der Fahrt
konnten sich die Besucher ein Bild von den verschiedenen Brücken
und Unterführungen entlang der Zufahrtstrecke zum Gotthard-Basistunnel
machen.
Die
AlpTransit Gotthard AG bietet auf den Baustellen in Erstfeld, Sedrun
und Bodio Besucherführungen an. Das InfoCenter Erstfeld organisiert
von Dienstag – Samstag Tunnelbesichtigungen für Gruppen bis
max. 20 Personen. Weitere Informationen zu den Besichtigungsmöglichkeiten
sowie zu freien Terminen erhalten Sie unter www.alptransit.ch oder im
InfoCenter Erstfeld unter Tel. 041 884 72 90 (Pressemeldung
AlpTransit Gotthard AG, 31.05.10).
Stadler
Rail Group verzichtet auf Rekurs
Die
Stadler Rail Group kam nach eingehender Analyse der wenigen von der
SBB zur Verfügung gestellten Unterlagen zum Schluss, dass die Durchsetzung
eines Rekurses schwierig sein dürfte. Die formellen Anforderungen
der Auftragsvergabe können aufgrund dessen als erfüllt betrachtet
werden. Die Stadler Rail Group hat die entscheidenden Punkte einerseits
beim nicht nachvollziehbar tiefen Energieverbrauch der Gewinnerin und
andererseits bei den im Ermessen der SBB zu beurteilenden Kriterien
verloren. Hinzu kommt die tiefe Bewertung des Passagierkomfortes und
–flusses. Die Stadler Rail Group liegt in der Gesamtbewertung
0.7 Punkte hinter der Siegerin. Die Stadler Rail Group akzeptiert die
schmerzliche Niederlage im Heimmarkt und verzichtet auf einen Rekurs.
Die
Stadler Rail Group hat im Jahr 2009 einen Umsatz von CHF 1’049
Mio. erreicht. Der Auftragseingang beträgt CHF 1'310 Mio., wobei
80% ausserhalb der Schweiz anfallen. Damit ist eine befriedigende Auslas-tung
bis Ende 2012 garantiert.
Die
SBB hat die Angebote nach vier Hauptkriterien beurteilt. Es sind dies:
B1 Gesamtwirtschaftlichkeit & Termineinhaltung, B2 Erfüllung
des Anforderungskatalogs, B3 Vertragserfüllung und B4 Bewährung.
• Beim
Hauptkriterium B1 Gesamtwirtschaftlichkeit, welches die Anschaffungs-
und Jahresbetriebskosten sowie die strikte Termineinhaltung beinhaltet,
haben wir nicht bei den Anschaffungs- sondern bei den Jahresbetriebskosten
entscheidende Punkte verloren. Die Siegerin konnte der SBB bei den Energiekosten,
auf 25 Jahre hochgerechnet, Einsparungen im Energieverbrauch von über
CHF 200 Mio. im Vergleich zu den beiden Verlierern glaubhaft machen.
Dies macht eine Einsparung von gegen 50% gegenüber Stadler Rail
Group aus.
•
Bei
den Hauptkriterien B2 Erfüllung des Anforderungskatalogs und B3
Vertragserfüllung lagen wir bei einer Maximalpunktezahl von 5 nur
0.07 bzw. 0.04 Punkte hinter der Gewinnerin und da-mit, entgegen anders
lautenden Aussagen, praktisch gleich auf.
•
Im
Hauptkriterium B4 Bewährung hat die Stadler Rail Group im Innovationspotenzial
über drei Punkte gegenüber der Siegerin verloren. In der Kommunikation
des Vergabeentscheids wurde auf die höhere Anzahl Sitzplätze
von knapp 2'000 auf die gesamte Flotte explizit hingewiesen. Nach Prüfung
des Sieger-Layouts kam diese Anzahl aus zwei Gründen zu Stande:
-
Die Klappsitze (in Kombination mit Gepäckstaufläche oder Stehplatzfläche),
die bis anhin in Intercity-Zügen unüblich sind, wurden mitberücksichtigt.
Zieht man die Klappsitze ab, ist die Sitzplatzanzahl gleich wie bei
Stadler Rail Group.
-
Es wurde eine Lounge-Bestuhlung (Bestuhlung längs zur Fahrtrichtung)
zugelassen, die für ein gehobenes Intercity-Angebot ebenfalls unüblich
ist. Zudem fehlen Ablage- und Ab-fallentsorgungsmöglichkeiten.
Das
Stadler-Konzept hat auf solche Sitzplatzvarianten bewusst verzichtet.
Dies führt aber zu einer entsprechenden Sitzplatzreduktion und
erklärt auch die höheren Sitzplatzkosten von 6%.
Das
Oberdeck der neuen Doppelstock-Triebzüge der SBB wird über
eine steile Treppe mit 90° Drehung und kurzen Trittstufen erreicht
werden. Damit lässt sich zwar die Anzahl Sitzplätze er-höhen,
gleichzeitig wird der Passagierfluss beim Ein- und Ausstieg verlangsamt.
Dieser Effekt wird durch einen engen Durchgang bei der Treppe im Oberdeck
noch verstärkt.
Die
Zielsetzung für die Stadler Rail Group war, den Komfort des IC
2000 zu erreichen. Das neue Flaggschiff der SBB sollte bezüglich
Passagierkomfort und Zirkulation keine unnötigen Einbussen erfahren
(Pressemeldung
Stadler, 28.05.10).
Jürg
Schmid verlässt die SBB und kehrt zurück in den Tourismus
Jürg Schmid hat sich noch innerhalb der Probezeit entschieden,
das Arbeitsverhältnis als Leiter Personenverkehr SBB aufzulösen.
Er wird als Direktor zu Schweiz Tourismus zurückkehren. Mit sofortiger
Wirkung übernimmt Urs Schlegel, Leiter Immobilien und Mitglied
der Konzernleitung, interimistisch die Leitung der Division Personenverkehr.
Die Division Immobilien wird während dieser Zeit von seinem Stellvertreter
Laurent Staffelbach geführt.
Jürg Schmid hat sich entschieden, von seiner Funktion als Leiter
Personenverkehr und Mitglied der Konzernleitung SBB zurückzutreten
und erneut die Leitung von Schweiz Tourismus zu übernehmen. Jürg
Schmid begründet seinen Entschluss damit, dass er im Rahmen der
Einarbeitungsphase erkannt habe, dass die Aufgaben nicht vollumfänglich
seinen Vorstellungen und Erwartungen entsprächen. «Die gestalterische
Entfaltungsmöglichkeit im Tourismus kommt meinen Neigungen und
Stärken eher entgegen als das prozessorientierte und industrielle
Umfeld, das bei der SBB eine grosse Rolle spielt.» Verwaltungsrat
und Konzernleitung haben diesen Schritt mit Bedauern zur Kenntnis genommen.
Der Nachfolgeprozess wurde eingeleitet.
Urs Schlegel, Leiter Immobilien und Mitglied der Konzernleitung SBB,
wird per sofort ad interim die Leitung der Division Personenverkehr
übernehmen. Der 62jährige Schlegel arbeitet seit 1981 bei
der SBB und leitet den Bereich Immobilien seit 1992. Der stellvertretende
Leiter Immobilien, Laurent Staffelbach, wird interimistisch die Division
Immobilien führen.
SBB-Chef Andreas Meyer: «Ich bin froh, dass wir rasch eine gute
Lösung finden konnten für die interimistische Leitung von
Personenverkehr und Immobilien. Urs Schlegel kennt den Konzern und den
Personenverkehr SBB als Mitglied der Konzernleitung bestens und ist
Garant für Kontinuität und Weiterentwicklung des Personenverkehrs.
Und Laurent Staffelbach ist als Stellvertreter Schlegels bestens vertraut
mit dem Geschäft von SBB Immobilien.» (Pressemeldung SBB,
27.05.10).
Neues
Energie-Management-System für eine sichere Bahnstromversorgung
Die SBB vergibt den Auftrag zur Lieferung eines Energie-Management-Systems
(EMS) und eines Fahrstromleitsystems (FSL) an die PSI AG mit Sitz in
Aschaffenburg (D). Das EMS soll Anfang 2013, das FSL zwischen Juli 2012
und Oktober 2013 in Betrieb genommen werden. Die neuen Systeme sind
notwendig, um die Stromversorgung der Bahn auch in Zukunft ausreichend
sicherzustellen. Die Investitionen betragen rund 43 Mio Franken.
Das neue Energie-Management-System (EMS) regelt, optimiert und überwacht
die Energieproduktion und -übertragung auf dem Weg vom Kraftwerk
bis zur Einspeisung in das Fahrleitungsnetz. Das Fahrstromleitsystem
(FSL) steuert und überwacht das Fahrleitungsnetz entlang der Bahnstrecken.
Mit der Einführung des EMS und FSL werden auch die Systemarchitektur
harmonisiert und die Informatik nach aktuellen Standards realisiert.
Dem Bedienpersonal wird ein modernes Trainings- und Schulungssystem
zur Verfügung stehen. Zudem wird das Alarm- und Störungsmanagement
auf neue betriebliche Anforderungen ausgerichtet. Mit dem FSL werden
die Voraussetzungen für die Integration der drei Kreisleitsysteme
in die neuen SBB Betriebszentralen geschaffen. Die Systeme werden vollständig
redundant realisiert, aufgeteilt auf mehrere Standorte.
Heute umfasst die Bahnstromversorgung das zentrale Netzleitsystem, drei
Sektorleitsysteme, drei Kreisleitsysteme und zwölf Fernsteuerzentralen.
Diese Systeme erreichen 2013 ihr technisches und wirtschaftliches Lebensende
(Pressemeldung SBB, 27.05.10).
Tag
der offenen Tür bei Stadler
Die drei Stadler-Werke in Bussnang TG, Altenrhein SG und Oberwinterthur
ZH führen am Samstag 5. Juni von 10:00 bis 16:00 Uhr einen Tag
der offenen Tür durch.
In Altenrhein hat Stadler einen zusätzlichen Neubau errichtet und
den Standort zum Kompetenzzentrum für Doppelstockzüge ausgebaut.
Die Besucher können hier die Doppelstock-Fertigung sowie den ersten
Doppelstock-Triebzug für die S-Bahn Zürich sehen.
In Bussnang befindet sich das grösste Werk der Stadler Rail Gruppe,
in dem FLIRT (Flinker Leichter Innovativer Regional Triebzug), GTW (Gelenktriebwagen)
und zahlreiche spezielle Fahrzeugtypen wie Zahnradbahnen gebaut werden.
Im Gegensatz zu Altenrhein und Bussnang ist am Standort Oberwinterthur
nicht die Fertigung von kompletten Zügen, sondern die Fertigung
von Drehgestellen zu sehen. In Oberwinterthur hat Stadler einen Neubau
als Drehgestell-Kompetenzzentrum für die gesamte Stadler-Gruppe
errichtet.
In Oberwinterthur stehen keine Parkplätze zur Verfügung. Das
neue Stadler-Werk ist nur wenige Geh-Minuten vom Bahnhof Grüze
(S12, S26, S35) entfernt.
In Bussnang und Altenrhein ist die Zahl der Parkplätze beschränkt.
In Bussnang liegt das Werk unmittelbar beim Bahnhof. Die Regionalbahn
Thurbo führt den ganzen Tag Zusatzzüge auf der Strecke Weinfelden
– Wil und verdichtet den Fahrplan so zum Halbstundentakt.
Das Werk Altenrhein wird mit einem Shuttle-Bus ab Bahnhof Rorschach
sowie ab dem Parkplatz der Arena in Thal erschlossen.
In den drei Werken werden Würste vom Grill und Getränke angeboten
(Pressemeldung Stadler, 26.05.10).
SBB
offeriert wieder Sparbillette
Die SBB offeriert ihren Kundinnen und Kunden erneut attraktive Sparbillette
mit Preisermässigungen von bis zu 60 Prozent. Die Aktion läuft
bis 22. August 2010. Reisende können unter www.sbb.ch/sparbillette
vergünstigte Billette für täglich über 7000 Fernverkehrszüge
zu den verschiedensten Destinationen beziehen. Das Angebot gilt hauptsächlich
für Fernverkehrszüge, die ausserhalb der Stosszeiten verkehren.
Die SBB offeriert ihren Kundinnen und Kunden zum dritten Mal Sparbillette.
Bis am 22. August 2010 gibt es täglich mehrere tausend vergünstigte
Fahrausweise im Internet auf www.sbb.ch/sparbillette zu kaufen. Die
SBB bietet eine beschränkte Zahl von Sparbilletten für täglich
über 7000 Fernverkehrszüge an; im vergangenen Jahr waren es
rund 4000 Fernverkehrszüge. Die Sparbillette sind in erster Linie
erhältlich für Züge, die nicht aufgrund von Pendlerverkehr
stark ausgelastet sind. Hier sind Rabatte von bis zu 60 Prozent möglich.
Kunden mit Halbtax profitieren neben dem halben Preis von einem weiteren
Rabatt von bis zu 30 Prozent.
Die Sparbillette werden für Direktverbindungen der SBB (ohne Umsteigen)
und ausgewählte BLS-Strecken angeboten. Selbstverständlich
können für eine Reise ein-zelne Sparbillette kombiniert werden.
Wie bekannt, können die Sparbillette nur online über den SBB
Ticket Shop bezogen werden. Sie lassen sich bequem mit Kreditkarte und
PostFinance Card bezahlen, ausdrucken oder als MMS-Ticket auf das Handy
schicken. Die Tickets können frühestens 14 Tage und spätestens
einen Tag vor dem Reisedatum bezogen werden. Gekaufte Sparbillette werden
nicht rückerstattet oder umgetauscht.
Während den ersten beiden Sparbillett-Aktionen verkaufte die SBB
insgesamt über 100'000 vergünstigte Billette. Die Marktforschungsergebnisse
zeigten klar, dass rund die Hälfte der Sparbillett-Kunden die Reisezeiten
wegen des günstigeren Tarifs anpassten. Zudem konnten dank den
Sparbilletten neue Bahnkundinnen und -kunden im Freizeitverkehr gewonnen
werden.
Es lohnt sich also künftig, vor einer Zugfahrt nachzusehen, ob
es für die gewünschte Strecke vergünstigte Billette gibt.
Bei jeder Internetabfrage ist der direkte Preisvergleich eines regulären
Billetts mit einem Sparbillett möglich. Ausschlaggebend für
die Höhe des Rabattes sind die Strecke und die jeweilige Auslastung
des Zuges (Pressemeldung SBB, 21.05.10).
Schnellere
Beschaffungen für dringliche Bundesprojekte (NEAT)
Bei dringlichen Beschaffungen des Bundes für Aufgaben von überregionaler
Bedeutung sollen allfällige Beschwerden gegen die Zuschlagsverfügung
keine aufschiebende Wirkung mehr haben können. Der Bundesrat hat
an seiner Sitzung vom 19. Mai 2010 beschlossen, den eidgenössischen
Räten eine entsprechende Revision des Bundesgesetzes über
das öffentliche Beschaffungswesen zu beantragen.
Die
heutigen Bestimmungen über den Rechtsschutz im öffentlichen
Beschaffungswesen nehmen in Kauf, dass die Ausführung eines dringlichen
Bundesvorhabens durch Beschwerden während Jahren blockiert werden
kann und dem Bund dadurch Mehrkosten von mehreren hundert Millionen
Franken entstehen. Damit verfehlt das geltende Beschaffungsrecht eines
seiner erklärten Ziele: Den wirtschaftlichen Einsatz der öffentlichen
Mittel.
Der
Bundesrat schlägt deshalb den eidgenössischen Räten folgende
Korrektur vor:
•
Nach geltendem Beschaffungsrecht haben Beschwerden gegen Zuschlagsverfügungen
grundsätzlich keine aufschiebende Wirkung. Die Gerichte können
jedoch einer Beschwerde diese Wirkung zusprechen. Die Beschwerdeführenden
stellen häufig entsprechende Gesuche. Im übrigen Verwaltungsrecht
ist es gerade umgekehrt: Die Beschwerde hat hier grundsätzlich
aufschiebende Wirkung, doch können die Vergabestellen und die Gerichte
einer Beschwerde diese Wirkung fallweise entziehen.
•
Künftig soll auch den Beschwerden auf dem Gebiet des öffentlichen
Beschaffungswesens grundsätzlich aufschiebende Wirkung zukommen,
doch soll bereits der Gesetzgeber für Beschaffungen von überregionaler
Bedeutung eine Ausnahme bestimmen: Ist die Beschaffung dringlich oder
würde ihr Aufschub einen unverhältnismässigen Verzögerungsschaden
bewirken, soll eine Beschwerde die Vergabestelle nicht am Abschluss
des Vertrags hindern.
Den
Anlass zu diesem Revisionsvorschlag gaben dem Bundesrat zwei Beschaffungsverfahren
für die Realisierung der NEAT:
•
Der Rechtsstreit über die Vergabe des Bauloses für den Tunnel
Erstfeld verzögerte den Baubeginn um 18 Monate und verteuerte das
Projekt um rund 50 Millionen Franken.
•
Der Prozess um die Vergabe des Loses für den Einbau der Bahntechnik
im Gotthard-Basistunnel verteuerte das Projekt um rund 10 Millionen
Franken pro Monat. Hätten sich die Parteien später nicht miteinander
verglichen, hätte der Verzögerungsschaden mehrere Hundert
Millionen Franken erreichen können.
Diese
Revision der Bestimmungen über die aufschiebende Wirkung war bereits
im Vernehmlassungs-entwurf des Bundesrates für eine Totalrevision
des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen
enthalten gewesen. Der Bundesrat entschied sich jedoch in der Folge,
die Totalrevision zu sistieren, um sie auf die laufende Revision des
internationalen Beschaffungsabkommens abstimmen zu können. Die
Beschleunigung der Beschaffungen für dringliche Vorhaben von nationaler
Bedeutung erträgt jedoch nach Auffassung des Bundesrates keinen
Aufschub und wird deshalb den eidg. Räten mit einer separaten Vorlage
unterbreitet (Pressemeldung
UVEK, 20.05.10).
Personal
stellt Forderungen zu Auslagerung bei SBB Cargo
Das Personal der neuen Gesellschaft für den internationalen Güterverkehr
muss dem SBB-Personal gleichgestellt sein, und die Produktionsleistungen
müssen bei der SBB bezogen werden: Dies sind die Hauptforderungen
des Personal an die kommende Schaffung einer Tochtergesellschaft, die
zudem – so eine weitere Forderung – mehrheitlich der SBB
mit Sitz in der Schweiz gehören muss.
Seit
Monaten spricht die SBB davon, für den internationalen Güterverkehr
eine Tochtergesellschaft zu gründen, an der sich voraussichtlich
Hupac beteiligen wird. Der Entscheid darüber dürfte in den
nächsten Wochen fallen. Der SEV, die Gewerkschaft des Verkehrspersonals,
hat an einer Versammlung in Basel mit den betroffenen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern von SBB Cargo diskutiert, welche Bedingungen aus Personalsicht
erfüllt sein müssen, damit eine solche Auslagerung akzeptabel
ist.
Die Versammlung bezeichnet die folgenden Punkte als zentral:
•
Bei einer allfälligen Neugründung oder Auslagerung muss die
SBB Mehrheitseignerin bleiben und deren Hauptsitz hat in der Schweiz
zu sein.
• Alle Mitarbeitenden müssen dem GAV SBB / SBB Cargo oder
einem gleichwertigen GAV unterstellt sein.
• Allfällige externe Leistungen für die Produktion (Fahrzeuge,
Personal) müssen ausschliesslich bei SBB Cargo oder SBB eingekauft
werden.
• Allen Mitarbeitenden, die von der Auslagerung betroffen sind,
muss von der neuen Gesellschaft die gleiche oder eine gleichwertige
Stelle angeboten werden.
• Bei Ablehnung der neuen Stelle durch Mitarbeitende hat die SBB
gleichwertige, zumutbare Arbeitsstellen anzubieten. Dabei spielen Dienstort,
Funktion und Funktionsstufe eine Rolle.
• Die SBB hat durchlässige Stellenangebote aufzubauen, wobei
die Kosten für Weiterbildungen, Umschulungen und Umplatzierungen
von der SBB zu tragen sind.
Der
für SBB Cargo zuständige Gewerkschaftssekretär Philipp
Hadorn betont: «Eine Auslagerung mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen
zu verschlechtern, wird das Personal nicht akzeptieren!» Der SEV
wird die Forderungen des Personals in Verhandlungen mit der SBB einbringen
und verteidigen (Pressemeldung
SEV, 18.05.10).
Basel
schreibt Tram aus
Die BVB hat ihre Flottenpolitik für die nächsten 15 Jahre überarbeitet.
Dabei zeigte sich, dass die BVB Trams verschiedener Länge (z.B. für
Gundeldingerquartier und Bruderholz) braucht, die modular eingesetzt
werden können.
Um den demografischen Herausforderungen der nächsten 20 Jahre im innerstädtischen
Ballungsraum begegnen zu können, ist für den Trambetrieb in Zukunft
ein flüssiger Fahrgastwechsel ebenso wichtig wie die Erfüllung der Anforderungen
aus dem Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG), das bis im Jahr 2023
umgesetzt werden muss.
Mit einer raschen und strategisch angelegten Beschaffung will die BVB
diese Anforderungen für die Unternehmung und den Eigner finanziell tragbar
erfüllen. Mit dem Kauf einer kleinen Serie des Tangos wäre die kritische
Ausschreibungs-Grösse für eine BVB-spezifische Beschaffung auf Jahre
hinaus verbaut gewesen.
Deshalb wird für das Jahr 2010/2011 eine Ausschreibung für ca. 30 neue
Trams vorbereitet mit einer Option auf weitere 30-35 Trams in rund 10
Jahren. Mit der Umsetzung des BehiG im Jahre 2023 wird die BVB ihre
heutige Flotte mit Ausnahme der bereits 2001 gekauften Combinos vollständig
erneuert haben.
Die durchgeführte Marktforschung dient für die anstehende Ausschreibung
als Hilfsmittel zur Definition der aus Kundensicht wesentlichen Kriterien.
Sie wird nicht als Pro oder Contra zu einem bestimmten Tramtyp herangezogen
werden.
Als erstes wird in den nächsten Monaten ein Pflichtenheft für das neue
Basler Tram erstellt. Der BVB-Verwaltungsrat wird den Anforderungskatalog
und die Kriterien festlegen.
Zusätzlich zu den bereits bekannten Parametern wird der immer wieder
diskutierte Verschleissunterschied zwischen sogenannten Drehgestellen
und Niederflurfahrwerken durch externe und neutrale Studien untersucht
werden.
Die Anforderungen an das neue Tram sollen präzis auf Basler Verhältnisse
und doch nahe an einem Serientram definiert werden. Im Interesse einer
korrekten, ökonomischen und attraktiven Wahl des geeigneten Tramtyps
wird der übliche Evaluationsaufwand von rund 2 Jahren in Kauf genommen.
Der Ausschreibungsfahrplan geht von einem Start im Herbst 2010 und einer
Beschaffung ab Ende 2011 aus.
Mit der vollständigen Erneuerung zu einer modernen Stadtverkehrsflotte
wird die BVB nicht nur den Fahrkomfort für ihre Kunden deutlich erhöhen,
sondern mit einer langfristig geplanten Strategie auch den Verfassungsauftrag
nach einem modernen ÖV und die Umsetzung des BehiG finanziell tragbar
erfüllen können.
Die Regierung Basel-Stadt und Basellandschaft sowie der Verwaltungsrat
der BLT wurden durch den Verwaltungsrat der BVB informiert. Der BVB-Verwaltungsrat
bekundet sein absolutes Interesse an einer weiteren guten Zusammenarbeit
und Partnerschaft mit dem Kanton Basellandschaft und der BLT (Pressemeldung
BVB, 13.05.10).
Bombardier
erhält Auftrag für 59 Doppelstockzüge für den Fernverkehr




Die
Konzernleitung der SBB hat in Absprache mit dem Verwaltungsrat entschieden:
Der Auftrag für die 59 neuen Doppelstockzüge für den
Fernverkehr geht an Bombardier Transportation Switzerland AG. Drei
Rollmaterial-Hersteller bewarben sich um den Grossauftrag: Bombardier
Transportation Switzerland AG, Siemens Schweiz AG und Stadler Bussnang
AG. Das Siegerprojekt schnitt bei allen vier Hauptkriterien am besten
ab und überzeugte insbesondere durch einen hohen Komfort für
die Reisenden und allgemein mit einem hohen Innovationspotenzial. Der
Abstand zwischen dem Siegerprojekt und den anderen beiden Projekten
fiel deutlich aus.
Das
Angebot von Bombardier überzeugt mit folgenden Vorteilen:
•
Die Fahrzeuge von Bombardier verfügen über den breitesten
Innenraum und bieten gleichzeitig eine maximale Anzahl Sitzplätze,
wobei die Sitzplatz-Abstände denjenigen des IC2000 entsprechen.
•
Die neuen Fahrzeuge verfügen über energieeffiziente
Motoren, die Energieeinsparungen von rund 10% erlauben.
•
Schnelle Fahrgastwechselzeiten sind möglich dank eines
optimalen Fahrzeugkonzeptes mit gleichmässig angeordneten Türen.
•
Bombardier offerierte bezüglich Anschaffungs- und Lebenszykluskosten
der neuen Fahrzeuge insgesamt die günstigsten Bedingungen.
Die
neuen Züge bieten weitere Vorteile:
•
Die Intercity-Züge verfügen über ein grosses Restaurant
und über einen geräumigen Familienwagen.
• Die Standard-Toiletten sind geräumiger und bieten pro Zug
mindestens einen Wickeltisch.
• An allen Sitzplätzen sowohl in der 1. wie in der 2. Klasse
sind Steckdosen und kabelloses Internet verfügbar.
• Zudem werden die Züge mit einem Businessabteil ausgerüstet,
das geschäftliche Besprechungen und ungestörtes Arbeiten ermöglicht.
• In den Zügen steht ein modernes Kundeninformationssystem
zur Verfügung.
• Auch verfügen die Fahrzeuge über elektronische Sitzplatzreservationsanzeigen.
• Zur Sicherheit der Reisenden sind die Züge mit Videoüberwachung
und einem Notrufsystem ausgerüstet.
• Die neuen Fahrzeuge sind druckertüchtigt: In langen Tunnels
und beim Kreuzen von Zügen entstehen für die Kundinnen und
Kunden spürbar geringere Druckwellen und weniger Ohrendruck.
Bewertet wurden
•
Erfüllung des Projekt-Anforderungskataloges (30%): Bester Erfüllungsgrad
aller rund 2'600 kundenrelevanten und technischen Anforderungen
• Gesamtwirtschaftlichkeit und Termineinhaltung (30%): Anschaffungs-
(28%) und Lebenszykluskosten (42%), Termineinhaltung (30%)
• Vertragserfüllung (20%): Bester Erfüllungsgrad der
vertraglichen Anforderungen
• Bewährung (20%): Verwendung bereits vorhandener SBB-Standardteile
(20%), Weiterentwicklung des Zusammenarbeitsprozesses (20%), Design
(20%), Innovation (20%) und Projektgestaltung des Lieferanten (20%).
Kein
Kriterium darf gemäss den gesetzlichen Bestimmungen der Wertschöpfungsanteil
in der Schweiz sein.
„Bombardier hat die Vergabekriterien objektiv am besten erfüllt
und uns einen sehr kundenfreundlichen Zug offeriert“, sagte SBB-CEO
Andreas Meyer vor den Medien. Auch wirtschaftlich sei das Angebot von
Bombardier attraktiv. „Die modernen Züge und ein weiter verbessertes
Angebot bieten für unsere Kundinnen und Kunden zahlreiche spürbare
Vorteile. Zudem werden wir dank der Wankkompensation netzweit zusätzliche
Fahrzeitreserven schaffen können. Dadurch erhöht sich die
Pünktlichkeit und es kommt zu weniger Anschlussbrüchen. Dies
ist ein wichtiger Schritt hin zu einer weiteren Verbesserung unseres
Angebotes“, sagte Meyer.
Das Investitionsvolumen inklusive Eigenleistungen der SBB und Entwicklungskosten
beläuft sich auf 1,86 Milliarden Franken. Dank des Wettbewerbs
in der Ausschreibung und dank der grossen Beschaffungsmenge konnte der
ursprüngliche Kreditrahmen von 2,1 Milliarden Franken deutlich
unterschritten werden.
Bombardier wird die neuen Doppelstockzüge nach eigenen Aussagen
an zwei Standorten fertigen: Im schweizerischen Villeneuve und in Görlitz
(D).
Neben dem jetzt erfolgten Zuschlag von 59 Zügen sichert sich die
SBB vertraglich Optionen für über 100 weitere Züge.
Der
Vergabeentscheid wird am 14. Mai 2010 auf www.simap.ch
publiziert; ab dann läuft eine 20-tägige Beschwerdefrist.
Die Vertragsunterzeichnung findet voraussichtlich im Juni statt.
Die
für die neuen Doppelstockzüge vorgesehene Technologie erlaubt
es, dank einer Kompensation um bis zu zwei Grad (bei der herkömmlichen
Neigetechnik beträgt der Neigungswinkel maximal acht Grad) die
Kurven mit erhöhter Geschwindigkeit zu durchfahren. Die Wankkompensation
ermöglicht erhöhte Kurvengeschwindigkeiten und damit einen
Fahrzeitgewinn von gegen 10% ohne Beeinträchtigung des Kundenkomforts.
Das
offerierte System der Wankkompensation kostet für die bestellten
59 Züge insgesamt weniger als 100 Millionen Franken. Dank der neuen
Technologie kann zudem auf Infrastrukturausbauten im Umfang von weit
über einer Milliarde Franken verzichtet werden. Hinzu kommen Kapazitäts-
und Stabilitäts-gewinne auf dem ganzen Netz dank der erwähnten
zusätzlichen Fahrzeitreserven.
Die
Idee der Wankkompensation ist übrigens nicht neu: Ähnliche
Systeme sind bereits bei den Zügen Talgo (Spanien) oder Shinkansen
(Japan) im Einsatz. Auch die SBB verfügt über eine breite
Erfahrung mit Wankkompensation: Die Lokomotiven des Typs Re460 („Lok
2000“) verfügen ebenfalls über eine ähnliche Technik.
Die
SBB wird zusammen mit Bombardier noch in diesem Jahr einen Doppelstockwagen
der bestehenden Flotte mit Wankkompensation ausrüsten und testen.
Ab 2012/2013 stehen die beiden ersten neuen Züge mit Wankkomposition
zur Verfügung für eine ca. einjährige Typenprüfung.
Ab Ende 2013 werden die beiden Züge im fahrplanmässigen Einsatz
einem zweijährigen Betriebstauglichkeitstest unterzogen. Der definitive
Entscheid zur Wankkompensation fällt voraussichtlich Mitte 2016.
Ab 2016 soll die Wankkompensation dann in alle neuen Züge eingebaut
werden. Die SBB wird das Bundesamt für Verkehr BAV in die Evaluationsarbeiten
mit einbeziehen. Falls die Erprobung wider Erwarten nicht erfolgreich
sein sollte, werden die Züge konventionell verkehren können.
Der Hersteller wäre in diesem Fall verpflichtet, der SBB eine Pönale
in der Höhe von bis zu hundert Millionen Franken zu bezahlen.
Zu
reden gab im Vorfeld auch die von der SBB verlangte Anforderung, dass
die neuen Züge für einen möglichen Einsatz in Deutschland
und Österreich vorbereitet werden. Damit sichert sich die SBB eine
maximale Einsatzflexibilität. Die SBB sieht vor, vorerst drei Züge
– eine 200-Meter-IC-Komposition, eine 200-Meter-IR-Komposition
und eine 100-Meter-IR-Komposition – für den internationalen
Einsatz in Deutschland und Österreich zuzulassen. Die Kosten dafür
betragen insgesamt rund 10 Mio. Franken. Bei Bedarf könnten danach
alle Kompositionen nachgerüstet werden.
Die
Auslieferung der neuen Doppelstockzüge erfolgt ab 2012 bis Ende
2019. Die ersten Fahrzeuge werden nach dem kommerziellen Vorbetrieb
voraussichtlich ab Fahrplanwechsel 2013 schrittweise als InterCity zwischen
St. Gallen–Zürich–Bern–Genf, Romanshorn–Zürich–Bern–Brig
und als InterRegio zwischen Zürich–Luzern eingesetzt. Später
kommen weitere Kompositionen in der ganzen Schweiz zum Einsatz (Pressemeldung
SBB, 13.05.10).
Bundesrat
genehmigt Nachtrag zur Vereinbarung mit der SBB über die NEAT
Der Bundesrat hat einen zweiten Nachtrag zur Vereinbarung mit der SBB
für die Streckenausbauten der Lötschberg-Achse der NEAT genehmigt.
Es handelt sich dabei um eine formale Anpassung.
Der
Bund schloss 2004 eine Vereinbarung mit der SBB über die Realisierung
von Streckenausbauten auf der Lötschberg-Achse ab. Diese Ausbauten
sind nötig, damit die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) voll
genutzt werden kann.
Seit
2004 wurden die Anforderungen an die Sicherheit auf dem ganzen Bahnnetz
erhöht. Damit die Lötschberg-Simplon-Strecke diesen neuen
Anforderungen entsprechen kann, sind gegenüber der Bestellung von
2004 zwei weitere Module notwendig, nämlich die Bahnstromversorgung
sowie die Brand- und Chemieortung. Die Kosten der neuen Module betragen
insgesamt gut 18 Millionen (Preisstand 1998). Somit muss das Kostendach
in der Vereinbarung erhöht werden, während der entsprechende
NEAT-Verpflichtungskredit bereits für diese Module ausreicht.
In
der Vereinbarung werden nun die neuen Module ergänzt und das Kostendach
an den Verpflichtungskredit angepasst. Die Anpassung muss vom Bundesrat
genehmigt werden, der die Vereinbarung abgeschlossen hat (Pressemeldung
BAV, 13.05.10).
Bundesrat
genehmigt weitere Teilprojekte für HGV-Anschluss der Ostschweiz
Der Bundesrat hat drei Finanzierungs-Vereinbarungen mit der SBB für
Anpassungen der Publikums- und Gleisanlagen in Sargans und für
Anlagenanpassungen in St. Gallen sowie in Rorschach-Staad genehmigt.
Es handelt sich um das fünfte Paket von Finanzierungs-Vereinbarungen
für den Anschluss der Ostschweiz an das europäische Hochleistungs-Eisenbahnnetz
(HGV-Anschluss). Der HGV-Anschluss wird über den FinöV-Fonds
finanziert.
Die
Anpassungen an den Publikums- und Gleisanlagen in Sargans werden auf
20 Millionen Franken (Preisstand Oktober 2003) veranschlagt. Davon werden
16 Millionen Franken über den FinöV-Fonds finanziert. Ein
Teil wird von der Gemeinde Sargans übernommen. Der Rest wird über
die Leistungsvereinbarung Bund - SBB finanziert. Die Inbetriebnahme
ist auf Ende 2011 geplant.
Die
Infrastrukturanpassungen im Ostkopf St. Gallen werden auf 12,6 Millionen
Franken (Preisstand Oktober 2003) veranschlagt. Der Beitrag aus dem
FinöV-Fonds beträgt 9,093 Millionen Franken. Die Inbetriebnahme
ist auf Ende 2010 geplant.
Die
Anpassungen an der Infrastruktur zwischen Rorschach und Staad werden
auf total 29,3 Millionen Franken (Preisstand Oktober 2003) veranschlagt.
Der Beitrag aus dem FinöV-Fonds beträgt 12,098 Millionen Franken.
Die Inbetriebnahme ist auf Ende 2012 geplant (Pressemeldung
BAV, 13.05.10).
Pro
Bahn NWCH bedauert Ausscheren der Basler Verkehrsbetriebe
Pro Bahn NWCH bedauert ausserordentlich das Ausscheren der Basler Verkehrsbetriebe
aus der gemeinsamen Trambeschaffung mit der Baselland Transport AG.
Ein jahrelanger partnerschaftlicher Prozess, der zu einer möglichst
grossen, einheitlichen und wirtschaftlichen Tramflotte führe sollte,
ist somit gescheitert.
Die BVB riskieren eine grosse Verzögerung der Trambeschaffung und vermutlich
hohe Mehrkosten für den Kanton Basel-Stadt. Die angestrebten Synergien
bei der Beschaffung, beim Unterhalt und Betrieb der Tramfahrzeuge werden
so vertan.
Seit über einem Jahr sind bei der BLT vier Tangotrams erfolgreich im
Betrieb. Die Fahrzeuge sind sehr zuverlässig, so dass bei der weiteren
Bestellung auf ein Reservefahrzeug verzichtet werden konnte. Inzwischen
wurden die Tangos im Komfortbereich auf Grund einer breiten Befragung
optimiert. Mit dem Tangotram hat die schweizerische Stadler-Rail einen
enormen Beweis ihrer Leistungsfähigkeit erbracht (Pressemeldung
Pro Bahn NWCH, 13.05.10).
Pro
Bahn Schweiz zur Diskussion um neue HGV-Strecken
Die Schweiz müsse TGV- tauglich werden – so die Aussage verschiedener
Journalisten und einiger ETH- Professoren. Neue Strecken auf 300 km/h
pro Stunde ausbauen und bestehende entsprechend anpassen, um die Fahrzeit
Zürich – Bern auf eine knappe halbe Stunde verkürzen.
Tatsächlich verlockende Aussichten, die nun auch von SBB- Verwaltungsratspräsident
Ulrich Gygi öffentlich unterstützt werden.
Auch Edwin Dutler, Präsident von Pro Bahn Schweiz, der Interessenvertretung
der Kundinnen und Kunden im öffentlichen Verkehr hat sich positiv
zu diesem Vorhaben geäussert, denn Fahrzeitverkürzung steigern
die Attraktivität der öffentlichen Verkehrsmittel. Erfahrungsgemäss
haben aber in der Schweiz nationale Projekte für den Ausbau des
öffentlichen Verkehrs nur dann eine Chance, wenn sie allen Regionen
etwas bringen. Was nützt es, in 28 Minuten von Zürich nach
Bern zu rasen, um dort 20 Minuten lang auf den S- Bahn- Anschluss zu
warten?
Bahn 2000 soll bekanntlich mithelfen, alle Landesgegenden innerhalb
eines kurzen Zeitraums zu erreichen. Es gibt immer noch Lücken,
die nicht geschlossen sind. Diese und bestehende Engpässe gilt
es zu schliessen. Wenn auf diese Weise bestehende Streckenstücke
ausgebaut werden können und so schrittweise höhere Geschwindigkeiten
gefahren werden können, ist dagegen aus Sicht von Pro Bahn Schweiz
nichts einzuwenden. Ob aber die finanziellen Mittel für den Ausbau
von Bahn 2000/2030 und den Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes zwischen
zwei Städten ausreichen, darf kritisch hinterfragt werden.
Pro Bahn Schweiz verlangt, dass Bahn 2000 in zügigen Schritten
ausgebaut und dafür gesorgt werden soll, dass Westschweiz und Deutschschweiz
näher zusammenrücken. Dazu gehört, dass geeignete Abschnitte
auf Geschwindigkeiten von 200 km/h ausgebaut werden. Nur so lassen sich
Fahrzeitgewinne erzielen und nur so ist sichergestellt, dass auch die
Agglomerationen davon profitieren, denn mehr als 50 % der Bevölkerung
wohnt dort (Pressemeldung Pro Bahn Schweiz, 13.05.10).
Stadler
Rail enttäuscht über verlorenen Doppelstock-Auftrag
Stadler Rail hat zur Kenntnis genommen, dass die SBB den Doppelstock-Auftrag
für den Fernverkehr an Bombardier vergeben hat. Stadler Rail ist sehr
enttäuscht über diesen Entscheid.
"Der negative Entscheid der SBB hat kurzfristig keine Auswirkungen auf
die Beschäftigung bei Stadler Rail. Die Auftragslage garantiert eine
befriedigende Auslastung unserer Schweizer Werke während der nächsten
18 bis 24 Monaten. Der Doppelstock-Auftrag der SBB würde erst ab 2013
voll in der Produktion wirksam. Wie sich die Auslastung ab diesem Zeitpunkt
entwickeln wird, ist äusserst schwierig vorauszusagen. Ob es Stadler
Rail bei einem aktuellen Schweizer Exportanteil von zwei Dritteln gelingen
wird, den verlorenen SBB-Auftrag zu kompensieren, ist fraglich. Hinzu
kommt erschwerend die markante EURO-Schwäche, die uns zusätzlich unter
Druck setzt." sagt Peter Spuhler, CEO und Mehrheitsaktionär von Stadler
Rail.
Über das weitere Vorgehen wird Stadler Rail nach dem Debriefing der
SBB entscheiden, das noch im Mai 2010 stattfinden wird (Pressemeldung
Stadler, 13.05.10).
Trotz
Wirtschaftskrise steigerte die BLS AG ihren Konzerngewinn


Entwicklung der Personen-Kilometer (Grafik links)
und Güterverkehrswachstum auf der Lötschberg- (grün)
und Gotthardachse (blau). Grafiken BLS.
Die BLS AG hat im Geschäftsjahr
2009 einen Konzerngewinn von 12,9 Mio. Franken erzielt (2008: CHF
2,0 Mio). Die Gewinnsteigerung resultierte überwiegend auf einmaligen
Sondereffekten. Das starke Nachfragewachstum im Personenverkehr wirkte
sich positiv auf den Verkehrsertrag aus, der um 4,3 Prozent gesteigert
werden konnte. Hingegen litt BLS Cargo unter der Wirtschaftskrise: Dank
frühzeitiger, konzernübergreifender Gegenmassnahmen konnte
der Verlust auf –3,6 Mio. Franken begrenzt werden. Beim Vorsorgewerk
der BLS, dessen Deckungsgrad sich mit 90 Prozent spürbar verbesserte,
ist eine strukturelle Lösung in Sicht.
Trotz
Wirtschaftskrise steigerte die BLS AG ihren Konzerngewinn letztes Jahr
um 10,9 Mio. auf 12,9 Mio. Franken. «Wir konnten dank grossen
Anstrengungen in allen Bereichen das Krisenjahr 2009 gut meistern»,
sagte BLS CEO Bernard Guillelmon am Dienstag an der Bilanz-Medienkonferenz
in Bern. Die Ergebnissteigerung ist wesentlich auf die vorzeitige Auflösung
der US Lease-Verträge für Rollmaterial zurückzuführen,
was eine einmalige Ertragssteigerung von 10,9 Mio. Franken bewirkte.
Der Betriebsertrag steigerte sich um 9% auf 868,7 Mio., der Betriebsaufwand
nahm um 8,5% auf 847,4 Mio. Franken zu. Die signifikante Zunahme auf
beiden Seiten ist auf höhere Abschreibungen und Abgeltungserträge
nach der Integration des Lötschberg-Basistunnels in die BLS Netz
AG zurückzuführen.
• Im
Personenverkehr verzeichnete die BLS in allen Sparten Bahn, Bus, Schiff
und Autoverlad ein starkes Nachfragewachstum. Sie beförderte 2009
insgesamt 52,2 Mio. Fahrgäste (+2,2%). Die BLS-Züge beförderten
1,7% mehr Fahrgäste als im Vorjahr, insgesamt 47,9 Mio. Die Zahl
der gefahrenen Personenkilometer in den Zügen nahm sogar um 6,8%
zu. Die grössere Nachfrage wirkte sich auch positiv auf die Verkehrserträge
aus, die um 4,3% auf 124,8 Mio. Franken zunahmen. Die Pünktlichkeit
der Züge war 2009 sehr zufriedenstellend: Bei der S-Bahn Bern erreichten
95,1 Prozent ihr Ziel rechtzeitig oder mit maximal drei Minuten Verspätung.
Der BLS-Autoverlad am Lötschberg transportierte 2009 insgesamt
1,34 Mio. Fahrzeuge (+2,3%) und steigerte den Ertrag entsprechend auf
26,3 Mio. Franken. Die BLS-Busse beförderten 1,9% mehr Fahrgäste
als im Vorjahr (total 2,95 Mio.), was den Verkehrsertrag um 3,7% auf
4,8 Mio. Franken erhöhte. Einen Zuwachs von 28,8% auf 1,3 Mio.
Passagiere verzeichnete dank gezielter Marketingaktivitäten und
des schönen Ausflugswetters die BLS-Schifffahrt im Berner Oberland.
So konnte die BLS in der Schifffahrt das beste Resultat in den letzten
zehn Jahren und, ohne Subventionen, sogar einen Gewinn von 237‘000
Franken verbuchen.
•
Im
Güterverkehr spürte BLS Cargo den harten Gegenwind der Wirtschaftskrise.
Darunter litt die Verkehrsleistung. Diese nahm um insgesamt 19% auf
2‘981 Mio. Nettotonnenkilometer ab, wobei insbesondere der kombinierte
Transitverkehr vom Einbruch betroffen war. Der Verkehrsertrag belief
sich auf 161,7 Mio. Franken (–20%). Die BLS hat frühzeitig
auf die veränderte Wirtschaftslage reagiert: Sie hat vorab die
Produktionskapazitäten reduziert. Kurzfristig wurden Lokomotiven
und Lokpersonal vermietet, Zeitguthaben abgebaut und ein Einstellungs-
und Ausgabenstopp umgesetzt. So gelang es, den Einbruch mit einem Verlust
von –3,6 Mio. Franken (2008: CHF +3,0 Mio.) in Grenzen zu halten.
«Angesichts des Umsatzeinbruchs von fast 40 Mio. Franken ist dieses
Ergebnis als sehr beachtlich einzustufen», erklärte Bernard
Guillelmon.
•
Ein
grosses Projekt war die Überführung der BLS Infrastruktur
und der BLS Alptransit AG in die neue BLS Netz AG, die vollkonsolidiert
von der BLS AG aus einer Hand geführt wird. Der Verkauf von Trassenkilometern
(Trkm) konnte im vergangenen Jahr um 2,5% auf 13,5 Mio. Trkm gesteigert
werden, wobei die Wirtschaftskrise unterschiedliche Tendenzen bewirkte:
Auf dem BLS Netz verkehrten 3,7% mehr Personenzüge, während
der Güterverkehr um 4,4% abnahm.
•
Im
vergangenen Geschäftsjahr hat die BLS erneut 19,4 Mio. Franken
an die Sanierung des Vorsorgewerks geleistet. Insgesamt stellte sie
in den letzten fünf Jahren 84,4 Mio. zurück. So konnte der
Deckungsgrad per Ende 2009 auf 90% verbessert werden. Der Pensionskasse
Ascoop gelang 2009 eine Performance von 11,14%. Inzwischen liegt eine
langfristige strukturelle Lösung vor: Die BLS beschloss Ende 2009,
zusammen mit neun Unternehmen des öffentlichen Verkehrs und des
Tourismus unter dem Namen „Symova“ eine neue Sammelstiftung
für die berufliche Vorsorge zu gründen. Sie setzt sich aus
sanierungswilligen Unternehmen zusammen. Den Versicherten ermöglicht
dies die nahtlose Weiterführung ihrer Vorsorgepläne und unveränderte
Leistungen.
Für
die Zukunft steht die BLS vor grossen Herausforderungen. In einem Umfeld
knapper öffentlicher Finanzen stellt sie der Politik Grundlagen
zur Verfügung, um die bestehenden und künftigen Engpässe
im Schienennetz zu beseitigen. Insbesondere das Projekt Zukunft Bahnhof
Bern (ZBB) im Herzstück der S-Bahn Bern sowie der Ausbau der Strecke
Gümligen-Münsingen auf drei Gleise sind für die BLS von
zentraler Bedeutung. Auch der Vollausbau der Lötschberg-Basisstrecke
ist technisch machbar, notwendig und in Kombination mit Ausbauten der
Zulaufstrecken sinnvoll.
Angesichts
Nachfragewachstums will die BLS mehr Kapazität in den Zügen
schaffen, um den Fahrgästen auch in Zukunft zeitgemässen Reisekomfort
zu bieten. In den nächsten Wochen wird sie, als erste Etappe, mit
Stadler Rail den Vertrag zur Lieferung von 28 neuen, modernen und geräumigen
Doppelstockzügen unterzeichnen. Bis ins Jahr 2025 wird die BLS
insgesamt rund 1,2 Mia. Franken in die Flottenerneuerung investieren.
Gleichzeitig steht das Jahr 2010 im Zeichen von Qualitätsverbesserungen,
beispielsweise bei der Kundeninformation.
Ein
wichtiges Geschäft vollzieht sich schliesslich Ende 2010. Ab Fahrplanwechsel
ist die BLS neu für den Regionalverkehr auf den Linien Luzern–Wolhusen–Langnau
i.E/–Huttwil–Langenthal allein verantwortlich. Die SBB übernimmt
im Gegenzug die Linie Solothurn–Moutier. Damit werden die Fahrgäste
in beiden Regionen von neuen Angeboten, vereinfachten operativen Abläufen
und mehr Qualität profitieren (Pressemeldung
BLS, 12.05.10).
Bahnhof-Patinnen
und -Paten markieren Präsenz in Luzern
Ab
heute sind im Rahmen eines einjährigen Pilotversuchs im Bahnhof
Luzern 13 Bahnhof-Patinnen und -Paten unterwegs. Sie zeigen jeweils
in Zweierteams Präsenz, stehen Passanten mit Rat und Tat zur Verfügung,
machen auf die Bahnhofordnung aufmerksam und vermitteln bei Streitigkeiten.
Die Luzerner Bahnhof-Patenschaft ist ein Präventionsprojekt der
SBB in Zusammenarbeit mit der Stadt Luzern sowie weiteren Partnern des
öffentlichen Verkehrs.
Ab
10. Mai 2010 sorgen Bahnhof-Patinnen und Paten für ein gutes Klima
im Bahnhof Luzern. Dank Gilet und Mütze klar als Patinnen und Paten
erkennbar, markieren sie nach dem Motto «Hin- statt Wegschauen»
Präsenz. Sie stehen dabei einerseits Passanten mit Rat und Tat
zur Verfügung und machen andererseits im Gespräch auf die
Bahnhofordnung aufmerksam und vermitteln bei Streitigkeiten.
Fachleute
der SBB, des Schweizerischen Roten Kreuzes und der SIP (Sicherheit Intervention
Prävention der Stadt Luzern) bereiteten die 4 Patinnen und 9 Paten
im April an insgesamt sechs Tagen auf ihre Aufgabe vor, beispielsweise
in den Bereichen Kommunikation, Konfliktvermittlung und Prävention.
Während dem Einsatz betreut sie die SBB. Das Engagement der Patinnen
und Paten ist freiwillig und ergänzt die bestehenden Dienstleistungsangebote
im Bahnhof Luzern wie etwa die Bahnhofhilfe. Die Bahnhof-Patenschaft
in Luzern ist ein einjähriger Pilotversuch der SBB in Zusammenarbeit
mit der Stadt Luzern sowie den Partnern Zentralbahn, Verkehrsbetriebe
Luzern, BLS, SBB Police und Securitrans Objektschutz. Nach Auswertung
der Erfahrungen entscheiden die Beteiligten über eine definitive
Einführung.
Die
SBB hat im Rahmen ihres Präventionsprogramms «RailFair»
seit 2005 in zehn Schweizer Bahnhöfen Patenschaften eingeführt,
so in Aigle, Bern, Buchs, Frauenfeld, Liestal, Pfäffikon SZ, Renens,
Rüti ZH, Thun und Yverdon-les-Bains. Die Umsetzung erfolgt jeweils
in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden. Luzern ist nach
Bern der zweite grosse RailCity-Bahnhof, an welchem Bahnhof-Patinnen
und -Paten zum Einsatz kommen. Weitere Informationen sind unter www.railfair.ch
abrufbar (Pressemeldung
SBB, 11.05.10).
Hugo
Wyler leitet neu die BLS-Medienstelle
Die BLS AG hat Hugo Wyler zum neuen Leiter der Medienstelle gewählt.
Er blickt auf eine langjährige berufliche Karriere in Journalismus
und Unternehmenskommunikation zurück. Hugo Wyler hat seine Arbeit
beim zweitgrössten Bahnunternehmen der Schweiz am 3. Mai aufgenommen
und tritt die Nachfolge von Hans Martin Schaer an.
Hugo Wyler war während drei Jahren als Mediensprecher in der Telecombranche
tätig – für Sunrise und Cablecom. Zuvor wirkte er insgesamt
acht Jahre als Journalist bei der Berner Zeitung unter anderem auf der
Wirtschaftsredaktion und als stellvertretender BZ-Stadtchef. Dabei betreute
Hugo Wyler auch die politische Berichterstattung sowie die Themen Bau,
Planung und Verkehr.
Hugo Wyler ist 44 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Mittelhäusern
bei Bern (Pressemeldung BLS, 07.05.10).
NEAT-Aufsichtsdelegation
mahnt Ausbau der Rheintalbahn an
Die NEAT-Aufsichtsdelegation der eidg. Räte (NAD) berichtet in
ihrem 11.
Tätigkeitsbericht über erfreuliche Fortschritte bei der
Umsetzung der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT). Die Kosten-
und Terminprognosen sind stabil, die Risiken haben sich leicht verringert.
Die grössten finanziellen und terminlichen Risiken ortet die Delegation
zurzeit bei der bahntechnischen Ausrüstung der Tunnels und –
ausserhalb des NEAT-Perimeters – bei den Zufahrten zur NEAT in
Süddeutschland.
Gemäss
Vereinbarung zwischen der Schweiz und Deutschland aus dem Jahr 1996
sollen die Kapazitäten des nördlichen Zulaufs zur NEAT auf
schweizerischem und deutschem Gebiet koordiniert und entsprechend der
Verkehrsnachfrage erhöht werden.
Dabei hat der viergleisige Ausbau zwischen Karlsruhe und Basel für
die Schweiz eine zentrale Bedeutung. In Bezug auf dessen rechtzeitige
Fertigstellung ortet die NAD Risiken, die ihrer Ansicht nach politisch
eng begleitet werden müssen. Angesichts der Milliardeninvestitionen
der Schweiz für die NEAT empfiehlt die NAD der KVF deshalb mit
Nachdruck, sich dieser Risiken anzunehmen und demnächst eine direkte
Kontaktnahme mit deutschen Parlamentariern ins Auge zu fassen.
Gleichzeitig
hat die NAD dem Bundesrat empfohlen, seinen politischen Einfluss geltend
zu machen und gegenüber Deutschland mit Nachdruck auf die zentrale
Bedeutung der termingerechten Verfügbarkeit des durchgehenden Ausbaus
zwischen Karlsruhe und Basel für den internationalen Nord-Süd-Schienenverkehr
hinzuweisen. Der Vorsteher des UVEK teilt die Bedenken der NAD. Die
Delegation erwartet demnächst eine detaillierte Antwort des Departementvorstehers
über die Ergebnisse seines kürzlich erfolgten Treffens mit
dem Deutschen Verkehrsminister.
Beim Gotthard-Basistunnel hat sich die Prognosesicherheit für den
Inbetriebnahmetermin dank der erfreulichen Vortriebsleistungen gefestigt.
Der kommerzielle Betrieb kann aus heutiger Sicht weiterhin mit dem Fahrplanwechsel
im Dezember 2017 aufgenommen werden. Der Hauptdurchschlag in der Oströhre
des Gotthard-Basistunnels soll Mitte Oktober 2010, derjenige in der
Weströhre voraussichtlich im Frühjahr 2011 erfolgen. Bei den
Bauabläufen des Rohbaus sowie zwischen Abschluss des Rohbaus und
dem Start des Bahntechnikeinbaus bestehen zeitliche Reserven. Die ATG
trifft derzeit Abklärungen, unter welchen Voraussetzungen eine
frühere Inbetriebnahme im Jahr 2016 möglich wäre.
Die
NAD weist mit Nachdruck darauf hin, dass die Einhaltung der Kosten gegenüber
der Einhaltung der Termine absolute Priorität hat. Dies entspricht
dem Willen des Parlaments, das den Kreditrahmen für die NEAT verbindlich
festgelegt und gleichzeitig bewusst auf eine rechtliche Fixierung des
Zeitpunkts für die Inbetriebnahme der einzelnen NEAT-Werke verzichtet
hat. Einer Beschleunigung des Terminprogramms mit dem Ziel einer früheren
Eröffnung bereits im Jahr 2016 steht die NAD kritisch gegenüber.
Terminsichernde Massnahmen müssen strikt kostenneutral sein. Bei
deren Beurteilung ist eine Gesamtbetrachtung anzustellen, die auch die
Zufahrtstrecken mit einbezieht, alle Vor- und Nachteile berücksichtigt
sowie Kosten und Nutzen umfassend analysiert.
Beim
Ceneri-Basistunnel kann der kommerzielle Betrieb aus heutiger Sicht
weiterhin mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 aufgenommen werden.
Ende November 2009 hat der Bundesrat die Vereinbarung zwischen dem Bund
und der SBB für die Inbetriebsetzung der NEAT-Achse Gotthard genehmigt
und damit die notwendigen Leistungen für die Betriebsvorbereitung
(Investitionsvolumen 358 Millionen Franken) und für die Bahnstromversorgung
(133 Millionen) bestellt. Im Vorfeld hatte die NAD eine Empfehlung zuhanden
des BAV und der SBB ausgesprochen. Die Investitionskosten für die
Inbetriebnahme sollten auf das zwingend notwendige Mass beschränkt
und das Optimierungspotenzial ausgeschöpft werden, ohne dabei auf
Kompensationen zurückzugreifen, die zu Lasten der Sicherheit gehen,
mit wesentlichen Kapazitäts- oder Fahrzeiteinbussen verbunden sind
oder höhere Betriebskosten nach sich ziehen. BAV und SBB konnten
nach einer Überprüfung des Projekts Einsparungen von knapp
38 Millionen Franken realisieren, die in die Vereinbarung eingeflossen
sind.
Seit April 2009 hat die BLS Netz AG den Unterhalt über die gesamte
Lötschberg-Basisstrecke als Rechtsnachfolgerin der BLS AlpTransit
AG (BLS AT) übernommen. Die
BLS Netz AG wird das Tunnelleitsystem des Lötschberg-Basistunnels
(Gesamtsteuerung von Lüftung, Wasser, Strom, Toren, Lautsprechern
etc.) bereits in den nächsten Jahren ersetzen. Damit soll der Unterhalt
vereinfacht und die Wirtschaftlichkeit erhöht werden. Die Kosten
werden dem ordentlichen Budget der BLS und nicht dem NEAT-Gesamtkredit
angelastet. Es ist aus Sicht der NAD unabdingbar, dass eine solch kurze
Lebensdauer von Projektteilen künftig möglichst vermieden
wird. Diese Erkenntnis muss bei der Planung und Ausführung des
Gotthard- und des Ceneri-Basistunnels berücksichtigt werden (Pressemeldung
NEAT-Aufsichtsdelegation der eidg. Räte, 05.05.10).
SBB
vertraut weiterhin auf Swisscom IT Services
Die SBB festigt ihre strategische Partnerschaft mit Swisscom IT Services
im Bereich Desktop Services und Service Desk und nimmt die Vertragsoption
einer vorzeitigen Kündigung nicht in Anspruch. Die bestehenden
Verträge über IT-Leistungen wurden neu verhandelt und laufen
bis 2016. In den nächsten 18 Monaten wird zudem der IT-Arbeitsplatz
der SBB umfassend modernisiert.
Die
SBB setzt auf Kontinuität und verlängert die Partnerschaft
mit Swisscom IT Services bis 2016. Damit erbringt der IT-Dienstleister
weiterhin Leistungen in den Bereichen Desktop Services und Service Desk.
Zusätzlich werden bis Ende 2011 die IT-Arbeitsplätze der SBB
umfassend modernisiert und auf den neuesten Technologie-Stand migriert.
«Das
neue Angebot erfüllt unsere kommerziellen und inhaltlichen Anforderungen
und ermöglicht uns die schnelle und risikoarme Modernisierung des
IT Arbeitsplatzes. Zudem ist die hohe Qualität für die Weiterführung
der Partnerschaft ausschlaggebend», erklärt Peter Kummer,
CIO der SBB.
Die
neu verhandelten Verträge setzen auch Massstäbe hinsichtlich
Innovation, Kosteneffizienz und Standardisierung. «Wir freuen
uns sehr, dass die SBB uns weiterhin ihr Vertrauen schenken. Das zeigt
uns, dass unser Engagement, unsere Innovationskraft und unser Servicebewusstsein
geschätzt werden», sagt Eros Fregonas, CEO von Swisscom IT
Services.
Seit
2005 betreibt Swisscom IT Services alle IT-Arbeitsplätze für
die SBB. Mit dem Kündigungsverzicht der SBB sichert sich Swisscom
IT Services ein Vertragsvolumen von über 150 Millionen Franken
bis 2016 (Pressemeldung
SBB, 05.05.10).
Tunnelbohrmaschine
der Durchmesserlinie Zürich für letzten Abschnitt gerüstet
Der Bau der Zürcher Durchmesserlinie verläuft planmässig.
Momentan wird die Tunnelbohrmaschine unter dem Zürcher Central
für den letzten, anspruchsvollen Abschnitt unter der Limmat umgebaut.
Ab Juni wird sie den Fluss unterqueren und somit Oerlikon mit dem neuen
Tiefbahnhof verbinden.
Der Bau der Durchmesserlinie schreitet zügig voran. Im Juni 2010
beginnt die Unterquerung der Limmat mit der Tunnelbohrmaschine (TBM).
Für dieses letzte, anspruchsvolle Teilstück wird die TBM seit
Anfang März 17 Meter unter dem Zürcher Central umgebaut.
Denn auf den 4,1 Kilometern durch den Weinberg bohrte sich die TBM vor
allem durch festen Fels. In den verbleibenden 200 Metern bis zum neuen
Tiefbahnhof Löwenstrasse muss sie nun noch durch Lockergestein
im Grundwasser fahren. Die Unterquerung der Limmat erfolgt wegen dieser
Bodenbeschaffenheit und dem dadurch bedingten Bohrverfahren rund um
die Uhr, bis im Herbst 2010. Unter dem Bahnhofquai bis Mitte Limmat
werden zurzeit insgesamt sieben Rohre eingepresst und so ein halbkreisförmiges
Gewölbe erstellt, unter dem die TBM durchfahren wird. Damit wird
Setzungen vorgebeugt.
Zwischen dem Bahnhof Sihlpost und dem Gleis 3 des Zürcher Hauptbahnhofs
baut die SBB seit anfangs Februar 2010 die Zufahrtsrampe zum künftigen
Tiefbahnhof. Unterdessen dringt bereits Tageslicht via Rampe in die
Tiefbahnhofbaustelle. Weiter werden der Deckel und die Seitenwände
für den Tiefbahnhof erstellt. «Die Planungen und Bauausführungen
verlaufen nach Programm, wir sind im Zeitplan», sagten der Abschnittleiter
Max Bösch und der Gesamtprojektleiter der Durchmesserlinie, Roland
Kobel, anlässlich einer Baustellenführung.
Auch die Arbeiten für die 1,15 Kilometer lange, einspurige Letzigrabenbrücke
schreiten voran. Über sie werden die Schnellzüge ab 2015 in
20 Meter Höhe vom neuen Tiefbahnhof nach Altstetten gelangen. Bisher
hat die SBB sieben Brückenpfeiler errichtet. Mit dem Pfeilerbau
für die zweite Brücke, der 400 Meter langen Kohlendreieckbrücke
zwischen Langstrasse und Hardbrücke, beginnt die SBB im August
2010.
Im Einschnitt von Oerlikon, der Zufahrt zum neuen Weinbergtunnel, ist
die östliche, rund 30 Meter hohe Stützmauer weitgehend fertig
gestellt. In der ersten Maiwoche beginnen die Arbeiten für den
Bau der neuen, längeren Regensbergbrücke, welche das künftig
breitere Gleisfeld überspannt (Pressemeldung SBB, 04.05.10).
Alpeninitiative
gründet Forschungsinstitut für transporteffizientes Wirtschaften

Entwicklung der Verkehrsintensität in ausgewählten
Ländern seit 1992 in Tonnenkilometern pro 1000 Euro Bruttosozialprodukt
(DG TREN, Transport in Figures, 2004 and 2005; Eurostat 2005).
Die Alpen-Initiative baut zurzeit ein Institut auf, das Wissen über
die Ursachen des Güterverkehrs-wachstums sammeln und vermitteln
soll. Namhafte Persönlichkeiten unterstützen das Projekt.
Gefragt sind auch die Gemeinden und Kantone entlang der Transitachsen.
Noch ist das Wissen, warum der Güterverkehr stetig zunimmt und
wie man dieses Wachstum bremsen könnte, ungenügend. Deshalb
hat die Alpen-Initiative das Projekt
des „Güterverkehrsinstituts“, eines „Forschungsinstituts
für transporteffizientes Wirtschaften“, lanciert.
Bereits wird es von namhaften Persönlichkeiten unterstützt,
so unter anderem von Heinrich Brändli, emeritierter Professor ETH,
Isidor Baumann, Urner Landammann, Barbara Bär, Gemeindepräsidentin
Altdorf UR, Ständerat Hansruedi Stadler, Nationalrätin Chiara
Simoneschi-Cortesi und Nationalrat Eric Nussbaumer. Auch Hans-Peter
Hadorn, Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen, Claude Martin,
ehemaliger Direktor von WWF International, und Caroline Beglinger, Bereichsleiterin
Verkehrspolitik beim VCS, unterstützen das Projekt.
Ebenso begrüssen Professor Maximilian Gege vom Bundesdeutschen
Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M) e. V. und
weitere Persönlichkeiten aus Deutschland und Österreich den
Plan der Alpen-Initiative, ein Güterverkehrsinstitut ins Leben
zu rufen.
In diesem Institut sollen die wissenschaftlichen Grundlagen zum „Güterverkehrssparen“
erarbeitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.
Es soll auch der Ausbildung von Fachleuten für die Umsetzung dienen.
Das Institut wird in Altdorf UR angesiedelt und der Internet-Universität
Educatis angegliedert. Die Alpen-Initiative, der „Verein zum Schutz
des Alpengebietes vor dem Transitverkehr“, hat inzwischen alle
Gemeinden entlang der A2 von Basel bis Chiasso über das Projekt
informiert und um Unterstützung angefragt (Pressemeldung Alpen-Initiative,
03.05.10).
Pressechef
Danni Härry verlässt die SBB
Der langjährige Pressechef und Stv. Leiter Kommunikation der SBB,
Danni Härry, hat sich entschieden, das Unternehmen im Sommer zu
verlassen. Er wechselt in die Privatwirtschaft, wo er als Berater für
Kommunikationsstrategie und Medienarbeit tätig sein wird.
Danni Härry, der seit 2001 als Pressechef und Stv. Leiter Kommunikation
für die SBB arbeitete, scheidet Ende August 2010 aus dem Unternehmen
aus und wechselt in die Privatwirtschaft, wo er als Berater für
Kommunikationsstrategie und Medienarbeit tätig sein wird. In dieser
Funktion wird Härry auch künftig Mandate der SBB betreuen.
Der 53jährige studierte Sozialwissenschafter und Volkswirtschaftler
kennt das Beratungsgeschäft und die Medienwelt bestens: Er war
vor seiner Tätigkeit für die SBB in leitender Funktion auf
verschiedenen grossen Zeitungsredaktionen tätig. Ende der 90er
Jahre arbeitete er als Beratungsgruppenleiter einer international tätigen
Kommunikationsagentur.
Die SBB bedauert den Entscheid von Danni Härry und dankt ihm für
sein grosses und erfolgreiches Engagement für die SBB. In seiner
Tätigkeit als Pressechef und Stv. Kommunikationschef der SBB führte
Härry in den letzten neun Jahren die Medienarbeit der SBB. Gleichzeitig
beriet und betreute er die Mitglieder der Führungsgremien des Unternehmens
in Kommunikations- und Medienfragen. Bei verschiedenen grösseren
Ereignissen der letzten Jahre leitete er die Krisenkommunikation.
Die SBB hat die Nachfolgeregelung eingeleitet (Pressemeldung SBB, 30.04.10).
BAV
schlägt vor, für 2011/12 die Finanzmittel der Bahninfrastruktur
zu erhöhen
Das Bundesamt für Verkehr BAV schlägt vor, für
die Jahre 2011/12 die Finanzmittel für den Betrieb, Unterhalt und
Erhalt der Bahninfrastruktur zu erhöhen. Dies als Folge der
von der SBB geltend gemachten, höheren Kosten für den Substanzerhalt
des Bahnnetzes.
Die zusätzlichen Gelder sollen wie vom Bundesrat gefordert durch
geringere Einlagen in den FinöV-Fonds kompensiert werden.
Bis
Mitte Mai 2010 können die Kantone im Rahmen einer Anhörung
zum Entwurf der Botschaft über die Finanzierung der schweizerischen
Eisenbahninfrastruktur (SBB und Privatbahnen) und die Leistungsvereinbarung
Bund - SBB für die Jahre 2011-12 Stellung nehmen.
Der
Botschaftsentwurf sieht vor, dass der Bund für die Bahninfrastruktur
in den Jahren 2011/2012 insgesamt 4,425 Milliarden Franken in Form von
Betriebs- und Investitionsbeiträgen zur Verfügung stellt:
1,133 Milliarden für die Infrastruktur der Privatbahnen und 3,292
Milliarden für die SBB Infrastruktur.
Der
beantragte Zahlungsrahmen für die SBB Infrastruktur übersteigt
die gemäss der korrigierten Finanzplanung des Bundes zur Verfügung
stehenden Mittel um 332 Millionen Franken. Um die Vorgaben des Konsolidierungsprogramms
2011-2013 einzuhalten, muss diese Summe gemäss Bundesratsentscheid
vom 16. Dezember 2009 kompensiert werden. Die Aufstockung der Substanzerhaltungsmittel
für die SBB wird durch eine temporäre Reduktion der LSVA-Einlagen
in den FinöV-Fonds ausgeglichen.
Sofern
sich die Kürzung der FinöV-Fonds-Einnahmen auf die Jahre 2011
und 2012 beschränkt, ist aus heutiger Sicht keine Anpassung des
Bauprogramms der aktuell aus dem Fonds finanzierten Projekte nötig:
Die NEAT, die Anschlüsse ans europäische Hochgeschwindigkeitsnetz
in der Ost- und Westschweiz sowie die Lärmsanierung können
nach Auffassung des BAV wie geplant realisiert werden. Für den
Fall, dass der FinöV-Fonds auch ab 2013 auf entsprechende Erträge
verzichten müsste, könnten unter Umständen Steuerungsmassnahmen
(z.B. Verschiebung von ZEB-Projekten) erforderlich werden.
Die
Erhöhung des Zahlungsrahmens ermöglicht der SBB Infrastruktur,
die Substanzerhaltung 2011/2012 schrittweise zu intensivieren. Lösungsmöglichkeiten
für die mittel- und langfristige Finanzierung der Substanzerhaltung
und des Ausbaus des Schienennetzes werden derzeit durch eine vom BAV
geleitete verwaltungsinterne Arbeitsgruppe ,Finanzierung Bahninfrastruktur"
erarbeitet. Die Ergebnisse werden im Herbst/Winter 2010 vorliegen. Sie
fliessen in die Vernehmlassungsvorlage Bahn 2030 ein und werden in der
übernächsten Leistungsvereinbarung für die Jahre 2013-2016
berücksichtigt.
Nach
Auswertung der Anhörung wird das Bundesamt für Verkehr die
Botschaft überarbeiten und die Verhandlungen mit der SBB zur LV
11-12 abschliessen. Voraussichtlich im Juni 2010 wird der Bundesrat
die Botschaft ans Parlament überweisen, so dass sie in der Herbst-
und der Wintersession 2010 von beiden Räten behandelt werden kann
(Pressemeldung
BAV, 24.04.10).
Verstärkte
Verlagerungsbemühungen seitens des Bundes gefordert
Die
Bilanz der bisherigen Verlagerungspolitik, die der Bundesrat in seinem
Verlagerungsbericht dargelegt hat, ist durchzogen. Neben unbestreitbaren
Erfolgen gibt es immer noch erhebliche Defizite gegenüber den gesetzlich
definierten Verlagerungszielen. Die Kommission für Verkehr und
Fernmeldewesen des Nationalrates hat deshalb mit 14 zu 9 Stimmen bei
1 Enthaltung zwei Standesinitiativen aus den Kantonen Uri und Tessin,
welche verstärkte Verlagerungsbemühungen seitens des Bundes
fordern, Folge gegeben.
Die
Kommission nahm vom vierten so genannten Verlagerungsbericht des Bundesrates
Kenntnis. Obwohl der Bundesrat eine positive Bilanz der bisherigen Verlagerungsbemühungen
zieht, ist bereits heute absehbar, dass das im neuen Güterverkehrsverlagerungsgesetz
(GVVG) festgeschriebene Verlagerungsziel (inklusive Zwischenziel) kaum
wird erreicht werden können.
Das GVVG ist erst seit dem 1. Januar 2010 in Kraft und die Antwort auf
die Frage, ob bereits jetzt zusätzliche Massnahmen zugunsten der
Verlagerung zu ergreifen seien, war in der Kommission politisch umstritten.
Mit
14 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung hat die Kommission entschieden, zwei
Standesinitiativen aus den Kantonen Uri und Tessin (08.304/08.305) ,
welchen der Ständerat mit einem sehr knappen Entscheid zugestimmt
hatte, Folge zu geben. Die Mehrheit, welche die Initiativen unterstützte,
argumentierte, dass zusätzliche Massnahmen dringend seien, um die
gesetzlichen Bestimmungen und den Verfassungsauftrag zum Schutz der
Alpen und deren Bevölkerung einhalten zu können. Die Minderheit
der Kommission stimmte gegen die Initiativen. Dies in erster Linie,
weil sie die Wirkung des neuen, unlängst vom Parlament selbst verabschiedeten
GVVG abwarten und in den Regionen keine, letztlich nicht erfüllbare
Erwartungen wecken möchte. Die Kommission des Ständerates
oder des Nationalrates wird in der zweiten Hälfte 2010 die Arbeiten
an einer konkreten Vorlage zur Umsetzung der beiden Initiativen aufnehmen.
Die Motion des Ständerates (10.3010
Mo. KVF-S. Güterverkehrsverlagerung. Für eine schrittweise
Reduktion des alpenquerenden Schwerverkehrs), welche vom Bundesrat keine
unmittelbaren Massnahmen, aber eine Strategie für zusätzliche
Verlagerungsmassnahmen verlangt, empfiehlt die Kommission ihrem Rat
mit 15 zu 7 Stimmen zur Annahme (Pressemeldung
Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates, 24.04.10).
Alpen-Initiative
freut sich über den Entscheid des Bundesgerichts
Die Alpen-Initiative freut sich über den Entscheid des Bundesgerichts.
Es zeigt sich, dass die Berechnungen der externen Kosten durch die Bundesverwaltung
offenbar nicht so falsch waren, wie dies die ASTAG behauptet hat. Vor
allem die Klimakosten werden in Zukunft wohl noch höher beurteilt
werden müssen. Wir erinnern auch daran, dass die LSVA-Tarife bisher
faktisch immer 0,15 bis 0,17 Rappen (Durchschnitt) tiefer waren als
nominal in der Verordnung angegeben. Die Tarifberechnungen beruhen nämlich
auf Daten über die Zusammensetzung der Fahrzeugflotte, die zum
Zeitpunkt der Erhebung immer schon überholt waren.
Nach dem Urteil des obersten Gerichts kann die ursprünglich auf
den 1. Januar 2008 vorgesehene LSVA-Erhöhung jetzt endlich greifen
und den Konkurrenzvorteil, den das Strassentransportgewerbe mit der
Erhöhung der Gewichtslimite auf 40 Tonnen bereits 2005 erhalten
hat, einigermassen ausgleichen. Für die Verlagerung des alpenquerenden
Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene genügt die Erhöhung
der LSVA allerdings nicht. Um das vom Volk gesetzte Ziel zu erreichen,
ist so schnell wie möglich eine Alpentransitbörse einzuführen.
Mit der Erhöhung des LSVA-Tarifs fliesst auch dem FinöV-Fonds
wieder etwas mehr Geld zu, auch wenn damit allein die Finanzprobleme
der SBB nicht gelöst werden können. Dafür sind weitere
Finanzierungsquellen zu erschliessen.
Der Bundesrat hat im vergangenen Dezember beschlossen, bei einem allfälligen
Entscheid des Bundesgerichts zu seinen Gunsten auf den Nachbezug der
Erhöhung 2008 zu verzichten. Wir fordern den Bundesrat auf, angesichts
der kürzlich bekannt gewordenen Finanzierungsprobleme der Eisenbahn
auf diesen Entscheid zurückzukommen (Pressemeldung Alpen-Initiative,
23.04.10).
ASTAG
sieht politisch gefärbten Entscheid des Bundesgerichts
Das Bundesgericht hat die Beschwerde der Oberzolldirektion gegen das
Urteil des Bundesverwaltungs-gerichtes zur LSVA-Erhöhung 2008 gutgeheissen.
Damit fällte das Bundesgericht als höchste richterliche Instanz
offensichtlich ein politisch gefärbtes Urteil. Im Oktober 2009
hatte das Bundesverwaltungsgericht der ASTAG noch zu 100 Prozent recht
gegeben und eindeutig festgestellt, dass die LSVA-Erhöhung 2008
gegen geltendes Recht verstösst.
Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG nimmt mit grosser Enttäuschung
und Unverständnis zur Kenntnis, dass das Bundesgericht im Rechtsstreit
um die Erhöhung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe
(LSVA) per 1. Januar 2008 zugunsten der Bundesbehörden entschieden
hat. Offensichtlich wurden politische Erwägungen – vor allem
finanzpolitische Motive – leider höher gewichtet als eindeutige
wissenschaftliche Kriterien. Im Oktober 2009 hatte das Bundes-verwaltungsgericht
noch der ASTAG recht gegeben und die LSVA-Erhöhung 2008 für
rechtswidrig erklärt.
Eine schriftliche Urteilsbegründung liegt noch nicht vor. Bis zu
ihrem Erscheinen kann die ASTAG keine weitere Stellungnahme abgeben.
Anschliessend werden sich ihre Gremien mit dem Urteil und dessen Auswirkungen
befassen. Schon heute ist allerdings klar, dass die Transportpreise
umgehend erhöht werden müssen. Diese Erhöhung wird letztlich
zulasten der Konsumenten und Konsumentinnen gehen (Pressemeldung ASTAG,
23.04.10).
Vorschlag
eines neuen Trassenpreissystems
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) unterbreitet im Rahmen
einer Vorkonsultation den direkt betroffenen Kreisen einen Vorschlag,
nach welchen Prinzipien die Trassenpreise künftig berechnet werden
sollen, und erläutert ihn an Informationsveranstaltungen. Die Eisenbahnunternehmen,
Verbände der verladenden Wirtschaft und die Kantone sind nun zu
einer ersten Stellungnahme eingeladen.
Das BAV hat die Vorbereitungen des dritten Teilpakets der Bahnreform
2 zum Anlass genommen, einen Vorschlag für die Revision des Trassenpreissystems
zu entwickeln. Der Trassenpreis ist das Entgelt, welches Eisenbahnverkehrsunternehmen
(EVU) für die Benützung der Schieneninfrastruktur in der Schweiz
bezahlen müssen.
Der
Vorschlag führt neue Instrumente mit Lenkungswirkung ein. Dabei
geht es namentlich um die optimale Nutzung der bestehenden Kapazitäten
im Schienennetz. Zudem sollen die Kosten auf die einzelnen Züge
verursachergerecht verteilt werden.
So werden die Trassenpreise nach Kapazität und Anlagenintensität
der Strecken sowie nach Trassenqualität der Zugsgattungen differenziert.
Damit wird typischerweise ein Zug auf belasteten Strecken in der Hauptverkehrszeit
wesentlich mehr pro Trassenkilometer zahlen als ein Zug auf Nebenstrecken.
Zudem werden mit dem Vorschlag die schweren Züge zu Lasten der
leichteren Züge günstiger. Längerfristig setzt das System
Anreize - einerseits für die EVU in Bezug auf Trassen- und Fahrzeugwahl,
planerisch bezüglich Angebotsgestaltung (z.B. neue Haltestellen)
und infrastrukturseitig in Form eines optimierten Unterhalts.
Die
betroffenen Kreise können sich bis Ende Mai im Rahmen der Vorkonsultation
zu den vorgeschlagenen Prinzipien äussern. Zur Diskussion stehen
auch stärkere Preisdifferenzierungen bezüglich Lärm,
Verschleiss und Qualität. Das Konzept wird anschliessend im Hinblick
auf die Vernehmlassungsvorlage des dritten Teilpakets der Bahnreform
2 bearbeitet.
Der
Trassenpreis (TP) wurde 1999 mit der (ersten) Bahnreform in der Schweiz
eingeführt, um die Infrastrukturbetreiberinnen (ISB) für ihre
Leistungen an die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zu entschädigen.
Das
seither geltende Trassenpreissystem (TPS) hat sich im Grossen und Ganzen
bewährt. Es ist einfach, transparent und basiert im Einklang mit
der massgebenden EU-Richtlinie 2001/14 auf Normgrenzkosten. Damit sollen
die Kosten, welche die Züge jeweils unmittelbar an der Infrastruktur
verursachen, gedeckt werden. Den Rest übernehmen grundsätzlich
Subventionen der öffentlichen Hand.
Aktuell
setzt sich der Trassenpreis aus den Preisen für Grund -, Zusatz
- und Serviceleistungen zusammen. Diese sind kaum differenziert (Ausnahme:
Zuschlag von 2 Fr. pro Zugkilometer im Lötschberg-Basistunnel)
(Pressemeldung
BAV, 22.04.10).
Alpeninitiative
sieht Eisenbahn ist unter Spardruck
Die Prognosen sagen für den Güterverkehr ein doppelt so schnelles
Wachstum voraus wie für den Personenverkehr. Soll der alpenquerende
Güterverkehr von der Eisenbahn übernommen werden, so ist das
Schienennetz vorausschauend auszubauen. Die Alpen-Initiative wehrt sich,
dass hier gespart und der Alpenschutz geopfert wird.
Der
Bundesrat hat angekündigt, dass er bis 2015 jährlich 2,7 Milliarden
Franken einsparen will. Auch der öffentliche Verkehr soll seinen
Sparbeitrag leisten. Unter Druck kommt vor allem der regionale Personenverkehr.
Gleichzeitig beraten Bundesrat und Parlament über die zukünftige
Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB) und das Projekt Bahn 2030. Ausbauten
sind dringend nötig, das Geld aber nur beschränkt vorhanden.
Zudem haben die SBB herausgefunden, dass sie für den Schienenunterhalt
jährlich 850 Millionen Franken mehr benötigen als bisher.
Niemand weiss, wer dies bezahlen soll.
Im
vergangenen November hat der Bundesrat die Liste der Projekte veröffentlicht,
die im ersten Ausbauschritt ZEB 1 realisiert werden sollen. Darin enthalten
sind eine ganze Reihe kleinerer Projekte zur Leistungssteigerung auf
der Gotthardachse und auf der Lötschbergachse. Schon in wenigen
Jahren sollen dem Güterverkehr zwischen Basel und Chiasso bzw.
Luino dank 100 Mio. Investitionen 30 zusätzliche Trassen pro
Tag zur Verfügung stehen – das heisst, täglich könnten
30 Züge mehr verkehren. Mit weiteren Massnahmen sollen auch die
neuen Kapazitäten der Basistunnel am Gotthard (2017) und am Ceneri
(2019) genutzt werden können. Diese Ausbauten (350 Mio. Franken)
ermöglichen nochmals täglich 70 Güterzüge mehr von
Grenze zu Grenze.
Die
Konkurrenz zwischen Personen- und Güterverkehr auf der Schiene
ist gross. Das zeigt exemplarisch der Gotthard-Basistunnel. Geplant
sind pro Stunde und Richtung sechs Güterzüge und ein Intercity-Zug.
Da der IC mehr als doppelt so schnell fahren soll wie die Güterzüge,
darf er erst in den Tunnel einfahren, wenn der Güterzug vor ihm
schon über die Mitte hinaus gelangt ist. Denn im Tunnel ist kein
Überholen möglich. So braucht der IC viel mehr Kapazität
als die Güterzüge, die alle gleich schnell und in kurzem Abstand
hintereinander fahren. Nun möchten aber die SBB am liebsten jede
halbe Stunde einen IC Richtung Tessin fahren lassen. Das würde
mindestens zwei GüterzugsTrassen pro Stunde kosten. Auch in den
durchfahrenen Agglomerationen konkurrenziert der Angebotsausbau im Personenverkehr
(Halbstunden- oder gar Viertelstundentakt) den Güterverkehr.
Dabei
ist die Lobby des Güterverkehrs am kürzeren Hebel. Der regionale
Personenverkehr ist für die SBB kostenneutral, weil seine Leistungen
von Bund und Kantonen bestellt werden. Die Fernreisezüge (IR, IC,
EC) sind marktwirtschaftliche Angebote und bringen unter dem Strich
einen Erlös ein. Anders der Güterverkehr, der in den vergangenen
Jahren immer rote Zahlen schrieb – trotz finanzieller Unterstützung
durch den Bund im Rahmen der Verlagerungspolitik. Es kommt hinzu, dass
für die ÖV-Planungen der Kantone der Güterverkehr meist
nur eine untergeordnete Rolle spielt. Und auch die Medien und die Öffentlichkeit
interessieren sich weit mehr für bequeme und schnelle Personenzüge
als für Güterzüge. Die angekündigte Reorganisation
von SBB Cargo lässt darum einen Kahlschlag beim Angebot für
den Binnengüterverkehr befürchten. Dieses Horrorszenario kann
die Politik nur stoppen, wenn sie den Verlagerungsauftrag auf den Binnenverkehr
ausdehnt.
Ob
in Bahn 2030 schliesslich 21 oder nur 12 Milliarden Franken investiert
werden können, steht noch in den Sternen. Klar ist aber schon jetzt:
Die Ausbauwünsche übersteigen diesen Finanzrahmen bei weitem.
Viele Projekte müssen auf die Zukunft verschoben werden. Umso
wichtiger ist, dass die Alpen-Initiative immer wieder auf die Bedürfnisse
des Güterverkehrs und auf die verfassungsmässige Pflicht zum
Alpenschutz hinweist.
Dank
geringen Investitionen könnten auf der Gotthardstrecke täglich
30 bis 100 Güterzüge mehr verkehren.
Für
den Bundesrat steht ein Aufschlag auf die Billettpreise im Vordergrund
der möglichen öV-Finanzierungsinstrumente. Für die Alpen-Initiative
ist dies nur dann akzeptabel, wenn gleichzeitig die CO2-Abgabe auf die
Treibstoffe ausgedehnt und die LSVA rasch wieder auf die maximale Höhe
korrigiert wird. Der Bundesrat könnte auch die Fahrkostenabzüge
für Pendler und Pendlerinnen bei den Steuern reduzieren: Daraus
resultierte ein Erlös für Bund und Kantone von jährlich
bis zu 1,2 Milliarden Franken. Rund 200 Millionen Franken ergäbe
eine Ausdehnung der LSVA auf die Lieferwagen (Pressemeldung
Alpeninitiative, 20.04.10).
Bundesgesetz
über die Sicherheitsorgane der Transportunternehmen
Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates hat das
Bundesgesetz über die Sicherheitsorgane der Transportunternehmen
im öffentlichen Verkehr (09.473)
in der vom Nationalrat verabschiedeten Version angenommen. Sie hat lediglich
eine neue Bestimmung hinzugefügt. Der neue Artikel hält die
Transportunternehmen an, wenn diese eine Transportpolizei unterhalten,
deren Leistungen auch anderen Transportunternehmen zu vergleichbaren
Bedingungen anzubieten.
In der Gesamtabstimmung wurde der Gesetzesentwurf mit 9 zu 0 Stimmen
bei 1 Enthaltung angenommen. Die Vorlage, die zwischen einem Sicherheitsdienst
und einer eigentlichen Transportpolizei, die nicht privatisiert werden
darf, unterscheidet, kann in der Sommersession vom Ständerat beraten
werden (Pressemeldung
Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates, 20.04.10).
Delegiertenversammlung
von Pro Bahn Schweiz
Warm anziehen und Feuer löschen: Diese
beiden Gegensätze haben die diesjährige Delegiertenversammlung
von Pro Bahn Schweiz, der Interessenvertretung der Kunden und Kunden
des öffentlichen Verkehrs, geprägt. Zum einen herrschten in
den historischen Gemäuern der Lokremise Uster trotz Heizung eher
kühle Temperaturen und zum andern musste der mit einer Dampflok
beförderte Sonderzug des Dampfbahnvereins Zürcher Oberland
(DVZO) gleich zweimal anhalten, um ausgebrochene Böschungsbrände
sofort zu löschen und um negative Folgen in engen Grenzen zu halten.
Der
Stadtpräsident von Uster, Martin Bornhauser, begrüsste die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Zentralvorstand bleibt mit einer
Ausnahme in der alten Zusammensetzung bestehen. Für den zurückgetretenen
Hans Holenweg, Sektion Espace Mitteilland wird neu Andreas Theiler von
der gleichen Sektion Einsitz nehmen. Ebenso überbrachte Karl-Peter
Naumann Grüsse des deutschen Fahrgastverbandes „Pro Bahn“
und führte aus, dass die Zusammenarbeit zwischen den Ländern
im internationalen Bahnverkehr nach wie vor verbesserungswürdig
sei. „Wäre der Kontakt so eng und so gut wie zwischen Pro
Bahn Schweiz und Pro Bahn Deutschland, wären die meisten Probleme
gelöst“.
„Pro
Bahn Schweiz müsse sich im Hinblick auf kommende Tariferhöhungen
warm anziehen“ – so eine Aussage von SBB CEO Andreas Meyer
gegenüber Edwin Dutler, Präsident von Pro Bahn Schweiz. Künftig
sollen die Bahntarife jährlich der Teuerung angepasst und so um
3 – 4 % steigen. Dass auch die Passagiere ihren Anteil an die
Kosten der Eisenbahn zu leisten haben sieht auch Pro Bahn Schweiz ein.
Zu berücksichtigen ist aber, dass die Bahn gegenüber dem individuellen
Verkehrsmittel von Haus zu Haus nach wie vor wesentlich langsamer als
das Auto ist. Deshalb ist bei künftigen Tariferhöhungen Augenmass
angesagt, sonst ist damit zu rechnen, dass sich der Modal Split zu Gunsten
der Strasse und zu Ungunsten der Umwelt verlagert.
Den
Abschluss der Delegiertenversammlung bildete eine Reise mit einem historischen
Zug des DVZO mit Dampftraktion nach Bauma im Tösstal, wo die Gesellschaft
von Gemeindepräsidentin Marianne Heimgartner herzlich begrüsst
wurde (Pressemeldung
Pro Bahn Schweiz, 20.04.10).
Kantonsinitiativen
Gegen Gigaliner
Die drei Kantonsinitiativen Gegen Gigaliner auf Schweizer Strassen der
Kantone Neuenburg, Luzern und Genf (09.328,
09.330
und 10.310)
verlangen Massnahmen gegen 60-Tonnen-Lastwagen. Sie erheben dazu zwei
Forderungen: Erstens sollen die so genannten Gigaliner gesetzlich verboten
werden und zweitens soll sich der Bund bei der EU gegen die Weiterführung
des zurzeit laufenden Versuchs mit 60-Tönnern in einzelnen EU-Ländern
einsetzen.
Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates hatte
sich bereits an ihrer Sitzung vom 25./26. März im Prinzip für
das Anliegen der Standesinitiativen ausgesprochen. Sie war insbesondere
der Meinung, dass diese grossen Fahrzeuge die Verkehrssicherheit stark
beeinträchtigen würden. Ebenso würde die bestehende Infrastruktur
zusätzlich belastet. Schliesslich würde die Zulassung von
Gigalinern der Förderung der Verlagerung des Transitverkehrs von
der Strasse auf die Schiene und so der vom Schweizervolk angenommenen
Alpeninitiative zuwiderlaufen.
Allerdings ist in den Augen der Kommission die erste Forderung nach
einer gesetzlichen Regelung des Gewichts bereits erfüllt. Ausserdem
ist sie der Meinung, dass der Weg der Standesinitiativen nicht zweckmässig
ist, um das Anliegen weiterzuverfolgen. Sie hat deshalb einstimmig entschieden,
ihrem Rat zu beantragen, den drei Kantonsinitiativen keine Folge zu
geben.
Allerdings ist die Kommission der Ansicht, dass für das schweizerische
Strassennetz neben einer Erhöhung der Gewichtslimite auch eine
Erhöhung der Fahrzeuglänge problematisch wäre. Deshalb
hat sie ebenfalls einstimmig eine Kommissionsmotion beschlossen, welche
den Bundesrat damit beauftragt, einen Vorschlag für die gesetzliche
Regelung der Maximallänge von Motorfahrzeugen zu unterbreiten.
Ausserdem soll der Bundesrat die möglichen Auswirkungen einer Zulassung
von Gigalinern in der Schweiz untersuchen und der EU den Standpunkt
der Schweiz klar darlegen (Pressemeldung
Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates, 20.04.10).
850
Millionen Franken in den Infrastrukturfonds
Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates
hat beschlossen, in den Infrastrukturfonds eine ausserordentliche Einmaleinlage
von 850 Millionen Franken, finanziert aus der Spezialfinanzierung Strassenverkehr,
einzubringen (Der LOK Report berichtete). Die Kommission beriet einen
Berichts- und Erlassentwurf zur parlamentarischen Initiative:
•
Bundesgesetz über den Infrastrukturfonds für den Agglomerationsverkehr,
das Nationalstrassennetz sowie Hauptstrassen in Berggebieten und Randregionen:
Änderung (10.402).
Die Initiative der Kommission will eine ausserordentliche Einmaleinlage
in den Infrastrukturfonds ermöglichen und damit dessen mittelfristige
Liquiditätsprobleme lösen. Die Kommission hat mit 7 zu 4 Stimmen
entschieden, diese Einmaleinlage auf 850 Millionen Franken festzusetzen.
Eine Minderheit verlangt 570 Millionen Franken. Die Gelder sollen aus
den Rückstellungen (2,8 Milliarden Franken per Ende 2009) in der
Spezialfinanzierung Strassenverkehr entnommen werden. Es handelt sich
um eine Übergangsfinanzierung, sonst würden baureife Projekte
im Agglomerationsverkehr und bei der Engpassbeseitigung auf den Nationalstrassen
im Zeitraum 2011-2015 verzögert. In Ausnahmefällen sollen
Kantone dennoch Vorfinanzierungen leisten können. An der Konzeption
des Infrastrukturfonds wird nichts geändert.
In der Gesamtabstimmung nahm die Kommission die Änderung im Infrastrukturfondsgesetz
einstimmig an. Im Laufe des Jahres wird sich die Kommission mit der
langfristigen Finanzierung von Verkehrs-projekten auf Bundes- und Kantonsebene
vertieft befassen. Die verabschiedete Vorlage geht nun an den Bundesrat
zur Stellungnahme.
Mit der Verabschiedung dieses Geschäfts hat die Kommission auch
die Gesamtabstimmungen zu den Geschäften
• Agglomerationsverkehr: Freigabe der Mittel ab 2011 (09.083)
und
• Beseitigung von Engpässen im Nationalstrassennetz:
Freigabe der Mittel (09.084)
durchgeführt. Beide Geschäfte wurden einstimmig angenommen.
Mit der Einmaleinlage sollten nun genügend Mittel bereitstehen,
dass die Projekte fristgereicht finanziert werden können. Die drei
Vorlagen sind für die Sommersession im Ständerat vorgesehen
(Pressemeldung Schweizer Parlament, 19.04.10).
SBB
erzielte 2009 insgesamt gute Resultate
Die SBB
übertraf 2009 die operativen Ziele: Bei Pünktlichkeit/Qualität
und Sicherheit wurden Rekordwerte erreicht. Auch das finanzielle Ergebnis
fiel mit CHF 369,8 Mio. erfreulich aus, doch gaben hier nicht wiederkehrende
Effekte – namentlich Erlöse von CHF 239,3 Mio. aus dem Verkauf
von Immobilien – den Ausschlag für das gute Resultat. 2009
reisten 327,5 Mio. Menschen mit der SBB, 1,5 % mehr als im Vorjahr.
Die Verkehrsleistung von SBB Cargo reduzierte sich um 7,0 % auf 11'674
Mio. Nettotonnen-kilometer. Die SBB steht vor grossen Herausforderungen,
um der wachsenden Kundennachfrage im Personenverkehr auch in Zukunft
zu entsprechen. Trotz Fortschritten belasten die schwierigen Dossiers
der Sanierung der PK SBB und der Neuausrichtung von SBB Cargo Unternehmen
und Beschäftigte in hohem Masse.
Im Personenverkehr nahm die Zahl der Reisenden in den SBB-Zügen
weiter zu. Allerdings war im Vergleich zu den Vorjahren eine Verlangsamung
des Nachfragewachstums zu beobachten. Zudem stieg ein Teil der Reisenden
auf günstigere Fahrausweise um, was zu einer Reduktion bei den
Kilometererträgen führte. Nach wie vor eine grossen Herausforderung
stellen die starken Nachfrageschwankungen im Tagesverlauf dar, die sich
2009 noch verstärkten: In den Hauptverkehrszeiten stieg die Zahl
der Reisenden stärker als in der übrigen Betriebszeit.
Insgesamt fuhren im Berichtsjahr 327,5 Mio. Reisende mit der SBB. Das
sind 1,5 % mehr als im Vorjahr (322,6 Mio.). Im Vorjahr hatte die Zahl
der Reisenden um 5,2 % zugenommen. 2009 reisten täglich 900'000
Menschen mit der SBB. Die Zahl der zurückgelegten Personenkilometer
belief sich auf 16’677 Mio. Damit wurde die Verkehrsleistung gegenüber
dem Vorjahr um 3,5 % gesteigert (2008: 16’115 Mio.).
Die SBB erzielte im Personenverkehr ein Segmentergebnis von CHF 280,6
Mio. (2008: CHF 276,8 Mio.), der Verkehrsertrag betrug CHF 2’724,8
Mio. (2008: CHF 2’670,4 Mio.).
SBB Cargo erzielte 2009 mit 11’674 Mio. Nettotonnenkilometer eine
um 7,0 % geringere Verkehrsleistung (2008: 12’531 Mio.). Der Rückgang
ist Folge der konjunkturbedingten Einbrüche in zahlreichen Branchen,
für die SBB Cargo tätig ist. Trotz Wirtschaftskrise gelang
es SBB Cargo 2009, dank frühzeitig eingeleiteter Massnahmen zur
Steigerung der Produktivität, einer regelmässigen unterjährigen
Überprüfung und Anpassung der Produktionssysteme an die Marktentwicklungen
und einer Trennung von unrentablen Geschäften die negative Konjunkturentwicklung
teilweise aufzufangen.
SBB Cargo verzeichnete 2009 im internationalen Geschäft einen Rückgang
der Transporterlöse von 15 %. Im inländischen Wagenladungsverkehr
gingen die Transporterlöse um 9 % zurück.
SBB Cargo schloss das Berichtsjahr 2009 mit einem Verlust von CHF 62,5
Mio. ab. Im Vorjahr hatte das Defizit CHF 29,9 Mio. betragen. Der Verkehrsertrag
sank als Folge der Wirtschaftskrise um 12,3 % auf CHF 915,6 Mio. (2008:
CHF 1'044,2 Mio.).
Im Immobilienmarkt profitierte die SBB von einer hohen Preisstabilität
bei Objekten in Zentrumslagen. Dies ermöglichte bei Verkäufen
gute Erlöse. Diese nicht wiederkehrenden Verkaufsgewinne im Umfang
von CHF 239,3 Mio. beeinflussten das Jahresergebnis massgebend.
Bei den Mieterträgen in den Railcity-Standorten vermochte die SBB
2009 im Gegensatz zu den Vorjahren nicht zuzulegen. Die Umsätze
in den Laden- und Gastronomiegeschäften in den Railcity-Bahnhöfen
gingen um 0,1 % zurück. Der Rückgang ist durch konjunkturelle
Einflüsse, aber auch mit Bauarbeiten an mehreren Railcity-Standorten
zu erklären. Dank der positiven Umsatzentwicklung bei den 23 «Mehr
Bahnhof»-Standorten nahmen die Umsätze in den insgesamt 32
grössten Bahnhöfen dennoch um 0,6 % zu. Pro Kopf der Bevölkerung
erwirtschafteten die Geschäfte in den Bahnhöfen einen Jahresumsatz
von rund CHF 190.
Das ausgewiesene Segmentergebnis von SBB Immobilien belief sich 2009
auf CHF 6,2 Mio. (2008: CHF 3,3 Mio.). Das Ergebnis vor Zins- und Amortisationsleistungen
für die Sanierung der PK SBB (CHF 196,3 Mio.) sowie Ausgleichszahlungen
an die Infrastruktur (CHF 85 Mio.) betrug CHF 287,4 Mio. (2008: CHF
204,4 Mio.).
Infrastruktur erzielte 2009 ein negatives Segmentergebnis von CHF -6,5
Mio. (2008: CHF 30,4 Mio.). Der Verkehrsertrag aus der Trassenbenutzung
und den Betriebsleistungen ging um 4,2 % auf CHF 730,5 Mio. zurück
(2008: CHF 762,9 Mio.).
Die Zahl der verkauften Trassenkilometer nahm 2009 um 1,8 % zu auf 161,6
Mio. Tkm zu (2008: 158,7 Mio. Tkm). Zusätzliche Angebote im Fernverkehr
sowie in der Zürcher S-Bahn und in der Zentralschweiz bewirkten
diesen Mehrverkehr. Gleichzeitig führte der Rückgang schwerer
Güterverkehre aber zu Mindereinnahmen beim Trassenverkauf.
Im Geschäftsfeld Netz fiel das Jahresergebnis mit CHF -23,7 Mio.
wiederum negativ aus (2008: CHF -10,1 Mio.). Dies wurde 2009 bewusst
in Kauf genommen, um die Qualität und Sicherheit im hoch belasteten
Netz zu halten. Die tieferen Trassenerträge durch den Rückgang
beim Güterverkehr und die entsprechend rückläufigen Trassenpreissubventionen
des Bundes wurden weitgehend durch Produktivitätssteigerungen und
Einsparungen bei sonstigen Betriebsaufwänden kompensiert. Verschiedene
Sondereffekte (Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Optimierungsprogramm
zur Kostenreduktion im Verwaltungsbereich der Infrastruktur und der
Reorganisation des Rangierbereichs) belasteten das Ergebnis.
Der Geschäftsbereich Energie schloss mit einem Gewinn von CHF 17,2
Mio. (2008: CHF 40,5 Mio.) ab. Die tieferen Erträge und Aufwendungen
in diesem Bereich sind auf die wesentlich tieferen Handelspreise am
Energiemarkt zurückzuführen.
Der Bahnstromabsatz belief sich 2009 auf 2391 GWh (2008: 2407 GWh).
Die SBB bezog auch 2009 rund 70 % ihrs Bahnstroms aus Wasserkraft.
Für die kommenden Jahre stehen hohe Investitionen zur Engpassbeseitigung,
zur Weiterentwicklung des Netzes und für neues Rollmaterial an.
In Anbetracht der langen Vorlaufzeiten muss die Weiterentwicklung des
Gesamtnetzes zügig angegangen werden. Für den Bahnbetrieb
der SBB zeichnet sich bis ins Jahr 2050 ein Investitionsbedarf von bis
zu CHF 60 Milliarden ab. Allein die bis 2030 geplanten Rollmaterialbeschaffungen
im Umfang von CHF 20 Mia. erfordern von der SBB enorme Anstrengungen.
Hinzu kommen namhafte zusätzliche Mittel zur Substanzerhaltung
der Infrastruktur sowie zur Weiterentwicklung der Bahnhöfe, um
den sich abzeichnenden Kundenströmen auch in Zukunft gerecht werden
zu können.
Heute ist die Nachfrage im Personenverkehr der SBB bereits bei den Werten
angelangt, die laut früheren Prognosen 2014 hätten erreicht
werden sollen. Es zeichnet sich ab, dass der Staat und seine Bürgerinnen
und Bürger eine grenzenlose Mobilität nicht finanzieren wollen.
Die Frage stellt sich mit wachsender Dringlichkeit: Wie viel Mobilität
ist gewünscht? Und wie viel Mobilität ist finanzierbar? Eine
Verteuerung der Mobilität für alle Verkehrsträger könnte
zu einer Verlangsamung des Nachfragewachstums führen. Ob eine solche
Verlangsamung erwünscht ist, muss von der Politik entschieden werden.
Zu bedenken ist, dass leistungsfähige Verbindungen zur Qualität
des Standortes Schweiz und zur Lebensqualität beitragen.
Insgesamt erbringt die SBB grosse Leistungen für die Volkswirtschaft
und den Wirtschaftstandort sowie für das Tourismus- und Freizeitland
Schweiz. Die SBB ist das grösste Transportunternehmen und der viertgrösste
Arbeitgeber der Schweiz. Sie beschäftigt selber knapp 28'000 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter und sichert weitere 15’700 Stellen in den Vorleistungsbetrieben.
87 % ihres Einkaufs- und Auftragsvolumens 2009 von knapp CHF 3,5 Mia.
gingen an Schweizer Unternehmen. Dies ist beachtlich, weil gemäss
WTO-Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen
und dem entsprechenden Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen
bei der Vergabe von Aufträgen Schweizer Anbieter nicht privilegiert
werden dürfen.
Gleichzeitig leistet das Unternehmen auch einen wesentlichen Beitrag
für Natur und Umwelt. Verglichen mit Auto oder Flugzeug verbrauchen
Bahnreisende lediglich einen Viertel der Energie unmd verursachen gleichzeitig
zwanzigmal weniger CO2-Emissionen. Entsprechend gross ist der Umweltvorteil
auch i Güterverkehr, wo 2009 dank SBB Cargo die Emission von knapp
1 Mio. Tonnen CO2 vermieden werden konnte.
Im Interesse des Landes und seiner Bevölkerung muss sicher gestellt
werden, dass die SBB diese zentralen Aufgaben auch weiterhin erfolgreich
erfüllen kann (Pressemeldung SBB, 17.04.10).
SEV
ist empört über die Geringschätzung des Personals
Der SEV ist empört über die Geringschätzung des Personals,
die aus der Jahresrechnung 2009 der SBB zu ersehen ist: Während
die Chefs mit Buchhaltungstricks versuchten, ihre Boni aufzustocken,
verwehrten sie dem Personal eine Lohnerhöhung.
Die Medien haben es im Vorfeld ans Tageslicht gebracht: Die Zahlen,
die die SBB am 16.04.10 präsentiert hat, sind geschönt. Eigentlich
wäre der Konzerngewinn noch grösser ausgefallen, was den Chefs
noch höhere Boni gebracht hätte. (Nun, da der Zusammenhang
zwischen Übertreffen der Gewinnvorgabe und persönlicher Bereicherung
bekannt ist, wird auch klar, weshalb sich die SBB-Führung vom Bundesrat
fürs laufende Jahr das äusserst bescheidene Ziel von 170 Millionen
Franken Gewinn hat geben lassen...)
Auch die ausgewiesenen Zahlen sind bedenklich: Eine Million Franken
insgesamt für SBB-Chef Andreas Meyer aufgrund eines Jahresabschlusses,
in dem die wahren Probleme des Güterverkehrs und der Infrastruktur
verborgen bleiben: Das ist mehr als fragwürdig.
Empörend ist das Ganze jedoch, wenn man zudem einbezieht, dass
sich die SBB mit Händen und Füssen gegen eine generelle Lohnerhöhung
für ihr Personal gewehrt hat. Dabei hat dieses mit seinem Engagement
und seinem Einsatz ermöglicht, dass solche Zahlen überhaupt
erreicht wurden. Zwar lässt sich die SBB von deutschen Beratern
Konzepte für den Umgang mit dem Personal schreiben, schafft es
aber nicht, deren einfachstes Rezept umzusetzen: die Wertschätzung
nicht nur als Worthülse auszudrücken, sondern zu leben.
Der SEV erwartet, dass die SBB-Führung ein Umdenken zeigt: Bescheidenheit
bei den eigenen Ansprüchen und eine vernünftige Grosszügigkeit
gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Gebot der
Stunde. Die SBB ist auf motiviertes Personal angewiesen. Nur so lassen
sich Qualität und Sicherheit der Dienstleistungen auch in Zukunft
gewährleisten (Pressemeldung SEV, 17.04.10).
SOB
löst Option über 14 weitere FLIRT-Triebzüge ein
Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) löst bei Stadler Rail
eine Option von 14 weiteren FLIRTs (Flinker Leichter Innovativer Regional
Triebzug) im Wert von CHF 123 Mio. ein.
Die
Schweizerische Südostbahn AG (SOB) bestellte 2005 erstmals eine
Serie FLIRT-Triebzüge beim Schienenfahrzeugbauer Stadler Rail.
Verbunden mit diesem Vertrag der ersten Serie ist auch eine Option für
den Nachbau weiterer Triebzüge. Diese Option löst die SOB
nun mit der Bestellung von 14 weiteren FLIRTs im Wert von CHF 123 Mio.
ein.
Die
FLIRTs ersetzen teils bestehende, ältere Fahrzeuge, die den Anforderungen
an Leistung, Komfort und gesetzliche Neuerungen wie dem Behindertengleichstellungsgesetz
nicht mehr genügen. Zudem ist die Anschaffung wegen steigender
Passagierzahlen, der Verdichtung des Angebotes und der Um-setzung der
geplanten S-Bahn St. Gallen 2013 notwendig. Da die Inbetriebnahme der
S-Bahn St.Gallen von der Volksabstimmung im Herbst 2010 abhängt,
wurde im Vertrag mit Stadler Rail ver-einbart, dass die definitive Anzahl
Fahrzeuge erst nach der Volksabstimmung festgelegt wird. Gelie-fert
werden die neuen Fahrzeuge ab 2012. Auf den Fahrplanwechsel im Dezember
2013 sollen sie alle im Betrieb sein (Pressemeldung
Stadler, 17.04.10).
TPG und Stadler unterzeichnen Vertrag über 32 Tango-Fahrzeuge


Die Genfer Verkehrsbetriebe TPG und die Schweizer Unternehmensgruppe
Stadler Rail haben heute Vormittag den Vertrag über die Lieferung
von 32 topmodernen Trams des Modells Tango unterzeichnet. Die ersten
Fahrzeuge werden im Frühjahr 2011 auf dem Verkehrsnetz der Region
Genf unterwegs sein und eröffnen im Dezember des gleichen Jahres
die Tramlinie Cornavin-Onex-Bernex (TCOB).
«Eine
Erhöhung des öffentlichen Verkehrsangebots um 37 % bis 2014
- mit diesem ehrgeizigen Ausbau hat der Kanton Genf die TPG beauftragt.
Ein wesentliches Element dieses Grossprojekts ist unbestritten die Erweiterung
des Tramnetzes. Mit den 32 neuen Trams, die wir heute in Auftrag geben,
wird dieses ausserordentliche Wachstum konkret», erklärte
heute Morgen Roland Bonzon, Generaldirektor der TPG, gegenüber
dem Schweizer Hersteller Stadler Rail.
Roland
Bonzon und Peter Spuhler, CEO und Eigentümer der Schweizer Unternehmensgruppe
Stadler Rail, haben im Beisein der jeweiligen Projektverantwortlichen
heute Vormittag am Unternehmenssitz von TPG in Bachet-de-Pesay einen
Vertrag in Höhe von CHF 150 Mio. über die Neuanschaffung von
32 Trams für die TPG-Fahrzeugflotte unterzeichnet. Dieser Auftrag
enthält eine Option auf 14 bzw. 10 zusätzliche Fahrzeuge.
Alle
Fahrzeuge werden im Werk Altenrhein am südlichen Ufer des Bodensees
produziert und anschliessend zwischen 2011 und 2014 in Etappen ausgeliefert:
7 Trams Ende April 2011 (zur Eröffnung der TCOB im Dezember 2011),
19 Trams 2012 und die letzten 6 im Jahr 2014. Bei den Tangos handelt
sich um Zweirichtungsfahrzeuge mit 5 Gelenken, 7 Türen auf jeder
Seite, 261 Plätzen - davon 88 Sitzplätze - und einer Länge
von 44 Metern, einer Breite von 2,30 Metern sowie einem Gewicht von
rund 57 Tonnen. Die Trams der neusten Generation werden mit allem Komfort
wie Klimaanlage, Niederflureingängen und Kundeninformationssystem
ausgestattet sein.
Peter
Spuhler erklärte, er sei sehr stolz, dass die Tangos von Stadler
bald in Genf verkehren würden, einer Stadt mit internationaler
Ausstrahlung, denn: «Dieses Projekt unterstreicht nicht nur das
Engagement von Stadler in der Romandie, sondern ist darüber hinaus
eine erstklassige Referenz für unsere Trams auf dem internationalen
Markt.» (Pressemeldung
Stadler, 17.04.10).
Jungfraubahn-Gruppe
erzielte 2009 ein Rekordergebnis
Die Jungfraubahn-Gruppe hat das Geschäftsjahr
2009 so gut wie noch nie abgeschlossen. Der Konzern übertraf
das Vorjahresergebnis um 5,5 Prozent und erzielte einen Rekordgewinn
von 22,1 Millionen Franken. An der heutigen Pressekonferenz werden die
Zahlen kommentiert.
Ausschlaggebend
für diesen Erfolg war, dass die Unternehmung den schwierigen Umständen
trotzen konnte. Die Angst vor der Schweinegrippe, der starke Schweizer
Franken und die Wirtschaftskrise führten dazu, dass rund 100'000
Asiaten weniger als im Jahr zuvor zum Jochfraujoch - Top of Europe reisten.
Der Einbruch konnte die Jungfraubahn-Gruppe dank Aktionen in der Schweiz
und in Europa wettmachen. 651'000 Personen kamen im letzten Jahr bei
der höchsten Bahnstation Europas an - 3,7 Prozent mehr als im Jahr
2008.
Der Konzern erreichte mit 134,3 Millionen Franken den zweithöchsten
Umsatz seiner Geschichte. Gleichzeitig konnten die Personalkosten gesenkt
werden, so dass am Ende des Jahres ein Rekordgewinn resultierte. Aufgrund
des ausgezeichneten Resultats wird der Verwaltungsrat der Generalversammlung
eine Erhöhung der Dividenden von 1,40 auf 1,60 Franken beantragen.
Neben
dem Jungfraujoch - Top of Europe waren auch die anderen Ausflugsziele
wie First, Harder Kulm, Kleine Scheidegg und Winteregg gut besucht.
Die Harderbahn erzielte einen Rekordgewinn und die Firstbahn verzeichnete
den besten Sommer der Geschichte. Ausgezeichnet lief auch das Wintersportgeschäft:
Der Umsatz der gesamten Jungfrau Region belief sich auf 44,0 Millionen
Franken und lag nur 1,2 Prozent unter jenem im Rekordjahr 2008 (Pressemeldung
Jungfraubahn Holding AG, 16.04.10).
SBB
bestellt weitere 24 RegioExpress-Doppelstockzüge
Die
SBB treibt die Erneuerung und Modernisierung ihrer Flotte weiter voran.
Bei der Stadler Bussnang AG löst sie eine erste Option über
24 Doppelstocktriebzüge des Typs «DOSTO RV» ein. Der
Verwaltungsrat hat dafür einen Kredit von rund 355 Mio Franken
bewilligt, die genauen Vertragsmodalitäten werden nun definiert.
Die
neuen Züge sollen helfen, den steigenden Sitzplatzbedarf zu decken.
Sie werden im Zeitraum von 2012 bis 2014 ausgeliefert und auf RegioExpress-Linien
eingesetzt. Ab Dezember 2012 sollen die Züge auf den RegioExpress-Linien
Genf–Lausanne sowie Zürich–Schaffhausen und ab 2015
zwischen Basel–Frick–Zürich, Bern–Biel und Bern–Olten
rollen.
Diese
Optionseinlösung ist seit längerem geplant und unabhängig
von dem im Frühsommer 2010 zu erwartenden Vergabeentscheid zu den
Doppelstockzügen für die Intercity- und Interregio-Linien
des Fernverkehrs.
Die
SBB hat bereits 2008 vorwiegend für das S-Bahn-Netz des Zürcher
Verkehrsverbundes (ZVV) 50 Züge des selben Typs bestellt. Bereits
bei dieser Erstbestellung waren Züge für den RegioExpress-Verkehr
vorgesehen. Nach aktuellem Planungsstand stehen nach Abschluss der Ablieferung
insgesamt 13 Kompositionen à 150 Meter (6-teilig, 535 Sitzplätze)
und deren 24 à 100 Meter (4-teilig, 337 Sitzplätze) für
den Einsatz auf den RegioExpress-Linien des Fernverkehrs zur Verfügung.
Die
neuen Doppelstockzüge ermöglichen dank ihres hohen Beschleunigungsvermögens
und automatischen Kupplungen einen flexiblen Einsatz im Regional- und
Fernverkehr. Sie sind klimatisiert und behindertengerecht ausgerüstet.
Zudem verfügen sie über Informationsmonitore und Videoüberwachung.
«Mit dem ,DOSTO RV’ können wir ein neues Fahrzeugsegment
für die Komfortsteigerung und Produktionsoptimierung auf RegioExpress-Linien
einsetzen», sagt Vincent Ducrot, interimistischer Leiter der SBB
Division Personenverkehr (Pressemeldung SBB, 16.04.10).
SBB
erreicht Zielvorgaben 2009 des Bundesrats teilweise
Der Bundesrat hat in der Sitzung am 14.04.10 die Leistungen von SBB,
Post und Swisscom bilanziert und seinen Bericht über die Zielerreichung
der Unternehmen an die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommissionen
der eidgenössischen Räte verabschiedet. Die Beurteilung der
skyguide erfolgt jeweils separat, nämlich gemeinsam durch das UVEK
und das VBS.
Die
SBB hat die Ziele des Bundesrats teilweise erfüllt. Die schwierige
Situation von SBB Cargo belastete die gute Leistungsbilanz der Geschäftsbereiche
Personenverkehr, Infrastruktur und Immobilien. Die Wirtschaftskrise
führte zu einem starken Abschwung des Gütertransportgeschäfts.
Trotz frühzeitig eingeleiteter Gegensteuerungsmassnahmen stieg
das Defizit von SBB Cargo. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zwingen
SBB Cargo zu weiteren Sanierungsmassnahmen, um das angestrebte ausgeglichene
Ergebnis zu erreichen. Der anstehende Entscheid zur weiteren Umsetzung
der strategischen Stossrichtung soll die finanzielle und unternehmerische
Position von SBB Cargo weiter stärken.
Der
Konzerngewinn der SBB wurde wesentlich getragen durch die positiven
Ergebnisse im Personenverkehr und bei den Immobilien. Im Fern- und Regionalverkehr
konnte die Verkehrsleistung, wenn auch leicht abgeschwächt, weiter
gesteigert werden. Im internationalen Personenverkehr hingegen sank
die Verkehrsleistung um 15,7% vor allem wegen den Problemen mit den
Cisalpino-Zügen zwischen der Schweiz und Italien. Auf Ende 2009
haben Trenitalia und die SBB die Firma Cisalpino aufgelöst und
deren operative Tätigkeit eingestellt. Die Kunden sind insgesamt
zufrieden und die Pünktlichkeit der Züge im Kernnetz während
den Hauptverkehrszeiten hat sich verbessert. Bei der Infrastruktur wurden
Vorgaben des Bundes zur Produktivität und Subventionseffizienz
erreicht. Es zeichnet sich allerdings ab, dass für Erneuerung und
Unterhalt des Netzes künftig erheblich mehr Mittel erforderlich
sein werden. Die personellen Ziele sind erfüllt. Die Mitarbeiterzufriedenheit
erhöhte sich auf ein zufrieden stellendes Niveau (Pressemeldung
UVEK, 16.04.10).
SEV
verwundert über Jahresabschlussbericht Jungfraubahn-Gruppe
Der SEV, die Gewerkschaft des Verkehrspersonals und traditioneller Sozialpartner
der Jungfraubahn-Gruppe, gratuliert zum Rekordgewinn im Jahr 2009. Speziell
gratuliert er jedoch dem Personal, welches mit Sonderleistungen das
Resultat erst ermöglicht.
Mit
grosser Enttäuschung hat der SEV die Medienmitteilung der Jungfraubahn-Gruppe
zur Kenntnis genommen. Kein Dank an das Personal aber der Satz: "Gleichzeitig
konnten die Personalkosten gesenkt werden, so dass am Ende des Jahres
ein Rekordgewinn resultierte." Das Personal erscheint also ausschliesslich
als Kostenfaktor. Diese Kosten wurden im Vergleich zum Vorjahr gemäss
Jahresbericht tatsächlich um 2,6 % gesenkt. Nicht so bei der Geschäftsleitung:
dort resultierte in der gleichen Periode ein Anstieg von sage und schreibe
8,2 %!
Dies
scheint die neue Politik der Jungfraubahn-Gruppe zu sein. Dazu passt,
dass sie dem Personal für das laufende Jahr die - üblicherweise
automatisch gewährte - Lohnerhöhung verweigert. Erstmals wurden
die ordentlichen Aufstiege der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgesetzt.
Mit der Begründung, die Arbeiten für ein neues Lohnsystem
seien intern aufgenommen worden, hat die Geschäftsleitung so den
unter 50-jährigen die bescheidene Lohnerhöhung verwehrt.
Der
SEV erwartet, dass die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat
von dieser Politik der kurzfristigen Gewinnmaximierung zurückkommen
zu einer auf lange Sicht ausgelegte Unternehmenspolitik. Dazu gehört
eine gelebte Sozialpartnerschaft mit einem gegenseitig unterzeichneten
Firmenarbeitsvertrag, landläufig als GAV bezeichnet (Pressemeldung
SEV, 16.04.10).
Jürg
Stöckli wird neuer Leiter Immobilien der SBB
Jürg Stöckli (41) kehrt nach fast vier Jahren zur
SBB zurück. Der Verwaltungsrat der SBB ernannte ihn an seiner April-Sitzung
zum Leiter der Division Immobilien und Mitglied der Konzernleitung.
Stöckli wird die neue Funktion spätestens per 1. März
2011 antreten. Urs Schlegel (62), der heutige Leiter der Division Immobilien,
hat sich entschieden, auf diesen Zeitpunkt in Pension zu gehen.
«Ich freue mich, dass wir mit Jürg Stöckli einen kompetenten
Immobilien-Fachmann und Kenner der SBB und des SBB Immobiliengeschäfts
als Nachfolger von Urs Schlegel gewinnen konnten», erklärte
SBB CEO Andreas Meyer nach der Wahl. «Jürg Stöckli kennt
die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden, aber auch die Anliegen
der Schweizer Städte und
Gemeinden, in denen SBB Immobilien tätig ist, bestens.»
Jürg
Stöckli ist seit 1. Januar 2010 Chief Operating Officer (COO) des
national tätigen Immobiliendienstleisters Privera AG mit Sitz in
Bern. In dieser Funktion ist er verantwortlich für die Immobiliendienstleistungen
in der Region Ost, für die Schwestergesellschaft Privera Services
AG sowie für die Abteilung Business Development. Seine berufliche
Tätigkeit bei der Privera AG begann Stöckli als Niederlassungsleiter
in Zürich und übernahm später die Region Ost. Ab 1. September
2008 übernahm er zusätzlich die strategische Führung
derTochterfirma Privera Services AG mit knapp 1000 Mitarbeitenden und
war verantwortlich für die technische und infrastrukturelle Betreuung
der Liegenschaftsobjekte.
Der
Jurist und gelernte Zimmermann war bereits von Dezember 2001 bis Dezember
2006 in verschiedenen Positionen bei SBB Infrastruktur und Immobilien
tätig. Von 2005 bis Ende 2006 war er Mitglied der Geschäftsleitung
SBB Immobilien und leitete den Bereich «Recht und Beschaffung».
Jürg Stöckli verfügt über ein Executive MBA der
Universität St. Gallen und ein Patent als Bernischer Fürsprecher.
Urs
Schlegel (62), der heutige Leiter von SBB Immobilien, geht in Pension.
Auf Wunsch des CEO der SBB hatte sich Schlegel 2007 bereit erklärt,
seine Funktion als Leiter Immobilien über das für SBB-Topkader
übliche Übertrittsalter in die SBB-interne Consulting Group
hinaus weiter zu führen bis Ende 2010/Anfang 2011. Spätestens
per 1. März 2011 wird er die Leitung der Division Immobilien an
Jürg Stöckli übergeben.
Der
1948 geborene Lic. oec. HSG Urs Schlegel trat nach verschiedenen Tätigkeiten
im In- und Ausland 1981 in die SBB ein und führte von 1992 bis
1996 die Direktion Liegenschaften. Nach zweijähriger Tätigkeit
als SBB Generalsekretär übernahm Schlegel 1999 erneut die
Leitung des neu bezeichneten Bereichs Immobilien, den er in den Folgejahren
konstant und zielorientiert ausbaute und vom Nebengeschäft zum
Kerngeschäft der SBB und zu einem wichtigen Ergebnissegment weiterentwickelte.
2007 wurde Urs Schlegel Mitglied der erweiterten Konzernleitung, ab
1. Januar 2009 Mitglied der Konzernleitung SBB. Der Bereich Immobilien
wurde gleichzeitig als vierte Division der SBB ausgestaltet. Mit der
strategischen Neudefinition gelang es Urs Schlegel, die Grossbahnhöfe
zu attraktiven Einkaufs- und Dienstleistungszentren umzugestalten und
generell den Service und Angebote in allen Bahnhofskategorien zu verbessern.
Bahnhofsnahe Areale wurden gezielt entwickelt und aufgewertet. Mit dem
Aufbau des Corporate Real Estate Managements konnten u.a. SBB Büroraumkonzepte
und damit Arbeitsplätze attraktiv und kostengünstig gestaltet
werden. Verwaltungsrat und Konzernleitung SBB danken Urs Schlegel für
seine herausragenden Leistungen zu Gunsten der SBB, insbesondere für
die umsichtige Weiterentwicklung und erfolgreiche Positionierung des
Immobiliengeschäfts, das heute ein wichtiges Standbein der unternehmerischen
Tätigkeit der SBB darstellt. Die SBB wird die fundierten Kenntnisse
und Erfahrungen von Urs Schlegel im Rahmen seiner geplanten zukünftigen
Beratungstätigkeit im Auftragsverhältnis weiterhin nutzen
(Pressemeldung SBB, 15.04.10).
Finanzkommission
sieht Einlage in den Infrastrukturfonds kritisch
An ihrer letzten Sitzung wurde die Finanzkommission (FK-S) erstmals
über die Absicht der Verkehrskommission des Ständerates (KVF-S),
die Liquidität des Infrastrukturfonds mittels einer zusätzlichen
ausserordentlichen Einlage zu erhöhen, orientiert. In Kenntnis
des mittlerweile von der KVF-S zugestellten Berichts prüfte die
FK-S das Vorhaben nun im Detail.
Gestützt auf die effektiv getätigten Fondseinlagen weist die
Finanzkommission darauf hin, dass der Bund seine im Jahr 2005 in der
Botschaft zum Infrastrukturfonds deklarierten Verpflichtungen stets
übererfüllt hat. Mit Einlagen von 430 Mio. (2008), beziehungsweise
470 Mio. Franken (2009) einerseits und geplanten Einlagen in den Jahren
2010 – 2013 von 386 Mio. Franken andererseits, liegen die Einlagen
deutlich über den in der Botschaft in Aussicht gestellten jährlichen
Einlagen von 300 Mio. Franken. Die Aussage, wonach der Bund seine Versprechungen
gegenüber den Kantonen nicht eingehalten habe ist ebenso wenig
zutreffend wie die Aussage, dass die Umsetzung des Infrastrukturfondsgesetzes
nicht gemäss dem damaligen Willen des Parlamentes erfolge.
Im
Weiteren verweist die Finanzkommission auf die seit dem 1. Januar 2010
in Kraft getretene Ergänzungsregel zur Schuldenbremse. Demnach
sind neu auch ausserordentliche Ausgaben innerhalb sechs Jahren im ordentlichen
Budget zu kompensieren. Anbetracht den in den Finanzplanjahren erforderlichen
jährlichen Einsparungen von rund 1.5 Milliarden Franken erachtet
es die Finanzkommission als nicht zweckmässig, den Bereinigungsbedarf
weiter ansteigen zu lassen (Pressemeldung
SEV, 14.04.10).
Mehrsystemlokomotive
Re 486 getauft
BLS Cargo baut die erfolgreiche grenzüberschreitende Produktionsstrategie
weiter aus. Seit Dezember fahren die neuen BOMBARDIER TRAXX Mehrsystemlokomotiven
Re 486 erstmals grenzüberschreitend nach Italien. Als erste Fahrzeuge
in der Geschichte der BLS Cargo AG können die Lokomotiven in der
Schweiz, Italien, Österreich und Deutschland verkehren.
Seit
dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 verkehren die neuen Mehrsystemlokomotiven
Re 486, Typ BOMBARDIER TRAXX F140 MS, regelmässig die Züge
der Kunden Ambrogio und Hupac zwischen Basel und Gallarate über
die Lötschberg-Linie wie auch zwischen Basel und Busto Arsizio
und Novara über die Gotthard-Line. Die Hupac-Verkehre werden im
Auftrag der DB Schenker Rail Intermodal gefahren.
Die
ersten Lokomotiven Re 486 wurden bereits im Frühling 2009 durch
Bombardier Transportation ausgeliefert. Die Beschaffung erfolgte auf
Basis der positiven Erfahrungen aus dem grenzüberschreitenden Einsatz
von Lokomotiven zwischen der Schweiz und Deutschland und der hohen Qualitätsanforderungen
des Marktes. Die Kunden im Schienengüterverkehr fordern vermehrt
durchgehende Transporte mit kürzesten Wartezeiten an der Grenze.
Zudem wird die Effizienz im Einsatz der Traktionsmittel verbessert.
„Mit den neuen Mehrsystemlokomotiven kann BLS Cargo mit der DB
Schenker Gruppe die Wettbewerbsfähigkeit der grenzüberschreitenden
Produkte substanziell steigern“, stellt CEO Dr. Dirk Stahl zufrieden
fest.
Die
Ausrüstung für Gleich- und Wechselstrom und die entsprechenden
Sicherungssysteme für vier Länder ermöglichen direkte
Fahrten grenzüberschreitend und ohne Lokwechsel von der Schweiz
nach Deutschland, Österreich und Italien. BLS Cargo setzte die
Lokomotiven aufgrund der noch fehlenden Zulassung in Italien ab Mitte
2009 regelmässig auf der Gotthardachse und im internationalen Verkehr
mit Österreich ein. Die Zulassung für das italienische Streckennetz
erfolgte im April 2009, die Immatrikulation der Loks bei der Partnerbahn
NordCargo wurde unmittelbar vor dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009
durch die italienischen Behörden bestätigt.
Die
Lokomotiven sind vorerst noch ohne die Führerstandssignalisierung
ETCS Level 2 ausgerüstet, die für die Fahrt zwischen Mattstetten
und Rothrist und für den Lötschberg-Basistunnel erforderlich
ist. BLS Cargo setzt die TRAXX Lokomotiven zwischen Basel und Domodossola
derzeit als „power pack“ ein, d.h. als zweites Fahrzeug
in Doppeltraktion mit einer anderen Lokomotive an der Spitze. Das Zugsicherungssystem
von Bombardier auf dem ETCS Level 2 ist bereits in diversen Ländern
implementiert und zugelassen, z.B. auf der Betuwe-Route in den Niederlanden.
Die Zulassung in der Schweiz wird intensiv vorangetrieben und BLS Cargo
rechnet damit, ETCS für die Re 486 zum Fahrplanwechsel Ende 2010
in Betrieb nehmen zu können (Pressemeldung
BLS, 14.04.10).
Politischer
Zwang zur Liberalisierung gefährdet die Qualität der Bahnen
Das Flugblatt des SEV zeichnet ein Bild des Schienenverkehrs im Jahr
2015: Innert weniger Minuten fahren zwischen Bern und Zürich Züge
verschiedener Bahngesellschaften zu unbekannten Tarifen - das komplette
Durcheinander. Die Politik will Wettbewerb um jeden Preis und ist bereit,
diesen auf dem Buckel der Reisenden und des Personals durchzusetzen.
Das Bahnsystem der Schweiz zeichnet sich heute durch hohe Qualität,
Zuverlässigkeit, Sicherheit und qualifiziertes Personal aus. Die
flächendeckende Versorgung des öffentlichen Verkehrs ist Teil
des Service public; wenn sich die Bahnen auf die rentablen Strecken
beschränken, ist das System zerstört! Um die Errungenschaften
des öffentlichen Verkehrs nicht zu gefährden, fordert der
SEV:
•
Investionen in Infrastruktur und Wartung der Bahn zugunsten guter und
zuverlässiger Dienstleistungen und einen Zugang auch jenseits der
grossen Linien.
• Stopp mit der Liberalisierung, Privatisierung und Fragmentierung
der Bahnen.
• Sicherung der öffentlichen Dienstleistungsfunktion der
Bahnen; für bezahlbare Dienste.
• Investitionen für guten Service: ausreichendes Personal
auf den Zügen und in den Bahnhöfen, gut ausgebildetes Personal,
faire Arbeitsbedingungen und gesunde Arbeitsplätze.
• Wo es Ausschreibungswettbewerb gibt: Arbeitsplatzsicherheit
und kollektive Garantien für faire Arbeitsbedingungen.
In ganz Europa protestieren heute die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner
mit ihren Gewerkschaften für gute Bahnen und faire Jobs und gegen
eine europäische und nationale Bahnpolitik, die sich auf Liberalisierung,
Privatisierung und die Zerstörung der nationalen Bahnunternehmen
ausrichte (Pressemeldung SEV, 14.04.10).
Beginn
des Sprengvortriebs in Vezia


Erste Sprengung in Vezia.
Die
Arbeiten der AlpTransit Gotthard AG auf der Baustelle in Vezia schreiten
programmgemäss voran. Nach einer Bauphase mit zahlreichen Vorbereitungsarbeiten
beginnt am Montag 12. April 2010 der eigentliche Vortrieb: Die ersten
300 Meter des Tunnels vom Südportal des Ceneri-Basistunnels aus
in Richtung Norden werden ausgebrochen. Die Arbeiten werden durch konventionellen
Sprengvortrieb ausgeführt und voraussichtlich bis Mitte 2012 dauern.
In
der Regel werden an Wochentagen ein bis zwei Sprengungen pro Tag ausgeführt
werden. Diese finden in unregelmässigen Abständen jeweils
zwischen 8.00 Uhr und 12.00 Uhr sowie zwischen 13.30 und 18.00 Uhr statt.
An Samstagen, Sonn- und Feiertagen werden keine Sprengungen vorgenommen.
Am
10. März 2010 hatte der Sprengvortrieb auch in der Caverna operativa
beim Zwischenangriff Sigirno begonnen. Damit wurden die Hauptausbruchsarbeiten
für den Bau des Ceneri-Basistunnels lanciert. Der kommerzielle
fahrplanmässige Betrieb des Ceneri-Basistunnels ist auf Ende 2019
geplant.
Mit
einer Länge von 15.4 km zwischen dem Nordportal Vigana bei Camorino
und dem Südportal in Vezia ist der Ceneri-Basistunnel nach dem
Gotthard- und dem Lötschberg-Basistunnel das drittgrösste
Tunnelprojekt in der Schweiz. Nur mit dem Ceneri-Basistunnel als Fortsetzung
und Ergänzung des Gotthard-Basistunnels wird die neue Gotthardbahn
zu einer durchgehenden Flachbahn für den Güterverkehr durch
die Schweiz (Pressemeldung
AlpTransit Gotthard AG, 13.04.10).
Erfolgreiches
Geschäftsjahr 2009 für Berner Oberland-Bahnen AG
Die Berner Oberland-Bahnen AG kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr
2009 zurück blicken: Mit einem Jahresgewinn von CHF 1,2 Mio. wurde das
drittbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt. Grundlage
für dieses ausgezeichnete Ergebnis bildete insbesondere die sehr erfreuliche
Entwicklung der Schynige Platte-Bahn, welche erstmals einen Verkehrsertrag
von mehr als CHF 3,5 Mio. erzielte. Die vor zwei Jahren eingeleitete
Neupositionierung als nostalgische Zahnradbahn trägt wesentlich zum
Verkaufserfolg bei. In diesen Tagen fällt der Startschuss zur grössten
Investition der Schynige Platte-Bahn, der CHF 7,5 Mio. teuren Erweiterung
des Berghotels Schynige Platte. Ab Beginn der Sommersaison 2011 wird
unseren Gästen ein komplett erneuertes Berghotel mit fast 700 Sitzplätzen
zur Verfügung stehen.
Etwas weniger erfolgreich als im Vorjahr, aber angesichts der schwierigen
Marktsituation mit Weltwirtschaftskrise und Schweinegrippe deutlich
besser als erwartet hat die Berner Oberland-Bahn abgeschnitten. Der
Verkehrsertrag lag mit CHF 9,2 Mio. 2,4% unter dem Rekordwert des Vorjahrs.
Mit der Neugestaltung des Bahnhofs Grindelwald, der Inbetriebnahme der
Druckbrücke in Wilderswil und dem Kauf des Aufnahmegebäudes des Bahnhofs
Interlaken Ost konnten grosse, zukunftsgerichtete Investitionsprojekte
abgeschlossen werden (Pressemeldung Berner Oberland Bahnen AG, 13.04.10).
Finanzspritze
für den Infrastrukturfonds
Die nationalrätliche Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen
(KVF) stimmte der parlamentarischen Initiative ihrer Schwesterkommission
zu, welche den Infrastrukturfonds zusätzlich alimentieren will.
Im Vordergrund steht dabei eine ausserordentliche Einmaleinlage aus
Geldern der Spezialfinanzierung Strassenverkehr.
Am
4. Februar 2010 hatte die ständerätliche Kommission für
Verkehr und Fernmeldewesen eine Kommissionsinitiative BG über den
Infrastrukturfonds für den Agglomerationsverkehr, das Nationalstrassennetz
sowie Hauptstrassen in Berggebieten und Randregionen. Änderung
(10.402) beschlossen. Die nationalrätliche KVF hat nun zur Initiative
Stellung genommen. Die Initiative verlangt, die mittelfristigen Liquiditätsprobleme
des Infrastrukturfonds mittels einer ausserordentlichen Einmaleinlage
in den Infrastrukturfonds zu lösen. Die Mittel sollen der Spezialfinanzierung
Strassenverkehr entnommen werden.
Bei der Beratung zur Freigabe der Mittel (09.084) hatte die ständerätliche
Kommission festgestellt, dass die vorgesehenen Projekte nicht fristgerecht
finanziert werden können. So kann es sein, dass Projekte, die ab
2011 baureif sind, erst ab 2015 durch den Bund finanziert werden können.
Die im Vordergrund stehende Einmaleinlage ist als Übergangslösung
gedacht, bis der Fonds wieder liquide ist. Sonst müssten die Kantone
Vorfinanzierungen leisten, wenn die Projekte wie vorgesehen realisiert
werden sollen. An der Konzeption des Infrastrukturfonds wird nichts
geändert.
Die Kommission stimmte mit 19 zu 4 Stimmen bei 3 Enthaltungen dem Entscheid
der ständerätliche KVF zu, eine Kommissionsinitiative zu ergreifen.
Die Kommission des Ständerates kann nun mit der Ausarbeitung einer
Vorlage beginnen.
Die
Kommission führte zudem eine Aussprache mit den Verantwortlichen
der SBB zu den fehlenden Finanzmitteln im Unterhalt. Ende 2009 kam ein
von den SBB in Auftrag gegebener externer Bericht (so genannter Netzaudit)
zum Schluss, dass den Bundesbahnen jährlich hohe dreistellige Millionenbeträge
fehlen, um schon nur die bestehenden Netzanlagen in ihrer Substanz zu
erhalten. Die KVF liess sich über die Ergebnisse der Studie, aber
auch über die Tatsache orientieren, wie es zu dieser beträchtlichen
Finanzierungslücke kommen konnte. Die Kommission hält fest,
dass die Verantwortlichen auf allen Stufen inzwischen den Handlungsbedarf
erkannt haben und dass erste Massnahmen bereits eingeleitet sind. Das
Parlament wird im Rahmen der Behandlung der Leistungsvereinbarung zwischen
Bund und SBB AG, voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres,
die massgeblichen Entscheide fällen, ob, in welcher Höhe und
in welchem Zeitraum diese zusätzlichen Infrastrukturkosten zu finanzieren
sind. Überdies wird die Idee von tieferen Einlagen in den Finöv-Fonds
aus der LSVA zugunsten einer Finanzierung von nicht Finöv-Projekten
in der Kommission sehr kritisch aufgenommen (Pressemeldung
Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates, 13.04.10).
Bundesverwaltungsgericht
weist SBB Beschwerde ab
Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Beschwerde der SBB gegen eine
Verfügung des Bundesamts für Verkehr BAV abgewiesen. Dabei
geht es um Auslegungsfragen des Arbeitszeitgesetzes und der darin geregelten
Höchstarbeitszeit.
Die SBB analysiert die Auswirkungen des Entscheides auf den Betrieb.
Offen ist auch die Frage eines Weiterzugs der Beschwerde an das Bundesgericht.
«Die
Höchstarbeitszeit innerhalb einer einzelnen Dienstschicht beträgt
10 Stunden, sie darf jedoch im Durchschnitt von 7 aufeinander folgenden
Arbeitstagen 9 Stunden nicht überschreiten.» So steht es
im Arbeitszeitgesetz (Art. 4 Abs. 3 AZG). Bislang ging die SBB davon
aus, dass diese 9-Stunden-Regelung nur dann gilt, wenn der betreffende
Mitarbeiter ohne Unterbruch an sieben aufeinander folgenden Tagen arbeitet.
Das Bundesamt für Verkehr andererseits ging davon aus, dass es
keine Rolle spiele, ob dazwischen Freitage liegen; die 9-Stunden-Regelung
gelte auch in diesem Fall. Das BAV wies die SBB deshalb Mitte 2009 an,
die durchschnittliche Höchstarbeitszeit über sieben Tage künftig
im weiteren Sinne auszulegen. Dagegen erhob die SBB beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde.
Das
Bundesverwaltungsgericht kommt in seinem jetzt veröffentlichten
Urteil zum Schluss, dass der Wortlaut des Gesetzes «sowohl die
Interpretation der Vorinstanz (BAV) als auch der Beschwerdeführerin
(SBB) zulässt». Eindeutige Hinweise für die eine oder
andere Lösung würden sich dem Gesetzestext nicht entnehmen
lassen.
Die Rechtsmittelbehörde habe bei der Überprüfung der
Auslegung von Erlassen indes Zurückhaltung auszuüben und der
Behörde einen gewissen Beurteilungsspielraum zuzugestehen. «Der
Richter hat nicht einzugreifen, solange die Auslegung der Verwaltungsbehörde
vertretbar ist», heisst es in dem Urteil. In der Folge wies das
Gericht die Beschwerde der SBB ab.
Die
SBB analysiert jetzt die möglichen Auswirkungen des Entscheides.
Ob die Beschwerde ans Bundesgericht weiter gezogen wird, ist offen (Pressemeldung
SBB, 10.04.10).
Ältere
KundInnen als Herausforderung für den öffentlichen Verkehr
Die Zunahme der älteren Menschen in der Schweizer Bevölkerung
wird in den nächsten Jahrzehnten auch auf den öffentlichen
Verkehr (öV) massgebliche Auswirkungen haben. Die öV-Unternehmungen
sind gesetzlich verpflichtet, ein altersgerechtes Angebot zu erbringen.
Gleichzeitig können die älteren Kundinnen und Kunden den Marktanteil
des öV verstärken.
Mit dem Ziel, die öV-Unternehmen für die Herausforderungen
und Chancen durch die ältere Kundschaft zu sensibilisieren, führte
das Bundesamt für Verkehr (BAV) am Donnerstag in Ittigen bei Bern
eine Tagung mit dem Titel "öV-Kunde bis 100: Altersgerechtigkeit
im öffentlichen Verkehr" durch. Das Interesse der angesprochenen
Unternehmen war gross. Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter von Bahn-,
Bus- und städtischen Verkehrsunternehmen sowie von Kantonen und
Gemeinden der ganzen Schweiz hatten sich für die Fachveranstaltung
angemeldet.
Wie BAV-Vertreter ausführten, gibt es für Menschen mit einer
altersbedingten Einschränkung bereits eine gesetzliche Grundlage,
die ein altersgerechtes öV-Angebot verlangt: Der Geltungsbereich
des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) umfasst verschiedene
Arten von Beeinträchtigungen, auch wenn im Alter selbstverständlich
nicht von "Behinderungen" im eigentlichen Sinn gesprochen
werden kann.
Nebst den gesetzlichen Grundlagen wurden an der Tagung die möglichen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen älterer Menschen, die
damit verbundenen Herausforderungen für die Benützung des
öffentlichen Verkehrs, aber auch die Chancen für den öV
erörtert. Als Referentinnen und Referenten traten Behördenvertreter,
Mediziner, Marketingfachleute sowie Exponenten von Senioren- und Behindertenverbänden
auf.
Die Unterlagen der Tagung werden in den kommenden Tagen auf der BAV-Website
(www.bav.admin.ch/mobile)
aufgeschaltet werden (Pressemeldung
BAV, 09.04.10).
Bahn-Grossprojekte
auch 2009 gut auf Kurs
Die Eisenbahn-Grossprojekte in der Schweiz sind auch im Jahr 2009 gut
unterwegs. Wie im Vorjahr sind die Termin- und Kostenprognosen für
die NEAT, den Hochgeschwindigkeitsanschluss der Schweiz und die Lärmsanierung
des Bahnnetzes konstant geblieben.
Auch die Umrüstung der bestehenden Bahnstrecken auf das Zugsicherungssystem
ETCS und die Abschlussarbeiten von BAHN 2000 kommen wie geplant voran,
wie aus den neuesten Standberichten des Bundesamtes für Verkehr
(BAV) hervorgeht.
Grosse
Fortschritte machte im Jahr 2009 die Neue Eisenbahn-Alpentransversale
(NEAT). Ende 2009 waren 93,4 % des gesamten Vortriebs des Gotthard-Basistunnels
ausgebrochen (141,8 von 151,8 Kilometer). Im September wurde die zweite
Röhre zwischen Erstfeld und Amsteg durchschlagen, für Herbst
2010 wird der Hauptdurchschlag zwischen Sedrun und Faido erwartet.
Ebenso wurden die Arbeiten am Ceneri-Basistunnel, dem zweiten Basistunnel
auf der Gotthard-Achse, wie geplant weitergeführt. Der Ausbruch
am Hauptlos des Ceneri-Basistunnels hat im Frühling 2010 begonnen.
Die
Kosten- und Terminprognose für die NEAT sind gegenüber dem
Vorjahr unverändert stabil. Das BAV rechnet weiterhin mit Endkosten
von 18,7 Milliarden Franken (Preisstand 1998), womit der Verpflichtungskredit
von 19,1 Milliarden Franken nicht ausgeschöpft ist. Auch die Prognose
der Eröffnungstermine bleibt unverändert: Dezember 2017 für
den Gotthard-Basistunnel und Dezember 2019 für den Ceneri-Basistunnel.
Der
Lötschberg-Basistunnel der NEAT bewährte sich auch im zweiten
Jahr seines fahrplanmässigen Vollbetriebs: Seit der Eröffnung
sind rund 63'500 Züge durch den Tunnel gefahren. Die Auslastung
lag bei 77 %, die Zuverlässigkeit der Infrastruktur weiterhin bei
über 99 %.
Auch
beim Anschluss der Ost- und der Westschweiz an das europäische
Eisenbahn-Hochleistungsnetz (HGV-Anschluss) gab es im vergangenen Jahr
bedeutende Fortschritte. Mit der Fertigstellung der Bauarbeiten im Jurabogen
(Strecke Lausanne/Bern–Paris) konnte ein weiteres Objekt dem Betrieb
übergeben werden. Der Bundesrat genehmigte 2009 drei Finanzierungsvereinbarungen
(Spange SOB, Doppelspur Hüntwangen – Rafz, Neigezug-Anpassung
St. Gallen – St. Margrethen), und im April 2009 konnte die Finanzierungsvereinbarung
mit der Deutschen Bahn für die Ausbauten Lindau–Geltendorf
(Strecke Zürich–München) unterschrieben werden. Ende
2010 soll der Betrieb auf der beschleunigten Strecke Genf-Paris aufgenommen
werden; dies verkürzt die Fahrzeit zwischen diesen Städten
um rund eine Viertelstunde auf noch gut 3 Stunden.
Die
Verpflichtungskredite werden voraussichtlich in allen Korridoren ausgeschöpft.
Sollten Projektänderungen oder erschwerte Baubedingungen wider
Erwarten zu höheren Kosten führen, müssten diese nach
Möglichkeit innerhalb des Korridors kompensiert werden.
Das
Angebotskonzept BAHN 2000 erste Etappe wurde bereits im Dezember 2004
fast vollständig eingeführt. Mit der Wiedereinführung
des zweiten Fernverkehrshalts pro Stunde in Lenzburg wurde das Angebotskonzept
im Dezember 2008 definitiv umgesetzt. Im Jahr 2009 waren noch Abschlussarbeiten
im Gang. Ziel ist es, bis Ende 2010 das Vorgehen für den Abschluss
des Verpflichtungskredites für die erste Etappe von BAHN 2000 festzulegen.
Die Kosten belaufen sich gemäss Prognose auf 5,9 Milliarden Franken
(Preisstand 1993) und liegen damit 1,5 Milliarden Franken unter dem
Verpflichtungskredit. Diese Mittel stehen im FinöV-Fonds für
weitere Projekte zur Verfügung.
Beim
vierten FinöV-Grossprojekt, der Lärmsanierung des Schweizer
Bahnnetzes, wurden 2009 sowohl bei der Rollmaterialsanierung wie bei
den baulichen Schutzmassnahmen gute Fortschritte erzielt. Die Lärmsanierung
der Reisezugwagen ist abgeschlossen. Bei den Güterwagen sind bis
Ende 2009 fast 5'500 Waggons der SBB auf lärmarme Bremsausrüstungen
umgebaut worden, was 85 % des Bestandes entspricht. Ab Herbst 2009 begann
die Lärmsanierung der rund 4000 Privatgüterwagen. Das BAV
rechnet mit dem Abschluss der letzten Umrüstungen bis 2015. Kontrollmessungen,
die 2009 durchgeführt wurden, ergaben, dass die sanierten Güterwagen
die Lärm-Grenzwerte einhalten: die Lärmreduktion übertrifft
die Erwartungen.
Bis
Ende 2009 wurden im Rahmen der netzweiten Lärmsanierung insgesamt
124 Kilometer Lärmschutzwände gebaut. Bis zum Abschluss des
Projekts werden es voraussichtlich rund 285 Kilometer sein. Bei den
Gebäudemassnahmen wurden bisher 14'000 Fenster schallisoliert;
weitere rund 30'000 sollen hinzukommen.
Das
laufende Massnahmenpaket zur Lärmsanierung schliesst gemäss
Prognose mit Endkosten von 1,267 Milliarden Franken (Preisstand 1998)
ab, 32 % unter dem Verpflichtungskredit. Die verbleibenden rund 500
Millionen Franken sollen für weitergehende Massnahmen verwendet
werden. Darüber soll im Verlaufe des Jahres 2011 eine Vernehmlassung
durchgeführt werden.
Zusammen
mit den Berichten zu den FinöV-Projekten veröffentlichte das
BAV den Standbericht zum europäisch standardisierten Signal- und
Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System). Das auf der
Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist und in den Basistunnel der
NEAT verwendete ETCS Level 2 erlaubt kürzere Zugfolgezeiten und
höhere Geschwindigkeiten bei gleichzeitiger Steigerung der Sicherheit.
Zudem ist es die Grundlage für eine europaweite Interoperabilität
der Eisenbahnen. In der Schweiz waren Ende 2009 über 600 Lokomotiven,
Steuerwagen und Triebzüge mit ETCS-Ausrüstung im Einsatz.
Infrastrukturseitig
wird ETCS in der Schweiz nach der erfolgreichen Einführung auf
den Neubaustrecken Mattstetten–Rothrist und Lötschberg-Basistunnel
in einer für Geschwindigkeiten bis 160 km/h angepassten Version
(ETCS Level 1, Limited Supervision) auf dem gesamten Normalspurnetz
zum Tragen kommen. Gemäss heutigem Stand soll die Bahninfrastruktur
ab 2013 umgerüstet werden. Zuerst werden die Güterverkehrsachsen
über die Bergstrecken am Lötschberg und am Gotthard bis 2015
umgerüstet, anschliessend das übrige Netz bis 2017 (Pressemeldung
BAV, 08.04.10).
Stadler
wehrt sich gegen Zweifel an Kompetenz zum Bau von DOSTO-Zügen
Stadler Rail verfügt über langjährige Kompetenz im Aluminium-Leichtbau.
Stadler Rail hat das komplette Engineering-Team von Alusuisse übernommen,
als diese an Alcan verkauft wurde. Dieses Team hat bereits Ende der
90er-Jahre vier Aluminium-Doppelstock-Triebzüge konzipiert und
entwickelt (TAF für Italien, TGV 2N für Frankreich, IC 2N
für Finnland und DOSTO 71 für Tschechien).
Stadler Rail hat in den letzten zwei Jahren über CHF 100 Mio. in
den Neu- und Ausbau der vier Schweizer Werke investiert. Die aktuelle
Produktionskapazität in der Schweiz beträgt 2,75 Mio. Stunden.
Bei einer allfälligen Auftragsvergabe an Stadler Rail beträgt
der Schweizer Wertschöpfungsanteil mindestens 80 %.
Die Ausschreibung der SBB über die Beschaffung von 59 Doppelstock-Triebzügen
für den Fernverkehr interessiert eine breite Öffentlichkeit.
Dies ist angesichts des Auftragsvolumens von ca. CHF 2 Mia. (ohne Optionen)
verständlich. Es handelt sich um die grösste Beschaffung in
der Geschichte der SBB. Ein Angebot haben Bombardier, Siemens und Stadler
eingereicht.
In jüngster Vergangenheit wurde verschiedentlich geltend gemacht,
dass Stadler – im Gegensatz zur Konkurrenz – weder über
die hinreichende Kompetenz noch über die notwendigen Kapazitäten
verfügt, um einen Auftrag dieser Grössenordnung in der Schweiz
abzuwickeln. Im Folgenden nimmt Stadler Rail zu diesen Behauptungen
Stellung.
Behauptung 1: Stadler Rail verfügt nicht über die hinreichende
Kompetenz Doppelstock-Triebzüge
für den Fernverkehr zu bauen.
•
Den von den SBB ausgeschriebenen Doppelstock-Triebzug müssen alle
an der Ausschreibung teilnehmenden Lieferanten neu entwickeln.
• Stadler Rail besitzt als einzige Anbieterin in der Schweiz über
langjährige Kompetenz im Aluminium-Leichtbau, weil Stadler Rail
in den 1990er Jahren das komplette Engineering-Team von Alusuisse übernommen
hatte, als diese an Alcan verkauft wurde. Dieses Team hat bereits Ende
der 90er- Jahre vier Aluminium-Doppelstock-Triebzüge konzipiert
und entwickelt (TAF für Italien, TGV 2N für Frankreich, IC
2N für Finnland und DOSTO 71 für Tschechien).
• Um die Kriterien der SBB-Ausschreibung erfüllen zu können,
müssen die Wagenkästen in Aluminium gefertigt werden. Stadler
hat am meisten Erfahrung im Bau von Aluminiumwagenkästen. Die Mitanbieter
haben bis heute Doppelstock-Triebzüge nur in Stahl gebaut.
Behauptung 2: Die Produktionskapazitäten von Stadler Rail genügen
nicht, um den SBB-Auftrag
abzuwickeln
• Stadler Rail hat in den letzten zwei Jahren über CHF 100
Mio. in die vier Schweizer Standorte investiert.
• Die Division Schweiz verfügt heute an den vier Standorten
über Produktionskapazitäten von über 2,75 Mio. Produktionsstunden.
• Das Werk in Altenrhein wurde zum Doppelstock-Kompetenzzentrum
ausgebaut. In Oberwinterthur wurde Anfang 2010 das Kompetenzzentrum
für Drehgestelle in Betrieb genommen. Im 3. Quartal 2010 wird in
Erlen ein neues Inbetriebssetzungszentrum für die Division Schweiz
eröffnet.
• Insgesamt werden in der Division Schweiz bis Ende 2010 über
2'000 Mitarbeiter beschäftigt sein (gruppenweit sind es 3'000 Beschäftigte).
Das ist sowohl bezüglich Kapazitäten als auch Arbeitsplätzen
ein Vielfaches mehr gegenüber der Konkurrenz in der Schweiz und
teilweise auch in Europa.
• Der SBB-Doppelstockauftrag für den Fernverkehr wird erst
zwischen 2013 und 2019 in der Produktion abgewickelt und lastet das
Werk in Altenrhein zu ca. 40% aus.
• Know-how, technische Kompetenz und Produktionskapazitäten
spiegeln sich auch in der termingerechten Auslieferung der Fahrzeuge.
Stadler hat im Gegensatz zur Konkurrenz ihre Fahrzeuge stets termingerecht
abgeliefert.
Behauptung 3: Stadler Rail erreicht keine 80% Wertschöpfung in
der Schweiz
• Stadler garantiert einen Schweizer Wertschöpfungsanteil
von 80%.
• Die ABB Schweiz liefert das Herzstück des Antriebs. Die
Schweizer Wertschöpfung dieser Komponenten beträgt ebenfalls
80%. Zwischen 2001 und 2009 hat Stadler Rail für über CHF
600 Mio. Antriebsausrüstungen bei ABB bestellt.
• Die Hälfte der Schweizer Wertschöpfung wird zudem
von einer Vielzahl von langjährigen KMU-Zulieferbetrieben sichergestellt.
Behauptung 4: Stadler ist in der Schweiz zu erfolgreich
Stadler Rail hat sich mit ihren Produkten, namentlich mit dem FLIRT
(Flinker Leichter Innovativer Regional-Triebzug) und dem Gelenktriebwagen,
GTW, trotz hohem Schweizer Wertschöpfungsanteil international durchgesetzt.
Insgesamt hat Stadler Rail seit 2004 557 FLIRT und 501 GTW verkauft,
davon wurden 480 (über 85%) bzw. 358 (über 70%) Fahrzeuge
im Ausland abgesetzt.
Die Konkurrenz hat in der Schweiz auch Erfolge verbucht, namentlich:
• Bombardier:
- 140 Zwischenwagen „Domino-Inova“ für SBB im Jahr
2006. Auftragsvolumen ca. CHF 220 Mio.
- 10 Lokomotiven für BLS Cargo im Jahr 2007. Auftragsvolumen: ca.
CHF 50 Mio.
- Option über 14 Cobra-Trams für VBZ Zürich im 2007 (Gesamtflotte:
88). Auftragsvolumen CHF 60 Mio.
- Option über 18 Flexity-Trams für Transports Publics Genévois.
Auftragsvolumen CHF 85 Mio. Damit steigt die Flotte auf 39 Fahrzeuge.
- 13 „Lötschberger“ für BLS im Jahr 2006. Auftragsvolumen:
CHF 105 Mio.
- Option über 8 Lötschberger für BLS im Jahr 2008. Auftragsvolumen:
CHF 46 Mio.
• Siemens:
- Option über 25 Doppelstock-Triebzüge für die SBB (2.
Generation) im Jahr 2006, nachdem 2003 bereits 35 dieser Doppelstock-Triebzüge
bestellt wurden. Auftragsvolumen CHF 350 Mio.
- Option über weitere 21 Combino Tram für BernMobil im Jahr
2007 (Gesamtflotte: 36). Auftragsvolumen CHF 100 Mio.
• Alstom:
- 14 ETR 610 (Cisalpino) im Jahr 2004. CHF 450 Mio. (300 Mio. Euro)
Auftragsvolumen.
Bei der Beschaffung der Doppelstock-Triebzüge für die S-Bahn
Zürich haben die Bietergemeinschaft Siemens/Bombardier den Auftrag
über 121 Niederflur-Doppelstockwagen im Wert von CHF 0,5 Mia. erhalten,
während Stadler die 50 Doppelstock-Triebzüge liefern kann
(Auftragsvolumen: CHF 1 Mrd.) (Pressemeldung Stadler, 08.04.10).
SBB
und T-Systems arbeiten auch in Zukunft zusammen
Die SBB setzt weiterhin auf die strategische Partnerschaft mit T-Systems
und nimmt die Vertragsoption einer vorzeitigen Kündigung nicht
in Anspruch. Die bestehenden Verträge über IT-Leistungen aus
dem Jahr 2005 wurden überarbeitet und laufen neu bis Ende 2015,
gewisse Teilleistungen haben eine Laufzeit bis 2018.
«Wir setzen auf Kontinuität, wenn Preis und Qualität
unserer Lieferanten stimmen», so Peter Kummer, neuer Leiter der
SBB Informatik. «Wir nehmen daher unsere Kündigungsoption
nicht wahr.»
Der neue Kontrakt sieht neben den bisherigen Leistungen ein Service-Credit-Modell
vor, das neu die Bedeutung der Anwendungen für die SBB stärker
berücksichtigt und somit mehr Business-Nähe schafft.
„Wir freuen uns sehr darüber, dass die SBB uns weiterhin
ihr Vertrauen schenkt und auf unser internationales Liefernetz setzt.
Das zeigt uns, dass unser Engagement, unsere Innovationskraft und unser
Servicebewusstsein geschätzt werden“, so René Mulder,
Director Corporate Customers und Mitglied der Geschäftsleitung
bei T-Systems in der Schweiz.
2005 wurde T-Systems von den SBB in einem Ausschreibeverfahren mindestens
fünf Jahre mit dem Betrieb und Support der zentralen IT-Dienste
bei der SBB betraut. Seit mehr als zehn Jahren nimmt die SBB mittlerweile
Infrastrukturdienstleistungen von T-Systems in Anspruch (Pressemeldung
SBB, 06.04.10).
Iris
Dellsperger wird neue Leiterin IT-Unternehmensentwicklung
Die SBB Konzernleitung hat Iris Dellsperger per 1. Juni zur Leiterin
Informatik Unternehmensentwicklung ernannt.
Iris
Dellsperger stiess im Mai 2005 zur der SBB und leitet seit Februar 2008
den Bereich Informatik Account Management. In dieser Funktion verantwortet
sie die Betreuung aller SBB Divisionen und führt das IT-Projektportfolio
mit einem jährlichen Volumen von 180 Mio. Franken. Bevor Iris Dellsperger
zur SBB wechselte, war sie als Head of System Solutions für die
technischen IT-Serviceleistungen der Sarna Verwaltungs AG in Sarnen
verantwortlich.
Iris
Dellsperger studierte an der Ingenieurschule Lausanne und machte den
Abschluss als Ing. HTL der Grafischen Industrie. In diesem Jahr hat
sie das Executive Master of Business Engineering an der Universität
St. Gallen abgeschlossen (Pressemeldung
SBB, 02.04.10).
Modernisierung
des Rangierbahnhofs Basel
Die SBB modernisiert ab 6. April 2010 den Rangierbahnhof Basel I in
Muttenz. Sie optimiert die umfangreichen Gleisanlagen, erneuert die
Stellwerktechnik und ersetzt Weichen, Schienen, Schwellen sowie Schotter.
Ein neues elektromagnetisches Bremssystem in den Wagenverteilgleisen
ermöglicht künftig leiseres Rangieren. Weiter erstellen die
Bauteams Lärmschutzwände und eine separate Entwässerung.
Die Arbeiten dauern rund dreieinhalb Jahre.
Die
SBB investiert rund 195 Mio. Franken in die Modernisierung des Rangierbahnhofs
Basel I in Muttenz. Am 6. April 2010 beginnen die Erneuerungsarbeiten,
welche rund dreieinhalb Jahre dauern. Die Anlage, in welcher die Wagen
ankommender Güterzüge gemäss ihrem Bestimmungsort neu
formiert werden, wird komplett umgebaut und erneuert.
So
bringt die SBB die Gleisanlagen stellwerktechnisch auf den neusten Stand
und ersetzt zwei der fünf Stellwerke. Damit können Signale
und Weichen künftig voll-automatisch bedient werden. Ein neues
elektromagnetisches Bremssystem wird zudem in den Verteilgleisen die
über eine Erhebung («Ablaufberg») geschobenen, einrollenden
Güterwagen leiser und effizienter abbremsen. Das Bremssystem lässt
sich jedoch nur auf einer ebenen Fläche einsetzen. Um das von blossem
Auge kaum sichtbare Gefälle der Verteilzone auszugleichen, tragen
die Bauteams deshalb rund 145'000 Kubikmeter Erde ab. Das entspricht
über 4500 Güterwagenladungen.
Stellwerktechnik
und Bremssystem machen die Anlage leistungsfähiger, weshalb die
SBB die Zahl der Verteilgleise von 41 auf 32 reduzieren kann. 59 Weichen
und 25 Gleiskilometer Schiene werden ausgebaut und durch 38 Weichen
und 24 Gleiskilometer Schiene ersetzt. Gleichzeitig erneuern die Bauteams
Schwellen, Schotter und den Gleisunterbau. Ausserdem erstellt die SBB
im Bremsbereich der Wagen auf einer Länge von 280 Metern rund vier
Meter hohe Lärmschutzwände. Der gesamte Bereich der umgebauten
Verteilzone wird zudem mit einer separaten Entwässerung mit eigenem
Sickerbecken ausgerüstet.
Damit
die SBB den Rangierbahnhof Basel I auch weiterhin, wenn auch eingeschränkt,
nutzen kann, nimmt sie die Arbeiten etappenweise vor. In einem ersten
Schritt erneuert die SBB die ganze Nordhälfte der Anlage. Diese
übergibt sie anschliessend dem Betrieb. Danach wird die südliche
Hälfte umgebaut.
Der
zu erneuernde Rangierbahnhof Basel I besteht seit den dreissiger Jahren
und dient dem Nord–Süd-Verkehr. Im Jahr 2008 passierten ihn
rund 226’000 Güterwagen. Gemeinsam mit dem daneben liegenden,
in den siebziger Jahren für den Süd–Nord-Verkehr gebauten
Rangierbahnhof Basel II bildet er im Dreiländereck eine wichtige
Drehscheibe sowohl im schweizerischen als auch im internationalen Güterverkehr
(Pressemeldung
SBB, 02.04.10).
Strecke
Sumiswald-Huttwil wird veräussert oder ausser Betrieb gesetzt
Die BLS verzichtet nach Absprache mit Bund und Kanton auf umfangreiche
Erneuerungsinvestitionen auf den Streckenabschnitten Sumiswald-Huttwil
und Burghof-Wasen im Emmental. Sie wird die Bahninfrastruktur mittelfristig
veräussern oder ausser Betrieb setzen. Mit der Genossenschaft Museumsbahn
Emmental finden Gespräche statt mit dem Ziel, die Strecke zu veräussern
und für private Nostalgiefahrten aufrechtzuerhalten.
Nach
der Umstellung des öffentlichen Personenverkehrs zwischen Sumiswald-Grünen
und Affoltern-Weier von Bahn auf Bus verkehren dort nur noch vereinzelte
Züge. Der Weiterbetrieb der Strecke wäre auch im günstigsten
Fall mit Investitionen in Oberbau und Fahrleitung in der Höhe von
mehreren Millionen CHF verbunden.
Diesen
sehr hohen Kosten steht eine bescheidene Nutzung gegenüber. Konkret
werden auf der Strecke gegenwärtig noch folgende Verkehre abgewickelt:
•
2 Überführungsfahrten von leeren Regionalzügen pro Tag
• Vereinzelte saisonale Einzelwagenladungsverkehre
• Vereinzelte Nostalgiefahrten mit historischen Fahrzeugen
• Gelegentliche Dienstfahrten der Unterhalts-/Bauequipen der BLS
Aufgrund
des ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses haben sich der
Kanton Bern und der Bund als Infrastrukturbesteller entschieden, die
Strecke nicht mehr zu erneuern. Sie wird deshalb von der BLS nur noch
so lange betrieben, wie sie ohne Erneuerungsinvestitionen offen gehalten
werden kann. Sollte die Strecke nicht von einer anderen Körperschaft
übernommen werden, wird sie anschliessend ausser Betrieb gesetzt.
Die
Strecke Sumiswald-Grünen–Wasen i.E. wird seit 1994 von Personenzügen
nicht mehr fahrplanmässig befahren. Der untere Streckenteil von
Sumiswald-Grünen bis Burghof wird heute noch für die Güterzustellung
zur RUWA AG genutzt. Der obere Teil der Strecke von Burghof bis Wasen
i.E. ist wegen infrastruktureller Mängel ausser Betrieb gesetzt.
Eine Wiederaufnahme des Betriebs wäre mit umfangreichen Erneuerungsinvestitionen
verbunden. Die Strecke wird daher nicht mehr instand gesetzt.
Eine
Übernahme der beiden Streckenabschnitte durch eine andere Körperschaft
ist grundsätzlich möglich. Entsprechende Gespräche werden
zur Zeit mit der Genossenschaft Museumsbahn Emmental geführt mit
dem Ziel, die Strecke für Nostalgiefahrten weiter zu betreiben.
Sollte dies zustande kommen, wird der Bund auch nach einer Lösung
suchen, um die Güterzustellung weiter zu ermöglichen (Pressemeldung
BLS, 02.04.10).
Gotthard
vor Hauptdurchschlag, Hauptvortrieb am Ceneri
Das Projekt AlpTransit Gotthard ist auf Kurs. Im Gotthard-Basistunnel
steht im Herbst 2010 der Hauptdurchschlag bevor. Am Ceneri-Basistunnel
hat Mitte März 2010 der Hauptvortrieb begonnen. Renzo Simoni, Vorsitzender
der Geschäftsleitung der AlpTransit Gotthard AG, informierte am
31. März 2010 anlässlich der Premiere zum AlpTransit-Jahresfilm
2009 über den Baufortschritt am grössten Bauprojekt der Schweiz.
Insgesamt sind gegenwärtig fast 95% der rund 151,8 km Schächte,
Stollen und Tunnelröhren des Gotthard-Basistunnels durchörtert.
Der Rohbau, die Beton- und Ausschalungsarbeiten in den Teilabschnitten
Sedrun Nord, Amsteg und Bodio sind abgeschlossen. Voraussichtlich im
Herbst 2010 wird in der Oströhre zwischen Faido und Sedrun der
Hauptdurchschlag erfolgen. Bis dahin sind von der Tunnelbohr- maschine
noch rund 2.5 Kilometer auszubrechen.
Ab Mitte 2010 wird in der Weströhre bei Bodio der Einbau der bahntechnischen
Anlagen beginnen. Diese umfassen die Fahrbahn, Fahrleitung, Telekomanlagen
und Stromversorgung. Zur logistischen Bewältigung des Bahntechnikeinbaus
wurde in den letzten Monaten der Installationsplatz in Biasca errichtet,
der sich wenige Kilometer südlich des Südportals befindet.
Es entstanden Montagehallen, ein Betonwerk, Büros und Unterkünfte
für die Arbeiter.
In der Weströhre des Gotthard-Basistunnels, die gegenüber
dem Vortrieb in der Oströhre etwa 600 Meter zurückliegt, steht
die Tunnelbohrmaschine wegen eines Gesteinsniederbruchs seit rund vier
Wochen still. Seither wurde mit Sondier- bohrungen die Grösse des
entstandenen Hohlraumes sowie die Länge der Störzone ermittelt.
Es zeigte sich, dass die angetroffene Störzone viel grösser
ist, als man in den ersten Tagen angenommen hatte. Die erkundeten Hohlräume
der Störzone reichen kaminartig auf eine Höhe von mindestens
40 Metern ab der Tunnelsohle. Das gesamte Hohlraum- volumen wird auf
ca. 3'000 m3 geschätzt. Ein erheblicher Teil des erkundeten Hohlraums
ist noch mit zerbrochenem Felsmaterial verfüllt. Die Länge
der Störzone beträgt zwischen 6 und 10 m.
Damit die Tunnelbohrmaschine wieder andrehen kann, wird nun im Verlauf
der nächsten Wochen der lockere Bereich vor dem Bohrkopf der Maschine
aus einer Injektionsnische von der parallel verlaufenden Oströhre
aus mit Zement verfestigt. Dies wird rund 3 Monate dauern. Auf das Terminprogramm
und damit auf die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels Ende 2017
hat der Vortriebsunterbruch keine Auswirkungen.
Am Ceneri erfolgte mit der ersten Sprengung beim Zwischenangriff in
Sigirino Mitte März 2010 ein Meilenstein: Die Mineure erhielten
grünes Licht für den Hauptvortrieb Richtung Norden und Süden.
Am Nordportal Vigana bei Camorino ist der Vortrieb unter der Autobahn
A2 im Gang. Im südlichen Portalbereich Vezia beginnt der Gegenvortrieb
Mitte April 2010.
Die Baufortschritte an den Basistunnels am Gotthard und am Ceneri werden
im Auftrag von AlpTransit Gotthard AG von Filmteams dokumentiert. Jedes
Jahr entsteht so ein Jahresfilm, der in rund 30 Minuten die wichtigsten
Meilensteine auf den NEAT-Baustellen Gotthard und Ceneri und die Fortschritte
der Mineure dokumentiert. Der Jahresfilm
2009 ist ab sofort in drei Sprachversionen (deutsch, italienisch,
englisch) erhältlich. Die DVD kann entweder übers Internet
(www.alptransit.ch),
bei den AlpTransit-Info-Centern in Erstfeld und Pollegio oder an den
Niederlassungen der AlpTransit Gotthard AG in Luzern, Altdorf, Sedrun,
Faido und Bellinzona zum Preis von 30 CHF gekauft werden. Die DVD ist
auch im RailShop im Bahnhof Luzern erhältlich.
Rückblick 2009: Arbeiten am Gotthard
•
Im Teilabschnitt Erstfeld erfolgte in beiden Röhren der Durchschlag
der Tunnelbohrmaschinen in Richtung Amsteg. Auf der offenen Strecke
Nord sind die Arbeiten an diversen Kunstbauten wie Brücken, Unterführungen
und Durchlässen aufgenommen worden.
• Der Abschnitt Amsteg-Sedrun ist bereit für den Einbau der
Bahntechnik.
• Im Teilabschnitt Sedrun erreicht der Vortrieb Richtung Süden
in beiden Röhren Tagesleistungen von 6-7 Metern. Der Innenausbau
der Multifunktionsstelle wird weiter vorangetrieben. Der nördliche
Abschnitt ist bereit für den Einbau der Bahntechnik.
• Im Teilabschnitt Faido wurde bei den TBM-Vortrieben Richtung
Nord im September 2009 die Kantonsgrenze Tessin-Graubünden erreicht.
Die Endausbauarbeiten an der Multifunktionsstelle werden parallel zum
Vortrieb ausgeführt.
• Im Teilabschnitt Bodio ist die Weströhre bereit für
den Einbau der Bahntechnik. Die Oströhre wird weiterhin für
die Ver- und Entsorgung der Bauarbeiten im Abschnitt Faido benutzt.
• Auf der offenen Strecke Süd fand Ende November 2009 in
Pollegio der Spatenstich für die neue SBB-Betriebsleitzentrale
«Centrale d’esercizio di Pollegio» statt. In Biasca
wurde der Installationsplatz für die Bahntechnik erstellt.
Rückblick 2009: Arbeiten am Ceneri
•
Am Nordportal bei Vigana begannen die Arbeiten zur Unterquerung der
Autobahn A2.
• Beim Zwischenangriff Sigirino wurde die Installationskaverne
im Berg erstellt und der Installationsplatz für das Hauptlos vorbereitet.
• Am Südportal bei Vezia wurden die Vorarbeiten an der Baugrube
abgeschlossen (Pressemeldung AlpTransit Gotthard, 01.04.10).
Schifffahrt
Berner Oberland feiert in diesem Jahr ihr 175-Jahr-Jubiläum
Die Schifffahrt Berner Oberland feiert in diesem Jahr ihr 175-Jahr-Jubiläum.
Neben einem reichen Kurs- und Spezialangebot wartet die BLS-Schifffahrt
mit zusätzlichen Festaktivitäten auf. Saisonstart ist am Karfreitag,
2. April. Als Auftakt ins Jubiläumsjahr offeriert die BLS bis Ende
April stark vergünstigten Tageskarten für Thuner- und Brienzersee.
1834
legten die Gebrüder Knechtenhofer den Kiel für die Ausflugsschifffahrt
auf dem Thunersee. Um ihr Hotel zu beleben, bestellten sie bei der Maschinenfabrik
Cavé in Paris ein Dampfschiff. Dieses Dampfschiff mit Namen „Bellevue“
lief am 31. Juli 1835 zur Jungfernfahrt aus. Seither ist viel Wasser
die Aare und durch die beiden Oberländer Seen hinabgeflossen. Die
BLS-Flotte auf Thuner- und Brienzersee besteht heute aus 11 Motor- und
zwei ursprünglichen Dampfschiffen. 70 Mitarbeitende arbeiten heute
für dieses Unternehmen.
Die
Schifffahrt Berner Oberland startet am kommenden Karfreitag, 2. April
ins Jubiläumsjahr: Auf dem Thunersee mit einem täglichen Angebot,
auf dem Brienzersee zunächst bis 8. Mai mit Samstags- und Sonntags-Kursen.
Auf
dem Thunersee beginnt die Saison am Karfreitag mit dem reichhaltigen
Thunersee-Brunch, wobei regionale Produkte vom Ballenberg angeboten
werden. Am Ostersamstag sind Kinder und Eltern zum Ostereierfärben
und Basteln eingeladen.
Den
Start ins Jubiläumsjahr feiert die BLS-Schifffahrt mit einer speziellen
Aktion: einen Tag lang unbeschränkt Schiff fahren auf dem Thuner-
und Brienzersee. Diese Frühlingsaktion dauert vom 2. bis 30. April
2010 (2. Klasse: CHF 17.50, 1. Klasse: CHF 27.50). Neben eigentlichen
Jubiläumsaktivitäten, wie beispielsweise die Jubiläumsfahrt
mit dem Salondampfer „Blümlisalp“ am 18. September,
wird es auch in dieser Saison an exklusiven Spezialschiffangeboten zwischen
Clown-Schiff und Ladies Night nicht fehlen (siehe Kasten). Zudem gibt
die BLS Ende Mai 2010 eine Jubiläumsschrift zur Geschichte auf
dem Thunersee heraus.
Die
Saison 2009 war geprägt durch gut ausgelastete Schiffe bei herrlichem
Sommer- und Herbstwetter. Die Kursschifffahrt lockte rund 1,3 Millionen
Fahrgäste auf Thuner- und Brienzersee – gegen 30 Prozent
mehr als im Vorjahr. Das Ergebnis ist umso bemerkenswerter, weil die
Anzahl Kursfahrten um 9,5 Prozent reduziert wurden. Die durchschnittliche
Auslastung und Produktivität stieg damit um 42 Prozent.
Die
konsequente Marktbearbeitung und die Ausrichtung der Marketing- und
Verkaufsförderungsaktivitäten auf spezifische Zielgruppen
trugen Früchte. Die Spezialangebote kamen sehr gut an. So war „OaSee“,
das Lounge-Schiff, stets ausgebucht. Einzig bei den Extrafahrten wurde
im Business-Segment rezessionsbedingt eine Einbusse registriert.
Durch
die deutliche Steigerung der Verkehrserträge und die konsequente
Strategieumsetzung konnte 2009 das seit Jahren angestrebte Ziel einer
„Schwarzen Null“ erreicht werden. Die BLS verzeichnete das
beste Jahr seit über zehn Jahren.
Für
die Zukunft bleibt es eine grosse Herausforderung, die laufend erforderlichen
Investitionen in die Flotte und in die Infrastruktur aufzubringen und
die stetig steigenden Betriebskosten unter anderem wegen den CO2-Abgaben,
der Erhöhung der Mehrwertssteuer und den steigenden Treibstoffpreisen
aufzufangen (Pressemeldung
BLS, 01.04.10).
Schweiz:
Stadler liefert Doppelstockzüge für die S-Bahn Bern






Die BLS tätigt die grösste Rollmaterialinvestition in Ihrer
Geschichte: Sie beschafft bei der Firma Stadler Rail bis Ende 2014 insgesamt
28
Doppelstocktriebzüge für die S-Bahn Bern. Der Verwaltungsrat
hat den entsprechenden Kredit über 493,7 Mio. Franken freigegeben.
Mit den neuen Zügen trägt die BLS der wachsenden Nachfrage
Rechnung und bietet ihren Fahrgästen mehr Komfort. Sie vereinheitlicht
gleichzeitig langfristig die Flotte zu Gunsten eines wirtschaftlicheren
Betriebs. Bis ins Jahr 2025 will die BLS insgesamt über eine Milliarde
Franken in neues Rollmaterial investieren.
Die S-Bahn Bern stösst nach dem rasanten Nachfragewachstum der
letzten Jahre mit ihrem Rollmaterial an die Kapazitätsgrenzen,
insbesondere auf den frequenzstärksten Linien und zu den Hauptverkehrs-zeiten.
In den letzten fünf Jahren hat die Nachfrage gemessen an den gefahrenen
Personenkilometern um 43,5 Prozent zugenommen. Und das Wachstum hält
auch in Zukunft an: Bis ins Jahr 2025 ist im Raum Bern mit einer weiteren
Nachfragesteigerung von rund 60 Prozent zu rechnen. Deshalb beschafft
die BLS neue, leistungsfähige Doppelstocktriebzüge (Do-sto).
Diese bringen den Fahrgästen mehr Platz und Komfort sowie den Leistungsbestellern
und der BLS mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Bahnbetrieb. Die
öffentliche Ausschreibung zur Lieferung von insgesamt 28 Doppelstock-Kompositionen
erfolgte im Juni 2009.
An seiner letzten Sitzung hat der Verwaltungsrat der BLS entschieden,
der Firma Stadler Rail mit Sitz in Bussnang den Auftrag zur Herstellung
und Lieferung der Dosto-Fahrzeuge zu erteilen. Die für öffentliche
Ausschreibungen übliche Rekursfrist von 20 Tagen bleibt vorbehalten.
Gleichzeitig bewilligte der Verwaltungsrat die notwendigen finanziellen
Mittel in der Höhe von CHF 493,7 Mio. Die Investition wurde vom
Bundesamt für Verkehr sowie den Kantonen Bern und Freiburg, auf
deren Gebiet die neuen Züge künftig verkehren werden, genehmigt.
Die 28 neuen, je 102 Meter langen Doppelstockzüge werden ab Herbst
2012 ausgeliefert und kommen im Verlauf des Jahres 2013 schrittweise
auf der S-Bahn-Linie S1 (Fribourg–Bern–Münsingen–Thun)
fahrplanmässig zum Einsatz. Ab 2014 bedienen die Doppelstockzüge
etappenweise die S3 (Biel–Bern–Belp) und die S6 (Schwarzenburg–Bern).
Ende 2014 wird die Dosto-Flotte komplett sein. Für den Einsatz
der neuen Fahrzeuge werden diverse kleinere Anpassungen an der bestehenden
Bahninfrastruktur – etwa im Donnerbühl-Tunnel und auf der
Schwarzenburg-Linie – vorgenommen. Mit der grössten Rollmaterialinvestition
ihrer Unternehmensgeschichte strebt die BLS sowohl eine quantitative
wie qualitative Verbesserung ihres Angebots für die Kundinnen und
Kunden in der S-Bahn Bern an:
• Kapazitätserhöhung: Die neuen Züge bieten mit
ihren 336 Sitzplätzen und 110 Stehplät-zen sowie einer Maximalkapazität
von 915 Personen pro Komposition mehr Platz im Hinblick auf das künftige
Nachfragewachstum. Die Platzzahl lässt sich durch die Verbindung
zweier Kompositionen rasch verdoppeln. Auf den S-Bahn-Linien S1, S3
und S6 kann die Zahl der Sitzplätze in der Hauptverkehrszeit bis
2014 um rund 30 Prozent gesteigert werden.
• Komfortsteigerung und Behindertengerechtigkeit: Die neuen Dosto
haben dank Flächen-heizung eine grosszügige Sitzanordnung
und verfügen mit Multifunktionsabteilen über ausreichend Raum
für Kinderwagen und Fahrräder. Die Wagen sind durchgehend
klimatisiert und verfügen über eine optische und akustische
Fahrgastinformation sowie über Videoüberwachung. Das Aus-
und Eintreten erfolgt dank Niederflureinstiegen bequem auf Niveau der
Perrons. Jede Komposition verfügt über drei Rollstuhlplätze
und eine behin-dertengerechte Toilette.
• Optimierte Produktion und Zuverlässigkeit: Breite Türen
und grossräumige Aus- und Eingangszonen ermöglichen einen
raschen Fahrgastwechsel und erleichtern damit die Fahrplaneinhaltung.
Produktionsseitige Vorteile ergeben sich überdies durch die Möglichkeit
rascher Richtungswechsel und das schnelle Trennen und Vereinen von Kompositionen.
• Verbesserte Wirtschaftlichkeit: Eine erhöhte Verfügbarkeit
der Fahrzeuge und längere Intervalle bei der Instandhaltung der
Systeme ermöglichen eine Senkung der Lebenszykluskosten.
Die BLS verfügt heute im Regional- und S-Bahnverkehr über
eine heterogene Flotte, deren Fahrzeuge sich in Alter, Technik, Fahrgastkomfort
und Wirtschaftlichkeit stark unterscheiden. Im Rahmen ihrer langfristigen
Flottenstrategie will die BLS den Fahrzeugpark bis zum Jahr 2025 schrittweise
vereinheitlichen, modernisieren und auf die künftigen Angebots-
und Nachfrageentwicklungen ausrichten. Im Zentrum steht die etappenweise
Beschaffung neuer S-Bahnzüge. Der nun erteilte Zuschlag für
die Doppelstockzüge bildet die Grundlage für die Realisierung
der ersten Etappe. Unter der Voraussetzung, dass geplante Infrastruktur-
und Angebotsausbauten bis dahin realisiert werden können, plant
die BLS auf die Fahrplanwechsel von 2019 und 2025 weitere Beschaffungen
von – voraussichtlich einstöckigen – S-Bahnfahrzeugen.
Bis 2025 wird die BLS somit rund 1,2 Milliarden Franken in neue Züge
investieren.
Die
Neubeschaffungen
erlauben den Ersatz von älterem Rollmaterial, womit die BLS
die Flotten-vielfalt reduzieren kann. Das vereinfacht die Instandhaltung
und erhöht die Flexibilität im Bahnbetrieb. Die BLS strebt
an, statt der heute sieben nur noch vier Teilflotten zu betreiben, wovon
je zwei untereinander kuppelbar sind.
In einem ersten Schritt werden mit der Inbetriebnahme der neuen Dosto
acht Pendelzüge des Typs RBDe 566 I und vier lokbespannte EW I-Pendelzüge
ausrangiert. Gleichzeitig können die 13 roten Gelenktriebwagen
des Typs RABe 526 (GTW) ersetzt werden, welche Ende 2013 mit der Neuaufteilung
des Linienmanagements in den Gebieten, Luzern West, Solothurn und Berner
Jura von der BLS an die SBB übergehen (Pressemeldung
BLS/Stadler, 31.03.10).
BLS
Cargo beschränkt Jahresverlust auf 3.6 Mio. CHF


Nachfragerückgang aufgrund der Wirtschaftskrise
bei der Verkehrsleistung (oben links), Marktanteile alpenquerender Schienengüterverkehr
(oben rechts) und Sofortmassnahmen (Taskforce 1) und Effizienzsteigerungsprogramm
(„Aufstieg 2011“) als Reaktion auf den Nachfrageeinbruch (unten). Grafiken
BLS.
Die internationale Wirtschaftskrise hat das Geschäftsjahr 2009
von BLS Cargo stark beeinflusst. Der konjunkturell bedingte Transportrückgang
wirkte sich stark auf die Verkehrsleistung von BLS Cargo aus, welche
gegenüber 2008 um 19% sank. Dank eingeleiteter Gegenmassnahmen
und eines Effizienzsteigerungsprogramms gelang es BLS Cargo, den Jahresverlust
auf 3.6 Mio. CHF zu beschränken.
Die Verkehrsleistung von BLS Cargo sank in 2009 gegenüber dem Vorjahr
um 19 Prozent auf 2’981 Millionen Nettotonnenkilometer. Dies vor
allem bedingt durch den starken Einbruch der Nachfrage nach Transportleistungen
aufgrund der internationalen Wirtschaftskrise, die alle europäischen
Güterbahnen traf. BLS Cargo blieb von der Krise nicht verschont,
weil mehr als 90% des eigenen Geschäftes aus grenzüberschreitenden
Verkehren für die stark betroffene europäische Grossindustrie
(Automobil, Stahl, Papier) und für den Seehafenhinterlandverkehr
aus den Nordseehäfen (Überseecontainer) bestehen.
Der Rückgang war vor allem im internationalen Transitverkehr, der
Kernaktivität von BLS Cargo, zu spüren.
Sowohl der „konventionelle Verkehr“ (-27.8%) als auch der
„unbegleitete kombinierte Verkehr“ (-25.5%) erlitten über
die beiden Haupttransitachsen Lötschberg-Simplon und Gotthardachse
deutliche Einbrüche. Einzig die Rollende Autobahn erwies sich mit
einem Wachstum von 8 Prozent als krisenresistent. Ein Grund für
die gute Entwicklung dieses Verkehrs liegt einerseits im relativ stabilen
Lkw-Nachfragen in 2009 und anderseits im eher schwachen, von Streiks
und knappen Wagenressourcen geprägten Vorjahr 2008 bei den von
RAlpin verantworteten Verkehren. Beide Segmente, „kombinierter
Verkehr“ und „konventioneller Verkehr“ lagen auf den
beiden Haupttransitachsen deutlich unter dem Vorjahr. Der Verkehrsrückgang
betrug auf der Lötschberg-Simplon-Achse 18 Prozent und auf der
Gotthardachse 23 Prozent. Ein positiveres Bild als die Transitverkehre
liefern die Binnen-, Import- und Exportverkehre von BLS Cargo. Diese
gingen gegenüber dem äusserst erfolgreichen Geschäftsjahrs
2008 lediglich um 2 Prozent zurück.
BLS Cargo konnte trotz der Rückgänge auf beiden Transitachsen
ihre gute Position mit einem Marktanteil von 41 Prozent am gesamten
Transitverkehr auf der Schiene durch die Schweiz halten.
Die internationale Wirtschaftskrise und deren Auswirkungen auf die Nachfrage
nach Schienengüter-verkehrsleistungen waren für BLS Cargo
das bestimmende Thema im Berichtsjahr. Obwohl bereits Ende 2008 erste
Kostensenkungsmassnahmen und Ressourcenanpassungen eingeleitet wurden,
stand BLS Cargo vor der Herausforderung, die grossen Kostenblöcke
wie „Personal“ und „Lokomotiven“ im Jahresverlauf
gemeinsam mit der BLS anzupassen bzw. zu flexibilisieren. Der hohe Fixkostenanteil
eines Schienengüterverkehrsunternehmens erweist sich gerade in
Zeiten mit hohen Nachfrageschwankungen als sehr problematisch.
BLS Cargo nahm diese Situation zum Anlass, sich intensiv mit Kosten
und Prozessen im Unternehmen auseinanderzusetzen. Durch schnelles Umsetzen
von kurzfristigen operativen Massnahmen wie Einstellungs- und Investitionsstopps
sowie Vermietung von Loks und Lokführern an andere Bahnen wirkte
die BLS Cargo gemeinsam mit der BLS dem Abwärtstrend entgegen.
Mit dem Start eines Effizienzsteigerungsprojektes „Aufstieg 2011“
im Sommer 2009 leitete BLS Cargo zudem strukturelle Massnahmen ein,
die eine mittel bis langfristige Flexibilisierung und Optimierung des
Ressourcen- und Personaleinsatzes vorsehen und dadurch das Unternehmen
wieder auf ein nachhaltig positives Unternehmensergebnis ausrichten.
Die Ergebnisse des Projekts sind bisher positiv zu bewerten. Die angestrebten
Einsparungsziele wurden erreicht, in eine mehrjährige Planung überführt
und mit konkreten Massnahmen hinterlegt.
Der starke Nachfrage- und Umsatzrückgang führte zu einer Abnahme
des betrieblichen Gesamtertrages um 19.7 Prozent auf 161.7 Millionen
Franken. Mithilfe der Gegenmassnahmen auf der Kostenseite konnte das
Jahresergebnis auf -3.6 Millionen Franken begrenzt werden. Das Betriebsergebnis
EBIT (nach Abschreibungen, vor Zinsen) beträgt -5.1 Millionen Franken
(Vorjahr +11.2 Millionen Franken). Mit Bezug zum starken Umsatzeinbruch
von rund 40 Millionen CHF und im Vergleich zu anderen Unternehmen des
Schienengüterverkehrs darf der Geschäftsabschluss von BLS
Cargo in diesem Krisenjahr 2009 gesamthaft als positiv bewertet werden.
Das Geschäftsmodell von BLS Cargo erweist sich nach den positiven
Jahren 2001-2008 ebenfalls in Krisenzeiten als erfolgreich. BLS Cargo
konnte auch in 2009 die Position am Markt bestätigen. Dank der
hohen Anpassungsflexibilität eines schlanken Unternehmens und der
gefestigten Partnerschaften mit der BLS AG, der DB Schenker Rail Deutschland
AG und den Kunden gelang es BLS Cargo, die negativen Auswirkungen der
Krise auf das Unternehmen stark zu beschränken.
Für das kommende Jahr rechnet BLS Cargo mit einer schwachen Erholung
der Wirtschaft und damit einem geringen Wachstum. Für die kommenden
Jahre wird wieder ein stärkeres Nachfragewachstum erwartet. Das
Unternehmen wird auch 2010 stark gefordert sein und sehr aufmerksam
mit den Ressourcen umgehen müssen. Umso wichtiger ist es, dass
die verkehrspolitischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen für
den Schienengüterverkehr in den kommenden Jahre weiterentwickelt
werden. Die Anforderungen der Kunden ebenso wie die effiziente Planung
und Durchführung der Verkehre setzen eine hohe Qualität und
Stabilität der Verkehrsinfrastruktur voraus. Die Güterverkehrsunternehmen
wie die BLS Cargo AG werden in der bereits schwierigen Wirtschaftssituation
durch geplante Erhöhungen der Abbestellgebühren der Infrastruktur
und die wirtschaftlichen Nachteile, die z.B. aus baustellenbedingten
Streckensperrungen und aus Umleitungen entstehen, zusätzlich schwer
belastet. Dies kann zu einer empfindlichen Störung bei der Umsetzung
der Verlagerungspolitik führen. BLS Cargo engagiert sich daher
zum einen bei den Behörden und den Infrastrukturbetreibern für
die Sicherung der vom Bundesrat und Güterverkehrsverlagerungsgesetz
zugesprochenen Trassen für den Güterverkehr. Zum anderen bringt
sich BLS Cargo intensiv in die anstehenden Diskussionen zum neuen Trassenpreissystem
ab 2013 ein, um die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs
weiter zu verbessern (Pressemeldung BLS, 30.03.10).
Führungswechsel
bei der RhB
Der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Erwin Rutishauser (61), hat den
Verwaltungsrat der RhB darüber informiert, dass er Ende Dezember 2010
zurücktreten wird.
Anfang 2011 werden Verwaltungsrat und Geschäftsleitung die Arbeiten
an der neuen Strategie 2018 aufnehmen. Rutishauser will mit seinem Schritt
sicherstellen, dass ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin diesen für
das Unternehmen zukunftsweisenden Strategieprozess von Beginn weg begleiten
und umsetzen kann.
Der Verwaltungsrat hat bereits die notwendigen Schritte eingeleitet,
um die Stelle des Vorsitzenden der Geschäftsleitung bis Ende 2010 neu
zu besetzen. Es ist vorgesehen, die Position öffentlich auszuschreiben.
Erwin Rutishauser hat in den letzten gut fünf Jahren zusammen mit dem
Verwaltungsrat die Unternehmensstrategie 2012 (Dualstrategie) entwickelt
und erfolgreich umgesetzt. Es ist ihm in dieser Zeit zusammen mit seinem
Team gelungen, das Unternehmen, dessen Marktauftritt und die einzelnen
Geschäftsfelder erfolgreich weiterzuentwickeln sowie wichtige Projekte
umzusetzen. Beispiele dafür sind die Beschaffung von neuem Rollmaterial
und die umfangreichen Investitionen in die Substanzerhaltung der Infrastruktur.
Ein Höhepunkt in Rutishausers Amtszeit war die Verleihung des UNESCO-Welterbe-Status
an die Albula- und Berninastrecke der RhB.
Der Verwaltungsrat dankt Erwin Rutishauser für sein erfolgreiches und
engagiertes Wirken (Pressemeldung SEV, 30.03.10).
SEV
ist überrascht vom Führungswechsel bei der RhB
Der SEV ist überrascht von der Ankündigung von Erwin Rutishauser,
den Vorsitz der Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn auf Ende
Jahr abzugeben. Trotz unterschiedlicher Positionen beurteilt der SEV
die Zusammenarbeit mit Erwin Rutishauser als konstruktiv und zukunftsgerichtet.
Unter der Führung von Erwin Rutishauser hat sich die RhB zu einem
modernen Bahnbetrieb entwickelt, der internationale Ausstrahlung hat.
Im Personalbereich wechselten sich Licht und Schatten: Nach dem mit
Entlassungen verbundenen Stellenabbau im Jahre 2006 wird derzeit wieder
verstärkt an der Sicherung des Personalbestandes gearbeitet. Obwohl
die Arbeitsbelastung konstant sehr hoch ist, konnte eine zusätzliche
Ferienwoche eingeführt werden. Im Salärsystem fehlen derzeit
aber noch die nötigen Finanzmittel, um die Personalsituation auch
längerfristig zu entspannen. Der SEV bedauert den Führungswechsel
und wünscht Erwin Rutishauser für die Zukunft schon heute
alles Gute. Von einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin erwartet der
SEV eine Gesamtsicht für das Unternehmen RhB einerseits, aber auch
für den öffentlichen Verkehr insgesamt, und eine grosse Offenheit
für die Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft.
Mit Skepsis nimmt der SEV zur Kenntnis, dass der VR RhB an der Entwicklung
einer neuen Strategie zu arbeiten beginnt. «Nach den grossen Umbrüchen
der letzten 5 Jahre im Bereich Infrastruktur und Rollmaterial, aber
auch grossen Einschnitten im Personalbereich, ist eine längere
Phase der Konsolidierung dringend nötig», betont der zuständige
SEV Regionalsekretär Peter Peyer. Der massive Druck auf das Personal
erträgt keine weiteren neuen Baustellen. Zu Sorge Anlass gibt überdies
die ungewisse Finanzsituation. Auf Grund der sich abzeichnenden Sparpläne
des Bundes und der zurückhaltenden Finanzpolitik des Kantons ist
die Finanzierung der Rhätischen Bahn weder im Unterhalt noch in
der Erneuerung gesichert. Völlig offen ist zudem die Finanzierung
des im hohem Masse sanierungsbedürftigen Albula-Tunnels. Die neue
Führung der RhB ist also auch ohne einen grossen strategischen
Kurswechsel genügend gefordert (Pressemeldung SEV, 30.03.10).
Bahn
2030 beseitigt Engpässe im Schienennetz
Das bringt Bahn 2030 bei einem Ausbau des Schienennetzes
mit 12 Mrd. Franken (oben) und mit 21 Mrd. Franken (unten). Grafiken
SBB.
Die Schweiz braucht in Zukunft mehr denn je eine leistungsfähige,
moderne Bahn. Das vom Parlament in Auftrag gegebene Projekt Bahn 2030
schafft die Voraussetzungen dafür. Das BAV erarbeitet zusammen
mit der SBB zwei
Varianten mit Investitionsvolumen von 21 bzw. 12 Milliarden Franken.
Projektschwerpunkte darin sind zusätzliche Züge auf der stark
ausgelasteten Ost-West-Achse sowie, in der Variante für 21 Milliarden
Franken, Verbesserungen für den regionalen öffentlichen Verkehr
in Agglomerationen und im ländlichen Raum. Für den Güterverkehr
sind nebst anderen Massnahmen auf der Nord-Süd-Achse die notwendigen
Anpassungen vorgesehen, um auch die zunehmend grossprofilige Fracht
auf der Schiene befördern zu können.
Am
22. und 23. März haben das BAV und die SBB Kantone und Medien über
den Stand der Arbeiten zu Bahn 2030 orientiert. Die Vernehmlassung wird
nach Fertigstellung der Vorlage voraussichtlich im Frühjahr 2011
eröffnet.
Das
Projekt wurde vom Parlament in Auftrag gegeben, um bestehende und künftige
Engpässe mit einer zeitgemässen Bahninfrastruktur zu beseitigen.
Der Bundesrat hat seinerseits im Dezember 2008 die Eckwerte der Planung
und Finanzierung gesetzt: Er beauftragte das BAV mit der Ausarbeitung
zweier Varianten für 21 bzw. 12 Milliarden Franken. Die Finanzierung
soll über den FinöV-Fonds erfolgen.
Bahn
2030 ist der Schlüssel, um der wachsenden Nachfrage im Bahnbereich
gerecht zu werden. Mit der Beseitigung von Engpässen und punktuellen
Ausbauten wird ein entscheidender Faktor der Schweizer Standortattraktivität
gesichert, nämlich das dichte und gut funktionierende Angebot des
öffentlichen Verkehrs.
Aufgrund
detaillierter Analysen der Nachfrage, der daraus abgeleiteten notwendigen
Verkehrsangebote und einer Priorisierung bringt Bahn 2030 mehr Kapazität
in den täglichen Spitzenstunden auf stark belasteten Strecken insbesondere
zwischen den Zentren sowie (in der 21-Milliarden-Variante) im Regionalverkehr.
Dies
bedeutet zum Beispiel mehr Sitzplätze entlang des Genfersees zwischen
Genf, Lausanne und dem Unterwallis oder auch zwischen Bern, Zürich
und Winterthur. Mehr Züge erhalten etwa die Agglomerationen von
Bern, Basel und Zürich.
Dazu
sind Investitionen für den Einsatz längerer Züge, für
Doppelstock- oder allenfalls zusätzliche Züge erforderlich.
Beispiele von Massnahmen erster Priorität sind umfassende Ausbauten
in den Bahnhöfen Lausanne und Genf, die Erhöhung von Tunnel-
und Streckenprofilen im Wallis oder auch der Ausbau stark belasteter
Strecken wie zum Beispiel den durchgehenden Ausbau auf vier Spuren der
bestehenden Strecke Zürich-Winterthur.
Damit
der Bahnbetrieb mit der wachsenden Nachfrage Schritt halten kann, sind
Investitionen in Bahnhöfe und Betriebsanlagen unerlässlich:
vielerorts müssen die Zugänge zu den Zügen vergrössert,
die Energieversorgung und andere Betriebsanlagen angepasst werden. Für
den Güterverkehr sind Massnahmen am Jura-Südfuss (Ligerz-Tunnel)
und zwischen Basel und Zürich vorgesehen. Geplant ist überdies
im Nord-Süd-Korridor die Erhöhung von Tunnelhöhen und
-weiten (21-Milliarden-Variante). Damit könnten wie bereits auf
der Lötschberg-Achse auch auf der Gotthard-Achse Züge mit
grossvolumigen Behältern verkehren, denen aus Sicht der Verkehrsverlagerung
hohe Bedeutung zukommt.
Nach
heutigem Stand der Planung Bahn 2030 sind die vom Parlament im ZEB-Gesetz
sowie die von Kantonen und Verkehrsunternehmen diskutierten Massnahmen
und Projekte in Vorhaben erster bzw. zweiter Priorität unterteilt.
Die Massnahmen zweiter Priorität müssen noch weiter untersucht
werden, die entsprechenden Arbeiten laufen noch.
Die
Knacknuss der Vorlage Bahn 2030 wird die Finanzierung sein. Das Parlament
hat beschlossen, die Investitionen von Bahn 2030 aus dem FinöV-Fonds
zu finanzieren. Dies setzt voraus, dass der FinöV-Fonds über
die bisher vorgesehene Laufzeit hinaus verlängert wird. Zudem sollen
für Bahn 2030 zusätzliche, zeitlich befristete Finanzquellen
bestimmt werden.
Geprüft
werden unter anderem eine Abgabe auf die Fahrausweise des öffentlichen
Verkehrs sowie eine Umwidmung desjenigen Anteils der Schwerverkehrsabgabe
LSVA, der den Kantonen zugute kommt. Die Kantone und die Medien wurden
über den Stand der Abklärungen zu diesen und weiteren möglichen
Finanzierungsquellen wie z.B. einer befristeten MWST-Erhöhung,
informiert (Pressemeldung
BAV, 24.03.10).
Alain
Barbey übernimmt die Leitung bei TGV Lyria
Alain Barbey, der bis zum Dezember 2009 die Cisalpino AG geleitet hat,
wurde vom Lyria-Verwaltungsrat zum neuen CEO der SNCF/SBB-Tochtergesellschaft
TGV Lyria gewählt. Deren bisheriger Leiter, Christian Rossi, wechselt
nach fünf Jahren erfolgreicher Tätigkeit zur SBB und übernimmt
dort die Verantwortung für die Verkaufsregion Léman.
Seit fünf Jahren führt Christian Rossi erfolgreich TGV Lyria,
die gemeinsame Tochter der Französischen Staatsbahnen (SNCF) und
der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Unter seiner Leitung konnte
der Umsatz von 135 auf 223 Millionen EUR gesteigert werden. Christian
Rossi hat sich nun entschieden, seinem Berufsleben nochmals eine Wende
zu geben. Dazu wechselt er zurück zur SBB und übernimmt per
1.Mai 2011 die Leitung der Verkaufsregion Léman. Er übernimmt
diese Aufgabe von André Dorthe, der nach 48 Jahren erfolgreicher
SBB Tätigkeit in Pension geht.
Für die Nachfolge von Christian Rossi hat der Lyria-Verwaltungsrat
an seiner gestrigen Sitzung Alain Barbey als neuen Lyria-CEO gewählt.
Als ehemaliger Leiter der Cisalpino AG verfügt Alain Barbey über
eine breite Erfahrung im internationalen Bahngeschäft. Nach einer
zweimonatigen Einführungszeit wird er am 1. Juli 2010 die operative
Verantwortung bei TGV Lyria übernehmen (Pressemeldung SBB, 20.03.10).
Petition
gegen Kürzung der Abgeltungen für Regionallinien
Gemeinsam mit dem Verkehrs-Club der Schweiz VCS, Pro Bahn Schweiz und
der Schweizerischen Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr
(IGöV) hat der SEV eine Petition lanciert. Diese fordert den Bundesrat
auf, die Abgeltungen an die Regionallinien nicht zu kürzen und
keine Einsparungen im öffentlichen Verkehr vorzunehmen.
Im Rahmen seines neuesten Sparprogramms will der Bundesrat auch beim
öffentlichen Verkehr den Rotstift ansetzen. Insbesondere will er
nur noch an Regionalverkehrslinien mit einer Mindestnachfrage von 100
Personen pro Tag Abgeltungen zahlen. Heute liegt diese Limite bei 32
Fahrgästen pro Tag. Würde diese Massnahme umgesetzt, könnte
dies zu einem Kahlschlag im Regionalverkehr führen.
Derzeit beziehen rund 1300 Regionalverkehrslinien Abgeltungen des Bundes.
Ein Siebtel von ihnen – rund 160 Linien – wären im
Zuge des bundesrätlichen Sparprogramms gefährdet. Würde
die geplante Massnahme umgesetzt, müssten die Kantone in die Bresche
springen. Das wird vielerorts unmöglich sein. Bei den betroffenen
Linien handelt es sich vornehmlich um Bus- und Postautolinien. Vor allem
im ländlichen Raum würden ganze Regionen und Dörfer vom
Netz des öffentlichen Verkehrs abgehängt.
Auf der Liste befinden sich aber auch die Bergbahnen Vitznau-Rigi Staffelhöhe-Rigi
Kulm sowie Weggis- Rigi Kaltbad. Postautolinien in Skigebiete wie die
Flumserberge im Kanton St. Gallen oder Thyon 2000 im Wallis sollen ebenfalls
keine Abgeltungen mehr bekommen. Und selbst der regionale Bahnverkehr
zwischen Yverdon-les-Bains und Neuenburg ist bedroht.
Solche Abbaumassnahmen werden der SEV, der VCS, Pro Bahn und die IGöV
entschieden bekämpfen. Nicht nur regionalpolitische Gründe
sprechen gegen das Vorhaben des Bundesrats. Ein Abbau auf ländlichen
Linien führt zu einer Schwächung des Gesamtsystems. Zudem
würde vermehrt das Auto benutzt und zahlreiche Arbeitsplätze
abgebaut (Pressemeldung SEV, 19.03.10).
Moritz
Leuenberger trifft Peter Ramsauer in Berlin
Bundesrat Moritz Leuenberger trifft sich am 22. März in Berlin mit dem
deutschen Verkehrsminister Peter Ramsauer. Die beiden Minister werden
sich über verschiedene verkehrspolitische Themen im Bahn- und Luftbereich
austauschen, welche die beiden Länder miteinander verbinden.
Unter anderem stehen die NEAT-Anschlüsse in Süddeutschland,
die Elektrifizierung der Bahnstrecke Lindau-München und die An-
und Abflüge am Flughafen Zürich auf der Traktandenliste (Pressemeldung
UVEK, 18.03.10).
Konzeptstudie
Vollausbau Lötschberg-Basisstrecke

Ein Ausbau des heute zu zwei Dritteln einspurigen Lötschberg-Basistunnels
unter laufendem Bahnbetrieb ist technisch machbar. Dabei ist mit einer
Bauzeit von rund 12 Jahren und Kosten von 1330 Mio. (Vollausbau), respektive
CHF 790 Mio. (reduzierter Ausbau Ferden-Mitholz) zu rechnen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie
im Auftrag der BLS AG. Um die rasch wachsende Nachfrage im Personen-
und Güterverkehr bewältigen zu können, müssen auf
der Nord-Südachse neben dem Ausbau des Lötschberg-Basistunnels
weitere Engpässe zwischen Bern und Thun, auf den Zufahrten zum
Knoten Bern sowie zwischen Olten und Basel (Wisenberg) behoben werden.
Ein Ausbau
des Lötschberg-Basistunnels würde einen Halbstundentakt
von Bern ins Wallis ermöglichen und die heutige Güterverkehrskapazität
mindestens verdoppeln. Dies ist nötig, weil sich die Nachfrage
sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr anhaltend stark entwickelt
und die Lötschberg-Basisstrecke bereits heute schweizweit zu den
Abschnitten mit der höchsten Kapazitätsauslastung gehört.
Ein ausgebauter Basistunnel würde die Verlagerungspolitik des Bundes
zusätzlich stützen, weil dann keine Güterzüge mehr
über die Bergstrecke verkehren müssten und sich so beträchtliche
Produktivitätsgewinne für die Schiene realisieren liessen.
Die BLS beauftragte deshalb eine Gemeinschaft von Ingenieurbüros
damit, die technische Machbarkeit eines künftigen Vollausbaus der
heute zu zwei Dritteln einspurigen Strecke abzuklären. Damit wollte
sie das während der Bauzeit der Anlagen entstandene projektspezifische
Know-How für künftige Generationen sichern und zu Handen der
Politik Entscheidungsgrundlagen über die künftige Bahninfrastrukturentwicklung
zur Verfügung stellen.
Die Autoren der Studie untersuchten sowohl den Vollausbau des Basistunnels
auf zwei Spuren als auch einen reduzierten Ausbau, der sich auf den
bereits heute ausgebrochenen, aber noch nicht bahntechnisch ausgerüsteten
Tunnelabschnitt Mitholz–Ferden beschränkt.
Sie kommen zum Schluss, dass beide Varianten unter Aufrechterhaltung
des Bahnbetriebes technisch machbar sind. Dabei ist für einen Vollausbau
mit Kosten von CHF 1’330 Mio., für die Ausrüstung Ferden-Mitholz
von CHF 790 Mio. zu rechnen. Die Bauzeit inkl. Vorbereitung beliefe
sich bei beiden Varianten auf rund 12 Jahre. Bei beiden Varianten wäre
das Risiko einer Beeinträchtigung des Bahnbetriebs gering und zeitlich
begrenzt.
Das rasche Nachfragewachstum im Schienenverkehr führt nicht nur
im Lötschberg-Basistunnel, sondern insbesondere auf dessen Zulaufstrecken
zu markanten Schienenengpässen. Der grösste Engpass liegt
dabei im Aaretal zwischen Bern und Thun. Hier braucht es eine dritte
Gleisachse auf der 8 Kilometer langen Strecke Gümligen-Münsingen
sowie zusätzliche Entflechtungsbauten auf den Zuläufen zum
Knoten Bern. Auf diesen Abschnitten müssen sich heute die Gütertransit-
und Personenfernverkehrszüge die bestehenden Gleise mit der dichtvertakteten
S-Bahn teilen.
Diese stösst bereits an ihre Kapazitätsgrenzen und wird gemäss
Prognosen in den nächsten 15 Jahren um weitere 60% wachsen. Auf
den bestehenden Gleisanlagen lässt sich das heutige Verkehrsangebot
jedoch kaum mehr erweitern. Eine nachfragegerechte Entwicklung des Personenverkehrs
ohne Beeinträchtigung des Güterverkehrs und damit des Verlagerungsziels
ist deshalb im jetzigen System nur mit zusätzlichen Infrastrukturausbauten
möglich.
Ein weiterer Entwicklungsengpass zeichnet sich zudem zwischen Basel
und Olten ab. Eine zusätzliche Juraquerung (Wisenbergtunnel) würde
hier die nötigen Kapazitäten schaffen, um den Güterverkehr
ohne Beeinträchtigung durch den Personenverkehr von Norden her
an die Lötschberg-Simplonlinie heranzuführen (Pressemeldung
BLS, 17.03.10).